Kinderschlachtung
Simone Veil entkam der Hölle von Auschwitz
Es ist eine besondere Tragik, daß einige elementare Dinge nicht einmal mehr einer Auschwitz- Überlebenden klar sind. Von Günter Annen.
Simone Veil (81)
Simone Veil (81)
© Marie-Lan Nguyen, CC
(kreuz.net, Weinheim) Simone Veil (81), Tochter mosaisch gläubiger Eltern, überlebte das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau und wurde von den Alliierten gerettet.

Später wurde sie erste Präsidentin des Europäischen Parlaments und war während der Präsidentschaft von Jacques Chirac französische Gesundheitsministerin.

Mit Simone Veil verbinden die Historiker leider auch eine Französin, die sich für das „Recht der Frau auf Abtreibung“ einsetzte.

Am 17. Januar 1975 setzte Frau Veil in Frankreich trotz heftiger Widerstände die gesetzlich Abschaffung des Lebensrechtes ungeborener Menschen durch.

Vor einigen Tagen erhielt sie aus der Hand von Präsident Nicolas Sarkozy den Orden der Ehrenlegion.

Ihre Autobiografie „Une vie“ – „Und dennoch leben“ – ist nun auch auf Deutsch erschienen.

Seit der Legalisierung der Kinderabtreibung sind in Frankreich 33 Jahre vergangen.

In dieser Zeit wurden in diesem Land sechs Millionen ungeborene Menschen unschuldig ermordet.

Frau Veil ist zwar der Hölle von Auschwitz entkommen – doch was hat sie aus ihrer tragischen Vergangenheit gelernt?

Das vorsätzliche „Zu-Tode-bringen“ eines unschuldigen Menschen ist im Sinne der internationalen Rechtsprechung Mord.

An dieser Definition hat sich in zivilisierten Staaten bis heute nichts geändert.

Weder Frau Veil noch andere europäische Politiker haben aus der Geschichte Europas gelernt.

Mord bleibt Mord. Es ist eine besondere Tragik, daß das nicht einmal mehr einer Auschwitz-Überlebenden klar ist.

Der Verfasser ist Vorsitzender der Initiative ‘Nie Wieder!’ in Weinheim.