Sonntag, 11. Mai 2008 16:12
(Münster/dpa) – In einem Roman mit dem Titel «Jedem nach seinen Taten» beschreibt Rainer Lechner die Hölle als den Ort, der die Verworfenheit der Menschen auf Erden am sichtbarsten macht. Der seit langem in Norditalien lebende Württemberger, der viele Jahre Redakteur bei der Zeitung «Dolomiten» in Bozen war, knüpft mit seinem Buch an Dante Alighieris (1265-1321) «Inferno» an.

Italiens bedeutendster Dichter geht in diesem ersten Teil seines Versepos «Divina Commedia» (Göttliche
Komödie) auch von der Erfahrung aus, dass Betrachtung der Hässlichheit der Sünde und der Anblick ihrer
Strafen Entledigung von den eigenen Irrungen bewirken. Lechners «Jedem nach seinen Taten», unter dem
Pseudonym Vicente F. Delmonte, dem Namen eines fiktiven spanischen Schriftstellers, geschrieben, ist „den
Opfern der Bosheit, Unterdrückung, Ausbeutung und Gleichgültigkeit“ gewidmet.
Der Spanier lernt auf
einer Palästinareise die russische Pilgerin Irina kennen. Bald nach ihrer Begegnung gelangen die beiden
auf einer Wanderung im Tal Hinnom, wo einst Ammoniter ihrem Gott Kinderopfer darbrachten, an einen gähnenden
Abgrund, von dem sie in die Tiefe fallen und schließlich vor dem Höllentor stehen.
Delmonte schildert
ein aus drei weiten, bereinander befindlichen Regionen bestehendes Höllenreich – mit Feuer und Eis und
vielen anderen Strafmitteln, darunter, dass Sündern selbst zuteil wird, was sie anderen Menschen antaten.
Da gibt es auch einen «Zoo der Tierquäler». Ein «TV Inferno» setzt Hölleninsassen aus vergangenen
Jahrhunderten über die Schandtaten ihrer Nachfahren mit Live-Sendungen in Kenntnis – etwa aus dem Bagdader
Gefängnis Abu Ghraib 2004.
Unter früheren Büchern Lechners ist «Kinder retten die Welt – Ein Aktionsbuch
zum Schutz der Schwächsten» (1991). Sein neuestes ist im Verlagshaus Monsenstein und Vannerdat, Münster,
erschienen (220 S., 16,80 Euro, ISBN 978-3-86582-5).