Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste, klar, aber an dieser „Front“ sind allzuviele unterwegs, die
faktisch eine Inkarnation des Antichrist erwarten; eine geradezu widerwärtig antimessianische „Naherwartung“.
P.S. Zu den LC: Den harten Kern der Vorwürfe gegen den Gründer vermute ich in der Möglichkeit, dass
eine absolutio compliciis vorgekommen sein könnte (Absolution eines Komplizen); wenn das auch nur 1 mal
vorgekommen wäre drohten schon härteste Kirchenstrafen.
#27 stat crux 12:49:58 | Donnerstag, 20. Juli 2006
Vom Generaloberen der Spiritaner zum Generaloberen der Spiritisten? Athanasius: „Vetter Taferl“ hat im
kreuzforum Exz. M.L. sogar posthum zum Generaloberren der Weißen Väter (jetzt: Afrikamissionare) ernannt.
Das ist signifikant für den schlichten Wissensstand der meisten ihrer Gesinnungsfreunde! „Marcel“ passieren
auch dauernd sachliche Fehler; zu gigantisch ist das Bedürfnis einer Beatifikation M.L.s „von unten“.
Sie bleiben da wenigstens halbwegs korrekt.
Ausgezeichnet, Konrad! Wer über die Königsherrschaft Christi nachdenkt, muss zuerst und vor allem festhalten,
dass es keinerlei Gewalt Satans über einzelne Seelen gibt, wenn der Getaufte nicht nachgibt, zustimmt,
sich verführen lässt. Es gibt keine Waffengleichkeit, keinen Dualismus der „Gewalten“. Typen wie „Skandal“-Marcel
(resp. Marcellinus im Forum) machen sich kein klares Bild von der Realität der Taufgnade. Das Sakrament
(überhaupt) ist eben nicht nur Ritual und Initiation, sondern schon Auferstehung, Lossagung von „all
seiner Macht“. Schluss also, Christen, mit der Satansfixierung, omnia instaurare in XPo!
#70 stat crux 12:35:45 | Donnerstag, 20. Juli 2006
Wir können wirklich froh sein, dass Kenner wie Freinsberg sich überhaupt noch bereitfinden, hier und
und zu den gröbsten liturgischen Unsinn etwas einzudämmen! Danke!
Defekt der Materie Ungewöhnlich zwar, das Argument von lumen de lumine, aber anschaulich. Tatsächlich
setzt diejenige Partizipation am mystischen Leibe Christi, die zu amtspriesterlichen Akten befähigt,
das konkrete Dasein als Mann voraus, da Jesus selbst kein Neutrum war. Das Band einer weiblichen Seele
an Christus ist a priori anders als das einer männlichen. Die humane Konkretheit der leiblich-individuellen
Beziehung muss ernstgenommen werden, gerade weil der Herr kein Abstraktum ist, sondern selbst sacramentum
mundi.
Gebt dem Bischof eine Chance! „Vor dem Konzil“ war jeder Bischof eine nahezu sakrale Figur. Solche Hetze
wie hier hätte man sich niemals erlaubt, nicht einmal die Andeutung eines Dissenses. Warum ist die Revolte
von rechts um so sehr viel gehässiger als es liberale Kritik je war??
Ja,… solange es nur um Theologie und Liturgie geht: Kann man an lange Spaltungen denken. Aber wahrscheinlich
ist der „wunde Punkt“ bei SSPX eben doch die Politik (unter Behauptung des Gegenteils).
dum volvitur orbis; so ist es, Hr. Guttenberger; und irgendwann wird die SSPX dann halt „abgewickelt“;
ohne staatlichen Schutz a la Reformation trägt das allenfalls 2 Generationen. Es sei denn rechtslastiger
Okkultismus würde zur Modereligion. Aber das hat mit Kirche dann nichts mehr zu tun.
Dr. Heger Msgr. Gamber hatte sicherlich in manchem Recht; aber die Unbedingtheit der Positionen ist m.E.
kontraproduktiv; zur Handkommunion gibt es z.B. gute Ausführungen bei Otto Nußbaum (Sammelwerk 1996).
Wer hätte das gedacht, Herr Guttenberger, Rothkranz (oder wer immer hinter sedisvakantismus.org steckt)
hat die These von „Marcel“ (der z.Zt. bereits den „Kreuzgang“ als liberal verurteilt) übernommen, Dr.
Otterbeck sei Freimaurer. Absolute Fehlanzeige: nur ein kleiner „Bildungsbürger“.
Copertino Im definitiven Schreiben des Papstes an Lefebvre vom 11.10.1976 wurde bereits Kompromissbereitschaft
hinsichtlich der Alten Messordnung signalisiert (und der Priesterbildung), hätte M.L. sein Werk der Zuständigkeit
des Hl. Stuhls unterstellt. Das war der gebotene Weg; die Petrusbruderschaft hat ihn zwölf Jahre später
nachvollzogen – noch nicht zu spät.
Aurelius: Quis ut DEUS halte ich für einen „Scherzartikel“, der die Sektierer-Position nur imitiert;
spaßeshalber (vielleicht auch Maurice C.); Gruß Dr. O.
Allerdings, Aloah, wie gesagt: hinter dem 68er Problem lauert das 38er Problem; ein schlicht autoritäres
Weltbild ist „für immer“ desavouiert. Ein vernünftiges Maß an Autorität-im-Dialog wird gerade die
Kirche wieder fördernd begünstigen.
@Guttenberger Keine Generation ist so sehr gescheitert wie die so gen. 68er; das aber perpetuiert zugleich
deren Generationskonflikt („Tätergeneration“), nur deshalb ist das Problem noch virulent. Hier hilft
nur die „Heimkehr des deutschen Geistes“ (zu Christus; Buchtitel von Reinhold Schneider, 1946). Allmählich
zeichnen sich solche Tendenzen sogar ab, zum Verdruss auch der Extremen Rechten. P.S. Mag sein, dass Teile
des Freimaurertums sich noch immer als Gegenkirche verstehen. Die Kirche aber deswegen zuerst und vor
allem als „antimasonistische“ Bruderschaft zu konzipieren ist aberwitziger Irrsinn, Religionsverrat und
vielleicht sogar im Sinne bestimmter Geheimgesellschaften. Deren zivilisatorische Abträglichkeit ist
allerdings Faktum, wenn auch von der okkulten Rechten permanent überstrapaziertt; les extremès se touchent.
Sehr richtig, Benedikt Manchmal zweifle ich zwar, ob es Sinn hat, sich überhaupt mit dem Integralismus
zu befassen, aber Ihre Ergänzungen legen wieder den Schluss nahe, dass da ein (wenn auch nicht quantitativ)
wichtiges Thema auf den Katholizismus zukommt. Denn dieses „Wir sind die Reinkultur!“-Plädoyer könnte
Zulauf aus der okkult-hermetischen Ecke bekommen. Und der Kampf dagegen wird viel härter als gegen die
theologische Linke. Satans Meisterstück?? Ein mit seinen eigenen ästhetischen Mitteln sterilisierter
Katholizismus!
Graf Toby Stadler Immer wenn man versucht, Ihre Leute mit einigen Aspekten außerhalb der angelernten
2-3 Argumente zu konfrontieren, werden Sie grantig. Unabweisbar wahr ist jedoch, dass SSPX etc. außerhalb
eines bestimmten Milieus null Apostolat bewirken; und selbst die rd. 500 vaganten Kleriker sind zahlenmäßig
nicht mehr als z.B. die 1975 gegr. Congregation St. Jean (seitens der Liberalen auch unter Integralismusverdacht,
aber nicht jede Askese oder Mystik ist „integral“; da muss schon der aberwitzig-politisierende Anspruch
hinzutreten). Um aus der Ecke der versprengten Integralisten herauszukommen, müsste die SSPX den Weg
der Petrusbruderschaft gehen. Aber selbst die halten Sie ja für „häretisch“, weil man dort nicht ausschließt
am Grünnerdonnerstag mit dem Bischof NOM zu konzelebrieren! Wer also ist auf Abwege geraten??
Marcel! Habe erst jetzt Ihr „Moderatorenprotokoll“ des kreuz.forum gesehen. Das virtuelle Sant’uffiz tagt!
Wer nicht wusste, warum man Ottaviani das Mikrophon ausknipsen musste, der kann es bei den selbsernannten
Epigonen der Inquisition nachvollziehen. Zum Glück hat die wirkliche Kirche auch zu intransigenten (nicht:
integralistischen) Zeiten immer nur Zuständige in rechtsförmigen Verfahren entscheiden lassen. Weder
Chenu noch Congar noch Lubac, kein Balthasar, kein Rahner kein Ratzinger sind je von Rom „verboten“ worden.
Wer solche „Verbote“ verhängt, simuliert einen Integralismus, den es in der wirkllichen Kirche nie gab.
P.S.: Catharina: Pius X. hatte, als er noch Bischof in Mantua war, Ärger mit manchen Domherren (die auf
Pfründen saßen, die sich seiner Regulierung entzogen), welche die Alte Messe in 7 min. zu lesen pflegten.
Wahrscheinlich kam ihm da der Leitgedanke von der actuoasa participatio; denn die Messe ist nicht zur
Heiligung des Zelebranten gestiftet.
Sehr richtig, G.M.M.! Auch ich habe schon überaus würdevolle Zelebration des Novus Ordo erlebt; und
halte die Liturgiereform konzeptionell für geglückt. Unvorstellbar war vor 1965 allerdings, dass die
„Pastoral“ fast ganz auf Messbesuch einschmilzt und der Gottesdienst daher oft und oft pädagogisch und
gemeindedidaktisch überstrapaziert wird.
Sodalitium Pianum, Perpetua: Das nach Pius V. benannte Sodalitium hatte, den Forschungen von E. Poulat
zufolge, nie mehr als 50 Mitglieder, in Dtld. nur 2. Anders als zur Reinhaltung der Reputation des Hl.
Papstes Pius X. gelegentlich behauptet, arbeitete diese (aber weit überschätzte) Gruppe unter der Leitung
des Kirchenjuristen und Sozialhistorikers Umberto Begnini aber mit Billligung des Papstes, während Merry
del Val diese Praktiken nicht schätzte. Benediokt XV. hat angesichts des 1. Weltkriegs die neue Lage
analaysiert, die Verurteilung des Modernismus am 1.11.1914 wiederholt, aber die integralistischen Exzesse
der Antimodernistenhetze unterbunden, um der Einheit der Kirche willen. Das war keine „Umerziehung“. Die
rigorosen Integralisten hatten nie (!) „das Sagen“ in Rom (sonst wäre die Kirche ebenso an ihnen gescheitert
als hätte man dem Modernismus nichts entgegenzustellen gewusst); vgl. Card. Suhard: Essor ou declin,
1947. Nicht ein einziger Bischof hätte den Integralismus nach 1965 wiederbelebt, wären nicht leidige
Themen der frz. Innenpolitik (action francaise etc.) hinzugekommen.
g.m.m.: Freundlichen Dank für das Originalzitat! Das stützt meine Hypothese, dass ein wesentliches Motiv
des frz. Traditionalismus eben doch ein „Phantomschmerz“ ist angesichts der Julirevolution 1830 (von Pius
VIII. gebilligt); nicht wegen „1789“ (denn das Datum hatte man konkordatspolitisch 1801 „weggesteckt“).
Dr. O.
Heute habe ich tatsächlich mal erlebt, dass jemand mit Ratzingers „Einführung“ gegen die Dogmatik argumentierte.
Das wird jetzt vielleicht Mode, so sehr man ihm damit Unrecht tut.
Friedensbotschaft Ist der kreuz.net Redaktion da was entgangen? Die menschliche Person als Herz des Friedens.
Da müsste es doch klingeln: „Menschenrechte!“ Persona humana? Das Roncalli-Thema.
#155 stat crux 20:07:22 | Donnerstag, 13. Juli 2006
Am vergangenen Wochenende las ich, neben Dei Verbum, auch das Dekret zum Laienapostolat. Ein „Regiebuch“
par excellance, hätte man es beherzigt! Ich vermute aber, dass die vorgesehene Überraschung darein besatehen
wird, dass die ausführliche Lehre das Konzils die authentische Tradition programmatisch formuliert. Es
wird zum sicheren Kompass für Theologie und Kirche des 3. Jahrtausends werden. Die „Korrekturen“ gegenüber
älterer Tradition (um die so viel gekämpft wurde) fallen doch kaum noch ins Gewicht. Es wird sich als
Pastoralkonzil in dem Sinne erweisen, dass es das kirchliche Amt stärkt gegenüber theologischer, pädagogischer
und existenzialistischer Willkür. Dass diese so heftig vor der Tür stand, das wollte man 1962-1965 freilich
ungern wahrhaben.
#294 stat crux 19:56:11 | Donnerstag, 13. Juli 2006
!293! Wahrscheinlich wählen die Bildredaktionen bevorzugt Fotos mit „störenden“ Händen aus, weril diese
vitaler Wirken als „Passfotos“. Ich denke, Perpetua hat sich da völlig verrannt, „perpetuiert“.
#153 stat crux 19:52:49 | Donnerstag, 13. Juli 2006
Sehr richtig, Herr Guttenberger! Allerdings sollte man auch hinsichtlich der 68er differenzieren. Mir
war in Kevelaer eine Kindheit und Jugend vergönnt, bei der Kommunion- und Firmunterricht ganz im Sinne
der Konzilsdokumente gelang. Was ich damals nicht wusste: Zugleich ruinierte die „wissenschaftliche“ Theologie
die Priesterausbildung an den Fakultäten. Erst sehr spät erkannte ich die Diskrepanz zwischen der Lehre
des Konzils und der Beliebigkeit, die in seinem Namen verkündet wurde. Ich bezweifle, dass die Tradi
die Konzilstexte überhaupt lesen.
#23 stat crux 18:34:20 | Donnerstag, 13. Juli 2006
Marcel: Pentekostalismus, ein Wort fast so schön wie Latitudinarismus, fand sich doch in Ihren ritualistischen
Quellen auch bisweilen. Bearbeiten Sie doch mal konkret das Thema „Wirken des Hl. Geistes“ innerhalb und
außerhalb der Sakramentenspendung. Dass Sie ein Konzil und ein Konklavbe für nicht geistgeleitet erachten,
das Werk „Sie haben ihn entthront“ (Wen??) aber für inspiriert, dass habe ich kapiert. Jetzt aber mal
konkrete Kriterien? Das Ritual allein genügt nicht!
#151 stat crux 18:24:46 | Donnerstag, 13. Juli 2006
Artois resp. Brandenburgis Na schön. Aus der Kirche, aus der Sie mich mit einem Atemzug (und den Papst
gleich mit) „ausschließen“, aus der bin ich gern ausgeschlossen. Es bleibt dabei: Christus ist der einzige
Priester, Konzil und Päpste lehren im ganzen die Wahrheit. Kleinere Unschärfen wie im Syllabus, Lamentabili
oder Humani generis mal beiseitegelassen.
#36 stat crux 15:45:01 | Donnerstag, 13. Juli 2006
Stimmt! Den Ausdruck „Frevler“ habe ich in den Texten vermisst. Aber während von Dr. Regazzoni (kennen
Sie den?) ab 30.06. nichts mehr zu lesen war, ist der selbsternannte Kardinal am 1.7. hier aufgetreten.
Da lag doch die Vermutung eines Namenswechsels recht nahe?
Marcelpedia! Den katholischen Kaiser und das Hl. Messopfer. Hurra! Franz Beckenbauer ist katholisch, Bonaparte
war es halbwegs (und sacre durch den Papst Pius VII.) Wie kriegen Sie es denn in ihr Freidenkerhirn, dass
bereits Pius VIII. die Julirevolution 1830 guthieß? D.h. eine parlamentarisch verantwortete Regierungsform??
Der „Habsburger-Kaplan“ Gregor XVI. war tatsächlich der letzte, der mit Ihrem Begriff von Kaisertum sympathisierte,
aber gerade der hat jedweden Naturalismus verurteilt, also bereits quasi im Sterbejahr Hegels den Totalitarismus
zurückgewiesen. Sie als tridentisch illumierter Rechtshegelianer sind seit 1832 pontifikal verurteilt
–- und wollen es nur nicht wahrhaben, indem Sie in Ihre abwegigen Ritualinterpretamente eskapieren. Da
rettet Sie kein höh’res Wesen!
Toby: Aus Ihrer Richtung wird immer behauptet, der NOM habe (in Europa) die Teilnahme an der Liturgie
vereitelt, WEIL sich das eben nicht beweisen lässt. Es ist trotzdem absoplut unwahrscheinlich. Denn ein
massenhaftes „Heimweh“ nach der alten Messe hätte den rechtsextremen Bewegungen doch einen gigantischen
Zulauf bescheren müssen. Auch heute ist nicht zu erkennen, dass Cliquen wie die SSPX die Zivilisation
relevant „befrömmeln“. Das Problem SITZT somit tiefer: Meines Erachtens ist die Liturgische Bewegeung
als Gesamtphänomen seit ca. 1800 durch die Reformquerelen nur zurückgeworfen worden. Die eigentliche
Bewegung kommt erst noch.
Die Anhänglichkeit der Gläubigen an den „alten Ritus“ war so dürftig, dass die Lefebvre’sche Masche,
diesen als Kampfmittel für den Integralismus zu benutzen, aufs Ganze gesehen gottlob fehlschlug. Würde
heute noch flächendeckend so zelebriert, gäbe es weltweit ca. 1,1 Mio. Katholiken, nicht 1,1 Mrd. Hypothetische
Zahl, aber plausibel. Die Liturgiereform kam in letzter Minute. Nur auf der Basis neu auferbauter Frömmigkeit
wird die Liturgie „feierlich“, in beiderlei Ordnung. Nicht die Liturgie erzeugt die Religion, sondern
die Religion feiert sie. Der Religionsverlust der Massen kann sich aber (seit ca. 1880) in Europa noch
1-2 Generationen fortsetzen. DARAUF antwortet die „neue“ Liturgie, nicht auf 1789. Wenn ab ca. 2020 die
wahre Religion wieder mit Breitenwirkung „zugkräftig“ wird (Anfänge sieht man), hat sich das SSPX-Problem
erübrigt; aber die „alte Messe“ wird einen beachtlichen Platz im Konzert legitimer Vielfalt einnehmen,
und so mittelbar auch den „NOM“ beleben. „Donec venias!“
Perpetua, der Katholizismus iast zuerst und vor allem ein „Lebenszusammenhang“ (Nachfolge Christi), die
Lehre nur eine Dimension desselben. Wenn die überwiegende Mehrzahl (ca. 99,985 %) der Katholiken mit
dem Papst harmonieren, ist es eher unwahrscheinlich, dass er ihnen heimlich „Irrlehren“ unterjubelt. Dass
Christus der einzige Priester ist, das ist allerdings richtig; wurde aber z.B. von „Marcel“ auf dem kreuzforum
schon mit gefährlichen Formeln in Frage gestellt, die den geweihten Priester zum „eigentlichen“ Mittler
zu machen scheinen. Hier zeigt sich wieder das Risiko der Tradi, die Taufe abzuwerrten, um dem Ordo eine
„Monopolstellung“ in der Verwaltung der Übernatur zuzubilligen (die dadurch naturalistisch abgewertet
wird). Ein Piuspriester scheint mir daher kaum etwas anderes zu sein als ein Funktionär der KP, nur antikommunistisch
gewendet und im Latein geschult. Denn wer bestreitet, dass Christus der einzige Priester ist, öffnet
die Vermittlungsfunktion zu den Novissima schon wieder jedem Selbsternannten, ob rechts, ob links; und
die Lefebvregeweihten sind kirchenrechtlich genauso „selbsternannte“ Gottesvermittler wie Logenbrüder
oder Politbüromitglieder.
Auf Wikipedia war es bspw. unmöglich, die Rede Papst Paul VI vor der UNO als eine der wichtigsten politischen
Reden (überhaupt) zu qualifizieren. Wenn erstmals in der Geschichte ein Papst vor einer Versammlung fast
aller Nationen spricht, so durfte das nur eine „seiner“ wichtigsten Reden sein. Weil angeblich der Maßstab
fehlt. Zu Humanae Vitae war es nicht möglich, bei Wikipedia stehen zu lassen, dass diverse Forschungsergebnisse
der Humanwissenschaften dem „Nein zur Pille“ mittlerweile beipflichten. Da kommt einem fast der Gedanke
(Marcel, aufgemerkt!), dass die Geburtenkontrolle ein freimaurerisches Projekt sein könnte.
Wie „Marcelpedia“ funktioniert erlebt man ja im so gen. „kreuz.forum“. „Häresieverdacht? Gesperrt.“ Wikipedia
hätte unter solchen Umständen einen Umfang von 500 inquisitionsgeprüften Stichworten.
Ein unermeßlicher Skandal? Perpetua: Wenn Irrlehren von Theologen und Laien so gut wie gar nicht erkannt
werden können: Wahrscheinlich sind es dann keine. Der Katholizismus definierte sich als Leben im sakramentalen
Corpus Christi, der Kirche. Ein bestimmtes Mindestmaß an Gelehrtheit oder „Einweihung“ wird nicht verlangt,
so weit ich weiß.
Sorry, das „Seiende“; Hacker war Konvertit. Sein Werk „Das Ich im Glauben Martin Luthers“ (1966) zitierte
Ratzinger häufiger, z.B. in seinem LtHK-Kommentar zu Dei Verbum.
Karl Rahner wurde von Paul Hacker schlichter Ontologismus vorgeworfen, d.h. dass er das Seinende mit dem
Sein (und das mit Gott) verwechselt. Entgegen mancher Plattauslegungen Heideggers (etwa im Anschluss an
das Augstein-Interview) ist das „Sein“ bei Heidegger EBEN NICHT der philosophische Gottesbegriff, sondern
immer noch im Vorfeld dessen, „adventlich“ gewissermaßen. Rahner hat vielleicht sowas wie den ontologischen
Gottesbeweis via Heidegger versucht. War aber gar nicht nötig, weil S. Thomas durch die Religionskritik
nicht ausgehebelt wurde, wie die Kritik der Kritik (Lagrange, Bergson, Guitton et al.) anzeigt. Der traditionelle
„Ort Gottes“ dürfte bei H. als das Gemeinsame von Sein-und-Zeit vermutet werden.
Ein Papst macht noch keinen Sommer; und ein Kardinal macht noch keinen Winter. Die letzte Generation,
die noch ein „intaktes“ Vertrauen in die gute alte Zeit und die hergebrachte Ordnung haben konnte (ohne
das als ideologisches Konstrukt zu simulieren wie die antinaturalistisch-naturalistischen Integralisten)
wuchs VOR 1914 auf; „V 2“ hat durchaus den Master-Plan angesichts der neuen Lage konzipiert, insb. Dei
Verbum und Lumen Gentium (lesen!). Verkannt haben die Konzilsväter die Wurzeltiefe der Krise (die EBEN
NICHT MEHR mit Enzykliken a la Humani generis zu steuern war; Beweis: Humanae Vitae; Paul VI. hat danach
KEINE Enzykliken mehr geschrieben; in konkreten Konfliktfälklen sollten sich Päpste vielleicht wieder
mehr der Bulla bedienen, kurz u. knackig ), Stichwort: 6.8.45 (Hiroshima); der notwendige Universalismus
wurde gesehen, nicht erkannt wurde das Erfordernis, zugleich (!) intransigent UND dialogisch zu argumentieren.
Und wenn die Bischöfe das nicht tun, wo sollen es die Kleriker lernen? Und wo die Laien?
Bischof Lettmann hat immerhin den Mut gehabt, den Caffarra-Vergleich (der Wille des Mörders ähnele dem
Willen zur Empfängnisverhütung, 9.11.1988) als „unzulässig“ zu qualifizieren; K.u.L. 5.3.1989.
Graf Galen In meiner Abiturklasse (Kevelaer) waren 60% praktizierende Katholiken; vielleicht praktizieren
noch 10%, Weihnachten oder Ostern 20%. Aber nicht die Statistik ist ärgerlich, sondern dass die einzelnen
Menschen die religiöse Dimension des Lebens ausblenden; obwohl ihnen „faire Angebote“ gemacht wurden.
Vermutlich war die vor „V 2“ sozialisierte Klerikergeneration nicht fähig, die Umstellung der Sprachregeklungen
zu „packen“, die ihnen DBKZdK 1975 ff. abverlangt haben. Nicht alles, was man für den adäquaten neuen
„Ausdruck“ desselben depositum fidei anbot war auch adäquat. Inadäquat wäre aber der nostalgische Rückfall
in univoke Sätze, die weder wahr sind noch das Glaubensleben fördern, sondern Ideologie oder Nostalgie.
Wahrscheinlich ist die Leistung Rahners „rückwärts“ (Relativierung der jesuitischen Schule 1815 ff.)
von größerer Bedeutung als sein Beitrag „vorwärts“.
Wahrscheinlich geht das Apostolat der Petruisbruderschaft jetzt erst richtig los; wenn sie etwa die Hälfte
der ca. 500 Lefebvrianer überzeugen könnte und etwa doppelt so viel weitere Berufungen wecken, wäre
sie in ca. 30 Jahren ein beachtlicher Faktor, zumindest in Europa und USA.
Theresia, freundlichen Dank für die Richtigstellung; „Teil der Kirche“ kann die SSPX allerdings erst
werden, wenn sie sich zu einer klugen Traditionskritik durchringt; also nicht Pontifikalhandschuhe, absolute
Monarchie und Offenbarung als gleichermaßen übernatürlich behandelt.
Perpetua von Gestern: Ratzingers „Einführung“ emnthält die von Ihnen dargestellten „Häresien“ allesamt
NICHT; allerdings die Aussage, dass nur Christus im religiösen Sinn einziger Priester ist, die steht
da. Und sie ist katholisch. Ein von Christus unabhängiges, heidnisches „Priestertum“ ist nicht christlich.
Im religionsgesetzlichen Sinne war Jesus übrigens „Laie“.
Athanasius Was würden Sie denn sagen, wenn die SSPX-Weihen eines Tages gleichfalls wegen falscher Sühneopfertheologie
für ungültig erklärt würden? Joseph Ratzinger hat in seiner „Einführung“ (1968) jedenfalls schon
klare Hinweise dafür gegeben, dass das Opfer Christi als Hingabe zu deuten ist, nicht als Magie. Es genügt
eben nicht, ein Messopfer antiliberal-antiökumenisch-antikommunistisch zu feiern, man feiert es gültiig
nur „durch IHN, mit IHM und in IHM“, D.N.I.C.
Marcel!! Die SSPX (Society of Saint Piusx) erteilt der Wiedererrichtung Israels durch Menschenhand eine
klare Absage! Wow. Da zittert der Erdkreis!! Erteilte Ihr Idol zufällig auch dem Fall der Berliner Mauer
eine Absage? Und dessen Idol (Charles X.) der Julirevolution 1830??
Auweia. Menschenwerk! Eine ewige Bruderschaft gegen das katholische „Menschenwerk“. Versuchen Sie doch
mal, rein hypothetisch, was wäre wenn das Vatikanum II eben doch inspiriert war, Lefebvre aber nicht?
Der Übergang zur „Neuen Messordnung“ wäre sanfter ausgefallen, die Rücksichtnahme auf die Tradition
großzügiger. Richtig ist, dass die Liturgiereformer noch indemselben vorkonziliaren Autoritarismus befangen
waren und noch kein Empfinden für legitime Bedürfnisse der Beter (und auch Klöster) entwickelt hatten.
Die SSPX hat aber Öl ins Feuer gegossen. Mit welchen Motiven? Obwohl ich den Rothkranz’schen FM-Wahn
für abwegig halte: Ich kann keinen produktiven Beitrag bei Lefebvre entdecken, außer dass er polarisiert
hat, also gewissermaßen die „Grenzen“ geklärt. Wer aber den NOM für häretisch hält (M.L. am 24.11.1974)
hat seinerseits die Liturgie nicht begriffen, verwechselt sie mit einem Ritual. Da kann der Verdacht schon
aufkommen, dass so einer Ritual gegen Ritual setzt, mit Kenntnis des „satanischen“.
Zugegeben, im Wind der 1970er hat sich Kasper zu ein paar Platitüden hinreißen lassen, aber wird sind
über 35 Jahre weiter! Pius XI. hat die ökumenische Bewegung gebremst, die vor dem II. Weltkrieg eine
Art „Parlamentarismus“ der Konfessionen ansteuerte. Die Akzentverschiebung des Vatikanum II besagt doch
im Kern, dass wir die Eine Herde ansteuern, die vor uns liegt, nicht die imaginäre, die scheinbar hinter
uns liegt. Oder sehr ich das etwa „modernistisch“? Dann stammt der Modernismus offenkundig unmittelbar
aus dem Johannesevangelium.
Marcello, alter Gauner! Erst jetzt entdecke ich Ihre (und Ihres Vetters) Erwägungen zu Frauenkleidern
und -wahlrecht in Ihrem „Forum“. Eine parlamentarische Monarchie ist im Sinne der Christlichen Gesellschaftslehre
eine Demokratie. Der Gegenbegriff ist da Republik zu Monarchie. Die spanische Monarchie z.B. ist „demokratisch“
(sonst könnte Spanien nicht in der EU sein). Die Ausübung monarchischer Autorität funktioniert in Europa
nur noch (!) in Monaco. Selbst Liechtenstein kennt eine politische Partizipation der Bürger. Ein „Zurück“
hinter 1830 (anhand des frz. Beispiels) hat nicht einmal die Billigung des damaligen Papstes Pius VIII.
gefunden, zum Leidwesen ihren virtuellen „Tradition“. P.S. Ich empfehle Ihnen eine vorrevolutionäre Perücke
(ggf. mit Tonsur).
Man kann mir viel vorhalten, manche harte Äußerung oder freche Replik, aber das Stichwort von der „Bevölkerungsreduktion“
als zynisch zu bezeichnen, das war ja wohl nicht zynisch, oder?
Lima: Gotthard, falls ich die Denkungsart hier richtig kapiert habe ist „katholisch“ nach Meinung der
Hysteriker ausschließlich die textliche Erwähnung des Sühnecharakters des Messopfers in der Liturgie.
Es kommt nicht darauf an, dass der gefeierte Gottesdienst selbst Gegenwärtigsetzung des Heilswerks Christi
ist, sondern, dass auf das „Sühnopfer“ hinreichend deutlich hinweisende Formeln zelebriert werden. Unter
Behauptung des Gegenteils statuiert der liturgische Intergalismus damit einen völligen Riss mit der Tradition,
da er ein Teilelement der Liturgie zum alleinseligmachenden Wesensmerkmal erhebt und überdies, unter
Einschränkung des Handelns Christi auf das des Weihepriesters, anstelle einer Vergegenwärtigung des
Einzigen Opfers des Einzigen Priesters ein druidenhaftes Ritual in tridentinisch anmutendem Äußeren
abfeiert, das die bösen Geister bannen soll. Gegenüber einem neopaganen Ritualismus verhält sich der
Lefebvre-Kult massiv indifferent, „nicht ganz dicht“. Man wird wohl formulieren müssen: Wer den Novus
Oro als häretisch lehrt, der ist „draußen“.
Camillo Mazzella S.J. war tatsächlich ein interessanter Theologe, aber kein „Ideologe“. Wahr bleibt,
dass kein unverblendeter Zeitgenosse überhaupt noch erkennen kann, zu welchem Zweck die SSPX noch gut
sein soll; es sei denn, sie hält sich tatsächlich (unter naturalistischer Umdeutung der Tradition) für
„die wahre Kirche“. Aus römischer Sicht bliebe diese dann aber erst Recht ein virtuelles Konstrukt, mag
sie auch noch so heftig beteuern, dass sie (und nicht „Rom“) die Leibhaftige sei.
Die SSPX wird noch viele Rothkränze gebären, Blauwkränze, Yelbkränze… Denn soweit sie ein berechtigtes
Anliegen innerhalb des katholischen Spektrums vertritt, ist sie seit Errichtung der Petrusbruderschaft
überfflüssig, stiftet nur noch Schaden, dreht sich um sich selbst. Interessante Details diesmal im „kreuzgang“:
Kurz vor seinem Hinscheiden fühlte sich Lefebvre noch bemüßigt, eine Berichterstattung über seine
Begegnung mit P. Pio als „satanisch“ abzuurteilen. Dieser hat ihn diversen Berichten nach zum Gehorsam
ermahnt. Es bestünde gar kein Anlass zum Dementi, da M.L. seinen Ungehorsam stets als Gehorsam auszulegen
pflegte. Er hätte ja sagen können: Ich habe der Aufforderung von P. Pio entsprochen, so wie ich sie
aufzufassen hatte. Da ist altersbedingt wohl ein kleines Über-Dementi unterlaufen! Um 1990 herum ging
es wohl nur noch um den Nachruhm. Selbstgerechtigkeit, wohin man auch blickt.
Wahrscheinlich bleibt es einfach bei der spärlichen, bisherigen amtlichen Äußerung und die Pastoral
wird versuchen, die geistlichen Früchte des selbsternannten Heiligtums in die Zukunft herüberzuretten,
ohne dass es zum Skandal kommt. Aber: Wer weiß?
Ob M.L. ein Freimaurer war oder nicht, das hängt von der Klärung des Begriffs ab. Das Phänomen der
Logen und Geheimgesellschaften ist so vielschichtig und komplex, dass es durchaus auch solche gibt, die
antiliberal, antihumanitär und sogar antidemokratisch eingestellt sind (etwa „P 2“ in Italien). Pierre
Plantard als Möchtegern-Gründer einer anti-maurerischen Loge, die als „Prieure de Sion“ zweifelhaften
literarischen Ruhm erlangte, markiert da nur ein Einzelphänomen inmitten des rechtslastig-okkulten Sumpfes.
In kirchenrechtlicher Betrachtungsweise ist die Priesterbruderschaft jedenfalls von einer Freimaurerloge
nicht zu unterscheiden, da ihr jede Anerkennung der legitimen Autorität als katholischer Verein fehlt.
Ehrlicherweise hätte Lefebvre sein Buch nennen müssen: „Sie haben MICH entthront!“ Denn 1962 überredete
ihn der Papst, auf das Erzbistum Dakar zugunsten eines Einheimischen zu verzichten (nie verwundene „Kränkung“
des Vorgängers: Ebf. Thiandoum wurde 1976 Kardinal); in Tulle fühlte sich der Ebf. aber nicht wohl und
wurde General der Spiritaner; diese haben ihn dann 1968 entthront. Da Jesus Christus nicht „entthronbar“
ist (eine Inkarnation des Antichrist wäre eine völlig unausdenkbare Häresie, mehr noch: Gipfel der
Apostasie), meint Marcel vermutlich nicht den Auferstandenen, sondern den 1830 entthronten Franzosenkönig
Charles X., dessen „gerechte Sache“ weitergeht. „Er braucht Soldaten für seine Armee!“ (Lefebvre am 1.11.1990
in Econe).
Markus Antonius: Jedwedes Wirken des Hl. Geistes wird seitens der SSPX für unmöglich erachtet, sofern
es nicht der Umdeutung der Tradition in einen integralistischen Naturalismus zugute kommt. Die Tradi wagen
ja nicht einmal vorkonziliare Autoren zu lesen, die NIE auf dem Index standen (bspw. Congar, Danielou,
Lubac, Grillmaier, Scheffczyk, v.Balthasar), denn sogar der Index war denen nicht Index genug. Während
die Religion zwei Quellen hat, das menschliche Suchen und das Wort Gottes, hat diese „Tradition“ nur eine
Quelle: Der nie enden wollende Phantomschmerz französischer Monarchisten, dass bereits Pius VIII. die
Julirevolution in Frankreich 1830 gebilligt hat. Das war der Anfang vom Ende der „katholischen“ Wahrheit.
So zutreffend manche Diagnosen sind, Fellay et al. sind doch froh, dass die Symptome ihnen Gelegenheit
bieten, einen absolut falschen Begriff von Tradition zu propagieren. „Therapie“ kann dieser aber nicht
sein.
Les extremes se touchent! Wenn sich das Spielchen weiter entspannt, finden wir vielleicht noch einen etwas
pazifistischeren Umgangston; sofern Ihr tief eingewurzelter Zynismus Ihnen das noch erlaubt, Marcel.
Nicht ganz falsch! Das Konzil hat das Priestertum sträflich vernachlässigt. Man richte aber bitte das
Augenmerk auch darauf, dass fast sämtliche Protagonisten der nachkonziliaren Krise in vorkonziliaren
Autoritätsbegriffen befangen blieben, gerade auch im Blick auf die oft despotische Durchführung von
Reformen in Pfarreien und Klöstern.
Marcel: Schon wieder hübsche Fotos im kreuzforum (Zaitzkofen); der violette Simulant kommt sicher vom
sowjetischen Geheimdienst? (Ach so. Gibts ja nicht mehr.) Dann vielleicht ein chinesischer Agent? Oder
einer vom Grand Orient de France!
Marcel: Wenn Sie nicht allmählich Ihren Begriff von „Übernatur“ klären, werden Sie Ihre Verse noch
in hohem Alter rezitieren, ganz egal, ob die wirkliche Entwicklung in Ihrem Sinne verläuft oder nicht.
Denn letztlich ist Ihnen die Heiligung der Zeit „wurscht“. Das ist Zynismus, nicht Katholizismus.
Marcel: Wenn Sie nur wenigstens das Kapitel „Die allein-seligmachende Kirche“ aus Lubac, Catholicisme,
einmal in Ruhe lesen würden: Vielleicht wäre das der Anfang vom Ende Ihrer naturalistisch „übernatürlichen“
Odyssee.
Marcel(linus): Danke für die Fotos aus Econe! (heute im kreuzforum); Sie liefern Anschauungsmaterial,
das meine Sicht voll bestätigt. Die Brüder spielen Petersdom im Kirmeszelt. Ein spirituelles Disneyland!
Besonders schön: Das Foto mit den Tradigewändern unter Hochspannungsleitungen. Demnächst auch Bischofsweihen
im „Braunkohle“-Tagebau? Wesensfrage: braune Kohle. Woher??
MK 28 Im Jahr 1968 (!), also vor Inkrafttreten des „NOM“ veröffentlichte bereits die katholische Akademie
in Bayern ein Buch über die Liturgiereform im Widerstreit der Meinungen; darin kam z.B. auch de Saventhem
zu Wort. Die Positionen gleichen den heute in der Fachdebatte vertretenen gravierend. Hat also „das Konzil“
binnen 3 1/2 Jahren nach seinem Ende das Beten der Kirche „zerstört“? Unfug. Stunde der Wahrheit war
die Litiurgiereform insofern als zutagetrat mit welchem Desinteresse und welcher Passivität fast 100 %
der Beter hinnahmen, was der Klerus ihnen vorsetzte. Fazit: Eine breite Liturgische Bewegung liegt (in
Europa) erst vor uns! Diese wird einer legitimen Vielfalt unter Einschluß der alten Tradition(en) zu
neuer Blüte helfen. Richtig ist, dass viele Bischöfe die „neue Liturgie“ als „gut angenommen“ behaupten,
wo nur passive Hinnahme vorliegt. Der Klerus hat die Liturgiereform weithin als Startsignal zur „Machtergreifung“
im Gottesdienst aufgegriffen. Auf diese Art von Klerikalismus reagierten die Laien berechtigt mit Flucht.
Denn die gemeinsame actuosa participatio setzt als Prämisse die Treue des Priesters zum Geist der Liturgie
voraus.
MK 28 Nur weil ich darauf hinweise, dass die SSPX ein erwiesen FALSCHES Bild von der Freimaurerei zeichnet,
bin ich noch lange kein „Hasser“ der Piusbrüder. Ich lehne deren „Soziallehre“ ab (Integralismus), für
die sie die alte Messe als Kampfmittel benutzt. Das ist der Dissens. Da sich dieser Integralismus bewusst
im gesellschaftlichen Abseits bewegt, wird er von den Logen jedenfalls nicht bekämpft. Denn eine hermetische
Religion wird dort nicht als Gefahr empfunden, sondern nur die wahre (!) Religion, die einen öffentlichen
Anspruch vertritt. Das leistet die SSPX nachweislich nur deklaratorisch („ER muss herrschen!“), ohne die
erforderliche Relevanz überhaupt je anzuzielen. Deshalb sind auch Querverbindungen wie Plantard zu Ducaud-Bourget
u.a. keine Überraschung. Im übrigen hat der militante Traditionalismus die Liturgiereform im Ergebnis
durchzusetzen geholfen. „Dankbar“ kann man Lefebvre allenfalls dafür sein, dass er so prägnant polarisiert
hat. Aber um welchen Preis! Ca. 500 vagante Kleriker! Das ist doch das Problem; nicht „mein“ oder anderleuts
„Hass“.
Verdächtig, Regazzoni, und schwer aufklärbar ist allerdings das Phänomen, dass die Bruderschaft eine
so skurrile Karikatur der Freimaurerei zeichnet, dass Meinungen à la Rothkranz jedenfalls aufkommen können.
Les extrèmes se touchent.
#27 stat crux 12:33:27 | Donnerstag, 29. Juni 2006
Die bestialische und dämonische Gewalt, die hinter dem V 2 „Modernismus“ steckt, wie es im kreuzforum
so schön heißt, „steckt“ wohl auch „hinter“ von Galen: Die Gnade.
Es gibt Wichtigeres als Stehen oder Knien. Müssen in jeder Messe überhaupt Fürbitten gehalten werden?
Kann man die nicht vor die Messe legen, als Vorbereitungsgottesdienst, wenigstens wahlweise? Wäre nicht
der Friedensgruß vor der Gabenbereitung vorzugswürdig? Und neue Akzeptanz für Latein im „Novus Ordo“
(zumindest in Europa?)… Übrigens hindern die Volksaltäre selbst nicht an einer Zelebration nach Osten;
das könnte man ja zumindest in Werktagsmessen mal ausprobieren, ob die überlieferte Richtung nicht doch
„möglich“ bleibt. Denn „um den Altar versammelt“ sind die Gläubigen keineswegs, wenn der Priester durch
den Altar von Ihnen getrennt „erhöht“ auftritt.
Marcel: Versammlung von Verrücktgewordenen? Sie ahnen ja noch gar nicht, welchen Bärendienst Sie Ihrer
„allein machenden“ Bruderschaft erweisen, indem Sie die Abgründe der integralistisch-naturalistischen
Denkungsart so selbstgewiss dokumentieren. Auch die gegenseitige Beweihräucherung mit „Vetter Taferl“
lässt tief blicken: Der „geschätzte“ Kollege redet ohne Unterlass von der von Dämonen beherrschten
Welt. Pius XI. war da ganz anderer Meinung: Christus ist König, den Christen anvertraut ist die Reichweite
der Wirkung seines Herzens in der Welt. Das meinte Pius XII. mit consecratio mundi. Vetter Taferl wird
den Zeitpunkt des Einbruchs der „Dämonie“ wohl auf die päpstliche Weihnachtsansprache 1944 oder auf
das Konklave 1914 vordatieren müssen oder auf den dictatus papae von 1075 oder gleich bis zum Apostelkonzil
oder Christi Himmelfahrt. Im Vorjahr hatten wir schon einmal einen Disput, bei dem einige Ihrer Gesinnungsfreunde
für möglich hioelten, dass Satan im Antichrist „inkarniert“. Unvorstellbare Häresie! Die Königsherrschaft
Christi bewirkt zuerst und vor allem, dass der Teufel kein menschliches Herz wider dessen Zustimmung erobern
kann. Wer sündigt, gibt dem Bösen nach. Ein ganzes Konzil kann der Teufel nicht „holen“, die Liturgie
nicht „zerstören“, die Substanz der Messe nicht „vernichten“. Christus ist nämlich nicht entthronbar;
wer anders lehrt, leugnet die Heilsrealität des Ostertages.
Gebet in der Schule So um 1984 herum war ich vom Schülerat in die Fachkonferenz Religionslehre gewählt
worden. Völlig naiv schlug ich vor, über das Gebet in der Schule nachzudenken. Die irritierten Gesichter
der Religionslehrer vermittelten mir einen ersten Eindruck vom selbstgewählten Untergang der Katechese.
Der ev. „Kollege“ rächte sich später in der mdl. Prüfung des Abiturs, im dem er an meinen Aussagen
bemängelte, das „Kreuz“ sei zu kurz gekommen. Ich wusste damals noch nicht, dass die prot. Theologie
seit Harnack nicht mehr an Ostern glaubt; bzw. „glaubt“.
Rekordhoch Relativ zur Zahl der frommen Familien ist die Zahl der Priesterweihen immer noch erstaunlich
hoch; und wieviele Berufungen gehen durch den Absolutismus gerade konservativer Familien verloren. Gerade
für gutkatholische, „verantwortete“ Eltern ist es doch heute ein Schock, wenn 1 von 2 Kindern einem geistlichen
Beruf nachgeht.
Bischofwahl Dass Papst Benedikt XV. unter dem Eindruck des ersten Weltkriegs 1917 im CIC vorgeschrieben
hat, die Bischofsernennungen römisch zu zentralisieren, war sicherlich ein großer Fortschritt (der aber
allein nicht ausreicht, um „Nationalkatholizismen“ zu verhindern). Was aber wäre dagegen zu sagen, das
System des Preußenkonkordats (Beispiel Köln 1988) zum Vorbild zu machen? Wenn das Domkapitel aus einer
Dreierliste wählt, würden durch lokale Mitwirkung totale Fehlbesetzungen zuverlässiger vermieden. Eine
„Parlamentarisierung“ des Bischofsamts wäre freilich abwegig.
#58 stat crux 15:26:18 | Donnerstag, 22. Juni 2006
Von „Naturgesetzen“ zu reden ist seit 1927 antiquiert; da veröffentlichte Heisenberg seine Arbeit zur
Unschärferelation; cf. Jean Guitton, Gott und die Wissenschaft (1993).
#48 stat crux 14:05:07 | Donnerstag, 22. Juni 2006
1789: ungeschehen machen zu wollen, wäre absurd. Das weiß auch der Integralismus. Als unverzeihlich
empfinden dessen Hauptvertreter, dass Papst Pius VIII. Jahr 1830 die Julirevolution akzeptiert hat und
den Bürgerkönig Loius Philippe als „roi très chretien“ begrüßte. Karl X. hinhegen hatte Pius VII.
nie verziehen, dass der Bonaparte 1804 gesalbt hat („Le sacre“). Das ist der banale Ursprung für das
ganze pseudo-gallikanische und bisweilen okkulte Elend namen „Traditionalismus“.
Zum religiösen Pluralismus, Graf Galen, empfehle ich auch Ihnen diese italöienische Übersicht: www.cesnur.org/…i_italia/default.htm
Für Dtld. müsste man das auch mal machen!
Wer auch immer von „V 2“ Sekte redet sollte hier mal, anhand des italienischen Beispiels, die Vielfalt
von nichtkatholischen Religionen studieren: www.cesnur.org/…i_italia/default.htm Wenn es so eine Seite
für Dtld. oder Frkr. gäbe, wäre das ein Riesenpluspunkt! Vielleicht ein Projekt für kath.net?
M. Fellay sollte sich mal das lat. Missale Romanum von 2002 ausleihen und dann im kleinen Kreis, ganz
diskret, auf Latein, mit allem traditionellen Drumherum (überlieferte Gewänder, Latein, nach Osten)
den Novus Ordo still zelebrieren. Er würde bemerken: Das ist keine Todsünde. Wer den Text kritisiert,
sollte ihn mal gründlich gelesen haben; und nicht bewusst fahrlässig Bildmaterial von Wiener Discomessen
etc. mit dem gültigen Missale durcheinanderbringen.
Joseph Ratzinger hat 1977, kurz vor dem Beginn seiner bischöflichen Zeit, ein Büchlein zur Eschatologie
(Auer-Ratzinger, Bd. IX) veröffentlicht. Einige Formulierungen kommen einem heute schon fast zu modern
vor, aber im Wesentlichen hat er die Problematik damals schon „gepackt“. Man sollte das Theologiestudium
mit dem Letzten Dingen beginnen lassen, anstatt diese Fragen abzuwürgen. Die „Welt draußen“ erinnert
sich gut, was die Kirche angeblich über Himmel, Hölle, Fegefeuer predigte. Jetzt sagt sie dazu beinahe
nur noch Esoterisches; an diesem OPunkt aber wird die katholische Religion relevant: „Bitte für uns,
jetzt, und in der Stunde unseres Todes.“ Das ist die katholische Identität in Kurzfassung, communio sanctorum,
Wirkungsgeschichte in persona Christi über den Tod hinaus.
Ja, Babylon, letztlich ist es mir egal, wer hier wieviele Namen verwendet; was das Freidenken betrifft,
so kommt es doch gerade darauf ein, es nicht von „limits“ anderer Art abhängig zu machen. Sonst denkt
man eben doch in einer „Schule“ und meint nur, es frei zu tun. Critique de la critique!
Theologenmistbeet nannte man im Bistum Münster mitunter das Südoldenburger Land; der Ausdruck ist also
nicht ganz neu. Im übrigen wird die Mehrzahl der Theologiestudenten von heute noch nie ein echtes Mistbeet
gesehen haben. Tempora mutantur!
Pierre Plantard, der Ideengeber für Baigent/Leigh (und Dan Brown) ist mehrfach mit dem Projekt gescheitert,
einen anti-freimaurerischen Orden nach dem Muster der Freimaurer zu gründen; das heißt aber nicht, dass
es diese Gesellschaften nicht gibt.
Graeca non leguntur, war eine modernistische Parole der Schule vgon Bologna, die im corpuis iuris civilis
die griechischen Quellentexte schlicht ignorierte; zur Zeit Jesu war Griechisch auch für einen römischen
Statthalter „Pflicht“; nur der Amtssprache zuliebe wurde „Iesus Nazarinus Rex Iudaeroum“ auch auf Latein
am Kreuz angebracht.
Pius X., Karl X., hat Rampolla zwar nicht als Staatssekretär weiterbeschäftight, aber doch als Sekretär
des Hl. Offiziums. Allzu gravierend war also Rampollas Ruf, ein „Freimaurer“ gewesen zu sein, wohl nicht.
Selbstverständlich gibt es auch in der Traditionalistenbewegung diverse Unterströmungen. Das ist auch
kein monolithischer Block. Aber Sie räumen wenigstens ein, dass da Beifall von der falschen Seite kommt.
Nein. Ich habe nur behauptet, dass ich eine Quelle gefunden habe, die belegt, dass Ducaud-Bourget dem
Okkultisten Pierre Plantard in den 1930er Jahren eine Beschäftigung in seiner Pfarrei verschaffte. www.cesnur.org/…05/pa_introvigne.htm
Von Petain habe ich nie gesprochen. Der Rest ist Spekulation.
Der Weg der Kirche hin zu einem immer ausgeprägteren Supranationalismus ist unumkehrbar. Alle Päpste
seit 1870 haben dazu beigetragen; und alles, was diesem Weg im Wege stand, musste einer Revision unterworfen
werden, insb. das Konzept einer „Staatsreligion“, Schon Benedikt XV. hatte kapiert, welche Zäsur der
1. Weltkrieg setzte. Die Wende von der Intransigenz zum Dialog hat eine „geistliche“ (Selbstbesinnung)
Quelle. Aber auch eine „weltliche“ Quelle: Nämlich die neue Fähigkeit der Menschheit, sich selbst auszulöschen.
Das ist die Zeitsignatur, auf die „das Konzil“ antwortete. Infolgedessen wird die Kirche eine Anpassung
des Rechts an das Naturrecht stets fordern, aber nicht mit Macht durchsetzen wollen. Wie hätte der Papst
etwa in der Kubakrise 1962 vermitteln können, wäre er nur Vertreter des Antikommunismus gewesen und
nicht darüber hinaus „guter Hirte“ mit universalem (geristlichem) Anspruch?
Babylon, Sie wollen mich ‘reinlegen: Wie schön öfter ggü. DDL, deus…, etc. gesagt: Wer die Prämisse
aufstellt, dass es Ostern nicht gegeben haben darf, muss sich eben einen „Mythos“ basteln von dem, was
so alles „Geschichte“ war. Die Überlebensfrage der Menschheit ist aber nunmal leider nicht ganz zu trennen
von der Überlebens-Frage jedes einzelnen Sterblichen, ob in Babylon oder Rom oder anderswo. Ciao!
Babylon Auf welche Autorität stützt sich denn Ihre „historische“ Wahrnehmung? Ihre Prämisse, dass die
kirchliche Tradition einschl. der Evangelien jeglicher Authentizität ermangelt, beruht offenkundig auf
dem Vorurteil, dass Ostern nicht wahr sein darf. „Warten wir’s ab!“
Aragorn Den „Rauch Satans“ ortete Paul VI. am 29.06.1972 allerdings auf der Extremen Rechten. Über diese
Ansprache gibt es nur einen Bericht des seinerzeitigen Erzbischofs Casaroli. Der Papst sah den Missbrauch
der alten Messe als Kampfmittel gegen das Konzil als seine schwerste Belastungsprobe an. Die Integralisten
geben seiner Wertung noch heute (43 Jahre nach seiner Wahl zum Papst) noch täglich mehr recht. Denn während
die liberalen Experimente abklingen, wird aus dem Schisma von Econe allmählich eine kleine, verschworene,
sonderrituelle Eigenkirche mit völlig neu erfundener, absolut falscher Tradition.
Francois Ducaud-Bourget verschaffte dem Okkultisten der Extremen Rechten, Pierre Plantard, nach dem 6.
Februar 1934 eine Beschäftigung in seiner Pfarrei; dafür „bedankte“ sich Plantard, indem er den Msgr.
als Großmeister seiner „Prieure de Sion“ benannte. Damit sind immerhin Querverbindungen des lefebvreschen
Traditionalismus zum rechtsextremen Mystizismus greifbar: Ich hatte schon im April vermutet, dass „Sakrileg“
und die Tiraden gegen die neue Messordnung partiell gemeinsame Quellen haben; der Verdacht hat sich erhärtet: www.cesnur.org/…05/pa_introvigne.htm
Hallo Konrad, obwohl es nicht ganz zum Thema passt, hier nochmal der Beleg für die Querverbindungen Lefebvre-Ducaud=Bourget-Plantard-„Sakrileg“: www.cesnur.org/…05/pa_introvigne.htm
Jetzt kommen wir allmählich zum Schluss: Die Querverbindung zwischen Plantard und Ducaud-Bourget ist
belegt: Der spätere Helfer Lefebvres beschäftigte den Okkultisten der Extremen Rechten in seiner Pariser
Pfarrei, Quelle: www.cesnur.org/…05/pa_introvigne.htm
Francois Ducaud-Bourget wird von Baigent/Leigh als Großmeister der Prieure von Sion (vgl. „Sakrileg“)
ins Spiel gebracht. Das halte ich allerdings für eine Lüge. Tut mir leid, dass sie die Ironie in meiner
Bewertung Leo XIII. als liberal nicht kapiert haben. Die Wurzeln des Integralismus liegen aber nicht im
Pontifikat Pius X. (Das ist nur ein Ablenkungsmanöver.) Sondern in der Opposition frz. Adels und Klerus
gegen das ralliement, d.h. gegen die Aussöhnung des Papstes Leo mit der frz. Republik. Der Geristerkrieg,
der hier geführt wird, geht um die spirituelle Wiedergutmachung des Versagens des Franzosenkönigs Karl
X., dessen exzessive Gesetzgebung (die Versuch blieb: Stichwort „Sakrileg“ stammt daher!) zur Julirevolution
führte. Erst der Mai 68 brachte aber ein innenpolitisches Klimas zustande, der es der Reaktion gestattete,
ihr spirituelles Disneyland zu propagieren. Sie flippen doch immer aus, wenn man überhaupt eine Nähe
zwischen Typen vom Schlage eines Pierre Plantard mit Vertretern der „Tradition“ für möglich hält. St.
Athanasius hatte bessere Nerven.
Kompliment, DDL, Sie kommen zum Punkt; das ist genau die kritische Grenzlinie zwischen „Natur“ und „Übernatur“,
um die es (unausgesprochen) hier die ganze Zeit geht. Der Naturbegriff ist durch die Rede von „Naturgesetzen“
ins Wanken geraten und damit auch das Reden von „Übernatur“. Eine abergläubische Auffassung von Transsubstanziation
ordnet diese der natürlichen Sphäre zu, eine eigentlich religiöse Auffassung geht darüberhinaus. Die
Eucharistie ist unerfindlich. Keine Religion (jetzt als anthropologisches Phänomen verstanden) hätte
diese „Idee“ zu erfinden gewagt. Als Aktualisierung der Taufe stiftet die Kommunion alltäglich in Christus
jene Einheit der Menschen mit Gott, die in Adam bereits der humanite zugedacht war und sich am Ende der
Zeiten offenbaren wird, individuell in der persönlichen Überschreitung des Todes, für alle schließlich
in der Neuen Schöpfung, die in Geburtswehen liegt. Ausgespannt zwischen dem „schon“ und „noch nicht“
des Gottesreiches in der Welt, ist Gott in der veränderlichen Welt in dieser Veränderlichkeit gegenwärtig,
im Sakrament aber inmitten des Augenblicks, so wie er selbst („ewig“) ist, Hingabe, Lebensspender. Es
bleibt auch für mich schwierig, lesen Sie besser Experten dazu!
Wo er Recht hat, hat er Recht. Phantasieliturgie sind ein inakzeptabler Bruch mit der Tradition, nicht
aber die neue Messordnung. Denn wer lehrt, dass diese häretisch sei, kann zu diesem Schluss nur kommen,
indem er das Handeln Christi aus der Liturgie aussperrt und seine „Repräsentanz“ von bestimmten Formeln
und Ritualen abhängig macht. Eine solche Limitatio Christi begünstigt aber eine naturalistisch-magische
Auffassung von Eucharistie, die mit den Dekreten von Trient unvereinbar ist.
tyrannosaurus zweifelt mit Recht daran, dass Pius XII. so ein Konstrukt wie die SSPX gutgeheißen hätte;
ihm lag mehr an der ‘Bewegung für eine bessere Welt’ des Jesuiten Lombardi, sozusagen „Prototyp“ der
Geistlichen Gemeinschaften der Nachkonzilszeit. Tatsächlich waren in der Definition Lefebvres nicht nur
alle Päpste seit Benedikt XV. strenggenommen Modernisten, sondern auch Pius X. Denn der hat ja am Vorabend
des 1. Weltkriegs den kommunistischen Geist des Internationalismus in den Tempel Gottes eindringen lassen,
indem er Erzbischof della Chiesa aus der Rampolla-Schule zum Kardinal erhob. Und wer hat Sarto zum Kardinal
erhoben? Der liberale Leo XIII.! Sehr zweifelhaft das Ganze. Lösung: Die von der SSPX frei erfundene
Kirche hat es vor 1970 nie gegeben, denn ihr Begriff von Tradition ist „absolut falsch“ (Paul VI. am 11.10.1976
an M.L.).
T. Rex Da wir uns nun schon gegenseitig neue nicknames verpassen, Carlo: Vom Katholizismus der Saurierzeit
habe ich tatsächlich keinen Schimmer. Sie vergassen zu erwähnen, dass auch Johannes Paul I. gemäß
nachkonzilarer Fassung „evangelisch“ beerdigt wurde. Sein kurzes Pontifikat hat mindestens das Gewicht
anderer Pii.
Benedikt Ohne mir dessen allzu sicher zu sein, denke ich doch, dass mein „Sonderstudium“ des Integralismus
und die nicht zuletzt hier gewonnenen Erkenntnisse vielleicht noch einen Nutzen haben werden. Selbstverständlich
ist die Kirche, da sie Christus angehört, zu Selbstkorrekturen fähig. Nichts anderes ist ihr Weg durch
die Zeit, immer identisch, immer neu. Das hat J.H. Newman exzellent erkannt. Das katholische Prinzip besagt
ja gerade, dass sich Christus in bestimmten Entscheidunbgen des Amtes verbindlich auszusprechen vermag,
so dass Entwicklung und Tradition zwei Seiten derselben Medaille sind. Das kirchliche Amt ist befähigt,
das Bleibende etwa des Syllabus von 1864 oder der Enzyklika „Pascendi“ von 1907 vom Akzidentellen zu unterscheiden.
Insofern entwickelt Dignitatis Humanae die Lehre der neueren Päpste im Wesentlichen weiter, verlässt
aber Unwesentliches. Kein einzelner Theologe oder Bischof ist demgegenüber befugt, ein „Anathema“ gegen
Papst oder Konzil auszusprechen.
Mysterium fidei, die Enzyklika Paul VI. vom 3.9.1965 hat alles für die Gegenwart zu sagen Notwendige
zum Thema „Transsubstanziation“ zusammengefasst und das Dekret von Trient ausdrücklich bestätigt, das
G.M.M. bereits kurz zusammenfasste. Mein Gedankengang, weshalb ich „Murx“ des Irrtums bezichtige („Trance“-Substanziation
ist freilich ein unglückliches Wortspiel: gemeint ist, dass sich der Betrachter Murx ein physisches Geschehen
einbildet, das gerade nicht von der Kirche gelehrt wird): Wer behauptet, dass eine Liturgiereform imstande
ist, dem Messopfer seine „Substanz“ (Christus) rauben zu können („Sie haben ihn entthront!“) denkt von
Christus kleingeistig, vermutlich naturalistisch unter Verwendung überlieferter Begriffe. Während die
Kirche immer auch hermetisch-religiöse, magische und rituelle Vorstellungen verworfen hat, um Christus
allein die Ehre zu geben, nähert sich die SSPX einem Priesterverständnis an, das das Handeln Christi
in die Hände des Priesters verlegt, anstatt das Handeln des Priesters in der real präsenten Person Christi
selber (Priester, Altar und Opfergabe!) zu erkennen. Die Transsubstanziationslehre ist nicht Selbstzweck,
sondern christozentrisch; nicht „priesterzentriert“, sondern dem Mysterium Fidei zugeordnet.
Der Katholizismus in Deutschland hat wenig Anlass, auf seine Leistungen in der Weimarer Zeit und danach
übermäßig stolz zu sein; da sind auch allerhand „Leichen“ im Keller. Trotzdem ist Papst Pius XII. ein
Gegner des Nationalsozialismus gewesen, kein Unterstützer. Gerade wegen der Verleumdung durch Hochhuth
bekommt er jetzt Beifall von der falschen Seite!
„Neue Messe“ Wie schon gelegentlich betont: Die nachkonziliare Krise stellt der vorkonziliaren Kirche
das denkbar schlechteste Zeugnis aus. Denn so eine Krise kommt nicht über Nacht! Die Alternative lautet
sicherlich nicht „Konzil“ oder „kein Konzil“, sondern: Wäre von der Kirche ohne Konzil überhaupt das
geblieben, was die Traditionalisten unterstellen? Deren Leitfiguren waren doch schon lange eine krasse
Minderheit und gegen den Einbruch des auf schlichte Autorität gestützten Gesellschaftsbildes gibt es
keinen Zaubertrick. Das Konzil hat m.E. eine unvermeidliche Krise verkürzt, nicht erzeugt. Doch entschuldigt
diese Ansicht nicht den massenhaften, auch liturgischen Ungehorsam. Die Gemeinden hatten doch gar keine
Chance, die neue Messordnung in „Echtfassung“ zu erleben. Im Namen der Reform wurde sofort –- wieviel
innerer Vorbehalt mag sich da angestaut haben! –- allerhand gemacht, was kein römischer Reformer je wollte.
Insoweit verdankt sich sogar die Wiederentdeckung der tridentinischen Messe der Reform, ist vielleicht
sogar im Sinne liturgischer Vielfalt eine echte Bereicherung! Geduld!
DDL: Lefebvre „eingeweiht“? Habe das genannte Buch inzwischen eingesehen: Die „Sachbuchautoren“ bleiben
ungenau (typischerweise, denn ihre zentrale These von der Geschichtsmächtigkeit der Prieure de Sion ist
ja erwiesen falsch; Plantard hat die Fälschungen zugegeben), kennen sich im Katholizismus auch kaum aus.
Aber interessant ist die Nachricht, dass das Lefebvre’sche Werk seit 1970 von diversen Journalisten verdächtigt
wurde, ferngesteuert zu werde. Vor Monaten habe ich schon den Tipp abgegeben, dass da noch was „auffliegt“.
Die Autoren nennen sogar eine bestimmte Loge, die sich „päpstlicher als der Papst“ geriere. Lefebvre
schien von der Macht von Verschwörungen dermaßen überzeugt, dass das schon ein bisschen nach Fraktionskriegen
ähnlicher (!) Strömungen klingt. Also ein nationalreligöser Geheimbund kämpft gegen die finsteren
„liberalen“ Geheimgesellschaften. Könnte so sein.
Bugnini Da ich das Buch von Bugnini selbst gelesen habe, kann ich abermals bestätigen, dass der Vorwurf
der Freimaurerei völlig an den Haaren herbeigezogen ist. Der ominöse Brief mit der Anrede „Bruder!“
könnte zwar mit zum „Sturz“ des Liturgiereformers beigetragen haben (was Bugnini vermutet), er selbst
war aber taub für die tieferen Beweggründe, nämlich das strapaziöse Insistieren auf weiteren Reformen,
letztlich dann sogar gegen maßgebliche Kardinäle (Knox, Seper). Da der Dissens nicht mehr zu überbrücken
war, hat der Papst seinen langjährigen Mitarbeiter „in die Wüste geschickt“, aber mittels einer ehrenvollen
Weiterverwendung. Im Iran war Bugnini dann in den kritischen Jahren bis 1982 ein Aktivposten!
Rituale Romanum ergötzt sich gerade im Kreuzforum an der niedrigsten Neupriesterzahl in Österreich seit
jeher. Das liegt aber sicherlich nicht an der Menschenrechtsfrage. Wahrscheinlich sind es die „gut katholischen“
Familien, die heutzutage Alarm schlagen, wenn ein Söhnchen auf Abwege gerät. Der Priesterberuf ist wahrscheinlich
eine der letzten echten Provokationen in der modernen Welt. Aber die „übrige Kirche“ stützt die Berufungen
mitnichten.
Ketelhohn Der Bischof von Rom ist MEHR ALS Patriarch, das ist das Problem. In jur. Betrachtungsweise ist
der Totelverzicht hinsichtlich des Abendlandes schon deshalb überfällig, weil das „Abendland“ nicht
territorial umschreibbar war; hinsichtlich der anderen Titel (Bischof von Rom, Primas von Italien etc.)
ist immer ein Wirkungsraum umrissen und der päpstliche Anspruch ist nunmal universal und nicht okzidentell.
So falsch ist das nicht, DDL: Auf kreuz.net hat schonmal ein NPD-ler aus dem Rothkranz-Umfeld vorgebracht,
Lefebvre sei selbst Freimaurer gewesen. Und vom „maurerischen“ Standpunkt aus wäre das sogar vereinbar:
Denn der hermetischen Bruderschaft ist egal, welche Position man „draußen“ vertritt, solange man in der
rituell verkörperten Treue zur Arkandisziplin steht. Die Aussagen der SSPX über das „Programm“ der Freimaurerei
ist jedenfalls so falsch, dass diese Fraternite für die Geheimgesellschaften völlig ungefährlich ist
(und folglich auch nicht von deren „Organen“ bekämpft wird). Sogar subjektiv könnte sich Lefebvre bei
seinem Unterfangen sicher gefühlt haben, dass er einen Überrest an „Tradition“ retten müsse, um die
klar antithetische Architektur zu retten. Aber falls Lefebvre ein „Eingeweihter“ war, dann vermutlich
in einer okkulten Bruderschaft der Extremen Rechten, also nicht in einer „humanistischen“ Loge. Die Auffassungen
Lefebvres zum hermetischen Symbolismus der Liturgie (im 1978er Interview) sind jedenfalls ziemlich obskur.
Bugnini war weder Kardinal noch Freimaurer. Seine plötzliche Versetzung als Nuntius in den Iran war der
Schlusspunkt einer längeren Entwicklung, über die Bugnini in seinem Buch über die Liturgiereform (dt.
1987) selbst detailliert Auskunft gibt. Er selbst macht den Fehler, seine Versetzung auf eine falsche
„Denunziation“ als Freimaurer zu stützen. Das ist ein typisches Verhalten, wenn man zu wenig Selbstkritik
aufbringt, um die Gründe für eine Zäsur zu akzeptieren. Wie Bugnini aber selbst berichtet, hat er seine
insgesamt drei Kardinalpräfekten der Gottesdienstkongregation (1969-1975) zu dominieren versucht, mit
unterschiedlichem Erfolg. Der letzte, Kardinal Knox, setzte dann 1975 die Zusammenlegung der Konkgregation
mit der für Sakramentendisziplin durch. Denn man wollte, anders als Bugnini, eben keine immerwährende
Liturgiereform fabrizieren.
Marcel Ihr Geschichtsbild ist ein Mythos. Die Zukunft wird es zeigen, dass „V 2“ fast in letzter Minute
kam, um der Kirche die Zukunft aufzutun; und damit der modernen Welt die so sehr notwendige Hilfe anzubieten.
Selbstverständlich war die nachkonziliare Krise auch eine Stunde der Wahrheit: Wieviel oberflächliche
Frömmigkeit, wieviel Bequemlichkeit und Selbstbetrug es unerkannt längst gab, trat offen hervor. In
einem gewissen Sinne muss man fast dankbar sein, dass Ihr Idol den Widerstand gegen Papst und Konzil personifiziert
hat. Niemand hat sich (indirekt) um die Akzeptanz von Liturgiereform und Religionsfreiheit größere Verdienste
erworben als der große Störer von Econe und seine Ausfälle. Vielleicht rechtfertigt ihn das? Oft und
oft in der Kirchengeschichte wurde das Wesentliche einer Reform erst in Abgrenzung von einem großen Gegner
klar. Und wir lernen jetzt allmählich, dass das Konzil mehr „Himmel“ wollte als der selbsternannte Sprecher
der Tradition; mehr Tradition, mehr Leben der Wahrheit, weniger Befangenheit in gesellschaftspolitischen
und zeitgeschichtlichen Raufereien.
Marcel bzw. Marcellinus hat im kreuzforum ein älteres Interview mit Lefebvre von 1978 publiziert, das
einmal mehr meine Ausgangshypothese stützt. Lesen Sie, Dr. Heger, besonders die Passagen über die Messe
und über die Unfehlbarkeit. Sinngemäß hält es der Alt-Erzbischof für einen Beweis der Nichtexistenz
Gottes und erklärte die Kirche für „aufgelöst“, wenn der Papst unfehlbar festhalten sollte, dass der
Neue Messordo NICHT häretisch ist. Erstaunlich auch sein Wohlbehagen über „warme Syampathien“ seitens
islamischer Führer. Den Islam nennt er dem Katholizismus näher positioniert als sogar das Judentum.
Der harte Kern der integralistischen Häresie (ohne dass dies alle Freunde der Fraternité mittragen)
ist eine reduzierte Auffassung vom Sühneopfer der Messe und somit eine limitierte Christologie, die Christus
inmitten der pluralen Lehren zwar mit dem Prädikat des „wahren Herrn“ ausstattet, ihn aber doch im Universum
ansiedelt, nicht zur Rechten des Vaters; also „Übernatur“ als besondere Etage der Natur, nicht als Darüberhinaus.
Verdeckter Dissens Im Laufe der Zeit werden alle Lefebvrianier, die mit der Kirche ins Reine kommen wollen,
den Weg zurück finden. Aus pastoralen Gründen ist Offenheit hier angemessen. Aber ein harter Kern wird
gerade deswegen immer weiter abirren, Sätze aus alten Interviews des Erzbischofs nachbeten, die drei
oder vier Argumente gegen das Konzil immer wieder widerkäuen. Wichtig ist aber, dass die „Alte Messe“
in Zukunft möglichst nicht mehr als Kampfmittel zugunsten eines absolut falschen, weil naturalistischen
Begriffs von Tradition genutzt werden kann. Wer könnte denn der (neuen) Messe „die Substanz“ rauben,
wenn diese Christus selber ist?
Brüder! Nicht selten redet der Hl. Paulus so die Gemeinde an. Freimaurer? Der Unterschied zwischen christlicher
Brüderlichkeit und anderen Ausprägungen von „fraternite“ ist doch wohl, dass die Getauften in Christus
zur Gotteskindschaft berufen sind, also wirklich „Brüder“. Während die abstrakte Brüderlichkeit doch
nur ein Leitmotiv ist, das eben nicht trägt, wenn es darauf ankommrt, „jetzt und in der Stunde unseres
Todes“. Man kann doch nicht die Liebe aus dem Evangelium tilgen, weil andere das Wort auch beschwören.
Pünktchen: wenn hier andere einen schweizer Bestsellerautor anführen, um Pius XII. zu belasten, so wird
das „heilige Deutschland“ für dieses Ablenkungsmanöver doch dankbar sein. Jahrzehntelang redeten sich
Nazis raus mit: „Ich bin es nicht, der Führer ist es gewesen.“ Hochhuth hat dazu noch weitere Entlastung
geboten: Nicht der Führer, der Papst ist es gewesen! Fehlt nur noch ein neues Drama: „Der Seminarist“,
in dem ein Jungtheologe namens Hans Wurst 1958 den Papst in Castel Gandolfo vergiftet, um die Ehre der
Schweiz zu retten.
Extra ecclesiam… Graf von Galen: Soweit ich die Äußerungen des Erzbischofs Lefebvre richtig verstanden
habe, insbesondere die Grundsatzerklärung vom 21.11.1964 und die letzte Predigt vom 01.11.1990, sieht
es der FSSPX-Gründer als nahezu unbedingt heilsnotwendig an, die Messe im „alten Ritus“ zu feiern; der
NOM ist demnach existenziell gefährlich, weil liberal, protestantisch und modernistisch. Da steht doch
der Verdacht im Raum, dass seinerseits den NOM-Katholiken sogar das „implizite Votum“ (der einen Kirche
Christi anhängen zu wollen) aberkannt wird. Während sich der Erzbischof aber noch so gerade eben „dogmatisch
korrekt“ durchlaviert (die von Guerard beanstandeten Opportunismen), kennen die Nachbeter die Tradition
nicht mehr so „gut“; ihre Wiederholungen der Sentenzen des Erzbischofs verschärfen das Problem. Damit
verrennen sie sich in unhaltbare Positionen (cf. Feeney), aber wohl doch fast schon wieder „bona fide“.
Sehr schwierig. Aber ich bin mit dem Thema ja jetzt fast „durch“. MfG, Dr. O.
Maurice! Gerade das entspannte Zurücklehnen verbietet Pius XII. am vom Hl. Offizium angegebenen Ort (DH
3872). Diese Selbstzufriedenheit ist Katholiken verboten. Nicht jeder, der nicht behauptet, das implizite
Votum sei nicht heilsgenügsam (so SSPX), behauptet schon, das Heil sei aequaliter in jeder Religion zu
erlangen. Und die traditionelle Richtigkeit der Argumente Pauls VI. im Brief vom 11.10.1976 an Lefebvre
war diesem bekannt. Da die Nachbeter die ganze Bandbreite der Tradition nicht mehr kennen, könnte zu
ihren Gunsten noch ein implizites Votum anzuerkennen sein; wer aber den 99,985 % übrigen Katholiken nicht
einmal das implizite Votum zuerkennt, der agiert dolos. Man kann es nicht anders zensieren.
Graf von Galen, habe versäumt, die Fundstelle für „Extra ecclesiam…“ präzise genug anzugeben; Marcel
hält das für eine Enzyklika, es war aber ein Brief des Hl. Offiziums an den Erzbischof von Boston. Im
Fall des Jesuiten Feeney lehrte das Offizium in Präzisierung der Enzyklika Pius XII. von 1943 (Mystici
corporis), dass die Kirche sich nicht anmaßt über das implizite Votum des Eínzelnen zu richten. „Mit
dieser weitsichtigen Worten verwirft er (Pius XII. a.a.O.) sowohl jene, welche alle vom ewigen Heile ausschließen,
die nur dem inbegriffenen Wunsche nach der Kirche anhängen [heute: SSPX etc.] als auch jene, die fälschlich
behaupten, die Menschen könnten in jeder Religion in gleicher Weise [aequaliter] gerettet werden“ (DH
3872).
Marcel: Ich werfe Ihnen ja nicht Dummheit vor, sondern Bosheit. Da Ihr Handeln offenbar nicht mit „dem“
Glauben kongruent geht, passen Sie den Glauben kurzerhand Ihrer „Haltung“ an. Unbußfertig nannte man
das früher, hartnäckige Häresie. Woher leiten Sie denn Ihre rechtmäßige Autorität ab, die noch immer
für Zensuren, Lehrverurteilungen etc. erforderlich ist (z.B. Denzinger 3873)? „Notstand, Tradition, 1789“,
alles Unsinn; und Sie wissen es. Ihr „Christkönig“ ist eben nicht identisch mit Christus, dem König,
den Pius XI. lehrte. (Nochmals lesen!) Konfusion in den Prinzipien, selektive Wahrnehmung, naturalistische
Deutung übernatürlicher Wahrheiten, aus Bosheit, nicht aus Dummheit. Denn Sie wollen guten Gewissens
sündigen! Das ist Ihre Wichtigtuerei.
Nein, T. Rex, Humani generis warnte (mit Recht) vor einer Tendenz der Theologie; wie tief diese schon
„eingesickert war“, offenbarte dann der Holländische Katechismus 1966; auf den (indirekt) Paul VI. mit
dem Credo von 1968 antwortete. Nicht eine einzige These von Lubac ist je verurteilt worden. Zeitweilige
Disziplinarmaßnahmen des Ordens hat er geduldig ertragen, den Gehorsam nie in Frage gestellt (anders:
Lefebvre).
Marcellinus, auf Kreuzforum haben Sie sich an Fetter Tafel ja durchgesetzt; trotzdem nochmal der Hinweis
auf Denzinger 3866-3878; Sie sollten Leonard Feeney unter Ihre Väter der Tradition einreihen (exkomm.
am 4.2.1953).
Sehr gut, Pünktchen, und keine andere Religion oder gar Philosophie kann die Vorliebe Gottes für den
Einzelfall hinreichend aufklären; an der Eucharistie scheiden sich die Geister (Joh. 6).
Halbbildung, Carlo, „T. Rex“, gehört doch zu Ihren Lieblingswörtern: Pius XII. hat eine ganze „Summe“
katholischer Soziallehre vorgelegt, die aber, um sie vom dogmatischen „Lehrbetrieb“ abzusetzen, nicht
einmal in Form von Emnzykliken gefasst war. Jurist Pacelli hatte das ausgeprägteste Empfinden für die
Differenz zwischen Dogma und „Gesellschaftsbetrieb“. Das aber hasst der Integralismus wie der Teufel das
Weihwasser. Lubac nannte sich übrigens von „Humani generis“ nicht betroffen.
Graf von Galen: Denzinger 3866 „…Unter dem aber, was die Kirche immer verkündet hat und zu verkünden
niemals aufhören wird, ist auch jene unfehlbare Aussage enthalten, durch die wir belehrt werden, dass
„außerhalb der Kirche kein Heil ist“. Dieses Dogma ist jedoch in dem Sinne zu verstehen, in dem es die
Kirche selbst versteht. Unser Erlöser hat nämlich nicht privaten Beurteilungen übertragen, das zu erklären,
was in der Hinterlassenschaft des Glaubens enthalten ist, sondern dem kirchlichen Lehramt“ (also vor allem:
Papst und Konzil).
Wahrscheinlich hatte Pius XII. nicht nur eine Ahnung, sondern sogar eine klare Sicht von den Ausmaßen
der Problematik, die sein Pontifikat allein nicht lösen konnte. Daher förderte er mit Bedacht verschiedene
Begabungen. Pius XII. hat nie und in keinem einzigen Dokument den Integralismus gebilligt.
Ansgar Da sind aber doch noch die Wertentscheidungen des Grundgesetzes! Der Staat des Grundgesetzes will
eben nicht nur demokratischer Formalismus sein, sondern bekannt sich zu den Grundrechten als Ausprägung
der Menschenrechte. Richtig ist, dass diese wesentliche politische Grundüberzeugungen zum Ausdruck bringen
und keinen „dogmatischen“ Charakter haben, also (anders als vielleicht 1789) nicht in Konkurrenz zur religiösen
Überzeugung stehen.
Kein Papst kann die Kirche „allein“ regieren; und außer Exz. Lefebvre haben das auch immer schon alle
gewusst und verstanden. Weder kann ein einzelner Erzbischof die Liturgie „sterilisieren“ noch „retten“
und kein Kardinal kann die Demographie ankurbeln oder abwürgen. Geduld!
Pünktchen Niemand wünscht heute einen derart kulturhegemoniales Staatsgebilde wie das Franco-Regime,
aber in historischer Wertung haben die „katholischen“ Länder die totalitäre Versuchung im Anschluss
an den von den Monarchien angezettelten 1. Weltkrieg (Ursache aller humanitären Katastrophen des 20.
Jh.) bei weitem milder gemeistert als Osteuropa oder Deutschland. Den am ehzesten glimpflichen Verlauf
nahm sie Frankreich, da die Kirche sich von der action francaise lossagte, Österreich nach der Fehlkonstruktion
des Austrofaschismus doch auf die „modernere Linie“ (Hitler) eingeschwenkt, sogar der Faschismus in Italien
blieb moderat im Vergleich zum Hitlerregime. Dennoch (und deswegen) hat die Kirche aber gelernt, dass
der Katholizismus in alle Zukunft nicht verwechselbar sein darf mit einer totalitären Ideologie. Das
hat Roncalli, vorbereitet von seinen Vorgängern, richtig erkannt und durchgesetzt. Schon Pius XII. hatte
aber große Sympathien für anglo-amerikanische Staatsideen entwickelt, die ein Schutz vor autoritärer
Barbarei zu sein schienen. Die Brutalität der „Roten“ in Spanien wird heute gern überzuckert. Der billige
Sommerurlaub im Franco-Spanien war vielen deutschen Proletariern aber recht angenehm.
Aiax Bea? Wann hat Bea, der Beichtvater Pius XII., denn sowas behauptet? Mortalium animos ist m.E. keineswegs
hinfällig, da die Rückkehr aller Christen zu Christus zugleich „Rückkehrökumene“ ist und eben nicht
zu einem Völkerbund der Konfessionen führt.
Benedikt Der Integralist Umberto Begnini, der eine ausführliche Sozialgeschichte der Kirche verfasst
hat, unterschied in der damaligen Diktion zwischen „royaume“ (Königtum) und „empire“ (Reich) der Kirche;
angelehnt an die Zwei-Schwerter-Lehre Bonifaz VIII. Mit dem eigenen Schwert kämpft die Kirche für das
seelische Ziel, das weltliche Schwert kämpft für die Wohlfahrt, an der die Kirche aber auch interessiert
ist. Das „demokratisierte“ Selbstverständnis der Kirche betrifft in etwa, nicht bruchlos, diesen zweiten
Bereich, den „Weltauftrag“. Hier wird auf Tricks mittels der Macht verzichtet (idealtypisch); im „Eigenbereich“
stößt die Demokratie in der Kirche an dogmatische Grenzen. Hier ist m.E. auch keine Parlamentarisierung
möglich, da sonst das Prpfane auf das Sakrale übergreift, anstatt der consecratio mundi, um die es dem
gewaltlosen „Reich“ der Kirch inmitten der Welt gehen müsste.
Neo-Nestorianer! Athanasius!! Zu Hilfe! Sie kennen Karl X. besser als wir alle. Vielleicht können Sie,
der Sie das „Ganz-Brandopfer“ von René Lefebvre sr. so gern herausstellen, Murx von weiteren Steigerungen
seiner Psychose noch abhalten.
Don Camillo: Nuntius Roncalli hatte dem Parlamemntspräsidenten Herriot ein Buch von Guareschi verehrt;
Zwischen-den-Zeilen-Lesern werden daraus nicht ganz zu Unrecht entnehmen, dass es dem späteren Konzilspapst
darauf ankam, die Zuordnung des Katholizismus zur politischen Rechten zugunsten des höheren, pastoralen
Auftrags abzuschwächen. Schwieriges Unterfangen, aber alternativlos.
Karl X. hatte vor der Julirevolution jedenfalls nicht gerade ein Konzept offener Gesellschaft vertreten.
Da war es gar nicht so einfasch wie heute, in den Medien nach Gutdünken „dies und das“ zu verbreiten.
Ja, Artois, aber der Satz setzt voraus, dass der Adressat die Heilsnotwendigkeit der Kirche klar und unmissverständlich
erkannt hat; wer sich dann losreißt (wie z.B. Lefebvre), der gefährdet sein Seelenheil.
DDL:: Nettes Missverständnis! Ich meinte nicht die vielen „Lesernamen“, sondern die vielen offen bekannten
Mitgliedsnamen auf der von Isis genannten Seite. @Isis Nach meinem Kenntnisstand, der aber extrem dürftig
ist, da ich über keine Einblicke verfüge, sind die Aussteiger meist nach „rechts“ ausgestiegen; z.B.
verbreitet die SSPX-Info ein Memorandum an den Papst, ganz im Stil der verlogenen Lefebvre-Briefe an den
Papst Paul VI., in dem man die Heiligsprechung des Gründers abzusetzen verlangte, unter Verweis auf den
Fall des „Sillon“. D.h. die Integralisten halten das „erzreaktionäre“ Werk für „linksradikal“. Kenne
sich da noch einer aus!
Dilettieren, Karl X., es heißt: dilettieren! Nein. Auf die moderne Physik habe ich Sie nur aufmerksam
gemacht, damit Sie mal darüber nachdenken, ob das Bild, das Sie sich von der „Natur“ machen, überhaupt
noch ihren Begriff von „Übernatur“ trägt. Die Toleranzfrage sehe ich, anders als die „interkulturelle
Philosophie“ etc., als Frage der Rechtsordnung in einer notwendig offenen Gesellschaft. Wenn eine Religion
behauptet, sie könne den Absolutheitsanspruch ihres „Dogmas“ preisgeben, so lügt sie. Selbst das Toleranzdogma
des orientalischen Pantheismus (der sich so gut zur abendländischen Aktivität zu fügen scheint) setzt
sich absolut. Und soweit „Logen“ das nachäffen, setzten sie sich auch absolut. Aber die Antwort ist nicht
das „Dogma der Intoleranz“ (im Staat), sondern die vertiefte Ausdeutung der typisch christlichen Differenz
von Gesellschaftsordnung und religiöser Wahrheit. Somit ist es relativ wahrscheinlich, dass der Katholizismus
die offene Gesellschaft aushalten (und sogar fördern kann), während alle „anderen“ darunter viel mehr
leiden (und am wenigsten die SSPX, die nur in der offenen Gesellschaft existieren kann, wie jede hermetische
Gruppe von Esoterikern auch).
Ja, Artois, sogar Exz. Lefebvre sah im „V 2“ nur die Vollendung einer Tendenz, die er (in quasi-gnostischer
Weltdeutung) mit Luther anfangen ließ; aber das ist alles zu einfach konstruiert; und verkürzt die Rechte
Gottes.
Isis: Wenn man so viele Namen zusammentragen kann, wie geheim soll das dann sein? Da ist übrigens auch
mein Doktorvater genannt, trotzdem wäre die „nächstliegende“ Verschwörungstheorie wieder falsch!
Das Phänomen der Freimaurerei ist vielschichtig, parttiell unappetitlich, insgesamt von gestern (wie
sogar die krankhaften Logenhasser implizit einräumen; 1717-1917) und bei weitem desorganisierter als
die Kirche. Man spricht von überproportionalem Einfluss in Beligien, im 19 Jh. auch in Italöien, sicherlich
in Frankreich und England. In Dtld. blieb das Phänomen immer schwach ausgeprägt. Die Dummheit der integralistischen
Revolte gegen das Papsttum besteht nicht zuletzt in einer naiven „Überzeugung“, als stünden sich da
zwei „Weltbilder“ gegenüber. Das „Programm“ der einzelnen Brüder ist der Loge aber wurscht, weil es
auf die Bruderschaft selbst ankommt, nämlich auf die Arkandisziplin, die sich im Ritual manifestiert.
Die „Werte“ von 1789 mit der Freimaurerei zu „identifizieren“ ist schon der erste abwegige Schritt. Die
SSPX ist damit ihrem Lieblingsfeind viel ähnlicher als sie wahrhaben will. Denn Problem ist nicht die
Toleranz, die ist notwendig, sondern das „Dogma von der Toleranz“, das aber nicht relativiert werden kann,
indem man ihm mit einem „Dogma der Intoleranz“ antwortet. Die Intransigenz des 19. Jh. war nämlich Kirchenpolitik
und nie Dogma. Petruis würde die Schlüsselgewalt niemals vom Bestand der Throne abhängig machen. Pius
VII. hat Napoleon gesalbt und damit dem „Relativismus“ in staatspolitischen Dingen längst Tür und Tor
geöffnet. Schon 1804 war Rom rettunglos „modernistisch“ verseucht! Da gab es Karl X. noch gar nicht.
MK28: Zur Religion gibt es konkurrierende Definitionen, die Kirche hat „V 2“ ausführlich thematisiert
(„Lumen gentium“ et al.). DH ist im Text schwierig, aber in der Aussage klar. Keine Privilegien der Kirche
im Staat. Dazu bedarf es keiner vorgängigen Definition von Religion. Das kann der Gesetzgeber vor Ort
tun, was z.B. in Frankreich wieder in der Diskussion ist. Der Katholizismus bedarf keiner Vorabdefinition
von Religion im weiteren Sinne, da er „wahre Religion“ ist und die anderen von Rom aus einschätzt; vgl.
die berühmten „konzentrischen Kreise“ in Ecclesiam suam v. 6.8.1964 (erschienen 7 Monate nach der Heimkehr
des Papstes aus Jerusalem).
Krieg abschaffen bedeutet wahrscheinlich nicht, alle Erscheinungsformen militärischer Gewalt und jedwede
„Landesverteidigung“ völlig zu überwinden, sondern einen Zustand öffentlichen Völkerrechts zu befestigen,
der völkrerrechtswidrige Angriffe unmöglich macht. Der Weg ist noch weit. Aber Stadtmauern und Bastionen
wurden ja auch geschliffen, nach langen, langen Entwicklungen hin zum Gewaltmonopol des Staates.
schwebend unwirksam Schade, Karl X. sel. Anged. möchtegern Nachf., da Sie die Interzession wohl für
unwirksam halten (und lieber den CIC 1917 konsultieren; als würde ich die Peinliche Halsgerichtsordnung
Karls V. zu Rate ziehen!), widmen wir das Kerzenopfer lieber Dr. T. Rex.
Pünktchen: kreuz.net „zerfällt“ längst in die Spielwiese der Kritiker und die Spielwiese der selbsternannten
Inquisitoren. Dazwischen nur noch wenig seriöse Diskutierer. Alle wichtigen Fragen rund um den Integralismus
wurden hier in 1 1/2 Jahren durchdiskutiert. Und alles in allem bestätigt sich, dass schon Jean Guitton
in den Neuen Medien große Chancen für das authentische Apostolat heraufziehen sah. Die Kirche hat die
Kraft, innerhalb der offenen Gesellschaft und für sie „Zeugnis“ zu geben. Das ist das tröstliche Resultat
dieses Experiments, Paul VI. hat Lefebvre am 11.10.1976 zu Recht die Tür gewiesen. Und durch diese Tür
müssen die Tradi nach Rom zurück oder eben Hobbyastrologen bleiben.
Na ja, dann eben nicht „satisfaktionsfähig“. Aber Sie wollen wahrscheinlich wissen, ob ich schonmal einem
„Freimaurer“ die Hand gegeben habe? Nein. Damit kann ich nicht dienen.
Na ja, im Einzelnen interessiert es mich nicht mehr so brennend. Vermutlich hat Sie meine über kreuz.net
vermittelte Nachricht nicht mehr erreicht? (Wg. Lehrer etc., der ich nicht bin.)
Ist auch gar nicht nötig, Katholiken müssen nicht alles besser wissen. Zur Not kann man auch einfach
mal die Klappe halten und die Sache dem Herrn anempfehlen. Panik bricht doch nur bei denen aus, die das
Vertrauen in die Güte verloren haben; und sei es auch nur, weil sie Güter verloren haben.
Übrigens, Murx X., ich vergas es andern Orts zu bringen: Von den papsttreuen Fürzen sprach zuerst Luther;
3/4 des Vokabulars können Sie für Ihre „Position“ von dort abschreiben.
Da ich den Naturalismus ablehne, ist Gott nunmal keine Sache; „Gott sprach zu Abraham“… Von der Stelle
angefangen könnten Sie die Bibel ja nochmal lesen, um aus ihre naturalistischen Klemme (genannt: „Übernatur“)
allmählich rauszufinden.
Stephanus! GS 78 lehrt, dass ein Zustand anzustreben sei, den Krieg völlig zu untersagen; diese Formel
stammt übrigens von Kardinal Ottaviani, der sie bereits 1946 prägte. Alle Wehrmachtsphantasien sind
nicht mit der Lehre der katholischen Kirche vereinbar.
Sorry, bei Una Voce stand nicht ausdrücklich „phil.“, aber im Text brachten Sie Kritik an Dr. David Berger
mit „National-Sozialismus“ in Zusammenhang; das hielt ich für ein von historischen Wertungen geleitetes
Erkenntnisinteresse. Aber gut, ist ja nicht so wichtig. Der Wink mit Overath kam übrigens von DDL. Das
habe ich nur nochmal übernommen, um zu betonen, dass Sie eine reale Person sind und kein „Falschmünzer“
(wie auch meine Beiträge das Licht nicht Scheuen); sorry also.
Domenico Tuttisanti Sie vermissen doch sicher auch schon den üblichen Schlagabtrausch zwischen dem 21-jährigen
ndl. Seminaristen Athanasius, dem in die Vendee ausgewanderten Verteidiger der Bullen Pauls IV gegen die
Gesetze Pauls VI, Karl. X. Sel. Anged. möchtegern Nachf., und des südschweizer Mediziners Carlo Rex,
ob die Aussagen des Papstes über das Universum nun abermals Häresie, tumbe Häresie oder nur der Häresie
verdächtig sind? MfG Dr. Otterbeck, Köln-Deutz
Parzifal: Man sollte den reaktionären Katholiken wenigstens die Ehre lassen, dass sie auch gegenüber
der erzmodernen Hitlerbewegung reaktionär blieben; auch heute gibt es noch eine „Hitlerkritik“ von rechts.
Dass die Extreme Rechte ausgerechnet Hitler verharmlost, gehört mit zu ihrer intellektuellen Abhängigkeit
von (schwach fundierten) linksliberalen Parolen, die sie reflexartig zurückweist, ohne überhaupt selber
ein kritisches Bewusstsein für die Problematik entwickelt zu haben. Zitiere ich Horkheimer oder Adorno,
jault es dort gleich „Frankfurter Schule“; zitiere ich Ernst Jünger, so brandet Applaus auf. Selbst wenn
das Zitat in beiden Fällen lauten würde: „Abwarten und Tee trinken.“ Les extremes se touchent. Der Integralismus
ist nämlich auch ein Naturalismus.
Artois, lesen Sie doch mal den vorkonziliaren Montini, bspw. die Auszüge, die Georg Huber in seinem Buch
„Paul VI.“ (1965). Er hat gewusst, was auf die Kirche zukommt, vielleicht nicht im vollen Ausmaß. Insofern
ist die Hypüothese berechtigt, dass das Konzil die Krise abgekürzt hat, nicht verursacht.
Richtig daran ist, wie diesseitig schon vor Monaten im Diskurs mit Th.A. Höck vorhergesagt: Dass sich
dieses Forum allmählich totläuft. Es beweist geradezu im Kleinformat, warum eine „vorkonziliare“ Propaganda
nicht taugt, um Seelen zu retten.
„Gott ist ein Geist“ stand im Paderborner Katechismus von 1928; sicherlich richtig. Aber im Zeitalter
von Gespenstergeschichten liest man das falsch. Wer sich aber mit dem Gedanken an einen „Metarealismus“
vertraut macht, gemäß neuestem Stand der modernen Physik („Materie ist Information“, etwas zu kurz gesagt),
liest „Der Geist ist willig. Das Fleisch ist schwach.“ vielleicht neu als Hinweis, dass Geist das „stärkere
Element“ ist. Die Diskretion des Hl. Geistes, der Liebe selber, überrascht. Wahrscheinlich hat es in
der langen Papstgeschichte nur einen einzigen der Häresie verdächtigen Papst gegeben, Liberius, dem
wir aber die schöne Basilika S. Maria Maggiore verdanken. Mir jedenfalls ist aus den ersten zwei Jahrtausenden
keine einzige relevante päpstliche Fehlentscheidung bekannt, abgesehen vom hochkomplexen Fall Galilei
und vielleicht das Jesuitenverbot von 1773. Aber wer weiß? Vielleicht bewertet man sogar das 3000 wieder
anders. Denn Gott ist einer, der führt, hindurch durch den ganzen Aufstand wider die Liebe, genannt „der
Fall“.
G.B. Montini, späterer Papst Paul VI., sagte einmal zu Jean Guitton, dass es mehr lohne, über den Zufall
nachzudenken, der seine Eltern zusammengeführt habe als über den nahenden Tod. Die „Vorsehung“ ist wohl,
neben dem mysterium iniquitatis, das schwierigste Stück Christenlehre. Wenn die Mauer, die da unsere
Zivilisation an der Sicht hindert, in diesem Jahrhundert bricht, dann könnte Friede sein.
Sansculotten nannte man die frz. Revolutionäre, weil sie die aristokratischen Kniebundhosen verschmähten.
Im Kreuzforum wurde z.B. Joseph Ratzinger im Herrenanzug abgebildet. Für den Administrator dort vielleicht
Beweis seiner „revolutionären“ Gesinnung. Und Karl Murx verhaspelt sich andernorts in der Unmöglichkeit,
dass es in Gott „Bewegung“ geben könne. (Denn dann auch: Evolution? Revolution? Rechtfertigung für developpement??
Igitt.) Insofern bin ich mit Papst Benedikt aus Sicht derer, die noch heute eine Kanonisation des Märtyrerkönigs
von 1793 wollen, bekennender „Revolutionär“ = Häretiker = für die Verdammnis vorgemerkt. Aber, wer
weiß, vielleicht ist „Toussaint“ ja doch unsere Zukunft?? Beste Grüße, Dr. Otterbeck (kein „Wortspiel
mit Sackgasse“)
Mater gratiae: Die Kirche, ja, das „modernistische Rom“, hat es bereits 1820 abgelehnt, für den „Märtyrerkönig“
(Louis XVI.) einen Seligsprechungsprozess zu eröffnen, wegen „zeitlicher Motive“ des Ansinnens. War also
Pius VII. auch schon ein Häretikerpapst??
Fürs erste genügte ja, wenn Sie es, anders als Luther ff., wenigstens für möglich hielten, dass es
in der Kirche, z.B. das Konklave von 1958, mitunter „mit rechten Dingen“ zuging. Privatoffenbarungen zu
erflehen wäre vielleicht doch etwas zu verstiegen. Pius XII., dem solche nachgesagt wurden, war sich
jedenfalls sicher, dass er hinreichend Kardinäle kreiert hatte, um die Nachfolge zu sichern. Oder welche
Verschwörung hat ein III. Konsistorium verhindert??
Horst wer? Am 2.6. titelte BILD, „Horst Schlämmer“ (Hape Kerkeling) habe Gott gefunden. Ab heute sind
die Titelseiten „Gott sei Dank“ mit WM verplant. Sonst müsste man noch mit ganz anderen Meldungen „aus
dem Reich“ rechnen.
Vielleicht bin ich falsch informiert, Allegro, aber m.E. ist das ?????kreuz als Sonnenrad aufzufassen,
also ein naturalistisches Kultsymbol „schlechthin“.
Es geht hier nicht um Welterklärung, sondern um den Hinweis, dass nicht alles „Gott“ ist, wo Sie Gott
draufschreiben. Weitersuchen! Wenn Sie das Gedankenexperiment riskieren, dass die Wahl Paul VI. zum Papst
vielleicht doch mit Gottes Wille geschah (und nicht dagegen), wären Sie schon ein paar Millimeter weiter.
Wo sitzt den das Motiv für die hartnäckige Weigerung, Gott da am Werk zu sehen, wo er am Werk sein könnte??
Verlorene Güter? Auch dazu hatte Pius X. weise Worte gefunden.
Hallo, Lukrecia, freundlichen Dank für den Versuch, das Thema zu wechseln; aber zu Hod… möchte ich
noch kurz antworten, dass mir („Ötker“??) jedenfalls noch nie „rausgerutscht“ ist, die homosexuellen
Praktiken als Sodomie zu bezeichnen. Man muss doch differenzieren, ob jemand lediglich die Aussagen des
Katechismus-Kompendiums für korrekt hält oder zur krankhaften Homophobie übergeht. Dr. Otterbeck, Köln-Deutz
Wenn in Gott Eros wäre, dann könnte er nicht ewig, haben Sie geschrieben, MurX. Der Gottesbegriff ist
wohl ein bisschen leckgeschlagen. Meine These: Sie kleben „Übernatur“ auf die Flasche, trinken aber doch
nur Schnaps. Suche, was oben ist! Noch höher! Hinter der „Planck’schen Mauer“! (Nie gehört??) Dieu existe,
mais il est Dieu.
Karl X. sel. Anged. Nachf. hat an anderer Stelle abgehoben: „Wenn in Gott Eros wäre, könnte er nicht
ewig.“ So gewinnt man scheints Moral aus der Ontologie.
Mir kommt der Verdacht, dass hier zwei Atheisten miteinander im Clinch liegen, ob sich der Papst im atheistischen
Sinne „katholisch“ nennen darf oder nicht. Darf er nicht. Er ist katholisch im katholischen Sinne. Pax
vobis!
Atheist I u. II Nochmal zum Mitschreiben: Der Integralismus ist ein Naturalismus. Beweis: Das krankhafte
Herumspintisieren in den Pontifikalriten. Als ob Gott nicht handeln könnte in der Zeit! Gottlose Häresie.
Die nackte Angst! Selbstverständlich kann ein christdemokratischer Minister dem Messopfer nach altem
Ritus „beiwohnen“. Gemäß Credo Paul VI. vom 30.06.1968 (!) ist von einer legitimen Pluralität der Riten
auszugehen. Allerdings handelt es sich bei der Messordnung, die Lefebvre zu einem Kampfmittel zur Verbreitung
seines neopaganen Naturalismus in traditionellem Gewand gemacht hat, um eine außer Gebrauch gesetzte
Ordnung DESSELBEN Ritus. Ich entkomme dem Naturalismus nicht, indem ich mich oppositionell zu anderen
Naturalismen positioniere und ausrufe: hier, in der rechten Ecke, da wohnt die Übernatur bei! Das ist
doch blosse Panik, dass die gute alte Zeit vergeht. Sie tut es. Das Flugzeug hat abgehoben, aber bereits
1830.
Dominique Toussaint Falls das der „Klarname“ ist, muss sich DDL fast zwangsläufig mit Religion befassen.
Ob valid oder nicht: Nomen est omen, manchmal. meint, nicht ohne Selbstironie, „Sansculott E.R. Beck“
Nur einer hat Kunde gebracht, nicht Kunden. Wir bedenken das Sein der Zeit lange noch nicht entschieden
genug. Die Kirche kann von den ewigen Dingen nur anthropomorph und historisch reden, „inkarnationsgemäß“.
Das bringt das Risiko mit sich, dass die klassischen Traktate der Dogmatik auf unbedarfte Hörer wie eine
mythische Darstellung wirken. Urzustand, Ursünde, Erbsünde, Erlösung, Vollendung. Alles wahr, alles
richtig, aber was hat man da berichtet? Geschichte? Geschichten? Hier hat J.H. Newman das Tor aufgetan.
Trotzdem hat die Wissenschaft dem Klerus die Autorität abgekauft. Jene Kundschaft wird sich aber allmählich
wieder vor dem Schalter „Offenbarung“ anstellen, um den Offenbarungseid zu vermeiden. Das hat nicht erst
Roncalli gesehen, sondern schon Leo XIII. (Enzyklika Annum ingressi vom 19.03.1902).
Lieber Neurosenkranz als Altlilienbanner Murx hält die lichtreichen Geheimnisse sicherlich für einen
weiteren Beweis, dass die Aufklärung in das Allerheiligste eingebrochen ist wie ein Dieb in die Nacht.
Und dass der Kardinal nicht dagegen vorging ist ein weiteres Indiz für sein falsches Prophetentum. Simsalabim.
Stecke ich in die Prämisse, was ich beweisen will, so beweist sich alles idiotensicher.
AthanasjuX Selbstverständlich wäre es blödsinnig, die französischen Integralisten mit der Hitlerbewegung
zu verwechseln. Aus diesem Grund wird sich Ihre Bruderschaft in Kürze in einen deutschnationalen und
einen altfranzösischen Flügel spalten, weil der inferioritätsgepeinigte Deutschlateiner mit Le Pen
nicht sympathisieren kann, der juliverhaftete Antisemit aus der Vendee aber wohl.
Karl murX Schwierig, schwierig. Aber heute verdanke ich Ihren Ausf. immerhin das noch fehlende Mosaiksteinchen:
Ich habe mich nämlich gefragt, wie man nur so borniert sein kann und 1789 ungeschehen machen wollen.
Will man aber gar nicht! Es geht um den Juli 1830. Die Brüder sehen 1789 nicht aus der Perspektive von
1788 sondern von 1830. C’est ca.
Widerstand ist zwecklos. Das Widerstandsrecht ist eine Frucht der Menschenrechtsidee. Wenn die positive
Rechtsordnung im Staat sich gegen allgemeinste Menschheitsüberzeugungen wendet, dann wird „Widerstand
zur Pflicht“. Da die Kirche nicht die Befugnis hat, im Äußeren zu zwingen, genügt hier die Religionsfreiheit:
Wer eine neue Religion stiften will, der darf auswandern. Und Lefebvre ging „stiften“, als gravierendster
Nutznießer von „Dignitatis humanae“.
Mängel der Liturgiereform Die Begeisterung der Reformer der 1960er und 1970er Jahre war merkwürdigerweise
von einem gewissen Enthusiasmus für die ostkirchlichen Riten beseelt. Man plante noch ein Hochgebet V.,
das einem „Mischritus“ gefährlich nahekam. Hiergegen hatte Kardinal Ottaviani (anders als gegen die neuen
Hochgebete II-IV) letztlich erfolgreich Bedenken erhoben. Bei allen Diskussionen sollte man die klaren
Grenzen der lebendigen Tradition einhalten. Soviel mir Experten bestätigten, ist nämlich aus der Novus
Ordo (lat.) mit der römischen Tradition als ganzer noch identifizierbar und deutlich genug von anderen
Traditionen abgesetzt.
@Stephanus Willkommen im Club. Der geeignete Lernort ist das hier aber nicht. Der Traditionalismus zerfällt
in mehrere Strömungen, deren Grad von Glaubensabfall sich je nach der Intensität des, in das Gewand
eines „katholisch“ sich nennenden Integralismus gehüllten, philsophisch-politischen Naturalismus unterscheidet.
Die integralistische vereinfacht-„katholische“ Weltdeutung ist von der Religionskritik des 19. Jh. abhängig,
die sie trotzig in ihr Gegenteil verkehrt. Beispiel: Die Verurteilungen des Syllabus von 1864 werden von
den „Tradi“ konträr verstanden als Grundriss einer ewigen katholischen Gesellschaftslehre. Das Ziel Pius
IX., der Religion den Vorrang vor den Ansprüchen der sich bereits halbtotalitär gebärdenden Nationalstaaten
zu sichern, wird verkannt (hieran knüpft das Vatikanum II an) und stattdessen eine damals notwendige
Intransigenz zum Dogma erhoben. Auf dieser Grundlage ist eine „Besinnung“ der Tradi nicht zu erwarten,
die aber, je länger die Zeit voranschreitet, immer mehr ins Abseits geraten (der harte Kern erreicht
ca. 0,015 % der Katholiken).
Galilei hat sich unterworfen, Descartes hat sich unterworfen, Lamennais hat sich (zunächst) unterworfen,
M.-J. Lagrange hat sich unterworfen, Pouget hat zu lehren aufgehört, Congar, de Lubac, Balthasar haben
disziplinarische Maßnahmen hingenommen, Teilhard hat akzeptiert, sogar P. Kentenich gehorchte, Escriva
hatte in Spanien große Schwierigkeiten, Chiara Lubich erlangte erst 1962 Anerkennung, Don Giussani 1982;
Geduld und Demut sind christliche Tugenden, die Lefebvre nur noch seinen Leuten abforderte, aber seit
1974 nicht mehr zu üben bereit war. Hätte er sein Werk dem Hl. Stuhl 1976 anvertraut, wäre der „Tradition“
eine kritische Stimme im Konzert eröffnet worden. Den Absolutheitsanspruch eines völlig falschen Begriffs
von Tradition musste Paul VI., der geduldigste aller Päpste des 20. Jh., mit Deutlichkeit zurückweisen.
Die weitere Entwicklung wird ihm Recht geben.
Mängel in der Kalenderreform hat auch Congar in seiner Schrift zum Fall Lefebvre 1977 bereits eingeräumt.
Was eine „Reform der Reform“ vorerst erschwert, das ist nicht nur der selbstreferentielle liturgische
Ungehorsam im Klerus, sondern auch die schmerzhafte Zweckentfremdung der „Tradition“ als Kampfmittel gegen
Konzil und Konzilspäpste, als „Reichskriegsflagge“ sozusagen. Sonst hätte manches ruhiger vonstatten
gehen können.
Hallo, Scherzkeks, ja, der Papst kennt das Buch des Hl. Ludwig Maria, und noch ein paar andere; Georg
Ratzinger sagt dazu: „Der Joseph hat alles gelesen.“
Ziel: von kreuz.net, Ralf B., ist die Festigung der internen Arkandisziplin von einigen hundert hardlinern
der „Tradition“, die große Sympathie für die Sozialdoktrin des Erzbiuschofs Lefebvre hegen, auch dann,
wenn Sie mitunter geneigt sind, mit Rom eine „Aussöhnung“ zu riskieren. Das „Ablassen von Hass“ gegen
Andersdenkende zielt nicht darauf, diese zu überzeugen. Mitunter werden Anregungen aus kreuz.net in die
„zensierten“ Foren übernommen und dort intern weiter ausgewalzt. Die dort geübte Zensur zeigt aber,
dass diese selbsternannten Mini-Inquisitoren die tatsächlichen Verfahrenordnungen der Kirche (vor 1962)
überhaupt gar nicht mehr kennen. Denn damals konnte sich nicht jeder selbsternannte Geheimnisträger
zum Zensor aufwerfen. Die Kirche folgte stets einer Rechtsordnung, keinem aus einem „antipentekostalistischen“
Charisma hergeleiteten Notstandsrecht, das dann gern jeder gegen jeden ausübt.
Hallo, Dr. Heger, könnte es sein, dass Sie auf einen Scherzartikel reingefallen sind? a.c. imitiert den
klerofaschistischen Jargon, kann es aber im Detail nicht korrekt rüberbringen („linkslinks“), meint Dr.
Otterbeck
Karl X. hat bekanntlich überzogen und damit die Julirevolution 1830 provoziert. Wer das nicht verkraften
kann, ist heute begehrtes Ziel solcher Gruppen, die sogar den Aufgang der Sonne und ihren Untergang noch
als gefährlichen Evolutionismus brandmarken müssten, fände sich ein Hinweis darauf in den „V 2“ Dokumenten.
Sehr richtig, Sixtus, noch ein schönes Beispiel: Der Jesuit Pereira gab jahrzehntelang ein erfolgreiches
Jugendgebetbuch heraus, „Jugend vor Gott“. 1971 wurde es völlig umgestaltet, „Jugend mit Gott“. Heute
wirkt Text, Satz und Druck der Altauflage zeitlos, das Buch der 1970er aber wirkt grotesk. Sic transit
gloria mundi.
@Guntram: Extra omnes?? Außerhalb der Kirche kein Heil: Dieser Satz setzt voraus, dass der Rezpient eine
Ahnung vom Heil und eine Ahnung von der Kirche hat. Wer die Heilsbedeutung des Glaubenslebens mit der
Kirche erkannt hat, etwa von Lefebvre zu vermuten, darf sich nicht mehr trennen. „Vereinfacht katholisch“
Gesinnung zu zeigen: Genügt nicht!
Das leugnet nicht, weil eine evolutionäre Theologie versteht, Athanasius, zufällig finde ich Ihre Fatwa
über die „Hegelianer“ erst heute; Hegel hätte seine helle Freude daran, so fehlinterpretiert zu werden,
wie Sie es tun.
Ordentliches Lehramt, Athanasius, ist auch das II. Vatikanische Konzil. Wenn es Ihnen doch noch gelänge,
zwischen Dogma und kath. Gesellschaftslehre zu differenzieren und eine Anpassungsfähigkeit insbesondere
zweiterer nachzuvollziehen, dann fänden Sie allmählich aus ihrer Geiselhaft „anti 1789“ heraus!
schon gut, der Gedanke an die Pfingstoktav; aber man achte auf den Stil des Artikels: geheuchelte Ehrerbietung
(wie seit Lefebvres Korrespondenz mit Rom bei Integralisten üblich), und die Zielrichtung: letztlich
wieder nur der Mythos vom „Modernismus“, der überall Platz gegriffen habe, außer bei den Heiligen der
Letzten Tage, die als einzige fähig sind, den Heiligen Geist richtig zu orten (nämlich exklusiv in den
Sätzen 15-18 und 77-80 des Syllabus von 1864). Schade, dass auch gute Ideen hier wieder nur der „antinomischen“
Propaganda dienen.
Nur noch ein Detail: Während Frau Mitscherlich noch immer Freud als großes Genie pries, äußerte sich
die Enkelin viel distanzierter: „Er wollt’ halt gern provozier’n.“ Soll auch unter Antifreudianern vorkommen.
Das Wort zum Sonntag sprach vor Pfingsten ein Windmühlenbesichtiger aus Bonn; er nannte den Pfingstbericht
der Apostelgeschichte ungeniert „Pfingstlegende“. Seine kerygmatischen Worte klangen einer Predigt noch
ähnlich, führten aber mitten ins hermeneutische Nirwana. Solche Leute sollten sich mal mit der Ecole
biblique von P. Lagrange befassen.
„Ecclesia Deisten??“ Athanasius, was für ein Wortungetüm!! Im übrigen gebe ich zu bedenken, dass die
Kirche des Heiligen Geistes wegen zum Selbstmord unfähig ist, die Kirche, nicht die SSPX.
Sehr richtig! Der Papst musste den politischen Sprachregelungen der „Trauerarbeit“ entgehen, die eine
scheinbare „Bewältigung“ so mühelos erscheinen lassen. Und das ist ihm gelungen.
Marcellinus, zum Namensfest beste Segenswünsche. Mir war es nicht möglich, Ihrer Aufforderung im kreuzforum
nachzukommen, zu Quas primas meinen „Senf“ abzugeben. Also keine Erörterung des Themas „in blau“, auch
bei weniger als 1500 Zeichen. Sulpicis: Welchem Dokument der Kommission entnehmen Sie die Punkte 1.-4.??
Das ZK will „Demokratie“ in der Kirche und verzichtet auf jedwede Definition. Der Hl. Stuhl aber hat nie
behauptet, der Papst müsse von Laien mitgewählt werden.
Die Kirche hatte ein relativ klares Kriterium dafür, wer katholisch ist: „nichts ohne den Bischof“; der
Katholik gehört einer Ortskirche an, die in Gemeinschaft mit dem Papst steht und praktiziert dort (mehr
oder weniger) das sakramentale Leben, Gebet und Opfer. Eine ideologische Gesinnungsprüfung fordert nur
die SSPX. Wegen dieser Sonderanforderung allein schon ist m.E. die Katholizität der Bruderschaft zweifelhaft.
Denn ein explizites Bekenntnis zum von ihr definierten „traditionellen“ Katholizismus („aller Zeiten“)
wird vom normal Praktizierenden nicht verlangt und wurde vor Gründung der SSPX nirgendwo in der katholischen
Kirche gefordert. Das Lehramt hat stets nur entschieden, wer „raus“ ist (und der Gründer der SSPX war
gemäß päpstlicher Feststellung vom 11.10.1976 IM IRRTUM). Also kommt es auf den Einzelfall an.
„Demut kompensiert alles“, Marcel, trotzdem vermisse ich noch immer ihre Erläuterung des Satzes: „Die
V 2 Kirchenführung ließ einen katholischen Staat nach dem anderen schleifen.“ Wie stellen Sie sich die
Errichtung (nicht: Wiedererrichtung) der „absoluten Gewalt“ des Papstes gem. Manifest vom 21.11.1983 (anhang,
Nr. 4) denn unter diesen Umständen vor? Wieviel Divisionen benötigt das von Ihnen bevorzugte „Papsttum“?
Es fällt ja auf, dass das Verhältnis Priester:Gläubige in der FSSPX etwa so absurd ist wie die Überbesetzung
der Offiziersränge in NVA und Wehrmacht. Für jeden Panzerschrank ein Charaktermajor. „Er muss herrschen.
Er braucht Soldaten.“ (Lefebvre am 1.11.1990 in Econe) Wer ist „er“??
Bitte den Kontext beachten, Dr. Heger, die „Republik“ ist die französische. Congar wollte den Noch-Gegnern
der Republik eine Heimat inmitten der Kirche belassen, gerade weil es ihm, nicht um Politik geht. Aber
Sie wollen mich missverstehen. Politische Partizipation und partlamentarische Regierungsform gibt es mittlerweile
auch in Monarchien. Hätte Frankreich eine Art „Juan Carlos“ an der Spitze, wäre damit das ideologische
Problem der SSPX noch lange nicht vom Tisch. Man begnügt sich dort damit, die Lehrverurteilung von 1831
bis 1864 als „Leitfaden“ füer ein entgegengesetztes Weltbild zu verstehen. Die Klugheit des Lehramtes
bestand bis Lamentabili einschließlich aber darin, eben nur „Sätze“ zu verurteilen, ohne das Gegenteil
zu fordern. „Ich verwerfe: Heger“ heißt nicht „Ich lehre Anti-Heger“. Aber das kann man wohl nur verstehen,
wenn man die Lehre vom Lehramt aus einer sakramentalen (überpolitischen) Sicht kapiert hat. Oder anders
gesagt: „Übernatur“ ist kein Axiom eines antirepublikanischen Programms, sondern Übernatur.
Und was sagt C.A. dazu, dass die Durchsetzung des Monepiskopats ein Auffinden der Grundstruktur auch der
einzelnen Ortskirche im Prinzip des Petrus inmitten des Apostelkollegiums lt. Evangelium sein könnte?
„J’accuse le concile“ Lefebvre hat nur Dignitatis humanae und Gaudium et spes nicht unterschrieben. In
der Pastoralkonsitution vermisste er eine explizite Verurteilung des Kommunismus (die heute im Text peinlich
erschiene) und DH hat er leider nicht kapiert, weil er den Syllabus nicht als kontradiktorische Lehrverurteilung
verstand, sondern als Grundriss einer „konträren“ Weltanschauung. Gravierende Fehlsicht, die sich bis
ins Detail bemerkbar macht: Schon der Buchtitel der Lefebvreschen Konzilsstellungnahmen knüpft an die
Affäre Dreyfus an. So sehr ist das Ganze frz. Innenpolitik. Daraus wird noch eine Spaltung zwischen frz.
und dt. Integralisten erwachsen. Denn die Geschichte und Politik beider Länder ist zu verschieden, um
ein der Politik unterworfenes „Dogma“ tragen zu können.
Status festgeschrieben? Das ist ja das Problem. Von 1517 bis 1918 war der Status der ev. Kirchen in Dtld.
tatsächlich „festgeschrieben“. Sie waren Staatsorgane in Händen der Fürsten. Die „Freiheit“ des Christenmenschen
(als Verzicht auf sakramentale Kirchlichkeit) war identisch mit dem Gehorsam gegenüber dem Staat. Dieser
Status ist seit 1918 indifferent. Das erst hat Ökumene überhaupt ermöglicht. Huber et al. wollen eine
echte „Rücknahme“ von „Mortalium animos“ (so gen. „Rückkehrökumene“ Pius XI.), eine Art Kirchen-UNO.
Rom besteht aber auf dem petrinischen Prinzip, d.h. sieht im Papsttum, größtes Hindernis der Ökumene,
zugleich die einzige Chance der Ökumene, weil die „kirchlichen Gemeinschaften“ nur so der Unterwerfung
der Religion („Privatsache“) unter die Staatsmacht widerstehen könnten.
Ja…, brabbeln lassen! Es geht im Kern um anonyme Verstösse gegen § 130 StGB, für die sich Karl Murx
sogar beinahe („Dialektik des Integralismus“) auf den Papst stützen will. Irrsinn. Aber immer und immer
wieder ist zu erkennen, dass die Extreme Rechte die Analyse von links übernimmt, um deren Wertungen dann
zurückzuweisen. Das ist eine „abwehrdefinierte“ Identität, kein Glaubenszeugnis.
Selbst wenn es vorkonziliare Verfahrensordnungen des Hl. Offiziums noch geben würde, bedeutete es dogmatische
Schwerstarbeit, aus den Lefebvre’schen statements die eigentlichen Häresien herauszuarbeiten und in einzelnen
Sätzen zusammenzufassen. Denn wer zu 98% dieselbe Terminologie benutzt, sogar die unbedingte Treue zur
„Überlieferung“ ständig beschwört, macht es der Wahrheit sehr, sehr schwer. Aber an einigen Punkten
springt der Irrsinn doch ins Auge: Zum Bsp. im Anhang zum Bischöflichen Manifest vom 21.11.1983 (wieder:
„Mariä Opferung“), Nr. 4: „Die absolute Gewalt des Papstes“. In einem ersten Schritt interpretiert Lefebvre
das Papstamt totalitär (unter falscher Berufung auf Pastor aeternus), um dann aus der Zurückweisung
des „Führerprinzips“ durch das II. Vatikanum (im Einklang mit der Tradition) eine Widerstandspflicht
(!) gegen solche Päpste herzuleiten, die keine totalitäre Auffassung vom Papsttum vertreten. Tatsächlich
gibt es in der gesamten Kirchengeschichte aber nicht eine einzige „Autorität“, die ein Papsttum im Sinne
des Führerprinzips legitimieren könnte. Nicht im geringsten. Das „Manifest“ erhebt den Gehorsam gegenüber
einem virtuellen Führer-Papst aber zum „elementaren Moralprinzip“. Abwegig.
Sehr richtig, Wolfgang E., auch mir leuchtete noch nie ein, warum, Konfessionen, die nicht „katholisch“
sein wollen, trotzdem römischen „Segen“ haben wollen. „Dominus Jesus“ hat schlichte Selbstverständlichkeiten
formuliert.
Der Trick, mit dem eine kluge Abweichung des Papstes von den „Sprachregelungen der Trauer“ umgedeutet
wird in ein Defizit der Rede, der ist schon ziemlich frappierend. Aber so funktioniert heute die öffentliche
Kommunikation! Die Journaille hat sich angewöhnt, einzelne Sätze aufzulesen und diese mit einem Verdikt
zu versehen. Während das Papsttum die Methode des Syllabus als unzulänglich verlassen hat, ist sie zum
Allerweltsinstrument individuell „unfehlbarer“ Richtsprüche geworden. Keine Beachtung findet Redesituation,
Zielrichtung, Kontext, Absicht. „Man erkennt die Absicht und ist verstimmt.“
Die Rede war weder „nebelig“ noch „unscharf“. Die Journalisten haben sich offenkundig nicht die Mühe
gemacht, das Geschehen selbst per TV zu verfolgen. Die Bilder waren eindeutig. Dem Papst kamen fast die
Tränen, er sprach mit beinahe gebrochener, aber doch fester Stimme. Die dogmatische Linke arbeitet bereits
an der Verunglimpfung einer „Ratzinger-Funktion“ (so ein Buchtitel der edition suhrkamp). Der Papst hat
die Rede in Klammern gesetzt, von der Unfähigkeit gesprochen, angemessene Worte zu finden. Der Hinweis
auf überpolitische Realitäten, die Macht des Bösen, ist präzise und unbequem. Die dogmatische Linke
vertritt seit 1945 eine schematische Entlastungsstrategie, nach der eine Zuordnung des Verbrechens zu
einer bestimmten politischen Haltung genügt, um selbst moralisch sauber dazustehen. Das Ungenügen dieser
„Trauerarbeit“ vor den Abgründen des menschlichen Herzens ist „nebelig“ und vereinfacht die Fakten. Die
Umdeutung des Papstbesuchs in eine „Absolution“ des deutschen Volkes ist erbärmlich. Auf dem Nährboden
solcher Erbärmlichkeit wächst die Saat neuen Unrechts, nicht im Garten der Barmherzigkeit.
Die Redaktion hat zwar den Druckfehler „Konklave“ berichtigt. Aber wie so oft: Sind die Tradi nicht immer
über Ursprung und Lebensdauer von Traditionen informiert. Es war einmal Tradition, dass der Konklavesekretär
bereits am Ende des Konklaves den roten Pileolus des neugewählten Papstes erhielt und damit zum Kardinal
erhoben wurde. Einigermaßen zuverlässig wird das zuletzt von Merry del Val (1903) überliefert. Benedikt
XVI. hat diese Konklavetradition nicht wiederbelebt, sonst wäre Exz. Marini jetzt schon Kardinal.
Nebel zerstreut Congar hat aber immerhin, anders als die Integralisten, die liturgische Frage von der
politischen Ebene abgeschichtet. Ich kenne keinen Text aus Reihen der SSPX, indem nicht irgendwo ein „rechtsextremer“
Seitenhieb im Namen des wahren Glaubens eingefügt wird. Congar räumte sogar ein, dass (damals, 1977)
es keine Gewissenspflicht für Katholiken gibt, die Republik zu unterstützen. Er bemühte sich, den „Altlasten“
von Vichy etc. noch Raum zu schaffen. Aber wer sich weigert, die Ebene des kirchlichen Dogmas und die
Weiterentwicklung der kath. Soziallehre überhaupt getrennt zu behandeln, der ist nunmal „Integralist“
und macht das Dogma vom Zeitgeist (resp. Anti-Zeitgeist) abhängig. Hierfür durfte die „Alte Messe“ nicht
als Waffe missbraucht werden.
Himmel Donnerwetter! Wir kommen der Wahrheit allmählich näher. Lt. Carlo wollte das Konzil „das Sühneopfer“
nicht zur Kenntnis nehmen? Immer deutlicher tritt zutage, dass der Opferbegriff der SSPX nicht dem Tridentinum
entspricht. Darüber müssten Fachtheologen noch forschen.
Das ist kein Witz, timpressum, diese „Jungs“ giggeln und grölen, wenn sie dem Heiligen Konzil dasselbe
Kürzel geben wie Hitlers Wunderwaffe. Auch damit hat Gott offenbar Erbarmen. Unfassbar.
Philipp Neri Das größte Problem für Institute dieser Art wird sein, ob ihnen gelingt, die Konfusion
von Dogma und Gesellschaftslehre wieder zu entwirren, die Lefebvre ins Abseits gebracht hat die und von
seinen „Nachbetern“ in primitiverer, aber entschlossenerer Form fortgeführt wird. Es handelt sich um
einen absolut falschen Begriff von Tradition, der von dort NEU in die Kirche eingeführt wurde. So falsch
wie die Ekklesiologie der „Friedenspriester“ im Osten oder das Kirchenbild eines Ernesto Cardenal. Les
extrèmes se touchent. Pastoral betrachtet muss es religiöse Räume für politisch „rechts“ argumentierende
Katholiken geben, aber der politische Gruppenzwang darf nicht obsiegen über die Einheit im Credo. Das
ist für alle noch viel Arbeit und würde leichter, wenn die Gehässigkeit zurückgedrängt würde, die
sicherlich keine Gnadengabe des Heiligen Geistes ist.
Wenn Karl Murx sich noch drei oder vier Wochen hier austobt, wird man seine Identität wohl erraten können.
Ich vermute, dass es sich um einen engen Verwandten namhafter Täter handelt. Anderes wäre nicht plausibel.
§ 130 StGB Ja. In diesem Punkt hat „Deus“ den Tabernakel dieses Forums ausfindig gemacht. Umkänzt durch
allerhand andere Themen geht es im Kern darum „endlich offen aussprechen“ zu können, was eigentlich unaussprechlich
ist. Ein giftiger Rülpser gegen die „political correctness“, aber eben auch von dieser abhängig. Würde
die Kultur christlich geprägt im Sinne des „Weltauftrags“ der Kirche, so könnte die kasuistische „Korrektheit“
durch eine echte Unterscheidung der Geister überwunden werden. Das aber wäre für die Möchtegernhetzer
hier nicht nur ein Angriff auf ihr Weltbild, sondern auch auf ihre „Religion“. In der Unfähigkeit zur
Unterscheidung liegt der mentale Fehler. Es ist nicht weniger als eine Limitatio Christi, eine Beschränkung
der Verehrung Jesu auf ein schwarz-weiß-rotes Herz-Jesu-Symbol (an anderer Stelle hieß es: Kruzifix
als „Banner“) anstatt des Herzens selber.
E.W. Böckenförde ist allerdings nicht unfehlbar; und dass er Argumente zur Demontage des Lehramts benutzt,
wird ja dann auch von der Extremen Rechten dankbar aufgegriffen; so wie die Stichworte der Tradi (z.B.
die Gleichsetzung des Konzils mit 1789) oft aus trüber linker Quelle (unter Ablehnung der Aussage) stammen,
aber nicht vom Konzil selbst.
Willkommen zurück, an anderer Stelle konnte ich abermals den fundamentalen Dissens zwischen Papst und
Konzil und Lefebvre betonen: Wer, wie Lefebvre, die Ursache des Atheismus in der Politik sieht, traut
Gott zu wenig zu und limitiert Christus auf das Weihepriestertum samt Missale von 1570. Das ist im Kern
sogar Blasphemie. Das von Ihnen genannte Buch von Guitton habe ich nicht gelesen. Aber ich kenne diverse
Stellungnahmen, dass Rom mit der Durchsetzung der neuen Messfeier geduldiger gewesen wäre, hätte es
die Messmissbräuche (z.B. im Sportpalast von Lille am 29.08.1976) seitens der Integralisten nicht gegeben.
Wundern Sie sich bitte nicht, Rebecca, über die Konfusionen auf diesen Seiten. Erzbischof Lefebvre sah
in der Erklärung der Menschenrechte die URSACHE des Atheismus und alle Staaten (samt Völkern), die diesem
„Atheismus“ huldigen, auf dem Weg zur Hölle (Predigt vom 1.11.1990). Alles übrige ergibt sich aus dieser
Wertung. Paul VI. hat richtig erkannt, dass dies ein ABSOLUT falscher Begriff von Tradition ist (Brief
an Lefebvre vom 11.10.1976).
Aus dem Bauch heraus, sagte Ath. 57: „Du bist es schon!“ Mit solchen Märchen wird man dem Ernst der Frage
nicht gerecht, die sicherlich definitiv entschieden, aber noch nicht allseits ausgeleuchtet ist.
Gute Frage! Wahrscheinlich „Marcel“ himself? Es ist schon erstaunlich, mit welcher Brutalität der „Pater“
gegen Dr. Berger holzt. Können die SSPX ler eigentlich nur in niedrigen Motiven denken? Das Statement
von E.W. Böckenförde bezieht sich bekanntlich daqrauf, dass eine Selbstkorrektur der kath. Gesellschaftslehre
stattgefunden hat, ein „Bruch“ mit Auffassungen vom Staat. Das ist aber kein Bruch mit dem Dogma, sondern
DIESELBE Ablehnung des totalen Staats, die bereits Motiv des Syllabus war. Aus derselben Motivation heraus,
„die Kirche im Dorf zu lassen“, kann man unter dem Eindruck des 19. Jh. zu anderen Weisungen kommen als
unter den Erfahrungen des 20. Jh. Die Kirche MUSSTE diese Lektion lernen, um ihre Identität und ihre
Tradition auf Zukunft hin fortzuführen. Die „Tradi“ halten sich nur an einzelne Sätze aus dem Syllabus
(15, 77-80) ohne Blick auf Sinn und Zweck. Derselbe Satz kann unterschiedliches aussagen zu unterschiedlicher
Zeit. Das Lehramt bemüht sich ja gerade um die Übersetzung, die Unterscheidung von wesentlich und zeitbedingt.
So will es das petrinische Prinzip.
Kein Thema Es trifft zu, dass Lefebvre, nach meinem Kenntnisstand, persönlich vor den letzten Konsequenzen
seiner Revolte zurückschreckte (von Karl Murx mehrfach gebrandmarkt). Zum Vorsatz einer Tatbestandsverwirklichung
muss aber nicht gehören, dass man diese in allen möglichen Wirkungen bedacht hat. Bemerkenswert bleibt,
dass der Erzbischof sich zu seinem rebellischen Vorgehen befugt sah. „Seine Leute“ haben die Alte Messe
zu einem Instrument der Konterrevolution gemacht und damit ihrem liturgischen Fortbestand mehr geschadet
als genützt. Das sehe ich als weiteres Indiz dafür, dass diese Bewegung, unter Behauptung des Gegenteils,
in einen politischen Naturalismus verstrickt ist. Diesem Konzept wird das Etikett „übernatürlicher“
Quelle nur als Antiprogramm aufgedrückt im Sinne einer klaren Distanzierung vom „Liberalismus“ (bzw.
von dem, was man dafür hält), aber die eigentliche Fühlungnahme mit den übernatürlichen Quellen der
Religion scheint mir dort ebenso abhanden gekommen wie im Modernismus zu Beginn des 20. Jh.
Warum eigentlich finden manche die Offenbarung russischer Staatsgewalt jetzt plötzlich „herrlich“, während
dieselben Schlagstöcke unter dem Roten Stern noch die Gefahr aus dem Osten darstellten??
Nochmal zum Dogma unten meinte ich, dass die landläufige Auffassung von Dogma EBEN NICHT das Eigentliche
treffend widergibt. Das Dogma ist nicht eine Art „Reichsgaragenverordnung“, die der Gesetzgeber so oder
auch anders verfassen könnte. Was ist eine Garage eigentlich? ein körperlicher Gegenstand ein Bauwerk
geeignet zur Unterbringung von Fahrzeugen… So erfasst die Dogmatik in sich widerspruchsfrei ein Gesamtbild
des Gegenstand, der aber ist eine zusammenhängende Überzeugung, nicht bloß eine Meinung. Die katholische
Dogmatik knüpft an an das Zeugnis der Maria Magdalena und der anderen Zeugen, dass Jesus wahrhaft auferstanden
ist (wahrscheinlich sogar zunächst leiblich als Wiederbelebung des Körpers, wie das Sindone von Turin
anzudeuten scheint). Ausgehend von diesem Faktum bestimmt die Lehre der von Christus selbst im Heiligen
Geist angeleiteten Kirche, was alles „unzweifelhaft“ mit zum Glauben dazugehören muss, damit Ostern eben
keine Lüge, kein Hirngespinst, sondern eine leibhaftige Tatsache für das Heil der Menschen ist. Insbesondere
die jüngsten Dogmen, die marianischen, ziehen Schlussfolgerungen aus dem wirklichen Leben Jesu und retteten
den Katholizismus davor, dass seine Dogmatik nur als Lehre zwischen Lehren und mit jedweder beliebigen
„Philosophie“ fusionierbar erscheint. „Gefährlich“ ist dieser Absolutheitsanspruch für niemanden, weil
er wahr ist, ohne sich auf die Staatsgewalt zu stützen. Gefährlich für die Menschen ist nur eine Despotie,
die zu öffentlicher Lüge zwingt.
Missverständnis Die „Ultrakatholen“, wie „Deus“ sich ausdrückte, wissen genau, dass sie nie die Macht
ergreifen werden, um ihre Wertvorstellungen für andere zur Pflicht zu machen. Es geht hier zuvörderst
um die Solidarisierung des Milieus „nach innen“. Der Integralismus ist sich im Prinzip darüber im Klaren,
dass er auf verlorenen Posten steht. Die Verirrung in politische Extremforderungen dient zuerst der Selbstbestätigung,
dass diese eine, katholische Wahrheit „integral“ ist. Ursache dieser Konfusion einer religiösen Überzeugung
mit einem v.a. strafjuristischen Forderungskatalog an den Gesetzgeber ist aber jene Konfusion der Ebenen,
die ich seit Moinaten hier aufzuklären versuche. Der Christkönig „wohnt“ eine Etage höher, auch der
Streit um Relativismus vs. Dogma findet „drüber“ statt. Die Wahrheit der Religion ist, weil wahr, unempfindlich
gegen den Widerspruch anderer Religionen; daher sind die anderen auch „gesellschaftlich“ tolerierbar,
sogar akzeptabel. Die Angst, dass die eigene Religion „unwahr“ sein könnte, treibt dazu, sie auf ein
bestimmtes in Raum und Zeit lokalisierbares Weltbild zuzuschneiden. Denselben Fehler machen auch „linke“
und „liberale“ Christen, im prot. Lager sogar noch hilfloser. Aber die Abgrenzung ist schwierig! Darum
vertraut der Katholkik hier auf die Kompetenz-Kompetenz von Papst und Bischöfen, die das Dogma einerseits
und die Gesellschaftslehre andererseits profilieren.
Die Enzyklika von Pius XII. zur Herz-Jesu-Verehrung gehört, obwohl damals schon nicht gelesen (weil die
Adressaten die Theologie nicht selten mit der Ästhetik verwechseln), zu den verkannten Vorbereitungsdokumenten
des Vatikanum II, dessen Widerspiegelung die Widmung des Weißen Sonntags als Sonntag der Göttlichen
Barmherzigkeit durch den verstorbenen Papst ist. Aus seiner Sicht „zu Recht“ versuchte Mallerais also,
die „falsche Religion“ des Papstes am Beispiel der Enzyklika „Dives in misericordia“ zu erweisen. Denn
nicht nur die „Modernisten“, auch die „Integralisten“ haben aus Haurietis aquas nichts lernen wollen,
wie dieses Forum sattsam beweist.
spes unica P.S. Mich würde auch interessieren, welchen Stellenwert das „forum internum“ (insb. Beichtgeheimnis)
bei der SSPX hat. Ich rechne mit massenhaftem Missbrauch, weil die totalitäre Ideologie der Versuchung
gar nicht widerstehen kann. Arkandiszilpin!
„Politique d’abord!“ Wie wär’s denn mal mit dem kühnen Gedanken, dass es der Wille Gottes war, dass
es zum Novus Ordo Missae kam?? Unmöglich? Das Unmögliche ist nicht beweisbar, lehrte „Frevler“ Bergson.
Das Armselige besteht ja gerade darin, dass sich Linkshegelianer und Rechtshegelianer gegenseitig hochschaukeln.
Und beide Flügel sehen nicht, dass Hegel die Gnosis in abendländischer Mentalität wiederbelebt hat.
(Wenn Denker „sündigen“ können: So hat der dt. „Idealismus“ doch wohl bestimmten Herren des 20. Jh.
den Weg bereitet.) Ein Großteil der kirchlichen Probleme beruht doch darauf, dass vermeintlich die Tagesschau
die viel interessanteren Gesprächsthemen bietet als das Brevier.
kreuz.net scheint von „hardlinern“ im Umfeld des Instituts Philipp Neri betrieben zu werden. Man hat dort
wahrscheinlich zu große Sympathien mit der Lefebvre-Gründung und es ist noch nicht klar, ob sich dieses
Instutut aus der zu engen Sicht von „Katholizismus“ wird lösen können.
Das Problem der Ökumene, neben anderen, ist doch, dass die Apparate selbst dann nicht fusionieren, wenn
die doktrinären Gegensätze eingeebnet sind. Luther wird nicht „zurückkehren“ und Petrus nicht vor dem
Lutherdenkmal auf die Knie gehen. Die „Müdigkeit“ hinsichtlich des Palavers war abzusehen. Neuer Schwung
wird nur in gemeinsamem Gebet und in gemeinsamem Zeugnis gefunden, nicht in Sozialpapieren. Jede Wette.
Vorsicht! Nicht meine Wenigkeit hat vom „Rauch Satans“ in der SSPX gesprochen. Papst Paul VI. sah in der
Kriegserklärung des Erzbischof Lefebvre und dem „Marsch auf Rom“ (1970, 1971, 1973) ein Menetekel. Anstatt
das Papsttum gegen den Tumult von „links“ zu stützen, fiel jetzt auch noch die (selbsternannte) Tradition
über den Papst her; übrigens in Argumentation und Jargon (ich wiederhole mich) exakt entlang derr Schmähungen,
mit denen sich die Action francaise 1927 gegen das Verbot ihres „politischen Intergalismus“ (als Lehrauffassung)
durch die Päpste Pius X. und Pius XI. wehrte. Das „Non possumus“ des Maurras von Weihnachten 1926 entspricht
fast völlig dem Verdikt des SSPX-Gründers vom 21.11.1974 (zehn Jahre nach Lumen Gentium).
Der wirkliche Graf Galen, der Seliggesprochene, galt übrigens als auf dem „linken Flügel“ des Adels
beheimatet. Warum? Weil er ÜBERHAUPT zur Wahl ging und für das Zentrum abstimmte.
Der Dialog wird fast immer von den „Ungläubigen“ beendet. Denn da gehen die Argumente aus, weil sie nicht
wahr sind. Und das Motiv ist auch kaum zur Anerkennung einer Pluralität der Wahrheiten zu kommen, sondern
die Rechtfertigung eines ungerechten Lebensstils. Die Kirche soll „verdammt noch mal“ endlich bekennen,
dass sie mit der Sünde identisch ist. Davon erhofft „man“ sich Linderung. Aber die kommt auf diesen Wegen
nicht.
Die Denkweise von Regazzoni et al. ist die konsequente Fortführung des Lefebvre’schen Gedankenguts. Man
muss behaupten, dass „ganz Rom“ von Rom abgefallen ist, um die Neue Messordnung der Häresie zu verdächtigen.
Lefebvres Manifest vom 21.11.1974 wird sogar auf der SSPX-Webseite in verharmlosender Übersetzung präsentiert,
weil es den eigenen Jüngern des Alterzbischofs-Bischofs von Tulle zu peinlich ist: Jedem Katholiken,
der die Neue Messordnung akzeptiert, wird die ewige Verdammnis ernstlich vor Augen geführt. Wegen dieses
totalen Risses mit jedweder Tradition sprach Paul VI. vom „Rauch Satans“. Die nachkonziliaren Integralisten
(ob nun Quasisedisvakantisten wie Mallerais oder konsequente wie Guerard) haben etwas völlig Neues geschaffen,
unter Behauptung des Gegenteils. Wer hat den Nutzen davon? (…)
Ironie? Die SSPX rettet sie (die Kirche) und uns? Wen? Das klingt doch ganz nach dem Lied von Louis Fürnberg:
„Die Partei, die Partei, die hat immer Recht… Denn wenn Du kämpfst für das Recht, hast Du immer Recht!“
Lefebvre klingt wie die Fortsetzung des Leninismus in gallikanischem Gewande.
Ersitzung! Der petrinische Primat ist als „abstractum“ völlig undenkbar. Ihre Leugnung der Legimität
der Amtsinhaber ist Leugnung des Primats, freilich, unter Behauptung des Gegenteils. Sonst würde die
Sedidialektik ja auch nicht funktionieren.
Wer zitiert denn Wikipedia? Damit würde man im historischen Propädeutikum durchfallen. „Fakt ist“, wie
man ostzonal sagt, dass die Leute doch vor allem Angst vor der Wahrheit des Christentums haben, weil es
sittliche Forderungen stellt. Deshalb wird die Bibel zum Mythos umgedeutet, „Erkenntnis und Interesse“
(nannte Habermas das, in gegenteiliger Absicht). Die seriöse Bibelkritik ist um mehr als 170 Jahre über
D.F. Strauß hinweggegangen. Neueste Tedenz: Alle Evangelien im Grundbestand komplett zwischen 42 und
67 n.Chr. Auferstehung Jesu am 9. April 30. P. Lagrange meint sogar, dass die Geschenke der Weisen aus
dem Morgenland wahrscheinlich korrekt berichtet sind, C.P. Thiede hat die Präszision des Urteilsschildes
INRI dargestellt, das in S. Croce in Rom verehrt wird. Die FAKTEN werden die Leichtfertigkeit der Bibelkritik
älterer Art überwinden, wetten dass?
Na ja… vom „weltweiten Netzwerk“ bei aktuell 364 Lesern online zu reden ist doch wieder ziemliche Phantasterei.
Die Hauptagitatoren kennen sich offenbar persönlich und haben „kabbalistisch geprüfte“ Methoden entwickelt,
um den Grad des Liberalismus sogar bei solchen (allmählich gelangweilten) Mitstreitern festzustellen,
die mit offenem Visier mitdiskutieren wie Dr. Otterbeck (meine Wenigkeit). Das Institut Philipp Neri in
Berlin wird massiv unter Druck kommen, wenn sich herausstellt, dass es dieses Forum deckt. Aber es muss
irgendweo angesiedelt sein, wo man Personalia direkt aus Rom erfährt, gleichzeitig aber Reliquien des
Beatissimus sui generis Marcellus von Tourcoing und Dakar und Tulle anbeten darf.
Schon möglich, dass wir auf dem Weg in eine DDR „light“ sind. Aber dagegen hilft doch das Gezeter nicht,
sondern allenfalls Engagement. Oder sehe ich das zu naiv?
Kindergeburtstag? Trotz mancher Versuche, wir kommen nicht überein. Das Leben der Kirche ist zuerst ein
sakramentales, zugänglich für jedes Bildungsniveau. Aber wer schon am Glas mit Aufschrift „Modernismus“
nippt, sollte auch zur Kenntnis nehmen, wie alt der Schnaps ist. Aber Sie kleben das Etikett ja auch auf
Cola Light, Old Scotch Whisky und Brennspiritus. Alles bloß Kinderbelustigung? Für diese Haltung fand
Pius X. auch deutliche Worte, falls sie es i.d.F. B XVI nicht hören mögen.
1836! erschien „Das Leben Jesu“ von D.F. Strauß, 1863 der Bestseller von Renan, La vie de Jesus. Loisy
war spät dran mit seiner Replik auf Harnack. Das sind alles olle Kamellen. Noch 1954 war es Konsens,
dass Pius X. dem Modernismus „dem Todesstoß“ versetzte. Sie wollen eine seit 1909 (so Loisy himself)
verwesende Leiche noch immer als Vogelscheuche gegen den „bösen Raben“ einsetzen, der doch spätestens
1989 abdankte. Was sind das für hinterwäldlerische Schlachten? Es ist ärgerlich, von Religionslehrern
das Sauerkrat von 1836 vorgesetzt zu bekommen. Aber die V 2 Dokumente reden eine andere Sprache. Statistiken
kann sich jeder selber fälschen: Unsere Aufgabe ist doch, dass die Religion nicht als neopaganer Pantheismus
wiederkehrt, sondern als katholischer Lebenssinn.
Deutsche Christen Es ist sicherlich kein Ausweg, wenn sich das Kirchentum en bloc in den politischen Diskurs
einschaltet („Auferstehung heute: gratis Kindergarten für alle“). Die Differenzierung des sakralen Bereichs
der Kirche („ad intra“) von der sozialen Reichweite („ad extra“) sollte gerade die Mission stärken. Aber
das „Bodenpersonal“ hatte sich offenbar schon so leidenschaftlich auf Stammtischniveau begeben, dass man
das schwarze Gewand in ein rosa T-Shirt tauschte und sich „frei“ fühlte vom so viel mühseligeren Auftrag.
In den 1950er Jahren fragten Beichtväter in Italien: Was wählst Du? Der vorgezeichnete Weg ist schwieriger
als 1959 vermutet, aber ohne Alternative.
Korrigieren Sie mich, wenn ich irre, aber das Vatikanum II hat den „Opfergedanken“ NICHT aufgegeben. Was
Idioten im Raum Stuttgart verkündeten, kann man nicht Montini in die „roten Schuhe“ schieben, meint Dr.
O.
„Gebet der Massen“ (abseits der Liturgie) meinte die Volksfrömmigkeit, als es sie noch gab. Sie schwindet
seit dem letzten Drittel des 19. Jh. und ein Patentrezept hat noch niemand gefunden, weil Gebet nicht
erzwingbar ist. Wir alle sind „Atheisten“ in Bezug auf bestimmte Götter, aber vielleicht auf dem Weg,
das „puto“ wieder in ein „credo“ zu verwandeln.
Sie meinen die Bulle Pauls IV.? Tatsächlich halte ich V 2 für ein „Schlüsselereignis“ und die Wirren
der ersten 20-40 Jahre für wenig relevant. B XIV empfing gestern 1.500 Ordensobere. Es gibt in der Kirche
3 mal so viel Ordensobere (!) wie es FSSPX-Kleriker gibt (und von diesen haben viele wenig Charakter,
abgesehen vom – zweifelhaften – character indelebilis). Ihre persönlichen Schwierigkeiten (Auch Jesus
war ein Modernist! Aus Sicht der Sadduzäer.) respektiere ich, Ihre Überlegungen sind konsequenter als
die von Marcellus III. oder Athanasius II. Aber dennoch befinden Sie sich meilenweit „off the road“. Meint:
Ihr Dr. Otterbeck
Nicht jeder, der „Herr, Herr“ sagt, ist sich des rechten Glaubens sicher. Ich sage ja immer wieder, dass
die Metaphysik eine Etage höher anfängt und Sie den Christkönig nicht im Parkdeck U 2 suchen dürfen.
Da ist er nicht. Und dann macht einen die ganze „falsche Politik“ zwangsläufig irre. Tondi war ein extrem
schwieriger Fall, zweifellos. Aber das ist doch kein Beweis dafür, dass Papst Paul VI. „vom Glauben abgefallen“
war. Wie leichtfertig machen Ihre Kreise den Konzilspapst zum Häretikus, nur weil er vor der UNO sprach.
Überaus grotesk.
mit Nachtrag: Marcellus I und Marcellus II waren übrigens beides Päpste, die ihren bürgerlichen Namen
behielten, während „Marcel“ ihn verschweigt. Falls kreuz.net wirklich im Umfeld von „Philipp Neri“ (Berlin)
beheimatet ist, wird es sicher eng für das Institut, egal wie es mit den Finanzen aussieht.
Trendy? Karl Murx, Sie haben ja schon Einiges ausgeplaudert, aber jetzt zeigt sich wieder, dass Sie vor
allem Paul VI. die zaghafte Relativierung des Antikommunismus nicht verzeihen können. Hat Ihre Familie
vielleicht Güter im deutschen Osten verloren? Viele Verkrampfungen lassen sich biographisch aufklären.
Aber welchen Sinn hätte es denn gehabt, den Antikommunismus zum zentralen Dogma zu machen, der sich nur
20 Jahre nach dem Konzil bereits selbst zu erledigen begann. Die Kirche denkt in Jahrhunderten; Lenin
war weniger gravierend als manch anderer „Reformator“. Crux spes unica, gell??
Asterix, Pfr. Milch war doch erst Konvertit, dann Jesuit, dann Sprecher des Erzbischofs in Dtld. dann
Fundamentalseparatist?? Genau diese Leute sind es, deren Traditionalismus in Frage stellt, ob sie überhaupt
noch CHRISTEN sind. Karl Murx hat an anderer Stelle aufgelistet, wie es um „Berufungen“ bei Tradi-Priestern
bestellt ist. Man darf mit Fug und Recxht bezweifeln, ob die überhaupt das Meßopfer meinen, wenn sie
das „Opfer“ zelebrieren. Denn wer sagt, dass der NOM häretisch sei, weil im Text nicht genug Hinweise
auf die Opfertheologie zu finden sind, der leugnet doch, dass die Realpräsenz aus dem liturgischen Geschehen
vopllzogen wird, nicht aus den Formeln. Die Gratwanderung ist sehr schmal: links Modernismus, rechts Magie.
Historische Tatsache ist doch wohl, dass die „Alte Messe“ äußerst dürftig in Volk und Klerus verankert
war. In weiten Weltgegenden hat die Frömmigkeit sich der Liturgie überhaupt erst „nachkonziliar“ öffnen
können. Das Gebet der Massen stand doch in heftigster Distanz zum liturgischen Geschehen. Viele Ältere
finden die Alte Messe heute nur noch grotesk. Um der Sonntagspflicht zu genügen, musste man beim Klingeln
zum Offertorium räumlich anwesend sein! Armselig. „Altliturgische“ Bewegungen beginnen doch jetzt erst,
die Kostbarkeit der Tradition wieder zu entdecken. Das darf nur nicht zum selbstgefälligen Archäologismus
entarten und nicht die (längst gefährdete) Einheit in den Diözesen unterminieren. Für die SSPX ist
die Alte Messe der Sprengstoff, um den „Liberalismus“ zu bekriegen. Das wird aber nicht glücken, weil
der Geist der Liturgie ein anderer ist als der des Ancien regime. „NOM“ wird wohl in den nächsten 300
Jahren für 99% der Katholiken „nomal“ bleiben. Denn das „heute“ in der Ap. Konstitution missale romanum
von 1969 meinte nicht das Jahr 1970, sondern die Situation im 3. Jahrtausend, die sich gravierend von
den ersten beiden Millennien der Kirche Christi unterscheidet (cf. 6. August 1945). Der NOM hat die liturgische
Krise verkürzt, nicht geschaffen. Sie ist älter als die liturgische Bewegung. Auch wenn die SSPX das
Gegenteil behauptet.
„Vom Glauben abgefallen“ Papst Paul VI. hat am 11.12.1976 in aller Deutlichkeit festgestellt, dass sich
Erzbischof Lefebvre im Irrtum befindet. Die Versöhnung mit den „Piusbrüdern“ setzt also deren Bekehrung
zum Christentum voraus. Nicht mehr, nicht weniger.
Obersatz-Untersatz-Schluss Soviel zur aristotelischen Logik: Alles Menschen sind sterblich. Sokrates ist
ein Mensch. Also ist Sokrates sterblich. Christus ist König. Der König wurde ermordet. Also ist Christus
tot. Wo liegt der Fehler?? Ostern ist ein Ereignis, kein Mythos. Aufwachen, Athanasius!
Die Nulltradition! Mehr und mehr offenbart sich, dass der Traditioinalismus (integralistischer Oboedienz)
mit der Tradition der Kirche nahezu null Identität hat. Was sind das für „Priester“ von denen hier gepetzt
wird? Was für ein „Opfer“ feiern die denn? Abgründe tun sich auf.
Blanke Unwahrheit Das Christentum wird sich als die, neben dem Judentum, einzige Religion erweisen, die
weder die Religionsfreiheit noch die Wissenschaft fürchten muss (die beide ihre Früchte sind). Wir durchmessen
eine schwere Krise des modernen Bewusstseins, aber mit der üblichen Verzögerung von 2-3 Generationen,
wird „man“ wieder erkennen, dass die Aussagen der Bibel, speziell des Neuen Testaments, im Wesentlichen
eben doch Geschichte erzählen, nicht Geschichten. „La vie de Jesus“ (Renan, 1863) halten viele heute
noch für den letzten Schrei der Mode: Er stützte sich bereits auf D.F. Strauß (1836: Leben Jesu), dieser
auf Reimarus (+ 1768). Der „historische Jesus“ ist ein Mythos, nicht Christi Himmelfahrt.
Zu viel der Ehre Für wirklich fundierte Statements ist dieses Forum zugegebenermaßen ungeeignet. Wir
können nur versuchen, Anregungen für ein Weiterdenken zu geben. Einen Mann wie Kardinal Mayer (95!)
muss es schmerzen, wenn Vertreter der „Tradition“ einer „religio naturalis“ verfallen, die, unter Behauptung
des Gegenteils, viel eher in der Linie Reimarus-D.F. Strauß-E.J. Renan steht, wenn auch „konträr“ zu
diesen formuliert, aber unter Hinnahme der Prämissen. Eine Tragödie, vor allem für die vom Tradi-Virus
befallenen selbst.
@Sirilo Die Diskussion ist zwecklos. Wie Karl Murx korrekterweise unten angab, sah er die Exkommunikation
durch „Anti-Christen“ für wirkungslos an. Ohne Klärung dessen, wer Chrisrus wirklich ist, wird den Sedi
und Halbsedi nicht zu Bewusstsein kommen, dass sie Antipartei für den Christkönig ergriffen haben. Tragischer
Irrtum: Das Königtum „in dieser Welt“ zu suchen, antinomischer Paganismus. Nur so lässt sich die zwanghafte
Angst vor andersgearteten heidnischen Götzenbildern plausibel machen. Karl Murx tanzt ohne Unterlass
um das goldene Kalb.
Im Gegenteil: Sogar der Papst (und sein Bruder) haben Bach schon gerühmt. Die Formulierung „obwohl Protestant“
(im päpstlichen Lob) löste allerdings die seit 1910 trotz Ökumene üblichen Proteste der -tanten aus.
Weil Protestant!
zur Definition sei nachgetragen, dass mit antinomischem Neopaganismus ein Neuheidentum gemeint ist, das
zugleich von sich das Gegenteil behauptet (in Antinomie steht); das war m.E. die eigentliche antimoderne
Versuchung, die der Katholizismus (dank V2) mit knapper Not abwehren konnte.
Da bin ich! Bonjour, ohne aber einmal mehr die Dialektik des Integralismus aufzuklären. Das ist zwar
eine der wichtigsten Fragen des 21. Jh., aber man muss sich ja nicht 500-fach wiederholen. Nur neben bei:
Die SSPX erreicht (stabil) ca. 0,015% des Kathoklizimus; 0,2% gelten nach vatikanischer Einschätzung
als für den Traditionalismus (insb. liturgischer, nicht-integralistischer Art) für anfallig. Freundliche
Grüße! F.N.O.
Le plan de Dieu! Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe. So sollen wir beten,
sehr richtig! Danke auch für das Kardinalszitat. Der Weg der Kirche ist seit 1789 mühseliger geworden,
aber ihr Auftrag derselbe: Sie wehrt die Ansprüche des totalen Staates ab zugunsten der Leben der Menschen.
Am schwächsten war sie darin übrigens vor der frz. Revolution (Jesuitzenverbot 1773). Seither ist ein
Klärungsprozess im Gange, der nicht konfliktfrei verlaufen wird. Die „Gegenposition“ ist allerdings eine
freie Erfindung der nachkonziliaren Integralisten, die nicht einmal aus dem Syllabus von 1864 herleitbar
ist. Die frühere Intransigenz (vor 1914) hat nämlich ZU KEINEM ZEITPUNKT eine Alleinzuständigkeit des
Papsttums für das ganze Universum behauptet. Schon deshalb fehlt der SSPX der Anschluss an die Tradition.
Natur, die Geborene, verweist auf den Schöpfer. Das pantheistische System (einschl. orientalischer Nihilismus)
identifiziert Schöpfung und Schöpfer. Das theistische System differenziert: All+Gott=Alles. Der Naturrechtsbegriff
bleibt schwierig, auf Verständigung angewiesen, hat unbestimmte Grenzen, doch will dieses Konzept allgemeine
Begriffe festhalten, welche die förmliche Gesetzgebung limitieren sollen. Der Gesetzgeber ist gehalten,
aus freier Überzeugung, Werte höheren Ranges der positiven Gesetzgebung zu Grunde zu legen. Die Überzeugungskraft
der Christen in diesem Dialog wächst mit der Glaubwürdigkeit des Glaubenslebens. Schon heute profitiert
die säkuare Gesellschaft merklich von den „Oasen“ christlicher Existenz. Zur Ernüchterung der „68er“
Generation hat das antiautoritäre Modell fast durchweg die Sünde begünstigt, die man zwar noch nicht
beim Namen nennt, deren Folgelasten aber bereits „zu Buche“ schlagen. Euphorie wäre voreilig, aber die
Verständigungsprozesse in der Offenen Gesellschaft arbeiten zugunsten einer „gelebten Kirche“ (sofern
sie zeigt, mehr als System zu sein). Wir haben keine Angst vor der Freiheit.
Die schrecklichen Vereinfacher Die Aussagen des Papstes sind NOTWENDIG „wischi-waschi“. Im offenen Grenzkonflikt
zwischen Staat und Kirche gibt es keine alleserklärende Kommandozentrale. Die Kompetenz-Kompetenz liegt
in Rom (Konzilien, Päpste). Stufe 1: Außerordentliches Lehramt, Stufe 2: Ordentliches Lehramt. Bereich
1: Glaube, Bereich 2: Sitten. Annex dazu: Gesellschaftslehre (ausdifferenziert seit 1891). Es kann auf
Erden, mit notwendiger Pluralität der Lebenswelten, bei X Mrd. Einwohnern, keine Allzuständigkeit eines
„Hl. Offiziums der Wohlfahrt“ geben. Wer sowas fordert, hat den Wohlfahrtausschuss von 1793 vor Augen
(unter Behauptung des Gegenteils). Die Neu-Evangelisierung verzichtet auf jedweden Integralismus; und
die Besinnung ist bereits im Gange: Oasen, Inseln, weite Räume. Der Dialog kostet Mühe, aber der Befehl
verfehlt das Ziel: Deus Caritas Est.
@Freinsberg Dem Hörensagen nach hat McKinsey dem Ebm. Köln zweimal (!) bescheinigt, dass das Generalvikariat
zu 2/3 (zwei Dritteln!) überbesetzt ist; fast 70 % der Stellen können ohne Einfluss auf den „output“
gestrichen werden; und zweitens wurde festgehalten, dass die Priester, die dort als Leiter oder Stellvertreter
etc. fungieren nicht immer die fachliche Vorbildung aufweisen. Priestertum soll, idealtypisch, nichts
mit Macht zu tun haben. Aber in der Langeweile des „pastoralen“ Alltags? Da hilft das Leiten doch das
Gähnen zu unterdrücken (und vielleicht auch manchen „Mitarbeiter“). Aber zugegeben: Ich bin zu weit
weg vom Behördenalltag, um dazu abschließende Wertungen abgeben zu können.
Treffer, versenkt. Wenn Sie alle anderen Zahlen nicht beeindrucken: Allein die Relation von 150.000 usern
zu 463 Priestern ist schon verdächtig. Eine zehnfache Steigerung des Klerikalismus! Es gibt Ordensgemeinschaften
mit weniger als 500 Mitgliedern, die das zehnfache Apostolat „bewegen“ wie Ihre na ja, nicht gerade „Nerzfarm“,
sagen wir: Miliz. Aber zugegeben, mitunter gedeiht auch Unrecht.
Sehr richtig! Und jede Deutung der dialogischen Methode (der Mission heute) als Relativierung des Auftrags
Christi geht an der Intention des Evangeliums vorbei.
#107 stat crux 15:51:43 | Donnerstag, 18. Mai 2006
zwei links, zwei rechts Nach der Lehre der Kirche ist es doch wurscht, ob sich der philosophische Naturalismus
eher links oder eher rechts politisch artikuliert. Das ist ja das Verheerende am Integralismus, dass er
Fragen des politischen Standorts auf die Höhe des Credo erhebt und damit auf bigotte Weise die Herrlichkeit
des Ewigen Wortes des Vaters verdunkelt, Weg, Wahrheit und Leben belastet. Beweise? 99,985 % der Beiträge
der kreuz.nett „hardliner“
Auferstanden nach der Schrift. Zwar habe ich nur einen allerersten Eindruck gewonnen von der Lehmann’schen
Schrift. Es scheint aber auf eine Art „Taschenspielertrick“ hinauszulaufen, dass man die Frage nach der
Historizität der Auferstehung Jesu gar nicht mehr beantwortet, indem man sie „in einem höheren Sinne“
für wahr erklärt. In einem „höheren Sinne“ ist die Erde ja bekanntlich immer noch eine Scheibe, über
deren Rand täglich die Sonne aufgeht. „Einsicht“ ist das aber deswegen noch nicht.
#164 stat crux 15:38:10 | Donnerstag, 18. Mai 2006
Wir stehen ja erst am Anfang einer relevanten Rezeptionsgeschichte des II. Vatikanum. Die Unruhe der ersten
40 Jahre wird „weltgeschichtlich“ belanglos sein. Zu viele mussten noch „vorkonzilare“ Neurosen abreagieren.
Und auch die Theologie wird erst dann zu neuen Höhen finden, wenn die absurde Versklavung an ein antiquiertes
„modernes“ Weltbild überwunden sein wird. Die Schäden, die aus diesem Missverständnis resultieren,
sind immens, aber mit dem Konzil beginnt die sanatio in radice, so meine Meinung. Die „Judenerklärung“
und das Dokument zur RF haben erst im Rückblick ihren besonderen Stellenwert offenbart. Auch nicht ohne
Verhedderungen. Im Prinzip hat erst Karol Wojtyla (geb. heute vor 86 J.) die Selbstkorrektur fixiert.
Nie mehr Rückkehr zu einem „Systemkatholizimus“, der sich verwechselbar macht mit anderen „Religionen“
oder „Ideologien“, die auf einem philosophischen Naturalismus gründen: Unter dem Wort Gottes feiert die
Kirche die Gehemnisse Christi zum Heil der Welt.
Ja, Karl Murx, obwohl Ihre Position eindeutig falsch ist, in der Aufdeckung der Inkonsequenz der SSPX
liegen Sie richtig. Man hat dort den NOM zum Kriterium des Glaubensabfalls erkoren (rudert aber partiell
zurück). Demnach kann praktizierender Katholik doch nur sein, wer NOM ablehnt, oder nicht? Die SSPX hat
nach eigenen Angaben ca. 150.000 ständige „user“. Das ist sozusagen der harte Kern der NOM-Ablehner (zuzüpglich
einige hundert Sedisvakantisten von Ihrem „Format“). Da aber die Anhänglichkeit der Massen an die Kirche
nicht von deren Bildungsstand abhängen kann, bleibt es dabei, dass sich alle andern, außer die rd. 0,015 %
SSPX-user (von 1,1 Mrd. Katholiken) NICHT ERKENNBAR vom Leben und der Lehre der Alleinseligmachenden distanzieren.
Das sind keine Zahlenspiele, sondern ärgerliche Fakten. Das Werk Lefebvres ist theologisch ausgebrannt
und personell die erfolgloseste Kirchenspaltung aller Zeiten. Nur die Klerikerquote ist zehnfach so hoch
wie in der Mutter Kirche. Es ist eben doch eine „Farm“ für possierliche Zelebrationstierchen, die das
Gewand des Naturalismus zu schmücken berufen sind (unter Behauptung des Gegenteils).
Athanasius: Volle Zustimmung! Jetzt kommt Schwung in das Thema. Es gab kein Weihesakrament für Frauen,
es gibt keins, es wird keins geben. Sehr richtig. Diskussionswürdig ist die Frage, ob an eine Jungfrauenprofeß
erweitere Mitarbeit in Caritas und Pastoral (bis hion zur stellv. Generalvikarin?) geknüpft werden können.
Da fehlt das klare Profil. Ein weibliches „Amt“ kann in der Kirche nur an eine Entsagung, ein „Sich-Weihen“
anknüpfen, nicht an eine sakramentale Weihe. Geht nicht. Gibts nicht. Gnade setzt Natur voraus. Basta.
Kreuz.nett hat ja eine extrem niedrige Reichweite, trotz des hohen Unterhaltungswerts und der nicht ganz
unbeachtlichen Erkenntnisse über das Geistesleben am „rechten Rand der Religion“. Ein Werbemittel ist
das hier aber trotzdem nicht.
Lockere Sitten… Die „Insider“ wissen jetzt wahrscheinlich schon, wer Marcel, Athanasius, Karl Murx im
„richtigen Leben“ (Gibts das da?) eigentlich sind. War abscheinend ein schweres Trennungsdrama.
Man darf „denen“ auch nicht alles in die Schuhe schieben. Es sind ja nur 463 Priester und 150.000 Gottesdienstbesucher
(plus 200.000) Sympathisanten; d.h. weniger als 0,015% der Katholiken lehnen „V 2“ ab. Aber sehr laut!
(Und nicht ganz ungefährlich wegen der „Nachzucht“; trotzdem: die erfolgloseste Kirchenspaltung aller
Zeiten. So schlecht war das Mangement von Paul VI. also doch nicht.)
Die „weltliche“ Gesetzgebung wurde, wenn mauch die SSPX das Gegenteil behauptet, nur im Kirchenstaat und
in den geistlichen Fürstentümern „klerikal“ kontrolliert. Im übrigen war es auch in monarchischen Zeiten
ein stets schwieriges Ringen und um 1773 (Jesuitenverbot) war die Kirche sogar in den „katholischen“ Staaten
raus aus dem Spiel. Mit einer Verzögerung von nur ca. 100 Jahren (von 1793 bis zum ralliement Leo XIII.)
hat die Kirche kapiert, dass ihr die Monarchien nicht mehr „nützen“ als die Republiken. Angesichts einer
1000-jährigen Tradition (Gregor VII, 1075) ein eher schnelles Einlenken. Die ev. Kirchen leiden heute
viel stärker unter dem Sturz der Fürsten 1918, wollen das aber nicht wahrhaben und geben sich deshalb
besonders „liberal“ (Wer’s glaubt, wird selig).
Wenn die 150.000 „user“ (Gottesdienstbesucher) der SSPX den Verlag boykottieren, so macht das den Kohl
auch nicht fett bzw. den Mixa mager. Marktwirtschaft!
Graf Galen (Künstlername?) Nennen Sie mir doch bitte die Fundstelle bei Cast Connubii. So zwingend wie
unter Hitler kann es nicht gemeint gewesen sein.
Und genau aus diesem Grund, lb. Fan, hat die Kirche NIEMALS und ZU KEINEM ZEITPUNKT den modernen Staat
„verurteilt“; mag sich Exz. Fellay auch heiser krähen. Die „Bruderschaft“ ist es, die ihr „Material“
(Pius IX-XII) nicht kapiert hat. Für Strafdelikte ist die Strafjustiz zuständig.
Mit Ehrendoktoraten erweist sich regelmäßig der Verleiher „Ehre“ und die Beliehenen sammeln dann gleich
mehrere. Ich weiß nicht, wer sich in Linz damit ehren wollte (und gegen wen).
Das ist ja gerade das Verdächtige am Integralismus: Es gibt nicht nur 1 Katechismus, auch 1 Politik,
1 Kunst, 1 Architektur: Alles „Übernatur“. Also entwertet der Integralismus die Übernatur ebenso wie
es der Modernismus tat. Gewänder, Zeremonien, Choräle: Alles göttlichen Rechts?
Auferweckt am dritten Tage Toby: Wie kann man herauskriegen wo genau dieser Artikel stand? Mir ist, obwohl
ich kein „hardliner“ Antilehmann bin, schon gelegentlich aufgefallen, dass sich der Kardinal des Kanzlers
mitunter in seiner Diktion verheddert. Er ist tüchtig, aber wahrscheinlich nicht „fromm“.
Sakrileg II Gar nicht so dumm. Das tangiert das eigentliche Problem: Unter Behauptung des Gegenteils werden
„illegale“ Weihen inszeniert und eine Priesterschaft außerhalb der Kirche kreiert (aktueller Stand: 463).
Das ist kein Anlass für „Hass“, sondern es stellt vielleicht das schwierigste doktrinäre und sakramententheologische
Problem des Katholizismus seit 1517 dar. Anhand dieses Beispiels der Fehlreligion aus der eigenen Mitte
wird die Kirche beweisen, dass sie die zivile Religionsfreiheit positiv unterstützt. Man wird es nicht
erleben, dass der Vatikan oder Bischofskonferenzen den Staat gegen die Piusbruderschaft (oder andere Vollsedisvakantisten)
zu Hilfe ruft.
Benedikt, bei allem Respekt: Die Karnevalsreden des Kardinals waren mit Sicherheit nicht seine besten.
Er scheint mir der erste Preisträger des Ordens für tierischen Ernst zu sein (unter Behauptung des Gegenteils).
Fakire?? Die Buße ist kein Fakirtum, denn das ist Kasteien als Selbstzweck. Wer jemals die Passionsgeschichte
studiert hat, bemerkt den Unterschied zwischen den Leiden Jesu und einer Schmerzverherrlichung.
Special Agent 0006,66 Der Aussageschwerpunkt meines von Ihnen als „Dachau“-Keule bezeichneten Kurzbeitrags
lag ganz woanders: Dass Ihresgleichen den „Schaden“, den Paul VI angerichtet hat, höher einordnen als
den des finsteren Borgia-Papstes. Das war die Aussage. Im übrigen kann man Ihnen nur mit krassen Überzeichnungen
„zeigen“, wie sehr Sie audf dem Holzweg promenieren! Allein schon diese sachfremde Umdeutung der Freimaurerei
in ein „politisches Programm“. Die Aristokraten konnten nicht fassen, dass ihre „göttlichen Rechte“ historisch
überlebt waren. Im 1. Weltkrieg hat sich die monarchische Staatsidee dann völlig erledigt. Das sind
Fakten. Der „Ständestaat“ hat sich selbst gerichtet! Da war keine Verschwörung am Werk, nicht einmal
im Fall Bugnini. Die ziovilisatorische Gefahr der Freimaurerei liegt auf einer ganz anderen Ebene, nämlich
in der Arkandisziplin, in der hermetischen Religiosität (unter Behauptung des Gegenteils). Aus Sicht
der Freimaurerideologie kann man ohne weitres Piusbruder und Logenmitglied sein. Aus katholischer Sicht
ist beides verboten, weil es der Ehre Gottes abbruchtut.
Marcel 0006,66 jagt Dr. No Hi, special agent Marcel Bond: Ihnen fehlt einfach die Phantasie, sich vorzustellen,
wie ein Staat agieren würde, den Sie zwar abstrakt fordern, für den Sie aber überhaupt gar keine Verfassungswirklichkeit
entwerfen können. Das von Ihresgleichen angedachte (nicht durchdachte) Christkönigsregime ist völlig
aberwitzig. Wenn die kirchliche Disziplin und das Strafrecht „identisch“ sein müssen und der NOM die
Häresie begünstigt (lt. Lefebvre), dann muss ein Priester, der NOM zelebriert, in einem Lefebvre-Staat
mit strafrechtlichen Sanktionen rechnen. Das wäre nur konsequent. Und wo wollen sie all die „gottlosen“
NOM-Priester unterbringen, wenn sie die „Religionsfreiheit“ (Alte Messe oder Strafhaft, freie Wahl!) ablehnen?
Respice finem!
Holländischer Katechismus Betr.: „Vorzeigeland“ Der so gen. Holländische Katechismus vbon 1964 ist DER
BEWEIS dafür, dass bicht „das Konzuil“ an allem schuld ist. Denn diesen Schmalspurkatechismus haben ausnahmslos
Leute ausgearbeitet, die schon vor dem Konzil rührig waren. Fazit: Das Konzil hat den Zynismus vereitelt,
nach außen noch „gehorsam“ zu tun, heimlich aber Zweifel zu säen. Und ohne den nachkonziliaren Ungehorsam
wäre auch eine SSPX undenkbar geblieben.
Während Kardinal Meisner und Kardinal Lehmann, trotz aller Auffasungsunterschiede, beim Weltjugendtag
gemeinsame Pressekonferenzen geben konnten, wird es hier ja jetzt richtig kriegerisch: Die Sedisvakantisten
haben, nimmt man erstmal den Standpunkt von Lefebvre ein, eindeutig die stärkeren Argumente. Wahr sind
sie trotzdem nicht.
Wie Milosevic vor dem Tribunal den Gerichtshof ablehnte hat Lefebvre die Exkommunikation jedoch für „inexistent“
erklärt. Somit darf sich selbst nach Auffassung der SSPX jeder das Heil selber stricken (unter Behauptung,
das sei „katholisch“). Die SSPX ist der BEWEIS dafür, dass die Kirche die zivile Religionsfreiheit kapiert
hat und kein anderer Weg mehr gangbar ist. So „dialektisch“ das anmutet.
Würde sich ein jugendlicher Kinogänger aufraffen und nach dem Film bei einem x-beliebigen „Pfarrbüro“
klingeln, wäre der Pfarrer natürlich nicht zu sprechen und die herbeitelefonierte Referentin setzt sich
ein Viertelstündchen mit dem Interessenten zusammen, um ihm zu erklären, dass man über den Lebenswandel
des historioschen Jesus ja eigentlich nichts sagen kann, außer dass die beiden Bibelworte „Abba“ und
„Amen“ vermutlich authentisch sind. Und wieder wendet sich ein Getaufter dem Satanismus, Okkultismus,
Pantheismus oder Antisemitismus zu.
Der Fall Galilei ist der einzige Fall eines nachgewiesenen Fehlurteils der „Inquisition“; und auch nur
wegen Verwirrung der Ebenen. In einer nächsten Srtufe der Betrachtung der Bibel wird man wieder entdecken,
dass ihr Weltbild viel „wahrer“ ist als damals vermutet. Inzwischen lehrt auch die Physik einen Anfang
und ein Ende der Welt. Das ist viel biblischer als jeder Pantheismus!
Wenn erst einmal das moderne Weltbild der Physik sich etwas herumgesprochen hat, wird man nicht mehr so
„selbstgewiss“ die Religion für eine Meinung unter vielen halten, sondern von neuem nach Gott fragen,
nach der Metarealität. Wetten dass?
„Da war nur Hass!“ Daniela, es würde mich nicht wundern, wenn Fellay et al. allmählich Luther-Zitate
gegen den Papst verwenden würden (unter Behauptung des Gegenteils)
Jawohl, Murx, einige Rätsel! Ihre Position ist gewissermaßen konsequenter Murxismus-Lefebvrianismus,
während die Lefebvrianer nur Murxisten sind, bildlich gesprochen. Aber das eigentliche Rätsel ist doch
der kühne neue Gedanke, sich von Rom zu trennen UNTER BEHAUPTUNG DES GEGENTEILS („antinomisch“). Das
hat vor dem II. Vatikanum keiner auch nur zu denken gewagt. Und die Jahre 1970 ff. waren die einzigen,
in denen diese Attacke überhaupt „glücken“ konnte.
Zwang?? Hat „Rom“ die vatikanische Gendarmerie auf Mgr. Fellay angesetzt?? Im Gegenteil: Der Piusobere
WEIGERT sich sogar, den Papst um Aufhebung der Exkommunikation zu BITTEN. Man will Rom zu einem umgekehrten
„Canossa“ zwingen. Da das nicht funktionieren kann, ist der ganze „Dialog“ scheinheilig. Mit Hermetikern
ist eben kein Dialog möglich, wie bereits Dr. David Berger formulierte.
Der Sedisvakantismus ist leider das wahre Gesicht der Lefebvre-Bewegung. Fella et al. scheuen nur die
Konsequenz. Inhaltlich ist das eine Differenz, die geringer ist als die zwischen Lenin und Trotzki. Ihre
Bewegung, Marcel, wird noch mehrere „Rothkranz“ produzieren, weil es, einmal „los von Rom“ kein Halten
mehr gibt. Schon jetzt polemisieren die Ihren gegen den Papst mit Worten, die direkt aus Luthers übelster
Phase stammen könnten. Fellay in Flavigny: „Der Dämon ist los.“
Die Mikroinquisitoren hier, Wolfgang, sind der Meinung, dass Paul VI mehr Schaden angerichtet hat als
Alexander VI. Nehmen wir den ganzen Tradi-Quatsch doch als Prüfstein, ob die Kirche die Milde besitzt,
auch mit dem inneren Feind nach dem Prinzip der zivilen Religionsfreiheit zu verfahren: Bislang ist mir
kein kirchliches Ersuchen an die frz. Republik, die schweizerische Eidgenossenschaft od. die BRD bekannt,
dass die verfassungsfeindlichen Aktivitäten der Piusbrüder verfolgt oder unterdrückt werden müssten.
Stattdessen versucht man den Dialog sogar mit Hermetikern! Käme das so gen. „Christkönig“-Regime (vgl.
Fellay in Flavigny: „Er muss herrschen“), würde jeder Zelebrant des NOM nach Dachau geschickt. 450 000
Gefangene!
Hermeneutik Selbstverständlich breitet niemand mehr die Zwei-Schwerter-Lehre buchstäblich so aus wie
Bonifaz VIII. sie verkündete. Wenn Ihnen ein Autor des 20. Jh. lieber ist, dann vertiefen Sie sich mal
in die kirchliche SOZIALGESCHICHTE von Umberto Begnini, ja, dem Chef des Sodalitium Pianum: Selbst dieser
„Altintegralist“ unterschied die Kirche ad intra von der Kirche ad extra. Mgr. Lefebvre war der allererste
Novateur in diesem Metier. Noch nie zuvor hat ein Bischof eine Konfusion von Dogma und „Parteiprogramm“
gelehrt. (Parteiprogramm: auch nicht buchstäblich gemeint, keine „zwölf Punkte“ o.ä. sondern die gebetsmühlenartige
Wiederholung 1789=Atheismus=Hölle für (fast) alle.)
Nicht so wie die Geistlichkeit! Danke für das Wilhelm-Busch-Zitat. Der Jesuitenorden macht eine sehr
ernste Krise durch, hat fast die Hälfte seiner Mitglieder seit 1965 verloren. Kein Wunder: Die vorkonziliaren
Jesuiten hassten das bevorstehende Konzil, „mit Recht“. Denn in dessen Ekklesiologie war für den Führungsanspruch
der geistlichen Söhne (keine Töchter!) des Hl. Ignatius kein Platz mehr vorgesehen. Und es ist kein
„Trick“ in Sicht, mit dem die Gesellschaft Jesu ihre Macht „über“ die Kathedra Petri wieder erobern können.
Sie haben Paul VI. hart für seine „Untreue“ bestraft: Er wollte, dass sie insbesondere denm Atheismus
bekämpfen, Fazit: „Gerechte Verhältnisse“ sind der aussichtsreichste Kampf gegen den Atheismus, also:
Auf die Barrikaden! Soviel zum Thema „besonderer Papstgehorsam“.
Hähä, Marcel, finden Sie nicht, dass Ihr „Apostolat“ allmählich gehässige Züge annimmt? Zur Religionsfreiheit:
Die Kirche nimnmt für sich in Anspruch, nicht nur über Glaubensaussagen zu urteilen, sondern auch über
die Sittlichkeit. Das ist ja den meisten Gegnern ein Dorn im Auge. Aber es markiert den öffentlichen
Anspruch der Religion („Christkönig“). In Sittenfragen einschl. dewr öffentlichen Moral (Gesellschaftslehre)
gibt es aber keine so strikte „Dogmatik“, da die Zivilisation in stetem Wandel begriffen ist. Einige Grundprinzipien
finden dennoch stets Beachtung. Die Kirche hat stets den totalen Anspruch der Herrschaft („Religion ist
Privatsache“) zurückgewiesen. Auf dieser Linie nimmt das Vatikanum II eine Selbstkorrektur vor. Der Abstand
zwischen Staat und Kirche wird größer. Aber anders als von Lefebvre et al. propagiert: Das dient dem
„Licht der Völker“. Dass der Prozess schwierig ist, das leugnet niemand. Aber dieser Weg ist ohne Alternative;
99,98 % der Katholiken sehen das genaoso wie der Papst und 98,99 % der Bischöfe.
Hippolytus von Rom, lb. Athansius, war Gegenpapst und Heiliger zugleich! Das wird Exz. Lefebvre nicht
gelingen, auch wenn das Startbild der SSPX ihn mit Pius X. parallelisiert. Selbstverständlich konnte
man das Hochgebet aus der traditio apostolica (3 Jh.) nicht buchstäblich verwenden. Doch die Grundlinie
des Hippolyt ist im II. Hochgebet enthalten. Fraglos wurde es in Dtld. so populär, weil es sich „ökumenisch“
zu eignen schien. Die neueste evangelische Agenda erlaubt übrigens für Gottesdienste eine nie dagewesene
„liturgische“ Bandbreite. Mich würde es nicht wundern, wenn dort sogar eines Tages der röm. Messkanon
gebetet würde, wenn auch mangels Realpräsenz nur mythisch verstanden (wie bei Ihnen).
Die ganze Bibel verliert ihren Sinn, wenn der Mutter Jesu der Himmel verschlossen blieb. Oder etwa nicht?
Es geht in der Dogmatik nicht um einzelne Sätze, sondern um die innere Vernunft des Glaubenszusammenhangs.
Die „Dogmen“ sind einzelne Anwendungsfälle einer gesamten Überzeugung. Übrigens erkennen weite Teile
des relevanten Protestantismus inzwischen an, dass man die Bibel nur mittels einer kirchlichen „Dogmatik“
vernünftig lesen kann (z.B. Karl Barth). Wir sind Hörer des Wortes, nicht Lehrer.
Freiheit ist seit 1881 (Enzyklika „Libertas“) auch „weltanschaulich“ kein „Schimpfwort“ der kath. Hierarchie,
und zuvor war es das auch nicht. Denn dem Syllabus ging es um die Libertas Ecclesiae. Eine Besinnung auf
deren Kerngehalt machte die schrittweise Selbstkorrektur der Kirche möglich, allerdings hat auch die
Moderne hinzugelernt. Staatskirchenrechtliche Ansprüche, wie der Syllabus sie 1864 erfolgreich abwehrte,
werden heute nirgendwo mehr erhoben. Es war ein schwieriger Klärungsprozess, der auch noch weitere Fragen
aufwirft. Aber im ganzen ist ein ein erstaunlich erfolgreiches Modell der „Unterscheidung“ und Zusammenarbeit
möglich geworden. Dank des 1. und des 2. Vatikanum! Fast 200 Regierungsdelegationen gratulierten Papst
Benedikt zum Amtsantritt. Um 1900 gab es kaum 20 Botschafter beim Hl. Stuhl –- und die Zunahme ist nicht
nur mit der Entkolonialisierung zu begründen! Die Liberalen hätten 1900 ein Absinken auf 2 Botschafter
vorhergesagt (Monaco, San Marino).
Maria Magdalena Gotthard, Sie übertreiben Ihre Solidarität mit den „Liberalen“ mitunter ein wenig: Fälschungen
in Bezug auf Maria Magdalena haben weder Päpste noch Theologen begangen. Die historisch-kritische Exegese
ist zwar von der in der westlichen Kirche bevorzugten „Identifikation“ abgerückt (die im Osten so nicht
durchgeführt wurde), aber es ist immer noch eine vertretbare Lesart, keine Fälschung. Was Dan Brown
schreibt: Das ist keine „Lesart“ zur Biographie der Madeleine, sondern die Vermarktung eines rechtsradikalen
Pamphlets, das ein gewisser Plantard in den 1950er Jahren produziert hat. Das eigentlich Witzige ist,
dass die Tradi hier gegen einen Mythos anstinken, den ein Gesinnungsfreund der frz. Extremen Rechten in
die Welt gesetzt hat! Die Merowinger-Sage ist ebenso altfranzösisch-royalistisch wie die Lefebvre-Religion
(die es zu Zeiten des Ancien regime nicht gab, denn trotz Galllikanismus und Jesuitenverbot ging Frankreich
noch nicht vollends auf Distanz zu Rom).
Eigenverantwortung Trotz allem gewachsenen Selbstbewusstsein der Gläubigen ist die Kirche hierarchisch
verfasst. Das heißt: Meine „Aufrufe“ zur Beendigung der liturgischen Missbräuche wären ziemlich fruchtlos.
Und auch ihre Forderung nach „allgemeiner Freigabe“ ist leider nur eine Privatmeinung. Wenn man aber als
Kriterium dessen, was „allgemein“ heißen soll, die freie Wahl des Priesters ansetzt, kommt es zu weiterem
Ungehorsam den Bischöfen gegenüber. (Und zunächst muss es einmal darum gehen, dass jeder Priester so
zelebriert, wie sein Bischof es will.) Stützt man die freie Wahl auf ein durch Laien artikuliertes pastorales
Bedürfnis, dann kann es zu einer vertieften Erneuerung der Liturgie kommen, meint Dr. Otterbeck
Mythos oder Legende oder Wahrheit Eine Legende ist die Ausschmückung eines Geschehens und braucht zu
ihrer Entwicklung viel Zeit. Ein Mythos ist eine Verstehensweise der Welt, die uns heute vordergründig
kaum noch zugänmglich ist, hintegründig werden aber Mythen gestrickt, die den Platz der Religion einnehmen
(Evolutionismus, Marxismus, Esoterik). Sie entziehen sich der Vernunft. (So fassen manche Lefebvrianer
auch die kath. Religion auf.) Die Aussagen der Kirche über Maria gehören aber zum Dogma, d.h. sie sind
für die Glaubenswahrheit unverzichtbare Überzeugungen. Man mag persönlich daran zweifeln oder Schwierigkeiten
haben. Das Dogma lehrt aber, was wahr sein muss, damit die Menschen ihre wirkliche Bestimmung überhaupt
erreichen können. Jedes kath. Dogma ist Teil der gesamten Überzeugung der Kirche. Wer kontradiktorische
Sätze bildet, sieht es vielleicht leichter ein: Wäre Maria in Sünde geboren? Was könnten wir dann
erhoffen? Wäre Maria zu Asche zerfallen? Was könnten wir dann erhoffen? Maria ist kein Mythos, sondern
eine lebendige Wirklichkeit, der fast 2 Mrd. Menschen vertrauen (abzüglich einiger tausend liberaler
Theologen).
Sitz der Weisheit Die liturgischen Bedürfnisse der Gläubigen, die die „Alte Messe“ gegenüber dem Novus
Ordo vorziehen, werden seit 1984 „gehört“. Trotzdem ist das kein Zukunftsmodell. Für die große Zahl
der Beter ist ein „Zurück“ weder wünschenswert noch möglich. Nach meinem Empfinden durchzieht die neue
Messordnung so etwas wie „marianische Weisheit“ (Was er Euch sagt, das tut.). Wenn die bedauernswerte
Phase des kreativen Neo-Klerikalismus erst einmal überwunden sein wird, kommt diese dienende Haltung
des opus Dei n-F. erst wirklich zur Geltung. Verkorkst war an der Durchführung der Liturgiereform, dass
viele Priester nicht „dienen“ wollten, sondern noch mehr als zuvor Herren des Geschehens sein wollten.
Athanasius in Ninive Aller Wahrscheinlichkeit nach sind „wir“ ja wohl doch aus dem Gröbsten raus. Der
massenhafte Glaubensabfall hat (von den Lefebvre-Anhängern abgesehen) nicht von der Spitze der Kirche
her eingesetzt. Das hätte nur geschehen können, wäre man der totalitären Versuchung erlegen, den Katholizismus
nur noch als antimodernes Gesellschaftsmodell (im Ghetto) aufzufassen. Befürchtungen für die Zukunft
gehören zur Geschichte der Menschheit. Der Papst hat damit nicht die Fatima-Erklärung von 2000 revidiert.
Ruf zur Ordnung Im Verhältnis zum Novus Ordo ist die „Alte Messe“ nunmal eine antiquierte Fassung. Das
„Heruntermachen“ hat der Kirche viel geschadet. Aber den Bedürfnissen nach Andacht, Einkehr und lateinischer
Sprache könnte mit einer Zelebration der geltenden Liturgie auch erreicht werden. Nach meiner unmaßgeblichen
Vorstellung sollte eine Zelebration der Alten Messe immer dort vom Ortsbischof gestattet werden, wo ein
Trägerverein diözesanen Rechts (von Laien verantwortet) das beantragt. Dann also: Anspruch statt Repression.
Tatsächlich sollten Gemeinschaften von Gläubigen mit ihren Wünschen betr. Ritus und Zelebration mehr
Gehör finden. Die bisherige Diskussion geht aber immer von der „Spitze“ aus. Da die Feinde des NOM behaupten,
die Spitze der Kirche befinde sich im Irrtum, musste die „Spitze“ 1970 ff. äußert repressiv vorgehen.
Die legitimen Interessen der Beter wurden dabei sehr brutal übergangen, weil auch die Liturgiereformer
administrativ noch „vorkonziliar“ dachten. Die Alte Messe gewinnt ihren Platz also aufgrund des „konzilaren“
Gedankens einer legitimen liturgischen Vielfalt in der Einheit (vgl. Credo Paul VI. vom 30.06.1968). Die
Piusbrüder wollen hingegen einen mythisch-spirituellen Rahmen für ihre Weltanschauung, zwar anti-freimaurerisch,
aber ebenso naturalistisch-hermetisch konzipiert. Sie behaupten nur, das sei die Kirche aller Zeiten.
In der historischen Wirklichkeit gab es eine hermetische Kirche nie.
Kirchenbegriff Nicht die Kirche, sondern die 0,005 % Integralisten unter den Katholiken haben den „rechten
Glauben“ verloren, indem sie ein spirituelles Disneyland für die „wahre Kirche“ halten. Das ist nicht
mein Problem, sondern das Problem von Leuten, die (unter Behauptung des Gegenteils) die Päpste für Machtpolitiker
halten, die Ergebnisse von Konklaven für „irregeleitet“ und ein ganzes Konzil für den Angriff des „Liberalismus=Modernismus=Kommunismus“
auf eine 2000-jährige Tradition (die in Wahrheit bei Amtsantritt Johannes XXIII. allenfalls 5 Jahre alt
war). Oder anders gesagt: Still für sich kann sich ein frommer Mann auch heute noch wünschen, dass eione
Monarchie wieder errichtet werden muss. Aber das ist seine persönlich-politische Überzeugung. Weil die
Kirche keine Terrorbanden aussendet, um die Demokratie zu vernichten, deshalb ist die Kirche nicht als
ganze vom „Glauben“ abgefallen. Was sollte das für ein armseliger Glaube sein?
Nachtrag für Bonjour: 99,98 % der Katholiken halten den Traditionalismus nur für „abgedreht“. Und das
ist sozusagen der unfehlbare Glaubenssinn der Massen. Die krasse, oft auch psychisch angeschlagene Minderheit
aber, darf man die außer Acht lassen? Sie argumentieren zwar nur mit einem weinzigen Bruchteil der kath.
Tradition (Missale von 1570, Syllabus von 1864, Enzyklika „Pascendi“ und Instruktion „Lamentabili“ von
1907), dennoch ist daraus eine geschlossene Weltanscvhauung herleitbar gewesen, auf die die von dort so
gen. „Konzilskirche“ nicht eingestellt war. Es hat sich als das größte Problem für den Gehorsamanspruch
der „Hirtenamtes“ erwiesen, einem Teil der Herde die FORTSCHRITTE zu vermitteln, welche die Lehre der
Kirche unternommen hat. (Tippfehler bitte ich mir nicht übelzunehmen.) Dr. Otterbeck
Knapp daneben ist auch vorbei! Die Katholiken sind weder bibelfest noch in ihrer eigenen Soziallehre zuhause.
Es hat doch gar keinen Sinn, wenn ein Anti-Tradi dem ADG applaudiert, nur um seine Modernität zu demonstrieren.
Genau so befestigt man den Integralismus!! (Und die Feindbilder „firmen“ sich gegenseitig.)
Zum Glaubenssinn des einzelnen Beters gehört auch, bestimmte Heilige zu bevorzugen, andere nicht, bestimmte
Vorkommnisse höher zu schätzen, andere weniger. (Ich halte Fatima für authentisch, nicht aber das „Fatima-Apostolat“,
während manche Medjugorje-Leute gutes Apostolat tun, aber die Erscheinungen vermutlich falsch sind.)
De Fide ist, dass ein Konzil den Hl. Geist (poetisch gesprochen) geradezu dazu „zwingt“, sich zu zeigen.
Nicht die Mehrheit macht die Wahrheit, sondern die Wahrheit macht die Mehrheit. Die Nichtverurteilung
des Kommunismus war mutmaßlich eine „List“ der Vorsehung. Denn heute wäre das nur noch Ballast im Text.
Nur 20 Jahre nach dem Konzil waren unvermutete Früchte „in gesellschaftlicher Hinsicht“ zum greifen nahe.
Die Aufarbeitung „ad intra“ läßt aber, das räume ich ein, zu wünschen übrig.
Wer hat denn die Kompetenz-Kompetenz? „Der Papst irrt. Man darf ihm nicht folgen.“ Hat den Martin Luther
etwas anderes gesagt? Die Reformation verhielt sich konträr zum Papsttum, die „Piusbruderschaft“ (et
al.) verhalten sich konträr zum Papsttum unter Behauptung des Gegenteils. Wer hätte vor 1962 je so ein
Konzept überhaupt auszudenken gewagt? Brüder: Ihr seid die Hauptnutznießer der Selbstkorrektur der
Kirche „hin zur Religionsfreiheit“ (in der Soziallehre). „Vorkonzilar“ hätte es sowas nicht gegeben.
Das ist kein Beweis für demn Irrtum des Konzils, sondern für seine wegweisende Richtigkeit. Die Kirche
muss sogar hinnehmen, dass Leute sich „päpstlicher als der Papst“ deklarieren. Allerdings kommt der Ökumenismus
hier an eine Grenze. Der Dialog mit Theologen ist möglich, mit Hermetikern nicht.
Das Rechte tun, aber in wessen Interesse? Denken Sie doch mal darüber nach, dass der Integralismus von
den „Feinden der Kirche“, der „Kirche Satans“ nie angegriffen wird, Rom aber umso heftiger. Warum? Könnte
es sein, dass Lefebvre eine Art von „Katholizismus“ erfunden hat, den die „Neue Weltordung“ tolerieren
könnte (käme sie zur Macht)? Da der Integralismus nur in der Sphäre von Demokratie und Religionsfreiheit
existieren kann (als Opposition), seine „Machtergreifung“ aber völlig irreal, ist sein Existieren im
Interesse jener, die Religionsfreiheit nicht als Teil der Gesellschaftslehre verstehen (so der Katholizismus),
sondern als Dogma, als Gegenreligion.
Habermas, lb. Dr. Reggazzoni, ist mir tasächlich irrtümlich rausgerutscht. Sie hatten sich auf Gadamer
bezogen, sorry. Kommt es Ihnen nicht ein Quäntchen seltsam vor, dass die Hl. Kirche durch 20 Jahrhunderte
es niemal einem Laien, Theologen oder einzelnen Priester gestattet hat, eine Häresie festzustellen? Und
mit Berufung auf Exz. Lefebvre darf jetzt jeder Seminarist, Sympathisant oder Sturmmann im Internet jeden
Papst, Kardinal, Bischof der „Häresie“ bezichtigen? Das sind zweierlei Begriffe von Häresie. Das „Selbstbewusstsein“
eines Mallerais oder Fellay ähnelt doch eher einem Baigent oder Dan Brown als dem Gehorsam, den ehrenwerte
Diener des Hl. Offizium wie Kard. Merry del Val od. Kard. Ottaviani zeitlebens unter Beweis stellten.
„Der Papst wird von niemandem gerichtet“ (Gregor VII., 1075). Anders ist das Evangelium nicht gewährleistet.
Gut gesagt! Von woandersher in die Hürde Christi gelangt, sehr richtig. Wenn nicht so viele fromme Mitmenschen
dadurch so krass vernebelt würden (habe mich zwischenzeitlich über „Windswept house“ informiert) könnte
man Fellay et al. werkeln lassen. Aber es ist so zynisch, was von dort vorgetragen wird!
Windswept house? Wasndat? Bugnini ist in Ungnade gefallen, weil er drei Präfekten der Kongregation nacheinander
brüskiert hat, Kardinal Gut (eine „Zuckerseele), Kardinal Tabea und dann Kardinal Knox, der die Sache
bereinigt hat. Der Konflikt war nicht der NOM, sondern das Begehren der von Bugnini faktisch geleiteten,
zu einer Art perpetuierten Liturgiefabrik zu werden. Bugnini selbst zeigte keine Einsicht und hat deshalb
naiverweise den Grund für die Demission in einer angeblichen „Denunziation“ als Freimaurer gesehen. Der
philosophische Natiralismus der Freimaurerei ist auf Sand gebaut; und insbesondere der Epochenschnitt
der Wissenschaft („Quantentheorie“) führt zu einem Metarealismus, der den neuzeitlichen Ausläufern der
Gnosis das Wasser abgraben wird. Würden Sie Sie sich mit den modernsten Tendenzen der Moderne auseinandersetzen,
könnten sie die Identität von MR 1570 und MR 1970 erkennen. Aber, was bitte schön, heißt Windswept
house??
Die Kirche WILL keinen katholischen Staat mehr; sie würde die Religionsfreiheit auch dann verteidigen,
wenn die Parlamentsmehrheiten strammer Katholiken das Gegenteil erlauben würden. Wetten dass?? Das ist
die Selbstkorrektur im Staat-Kirche-Verhältnis, die von den Tradi so gehasst wird. Aber das „Vorgängermodell“
war längst nur noch ein virtuelles Konstrukt und wahrscheinlich schon seit 1517 mehr Hindernis als Fortschritt
für die eigentliche Sendung der Kirche.
„Wir sind anti-“ weil das Kreuz Christi anti war, antiliberal, antiökumenisch, antikommunistisch. So:
Lefebvre am 8.12.1987 in Econe! Und wenn der Liberalismus und der Kommunismus abgedankt haben werden?
Dann ist man immer noch antiökumenisch. Und zwar im genauen Wortsinn: Antikatholisch, antipetrinisch
und antimarianisch.
Der Kunstgriff, mit dem Lefebvre behauptete „päpstlicher“ als der Papst zu sein, wurde vielleicht von
Mallerais ersonnen. Konsequent wäre nur echter Sedisvakantismus, die Piusbrüder zögern noch, weil das
„Papsttum“ für Sie zur Rhetorik gehört (wie für Maurras bis 1926), aber Gehorsam? Da ist man halt doch
„katholisch“. Der Protestant lehnt das Papsrtum ab, der Katholik zieht es vor, ihm nicht zu gehorchen.
Die Unfehlbarkeit ist nicht alles, (aber ohne sie alles nichts?), anerkennen muss Ihre Briderschaft auch
den Jurisdiktionsprimat. Das ist der kritische Punkt. Der Papst regiert die Kirche ohne dass er von der
Zustimmung aus der Kirche abhängt. Das hat das Vatikanum 1 so definiert. Es begründet zwar keinen pp.
Absolutismus (die LEBENDIGE Tradition ist normativ), aber doch eine Autorität. Es trifft zu, dass Johannes
XXIIII. und Paul VI. von der pp. Autorität in einer nier zuvor dagewesenen Weise Gebrauch gemacht haben.
Das hat viele überfordert und Widerstand von weit „links“ bis weit „rechts“ provoziert. Aber die Zeichen
der Zeit haben diesen Kraftakt herausgefordert. Zustände „ohne“ V 2 sind nur Phantasmagorien. Die „Katstrophe“,
die Sie sugerrieren, wäre eingetreten, hätte es den 25. Jan. 1959 nicht gegeben. Schon der Prediger
vor dem Konklave 1963 forderte: Zurück zum Kurialstil „aller Zeiten“(d.h. 1954-1959). Vielleicht hat
Lefebvre dessen Predigt vor Augen gehabt, als er „zu den Waffen“ rief (21.11.1974)? Die göttliche Vorsehung
wollte Montini.
Die Modernisten! Das waren: Loisy, Tyrell und Buonautiti und ein paar Mitläufer. Der Fall war 1909 erledigt.
Man sollte die Dinge schon beim Namen nennen. Nicht einmal Hans Küng vertritt die Thesen, die 1907-1909
verurteilt wurden. (Ihm fehlt die intellektuelle Größe eines Loisy.)
Zu Marktl am Inn geboren? Was also sagt „Gloria olivae“ lt. Malachias aus? Aussöhnung mit dem Judentum?
Und dann der große Knall? Die göttliche Barmherzigkeit wird Marcel nicht erlauben, das Ende der Welt
zu sehen. Es kann ohne weiteres noch 200 Päpste geben… Und sie werden die nötigen Abgrenzungen schon
treffen. Das ist Spruch des Herrn. Wer Pius IX. bis XII. nicht durch die Brille der „Kritik“ sondern unter
„Kritik der Kritik“ liest findet eine gerade Linie zum Vatikanum 2 (und darüber hinaus). Wetten dass?
Friede auf Erden? Oder ist dieses Wort aus Betlehem bei Ihnen aus der Bibel gestrichen? Wenn Sie nicht
der Roncalli’schen Differenzierung folgen, dan, lb. Marcel, lesen Sie doch Umberto Begnini (ja, der vom
Sodalitium). Sogar der „Vorzeigeintegralist“ unterschied die Kirche ad intra und ad extra. Wir diskutieren
die Menschenrechtsidee POLITISCH als für den gesellschaftlichen Wirkungsbereich der Kirche gut, glücklich
und günstig. Selbstverständlich ist das Ewige Wort des Vaters nicht dem „Wandel“ unterlegen. Ihre Freimaurerphobie
ist deshalb für echte „Brüder“ nur lächerlich, weil die gerade KEIN Dogma vertreten, sondern die Identifikation
aus dem Ritual in der Bruderschaft beziehen (so gen. Arkandisziplin). Die Geheimgesellschagten sind ja
gerade deshalb nicht zu packen, weil sie sich nicht als gesellschaftliche Gruppe verhalten. Und ich wiederhole
nochmal: Bugnini war kein Freimaurer, der NOM enthält keine maurerischen Rituale, das ganze Gerede von
Weltverschwörung ist eine Lieblingsidee der Extremen Rechten. Pius X. hat den 1. Weltkrieg kommen sehen,
Sr. Lucia wurde der 2. Weltkrieg „gezeigt“, aber der 3. ist ausgefallen, zum Ärger mancher „Antikommunisten“,
aber auch das ist Frucht des Konzils. Hurra, wir leben noch!
Die Zeichen der Zeit teilen sich selber mit; und das Lehramt der Kirche ist befähigt und befugt darauf
einzugehen („Mater et Magistra“, Enz. Johannes XXIIII.) Die Tradi-Argumentation ist von mehreren Prämissen
abhängig, die ahistorisch sind: „Die frz. Revolution gebar atheistische Menschenrechte.“ Schon das ist
falsch. Die Menschenrechtsidee ist zu Betlehem geboren. „Atheistisch“ ist sie nur, wenn sie zum Götzen
wird. Dehalb akzeptierte Johannes XXIII. die POLITISCHE Menschenrechtsidee von 1948, nicht die DOGMATISCHE
von 1789. „Die Kirche verurteilte den modernen Staat.“ Die Kirche verurteilte IMMER den totalen Staat,
in welchen Erscheinungsformen auch immer. Gegenüber dem Absolutismus vertrat sie die Libertas Ecclesiae,
heute DASSELBE auf Grundlage „neuer“ Geschäftsbedingungen. „Das Konzil verkündete Liberalismus, Ökumene
und Kommunismus.“ Das Konzil verkündete Ökumenismus als Weg zur größeren Ehre Gottes, aber kein „ökumenisches“
Dogma. Das Konzil hat keine liberale Staatslehre als Norm für das kath. Selbstverständnis verkündet,
sondern eine Selbstkorrektur vorgenommen. Im STAAT ist die Religionsfreiheit der adäquate Ausgangspunkt.
Den Kommunismus hat das Konzil zwar nicht definitiv verdammt, aber überwunden wurde er (Frucht des Konzils!)
dennoch. Fellay fehlen die Argumente. Deshalb redet er umso länger.
Lefebvre hat nämlich, Daniela, etwas völlig Neues erfunden, was es in der ganzen Tradition nicht gab:
Eine „Tradition“ nach subjektivem Programm, einen virtuellen Katholizismus. Es gibt NICHT EINE EINZIGE
Belegstelle im Lehramt der Kirche, das den lehramtlichen Kurzschluss der Piusbrüder legitimiert; weder
Syllabus noch Lamentabili und auch nich Humani generis. Nirgendwo hat die Kirche das Ancien regime für
unantastbar erklärt, nie, und niemals dem Totalitarismus nachgegeben, nirgendwo. Sogar der „Integralismus“
während des Pontifikats Pius X. hatte eine SOZIALE Zielrichtung. U. Begnini schrieb eine Sozialgeschichte
der Kirche; und viele UIltramontane wollten gerade die Soziallehre verbreiten, nicht aber antiquirte Staatsideen,
die nicht einmal die Kirche „abgeschafft“ hat; das haben die Fürsten selbst erledigt.
Im übrigen heißt es in Satz 80 des Syllabus (einziger relevanter Anknüpfungspunkt für Econe) gar nicht
„moderne Zeit“, sondern diese Zeit (1864). Und Nostra aetate ist eine andere! Die Piusbruderschaft hat
jetzt fünfmal mehr Mitglieder als das Sodalitium Pianum hatte. Aber das berief sich auf Pius V., während
die 450 integralistischen Pianer von Pius X. verboten würden, so wie er 1914 (nach einigem Ringen) L’Action
francaise verboten hat; deren Anschauungen, nicht deren Apparat! LEHRverurteilungen sind Lehrverurteilungen,
kein Akt der Staatsgewalt. Wer die milde heutige römische „Zensur“ nicht ertragen kann, das sind ausgerechnet
Klerofaschisten, denen in der glorreichen Vorkonzilszeit jede, aber auch jede dieser Eigenmächtigkeiten
verboten worden wäre.
„Wir haben es verworfen und verurteilt.“ Spricht Exz. Fellay hier im Majestätsplural? Seine Auslegung
der Tradition ist falsch: Die Kirche hat ZU KEINEM ZEITPUNKT den modernen Staat verurteilt. Das päpstliche
Lehramt hat bestimmt Auffassungen, die moderne und liberale Ansätze auf die Ebene der Weltanschauung
(des „Dogmas“) hoben, verurteilt. Wer die Sätze im Syllabus od. Lamentabili liest, der sieht, dass ZEITirrtümer
verurteilt wurden (keine ewigen Irrtümer). Der Vorzug des Katholizismus ist, dass er der Selbstkorrektur
fähig ist (vgl. J.H. Newman) um SO „semper idem“ immer und immer das Ewige Wort des Vaters in die Zeit
auszusagen. Zuständig ist aber das Lehramt, nicht die Theologie. Die Aussagen des Lehramts gegen immer
von demselben Dogma aus, wenden es aber auf Situationen an. Die Kirche hat ihre Gesellschaftslehre der
Entwicklung angepasst, nicht das Dogma.
Das Opfer: Kein Mythos. Seitdem ich das Mallerais-Interview gelesen habe, bin ich mir völlig sicher,
dass die Brüder kein Übereinkommen wollen. Sogar dann nicht, wenn man ihnen „alles“ konzedieren würde.
Die kochen ein ganz anderes Süppchen. Sogar „Hardliner“ Athanasius sagt jetzt, dass auch der Canon Missae
das Sühnopfer nicht „ausdrücke“, Marcel feiert ein virtuelles „Imperium“ (dem er, käme es, wahrscheinlich
zum Opfer fiele, weil ich ihm nicht glaube, dass er unter dem Terrorregime eines Duce anpassungsbereit
genug wäre), Dr. Reggazoni nimmt Zuflucht zu Habermas und Ricoeur, um die Konzilspäpste als „Machtpolitiker“
zu entlarven. Im inneren Zirkel ist man da wohl so weit, Ratzinger für schlimmer als Luther zu halten,
und aus Fatma + Malachias die Quersummer zu ziehen, dass der „Endkampf“ bevorsteht. Kein Wunder, wo doch
lt. Lefebvre (sein Schüler wurde 1976 Kardinal, nicht er, zur Strafe kam es dann zu den Weihen von 1976)
noch 1990 lehrte: Alle Staaten, die die Menschenrechte akzeptieren, fahren zur Hölle!
Hallo, Anasthasius, eben o^/ erst las ich ein Statement von Ihnen vom 4. Mai: Danach drücken alle vier
Hochgebete das Sühnopfer nicht aus. Abgesehen von der Frage, inwiefern eine „Ausdrückung“ im Text überhaupt
nötig ist: Das Hochgebet I (vel Canon missae) ist IDENTISCH mit der Fassung von 1962. Dann drückt also
auch der Canon im MR von 1570 das Sühnopfer nicht aus?? Meinen Sie vielleicht gar nicht das Opfer Christi?
Sondern ein aztekisches Opferritual??
Wahrscheinlich war Marcel Lefebvre anfangs nur beleidigt, dass nicht er Kardinal wurde, sondern sein Schüler
Thiandoum. Und dann wirft man eben mit Stinkbomben. „Marcel semper imperat…“
Democratie chretienne Die Kirche hat in einem schwierigen Lernprozess seit 1789 gelernt, dass die Regierungsform
zur Gesellschaftsebene gehört, nicht zum Dogma. Manche Christdemokraten riskieren den Umkehrschluss als
habe sich jetzzt das Dogma der Gesellschaftslehrer zu fügen. Das wiederum ist Anlass der Integralisten
zur Rebellion. Richtig an der Demokratiekritik Leo XIII. bleibt, dass die Christdemokratie teil der „sozialen
Wohlfahrt“ ist (wenn auch deren Bereich mittels parlamentarischer Regierungsform ausgeweitet wurde). Aber
gerade für „Wohlstand für alle“ interessiert sich der antinomische „Katholik“ ja gerade nicht.
Sie sind sogar stolz auf dieses Interview? Mallerais weiß, das Bugnini kein Freimaurer war. Und selbst
wenn er es gewesen wäre: Wie kann denn bitteschön das „Werk“ eines „Einzeltäters“ das Beten einer ganzen
Tradition „zerstzören“?? Gesetzt den Fall es gab keinen Bedarf für eine Liturgiereform: Warum akzeptieren
sie denn fast 100% der Katholiken? Weil Christus entthront wurde?? Ich kann Ihnen einen vertrauenswürdigen
Psychiater nennen.
Ja, falsche Baustelle, im „Eifer des Gefechts“; aber ab und zu gucken ja „Neue“ hier rein, dsie noch nicht
wissen, was hier das Arkanthema ist … Grüße! F.N.O.
Hass und Gewalt hat kein katholischer Staat je gepredigt. Es hat immer die augustinische Differenz von
Religion und Politik gegeben, wenn auch Kooperationsverhältnisse und Vermengungen teils peinliche Resultate
heraufführten. Die Kirche hat keine Angst vor der „offenen Gesellschaft“. Die Nervosität der Fr. Zypries
ist eher ein Signal dafür, dass die dogmatische Laizität im Schwinden begriffen ist. Sogar Habermas
nähert sich dem Thema der Religion. „Ottaviani“ (der hiesige, sein Vorbild war ein Mann des Glaubens
und der Vernunft) würde sogar zugeben, dass das zum Neuen Pflingsten zählt…
Da die Kirche immer nich in Anspruch nimmt, zu entscheiden, welche wesentlichen Fragen in der Rechtsordnung
gemäß der Sittlichkeit geregelt sein sollen (ohne Machtmittel zur Durchsetzung zu beanspruchen) wird
der Konflikt um den Umfang akzeptabler Laizität nicht enden. Die Gegenseite bestreitet, dass die Kirche
die Grenze zwischen Dogma und Gesellschaftslehre ziehen darf. Damit macht sie den Gemeinwesen zum Dogma,
den Vorrang des „Throns“ vor dem Altar. Während der petrinische Anspruch mit jeder Staatsform verhandeln
kann (und Rom mittlerweile die Demokratie IM STAAT fördert), kommen die Tradi der Moderne gerade darin
entgegen, dass sie den Vorrang der Politik akzeptieren, aber im Namen der „Tradition“ ein bestzimtes Wweltbild
(das Maurras’sche) zum DOGMA machen. Sie sind eben doch nur antinom, nicht autonom von L.E.F. (Liberte
Egalite Fraterinite).
Weltfriedenstag, Tag der sozialen Kommunikationsmittel, Tag der Migranten etc. Wozu gibt es diese Erweiterung
des kirchlichen Handelns im Jahreskreis? Damit die sozial-gesellschaftlichen Themen als solche behandelt
werden und nicht religiös-kurzschlüssig im Gottesdienst. Hier Heiligtum, dort Marktplatz.
Das Weltbild von Econe ist schon deshalb off off off broadway, weil ZUERST der so gen. „katholische Staat“
eingeführt werden müsste. Dessen Direktiven hätte aber niemand zu kontrollieren! Unter heutigen Bedingungen
käme nicht wieder das Ancien regime dabei raus, sondern ein monströser Totalitarismus. Die Monarchie
war zu ihrer Zeit immerhin noch Rechtsordnung. Die heutigen Tradi können sich so munter als „Tradition“
gerieren, weil sie die Früchte der Demokratie und der Religionsfreiheit genießen. In einem Staat nach
den dortigen Konzepten würden „Abweichler“ sofort erschossen. Todesstrafe für Empfänger der Handkommunion!
Lebenslänglich bei Gebrauch eines Kondoms! Zum Glück ist das Szenario irreal. Und nicht einmal Mussolini
oder Maurras hätten es durchgesetzt, denn die Diktatoren beugen die Knie nicht vor einem Alt-Erzbischof;
und Fellay würde als erster verhaftet und zum Widerruf gezwungen, benähme er sich gegenüber dem Duce
so frech wie gegenüber dem Papst.
Stellen wir mal ganz dumm: Die Zentrumspartei bekommt 2009 70% der Sitze im Dt. Bundestag und gewinnt
die 2/3 Mehrheir im Bundesrat. Bleibt dennoch die Religionsfreiheit im Grundgesetz? Jawohl. Ein Unterseklretär
der Glaubenskongregation würde Bundeskanzler Geis ein Fax schicken, dass die Religionsfreiheit zur kath.
Soziallehre gehört. Die „Schwulenehe“ würde allerdings verboten.
Demokratie ist kein Dogma, sondern eine Form der Regierungsausübung. Der Ort der Diskussion ist also
die Christliche Gesellschasftslehre, nicht die kirchliche Dogmatik, Dr. Heger!
Höffner und die Tradition Dr. Heger, Sie zitieren wieder aus dem politischen Kontext und halten das für
eine religiöse Botschaft. Es trifft zu, Kardinal Höffner nannte einmal das Jahr 1968 gravierender als
1933. Er löste damit große Tumulte aus. Aber den dogmatischen Traditionsbruch zu vollziehen, das gelang
erst, unter Ausnutzung des 1968er Kulturbruchs (!), jenem Rebellen von Ec^one. Es ist m.E. der einzige
Traditionsbruch, der zugleich das Gegenteil behauptet. Unausdenkbar.
Argumentativ kommt man nicht weiter, weil der von kreuz.netz gelehrte Kastechismus nur der Repressionssteigerung
zur Erzwingung einer inneren Arkandisziplin der Sekte dient. Das ist vom Evangelium so weit weg wie die
Gebeine Mussolinis von den Heiligen Drei Königen.
Die Jungs von kreuz.net haben NUR ein Thema, „NOM“ (als Instrument der Spaltung missbraucht). Der Rest
ist Garnitur. Denn wenn schon das Kreuz Christi, nach an Lefbvre ergangenen Privatoffenbarungen, antiliberal,
antikökumenisch und antikommunistisch war, dann muss man sich „kreuzweise“ positionieren. EIGENTLICH
geht es denen nur um ihre Zaubersprüche. Und wer „richtig“ denkt, darf auch mit doppelter Freude sündigen.
Denn um Glaube, Hoffnung, Liebe geht es denen zuletzt.
K wie Katja Leider gingen bei Ihnen die Kursivsetzungen etwas durcheinander. Ich halte überhaupt gar
nichts von Diskussionen darum, wie sich „die Kirche“ am besten „positioniert“. Suchet zuerst das Reich
Gottes! Es muss doch überraschen, welche Anziehungskraft solche spirituellen Bewegungen gewonnen haben,
die Glaubenstradition und kulturelle Modernität zu verbinden verstanden. Der Integralismus a la Lefebvre
wäre, gemessen an dem wahnwitzigen Anspruch („Tradition“), nur eine Lachnummer, wären dort nicht Seelen
in Gefahr.
Es geht um den Gottesbegriff: Der Ausdruck „Faschismus“ für das, was von der Zivilisation übrigbleibt,
wenn orientalischer Nihilismus und westlicher Aktivismus zusammengehen („Bekenntnisse eines Taoisten an
der Wall Street“) ist sicherlich verzichtbar. Mir ist auch lieber, die Begriff auf Italien 1922-1943 einzugrenzen.
Aber gerade die Erfahrungen in Italien haben den Katholizismus dazu gezwungen, der tiotalitären Versuchung
zu entgehen. Das hier so oft angegiftete Konzil samt Ökumene und Dialog ist eine Tat zur „Ehrenrettung“
Gottes, der der je Größere ist; Gott zur höchsten „Rechtsquelle“ zu degradieren ist (außerhalb der
Reichweite des Islam) pure Blasphemie. Und mir scheint: Das hat uns Fatima noch (nach 1989) zu sagen.
Wir sind anti, sagte Exz. Lefebvre am 8. 12. 1987, weil das Kreuz Christi anti ist: Antiliberal, Antiökumenisch,
Antikommunistisch. Antikommunistisch sogar dann noch, wenn es keinen Kommunismus mehr gibt? Dem Herren
ein achtes Wort am Kreuz in den Mund zu legen konnte sich der Alt-Erzbischof-Bischof dann wohl noch gerade
verkneifen: „Wir sind AntiNOM!“
In der Ordnung der Gnade ist der Pflichtzölibat eine (wenn auch nicht göttlichen Rechts) eine kirchliche
Großtat zur Ehre der Eucharistie. Es ist eine schwere Anforderung, wird aber mehr und mehr –- in Zeiten
allgemeiner Herrschaft des philosophischen Naturalismus –- zum Rettungsanker für die Identität der Kirche.
Denn es gibt kaum ein glaubwürdigeres Zeugnis, wenn glaubwürdig gelebt, als diesen Verzicht. Vgl. Enzyklika
sacerdotalis caelibatus, Paul VI.
Wetten dass? Hätte ich eine „Pornosammlung“ würde ich sie darauf verwetten, dass die Schwulenquote unter
„Tradi“ Priestern mindestens doppelt so hoch ist wie bei den NOMalos. So einen süßen Piusbruder ‘rumkriegen?
Ist doch sicher ein Pluspunkt in der Szene??
Angesichts der Krise der Ehe lautet die redliche Frage nicht: „verheiratete Priester“, sondern sexuelle
Freizügigkeit für Priester. Da die Zivilehe alsd Ideal ausgedient hat, ist eine christliche Ehe mindestens
so „heroisch“ wie der Zölibat. Wer die Abschaffung des Pflichtzölibats fordert, hat eigentlich die restlose
Einfügung des Klerus ins System vor Augen, Kirche als Beamtenapparat und Faktor des gesellschaftlichen
Lebens neben vielen anderen. „Seelen gewinnen“ würde man so nicht (und will man auch nicht, solange die
Gehälter gewährleistet sind). Scheinantworten auf Scheinprobleme? Nützen nicht.
Bischofsheim Tatsächlich haben die Gläubigen einen Anspruch darauf, dass die Liturgie strikt nach der
Messordnung gefeiert wird. Die sinkende Zahl der Priester gibt freilich ein „Repressionspotential“ her,
so dass jeder für sich Papst spielt. Das kann den Betern nicht gefallen. Und viele der vom Etat diktierten
Strukturreformen bringen doch im Effekt nur wieder eine Steigerung des bürokratischen Übergewichts im
dt. Katholizismus. Zwar nicht Rom gehorchen, aber für die eigenen Kreationen dann Unterwerfung verlangen.
Die „Machtfrage“ wird lange noch nicht gründlich genug beleuchtet. Gegen den pouvoir temporel der Hierarchie
leisten die Beter legitimen Widerstand, auch wenn er noch so indirekt daherkommt.
Traditionsbruch war nicht das Konzil, sondern die Neugründung Lefebvres im Namen der „Tradition“. Das
war eine unerhörte Innovation. Unter Behauptung des Gegenteils, selbstredend.
Un siecle, une vie Viel interessanter ist, was Jean Guitton in seinem Lebensbericht von 1988 (!) über
seine letzte Begegnung mit Lefebvre schrieb. Das Wiedererleben der alten Messe rührte den alten Philosophen,
die Texte kannte er alle aus seiner Jugend! Aber in der Sache selbst, die Bischofsweihen betreffend, wich
der greise Erzbischof in Zynismus aus. Guitton solle bei der Reise nach Hause lieber auf seine Gesundheit
achten und nicht in den Straßengraben fahren, um durch diesen „Unfall“ ein Zeichen des Himmels zu simulieren.
Lefebvre fragte also nicht mehr danach, ob der Himmel will, was er vorhatte. Er hätte nur noch auf ein
„Wunder“ hin von seinem Plan abgelassen. An WEN oder WAS glaubte Lefebvre?? Das ist hier die Frage.
Tat und Wahrheit Losgelöst von Rom einen ahistorischen Integralismus zu vertreten, lb. Dr. Heger, ist
ein Problem, das sich nicht an Zahlen festmachen lässt. Dennoch sollte man sehen, dass mehr als 99,8 %
aller Katholiken keine doktrinären Schwierigkeiten mit der neuen Messordnung haben. Ungehorsam vieler
der rd. 450.000 Priester ist ein Problen, aber das Problem der 450 „antinomischen“ Druiden ist, dass man
–- unter Behauptung des Gegenteils –- eben als Gläubiger nicht sicher sein kan, was die da feiern. Es
sieht traditionell katholisch aus. Aber was ist drin in dem Paket?? Da liegt doch der Konflikt.
Popetown Avignon Das Sodalitium Pianum unter U. Begnini wurde zwar von Papst Pius X. gefördert, hatte
aber nie mehr als 5o Mitglieder. Namensgeber war übrigens Pius V., nicht Pius X. Diese „Verbindung“ erreichte
nie die „Gefährlichkeit“, die ihr Kryptomodernisten nachsagen. Die Kommunikation zwischen uns, Athansius,
ist wohl kaum möglich, WEIL sie „Integralist“ sind UND NICHT erkennen, dass das auch eine Differenz zur
Offenbarung impliziert. Es reicht nicht, Naturalist zu sein, der „natürlichen Autorität“ (Monarchie,
Kommunismus etc.) aber eine „übernatürliche“ Qualifikation zuzusprechen. Zur REligion gelangt man erst,
wenn man über diese Limitatiio Christi („Christkönig“ = Louis XVI.??) hinwegkommt. Oder auf außerliturgischen
Gebiet: Der Kreationismus ist ebenso Naturalismus wie der Evolutionismus. Lesen Sie „Humani generis“ nochmal
in aller Ruhe und mit Bedacht. Ad MAIOREM Dei gloriam…
Selbstverständlich, Justus, angemessene Formen! Mir ging es nur darum, darauf aufmerksam zu machen, dass
dem Klerikalismus („Entmündigung der Gläubigen“) noch lange nicht abgeschworen hat, wer sich nur modern
gewandet, aber das Niveau der Beter arrogant „herunterdefiniert“, als ob sie eine selbstreferenzielle
Dramaturgie wollen würden! Was vorkonziliar schon zu selbstreferenziell war, das brach 1965 zur Vollblüte
durch. Die Gegenbewegung heißt „opus Dei“ (mit kleinem o:) Liturgie als „Gotteswerk“, dem alle in Ehrfurcht
dienen.
Sachlichkeit = Materialismus? „Bundesrecht bricht Landesrecht“, steht irgendwo im Grundgesetz. Und so
ähnlich denken Sie sich die Übernatur. Eine höhere Rechtsordnung, die niedrigere Ordnungen „bricht“.
Das ist Ihre Religion, aber nicht der Glaube Petri: „Du, Herr, hast Worte des ewigen Lebens.“ Unser Konflikt
berührt also das Credo als Ganzes! Kein Wunder, denn aus dem katholischen Glauben kann man kein Stück
herausbrechen (auch nicht Vatikanum I), ohne das ganze Bekenntnis zu gefährden (so Benedikt XV., 1914).
War das auch ein „Modernist“?
und die Sünde wider den Heiligen Geist Nicht nur von der liturgischen Seite, auch von der caritativen
Seite ist nachweisbar, dass die Tradi ein „Eigenleben“ außerhalb der Kirche führen. Ihre Selbstgerechtigkeit
will nur Störfaktor sein.
Die liturgische Krise ist älter als die liturgische Bewegung. Die Liturgiereform wollte Antwort auf eine
Krise sein, deren Ausmaß man vor 1962 nicht taxieren konnte. Das vordergründig noch aufrechterhaltene
Gehorsamkeitsprinzip im Klerus hat viele Risse bemäntelt, kaschiert. Das Konzil hat die Gesamtkrise eher
abgekürzt. Die eigentliche liturgische Bewegung beginnt erst jetzt; und mit Sinn für Ihren Geist kann
auch das „Augenblicksprodukt“ würdig gefeiert werden. Ob ein Priester dem Klerikalismus huldigt, das
entscheidet sich nicht an Worten und Paramenten, sondern an seiner inneren Disposition. Aber jede Kirche
muss mit den Leuten arbeiten, die sich ihr zur Verfügung stellen. Andere gibts nicht.
Der Integralismus ist als ganzes der Wurzel des philosophischen Naturalismus entsprungen. Ob er sich,
wie es meist anzutreffen war, mit dem Faschismus identifiziert („Machtpolitiker“) oder mit „linker“ politischer
Theologie ist zweitrangig. Im Kern handelt es sich, ins Antimoderne gewendet, um dieselbe Leugnung des
übernatürlichen Charakters der Kirche. Lefebvre et al. konnten ihre „Feinde“ deshalb nur an politischen
Reizworten erkennen, denn für das eigentliche Mysterium fidei sind diese Leute fast ebenso taub wie es
Döllinger oder Loisy waren. Sie hängen zwar der Ästhetik der „Alten Messe“ nach, nicht ihrer Sendung.
„Ite, missa est!“
Roncalli. Ein Verführer? The man who seduced 4 billion human beings?? Ja. Ihnen fehlt der Glaube. Das
ist ein wahres Wort. Ich versuche es nochmals mit einer anderen Argumentation: Auch wer eine Position
ablehnt, übernimmt gelegentlich Implikationen der Gegenseite. Dieser Irrtum ist Exz. Lefebvre unterlaufen.
(Er war aber nicht der einzige.) Halten wir uns nicht bei Äußerlichkeiten auf, sondern bei der Frage:
Wie kommt jemand dazu, eine Neue Messordnung für häretisch zu halten? Das setzt voraus, dass Textänderungen
das Geschehen „vernichten“ können. Eine im Text „abgeschwächte“ Theologie schwächt auch die Realpräsenz?
Das verrät aber, so skurril es klingt, eine NATURALISTISCHE Auffassung von Übernatur. Der Integralist
glaubt nicht, dass Christus handelt, sondern er glaubt, dass der Priester handelt (und fügt dem eine
Qualifikation hinzu eines „als ob“ Handelns Christi). Wer den NOM verwirft, verwirft also die Realpräsenz
unter Aufrechterhaltung eines „Präsenzglaubens“ (als Vorstellung, nicht als Akt). Der integralistische
Priester ist Simulant Christi, Darsteller. Die Auffassung von der Zelebration als einer Als-Ob-Darstellung
war aber offenkundig vor dem Konzil schon so weit verbreitet, dass 5/6 oder 7/8 des Klerus in Mitteleuropas
diese als Legitimation hernahmen, um ihre bisher heimlichen Zweifel offiziell als Neue Lehre zu feiern.
Aber ein Integralist ist auch dann Naturalist, wenn er „rosa“ Paramente vorzieht statt anthrazitfarbenen.
Ideologie der Diskontinuität Ihr Lieben, die Euch so verhasste „Linke“ hat das Konzil als Bruch interpretiert
und die letzten Heuler des Integralismus haben das Stichwort dankbar aufgegriffen. Worin bestand also
das Verbrechen des Papstes Johannes?? Er war kein Politiker! Er war ein „Zelant“, wie Sarto auch. Seine
wichtigsten Enzykliken beziehen sich zwar auf die kath. Soziallehre, aber in welcher Absicht? Um die Lehre
der Kirche aus dem Sumpf tagespolitischer Verstrickung herauszuheben und heller, für alle sichtbar erstrahlen
zu lassen. Das hat „Lumen Gentium“ umgesetzt. Das Wichtigste an „Gaudium et spes“ ist, dass die weltlichen
Dinge darin getrennt von Lumen Gentium und Dei Verbum verhandelt werden. „Der Tiber ist breiter geworden“
(zwischen Vatikan und Quirinal). Das war conditio sine qua non der Neugerwinnung einer Autorität des
Evangeliums für die gesamten Kinder Gottes.
Es ist nicht meine Aufgabe einem Papst das Fürchten beizubringen, auch nicht Ihre –- und auch nicht die
Aufgabe eines Erzbischofs. Die „Modernisten“ wurden von Pius X. mit Recht bekämpft. Sein Sieg war vollständig.
Fast niemand vertritt heute die Sätze aus „Lamentabili“. (Fast niemand die Sätze, die der Syllabus verurteilte.)
Man muss neue Probleme auch neu benennen. Das leistet das Magisterium, nicht das Internet. Wer behauptet,
dass jedwede Abweichung in der Darstellungsweise der katholischen Lehre schon „Modernismus“ ist (Mallerais
versucht es bei B XVI), setzt sich doch selbst dem Verdacht aus, nur noch einen Mythos zu lehren. Denn
der muss „korrekt“ überliefert werden, weil nicht das Faktum Christi für seine Wahrheit eintritt. Ich
verteidige das Kreuz, nicht das Symbol des Kreuzes.
Kardinal Scheffczyk sagte einmal (sinngemäß): Wir wissen letztlich nicht genau, warum Christus es so
bestimmt hat, wir wissen aber, dass er es so bestimmt hat. Ich versuche, diese Realität als mystisches
Faktum vorzustellen, so wie auch andere Gehemnisse des Glaubens zugleich Fakten sind. Es ist so und nicht
bloß „ausgedacht“ oder „dargestellt“.
Ihr Bekenntnis zu Avignon? Zum Glück müssen wir die Kirche nicht „machen“; die Reichweite selbst pontifikaler
Politik ist gar nicht so weit. Kein Papst kann das Beten der Menschen abschaffen, kein Konzil kann den
atheistischen Humanismus „erzeugen“. Auch hierzu hat Paul VI. alles Notwendige gesagt. Ihr Dr. Otterbeck
Die Offene Kirche ist auch nur ein esoterischer Mythos. Vom „historischen Jesus“ hin bis zur Verunglimpfung
des NOM als „Häresie“, von Dan Brown bis Leonardo Boff zeichnet sich doch als Konflikt hinter den Konflikten
ab, dass „Le Surnaturel“ (de Lubac) nicht mehr geglaubt wird, wohl aber die Mythen der Bibelkritik, der
Psychanalyse und der politischen Theologie (von Marx bis Murx).
Ja, Christus ist der Handelnde, nicht Christa. Wie gesagt: Das ist nicht meine Meinung, sondern lehramtlich
entschieden. Ich versuche doch nur, es begreiflicher zu machen, in einem neo-mythischen Zeitalter, das
mystische Fakten in esoterische Selbstbespiegelung auflöst (von weit links bis weit rechts im theol.
Spektrum). In diesem Punkt ist Rom mit Gewissheit zuverlässig. „Glauben Sie mir!“ So spricht der Herr.
Die kulturell mittlerweile irrelevanten ev. Kirchen der Schweiz unterhalten ein relinfo.ch, das sich in
gewohnter Manier an Geistlichen Gemeinschagften abarbeitet und sie in Sektennähe platziert. (Das mag
ja beim „Engelwerk“ noch angehen.) Zieht man aus diesem Syllabus der Kontradiktionen einen konträren
Schluss, dann empfiehlt das Staatskirchentum deer Schweiz offenkundig, den aktuellen kulturellen mainstream
religiös zu überhöhen. Jesus hätte demnach zu seiner Zeit empfohlen, den Kaiser Tiberius als Gott
anzubeten. Das ist von einer Walpurgisnacht bekanntlich nicht weit entfernt.
Altarkreuz Und als Minimum hat der heutige Papst 1999 in „Geist der Liturgie“ (lesen!) empfohlen, auf
dem Volksaltar ein sichtbares Kreuz zu errichten, damit die gesamte Gemeinde zum Herrn hin feiert.
Das Opfer: Kein Mythos Ginge es in der Liturgie um eine symbolische Wiedergabe eines Mythos (so heute
von liberalen Bischöfinnen gefeiert), wäre die Frauenordination möglich. Wir treten aber ein in die
Stunde Jesu. Daher ist eine strengere Repräsentanz Christi unabänderbar. Es heißt nicht „Die Leibin
Christae“.
Ohne den „Erzbischof“ wäre die Liturgiereform in ruhigere Bahnen gelangt, hätte segensreicher gewirkt
und Ausnahmen vom NOM hätte es früher und großzügiger gegeben. Quelle: Papst Paul VI., Brief an Lefebvre
vom 11.10.1976. Die strikte Disziplinierung war „Kriegsrecht“, um einen massenhaften Glaubensabfall zu
verhindern. Das fanatische Kriegsgeschrei der Märsche auf Rom 1970, 1971, 1973 hat doch erst die (zu
krasse) Quasi-„Exkommunikation“ der Alten Messe erzwungen. Sicherlich nicht In Nomine Domini.
Hallo Aurelius, weil ja der Name jetzt auf der Webseite außen rechts angezeigt wird, bin ich im Zweifel,
ob ich nicht doch besser unter neuem Lesernamen schreibe. Pius X. hatte meines Wissens keinen akad. Titel
erlangt. Bei B. XV. weiß ich im Moment nicht, ob er zwei Doktorhüte hatte. Bei den früheren Päpsten
ist etwas unklar, ob der jeweilige Abschluss der Studien einem heutigen Doktorat entspricht. Pius VII.
hatte, wenn mich nicht alles täuscht, zeitweilig eine Professur inne. Mit besten Grüßen Dr. Otterbeck
C.J. Burckhardt: Eine sehr relevante Stellungnahme, zweifellos: Wo ist die Quelle dazu? Sie unterlassen
aber wieder die Bezugnahme auf den Lauf der Welt. Unter so großer Gefahr (vgl. Fatima!) mussten Zeichen
gesetzt werden. Traditionalismus kann sich nur leisten, wenn sich andere glöeichzteitig um den Fortbestand
der Zivilsation und der Kirche in ihr kümmern. Die Roncalli’sche Unterscheidung zwischen dem unveränderlichen
Glaubensgut und seiner veränderlichen Ausdrucksweise ist nur für den schleierhaft, der das Vertrauen
in das vitale Lehramt der Kirche verloren hat. Dieser Vertrauensverlust ist das gemeinsame Kennzeichen
von Modernismus und Integralismus.
Stat crux! Lieber Herr Höck, Ihre Intervention hat mir so gut gefallen, dass ich das zum neuen Lesernamen
gemacht habe. Nach einem Jahr („von Florian zu Florian“) unter Klarnamen, schreibe ich jetzt so weiter,
falls noch nötig. Ihr Dr. Otterbeck