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Zu Pünktchen: Nein, Kirschbaum wendet sich gegen David Berger Es handelt sich bei „Berger“, gegen den
sich Kirschbaum wendet, mit Sicherheit um „David Berger“ (und nicht um den Heidelberger Neuttestamentler
gleichen Familiennamens), da Kirschbaum am 22.12.2005 hier auf kreuz.net schrieb, es seien „Barth und
Berger in ihrem Addai-Mari-Fanatismus abgesprungen“, nämlich von der UVK (Una Voce Korrespondenz). In
der damaligen Diskussion waren aber nur David Berger und eben nicht Klaus Berger in der UVK beteiligt.
Daher gilt weiterhin meine Schlußfolgerung: Kirschbaum ist nicht David Berger!
Warum Kirschbaum nicht Berger ist Im Dezember 2005 äußert sich Kirschbaum auf kreuz.net zur Anaphora
von Addai und Mari und nimmt eindeutig gegen Dr.Berger Stellung (nachzulesen unter den Beiträgen Kirschbaums).
Da in einer solchen Frage Berger nicht mit Berger uneins sein wird, folgt daraus, daß Kirschbaum eben
nicht Berger ist.
Die FSSPX und Msgr. Lefebvre Die Aussagen Msgr. Lefebvres zur Reform des sogenannten „tridentinischen“
Ritus sind bemerkenswert. Was die FSSPX selbst betrifft, scheint sie, zumindest in einigen Ländern, meilenweit
davon entfernt zu sein. Vielleicht hängt das damit zusammen, daß man, solange man in Einheit mit Rom
steht, mit einer katholischen Offenheit sich neuen Fragen und Problemen stellt, wenn man sich aber gegen
Rom positioniert, alle Mögliche, mag es noch so sehr den Anliegen guter Pastoral widersprechen, herhalten
muß, um zu zeigen: „Wir sind anders“.
Mariokin kennt das Konzil von Trient nicht Das Konzil von Trient sieht das Meßopfer sehr wohl als Gedächtnis.
So heißt es in Kapitel 1 zur Lehre über das Meßopfer ausdrücklich, dieses sei deshalb eingesetzt,
damit das Gedächtnis des Kreuzesopfers bis zum Ende der Zeit fortdauere (eiusque memoria in finem usque
saeculi permaneret, DH 1740). Auch wäre für „Mariokin“ es ratsam, sich einmal der Exegese und biblischer
Theologie zu widmen. Die Kategorie des „Gedächtnisses“ (von der hebräischen Wurzel „zachar“) gehört
zu den grundlegenden für das Verständnis von Gottes Heilswirken. Ohne diese, und das hat u.a. Johannes
Chrysostomus hervorgehoben, läßt sich nicht festhalten, daß das Meßopfer dasselbe wie das Kreuzesopfer
ist, auch wenn die Art der Darbringung sich unterscheidet.
Murx bezieht sich nicht auf Ratzinger, sondern auf Journalisten Lieber Murx, mit Ihren Beweisen für unglaubliche
Unterstellungen steht es nicht gut: ihr Link verweist auf einen Beitrag eines Journalisten, der nicht
einmal Kardinal Ratzinger direkt zitiert. Anscheinend ging es im Gespräch darum, daß jede menschliche
Terminologie, die sich auf Gott und seine Großtaten bezieht, immer unzulänglich ist und im Lauf der
Geschichte vertieft werden kann. Das ist gutkatholische Lehre und hat sich im Lauf der Kirchengeschichte
vielfach verifiziert: man vgl. nur die Terminologie der christologischen Konzilien oder die lehramtlichen
Texte zur Eucharistielehre und vergleiche sie mit Zeugnissen aus den ersten Jahrhunderten. Unzulänglich
heißt aber nicht, daß eine Aussage falsch ist. Es bedeutet einfach, daß der Unterschied zwischen Gott
und Geschöpf immer bestehen bleibt, auch und besonders in den menschlichen Worten über Gott und die
Offenbarung. Daher wird die Erkenntnis der Offenbarung bis zur Wiederkunft Christi stetig wachsen, aber
so, daß das bereits Erkannte im späteren aufgehoben und bewahrt bleibt, selbst wenn neue Termini gefunden
werden (nur zur Erinnerung: auch die Begriffe „hypostasis“, „ousia“, „homoousios“ sind „neu“ im Vergleich
zur Christologie der Paulusbriefe, gleichwohl ist deren Lehre in den Texten von Nicäa aufgehoben und
bewahrt, und zwar so, daß die „neuen“ termini auch ein rechtes Verständnis der „alten“ garantieren).
Murx: wo haben Sie Dogmatik und Philosophie studiert? Man kann nur erstaunt sein, wie Sie argumentieren.
Sie geben den Anschein, über alles bestens bescheid zu wissen. Aber das stimmt bei weitem nicht. Erstens
lehrt Kardinal Ratzinger in seiner Schrift „Gott ist uns nah“ ganz klar, daß in der Eucharistie die Substanz
von Brot und Wein in den Leib und das Blut Christi verwandelt wird: „Die Substanz wird verwandelt, das
heißt, der eigentliche Grund des Seins. Um ihn geht es und nicht um das Vordergründige, zu dem all das
Meßbare und Greifbare gehört“, S. 86; „Es kann daher auch nicht so sein, daß der Leib Christi zu dem
Brot noch hinzutritt, als ob Brot und Leib Christi zwei gleichartige Dinge wären, die auf gleicher Weise
als zwei ‘Substanzen’ nebeneinander stehen können“, S. 87. Karl Murx, Sie sind auf dem Holzweg, wenn
Sie von einer Auslöschung der Physis des Brotes und Weines sprechen. Denn so ist eine „Verwandlung“ ja
unmöglich!!
Kein islamischer Religionsunterricht birgt viel mehr Gefahren Diejenigen, die sich gegen den islamischen
Religionsunterricht stellen, sollten einmal die Alternative, nämlich keinen Religionsunterricht an Schulen,
bedenken. An einer Schule besteht die Möglichkeit, daß Inhalt und Form des deutschsprachigen Unterrichts
sowohl andere Lehrer als auch nichtmuslimische Schüler zur Kenntnis nehmen, in eine sachliche Diskussion
über bestimmte Themen (z.B. Stellung der Frau, Deutung des Dschihad, bestimmter Suren etc.) eintreten
und auch gegenbenenfalls eingreifen können. Die Alternative: ein Unterricht ohne diese Möglichkeit birgt
viel mehr Gefahren in sich und eine Korrekturmöglichkeit ist normalerweise gar nicht gegeben.
Nicht durcheinanderwerfen: Depositum Fidei und Erkenntnis desselben Das Glaubensgut ist mit Jesus Christus
abgeschlossen, durch den der Vater zu uns gesprochen hat (vgl. Heb 1,1-2). Doch die Erkenntnis des Inhalts
der Offenbarung ist eben nicht abgeschlossen, sondern wird bis zur Wiederkunft Christi weitergehen – das
ist auch ein Grund, warum die Geschichte überhaupt weitergeht. In diesem Sinn kommt es zu einem je größeren
Erkenntnisfortschritt, der natürlich auch in Worte, Sätze formuliert wird, die eine Lehre ausdrücken.
Im Vergleich zur vorangegangen Epoche in der Kirchengeschichte gibt es also tatsächlich jeweils „neue“
Lehren, da es zum Wesen des Erkenntnisfortschritts gehört, sich in neuen Sätzen und Lehren zu artikulieren.
Das bedeutet: wer eine bestimmte Zeit sozusagen festschreiben will, stellt sich außerhalb dieses organischen
Wachstums der Erkenntnis der Offenbarung – daher hat z.B. auch Pius XII. den lebendigen Charakter dieses
organischen Wachstums betont (Tradition heißt also gerade nicht, um ein Bild zu gebrauchen, Weiterreichen
von Ziegelsteinen).
„Keine neuen Dogmen“ ist nicht gleich „keine neue Lehren“ (zum II. Vatikanum) Wenn das II. Vatikanum keine
„neuen“ Dogmen verkündet hat, ist das nicht gleichbedeutend mit dem Satz, daß es keine „neuen“ Lehren
verkündet hat. Auch theologisch sichere Lehren, die vom ordentlichen Lehramt verkündet werden, um damit
frühere Streitfragen zu lösen (und genau das sagte Paul VI. zu „Lumen gentium“) dürfen nicht abgelehnt
oder des Bruches mit der Tradition oder gar der Häresie verdächtigt werden. Man vergleiche dazu, was
Pius XII. zu den päpstlichen Enzykliken gesagt hat: „Man darf auch nicht meinen, das, was in den Enzykliken
vorgelegt wird, erfordere an sich keine Zustimmung, weil die Päpste in ihnen nicht die höchste Vollmacht
des Lehramtes ausüben. Dies (in den Enzykliken dargelegte) wird nämlich vom ordentlichen Lehramt gelehrt;
auch von ihm gilt jenes Wort: ‘Wer euch hört, hört mich’ (Lk 10,16)“ (Enz. „Humani generis“, DH 3885).
Zu „Graf von Galen“ Aus mir unerfindlichen Gründen ist meine Antwort auf Ihre Frage vor derselben eingereiht
worden – also vor Ihrer Frage ist meine Antwort („Zum II. Vatikanum und seinem Lehramt“).
Zum II. Vatikanum und seinem Lehramt Da, wie bereits von mir mit Hinweis auf Paul VI. ausgeführt (seine
Ansprache vom 7.12.1965), dieses Konzil kein neues Dogma verkündet hat, handelt es sich bei die Lehre
betreffenden Aussagen um Vertiefungen und Verdeutlichungen, deren jeweiliger Verbindlichkeitsgrad von
der Aussageabsicht des Konzils abhängt. So sagte Paul VI. zu „Lumen gentium“ am 21.10.1964, daß durch
diese dogmatische Konstitution die Lehre über den Episkopat insofern vertieft wurde, als „was bisher
der Überlegung, dem Gespräch und teilweise auch der Kontroverse unterlag, jetzt in einer sicheren Lehrformel
niedergelegt worden ist“. Es handelt sich also um theologisch sichere Lehren. Ludwig Ott zählt in seinem
„Grundriß der Dogmatik“ mit Verweis auf das II.Vatikanum folgende aus: die Lehre von der Sakramentalität
der Bischofsweihe gemäß LG 21,2, die Lehre von der Verleihung der bischöflichen Gewalt, die Lehre,
daß die Bischöfe als Nachfolger der Apostel ein Kollegium bilden, dessen Haupt der Papst als Nachfolger
des Petrus ist“ (Ott, Seite 350-352). Eine theologisch sichere Lehre kann später unter Umständen vom
Lehramt als in der Offenbarung enthalten erklärt werden (wie dies z.B. bei der nur Männern vorbehaltenen
Priesterweihe der Fall war).
Die Piusbruderschaft steht sich bei der Mission selbst im Weg Das Wort „Mission“ leitet sich vom Lateinischen
„missio“ ab und bedeutet „Sendung“. Um als Katholik wirklich missionarisch sein zu, bedarf es einer „Sendung“
durch die Autorität der Kirche. Nicht einmal der Völkerapostel Paulus hat sich der Autorität des Petrus
entzogen und von ihm sein Evangelium überprüfen lassen. Da die Piusbruderschaft sich gerade in ihrer
Lehre und Disziplin der Autorität der Kirche entzieht, hat sie auch keinen Sendungsauftrag – sie verkündet
in „eigenem“ Namen, nicht im Namen der Kirche. Die Folge: um „ihre“ Gläubige zu haben, müssen diese
von der Piusbruderschaft mit derselben Abwehrhaltung gegen Papst und Bischöfe „geimpft“ werden, die sie
selber beseelt, und sie eng an sich binden – also gerade keine „katholische Mission“, die in die Sendung
durch die Autorität der Kirche sich einfügt, und die gerade auch in Zeiten der Krise von tiefer Liebe
und Gehorsam gegenüber dem Nachfolger Petri gekennzeichnet ist (man denke nur an die hl.Katharina vn
Siena).
Das II. Vatikanum war auch ein dogmatisches Konzil Zwar hat auch Paul VI. hervorgehoben, daß das II.
Vatikanum kein neues Dogma verkündet hat, deshalb aber zu folgern, dieses Konzil sei nur ein pastorales
gewesen, ist eindeutig falsch. Denn Paul VI. sah es ausdrücklich als eine Fortsetzung des I. Vatikanum
an, das ja bekanntlich aus äußeren Gründen abgebrochen werden mußte. Das II. Vatikanum hat als höchster
Ausdruck des ordentlichen Lehramtes von Papst und Bischöfen die Lehre über die Offenbarung und Ekklesiologie
vertieft (deshalb heißen auch beide Konstitutionen dogmatische Konstitutionen) und auch in den anderen
Dokumenten die Verbindung mit der kirchlichen Lehre dargelegt – kurz gesagt: es gibt keine einziges Dokument
des II. Vatikanum, das „nur“ pastoral wäre. Wer das II. Vatikanum ablehnt, lehnt auch die Lehre vom ordentlichen
Lehramt der Kirche ab und kann nicht den Anspruch erheben, katholisch zu sein.
Der Fünfzack – das Pentagramm ist auch ein christliches Zeichen Im Heer der byzantinischen Kaiser trugen
die an der Spitze Reitenden dreifarbige „Pentalpha“ – also ein fünffaches Alpha, das eben im Umriß ein
Pentagramm ergibt. Der bekannte und vielgelesene Cornelius a Lapide sah im Pentagramm ein Symbol Christi
(seine fünf Wunden). Das Christentum knüpfte in der Deutung des Pentagramms wahrscheinlich an heidnischen
Vorstellungen an: so galt es auch den Pythagoräern als Heilszeichen – als Kürzel für „Gesundheit/Heil“,
das an den Beginn von Briefen gesetzt wurde. Bei einem vorchristlichen Syrerkönig gab es Münzen mit
dem Pentagramm. Es ist, kurz gesagt, falsch, das Pentagramm einfachhin als Symbol für böse Mächte zu
interpretieren.
Ein falsches Disziplinarurteil widerspricht nicht der Unfehlbarkeit Athanasius wurde sicherlich zu Unrecht
von Papst Liberius bestraft – nur, und das verschweigt Marcel, der Grund, warum sich Athanasius nicht
an diese Strafe gebunden fühlte, war, wie er selber schreibt, der offensichtliche Umstand, daß Liberius
nicht frei, sondern unter großem äußeren Druck so entschieden hatte, um selbst sein Amt wieder ausüben
zu können. Grundsätzlich gilt aber: ein falsches Disziplinarurteil widerspricht nicht der päpstlichen
Unfehlbarkeit: diese bezieht sich laut Vatikanum I ausdrücklich auf Glaubens- und Sittenlehren (vgl.
Konstitution „Pastor Aeternus“ DH 3074 und den von Pius IX. gebilligten Kommentar der deutschen Bischöfe
gegenüber Bismarck – DH 3116). Es ist meines Erachtens von der Piusbruderschaft unredlich, bis heute
ziemlich undurchsichtige und komplexe Zusammenhänge aus dem Jahr 358 auf ihre eigene Situation zu applizieren –
wo es eindeutig ist, daß Papst Johannes Paul II. frei verboten hat, Bischöfe zu weihen. Und es ist eine
unglaubliche Anmaßung, während der unerlaubten Bischofsweihen von 1988 auf die im Ritus vorgesehene
Frage: „Habt ihr ein päpstliches Mandat?“ zu antworten: „Ja, wir haben es“ – das war eine glatte Lüge!!
„Notstand“ wider sichtbare Einheit der Kirche – ein Unding! Wenn es einen Notstand geben könnte, der
den Glauben über die sichtbare Einheit der Kirche stellt, dann hätte Christus bei seiner Verheißung
an Petrus, die mit ihm und seinen Nachfolgern sichtbar verbundene Kirche werde nicht von den Pforten der
Hölle überwältigt werden, entweder gelogen oder sich geirrt. Daß Matthäus 16,16-18 auch die Sichtbarkeit
der Kirche inkludiert, geht aus der in der Kirche gelesenen und authentisch dargelegten Schrifterklärung
zu dieser Stelle eindeutig hervor – Christus hat eben nicht gesagt, daß „ewige“ Rom, das „Papsttum“ oder
verstorbenen Päpste werden nicht überwunden werden, sondern Petrus und seine Nachfolger aus Fleisch
und Blut, die hier auf Erden innerhalb menschlicher Geschichte sichtbarer Garant und Ursprung der kirchlichen
Communio sind!
Was würde Paulus dazu sagen Immerhin hat Paulus in Synagogen gepredigt, den bei Heiden üblichen Gottesbegriff
übernommen, heidnische Schriftsteller positiv zitiert („denn wir sind sogar von seiner Art“, nämlich
Gottes, Apg 17,28 – Aratus, Phaenomena 5) – nach Dr. Carlo wäre Paulus anscheinend weder Christ noch
Katholik. Aber was würde Paulus zu Carlo sagen…
Es geht um die sichtbare Einheit Wenn die Piusbruderschaft behauptet, römisch-katholisch zu sein, warum
steht sie dann nicht in sichtbarer Einheit mit dem Papst und den Bischöfen, warum unterhält sie eigene
Ehegerichte, warum spenden deren Priester ohne Iursidiktion Sakramente, deren Gültigkeit Iursidiktion
voraussetzt (z.B. Beichte) usw. Ein Festhalten am Glauben in einer Abwehrhaltung gegen Papst und Bischöfe
hat bekanntlich auch Luther unternommen. Wenn man genauer hinsieht, hat die Piusbruderschaft inzwischen
die Vorstellung einer innerkirchlichen Communio, die sich auf einer rein geistigen Ebene befindet („Einheit“
mit verstorben Päpsten und Heiligen). Das Merkmal der Sichtbarkeit reduziert sich für die Piusbruderschaft
auf ihr eigenes Ghettodasein – womit sie de facto ihre Nichtkatholizität beweist.
„Traditionalismus“ im engen Sinn ist eine Irrlehre Unter „Traditionalismus“ im engen Sinn versteht man
ein von Joseph de Maistre (1753-1821) und Louis de Bonald (1754-1840) begründetes System, das in seiner
extremen Ausformung, nämlich der Leugnung einer natürlichen Gotteserkenntnis, vom Ersten Vatikanum als
Häresie verurteilt wurde. Aber auch in abgeschwächter Form ist der „Traditionalismus“ von einer skeptischen
Haltung gegenüber der Vernunft und Mißtrauen gegenüber deren Wahrheitsfähigkeit gerpägt – sozusagen
eine Tendenz zu einer „sola revelatio“ – daß sich dies auch bei der Piusbruderschaft findet, wird man
kaum bestreiten können – nur gerade deshalb ist sie auch in einer Schieflage, die sie in ein diskursunfähiges
Ghetto hineinbewegt.
„Ecclesia supplet“ setzt Irrtum voraus – bei „Wissen“ trifft es nicht zu Das Prinzip „Ecclesia supplet“,
das sich auf fehlende Iurisdiktion bezieht (z.B. Beichte, Eheschließung) setzt einen Irrtum oder einen
wahrscheinlichen Zweifel voraus.Z.B. ich komme in eine Kirche und ein Priester ohne Beichtiurisdiktion
sitzt in einem Beichtstuhl – wenn ich irrigerweise annehme, der Priester habe die Iurisdiktion und beichte,
ersetzt die Kirche die fehlende Iurisdiktion. Wenn ich aber weiß, daß dieser Priester ja gar keine Iurisdiktion
hat, ergänzt die Kirche nicht die fehlende Iursdiktion und eine Beichte wäre ungültig. Angewandt auf
die Piusbruderschaft bedeutet das: da deren Priester wissen, daß sie keine Iurisdiktion haben, dürfen
sie Sakramente, deren Gültigkeit Iurisdiktion voraussetzt, nicht spenden (z.B. Beichte, Ehe) – und Gläubige,
die wissen, daß diese Priester keine Iurisdiktion haben, dürfen bei ihnen die Spendung solcher Sakramente
nicht erbitten (ausgenommen, was die Beichte betrifft: Lebensgefahr und kein anderer Priester ist erreichbar:
in diesem Fall, und nur in diesem Fall, ergänzt die Kirche bei allen Priestern die fehlende Iurisdiktion).
Die FSSPX verweigert sich der wissenschaftlichen Auseinandersetzung Wenn man sich die Mühe macht und
die Publikationen der Piusbruderschaft auf wissenschaftliche Sorgfalt und Redlichkeit hin untersucht,wird
man an das Niveau mancher antikatholischer Sekten erinnert. Einige Beispiele: in der Schrift „Le problème
de la réforme liturgique“, Clovis 2001 (als Hrsg. fungiert die FSSPX) wird vom alten latein.Ritus als
„le rite latin de la liturgie catholique“ gesprochen (S.5) – beides ist falsch: es gab und gibt mehrere
lateinischen Riten, und es handelt sich nicht um den Bereich der „katholischen Liturgie“, sondern des
lateinischen Ritus.Auch der Untertitel besagter Schrift, der sehr wohl die Überzeugung der FSSPX wiedergibt,
ist ein Unding: „La messe de Vatican II et de Paul VI“ – es gibt weder „die“ Messe des Vatikanum II noch
die Paul VI. Auch vor dem Vat. II. sprach niemand in der Kirche von der „Messe Pius V.“ – es handelt sich
um einen Ritus unter vielen anderen Riten der Katholischen Kirche. Noch ein Beispiel, das die Pastoral
betrifft: in einem von der FSSPX herausgegeben Religionsbuch findet sich beim ersten Gebot die Zeichnung
eines Götzendieners mit einer Tafel in der Hand, auf der geschrieben steht: „Allah“. Nach der FSSPX sind
auch alle arabisch sprechenden Christen Götzendiener, da diese alle zu „Allah“ beten. Daß anscheinend
niemand innerhalb der FSSPX gegen solche eklatante Unbildung und Sektiereri auftritt, zeigt, wie es mit
der wissenschaftlichen Diskursfähigkeit derselben bestellt ist.
Die Herausforderung annehmen Angesichts dieser Umstände sollten sich Menschen guten Willens zusammenschließen
und ganz gezielt das „Verbrechen“ begehen, über die Abtreibung aufklärende Bilder an die Krankenhäuser
zu schicken, die diese vornehmen. Wenn der Staat nicht nur Herrn X und Frau Y, sondern hunderte und tausende
Menschen abzuurteilen hätte, würde vielleicht einen Wertediskussion in Gang kommen.
Zelebrationsrichtung ist nicht gleich Ritus Weder der alte noch der neue lateinische Ritus sind durch
die Zelebrationsrichtung definiert. So wurde schon seit Jahrhunderten in gewesteten Kirchen (wie z.B.
in Rom) der alte lateinische Ritus so gefeiert, daß sich de facto Gläubige und Priester gegenüberstanden
(auch wenn auf dem Altar ein großes Kreuz stand bzw. steht), weil die Gläubigen die Wendung nach Osten
(also Richtung Eingang der Kirche) nicht mehr mitmachten. Andererseits kann auch der neue lateinische
Ritus Richtung Osten bzw. das Kreuz gefeiert werden – dabei steht übrigens nicht der Priester mit dem
Rücken zum Volk, sondern alle blicken gemeinsam zum Herrn.
Kein einziges von Päpsten einberufenes und bestätigtes Konzil wird je verurteilt werden Lieber Marcel,
Sie scheinen weder meine Beiträge wirklich gelesen und schon gar nicht verstanden, noch einen blassen
Schimmer von Kirchengeschichte zu haben. Denn können Sie mir ein einziges von Päpsten einberufenes und
bestätigtes Konzil vorweisen, das später als „Räuberkonzil“ verurteilt worden sei? Sie werden lange
suchen können und dabei literweise Tee trinken… – Jeder Katholik hingegen weiß, daß das Zweite Vatikanum
von Päpsten einberufen, fortgeführt und bestätigt wurde und daher nie verurteilt werden wird. Noch
ein Wort zum Islam: das Wort für „Gott“ (das übrigens auf einen Begriff im Sanksrit zurückgeht) im
Arabischen ist eben „Allah“, das sowohl von Christen (in Schrift, Liturgie, Theologie) als Moslems verwendet
wird. Aber einen Trost dürfen Sie, Mardel, haben: es gibt, wie mir Prof. Khoury einmal sagte, auch bei
ungebildeten Moslems solche, die sagen: „Allah“ ist besser als „Gott“.
Wer andere mit „konzilskatholisch“ tituliert, ist selbst nicht katholisch Bereits bei Augustinus können
wir nachlesen, daß diejenigen Gruppierungen, die Probleme mit der Autorität in der Kirche hatten, sich
von anderen dadurch zu unterscheiden trachteten, daß sie entweder sich selbst „neu“ definierten oder
anderen mit Begriffen plakatierten. Genau auf dieser Linie steht das Wortungetüm „konzilskatholisch“.
Entweder ist man katholisch oder evangelisch oder orthodox oder sonst irgend etwas. Aber wenn man katholisch
ist, hat man auch das II.Vatikanische Konzil anzunehmen (und zwar in dem Sinne, wie dieses Konzil die
Texte verstanden wissen wollte) oder man sollte so ehrlich sein und von sich selbst sagen, daß man, weil
man dieses Konzil ablehnt, eben nicht mehr katholisch ist und sich selbst ein Prädikat zulegen, daß
den Unterschied klar macht, z.B. „lefebrianisch“, „marcellianisch“ oder sonst wie. Aber den anderen, eben
den Katholiken, Wortungetüme wie „konzilskatholisch“ überzustulpen, ist einfach lächerlich, unredlich
und zeugt von einem Denken, die einer bestimmten Position innnewohnende Konsequenz nicht ziehen zu wollen.
Ich empfehle die Schriften des hl.Augustinus über die Donatisten zu lesen.
Zu Marcel: der hl. Gregor meinte denselben Gott der Moslems und Christen Der hl. Gregor VII. gab in seinem
Brief an den Moslem Al-Nazir seiner Überzeugung Ausdruck, daß der Gott, von dem Joh 1 spricht, den Moslem
Al-Nazir erleuchtet hat, daß es sich um den einen Schöpfer handelt, zu dem beide, Christen und Muslime
beten und ihn verehren, wenn auch auf verschiedene Weise. Daraus folgt, daß es sich um ein und denselben
Gott handelt! Die Etymologie zeigt, daß man denselben Begriff verwendete, weil er sich auf dieselbe Wirklichkeit
bezieht und somit Wahres aussagt. Zur Erinnerung einen Auschnitt aus dem Brief des hl.Gregor VII.: „Diese
Güte hat schließlich der Schöpfer von allen, nämlich Gott, ohne den wir nichts Gutes zu tun, ja nicht
einmal zu denken vermögen, deinem Herzen eingegeben. Er, der jeden Menschen erleuchtet, der in diese
Welt kommt (Joh 1) hat deinen Geist bei diesem Vorhaben erleuchtet. Denn der allmächtige Gott, der will,
daß alle Menschen gerettet werden und keiner verlorengeht (1 Tim 2) anerkennt nichts mehr in uns, als
daß der Mensch nach der Liebe zu sich selbst den Nächsten liebe und daß er anderen nichts antue, von
dem er selbst wünscht, es möge ihm nicht angetan werden (Math 7). Daher schulden wir [Christen] und
ihr [Muslime] diese Liebe uns gegenseitig mehr als den übrigen Völkern, da wir an einen Gott, wenn auch
auf verschiedene Weise, glauben und ihn bekennen, und wir ihn als Schöpfer der Zeiten (Jahrhunderte)
und Lenker dieser Welt täglich loben und verehren“
Woher kommt „allah“, woher „Gott“? Herr Heger, woher das Wort „allah“ genau kommt, ist meines Wissens
bis heute umstritten. Es kann, mußt aber nicht aus dem Syrischen kommen, das als ein Dialekt des Aramäischen
sich um Edessa entwickelt hat. Das Palästina-Aramäisch ist damit nicht identisch. Es könnte somit auch
auf die Wurzel „el“ zurückgehen und wäre somit ein Begiff, der im Semitischen überhaupt verbreitet
war, eventuell auch mit dem Kananäischen „alat“ in Verbindung steht. Im Westsemitischen und im Akkadischen
wird mit „El“ besonders der höchste Gott bezeichnet. Mit einem Wort: auch hier haben wir das Phänomen,
das die Offenbarungsreligion Begriffe für „Gott“ aus anderen Kulturen und Religionen übenommen hat,
weil diese Begriffe eben nicht in sich einen völlig falschen Inhalt bezeichnen. Das scheinen viele Poster
hier noch nicht begriffen zu haben. Würden die Begriffe für völlig falsche Inhalte gestanden haben,hätten
sie weder die Juden noch die Christen übernommen! Was die Christen betrifft, so gehen die Begriffe „Gott“,
„Deus“, „theos“, „dios“, „dieu“, „dio“, „god“ alle auf Religionen und Kulturen zurück, die nicht christlich
sind! Waren jetzt die Christen von Anfang an Synkretisten oder konnten sie diese Begriffe übernehmen,
weil auch der mit ihnen bezeichnete Inhalt Wahres aussagte? Nun, ich bin der Überzeugung, das letzteres
zutrifft.
Marcel zitiert Piuspriester: Islam führe die Seelen in die Hölle Also, lieber Irenäus, wenn Marcel
zustimmend eine Aussage eines Priesters der Piusbruderschaft zitiert, der Islam würde die Seelen in die
Hölle führen, dann werden Sie doch nicht allen Ernstes behaupten wollen, es handle sich nach Marcel
und dem Piuspriester um denselben Gott (der Christen und Moslems) – denn bei „Religion“ (wahrscheinlich
von „re-ligare“ – „zurückbinden“, nämlich zu Gott) geht es doch um die Veehrung Gottes, für die man
sich die Seeligkeit erwartet. Die richtige Sicht hatte der hl.Gregor VII., der dem muslimischen Prinzen
Al-Nazir zuerkannte, daß er denselben Gott wie die Christen verehre, wenn auch auf andere Weise, und
der ihm die „Aufnahme in den Schoß Abrahams“, ein den Moslems geläufiger Ausdruck für die Seeligkeit,
wünschte. Von dieser Sicht sind „Marcel“ und der Piuspriester weit entfernt!
Alle arabisch sprechenden Christen beten zu Allah Jemand mit dem Nicknamen „Marcel“ hat weiter unten haarsträubende
Thesen verbreitet, so als würde es sich um den Gott der Christen und Allah um verschiedene Götter handeln.
Er scheint wirklich sehr ungebildet oder verblendet oder beides zu sein. Denn jeder arabisch sprechende
Christ betet zu „Allah“. Auch der Begriff für „Gott“ in der arabischen Übersetzung der Heiligen Schrift
ist „Allah“. Warum haben sich wohl die Christen keine anderen Begriff ausgesucht? Obwohl sie oft unmittelbar
mit Moslems zusammenleben und somit Mißverständnissen Raum gegeben würde? Die Antwort ist einfach und
seit vielen Jahrhunderten klar: weil „Allah“ weder der „Stammesgott“ der Christen oder der Moslems ist,
sondern einfachhin der eine Gott, an den sowohl Christen als auch Moslems glauben. Arabische Christen
unterscheiden sich von den Moslems nicht durch „Allah“, sondern durch ihr Bekenntnis, daß sowohl der
Sohn als auch der Heilige Geist wesensgleich mit „Allah“ sind.
Bereits die Terminologie von P. Lang ist falsch Es gibt weder eine „alte“ noch eine „neue“ Messe. Es gibt
die hl. Messe, die in verschiedenen Riten gefeiert wird. Wer das nicht auseinanderhalten kann, sollte
erst einmal Dogmatik und Liturgik studieren! Aber dieser Fehler, den, das sei zugestanden, nicht nur P.
Lang, sondern die Piusbruderschaft in unzähligen Ausführungen wiederholt, hat ungeheure Konsequenzen:
so fühlt sich die Piusbruderschaft als „Retter der Messe“ – was für ein Unsinn, anbetracht der vielen
katholischen Riten, die nicht die Krisenerscheinungen des „neuen Meßritus“ erleben – und wer will dem
lieben Gott vorschreiben, daß eine Vertiefung in Anbetung und Ehrfurcht nicht auch von einem anderem
katholischen Ritusberich auf den lateinischen einwirken kann.
Über die Bedeutung des Wortes „schlecht“ Von „schlecht in sich“ spricht man, wenn etwas als solches ungeeignet
ist, als Mittel zur Erreichung eines guten Zieles zu dienen. In diesem Sinn kann ein Ritus, der von der
kirchlchen Autorität approbiert worden ist, nicht „schlecht“ sein. Es gibt aber auch die Bedeutung „schlecht“
im Sinne von „schlecht“ aufgrund verschiedener Umstände. So hat z.B. Benedikt XIV. geschrieben, daß
die Festlegung eines bestimmten Weihealters sich in einer bestimmten Situation sich als negativ für die
Kirche erweisen kann, weil es entweder zu hoch oder zu niedrig angesetzt ist. Auch war man schon vor vielen
Jahrzehnten uneinig, ob nicht das Beharren auf der lateinischen Kultsprache in manchen Gebieten als „schlecht“,
nämlich negativ für das eigentliche Anliegen, der Mission, erwiesen habe. Bekanntlich hat die Kirche
früher hier anders gehandelt (Stichwort: Kirchenslawisch). Anders gesagt: kein Ritus hier auf Erden ist
in jeder Hinsicht vollkommen. Und: berechtigte und fundierte Kritik kann in manchen Dingen an jedem Ritus
geübt werden – um ein Beispiel der alten lateinischen Liturgie zu nennen: die am meisten verwendete Präfation,
die „praefatio communis“ hat mit einer Präfation im Sinn der Tradition sehr wenig zu tun – es fehlt gerade
der Inhalt, für den man Gott dankt.
Die Piusbruderschaft ist nicht „voll katholisch“ Meines Wissens hat Kardinal Hoyos nie behauptet, daß
die Piusbruderschaft „voll katholisch“ wäre – wozu dann überhaupt Verhandlungen und die Frage nach der
Anerkennunng des II. Vatikanums? Vielmehr wurden Erzbischof Lefebvre und die vier von ihm gegen das ausdrückliche
Verbot des Papstes geweihten Bischöfe exkommuniziert und die Weihe als „schismatischer Akt“ beurteilt.
Die Piusbruderschaft spielt oft mit den Worten, ohne der Sache auf den Grund zu gehen. So wirft sie in
unzähligen Publikationen „schismatischer Akt“ und „Schisma“ durcheinander und behauptet, sie sei nicht
schismatisch. In Wahrheit kann aber die verbotetene und als solche die Autorität des Papstes nicht anerkennende
Bischofsweihe ein Schisma und eine schismatische Gruppe begründen, muß es aber nicht – das ist eben
der wichtige Unterschied zwischen „schismatischer Akt“, der nur der Möglichkeit nach zu einem Schisma
führt, und einem Schisma. Je mehr aber die Priester und Gläubigen die vier, nicht in voller Einheit
mit dem Papst stehenden Bischöfe, als ihre Bischöfe betrachten, wird sich ein Schisma herausbilden.
Warum weitere Zusätze über „römisch-katholisch“ hinaus? Die ganze Tradition der Kirche spricht von
den drei Banden (vincula), die das Römisch-Katholischsein ausmachen: Glaube, Sakrament, hierachische
Communio. Wenn, wie Heger ausführt, einzelne Bischöfe nicht mehr den Glauben der Kirche verkünden,
hat man in geeigneter Weise diesen selbst das aufzuzeigen und, sollte dies nichts nützen, das Recht und
die Pflicht, dem Nuntius bzw. direkt Rom dies anzuzeigen. In der Kirche ist der Gehorsam gegenüber der
Autorität kein Kadavergehorsam, sondern ein vom Glauben an die Verheißung Christi herrührender (vgl.
Mt, Kap. 16 und 18) und schließt daher die gegenseitige Zurechtweisung nicht aus (vgl. Paulus gegenüber
Petrus in der Frage unreiner Speisen) – aber: es ist Kritik, die innerhalb des grundsätzlichen Gehorsams
steht, vergleichbar etwa mit einer Familie, in der Kinder den Vater kritisieren. Daher braucht es keine
weiteren Adjektive als „römisch-katholisch“, um sich als Glied der Katholischen Kirche zu bekennen. Es
ist ein Unding, sich vorzustellen, Katharina von Siena oder Bernhard von Clairvaux, hätten sich – in
Zeiten großen Krisen ! – um sich innerhalb der Kirche zu unterscheiden, „traditionalistisch“ genannt!!
Autorität des II. Vatikanums Wenn man sich den Ausführungen von Dr. Karl Wallner (s.u.) anschließt
und von diesen ausgehend folgert, das II. Vatikanum habe kein außerordentliches, wohl aber ordentliches
Lehramt ausgeübt, hat es doch die Autorität eines ökumenischen Konzils, d.h. die moralische Gesamtheit
aller Bischöfe hat in Einheit mit dem Papst Dokumente unterschiedlicher Gewichtung (von „Dogmatischer
Konstitution“ bis zu „Erklärung“) verabschiedet. Die Schwierigkeit besteht darin, genau herauszuarbeiten,
mit welcher Autorität genau die einzelnen Text bzw. einzelne Passagen verpflichten – dieses Problem gab
es z.B. auch nach dem I.Vatikanum – daher gibt es eigene Komissionen, die im Zweifelsfall Entscheidungen
fällen (so hat ja ein rein deutscher Text Eingang in den Denzinger gefunden, weil Piux IX. persönlich
auf die Vorwürfe Bismarcks gegen das I.Vatikanum antwortete – auch hier gab es eklatante Mißverständnisse,
die sich aber auch auf Texte des 1.V. berufen konnten). So wurde, um nur ein Beispiel zu erwähnen, die
Deutung, die Leonardo Boff dem Kapitel 8 von Lumen gentium gegenben hat, zurückgewiesen. Also: die Autorität
des II.Vatikanum ist die des ordentlichen Lehramtes in seiner höchsten Form (nämlich alle Bischöfe
mit dem Papst), aber bezüglich des Verpflichtungscharakters sind wir im Zweifelsfall auf Entscheidungen
Roms angwiesen. Eine Ablehnung des II. Vatikanums als solches würde eine Ablehnung des ordentlichen Lehramtes
als solches implizieren und damit unvereinbar sein mit Katholischsein.
Was heißt „außerordentliches Lehramt“ Eine gewisse Verwirrung scheint zu herrschen bezüglich der Frage,
ob das II. Vatikanum eine Äußerung des „ordentlichen“ oder „außerordentlichen“ Lehramtes war. Dr. Karl
Wallner, Dekan von Heiligenkreuz schreibt: „Das außergewöhnliche Lehramt üben aber auch die Bischöfe
aus, wenn sie sich, vom Papst einberufen, zu einem Ökumenischen Konzil versammeln und dort – mit dem
Papst – Glaubenswahrheiten definieren. So geschehen auf dem 1. Vatikanischen Konzil 1870. Zur Ausübung
des außerordentlichen Lehramtes gehört die Absicht, infallibel zu sprechen“ – Nun, da auf dem II. Vatikanum
keine Glaubenswahrheiten definiert wurden, wird man demnach nicht von „außerordentlichen“ Lehramt sprechen
können.
Was bedeutet „Anerkennung des Zweiten Vatikanums“ Da das II. Vatikanum ordnungsgemäß nach dem damals
gültigen CIC von 1917 einberufen, unter Leitung Johannes XXIII. und Paul VI. abgehalten und bestätigt
wurde, darf ihm der Charakter eines ökumenischen Konzils und der Charakter ordentlichen Lehramtes nicht
abgesprochen werden. Einig sind sich alle, daß keine neuen Dogmen verkündet wurden (dies hat auch Paul
VI. hervorgehoben). Doch muß betont werden: nicht nur, sondern vor allem das ordentliche Lehramt dient
der Vertiefung des Verständnissses der Offenbarung (darum heißt auch die andere Form: außerordentlich).
Da sich das II. Vatikanum, wie übrigens jedes ökumen. Konzil, in Kontinuität zur Vergangenheit sehen
wollte (auf keine Autorität wird sooft verwiesen wie auf Pius XII.), sind die neuen Akzente und Aspekte,
insofern sie die Lehre betreffen, als organische Entfaltung und Weiterführung und nicht im Widerspruch
zum Vergangenen zu interpretieren. Nur ein markantes Beispiel: einfach das Wort „Religionsfreiheit“ zu
nehmen und zu sagen, die sei früher verurteilt worden und werde jetzt plötzlich gelehrt, verkennt die
Realität des organischen Wachstums. Denn: auch alle drei wichtigen Begriffe der Trinitätslehre (Wesen,
Person, Hypostase) wurden von der Kirche einmal verurteilt, später aber als Ausdruck der rechten Lehre
verwendet. Die „Religionsfreiheit“ des II.Vatikanums ist, das kann jeder, der die Acta des Konzils studiert
(also die Textgeschichte), sehen, nicht die, die im 19. Jahrhundert verurteilt wurde.
Sind Traditionalisten katholisch? Ich war der Auffassung, es genüge einfach, katholisch zu sein, d.h.
in Gemeinschaft mit dem Papst und den ihm verbundenen Bischöfen zu stehen, den von der Kirche dargelegte
Glauben zu bekennen und die sieben Sakramente anzuerkennen. Eine Bestimung der Tradition von einem Standpunkt
gegen Rom oder ohne Rom ist mir hingegen nichts bekannt – außer bei Gruppen, die eben nicht katholisch
sind.
Einigung möglich: wenn die Mitglieder der Piusbruderschaft sich bekehren Viele Texte der Piusbruderschaft
zu den Themen, die tatsächlich einer Einigung im Wege stehen, nämlich Religionsfreiheit, Ökumenismus,
die Beurteilung des neuen lateinischen Meßritus, strotzen nur so von Unkenntnis der Tradition, die zu
verteidigen, und zwar sogar gegen Rom, sie sich vorgenommen haben. Das heißt natürlich nicht, daß es
nicht in all diesen Bereichen innerkirchlich Fehldeutungen und Mißbräuche gab und gibt. Aber: eine Reform
ohne oder gegen Rom endet mit Sicherheit in einer schismatischen Bewegung – man vergleiche dazu Martin
Luther und Katharina von Siena – beide lebten in einer Zeit der Krise, beide wollten eine Reform (Luther
berief sich anfänglich sogar, ähnlich wie die Piusbruderschaft, auf den besser zu informierenden Papst…) –
aber nur Katharina wurde zu einem Segen für die Katholische Kirche, weil sie sich nur für eine innerkirchliche
Reform mit dem Papst, in Einheit mit ihm, einsetzte. Sie selbst sah sich gar nicht als Reformatorin, sondern
als diejenige, die am meisten Schuld an der Krise der Kirche trage (so in einem Brief an Raimundo von
Capua) – solch eine Selbsteinschätzung habe ich noch bei keinem Mitglied der Piusbruderschaft angetroffen… –
daher: Bekehrung!
zu Karl Murx – Sie wollen also keinen Disput Ich habe Ihnen drei Fragen vorgelegt (siehe unten), deren
Beantwortung ich als Voraussetzung für einen weiteren Disput ansehe. Da Sie keine der drei beantwortet
haben, sind Sie anscheinend nicht an einem sachlichen Disput interessiert. Schade! Denn ein näheres Eingehen
auf die Anaphora von Addai und Mari, die bis ins 2. bzw. 3. Jhdt. nach Christus zurückreicht, hat ein
Abklären meiner Fragen zur Voraussetzung. Eine Beschäftigung mit heiligen rituellen Texten (wie ich
Sie in meinen Fragen anspreche) als „Semantik“ abwertend zu beurteilen, bedeutet, Wesentliches im Christentum
nicht verstanden zu haben. Ihre Behauptung, die Einsetzungsworte Christi seien ein monolithischer Gesetzestext,
der überhaupt nicht das Umfeld (sprachlich und sachlich) zu beachten habe, widerspricht eklatant der
Heiligen Schrift und einem ihr gemäßen Umgang. Denn wie die Evangelien bezeugen, hat Christus die Einsetzung
des eucharistischen Opfers und Sakramentes innerhalb einer Beracha vorgenommen und diese ist nun einmal
ein Gebet. Daß man z.T. schon im Mittelalter das lateinische „benedixt“ als reinen Gestus (segnete) mißverstanden
hat, zeigt gerade die Bedeutung fundierter „semantischer“ Forschung (um Ihre Diktion zu verwenden).
zu Karl Murx: Voraussetzungen für einen Disput Wie wir bei Platon erfahren können, hat eine Disputatio
nur einen Sinn, wenn klar ist, über was man sich einig ist. Daher folgende Fragen: 1) Gestehen Sie zu,
daß eine rein deprekative Taufformel (es möge getauft werden) gültig ist, obwohl im Taufbefehl (Mt
28) ein indikativisch gehaltener Auftrag zu stehen scheint und auch viele Riten indikativische Taufformeln
haben? 2) Gestehen Sie zu, daß eine rein deprekative Lossprechungsformel (etwa in der der Form: es erbarme
sich deiner…und lasse dir die Sünden nach der alllmächtige und barmherzige Gott), wie sie sowohl im
lateinischen Ritusbereich vorkam als immer noch in östlichen Riten vorkommt, gültig ist? 3) Gestehen
Sie zu, daß auch der Einsetzungsbericht des lateinischen Ritus einen Relativsatz darstellt (qui pridie),
der sich an ein Gebet (!) um die Wandlung anschließt, das also den Hauptsatz darstellt? Mit herzlichem
Gruß und Dank für eine Antwort Karim
zu Karl Murxn – Nicht Kraut und Rüben durcheinanderwerfen Rom hat nicht eine Liturgie ohne Wandlungsworte
für gültig erklärt, sondern eine, die keinen expliziten Einsetzungsbericht enthält. Bereits Johannes
Chrysostomus hat hervorgehoben, daß es nicht die Worte des Priesters sind, die die Konsekration bewirken,
sondern die Worte des Herrn. Wie die Worte des Herrn wirksam sind, durch ein wörtliches Wiederholen des
Priesters hindurch (z.B. im lateinischen Ritusbereich), oder durch die Form von Gebeten (so bei der Anaphora
von Addai und Mari), ist dann offengelassen. Nur zur Erinnerung: bereits das Konzil von Florenz anerkannte
eine Taufformel, die rein deprekativen Charakter hat (es möge getauft werden…). Ebenso haben viele
Lossprechungsformel bei der Beichte Gebetscharakter und wurden für gültig anerkannt. Daß dies jetzt
auch für eine Liturgie geschah, liegt demnach auf der Linie dessen, wie das Heilshandeln Christi in der
Zeit wirksam werden kann.
Der erwähnte Priester der Piusbruderschaft ist häretisch, wenn er tatsächlich der Auffassung sein sollte,
im Neuen Lateinischen Ritus würde die Realpräsenz von der Zustimmung der Gläubigen abhängen und als
Beweis die Reduzierung einer zweifachen auf eine einfache Kniebeuge anführt. Viele Jahrhunderte hindurch
wurde in lateinischen Riten an dieser Stelle überhaupt keine Kniebeuge gemacht, ja, wie alte Missale
bezeugen, wurde nicht einmal der Einsetzungsbericht vom übrigen Text abgesetzt und hervorgehoben.
Päpste ließen Religionsfreiheit unbeanstandet Bayern ist einerseits dem Christentum verpflichtet, wie
aus folgendem Ausschnitt aus einem Urteil deutlich wird: „Schon in ihrer Präambel, der Bedeutung für
die Auslegung der Verfassung zukommt (VerfGH 41, 44/47), lehnt die Bayerische Verfassung eine Staats-
und Gesellschaftsordnung ohne Gott ab und verweist auf die mehr als tausendjährige Geschichte Bayerns,
die geprägt ist durch die Verwurzelung des Landes in der christlich-abendländischen Tradition.“ Andererseits
gibt es im katholischen Bayern seit dem Edikt über die Religionsfreiheit (1803) die Zulassung von Gemeindebildungen
der drei im Westfälischen Frieden (1648) anerkannten Konfessionen. Dieses Edikt wurde von keinem Papst
verworfen.
Es gibt ein Recht auf Toleranz Selbst Pius XII. hatte einmal geschrieben, daß es Situationen gäbe, in
denen, obwohl es sich um objektive Übel handle, dem Staat nicht einmal das Recht zustehe einzugreifen.
Mit anderen Worten: die beteiligten Personen haben ein Recht auf Toleranz. Abstrus ist die Auffassung,
allein die Katholiken dürften in einem Staat Toleranz einfordern, wären diese einmal an der Macht, könnten
sie ihrerseits allen andern Nichtkatholiken das Leben schwer machen. Wenn ich recht sehe, vertreten auch
manche Islamisten diese These…mutatis mutandis, d.h. in Hinblick auf den Islam natürlich. Aber: wird
so je ein friedliches Leben in einem Staate möglich sein? Jedenfalls hat der hl.Paulus die Christen aufgefordert,
für die heidnischen Herrscher zu beten, damit die Christen ein friedliches Leben führen können. Hätte
wohl Paulus, wäre er ein Herrscher gewesen, den Untertanen diesen Frieden verweigert? Nie und nimmer!
Und zum friedlichen Miteinander gehört eben auch die Relgionsausübung!
Wollen Sie eine „islamistische“ Ekklesiologie? Einer Identifizierung von Kirche mit dem Staat und Kirche
mit einem daraus folgernden „weltlichen“ Absolutheitsanspruch scheinen einige hier zu huldigen. Sie scheinen
vergessen zu haben, daß selbst Pius XI. in „Quas primas“ ausdrüclich betont, daß man in das Reich Christi
nur durch Bekehrung eintreten kann (und die läßt nun nicht weltlich/staatlich verordnen…) und bereits
Leo XIII. die „Freiheit der Gewissen“ verteidigt und damit einen Ansatzpunkt für ein Recht der Person
vor einer Nichteinmischung des Staates in religiösen Fragen (innerhalb der Grenzen des Gemeinwohls) begründet.
Wer aus dem Reich Christi und der Welt ein Reich machen will, findet sich in der fundamentalistischen
islamischen Auffassung wieder, aber nicht in der Lehre der Kirche!
Nicht Rom, die FSSPX verweigert den Diskurs Nachdem Erzbischof Lefebvre seine „Dubia“ (Zweifel“)bezüglich
der vom II. Vatikanum gelehrten Religionsfreiheit eingereicht hatte, gab es eine ungefähr 50 Seiten umfassende
Antwort Roms. Doch diese Antwort wurde von der FSSPX (Piusbruderschaft) nicht veröffentlicht! Die allermeisten
Mitglieder wissen gar nicht, daß es eine solche Antwort gibt! Nicht Rom, sondern die FSSPX verweigert
beharrlich den Diskurs!
Die Bürger haben Freiheit, nicht die Religion Lieber Iräneus, nicht die Religionen haben das Recht auf
Freiheit, sondern die Staatsbürger, die ihre Religion ausüben wollen. Da der Staat als Staat für alle
Bürger zuständig ist, nicht nur für Katholiken (oder vertreten Sie das Staatsmodell fundamentalistischer
Islamisten?) und der Staat als Staat nicht für die Religion zuständig ist (ansonsten müßten Bürger
andauernd ihre Staaten wechseln, je nachdem, welcher Religion sie angehören), darf sich auch kein Bürger
vom Staat zu einer Relgionsausübung gezwungen oder an einer religiösen Praxis gehindert sehen, die dem
Gemeinwohl keinerlei Schaden zufügt.
Religionsfreiheit und die Päpste Da scheinen einige im Forum die Geschichte nicht zu kennen. So haben
seit Jahrhunderten die Päpste keine Einwände dagegen gehabt, daß z.B. in der Verfassung des katholischen
Bayern das Recht auf Religionsfreiheit verankert ist. Weiters haben Pius IX. und Leo XIII. nur eine Religionsfreiheit
auf dem Hintergrund des Indifferentismus abgelehnt, nicht aber eine Religionsfreiheit, die sich aus dem
Recht der menschlichen Person vor einer Nichteinmischung des Staates (natürlich innerhalb der Grenzen
des Naturrechts, ein z.B. Kinder opfern wollender Sektenbruder kann sich nicht auf „Religionsfreiheit“
berufen) ergibt, wie sie vom II.Vatikanum gelehrt wurde. Übrigens hat bereits Leo XIII. die „Freiheit
der Gewissen“ verteidigt.
Quo primum sprach nie von „dieser Messe“ An Marcel: Sie scheinen „Quo primum“ und den alten lateinsichen
Ritus nicht gut zu kennen. Weder „Quo primum“ noch das „Missale Romanum“ sprechen von „dieser Messe“ oder
„die Messe aller Zeiten“ – sondern nur vom „Ritus“ der Messe, in diesem Fall von einem Ritus, nämlich
einem des lateinischen Ritusbereichs. Es gab und gibt innerhalb der Katholischen Kirche zig andere Riten.
Bevor Sie wieder „Ritus“ und „Messe“ durcheinanderwerfen, sollten Sie doch ein wenig Liturgiegeschichte
und Dogmatik konsultieren. Ein gut gemeinter Rat! Übrigens, verzeihen Sie mir den polemischen Hinweis,
betreffs Ihres „häresiefreien“ Forums. Eine Identifizierung eines Ritus mit „der Messe“ ist eigentlich
häretisch, da dann ja in anderen Riten keine gültige Messe gefeiert werden könnte.
Der Ausdruck „Heilige Messe aller Zeiten“ ist falsch Die Identifizierung eines bestimmten Ritus mit der
„Heiligen Messe aller Zeiten“ ist falsch, weil die hl.Messe in verschiedensten Riten gefeiert wurde und
wird. Somit sind auch die Ausdrücke „Neue Messe“ wie auch „Alte Messe“ eigentlich falsch. Auch gibt es
keine Krise „der Messe“. Es gibt eine Krise innerhalb des lateinischen Ritusbereichs. Punkt. Aber keine
des äthiopischen, byzantinischen und anderer Ritusfamilien der Katholischen Kirche.
Wenn sie näher kommen, dann müssen sie wählen. Mutter Teresa hat keinen Synkretismus gelehrt, sondern
ging davon aus, daß ein Mensch, der sich wirklich bemüht, Gott zu suchen und ihm zu dienen, sein Herz
bereitet für die Fülle der Offenbarung, die uns in und durch Christus geschenkt ist. Und bereits die
Kirchenväter sprachen von den „Samenkörnern“ des Wortes, die sich bei den Nichtchristen finden. Alles,
was eben in anderen Religionen in sich wahr, gut und heilig ist, kann hin zu Gott und seiner Gnade führen.
Wer im Hebräischen beheimatet ist, weiß, daß „dabar“ sowohl Wort als Tat bedeutet. Das heißt: durch
ihre Werke der Nächstenliebe hat Mutter Teresa auch gepredigt, Zeugnis gegeben für Christus. Und es
ist bekannt, daß viele Leidende und Sterbende noch das Sakrament der Taufe verlangt haben. Und auch den
übrigen, die noch nicht zu dieser Einsicht gelangt waren, war sie zumindest eine Hilfe, im Frieden mit
Gott zu sterben. Hier tröstet ein Wort Pius IX., der am 7.12.1854 sagte, daß Gott keinen verurteilt,
der ohne Schuld nicht katholisch wird.
Zu: Gott und Allah Jeder, der des Arabischen mächtig ist, weiß, daß der Name für Gott eben Allah ist,
sei es für Moslems, sei es für Christen. Das arabische Neue Testament spricht nur von „Allah“, nie von
„Gott“ (was die Terminologie betrifft). Übrigens: das Wort „Gott“ ist gar nicht christlichen Ursprungs,
sondern geht wahrscheinlich auf das Sanskrit Verbum „hu“ zurück, was „opfern“ bedeutet, bzw. vom Partizip
„huta“, d.h. das durch Opfer angerufene Wesen. Soviel zum Terminologischen, nun zum Inhalt. Ist es nicht
auffällig, daß sowohl wir Christen in Deutschland, England (God) etc. einen Begriff für Gott haben,
der gar nicht christlichen noch jüdischen Ursprungs ist. Dasselbe gilt für „theos“ (wahrscheinlich von
„hauchen, atmen“), „Deus“ (aus Sanskrit: der Leuchtende oder Himmlische). Mit anderen Worten: diese Begriffe
konnten übernommen werden, weil sie mit Inhalten verbunden waren, die in sich wahr sind, wie die Existenz
eines transzendenten Wesens. D.h. der Monotheismus ist überall wahr, egal, wo er sich findet. Durch die
Fülle der Offenbarung wird auch auch nicht die Wahrheit des Monotheismus abgeschafft. Und im Glauben
an einen Gott sind Christen mit allen eins, die auch an einen Gott glauben (so sah es z.B. auch der sicher
nicht als liberal geltende Pius XI.).
Es geht nicht um rein natürliche Gotteserkenntnis Weder Heb.11,6 noch der hl. Gregor VII. sprechen von
einer rein natürlichen Gotteserkenntnis, wie wir sie etwa in Röm 1,19f angesprochen finden. Denn entscheidend
für den Unterschied zwischen natürlicher und übernatürlicher Gotteserkenntnis ist das Medium, durch
das sie geschieht, einmal durch die Vernunft, einmal durch den Glauben. Das Objekt, nämlich Gottes Existenz
und seine Vorsehung, ist beidesmal dasselbe. Sowohl im Hebräerbrief, Kap. 11, als auch im Brief des hl.
Gregor VII. geht es aber um eine Gotteserkenntnis im Glauben (Heb, 11, 6: muß glauben, daß er ist…Gregor:
an einen Gott glauben, ihn bekennen und verehren). Übrigens auch, was die Liebe betrifft, so schreibt
sie Gregor VII. beim Muslim eindeutig einem übernatürliche Einfluss Gottes zu, und nicht einem rein
natürlichen Impuls. Auch die gegenseitige Liebe, die sich Christen und Muslime mehr schulden als anderen,
betrifft ja gerade den Umstand, daß sie beide an den einen Gott glauben.
Der Brief des hl.Gregor VII. – deutsch – 2.Teil Denn wie der Apostel sagt: Er ist unser Friede und hat
beides eins gemacht (Eph 2). Aber diese dir von Gott verliehene Gnade haben viele vornehme Römer durch
uns erkannt und bewundern ohne Einschränkung deine Güte und deine Tugenden und künden davon. Darunter
sind unsere Vertrauten Albericus und Cincius, die fast von Jugend an mit uns im Römischen Palast aufgezogen
worden sind und es sich sehr wünschen, in innige Freundschaft mit dir zu gelangen, und weils sie dir
gerne mit dem dienen wollen, was dir in unseren Heimatländern gefallen könnte, schicken sie dir ihre
Diener, damit du durch sie erkennst, für wie klug und edel sie dich halten und wie sehr sie dir dienen
wollen und können. Wir empfehlen sie deinem Großmut und bitten dich, daß du dieselbe Liebe, die wir
dir und all den deinen zuteil zu werden ersehnen, auch ihnen aus Liebe zu uns und als Ersatz für die
Treue der erwähnten Männer zuteil werden läßt. Gott weiß nämlich, daß wir dich rein zur Ehre Gottes
lieben, und dein Heil und deinen Ehre in diesem und im zukünftigen Leben ersehnen. Und daß Gott selbst
dich nach einem langen Leben in den seligen Schoß des heiligsten Patriarchen Abraham aufnehmen möge,
dafür beten wir mündlich und mit dem Herzen.
Der Brief des hl.Gregor VII. – deutsch – 1.Teil Bischof GREGORIUS, der Diener der Diener Gottes, entbietet
Anzir [Anazir], dem Fürsten von Mauretanien ( Sitiphensis provinciæ ) in Afrika, Gruß und Apostolischen
Segen. Eure Majestät hat uns in diesem Jahr eine Brief geschickt, auf daß wir den Priester Servandus
gemäß christlicher Ordnung zum Bischof weihen. Weil uns deine Bitte gerecht und sehr gut erschien, trachteten
wir danach, es zu tun. Du hast uns auch Geschenke übermittelt und Christen aus Ehrfurcht vor dem heiligen
Petrus, des Fürsten der Apostel, und aus Liebe zu uns freigelassen. Du hast ferner versprochen, weitere
Gefangene in Zukunft freizulassen. Diese Güte hat schließlich der Schöpfer von allen, nämlich Gott,
ohne den wir nichts Gutes zu tun, ja nicht einmal zu denken vermögen, deinem Herzen eingegeben. Er, der
jeden Menschen erleuchtet, der in diese Welt kommt (Joh 1) hat deinen Geist bei diesem Vorhaben erleuchtet.
Denn der allmächtige Gott, der will, daß alle Menschen gerettet werden und keiner verlorengeht (1 Tim
2) anerkennt nichts mehr in uns, als daß der Mensch nach der Liebe zu sich selbst den Nächsten liebe
und daß er anderen nichts antue, von dem er selbst wünscht, es möge ihm nicht angetan werden (Math
7). Daher schulden wir [Christen] und ihr [Muslime] diese Liebe uns gegenseitig mehr als den übrigen
Völkern, da wir an einen Gott, wenn auch auf verschiedene Weise, glauben und ihn bekennen, und wir ihn
als Schöpfer der Zeiten (Jahrhunderte) und Lenker dieser Welt täglich loben und verehren.
Der Brief des hl. Gregor VII. – II. Teil Nam sicut Apostolus dicit : Ipse est pax nostra qui fecit utraque
unum (Ephes. II). Sed hanc tibi gratiam a Deo concessam plures nobilium Romanorum per nos cognoscentes,
bonitatem et virtutes tuas omnino admirantur [0451B] et prædicant. Inter quos duo familiares nostri Albericus
et Cincius, et ab ipsa pene adolescentia in [0452A] Romano palatio nobiscum enutriti, multum desiderantes
in amicitiam et amorem tuum devenire, et de his quæ in patribus nostris placuerit tibi libenter servire,
mittunt ad te homines suos, ut per eos intelligas quantum te prudentem et nobilem habeant, et quantum
tibi libenter servire velint et valeant. Quos magnificentiæ tuæ commendantes rogamus, ut eam charitatem,
quam tibi tuisque omnibus semper impendere desideramus, eis pro amore nostro et recompensatione fidelitatis
prædictorum virorum impendere studeas. Scit enim Deus quia pure ad honorem Dei te diligimus, et salutem
et honorem tuum in præsenti et in futura vita desideramus. Atque ut ipse Deus in sinum beatitudinis sanctissimi
patriarchæ Abrahæ post longa hujus vitæ spatia te [0452B] perducat corde et ore rogamus.
zu: viroblationis: der Text des hl.Gregor VII.- I.Teil Es geht um den Glauben an Gott , nicht um eine
philosophische Erkenntnis. Da nur 1500 Zeichen erlaubt sind, kann ich Teil II erst abdrucken, wenn ein
weiterer Leser sich nach meinem Beitrag meldet: PL 148, [0450D] GREGORIUS episcopus, servus servorum Dei
ANZIR [ANAZIR] regi Mauritaniæ Sitiphensis provinciæ in Africa, salutem et apostolicam benedictionem.
Nobilitas tua hoc in anno litteras suas nobis misit quatenus Servandum presbyterum episcopum, secundum
Christianam constitutionem, ordinaremus ; quod, quia petitio tua justa et optima videbatur, facere studuimus.
Missis etiam ad nos muneribus, Christianos, qui apud vos captivi tenebantur, reverentia beati Petri principis
apostolorum, et amore nostro dimisisti, alios quoque captivos te dimissurum promisisti. Hanc denique bonitatem
Creator omnium Deus, sine quo nihil boni facere, imo nec cogitare possumus, cordi tuo inspiravit ; ipse
qui illuminat omnem hominem venientem in hunc mundum [0451A] (Joan. I) in hac intentione mentem tuam illuminavit.
Nam omnipotens Deus, qui omnes homines vult salvos facere, et neminem perire (I Tim. II), nihil est quod
in nobis magis approbet quam ut homo post dilectionem suam hominem diligat, et quod sibi non vult fieri,
alii non faciat (Matth. VII). Hanc itaque charitatem nos et vos specialibus nobis quam cæteris gentibus
debemus, qui unum Deum, licet diverso modo, credimus et confitemur, qui eum Creatorem sæculorum et gubernatorem
hujus mundi quotidie laudamus et veneramur.
„Bona fide“ und Mission Wenn jemand die Tugend des Glaubens hat, und sei es nur mit den Inhalten von Heb
11,6 (Existenz Gottes und seiner Vorsehung), dann er ist er aufgrund dieses Umstandes „bona fide“. Wenn
er „mala fide“ wäre, hätte er die Tugend des Glaubens ja gar nicht. Hier gilt: tertium non datur! Im
Zustand der „bona fide“ sind aber alle Irrtümer, denen er schuldlos anhängt (wiederum gilt: sonst wäre
er nicht „bona fide“) keine Sünde gegen den Glauben. Gleichzeitig gilt: jeder Irrtum, ob er schuldhaft
oder schuldlos vertreten wird, ist in sich ein Übel und kann verheerende Folgen haben (nehmen wir als
extremes Beispiel die Überzeugung, ohne Darbringung von Menschenopfern würde die Sonne nicht mehr aufgehen).
Daher habe ich, in einer die Würde der Person und seiner Wahrheitsfähigkeit achtenden Weise, soweit
es mir möglich ist, den in Irrtum Befindlichen zur Wahrheit zu führen – ohne, und das ist wichtig, darüber
urteilen zu müssen, ob der andere „bona“ oder „mala fide“ ist. Mit anderen Worten: die Pflicht zur Mission
hat als tiefsten Grund die Gottes- und Nächstenliebe, keinen Fanatismus und keinen Proselytismus. Die
missionarische Tätigkeit ist dabei von der Überzeugung getragen, daß der eigentliche „Missionar“ der
Logos, der Sohn Gottes ist, der jeden Menschen erleuchtet, der in diese Welt kommt (vgl. Joh 1,9).
Zu: Vir-oblationis und Glaubensverpflichtung Der hl.Gregor VII. wußte natürlich, daß Al Nazir das Christentum
kannte, hat ihm aber mit keinem Wort eine Sünde des Unglaubens vorgeworfen. Denn es genügt nicht, einfach
mit dem Christentum konfrontiert zu werden, sondern es ist notwendig, daß jemand im Gewissen erkennt,
daß er den christlichen Glauben annehmen müßte und es nicht tut. Erst dann sündigt er gegen die Tugend
des Glaubens, der sich, was den expliziten Glaubensinhalt, auf die Existenz eines Gottes und der moralischen
Verantwortung vor ihm (siehe Heb 11,6) beschränken kann. Mit anderen Worten: jemand, der die Tugend des
Glaubens (gemäß Heb 11,6) hat, muß eine Sünde gegen den Glauben begehen, um diesen zu verlieren. Solange
er das nicht tut, verliert er diese Tugend nicht, selbst wenn er irrtümlich z.B. von der Unwahrheit des
Christentums überzeugt ist.
Bereits der hl. Thomas von Aquin Der Kirchenlehrer Thomas von Aquin lehrte, daß für diejenigen, die
noch nicht die Offenbarungswahrheit angenommen haben (er nennt sie „gentiles“) der Glaube an einen Gott
und dessen Vorsehung genügt (De Veritate, q.14 a.11 ad 5). Übrigens entspricht das ganz dem Neuen Testament,
Hebr. 11, 6: „Ohne Glauben aber ist es unmöglich, (Gott) zu gefallen; denn wer zu Gott kommen will, muß
glauben, daß er ist und daß er denen, die ihn suchen, ein Vergelter ist“. In diesem Glaubensakt, so
lehrt Thomas von Aquin, ist dann auch der Glaube an alle Wahrheiten eingeschlossen, implizit, d.h. ohne
daß der betreffende Nichtchrist sich dessen bewußt ist (Summa Theologica II IIae, q.1 a.7 c).
Bereits der heilige Papst Gregor VII. In einem berühmten Brief an den moslemischen Prinzen Al-Nasir schrieb
der hl. Gregor VII. im Jahre 1076, daß Christen und Muslime zu größere gegenseitiger Liebe als zu anderen
verpflichtet sind, „da wir (Christen und Muslime) an einen Gott, wenn auch in verschiedener Weise, glauben
und bekennen, und wir ihn als Schöpfer der Zeiten und Lenker dieser Welt täglich loben und verehren“
(Hanc itaque charitatem nos et vos specialibus nobis quam cæteris gentibus debemus, qui unum Deum, licet
diverso modo, credimus et confitemur, qui eum Creatorem sæculorum et gubernatorem hujus mundi quotidie
laudamus et veneramur, PL 148, 451 A). Der hl. Gregor VII. widerspricht also direkt denjenigen, die behaupten,
Christen und Muslime hätten einen verschiedenen Gott.
Ein Grundproblem der Piusbruderschaft Die Auffassung des sedisvakantisch gewordenen Paters „er verwerfe
auch das System der Piusbruderschaft, in dem die Anerkennung des Papst illusorisch sei und dieser de facto
nicht mehr als ein Ehrenprimat besitze. Das einzige Zeichen der Anerkennung des päpstlichen Primates
seien Fotos des „aktuellen Okkupanten des Stuhles Petri“ in den Sakristeien der Kapellen und Kirchen der
Bruderschaft. Die eigentliche Autorität der Piusbruderschaft sei der Generalobere“ gibt tatsächlich
ein Grundproblem der Piusbruderschaft wieder. Sollte diese nicht in die volle sichtbare Einheit mit dem
Papst zurückkehren, wird sie schließlich in einer Ekklesiologie enden, die mit dem katholischen Glauben
unvereinbar ist.