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in 12 minuten messe gelesen Der Autor gibt hier ein sehr ambivalentes Bild der missa tridentina wieder …
und ich neige dazu, bei allen Sympathien, die ich für diese Form hege, dass hier natürlich von liberaler
Seite sehr schnell ein Vorwurf kommt. Außerdem war es nach altem Recht verboten, eine hl. Messe unter
15 zu lesen … Missbrauch gibt es also auch in der missa tridentina. Schade, aber doch. Da werden sich
die Liberalen aber freuen.
Das bischöfliche Trauerspiel Die bischöflichen Auswüchse im Ösi-Land – gedeckt von V2-Ideologien vom
Stand von 1975 – sind nicht mehr lustig … sie bedienen sich jener Waffen, die sie hochoffiziell ablehnen.
Dass hier das Kirchenvolk nicht mehr mit will, ist ja klar.
successio apostolica Eine solche Gruppe wie dei FSSPX kann der Kirche nicht egal sein – aber scheinbar
hat nur der Papst das gerafft, die Bischöfe hüllen sich in Dummheit und rufen zum Kreuzzug. Sie tun
im Grunde nichts, als die Meute vor 2000 Jahren – der Papst hat nicht unrecht, wenn er schreibt, dass
die Gesellschaft heute eine Gruppe braucht, in die sie hineindreschen kann.
Wir basteln unsere Liturgie „indem wir jede Ablagerung der Zeit aus der römischen Liturgie entfernen
wollten.“ – und das aus dem Munde des vatikanischen Zeremonienmeisters! Das oben abgedruckte Interwiew
strotzt ja nur von Arroganz, Naivität und Borniertheit. Dass, unter solchem Gesprächsklima, keine Einheit
mit Gruppen wie der FSSPX erzielt werden kann, ist klar. Das V2 ist Lehre der Kirche, die es anzuerkennen
gilt. Die Liturgiereform, wie sie Sacrosanctum Concilium (SC) fordert, war sicherlich nötig. Exz. Marini
scheint jedoch nicht auf dem akutellen Stand zu sein, was Liturgiegeschichte betrifft, denn für den NOM
war hauptsächlich Em. Bugnini verantwortlich, und der Ordo von 1965 wäre die Reform des Ordo von 1962
gewesen, ohne merkliche Brüche mit der Tradition, wie sie das Schreibtischmissale von 1970 uns präsentiert.
Der Ton macht die Musik Es ist für mich unvorstellbar, mit welchen Ausreden und vor allem mit welchem
Ton die FSSPX dem Pontifex und der Kirche Jesu Christi entgegentritt. Als ob die katholische Kirche auf
eine schismatische Randgruppe wie die Piusbrüder angewiesen wäre, um ihren Kurs zu finden. Natürlich:
Das Anliegen der Bruderschaft ist ehrbar und durchaus nachvollziehbar, hat doch das Vat.II. und die Liturgiereform
einen neuen Weg mit sich gebracht, den nicht alle Gläubigen mitgehen können/wollen. Allerdings scheint
mir in letzter Zeit immer mehr klar zu werden, dass auch die FSSPX sich in einem dynamischen Sog befindet,
der sie von ihrem eigentlichen Ziel immer weiter abbringt. Statt die von Christus gewünschte Einheit
zu suchen, wird mit Kaltschnäuzigkeit und Ungehorsam argumentiert. Eine Minderheit versucht der über
tausend Jahre alten Dame in Rom vorzuschreiben wie die Kirche sein soll – das tun auch die Ultramodernisten
in unseren Breiten! Man kann das Vat. II. beurteilen wie man will: es ist und bleibt ein Konzil der Kirche
und wird sich, wie uns die Kirchengeschichte lehrt, gegebenenfalls auch wieder wandeln. Es wurde schon
viel beschlossen, was später wieder verworfen wurde. Aber: es muss eine gemeinsame Linie sein, von Rom
verkündet und nicht von vier unerlaubt geweihten Exzellenzen irgendwo auf dieser weiten, weiten Welt.
Tirol – Perle des Glaubens?? Zum einen sollte klargestellt werden, dass es Bischof Reinhold Stecher war,
der dem Kult um den mysteriösen Anderle v. Rinn abgeschafft hat. Dann: Warum sollte die Diözese des
hl. Landes Tirol nicht auch den Verlockungen des postkonziliaren Sumpfes verfallen und den Glauben völlig
in den Keller rasseln lassen, wie das andere Bistümer schon seit Jahrzehnten tun? Es ist schade und traurig,
dass in Innsbruck das linke Eck, angeführt von Laien und „Wir sind Kirche“ das Sagen hatt, klar, dass
Priester- und Ordensberufe nicht in ihr Konzept einer transparenten, offenen, emanzipierten Kirche passen,
die sehr weit am Vat. II. vorbeidrifftet. „Bau dir deine Kirche“ – Baukasten zum selbermachen. Wenn das
die Definition eines Bistums sein sollte, dann gute Nacht!
Auslaufmodell Wenn der Priester ein Auslaufmodell wird, dann ist das zugleich der Gnadenschuss für die
Kirche. Erfahrungen bestätigen ganz klar, dass jedes Seelsorgemodell, und mag es noch so ausgetüftelt
sein, nicht diesen Erfolg hat, wie die klassische Pfarreistruktur mit Pfarrer und Kooperator (Kaplan).
Ich denke, die Kirche in unseren Breiten sollte versuchen, dieses Modell nach C.I.C. 1983 so lange wie
möglich zu halten, und Berufungen zu wecken. Dies geschieht allerdings nicht nur durch frommes Beten,
sondern auch durch gezielte Pastoral. Ich bin überzeugt, dass es heute genauso viele Priester wie vor
20 Jahren geben würde, wenn man sich etwas mehr darum kümmern würde und nicht automatisch nach Lösungen
zu suchen, die im Laienstand zu finden sind.
Ein Schuss ins Knie Wenn die Kirche des deutschen Sprachraumes nicht endlich erkennt, dass der Priester
in ihrer eschatologischen Dimension von enormer, ja heilsökonomischer Wichtigkeit ist, dann ist es wohl
besser, wenn sie aufhört sich römisch-katholisch zu nennen. Dass den Laien Mitarbeit in größerem Umfang
„zugetraut“ wird, als das vor dem Vat.II. der Fall war ist ja grundsätzlich nichts schlechtes. Wenn aber
Priester systematisch durch Laien und Team-Strukturen verdrängt werden, dann kann das nicht mehr im Sinne
der Kirche sein, auch nicht der Konzilskirche. Seminaristen wird ja schon im Seminar doktriniert, „Mitarbeiter“
zu sein. Ja ich wage zu behaupten, dass die Kriese des Priestertums auch damit zusammenhängt, dass der
Priester durch solche Aktionen als unnötig und überflüssig karrikiert wird. Die Klerikalisierung unserer
Zeit ist nicht unter der Priesterschaft zu finden, sondern unter den Laien. Aber ein Laie, und mag er
theologisch noch so qualifiziert sein, kann einen Priester nicht ersetzen!
Patriach des Abenlandes … … dieser Titel soll nicht mehr zeitgemäß sein? Ich halte Benedikt für
einen sehr klugen und umsichtigen Mann, der die Krise der katholischen Kirche lösen wird. Es handelt
sich eher um einen politischen Schachzug, denn um eine persönliche Einstellung des Hl. Vaters. Dennoch
habe ich ein wenig Bauchweh dabei, steht doch der Primat des Papstes eng mit seiner Funktion als Patriarch
des Abendlandes im Zusammenhang. Was ganz sicher ist: Der Patriarch des Abendlandes ist derFaktor der
kirchlichen Einheit. Doch ist dieser Einsatz doch nicht etwas zu hoch für diesen Ökumenismuspoker?
„Macht hoch die Tür, die Tor macht weit …“ … heißt nicht nur ein bekanntes Adventlied, sondern auch
der im Vat.II. grundgelegte Fahrplan der kath. Kirche für die Zukunft. Denn durch „kann“-Bestimmungen
(man kann es verwenden, muss es aber nicht; man kann es durch etwas anderes ersetzten…) wurde die ganze
Liturgie ein schwammiges Gebilde, das allen möglichen Richtungen Tür und Tor geöffnet hat. Der Gregorianische
Choral, als „die“ Musik der kath. Kirche schwindet immer mehr aus unserem Kulturkreis. Auch die Orchestermessen,
die natürlich sehr schön sind, sind nicht für die konziliare Liturgie geschrieben. Da es keine „Regelung“
mehr für die Gestaltung von Messen gibt, sprengt die musikalische Gestaltung der Messe oft deren Rahmen.
Jazz und Rock, Rap und anderes Zeug hat im gottesdienstlichen Vollzug meiner Ansicht nach nichts verloren.
Aber es gibt eben nichts, was es nicht gibt und so wird wohl noch lange Zeit Schindluder mit der heiligen,
ja göttlichen Liturgie betrieben.
Im Herrn vereint Ganz egal, ob dies seit Tagen kursierenden Meldungen über einen baldigen Lösungsversuch
zwischen der FSSPSX und der „Konzilskirche“ nun stimmen oder nicht, Fakt ist, dass beide Seiten (endlich)
erkannt haben, dass, wenn man das eine Mysterium Christi verkünden will, auch versuchen muss, mit ihm
den einen Weg zu gehen. Der Heilige Vater hat die „Zeichen der Zeit“ richig erkannt – innerkirchliche
Ökumene, mit dem Ziel der völligen Einheit der römischen Kirche, wohl aber unter Wahrung ihrer verschiedenen
Traditionen, ist wichtiger, als sinnlose Eucharistie-Abendmahls-Konglomerate mit unseren Evangelischen
MitchristInnen. Die Lösung „Apostolische Administratur“ ist eine gute Möglichkeit, der FSSPX jenen Raum
in der Kirche zu geben, den ihre Spiritualität und ihre theologische Reflexion braucht. Und auch vom
linken Ufer der Theologie sollte dieser Vorschlag wohlwollend aufgenommen werden, immerhin sind ja sie
es, die immer mit großen Buchstaben die „Einheit“ der Christen propagieren.
@Rudolphus: @Gültigkeit von Ehen Ein Eheanulierungsverfahren kann von den diözesanen Ehegerichten abgewickelt
werden. Der Vatikan braucht eigentlich nicht befragt werden. Wenn das Ehegericht eine Ehe für ungültig
erklärt, dann wegen der kirchenrechtlichen Gründe.
Kreuz „in medio altare“ Der Wunsch des Hl. Vaters „in der Mitte des Altares“ ein Kreuz anzubringen ist
keine neue Idee, sondern eine Tradition der Kirche. So soll auch nacht Vat. II auf dem Altar oder in seiner
Nähe ein Kreuz sein, das für die Gemeinde gut sichtbar sein soll (AEM 1975, Nr. 270) Wenn Benedikt XVI
nun dieser Tradition der Kirche besonders nachgeht, dann wahrscheinlich darum, da für viele der Zusammenhang
von Altar und Kreuzesopfer nicht mehr gegeben ist – ist doch für viele Priester der Altar nur noch Ausgangspunkt
der „Mahlfeier“. Die Bezeichnung „in der Mitte“ heißt nun nicht die geographische Mitte der Altarplatte,
sondern in der Mitte der Frontseite, so dass das Volk das Kreuz sieht und der am Altar zelebrierende Priester
vor dem Kreuz sieht, wie das bei den Hochaltären noch der Fall ist. Für all jene, die etwas enttäuscht
sind bezüglich der Freistellung des alten Ordo: Dieses Dokument ist zumindest der Anfang der Wiedergutmachung
dieser postkonziliaren Nacht und Nebelaktion Pauls VI.
liturgischer Privatismus Der liturgische Privatismus ist nicht in einer Messe des alten Orde zu finden,
sondern eher in der Selbstzelebration des neuen Ordo, in dem sich Einzelpersonen in den Mittelpunkt stellen
und der Blick auf das Mysterium Christi nicht frei ist. Denn während sich der zelebrierende Priester
der überlieferten Liturgie mit der Kirche verbunden weiß, ist das seit der Liturgiereform nicht mehr
immer vorauszusetzen!
Montini-Papst Nun es muss an dieser Stelle wahrscheinlich auch gesagt werden, dass die von Papst Paul
VI. durchgeführte Revision der „Niederen Weihen“ zu einem völligen Chaos innerhalb der Kirche geführt
haben. Statt Ordnung und Verständnis – die ursprüngliche Absicht des Papstes – brachten sie Verwirrung
und z.T. auch unakzeptierbare Fehltritte mit sich, die sich im postkonziliaren Klima sehr gut entwickeln
konnten und nicht unschuldig sind an der Versandung des Klerus. Die Priesteramtskandidaten werden nicht
mehr ernst genommen. Sinnvoll wäre eine wirkliche Revidierung der Minores – und zwar in ihrerer Wiedereinführung,
die, meines Erachtens, in wenigen Jahren sicher wieder der Fall sein wird.