Montag, 20. Dezember 2004 17:54
Lesername: Ulrich Terlinden
Beiträge: 2
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Sonntag, 23. Januar 2005 14:25
Ulrich Terlinden: Vorsicht vor dem Biblizismus
Bei der Argumentation mit der Bibel sollte man sich vor Kurzschlüssen hüten – wie nachfolgender Brief an eine Rundfunkjournalistin zeigt, die Homosexualität mit biblischer Untermauerung als Sünde bezeichnete.
Die ist kein als Plädoyer für oder gegen die Erlaubtheit der Homosexualität, sondern eine Bitte, mit der Heiligen Schrift nicht in dem einen Fall fundamentalistisch und im anderen „liberal“ zu argumentieren.

[…] Ich benötige […] ein paar Ratschläge von Ihnen im Hinblick auf einige der speziellen Gesetze und wie sie zu befolgen sind:
Wenn ich am Altar einen Stier als Brandopfer darbiete, weiß ich, daß dies für den Herrn einen lieblichen Geruch erzeugt (Lev 1,9). Das Problem sind meine Nachbarn. Sie behaupten, der Geruch sei nicht lieblich für sie. Soll ich sie niederstrecken?
Ich würde gerne meine Tochter in die Sklaverei verkaufen, wie es in Exodus 21,7 erlaubt wird. Was wäre Ihrer Meinung nach heutzutage ein angemessener Preis für sie?
Ich weiß, daß ich mit keiner Frau in Kontakt treten darf, wenn sie sich im Zustand ihrer menstrualen Unreinheit befindet (Lev 15,19-24). Das Problem ist, wie kann ich das wissen? Ich habe versucht zu fragen, aber die meisten Frauen reagieren darauf pikiert.
Lev 25,44 stellt fest, daß ich Sklaven besitzen darf, sowohl männliche als auch weibliche, wenn ich sie von benachbarten Völkern erwerbe. Einer meiner Freunde meint, das würde auf Mexikaner zutreffen, aber nicht auf Kanadier. Können Sie das klären? Warum darf ich keine Kanadier besitzen?
Ich habe einen Nachbarn, der stets am Samstag arbeitet. Exodus 35,2 stellt deutlich fest, daß er getötet werden muß. Allerdings: bin ich moralisch verpflichtet, ihn eigenhändig zu töten?
Ein Freund von mir meint, obwohl das Essen von Schalentieren, wie Muscheln oder Hummer, ein Greuel darstellt (Lev 11,10), sei es ein geringeres Greuel als Homosexualität. Ich stimme dem nicht zu. Könnten Sie das klarstellen?
In Lev 21,20 wird dargelegt, daß ich mich dem Altar Gottes nicht nähern darf, wenn meine Augen von einer Krankheit befallen sind. Ich muß zugeben, daß ich Lesebrillen trage. Muß meine Sehkraft perfekt sein oder gibt’s hier ein wenig Spielraum?
Die meisten meiner männlichen Freunde lassen sich ihre Haupt- und Barthaare schneiden, inklusive der Haare ihrer Schläfen, obwohl das eindeutig durch Lev 19,27 verboten wird. Wie sollen sie sterben?
Mein Onkel hat einen Bauernhof. Er verstößt gegen Lev 19,19, weil er zwei verschiedene Saaten auf ein und demselben Feld anpflanzt. Darüber hinaus trägt seine Frau Kleider, die aus zwei verschiedenen Stoffen gemacht sind (Baumwolle/Polyester). Er flucht und lästert außerdem recht oft. Ist es wirklich notwendig, daß wir den ganzen Aufwand betreiben, das komplette Dorf zusammenzuholen, um sie zu steinigen (Lev 24,10-16)? Genügt es nicht, wenn wir sie in einer kleinen, familiären Zeremonie verbrennen, wie man es ja auch mit Leuten macht, die mit ihren Schwiegermüttern schlafen? (Lev 20,14) […]
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Montag, 20. Dezember 2004 18:02
Ulrich Terlinden: Das neueste liturgische Kombimöbel
Der siebenarmige Leuchter ist die Menora, die im Tempel stand und von da her in viele Kirchen Einzug gehalten hat (vor allem in der Neugotik).
Daß das „Chismukka“-Rentier einen achtarmigen Leuchter als Geweih trägt, erinnert nicht an diesen siebenarmigen Tempel- sondern den achtarmigen Chanukkaleuchter, der in der jüdischen Hausliturgie gebraucht wird.
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