17:33:09 | Donnerstag, 14. Mai 2009
Die Juden Jerusalems werden an diesem Tag schwarze Fahnen hissen und ein ganztägiges Fasten halten: „Vater der Barmherzigkeit! Lasse deine Gnade walten über unser deutsches Vaterland.“ Von Reuven Cabelman.
(kreuz.net) Die zionistischen Juden haben in ihrer Liturgie neue Gebete und in ihrem Kalender neue „Feiertage“
eingeführt.
Ein „Mi shebeirach“ für den Staat, den sie „Israel“ nennen, hat das uralte jüdische „Gebet
für das Vaterland“ ersetzt.
Yom HaShoah (Schoah-Tag), Yom HaZikaron (Erinnerungstag) und Yom HaAtzmaut
(Unabhängigkeitstag) wurden zu neuen Gedenktagen erklärt, die vom Judentum nie akzeptiert wurden.
Doch
dabei blieben sie nicht stehen.
Den heiligsten Platz des Judentums überhaupt, die „Kosel“- die Westmauer
des Tempelbergs in Jerusalem –, den sie angeblich im Jahre 1967 „befreit“ haben wollen, mißbrauchen sie
Jahr für Jahr für ihr obszönes militaristisches und nationalistisches Gehabe mit Fahnenmeer, Stechschritt
und Fackelzug, an dem sich zionistische Staatsprominenz und Militärführung mit nahezu pseudo-religiöser
Hingabe ergötzen.
Nirgendwo sonst wird einem der Widerspruch zwischen nationalzionistischem Kult einerseits
und religiösen Judentum andererseits so vor Augen geführt, wie an diesem historischen Ort, der über
Jahrtausende die Gebete frommer und gottesfürchtiger Juden zum Schöpfer der Welt sammelte.
Hier zeigt
sich geradezu symbolisch wer nicht nur die Kosel und Jerusalem, sondern auch das ganze Heilige Land im
Würgegriff hält: die Macht der zionistischen Besatzung.
Die Juden Jerusalems werden – wie in jedem
Jahr – mit dem Hissen schwarzer Fahnen und einem ganztägigen Fasten ihrer Trauer und ihrem Widerstand
auch gegen dieses Treiben des Zionismus Ausdruck verleihen.
An diesem traurigen Tag wollen wir das „Gebet
für das Vaterland“ aus dem jüdischen Gebetsbuch „Siddur Sefas Emes“ beten:
„Wir erheben unsere Hände
und unsere Herzen zu dem Lenker aller menschlichen Geschicke.
Vater der Barmherzigkeit! Aus Dir quillt
aller Segen. Du gießest Frieden aus über das Getümmel der Meereswogen. In deiner Hand ruhen die Schicksale
alles dessen, was Seele hat.
Tausend Jahre sind in Deinen Augen wie das Gestern, wenn es dahin schwindet
und wie das nächtliche Wachtfeuer, wenn es verglimmt.
Lasse Deine Gnade walten über unser deutsches
Vaterland. Sende Heilung seinen Wunden, Aufrichtung seiner Gebeugtheit, Kraft und Schwung seiner staatlichen
und wirtschaftlichen Entfaltung.
Halte fern von seinen Fluren die Geißel der Krankheit, die Schärfe
des Schwertes, die Not des Hungers und jegliche Bedürftigkeit.
Lasse seine Kinder in sieghafter Eintracht
ruhen. Der Verderber nähere sich nicht dem Frieden ihres Gezeltes.
Lasse die Stimme des Streites verstummen
in unseren Landen.
Lasse Erfüllung nahen der prophetischen Verheißung: den Krieg zu bannen bis ans
Ende der Erde, daß ein jeder sein Heim errichte im Frieden seines Weinstockes und unter dem Schatten
seines Feigenbaumes.
In Bälde lasse die Mächte des Heiles walten in Juda, die Quellen der Erhebung
strömen über Jisrael.
Lasse Zion den Erlöser nahen. Entbinde aus allen Tiefen die schöpferischen
Kräfte der Erlösung für Jisrael und die gesamte Menschheit. Das sein dein heiliger Wille. Darauf sprechen
wir: Amen!“Der Verfasser (53) ist ein deutscher Jude orthodox-chassidischer Prägung. Er hat preußisch-schlesische
und pfälzische Wurzeln und ist Vater von sechs Kindern.