Nationalsozialismus
Noch schlimmere Greuel als Hitler
Die israelischen Schlächtereien in Palästina und deren zynische Rechtfertigungen stehen in der Tradition der alliierten Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg. Von Leo G. Schüchter.
General Curtis LeMay war für die Bombardierung auf Tokio verantwortlich.
General Curtis LeMay war für die Bombardierung auf Tokio verantwortlich.
(kreuz.net) Im Laufe des Jahres 1944 drängten die US-Streitkräfte die japanische Frontlinie im pazifischen Ozean soweit zurück, daß US-Bomber von der Stützpunktinsel Guam aus die Großstädte Japans erreichen konnten.

Da die japanischen Städte zum größten Teil aus leichten Holzhäusern bestanden, wurden weitflächig wirkende Brandbomben entwickelt, die eine verheerende Wirkung zeigten.

Ganze Städte wurden in Schlachthäuser verwandelt

Im Winter 1944/45 begann die Flächenbombardierung japanischer Städte. Sie entfalteten eine ähnlich grausame und sinnlose Zerstörung wie in Deutschland.

Die Großstadt Kobe wurde zu 56 Prozent zerstört, die Hauptstadt Tokio zu 50 Prozent, Yokohama zu 44 Prozent, Kawasaki zu 33 Prozent – andere Städte in ähnlichem Ausmaß.

Die US-Bomben vernichteten mehrer hunderttausend Zivilisten – darunter auch Zehntausende koreanische und chinesische Zwangsarbeiter. Eine nachweisbare Wirkung auf Kriegsverlauf und Kriegsbereitschaft der Japaner hatte die Bombenoffensive nicht.

Bedenken vom Tisch gewischt

Die vielfach geäußerten Bedenken von US-Bomberpiloten gegen die Zerstörung reiner Wohngebiete und der Ermordung Tausender Frauen und Kinder wurden von den Verantwortlichen vom Tisch gewischt:

Die Japaner würden angeblich auch Kinder, Frauen und alte Leute zu Kämpfern ausbilden.

Später beschrieb der für die Flächenbombardements zuständige General Curtis LeMay († 1990) in seinem Tagebuch den Brandbombenangriff auf Tokio brutal und zynisch im Kriegsverbrecher-Jargon:

Kriegsverbrecher Curtis LeMay

„Wir versengten, siedeten und buken in jener Nacht vom 9. auf den 10. März in Tokio mehr Menschen zu Tode, als in Hiroschima und Nagasaki zusammen genommen verdampften.“

Die beiden letztgenannten Großstädte wurden am 6. und 9. August 1945 durch US-Atombomben weitgehend zerstört.

Auf Tokio hatten die US-Bomber 1.667 Tonnen Brandbomben auf vierzig Quadratkilometer dichtbevölkerte Stadtteile geworfen. Sie entfachten einen Feuersturm, mit dem sie in einer Nacht 85.000 Zivilisten ermordeten.

General LeMay war sich seiner kriegsverbrecherischen Handlung selber bewußt. So gestand er in einer späteren Aussage:

„Damals machte es mir nicht viel aus, Japaner umzubringen. Wenn wir den Krieg verloren hätten, wäre ich vermutlich als Kriegsverbrecher angeklagt worden.“

Ungesühnte Massaker

Bekanntlich blieben die Kriegsverbrechen der Sieger – Apartheit-Amerikaner, Briten und stalinistischen Sowjets – nach Kriegsende ungesühnt.

So konnte Gewaltverbrecher LeMay noch bis in die Anfangsjahre des Vietnamkriegs weiterwüten, als er gewaltverherrlichend erklärte, er wolle die „Nordvietnamesen in die Steinzeit zurückbomben.“

Angeblich soll US-Präsidenten Harry Truman im Juli 1945 vor dem Abwurf der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki vor folgender Situation gestanden sein:

Da bis zum endgültigen Niederringen der Japaner in einem konventionellen Krieg bis zu 20.000 US-Soldaten gefallen wären, hätte er sich entschlossen, 200.000 japanische Zivilisten umzubringen.

Die militärische Notwendigkeit der Atombombenabwürfe blieb umstritten, da die japanische Regierung schon Anfang Juli 1945 ihre Kapitulationsbereitschaft signalisiert hatte, so daß ein Kriegsende in greifbarer Nähe stand.

Rufer in der Wüste

Führende amerikanische Generäle wie Dwight D. Eisenhower († 1969) und Douglas MacArthur († 1964) sowie der Flottenadmiral Chester W. Nimitz († 1966) sprachen sich gegen den Atombombeneinsatz aus. Dies würde den USA den Ruf eintragen, „noch schlimmere Greuel als Hitler zu begehen“.

Vereinzelte amerikanische Kommentatoren beklagten „Amerikas Abstieg in die Barbarei“.

Der US-Admiral Ralph Ofstie († 1956) sagte bei einer späteren Anhörung vor dem Streitkräfteausschuß des US-Repräsentantenhauses, daß die alliierten Flächenbombardements in Deutschland und Japan „zwangsläufig mit dem massenhaften Gemetzel an Männern, Frauen und Kindern im Feindesland“ verbunden gewesen seien.

Ofstie hatte im Zweiten Weltkrieg an der strategischen Bombenplanung mitgewirkt.

Zugleich erklärte er, daß die Bomberoffensiven auf Stadtbevölkerungen militärisch wirkungslos waren.

Aufgrund der angewendeten „erbarmungslosen, barbarischen Methoden“ habe der Bombenkrieg auch einen moralischen Werteverfall in jenen Gesellschaften bewirkt, deren Streitkräfte ihn ausführten.