17:21:57 | Samstag, 14. März 2009
Die Sprachentwicklung beweist, daß die Heilige Schrift näher bei der Wahrheit ist, als es manchem Evolutions-Ideologen lieb ist. Von Dr. med. Wolfgang B. Lindemann.
(kreuz.net) Latein ist schwieriger als Französisch. Jedenfalls auf den ersten Blick. So gibt es fünf
lateinische Deklinationen mit jeweils fünf Fällen.
Im Französischen bleiben davon nicht einmal Singular
und Plural übrig. Alle fünf Deklinationen der lateinischen Muttersprache sind verschwunden. Die Unterscheidung
zwischen Singular und Plural gibt es vielfach auch nicht mehr.
Sie geschieht bei der überwiegenden Zahl
der Worte durch den vorgestellten Artikel, weil sich die Aussprache eines Wortes im Singular und Plural
nicht unterscheidet.
Die verschwundenen Fälle werden mit Präpositionen und Artikeln oft kompliziert
umschrieben.
Im Portugiesischen sieht es ein bißchen besser aus. Zwar sind auch hier die fünf Deklinationen
des Lateinischen verschwunden.
Doch haben die meisten Worte wenigstens noch lautlich verschiedene Singular-
und Pluralformen: o jardim – os jardins (der Garten), o senhor – os senhores (der Herr), o canal – os
canais (der Kanal).
Die Wörter sind auf Französisch wie auf Portugiesisch auch generell kürzer als
ihre lateinischen Ursprünge: panis, credere, bonus, amicus (Brot, glauben, gut, Freund) werden auf Französisch
zu pain, croire, bon, ami und auf Portugiesisch zu pâo, crere, bom und amigo.
Das letzte Wort „amigo“
zeigt keinen Abbau. Das ist ein Beweis dafür, daß das Portugiesische die lateinische Sprache etwas besser
bewahrt hat als das Französische.
Man nennt den Prozeß der Verkürzung der Worte „Abschleifung“.
Das
Zeitwort zeigt eine ähnliche Entwicklung. Bei seiner Flexion unterscheidet man synthetische und analytische
Formen.
Synthetische Formen werden durch Veränderung des Wortes selber gebildet: „gesungen“ von „singen“.
Analytische Formen nehmen zu dem Zeitwort noch Hilfsverben hinzu. Zum Beispiel: „ich habe gesungen“ von
„singen“.
Die lateinische Sprache kann zu jedem Verb über 170 synthetische Formen bilden. Das Französische
kennt nur noch vierzig und das nicht-romanische Englisch kaum ein halbes Dutzend.
Offenbar kann der Mensch
keine neuen synthetischen Formen schaffen.
Der Abbau ist schon im Latein sichtbar. Denn die konsonantische
Deklination des Hauptwortes ist eine Mischung aus zwei reduzierten älteren Deklinationen der konsonantischen
und vokalischen Stämme.
Die lateinischen Maskulina auf „-er“ haben die ursprüngliche Endung „-us“ eingebüßt:
magister oder puer statt magistrus oder puerus.
Die sogenannten Verba deponentia mit passiver Form und
aktiver Bedeutung sind Überreste des indogermanischen Mediums, das noch im Altgriechischen erhalten ist.
Das Mediums ist eine Mittelform zwischen dem Aktiv und dem Passiv.
Der Abbau geht unvermindert weiter:
Im heutigen Französisch sind der Subjonctif und das Passé simple bedroht.
Nach der Evolutionstheorie
haben sich die Sprachen aus dem Nichts zu ihrer heutigen Höhe entwickelt.
Doch die Wirklichkeit zeigt
das genaue Gegenteil. Im Teilbereich „Formenlehre“ verlieren die Sprachen mit der Zeit an Komplexität.
Was hier an den romanischen Sprachen gezeigt wurde, gilt für alle Sprachen der Welt.
Der moderne Mensch
kann keine synthetischen Formen oder neue Deklinationen bilden.
Dennoch setzt die Evolutions-Ideologie
den Glauben voraus, daß halbäffische Frühmenschen diese Leistung fertiggebracht hätten.
Dagegen erklärt
die Heilige Schrift, daß die Menschen vor etwa 6000 Jahren in Babel von Gott viele verschiedene Sprachen
erhielten.
Diese Ursprachen waren, wie man weiß, hochkomplex und konzentriert. Sie waren jenes Gottes
würdig, der auf der Hochzeit von Kana nicht irgendeinen, sondern den besten Wein schuf.
Da unsere Welt
dem Zerfall und dem Tod unterliegt, geht es seitdem mit den Sprachen langsam bergab.
Die Linguistik ist
heute eine wichtige Stütze der Schöpfungslehre – wie eine
neue katholische evolutionskritische Vereinigung
ausführlich darstellt.
Der Verfasser ist praktizierender Arzt im Nord-Elsaß.