16:59:50 | Donnerstag, 5. Februar 2009
Benedikt XVI.
Jetzt ist nicht die Zeit, um auf der Gartenmauer zu sitzen und abwägend den Kopf zu wiegen. Von Father John Hunwicke, anglikanischer Priester, Oxford.

Benedikt XVI. in Auschwitz.
© miqul, CC(kreuz.net) Sie haben Papst Benedikt XVI. eingekreist – in den Zeitungen, im Fernsehen, in den Blogs,
in Parlamentsdebatten, in schicken Magazinen.
Sie glauben, ihn jetzt fertigmachen zu können. Es wimmelt
von Vorurteilen, Vorurteilen, Vorurteilen.
Oft ist es nur ihr tiefverwurzeltes Bauchgefühl, ihr Haß
auf Rom, den sie vielleicht kurz beiseite ließen, als ein Papst – wie Johannes XXIII. – sich anscheinend
nicht allzu päpstlich verhielt.
Manchmal ist es auch die Furcht vor einem, der schlauer ist als sie.
Sie haben nichts gegen Christen, solange diese nicht besonders hell erscheinen. Denn dann müssen sie
sich nicht bedroht fühlen.
Für andere ist Benedikt XVI. ein unerträglicher Widerspruch angesichts
ihrer verdorbenen und zügellosen Lebensweise.
Oft ist es einfach ein tiefsitzender Haß gegen jede Art
von Frömmigkeit. Denn sie sind Kinder des Vaters aller Lügen.
Wir erleben im Augenblick einen Kampf
des Bösen gegen das Gute in so klarer Form, wie wir das in unserer Welt der Grautöne nur selten beobachten
können.
Und das Dunkel ist im Anstieg begriffen. Jetzt ist nicht die Zeit, um auf der Gartenmauer zu
sitzen und abwägend den Kopf zu wiegen – „einerseits – andererseits“.
Das ist die Zeit, in der man zeigen
muß, wo man steht.
Noch lange wird sich die Frage stellen:
Was hast Du gemacht, als die Bestien nach
Benedikt XVI. schnappten.
Der Verfasser ist ehemaliger Dekan der Anglikanisch-Theologischen Fakultät
am Lancing College Südengland, anglikanischer Priester der Pfarrei Sankt Thomas the Martyr und Mitglied
des Studienhauses ‘Pusey House’, beide in Oxford. Der Text erschien auf seinem Blog