EU
EU-Fundamentalismus-Krise: „Ich bin die Hexe, die sie verbrennen wollten“
Gläubige Christen haben in der Europäischen Union nichts verloren. Linke EU-Fundamentalisten wollen ein Berufsverbot für Katholiken.
(kreuz.net, Mailand) „Ich glaube verstanden zu haben, daß sie eine Hexe zum Verbrennen brauchten. Hier bin ich, keine normale Hexe, sondern die Hexe aller Hexen“, sagte Rocco Buttiglione zu Beginn einer politischen Debatte über den Fundamentalismus-Skandal im EU-Parlament.

Buttiglione mußte vergangene Woche nach heftiger Opposition von seiten fundamentalistischer Kreise im EU-Parlament auf das Amt des EU-Justiz- und Innenkommissars verzichten.

Die Debatte, die in Mailand stattfand, stand unter dem Titel: „Der katholische Hexenprozess“.

Mitorganisator der Veranstaltung war der in Italien bekannte Politiker und Journalist Giuliano Ferrara, der dem linken politischen Spektrum entstammt und sich selber als „überzeugten Atheisten“ bezeichnet.

Am Samstag schrieb Ferrara in der von ihm herausgegebenen Zeitung ‘Il Foglio’ daß es nicht erstaune, daß Buttigliones EU-Posten jetzt dem „Logenbruder [Franco] Frattini“ anvertraut werde, der politisch im Umfeld der für die italienische Verwaltung typischen Freimaurerei großgeworden ist.

Rocco Buttiglione bezeichnete die Ereignisse im EU-Parlament als „sehr ernst“:

„Man hat mir einfach gesagt: »Da du nach deinen religiösen Ansichten handelst, bist Du für das Amt des EU-Kommissars nicht geeignet«.

Auf so etwas muss man reagieren, damit eines Tages nicht gesagt wird: »Weil du Katholik bist, kannst du in der Universität oder in der Schule nicht unterrichten«“, betonte der Christdemokrat.

Buttiglione geriet wegen seiner gemäßigten Ansichten über Homosexualität und die Rolle der Frau in der Gesellschaft mit den extremistischen Fraktionen im EU-Parlament in Konflikt.

Der 56jährige Philosoph zeigte sich besorgt über die Diskussion um das Wort „Sünde“, das er für die Homosexualität verwendet hatte.

„Die Polemik um das Wort beweist, daß es heutzutage verboten ist, eine Gesellschaft aufzubauen, in der man wirklich in die Tiefe geht. Es gibt eine latente Desinformationsmacht, der man Grenzen setzen muß.“