18:30:02 | Sonntag, 10. Mai 2009
Es ist eine besondere Tragik, daß einige elementare Dinge nicht einmal mehr einer Auschwitz- Überlebenden klar sind. Von Günter Annen.
(kreuz.net, Weinheim) Simone Veil (81), Tochter mosaisch gläubiger Eltern, überlebte das Konzentrationslager
Auschwitz-Birkenau und wurde von den Alliierten gerettet.
Später wurde sie erste Präsidentin des Europäischen
Parlaments und war während der Präsidentschaft von Jacques Chirac französische Gesundheitsministerin.
Mit Simone Veil verbinden die Historiker leider auch eine Französin, die sich für das „Recht der Frau
auf Abtreibung“ einsetzte.
Am 17. Januar 1975 setzte Frau Veil in Frankreich trotz heftiger Widerstände
die gesetzlich Abschaffung des Lebensrechtes ungeborener Menschen durch.
Vor einigen Tagen erhielt sie
aus der Hand von Präsident Nicolas Sarkozy den Orden der Ehrenlegion.
Ihre Autobiografie „Une vie“ –
„Und dennoch leben“ – ist nun auch auf Deutsch erschienen.
Seit der Legalisierung der Kinderabtreibung
sind in Frankreich 33 Jahre vergangen.
In dieser Zeit wurden in diesem Land sechs Millionen ungeborene
Menschen unschuldig ermordet.
Frau Veil ist zwar der Hölle von Auschwitz entkommen – doch was hat sie
aus ihrer tragischen Vergangenheit gelernt?
Das vorsätzliche „Zu-Tode-bringen“ eines unschuldigen Menschen
ist im Sinne der internationalen Rechtsprechung Mord.
An dieser Definition hat sich in zivilisierten
Staaten bis heute nichts geändert.
Weder Frau Veil noch andere europäische Politiker haben aus der
Geschichte Europas gelernt.
Mord bleibt Mord. Es ist eine besondere Tragik, daß das nicht einmal mehr
einer Auschwitz-Überlebenden klar ist.
Der Verfasser ist Vorsitzender der Initiative ‘Nie Wieder!’ in
Weinheim.