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Kirchenspalter-Bischöfe + Rhetorischer Überbietungswettbewerb + Und tschüß! + Lebensabend in Italien + Eindeutig rücktrittsreif
Benedikt XVI. in Sydney.
Benedikt XVI. in Sydney.
Kirchenspalter-Bischöfe

Deutschland. Der Erzbischof von Freiburg und Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Mons. Robert Zollitsch, wünscht sich ein endgültiges Zerwürfnis zwischen der Priesterbruderschaft Pius X. und der Kirche. Das sagte er am Mittwoch abend vor Journalisten: „Wenn kein Wunder passiert, rechne ich mit einem endgültigen Bruch.“ Erzbischof Reinhard Marx von München betrachtet eine Aussöhnung ebenfalls skeptisch. Er äußerte sich vor der Tageszeitung ‘Süddeutsche’. Mons. Marx teilt die Zuversicht des Vatikan nicht, daß die Lefebvristen die Brücke, die man ihnen gebaut habe, auch beschreiten.

Rhetorischer Überbietungswettbewerb

Deutschland. Vieles, das dem Papst unterstellt werde, sei beinahe bösartig, jedenfalls nicht redlich. Das sagte der christdemokratische Bundestagspräsident Norbert Lammert dem ‘Hamburger Abendblatt’. Die Aussagen von Lefebvre-Bischof Richard Williamson seien zwar „keine Lappalie“ und dürften nicht verniedlicht werden. Es gebe aber inzwischen eine Art „rhetorischen Überbietungswettbewerb“, der weder gerechtfertigt noch fair, noch in der Sache hilfreich sei.

Und tschüß!

Deutschland. Der Zentralrat der Juden in Deutschland fordert eine vollständige Abkehr des Vatkan von der Priesterbruderschaft St. Pius X. Das erklärte der Generalsekretär des Zentralrats, Stephan Kramer, der Zeitung ‘Handelsblatt’. Man könne mit einer Kirche, der auch die Piusbruderschaft angehöre, keinen partnerschaftlichen Dialog führen: „Der Papst muß sich entscheiden, auf welcher Hochzeit er tanzen will“ – so Kramer. Entweder er stehe für die Kirche der Aufklärung mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil oder für die Kirche des Traditionalismus mit der Piusbruderschaft: „Beides geht nicht.“

Lebensabend in Italien

Italien. Der exkommunizierte Ex-Erzbischof Emmanuel Milingo (78) darf sich mit seiner Kebse in der norditalienischen Stadt Vicenza niederlassen. Die Behörden hatten einen ersten Antrag auf Bleibrecht abgewiesen, den zweiten aber genehmigt. Milingo will eine Praxis für spirituelle Heilung eröffnen. Damit falle er nicht unter die Einwanderungsgesetze – so die Richter.

Eindeutig rücktrittsreif

„So wie ich den Papst kenne, hat dieser in seinem Herzen möglicherweise schon mal gedacht: »Irgendwann muß ich vielleicht zurücktreten, damit das Petrusamt gut wahrgenommen wird«. Also ich glaube nicht, daß er so lebt und denkt wie sein Vorgänger, der sagte, ein Papst tritt nicht zurück, weil Benedikt weniger mystisch und mehr theologisch ist und sagt, Petrus muß funktionieren können. In diesem Sinn glaube ich, daß er durchaus den Rücktritt nicht ausschließt. Allerdings glaube ich nicht, daß er den Rücktritt erwägen würde, um einem Problem aus dem Weg zu gehen, um zu sagen, das ist mir zu kompliziert, ich bin zu alt, um das zu lösen. Das glaube ich wiederum nicht, weil er dann sagt, ich will nicht meinem Nachfolger ein solches Problem aufladen.“

Der rücktrittsreife Redaktionsleiter der deutschsprachigen Sektion von Radio Vatikan, Pater Eberhard von Gemmingen (72) nach Angaben der Tagesmeldungen seines Senders vom 5. Februar.

© Bild: WYD 2008