Finanzen
Hier kann man das große Geld machen
Ein Rechtsanwalt, der seine Lizenz verloren hat, ein Verein, der mit Kirchenhassern verhängt ist. Ist das ein neues Geschäftsmodell in Deutschland, um kirchliche Kassen zu plündern?
Artikel im Berliner 'Tagesspiegel' vom Juni 2009
Artikel im Berliner ‘Tagesspiegel’ vom Juni 2009
(kreuz.net, Frankfurt) In Deutschland wird gegenwärtig ein angeblicher Heimkinder-Skandal hochgeschaukelt, um aus den Kirchen Milliarden von Euros herauszupressen.

Hinter dem Versuch stehen fanatische Kirchenfeinde.

Sie dürfen hoffen, daß rückgratlose Vertreter der Amtskirche sich von ihnen erpressen lassen.

Der deutsche Bundesstag beschloß im Jahr 2008 in Deutschland zu dem Thema „Heimkinder“ einen sogenannten „Runden Tisch“ einzurichten.

An dem Runden Tisch nehmen unter anderem Vertreter von Bund und Ländern sowie der evangelischen Gemeinschaft und der katholischen Kirche teil.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden etwa 700 000 Kinder in westdeutschen Erziehungsheimen großgezogen.

Doch in den vergangenen Wochen drohte der Runde Tisch daran zu scheitern, daß der kirchenfeindliche ‘Verein ehemaliger Heimkinder’ eine „Gesellschaft bürgerlichen Rechts“ werden wollten.

Dazu bemühten sie das Berliner Kammergericht. Das erklärte Redakteur Reinhard Bingener (30) am 10. August in der ‘Frankfurter Allgemeinen Zeitung’.

Doch am vergangenen Donnerstag wies das Kammergericht Berlin eine entsprechende Beschwerde des Vereins gegen einen Beschluß des Landgerichts Berlin zurück.

Damit ist eine Verrechtlichung des Runden Tisches verhindert worden. Die Teilnehmer wären fortan „Gesellschafter“ gewesen, die ihre Vertreter selbst bestimmen und womöglich Anwälte zu den Sitzungen hätten hinzuziehen können.

Genau das wollen die Organisatoren und Beteiligten des Runden Tisches verhindern.

Dagegen geht es dem ‘Heimkinderverein’ in erster Linie nicht um Heimkinder, sondern um Geld. Er möchte Märchen-Forderungen in der Höhe von 25 Milliarden Euro durchsetzen.

Deshalb versucht der Verein schon seit Monaten, die drei ehemaligen Heimkinder am Runden Tisch gegen andere auszutauschen. Den drei bisherigen wird vorgeworfen, nicht energisch genug nach Geld zu schreien.

Zusätzlich will der Heimkinderverein seinem Anwalt Gerrit Wilmans und dessen „Berater“ Michael Witti die Teilnahme an den Sitzungen ermöglichen.

Witti ist ein ehemaliger Holocaust-Erpressungs-Anwalt. Im Jahr 2008 wurde er wegen Untreue zu elf Monaten Haft auf Bewährung verurteilt, weil er Gelder jüdischer Mandanten abgezweigt hatte.

Aus anderen Gründen war Witti auch die Anwaltszulassung entzogen worden. Deshalb firmiert er beim ‘Heimkinderverein’ nur als „Berater“.

Die drei ehemaligen Heimkinder des Runden Tisches haben den ‘Heimkinderverein’ mittlerweile verlassen, weil sie die zunehmende Einflußnahme der berüchtigten kirchenfeindlichen ‘Giordano-Bruno-Stiftung’ auf den Verein ablehnen.

Sie sind auch gegen eine Beteiligung der beiden umstrittenen Anwälte Witti und Wilmans.

Dem Vernehmen nach haben die zwei mit dem ‘Heimkinderverein’ ein Erfolgshonorar vereinbart.

In diesem Fall müßten sie direkt oder indirekt am Runden Tisch beteiligt zu sein, um im Falle einer Entschädigungslösung zu profitieren.

Sie dürfen den Bogen aber nicht überspannen. Denn wenn der Runde Tisch scheitert, haben die zwei mutmaßlichen Profiteure schlechte Karten:

Die im Raum stehenden angeblichen Mißhandlungen in den westdeutschen Heimen sind – so sie denn stattgefunden haben – allesamt verjährt, sowohl strafrechtlich als auch privatrechtlich.