10:59:47 | Sonntag, 22. März 2009
Schade, daß man die Deutschen im Zweiten Weltkrieg nicht von achtzig Millionen auf dreißig Millionen zusammengebombt hat. Kriegsverbrecher gab es auf beiden Seiten. Von Leo G. Schüchter.

Die ehemalige Residenzstadt Darmstadt 1945
(kreuz.net) Die Bischofsstadt Hildesheim – vierzig Kilometer südlich von Hannover – hatte im Krieg das
Unglück, eine wunderschöne historische Altstadt zu haben und einen häßlichen modernen Bahnhof mit
angrenzenden Industriebetrieben.
Der Bahnhof wurde am 22. Februar 1945 von amerikanischen Bombern zerstört,
dazu einige Industrieanlagen.
Genau einen Monat später exekutierte eine alliierte Bomberflotte von 250
Maschinen mit 1.100 Tonnen Spreng- und Brandbomben in 15 Minuten die tausendjährige Kulturstadt.
Hildesheim
wurde damals das ‘Nürnberg des Nordens’ genannt und ‘die Stadt der Rosen und der Kirchen’.
Sinnlose
VerwüstungDer Dom des Heiligen Bernward brannte lichterloh, Sankt Michael war verwüstet, Sankt Andreas
aufgerissen, das Seitenschiff von Sankt Godehard wurde beschädigt und Sankt Magdalena brannte aus.
Der
Feuersturm zerstörte 85 Prozent der historischen Altstadt, darunter das Gildehaus der Fleischer, das
Knochenhauerhaus und andere Fachwerk-Patrizierhäuser am „schönsten Marktplatz der Welt“.
Die Bomberbesatzung
sah beim Abflug eine einzige Feuersäule, in der 1.600 Menschen, 6.934 Häuser und 20.781 Wohnungen verglühten:
ein Brandopfer – Holocaust – im wörtlichen Sinn.
Aber in der Stadt wurden auch Schulen, Bibliotheken
und Archive vernichtet, ein Theater, Museen und Denkmäler, Kirchen, Kapellen und Konvikte, Ateliers,
Kunstgalerien und Buchhandlungen, das ganze Spektrum des kulturellen Lebens im Strom einer tausendjährigen
Geschichte.
Ein Kulturozid„Rückblickend deutet alles darauf hin, daß
der Luftkrieg gegen Deutschland das Ziel verfolgte, möglichst viel von dem Land, seinen Menschen und
seinem kulturellen Erbe zu zerstören“, schreibt der britische Professor Anthony C. Grayling (60).
Wenn
der mögliche Verlust des Archivs der Stadt Köln als „kulturelle Katastrophe“ bezeichnet wird, dann bedeutete
der Bombenkrieg gegen die Städte Deutschlands eine nationale Kulturkatastrophe, ein Kulturozid.

Ruine der Berliner Staatsbibliothek
Schon
im September 1942 verlor die Landesbibliothek Karlsruhe 350.000 Bände. Im Staatsarchiv Hannover verbrannten
die Kernbestände – darunter eine Papsturkunde von 1026 für das Hochstift Hildesheim. Der Angriff auf
Würzburg im März 1945 löschte die im Schloß aufbewahrten Akten des Kurfürstentums Mainz und des Fürstbistums
Würzburg aus.
Etwa die Hälfte der deutschen Archivalien war ausgelagert. Die andere Hälfte wurde zu
vier Fünfteln durch den Brandkrieg vernichtet.
Der Verlust der deutschen Kulturdenkmäler ist nichts
Der Feuersturm in Hamburg vernichtete auch 625.000 Bücher der Staats- und Universitätsbibliothek. Die
Bayrische Staatsbibliothek verlor eine halbe Million Bücher.
Mehr als zwei Drittel der Bestände verbrannten
in den Universitätsbibliotheken von Münster und Gießen.
Die alliierten Bomber fachten die größte
Bücherverbrennung aller Zeiten an.
War die Zerstörung des kulturellen Erbes an Kunstschätzen, Kulturdenkmälern
und historischen Schriften der Deutschen nur ein unbeabsichtigter Kollateralschaden, fragte die britische
Autorin Vera Brittain († 1970) schon 1944.
Es spricht einiges dafür, daß die britische Kriegsführung
neben der Moral auch die Kultur der Deutschen brechen wollte, um sie nach dem Krieg mit der anglo-amerikanischen
Zivilisation zu überwältigen.
Schon im April 1942 schrieb die englische Zeitung News Chronicle:
„Der
Verlust ihrer Kulturdenkmäler ist nichts im Vergleich zu dem Beitrag zu unserem gemeinsamen Erbe, den
die Bekehrung der Deutschen zu gesittetem Verhalten und rechtschaffenen Weltbürgern bedeuten wird.“
Alliierter RassismusDer britische Premierminister und Kriegsverbrecher Winston Churchill († 1965) hatte
im September 1944 seine Unterschrift unter den berüchtigten Morgenthau-Plan gegeben, nach dem Deutschland
zu einem Agrarstaat ohne Industrie und Städte dekultiviert werden sollte.
Henry Morgenthau († 1967) –
von 1934 bis 1945 US-Finanzminister – begründete seine Pläne damit, daß die Deutschen seines Erachtens
von Natur aus „militaristisch“ wären.
Churchill ließ nur deshalb später von dem Plan ab, weil England
dann wirtschaftlich „an einen Leichnam gekettet“ wäre.
Ein ganzer Chor von antideutschen bis hin zu
rassistischen Stimmen untermalte den alliierten Vernichtungskrieg aus der Luft gegen Deutsche und die
Kultur der Deutschen.
Der US-Professor Bernadotte Schmitt († 1969) forderte, die deutsche Bevölkerung
mit kriegerischen Mitteln von achtzig Millionen auf dreißig Millionen zu reduzieren.
Kanzlerin Merkel
als letzte ExekutorinZahlreiche Schriftsteller in den USA gaben sich dafür her, mit ihren Schriften
einen „tiefen, lodernden Haß auf die Deutschen“ zu erzeugen.
Lord Robert Vansittart († 1957), Staatssekretär
im britischen Außenministerium, war mit seinen antideutschen Haßtiraden ein einflußreicher Politiker.
Die Deutschen seien „unvorstellbar grausam und ein Volk, das zu Lug und Trug geboren ist.“
Vansittart
propagierte am Ende des Krieges die „Kollektivschuld der Deutschen“ – eine Formel, mit der alle Kriegsverbrechen
der Alliierten an Zivilisten und die Zerstörung der deutschen Kultur allen Deutschen selbst in die Schuhe
geschoben werden sollte.
Die Kollektivschuldthese wurde schon im April 1945 in die ‘Direktive für die
amerikanische Militärregierung’ übernommen:
„Es muß den Deutschen klargemacht werden, daß Deutschlands
rücksichtslose Kriegsführung […] Chaos und Leiden unvermeidlich gemacht haben und daß sie – alle
Deutschen – nicht der Verantwortung für das entgehen können, was sie selbst auf sich geladen haben.“
Diese Schuld der Deutschen sollte nie vergehen und vergeben werden.
Seit den 1980er Jahren reden alle
Politiker der deutschen Machtelite in diesem Schuldjargon – derzeit besonderes die umstrittene Bundeskanzlerin
Angela Merkel.