Ökumene
Altliberaler Abschied vom Denken
München ist eine große ökumenische und tolerante Stadt. Sie mag alles – außer einen waschechten Katholizismus. Von Lukas Mehrer.
Die Pfarrei St. Benno in München
Die Pfarrei St. Benno in München
© Oliver Raupach, CC
(kreuz.net) Die Pfarrei Sankt Benno im Münchner Stadtteil Neuhausen – benannt nach dem Bistumspatron – ist Stolz auf ihre angebliche Fortschrittlichkeit.

Neuhausen befindet sich im Zentrum von München.

An verschiedenen Schriftenständen in der Pfarrei wirbt die Gemeinde für die von den Bischöfen ausdrücklich abgelehnte Organisation ‘Donum Vitae’.

Diese stellt schwangeren Müttern Beratungsscheine aus, die vom deutschen Staat für die Durchführung einer legalen Kinderabtreibung anerkannt werden.

Die Pfarrwebseite und die Pfarr-Mitarbeiter
Die Pfarrwebseite und die Pfarr-Mitarbeiter
Auf Anfragen teilt der Pfarrer von Neuhausen, Hw. Ludwig Sperrer, mit, daß es besser sei, wenn wenigstens ein Kind gerettet als wenn dieses auch noch abgetrieben würde.

Diese Meinung kann man in der Erzdiözese München und Freising oft hören.

Dieser Kirchensprengel mußte in der 25jährigen Amtszeit des inzwischen emeritierten Erzbischofs, Friedrich Kardinal Wetter, eine Art Stillstand im Glaubensleben erfahren.

Ein kürzlich erschienener Pfarrbrief von Sankt Benno beinhaltet eine Stellungnahme zu der in altliberalen Kreisen sogenannten „eucharistischen Gastfreundschaft“.

Diese Bezeichnung meint die wahllose und unvorbereitete Aushändigung der Heiligen Kommunion an Nichtkatholiken.

Ein gewisser Karl-Heinz Albrecht macht sich im Pfarrbrief zu dem Thema Gedanken.

Er stellt die Lehrmeinungen der Katholischen Kirche und der Evangelischen Gemeinschaft gegenüber und kommt zu dem Schluß:

„Häufig konnte ich beobachten, daß Menschen aus der katholischen und evangelischen Kirche sich ungeachtet der Lehrmeinung eingeladen fühlen, gemeinsam zum Tisch des Herrn zu gehen.“

In der von vielen Gläubigen gewünschten, jedoch offiziell „noch nicht“ möglichen eucharistischen Gastfreundschaft werde von vielen „ökumenisch engagierten“ Christen die „entscheidende Möglichkeit“ gesehen, daß wir Christen ein Zeichen der Einheit und Versöhnungsbereitschaft für unsere Zeit und Welt seien.

Viele faule Sprüche also – und keine theologische oder intellektuelle Durchdringung.

Es ist offensichtlich, daß die Altliberalen die christliche Verantwortung für den Glauben durch eine gemütliche Denkfaulheit ersetzt haben.