Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Das ist die Welt in der wir leben. Wer aber bemerkt, wie eine junge Türkin ihr Leben wegwirft in Drogen
und „McSex“, und anteilnimmt, der ist dann selber „kriminell“.
#64 stat crux 10:48:55 | Samstag, 6. Dezember 2008
Statistik Richtig ist: Die Überklerikalisierung der SSPX im Vergleich zur Kirche ist etwa 10-fach (hier
1:3000). Aber das gilt nur, wenn die Reichweite eines „Lefebvre-Popen“ überhaupt 300 Katholiken beträgt.
Wahrscheinlich ist es nur die Hälfte. Ein Offizierskorps nahezu ohne Mannschaften! Ecône’sche „Sakraldörfer“
sind nunmal vor allem eine virtuell-esoterische „Realpräsenz“, eine Drohkulisse aus antirömischem Affekt.
Ob ‘Freikirche’ oder nicht das entscheidet sich übrigens am konkreten Amtsgehorsam; und der ist sogar
bei Anglikanern und Lutheranern noch konsequenter als bei der „Miliz für die Todesstrafe“.
#2 stat crux 22:56:32 | Dienstag, 2. Dezember 2008
Humanae vitae „Die“ Enzyklika ist alles andere als ein Schlag ins Wasser. Siehe: kathpedia, Humanae vitae.
Sie wird sich durchsetzen. Nicht im Sinne von „ausnahmslos befolgt“ (hat die Christenheit je aufgehört
zu lügen, zu zürnen, zu gieren?); aber die Öffentlichkeit wird im 21. Jh. einsehen, dass Liebe und
Leben zusammengehören und dass das tatsächlich nur funktioniert, wenn man den einzelnen ehelichen Akt
beurteilt und nicht auf Fehlkonstruktionen ausweicht; so sprechen längst die Fakten (fallende Geburtenrate,
Überalterung etc.).
#12 stat crux 19:04:49 | Dienstag, 4. November 2008
Überholspur? Kriechspur. Die SSPX ist quantitativ so unbedeutend, dass deren „Megawallfahrt“ niemanden
stört. Und da das einzige doktrinäre Problem, das von dort „real“ aufgeworfen wurde (nämlich ob man
einen etablierten Ritus kirchenamtlich verbieten konnte/wollte/verboten hat) der Entspannung entgegeneilt,
wird diese kranke und immer kränkere „Bruderschaft“ von nun an nur noch: immer unwichtiger… Allem Gezeter
zum Trotz: Sie ist halt doch nur eine pseudo-tridentinische Freikirche, reserviert für besonders narzißtische
Gemüter.
#31 stat crux 18:49:24 | Sonntag, 30. Dezember 2007
Notlösung? Wenn der Möchtegern-Anti-Augstein Horst zuschlägt… Reinhard Marx auch nur von weitem als
„Notlösung“ zu bezeichnen ist lächerlich. Hatte Exzellenz Horst im Geiste schon ein anderes Personaltableau
zusammengebastelt??
#43 stat crux 14:40:35 | Samstag, 29. Dezember 2007
@Rudolfus Schluss mit dem Stuss. Es gibt zwar unwiderrufliche Definitionen der Päpste aber keine unwiderrufliche
Gesetzgebung. Die Aussageabsicht von „Quo primum“ war die Zentralisierung der Liturgie, nicht der Text
des Messbuchs im Detail. Insofern FOLGT auch Paul VI. 1970 dem 1570 eingeschlagenen Weg.
#84 stat crux 14:47:14 | Sonntag, 23. Dezember 2007
@Benedikt Die bleibende Bedeutung von Quo primum liegt eben im Zentralisierungsakt bezüglich der Liturgie;
und AUF DIESER LINIE hat Paul VI. 1970, immerhin mit einem Konzil „im Rücken“ wie Pius V., den usus modernusdes
Missale Romanum in Kraft gesetzt.
#8 stat crux 14:43:08 | Sonntag, 23. Dezember 2007
„il fumo di Satana“ Auch wenn die hardliner von Kreuz.net vielleicht Weihnachten nur als die künftig
wegfallende Ermächtigungsgrundlage zum Erlass des Missale Romanum von 1570 feiern: Frohes Fest!
#55 stat crux 15:36:46 | Freitag, 21. Dezember 2007
Richtig! Papst Paul VI. war alles andere als ein Feind der alten Messe. Er sah es aber als notwendig an,
zur neueren Form überzugehen, um das Sakrament überhaupt zu retten, gefährdet durch Ritualisten und
„Bilderstürmer“ gleichermaßen. Die von den Tradi beweinte Härte in der Durchsetzung der Liturgiereform
wurde von Lefebvre und anderen geradezu erzwungen! Diese waren es, die das Konzil treffen wollten, indem
sie die „alte Messe“ zweckentfremdeten. Aber sie haben deren Bedeutung im Volk maßlos überschätzt.
Daher gibt es auch heute nur ca. 0,0015% der Katholiken, die „NOM“ ablehnen. Der Feind der alten Messe
heißt Lefebvre, da er sie in ein neopaganes, antimodernistisches Ritual umwandelte; aus überwiegend
„politischen“ Motiven, übrigens.
#8 stat crux 15:29:06 | Freitag, 21. Dezember 2007
Je freier, desto uninteressanter… Die aufgescheuchten Simpelkleriker kännten sich doch ganz entspannt
zurücklehnen: Die „freigegebene“ alte Messe taugt nicht mehr als Kampftrompete gegen das Konzil. Sie
wird ein friedliches Schattendasein fristen, mehr nicht. Zum Verdruß der so gen. „Traditionsverbundenen“…
#51 stat crux 17:15:57 | Donnerstag, 20. Dezember 2007
„Quo primum“ Papst Paul VI. hat mit der Ap.Konstutution „Missale Romanum“ vom 3. April 1969 tatsächlich
NICHT „Quo primum“ aufgehoben, sondern alle Bestimmungen, die dem Inkrafttreten der Messreform entgegenstehen.
Das ist was anderes; spitzfindig, aber wahr: Keine ABSCHAFFUNG der alten Messe, aber INKRAFTTRETEN des
neuen Messbuchs.
#20 stat crux 23:54:44 | Dienstag, 18. Dezember 2007
@Gotthard Den Artikel in den IK-Nachrichtan habe ich selbst gelesen. Er ist armselig. Und wird hier überdies
noch entstellt widergegeben. So gewinnt die „alte Messe“ keine Freunde. Im Gegenteil.
#62 stat crux 18:22:45 | Freitag, 14. Dezember 2007
Bravo, Marini! Es wird höchste Zeit, dass der von kranken Elementen betriebene Rufmord an Bugnini (dem
man nicht in allem beipflichten muss!!) endlich mal korrigiert wird. Die Liturgiereform ist in den wesentlichen,
tragenden Perspektiven, von Konzil, Päpsten und Experten gestützt und achtet die Tradition (cfr. Prooemium
zur institutio generalis missalis romani); auch das m.p. vom 7.7.07 bietet überhaupt gar keine Handhabe
zur Bekämpfung der „neuen Messe“. Im Gegenteil: Der ritualistischen Umdeutung des Messopfers in pagane
Magie wird definitiv und mit Aussicht auf Erfolg entgegengewirkt, indem päpstlicherseits usus alt und
usus neu als legitime Ausprägungen derselben römischen Liturgie versöhnt werden. Roma locuta, causa
finita.
#4 stat crux 18:12:59 | Freitag, 14. Dezember 2007
@Rudolfus Da gab es doch die hysterische pseudo-„tridentinische“ Sportpalast-Massenmesse von Lefebvre
im August 1976 in Lille. Predigtthema: Die ruhmreiche Militärdiktatur in Argentinien! Und draußen vor
dem dem Sportpalast verteilte die „action francaise“ ihre Pamphlete gegen Juden und Demokraten. „Deo gratias…“
???
#1 stat crux 12:57:05 | Freitag, 14. Dezember 2007
Richtig. Die Sekte deutsche Theologieprofessoren führt immer noch Krieg gegen Ratzinger und wird den
„Modernismusstreit“ auch dann noch als ihr Zentralgestirn anbeten, wenn nur noch 0,01% der Studierenden
sich Theologen schimpfen lassen. Diese Zunft betreibt seit 1965 ihre nachhaltige Selbstvernichtung. Auch
ein Beitrag zum Klimagipfel!
#140 stat crux 12:50:56 | Freitag, 14. Dezember 2007
@Rudolfus Zugegeben. Diesmal war es etwas wirr. Sinngemäß meinte ich: Man muss Pascendi im Lichte des
Konzils lesen, nicht das Konzil im Lichte von Pascendi. Soweit der Modernismus nur alte Häresien in neuer
Sprache „versammelte“, bleibt er im Kern „verurteilt“. Aber das ist lange nicht das wirkliche Problem
der Kirche der Gegenwart. Wirklich problematisch sind nicht „olle Kamellen“ im neuen Gewand, sondern „neue
Kamellen im ollen Gewand“; der lefebvresche Traditionsbegriff nämlich ist eine verwerfliche Innovation
(!), keine Tradition! Diesen Irrsinn konnte sich kein Christ ausdenken; „il fumo di Satana…“ (29.06.1972).
#62 stat crux 12:44:42 | Freitag, 14. Dezember 2007
Klares Ja! Wenn sich der beknackte Ritualistenstreit erstmal beruhigt hat, werden die altrituellen Priester
allmählich dazu kommen, hin und wieder auch MR 1970 zu zelebrieren („aushilfsweise“), aber freilich nur
in der Lateinischen Fassung.
#122 stat crux 10:49:34 | Donnerstag, 13. Dezember 2007
Schluss mit dem Stuss, Rudolfus! Was Sie so alles unter „Modernismus“ packen, das ist doch nur das Sammelsurium
ältester Irrlehren, Ebioniten, Doketisten, Marcioniten, Pelagianer etc. Die einzige nach „Pascendi“ noch
als NEUE Häresie mögliche ist der Antimodernismus (vgl. Paul VI. an Lefebvre am 11.10.1976).
#80 stat crux 11:30:01 | Mittwoch, 12. Dezember 2007
Unfassbar! Hier bricht Jubel aus, weil ein bestimmter Bischof im Krankenhaus liegt!! Fettsucht ist noch
lange kein Grund, jemandem die Hölle zu wünschen.
#119 stat crux 19:18:53 | Mittwoch, 31. Oktober 2007
Wahrheit als Dichtung Wie es „Pünktchen“ vorgemacht hat, als man „es“ Iris Raddatz nannte, ist es durchaus
eine schlaue Verteidigung, eine Enthüllung einfach stehen zu lassen; oder sogar: zu verbreiten! Schlau
wie Mosebach, der Agent des Ritualismus.
#4 stat crux 10:24:09 | Mittwoch, 26. September 2007
„J’accuse…“ Solange das motu proprio fälschlich als Schlag gegen das Konzil hergenommen wird, wie von
bestimmten Kreisen (links wie rechts, wieder mal) verbreitet wird, müssen die Bfe. vorsichtig sein. „En
apparence, le differend porte sur uns subtilité. Mais cette messe dite de Saint Pie V., comme on le voit
à Ecône, devient le symbole de la condamnation du Concile. Or, je n’accepterai en aucune circonstance
que l’on condamne le Concile par un symbole.“ Papst Paul VI. zu Guitton am 8. Sept. 1976
#75 stat crux 10:00:20 | Montag, 24. September 2007
@„Sozi“ Die „Messbuch-Mormonen“ werden es nie begreifen: Man kann eine „römische Messe“ nur mit und unter
dem Papst und den Bischöfen feiern; anders feiert man was anderes, ein Ritual ohne Liebe.
#24 stat crux 19:36:03 | Mittwoch, 12. September 2007
„Hauptsache: Diktatur!“ Interessant, interessant, dass kreuz.net, wenn auch verhalten, jetzt sogar Partei
ergreift für den „Befreiungstheologen“ Mugabe. Immerhin: ein Diktator!
#6 stat crux 11:47:09 | Samstag, 1. September 2007
P.S.: Jeder maßt sich heute zu jedem Kunstwerk eine Meinung an, na schön; aber gezielte Frechheiten
zu verbreiten, denen es nicht einmal um die Kunst geht, das ist auch heute KEIN Apostolat, sondern lasterhaft.
Gegen Gerhard Richter ist sicher auch der kalte Neid im Spiel, der Zorn, der Überdruss. „So einer“ in
„unserm“ Dom?? Aber: Gottlob, ja!! Wer im Angesicht dieses Fensters über das 20. Jh. nachdenkt, dem kommen
so manche Gedanken…
@Benedikt Der Kalender des Marini-Büros für 2007 endet auf www.vatican.va tatsächlich im September
und wurde zuletzt am 19. Juli aktualisiert. Schon möglich, dass der Rücktritt des Zeremonienmeisters
intern schon bekannt ist. Mosebach ist ein Fanatiker, an dessen Redlichkeit ich zweifle: „kirchlich“ besetzt
er nur dieses eine Thema, überdies unter bewusster Ausblendung wichtiger Fakten. Spaemann wirkt auf mich
seriös, kann aber nicht leugnen, in dieser Frage gleichfalls parteiisch zu empfinden. Das heißt aber
noch lange nicht, dass in der Liturgie wirklich Historiker und Liturgiker oder Journalisten das letzte
Wort haben sollen. Die Bibel ist ja auch nicht Domäne der Exegeten. (Und selbst Bahners keine Offenbarungsquelle.)
Papst Benedikt wird’s schon hinkriegen, wenn ihm noch Zeit bleibt; und es seine bereits bewährte Direktkommunikation
mit dem frommen Volk „überspielen“ kann, dass die den bunten 1970er Jahren verhafteten Mittelinstanzen
deutscher Zunge den pastoralen Erfolg hierzulande verderben. Quicumque vult salvus esse…
#16 stat crux 11:46:38 | Mittwoch, 22. August 2007
Erstaunlich! Dre Redaktion zitiert zum wiederholten Male „witzige“ Wortverhedderungen des „Prälaten“
(Propstes) an St. Afra. Gab’s da Krach zwischen k.n und IPN –- oder ist das ein Anflug von Humor?
#530 stat crux 11:40:18 | Mittwoch, 22. August 2007
Unerhört! Bislang hat der Staat des Grundgesetzes in Deutschland den Frieden, die Freiheit und soziale
Sicherheit gewährleistet. Das kann man von den Systemen, die 1914 bzw. 1938 das „gute“ Volk in Kriege
führten, keineswegs behaupten.
Ha, Ha, Hatschi! Rudolf Heinrich Himmelwärts: Ein feste Burg ist Dir Dein Gott? Na dann Prost! Die „Funktion“
kann auch ein kühler Klarer aus dem Norden erfüllen.
Schon schlau! Wenn dann mit Papst Benedikt alle aus den Ferien zurückkommen, interessiert sich „keine
Sau“ mehr für die alte Messe (weil freigegeben!). Und kreuz.net hat dann dann ein Topthema weniger. Bleibt
noch: Hass auf Juden, Hass auf Demokraten, Hass auf Bischöfe. Die „alte Messe“ ist aus diesem Schussfeld
aber „raus“. Ihr zur Ehre. Deo gratias.
@Pünktchen Letztmalig hierzu. Vielleicht ist B.B. am Arbeitsplatz ja fleißig, ehrlich und pünktlich.
Vielleicht richtet sie weniger Schaden an als „Kika“ (der Kinderkanal der Öffentlich-Rechtlichen). Wir
wissen es nicht. Immerhin scheint es so, dass sie sich hier namentlich zu erkennen gibt. Dass die Katechese
(ihre Reste) aus „unserer“ Sicht weithin verseucht sind, das kann nicht mit einem „Einzelangriff“ wettgemacht
werden; und ich bin nicht das Lehr- oder Leitungsamt. Gott sei Dank.
@Pünktchen Sie kennen doch sicher die Anekdote aus Würzburg: Als Heinrich Flatten SVD den großen Karl
Rahner zur Rede stellte. Rahner meinte „Jesus ist Gott“ könne man „heute so nicht mehr sagen“. (Das Papstbuch
über Jesus „beweist“ das Gegenteil und wurde 450.000 mal gekauft (dt.).) Ich halte B.B. etc. für nur
eingeschränkt schuldfähig hinsichtlich des pastoralen „Wahnsinns“, weil die Problemlage eben nicht „so
einfach“ auflösbar ist. Als könne das bloße Abnicken von Formeln ein Verstehen ersetzen! Wer lehrt
denn so, dass verstanden wird? Ärgerlich sind aber, da gebe ich Ihnen sogar Recht, nicht die persönlichen
Kapazitätsgrenzen (die wir alle haben), sondern das völlig deplatzierte Sendungsbewusstsein, mit dem
manche „Theologen“ meinen, heute noch Kalauer von vor 1768 (Reimarus) oder vor 1907 (Loisy) aufgewärmt
feilbieten zu müssen. Nichts ist älter als die Zeitung von gestern. Beneiden sollten wir die Gehaltsempfänger
aber nicht, die null berufliche Alternativen haben und, „dogmatisch“ völlig schief gewickelt, es in einer
Umgebung aushalten müssen, die sie als immer feindseliger empfinden, weil die „rückständige“ Frömmigkeit
nunmal nicht totzukriegen ist. Solcherart „Frust“ sucht sich halt ein Ventil, Tierschutz, „reale Utopie“,
Fettsucht, Esoterik etc.
@Pünktchen Auf diese Weise geben Sie mir nochmal Gelegenheit, darauf hinzuweisen, dass schon Jean Guitton
(wiewohl sehr konservativ und Freund der „alten Messe“) im Juni 1988 persönlich Lefebvre damit konfrontierte,
er und seine Bewegung seien die eigentlichen Nutznießer der von ihnen bekämpften „liberté religieuse“;
was sagt man dazu? Das gilt wohl auch für kreuz.net. (Cfr. Un siècle, une vie; Paris 1988, S. 394 ff.)
@Pünktchen Na gut: „sowas“ wünscht man sich für gar keine Katechese. Aber „wo“ anfangen? Diese Generation
„Pastoralreferent“ ist doch (Stichwort: Wü. Synode) bewusst in die Irre geführt worden. Man hat da (meine
ich) „durchblicken“ lassen, Laienpredigt, Laienkrankensalbung, Diakonat der Frau etc. sei in absehbarer
Zeit „drin“. Dann aber kam 1978 Papst Wojtyla und alles blieb beim Stand Paul VI. (und bleibt weiter so).
Dass jetzt massenhaft diese (Unter-) Beschäftigten die Haushalte der dt. Diözesen aufzehren ist doch
fast eine „gerechte Strafe“ für die bewusste Fahrlässigkeit der 1970er Jahre. Trotzdem: Tausend doktrinäre
Schwierigkeiten sind noch kein Zweifel und nicht jeder Zweifel ist eine Leugnung. Aber gut. Wenn Gott
nicht mehr mein Richter ist, sondern „mein gutes Gefühl“, dann ist Leugnung eben bloß „Meinung“. Mir
fällt allerdings nicht ein einziger Katechet ein, der B.B. etc. „Bescheid sagen“ könnte. Muss der Papst
jetzt alles alleine machen? Dann wünschen wir ihm noch 100 Leben!
@Pünktchen Immerhin scheint auf kreuz.net Konsens darüber zu bestehen, dass „Pater“ Lingen gern ein
„angstmachendes Instrument“ wäre, aber wohl doch nur eine arme Seele ist.
@Leblhuber Wohl jeder, der überhaupt bei kreuz.net mitmischt, kann eine persönliche Problematik nicht
ganz verleugnen. Mir sind die katastrophalen Lügen eines „Erzbischofs“ (ohne Jurisdiktion) zuwider, Frigitte
B. ärgert sich über einen andern Erzbischof, „Domenico Tuttisanti“ bewährt sich unterm Erstaccount
als Privat-Inquisitor(in) usw. Wegen meiner angeblichen „Privatmeinung“ zum Holl. Katechismus (w.pedia)
kläfft mich irgendjemand aus Ulm als angeblich eifrigen Leserbriefschreiber (2-3?)der „Tagespest“ an,
andernorts bin ich „verdächtig“, weil ich gegen die 0,015 bis höchstens 0,2 % Altrituellen in (am Rande)
der Kirche die Liturgie gem. Paul VI. als „ordentliche“ verteidige. Dann giftet hier wieder jemand wegen
angeblicher „Hasstiraden“ meinerseits (dort und hier). Ich bin aber weder Hassprediger noch Höllenzunder,
sondern wahrscheinlich nur ein Idiot, der hier seine Zeit vertut. Oder ist das „Christsein“?
„Ad beatissimi Apostolorum principis“ In der Antrittsenzyklika vom 1. Nov. 1914 bekräftigte Papst Benedikt
XV., dass theologische Meinungen frei sind, bis zu einem definitiven Urteil der Kirche. Das wurde allgemein
als Erstreckung des Verbots des Modernismus auch auf den Antimodernismus (od. Integralismus) gedeutet.
„Non nova sed noviter!“ Die Problematik heute ist freilich anders (und B.B. mehr Opfer als Täterin):
Heute meint jede/r „Theologien“ frei erfinden zu dürfen. Die Modernisten von 1900 haben immerhin das
religiöse Bewusstsein der Zeit (statt des Lehramts) als normativ anerkannt. Heute kreiert kreuz.net eine
Art germanischer Pilatusreligion, B.B. eine Tierschutzreligion, Lefebvre eine pagane Mess“opfer“religion,
wikipedia die wikinquisition, die Jugend hats gern gothic usw. Dagegen hilft doch das ganze Geknatsche
nix. „Orate, fratres!“
Heger, zur Sache: Sie erst haben das von mir verwendete Wort „Denunziation“ moralisch aufgeladen. Ich
kann nach wie vor nicht erkennen, warum ein kreuz.net „Leser“ die hier (!) niedergelegten Auslassungen
„gegen“ jemanden verwenden soll. Wäre ich „im“ kirchlichen Apparat, würde ich (vielleicht) manche Irregularitäten
namhaft machen, aber auch dort jedenfalls nicht „so“, wie Sie es zum „guten Recht“ jedes Rechtsgläubigen
deklarieren. Sich beschweren bedeutet eben oft, sich (!) beschweren, statt sich zu erleichtern (büßenderweise
z.B.). @Pünktchen Schon möglich, dass Brigitte B. keine Messen mehr „besucht“, außer „selbst gestalteten“.
Aber wie gesagt: Ich kenne die Person nicht. Zu ihren Gunsten vermute ich, dass sie hier bewusst übertreibt,
um zu provozieren. Sowas hält man ja „da“ für ein gutes Werk. Denunzianten hier, Provokateure dort.
#28 stat crux 16:52:45 | Donnerstag, 16. August 2007
Heger, lesen! In jeder nur denkbaren Hinsicht sind allenfalls andere dafür zuständig, etwaige Treupflichtverletzungen
der Frau Bussmann gegenüber ihrem Arbeitgeber zu rügen. Schminken Sie sich die pseudomoraline Errötung
bitte ab!
#26 stat crux 15:33:53 | Donnerstag, 16. August 2007
P.S.: Vor fast 20 Jahren habe ich mal (ein einziges Mal) eine Art von „Beschwerdebrief“ geschrieben. Der
ironische Versuch, die krankhafte Tonart des „cattofascismo“ zu imitieren, war aber nicht ganz gelungen.
Es ist fast nie angezeigt, jemanden „anzuzeigen“ (außerhalb des Strafrechts bzw. der Sittlichkeit). Ich
werde überhaupt gar keine bösen Briefe an irgendwelche kirchlichen Autoritäten richten, niemals, nie.
Das „Parkett“ ist für außenstehende Laien viel zu glitschig. „Formlos, fristlos, fruchtlos.“
#28 stat crux 14:26:03 | Donnerstag, 16. August 2007
Nochmals: Katechismus Pius X., Nr. 161 Ein allzu kleinkrämerisch-selbstgefälliger Umgang mit dem „Heilszugang“
oder „Heilsausschluss“ steht immer auch in der Gefahr zur Sünde wider den Hl. Geist zu entarten; cfr.
Hl. Pius X., Kompendium, Nr. 161. Lesen!
#21 stat crux 14:16:09 | Donnerstag, 16. August 2007
@Pünktchen Da ich die Person nicht persönlich kenne, also kein eigenes Urteil über etwaige „Umtriebe“
habe, bitte ich um Verständnis, dass ich mich für etwaige Denunziationen nicht für zuständig halte.
Böse Briefe nach kreuz.net-Art gehen bei den Bischöfen sicherlich tonnenweise ein. Beten wir lieber!
#17 stat crux 10:56:38 | Donnerstag, 16. August 2007
@Pünktchen Man sollte Fr. Bussmann mal ein Kompendium des Katechismus von 2005 zur „Redaktion“ zusenden.
Sie würde vermutlich 2/3 bis 3/4 der Sätze darin ersatzlos streichen! Nein. Eher noch käme das Werk
postwendend zurück mit flammendem Begleitbrief, indem wider die Inquisition, Ketzerprozesse, Hexenverbrennungen
und Tierquälerei „argumentiert“ würde. Vor lauter „Engagement“ keine Zeit zum Lesen? Oder packt das
Hirn (oder das „Bauchgefühl“) einfach keine Informationszufuhr mehr? Die Parolen der Jahre nach 1768
(Sterbedatum H.S. Reimarus!) sind doch nun wirklich nicht mehr taufrisch…
#15 stat crux 09:42:01 | Donnerstag, 16. August 2007
Auweia! Brigitte… Die unbefleckte Empfängnis ist biblisch, die Trinität aber nicht?? Das mir vorliegende
Neue Testament hat ein Hauptthema: Die Beziehung Jesu zu seinem Vater, die nicht dieselbe ist wie die
Beziehung der Menschen zu Gott; „durch Christus unsern Herrn“ dürfen wir wagen zu beten: „Vater unser…“
#27 stat crux 16:33:39 | Mittwoch, 15. August 2007
@Gilbert Die Aussagen von „Ru-dollfus“ fallen möglicherweise unter Rdnr. 161 des Katechismus Pius X.
(Ausgabe Wien 1981): Sünde wider den Heiligen Geist.
#34 stat crux 16:14:20 | Mittwoch, 15. August 2007
@Monsieur Ch. Nicht ablenken! Der Katholizismus heute hat eine Reichweite von ca. 1,2-1,3 Mrd. Menschen.
Diese wäre mit „alter Messe“ weder zu „halten“ noch zu erweitern. Die Frömmigkeit (!) in Europa und
europäisch geprägten Erdteilen hat bei der übergroßen Mehrzahl der Menschen die „Leben-Jesu-Forschung“
etc. rd. 100 Jahre einigermaßen überstanden, bevor zwischen ca. 1870 und ca. 1930 der Atheismus als
Massenphänomen („sozialer Modernismus“) auftrat. Die „neue“ Messe wird sich wahrscheinlich als „Medikament“
erweisen (neben anderen), die Dauer und Intensität dieses Phänomens abkürzen bzw. abmildern wird, insofern
sie das „sacramentum caritatis“ nämlich „den Massen zugänglich“ tradiert.
#16 stat crux 15:57:13 | Mittwoch, 15. August 2007
@matt Ohne hier den „advocatus diaboli“ spieleen zu wollen: Die Problematik hat zwei Seiten. Heute sind
die Übertreibungen der Sündenlehre weniger das Problem als in anderen Zeiten. Wo überhaupt wird in
der Kirche noch von Sünde, Sühne und Buße gesprochen? Ich meine diese Frage nicht „politisch“ wie die
kreuz.netter, die aus reinem Vergnügen an der Provokation die „Konzilskirche“ als Liebeskirche denunzieren
(Wäre sie es doch!). Es ist eine schwere Aufgabe, die Botschaft des Kreuzes Christi für unsere Zeit
zu entschlüsseln, ohne zu leichtfertig über die Probleme intellektueller, spiritueller und disziplinärer
Art hinwegzuguschen.
#32 stat crux 15:46:34 | Mittwoch, 15. August 2007
@Don Camillo Die verbindliche (!) Wiedereinführung der alten Messe ist der Sache nach unmöglich, da
eine solche „Tat“ den Katholizismus auf mindestens vier von fünf Kontinenten marginalisieren würde.
Sie wäre aber auch „Verrat am Konzil“, da die Weisung eindeutig lautete: Die Messe soll vereinfacht,
die aktive Teilnahme der Gläubigen erleichtert, die Volkssprache nicht nur engherzig erlaubt, Verlorengegangenes
wieder eingefügt und Überflüssiges in Wegfall gebracht werden. Die genaue Abgrenzung oblag dem Papst,
der das Konzil zu interpretieren hatte. Im übrigen ist die „neue Messe“ mittlerweile stärker in Klerus
und Volk verankert als es die „alte“ je war. Denn Leidenschaft für das Missale Romanum war immer ein
Phänomen winziger Minoritäten, auch von 1570 bis 1970. Den meisten Katholiken und ihren Priestern genügte
es, dem Messbuch zu genügen; Beispiel? Die 8-Minuten-Messe der Stiftsherren von Mantua, gegen die ihr
Bischof (G.M. Sarto, seit 1903: Pius PP. X.) leider machtlos war…
#13 stat crux 11:01:12 | Donnerstag, 9. August 2007
@Matt Wichtiger Gedanke! Das Leben selbst bietet unmittelbar so viel „Sinn“ an, dass wohl erst ein moderner
Theologe hinzutreten muss, um da die „Kontingenzerfahrung“ zu predigen. Diese „Erfahrung“ ist äußerst
selten (eher ein geistiges Konstrukt) und außerhalb des hirnverbrannten Europa wohl auch kaum je außerhalb
von psychiatrischen Kliniken beobachtet worden. Oder überinterpretiere ich Deine Einlassung jetzt?
#50 stat crux 10:53:31 | Donnerstag, 9. August 2007
Richtig! Der von kreuz.net propagierte Pseudo-Tridentinismus funktioniert überhaupt nicht. Wäre die
„alte Messe“ bei Klerus und Volk „verwurzelt“ gewesen: Welches Konzil und welcher Papst hätte sie „abschaffen“
oder nur marginalisieren können? Die Wiederentdeckung der älteren Messgebrauchs ist ja quasi als „neue
geistliche Bewegung“ vom Papst gebilligt worden. Das ist alles andere als restaurativ.
#3 stat crux 10:44:29 | Donnerstag, 9. August 2007
@Pünktchen Warum der von kreuz.net propagierte (Pseudo-) Tridentinismus nicht funktioniert, das kann
man wieder im Detail bemerken, im Nachsatz: Bei Kirche in Not werde Th. B. Edith Stein als Märtyrerin
angerufen?? Wo denn nicht? In Econe? Bei der „Kirche“ ohne jede Not?? P.S. Das Ganzopfer der Hl. Therese
von Lisieux datiert vom 9. Juni 1895 (je m’offre comme victime d’holocauste à votre amour miséricordieux);
für „Theologen“ immer noch schwer in Begriffe zu fassen.
Jesus ist Gott. Für den Führungsanspruch „deutscher Theologie“ ist das Jesusbuch des Papstes tatsächlich
supergefährlich. Denn es wird von vielen Leuten gelesen, die in den meisten der unzähligen theologischen
„Publikationen“ (Auflage: 200?) auf Seite 3 steckenbleiben müssen, als seien es Lehrbücher höherer
Mathematik. Die Stinkbomben gegen die Glaubenskongregation zielen wahrscheinlich auf das Jesusbuch. Anders
ist die gezielte Panikmache nicht zu erklären.
Oh Wunder, oh Wunder… Man muss sich schon gewaltig anstrengen, um aus der lapidaren Antwort 5 zur Frage
5 so viel „Vorkonziliares“ herauszuquetschen. Ich halte die ganze Panikmache für inszeniert, um vom Jesusbuch
des Papstes abzulenken. Denn das lesen ev. Theologen, die Beschlüsse der eigenen Gremien lesen die schpon
lange nicht mehr.
Na gut… Theologie „oberhalb“ eines gewissen Niveaus lese ich nicht. Rahners „Grundkurs“ habe ich nie
„gepackt“ und Küng war mir immer zu selbstherrlich und geldgierig. Ich bezweifle auch, dass er, wiewohl
„peritus“, als Konzilstheologe bezeichnet werden kann. Denn in die Dokumente ist doch nix von Küng eingeflossen?
(Von Ratzinger doch wohl schon etwas…)
@Gilbert Also eignet sich Gamber gar nicht als Kronzeuge gegen die Liturgiereform? @Hegerl Lesen Sie die
Konstitution! Sie bringt gar keine Definition der Messe. Wahrscheinlich meinen Sie Nr. 7 der Institutio
Generalis Missalis Romani i.d.F. von 1969 (jetzt: Nr. 27). Diese Definition wurde wegen Dissens über
den Begriff des „Gedächtnisses“ nachgebessert, aber m.E. bereits 1970 und keineswegs heimlich.
Gamber?? Es heißt doch, Msgr. Gamber sei (alles in allem) ein ziemlicher Außenseiter gewesen. Was nicht
heißen muss, dass sein Widerstand gegen manche voreilige historische Verortung bestimmter Lieblingsideen
der Liturgiker falsch war. Aber selbst wenn z.B. Zelebration „zum Volk“ und „Handkommunion“ nicht schlüssig
aus der Historie hergeleitet werden könnten, wären solche Neuerungen seitens des kirchlichen Amtes doch
als Modernisierungen möglich, oder? Es muss ja gerade keine „archälogisch gesicherte“ Fassung des röm.
Ritus konserviert werden, v.a. nicht wegen der Aufgabe der Liturgie im III. Jtsd. auf allen Kontinenten
das Lob Gottes zu feiern.
@Gilbert, Pünktchen Derzeit sind auf Deutsch wohl schon ca. 420.000 Expl. verkauft worden. Das übertrifft
wahrscheinlich die Gesamtauflage aller Werke von Küng und Rahner (um nur die Populärsten zu nennen;
die Schreiber im Söding-Buch inklusive:) insgesamt. Das wird nicht ohne Wirkung bleiben; noch mehr Wirkung
werden aber die engl. und span. Ausgaben haben.
Gratulor! Placet, Berger! Da mich „Theologie“ bewkanntlich nicht interessiert, habe ich mir das Werk nur
kurz angeguckt, hatte aber denselben Eindruck. Wahrscheinlich wollte Th. Söding sogar „Brücken bauen“
zwischen „heutiger“ Exegese und dem Papstbuch. Nett gemeint, aber wohl nicht möglich, wo Johannes a priori
als ahistorisch gilt. (Welches Konzil hat das entschieden??)
In-Kraft-Treten MR 69/70 Die von Bf. Mussinghoff angeführte Formel vom 3. April 1969 (Paolo VI, Tutti
i principali documenti, LER 2002, S. 990) bezweckt das Inkrafttreten der Neuordnung und hebt diesbezügliche
ältere Rechtsvorschriften auf, die dem Inkrafttreten entgegenstehen könnten (z.B. Quo primum von 1570
etc.). Das ist keine doktrinäre „Abrogation“; die „alte Messe“ wurde schon deshalb nie völlig abgeschafft,
weil auch die härteste disziplinarische Maßnahme (Notiz der Gottesdienstkongregation vom 28.10.1974)
immer noch private Zelebrationen im „usus antiquior“ unberührt ließ. Die regelmäßige In-Gebrauch-Setzung
des Missale von 1970 war Sache der Bischofskonferenzen (s.o.). Also ist die genaue Rechtslage für die
Übergangszeit nach 1969 nicht einheitlich feststellbar.
Pofalla Schon möglich, dass der (ev.) CDU-Generalsekretär ggü. dem ev. Pressedienst Bf. Lehmann als
„unseren Kardinal“ bezeichnet. Im übrigen ist die „Wahrheit“ nur: ein adretter Scherz…
Nichts ohne den Bischof! Wenn die fanatischen „Freunde der alten Messe“ trotz motu proprio unfähig sind,
sich mit den Bischöfen vor Ort auszusöhnen, wird die Zahl der Feinde der alten Messe nicht sinken sondern
ansteigen. Aber nicht wegen der Messe, sondern wegen solcher „falschen Freunde“.
@Jörg G. Tatsächlich lässt B XVI. die „patriarchale Systematik“ nicht gelten und folgt darin Vat. II.
Es gibt das Kollegium und Petrus, „dogmatisch“ ohne Zwischenstufen. Das übrige sind Fragen der Organisation.
Petrus ist zuerst und vor allem Bischof, episcopus catholicae ecclesiae; die andern sind im Vollsinn nur
„mit und unter“ dem Papst überhaupt Bischöfe, wegen dieses Bandes aber untereinander Kollegen, nicht
„Teilhaber“. Das ist ein Fall von „development“ (J.H. Newman) der Lehre, die im 1. Jtsd. in dieser Prägnanz
noch nicht gegeben war, m.E. aber die einzige Möglichkeit von Kirchesein im 3. Jtsd. bezeichnet; „sans
tiare“.
@Enrico II. Von „leerer Hölle“ zu faseln ist genauso fahrlässig wie jeden zu „verdammen“ der „die Hölle
leugnet“. Leugnen setzt zunächst einmal Verständnis dessen voraus, was man ablehnt. Mille difficultés
ne sont pas un doute; tausend Schwierigkeiten sind noch kein Zweifel. Und selbst ein überwindbarer Zweifel
ist noch keine Leugnung. Die „letzten Dinge“ sind alles andere als einfach. Ich empfehle die Schrift von
Charles Journet, Kardinal und „Haustheologe“ von Paul VI. zum purgatoire.
@Gunsenum kreuz.net war von Anfang an nicht an der Freigabe der „alten Messe“ interessiert, sondern hat
das Thema nur zu demagogischen Zwecken wach gehalten. „Denen hier“ ist Liturgie wurscht. Hier versucht
man eine Synthese (jawohl, à la Hegel: Die Negativität negiere sich selbst) aus Schwarz-weiß-rot und
pseudotridentinischem Weihrauch. Typen wie „Rudolfus“ geben zwar vor zu glauben, dass die alleinseligmachende
Lehre der Kirche „rette“; „Lehre“ rettet vielleicht Gnostiker, „Rituale“ retten vielleicht neopagane Anhänger
hermetischer Religionen. Nach christlicher Überzeugung rettet… Wer? Christus. Extra ecclesiam suam
nulla salus; und über deren Grenzen richtet Er.
@Rudolfus Zweimal lesen! Ich leugne gar nichts. Das Zitat spricht allerdings von Renigungsort, nicht von
„Hölle“. Es gibt keine kirchenamtliche Festlegung, wer oder wieviele „am Ende“ verdammt werden (vgl.
„Benedictus Deus“ Benedikt XII., 1336; ex cathedra!).
Schluss mit dem Stuss, Rudolfus! „Wir glauben an das ewige Leben. Wir glauben, dass die Seelen aller,
die in der Gnade Christi entschlafen sind, sei es, dass sie noch am Reinigungsort geläutert werden müssen
oder dass Jesus sie im Augenblick, da sie ihren Leib verlassen, in das Paradies aufnimmt, wie Er es mit
dem guten Schächer am Kreuz getan hat, zum Volk Gottes gehören – jenseits aller Herrschaft des Todes,
der am Tag der Auferstehung, da die Seele mit dem Leib vereinigt wird, endgültig besiegt sein wird.“
Papst Paul VI., Credo vom 30. Juni 1968, Nr. 38
@Fabianus Die kreuz.ritter sind offenkundig keine Experten in Papstliturgie usus antiquior. Das Foto ist
vom 12. März 1939, dem Tag der Papstkrönung. Pius XII. wurde außerhalb der Liturgie auf der Loggia
gekrönt, teils, wegen der unzähligen Römer, die das sehen wollten, teils als Geste der riconziliazione.
Die Päpste haben die Tiara extrem selten getragen (Benedikt XV. nach der Krönung gar nicht mehr), zumal
ihre jedenfalls außerliturgische Bedeutung seit Verlust des Kirchenstaates 1860/70 bereits unsicher war.
Messkommunikation Selbstverständlich ist die Hl. Messe eine kommunikative Handlung, aber der Gemeinde
und des Priesters gemeinsam zu Gott; die „Anthropozentrik“ verdrängt „Gott“ nicht zwingend. Gott ist
unverdrängbar, sonst wären wir Beter ja Naturalisten wie die Heiden und Pantheisten. Die Transzendenzproblematik,
wenn man das so nennen will, ist letztlich in der neuen Messe, wird sie bewusst gebetet, sogar besser
„gelöst“.
@Pünktchen Wahrscheinlich behauptet PR Bussmann ggü. dem Generalvikariat, dass ihre Texte hier nicht
von ihr stammen, sondern von feindseliger Seite „ironisch“ unter ihrem Namen verfasst werden.
Antimotuproprin Die Traditionalisten werden nicht „bis aufs Blut“ verabscheut. Bislang ist noch kein Martyrium
irgendeines Tradi bekannt geworden. Auch ist noch kein Tradi erkennbar als „barmherziger Samariter“ hervorgetreten.
Für die überaus große Mehrheit im Katholizismus (fast 100%) ist das starke Selbstwertgefühl der Tradi
als „pars sanior“ der Kirche „aller Zeiten“ nur lächerlich und eher ein Symptom für Probleme, die keinerlei
übernatürliche Quelle kennen. Der „erbkranke“ Widerstand gegen die „Communio“-Theologie (Lubac, 1938)
dürfte seine simple Ursache darin haben, dass das Wort so ähnlich wie Kommunismus klingt. Allerdings
ist der Kommunismus rd. 30 Jahre nach Ankündigung des Konzils zusammengeklappt. Antikommunismus war in
den 1970ern zwar ein Motiv des Pseudotridentinismus, aber noch lange nicht jeder „Anti-Pseudotridentiner“
war Kommunist! Da sich niemand selber taufen kann, kommt die Kirche um ein (relativ großes) Minimum an
communio gar nicht drum herum.
Selbstreferent? Mir persönlich ist kein Pastoralreferent bekannt, der überhaupt „Aufgaben erledigt“.
Ich kenne nur selbstreferenzielle Gehaltsbezieher, die ihnen „Vorruhestand“ mit Monologen garnieren.
Das Überraschungsei… Selten war ein Dokument der Glaubenskongregation so präzise, so eindeutig konzilsgemäß
und so klar „nach innen“ gerichtet. Überdies waren die responsa ad quaestiones versehen mit einem profunden
Kommentar. Es will sich wohl eine neue Qualität antipäpstlichen Hasses etablieren, im Vorgefühl darauf,
dass die Medienmacht die Folgen des 8. April 2005 nicht mehr aus der Welt schaffen kann. Jetzt will man
im modernen Lager anscheinend die Muslimproteste vom September 2006 nachahmen…
@Pünktchen Sehr richtig. Dummerweise hat sich in die Literatur nördlich der Alpen die Meinung eingeschlichen,
die Varianten in der Kirchenverfassung der ersten zwei Jahrhunderte rechtfertige bereits eine Abkehr vom
bischöflich-petrinischen Prinzip. Im Gegenteil. Es wird immer wichtiger! Denn die Kirche wird nicht immer
„urtümlicher“ sondern immer heilsnotwendiger für das Leben der Welt.
= Zweitaccount von Dr. O. Die Aufregung wird sich beruhigen. Am rechten Rand rutschen einige in den Sedisvakantismus,
die Mehrzahl nimmt aber die Liturgiereform unbefangener zur Kenntnis; und ideologische „Reformer“ verlieren
mit Recht an Zuspruch (ist längst im Gange). Und eines nicht allzu fernen Tages wird dann die übergroße
Mehrzahl sagen: Was für Glück war doch die Konzilskonstitution Sacrosanctum Concilium! Mit ihr wurde
die Gefahr gebannt, dass die römische Liturgie, die immer auf Praxis ausgerichtet war („pragmatische“
Liturgie), zum Ritual verkümmert; und paradoxerweise hat das auch die Tradition bekräftigt. Arcanum
Dei consilium.
P.S.: Ne Ne. Ich gönne der alten Messe „volles Haus“. Ist nur ziemlich unwahrscheinlich. Selbst eine
Verzehnfachung des Angebots von ca. 40 auf ca. 400 Gelegenheiten bliebe doch nahezu unbemerkt im liturg.
Geschehen der Gegenwart.
@Pünktchen Genau das (Romanitas=Oikoumene) meinen die responsa ad quaestiones der Glaubenskongregation
nicht! Auch die katholische Kirche leidet an dem Defizit, dass nicht „alle eins“ sind. Nach kath. Auffassung
ist das jedoch ein Mangel an Universalität, kein Mangel an Identität.
Brigitte außer Sukzession 1.) Das Versprechen, nach empfangener Weihe keine Ehe resp. keine weitere Ehe
einzugehen, legt bereits der zu weihende Diakon ab, nicht erst der Priesterkandidat. 2.) Eine Frau kann
die Weihe nicht empfangen. Diese Anordnung Christi steht nicht zur Disposition des Kirchenrechts. Es gibt
auch weltweit überhaupt keine Priesterinnen im Christentum. Pfarrerinnen in den kirchl. Gemeinschaften
der Reformation sind so eine Art „Subdiakon“ mit erweiterten Befugnissen. Die Reformation lehnt das Weihesakrament
und die Sukzession explizit ab. Daher ist eine rechtliche Gleichstellung der dortigen OIrdinationen mit
der Weihe nicht möglich, mit allen Folgen für den „Kirchenbegriff“. 3.) Der Empfang einer Weihe „wider
Willen“ ist ein Unding. Wenn Kinder im Sandkasten im Scherz „taufen“ funktioniert sakramental genauso
wenig wie bei der „Weihe“ einer Frau oder eines Satanisten.
@Bernado Der Christ in der Gegenwart war schon vor 20 Jahren eine einzige Problemzone. Was Johannes „Mythos“
Röser da zusammenreimt, ist reichlich unausgegoren. Ich stimme ihm zu, dass die neue Form der Messe die
stärkere sein wird, aber nicht „per se“ und schon gar nicht „gegen Trient“. Die Äußerungen moderner
Liturgiker der letzten Wochen befestigen meinen Eindruck, dass das m.p. sein musste, dringend. Denn die
„relecture“ des usus antiquior muss diesen Herrschaften zugemutet werden. Es wurde höchste Zeit für
die päpstliche Reparatur des Traditionsbegriffs. Zum Glück liest den „CiG“ nur noch das pastorale Veteranenheim.
„Enteignet Herder!“
Entweder-oder Entweder hat Fellay die Haltlosigkeit seiner pseudotridentinischen „Freikirche“ (anticharismatische
Charismatiker?) begriffen und bereitet seine persönliche Konversion „ad Dominum“ (et Vivificantem) vor,
lässt also den Rest der Sekte in den Sedisvakantismus fallen, oder er verfolgt weiter die Hauptaufgabe
der SSPX: stören, stören, stören. On verra.
„Rituseffekt“ Der so gen. „Rituseffekt“ ist, abseits traditionalistischer Propaganda, durchaus (für Europa)
ein erwägenswertes Phänomen. Denn der ehem. „NOM“ (jetzt „usus modernus“) verlangt vom Zelebranten eine
höhere Askese als das frühere „dire la Messe“ (Loisy). Diese Anstrengung hat der (gar nicht so fromme)
Klerus nunmal nicht gemeistert in den fröhlichen 1970er Jahren. Dass selbstgefällige Seminaristen inzwischen
zum rituellen Aufsagen zurücktendieren mögen, ist nicht weiter überraschend. Sie meiden dieselbe Mühsal.
Aber die Beter werden vom Priester wohl allmählich einforden, dass die Messe kommunikativ gebetet werden
wird. Ob die Zahlen dann wieder steigen? Möglich.
@Melchisedech Schon richtig, die Zeit eines Gerhards ist um. Aber dem Mysterium sich „außerordentlich
hingeben“? Treiben Sie keinen Spott mit den Rechtsbegriffen des m.p.! In der Praxis wird sich ein passender
Sprachgebrauch noch finden, für den der Papst sogar Andeutungen gemacht hat (forma ordinaria, usus antiquior).
@L.E. Auch die Frömmigkeit der „Tradi“ variiert durchaus. Im levitierten Hochamt zu Kevelaer am 28. ds.Mts.
gab es Gelächter, als Propst Goesche die Lesung als „Evangelium“ bezeichnete (wenn auch nur den übersetzten
Vortrag); in der Predigt rutschte ihm der Lapsus „toter Schoß“ (statt: toter Sohn) der Gottesmutter ‘raus
(gerade noch korrigiert, aber doch völlig unerklärbar, wenn man konzentriert andächtig ist…) Und
insgesamt war die Atmosphäre deutlich steriler als im NOM Hochamt am Sonntag darauf (in derselben Basilika);
oder auch in der lat. Osternacht in Sant’ Appollinare in Rom. Wenn die „neue“ bei der „alten“ Form des
Ritus dazulernt, dann wird die neue Form zur Hochform heranreifen und die alte dann wieder beeinflussen.
Nur Ideologen können was dagegen haben. Übrigens ist es mit der Korrektheit der Tradi auch nicht so
weit her. Wie schon bei der UNA VOCE Tagung in Köln hat man auch jetzt in Kevelaer wieder das Kommunionconfiteor
eingeflochten, das im MR 62 nicht (!) enthalten ist. Das ist eine Eigenmächtigkeit von einem Umfang,
gröber sogar als würde man das Hochgebet „Versöhnung“ an Pfingsten wählen, obwohl es nur für besondere
Anlässe approbiert ist.
@L.E. Bitte genauer: „dezidierte Gegner“ der alten Liturgie gibt es nurmehr sehr wenige. Es gibt dezidierte
Gegner wider den Fanatismus, mit dem etliche Freunde der „alten Messe“ sich selbst zur kath. Elite ausrufen
und der Liturgiereform anlasten, was von der liturgischen Krise verursacht wurde, die der Reform vorausliegt.
So wie es unter den Befürwortern der Liturgiereform (mind.) zwei Strömungen gibt, Beter und Ideologen,
so gibt es auch bei den Traditionalen beiderlei: Beter und Ideologen. Die Beter beider „Lager“ müssten
sich gegen die Ideologen beider Lager verständigen. Das würde der Liturgie dienen.
#44 stat crux 11:49:27 | Donnerstag, 26. April 2007
Zynisch! Die SSPX zitiert von Paul VI. gern das Wort von der Gefahr einer Selbstzerstörung („Wo ist der
Zusammenhalt, wo die den Christen eigene Würde geblieben?“ zitiert J. d’Hospital, S. 241) oder jenen
„Rauch Satans“, von dem der Papst am 29.06.1972 in freier Rede sprach. Aber ungern zitiert sie den päpstlichen
Brief mit den Anfangsworten „Cum te“ an Lefebvre vom 11.10.1976, in dem schon alles drinsteht, was man
über die doppelbödige Strategie der Lefebvre-Sektierer wissen muss.
@Jörg G. Sehr richtig. Wie auch sacramentum caritatis schon in Nr. 3 festhält, sind die Schätze der
Liturgiereform noch gar nicht gehoben. Die erneuerte Liturgie ist der „alten“ Form überlegen, immer dort,
wo ars celebrandi beachtet wird.
Soziallehre Die relative Verselbstständigung einer expliziten Soziallehre der Kirche, die über „nur“
moralische Impulse hinausreicht, gehört zu den wegweisenden Innovationen des Katholizismus der letzten
200 Jahre. „Quadragesimo anno“ stammte noch ganz aus der von deutschen Jesuiten geprägten Schule (Gundlach,
Nell-Breuning), fand aber deshalb keinen nennenswerten Widerhall (außer partiell in Österreich); in
größere Dimensionen vorgestoßen ist die Sozialdoktrin erst mit Mater et magistra (1961) und Populorum
progessio (1967). Angesichts der „Jugend“ der Soziallehre sind auch diese Dokumente keine Katechismen
der Sozialdoktrin. Paul VI. hat mit Octogesima adveniens (1971) eine politische Pluralität der Entscheidungsfindung
gebilligt, B XVI. nimmt die Zuständigkeit der Soziallehre noch weiter zurück (DCE Nr. 26 ff.). „Abweichungen“
sind mithin erlaubt, aber nur innerhalb der Grenzen eines Konsenses im Wesentlichen. Beispielsweise kann
der Katholik nur noch dann „Monarchist“ sein, wenn er zugleich eine hinreichende politische Partizipation
der Bürger im Sinne demokratischer Regierungsformen befürwortet. Totalitarismus lehnte die Kirche spätestens
seit 1864 ab (also noch ehe dieser entstand!), halbtotalitäre, autoritäre Staatslehren seit 1937 resp.
1944; eine eher freiheitliche Wirtschaftsordnung wird seit 1991 ausdrücklich gebilligt und „Deus Caritas
Est“ löst die Soziallehre ausdrücklich aus dem Umfeld der Theologie. Sie dürfen mithin seit 2005 „maßvoll“
Dissens üben!
„Hurra, ein Fehler!“ Liebe kreuz.netter: Ihr könnt auch die Erwähnung von Loisy auf S. 78 zum „Fehler“
hochjubeln. Denn der meinte damit, dass statt des Reiches Gottes die Kirche gekommen sei, dass „immerhin“
die Kirche gekommen sei. Der Modernist war nicht prinzipiell kirchenfeindlich, anders als Harnack. Er
wollte nur eine „neue“ Kirche, da die Kirche in jeder Epoche „neu“ sein müsse. Oder in „sacramentum caritatis“,
Nr. 6: Der Ruf „mysterium fidei“ steht eigentlich dem Diakon zu. Oder in „Deus Caritas Est“ Nr. 27 kommt
Pius XII. nicht vor. Bosheit? Absicht? Fahrlässigkeit? Aber wir wissen ja: Unfehlbar ist, außer kreuz.net,
nur Thomas Lintner.
#40 stat crux 11:17:46 | Donnerstag, 19. April 2007
@Pünktchen Warten wir mal ab, wieviele Häresien namhafte Vertreter der SSPX wieder im Buch „Jesus von
Nazareth“ des Papstes finden werden. Der Sühnopfercharakter der Römischen Messe wurde da jedenfalls
nur schwach beleuchtet.
Marikoin Es muss ja nicht unbedingt ein Motu proprio sein… Der Jesuitenorden wurde „nur“ mit einem Breve
(= Brief) aufgehoben. Die päpstl. Quasi-Häresiefeststellung ggü. Lefebvre vom 11.10.1976 war auch bloß
ein Brief… Vielleicht zelebriert der Papst gelegentlich selbst eine „alte Messe“ und hält dazu eine
Predigt. Auch das würde dem Anliegen der „Neoklassiker“ schon helfen.
@D.B.: Freundlichen Dank für die Unterstützung. Im Heft VATICAN Dez. 2006, S. 31, ging der unermüdliche
Mosebach sogar so weit, die deutschsprachige Zelebration der Hl. Messe in die Nähe des Nationalsozialismus
zu rücken. Da schreibt ein Entfesselter, der den berechtigten Teilen des Anliegens wohl kaum noch einen
Dienst leistet. Katholizismus ist Herde, Schule und Tempel; Kult, Lehre und Volk (cfr. Guitton, Le Catholicisme,
1972); Probleme der Liturgie können nicht nur in der Dimension „Doktrin“ abgehandelt werden, da nur alle
drei Dimensionen des Amtes Christi (Priester, Prophet, Hirt) ein glaubhaftes Bild der Ekklesia der Getauften
vermittelt, die auf Ihn hören will, der ihr Leben, ihre Wahrheit und ihr Weg ist.
„Häresie der Formlosigkeit“ schillert als Begriff auch gewaltig; denn bei Häresie geht es um Irrtum,
um Inhalt also, nicht um Form. Einer bestimmten Form des römischen Ritus den „Irrtum“ anzuhängen, das
eben ist Ketzerei (vgl. Papst Paul VI. Generalaudienzen vom 19. und 26. Nov. 1969).
„…den Geist Gottes töten…“ Da ist B. Fellay ein signifikantes Bekenntnis entwichen. Das noch gar
nicht erschienene „motu proprio“ scheint die „liebe Bruderschaft“ bereits schwer zu irritieren. Spätestens
in zehn Jahren wird kaum noch jemand vom Fall Lefebvre reden. Deo gratias.
@Catharina Die Nähe zwischen Benedeikt und Balthasar ist dennoch groß! Sie sind sich sicherlich einig
in der massiven Abwehr gegen alle Überreste eines quasi-jansenistischen „Heil für wenige“. Wieviele
von „allen“ gerettet werden, darüber schweigt der Papst doch etwas auffälliger als H.U. von Balthasar.
Was genau „ewige“ Höllenstrafen sind. Wissen wir das?
@Catharina In der Überschrift zu Teil 5 dieser Serie begegnet, anders als bei den vier vorherigen Überschriften,
den Lesern einmal mehr das Unvermögen der Redaktion: „Seiltanz“ ist bereits eine Interpretation der Nachwelt,
die HvO so rühmt. Der Papst hat einen ganz klaren Auftrag gefasst, ohne jeden „Seiltanz“. Denn die Unterscheidung
zwischen dem, was wesentlich ist und dem, was anzupassen ist, liegt nunmal beim pastoralen Lehramt. Weder
ein einzelner Bischof für sich noch ein einzelner Theologe entscheidet darüber. Diese Entscheidungen
hat das Konzil legitim und gültig getroffen.
Nachtrag In der von kreuz.net nicht dokumentierten Fortsetzung, Generalaudienz Paul VI. vom 26. November
1969, heißt es schon in der 2. Zeile „nostre celebrazioni del santo Sacrificio“. Von Unterdrückung des
„Opfercharakters“ kann überhaupt gar keine Rede sein, nicht einmal in den Quellen von 1969!
Also gut, HvO: In ihrem statement werden so viele Wertungen als „Faktum“ vorausgesetzt („Parodiemesse…“),
dass ich auch das einzige Fragezeichen für rhetorisch hielt. Ich würde keinem Priester gegen sein Gewissen
„zumuten“, die neue Messe zu feiern. Aber wäre ich Bischof, so würde er in hohem Bogen ‘rausfliegen…
Die Argumentation, der NOM sei „in nuce häretisch“ grenzt an Schwachsinn. Papst Paul VI., der vorige
Tage hier ausführlich zitiert wurde (wenn auch in manipulativer Übersetzung), hat sich vornehmer ausgedrückt,
aber den Kern des Irrtums bezeichnet: Ein Verstoß gegen das Prinzip lex orandi-lex credendi kann nicht
schon dann vorliegen, wenn im liturgischen Text bestimmte Aspekte der Lehre weniger explizit vorkommen,
weil es nicht notwendige Eigenschaft der Liturgie sein kann, in einer Feier „alles“ auszusagen. Wer behauptet,
es käme auf den „vollständigen“ Text an, ist auf dem Weg in einen krankhaften Ritualismus, der pagane
Wurzeln hat. Kriterium, wo legitim gefeiert wird, kann nur der Bischof sein, nicht die Priesterweihe allein
und auch nicht die Ausgabe des Messbuchs. Die Lefebvremessen sind keine römischen o^/ Aber Sie wollen
(!) das anders sehen, wie ich vermute: aus politischen und „weltanschaulichen“ Gründen.
@HvO: Wer „alles“ in Christus erneuern will (Pius X.), muss zuerst die Differenz zwischen Dogma (Lehre,
Kult) und Politik beherzigen (Staat, Gesellschaft). Was Sie da „Linksabweichler“ nennen sind oftmals in
dogmatisch-liturgischer Hinsicht keine, sondern nur „Dissidenten“ hinsichtlich des Gesellschaftsbildes.
Das kann ein kreuz.net-Fan kaum einsehen. Nennen Sie mir mal einen barmherzigen Tradi!
s.c. Nr. 39 Und was haben die Freunde illegitimer Messen jetzt nach der korrigierten Übersetzung gewonnen?
Die Gemeinschaft mit dem Bischof ist Bedingung für die Legitimität jeder Zelebration auf seinem Gebiet,
er ist Liturge „par exellence“. Vielleicht lenkt ihr den Blick jetzt mal weg von der bloßen „Validität“
der Zelebration, hin auf die communio. Anders ist ein sacramentum caritatis nicht zu „haben“.
@Ottaviani Der „Übersetzungsfehler“ in Nr. 39 hat immerhin die Intention des Autors besonders deutlich
hervorgehoben: In der Betrachtungsweise der Kirche geht es weniger um die Validität der Zelebration (auch
Protestanten taufen „gültig“) als um die Legitimität der Feier. Oder mit dem Konzil gesagt: Keine Wahrheit
ohne Liebe.
Ihr Lieben! Mir ist nicht bekannt, dass die Gemeinschaft mit dem Bischof je so deutlich eingeschärft
wurde. Nur mal ein Gedankenexperiment: Was wäre wenn Joseph Ratzinger selber der „deutsche Übersetzer“
von Papst Benedikt XVI. wäre?
@sac… Totalsimulation bleibt Totalsimulation, da kann ich noch so viele Bischofsnamen aufführen. „Technisch“
ist die Frage nicht zu beantworten, nur redlich.
@St. Georg Na ja. Manchmal ratzingert es ein bisschen, z.B. soll die Gabenbereitung kein „Intermezzo“
sein. Aber das ist doch eine schöne, konkrete, verständliche Sprache!! Laudetur Jesus Christus.
@Pünktchen Da sollten wir der Dame doch mal „Sacramentum Caritatis“ (heute veröffentlicht) zukommen
lassen. In allen Teilen überaus lesenswert. P.S. Nr. 39 des Dokuments bekräftigt, dass die GÜLTIGKEIT
der Messzelebration die Gemeinschaft mit dem Bischof voraussetzt; d.h. Lefebvremessen sind keine.
@timpressum Uta (!) von Dickelippe-Schaumberg hat schon vor Jahren zugegeben, dass Sie zum Katholizismus
nur übergetreten ist, um ihren Vater, den edellinksliberalen Gustav W. zu ärgern. Ein Journalist, der
sie interviewen sollte, hat vom Sender vorab „Schmerzensgeld“ verlangt (eine Zulage). Und bekommen! Echt
wahr.
@Pünktchen Es interessiert mich ja doch, wer bislang Zeit und Kraft für 2.325 (+ 10 gelöschte) Leserbeiträge
aufbrachte. Vielleicht erfahre ich es einmal, wenn der kreuz.net Spuk zu Ende geht. Es kann ja nicht mehr
lange dauern: Sowohl im redaktionellen Teil als auch bei den Kommentaren gehts unaufhörlich abwärts…
(Das als Nr. 529 hier.)
Carlo, der Erreger der Zone Hi, Carlo, schon als Sie sich als Kardinal Mazzella ausgaben, machten Sie
den Fehler, von dem Datum an nicht mehr unter Regazzoni zu schreiben. Warum soll es in ihrer neuen Rolle
als Kaschperl anders sein? 5. März!
Walther de Caspar Was mich an Karl-Heinz Ratzhonig immer so freute, das ist, dass er so berechenbar „zurückhauen“
muss. Gibt es nicht Kasperlestücke, wo der Kasperl immer auf Krokodil haut? Schönen Sonntag noch, Herr
Dr.!
Die Angst vor der Polizei, (…) erscheint dem deutschen „Gemüt“ offenkundig vorzugswürdig gegenüber
der Freude auf den Himmel. Nur zweiteres gewährt die Freiheit, die alle Freiheitsparolen meinen, ohne
sie zu erreichen.
@Pünktchen Laut F.X. Brors S.J. (1916) war es im Lande der Reformation immer schon ein Herzensanliegen,
von der „Kirche der Freiheit“ zu schwärmen, aber nach dem „Polizeistock“ zu rufen, gerade in Preußen.
@Schüttel Die wenig segensreiche Engführung der Unfehlbarkeitsproblematik auf quasi juristische Definitionen
ist z.T. von den Jesuiten mitverursacht worden (weshalb sogar Karl Rahner ggü. Küng ausfallend wurde,
als dieser indigniert fragte „Unfehlbar??“) Vor 1870 galten, je nach Liste, 10-20 päpstliche Entscheidungen
als „ex cathedra“; gemessen an den Kriterien von 1870 ist sicher nur der Akt Pius XII. von 1950 (damals
schon von ca. 80% der europ. Theologie für unverdaulich empfunden). Es nützt aber gar nichts, die Infallibilität
des Magisteriums auf die Seltenheit der Fälle stützen zu wollen. Wen überzeugt das? Hier hilft nur
der Begriff der lebendigen Tradition weiter, dessen Unwägbarkeiten schlicht zum diffusen Licht der pilgernden
Kirche hinzugehören. Bspw. „humanae vitae“: Sicherlich eine Bekräftigung eines Prinzips, das als tatsächliche
Voraussetzung der sittlichen Ordnung immer schon von der Kirche in breitester Breite gelehrt wurde. Aber
als Zuspitzung auf „einen Satz“ sicherlich keine Sitten“definition“, die Unfehlbarkeit beansprucht. Wenn
eine christliche Selbstverständlichkeit angesichts neuer Umstände ins Wanken kommt, dann reifen notwendige
Entscheidungen heran; je größer die Gefahr, desto sicherer das Urteil (z.B. „Benedictus Deus“ 1336 od.
wider die Jansenisten: „Christus ist für alle gestorben“); die Kanonisation ist demgegenüber sicherlich
auch zuverlässig, aber doch keine Definition.
Das Recht impliziert eine Anforderung, meinte ich; sicherlich hängt die Bewertung, ob diese implizite
Sittlichkeit der Rechtsordnung („moralisches Minimum“), selbst den Charakter des Rechts als Recht prägt
oder notwendig Moral oberhalb von Recht voraussetzt, vom Standpunkt des Diskursteilnehmers ab. Vertreten
wurde auch, dass das Recht selbst das moralische Maximum darstellt, das überhaupt erzwungen werden darf;
jedes Darüberhinaus wäre dann freiwillige, sittliche Mehrleistung. Aber diese Fragen sind zu komplex
für kreuz.net, obzwar sie hier einschlussweise fast täglich perhorresziert werden.
@Pünktchen So schlicht ist selbst der „weltanschaulich neutrale“ Rechtsbegriff nicht. Das Recht implizit
einen Anforderung über die Üblichkeit hinaus, sonst wäre ein Unrechtsstaat gar nicht möglich. Komplizierter
ist auch die Frage nach dem ethischen Anspruch des Strafrechts. Muss auch der demokratische Gesetzgeber
ein bestimmtes Mindestmaß von Delikten unter Strafe stellen? Es gab in den 1970er Jahren einmal einen
Appell zur Abschaffung des Strafrechts, da es ohnehin „asymmetrisch“ eingreife (Volksmund: Die Kleinen
hängt man…). Joseph Höffner allerdings (+ 1987) zeigte sich überzeugt, dass Mord und Totschlag in
jedem Staatswesen unter Strafe zu stellen seien. Zündstoff genug.
@Guignol Falls Sie wirklich erst seit 5. März hier mitmachen, haben Sie keinen Anlass, sich so über
meine Wenigkeit zu empören. Ein Befürworter des Konzils spricht übrigens nie von einer „aus dem Konzil
hervorgegangenen“ Kirche, da wir sie als zu allen Zeiten identisch glauben… Ich erinnere mich auch gut,
dass Regarzinto größten Wert auf korrekte Schreibung „seines“ Namens legt, Scherzkeks!
#519 stat crux 19:15:06 | Donnerstag, 1. März 2007
@Amadeus Diese Seite ist so etwas wie ein Intensivkurs in „Antikatechismus“. Hier lernt man, was der Katholizismus
nie war, nicht ist, niemals sein darf und niemals sein wird. Eine harte Lektion, aber irgendwie auch „aufklärend“…
Warum fällt so einem SSX-Priester als erstes Unterwäsche ein, wenn er an etwas denkt, das „man“ häufiger
wechselt? (Wenn auch weniger häufig als das Missale…)
#514 stat crux 19:05:32 | Donnerstag, 1. März 2007
@Arkandisziplin… Na ja… „einigermaßen“ reicht ja. Dass es jetzt kreuts.net gibt, das ist schon eine
echte Entlastung, wenn auch bislang wenig frequentiert. Im Endeffekt bleibt von k.n dann sowieso nur noch
die Satire übrig. Tragfähig ist das nicht, zugegeben, es hält sich schon länger als vermutet… Und
das Gift wirkt sogar… Aber lesenswerte Beiträge? Gabs in 007, denke ich, null.
#132 stat crux 17:47:44 | Donnerstag, 1. März 2007
@Che… Wie sagte doch Marie Antoinette kurz nach 1789: „Was? Die Leute haben kein Brot mehr? Dann gebt
ihnen doch Exorzismen… äh… (Pflaumen-) Kuchen…“ God bless DDL.
#494 stat crux 17:40:55 | Donnerstag, 1. März 2007
@ (14) Typischer Monolog eines Niederrheiners: „Ich wollt ja schon wat sagen. Aber da hab ich mir gesagt,
sach ma lieber nix. Aber ioch hab et kommen sehen…“ Selbstverständlich ist DDL noch an Bord! Und da
sicher auch…
#130 stat crux 17:34:17 | Donnerstag, 1. März 2007
@ (14) Ach sooo, das + (Sperrkreuz); das ist sowas wie die virtuelle Ketzerverbrennung… ++ und wieder
da! ++++ und nochmal ++ +++ ++ Verflixt! Nützt nix! Nennen wir es doch „Letzte Ölung“… Aber wie sieht
das live aus, wenn man es beim Exorzismus „äußert“??
#123 stat crux 16:13:18 | Donnerstag, 1. März 2007
@ (14) Nehme doch stark an, wenn mal ein Exorzismus an der ca. dreiköpfigen kreuznettreaktion vorgenommen
wird, dass Master 1) einen Server auskotzt, Master 2) die komplette Entwicklungssoftware von microsoft
und Master 3) den Hirtenstab, den Erxbischof Lefebvre während seiner sechsmonatigen Amtszeit in Tulle
(1962) „benutzte“.
@Sirilo Wie soeben bekannt wurde, hat sich soeben der Weltbund freischaffender Päpste in Avignon konstituiert,
vier Päpste sind aus dem Weltbund unabhängiger Päpste ausgetreten, weil sie die Formel „Nicht anerkannt
von“ auf der Visitenkarte Gregors XVIII. zu schwach fanden. Auf der Visitenkarte des Ehrenpräpositus
(!) Sirius II. steht jetzt. „Exkommuniziert durch Gregor XVIII., Petrus II., Petrus II. a, Petrus II.
b, Pius XIII. und Gerald I.“ @Alexandra Dann könnte „Schumi“ ja analog in Kerpen sich noch ein paar championships
einfahren, wieder auf der Gokartbahn.
@Freddie Im Sedisvakantismus gibts zur Zeit ca. ein Dutzend „Päpste“. Die könnten sich ja mal zu einer
Konferenz treffen, vielleicht sogar einen Ehrenvorsitzenden wählen? „Gregor XVIII. Ehrenpräsident des
Weltbundes unabhängiger Päpste.“ Da müsste dann natürlich fairerweise auf jeder Visitenkarte stehen:
„Nicht anerkannt von… (und dann die Liste)“
#10 stat crux 11:05:56 | Mittwoch, 28. Februar 2007
„We shall overcome“ stammt tatsächlich, wie Gamber u.a. bewiesen haben, aus der Zeit des Hl. Pius I.
(+ 157) und war in der griech. Originalversion gegen die Marcioniten gerichtet.
#10 stat crux 15:18:51 | Dienstag, 27. Februar 2007
@timpressum Mir ist allerdings keine katholische Institution bekannt, die über Gerichtsvollzieher oder
Scharfrichter verfügt. Was soll denn der „katholische“ Zwang inmitten der offenen Gesellschaft sein?
Es gibt doch längst nur noch die freiwillige Nachfolge gegenüber einem vorgeschlagenen Weg. Alles andere
ist Propaganda von Leuten, die nicht Toleranz wollen, sondern ein Dogma der Toleranz, das selbst an die
Stelle der Religion tritt. Religiöse Toleranz ist aber eine Angelegenheit des zivilen Zusammenlebens,
also der Gesellschaftslehre (und Verfassungsordnung). Wer diese Grundregel beachtet, darf seine Religion
für wahr halten. (Und sie darf auch wahr sein.)
#8 stat crux 15:10:29 | Dienstag, 27. Februar 2007
@timpressum Bitte, liefern Sie uns mal Ihre Definition von „Orden“ oder „Geheimorden“. Oder Beispiele?
Die Ehrenlegion? Die Fremdenlegion? Pour le merite? Malteser? Franziskaner? Mercedarier? Begriffe helfen
begreifen, Oberbegriffe auch.
#2 stat crux 09:50:32 | Dienstag, 27. Februar 2007
@timpressum Ob Herr Schubert oder Herr Rüssel der Sozialdemokrat ist (siehe Bilder oben), lässt sich
optisch oder modisch nicht erkennen. Wo also sind die Turbane der Taliban, Timpressum?
#563 stat crux 15:15:24 | Sonntag, 18. Februar 2007
Freut mich… Vielleicht ist mir der Titel der Zeitschrift auch nicht mehr richtig erinnerlich. Dafür
warben (in R.) junge Leute aus Fulda. Ihr starkes Engagement in Sachen „Algi“ hatte mich zu der Assoziation
fast gezwungen…
@Freddie Zweifellos ist die Abtreibung nicht das einzige Menschheitsproblem, aber eines der am intensivsten
verharmlosten. Wir wissen ja, dass „Todesstrafe für Abtreiber“ auch nichts nützt, denn es wird nie gelingen,
jede Schwangere zur Geburt zu zwingen, ganz egal wie die etwaigen Strafandrohungen aussehen. Insofern
ist es ein Tatbestand sui generis, da die Intimbeziehung von Frau und Leibesfrucht nunmal unüberbietbar
ist. Aber es ist doch wohl die Gleichgültigkeit einer gesamten Zivilisation, die heftige Lebensschützer
zu sehr heftigen Äußerungen geradezu zwingt. Leider stopfen sich die Angeklagten dann aber erst recht
die Ohren zu.
#41 stat crux 15:06:38 | Sonntag, 18. Februar 2007
Dr. Carlo… Es nützt doch gar nichts, wenn Sie immer wieder wiederholen „Frevler Montini“ etc. etc.
etc. Das ist Sakristeiperspektive eines weihrauchvernarrten „Liturgie“freundes. Der Auftrag der Kirche
ist aber weiter gefasst. Sie hat auch ein Wort in die Zeit zu richten, sonst endet diese vorzeitig…
(kleiner Kalauer).
#15 stat crux 14:57:15 | Sonntag, 18. Februar 2007
Na ja, Credo Die von Ihnen genannten Misstände, die ich nicht überprüfen kann, ändern nichts daran,
dass Lesen des genannten Prooemiums schon ziemlich helfen würde. Wie verankert war denn wohl die Messopfertheologie
in Klerus und Volk, wenn eine bloße Liturgiereform sie in Vergessenheit befördert kann? Nochmal: Es
ist schlechthin hirnrissig zu behaupten, dass die Textfassung einer gültigen Messliturgie das Opfer Christi
„beseitigen“ kann. Das kann nur behaupten, wer klammheimlich bereits naturalistische „nominalistische“)
Prämissen akzeptiert hat, die Übernatur also nur noch für das Obergemach der Immanenz hält.
#38 stat crux 14:48:10 | Sonntag, 18. Februar 2007
Na ja, Carlo… Was hat denn die Kirche mit Krieg und Frieden zu tun? Das wird der bekennende Integralist
nie begreifen. Der I. Weltkrieg war zwar das Ende der Modernismuskrise durch Selbstmord der optimistischen
Moderne, zugleich aber der Anfang der viel schwierigeren Aufgabe, aus diesem „Hang zum Selbstmord“ die
Religion herauszuretten. Es gibt seit 1914 eine neue Problemstellung, auf die miteinander seit Pius X.
neun Päpste und ein Konzil geantwortet haben. Nur deshalb stehen wir im Vorfrühling. Andernfalls wären
wir alle schon nicht mehr auf diesem Planeten. Wetten dass?
#558 stat crux 13:51:21 | Sonntag, 18. Februar 2007
@Pünktchen „Alaaf“ sagt man hier (und noch bis Mittwoch 0.00 Uhr). Ja. Auch meine „Quelle“, Jean Guitton,
der nach der dt. Kriegsgefangenschaft in Frankreich wg. „Kollaboration“ zum Gymnasiallehrer degradiert
worden war (für 3 Jahre), hat aus seiner Schulpraxis beibehalten, wesentliche Dinge wieder und wieder
zu erzählen, ganz bewusst, ganz hartnäckig. Und so wiederhole ich hier in diesem Beitrag ja auch immer
wieder die Antistrophe „Montini war okay“, „Lest V 2“, „NOM ist nicht häretisch“, „Gib dem Integralismus
keine Chance“. Im Meinungsstreit, „was“ Pünktchen wohl ist, folge ich übrigens Erich Kästner. D. T.
war ja auf DDL gemünzt, wie alte Kreuzritter noch wissen. A demain! Noch was: Haben Sie mal in Regensburg
für YOUgeworben?
#13 stat crux 13:06:20 | Sonntag, 18. Februar 2007
@Schüttel Wer auch nur das Prooemium zur Allg. Einführung in das Messbuch von 1970 liest, dem muss doch
aufgehen, dass da keine liturgischen Zerstörer am Werk waren. (In Nr. 3 Fn. 7 wird u.a. Humani generis
zitiert.) Bezeichnend ist allerdings, dass die homepage des Lit. Instituts nicht darauf hinweist, dass
der lat. Text von 1969/70 stammt. Mit diesem Prooemium war die „Ottaviani-Intervention“ eigentlich konstruktiv
beantwortet; wer seither noch die Legende weitererzählt, der Messopfercharakter sei durch „NOM“ gefährdet,
entlarvt sich selbst als Nominalist. Denn das Opfer ist reale Tat Christi, überhaupt nicht durch Textabweichungen
zerstörbar, wenn diese in kirchlicher Communio vollzogen werden. „Tolle, lege!“
#34 stat crux 12:34:12 | Sonntag, 18. Februar 2007
@Heggi Der Montinihass hat fast immer politische Gründe, nur selten theologische. Pius XII. war eine
bis dahin für nach menschlichen Maßstäben eigentlich unmöglich herausragend erachtete Papstpersönlichkeit.
Gesundheitlich leidend, fand er seit ca. 1950 einfach nicht mehr die Kraft, in dem „Alleingang“ den er
sich verordnet hatte, die ganz großen Fragen anzugehen. Dazu gehörte, auch aus Sicht von Ottaviani,
bspw. die Lehre vom Episkopat, die allgemeine Berufung der Laien zur Heiligkeit und die Überwindung des
Krieges. Wunder über Wunder: Sogar letzteres ist seit Vatikanum II. im Gange (ohne Roncalli: keine Beilegung
der Kubakrise etc. etc.)! Geduld, also. Die Personalie Mailand hat Pius XII. also optimal gelöst, wohlwissend,
dass Montini unmittelbar nach ihm keine Chance im Konklave hatte. Providentia semper gubernat.
#10 stat crux 12:16:14 | Sonntag, 18. Februar 2007
@Benedikt Mehr noch: Wäre die „alte Messe“ heute die amtliche Form, würde sie nahezu gar nicht mehr
gefeiert, insbesondere nicht außerhalb Europas. Im Weltmaßstab war die Liturgiereform eine überfällige
Rettungstat. Dass in einer zweiten Welle die Schätze der Tradition wieder entdeckt werden ist ein neues
Phänomen. Ohne übermäßig dialektisch daherreden zu wollen: Reform setzt Tradition voraus, Tradition
setzt Reform voraus.
#43 stat crux 17:26:32 | Samstag, 17. Februar 2007
New Age Auf dem Maskenball der Prinzengarde wird es auch die eine oder andere Scheußlichkeit (und sicher
einige, die sich als Papst verkleiden) geben, aber Liturgie wird daraus noch lange nicht. Alaaf!
@Heggi In Münster, man hat das Jubiläum zwar nicht nach dem Motto gefeiert „gemäßigt geil“, aber so
ähnlich, kann man beispielhaft miterleben, wie hilflos Hirten dann aus der Wäsche gucken, wenn ein von
Volksfrömmigkeit (und Kirchensteuer) verwöhnter Komplex allmählich Arbeit verlangt. Dann knirschts
vernehmlich im System. Aber die süßliche Selbstbeweihräucherung wird wohl noch einige Jahre andauern,
bis man dann doch tonnenschwere Kerzen am Grabe Clemens August’s um Fürbitte abbrennen wird.
#17 stat crux 16:58:19 | Samstag, 17. Februar 2007
August Reatz also befindet über Häresie oder keine? Oder May? Oder Athanasius? Rudolf Graber hat übrigens
über „Ecclesiam Suam“ von Paul VI. bereits 1965 geschrieben, dass der Papst in dieser Enzyklika bereits
die Medizin gegen das „Chaos“ anbot, nähme man sie nur zur Kenntnis (d.h. und befolgte man sie). Das
war die verpasste Chance, nicht der Einfluss von Presse, Medien und übereifrigen Neuerern. Wer über
das Konzil reden will, sollte es erst einmal lesen, insbesondere Lumen Gentium und Dei Verbum. Dann können
wir weiter diskutieren. Bitterkeit über verlorene Karrierechancen ist leider kein besonders starkes Zeugnis
„großer Schlüsse“, aus denen der Professor lt. Ath. noch eine „Summe“ ziehen soll.
Das größte Bistum aller Zeiten liegt aber trotzdem im Flachland, ist geographisch ungeschickt zusammengestückelt,
hat zu viele Weihbischöfe und ist in dieser Form kaum fähig zur „neuen Evangelisierung“ beizutragen.
Man sollte Oldenburg (Vechta) verselbständigen und die Region Niederrhein (Xanten) mit Essen vereinigen.
Münster könne dann endlich mit diesen beiden Suffraganen zum weltbedeutendsten Erzbistum aufrücken,
hee??
#1 stat crux 10:22:53 | Donnerstag, 8. Februar 2007
Zum Thema „aggiornamento“: „Der mystische Leib Christi bewegt sich nach Art der Glieder, die ihn bilden,
nicht im Abstrakten, außerhalb der dauernd wechselnden Bedingungen von Zeit und Ort. Er ist immer in
seiner Zeit, denn er kann nicht von der Welt, die ihn umgibt, getrennt sein, er geht mit ihr voran, Tag
für Tag, Stunde um Stunde, wobei er ständig sein Verhalten und seine Haltung der Gesellschaft anpasst,
in deren Mitte er handeln muss.“ Papst Pius XII, 29. April 1949.
#131 stat crux 10:07:34 | Donnerstag, 8. Februar 2007
@Konrad Ob der Kniefall des Willy Brandt überhaupt in die Geschichte eingeht, das ist noch offen. Denn
die Geschichte könnte ja länger sein als wir ahnen… Vielleicht bilden dt. Geschichtsbücher des 22.
Jh. nur noch BXVI ab, nicht den Friedensnobelpreis“träger“. Dass Ihnen aber der Kniefall heute noch in
den Knochen steckt, das deutet doch wieder auf das Milieu der frühen 1970er Jahre hin, das innerkirchlich
in Dtld. mehr beschädigt hat als es ein Konzil je könnte.
#91 stat crux 09:54:55 | Donnerstag, 8. Februar 2007
@Konrad Hinterfragen, entlarven… Das ist 68er Jargon. Montini hat als junger Mann die 18 Bde. Konziliengeschichte
von Hefele studiert. Er hat bereits am 26. Jan. 1959 die Konzilsidee öffentlich begrüßt. Im Hirtenwort
„pensiamo al concilio“ von 1963 werden die Ziele prägnant umrissen. Das Konzil ist vergleichsweise (!)
krisenfrei und zügig zum Erfolg geführt worden. Wie Erneuerung katholisch zu deuten ist, darüber hat
bereits Pius XII. markante gesprochen: Wir gehen zuerst in die Tiefe, dann in die Weite (vgl. Utz-Groner,
Soziale Summe, S. 2109). Der Erfolg im aggiornamento (vgl. Paul VI., O.R. 7.9.1963) setzt freilich ein
„approfondement“ voraus. Die Konzilsgegner übernehmen aber die Deutung der theol. Gegner des päpstlichen
Credo von 1968, um diese (!) abzulehnen. Die Methoden der SSPX wurzeln nicht im Katholizismus; ohne „Adoption“
der Revolte von Mai 68 (in antikommunistischer Manier) wäre dieser Ungehorsam nie vorgekommen. Erfolg
oder Misserfolg des Konzils sind aber nicht mit Mitteln der Marktforschung zu ermitteln, sondern nach
den Kriterien Christi. „Die Kirche unter dem Wort Gottes feiert die Geheimnisse Christi zum Heil der Welt“
(Kurzformel des V 2 lt. Synode 1985). „Dei verbum“ ist der ungehobene Schatz, viel bedeutender als „Gaudium
et spes“. Das darf man auch aus Laiensicht sagen (vgl. P VI. an die Laienauditoren, O.R. 1.12.1963). SSPX
dagegen? Priester ist Priester war Priester bleibt Priester auf ewig. Befiehl, wir folgen. Basta. Welten
liegen dazwischen.
#54 stat crux 16:27:07 | Mittwoch, 7. Februar 2007
@Gotthard Ja. Fellay weiß, dass die Party vorbei ist. Aber wie kriegt man den seriösen Teil der Vaganten
wieder ins Boot? Nach so viel Hetzpropaganda gegen ein Konzil, das zu fast 100% erfolgreicher war als
jedes zuvor, lässt man sich nur nicht auf die Quantitätssuggestionen der „Vorzeit“ ein. Der Rest wird
dann die Nachfrage nach Weihrauchesoterik des extrem rechten Randes befriedigen, weit abseits jedweder
religiösen oder zivilen Relevanz.
#25 stat crux 12:30:07 | Mittwoch, 7. Februar 2007
@Katharina L. Die von Ihnen bereits einmal ins Gespräch gebrachte lateinische Hochliturgie des „NOM“
ist der trid. Fassung mit Sicherheit überlegen. Allerdings kann m.E. ein pastorales Bedürfnis nach „stillen
Messen“ nicht von vorn herein für unzeitgemäß gehalten werden. Mich wundert vor allem, dass die großen
Orden nach 1965 „keine Lust“ mehr auf Latein hatten. Das ist viel merkwürdiger als die sofortige Akzeptanz
der „neuen Liturgie“ in den Diözesen.
#22 stat crux 12:23:49 | Mittwoch, 7. Februar 2007
@Tridentinus Sie berühren den entscheidenden Punkt: Eine allgemein verbindliche Einführung der von Mgr.
Lefebvre 1974 neu erfundenen, virtuellen „Tradition“ setzt einen tendenziell totalitären Staat voraus,
zu dessen Ideologie ein katholisch gefärbter Integralismus erhoben wird. Dieser hat aber keinen religiösen
Charakter sondern ist eine besondere Sumpfblüte des politischen Naturalismus des 19. Jh., die sich „übernatürlich“
geriert. In der wirklichen Kirche gab es diese Religion nie. Die lefebvresche „Tradition“ verhält sich
zur Tradition wie ein Suppenwürfel zu einer Frühlingssuppe. Um daraus wieder Suppe zu machen, müsste
das lebendige Wasser der wirklichen Tradition her.
#18 stat crux 12:12:00 | Mittwoch, 7. Februar 2007
„das Gift“ Es gab bereits vor dem Konklave 1963 eine berühmte Predigt, wohl in der „missa pro eligendo
pontifice“, den Namen des Predigers habe ich vergessen, die forderte „Zurück, Marsch, Marsch“. Aber das
war damals schon ahistorisch und unmöglich. Aus solchen „Analysen“ einer virtuellen Kirchlichkeit guter
alter Zeit (die es nie gab) speist sich heute gottlob nur noch ein sektiererisches Verhalten am Rande
des Geschehens, das niemals dominant werden wird und es in Wahrheit auch nie war. Fellay ist am Ende;
und er weiß es. Rom wird es um Rückgewinnung vaganter Kleriker gehen, nicht um „Gift“ oder Gegengift:
Rückkehrökumene für Antiökumeniker, sozusagen.
#39 stat crux 10:26:43 | Mittwoch, 7. Februar 2007
Johannes XXIII. in einer Würdigung von Jean d’Hospital (1969): „Was werfen ihm die Konservativen vor,
deren Masse kompakt und betriebsam bleibt? Dass er so unvorsichtig war – für einen Papst ein Verbrechen
–, die zweitausendjährige Kirche, deren Leitung er übernommen hatte, auf Wege zu führen, von denen
es kein Zurück gibt; dass er den Ökumenismus eingeleitet und sein Wihlwollen jenen geschenkt habe, die
als Gottesleugner alle Religionen bekämpfen – als wäre die tatsächliche Krise der katholischen Welt
eine Folge seiner Herrschaft, während sie doch schon vorher offenkundig war; dass er, gemäß einem in
traditionalistischen Kreisen geläufigen Ausdruck, „den Laden in Verruf“ gebracht und geglaubt habe, mit
Güte komme man in der Regierung weiter, indem er sich aus den beiden großen christlichen Abwegen, die
man Integralismus und Progressismus nennt, heraushielt.“ (J. d’Hospital, Drei Päpste, dt. 1971, S. 171)
#102 stat crux 10:16:23 | Mittwoch, 7. Februar 2007
@Konrad Außenwirkung? Was heißt denn hier Außenwirkung? Ein obskurer Webauftritt mit ca. 500 Lesern
verschafft doch keine „Außenwirkung“! Zu einer anderen Zeit hatten Sie, Hw., richtig erfasst, dass das
hier reine Zeitverschwendung ist. Der einzige Nebeneffekt ist, dass man doch lernt, welche „Kirche“ das
Konzil für immer verabschiedet hat. Aber „außen“, das ist viel weiter weg…
Wenn beim „Wort zum Freitag“ der Koran so lächerlich gemacht wird wie das Evangelium beim „Wort zum Sonntag“,
dann könnte es bald Bomben auf das ZDF regnen.
@Katharina L. Bei den Anforderungen von kreuz.net an Bischofskandidaten wäre wohl ein Mindestalter von
135 J. vorzusehen (und ein Zertifikat des Instituts für publizistischen Nachwuchs, dessen Förderkriterien
nicht zu genügen).
@Romulus Sehr richtig. Das sind Möchtegern-Inquisitoren, die nicht einmal zur Kenntnis nehmen, dass sogar
die „echte“ Inquisition nur von zuständigen Stellen nach rechtlichen Verfahren ausgeübt wurde. Als selbsternannter
Quasi-Inquisitor wird man nur irre und ist vielleicht irgendwann nicht mehr zurechnungsfähig. Mithin:
Wer nicht zuständig ist, ist auch nicht kompetent. Papst Benedikt wird jedenfalls z.B. Karl Rahner nie
einen Häretiker nennen, während Papst Paul VI. den Irrtum des Erzbischofs Lefebvre gültig festgestellt
hat, i.e. die einzige Lehrverurteilung des Dialog-Pontifikats (11.10.1976, Ap. Brief „Cum te“).
@Freinsberg Nein, ich meine kein echtes Verbot, sondern die Disziplinarmaßnahme, die dann als „Verbot“
kolportiert wurde. Das war irgendeine kurze Publikation der Gottesdienstkongregation von 1974 oder so.
@Katharina L. Ja. Da kommen wir zum eigentlichen Problem: Warum konnte das Interesse an liturgischer Hochform
auf Latein (genaugenommen innerhalb weniger Monate des Jahres 1964) derartig einbrechen, dass bis heute
keine Erholung in Sicht ist? Wahrscheinlich weil die Liturgiereform fast zu spät kam, also zu einem Zeitpunkt,
als der Sinn für die Liturgie im „gläubigen Volk“ bereits fast völlig ausgestorben war und nur noch
aus Gewohnheit an den Vorschriften festgehalten wurde. Und selbst die liturgische Bewegung war nicht ausgereift
genug, um den Verlust jedweder „Hochform“ abzuwehren. Wegen zu geringer Verankerung der „alten Messe“
im Volk war auch die Umdeutung der Reform in eine Art bürokratisch zu vollziehender Innovation (mit Regalmetern
an Vorschriften) so leicht möglich. Vorwürfe gegen Paul VI. etc. setzen ein Bild von Papsttum als absolutem
Herrscher voraus, das nie realiutätsnah war. Als ob ein einzelner Papst eine Liturgie „absachaffen“ könnte,
die wirklich gebetet wurde! Aber es wurde ja „in der Messe“ gebetet, statt „die Messe“.
@Freinsberg Wissen Sie denn auch, wann das so gen. „Verbot“ erging? Ich habe das mal im Buch von Bugnini
gelesen (dt. 1987) aber vergessen. Es war irgendeine rangniedrige Verlautbarung der Gottesdienstkongregation,
dass bis auf Weiteres keine Ausnahmen mehr gewährt werden (es gab ja 1970 ff. noch Ausnahmen, z.B. für
einige englische Priester); ich vermute, das war Herbst 1974 (weil Manifest Lefebvre vom 21.11.1974, „häretischer“
NOM). Dann hätte es nur knapp 10 Jahre „Repression“ ggü. der älteren Messform gegeben und seither „Indult“
(Großzügigkeit). Warum dann die ganze Polemik?
@Katharina L. Ihre Wertung des „Indults“ halte ich für richtig und auch im Wesentlichen für wenig korrigierbar.
Denn nach Pius XII. „Mediator Dei“ ist die Liturgie der „amtliche“ Gottesdienst der Kirche, in Abgrenzung
zur privaten Frömmigkeit. Da aber die liturgische Tradition einiges Gewicht hat, ist es pastoral sinnvoll,
dort, wo sich ein legitimes Bedürfnis zeigt, ältere Liturgieformen als privat bevorzugte Andachtsformen
„am Rande“ des amtlichen Gottesdienstes zu dulden. Für einen „Biritualismus“ ist trotz aller Änderungen
die Nähe des MR 1970 (2002) zum MR 1962 immer noch viel zu groß, wenn auch in der Praxis künstlich
verleugnet. Ein wirklich sinnvolles Prinzip liturgischer Pluralität innerhalb (!) desselben Ritus ist
aber m.E. noch nicht gefunden. Dafür bin auch nicht als Experte geeignet.
@Pünktchen Man kann ja sagen, dass der Zelebrant „in persona Christi“ als Gegenüber (des Dialogs?) herausgehoben
werden soll, wenn er hinter dem Volksaltar dem Volk gegenüber steht; aber m.E. bezeichnet diese Konstellation
gerade keine Gleichheit mit den Betern im Kirchenraum. @Ew. Sr. Die Anforderungen an den Zelebranten,
bei dieser Konstellation sich als Mittler „christozentrisch“ zu verhalten und nicht als Entertainer einerseits
oder Oberwächter andererseits sind recht hoch, unabhängig von den „Gefühlen“ der Beobachteten.
@Pünktchen Obwohl überhaupt gar kein Gegner des Volksaltars, leuchtete mir das Argument der „um den
Tisch versammelten Gemeinde“ nie ein, denn diese Behauptung setzt eine enorme Abstraktionsfähigkeit voraus.
„Eigentlich“ stellt sich der Priester hinter dem Volksaltar „gegen“ die Gemeinde auf und hat eine Kontrollposition
gegenüber den „Zuschauern“ inne. „Versammlung“ ist das ungefähr (ich übertreibe) so wie bei einer Militärparade
zum 1. Mai in Ost-Berlin, wo sich das Volk „um“ den Generalsekretär des ZK der SED „versammelt“. Man
sollte wenigstens offen sagen, dass diese Art der Zelebration den Zelebranten noch erhöht und eben nicht
(!) der Gemeinde annähert.
@Katharina L. Dass kreuz.net anscheinend Martin Humer und Engelbert Dollfuss für die beiden maßgeblichen
Heiligen des 20. Jahrhundert hält, das muss immer noch Verwunderung wecken. Was wohl ein maßgeblicher
Psychoanalytiker darüber sagen würde?
#110 stat crux 08:59:10 | Freitag, 2. Februar 2007
@Konrad Anscheinend haben Sie mich wieder missverstanden. Ich wollte Ihnen nicht Fixierung auf Klerusprobleme
vorwerfen, sondern für die Schwierigkeiten unter Priestern heute Verständnis signalisieren, ohne dass
ich wirklich „involviert“ bin. Zitieren Sie hier Guitton aus „Paul VI secret“? Das Buch würde ich Ihnen
sogar abkaufen, falls sie es nicht mehr benötigen!
#18 stat crux 11:15:31 | Donnerstag, 1. Februar 2007
@Wolfgang E. Endlich mal jemand, der zu differenzieren wagt: Hier Glaube, da politische Meinungen. Wer
die Himmelfahrt Mariä glaubt, der muss nicht gleichzeitig für die Atombewaffnung der Bundeswehr eintreten.
Wer sie nicht glaubt, ist damit noch lange kein Pazifist.
#97 stat crux 10:33:23 | Donnerstag, 1. Februar 2007
@Konrad Wie Sie wissen bin ich kein Theologe und halte mich aus wissenschaftlichen Fragen im engeren Sinne
deshalb raus. Mir geht es um „Macht und Gnade“, um das „Wort in die Zeit“, die Entwicklung des Glaubenslebens
inmitten der Kultur. Das ist ein Kreuzweg, ja, aber ein Weg der Verständigung. Rein klerusinterne Konflikte
und Frustrationen sind für mich nunmal von geringer Relevanz. Im übrigen habe ich Pius X. nicht den
I. Weltkrieg angedichtet, im Gegenteil: Er hat eine Misson gegen die heraufziehende Gefahr unternommen,
aber, als sie eintrat, da traten neue Fragen auf. Wer das bestreitet, der ist auf dem Weg, eine virtuelle
Kirche der sakramentalen vorzuziehen, wie respektabel die subjektiven Gründe dafür auch immer sein mögen.
Das Bleiben in der realpräsenten Communio ist Christenpflicht, oder etwa nicht?
#91 stat crux 08:59:38 | Donnerstag, 1. Februar 2007
@Konrad Da Sie das Leben Pius X. besser kennen als das Paul VI. setzen wir dort an: Als der Papst im Rufe
der Heiligkeit 1914 starb, hatte er die Katastrophe des 1. Weltkriegs vor Augen. Mit diesem Ereignis hat
sich die gesamte „Zeitsituation“ verändert (bis heute), so dass neue Antworten unumgänglich waren, die
freilich dasselbe Ergebnis anstreben: omnia instaurare in Christo; erreichen die „neuen Antworten“ dieses
Ziel schlechter als die „alten“? Das ist doch die Frage. Falls Ihre Prämissen zuträfen, müssten 2005
mindestens 1 Mio. Leute zu einer „alten Messe“ Bischof Fellays gekommen sein. Die jungen Leute kommen
aber zur Kirche. Völlig falsch kann der (differenziert) „antifaschistische“ Kurs des G.B. Montini mithin
nicht gewesen sein.
#12 stat crux 17:14:14 | Mittwoch, 31. Januar 2007
@P…: Für meinen Teil werde ich jetzt erstmal meine Schniefnase mit Salzwasser „duschen“ und dann noch
recht lange weiter arbeiten, um die hier vertane Zeit aufzuholen…
#72 stat crux 17:02:53 | Mittwoch, 31. Januar 2007
@Pünktchen Die Doppelung war Absicht. „Homo-ousios to Patri“ hatte Paul VI. absichtlich auf Griechisch
im Credo des Gottesvolkes (der unentdeckte „Syllabus“ des 20. Jh.) von 1968 stehengelassen. Weil es keinen
besseren Begriff gibt. Ich hätte auch schreiben können, wir müssen „Maggi“ wieder als „Maggi“ verstehen;
wobei logisch M. 1 das unverstandene, M. 2 das dann begrifflich verstandene Wort meint. „Man“ kann also
nicht sagen „Maggi“ meint EIGENTLICH „4711“. Ostern ist also nicht 4711, sondern Ostern. Nach allerhand
Interpretation, müssen wir zum Schluss wieder dieselben Wörter glauben können. Halleluja meint Halleluja
und nicht „gemäßigte Geilheit“. „In Adam omnes pecavisse.“ Auch das steht fest.
#69 stat crux 16:51:47 | Mittwoch, 31. Januar 2007
@thaumaturgos Die Privatmeinung von Prof. May ist hier genauso irrelevant wie meine: Nach meiner unmaßgeblichen
Meinung ist die Lefebvre-Bewegung die SCHLIMMSTE „Mutation“ (Wesensverwandlung) des Katholizismus aller
Zeiten, mindestens seit 1517. Weil nämlich unter Behauptung des Gegenteils die Tradition samt und sonders
verworfen wird. Alle anderen „Abspaltungen“ vorher haben Abstand genommen von Rom und DAS behauptet. Jetzt
wird „im Namen der Tradition“ das Gegenteil verbrochen, nämlich brutal moderner Subjektivismus in traditionell
anmutender Ästhetik. Die Repression gegen die „alte Messe“ haben diese Fehlnutzer derselben erzwungen:
Man kann die römische Messe nur mit-und-unter Papst + Bischöfen feiern, das sehen sogar Lutheraner,
Orthodoxe und Buddhisten ein. Wo „Missale“ draufsteht ist noch lange nicht „Missale“ drin, wenn ich aiuf
Protest gegen Konzil und Papst zelebriere. Zum Glück ist diese esoterische Abirrung quantitativ belanglos,
aber „qualitativ“ ein Erzübel. Denn letztlich zielt diese Bewegung gegen die Liebe, also gegen Gott,
Christus, Kirche, im Namen einer frei erfundenen „romanité“ eigenen Rechts.
#64 stat crux 16:37:23 | Mittwoch, 31. Januar 2007
@Pünktchen, nochmals Danke! :(3 Da könnte was dahinterstecken: Die Vorsicht, mit der Amerio jetzt erst
allmählich entdeckt wird, deutet wohl doch darauf hin, dass da ein paar fehlende Mosaiksteinchen zu finden
sind… Die schwache Seite bei Guitton bspw. ist, dass er zwar eine „Kritik der Kritik“ geleistet hat
(z.B. erledigt das Jesus-Buch, dt. 1961, das gesamte „historisch-kritische“ und „mythische“ Problem),
aber die Wiederanknüpfung an den Sprachgebrauch der Tradition bleibt unvollständig. Hier muss eine weitere
„Metakritik“ geleistet werden, die es erlaubt bspw. „homo-ousios to Patri“ wieder als „homo-ousios to
Patri“ zu verstehen, vermittelt durch vielleicht neue Erläuterungen, aber im Ziel auf den Begriff zurück,
non nova sed noviter.
#58 stat crux 16:13:52 | Mittwoch, 31. Januar 2007
@Pünktchen Jetzt gucke ich viel öfter hier nach, ob von Ihnen was Neues gekommen ist, als es meinen
Arbeiten guttut. Aber wiederum: Dankeschön! Wir bewegen uns allmählich auf die ganz zentrale Frage zu.
Wer bestimmt im Zweifelsfall ob (verheerende) „Wesensverwandlung“ oder (notwendige) Weiterentwicklung
vorliegt? Jawohl, das kirchliche Amt. Mir scheint also, dass die Stärkung der Hirtensorge der Hauptzweck
des Pastoralkonzils war. Und die „Adressaten“ (u.a. die Theologie) haben das auch sofort kapiert. Das
„aggiornamento“ sollte das Lehramt stärken; damit ist fast zwangsläufig eine Schwächung der „autonomen“
Theologie verbunden, die „in Dienst genommen“ wird. Die Revolte gegen die Botschaft des Konzils ging mithin,
denke ich, führend von vorkonziliaren Theologen aus, die „nicht dienen“ wollten. Andere (Balthasar, Lubac,
Congar) ließen sich aber „verpflichten“. Die Konzilsgegner von „rechts“ nehmen jetzt (aus entgegengesetzter,
aber ähnlich „autonomer“ Motivation) gern die Hermeneutik der Progressiven an, um DAMIT das konziliare
und (!) päpstliche Lehramt zugunsten ihres eigenen Urteils abzuwerten. Mithin ist Lefebvre ein „Mutant“,
nicht nur „Meuterer“.
#51 stat crux 15:13:50 | Mittwoch, 31. Januar 2007
@Pünktchen Vielen Dank für den Hinweis. Die wirklich schwierige Frage ist und bleibt aber, ob es überhaupt
Alternativen zu der Grundentscheidung zur „Änderung“ gab. J.H. definiert den Katholizismus geradezu so,
dass er allein zur Erneuerung-in-der-Identität fähig ist, d.h. es gibt eine Entwicklung, damit die wahre
Religion dieselbe bleibt. Der Mann ist immerhin schon 1878 zum Kardinal erhoben worden. Mein „Vorurteil“
über Paul VI. ist ja, dass er beides zugleich „hingekriegt“ hat, Festigung der Identität in Treue zum
missionarischen (!) Auftrag zu Erneuerung. Sonst wäre ein Pontifikat wie Joh. Paul II. nicht möglich
gewesen: volle Integrität des kath. Glaubens, zugleich aber „un umanesimo autentico“.
#26 stat crux 13:59:44 | Mittwoch, 31. Januar 2007
@Pünktchen Das Buch kenne ich leider nicht. Ich bin ja bekanntlich davon überzeugt, dass die Liturgiereform
„in letzter Minute“ kam; und wäre sie nicht gekommen, gäbe es heute gar keine Liturgie mehr, auch keine
Wiederentdeckung der Tradition (wogegen nichts einzuwenden ist, aber Massenbekehrungen mittels MR 1962
sind nicht zu erwarten). Mosebach etc. argumentieren ästhetisch und ahistorisch. Der Rufmord an Paul
VI. wird gern mittels der liturgischen Frage betrieben (die für rd. 99,985 % der nominellen Katholiken
gar nicht existiert), hat aber andere Gründe: Er war sozusagen „Christdemokrat“, das ist das Sakrileg.
#25 stat crux 11:26:28 | Mittwoch, 31. Januar 2007
@Gotthard Meine Wenigkeit möchte anhand irgendeines Beispiels nur mal erleben, dass der dt. Kathlizismus
sagt „Okay, machen wir“; ohne Nörgeln, Sichwinden, Anmerkungen, antirömische Spitzen. Denn das vorgetäuschte
Deutschtum des dt. Katholizismus ist doch in einem Zeitalter der Globalisierung extrem rückständig.
Gerade in einer wenig brisanten Frage könnte man doch mal „groß beigeben“ und sagen: Jawohl, Käpt’n,
wird erledigt. Ist außerhalb der kirchlichen Sphäre nicht ganz unüblich.
#27 stat crux 11:18:02 | Mittwoch, 31. Januar 2007
@Pünktchen Wenn es für B. B. so unerträglich ist zu gehorchen, könnte sie ja ihren Job wechseln. Allerdings
muss man anderswo eher noch mehr gehorchen. Es ist ja richtig, dass die Konfusion zwischen weltlichem
Dienstvorgesetzten („forum externum“) und geistlichen Fragen („forum internum“) auch heute noch viel,
viel Kummer provoziert. Aber das sind m.E. überwiegend typisch deutsche Sorgen, wo Vermögens- und Personalbestände
mit „Kirche“ gleichgesetzt werden. Die Versuchung ist zu groß, sich ausschließlich im Binnenmilieu zu
bewegen und („rechts“ wie „links“) immer dieselben Themen wiederzukäuen, die größtenteils „durch“ sind.
Es wird keine Frauenordination geben, keine flächendeckende Abschaffung des Zölibats, keine Preisgabe
der Ehemoral. Denn die Kirche folgt Christus, ihrem Herrn. Ohne ihn können wir nichts tun.
#21 stat crux 10:31:51 | Dienstag, 30. Januar 2007
@Pünktchen Die betroffenen Priester können nicht einmal dementieren! Konzentrieren wir uns mithin auf
das Thema „Beichte“ selber. Durch diverse Beichtgespräche „belastet“, bei denen zu viel Selbstbespiegelung
und Krisenerörterung vermischt wurde mit dem eigentlichen Bekenntnis, arbeite ich z.B. daran, genauer
zu unterscheiden, wo die eigentliche Sünde gegenüber Gott „sich versteckt“ im Unterschied zu bloßen
Obliegenheitsverletzungen ggü. dem eigenen „Idol“. Wenn jetzt ein Priester mit einer „guten“ Karikatur
eines skrupulösen Beichtkindes konfrontiert wird, so wird er erst einmal pastoral-gutmütig reagieren.
Das könnte die Falle gewesen sein, die diese „Beichtkinder“ hier aufgestellt haben.
#21 stat crux 10:23:02 | Dienstag, 30. Januar 2007
@Brigitte Die Enstehungsgeschichte von Wir-sind-Kirche sehe ich etwas anders. Zuerst haben die Bischöfe
gesagt: „Wir sind Kirche“ (ohne Rücksicht auf den Papst, z.B. holl. Katechismus 1966 oder Königsteiner
Erklärung 1968), dann hat der Klerus gesagt: „Wir sind Kirche“ (ohne Rücksicht auf die Bischöfe) bspw.
durch liturgische Experimente oder Generalabsolutionen. Dann hat das Zentralkomittee der Kathelicken gesagt.
„Wir sind Kirche“ (Würzburger Synode) UND DAS konnte den eher linksgewirkten Elementen der 1970er und
80er Jahre (mit Recht) nicht genügen. Das Konzil aber wollte eine christozentrische Kirche: Quo vadis,
Domine?
#18 stat crux 10:14:13 | Dienstag, 30. Januar 2007
@Pünktchen Aber, immerhin, die Beichte hat es auf die Titelseite geschafft. Das Interesse erwacht wieder!
Die typische vorkonziliare Pflichtbeichte zu Ostern war in etwa so: „Ich habe mich bei 1 unkeuschen Gedanken
ertappt und voriges Jahr mal die Sonntagspflicht versäumt.“ Im Vergleich dazu: Dürfen wir uns freuen,
dass sich allmählich rumspricht, dass es nur Beichtendürfen gibt, nicht Beichtenmüssen. @Konrad Lesen
Sie mal „Summi Dei Verbum“, Paul VI. über die Priestererziehung im Seminar (4. 11. 1963), unter www.vatican.va,
Apostolische Schreiben II.
@Benedikt Marcel gerät ja schon außer Fassung, wenn man ihm (aus Höffners Gesellschaftslehre) vorhält,
dass schon F. de Vitoria jedwede Theokratie im Namen Christi verspottet hat. Und sie wäre pure Sophisterei:
Nie und zu keinem Zeitpunkt hatte z:B. der „dictatus papae“ Gregor VII. zu einer administrativen Alleinherrschaft
von Papst und Bischöfen geführt und das auch nicht im Sinn. Der um 1075 formulierte „Generalvorbehalt“
zielt dem Sinn nach bereits gegen das, was wir heute erst (unter dem Druck der Heraufkunft der Massen)
als Totalitarismus identifizieren können. Die Christkönigsherrschaft hält das Fenster nach „drüben“
offen, zur übernatürlichen Bestimmung des Menschen(-rechts). Damit ein (virtuelles) Regime rechtfertigen
zu wollen, das ist blanker Hohn, sogar Blasphemie. Für mich ist die SSPX ein Sammelsurium selbstgenügsamer
(!) Lästerer.
@Tridentinus Was „pro multis“ betrifft, so wäre (für Europa nördlich der Alpen) ein härtes Vorgehen
m.E. vorzugswürdig gewesen, sozusagen als „Kraftprobe“, ob die Bischöfe überhaupt gehorchen wollen.
Also: ab 2.2.2007 „für viele“, basta. Das meine ich gar nicht theologisch, denn „für alle“ halrte ich
für unproblematisch. Aber an irgendeinem Punkt muss mal Disziplin anfangen. Wenn schon wegen „pro multis“
der Aufstand ausbricht, dann weiß die Öffentlichkeit jedenfalls, dass der Katholizismus hierzulande
nur virtuell „zu fürchten“ ist. Zu Mosebach: Dessen Argumentation ist bekanntlich brutal und ahistorisch.
Wenn Paul Badde dem auf den „Leim“ geht: sehr schade.
#18 stat crux 18:07:38 | Donnerstag, 25. Januar 2007
Alexander VI. trotz persönlich zweifelhaftem Lebenswandel (und ohne hier das Scheitern seiner Pläne
für Cesare Borgia zu bewerten): Sogar diesem (!) Papst fällt keinerlei doktrinäre Entgleisung zur Last.
Und das soll unwichtig sein?
#35 stat crux 18:01:36 | Donnerstag, 25. Januar 2007
Und wenn das zwanglose Leben… dann wieder den Zuckerspiegel hochtreibt, wird sich der Entzwangsbejackte
vielleicht an Frau Hessling schadlos halten. „Gewissensgründe“ für den nächsten Schwenk werden sich
wohl finden. Welche kuriose Komplexe treiben wohl die eine oder andere dazu, sich einen zuckerkranken
Priester „sichern“ zu wollen? Das „junge Glück“ sieht andernorts doch anders aus…
#12 stat crux 17:56:38 | Donnerstag, 25. Januar 2007
@Benedikt Sehr richtig. In der Besessenheit des Journalismus hinsichtlich „Kirche + Kondom“ etc. spiegelt
sich wohl ein Rest von dem, was man früher „Gewissen“ nannte. Denn EIGENTLICH weiß jede/r, was ungeordnetes
Triebleben für Kummer bedeutet. Überall.
Hallo, Herr Guttenberger! Eine differenzierte Sicht von Historie „packt“ kreuz.net nicht. Hier steht man
auf dem verkürzten Standpunkt, die Offenbarung fließe aus Schrift und Tradition (= Islam). In Wahrheit
geht die Offenbarung beiden Quellen ihrer Überlieferung voraus, vgl. Dei Verbum (V 2).
@G.M.M. Völlig richtig! Da mit 1,1 Mrd. Katholiken auf der Welt wahrscheinlich die Zahl der lebenden
zur Papstkirche gehörenden Gläubigen größer sein dürfte als die Gesamtzahl aller über mehrere Jahrhunderte
hinweg, ist der schlichte Zuwachs an Kanonisationsverfahren m.E. sogar notwendiges „Zeichen der Zeit“;
nur übereilen (!) sollte Rom die Verfahren nicht.
#8 stat crux 18:19:34 | Donnerstag, 18. Januar 2007
Renaissance? Nein Danke. Die Renaissance war u.a. Zeit der Neuheidentums, der Alchemie, des Hexenwahns…
Nein, Herr Mosebach, uns blüht keine katholische Renaissance, sondern „la civilt’a dell’amore“ (Paul
VI. am 18. Mai 1975).
#10 stat crux 18:14:31 | Donnerstag, 18. Januar 2007
@Kurti „sie theologen, dass sich die Balken bogen“ Seit Heisenberg (1927) wird sowieso anders über Naturgesetze
gedacht als zuvor. Es gibt kein wissenschaftliches Dogma, das dazu zwingt, Jesu Wunder in Mythen umzudeuten.
#29 stat crux 18:06:54 | Donnerstag, 18. Januar 2007
Wer mal Wegweisendes über Priesterbildung lesen will, sollte sich das Apostolische Schreiben „Summi Dei
Verbum“ von Papst Paul VI. vornehmen (vom 4. Nov. 1963); topaktuell.
#32 stat crux 16:29:28 | Donnerstag, 11. Januar 2007
@Athanasius über Guitton / Paul VI.: Beachten Sie „soweit wie möglich“… Was soll denn daran häretisch
sein, wenn 1 von 4 Hochgebeten anglikanerfreundlich ist und 1von 4 „pro-orientalisch“; dann sind immer
noch 2 typisch römisch (I, III). Dem „Kalvinismus“ sollte der neue Ordo Missae jedoch nicht angeglichen
werden; das ist wohl als ein Versprecher zu deuten.
#72 stat crux 16:12:13 | Donnerstag, 11. Januar 2007
Schöpfungsgeschichte Im Unterschied zu einem Schöpfungsmythos erhebt die biblische Schöpfungsgeschichte
m.E. durchaus den Anspruch, wesentlich wahrhaftige Aussagen mit rationaler Bedeutung über in der Zeit
vollzogene Vorgänge zu treffen. Da ist allerhand in der Schwebe, diffus, voreilige Gleichsetzungen sind
zu vermeiden, aber der Wahrheitsanspruch „betrifft“ die Geschichte, ist nicht nur „Lobpreis“ oder Symbolik.
Beispielsweise ist die Schöpfungsgeschichte mit der Darstellung des Werdens der Schöpfung dem Evolutionsgedanken
bei weitem näher als antike Mythen über den Ursprung der Welt. Im Detail bleibe ich hier aber gern inkompetent.
Aber wenn wahrscheinlich irgendwo eine einzige (!) Zellteilung die erste war, warum dann nicht auch der
Monogenismus?
#46 stat crux 16:02:04 | Donnerstag, 11. Januar 2007
@Pünktchen Der 1. Weltkrieg kostete „nur“ 10 Millionen Opfer. Gibt es Schätzungen, wieviele Abtreibungen
in Europa in den letzten zehn Jahren verübt wurden?
@Benedikt Marcel will in dem Genörgel von 1966 und in dem Schwachsinn von 1990 unbedingt „Prophetie“
wittern. Argumentativ ist das Gebräu jedoch ungefähr so schwer zu widerlegen wie Tinnitusgeräusche.
Wenn man sein krankes Ohr für ein Orakel halten will…
@Konrad Selbst wenn das II. Vatikanum nichts Positives erbracht hätte (ich sehe das bekanntlich ganz
anders) außer das Pontifikat Wojtyla: Schon dafür hat es stattfinden müssen.
@Marcel Da Sie mich schon unter falschem Namen ansprechen, muss ich auch mit diesem antworten. Was zeichnet
„Beobachtungsfähigkeit“ aus? Können Beobachtungen divergieren? Kann sich die eine Deutung der Beobachtung
bewahrheiten, eine andere hingegen nicht? Ohne abermals die gesamte Problematik aufrollen zu wollen: Der
integralistische „Knick in der Optik“ müsste Ihnen doch spätestens dann zu schaffen machen, wenn sich
NICHT bewahrheitet, dass ungezählte Staaten (!) „sich zur Hölle hinabbewegen“ (so M.L. in seiner letzten
Predigt am 1.11.1990 zu Ecône). Aber selbst eine entgegengesetzte Bewegung würden Sie wohl als Höllenfahrt
„beobachten“ (interpretieren)? Sehen-urteilen-handeln? Weit gefehlt.
@Alex, Nachtrag Dr. Otterbeck ist theologisch nicht „kompetent“ (im Sinne von zuständig), sondern „nur“
kirchlich interessiert… Insoweit muss sich Dr. R. nicht von ihm belehren lassen, allerdings sollte er
Aussagen von Benedikt XVI. nicht ganz so a priori verwerfen. Dazu fehlt nämlich auch ihm die Kompetenz,
wie mir.
@Thauma… Nicht zuletzt der Fall M.L. Nachf. hat dazu beigetragen, dass selbst allertreueste Katholiken
die Exkommunikation für einen nunmehr in dasn Belieben subjektiver Annahme gestellten Ausspruch halten,
alsi sie nicht als „Kündigung“ deuten, sondern als „Angebot auf Abschluss eines Aufhebungsvertrags“.
Deutlicher lässt sich der Siegeszug der persönlichen Religionsfreiheit inmitten der catholica kaum demonstrieren…
@Katharina L. Eine der deutschen „vergleichbare“ strafrechtliche Aufarbeitung ginge nicht sehr weit: Kein
einziger Richter der ns. Zeit wurde strafrechtlich zur Verantwortung gezogen.
@HansUrs Die relevante Reichweite „der Anti-V2-Sekte“ (SSPX) beträgt ca. 100.000 Personen, weltweit.
„Ideologisch gefestigt“ sind vielleicht 20% davon. Das eigentliche Problem sind aber, die ca. 450 vaganten
Kleriker, die „neue Märkte“ für ihr Produkt erschließen könnten. Übertroffen wird das Anspruch-Leistungs-Verhältnis
allerdings noch von kreuz.net, das sich mit angeblich 400 Lesern für das Zentralorgan „katholischer“
Nachrichten hält, dem kein Anspruch „eine Nummer zu groß“ zu sein scheint. Der Größenwahn von St.
Afra??
#4 stat crux 11:36:20 | Samstag, 30. Dezember 2006
@Goesche „vollbusig“ sind mancherorts nicht nur Ministrantinnen, sondern mitunter auch wohlgenährte Seminaristen.
Man sollte in das Propädeutikum vielleicht gelegentlich eine Adipositas-Therapie integrieren. Trau keinem
Priester über 30 BMI („body-mass-index“).
#9 stat crux 11:29:34 | Samstag, 30. Dezember 2006
@Sozkath, again Vielleicht hat B. B. in ihrer Kindheit noch Maialtäre geschmückt, aber eine Christusbegegnung?
Unwahrscheinlich. Ihren „Rabbi Jesus“ hat bekanntlich Ernest Renan frei erfunden, in der Nachfolge der
Leben-Jesu-Forschung und der Vernunftreligion eines Reimarus (+ 1768). So betagt sind diese Forderungen!
#110 stat crux 11:26:15 | Samstag, 30. Dezember 2006
@Sozkath Erläutern Sie doch bitte mal, warum es keine weltweiten Massenproteste gegen die Liturgiereform
gab, wenn die „alte Messe“ doch angeblich so fest im Volk verankert war. Nicht die Liturgiereform ist
schief gelaufen, sondern die liturgische Krise war viel, viel tiefer als dass sie noch durch Gesetzgebung
hätte behoben werden können. (Und die fanatischen Gegner des NOM wollen die Krise (!) festschreiben,
indem sie Liturgie umwandeln in die Initiation weniger Eingeweihter.) Aber seien wir zuversichtlich, das
Erwachen der Kirche in den Seelen hat ja gerade erst begonnen, die liturgische Bewegeung hat soeben erst
ihr Propädeutikum hinter sich. Wetten dass?
#7 stat crux 11:19:18 | Samstag, 30. Dezember 2006
@Brigitte „Das kleine Wort LIEBE des Rabbi Jesus“ eignet sich nicht für das Kryptofeuilleton pastoral“theologischer“
Binnenkommunikation, es sei denn, es ist mit dem Wort vom KREUZ identisch. Guten Rutsch, liebe Selbstreferentin!
#14 stat crux 11:12:07 | Samstag, 30. Dezember 2006
@Pünktchen „Reiche Ernte an Berufungen“ findet überall dort statt, wo ein modernes priesterliches Profil
alles Gute der Tradition integriert. „Modern“ heißt hier: Befähigt im heutigen Umfeld authentisch priesterlich
zu handeln. Das ist Priestertum ohne beamtenhafte oder pädagogische Zweckentfremdung (Kaiser Joseph II.
(Wien): „Die Kirche ist eine Abteilung der Polizei.“ So ähnlich sah das auch Friedrich Wilhelm III. von
Preußen, Summus episcopus der preußischen Kirchenunion), aber eben auch Priestertum, kein selbstreferenzielles
theologisches Expertentum. Denn damit können die Leute oft weniger anfangen als mit Horoskopen zure Hochzeit
oder Bleigießen an Sylvester. „Man“ will das Wort Gottes hören, das Evangelium, keine Theologeleien.
#106 stat crux 10:50:43 | Samstag, 30. Dezember 2006
@Konrad Man sollte doch einräumen, dass Exz. Marini mit der Einführungsmesse des Papstes eine gute Leistung
vollbracht hat. Die beiden „Quasi-Krönungsmessen“ von 1978 waren vergleichsweise unbeholfen, weil Joh.
Paul I. zwar die Krönung abgeschafft hat (abgeschafft hat diese nicht Paul VI!), aber kein adäquater
„Ersatz“ bereitstand. Dasselbe gilt für Oktober 1978. Die Hervorhebung der „hohepriesterlichen“ Funktion
des Pontifex 2005 durch das altkirchliche Pallium ist eine gelungene Innovation und die liturgischen Texte
fügten sich gut zusammen (vorausgesetzt, man hält NOM nicht für häretisch). Die neueren Päpste haben
auch die ferula Paul VI. mit Kruzifix um die ganze Welt getragen. Im Rückblick auf die Bilderflut unserer
Zeit wird man den Papst nicht mehr mit einem „diesseitigen“ Priesterkönig verwechseln können, denn fast
stets ist der Gekreuzigte mit im Bild. „Vicarius Christi“ kann priesterlich nur so „übermittelt“ werden,
nicht mit Drei- Vier- oder Fünffachkronen. Sic transit gloria mundi.
#142 stat crux 16:46:22 | Freitag, 22. Dezember 2006
@MC: Danke, auch so! Sie hatten sich andernorts als „Fan“ von Louis XX. geoutet (also nicht einmal „Orléanist“,
sondern „Legitimist“, wenn ich die Feinheiten richtig kapiert habe). Aber keine Sorge: Ich verwechsele
den Monarchismus und ständestaatliches Denken nicht mit der „Hitler-Bewegung“ und ähnlichem, trotz des
Schwarzweißrot des Webauftritts. Grüße nach Berlin!“
#21 stat crux 16:38:12 | Freitag, 22. Dezember 2006
@Athanasius: Ottaviani war gar nicht „so“. Die Ultratradis machen immer und immer wieder den vehementen
Fehler, dass sie die Kritik von „links“ wie ein Fotonegativ verwenden und ins „Positiv“ umwandeln. Ottaviani
hat schon unmittelbar nach dem II. Weltkrieg die Forderung formuliert „bellum est omnino interdicendum“
(vgl. GS Nr. 82), ausserdem war er wesentlich in der Sache Feeney mitdrin („implizites Votum“). Er eignet
sich ebensowenig als Gallionsfigur wider Dignitatis humane wie Pius X. sich als Feind jedweder Liturgiereform
interpretieren lässt. Aber das ist den „Brüdern“ ja wurscht. Der okkulte Hermetiker liebt „l’art pour
l’art“.
#30 stat crux 16:17:21 | Freitag, 22. Dezember 2006
P.S.: Was „Christkönig“ bedeutet, das hat Papst Benedikt gerade heute wieder vor den Kurienmitarbeitern
bekräftigt: Gebet und Arbeit wider die Diktatur einer positivistischen „Vernunft“, die Gott und den Menschen
kein Recht auf Wahrheit und Freiheit zubilligen will.
#392 stat crux 15:47:45 | Mittwoch, 20. Dezember 2006
@Katholikos Das Kreuz Christi wird von kreuz.net täglich geschmäht. Wollen wir nur hoffen, dass Dr.
Gerald Goesche (Berlin) nicht der Drahtzieher dieses Auftritts ist. Zuzutrauen ist es dem selbsternannten
Philipp Neri von Berlin allerdings. Sie sehen das Schwarzweißrot des Webauftritts –- und dann der Gekreuzigte
in „Schräglage“? Sehr subtil, bodenlos frech. Dieu le veut? Im Gegenteil!
#12 stat crux 15:41:52 | Mittwoch, 13. Dezember 2006
@Carlo Die Entscheidung eines Papstes, eine Selig- oder Heiligsprechung vorzunehmen, galt auch „vorkonziliar“
als quasi unfehlbar. Wenn Sie konsequent wären, müssten Sie einräumen, dass Ihr Begriff von „Papsttum“
nur virtuelle Qualität hat.
#65 stat crux 15:01:59 | Freitag, 8. Dezember 2006
@Athanasius Ihnen dürfte doch wohl aufgefallen sein, dass Dr. O. sich immer noch bemühte, im Dialog
„mitzuhalten“. Die Kommentare unter „no comment“ verfolgen hingegen überhaupt keinen „didaktischen“ Zweck
mehr, wenn sie auch (zwangsläufig??) nicht sämtlich völlig redundant sind.
#55 stat crux 17:56:58 | Donnerstag, 2. November 2006
„Mon Dieu. Je vous aime!“ Ja. Alexandra, das ist das Lied der Heiligen; nicht das Tschingdarassa aus blechernen
Kasernenhoflautsprechern. Meine E-Mail=Adresse: DrOtterbeck@web.de
#17 stat crux 17:50:35 | Donnerstag, 2. November 2006
@Breze Macht nichts. Wenn die „Piusbruderschaft“ die Macht ergriffen hat, werde ich sowieso nach Madagaskar
deportiert und muss Steine klopfen. Denn deren „Christkönig“ ist nicht unserer.
#16 stat crux 17:47:39 | Donnerstag, 2. November 2006
Marcel sich sein Reich Über die „Grundsatzerklärung“ kreuzten wir schon vor Monaten „nett“ übereinander
her. Nach nicht ganz unmaßgeblicher Lesart droht Ihr Idol darin jedem Mitfeiernden des NOM die Hölle
an. Das (!) musste von befugter Seite als „Rauch Satans“ identifiziert werden (cfr. „Cum te“, 11.10.1976;
vatican.va, Paul VI, Briefe)
#12 stat crux 17:30:34 | Donnerstag, 2. November 2006
Nr. 1539 Nach meinem etwas unsicheren Wissensstand gibt es überhaupte keine Defibnitionen zu den natürlichen
Voraussetzungen der Glaubens- und Sittenlehre (also auch keine amtlichen „Definitionen“ zum Begriff des
ehelichen Aktes, zur Unmöglichkeit der Frauenordination, dgl.). Die Ablehnung der sündhaften Praktiken
beruht, wie auch die christliche Ehemoral und der Inbegriff des Priestertums, unmittelbar auf dem biblischen
Zeugnis. Wer sich von der Bibel belehren ließe, würde das nachvollziehen.
Sehr richtig, G.M.M.! Den Worten aus Lisieux ist zuzustimmen. Die Deutung des Konzils einer kirchenrechtlich
illegalen Gruppe (cfr. Raymund Noll über den Fall Lefebvre, Münster 2002) zu überlassen? Ca ne marche
pas. @Athanasius Wo nehmen Sie denn dieses Guitton-Zitat her? Papst Johannes kann (falls überhaupt) nur
gemeint haben: das Konzil zu Ende führen! Was hier immer verunglimpft wird als „Geist des Konzils“, das
ist der vorkonzilare (!) Geist des Holl. Katechismus (vorbereitet weit vor dem Konzil). Im übrigen nützen
gerade die Schreihälse von rechts weidlich aus, was das Konzil überhaupt erst ermöglicht hat. „Vorkonziliar“
hätte man mit dem Lefebvre-Subjektivismus viel zügiger aufgeräumt (vgl. die Exkommunikation von Hans
Barion wegen Antisemitismus-Verdachts durch Pius XI.) .
#25 stat crux 17:37:14 | Mittwoch, 25. Oktober 2006
Bernado, Ihre Antwort hier: sehe ich erst heute. Das wäre doch ein Projekt für das Institut Philipp
Neri mal in den Quellen des MR 1970 zu wühlen und die Ursprünge des „euchologischen Materials“ (O-Ton
Bugnini) aufzuklären.
#26 stat crux 16:17:32 | Mittwoch, 25. Oktober 2006
Bernado, wenn Ihr Chef so loyal ist, wie Sie sagen, dann könnte er doch zumindest mäßigend Einfluß
nehmen, dass so ein sprachlicher Super-GAU nicht mehr vorkommt. Denn: jede Wette, er (!) kennt jeden der
Redakteure von Kreuz.net. Um was wollen Sie wetten??
#41 stat crux 16:14:15 | Mittwoch, 25. Oktober 2006
Ach, Zwobbel, Ihr Enthusiasmus in Ehren: Aber was zeichnet die „Extreme“ aus? Eine totale Rechtsignoranz.
Erfolgsrezept der römischen Kirche war es gerade, den Rechtsgedanken im Lichte des Evangeliums fruchtbar
zu machen. Wer auch immer einem Ortsbischof a priori das Recht bestreitet, eine Zelebration zu untersagen,
ignoriert einen wesentlichen Faktor kirchlicher Wirklichkeit. Das ist oft unbequem, aber zur rechtlich
gebundenen Kirche gibt es keine Alternative, es sei denn man bindet die Religion „sofort“ an den Staat
(real: Luthertum, virtuell: Lefebvres Leitidee). Und was Ihr Lieblingswort „Modernismuas“ betrifft: Lesen
Sie mal – M.J. Lagrange OP, M. Loisy et le modernisme. a propos des „memoires“, Paris (Cerf) 1932.
Nee, Atha… Das ist keine Frage von Mehrheit oder Minderheit sondern Frage nach der Grenzlinie zwischen
„amtlicher“ Liturgie (cfr. Mediator Dei) und privater Frömmigkeit. Wo die private Frömmigkeit einer
bestimmten Gruppe ein berechtigtes pastorales Bedürfnis nach Rekonstruktion der ehemals amtlichen Liturgie
vorträgt, kann dem entsprochen werden. Amtliche Form des Ritus ist aber die „massentaugliche“.
„Modernistische Flachköpfe“ Bernardo: Lesen Sie doch mal, was P. Lagrange zu Loisy und dem Modernismus
schrieb (1932). Das täte der Klärung der Begriffe gut. Was „Ihresgleichen“ alles mir Modernismus bezeichnet,
das ist ein ebenso virtuelles Konstrukt wie die „Tradition“, die Lefebvre am 21.11.1974 bei günstiger
Gelegenheit neu ausrief, nämlich ein plattes Produkt des Augenblicks, ein kirchenintern politisches Ressentiment,
manchmal auch einfach nur Hass beleidigter Flachwichtigtuer.
Prozente, Promille, Regelmäßigkeit, Gehässigkeit: Bernardo, die Zahlenspiele bringen doch nix; und
es ist auch nicht „gefährlich“, wenn die alte Messe auf Interesse stößt. Gefährlich ist es, sie zum
Ritual zu verfälschen und damit dem Missionsbefehl Jesu im III. Jtsd. (vorsätzlich, wie ich vermute)
pastorale Blockaden entgegenzusetzen. „Ihresgleichen“ sollten den Essentialia der Religion ein bisschen
mehr Aufmerksamkeit widmen und „liturgischen“ Orgien etwas weniger Sport.
66,3% erzielt die „alte Messe“ vermutlich auch in diesem Forum (mehr nicht). Gestern erlebte ich eine
Messfeier auf Chinesisch (!). Trotz der absoluten Fremdsprache war der persönliche Gewinn größer als
bei dem levitierten Hochamt der „una voce“ am 14. Oktober. Man wird mir antworten, der „persönliche Gewinn“
zähle nichts, es komme auf die korrekte Durchführung des Rituals an. In Wahrheit aber ist auch die Rest-Existenz
der alten Messe nur um des persönlichen Gewinns derer willen statthaft, bei denen ein pastorales Bedürfnis
nach Rekonstruktion der vormals amtlichen Liturgie vermutet werden kann (und das sind ca 0,02% der Katholiken).
Mehr nicht.
#79 stat crux 18:40:58 | Mittwoch, 18. Oktober 2006
Die „Tradition“ der SSPX ist ein plattes Produkt des Augenblicks. Sie erblickte das Licht der Welt mit
Manifest des Gründers Lefebvre vom 21.11.1974; Verfallsdatum: ca. 21.11.2014. Wetten dass??
#23 stat crux 18:38:47 | Mittwoch, 18. Oktober 2006
Volltreffer, Propst Gösche! Wieder alle versammelt, um je ihre Statements abzugeben. Man hat nicht zuletzt
durch kreuz.net gelernt, dass der von P. Lingen gelehrte Katholizismus nur aus P. Lingen besteht, er sich
also selbst verflucht, wenn er Pius X. gegen andere zitiert (dessen Kartechismus übrigens keinen Unfehlbarkeitsanspruch
formulierte; heute hätte derselbe das Kompendium promulgiert; wetten?).
#77 stat crux 16:02:01 | Mittwoch, 18. Oktober 2006
Lieber Dr. Heger, wozu soll die Verschwörungstheorie denn führen? Probieren wir es mit einer „Wahrunterstellung“:
Bugnini = Freimaurer, NOM = Anschlag auf die Liturgie, Paul VI. = Strohkopf, ammer Irrer. Ergebnis: Mit
an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit hat Christus seine Kirche fallengelassen. So ungefähr mag
wohl der „Ruf“ gewesen sein, den Exz. Lefebvre in alten Tagen verspürte. Hätte er sich doch an den Rat
von P. Pio gehalten!! Schweigen, Schweigen, Schweigen. Täte uns auch ganz gut.
#50 stat crux 15:58:16 | Mittwoch, 18. Oktober 2006
@Heggi: Wirkungsgrad gleich Null! Endlich ein Anfang von Einsicht: Die „35 Jahre alte Tradition“. Das
ist sie: 35 Jahre alt! Genauer: Geburtstag 21.11.1974 = bald 32… („il manifesto“); Antwort des Hl. Vaters
vom 11.10.1976: „absolut falscher Traditionsbegriff“. Daher: Wirkung nahe Null (außer als Störfaktor
gegenüber dem kirchlichen Amt); die „Druidenfabrik“ von Econe hat nicht die Spur einer Chance außerhalb
ihres pharisäisch-kranken Spezialmilieus. Wetten dass?
#48 stat crux 15:47:35 | Mittwoch, 18. Oktober 2006
Zwobbel: „noch unterrepräsentiert“?? Die so gen. „Familie der Tradition“ hat in Asien und Südamerika
NICHT DEN HAUCH EINER CHANCE, es sei denn, sie will in den Gewässern des protestantischen Fundamentalismus
fischen. Wird aber auch nicht hinhauen.
#75 stat crux 15:44:45 | Mittwoch, 18. Oktober 2006
Hw. Lochner, Feuer einstellen! Falls Sie dieses Forum lesen: Dann lesen Sie bitte auch Bugnini im Originaltext
(Herder 1987). Er offenbart seine eigenen Absichten, mitunter etwas zwischen den Zeilen, dass es für
eine korrekte Kritik völlig ausreicht. Da muss keine Kolportage von wegen Bugnini = Freimaurer, Anschlag
auf die Liturgie, Erpressung des Papstes etc. hinzutreten. Paul VI. kannte die „Heckenschützen“. Er musste
die Lituergiereform mit Hilfe eines „Machers“ durchziehen, manche Unstimmigkeit billigend in Kauf nehmen.
Eine realistische Alternative gab es (gerade angesichts der fanatischen Kritik der „Rommarschierer“) nicht;
gibt es auch heute nicht. Übermütig wurde Bugnini, als er den 3. Kardinalpräfekten ausmanövrieren
wollte, um eine „permanente Liturgiefabrik“ zu installieren. Deshalb musste er gehen. Aus Mangel an Einsicht
hat er aber selbst dazu beigetragen, die Absetzung auf eine (falsche) Denunziation betr. Logenmitgliedschaft
zu reduzieren. Dieser Hochmut ist peinlich genug; Verschwörungstheorien hingegen: sind krank.
#46 stat crux 15:35:48 | Mittwoch, 18. Oktober 2006
Rechnungen, Zahlenspiele: Benedikt et al. Wirklich interessant ist doch die frappant niedrige Zahl von
„Benutzern“ der Anstalt SSPX („Bruderschaft“ ist glatt irreführend). Eine x-fache Überklerikalisierung!
Man kann „klerozentrisch“ jubeln, wie wunderbar viele „Berufungen“ die Lefebvristen herausgepresst haben.
Aber wozu?? Wirkungsgrad tendiert gegen Null. Allein die frz. Neugründung Congregation St. Jean (1975)
hat gleichfalls rd. 500 Priester hervorgebracht. Der Vergleich zieht! Denn die wollen nur ein bestimmtes
Charisma innerhalb der Kirche leben. Die selbsternannte „Schutzstaffel“ des Tridentinums (in Wahrheit
eines Integralismus, der sich nie auf das Tridentinum stützen dürfte) sieht sich als „Zentrale des Universums“,
blanker Hochmut! Aber „Zulauf“ kriegt der Verein nur von angeknacksten Esoterikern, die im „Wassermannzeitalter“
ein katholisch inspiriertes Ritual dem Stühlerücken und Tarotlegen vorziehen; im übrigen: Unfruchtbar!
Konstruktive Kritik am II. Vatikanum hat ausgerechnet Jean Guitton geübt, der als 1. Laie am 3. Dezember
1963 (anlässlich der 300-Jahr-Feier des Tridentinums) auf einem Konzil sprechen durfte. In späteren
Jahren vermutete Guitton, dass die Konzilsväter die tiefe Zäsur, die der 8. August 1945 (Hiroshima)
beispielhaft markiert, noch nicht begriffen hatten. „Gaudium et spes“ sei daher im Ansatz steckengeblieben
und habe Umdeutungen des gesamten Konzilsimpulses das Tor geöffnet. Um überhaupt wieder das Tor aufzumachen
für weitere Pastoralkonzilien (also solche ohne Lehrdefinitionen, sondern zur Kräftigung des Lehramts
als ganzes), könnte „man“ ja an ein VI. Laterankonzil denken, das in einer einzigen Sitzungsperode nur
(!) eine Pastoralkonstitution für das XXI. Jahrhundert verfasst. Die Bischofssynoden allein sind wahrscheinlich
zu schwach, um das authentische Anliegen des Vatikanum II zu aktualisieren.
Nicht schlecht, Herr Allenbach, Ihr „Einstand“ bei kreuz.net Aber geben Sie sich nicht allzuviel Mühe.
Dieser web.auftritt ist nicht „pro“ Benedikt. Die Redaktion sucht mit Leidenschaft unsympathische Papstbilder
aus; und besonders gern solche, die einen „Cäsarengruß“ erahnen lassen. Dr. Gösche ist nunmal ein auf
mystische Abwege geratener Satiriker.
#13 stat crux 19:10:33 | Montag, 18. September 2006
Carlo, „meistgesuchter Tourist“, welcome! Was habe ich da gerade gesagt?? Die SSPX (ich zitiere immer
die „angelsächsische“ Abk., weil das einer Secret Society eben frommt) hat nicht nur Probleme mit „V
2“, sondern auch mit „Unam Sanctam“: ((Bo. VIII!!)) Dass Sie das so postwendend bestätigen würden, Überraschung!
(Ihre vornehme Distanzierung von den Piusbrüdern –- rechtswärts –- tut da gar nichts zur Sache, die
Mentalität haben Sie internalisiert.) Aber kein Wunder, denn den Anfang der Abkehr vom Integralismus
setzte bereits Bonifaz VIII. Einverstanden??
#93 stat crux 21:05:05 | Sonntag, 17. September 2006
Martyrium, hat doch auch was zu tun mit: Zeuge der Wahrheit zu sein; das hat sich Unser Heiliger Vater
doch schon mit Beginn seines Bischofsamt aufs Panier geschriebren: Cooperatores veritatis. Woher also
die Überraschung? Eine gewisse bayrische „Rauflust“ hatten ihm doch schon seine akademischen Lehrer prophezeit.
Und ist das etwa nicht auch ein bisschen „der Ruhm Jerusalems“, Malachias??
#57 stat crux 20:57:53 | Sonntag, 17. September 2006
Mattyrium Mattyrer? Sind das übergewichtige Prälaten mit Hang zum Alkohol?? „Morgenstund hat Blei im
Kopf“. Oder „auf die Matte“ geworfene Diskutierer bei Christiansen?
#31 stat crux 20:52:17 | Sonntag, 17. September 2006
@Gotthard Ja. Der Text wird Wirkungsgeschichte haben, wie kaum ein päpstlicher seit „humanae vitae“;
und die Kritik ans eigene Lager ist doch viel umfassender als die Kritik an die orientalische Adresse.
Meines Wissens hat noch kein Papst so vehement Religion, Gewaltfreiheit und Christusbekenntnis in eine
Perspektive mit der Vernunft gerückt. Integralisten und auch die von ihnen beschimpften „Modernisten“
finden sich gar nicht so einfach zurecht, ob sie jetzt für oder gegen B XVI skandieren sollen. Gut so.
Das kann neue Horizonte aufreißen.
#19 stat crux 16:03:33 | Freitag, 15. September 2006
Wir die Guten! Dort in Rom aber die rückwärtsgewandten Freimaurer, die leibfeindlichen Modernisten,
die verkrusteten Häretiker… Da stößt jede emotional aufgeladene Redeweise nunmal an Grenzen.
#17 stat crux 15:58:49 | Freitag, 15. September 2006
Punkt? Aus? Fertig? Da muss ich ausnahmsweise mal Dr. Carlo Regazzoni zitieren, der überall „Neurosen“
ortet (als Pzüchiater ihm unbenommen). Man sollte sich nicht allzu sehr erhitzen, wenn viele zum Sakrament
strömen. Pius X. hat das GEWOLLT und die kryptojansenistische Sakraments-Ängstlichkeit bewusst zurückgedrängt.
Eine Übertreibung ins Gegenteil wäre natürlich nicht im Sinne des „Stifters“ der participatio actuosa.
#79 stat crux 15:53:23 | Freitag, 15. September 2006
Thesenanschlag zu Regensburg Wenn dieTürkei jetzt den Papst auslädt, dann muss er den Patriarchen halt
auf Zypern treffen oder in Moskau. Aber die Türkei kommt dann wohl nicht mehr in Europa an.
#38 stat crux 15:49:24 | Freitag, 15. September 2006
@Aurelius Wir wissen ja, wo der Knackpunkt liegt: Der Novus Ordo Missae ist weder häretisch noch defekt.
Eine Vorliebe für die „Alte Messe“ wird mutmaßlich ein Minderheitenphänomen bleiben, wiewohl eine akkurate
Zelebration derselben auch gute Dienste für eine „römische“ Feier der neuen Form des römischen Ritus
leisten kann, wie besprochen. Ob aber bei der Neuübersetzung das „pro multis“ textnäher gefasst werden
wird?? Zu sehr wurde die Übersetzung mit „für alle“ zum Dreh- und Angelpunkt der Ablehnung gemacht.
Ich vermute, dass genau deshalb (weil die Gegner der Übersetzung zu viel Gewicht gaben) es beim „für
alle“ bleiben wird.
#1 stat crux 16:08:59 | Donnerstag, 14. September 2006
Statistik: Während die Zahl der Katholiken von 100 Mio. im Jahr 1789 auf 1.100 Mio. im Jahr 2000 stieg,
fiel die Zahl der Anhänger des Integralismus (bzw. des ancien regime) von weltweit ca. 1 Mio. im Jahr
1806 auf ca. 100.000 im Jahr 2006. Davon sind ca. 450 unter den Mitgliedern der SSPX anzutreffen, die
gleichwohl 1 Mrd. Rosenkränze dafür beten will, dass die Millarde ab November d.J. fortan den 100.000
folgen möge. Begründung: „Wahrheit ist nicht Mehrheit“ (sondern ein Hirngespinst??).
#42 stat crux 15:38:43 | Donnerstag, 14. September 2006
In der Verabsolutierung des CIC 1917 folgt „Murx“ wahrscheinlich unbewusst Hans Barion, der den Codex
(gegen Sohm) zum „System göttlichen Kirchenrechts“ aufwertete. Rechtsnormen als Selbstzweck „göttlich“
aufzuladen stellt aber vermutlich eine der kompliziertesten Erscheinungsformen des Versuchs falscher Modernisierung
der Religion dar, eine Art islamisierter Rechtspositivismus, dem die diendene Funktion (und daher Abänderbarkeit,
Auslegungsfähigkeit) kirchlicher Rechtsnormen aus dem Bewusstsein geriet. In einem dialektischen Umkehrschluss
wurde „Übernatur“ so zum absoluten Rechtsbegriff, anstatt das Recht als Norm noch beleben zu können.
Nach dem Wort des Herrn aber ist seine übernatürliche Qualität das „lebendigere“ Leben, präsent inmitten
allen Lebens wie darüberhinaus. Der Integralismus ist unfähig, die Normen vor Der Norm zu relativieren
und die Traditionen vor Der Tradition.
#11 stat crux 15:32:57 | Donnerstag, 14. September 2006
Doch, Bahners, doch: Fast alle echten Deutschkatholiken (das sind vielleicht 0,75% der Praktizierenden,
aber 75% der Beschäftigten im kirchlichen Dienst) träumen davon (seit ca. 1975), dass sich kein Papst
mehr auf einen Papst berufen darf. Beispiele? Der Hass auf das Glaubensbekenntnis, das Professoren abverlangt
wird. Die eitle Kritik an der Seligsprechung Pius IX., ohne den das Papsttum abgerissen wäre. Die Verdrängung
der Liturgiesprache der Kirche aus dem „Gotteslob“. Der Spott über den „Weltkatechismus“ (gemeint: KKK).
Donum Vitae ist nur die augenfälligste Manifestation des unbedingten Willens zum absoluten Ungehorsam
(„Jesus war anders“) derer, die auf der pay-roll der Diözesen stehen. Berechtigt an dieser mentalen Gegenwehr
ist, dass man als Bediensteter nicht im Seelenleben und in der Arbeitsdisziplin gleichzeitig dirigiert
werden will. Aber die verlangte „Entspannung“ wider das Unbehagen verschaffen sich die künftig Versorgungsberechtigten
auf verdrehte Weise: Man sollte sorgfältiger zwischen Bekenntnisfragen und Arbeitsalltag differenzieren
und jeder Versuchung eines „modernen“ Integralismus in den „Personalfürstentümern“ deutscher Zunge widersagen.
#39 stat crux 15:09:30 | Donnerstag, 14. September 2006
@franziskus Das Unglück der kreuznetten Überschriften ist so planlos nicht. Irgendsoein Redakteur lacht
sich da regelmäßig ‘nen Ast. „Papstpredigt in München: Die Rache Gottes wird kommen.“ Witz komm raus!
„Gott“ wird sich am „Häretiker“ Benedikt rächen, weil er in München einmal mehr –- wie schon Leo XIII.
1902 –- liberte-egalite-fraternite christkatholisch ausgedeutet hat. Überlesen? Überhört?? Nicht in
dieser Redaktion der Reaktion!
#19 stat crux 15:04:44 | Donnerstag, 14. September 2006
Huber ist so übel nicht, aber wer im Dunstkreis des heftigsten Nationalsozialismus aufgewachsen ist,
dem ist allerhand Doppelbödigkeit zuzutrauen. Jetzt auch noch Protokollfragen zu monieren, das ist schon
albern. Die Orthodoxie war in der Vesper viel deutlicher vertreten, weil es nunmal ostkirchliche Schwerpunktarbeit
in Rgbg. gibt. Aber wer will abstreiten, dass längst auch der dt. Protestantismus vom dt. Papst profitiert?
BXVI lenkt den Blick auf Christus, so dass er mit Recht sagte: Wir geben klängst gemeinsames Zeugnis!
Den Zwiespalt, eine Totalunterwerfung der Religion unter die Staatsgewalt (und alle sie jeweils bestimmenden
gesellschaftlichen Strömungen) als „Freiheit“ des Christenmenschen zu verkaufen, der muss allerdings
noch mit viel Sorgfalt überbrückt werden, pontifiziert sozusagen.
#80 stat crux 14:56:14 | Donnerstag, 14. September 2006
protestatio facto contraria Carlo, Ihr Verbalprotest ist perplex, da Ihr Verhalten gegen Sie selbst Zeugnis
ablegt. Die SSPX hat das Band mit Rom zerschnitten; und ohne Einheit mit Petrus gibt es auch keine glaubhafte
Einheit in der Eucharistie. Ihre Gesinnungsfreunde profitieren lediglich von spitzfindiger Kasuistik zwischen
„gültiger“ und „unerlaubter“ Messfeier. Indem Ihre Gesinnungsbrüder aber für sich die „gültige“ Feier
beanspruchen, erklären Sie den NOM für „Frevel“. Damit ist doch das Tischtuch zerschnitten (bzw., da
Sie auch den Altartisch für „Frevel“ halten, die „Orientierung“ pervertiert). Aber ich geb’s auf, mit
einem Psychiater zu diskutieren, der Eisblumen für Rosen und eine Wundrose für einen Lorbeerkranz hält.
Friede Ihrer Asche!
#2 stat crux 14:44:44 | Donnerstag, 14. September 2006
Unsere Arbeit ist im Namen des Herrn Kein Papst kann immer und überall alles sagen. Aus der typischen
Ecke wird sicherlich wieder der „Fideismus“-Vorwurf erhoben werden. Das säuerliche Gesicht der ZDF-Tante
Pilters, wenn sie „Glaube“ oder „Gott“ sagen muss, spricht Bände. Aber doch, dass Eigentliche ist, dass
es eben „zwei Schwerter“ gibt, „zwei Bereiche“, Glaube-Dogma-Liturgie, aber eben auch Gemeinde-Kultur-Zivilisation
und der christliche Wert menschlicher Arbeit wird swicherlich mehr und mehr als Vermittlung beider Sphären
begriffen werden. Seien wir also froh über die „ultima verba“, die am Flughafen noch zur Arbeitsenzyklika
geprägt wurden. Gar nicht unpassend, denn der Papstbesuch, das war viel Gebet und viel Arbeit.
#19 stat crux 13:36:14 | Freitag, 8. September 2006
Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Die winzige Splittergruppe, die sich auf „Angelsächsisch“
(Marcel!) Society of Saint Pius X. nennt („society“ triffts besser als Brüderschaft), ist die einzige
Institution WELTWEIT, die das Papsttum in seiner Zuständigkeit für die katholische Kirche noch ablehnt.
(Ein Protest a la C.R.: Wir wollen das Papsttum, aber der regierende Papst ist ein Frevler…“ ist nur
ein Verbalprotest „facto contraria“). Mir ist kein Staat, keine Konfession und keine Religion bekannt,
die noch behauptet, der Hl. Stuhl dürfe die Angelegenheiten der Kirche nicht nach deren Selbstverständnis
regeln. Das bestreitet nur die SSPX, exklusiv, unter Berufung auf einen absolut falschen, in der Grundsatzerklärung
von 1974 neu erfundenen (!) Traditionsbegriff. Dieser stellt aber nicht einmal einen „Begriff“ dar (über
den disputiert werden könnte) sondern eine blanke Anmaßung, einen mit Notstand dürftig legitimierten
(Un-)Rechtstitel, dessen Absurdität sogar kaum mit der Amtsanmaßung des Pedro de Luna (Gegenpapst Benedikt
XIII.) vergleichbar ist. Kümmern muss sich Rom um diesen Krampf nur aus Sorge um die Seelen, die sich
an einem virtuellen Katholizismus delektieren, aber das Liebesband der Eucharistie dafür preisgeben.
#13 stat crux 13:09:36 | Freitag, 8. September 2006
Die SSPX hat nunmal keinen Sinn für den Sonntag, sondern nur für ihr Ritual, das dem Römischen Ritus
i.d.F. 1962 zwar täuschend ähnlich sieht, aber doch etwas ganz anderes feiert, nämlich eine okkulte
Variante des Katholizissimus, ein Imitat, weitab vom Neuen Jerusalem, gefangen in Heidenangst.
#9 stat crux 12:12:46 | Freitag, 8. September 2006
Hochamt im Hotel Maritim Der „totale Zusammenbruch“, den zu predigen die Gläubiger der Piusbruderschaft
gestärkt nach Hause ziehen ließ, bringt der Prediger mit der Nachkriegszeit in Verbindung. Der Kriegszeit
(seit 1914) steht er offenkundig hilflos gegenüber. Im nächsten Krieg kann die „angelsächsische“ Exzellenz
ja dann freiwillig Waffen segnen, ob hinterm Ural oder am Hindukusch wird sich ja zeigen. Ausgebremst
wurde durch Pius IX. jedenfalls nicht der moderne Staat, sondern der totale Staat. Aber aus dem Blickwinkel
der Society of Saint Pius X. (SSPX) gab es am Hof zu Versailles vor 1789 ja nur Keuschheit und Demut.
Hoch die Tassen im Hotel Maritim!
#12 stat crux 12:42:00 | Donnerstag, 7. September 2006
ex cathedra Klaus Schatz S.J. hat sich vor Jahren die Mühe gemacht, einmal die Auflistung so gen. ex
cathedra-Definitionen der Päpste zusammen zu stellen. Unter dem Blickwinkel des Vatikanum I nimmt man
heute überwiegend an, dass nur 1-2 päpstl. Definitionen dem Vollbild der Lehre des Unfehlbarkeitskonzils
entsprechen (Assumpta, Immakulata); früher umfassten diese Listen zwischen 10 und 20 Aussagen. Aus dem
Chaos findet man sicherlich nur dann einen Ausweg, wenn man zwischen definitivem Lehramt und affirmativem
Lehramt unterscheidet. Alle Päpste bekräftigen und interpretieren den Gesamtgehalt der Tradition unter
den Bedingungen ihrer jeweiligen Zeit. Definitionen hingegen sind Ausnahmefälle. Das Unterscheidungsvermögen,
das Johannes XXIII. dem Vatikanum II so anspruchsvoll abverlangte (reine Lehre einerseits, Ausdrucksweise/Mentalität
andererseits) hat mithin implizit immer schon gegolten. Deshalb gibt es auch keine andere katholische
Liturgie als die amtlich römische, mit und unter dem Papst.
#1 stat crux 13:35:49 | Donnerstag, 31. August 2006
Bertone packt’s! Sehr erfreuliche Mitteilung. Hoffentlich erfolgt die Kurienreform nach einem leitenden
Prinzip. Der Historiker George Weigel hat z.B. vorgeschlagen, jeden päpstlichen Rat (also mehr pastoral
akzentuiert) einer Kongregation zuzuordnen. Das ist vielleicht nicht ganz bruchlos möglich aber z.B.
so „denkbar“: Kongr. Glaubenslehre – Rat für Einheit d. Christen Kongr. Bischöfe – Rat (Sekr.) Bischofssynode
Kongr. Klerus – Rat f.d. Laien Kongr. Religiosen – Rat f.d. Familie, Krankenpastoral Kongr. Riten – Komm.
Ecclesia Dei (oder Nachf.) Kongr. Bildung – Rat f.d. Kultur Kongr. Evangelisierung – Rat Ordo Socialis
(iustitia et pax, Migranten) oder ähnlich
#9 stat crux 12:33:28 | Donnerstag, 31. August 2006
Mit der Behauptung, diew SSPX habe eine Funktion, die „erst später“ gewürdigt werden könne, begeben
Sie sich, Evelin, auf extrem subjektives Glatteis. Da kann ja jeder kommen! „Meine Funktion werden spätere
Generationen zu würdigen wissen.“ Katholisches Lebensprinzip ist aber, im Zweifel dem rechtmäßigen
Amt nachzugeben, hier und jetzt. Anders geht’s nicht. Spätere Zeiten würdigen dann, ob der Ritenstreit
richtig entschieden wurde, das Jesuitenverbot zweckdienlich war oder auch die Liturgiereform zu früh
oder zu spät kam. Das Schifflein Petri schaukelt ein bisschen, aber es kentert nicht. Aus Angst vor dem
Kentern ist das Geschwader Lefebvre über Bord gegangen! Eine Heidenangst, keine „Funktion“.
#40 stat crux 12:21:06 | Donnerstag, 31. August 2006
Malachias und der virtuelle Katholizismus Klaus Schatz SJ hat in einem allzu wenig beachteten Beitrag
zur Dogmengeschichte herausgearbeitet, dass diese ungenügend formalistisch-juristische Definitionenakrobatik
dem wirklichen Glaubensleben nicht genügen kann. Deswegen bestimmte im Konzil zu Konstanz 1415 ausnahmsweise
(!) die Kirche, wo der Papst ist. Im übrigen bestimmt der Papst, wo die Kirche ist. Aber es muss natürlich
die wirkliche Kirche sein, kein Phantasiegebilde.
#28 stat crux 17:14:17 | Mittwoch, 30. August 2006
Wiener, dazu kommt noch, dass alle diese Leute nicht ZUSTÄNDIG sind „in Sachen Häresie“. Ich kann für
mich irgendwas nicht kapieren oder im Dissens sein, zweifeln, aber aufstehen und den andern „Häretiker“
schimpfen. Was für eine Anmaßung! Der Hauptzweck des kirchlichen Amtes ist doch wohl, dass jede „Privatfehde“
in Glaubens- und Sittenfragen nicht statthaft ist. „Oboedientia – et pax!“
Ja, Catharina, ein sehr schwacher Artikel, der die FSSP in die Nähe von Privatoffenbarungen einer Metzgerstochter
rücken will; sehr durchsichtige Absicht!
#31 stat crux 16:39:21 | Mittwoch, 30. August 2006
Die „päpstliche“ Zelebrationsrichtung römischer Basiliken (zum Volk, weil nach Osten) reicht immerhin
als Beweis dafür aus, dass in der lateinischen Kirche nicht einheitlich „mit dem Volk“ zum Hochaltar
hin zelebriert werden musste. Die schnelle Akzeptanz für die „neuen“ (wenn auch vielleicht nur scheinbar
altertümlichen) Zelebrationsrichtung spricht für sich. Allerdings hätten manche persönlich nichts
dagegen einzuwenden, wenn das Hochgebet vom Priester „mit dem Volk“ vor dem (Volks-)altar gesprochen würde.
Es gibt damit nur zu wenig Erfahrungen, weil die Umstellung sich so rasant durchsetzte (ohne jede amtliche
Anordnung).
#45 stat crux 16:30:35 | Mittwoch, 30. August 2006
Das ganz andere Hl. Messopfer ist „unverzichtbar“?? VirO: Auch Sie machen ihr spirituelles Bedürfnis
zum Kriterium dessen, was Sie für notwendig, was für unverzichtbar halten. „Unverzichtbar“ für wen?
Pro hominibus constitutus. Am Abend vor seinem Leiden nahm der Herr das Brot, sprach das Dankgebet, reichte
es seinen Jüngern. Jesus Christus hat das einmalige Opfer des Karfreitags vollzogen und das Herrenmahl
seiner Kirche eingesetzt. Das „Messopfer“ aus dem Evangelium herauszuisolieren begünstigt absurd ritualistische
Vorstellungen neopaganer Provenienz. Wahrheit und Liebe sind eins,. Opfer und Mahl sind eins.
#26 stat crux 16:20:19 | Mittwoch, 30. August 2006
„Kein Gigant der Häresie“ Über diese Zensur, die Dr. R. dem Papst Pius erteilt, wird sich P. Gumpel
SJ (der vom Seligsprechungsverfahren) aber freuen! Endlich hat das Hl. Offizium der Obödienz Pedro de
Luna sel. Anged. Nachf. späte Erben zwar nicht Grünes Licht gegeben, aber doch wenigstens „graues“ (oder
braunes??). Wäre denn Pius XII. zum Giganten der Häresie geworden, wenn er sich geweigert hätte, mit
den Enzykliken zu Kirche, Bibel und Liturgie das Vatikanum II vorzubereiten??
#37 stat crux 16:14:05 | Mittwoch, 30. August 2006
Wer weiß? Vielleicht war der Exorzismus gegen Hitler sogar wirksam?? Die nähere Umgebung des „Führers“
beobachtete bekanntlich seit Stalingrad einen Zerfall des „Charismas“.
#10 stat crux 14:58:16 | Dienstag, 29. August 2006
Ach, Tridentinus! Paul VI. verzichtete persönlich auf die Tiara, aber Johannes Paul I. hat die Krönung
verworfen. Dabei bleibt es. Jede Wette. Eine Tiara müssen Sie sich jetzt aus Packpapier selber basteln
und aufstülpen.
Missionsbefehl ist nicht gleich Missionsbefehl. Nach Carlo R. muss die „Mission“ im 3. Jahrtausend dogmatisch,
ethisch und ästhetisch den frz. Katholizismus (Mehrheitsströmung) des Juni 1830 abbilden. Denn genau
zu diesem Zeitpunkt war sie dem Willen Jesu am ähnlichsten.
Aurelius Zwobbel Athanasius Ath. ist kein „Vulgärtradi“, sondern bohrt tief, aber verbohrt. Er flippt
immer wieder an denselben „wunden Stellen“ aus: Wenn man die Nähe des allerhöchstmöglichverehrten Exz.
Lefebvre zur okkulten Ultrarechten herausarbeitet, die ebenso gefährliche Nähe bestimmter „Lesarten“
des Messopfers zu heidnischen Ritualen herausarbeitet und insbesondere die Spitzfindigkeit ablehnt, dass
man eine unerlaubte Messe dennoch „gültig“ feiern kann. Wie soll denn „gültige“ Feier die Einheit des
Corpus Christi bewirken („Sühne“ heißt Wirkung heute!!), wenn die unerlaubt-gültigen Zelebranten tagtäglich
ihren Dissens mit dem amtlichen Gottesdienst der Kirche brutalstmöglich artikulieren? Das ist nicht vulgär,
sondern prekär, wahrscheinlich absurd.
Zum „Geschenk des Geistes“ namens kreuz.net vgl. § 130 StGB. Ich staune, dass Psychiater Dr. R. wieder
auf mein statement einging; fasst es doch nur wieder zusammen, dass eine Betrachtung der liturg. Frage
nur nach (selbstfrisiertem) „Dogma“ nicht möglich ist. Der Blick auf die große Zahl derer, die vom Sakrament
erreicht werden sollen („heute“, also in der völlig neuen Weltsituation seit den 1. Weltkrieg), kann
der alten Messe nurmehr einen Ehrenplatz zubilligen, sie aber nicht wieder zur Norm machen. Das ist doch
Allgemeingut, über das sich R. nur aufregen kann, weil er das Messopfer umdeutet, nicht die fast 100%
NOM-Befürworter.
Da wir nun dem Kern des Streits näherkommen: Vielleicht sind die beiden Positionen auch so zu charkterisieren.
Einerseits das Pfarrherrnprinzip, andererseits das Prinzip geistlicher Anleitung. Zweiteres war Jahrhunderte
lang vorwiegend „Ordensgut“, seit dem Ende des 19. Jh. zeigt sich, dass die selbstverständliche Voraussetzung
territorialer „Pastoral“, nämlich die Volksfrömmigkeit, zu entschwinden droht. Angesichts dessen müsste
die ganze Kirche mehr und mehr dazu kommen, von der Verwaltungspraxis zu einem geistlichen Projekt fortzuschreiten.
Auf freiwilliger Basis. Das eigentlich Skurrile besteht nun darin, dass viele Unfromme gern Beschäftigte
des „Pfarrherrn“ (oder Bischofs) bleiben, aber Anpassung des Programms der Institution an die eigene mangelhafte
Frömmigkeit fordern. Als ob der Apparat lebensfähig bliebe, wenn er sein Herz verloren hat!
#114 stat crux 18:19:56 | Freitag, 25. August 2006
Suggestivfrage? Klare Antwort. Für mind. 99 % der 1,1 Mrd. Katholiken ist die amtliche (neue) Form der
Messliturgie des römischen Ritus nicht „weniger gut“, sondern besser; für viele sogar die einzig akzeptable
Form. Wer das ignoriert, stemmt sich dem Missionsbefehl Christi für das III. Jahrtausend entgegen. Die
„alte Messe“ kann bei guter Wiederbelebung jedoch positiv auf eine würdige Feier der „neuen“ Form ausstrahlen,
sie bleibt aber Privatvorliebe einer kleinen Strömung. Wetten dass??
Die Religionsfreiheit ist kein Dogma und es auch nicht auf dem letzten Konzil „geworden“, sondern es handelt
bei ihrer Anerkennung, als Voraussetzung des Glaubensgehorsams, um einen Erkenntnisfortschritt der christlichen
Gesellschaftslehre, vulgo kath. Soziallehre. Im Kern ist diese Doktrin (defensiv), wegen dessen antitotalitärer
Ausrichtung, sogar bereits im Syllabus von 1864 mitenthalten. Das kapieren nur Freunde des naturalistischen
Integralismus nicht.
Vielleicht ist es für lehramtliche Aussagen zu Schöpfung und Evolution immer noch zu früh. Die Warnungen
Pius XII. vor einem ideologischen Evolutionismus jedenfalls sind noch lange nicht obsolet.
#18 stat crux 13:36:36 | Donnerstag, 24. August 2006
Way of Life?? Das ist ja gerade die Frage, ob derr Integralismus überhaupt einen „Weg“ für die Zivilisation
bietet oder eben doch nur für eine okkulte Minderheit.
#13 stat crux 12:39:58 | Donnerstag, 24. August 2006
Der Titel dieser Beitrags, dürfte man ihn nur verallgemeinern, würde für sich genommen eine Art von
Geständnis darstellen. Die Piusbruderschaft ist eine „neue Schule“ mit absolut falschem Traditionsbegriff
(Paul VI. am 11.10.1976).
#6 stat crux 12:37:46 | Donnerstag, 24. August 2006
Heggi: zugegeben, ich lenkte ab… Möglicherweise wird K. Kottmann, wie viele vor ihm, wieder das System
diözesaner Beschäftigungsverhältnisse vor einem „Rückfall“ in die Religion in Schutz nehmen, kann
sein. Wie ich einem Beitrag von Stephan Puhl (+1997) entnahm, sind es ja gerade Theologen, die entgegen
Gaudium et spes und Laborem exrercens immer noch behaupten, die Arbeit sei zwar irgendwie Mitwirkung am
Schöpfungswerk, habe aber keine „soteriologische Signifikanz“ (oder Relevanz??). Das ist der Kernpunkt
des Streits. Wenn ich damit meine Brötchen verdiene, Gott zu lästern, muss ich „Gott“ natürlich aus
dem Job raushalten.
#106 stat crux 12:32:26 | Donnerstag, 24. August 2006
Ath. I. u. II. M. Davies ist für mich nur ein eingeschränkt vernehmungsfähiger Zeuge, da er die schwachsinnige
Kolportage von Bugnini = Freimaurer unterstützt.
#35 stat crux 12:28:54 | Donnerstag, 24. August 2006
Ath. I u. II: „Sündhaft, aber wenigstens orthodox“ Sündhaft ist m.E. auch ihre verzerrte Darstellung
des Kardinals von Paris. Akzeptieren Sie doch bitte: Bis 1970 gab es integralistische Strömungen innerhalb
der römischen Systems, die aber zu keinem Zeitpunkt das Papsttum korrumpierten oder ihm seine Richtung
aufzwangen. Auch Merry del Val, Umberto Begnini etc. sind allenfalls partiell dem Phänomen zuzuschreiben
und Ottaviani ist es eigentlich GAR NICHT, denn Integralismus und römisches System sind zweierlei. Es
gibt auch heute notwendige Intransigenz (vgl. Glaubenskongregation zu Ordinatio Sacerdotalis). Erst seit
1970 entwickelt sich die Giftpflanze namens Integralismus „los von Rom“ in eigener Autonomie. Erst seither
ist der Charakter des Integralismus als Pseudo-Katholizismus eindeutig feststellbar. Und Lefebvre hat
RICHTIG erkannt, dass die Integralisten nie wieder Rom ihre Sicht werden aufzwingen können, was ja schon
1907-1909 (Modernistenstreit) NICHT glückte. Sie basteln sich eine „Tradition“, die es nie (!) gab.
#3 stat crux 10:46:12 | Donnerstag, 24. August 2006
P. Pio war auch kein Freund der neuen Messordnung. Aber die Heiligen haben nie die Berechtigung des Hl.
Vaters in Frage gestellt, die auf dem Anstoss des Konzils beruhende, im ganzen überfällige Liturgiereform
durchzuführen. Dass heute manche eine „Wahlfreiheit“ zwischen verschiedenen Jahresausgaben des Missale
in Anspruch nehmen ist alles andere als römische Tradition. Diese aber muss weitergehen (womöglich noch
Jahrtausende lang!) und darf deshalb nicht eingefroren werden auf Standard 1570 oder 1962.
#103 stat crux 10:40:29 | Donnerstag, 24. August 2006
Heggi: Ratzinger hat aber bspw. immer anerkannt, dass in Asien, Afrika und Lateinamerika die liturgische
Bewegung erst mit dem „NOM“ begonnen hat. Die alte Messordnung ist dort nur für kleinste ritualistische
Sondergruppen von Interesse.
#32 stat crux 10:34:17 | Donnerstag, 24. August 2006
Santa Rita: Der zweite Zeuge der Geheimen Offenbarung? Man könnte Ihren Beitrag, der den dt. Integralismus
vor 1806 verlegt und für Österreich vor 1918 als „Nostalgie“ abtun, wenn nicht das skurrile Wort „Reichsgnade“
auf eine ernsthafte Verwirrung schließen ließe. Die Gnade des Gottesreiches hört niemals auf! „Pax
Christi in regno Christi“ (Pius XI.), aber es ist eben Christus, der König ist, völlig unabhängig davon,
welche Verfassung die Gesellschaft annimmt. Wer behauptet, die Krone Christi sei zugleich mit der Krone
des „Offenbarungszeugen“ (des Kaisers) gestürzt, der verkürzt die Realität Christi; der Offenbarungseid
der monarchischen Systeme kann die Herrlichkeit der Erlösung allenfalls peripher tangieren.
#86 stat crux 15:38:13 | Mittwoch, 23. August 2006
Atha I u. II Was sagen Sie denn dann zu den Ausführungen von „Marcellinus“ (Marcel) im „Kreuzforum“,
wo er doch immer wieder wiederholt, wie anstößig es ist, eine Messe in der neuen Form (desselben Ritus)
auch nur mit einem einzelnen „Amen“ zu unterstützen? „Marcel“ verheddert sich doch permanent in seiner
abgeflachten (i.e. „modernen“) Wahrnehmung der Übernatur. Schon nicht dem Traditionsgeschmack entsprechendes
liturgisches Gerät „gefährdet“ den übernatürlichen Charakter der Zelebration. Der „Defekt“, den Ihre
Freunde dem NOM unterstellen ist doch eigentlich ein Wahrnehmungsdefekt der Kritiker. Im übrigen haben
Latinist Bacci und Kirchenjurist Ottaviani zwar die „Kritische Untersuchung“ mit einem Empfehlungsschreiben
versehen, aber sich niemals und zu keinem Zeitpunkt zu den dort vertretenen Thesen bekannt. Im Gegenteil:
Ottaviani höchstpersönlich hat die Hochgebete II bis IV 1967 als einwandfrei begutachtet. Nur der Bugnini-Lieblingsentwurf
HG V scheiterte an seinem Einspruch, weil dieser Entwurf eine byzantinisch-römische Mischkonzeption befürwortete.
Die HG I („canon missae“) bis IV sind allesamt legitime Ausprägungen des römischen Liturgietyps. Von
Ottaviani bestätigt!
#19 stat crux 15:22:32 | Mittwoch, 23. August 2006
Atha… integer ist das nicht; das Sodalitium pianum ist nie (!) von Merry del Val geführt worden, sondern
von Msgr. Umberto Begnini, der im übrigen eine Sozialgeschichte des Katholizismus verfasst hat. Die „Sapieniere“
hatte nie mehr als 50 Mitglieder (in Dtld. nur 2 Kapläne) und wird in ihrer Wirkung weit überschätzt.
Dass ihre SSPX da geistig anknüpft ist 1.) peinlich und 2.) sachlich falsch. Denn das Sodalitium (benannt
nach Pius V., nicht nach Pius X.) sammelte eine klerikale Strömung im Umfeld des Papsttums, nicht gegen
das Papsttum. Ich habe nie bestritten, dass das Lehramt immer auch partiell notwendig intransigent vorgehen
muss. Auch Suhard warnte vor Strömungen innerhalb des frz. Klerus. Das Phänomen eines von Rom getrennten
(und erst so zur Vollblüte gelangten) Integralismus ist erst 1970 entstanden! „Rom“ kann per definitionem
nicht integralistisch agieren, da es den öfffentlichen Anspruch der Religion vertritt. Dieser muss aber
in der wirklichen Welt vertreten werden, „effizient und effektiv“. Der Integralismus tönt zwar „Christ-roi“
meint aber den Schmerz über die Abdankung Karls X. 1830 (bzw. vergleichbare Phänomene in anderen Ländern).
Sie müssen dringend mit diesen Zeitirrtümern aufräumen, dann kann ein seriöser Zweig der SSPX noch
nach Rom zurückfinden.
#15 stat crux 13:47:11 | Mittwoch, 23. August 2006
Guldin: Die Wehrmacht verteidigt die Heimatliebe der Soldatenbräute bekanntlich hinterm Ural, die Bundeswhr
am Hindukusch. Also muss der „fromme“ Katholik auch heute noch den Vietnamkrieg billigen. Fehlt nur noch
die Verschwörungstheorie, dass Freimaurer vom Vietcong die Watergate-Affäre inszeniert haben, um Nixon
beiseitezuräumen und so an Saigon ranzukommen. Na ja.
Häuptling Gespaltene Zunge Lehmann ist sicherlich nicht so übel wie ihn manche hier machen, zumal die
Kurche in Dtld. nunmal im wirklichen Dtld. existieren muss, aber was ihm da „rausrutschte“?? Wer, bitte
schön, akkumuliert denn „Macht“ im dt. Katholizismus? Navarro-Valls sicherlich nicht.
#82 stat crux 13:35:39 | Mittwoch, 23. August 2006
Tatsächlich, Athanasius, Sie scheinen allmählich aus der integralistischen Falle herauszukommen. Das
ist für den seriösen Zweig der SSPX-freaks auch die einzige Chance. Man muss sich definitiv abgrenzen
von den okkulten Irren, die eine gültige Neuordnung des römischen Ritus in „Häresieverdacht“ etc. bringen.
Unitatis redintegratio!
#12 stat crux 13:32:10 | Mittwoch, 23. August 2006
Mit einer kurzen Enzyklika, Guldin, vom 15. September 1966, Christi matri (fast vergessen) hat Paul VI.
für den 4. Oktober 1966 zu einem ersten Weltgebetstag der Kirche für den Frieden aufgerufen, Anlass:
Vietnam; dieser Gebetstag erinnerte an den Besuch der UNO im Vorjahr und war Vorläufer der Weltfriedenstage
seit 1968. Schon seit Benedikt XV. (1917) steht der päpstliche Internationalismus „im Verdacht“ pazifistisch
zu sein. In Dtld. wird das natürlich permanent heftigst dementiert, weiland durch Kardinal Hartmann zu
Köln, heute durch Kardinal Lehmann und, ausnahmsweise unisono, auch durch Journalisten der DT. Denn Staatsfrömmigkeit
ist die verdeckte Geschäftsgrundlage des dt. Katholizismus seit 1806.
#79 stat crux 13:25:39 | Mittwoch, 23. August 2006
Murx mal wieder! Gegen das „für alle“ ist nun aber auch gar nichts einzuwenden. Wer sich darüber aufregt,
WÜNSCHT andern die Hölle an den Hals (und riskiert sie somit selber).
#23 stat crux 13:20:53 | Mittwoch, 23. August 2006
Mysterium fidei: Die Akklamation, m.E. der ambrosianischen Liturgie entlehnt (Warum gibt es eigentlich
kein Quellenverzeichnis zum MR 1970/2002??), auf den Ruf des Diakons hin, bekräftigt das Handeln des
Priesters in persona Christi („mein Gedächtnis“), indem der Herr direkt angesprochen wird („donec venias“).
Eine der profundesten Klärungen innerhalb der Liturgiereform, die das Volk sofort akzeptiert hat und
nicht wieder hergeben wird. (Wohl möglich wäre es, bei einer potentiellen Angleichung der Wandlungsworte
MR 1962 an MR 1970 auf den „Ruf“ nur still zu „antworten“, um den Charakter der alten Messordnung nicht
zu verwischen.)
Athanasius, wenn Sie diwe Spur des „falschen Klerikalismus“ weiter verfolgen und durchdenken, finden Sie
vielleicht doch noch den Ausgang aus der integralistischen Gefangenschaft.
#31 stat crux 13:12:19 | Mittwoch, 23. August 2006
Das „unbestechliche“ Paterchen Lingen hat die Neue Religion des Integralismus nur auf die Spitze getrieben.
Die römische Messe kann und darf man nur mit und unter Petrus feiern. Wer anders feiert, der feiert anderes.
Da gibt es keine Differenz zwischen „gültig“ aber „unerlaubt“. Dieser römische Rechtsformalismus ist
von der Ekklesiologie des „V 2“ nicht gedeckt, denn Pastoralkonzil bedeutet: Das Volk Gottes versammelt
sich als corpus Christi um die Hirten, mit dem Hirten. Jede Messfeier außerhalb der amtlichen Disziplin
ist ein differenter Kult.
#76 stat crux 13:06:46 | Mittwoch, 23. August 2006
@Bonjour Diesmal stimme ich Ihnen voll und ganz zu. Sie haben die ius-Lüge auf den Punkt gebracht. P.
Pfluger wagt diese Deutlichkeit nicht. Wenn er sagt, der NOM sei „schlecht“, meint er: sündhaft, häretisch.
Das Messverständnis ist aber ganz und gar verlogen, ritualistisch und lieblos. Es trägt der alten Messe
den größten nur anzunehmenden Schaden ein, sie zur Plattform einer neu erfundenen „Tradition“ zu machen,
die nur noch ästhetisch der alten ähnlich sieht, aber ganz bitteren Wein in auf „klassisch“ getrimmte,
brandneue Schläuche abfüllt. Diese neue Religion „kann“ nicht nur abdanken, sie muss abdanken, denn
sie übt Verrat am Wesen des Christentums.
Athanasius, es reicht! Suhard hat 1947 erstmals das Wort „integrisme“ in einem amtlichen Text verwendet.
Der Wortgebrauch ist älter: „catholicisme integral“ forderten die radikalen Antimodernisten. Begnini
und das Sodalitium Pianum (vulgo „Sapieniere“ = Tannenwald) haben sich aber nie gegen das kirchliche Amt
vergriffen, sondern die Auflösung durch Benedikt XV. klaglos hingenommen. Im übrigen ist dieser ca.
50 köpfige Verein NICHT durch Merry del Val angeführt worden, der als profunder Diplomat die Begnini-Methoden
für nicht zielführend hielt. Del Val hat bis zu seinem Tod eine wichtige Rolle innegehabt, aber die
Grenze zum „Integralismus“ nie überschritten. Im reinsten Wortsinn ist das erst Lefebvre „gelungen“ (und
niemand ist ihm gefolgt, trotz gewisser Sympathisanten in der röm. Kurie). Sie stehen mit ihrer Höllenpredigt
auf verlorenem Posten. Es bewegen sich EBEN NICHT rd. 200 Staaten dieser Erde auf die Hölle zu, da grenzt
das Lefebvre’sche Weltbild (1.11.1990, Econe) schlicht an Wahnsinn.
Grass hätte besser später und weniger und dann nichts mehr veröffentlicht. Aber früher Ruhm verblendet.
Der brotlosen Kunst war der Genosse Günter sicherlich immer schon abgeneigt, sonst hätte er es als erfolgloser
Bildhauer versucht, für den er sich ja eigentlich hält. Sein Vorbild wäre gern Architekt geworden,
kam dann aber auch auf besser vermarktbare Ideen.
Keine Parallelstrukturen? Nur weil die SSPX, gut beraten, die Krönung der Idiotie pro forma vermeidet,
bleibt das Argumentationsmuster „wir sind romtreu“ möglich. Das ist aber bloße Sophisterei, dem Argum,entationsmuster
nach typisch für die action francaise, die sich bereits mit ähnlicher Diktion gegen das Verbot von 1926
wehrte. Der Sache nach hat M.L. einemn völlig neuen Traditionsbegriff eingeführt, der nichts mit der
Doktrin des I. Vatikanum und des Tridentinums gemeinsam hat, außer einen gewissen Prozentsatz adaptierter
Formeln. Inhaltlich ist das alles ganz großes Irrlichtertum, naämlich ein integralistischer Naturalismus,
der sich nur „übernatürliche“ Gewänder überwirft. Man kann es am Opferbegriff-Priesterbegriff-Liturgiebegriff
entschlüsseln. Dort wo sich die Bruderschaft am katholischsten wähnt, ist sie von der Tradition am weitesten
entfernt. Sonst käme man gar nicht zu der aberwitzigen Schlussfolgerung, der NOM sei „sündhaft“. Wer
so von Sünde schwadroniert, macht sich zum „Heilsbesitzer“ (Todsünde gemäß Katechismus Pius X.).
Nostra Aetate ist ein ganz großer Durchbruch; eingeleitet durch Pius XI. im September 1938: „Dem Geiste
nach sind wir alle Semiten.“ Das sagt der Autor von Quas primas und Mortalium animos!
Henri Bergson hat bereits eine „geläuterte“ Evolutionstheorie vorgeschlagen, offen für das Mysterium
des Schöpfers. Seither geht es nicht mehr um Evolutionismus kontra Kreationismus, sondern um die Geduld,
die Spannung auszuhalten, die das Dogma der Wissenschaft und die Wissenschaft dem Dogma bereitet, „fides
et ratio“. In rd. 500 Jahren wissen wir vielleicht mehr, „wo“ Adam erwachte. Man hat ja jetzt erst entdeckt,
dass die allererste Zellteilung vermutlich auch nur 1 mal passierte.
Vielleicht war es doch nur Größenwahn? Der Rückhalt in der kath. Basis ist für solche „Mischprojekte“
zwischen Rom und Econe wohl nicht hinreichend. Renegaten sind immer ein bisschen gefährdet in ihrer Wahrnehmung.
St. Afra wird sicherlich kein „III. Rom“.
Privatissimum Es geht tatsächlich um die Reichweite öffentlicher Religion. Die Reformation hielt das
kirchliche Amt für eine Art „Schadenszauber“ und vertraute die Ordnung der Religion daher den Fürsten
an. Aus heutiger Sicht ein furchtbarer Irrweg, an dem auch der Protestantismus leidet. Das Christentum
braucht eine öffentliche Wahrnehmbarkeit seines überprivaten und (!) überpolitischen Charakters.
So bringt sich ein nobler Preisträger um den guten Ruf. Der Presse nach ist die 2Autobiographie“ vor
allem schon textlich peinlich; und „schämen“ tut sich G.G. seiner Jugend gar nicht. War halt so. Die
„linke“ Interpretation des Hitlerunrechts ist nunmal ökonomisch-politisch-sozial, ohne jeden Tiefgang,
ohne Sinn für die Abgründe des Bösen. Hindenburg war schuld, das Kapital, der Papst, die andern, die
Verhältnisse. Aber was ist schon Schuld? Alle Bewältigung greift zu kurz, wenn man sich durch eine „Option“
für ein bestimmtes politisches „Programm“ der eigentlichen Moral entziehen kann. Lafontaine bewunderte
vordergründig einen kommunistischen Lottogewinner, der seinen Millionengewinn ohne Zweckbindung der linksextremen
MLPD spendete. Grass wäre solchem „Idealismus“ nie verfallen.
Athansius: Dan Brown ist sicherlich kein Gnostiker, sondern nur ein Schriftsteller. Für Inhalte hat er
sich überhaupt nicht interessiert. Eine gute (!) Verfimlung des dämlichenm Buches hätte sich von der
Vorlage lösen und „Teabing“ die Züge von Pierre Plantard (dem Freund von Ducaud-Bourget) geben müssen,
das ist nämlich der okkulte Irre, auf dessen Ticket Baigent-Leigh (und Dan Braun) reisen. Diese „Kirchenkritik“
kommt von ganz weit rechts.
Dei Verbum steht sicherlich erst noch vor der großen Entdeckung. Bei einem Konzil ist oft nicht klar,
welche Aussage in der Rezeption „vorauseilt“ und zur wichtigsten wird. Wahrscheinlich „rettet“ Dei Verbum
Bibel und Tradition (!) vor den Pseudo-Exegeten der zweitklassigen Nouvelle theologie (deren Epigonen
aber noch eine Weile Ärger machen werden, so wies im frz. 19. Jh. noch jede Menge Jansenismus gab); und
im Licht gvon Dei Verbum entdeckt man dann schließlich die eigentlichen Glanzlichter der Kirchen- Liturgie
u. Pastoralkonstitution neu. Nix Modernismus, das „V 2“ ist der Anfang vom Aufstieg des pastoralen Amtsbegriffs.
Möchtegern: Wenn Sie ihren Glauben nicht nur „privat“ leben wollen (wie ein Protestant) werden Sie anerkennen
müssen, dass der Katholizismus die Amtsbindung der Konfession lehrt. Ohne diese gibt es keine supranationale
Entität namens Kirche, in der Christus realpräsent wirkt, ja auch in amtlichen Entscheidungen. Die „alte
Messe“ hat heute den Charakter eines Zugeständnisses an jene, die ihre Frömmigkeit in der neuen, amtlichen
Form nur unvollkommen wiederfinden. Damit ist weder ihre Bedeutung bestritten noch voll ausgeschöpft.
Tatsache ist aber, dass die Kirche erst am ANFANG einer liturgischen Besinnung steht, deren Fortführung
AUCH dem amtlichen Gottesdienst jene Tiefe vermitteln wird, die voreilige NOM-Gegner heute vermissen.
Verglichen werden muss aber amtlicher Text mit amtlichem Text bzw. schludrige Praxis mit schludriger Praxis,
nicht aber eine Idealisierung der alten mit einer Verteufelung der neuen Form des römischen Ritus.
#56 stat crux 15:44:15 | Mittwoch, 16. August 2006
P.S.: Falls aber die kreuz.ritter auf eine „Freigabe“ der Alten Messe per TV-Interview setzten: War wohl
nichts. Im übrigen hat kein Priester das Recht, die Messe zu feiern, wie er will. Er muss zelebrieren,
wie sein Bischof es will.
#508 stat crux 15:39:53 | Mittwoch, 16. August 2006
Politiker sind auf Mehrheiten angewiesen, d.h. die Regierung braucht für ihre Vorhaben eine Mehrheit
im Parlament. Aber die Gesetzgebung ist doch Sache des Parlaments! Da ist nicht zu begreifen, dass in
wesentlichen Fragen auch einmal Mehrheiten quer durch die Fraktionen möglich sein sollen. Gerade einer
Großen Koalition schadet es nicht, wenn bei Fragen, die so dicht am Essentiellen dran sind, Korrekturen
interfraktionell erarbeitet würden. Aber wer weiß?? Vielleicht existiert bereits eine heimliche 3/4
Mehrheit unter den Parlamentariern für eine volle Liberalisierung aller Probleme mit ethischem Einschlag??
#103 stat crux 14:09:50 | Mittwoch, 16. August 2006
Noch ein altes Carlo-Statement! Man könnte aus den 30 Enzykliken Pius XI. sicherlich AUCH eine Offenheit
für die Entwicklung herleiten, die das „V 2“ eingeleitet hat. Immerhin wird Pius XI. neben Pius XII.
besonders häufig im Konzil zitiert. (Und beinahe hätte er schon ein Konzil einberufen.)
#12 stat crux 14:06:22 | Mittwoch, 16. August 2006
Carlo, da ich diese Antwort erst heute sehe: Die UNO ist sicherlich nicht am Ziel dessen angelangt, was
Pius XII. unter „Völkergemeinschaft“ versteht. Aber der Weg dahin ist offen!
#55 stat crux 13:56:46 | Mittwoch, 16. August 2006
Die römische Liturgie ist der amtliche Gottesdienst der lateinischen Kirche. Das ist eine Begriffsbestimmung,
die der liturg. Bewegung nicht gefallen hat, aber hier gilt dasselbe wie für das Verhältnis von Exegese
und Lehramt. Auch der Gottesdienst muss amtskonform gefeiert werden, weil er sonst in der heutigen Zeit
die Volksmenge nicht erreicht. „Liturgiewissenschaftlich“ lässt sich allerhand austüfteln, aber die
MESSE muss auch funktionieren, „auf Sendung“ gehen. Und das setzt Gehorsam gegenüber Bischöfen und Papst
voraus, ohne Rücksicht auf private Vorlieben. Privaten Vorlieben für die alte Liturgie kann man entgegenkommen,
ihre Pflege stärken, ihr eine Begleitfunktion für „römischere“ Feier der „neuen“ zumuten, aber „amtlich“
kann nur ein Messbuch sein, ein Kirchenjahr, eine Leseordnung.
#82 stat crux 13:44:00 | Mittwoch, 16. August 2006
Während Marcel im Kreuzforum Gregor XVI. nachweint, sehen wir hier die Fragen von „heute“. Eine Diakonatsweihe
(!) von Frauen würde das Durcheinander (gerade weil die Argumentationsnot bis inmitten der Kirche so
stark angewachsen ist) neuen Höhepunkten entgegentreiben. So könnte es ein Gebot der Klugheit sein,
weibliche „Ämter“ an ein Versprechen der Frau zu binden, ein Sich-Weihen (wie Jungfrauenweihe, Profess);
die Frau kann das Weihesakrament nicht empfangen, weiht sie sich aber dem Dienst in der Kirche (ob im
Orden oder diözesan), kann sie mit Funktionen beauftragt werden, die aus dem allg. Priestertum herleitbar
sind. So ungefähr könnte eine klare Linie aussehen.
#99 stat crux 13:30:55 | Mittwoch, 16. August 2006
Monti Die SSPX verkündet NICHT das, was die Kirche vor dem Konzil verkündet hat. Sie verkündet Teilaussagen,
aufgewertet zum Ganzen. Die gesamte Breite der Tradition wird auf einige Stichworte kondensiert, die in
allen dortigen Publikationen wieder auftauchen. Weil es der „klassischen“ Position so ähnlich sieht,
ist die Verwechslungsgefahr groß. Eigentlich aber verkündet die SSPX etwas fundamental Neues. Sie hat
durch Einfrieren der „Tradition“ auf einige Aspekte einen völlig neuen Traditionsbegriff konstruiert,
der absolut falsch ist. Der Zweck des Ganzen ist auch nicht die Ausbreitung des Evangeliums, sondern die
Verbreitung eines virtuellen Katholizimus, der solchen Leuten zur Befriedigung ihrer subjektiven Religionsbedürfnisse
angeboten wird, welche die Selbstkorrektur der kath. GESELLSCHAFTSLEHRE, wie sie im Vatikanum II zum Ausdruck
kam, nicht ertragen können. Die „Dogmatik“ der SSPX bezieht sich also nicht auf das Dogma, sondern auf
die Soziallehre. Die Konfusion beider „Reiche“ nennt man Integralismus. Der aber ist unfähig, den öffentlichen
Anspruch der kath. Religion in der Welt von heute zu vertreten.
Gleichfalls späte Antwort: Der einzige Gläubige hat nicht die Kompetenz, einer „Häresie des Papstes“
gewahr zu werden. Jedenfalls nicht im Sinne eines subjektiven Anspruchs. Das ist gerade der Kern des christozentrisch
katholischen Amts begriff. Dominus prope. SOLLTE der extrem unwahrscheinliche Fall eintreten, DASS ein
Papst sich hartnäckig im Irrtume bewegt, so ist mit Widerständen charismatischer Art (Catharina gegen
Avignon) zu rechnen, die zu einer Selbstkorrektur des Amtes führen. Dies ist hinsichtlich der Liturgiereform
mit Indult u. Ecclesiqa Dei aber bereits geschehen. Wer jetzt noch „mehr“ will, setzt sich dem Verdacht
aus, auf fremde Rechnung zu wirtschaften, aber nicht pro Ecclesia et pontifice.
#68 stat crux 12:59:11 | Mittwoch, 16. August 2006
Athanasius Es hat rd. 200 Jahre gedauert (1768-1968) bis die Delegitimation der Hl. Schrift zur weitverbreiteten
Krankheit der Theologie wurde. Aber der Weg zurück ist diesbezüglich längst im Gange. Man wird die
Evangelien wieder als solche lesen. Und vor diesem Hintergrund bekommt die bislang wenig beachtete Konzilskonstitution
ganz neuen Rang: Dei Verbum. Sie könnte eine Erholung der Theologie von der tödlichen Krankheit bewirken,
so dass dann auch die Kirchenkonsitution und die Liturgiekonstitution theologisch verstanden werden. Wahrscheinlich
leben wir zu früh nach dem Konzil, um seinen Segen im ganzen zu ermessen.
#79 stat crux 12:51:33 | Mittwoch, 16. August 2006
Carlo Da die SSPX (gut, Sie distanzieren sich noch weiter) die Feier der Messe gem. NOM 1970 bzw. MR 2002
für sündhaft hält, ist diese Distanznahme wohl das stärkste Arguiment ddafür, dass man dort (unter
Behauptung des Gegenteils) die amtliche Liturgie der Kirche nicht feiern will; wer also der Intention
nach die Römische Messe ablehnt (deren Feier den vitalen Zusamenhang mit der „Rechtskirche“ voraussetzt),
bestehen nicht nur Zweifel an der Erlaubtheit, sonderen auch an der Gültigkeit der dortigen Zelebrationen.
Denn Spitzfindigkeiten wie „zwar unerlaubt, aber gültig“ öffnen die Tür für Notstandsargumente. Diese
greifen aber nicht, wenn der geheime Vorbehalt des integralistischen „Priesters“ gegen die römische,
amtsverfasste Kirche gerichtet ist. You can’t eat the cake and have it.
#44 stat crux 12:36:34 | Mittwoch, 16. August 2006
Ordinatio sacerdotalis: Es hat der Verkündung des Evangeliums kaum etwas genutzt, dass die Evangelische
Kirche mit der Tradition gebrochen hat und Frauen zur Ordination zulässt. (Dieser „Bruch“ war allerdings
möglich, weil die dortige Ordination nur „Amt“ ist, nicht Sakrament.) Der innere Zusammenhang zwischen
der Realpräsenz Christi, seiner Gegenwart im Hl. Messopfer und der für Frauen unmöglichen (!) Priesterweihe
ist im heutigen Kontext schwer zu vermitteln. Aber von genau diesem Punkt ausgehend wird sich das Selbstverständnis
der Kirche als Sakrament (Vatikanum II) neu durchsetzen. Alles andere wäre Selbstbetrug.
#40 stat crux 12:30:05 | Mittwoch, 16. August 2006
Herrschaft der Sexualität? Dieser Artikelschreiber hat ganz offenkundig gar keine Ahnung, was ein totalitäres
System ist. Intellektuell kann man einem solchen inmitten der offenen Gesellschaft genau so lange anhängen
(etwa SSPX), solange nicht das Risiko besteht, dass „die“ an die Macht kommen. Reine intellektuelle Selbstgefälligkeit
ist dieses Schwelgen im virtuellen Traditionalismus (und dann noch „Grass“ als Kronzeuge!), ohne jede
Berührung mit wirklicher Geschichte oder Tradition.
Ganz einfach. Eine Ehe ist eine Ehe. Eine Frau ist eine Frau. Ein Priester ist ein Priester. Causa finita.
Das solche Selbstverständlichkeiten überhaupt lehramtlich affirmiert werden müssen, zeigt doch die
Tiefe der modernen Krise. Aber keine Sorge: Das Konzil hat die Antwort bereits gefunden: Dei Verbum, Lumen
Gentium, Dignitatis humanae.
Athanasius: Denken Sie mal in aller Ruhe über den kath. Amtsbegriff nach Der wird, jedenfalls dem Prinzip
nach, weder von Staaten noch Völkern noch Religionen noch Konfessionen mehr bestritten, seit das Ihnen
so unbequeme Konzil die Identität der Kirche sorgfältiger als zuvor von zivilen Machtbegriffen distanziert
hat. Das stärkt den öffentlichen Anspruch der Religion und schwächt ihn nicht. Denn die Autorität
des Evangelums wird geschwächt, wenn ein Ministrant, der ein Weihrauchfass fallenlässt, vom Msgr. eine
„übernatürliche“ Ohrfeige erntet. Ihre Bruderschaft sind (außer den Freimaurern) die weltweit letzten
expliziten Feinde des katholischen Amtes. Alle andern haben den öffentlichen Rang des Papsttums nolens
volens akzeptiert. Deshalb trifft der Vergleich, den Kardinal Luciani (JP I) 1978 zwischen Gegenpapst
Benedikt XII. und Lefebvre zog, so mitten ins Herz. Mit der zusätzlichen Pointe, dass jemand, der sich
1970 zum Gegenpapst erhoben hätte, ein Objekt der Lächerlichkeit geworden wäre, während die haltlose
Behauptung, der Papst müsse einem ihm von einer Bruderschaft vaganter Kleriker neu geschaffenes „Traditionsprogramm“
befolgen, den absurden Gegenpapst-Anspruch sogar noch an Absurdität übertrifft. Und hier kommt, leider,
die Maurras-Ideologie (von vor 1926) ins Spiel: Ein Papsttum nämlich, das Gefangener einer ganz bestimmten
naturalistischen Ideologie ist (fälschlich „Tradition“) ist, aber eben nichts von diesem „Programm“ abweichendes
aussprechen darf. Nun hat aber nachweislich schon Pius XII. all das grundgelegt, was das letzte Konzil…
Katholische Identität ist tatsächlich das sakramentale Leben der Kirche, weder ein bestimmter Kentnisstand,
noch ein bestimmter pädagogischer Erfolg. Und eine gewisse „breitenwirkung“ der Religion ist auch anders
gar nicht zu „haben“, wie der Niedergang in allen von der Reformation betroffenen Gebieten Europas fast
täglich intensiver beweist. Es war eben erweislich nicht war, dass Kirche sich in der „Lehre“ manifestiert.
Wenn von der Christlichen Religion weder das Hirtenamt (Königsamt) Christi übrigbleibt noch das Priesteramt,
sondern nur die „Lehre“ und diese überdies der „Wissenschaft“ ausgesetzt (also Privatmeinungen), dann
sind die Mysterien Christi für das allgemeine Volk nicht mehr „vollziehbar“. Deshalb muss es bei der
sakramentaklen Anlkeitung der Kurche durch geweihte Berufene bleiben; jedes Alternativmodell ist nicht
fähig, das Evangeliuum in die Weite des öffentlichen Raums hinein zu vertretzen, wie uns (fast) jede
protestamntische Konfession vor Augen führt. Ausnahme: Der bewusst individuelle Bekennermut freikirchlicher
Christen und solcher, die dies im staatskirchlichen Kontext nachzuahmen versuchen, aber auch hier fehlt
es an der Öffentlichkeitswirkung. Es gibt keine Alternative zur sakramentalen Identität der Kirche (vgl.
Lumen Gentium 1-69), das bestätigt auch die Orthodoxie, der jedoch die amtliche Durchsetzungskraft abhanden
kam, wegen zu großem Gehorsam gegenüber der monarchischen Staatskirchenverfassung.
Nachdenken kann man über alles, aber man sollte auch zu einem Ergebnis kommen. „Nachzudenken“ wäre insbesondere
darüber, warum die Frauenordination UNMÖGLICH ist. Sie ist unmöglich. Das lohnt das Nachdenken. Und
es lohnt auch nachzudenken, warum diese Tatsache (es ist eine Tatsache, die nicht zum Offenbarungsgut
gehört, aber diesem notwendig vorausgeht; hierzu war kein „Dogma“ möglich, aber eine Bekräftigung dessen,
was Jahrtausende lang eine schlichte Selbstverständlichkeit war, wie es z.B. auch beim Charakter des
ehelichen Aktes als ehelicher Akt der Fall war). Heute muss das Lehramt mit größter Anstrengung schlichteteste
Selbstverständlichkeiten affirmieren (eine Ehe ist eine Ehe, eine Frau ist eine Frau, ein Priester ist
ein Priester in persona Christi nach der Ordnung Melchisedeks) und wird von Theologie und Volk trotzdem
in manchen Weltgegenden einfach nicht „verstanden“. Woher diese epochale Verwirrung? Die arglistigsten
Feinde des kirchlichen Amtes tönen: Das Konzil hat die Kirche zerstört; in Wahrheit kommt aber von dort
die Antwort.
Der Papst wird von niemandem gerichtet (Gregor VII., 1075), aber vor 1975 wurde z.B. Paul VI. von jedermann
symbolisch „hingerichtet“; vielleicht sollte ein Papst keine Interviews mehr geben. Es ist gut gemeint,
aber solche Kreuzverhöre (falls die Nachricht stimmt) sind vielleicht zu viel des Entgegenkommens. Solange
kein Journalist fähig ist zu begreifen, dass z.B. die Entscheidung zur Unmöglichkeit der Frauenordination
definitiv ist, haben solche Erörterungen keinen pastoralen Sinn.
Jawohl, Paul VI! Am 6.8.04 fand ich in Salzburg, St. Sebastian, ein Heftchen mit dem „Credo des Gottesvolkes“
vom 30.06.1968. Meine Begeisterung hält bis heute an. Studieren Sie das mal, wenn Sie, C.R., zur Kirche
zurückfinden wollen.
Sie als selbsternannter Kardinal Mazzella II (kein anderer kreuz.ritter wagte sich so einen Titel beizulegen)
schaffen sich Ihre virtuelle Kirche nach Ihrem Bilde. Das belegt die vollständige Richtigkeit, dass die
gesamte SSPX nur Privatfrömmigkeit betreibt, aber eben nicht die amtliche Liturgie. Und sie räumt es
auch offen ein, indem sie die „NOM“-Teilnahme zur Sünde abstempelt. Das ist doch der „Schwachsinn“, um
den es hier geht.
Gotthard und Guttenberger Auch ich danke für die schönen Ergänzungen! Tatsächlich, die Eucharistie
als Immerwährender Abendmahlssaal und Vorausklang des Himmlischen Hochzeitsmahles; am Abend vor Seinem
Leiden ist kein Tropfen Blut getropft; die Erste Gegenwärtigsetzung des morgigen Geschehens war bereits
„progressiv“. Auch die Liturgiereform wendet ihren Blick nach vorn, dem wiederkommenden Herrn entgegen
und damit ist der Neuen Messordnung eine für das III. Jahrtausend taugliche Wende geglückt, wie auf
allen 5 Kontinenten bestätigt wird. Gerade die vehemente Ablehnung seitens der Integralisten verdeutlicht
im Rückblick den Ernst der Gefahr, in der die authentische Liturgie sich längst befand. Dank des Konzils
wurde die größte aller Gefahren für die amtliche Liturgie abgewendet, ihre Verarmung zum leeren, lieblosen
Ritual, das Ewigkeitsbezug nur noch darstellt, aber nicht lebt. Der „Einbruch“ der Praxis in manchen Ländern
lässt unbequeme Schlüsse darauf zu, wie dünn das Eis längst war. Es war 1963 „höchste Zeit“ für
Sacrosanctum Concilium (denn den Kulturbruch der Folgejahre hätte die Kirche sowieso durchstehen müssen).
Wir stehen also am Anfang des „Erwachens der Seelen“, nicht am Ende der liturgischen Bewegung.
Lieber Athanasius, Ihre Kompetenz habe ich nie bestritten, aber wenn Sie mal Bugnini im Original lesen
würden (Herder 1987), würden Sie es sich nicht mehr so leicht machen können mit Ihren Tiraden. Da ist
viel mehr Tiefgang als bei Ducaud-Bourget oder Lefebvre, die bezüglich der Messe nur immer wieder wiederkäuen,
der „Sühnopfercharakter“ sei in der neuen Textfassung (!) verlorengegangen. So ein Fehlschluss IST NUR
MÖGLICH, wenn man implizit die „Diskussionsbasis“ der Moderne (Naturalismus) akzeptiert hat: „Von der
Rose bleibt nur der Name.“ Wir feiern aber nicht nur den Namen Jesu, sondern seine Wirklichkeit, „realistisch“.
Die Hl. Messe ist eben kein ritueller Formalismus, sondern ein leibhaftiges Geschehen unter Partizipation
aller Beter; unverzichtbar für den Opfercharakter (Gegenwärtigsetzung der alleinigen Heilstat) ist abder
das Handeln des Priesters in persona Christi (und nicht einmal genau die Wandlungs“worte“); das Handeln
setzt gegenwärtig, nicht die Formel. Insofern ist es tatsächlich Todsünde, wenn ein Priester außerhalb
der amtlichen Liturgie der Kirche eine Römische Messe simuliert, die zwar wortgleich von 1570 stammen
mag, sich inhaltlich aber außerhalb der eucharistischen Liebe (!) begibt, der Petrus vorsteht. Das integralistische
Ritual ist schön, aber es ist leer, kein Ritus, sondern Arkandisziplin.
Im übrigen, betr. „Anspruch“ auf Alte Messe: Da verrät sich der defekte Amtsbegriff der SSPX. Während
die gesamte Weltöffentlichkeit, Religionen, Staaten, Völker, das katholische Amt im Prinzip akzeptieren,
kräht nur noch das „unbeugsame Dorf“ gegen Papst und Bischöfe an (wie weiland Gegenpapst de Luna). Das
Missale von 1570 ist kein Koran. Es spielt dort gar keine Rolle, dass die alte Messe nie verboten wird
oder abgeschafft etc. Die amtliche Liturgie hat der einzelne Priester in Verbindung mit einem Bischof
zu feiern, der in Gemeinschaft mit dem Papst steht. Die erste Realität der bischöflichen Kollegialität
ist, dass jeder Bischof authentischer Stellvertreter Christi als Vorsteher der Liturgie vor Ort ist. Die
vaganten Kleriker der SSPX feiern im „off“ und sind deshalb KIRCHENRECHTLICH Simulanten. Diese dürfen
weder MR 1570 noch MR 2002 feiern. „Anspruch“ hat der einzelne Priester nur auf die Liturgie, die sein
Bischof ihm aufträgt.
Ungern zitiere ich Rahner, dessen große Zeit sicher vor 65 lag (manche witzeln: vor Rinser), aber die
Kritik an den damals schon gleichlautend (!) argumentierenden Gegner der Liturgiereform ist völlig korrekt
und wird von der gesamten weiteren Entwicklung bestätigt. Die Gemeinden haben die Reform zunächst mit
großer Zustimmung aufgenommen. Das Problem waren doch die Exzesse, weil viele immer weiter gehen wollten.
Das beansprucht heute niemand mehr. (Bugnini musste letztlich gehen, weil er auch eine Art „permanente
Reform“ wollte, damit aber bei den diversen Kardinalpräfekten und schließlich auch beim Papst kein Gehör
mehr fand.) Ohne Liturgiereform gäbe es heute nur noch marginale Präsenz des Opfers Christi in der Welt.
Denn den Kulturbruch der Nachkriegszeit konnte kein Konzil kurzfristig ins Gegenteil verkehren.
Graph + J.G. War wieder etwas schnell verzapft. Die Gefahr, die von einer zu starken Abwertung des Opferbegriffs
ausgeht, ist die, dass dann dort, wo noch um Verständnis des Opfers gerungen wird, ein einseitig übertriebener
Opferbegriff zum „Alleinseligmachenden“ erkoren wird, was in dieser Konzentration das „vielseitige“ Wirken
Christi limitiert auf den dann rituell aufgefassten „Opferakt“ des Weihepriesters, womit nicht hinreichend
Distanz zu abergläubischen Vorstellungen gehalten wird. Unabhängig davon gilt, wie schon oft gesagt,
der Opfercharakter der Messe ergibt sich aus dem amtlichen Vollzug durch einen Priester, der im Auftrag
seines Bischofs zelebriert, der wiederum in Gemeinschaft mit dem Papst steht. Nach dieser „amtlichen“
Auffassung von Liturgie (Pius XII.) sind alle Pius-Priester nur Simulanten. (Und den Ernst der Distanz
lehrt die SSPX auch „mit uimgekehrten Vorzeichen“, indem die Teilnahme am NOM zur Sünde deklariert wird.)
Graph Sie missverstehen mich. Ihresgleichen haben noch gar nicht kapiert, dass ein Liturgieverständnis
an ZWEI FRONTEN erkämpft werden muss. Es geht nicht nur um die Angrenzung von happenings, Podiumsdiskussionen
und privater Andacht, es geht längst auch um die Abgrenzung des amtlichen Gottesdienstes der Kirche von
(in kleinen Minderheiten) um sich greifenden Interpretatzionen, die eine zu große Nähe des kathjolischen
Kultes zu Ritual, Esoterik und sogar Okkultismus herstellen. Dem dient die Präzisierung und partielle
„Abwertung“ des Opferbegriffs (die neue Gefahren birgt, nämlich Wiederbelebung eimnes archaischen, nicht-katholischen
Opferbegriffs). Die Liturgie hat zwei Gegner: „Pädagogen“ und „Ritualisten“. Der kath. Priester ist eben
nicht Medizinmann, Schamane, Orakel, „Religionsdiener“, sein Beruf integriert das, was an der Priestervorstellung
(aber in der Ordnung Melchisedeks: Brot und Wein, keine „Opfertiere“, ein königliches Amt, keine Levitenfamilie)
der Religionen vorbezeichnet war, aber in persona Christi, des einzigen Priesters. „Autonomes“ Priestertum
gäbe es nur außerhalb des Sakraments, das aber ist angemaßt, wenn nicht im Einklang mit der kirchl.
Autorität praktiziert. (Dank auch an J. Guttenberger)
Bugnini war jedenfalls ein von Leidenschaft und bester Sachkenntnis getragener Experte. Das „Problem“
für Nostalgiker ist ja gerade, dass die Liturgiereform (den normativen Texten nach) weitesgehend überzeugend
formuliert wurde. FAST NIEMAND vermisst die Alte Messe. Zu groß war allerdings das (vorkonziliare) Vertrauen
auf zentrale Entscheidungsgewalt. Haarsträubend sind die „didaktischen“ Fehler, die das eben erst verkündete
allgemeine Priestertum der Gläubigen sofort ad absurdum führten und die Beter krasser entmündigten
als je zuvor in der Kirchengeschichte. Denn nicht auf Geheiß eine Fürbitte vortragen (vorstottern) macht
die „actuosa participatio“ aus, sondern das Mitbeten und Mitvollziehen (und gerade das vereiteln Kleriker,
die kein Wort im Hochgebet an seiner Stelle lassen oder allenfalls widerstrebend; das ist totalitär-klerikal).
Pius XII.: Kreuzforum Die Vorgänge in Nahost sind ein haarsträubender Beleg dafür, dass die Weltgemeinschaft
die Lehren des Papstes Pius XII. zur Völkergemeinschaft schlichtweg ignoriert. (Ohne diese Vorarbeit
wäre, nebenbei, Dignitatis Humanae nicht so konsequent umgesetzt worden.) Pius XII., ausgerechnet der
„letzte Römer“ auf dem Stuhl Petri, vollzog die Wende von jedweden vorsintflutlichen „Reichsgedanken“
und ersetzte sie durch die modernen Lehre der Völkergemeinschaft. Das ist die konsequente Antwort auf
1806, 1918 und 1945 gewesen, die noch auf Wiederentdeckung hofft. (Deshalb, „Pius XII.“ auf kreuzforum:
war in der Karfreitagsliturgie auch kein Platz mehr für die Kaiserbitte; Pacelli has done it!).
Benedikt Nach meiner Schätzung haben nur 0,15 Promille der Katholiken ein Problem mit „Dignitatis humanae“.
Schon Kardinal Luciani (Johannes Paul I.) fragte in einem venezianischen Zeitungartikel 1978: Hat denn
Lefebvre den Titel des Dokuments nicht gelesen? (Die Religionsfreiheit von DH ist kein Relativismus, sondern
eine Korrektur der kath. Gesellschaftslehre, des Staat-Kirche-Verhältnisses.) Und dann verglich er der
den Alterzbischof mit Pedro de Luna, dem Gegenpapst Benedikt XII.: In der Zeit nach dem Konzil von Konstanz
verschanzte sich dieser mit zwei Kardinälen und einigen Dienern auf einer Burg bei Valencia und schleuderte
bis zu seinem Tode in die Welt etliche Anathema und Bannbullen, obwohl er außerhalb der Burgmauern keine
Anhänger mehr hat. „Rom muss sich zu mir bekehren!“ Das hat außer Lefebvre nur de Luna gefordert, sonst
niemand. (Von okkulten Sedisvakantisten abgesehen.) Umso erfreulicher, dass die Petrusbruderschaft den
berechtigten Teil im Werk des Integralisten herausfiltert und veredelt.
Maurice de la Taille? Ist in dem Werk von 1919 auch analysiert worden, dass „Mysterium fidei“ nicht zu
den Wandlungsworten gehört? Die Reaktivierung dieses Rufs an das Volk (besser wäre, den Ruf brächte
immer ein anderer als der Zelebrant aus) samt Antwort der Gläubigen gehört zu den überzeugendsten Innovationen
des NOM; allein schon weil auf das Handeln in persona Christi „Tut dies zu MEINEM Gedächtnis“ dieses
Handeln des Priesters von den Getauften bestätigt wird („donec venias“). Für eine private liturgische
Bewegung ob nun modernistisch oder integralistisch hat bereits Pius XII. 1947 (Enz. Mediator Dei) keinen
Spalt Raum gegeben. Lefebvre rebelliert also nicht nur gegen den engsten Mitarbeiter Pius XII. (Montini),
sondern auch gegen seinen angeblichen Förderer, den letzten Pius-Papst selber. Liturgie ist der AMTLICHE
Gottesdienst der Kirche, dahinter müssen private Frömmigkeitsbedürfnisse zurücktreten, erst Recht,
wenn diese in der unblutigen Vergegenwärtigung des Abendmahlsopfers eine virtuelle „Blutwiederholung“
sehen wollen. Denn das ist gar keine Liturgie, sondern Hokuspokus.
Athanasius: Liturgie ist nach Pius XII. (Mediator Dei) der „amtliche“ Gottesdienst der Kirche. Diese Verrechtlichung
des Liturgiebegriffs hat der Liturgiebewegung zwar mächtig gestunken, ist aber in modernen Zeiten, in
denen die Kirche ein weltweiter „Massenbetrieb“ von ca. 1,1 Mrd. Angehörigen ist, der völlig richtige
Ausweg. Kreativität, spirituelle Bedürfnisse etc. gehören in die private Andacht. So sehr es Ihnen
missfällt: Die Römische Messe kann nur mit und unter dem Papsat und den rechtmäßigen Bischöfen AMTLICH
zelebriert werden und nicht privat. RECHTLICH sind die Messfeiern der SSPX nichts anderes als ein Freimaureritual,
nämlich PRIVATE Frömmigkeit. Deshalb ist das Indult auch das richtige pastorale Instrument. Es kommt
den pastoralen Bedürfnissen bestimmter Gruppen entgegen, die, aus gutenm Gründen, im lokal anzutreffenden
amtlichen Liturgievollzug ihre Frömmigkeit nicht hinreichend ausgedrückt finden. Amtlicher Ritus ist
das MR 2002. Und was Ihr Insistieren auf dem „Meßopfer“ betrifft: Auch das ist nur Simulation, wenn es
außerhalb der amtlichen Liturgie gefeiert wird. Mit anderen Worten: Bereits „Mediator Dei“ (1947) entzieht
der reaktionären liturgischen Bewegung namens SSPX den Boden.
Benedikt XVI wie XV Es gehört wohl zum Leidensweg des Papsttums dazu, dass die Friedensaufrufe verhallen;
1914, 1939, 2003, 2006. Hier zeigt sich, dass die Lehre Pius XII. über die Völkergemeinschaft (darin
ist er unübertroffen) in Gremien wie UNO, NATO, EU nur erst unzureichend rezipiert wurde.
Unbeantwortet bleibt aber die Frage, warum solche Spektakel-Aktionen das Interesse auf die Bruderschaft
lenkt, anstatt dass sie sich um die Bemühungen für einen angemessenen Ort der Tradition einreiht, die
ja keineswegs ihre Erfindung oder ihr Monopol sind. Im Gegenteil: Die „Politik“ der SSPX versperrt einer
großen Zahl der Katholiken den angemessenen Anschluss an die Tradition. Im übrigen ist das dortige Weltbild
nicht mittelalterlich, sondern 19. Jh. (Frkr. 1815-30) mit Versatzstücken aus dem 20. Jh. (action francaise,
Austrofaschismus), jedenfalls extrem modern (unter Behauptung des Gegenteils). Das mittelalterliche Staatsgefüge
ist mindestens so weit entfernt von der absoluten Monarchie wie diese von der parlamentarisch verantworteten
Regierungsform; und heutzutage nicht reproduzierbar. Kirche in der Welt von „heute“ meint nicht den 4.8.06
(und morgen den 5.8.), sondern „heute“, das ist die Zäsur, die bspw. der 6.8.45 markierte; und auf dieses
„heute“ war eine Antwort nötig, auch in der Liturgie.
#58 stat crux 16:36:24 | Donnerstag, 3. August 2006
Möchtegern: Eine Priesterausbildung, welche einer auf das Erfordernis des missionarischen Zeugnisses
deutenden Analyse der Sachlage entspricht. Also müsste, bevor hunderte von letztlich irrelevanten Meinungen
durchgenommen werden, erstmal die offzielle Lehre gelernt werden. Allein schon des Wissensstandes wegen.
Vielleicht setzt das eine Art von „Noviziat“ am Beginn der Priesterausbildung voraus, an dessen Ende aber
schon die Diakonatsweihe stehen könnte. Aber gottlob bin ich für derartige Fragen nicht zuständig.
#11 stat crux 16:27:33 | Donnerstag, 3. August 2006
Visionen, Fiktionen Die Quelle „I Millennari“ ist doch alles andere als glaubwürdig. Nach der Lektüre
etlicher Montini-Literatur bin ich mir sicher, dass die Aussage des Papstes von 1952 zutreffend war, dass
Montini und Tardini auf das Kardinalat aus freien Stücken verzichteten. Und dass Pius XII. seinen besten
Mitarbeiter auch später aus der Nachfolge „ausgeklammert“ hat, mag zwar durch Rücksichtnahme auf seine
Gegner im Vatikan mitbegünstigt worden sein. Es handelt sich aber um ein bewusstes Offenlassen der Nachfolgefrage.
(So viele Pro-Montini-Kardinäle wie Roncalli hätte Pius XII. sicherlich nicht ernannt.) Das war nach
dem stark auf die eigene Person zugeschnittenen Regierungsstil 1958 auch die einzige Option. Die „Mordabgründe“,
die im Kreuzforum so genüßlich ausgebreitet werden, entbehren sicherlich jeder Grundlage. Da artikuliert
sich blanker Hass.
#160 stat crux 16:20:31 | Donnerstag, 3. August 2006
Jawohl?? Lese ich richtig?? Hier werden 3 von 4 residierenden Kardinälen in Dtld. für latent oder praktizierend
schwul erklärt?? Und nebenbei auch noch Bernhard Vogel?? Nach diesem Schema wollte man doch auch Frau
Schavan in BW schon „erledigen“. Bitte, mehr Zurückhaltung die Privatsphäre betreffend!
Kadavergehorsam In der kreuz.forum Spalte rechts läuft seit gestern immer wieder die Überschrift „Denunziation
Pauls VI. führte zur Hinrichtung geheim geweihter Priester in Russland“ Selbst wenn ein Tradi dem Papsttum
nur virtuell gehorcht (und dem Antifaschisten Montini schon gar nicht): Es wäre doch recht ehrbar, auf
solchen Irrsinn zu verzichten. So weit muss man den Hass nicht treiben.
Was die S.J. verstört hat? Vermutlich das Laienapostolat. Denn wenn man weltliche Kompetenz in den elitären
Klerus integriert, wie es die Söhne des Ignatius bis 1773 taten (und 1815-1958 nochmals „revitalisierten“),
kommt man mit der Ekklesiologie des Vatikanum II schlecht zurecht. Aber der Antwortversuch ging dort halt
in die Gegenrichtung: „moderner Integralismus“?? Ein sperriges Wort. Aber einen eigentlichen Begriff vom
allg. Priestertum und der relativen Autonomie der weltliche Sachbereiche ist möglicherweise bei den Jesuiten
nicht geglückt, sondern durch einen „Kurzschluss“ überspielt worden (dieselbe Attitüde, modernes Programm).
Lefebvre war ja auch gar nicht gegen die Liturgiereform, sogar partiell für die Volkssprache. Da musste
ihm wohl erst jemand den Floh ins Ohr setzen, der NOM sei „häretisch“. Das hätte Billot sicherlich nicht
gelehrt.
Ironie steht Atha schlecht zu Gesicht Selbstverständlich muss man der apostolischen Tradition breitesten
Raum geben, auch dem Canon Missae. Aber die gegenteiligen Moden sind ja schon auf dem Rückzug. Sie konnten
sich nur so sehr ausbreiten, weil der liturgische Tiefgang bereits „vorkonziliar“ weithin nicht gegeben
war. Gerade Montini bemerkte das „Erkalten“ der liturgischen Frömmigkeit; und dagegen trat er an. Es
wird sich noch erweisen, dass „seine“ Messe im wesentlichen „römisch“ ist und kommunikativ zugleich.
Adrian: Exakt. Aber „in persona Christi“ meint eben KEIN Darstellertum, sondern hat Konsequenzen. Der
Priester vollzieht kein „Ritual“, dem er das Prädikat „Realpräsenz“ verleiht, sondern Christus selber
agiert „parmi nous“.
Fadenkreuz Aus welchen Gründen denn? Ich bin mir sicher, dass Pius XII. ganz allgemein nichts von der
Verurteilung von Sätzen hielt. Das hat es unter seinem gesamten Pontifikat nicht gegeben. Meines Wissens
auch nicht diese Bescheide wie: Frage: XYZ, Antwort: Negative. (Oder nur ganz selten.) Die Verurteilung
einzelner Lehrauffassungen der A.F. durch Pius X. (veröffentlicht durch Pius XI.) hat sich m.E. noch
dieser Methode bedient, wenn auch die bescheidene „Wirkungskraft“ solcher Verurteilungen (Humani generis
enthält keine einzige dieser Gattung) auch Pius XI. schon klar war (es wurde kein anti-totalitärer III.
Syllabus geschaffen). Hier konnte man mit der Vorkriegsmethode ausnahmsweise punkten, weil die Verurteilung
somit auf Pius X. zurückführbar war, den Maurras zum „Retter Frankreichs“ hochjubelte. Im übrigen beruht
das Schutzpatronat, das M.L. ihm zumutete m.E. auf dieser Wertung, jedenfalls nicht auf der Urheberschaft
Pius X. für die Liturgiereformen („actuosa participatio“).
Murx! Sie lernen! Genau darum, um die Politik vom Alltag ein bisschen fernzuhalten, dazu ist heute die
Demokratie notwendig. Jede andere Regierungsform (es kommt auf die Regierungsform an, nicht auf das Staatsoberhaupt)
ist zukünftig zu aufdringlich. Die mediale Totalisierung der parlamentarischen Regierungsform zu einem
Dauerplebiszit ist nicht notwendig im Demokratieprinzip enthalten.
Quanta cura etc. enthalten einen bleibend gültigen Kern (so B XVI am 22.12.2005 vor der Kurie), dürfen
aber nicht in der Mentalität der damaligen Zeit interpretiert werden. Abgrenzungsbeefugt ist nicht der
einzelne Theologe, sondern das kirchliche Lehramt (Papst, Bischöfe). Einzelne Theologen machen es sich
zu leicht („Paradigmenwechsel“), aber sicherlich steht Quanta cura (Syllabus, Pascendi) nicht übver dem
Evangelium und nicht über den Konzilien. Ich bin mir sicher, dass „V 2“ innerhalb der nächsten 20 Jahre
noch weitere gute Früchte bringt. Quantitativ kann ich das nicht einschätzen und für die derzeitige
„Theologie“ deutscher Zunge spende ich keinen Applaus, aber wir sind Zeugen eines Anfangs. In der Masse
gibt es noch einen Ruck abwärts hinsichtlich religiöser Praxis, aber schon heute halten viele geistliche
Kommunitäten und Bewegungen viel Volk auf der „guten Seite“, wieviel erbärmlicher litte die Gegenwart,
wäre das Christentum bereits allen fremd geworden und nur eine hysterische Karikatur integralistischer
Provenienz übrig. „Donec venias.“
Le Floch! Das war der Spiritaner, Direktor des frz. Priesterseminars in Rom, der der action francaise
nahestand und 1927 zurücktreten musste (wie Kardinal Billot, bei dem Lefebvre an der Gregoriana Vorlesungen
hörte); es gibt sie eben doch, die Querverbindung zur A.F., lb. Athanasius. Wer aber aus dem ursprünglichen
Befürworter der Liturgiereform (M.L. 63) einen NOM-Gegner machte (11.10.1974): Mallerais? Ducaud-Bourget?
Der ist es, der das „Messopfer“ in ein Ritual umdeutete und das eigentliche Problem für Econe begründete.
Wir werden es noch rauskriegen.
Der Priester als Kreuziger?? Adrian: Wer lehrt denn solche Anthropomorphismen? „Das ist die Stelle des
Todes Christi.“ Was für eine Gratwanderung! Pünktchen hat die Quellen aufgewiesen: Das gesamte Mysterium
wird in der Communio der Kirche vergegenwärtigt, nach „rückwärts“ (7.-9. April 30); aber auch nach
„oben“ (wie im Himmel so auf Erden) und nach vorne: Donec venias! „Durch den Dienst der Priester“ meint
eine klar hinter die Präsenz Christi zurückretende, dienende Funktion. Der katholische Priester ist
„religionssoziolgisch“ Nicht-Priester, da er keinerlei EIGENE Vermittlungsmacht zum Göttlichen hat; gerade
deshalb ist das sakramentale Amtspriestertum unverzichtbar (und für Frauen unmöglich), weil es völlige
Rückbindung an Christus, den EINZIGEN Priester bewirkt; könnte man allein aufgrund der Taufe beliebige
Rechtsämter verteilen, würde die Christozentrik des ordo „verwässert“ (was, unter Behauptung des Gegenteils,
den Religionsdiener NÄHER an heidnische Vorbilder heranrückt). Also: Christus gibt sich selbst. Der
Hostienbrecher ist eine völlig „nichtswürdige“ Funktion, die allein IHM diene: Durch ihn, mit ihm, in
ihm: Eucharistie.
Heilsegoismus ist doch nach Pius X. auch eine Todsünde. „Ätsch, ich halte die Gebote, ich werde es „oben“
weit bringen! Aber, da, guck: Die Sünder! Denen ergehts einmal saudreckig.“ Können „Getaufte“ so denken??
Tridentinus Sie haben Thalhofer doch schon vor Monaten empfohlen?? Meines Erachtens ist die pastorale
Unfruchtbarkeit der SSPX (auch wenn GHuntram sie hochjubelt: mit „Schisma“ braucht man die Clique nicht
zu belegen, weil sie quantitativ marginal ist) ein direktes Ergebnis der „limitatio christi“ auf die weihepriesterliche
„Produktion“ des „Opfers“. An dieser Linie scheiden sich die Geister. Und alle, die allmählich ahnen,
dass die SSPX eben NICHT die tridentinische Messe feiert, sondern in deren Formen eine Neuerfindung (nämlich
ein Ritual), werden sich besinnen und zu Ecclesia-Dei-Gemeinschaften in Kontakt treten. Denn „los von
Rom“ lässt sich die Römische Messe nunmal nicht realpräsent zelebrieren. Impossibilium nulla est obligatio.
Abertausende?? Die SSPX hat rd. 500 Kleriker, vielleicht 150.000 hardcore-user. Mein Gott Athanasius,
lesen Sie doch mal Humani Generis im Wortlaut! Pius XII. war ein Meister differenzierter Betrachtung,
der vorsichtige Innovation keineswegs scheute. Alle Tendenzen, die 1966 im Nieuwe Katechismus frech hochkamen,
hatte er schon analysiert. Und Paul VI. hat während des ganzen Pontifikats die Wahrheit verteidigt, cf.
Credo des Gottesvolkes (30. Juni 1968). Eine Konterkulturrevolution wird dem Integralismus nicht gelingen.
Auch wenn im übrigen stahlblauer Okkultismus wieder chic wird: Moralisch will nicht einmal die Extreme
Rechte vor 68 zurück, auch nicht die Alt 38er.
Die Analyse greift insoweit zu kurz als es nicht genügt 1968 zur Quelle allen Übels auszurufen, ohne
das dahinter verborgene Problem der 38er anzusprechen. Der Modernismus der 30er Jahre hat Dutschke erst
möglich gemacht.
Athanasius on Feeney Da kenne sich noch einer aus; dreierlei St. Benedict Center. An sich auch Indiz,
dass sogar unter Jesuiten die „tridentinische Repression“ nicht mehr funktionierte. (Gesamtkirchlich hat
es der Fall Exz. Lefebvre bewiesen, wie alternativlos das Konzept des Konzils war; „unter Behauptung des
Gegenteils“.) Eigentlich müsste die SSPX das implizite Votum (DH 3866) viel vehementer vertreten. Denn
nur das wird deren Jünger retten.
Cyprian: Echt?? So hochinteressant das ist, wieviel Mühe sich Br. Michael da gibt; im Detail versagt
er ebenso wie der von ihm angegriffene Williamson: Ottaviani hat den Feeney-Brief, der in der Am. Eccl.
Review erschien, zwar signiert, aber nicht als Kardinal (Sekretär ! des Offz. war ein Kasrdinal, Vorsitzender
der Papst selbst), sondern als Assessor. Kardinal wurde er erst 1953, zusammen mit Roncalli.
Jawohl! Ihr Pio-Nono-Zitat ist aus Denz.-Hünermann raus. Athanasius: Sie bringen ein schönes Beispiel
für die integralistische Fehlinterpretation des Syllabus. Verurteilt wurde NICHT der Satz: Man darf für
alle hoffen. Gelehrt wurde nicht der Satz: Man muss von allen verdammt denken. Obwohl zu erwarten gewesen
wäre, dass Fachtheologen die kontradiktorische Verurteilungsmethode kapieren, hat sie, je öffentlicher
der Diskurs wird, immer mehr Verwirrung angerichtet. Meines Wissens wurden letztmalig gegen die Action
francaise 1926 Sätze verurteilt. Das hielt Schon Pius XII. (der „Megajurist“) für unzureichend. Und
wir quälen uns heute noch damit, was das scheinbar so Griffige doch so wenig sagt. Die Wahrheitsaussage
positiver Sätze ist Pius XII. vorbildlich am 1. Nov. 1950 gelungen („Mariä Himmelfahrt“, fols florum
ecclesiae).
Freundlichen Dank! Sehr schade, dass ein so exzellenter Kenner der Materie sich nicht mit Paul VI. versöhnen
will, wo das sogar Feeney gelang. (Was ich nicht wusste. Gibts dazu Quellen??)
„Jesus“ von B XVI tritt dann wohl gegen „Jesus“ von Klaus Berger, „Jesus“ von Heiner Geißler, „Jesus“
von Franz Alt und „Jesus“ von Renan an. Welches wird Bestseller??
Beate Pie IX o.p.n. Jawohl! Da kann ich übrigens das schöne Buch „Pius IX begegnen“ aus dem Ulrichsverlag,
Augsburg, empfehlen. Fehlt zweites Zitat in Hünerman’s Denziger??
Immerhin hat Navarro-Valls zuvor Undenkbares vollbracht: Dem Vatikan einen Gutteil positive Medienpräsenz
gesichert, durch gute Arbeit. Die „Steinchen“, die ihm hier nachgeworfen werden, wo man ihn anscheinend
für einen modernistisch-verlogenen Kabbalisten hält, werden der Reputation keinen Abbruch tun.
Bernado, Freinsberg Freundlichen Dank für die Präzisierung. Sehr wichtig, dass der Transsubstanziationsbegriff
den Zweck hat, von magischen Voirstellungen zu differenzieren: Nicht das Brot IST Gott, sondern es vollzieht
sich eine Verwandlung des Wesens; Anbetung gebührt Christus, nicht den Akzidenzien.
Die Feststellungklage ist eine Klageart, die auf Feststellung für das Bestehen oder Nichtbestehen eines
Rechtsverhältnisses gerichtet ist. Die häufigere Klageform ist im Zivilrecht die Leistungsklage, im
Verwaltungsrecht die Anfechtungsklage während im Strafrecht die Anklageschrift allein vom Staat ausgeht.
Richter gibt es hingegen immer, wo geklagt wird; unabhängig vom Klagetyp. Das dazu.
Übrigens: Scheffczyks Gedanke vom Fehlen etwaiger Marienreliquien gilt umso mehr für Jesus selber (ohne
Rücksicht auf die Frage nach dem Sindone resp. Manopello).
Carlo Athansio Mazzella Was ihr so alle für Modernismus haltet! Das Konzil enthält nicht eine einzige
Zeile Modernismus (siehe: Dei Verbum), nicht eine einzige Zeile „nouvelle theologie“ (siehe: Lumen Gentium).
Ihr legt retrospektiv De Nieuwe Katechismus (Holland 1966) in das Konzil hinein. Das habnen zwar auch
viele Therologen verbrochen (und es gibt ja kaum noch Nachwuchs, deswegen!). Aber das ist nicht V 2; lesen!
Liebe Christkönigsfreaks! Merkt ihr denn gar nicht, dass die zahllosen Stellungnahmen des Hl. Stuhls
zu Gegenwartsfragen allesamt den öffentlichen Anspruch Christi widerspiegeln? Der Christkönigsgedanke
meint nämlich kein Regime, sondern einen Aufweis nach oben, zum „oberen Jerusalem“. Intensiviert wurde
das seit Pius XII. Ursächlich ist aber, so weit ich sehe, der Syllabus, den Integralisten fälschlich
mit dem Dogma verwechseln, der aber m.E. der Soziallehre richtiger zugeordnet wäre (als Vorläufer ihrer);
Lamentabili war dan rein theologisch, korrigierte insoweit die unscharfe Streubreite des Syllabus.
Die faktische Inexistenz des Katholizismus in Deutschland hat sich m.E. mal wieder daran gezeigt, dass
in der Öffentlichkeit nichts vom Gebets- und Bußaufruf des Papstes zu bemerken war. Sonntagsaktivitäten
benötigen in dieser Verwaltungsgenossenschaft wohl 6-8 Wochen Vorglühzeit.
Sanktionen! Geht es Ihnen also ums Abstrafen? Müssen die Andersdenkenden in der Hölle enden (am besten
schon lebzeitig), damit Ihre Körpertemperatur ausgeglichen ist? Ein englischer Jesuit schrieb davon,
dass die „tridentinische Repression“ habe korrigiert werden müssen. Man müsste präzisieren: Angesichts
der totalitären Erfahrungen des 20. Jahrhunderts musste die Kirche dafür Vorsorge tragen, dass sie für
alle Zukunft nicht mit einem repressiven Regime verwechselbar ist. Die Autorität des Evangelums aber
hat das Vatkanum II um so nachhaltiger eingeschärft („allgemeine Berufung zur Heiligkeit“), als Aufruf
zur Liebe.
Mehr oder weniger „durchgeknallt“ sind ja eingestandenermaßen fast alle, die sich den Luxus erlauben
können, hier ihre Zeit zu vergeuden. Aber ab und an fällt doch mal ein Erkenntnisfortschritt dabei ab
(oder doch „lichte Momente“).
Warten wir es ab! Es ist richtig, dass Maurras sich im Alter dem Katholizismus wieder angenähert hat,
M.L. hat sich aber festgebissen (Predigt 1.11.1990). Ich „wünsche“ der SSPX keine nationalen Spaltungen,
halte die Entwicklung aber bei mangelhafter Rezeption des katholischen Traditionsbegriffs und ohne Wiederentdeckung
der Weite dessen, was „surnaturel“ meint: schlicht für wahrscheinlich. Die Lehrverurteilungen gegen die
Action francaise hat Pius XII. nicht zuletzt deshalb aufgehoben, weil, nach Abklingen des Konflikts, er
von der Wirkungskraft dieses lehramtlichen Stils, nicht überzeugt war. Unter Pius XII. wurde die Abkehr
von Satz-Verurteilungen a la Syllabus festgeschrieben (vgl. Humani generis) und der Stil positiver Darlegung
(etwa auch im Fall Feeney S.J.) vertieft, der heutige Dokumente aus Rom auszeichnet, während kreuzforumswächter
ihre virtuellen anathema schleudern. Artois: Kompliment, dass sie sich von der SSPX abgrenzen. Korrekt.
Hi, Ars…tois! Dass Ihr Idol einen „absolut falschen“ Begriff von Tradition lehrt, stellte Paul VI. im
definitriven Schreiben an den Artsbischof vom 11.10.1976 fest. Diesen Begriff verwendete Paul VI. sehr
selten: z.B. wies er bestimmte Aufweichungsideen der Ordenszucht schon 1964 mit ähnlich drastischen Worten
zurück (und partiell respektierte er Lerfebvres Ängste, aber umgekehrt respektierte dieser seinen „Boss“
nicht im geringsten, sondern argumentierte doppeldeutig (wie die SSPX seither permanent, nachgewiesen
z.B. auch von Gerard de Lauriers einerseits und P. Bisig andererseits).
P.S.: Die Umdeutung des Syllabus, eines zwar wirkungsmächtigen, im Stil aber zweifelhaften NACHRANGIGEN
Dokuments in den Grundriss der kath. Identität wie seitens SSPX-Jüngern ist abwegig. Auf „wikipedia“
gehen diese Leute dazu über, das Modernismusproblem über 1907-1909 hinaus bis 1864 zu verlängern und
bis 1964 sowieso („Lumen Gentium“). Ehrlicher wäre zu sagen, dass bestimmte Familien ion Frankreich 1830
nicht verkraftet haben und andere in Dtld. 1918 nicht. Die Wurzeln des Übels ist kein Verrat der Kirche
an der Tradition, sondern die Umdeutung der Religion in einen Integralismus ohne gesellschaftliche Relevanz.
Graf Galen: Zu früh gefreut! es ist überwiegend wahrscheinlich, dass die SSPX als virtuelles Kirchenimitat
den supranationalen Charakter des Katholizismus nicht adäquat wird abbilden können und antideutsche
Franzosen („le pape boche“) mit antifranzösischen Deutschen alsbald nicht mehr „können“ (außer natürlich
widernatürliche Unzucht in Seminaren treiben).
Der Erbprinz der Häretiker! Artois, nach „kathoischer“ Lehre setzt Häresie voraus, dass 1 Stelle diese
feststellt; und das ist das Lehramt, das kirchliche, nicht irgendeine Privatmeinung. Dass eine Privatmeinung
feststellen darf, was Tradition ist, das ist der völlig neue, absolut falsche Traditionsbegriff der SSPX.
Bin mal gespannt, ob der päpstliche Aufruf in den „deutschen Kirchen“ beachtet wird; die Appelle Benedikt
XV. seinerzeit ließ Kardinal Hartmann 1914-1918 abperlen mit der Bemerkung: Der Papst habe da nur als
„oberster Souverän“ gesprochen, nicht als Haupt der Kirche.
Habe nicht immer alle Quellen zur Hand: Dia Aussagen über P. Pio werden von der SSPX (America) aber so
fulminaten dementiert (deminentissime), dass ich fast geneigt bin, diese Aussagen für wahr zu halten.
P. Pio hatte ja so einen Art „Seismograph“ für freie Geister, die zu fallen geneigt sind. Lefebvre selbst
war NICHT Mitglied der Action francaise oder der Nachfolgeorganisation. Da gibt es eine Distanz zu den
modernen Elementen der a.f. Aber gemeinsam ist denen und der SSPX die exzessive Trauer über die Julirevolution
1830 (die das Papsttum übrigens billigte). Die Ästehetik der 1950er Jahre kaschiert die Mentalität
der frz. 1820er Jahre. Und von Pius XII. lässt Lefebvre ja auch nur die kranken Jahre 1954-58 gelten,
nicht die progressiven Akte 1943-1950.
Leider ist mir der Name des röm. Seminarleiters entfallen, der nach dem Verbot der action francaise aus
dem Amt gehen musste (wie Kardinal Billot); M.L. stand diesen Kreisen nahe, ging dann nach Afrika. Politisch
deutete ich den Abgang L.s aus Dakar 1962. Man wollte ihn einigerma0en ehrenhaft retirieren lassen (Tulle),
da winkte mit den Spiritanern eine „zweite Chance“, die 1968 (!) zerfiel. Also musste eine dritte Gelegenheit
her, um sich in den Annalen des 20. Jh. zu verewigen. Das ist M.L. geglückt. P. Pio mahnte ihn dem Vernehmen
nach schon zur Demut. Pustekuchen.
Lieber Athanasius, selbstverständlich existiert Satan und zwar mit Macht, aber eben nicht mit unüberwindlicher,
autonomer Gewalt. Deshalb ist das „Teufelswerk“ nicht das Hauptthema des Christentums, sondern der österliche
Sieg. Ich appelierte an Konzentration aufs Wesentliche, weil man sonst nämlich auf den „Bananenschalen“
ausrutscht (wie z.B. Lefebvre).
#27 stat crux 15:06:36 | Donnerstag, 20. Juli 2006
Marthe Robin sagte zu Jean Guitton: Der Teufel legt Bananenschalen aus, auf denen man ausrutscht. Aber
man muss es nicht! Man wird nicht unwiderstehlich umgerissen. Deshalb kann man tugendhaft leben, ohne
„am“ Teufel zu glauben. Satan ist kein Hauptstück der Dogmatik, sondern eine biblisch belegte Realität.
Es gibt m.E. nicht ein einziges einschlägig definiertes Dogma, christologische, marilogische, ekklesiologisch,
aber keinerlei „satanologische“. Kein Thema für Zeitvertreib.
#30 stat crux 14:59:35 | Donnerstag, 20. Juli 2006
Der Erzbischof-Bischof von Tulle hielt es aber nur 7 Monate im frz. Episkopat aus! Er „rettete“ sich in
das Amt des Spiritaner-Oberen. Als solcher (!) nahm er am Konzil teil. Athansius ignoriert, dass L.s Rückzug
aus Afrika bereits massive politische Gründe hatte. Die Querverbindung zur Action francaise ergibt sich
übrigens aus L.s Studienzeit in Rom, wenn auch nicht unmittelbar zu Maurras.
#24 stat crux 14:56:12 | Donnerstag, 20. Juli 2006
Glaube und Taufe Zu meiner Überraschung bot der Milingo-Artikel tatsächlich Anlass, mal an die ganz
essentielle Frage heranzugehen: Der Rang der Taufe, die Taufgnade. Wer hier vom Walten Gottes zu kleinkariert
denkt, spielt dem zu, dem er verbal so heftig widersagt, Athanisius! Wir glauben nicht „am Teufel“, sondern
vertrauen Gottes Gnade.