Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
#15 adlerauge 15:22:01 | Sonntag, 27. Februar 2005
@sttn Eine gesetzliche Lockerung oder gar Aufhebung des Lebensschutzes von Ungeborenen impliziert ja geradezu
die Botschaft seitens des Gesetzgebers, ungeborene Kinder hätten weniger Lebensrecht. Langfristig geht
damit immer ein Absinken des Unrechtsbewusstseins einher. Das Töten als Praxis zur Problembewältigung
wird dadurch gesellschaftlich vernormalisiert. Die Abtreibung ist längst nicht mehr eine bloße Tat vereinzelt
Verzweifelter, sondern Standardprozedur bei ungewollter Schwangerschaft. Es muss also wieder ein Bewusstsein
für die Würde ALLER Menschen geschaffen werden, sonst bleiben Maßnahmen gegen Abtreibungen bloße Symptombekämpfungen.
Daher soll die Kirche helfen wo es geht, sie darf dabei aber in keinem Fall das Verbrechen der vorgeburtlichen
Kindestötung beschwichtigen, was sie aber täte, wenn sie Beihilfe (per Scheinausstellung) dazu leistet.
Lieber sttn! Ihre Unterstellung, wir hätten kein Interesse daran, Abtreibungen zu verhindern, offenbart
nur ihr Unverständnis über bestimmte Zusammenhänge zwischen Recht, Moral und Praxis. Diese Zusammenhänge
will die Abtreibungslobby konsequent verschleiern um ihr Millionengeschäft zu bewahren und Sie fallen
darauf rein.
@sttn Auf Hilfe wird ja nicht verzichtet, sondern nur auf den Lockruf: „Bei uns bekommst du den Schein
damit du dein Kind straffrei töten darfst“. Das ist keine christliche Einladung Hilfe anzunhemen. Der
Staat ist im übrigen alles andere als unbeteiligt, er kommt sogar finanziell auf.
Prinzipielles Nicht einmal, wenn unschuldige Menschen zu Hunderttausenden umgebracht werden, dürfen Christen
darauf hinweisen, dass wir die endgültigen Lehren aus unserer Vergangenheit noch nicht gezogen haben.
Genau das hat Meisner gemeint. Die Gesellschaft will sich aber nicht belehren lassen und die Illusion
aufrecht erhalten, alle Irrwege der Vergangenheit seien beseitigt. Erst dann wären prinzipielle Vergleiche
mit den Ursachen der größten Verbrechen der Vergangenheit nicht mehr möglich. Die Empörung gegen Meisner
zeigt sich daher nur vordergründig moralisch, tiefer liegt aber der absolute Unwille, besonders kritisch
gegenüber dem Unrecht unserer heutigen Zeit zu sein.
meisner hat recht gerade ein intelligenter christ darf sich nicht der beschränkten gesellschaftlichen
wahrnehmung unterwerfen. für einen politiker ohne moralische prinzipien wären diese aussagen im hinblick
der wählerstimmenmaximierung vielleicht unintelligent, aber ein christ hat das unrecht klar beim namen
zu nennen