11:34:38 | Donnerstag, 26. März 2009
Was sich Benedikt XVI. heute morgen geleistet hat, ist nur noch peinlich. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz hat sich bereits beim deutschen Volk für den Papst entschuldigt.

Papst Benedikt XVI.
© Flickr-Benützer ‘sam_herd’, CC(kreuz.net) Heute morgen besuchte Benedikt XVI. nach seinem päpstlichen Frühstück die vatikanischen
Gärten.
Bei seiner Rückkehr in den Apostolischen Palast – es schien gerade die Sonne – vertraute er
einer anwesenden Journalistin an: „Es ist heute schönes Wetter“.
Diese Aussage hat schon nach wenigen
Stunden weltweit einen enormen Aufschrei ausgelöst und zu Polemiken geführt, die immer mehr zu einem
Sturm anschwellen.
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel unterbrach die heutige Regierungssitzung,
um sich an die Medien zu wenden:
„Zum Zeitpunkt, als der Papst diese Worte aussprach, goß es in Berlin
in Strömen!“ erklärte sie:
„Diese päpstliche Unwahrheit kommt einer Holocaust-Leugnung nahe und zeigt,
daß der Papst in einem Zustand des totalen Autismus lebt. Das ruiniert – sofern das noch nötig gewesen
wäre – das Dogma der päpstlichen Unfehlbarkeit!“
Der Großrabbiner von Jerusalem meldete sich fast
zeitgleich zu Wort: „Wie kann man im Anbetracht der Schoah noch sagen, daß das Wetter schön ist?“
Der
Lehrstuhlinhaber für Astronomie an der Pariser Universität schloß sich an:
„Der Papst hat ohne Unterscheidungen
und ohne objektive und undiskutable Beweise behauptet, daß »es heute schön ist«. Damit bezeugt er
die bekannte kirchliche Verachtung für die Wissenschaft“ – so der Astronom:
„Gibt es etwas Subjektiveres
und Relativeres als die Qualifizierung »schön«? Auf welchen unumstößlichen Experimenten basiert sie?
Den Meteorologen und Spezialisten sei es während des letzten Internationalen Kolloquiums in Caracas
nicht gelungen, zu einer Übereinstimmung in dieser Frage zu gelangen – erklärte der Professor:
„Und
Benedikt XVI. möchte hier, ex cathedra, eine Entscheidung treffen: Welche Arroganz!“
Wird man in Rom
schon bald wieder Scheiterhaufen anzünden, um jene zu verbrennen, die diesem neuesten Dekret nicht ohne
Vorbehalten zustimmen?“
Die Vereinigung der Opfer der globalen Erwärmung erklärten: „Wie kann man in
dieser provokativen Erklärung nicht eine Beleidigung aller vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen
Opfer von Klimaschwankungen, Überschwemmungen, Tsunamis und Dürreperioden sehen?
Diese kritiklose Zustimmung
zum »Wetter, das gerade herrscht« zeigt die Komplizenschaft der Kirche mit den für die Menschheit zerstörerischen
Phänomenen.
Das muß all jene ermutigen, die an der Erwärmung unseres Planeten beitragen. Sie können
sich in Zukunft auf die Rückendeckung des Vatikan berufen.“
Der Repräsentationsrat der ‘Vereine der
Schwarzen’ legte nach: „Der Papst scheint zu vergessen, daß ein riesiger Teil des Planeten in der Dunkelheit
ist, während die Sonne in Rom scheint.
Das ist ein offensichtliches Zeichen für seine Verachtung der
schwarzen Hälfte der Menschheit!“
Der feministische Verein ‘Die Wölfinnen’ stellte soeben auf seiner
Webseite fest: „Warum sagt der Papst »es« ist schönes Wetter und nicht »sie« ist schönes Wetter?
Benedikt XVI. hat sich ein weiteres Mal mit den legitimen Anliegen der Frauen angelegt und zeigt, daß
er – noch im Jahr 2009 – ein Anhänger rückwärtsgewandter Ansichten ist. Wir sind darüber ganz traurig!“
Auch die internationale ‘Liga für Menschenrechte’ meldete sich: „Diese Art von Erklärungen muß alle
Menschen zutiefst verletzen, welche die Ansichten des Papstes bezüglich der Wirklichkeit nicht teilen.
Wir denken vor allem an die Menschen im Krankenhaus und im Gefängnis, deren Horizont sich auf vier Mauern
beschränkt – auch an die Opfer von Krankheiten, welche die atmosphärischen Gegebenheiten mit ihren Sinnen
nicht wahrnehmen können.
Es zeigt sich hier ein Willen zur Diskriminierung zwischen dem „Schönen“,
wie er von allen wahrgenommen werden sollte, und jenen Menschen, welche die Dinge eben anderes wahrnehmen.
Wir werden den Papst ohne zu zögern vor Gerichte verklagen.“
Die ersten hohen Kurienvertreter und Kardinäle
haben bereits versucht, die Aussagen des Papstes zu relativieren. Sie wiesen auf dessen hohes Alter hin
und auf die Tatsache, daß er vielleicht falsch verstanden worden sei.
Bisher blieben diese Versuche
allerdings ohne Erfolg.
Der französische Originaltext erschien am 25. März im ‘Forum Catholique’.