09:25:09 | Montag, 20. April 2009
Subjektiv gesprochen, wollten die Israeliten auf zwei Hochzeiten tanzen. Doch objektiv gesehen war das unmöglich. Das gleiche gilt für uns. Von Bischof Richard Williamson, London.

Bischof Richard Williamson bei einer Firmung
(kreuz.net) Aus einer Pariser Wortmeldung von Bischof Bernard Tissier de Mallerais geht hervor, daß die
Vorgangsweise für die Unterredungen festgelegt wurde, die zwischen der Priesterbruderschaft Sankt Pius
X. und den kirchlichen Autoritäten in Rom stattfinden sollen.
Die Diskussionen werden schriftlich geführt.
Das ist weise. So gibt es weniger Raum für Emotionen und mehr Zeit für sorgfältiges Denken.
Die Verhandlungen
sind auch nicht öffentlich. Das eliminiert im besten Fall ein „großes Auftreten“ der Parteien, was man
auch „Auftrumpfen vor dem Publikum“ nennen könnte – weil kein Publikum anwesend sein wird.
Aus Rom kann
man hören, daß der Schwung zu einer Verständigung zwischen Rom und der Piusbruderschaft, den die päpstliche
„Wiedereingliederung“ der vier Pius-Bischöfe im Januar bewirkte, durch das Mißtrauen gedämpft wurde,
das der anschließende Medienaufstand bewirkte: Das war auch das Ziel dieses Aufstandes.
Der Grundkonflikt
Subjektiv ist der Papst der Piusbruderschaft gegenüber zweifellos wohl gesonnen. Es besteht auch kein
Mangel an gutem Willen von seiten der Piusbruderschaft der Person des Heiligen Vaters gegenüber.
Objektiv
gesprochen besteht das Problem der Diskussionen darin, daß es auf beiden Seiten eine gewisse Zurückhaltung
geben könnte, anzuerkennen, daß wir vor einem unversöhnlichen Aufeinanderprallen der Religion Gottes
mit der Religion des Menschen stehen.
Das Zweite Vatikanum mischte beide zusammen. Dadurch gab es um
eine Hälfte zuviel Religion des Menschen.
Nehmen wir einmal an, daß Benedikt XVI. wünscht, das Zweite
Vatikanum mit der katholischen Tradition zu kombinieren: Dann gäbe es immer noch um einen Viertel zuviel
Menschenreligion.
Oder gehen wir davon aus, daß sich Piusbruderschaft und Papst in der Mitte treffen.
Damit wäre immer noch ein Achtel Menschenreligion unter sieben Achtel Religion Gottes gemischt.
Hinsichtlich
des Allmächtigen Gottes wäre das immer noch ein Achtel zuviel.
Wie eine winzige Menge Wasser in einem
vollen Benzintank genügt, um den Motor eines Wagens zum Stillstand zu bringen, so braucht es nur eine
kleine Beimischung von Götzendienst, um die wahre Religion Gottes festfahren zu lassen.
Ein eifersüchtiger
GottDer Herrgott selber sagt uns, daß er ein eifersüchtiger Gott ist, zum Beispiel in Ex 20,5. Er
wird keinen falschen Gott neben sich ertragen.
Jedem Mitglied der Piusbruderschaft, das versucht ist,
Gott gemeinsam mit den Neomodernisten anzubeten, und jedem Neomodernisten, der dasselbe mit den Katholiken
tun möchte, hätte der alttestamentliche Prophet Elija geantwortet wie den zögerlichen Israeliten:
„Wie lange hinket ihr auf beiden Seiten? Ist der Herr Gott, so wandelt ihm nach. Ist es aber Baal, so
wandelt ihm nach.“
Dann sagt die Heilige Schrift: „Das Volk antwortete ihm kein Wort“ (3 Könige 18,21).
Subjektiv gesprochen, wollten die Israeliten auf zwei Hochzeiten tanzen. Doch objektiv war das unmöglich.
Das gleiche gilt für uns. Kyrie Eleison.
Der englische Originaltext wurde am 18. April auf der Webseite
von Bischof Richard Williamson publiziert.