18:53:24 | Donnerstag, 22. Januar 2009
Die israelischen Schlächtereien in Palästina und deren zynische Rechtfertigungen stehen in der Tradition der alliierten Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg. Von Leo G. Schüchter.

General Curtis LeMay war für die Bombardierung auf Tokio verantwortlich.
(kreuz.net) Im Laufe des Jahres 1944 drängten die US-Streitkräfte die japanische Frontlinie im pazifischen
Ozean soweit zurück, daß US-Bomber von der Stützpunktinsel Guam aus die Großstädte Japans erreichen
konnten.
Da die japanischen Städte zum größten Teil aus leichten Holzhäusern bestanden, wurden weitflächig
wirkende Brandbomben entwickelt, die eine verheerende Wirkung zeigten.
Ganze Städte wurden in Schlachthäuser
verwandeltIm Winter 1944/45 begann die Flächenbombardierung japanischer Städte. Sie entfalteten eine
ähnlich grausame und sinnlose Zerstörung wie in Deutschland.
Die Großstadt Kobe wurde zu 56 Prozent
zerstört, die Hauptstadt Tokio zu 50 Prozent, Yokohama zu 44 Prozent, Kawasaki zu 33 Prozent – andere
Städte in ähnlichem Ausmaß.
Die US-Bomben vernichteten mehrer hunderttausend Zivilisten – darunter
auch Zehntausende koreanische und chinesische Zwangsarbeiter. Eine nachweisbare Wirkung auf Kriegsverlauf
und Kriegsbereitschaft der Japaner hatte die Bombenoffensive nicht.
Bedenken vom Tisch gewischtDie
vielfach geäußerten Bedenken von US-Bomberpiloten gegen die Zerstörung reiner Wohngebiete und der Ermordung
Tausender Frauen und Kinder wurden von den Verantwortlichen vom Tisch gewischt:
Die Japaner würden angeblich
auch Kinder, Frauen und alte Leute zu Kämpfern ausbilden.
Später beschrieb der für die Flächenbombardements
zuständige General Curtis LeMay († 1990) in seinem Tagebuch den Brandbombenangriff auf Tokio brutal und
zynisch im Kriegsverbrecher-Jargon:
Kriegsverbrecher Curtis LeMay„Wir versengten, siedeten und buken
in jener Nacht vom 9. auf den 10. März in Tokio mehr Menschen zu Tode, als in Hiroschima und Nagasaki
zusammen genommen verdampften.“
Die beiden letztgenannten Großstädte wurden am 6. und 9. August 1945
durch US-Atombomben weitgehend zerstört.
Auf Tokio hatten die US-Bomber 1.667 Tonnen Brandbomben auf
vierzig Quadratkilometer dichtbevölkerte Stadtteile geworfen. Sie entfachten einen Feuersturm, mit dem
sie in einer Nacht 85.000 Zivilisten ermordeten.
General LeMay war sich seiner kriegsverbrecherischen
Handlung selber bewußt. So gestand er in einer späteren Aussage:
„Damals machte es mir nicht viel aus,
Japaner umzubringen. Wenn wir den Krieg verloren hätten, wäre ich vermutlich als Kriegsverbrecher angeklagt
worden.“
Ungesühnte MassakerBekanntlich blieben die Kriegsverbrechen der Sieger – Apartheit-Amerikaner,
Briten und stalinistischen Sowjets – nach Kriegsende ungesühnt.
So konnte Gewaltverbrecher LeMay noch
bis in die Anfangsjahre des Vietnamkriegs weiterwüten, als er gewaltverherrlichend erklärte, er wolle
die „Nordvietnamesen in die Steinzeit zurückbomben.“
Angeblich soll US-Präsidenten Harry Truman im
Juli 1945 vor dem Abwurf der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki vor folgender Situation gestanden sein:
Da bis zum endgültigen Niederringen der Japaner in einem konventionellen Krieg bis zu 20.000 US-Soldaten
gefallen wären, hätte er sich entschlossen, 200.000 japanische Zivilisten umzubringen.
Die militärische
Notwendigkeit der Atombombenabwürfe blieb umstritten, da die japanische Regierung schon Anfang Juli 1945
ihre Kapitulationsbereitschaft signalisiert hatte, so daß ein Kriegsende in greifbarer Nähe stand.
Rufer in der WüsteFührende amerikanische Generäle wie Dwight D. Eisenhower († 1969) und Douglas MacArthur
(† 1964) sowie der Flottenadmiral Chester W. Nimitz († 1966) sprachen sich gegen den Atombombeneinsatz
aus. Dies würde den USA den Ruf eintragen, „noch schlimmere Greuel als Hitler zu begehen“.
Vereinzelte
amerikanische Kommentatoren beklagten „Amerikas Abstieg in die Barbarei“.
Der US-Admiral Ralph Ofstie
(† 1956) sagte bei einer späteren Anhörung vor dem Streitkräfteausschuß des US-Repräsentantenhauses,
daß die alliierten Flächenbombardements in Deutschland und Japan „zwangsläufig mit dem massenhaften
Gemetzel an Männern, Frauen und Kindern im Feindesland“ verbunden gewesen seien.
Ofstie hatte im Zweiten
Weltkrieg an der strategischen Bombenplanung mitgewirkt.
Zugleich erklärte er, daß die Bomberoffensiven
auf Stadtbevölkerungen militärisch wirkungslos waren.
Aufgrund der angewendeten „erbarmungslosen, barbarischen
Methoden“ habe der Bombenkrieg auch einen moralischen Werteverfall in jenen Gesellschaften bewirkt, deren
Streitkräfte ihn ausführten.