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Mariano Kardinal Rampolla … … war unter Leo XIII. nicht nur Staatssekretär, sondern auch der Stifter
des in den 1970er Jahren entfernten Marmoraltares an der Kathedra. Wie die Renovierungs- und Verschönerungsarbeiten
in seiner Titelkirche Santa Cecilia war auch dieser Altar von erlesenem Geschmack.
Für glaubwürdiger … … als Herrn R. Rabiega (man erinnert sich: jenen famosen „Kronzeugen“, der mittlerweile
recht ungünstig aufgefallen ist) halte ich Frau Dr. Waste allemal.
#144 L. Trzil 23:10:25 | Samstag, 22. Dezember 2007
Inundatio camelorum … Man kann sich nur wundern, in welchem Ton und mit welchen Mitteln hier manche
der Sache der „alten“ Messe zu dienen meinen. Wollte man dem Duktus diverser vorgebrachter Theorien rothkranzhaften
Zuschnittes folgen, so müßte einiges, was in diesem Thread steht, unter „Fünfte Kolonne der antitridentinischen
Großverschwörung“ firmieren. Mit sedisvakantistischen Grotesken („Scheinpriester“ u. dgl.), vorgetragen
mit der Subtilität einer Kirtagsrauferei, kann dem Anliegen der liturgischen Tradition schließlich besonders
nachhaltig geschadet werden.
Abmeldung Soeben komme ich von einem Kurzurlaub zurück und finde dieses Machwerk vor. Wäre die Veröffentlichung
solcher Bilder „passiert“ und umgehend behoben worden, hätte ich Verständnis; ein vernünftiger Grund
für ihre Beibehaltung trotz entsprechender Hinweise kann aber nicht geltend gemacht werden. Ich glaube
nicht, daß es zu den Aufgaben eines katholischen Nachrichtendienstes gehört, dergleichen in die Haushalte
zu bringen.
Distinguendum Das Judentum als Religionsgemeinschaft kennt natürlich weder Menschenopfer noch (seit der
Zerstörung des letzten Tempels) Blutrituale. Andererseits fand das Martyrium des Sel. Andreas zu einer
Zeit statt, als Aberglauben und okkulte Praktiken jeder Art blühten; es ist kein vernünftiger Grund
anzugeben, warum Anhänger einer bestimmten Religion gegen solche ungesunde Zeitströmungen immun sein
sollten. Heute wird der Kult des Seligen in der Diözese Innsbruck durch bischöfliche Maßnahmen eingeschränkt,
die naturgemäß außerhalb dieser Diözese keine Geltung haben.
Omnes quidem currunt … Es ist doch recht erstaunlich, was manchen hier zu einem Todesfall so alles einfällt.
Vielleicht liegt ein grundlegendes Mißverständnis vor: Man könnte nämlich auf den Gedanken kommen,
hier werde ein Wettbewerb ausgetragen auf der Grundlage des Konzepts: wer die größte Anzahl von Personen
(unter besonderer Berücksichtigung Geistlicher) ablehnt, erweist sich damit als der authentischste Katholik
von allen und hat gewonnen. Eine Steigerung der Punktezahl kann erzielt werden, wenn diese Ablehnung auf
besonders herabsetzende und entehrende Weise zum Ausdruck gebracht wird. Das Evangelium, darauf sich diese
Haltung gründen kann, scheint mir indes eher apokryph zu sein …
Koinzidenz Während ich schrieb, schlug der Held Romulus in die von mir erwähnte Kerbe. Ich unterstelle
folgendes: Auch Romulus hat, wie Luther, schon gegessen, etwa sogar mit anderen. Vielleicht liegt hier
eine Verschwörung essender Kryptolutheraner vor …
Lob der Weihnachtspastete Da ich nun schon hier zitiert wurde: Einer der hiesigen Raufbolde war so charmant,
die Weihnachtsessen des Verstorbenen als „Freßgelage“ zu bezeichnen. Ich hatte selbst jahrelang das Vergnügen
und die Auszeichnung, daran teilzunehmen (die beste Pastete, die ich jemals bekam) und glaube, daß man
zu einer Beurtzeilung wie der genannten nur mit einer gehörigen Portion Mißgunst gelangen kann. Überhaupt
habe ich den Eindruck, daß manche, die sich hier so streng gebärden, aus einem mit katholischen Motiven
verbrämten Menschenhaß schreiben; anders lassen sich manche Spitzen nicht erklären. Die im Artikel
erwähnten „WienerTradis“ möchte ich aber in Schutz nehmen: Glaubenstreue mißt sich doch nicht einfach
an der Teilnahme an einer bestimmten Veranstaltung. Auch Don Gregor war solchem Partikularismus abhold,
wenn er auch gewisse weniger liebenswürdige Züge der Wiener nachdrücklich kritisierte.
Ich wundere … … mich nun eigentlich schon nicht mehr. Den Verstorbenen werden – im Unterschied zu
mir – die meisten hier Diskutierenden nicht gekannt haben. Dennoch möchte man sich unter einigermaßen
zivilisierten Menschen (von Katholiken nicht zu reden) wenigstens soviel Pietät erwarten, daß wenigstens
bei seinem Nachruf dermaßen läppisch boshafte Kommentare zu Don Gregors Person und seinem Priestertum
unterblieben, wie man sie hier von manchen findet. Die Anonymität des Forums zeigt ihre enthemmende Wirkung.
Denkt man … … die sedisvakantistischen Thesen zu Ende, müßte das katholische Priestertum eigentlich
schon zur Zeit der arianischen Krise im wesentlichen erloschen sein; eine zweifelsfrei feststehende Weihe
könnte es jedenfalls heute nirgends mehr geben. Die Pforten der Hölle hätten also die Kirche schon
längst überwunden und das Werk Christi wäre historisch relativ rasch gescheitert. Daß dies für jegliche
katholische Theologie ein Unding ist, braucht nicht weiter bewiesen zu werden.
P. Lingen zufolge … … dürften nicht allzuviele Priester übrigbleiben, die der „echten“ Kirche zuzurechnen
wären. Wie viele kann man bei diesen interessanten Kriterien weltweit gelten lassen? 15? 20? Jedenfalls
weit unter der Wahrnehmungsgrenze. Ich finde es nur bedauerlich und eigentlich geschmacklos, daß P. Lingen
einen Todesfall zum Anlaß zur Ausbreitung seiner absonderlichen Thesen nimmt.
#32 L. Trzil 15:27:53 | Samstag, 12. November 2005
@turk: Nicht daß sich keine weiteren Argumente vorbringen ließen; insbesondere das Czernin-Buch, in
welchem auch offensichtlich gestörte Personen wie eine gewisse Dame über Dutzende Seiten zu Wort kommen,
ist schon aufgrund der keineswegs unparteiischen Position seines Herausgebers als Quelle mehr als fragwürdig.
Andererseits sehe ich nicht ein, wie ich dazu komme, meine Argumentation als „lächerlich“ und „verlogen“
bezeichnen zu lassen. Dies ist eine Unverschämtheit, ich beende daher diese Korrespondenz. Hiezu möchte
ich insgesamt bemerken, daß ich sehr erstaunt bin, wie grob der Umgangston unter den kreuz.net-Lesern
insgesamt ist. Wenn dies die Früchte sind …
#25 L. Trzil 14:56:01 | Freitag, 11. November 2005
Multifaria Es ließe sich nun vieles sagen. Das Czernin-Buch habe ich damals gelesen und es enthielt gleichfalls
nichts, was an einen Beweis herangekommen wäre, dafür aber viel wirres Zeug. Was die Entscheidung Sr.
Eminenz betraf, nicht zu klagen, so ist mein Informationsstand, daß ein gleich zu Beginn der Kampagne
beigezogener Jurist eine Klage als aussichtslos bezeichnete – was auch tatsächlich der Fall ist, da das
Gericht lediglich die Unbeweisbarkeit der Vorwürfe, nicht aber deren Unhaltbarkeit feststellen hätte
können. Es mag sein, daß dieser Rat verhängnisvoll war; es mag auch sein, daß Eminenz Groer hoffte,
die Katholiken würden ihn in Schutz nehmen – wie es geschehen war, als Kirchenfeinde gleichartige Anschuldigungen
gegen Kard. Piffl richteten. Heute ist solches leider nicht mehr zu erwarten. Viele Katholiken von heute
(und leider auch viele konservative) rühren mit Leidenschaft im Schmutz – je mehr dieser stinkt, desto
lieber. Klar ist, daß nicht weltweit jeder derartige Vorwurf erlogen ist; klar auch, daß die Kirche
mit Strenge vorgehen muß, wo dergleichen bewiesen werden kann. Es ist aber zu hoffen, daß niemand, der
heute vollmundig urteilt, die Dynamik der Verleumdung am eigenen Leib erfahren muß.
#16 L. Trzil 23:44:16 | Donnerstag, 10. November 2005
Doch. Man kann es mit jedem machen. Es gibt keine Person, die sich gegen dergleichen wirksam zur Wehr
setzen kann, besonders, wenn die behaupteten Vorfälle Jahrzehnte zurückliegen. In der Tat galube ich,
daß das bekanntermaßen kirchenfeindliche Medium „profil“ eine Hetzkampagne gegen Kardinal Groer auslösen
wollte und ausgelöst hat; der „Hauptzeuge“ war, wie die Kronen-Zeitung (von „profil“ unwidersprochen
und ungeklagt) schrieb, gekauft und auch sonst unglaubwürdig. Andere substantielle Beschuldigungen gab
es nicht; die „Vielzahl von Zeugen“ erhob zum Teil groteske Anschuldigungen ohne sachliche Relevanz –
und „eigentümliches“ Verhalten ist doch wohl etwas anderes als ein sittliches Vergehen. Was die Erklärung
der vier Bischöfe betrifft, so war sie jedenfalls gegen die kirchliche Ordnung. Keiner der vier hatte
Kompetenz, öffentlich über einen Kardinal zu richten – und welcher Art soll die „moralische Gewißheit“
gewesen sein? Diese Stellungnahme läßt mehr Zweifel aufkommen, als sie beizulegen scheint.
#14 L. Trzil 20:15:57 | Donnerstag, 10. November 2005
@turk: Wollen Sie damit sagen, Kardinal Groer sei nicht das Opfer einer Kampagne geworden? Ich halte für
offensichtlich, daß genau dies der Fall war. Ohne den Schatten eines Beweises wurden damals die Behauptungen
eines höchst zweifelhaften „Opfers“ von den kirchenfeindlichen Medien und leider auch von vielen Katholiken
für bare Münze genommen. Was aber mit Kardinal Groer geschehen ist, kann man heutzutage mit jedem machen.
#15 L. Trzil 21:30:24 | Donnerstag, 3. November 2005
Wünschenswert … … aber leider aussichtslos. Woher sollen in einer so weit entchristlichten Gesellschaft
wie der unseren die Wähler kommen, zumal nicht wenige Praktizierende mit mehr oder weniger Begeisterung
in die existierenden Parteien eingebunden sind? Außerdem haben bisherige Versuche gezeigt, daß dieses
Lager besonders schwer zu organisieren ist; kaum jemand ist bereit, seine Spezialideen zugunsten eines
Ganzen zurückzustellen.
#7 L. Trzil 21:17:30 | Donnerstag, 3. November 2005
Ens et pulchrum convertuntur … … wie ganz richtig bemerkt wurde. Eine Sache schafft sich den ihr gemäßen
ästhetischen Ausdruck und wird so erkennbarer. Insofern haben solche Demolierungen sogar ihr Gutes.
#12 L. Trzil 02:28:24 | Donnerstag, 3. November 2005
Die Konzelebration… … sollte wohl nicht zur Ideologie stilisiert werden. Wäre sie notwendiger Ausdruck
der kirchlichen Einheit, so ließe sich nicht erklären, warum sie erst so spät aufkam. Insofern scheint
es mir wenig sinnvoll, wenn von „Traditionalisten“ gerade die Konzelebration als Loyalitätsbeweis gefordert
wird, wie es ja immer wieder geschieht; und noch weniger sinnvoll, wenn dieser Forderung stattgegeben
wird. Im Gegenteil könnte angedacht werden, ob nicht eine positive Einstellung zur liturgischen wie zur
theologischen Tradition ein Merkmal der Einheit sein müßte, der Einheit nämlich, welche die Bischöfe
des 21. Jh. mit ihren Vorgängern seit den Zeiten der Apostel verbindet – und ob nicht mindestens die
Zulassung der „tridentinischen“ Messe in der eigenen Diözese ein notwendiger Erweis dieser Loyalität
sein müßte. Nicht, daß man sich darüber hinaus nichts weiter wünschen könnte – aber m. E. werden
in der gegenwärtigen Situation Maximalforderungen nicht weiterhelfen, sondern nur ein sorgfältiges Ausnutzen
der bestehenden Möglichkeiten.
Inhalt? Über diesen ist auf den angegebenen Seiten nicht viel zu erfahren. Eine dem Stück nicht abgeneigte
Seite („The Brussels Journal“) macht sich hauptsächlich Sorgen über antisemitische Passagen und schränkt
ein „Perhaps the antisemitism is funny“ (sic). Weiter heißt es dort bezüglich des Plakates: „As a muslim
immigrant Ben Chikha is apparently allowed to use such images, which make fun of the Flemings and ridicule
the religion many of them adhere to. Contrary to what Ben Chikha says there are things that one had better
not laugh at, such as Islamic religion for instance. Some time ago a Dutch artist showed the backs of
naked women with verses from the Quran written on them. This was considered blasphemy. A Muslim extremist
ritually slaughtered the artist, Theo van Gogh, in broad daylight. That, certainly, is a cultural difference
worth noting. Ben Chikha need not fear being murdered in the street. On the contrary, his play is being
subsidised by the Ministry for Culture. After the performances in Brussels it goes on a six-month tour
through Flanders. The government encourages schools to attend.“ Aus Erfahrung darf man aber damit rechnen,
daß professionelle Religionsverspotter in diesem Stück auf ihre Rechnung kommen. Übrigens: Ob uns der
Verweis auf die Orthodoxen weiterhilft, möchte ich bezweifeln. Die Geschichte der katholischen Kunst
ist überreich an würdigen und gelungenen Darstellungen auch heikler Themen.
Bitte doch zu unterscheiden! Fouquets herrliche Madonna (auf welche Gotthards Posting verweist) gehört,
wie zahlreiche Gnadenbilder, zum Typus der Maria lactans, der stillenden Muttergottes. In Österreich
wurden diese vom ansonsten nicht eben wohl erinnerten Kaiser Joseph II. als „unsittlich“ verboten und
bis auf wenige Exemplare entfernt oder übermalt. Zudem ist auch künstlerisch ein gewaltiger Unterschied
zwischen dem dümmlich-banalen Theaterplakat, welches nur auf den Skandal abzielt, und Fouquets thronender
Madonna, die von manchen Kunsthistorikern als das vollkommenste Gemälde jener Periode überhaupt angesehen
wird. Leider hat der in dieser Hinsicht völlig verkommene europäische Theaterbetrieb gerade nicht jedes
Gespür für das Heilige verloren; er nutzt dieses Gespür allerdings mehr und mehr zur blasphemischen
Herabsetzung und Banalisierung. Dies ist nicht nur in religiöser Hinsicht schwer sündhaft und alles
andere als harmlos; es steuert vielmehr zusehends in eine Richtung, welche gegenüber unserer Religion
eine Haltung des aggressiven Vorurteils, ja der Feindseligkeit befördert. So haben die belgischen Katholiken,
welche die Ehre der Gottesmutter verteidigen, durchaus den richtigen Ton getroffen: in den Begriffen des
heutigen Diskurses geht es tatsächlich um „antikatholischen Rassismus“. Man sollte diesen Begriff auch
in Österreich etablieren und in analogen Fällen einsetzen.
Testfall In jedem Falle wird sich nun herausstellen, wie ernst Präsident Bush seine Äußerungen im Wahlkampf
meinte: ob er tatsächlich im mächtigtsten und einflußreichsten Land der Erde etwas zu Gunsten des Lebensschutzes
bewegen will und kann – oder ob es nur darum ging, christliche Stimmen für eine ansonsten nicht eben
berauschende Politik zu fischen. Eines ist aber sicher: ein demokratischer Präsident hätte die Sache
der Abtreiber mit Eifer weiter vorangebracht.
Verinnerlichung Die Kreuzzüge gehören heute – neben Inquisition und Hexenverbrennungen – zu den beliebtesten
Stereotypen antikatholischer Propaganda. Bei der Abhandlung aller drei genannten Themen wird meist sowohl
die historische Wahrheit als auch die Verhältnismäßigkeit zu den vergleichbaren Handlungen von Nichtkatholiken
ignoriert und stattdessen eine einseitige „Schuld der Kirche“ konstruiert. Dies wäre nicht weiter schlimm,
wenn man es einfach als feindselige Propaganda abtun könnte. Heute aber ist das, was man früher zu Recht
als „Schwarze Legende“ identifizierte, weitgehend als Selbstwahrnehmung bei Katholiken internalisiert.
@Athanasius Nur zwei Anmerkungen: – Zur Dauer der Zelebration im „alten“ Ordo schreibt der Hl. Pius X.
vor, die Stillmesse dürfe „ab amictu ad amictum“, also vom Beginn des Anlegens der liturgischen Gewänder
bis zum Ende des Ablegens derselben, zwischen 25 und 35 Minuten dauern. – Zur „Institutio Generalis“ von
1969: Diese wurde völlig zu Recht als ungenügend kritisiert und wurde daher auch ersetzt. Keinesfalls
gibt die zitierte Passage den Glauben der Kirche hinsichtlich des Meßopfers vollständig wieder, sie
leugnet ihn aber auch in keinem Punkt. Daß der Opfercharakter der Messe in den neuen Texten weniger deutlich
zum Ausdruck kommt, kann nicht bestritten werden. Dennoch ist es nicht gerechtfertigt, den Zelebrationen
nach dem Novus Ordo als solchen die auf das Opfer gerichtete Intention abzusprechen; dies gilt für den
Zelebranten wie auch für die Texte selbst. Insbesondere das „Suscipiat“ („Der Herr nehme das Opfer an
…) macht dies nach wie vor klar. Mit diesem Text könnte auch niemand leben, der eine protestantische
Abendmahlslehre vertritt – und mit dem römischen Kanon schon gar nicht. Übrigens kann es so etwas wie
„Luthers Messe“ keineswegs geben, da der Herr Doktor die Messe bekanntlich strikt ablehnte (und dieser
Ablehnung recht unflätigen Ausdruck verlieh).
@ Athanasius Pardon, aber die Behauptung „[Der] Novus Ordo (Neue MEsse) […] beansprucht nicht einmal
die unblutige Erneuerung des Kreuzesopfers Christi, sondern definiert sich protestantisch als „Herrenmahl“
unter Vorsitz des Priesters.“ wäre nur dann haltbar, wenn man eine radikal-modernistische und nicht legitimierbare
Ideologisierung für die Sache selbst nähme. Tatsache ist freilich, daß die Durchführung der Liturgiereform
de facto solche Uminterpretationen auslöste und ermutigte; die Früchte sehen wir u. a. in der hier abgebildeten
Feier. Sie läßt den Verdacht aufkommen, daß die Absicht, „zu tun, was die Kirche tut“ hier so weit
in den Hintergrund getreten ist, daß die Gültigkeit mindestens zweifelhaft ist. Das Gute daran wäre,
daß man sich wenigstens um die Sicherheit des Allerheiligsten keine Sorgen machen müßte. Diese kann,
wie man auf den Bildern klar erkennt, nicht gegeben sein, wenn freihändig Schwarzbrot-Schnitten (wie
gesagt: hoffentlich eben nicht der Leib Christi) ausgeteilt werden, won denen man im Weggehen abbeißt.
Das Recht der Gläubigen, Mundkommunion zu verlangen, kann unter diesen Umständen nicht gewährleistet
werden; die gesamte Hantierung kann nicht geschehen, ohne daß am Feld reichlich Brösel zurückbleiben.
Das Altargeschirr aus Gmundner Keramik ist da nur konsequent.
Historia docet Bezüglich der „Patrioten“ ist daran zu erinnern, daß deren Schisma alles andere als freiwillig
war. Ein analoges Problem hatte Rom ja in Frankreich, als unter Napoleon die Lage der schismatischen „konstitutionellen“
Geistlichen reguliert werden mußte, wobei man eine pragmatische Lösung fand: die vertriebenen legitimen
Bischöfe mußten auf ihre Diözesen verzichten. Dies war zwar nicht besonders schön, aber unter den
Gegebenheiten wohl das einzig Mögliche – und der Weg, auf dem die Gläubigen wieder zu geordneter Sakramentenspendung
kommen konnten. M.me FioraGraz scheint es von einer anarchistisch-bolschewistischen Netzseite hierher
verschlagen zu haben, hm?
Schlechter Wein in alten Schläuchen Immerhin zeigt sich hier, wie konservativ der geistliche Stand trotz
allem ist: in keinem anderen Beruf könnte man heute noch „Neuheiten“ aus den Siebziger Jahren als das
Aktuelle vom Tag präsentieren. Jene haben zwar schon damals nicht die erhofften Früchte gebracht, aber
man bleibt gerne beim Rezept: „Mehr vom Gleichen“. Vielleicht haben wir es auch mit einer Abart geistlichen
Gottvertauens zu tun, auszudrücken etwa mit der Formel: „Was wir machen, kann nicht so falsch sein.“
#4 L. Trzil 21:40:49 | Donnerstag, 20. Oktober 2005
Scylla & Charybdis Man kann sich gut vorstellen, daß Frau Dr. Kugler-Lang von der eigenen Partei zu den
Distanzierungen gezwungen wurde. Leider zeigt ja bereits die Reihung der Kandidatin deutlich genug, wie
letztrangig die Wiener ÖVP das Thema Lebensschutz einstuft. Das Kalkül, ein paar konservative Stimmen
zu lukrieren (mit denen dann vielleicht doch nur ein/e Liberale/r mehr ins Rathaus kommt) ist nur zu offensichtlich.
Andererseits: Schafft Dr. Kugler-Lang nicht einmal einen Anerkennungs-Erfolg, wird die Parteispitze dies
als Bestätigung ihres Kurses sehen sowie als Indiz dafür, „daß das ohnehin keinen interessiert“ und
daß man weiter mit den Parteien stimmen kann, die aktiv gegen das Leben der Ungeborenen vorgehen.
Patriotische Tradition Immerhin kam der gegen Exz. Lefebvre und die von ihm Geweihten zur Geltung gebrachte
Kanon, welcher Bischofsweihen ohne päpstliches Mandat mit der Exkommunikation belegt, erst anläßlich
der damals unmittelbar bevorstehenden ersten „patriotischen“ Weihen in China in den CIC. Die heutige Situation
der „patriotischen katholischen Kirche“ (Tianzhujiao ai guo hui) ist naturgemäß recht delikat, eine
schismatische Haltung wird man ihren Anhängern aber nicht global zuschreiben können. Immerhin erlitten
sie in den zehn Jahren der Kulturrevolution eine noch weit schwerere Verfolgung als die Katholiken in
Osteuropa – vielleicht mit Ausnahme der albanischen. Und es soll auch nicht vergessen werden, daß die
„Patrioten“ trotz der immensen sprachlichen Schwierigkeiten die „alte“ Messe gerade in jenen Jahren hochhielten,
als sie im freien Westen der Auslöschung am nächsten schien. Es gab damals sogar Kommentare aus China,
welche die Liturgiereform als Ausdruck westlicher Dekadenz ablehnten …
Kontinuität Leider zeigt sich auch hier wieder die ästhetische Orientierungslosigkeit, die man als Kennzeichen
unseres erneuerten Gottesdienstes betrachten kann. Die groteske Hosenalbe, die am ehesten an einen Skianzug
erinnert, ist da nur der Extremfall dessen, was sich spätestens seit den Lurexzelten der 70er Jahre allenthalben
breitmacht. Interessant ist die explizit gemachte Klerikalisierung der Laienhelferinnen beim orangen Ensemble.
Handelt es sich da etwa um in Windjacken verwandelte Dalmatiken?