10:02:50 | Donnerstag, 16. Juli 2009
Der Abgang des Passauer Caritasdirektors: Was „außerhalb kirchlicher Gemäuer kaum als spektakulär“ erscheint, ist trotzdem eine ausgewachsene Schweinerei.

Der zurückgetretene Caritas-Direktor Volker Kuppler auf der Seite ‘Caritas Stiftung Deutschland’.
(kreuz.net) Im Mai reichte Volker Kuppler (40) als Caritasdirektor in der Diözese Passau überraschend
seinen Rücktritt ein.
Die lokale Boulevardzeitung ‘Am Sonntag’ wußte Anfang Juni den Grund: „Der verheiratete
Caritas-Chef hatte sich zuvor in eine Mitarbeiterin verliebt.“
Es sei auch von Ehebruch und Scheidung
die Rede gewesen.
Journalist Sebastian Daiminger hat den Schuldigen schnell gefunden – die Kirche: „Kupplers
neue Liebe passte offenbar so gar nicht ins Kirchenbild“ – klagt er an.
Dieser Vorgang würde „außerhalb
kirchlicher Gemäuer kaum spektakulär“ erscheinen, rechtfertigt Daiminger den schändlichen Treuebruch
Kupplers.
Der Caritasdirektor war nur vier Jahre im Amt. Er war der erste Nichtpriester in dem Amt.
Kuppler selber sucht in einer persönlichen Erklärung ebenfalls das Problem nicht bei sich, sondern bei
Bischof Wilhelm Schraml von Passau:
„Leider war meine persönliche Lebenssituation und die damit verbundene
zukünftige Lebensausrichtung nach Auffassung unseres Bischofs nicht mit der Grundordnung des kirchlichen
Dienstes und meiner dienstlichen Stellung zu vereinbaren.“
Der Ehe- und Wortbrecher versteht sich als
Opfer: „Ich darf Ihnen versichern, daß dieses schnelle Ausscheiden nicht mein Wunsch war und auch nicht
meiner Vorstellung von Pflichterfüllung entspricht.“
Seine „Vorstellung von Pflichterfüllung“ hat Kuppler
im Umgang mit seiner Ehe bewiesen.
Für Daiminger ist Kuppler ein „dynamischer und erfolgreicher Ex-Funktionär“.
Der Journalist beeilt sich, den fremdgegangenen Caritasdirektor heiligzusprechen: Der Ehebrecher sei
„loyal“ und „kompetent“, habe einen „exzellenten Ruf“ genossen, war „stets freundlich“.
Nach Angaben
gewöhnlich gutunterrichteter Kreise soll sich Kuppler mit der Ehefrau seines eigenen Bruders eingelassen
haben.