Piusbruderschaft
Jetzt geht der jüdische Zentralrat auf die Piusbruderschaft los
Seit dem Zweiten Vatikanum rühmt sich die Kirche ihrer zahlreichen Dialogpartner. Doch was tun, wenn sich diese Dialogpartner gegenseitig in die Haare geraten? Dann wird man sich auf das besinnen müssen, was dem Dialog so häufig im Wege steht – die Wahrheit.
Die vier Bischöfe der Piusbruderschaft in Lourdes.
Die vier Bischöfe der Piusbruderschaft in Lourdes.
(kreuz.net) Die Deutschen Bischöfe sollen sich von der Priesterbruderschaft St. Pius X. distanzieren.

Das fordert der Vizepräsident des ‘Zentralrates der Juden in Deutschland’, Dieter Graumann (58), vor der deutschen ‘Katholischen Nachrichtenagentur’.

Graumann ist für seine radikalen und kirchenfeindlichen Positionen bekannt.

Der Vizepräsident des Rates, Dieter Graumann, beschimpfte die Piusbruderschaft der „Giftmischerei“.

Graumann kritisiert einen Brief, den Pater Franz Schmidberger kürzlich den Deutschen Bischöfen geschickt hat. Pater Schmidberger wollte mit dem Schreiben ein Zeichen der Dialogbereitschaft setzen.

Kollektivschuld gibt es nur bei den Deutschen

Der Brief ist seit gestern Dienstag auf der Webseite der Piusbruderschaft nachzulesen. Darin wiederholt Pater Schmidberger solides katholisches Katechismuswissen:

„Mit dem Kreuzestod Christi ist der Vorhang des Tempels zerrissen, der Alte Bund abgeschafft, wird die Kirche, die alle Völker, Kulturen, Rassen und sozialen Unterschiede umfasst, aus der durchbohrten Seite des Erlösers geboren.

Damit sind aber die Juden unserer Tage nicht nur nicht unsere älteren Brüder im Glauben, wie der Papst bei seinem Synagogenbesuch in Rom 1986 behauptete.

Sie sind vielmehr des Gottesmordes mitschuldig, so lange sie sich nicht durch das Bekenntnis der Gottheit Christi und die Taufe von der Schuld ihrer Vorväter distanzieren.

Im Gegensatz dazu behauptet das Zweite Vatikanum, man könne die Ereignisse des Leidens Christi weder allen damals lebenden Juden ohne Unterschied noch den heutigen Juden zur Last legen.

Stimmt dies überein mit der Lehre des ersten Papstes, des Heiligen Petrus, der den Juden unterschiedslos zuruft, sie hätten den Urheber des Lebens getötet (vgl. Apg 3,15)?

Die gläubigen Juden des Alten Testamentes, Abraham, Isaak, Jakob, diese sind unsere älteren Brüder im Glauben.

Wir Christen sind ihre geistigen Söhne, denn wir glauben an den Messias, der mitten unter uns aufgetreten ist und in seiner Kirche unter uns wohnt und an dessen Kommen Abraham, Isaak und Jakob geglaubt haben, das sie erhofften und ersehnten.

Wir sehen mit Trauer Papst Johannes Paul II. und nun auch Papst Benedikt XVI. in eine jüdische Synagoge gehen.“


Bösartig oder wahr?

Graumann schimpft dagegen, daß die Piusbruderschaft einen „bösartiger Angriff auf jeden Kurs der Verständigung und Versöhnung zwischen katholischer Kirche und Judentum“ reite.

Es handle sich um die „schlimmsten Klischees gegen Juden“, die in der Geschichte angeblich immer wieder zu Pogromen und auch zum Holocaust geführt hätten – dramatisiert Graumann.

Der Zentralrat erwarte von den Deutschen Bischöfen ein klares Signal der Distanzierung von der Priesterbruderschaft.

Eine solche Strömung dürfe in der nach dem Konzil gegründeten Dialog- und Liebeskirche „keinen Platz“ haben – belehrt Graumann die katholischen Oberhirten.