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Und die wahrlich denkwürdige päpstliche Bulle „Summis desiderantes affectibus“ von 1484, die quasi das
Vorwort zum „Hexenhammer“ wurde, wollen wir doch mal nicht unterschlagen. Das war schließlich die höchstkatholische
Absegnung des Hexenglaubens und der Hexenverfolgung. Die opferintensivste Hauptzeit der Hexenverfolgung
liegt außerdem zwischen 1575 und 1640, hat also gar nichts unmittelbar mit der Reformation zu tun. Luther
und Calvin haben außerdem nur den kath. Hexenwahn aus ihrer kath. Zeit weiter mitgeschleppt. Atha in
seiner krampfhaft apologetischen Tendenz läßt natürlich v.a. nichtkath. Länder als Hauptgebiete der
Hexenverfolgung erscheinen, was eindeutig falsch ist. In Deutschland z.B. haben die kath. Bischöfe ganze
Arbeit geleistet…zumal die ideologische Grundlage eindeutig päpstlicher Herkunft ist („Summis desiderantes“).
[Wurde diese Hexenbulle eigentlich mal aufgehoben, so wie „Quo primum“ seit der Apostolischen Konstitution
„Missale Romanum“ von Paul VI. nicht mehr gilt?] Die Opferzahl wird in dem Artikel natürlich gewohnt
niedrig angesetzt, wie man das hier ja gewohnt ist. Die seriösen Schätzungen (mehr kann es nicht mehr
sein aufgrund der Quellenlage) reichen von mehreren Zehntausend bis über eine Million.
@ Heger: Ui, Kant also ist jetzt die neue kath. Autorität… Ich bin ehrlich gesagt erstaunt. Gerade
Kant als dezidierter, ev. getaufter Aufklärer, der jeden Offenbarungsglauben ablehnte und sich dafür
einen preußisch-königlichen Verweis einhandelte…Kant ist für Dich also wichtiger als die Evangelien.
Feindesliebe? Die Christen schießen sich ja sogar gegenseitig tot. Was macht man dann erst mit Feinden?
Deine Taktik ist ja nun durchaus durchschaubar: Die Sache sei ja viel komplizierter und so. Dabei ist
die Sache an sich so einfach, nur wehrst Du Dich gegen die Konsequenzen. Sicherlich, natürlich habe ich
kein Recht darauf, daß mir hier geantwortet wird. Allerdings sollte man dann doch auch keine Diskussion
oder Kommunikation simulieren, sondern sich einfach raushalten.
@ Heger: Viel interessanter als den Rest fand ich, daß Du nicht darauf eingegangen bist, was denn nun
von der christlichen Feindesliebe übriggeblieben ist. Da brauche ich mich gar nicht auf irgendeinen Heiligen
oder sonstigen großen Gelehrten (und Hippolyt oder auch Origenes gehören anerkanntermaßen dazu, den
hl. Cyprian hatte ich auch erwähnt) nennen, sondern einfach die Evangelien. Wenn Feindesliebe bedeutet,
daß ich den Feind abmurksen darf, und das Ganze sogar eine christlich-moralische Pflicht sein soll, verliert
„Feindesliebe“ jegliche Bedeutung. Das ist schon sehr entlarvend. Warum denn nicht zur Kriegsdienstverweigerung
aufrufen? – Weil die Kirche spätestens seit Konstantin korrumpiert wurde und sich für stattliche Zwecke
einspannen ließ. Mit Sebastian und Sergius sieht’s mit historisch hartem Stoff nicht viel besser aus.
Sieh doch nur mal die völlig unglaubwürdige Darstellung des Martyriums von Sebastian an…erbaulicher
Stoff, der zur Zeit Konstantins erfunden wurde, um vom vollzogenen Kurswechsel der Kirche vom Pazifismus
zum Militarismus abzulenken. Typisch. Solche praktische Erschaffung von Heiligen aus dem Nichts zu gegenwärtigen
Zwecken sind zahlreich in der Kirchengeschichte nachweisbar.
Na logisch. Ich verweise auf das allseits beliebte „Fliegende Spaghettimnster“, das bekanntlich – nach
meiner tiefsten Überzeugung – dieses Weltall erschaffen hat. Das soll erstmal jemand widerlegen! de.wikipedia.org/…iki/Spaghettimonster
Was für liturgische Kleidung hatten Jesus und seine Schüler an? Die ganzen ur- und frühchristliche
Zeit gab’s keine liturgischen Gewänder. Klaus Gamber sagt ja, daß das letzte Abendmahl (einen Tag vor
(!) dem Paschafest) auf einem Triclinium (drei Bänke mit Liegespolstern, in der Mitte der niedrige Tisch)
gefeiert wurde. Ein intimes, gemütliches Mahl, das -wie jedes Mahl zu damaliger Zeit – halbreligiösen
Charakter hatte. Und da wurde richtiges Brot (Achtung! Brösel!) gegessen und richtiger Wein getrunken.
Also regt Euch nicht auf…
@ Heger: Toll. Der Papst habe kein Recht dazu, kath. Soldaten ins Gewissen zu reden? Warum nicht? Der
Papst redet doch sonst auch jedem ins Gewissen, egal worum’s geht. Warum nicht, wenn es um Leben und Tod
geht? Dein Rupert Meyer ist doch völlig uninteressant. Was beweist der denn? Wie sinnvoll diese Deine
Einstellung ist? Wie toll es ist, daß kath. Soldaten sich gegenseitig abschlachten? – Wohl kaum. Es gibt
wirklich tolle Exemplare von Feldpfaffen: Kardinal Faulhaber z.B. war so’ne Spezies…widerlich, der Mann.
Was bleibt von christlicher Feindesliebe? Wenn sich Katholiken so verhalten wie alle anderen (und genau
das ist ja meine These, nur daß Katholiken frömmelnde Heuchler sind), ist diese Religion irgendwie nutzlos,
zumindest ohne ethische Besonderheiten. Ressentiments gegen Hippolyt? Aber nicht doch…(es gab damals
noch keinen Papst, und deswegen war er auch kein Gegenpapst). Er war der damalige Tradi! Bei den 40 Märtyrern
von Sebaste scheint doch starke Legendarisierung reinzuspielen, aber v.a.: Es war nach der Privilegierung
des Christentums durch Konstantin und bweist darum gar nichts. Ich hab ja selbst gesagt, daß die Kirche
nun – an den Futtertrögen der Macht – total für’s Militär war. Also: Gaaanz schlechtes Beispiel.
@ Heger: Merkst Du gar nicht wie grotesk Deine Argumentation ist? Du findest es also richtig, daß die
Soldaten treu ihre Pflicht tun. Das klingt gut, da stimmt jeder zu. Nur: In die Realität übersetzt bedeutet
das für den Soldaten in seinem Schützengraben oder an seinem Artilleriegeschütz nichts anderes, als
möglichst viele Feindsoldaten totzuschießen, zu verstümmeln, in Fetzen zu ballern oder das Bajonett
in den Magen zu rammen. Das klingt doch schon viel unschöner, könnte ich mir denken. Stell Dir doch
die Situation vor: Auf beiden Seiten der Front kath. Soldaten, auf beiden Seiten kath. Feldpfaffen, die
die Soldaten anfeuern, ihre Pflicht zu tun (was eben schön klingt, aber auf Abschlachtung der Glaubensbrüder
auf der anderen Seite hinausläuft; woher sonst kommt das Wort „Schlacht“?) Und nun: Der oberste Katholik,
der Papst, sieht sich diese groteske Situation an, und macht er: Er jammert bißchen rum und appelliert
an die Regierungen. Warum wendet er sich nicht an die kath. Soldaten und verbietet ihnen, sich gegenseitig
zu töten? Das ist doch alles paradox. Und was die Soldatenmärtyrer der vorkonstantinischen Zeit angeht:
Da würde ich gerne mal paar Namen hören. Das ist nämlich alles reine Legende. Die Thebaische Legion
z.B. mit ihren 6600 Märtyrern hat es nie gegeben. Cyprian z.B. lehnt (als pars pro toto) den Kriegsdienst,
das Töten im Namen des Staats, vehement ab. Die Kirchenordnung Hippolyts weist Soldaten, Päderasten
und Prostituierte u.a. als Katechumenen ab.
@ Atha: Was hätten die Periti in einer Diskussion hätten fälschen sollen? Bugnini gibt diese Diskussion
wieder, mehr nicht. Auch Paul VI. befaßte sich damit. Lies es doch erstmal nach. Bugnini war doch dabei,
Du nicht. Auch zu den Hochgebeten äußert er sich ausführlich. Das muß ich jetzt hier nicht alles wiedergeben.Und
auch zu allem anderen, was so kolportiert wird (z.B. zu der lustigen Geschichte, die sechs prot. Pastoren
hätten auch nur im mindesten zur Liturgiereform beigetragen etc.). Für Dich ganz persönlich zitiere
ich Angenendt („Das Frühmittelalter“: „In karolingischer Zeit ist im Kanon eine Veränderung vorgenommen
worden, die den Priester an die Stelle der Gemeinde treten läßt: Das von alters her im ‘Memento vivorum’
vorfindliche ‘opfern’, dessen Subjekt alle Mitfeiernden sind, wird nun ‘klerikal’ korrigiert und um ein
‘für die wir [die Priester] opfern’ ergänzt.“ Anschließend führt er aus, daß dies letztendlich die
Geburt der Privatmesse ermöglichte, die den kirchlich-öffentlichen Bezug der Messe völlig verdunkelte.
@ Atha: Die Belege hab ich doch bereits weiter unten angeführt. Die Periti des „consultum ad exsequendam
constitutionem de sacra liturgie“, dessen Sekretär Bugnini war, diskutierten die Frage, ob der Einschub
Alkuins wieder rausfliegen soll, zumindest für die vorläufigen Übersetzungen in die Volkssprachen (1966/67).
Nachzulesen bei Bugnini. Dasselbe bei Angenendt, der auf die veränderte Theologie, die durch diesen Einschub
ausgedrückt wird, eingeht. @ Ansgar: Humanismus findet sich offensichtlich eher außerhalb der innerlich
verhärteten Tradis. Darum unbedingt: Bußgürtel drei Löcher enger stellen. Passend Rahner / Vorgrimler
über die Gegner der Liturgiereform: „Unfähigkeit zur Kommunikation…steriles Verhältnis zur Geschichte…geben
ihre Ressentiments als Maßstab des Katholischen aus…in der Humanität gescheiterte tragikomische Randfiguren
der Kirche.“
@ Ansgar: Unschön, muß ich sagen. Bugnini als „Logenmeister“ zu bezeichnen. Mir persönlich kann es
kirchenpolitisch ja Wumpe sein, aber das zitierte Buch ist ein Musterbeispiel an Information und Transparenz,
das alle unbewiesenen Verschwörungstheorien ad absurdum führt. In dem Buch nimmt Bugnini übrigens explizit
Stellung zu diesem Vorwurf. Der Freimaurervorwurf hatte ihn tief getroffen und gekränkt, und er hat ihn
immer weit von sich gewiesen. Aber was soll’s: Ist ja nur ein Bischof Deiner Kirche, den man mal so eben
fertigmachen kann mit miesen Methoden…Und das finde ich menschlich sehr übel. Ich möchte nochmal klarstellen
(und mit weitschweifigen Formulierungen und Umwegen sagst Du es ja auch): Pfluger hat die Unwahrheit gesagt.
Der Kanon ist nicht (!) seit Gregor I., sondern erst seit Alkuin unverändert geblieben.
@ Ansgar: Och Mönsch, nun sei doch nicht gleich beleidigt und beleidige nicht gleich andere, nur weil
die schöne, sauber-reine kath. Kirchengeschichtskonstruktion in Wirklichkeit ganz anders ist. Sachlich
hattest Du ja nicht viel beizutragen. Du widersprichst ja nicht, daß der Einschub von Alkuin stammt.
Das alleine reicht ja schon, um Pfluger der Unwahrheit zu überführen. Diese Information hab ich übrigens
nicht von Deschner (solche Liturgiedetails interessieren ihn einen feuchten Kehricht), sondern aus dem
hochinteressanten und kundigen Buch von Bugnini „Die Liturgiereform- 1948-1975 – Zeugnis und Testament“,
in dem er haarklein die Liturgiereform mit allem drum und dran beschreibt, und vom kath. Kirchengeschichtler
Angenendt „Das Frühmittelalter“. Die Information zum Apostol. Glaubensbekenntnis hab ich im wesentlichen
aus Ratzes „Einführung“. Was hast Du zu bieten an sachlicher Info? Moritz frag ich gar nicht erst, da
kommt immer nur heiße, persönlich gehaltene Luft.
Entweder Pfluger weiß es nicht besser oder er erzählt bewußt die Unwahrheit. Der Kanon wurde in karolingischer
Zeit durch Alkuin schwerwiegend geändert, nämlich durch den zwar kurzen, aber gewichtigen Einschub „pro
quibus tibi offerimus“ (wir = die Priester). Vorher war es die Gemeinde, die opferte. Der Priester war
sozusagen der Beauftragte. Jetzt wurde es der Priester, der quasi selbständig opferte, eine Mittlerposition
zwischen Gott und Gemeinde einnahm. In dieser Zeit mehren sich auch die Messen „für irgendetwas“, die
Zahl der Privatmessen stieg ins Unermeßliche. Wenn irgendein Papst im 5. od. 6. Jh. sagt, der Kanon gehe
auf apostolische Zeit zurück, hat er selbstverständlich dreist gelogen oder aber er hat den Quatsch
tatsächlich geglaubt. Auch das stadtrömische Glaubensbekenntnis hieß und heißt das „Apopstolische
Glaubensbekenntnis“, weil es den Aposteln zugesprochen wurde. Dabei ist es erst Ende des 2. Jh. entstanden
und wurde danach immer wieder verändert… Soviel zur „Apostolizität“. Alles fromme Legenden. Ansonsten
bestätigt Pfluger aufs schönste, daß die Liturgie“reform“ von Pius V. den Namen nicht verdient. Keine
wirkliche Sachkenntnis, keine wirkliche Reform, sondern der Aufguß des Kurienmissale. Da hatte Bugnini
aber wesentlich mehr Reformwillen und Liturgiegeschichtskenntnisse.
@ stat crux: Wenn es die Kirche wirklich ernst meinen würde, frage ich mich, warum z.B. im 1. Weltkrieg
kath. Deutsche und kath. Franzosen aufeinander geschossen haben. Brüder im Glauben! Und die Soldaten
wurden von ihren jeweiligen Feldpfaffen und Bischöfen (weit hinter der Front, versteht sich) angefeuert,
treu ihre Pflicht zu tun (sprich: möglichst viele Glaubensbrüder abmurksen). Konsequent wäre es, wenn
der Papst alle kath. Soldaten zur kriegsdienstverweigerung aufgerufen hätte. So, wie es die Kirche bis
Kaiser Konstantin immer gemacht hat. Wer Soldat war, wurde als Katechumene nicht angenommen. Seit Konstantin:
Die Kirche bekam Anteil an den Futtertrögen der Macht, also wehte sofort das Kreuzesbanner auf den kaiserlichen
Feldzeichen den Soldaten voran. Was vorher Grund zum Ausschluß aus der Gemeinde war, wurde nun heilige
Pflicht.
@ Dummer Kardinal Kann man wirklich nicht anders sagen. Da verhalten sich seine Christen verantwortungsvoller
als die anderen, und was macht er? – Spornt seine Christen an, mehr Kinder in die Welt zu setzen, damit
eine Art „Geburtenkrieg“ mit den Hindus und Moslems nicht verloren geht. Das ist ziemlich abartig. Zumal
er selbst bekanntlich sich um sowas nie kümmern mußte.
Und außerdem finde ich es ziemlich überheblich vorzugeben, man wisse, wann der andere wirklich glücklich
sei. Das ist wirklich grotesk. Und das Gewissen ist nicht vom Himmel gefallen. Jeder hat ein anderes,
herausgebildet durch eigene Veranlagung, Erziehung, Gesellschaft, Religion und eigene Überlegung / Vernunft.
Bei dem einen mehr das eine, bei dem anderen mehr das andere. Und das mit dem knackigen Hintern ist natürlich
absolut richtig. Solange man sich selbst nicht ändern muß, schreibt man anderen gerne vor, was sie
zu tun und zu lassen haben. Weiter so, Firefox!
Beton ist super. Vielleicht macht Ihr Euch mal kunsthistorisch etwas schlau. Vielleicht auch mal über
die modernen Architekturkonzepte moderner Kirchen. Aber bei Euch hängt ja auch noch der röhrende Hirsch
vor Alpenpanorama an der Wand. Tja, es hilft alles nichts: „Duc in altum“ ist sehr mißverständlich.
Wer was anderes behauptet, sollte mal Latein lernen. Ansonsten immer schön die Bibelstelle dahinter.
Kunsthistorisch betrachtet sind diese ganzen neoromanischen und neogotischen Monstren von vor 100 Jahren
ziemlich für den Eimer. Geschmacklos und steril. Typische Auswüchse des Historismus im 19. Jh. Abreißen
und weg damit. @ duc in altum: Das ist aber sehr mißverständlich. „Altum“ kann ja auch in die „Tiefe“
heißen. Böser Verführer! (et ne nos inducas in tentationem…)
Störche und Alte Messe Ja, die monokausalen Erklärungen haben mal wieder Hochkonkunktur. Ich könnte
natürlich auch zwei Grafiken vorlegen, die die abnehmende Zahl der Störche in Deutschland seit den 1960er
Jahren und die abnehmende Zahl der Geburten in Deutschland seit den 1960er Jahren belegen. Daraus könnte
man nun messerscharf schließen, daß – weil die Störche ja die Kinder bringen – es wegen der wenigen
Störche nur noch wenige Kinder gibt. Tja, und die in drei Stufen vollzogene Meßreform (die 1. Stufe
übrigens noch während des 2. Vat., mit Volksaltar und weitgehender Freigabe der Volkssprache) ist eben
verantwortlich für den Rückgang der Meßbesucher. (s. Störche) Daß bei Pius evtl. mehr jüngere Leute
sind, hängt sicherlich mit dem sozialen Druck zusammen, der auf die Kinder und Jugendlichen in Tradifamilien
ausgeübt wird (wie vor dem Vat. II). Da würde ich nichts drauf geben.
Euer hochgelobter Gamber hat ganz klar festgestellt, daß die Eucharistie in ihren Anfängen eine „Feier
im kleinenen Kreis, die in der Gestalt eines Mahles und zwar eines Sättigungsmahles, mit dem das eucharistische
Brotbrechen…verbunden war“ war. „Alle Teilnehmer saßen um den Mahltisch bzw. (in größeren Gemeinden)
um die einzelnen Tische. Diese intime Sphäre mußte verlorengehen, als das Christentum in der Zeit nach
Konstantin zur Staatsreligion wurde…Es hatten jetzt unmöglich mehr alle an Tischen Platz…Dadurch
wurde die Feier des Herrenmahls mehr und mehr eine Kulthandlung…Es ist sicher lobenswert, den Mahlcharakter
der Feier wieder mehr als bisher zu betonen.“ Vorher hat er deutlich gemacht, daß in alter Zeit die Christen
teils auf dem Triclinium (drei geplosterte Bänke um den Speisetisch; so auch beim Abendmahl Jesu), teils
an einem Tisch das Herrenmahl gefeiert wurde. Bei vielen Teilnehmern eben an vielen Tischen. Ein richtiges
Mahl, in das das „eucharistische Brotbrechen“ integriert war. So sieht’s aus.
#14 Babylon † 22:55:20 | Donnerstag, 3. August 2006
Sicher, sicher, aber daß der Papst höchstpersönlich ein Bordell erbauen läßt, war vielleicht nicht
ganz so bekannt. Und daß zum Konzil von Konstanz 1414-1418 Konstanz überschwemmt wurde von Prostituierten…
Kardinal Danielou und Papst Sixtus IV. und die anderen hochwürdigsten Herren Kleriker lassen grüßen!
@ Jawohl: Ich führe Deine Beiträge auf katholische Umnebelung und zunehmende delirierende Umnachtung
zurück, ansonsten könnte ich mir nicht erklären, wie man zu dem Ergebnis kommen könnte, ich hätte
hier auch nur einen einzigen antisemitischen Beitrag verfaßt. Daß Kardinal Danielou natürlich im reinsten
Dienste der Seelsorge im Bordell verschieden ist, versteht sich von selbst. Seelsorge bei Prostituierten
ist manchmal etwas, was die ganze Person fordert. In die Jahre gekommene Kardinäle sind zu dieser Anstrengung
eben manchmal nicht mehr fähig… Und – mein Gott! – warum denn auch nicht? Papst Sixtus IV. (der mit
der Sixtinischen Kapelle und der 1476 das Fest der Unbefleckten Empfängnis gestiftet hat, das Pius V.
1568 dann wieder abgeschafft hat…) hat ja auch mit seiner Schwester und seinen Kindern koitiert und
in Rom ein offizielles Bordell erbauen lassen. Ich liiiiiebe Kirchengeschichte (und Deschner, der dieses
Wissen nicht geflissentlich unter den Tisch fallen läßt, sondern der breiten Öffentlichkeit mitteilt
in unbeschreiblich hoher Auflage, in viele Sprachen übersetzt, der (!) Aufklärer unserer Zeit).
Diese herrlich androgyne Teufelsgestalt in dem Film war ja wohl der Hammer! Absolut super! Das hat mir
am besten gefallen. Und das italienisch ausgesprochenen Latein des Pilatus…z.B. tschinque statt quinque
etc. Aber der androgyne Teufel war gut!
@ Moritz: Ich als Deschnerologe sehe nur noch belustigt dieser allzu überheblich und pseudosicher vorgetragenen
Glaubensgewißheit von Religiösen zu. „Wie vordergründig!, schreit der Pfaffe, deckt man seine Hintergründe,
seinen Schwachsinn auf!“ (Deschner) Ja, da hat er mal wieder recht. Hat Dich die Kirche mit ihren armseligen
Jenseits- und Ewigkeitsprojektionen Deiner selbst auf Deine alten Tage doch noch in ihre Fänge gekriegt…
Traurig, traurig. Aber was soll’s? Auf Deine alten Tage stellst Du Dich eben ruhig mit dem Religionsopium
(seliger Karl Marx) und putschst Dich nochmal etwas auf. Der Spaß sei Dir in gewisser Hinsicht gegönnt.
@ Lingen: Nein. Das Volk läßt nichts mit sich machen, sondern macht „es“ selbst und will „es“ machen.
Da muß keiner zu gezwungen werden. Nicht mit der säkularen Gesellschaft, sondern mit der Kirche geht’s
bergab.
Jaja, die Macht! Das sollte man mal der Kirche sagen. Die Kirche ist nicht auf einem Fels, sondern auf
dem unbedingten Willen zur Macht erbaut, auf Opportunismus und Speichelleckerei vor den Mächtigen und
Besitzenden. „Macht vergiftet und zerstört“…
#120 Babylon † 19:49:56 | Dienstag, 1. August 2006
@ Malefica: Rosa Freunde? Ich habe keine kath. Priester als Freunde, nicht mal wenn sie gay sind. Sind
doch eher Deine (!) Freunde! Wer weiß, wie häufig Du Dir schon von einem Gay-Priester die Hostie hast
auf die Zunge legen lassen…
Nö, nur Deschner (ich entwickel mich zum Deschnerologen, habe mich gerade eingedeckt mit paar Büchern
von ihm aus der Uni-Bibliothek: ein Genuß!!), Feuerbach und Marx.
Hahaha, die Schweiz! Die können ja nicht mal richtig deutsch. Ganz scheußlich, was die sprechen. Der
Artikel ist so richtig schön nach dem Motto: „*seufz* die böse Welt ist ganz anders, als sie mal war“.
Besonders gut: „die einstmals stolze Schweizer Armee“: Ja wenn die Armee nicht schon nicht mehr stolz
ist, ja dann geht’s natürlich bergab…
Tiefrot ist besser als schwarz… Obskures Dunkelmännertum. Bäh. Für Ungeborene und Behinderte mag
er ja gewesen sein, der selige Graf: Aber für Juden hat er sich nicht eingesetzt, und die geborenen deutschen
Soldaten hat er angefeuert, sich verheizen zu lassen an der Front mit seinen widerlichen klerikalen Durchhalteparolen.
#116 Babylon † 19:16:45 | Dienstag, 1. August 2006
Ich bin der Programmtip! Wird doch bestimmt interessant. Fernsehzeitung: „Wenn in der kath. Kirche alles
nach dem Willen Roms laufen würde, dann gäbe es sie gar nicht: die drei kath. Geistlichen, die sich
in diesem Film zu Wort melden. Sie sind homosexuell veranlagt. Ihr Arbeitgeber, die Kirche, duldet das
stillschweigend – solange die Betroffenen sich nicht outen.“
Ansgar, wirklich nichts zu sagen zu dem Komplex Buddha-Jesus, um den es im Artikel geht? Statt dessen
lieber einen sachlichen Diskutanten herabwürdigen wollen?! Na ja, ich werd’s überleben.
@ Adrian: Gerade, daß sie keine „Wunder“ getan haben, macht sie doch glaubwürdig und lenkt die Aufmerksamkeit
auf ihre Ethik, während die Volksmasse doch sonst immer nur scharf auf Wunder ist. Alle, ausnahmslos
alle(!) „Wunder“ wurden schon von Leuten vor Jesus vollbracht. Was sie nicht gerade glaubwürdiger macht.
Wunder waren damals üblich, normal und allgegenwärtig. Eben eine antik-orientalische Wunderwelt.
Nanana, jetzt mal nicht ungerecht werden. Ich kenne sehr wohl die christliche Religion (war übrigens
auch mal in St. Georgen) und habe mich auch schon mit seriöser Literatur über den Buddhismus informiert.
Daß Ansgar nicht hören will, daß Buddha eine viel höherstehende und umfassendere Ethik hatte als Jesus,
ist mir schon klar. Im Gegensatz zu Jesus hat Buddha eben auch etwa 45 Jahre und nicht nur 1-3 Jahre öffentlich
gewirkt. Und Buddha ging auch nicht davon aus, daß in allernächster Zeit das Weltende, der Einbruch
des Gottesreiches ins Diesseits geschehen würde. Buddha war gebildet, Jesus kaum. Bei diesen unterschiedlichen
Prämissen schneidet Buddha natürlich besser ab. Ich find’s gut, wenn man keine Tierleichen essen will.
Arno Schmidt hat in seinem berühmten Artikel von 1957 „Atheist? – Allerdings!“ folgende schöne Zeilen
geschrieben: „Welch bösartig-charakteristischen Kontrast bietet nicht die „evangelische“ Geschichte vom
„Fischzug Petri“, den der Heiland durch ein ausdrückliches Wunder dermaßen segnet, daß die Boote mit
der Beute fast bis zum Sinken überfüllt werden – mit dem Verfahren des großen Heiden Pythagoras, der
den Fischern ihren Zug, während das Netz noch unter Wasser liegt, abkauft: und allen geängsteten Tieren
die Freiheit schenkt!! Wen von beiden könnte man mit mehr Recht einen „Sohn Gottes“ nennen?“ (kursiv
im Text) Buddha, Pythagoras und andere: alle faszinierender als Jesus.
Maledica, wovon träumst Du nachts? Es komme also bald die Zeit der „Gerechtigkeit“! Das klingt ja richtig
apokalyptisch. Gar nichts wird passieren. Jeden Tag machen sich Fernsehsendungen, zeitungen und Schriftsteller
nach allen Regeln der Kunst über das Christentum lustig. Mein Favorit ist die Sendung „South Park“. Da
macht der regelmäßig auftretende Jesus eine eher dürftige Figur (zurückhaltend ausgedrückt). „Popetown“
ist auch lustig. § 218 bleibt, wie er ist. Den rührt keiner mehr an. Alle sind froh, daß das Thema
vom Tisch ist. Pech gehabt, Maledica. Ach ja: Die Kirchenaustritte gehen weiter, immer weniger Eltern
lassen ihre Kinder taufen, kurz: Die Kirchen schrumpfen weg.
Buddha ist mir viel lieber als Jesus. Buddha hatte auch Mitleid mit den Tieren. Das spricht für ihn und
macht ihn mir sehr sympathisch. Zen hat mit Esoterik nun wirklich gar nichts zu tun. Es sei denn, man
faßt den Begriff so weit, daß jede Religion darunter fällt.
Locker bleiben, Ansgar. Erstmal besteht überhaupt kein Bezug zwischen irgendwelchen Themen (und zu Abtreibung
äußere ich mich hier quasi gar nicht, weil: zwecklos) und der Ausdrucksweise als Reaktion auf die Ausdrucksweise
eines anderen. Aber da stellt man ja lieber den pösen Pabylon vor Gericht. Ansonsten bestätigt das hier
doch immer wieder, daß es tatsächlich noch Leute gibt, die Krieg unter religiösen Vorzeichen irgendwie
geil finden. Lepanto läßt grüßen.
@ Horst: Mach mal nicht den dicken Max hier. Wer hat Dir den lustigen Floh in den Kopf gesetzt, man müsse
an die Inhalte einer Religion glauben, um etwas davon zu verstehen?! Hast Du eine Extra-Bibel, in der
mehr drinsteht? Irgendwelche Extra-Konzilsdokumente oder sonstwas? Jeder atheistische Theologe oder Religionswissenschaftler
hat mehr Ahnung von Deiner Religion als Du. Du hast doch den Scheuklappenblick als Gläubiger.
Hihi…herrlich! Es ist schon interessant, welch unterschiedliche Katholiken-„Sorten“ es so gibt! Achtet
mal auf diese vorsintflutliche Sprache: Gebets“kreuzzug“: Da scheint jemand ein sehr „heiles“ Kirchengeschichtsbild
zu haben. Natürlich, sind ja Tradis. „Triumph“ des Herzens Marias: Triumphalismus ist natürlich wiederum
eine Tradi-Eigenschaft. Man möchte die „Gegner“ im Staub kriechen sehen. Das gibt dann ja erst so richtige
Befriedigung. „Königtum Christi“: Ist schon klar, was das soll: Gegen die Religionsfreiheit des Vat.
II. Was haben die Tradis für eine armselige Auffassung von ihrer Religion, wenn diese den Staat für
sich einspannen muß, damit sie eine gesellschaftlich relevante Kraft wird. Das ist der beste Beweis,
daß es sich hier weniger um Religion als um Ideologie geht. Uuuund, zu guter letzt: Dann hakt mal schön
Euer Gebetspensum ab. Ich empfehle Mt 6, 7f.
@ Benedikt: Ehrkich gesagt: Nein. Die Kriterien sind in einem Gestz o.ä. festgelegt. Ansonsten hätte
ein Gericht nicht darüber entscheiden können. Die Zeugen Jehovas haben doch Recht bekommen. Also worauf
willst Du hinaus? Daß der Staat traditionelle Religionsgemeinschaften bevorzugt? – Offensichtlich nicht.
@ Marcel: Woher konnte sich Pius V. eigentlich so sicher sein, daß sich jemand den „Zorn der Apostel“
(meine Güte, wie pathetisch) zuziehe, wenn er etwas am Missale ändere? Übrigens ist das Missale sehr
oft geändert worden. Die ganzen neuen Feste, die ingeführt wurden, oder auch die neue Karwochenliturgie
von Pius XII. etc. Haben sich alle den „Zorn der Apostel“ zugezogen…
@ Benedikt: Doch! Die Religionen werden alle gleichbehandelt; es müssen nur die erforderlichen Kriterien
erfüllt werden. Die Zeugen Jehovas hatten gegen eine erste, negative Entscheidung geklagt und haben ihre
Anerkennung als Körperschaft d. Ö-Rechts durchgesetzt. Das spricht für Gleichbehandlung und Rechtsanspruch
darauf.
#26 Babylon † 17:27:42 | Donnerstag, 27. Juli 2006
Letztendlich muß das BVG entscheiden, was verfassungsgemäß ist und was nicht. Diskutieren kann man
viel und lange, aber die Richter müssen irgendwann ein Urteil sprechen. Genauso ist es mit der Priesterweihe
für Frauen: JP II. hat entschieden, aber die Diskussion geht eben doch weiter.
#13 Babylon † 17:19:25 | Donnerstag, 27. Juli 2006
Aaaalso… @ Benedikt: Der Staat hat keine Religion zu priviligieren. Körperschaften des Öffentlichen
Rechts haben nichts mit der Religionsgemeinschaft an sich zu tun. Es kommt nur auf bestimmte Kriterien
an, die erfüllt sein müssen, z.B. die Gewähr der Dauerhaftigkeit (was ein Mindestmaß an Mitgliedern
über mehrere Jahre erfordert etc.). Darum ist ja nicht nur die kath. Kirche, sondern auch die vielen
ev. Kirchen und auch die Israelitische Kultusgemeinde und neuerdings in Berlin auch die Zeugen Jehovas
als Körperschaften des Ö-Rechts anerkannt. Möglicherweise folgt demnächst auch eine muslimische Gemeinschaft.
Zumindest wär das jederzeit möglich. Ebenso könnte eine gut organisierte Suppenkasperreligion oder
die Religion des Fliegenden Spaghettimonsters anerkannt werden. @ MK 28: Tradition und Gewohnheitsrecht
scheiden hier ganz klar aus, weil eine gesetzliche Regelung vorliegt. @ Pünktchen: Letztendlich ist Symbol
Symbol. Daß jedes Symbol was anderes ausdrückt ist klar. Darauf braucht sich ein Gericht aber nicht
einzulassen. Wenn doch: Das Kruzifix ist Darstellung einer grausamen, zutiefst ehrlosen Hinrichtungsart
der Antike. Wenn Jesus gehängt worden wäre, würden heute Galgen in den Kirchen stehen. Das muß man
sich mal klar machen. Das eine wie das andere ist für nichtchristliche Schüler unzumutbar. @ Beobachterin:
Mit Verteidigung des Islam hat das nichts zu tun. Alle religiösen Symbole haben unterschiedslos in den
Schulen nichts zu suchen.
#44 Babylon † 17:00:21 | Donnerstag, 27. Juli 2006
Ihr seid mir ja schöne Rigoristen. Die erste Beziehung von dem Mann ist doch wohl offensichtlich im Eimer.
Das Kind ist also quasi in den Brunnen gefallen. Jetzt lebt er in einer neuen Beziehung und ist da glücklich,
seine jetzige Frau od. Freundin will ja noch ein zweites Kind etc. Vielleicht hat auch die erste Frau
eine neue Beziehung. So, und jetzt? Was macht Ihr jetzt? Wollt Ihr eine gangbare Lösung vorschlagen oder
nur stumpf ein Prinzip durchdrücken, das allen Beteiligten nur noch schadet, aber keinerlei Nutzen mehr
hat? Wem nützt es, wenn der Mann da jetzt zölibatär lebt? Warum wollt Ihr seine glückliche zweite
Beziehung kaputtmachen? Ihr seid mir schöne Christen…
Das ist ja fast so aufdringlich wie die Zeugen Jehovas es sind… Lautsprecher am Strand mit Rosenkranzgedröhne,
Anquatschen von der Seite, ob ich beten wolle etc. bäh. Wo hier auf kreuz.net schon überall die Sünde
und der Teufel gewittert wird…
#21 Babylon † 14:22:52 | Donnerstag, 27. Juli 2006
Das ist schon ein elendiges Thema. Diese Unauflöslichkeit der Ehe ist absolut unnatürlich. Ich will
da gar nicht weiter drauf eingehen, aber ich würde dem Mann empfehlen: Werde Lutheraner! Ist auch schön.
Das Gericht hat recht! Auch das Gesetz, das das Tragen religiöser Symbole durch staatliche Lehrkräfte
untersagt, hat recht. Nur will das Gesetz – noch von Schavan konstruiert – den christlichen Symbolen einen
gewissen Vorrang geben. Und das geht natürlich nicht, weil der Staat zu weltanschaulicher Neutralität
verpflichtet ist. Daher ganz konsequent: Wenn kath. Ordensfrauen in Ordenstracht unterrichten dürfen
(wie an einer Grundschule in Baden-Wü.), dann dürfen auch muslimische Lehrerinnen Kopftuch tragen. Wenn
man das eine nicht will (Kopftuch), muß man auch das andere (Ordenstracht) verbieten.
#21 Babylon † 14:05:13 | Donnerstag, 27. Juli 2006
Wir sind hier zwar alle keine Juristen (nehme ich mal an, auch wenn ich etwas Ö-Recht-angebrütet bin),
aber beim finalen Rettungsschuß kommt es wieder zu einer Grundrechtskollision. Nämlich Leben z.B. eines
Geiselnehmers und das der Geisel. Bei der Güterabwägung entscheidet sich die Polizei für das der Geisel.
Ansonsten sollte man den Richtern des BVG auch mal vertrauen: Das sind wirklich kundige Leute, die nicht
davor zurückschrecken, unpopuläre Entscheidungen zu treffen (manchmal unpopulär bei Politik und Regierung,
manchmal beim „gesunden Volksempfinden“). @ Heger: Wir leben nun mal nicht in einer Theokratie. Dadrum
bin ich dankbar, daß die Richter des BVG liberal sind, im besten Sinne des Wortes.
#16 Babylon † 00:15:56 | Donnerstag, 27. Juli 2006
@ Benedikt: Doch, das Recht auf Leben kann eingeschränkt werden und wird es auch. In vielen Bundesländern
z.B. darf die Polizei den „finalen Rettungsschuß“ anwenden.
Im Zweifelsfall ist die Freimaurerei an allem schuld. Oder der Teufel. Das sind doch armselige „Erklärungs“versuche.
Intersubkektiv nachvollziehbare, methodisch gewonnene Erkenntnisse sollen mit dem Zauberwort „Freimaurer“
diskreditiert werden. Grotesk. Geistig nicht gesund.
@ Herger: Das ist doch Quatsch. Du kannst doch sagen, was Du willst. Stell Dich nicht als Verfolgten dar.
Du kannst auf Mohammeds Biographie hinweisen und sie in Grund und Boden kritisieren. Nur gibt es ab einem
gewissen Punkt eine Grenze, so wie das bei jedem Grundrecht der Fall ist. Das einzige Grundrecht, das
nicht einschränkbar ist, ist die Würde des Menschen. Alle (!) anderen sind durch ausdrückliche oder
immanente Schranken beschränkt, weil es sonst zur Grundrechtskollision kommt. Bsp.: Wer meint, Menschenopfer
unter Berufung auf die Religionsfreiheit darbringen zu dürfen, verletzt ein anderes Grundrecht, nämlich
das Recht auf Leben. Bei der Grundrechtsabwägung würde das Recht auf Leben höher gewertet. Absolut
logische, immanente Grundrechtsschranken. Dies gilt auch für die Meinungsfreiheit. Kannst Deinen Triumphalismus
gegen die liberale Grundrechtslehre also wieder einpacken, weil unrichtig.
@ Bernd: Ich gebe mich nicht nur weltoffen. Ich bin einer, der schon als Kind von meiner preußischen
Großmutter ständig zu hören bekam, daß jeder nach seiner Facon selig werden soll. Mir hat der Spruch
immer schon gefallen, und ich halte ihn für richtig. An sich bin ich ein gutmütiger, nachsichtiger und
geduldiger Mensch, aber Du wirst zugeben müssen, daß hier manchmal so unglaublich viel Schwachsinn zusammenkommt,
daß nur noch die Doppelaxt zu helfen scheint. Aber selbst dabei – finde ich – gehe ich keineswegs zum
totalen Krieg über. Vielleicht verdirbt mich hier die schlechte Gesellschaft…
Lieber Graf, es nützt nichts, die Kinder und Jugendlichen fernab der Lebenswirklichkeit in einer „heilen“
Scheinwelt zu erziehen. Irgendwann sind die erwachsen und dann kommt der dicke Hammer. Die Gesamtschule
halte ich für absolut wegweisend. Erziehung zu freier Persönlichkeit, sozialem Miteinander und Solidarität,
Chancengleichheit für alle.
Wieder eine erbauliche Wundergeschichte… na ja. Latein: Na logisch, das sind eben die Weisheiten der
Superkatholiken. Die wissen, wie Jesus aussah und das er Latein sprechen wird, wenn er wiederkommt. Neulich
haben Wissenschaftler bei einen alten Schädel aus Palästina das gesicht rekonstruiert. Das war ein ziemlich
häßlicher Fratz. Überschrift des Artikels war: „So könnte Jesus ausgesehen haben!“ Das Bild hätte
kreuz.net mal bringen sollen… Überhaupt „wiederkommen“ auf den Wolken des Himmels: Da hat schon die
Urchristentum drauf gewartet…und nichts passierte. Die Jesusbewegung war aus Enttäuschung (wie bei
den Zeigen Jehovas 1975) schon wieder in Auflösung begriffen, als Paulus und die anderen das dann in
eine ferne Zukunft verlegten. Statt des Endes kam die Kirche. Was auf dasselbe hinausläuft (höhöhö).
@ Schützt „unsere“ Kinder vor Fanatikern! Danke, liebes NRW! Diese Typen sind doch genau so obskur wie
irgendwelche Fundi-Moslems, die ihre Kinder vom Sport-, Schwimm- und Sexualkundeunterricht befreien lassen
wollen. Fundis sind doch religionsübergreifend alle gleich: Körperfeindlichkeit, Unterdrückung der
Sexualität. Die Jugendlichen zu gestörten Spastis machen.
@ Heger: war es nicht Abraham der seine Frau als Prostituierte vermittelte? War es nicht Noah, der es
mit seinen Töchtern trieb? War es nicht David, der den Mann seiner Geliebten im Krieg verheizen ließ,
damit er freie Bahn hatte? Die Reihe ließe sich fortsetzen. Nach kath. Auffassung sind die aber alle
im Himmel…dann ja wohl auch Mohammed! Schlimmer als Papst Alexander VI. (ja genau der, der das neu
entdeckte Amerika auf Portugal und Spanien aufteilte, obwohl es ihm natürlich gar nicht gehörte), der
es mit seiner Schwester und seinen Kindern trieb, war der auch nicht. Liberalität bedeutet gerade nicht,
zum Haß aufrufen zu dürfen(Vorsicht, Kreuz.net!). Sachlich vorgetragene Kritik am Islam und Mohammed
ist aber kein Problem. Also worüber beschwerst Du Dich?
@ Jawohl: Du verwechselst „Gewissen“ mit „Über-Ich“! Es gibt kein vom Himmel gefallenes oder angeborenes
Gewissen. Dieses ominöse Gewissen ist nichts weiter als die introjizierten Normen der Eltern, Gesellschaft
und Religion in die Psyche des Kindes und Jugendlichen (und sogar des Erwachsenen). Falls das Über-Ich
bei einem Menschen Homosexualität verurteilen sollte, kann man dieses Über-Ich natürlich bekämpfen
und immer kleiner werden lassen, damit das Ich immer stärker wird. Das wäre sogar grundsätzlich zu
empfehlen, weil das Über-Ich die freie Persönlichkeitsentfaltung und Individualität verhindert und
einen statt dessen in eine bestimmte Charakterhülle, ein Klischee hineinzwängen will. Ein ganz kleines,
schwaches Über-Ich wäre ideal: Dann hätte nämlich das Ich das Sagen. Viel Spaß beim Bekämpfen des
autoritären Über-Ichs! (Macht echt Spaß!)
Dieser Bundeswehrerlaß ist noch im Entwurfsstadium. Es gibt bereits parlamentarische Äuß0erungen dazu,
die von „spießig, muffig, diskriminierend“ sprechen, was ohne Zweifel zutreffend ist. Bekanntlich ist
Homosexualität von Soldaten reine Privatsache. Der Dienstherr betrachtet Diskriminierung homosexueller
Soldaten als Dienstvergehen. Verpartnerte Soldaten dürfen auf allein auf einer Stube wohnen (wie Hetero-Ehepaare)
und – außerhalb des Dienstes natürlich – ihrer Neigung frönen. Daher sind Fälle wie die von General
Kießling heute nicht mehr möglich. Was nicht mehr kompromittierend ist, macht auch nicht mehr erpreßbar.
@ Maledica: Deine klerikalfaschistische Rhetorik widerspricht aber deutlich dem KKK. Da gibt’s doch diesen
einen Artikel, in dem es heißt, daß die Katholiken auf keinen Fall Homosexuelle irgendwie beleidigen
oder für minderwertig halten sollten etc., sondern ihnen mit Respekt und Achtung begegnen. Oder bist
Du nicht kath.? Also ab zur Beichte!! Hurtig!!
Seit 36 Jahren Kaplan! Na, der Mann ist dann ja wohl ganz besonders „qualifiziert“… Heute wird jeder
Kaplan nach 3-5 Jahren gut bezahlter Pfarrer, während der Dauerkaplan bereits kurz vor seiner Pensionierung
steht. Wenn das die große Hoffnung oder ein Hoffnungszeichen ist für die Tradis hier, dann sieht’s echt
düster aus bei Euch! Es gibt doch diesen hübschen Spruch: „Man kann ja über alles reden, aber nicht
über 10 Minuten!“ Und was macht der? Er benutzt eine Predigt, um seiner Profilierungssucht zu frönen
und einen auf professor zu machen, indem er eine Vorlesung hält. Das Ende ist nah!!!!! (für die Kirche,
hihihi…)
Lieber Ferkel als Merkel! Dem kann doch wohl jeder vernünftige Mensch nur zustimmen. Was wollen denn
diese armseligen Christen in ihrem Schreiben kritisieren? Daß Homosexuelle zu wenig Kondome benutzen? –
Nun gut, darüber ließe sich diskutieren. Daß „moralischer Dekadenz“ Vorschub geleistet wird? – Der
Staat hat dafür zu sorgen, daß die Bürger die Gesetze einhalten. Alles andere ist freie Persönlichkeitsentfaltung
(GG, Art. 2). Da hat kein Pfaffe oder Fanatiker seinen Mist dazuzugeben. Und nochmal: Ehe und Familie
ist kein Leitbild, das von Staats wegen den Jugendlichen aufzuzwingen ist. Im GG steht davon nichts. Danke,
lieber SPD/ Linke- Senat in Berlin! Danke auch für den verpflichtenden Ethik-Unterricht für alle! Religion
nur noch als freiwilliges Zusatzfach (höhöhö, geht natürlich keiner mehr hin…).
@ Moritz: Hier ging es um Zwangsbekehrung von der Atha schmissig behauptete, sowas habe es in der Kirche
nie gegeben. Meine lediglich drei Gegenbeispiele überführen ihn zumindest des Irrtums, wenn nicht eher
selektiver Realitätswahrnehmung oder sogar der bewußten Täuschung. Deschner habe ich gar nicht erwähnt.
Mortara wurde als Zweijähriger ohne Wissen seiner Eltern getauft. Als das rauskam, war er sechs od. sieben
Jahre alt, wurde von der Polizei des Kirchenstaats seinen jüdischen Eltern weggenommen (auf Anweisung
von Pius IX.) und zwangskatholisiert. Ich frage mich, was man für ein widerliches, religionsfanatisiertes
und dogmatisch entmenschlichtes Schw… sein muß, um sowas zu tun und zu rechtfertigen (was Du natürlich
tust). Daß Mortara später Priester wurde, beweist nur die Gründlichkeit der Zwangskatholisierung,
der Umerziehung und Gehirnwäsche.
@ Mein Beitrag davor: streiche: Gregor XVI. setze: Pius IX. (noch später also!) und zwar 1858, Edgardo
Mortara hieß das entführte und zwangskatholisierte jüdische Kind
@ Atha: Ich habe nicht im mindesten die vorkonziliare Lehre darstellen wollen, sondern bin auf einen Beitrag
von Graf Galen eingegangen. Deine üblichen herzlichen Beschimpfungen kenne ich ja schon. Selbst bei klarer
Widerlegung Deiner Beiträge kommt hinterher keine Rücknahme. Ich überleb’s aber, bestimmt. Die Kath.
Kirche hat natürlich niiiiieeee im Leben eine Zwangsbekehrung durchgeführt! Tja, die Altsachsen, die
von Karl dem „Großen“, dem Sachsenschlächter, zur Konversion gezwungen wurdem sahen das wohl anders.
Oder die Muslime im Spanien nach der Reconquista etc. Oder Papst Gregor XVI., der ein zwangsgetauftes
jüdisches Kind seinen Eltern wegnahm und kath. erziehen ließ etc. (und das noch im 19. Jh.!!) Glaub
mal schön weiter Deinen pseudohistorischen Käse.
@ Benedikt: Laß doch mal Deschner jetzt Deschner sein. Ich hab doch nur dieses hübsche Zitat korrekterweise
ihm und nicht mir zuschreiben wollen, nicht mehr. Ehre, wem Ehre gebührt. Mich würde vielmehr interessieren,
was Du (und die Glaubensgenossen) von einer Bittmesse erwarten. Auf den Punkt gebracht: Eigentlich nichts.
Sofortiger oder baldiger Regen wäre für Dich ja nur eine magische Erwartung. Mit der Argumentation „Fleisch
sehen“ nach der Wandlung kann ich natürlich auch alles Mögliche behaupten. Ich hätte nur die Substanz
der Cola in die Substanz von Milch verwandelt etc. Du wirst zugeben müsse, daß ich das eine so wenig
wie Du das andere (Wein in Blut) wirst beweisen können. Nur in meinem Fall würdest Du (und alle anderen)
mich als elendigen, dreisten Betrüger hinstellen. Nur Verblödete würden mir das glauben. Bei der Wandlung
in der Messe aber handele es sich um ein hochheiliges Glaubensgeheimnis. Das den Gläubigen vermittelt
zu haben: Nochmal Respekt für die Kirche. Man muß nur dreist genug agieren.
Lieber Graf, wenn alle Religiösen so dächten wie sie, würde die ganze Welt ein einziges Zwangssystem
an Gewissensvergewaltigung sein. Die Katholiken hätten dann im hinduistischen Indien, im muslimischen
Tunesien, im jüdischen Israel oder im schintoistischen Japan nichts zu lachen… Zum Glück haben wir
in Europa diesen Gewissenszwang abgeschafft. Sogar die Kath. Kirche hat durch DH diese Auffassung übernommen.
@ benedikt: Ich glaube nicht daß Du Dich in der Biographie von Deschner gut genug auskennst, um beurteilen
zu können, warum ihm Religion schnuppe ist (außer im historischen und religionswissenschaftlichen Kontext
natürlich). Er selbst hat dies ausführlich begründet in seinem hervorragenden, kundigen und ausführlichen
Aufsatz : „Warum ich Agnostiker bin“. Durch die Blume sagst Du eigentlich, daß diese Bittmessen eigentlich
wirkungslos sind. Klimazonen sollen ja nicht geändert werden. Daß es in Polen aber auch ohne Bittmessen
bald wieder regnen wird, kann ich Dir auch schon so vorraussagen. Da bin ich quasi prohetisch begabt!
Bittmessen also überflüssig. A propos Magie: Was ist die Wandlung denn anderes? Woher kommt denn „Hokuspokus“? –
Von „Hoc est corpus meum“ natürlich. Nur daß der Magier erstaunliche Ergebnisse vorzeigen kann, während
die Kath. Kirche es schafft, das Gleichgebliebene als das Verwandelte rüberzubringen…Respekt!
@ Maledica: Daß hier immer gleich die Nazi-Keule geschwungen wird, hab ich ja nun schon mitbekommen.
Aber ich wurde hier auch schön öfters als „Bolschewist“ bezeichnet. Wie das alles zusammengeht, ist
wohl nur bei Eurer supranaturalen Logik (nämlich die höchsten Höhen des Blödsinns für besonders wahr
zu halten; Kirchenvater Tertullian: „Credo quia absurdum!“, „Ich glaube, weil es absurd ist!“). Daß
ein Gott von der Zeugung an jeden Menschen gewollt habe, ist eine pure Behauptung, mehr nicht. Glaubensseliges
Blabla. Der Heilige und Kirchenlehrer Thomas v. Aquin war übrigens der Ansicht, erst 40 Tage nach der
Zeugung würden Jungen, erst 80 Tage nach der Zeugung würden Mädchen beseelt werden. Aber das sind Eure
internen Widersprüche…
@ benedikt: Dann erklär mir doch mal bitte was dieser Wettergottesdienst bezwecken soll. Magie soll es
ja nicht sein. Aber was dann? Verspricht man sich etwa doch nichts davon? „Der Kern des Glaubensgeheimnisses“:
Da möchte ich nochmal Deschner bringen (hab ich neulich schon): „Wie vordergründig!, schreit der Pfaffe
auf, deckt man seine Hintergründe, seinen Schwachsinn auf…“ (auch wenn Du kein Pfaffe bist, aber das
trifft’s, meine ich)
@ Sog. „Homo-Ehen“ sind keineswegs grundgesetzwidrig. Das Bundesverfassungsgericht (BVG)hat auf eine Klage
Bayerns hin das Gesetz über die eingetragenen Lebenspartnerschaften überprüft und für verfassungskonform
befunden. Es könnte sogar eine weitergehende Gleichstellung mit der Hetero-Ehe vorgenommen werden, nämlich
auch die entsprechenden Steuervorteile und bei Tod eines Partners Übertragung der Ansprüche als Hinterbliebenenrente
oder -pension. Ein „Leitbild“ gibt das Grundgesetz nicht vor. Jeder kann machen, was er will, keiner soll
auf Ehe und Familie hinerzogen werden.Im Grundgesetz stehet nur was von besonderem Schutz von Ehe und
Familie. Dies schließt laut BVG nicht aus, daß auch andere Gruppen ähnliche Vergünstigungen erhalten
(Homo-Ehe). Dadurch nämlich würde die Ehe ja nicht schlechter gestellt: Der Hetero-Ehe wird dadurch
nichts weggenommen. Ich bin eigentlich froh, daß die Leute nicht mehr wie wild Kinder in die Welt setzen
(hierzulande), sondern auf verantwortete Elternschaft setzen. Jedes Kind ein Wunschkind. Es gibt auf
der Welt schon viel zu viele Menschen. Statt weniger wird’s leider immer mehr. P:S: kreuz.net zieht das
Grundgesetz immer nur heran, wenn es irgendwie in den Kram passen könnte,
@ Polen ist auf dem besten Weg ein chauvinistisch-klerikales Regime zu werden. Da wird Haß geschürt
gegen Deutschland und Rußland, gegen Minderheiten und Europa, daß man kaum fassen kann, das sowas ein
EU-Staat ist. Auf der anderen Seite verhindert gerade die Mitgliedschaft in der EU die schlimmsten Auswüchse.
Die Polen werden bald die Schnauze voll haben von diesem Mist. Daß eine Regierungspartei zum Gottesdienst
für gutes Wetter aufruft, hätte bei mir auch ein paar Schenkelklopfer ausgelöst. Es gibt genügend
Beispiele, daß noch soviele Wettermessen keine Veränderung herbeigeführt haben (ich empfehle besonders
die Sahara oder Grönland), es auf der anderen Seite auch ganz ohne Gottesdienste es in Polen früher
oder später wieder regenen wird. Es greift kein Gott in das Wetter ein. Wenn doch, frage ich mich, warum
dann Tsunamis mit 200000 Toten sein müssen. Bush: Na, da wird wohl einer weich…
Von mir aus könnt Ihr glauben, was Ihr wollt. Deschner:“ Mir ist ihr Glaube schnuppe, schnurzpiepe. Sie
können glauben, was sie wollen, sich den Kopf abhacken lassen dafür…“ Denn es ist offensichtlich
der Wille, diesen ganzen Quatsch zu glauben, keine wirkliche Überzeugung. Muß hart für Euch sein. Kein
Wunder, daß Ihr Deschner haßt. Ich erfreue mich einfach an der Aufklärung. Reiner Selbstzweck für
mich. Deschner hat schon recht: „Ja, vordergründig, so schreit der Pfaffe, deckt man seine Hintergründe,
seinen Schwachsinn auf…Doch welcher Gott auch unkt und brummt…- es läßt mich kälter als jedes Winseln
eines Hundes, jeder Vogellaut.“ Mit diesen schönen Worten – denke ich – lasse ich es gut sein bei diesem
Thema.
@ Bernado: Ich wiederhole gerne nochmal daß dieser in der Tat sehr zweitrangige Epiphanius überhaupt
nichts Sachdienliches zu bieten hatte. Daß der überhaupt ins Spiel gebracht wurde, ist schon peinlich
genug. Tatsache ist, daß hier immer noch kein Beleg für die Leiblichkeit der Aufnahme Marias in den
Himmel aus den ersten sechs Jahrhunderten geliefert wurde. Wie also kann etwas Tradition sein, die sich
später mal entfaltet, wenn vom NT bis ins 7. Jh. kein Kirchenvater (auch Epiphanius nicht) etwas davon
weiß? Na ja, Deschner selbst findet’s übrigens lustig und erheiternd, als „Abfall“ u.ä. von den Anhängern
der Liebesreligion bezeichnet zu werden. Er wird ja ständig mit Briefen bombardiert. Deschner: „Noch
heute erreichen mich Batterien von Beschimpfungen, gelegentlich Drohungen, erreichen mich eben jetzt aus
dem Bayerischen Wald, wo Christi Reliktenflora hier vielleicht noch am üppigsten blüht, klerikale Ergüsse,
ganze Kirchengesänge…Doch wem die Grille des Glaubens im Kopf sitzt, der hört sie Tag und Nacht zirpen…Gute
Hirten der Oberpfalz schreiben mir: „Bekehre Dich, o K.H.!“, „Im übrigen erübrigt sich jede Diskussion.
Beste Lösung für Sie: Totschweigen!“. Ach, hattet Ihr da nicht schon Besseres?!… Zum Abschluß: „Man
kann auch zum Kopf einer Sardine beten, wenn man ganz fest dran glaubt, sagt der Japaner…Ihr langnasigen
Mysterienschnüffler!“
@ Aloah: Das ist mir bekannt! Und zwar aus Deschners Buch „Oben ohne – Für einen götterlosen Himmel
und eine priesterfreie Welt“ von 1997. Dabei handelt es sich um eine herrliche Aufsatzsammlung aus Deschners
Feder; ein Aufsatz befaßt sich mit diesem Symposium, Titel: „Wes Brot ich ess’ oder Vor jeder Form von
Macht auf dem Bauch“. Wunderbar geschrieben und herrlich bissig. Als pars pro toto hat er sich den Beitrag
von Maria Alföldi rausgesucht und einer Kritik unterzogen. Empfehlenswert! Aus diesem Deschnerbuch steht
auch ein großartiger Aufsatz über die Reliquienverehrung: „Reliquien oder Das Volk gläubet jetzt so
leichthin, wie eine Sau ins Wasser brunzet…Ein lückenreiches Panorama – von den hochheiligen Vorhäuten
Jesu bis zum Kot des Palmesels“. Dort hab ich auch die Info über das im Augustinerkloster Bordesholm
verehrte Ohrenschmalz Marias her.
@ Moritz: Dafür steht Ihr ja mehr auf spirituelle Masturbation. o^/ Alte Messe und Projektion des eigenen
Ego an den Himmel („Gott“) und in ein ewiges Jenseits…
@ Sulpi: Ach nee! Erst wird hier Front gemacht gegen Deschner und seine Aussagen! Aus allen Kanonen wurde
geschossen! Und dann, wenn Ihr Oberkatholen seht, daß das nicht klappt…ist das plötzlich alles gar
nicht mehr so wichtig! Der Ursprung der ganzen Diskussion war ja, daß ich festgestellt habe, daß die
Kirche heute ganz andere Dinge glaubt als z.B. die spätantike Kirche. Die Transitus-Legende (wg. der
behaupteten leiblichen Aufnahme in den Himmel) ist von Rom scharf verurteilt worden im Jahre 496. Heute
muß jeder Katholik daran glauben. Und Ihr regt Euch auf über Vat. II, weil es „Quanta cura“ widerspricht
etc…
@ Sulpi: Wieso „auch“? Du ganz allein! (+ Konsorten hier) Lenk nicht ab davon, daß Deschner in der behandelten
Streitfrage wieder mal einen glänzenden Triumph davongetragen hat!
@ mahner: Ich hätte ein Smiley dazusetzen sollen. Ich bin zwar auch germanischer Heide, allerdings sehe
ich die Götter nicht als personale Wirklichkeit (dafür bin ich zu sehr Atheist), sondern als Archetypen
im Sinne von C.G. Jung. Und in diesem Sinne sind die Götter bei ihren Germanen höchst real und wirksam.
@ Bernado: Du machst es nur noch schlimmer! Du behauptest vollmundig und schmetterst heraus, Deschner
habe sich geirrt. Nun warten alle gespannt auf Dein vernichtendes Argument…und was passiert? „Der Berg
kreißte – und gebar eine Maus!“ Du kommst an mit einem gewissen Epiphanius v. Salamis, von dem ich noch
nie etwas gehört habe. Hast Du keinen Augustinus zu bieten? Keinen Ambrosius? Keinen Johannes Chrysostomos?
Keinen Basilius d. Gr.? Keinen Hieronymus? Nein, sondern einen Epiphanius v. Salamis, der laut Deinem
Zitat lediglich darüber spekuliert, ob Maria gestorben ist oder eben nicht. Er wolle sich nicht festlegen.
Wenn schon eine lediglich diskutierte Frage herhalten muß zur Stützung des Glaubens an die leibliche
Aufnahme Mariens in den Himmel, habt Ihr echt keine Argumente mehr. Dieser Epiphanias steht also überhaupt
nicht im Widerspruch zu Deschners Aussage: Fazit: Deschners Aussage ist und bleibt richtig. Deschner bezieht
diese Information nämlich aus dem kath. Standardwerk zu dieser Frage, „La mort et l’Assomption de La
Sainte Vierge“ von Pater Martin Jugie v. 1944, sechs Jahre vor dem Dogma. Dieser Pater prüfte die Kirchenväter
und kam zu dem Ergebnis, daß bis zum 6. Jh. „niemand weiß, welches das irdische Ende der Gottesmutter
gewesen ist.“ Sieg für Deschner auf ganzer Linie, Schmach für Dich! Marienreliquien gibt’s und gab’s
übrigens wie Sand am Meer: Haare Marias, ein ganzes Sortiment iher Schuhe, Gürtel, Schleier, Gewänder,
ihren Kamm, ihr Ohrenschmalz (im Augustinerkloster Bordesholm), etc.
@ möchtegern: Genau! Ein Nebenaltar für die Vernunft, die Licht ins Dunkel des Aberglaubens bringt!
„Und dicke Finsternis ruht über dem Land…“ (Visitator des Schulwesens in Bayern um 1815 herum)
Die Kirche hat Abermillionen Seelen vergiftet! Wer weiß, wieviel psychisches Elend und Zwangsneurosen
die Kirche mit ihrer Glaubens- und Morallehre im Laufe der Geschichte produziert hat durch die Introjektion
eines starken, autoritären Über-Ich, das das Ich unterdrückt?! Religion ist eine „weltweite Zwangsneurose“
(Sigmund Freud).
Was mir gerade beim Tagesevangelium von Bruder Gottlieb einfällt: Heute ist ja der Maria-Magdalenen-Tag!
In Schleswig-Holstein immer wichtig gewesen zum Gedenken an die Schlacht der Deutschen gegen die Dänen
im Jahr 1227 bei Bornhöved! Dadurch wurde Holstein wieder deutsch!! Juchuhh!
Die Islamofaschisten wollen doch unbedingt Märtyrer werden und ihre „Huris“ im Paradies genießen. Warum
sollte Israel nicht helfen, daß diese Leute etwas schneller ihren Wunsch erfüllt bekommen? Die sollten
Israel dankbar sein. Was gibt’s Schöneres als bei Allah im Paradies sein? Als irgendwelche Terrornasen
großspurig verkündeten: „Die Menschen des Westens lieben das Leben, wir den Tod!!“, hat der damalige
Innenminister Schily (den ich sonst abgrundtief verabscheue) völlig richtig geantwortet: „Wenn die den
Tod haben wollen, sollen sie ihn bekommen.“
@ Hyazinth: Da hast Du etwas falsch verstanden! Wo steht denn, daß man den Gott mehr lieben soll als
die Menschen? Bei Jesus zumindest ist es genau gleichrangig! Das „makellose Opferlamm“: Vulgärtheologie
seit dem Frühmittelalter. Mal in Ratzes „Einführung“ reingucken. Da räumt er gründlich mit diesem
Quatsch auf. Das Opfer geht von oben nach unten, von dem Gott zu den Menschen. Der Gott will und braucht –
nach Ratze – keinen blutig hingerichteten Sohn, damit er versöhnt ist mit der Welt. Ratze hat recht:
Diese archaische Opfervorstellung ist wirklich ziemlich widerlich und abartig. Ein Gott will seinen Sohn
oder sonst was blutig hingeschlachtet sehen, damit er versöhnt ist. Lächerlich. Ratze hat da einen viel
vernünftigeren Ansatz, der übrigens der Ansatz der ersten antiken Christen ist. Warum sollten Ehe und
Kinder eigentlich gegen „Makellosigkeit“ sprechen? Hältst Du Sexualität für etwas Unreines? Dein Pech.
@ Atha: Du mußt Dich schon mal entscheiden! Erst willst Du „Quellen“. Was passiert? Es handele sich um
einen „Hyperliturgiker“, der einen doch gar nicht weiter interessieren sollte. Ich hätte viel interesanter
gefunden, wenn Du inhaltlich die Äußerung von Nocent widerlegt hättest und nicht durch persönliche
Abqualifizierung. Zum Thema Kreuzesopfer empfehle ich Dir mal Ratzes „Einführung“ zu lesen: Da räumt
er nämlich mit der Vulgärtheologie seit dem 6. Jh. gründlich auf. Das Opfer geht von oben nach unten,
von dem Gott zu den Menschen, nicht andersrum. Das Frühmittelalter hat viele Verfälschungen in die kath.
Theologie gebracht, auch in den röm. Meßkanon zur karolingischen Zeit (um 800), wo durch Einfügung
des „pro quibus tibi offerimus“ (nämlich wir = die Priester). Dadurch wurde aus der Gemeinde – bis dahin
das Subjekt der Liturgie – das Objekt für priesterliche Heilsvermittlung. Die Allg. Einführung in das
neue Meßbuch sagt mit freundlichen Worten übrigens dasselbe wie Nocent: Das Missale von 1570 ist fast
identisch mit dem Kurienmissale aus den 1470er Jahren. www.liturgie.de/aem.html Von Reformwillen oder
Sachverstand kann da wohl wirklich keine Rede sein. Quellen: Wäre schön, wenn Du auch mal welche bringst.
@ Atha: Du bist aber ganz schön kleinlaut geworden! Und spuckst auf der anderen Seite schon wieder so
große Töne. Erst hast Du mir „lügnerische, freche Behauptungen“ und „Verdrehungen der wirklichen Geschichte“
vorgeworfen. Dann zitiere ich genüßlich aus Deschner und Du mußt klein beigeben. Herrlich! Erst sagst
Du, daß quasi alle Kirchenväter die leibliche Aufnahme Marias in den Himmel bezeugen würden, und was
ist die Wahrheit: Kein einziger weiß etwas davon bis ins 7. Jh.! Und ab da bauten einige Theologen auf
die von Rom scharf verurteilte Transitus-Legende aus dem 5. Jh., einen Roman! Die Wahrheit, Atha, ist
nicht Deine Sache! Hast Du eigentlich schon Deine Beschimpfungen gegen mich zurückgenommen? Mir ging
es weniger darum zu beweisen, daß die „leibliche Aufnahme Marias in den Himmel“ eine völlige Neuerung
ist (das ist es zwar auch), sondern ursprünglich ging es mir um die Widersprüche in der Dogmengeschichte.
Die Kirche glaubt heute Dinge, die in der Spätantike scharf verurteilt wurde. Und Du regst Dich über
Vat. II und Hosen auf… Der Osten feiert die „Entschlafung Marias“, also das Gedenken an ihren Tod. Mehr
nicht. Auch in Rom ist dieses Fest erst im 7. Jh. bezeugt. Also nicht im 4. Jh. Die Wahrheit, Atha, ist
nicht Deine Sache. Das NT bezeuge die Himmelfahrt, und sogar die leibliche Himmelfahrt Marias? Atha, jetzt
fall ich gleich vom Stuhl bei soviel Dreistigkeit. Offb 12 bringst Du also: Das bezieht sich eindeutig
nicht auf Maria. Nicht nur 12,1 lesen, sondern den Zusammenhang. Kath. Wunschdenken!
Doch, ich hab Respekt vor Pius V. weil er 1568 das Fest der Unbefleckten Empfängnis verbot, wie sich
das für einen guten Dominikaner gehört, die noch bis 1854 dagegen waren!
#35 Babylon † 22:08:31 | Donnerstag, 20. Juli 2006
@ Guntram: Das sind doch alles leere Versprechungen / Drohungen! Ich sag’s gern nochmal: Es gibt in Deutschland
3,2 Mio. Muslims, davon die meisten religiös allenfalls mittelmäßig interessiert. In anderen Ländern
gibt’s viel weniger Muslims (Italien z.B.). Daß radikale Fundamental-Muslime in der EU (oder auch nur
in Deutschland) die Macht übernehmen werden, ist selbst in einer kühnen Zukunftsprognose, die aber immer
noch das jetzige Datenmaterial berücksichtigt, nicht absehbar. Also bleib locker. Europa wird nicht die
Großtürkei werden.
Nachtrag: Das Zitat in meinem Beitrag unten ist natürlich nicht aus AEM, sondern von Nocent „La messe
avant et après Pie V.“. Sonst gibt’s hier wieder Beschwerden. Wenn ich Papst wär und mich so wichtig
nähme, schriebe ich auch unter jedes Dokument von mir: „Auf ewig! In alle Zeit und Ewigkeit! Sonst Hölle!!!“
Was bedeutet das schon?
Na ja, eine Bulle von anno dazumal. „Unam sanctam“ von 1302 hat man schließlich auch im Orkus der Geschichte
verschwinden lassen. Warum nicht auch „Quo primum“? Zumal diese Bulle in der Allg. Einführung zum Neuen
Meßbuch zwar Erwähnung findet, dann aber darauf hingewiesen wird, daß man wissenschaftlich nicht über
das Mittelalter hinausgekommen war. „Die Arbeit der Kommission war keineswegs von großem Reformwillen
und Sachverstand geprägt, wie dies die Bulle Papst Pius’V. suggeriert…“ Kein Wunder: Es war im wesentlichen
das Kurienmissale aus den 1470er Jahren.
#20 Babylon † 18:18:33 | Donnerstag, 20. Juli 2006
@ Atha: Nun mal nicht gleich so erhitzt! Ich bin ja gerne bereit, meine Meinung zu begründen, so wie
ich das immer tue hier. Sie bestritten nicht die ganze Lehre irrtümlich, aber gewisse Formeln mit denen
sie Probleme hatten – ohne richtige Gründe übrigens. Das find ich lustig. Ausgerechnet von Dir! „Gewisse
Formeln“ kann man also auch anders formulieren als es andere tun. Na ja, das Vat. II formuliert eben etwas
anders als das Tridentinum. Ihre freche Behauptung man habe früher in Brevieren vor der leiblichen Himmelfahrtsauffasung
gewarnt, wíll ich hier belegt sehen, denn diese Breviere würden gegen alle Aussagen der Kirchenväter
verstossen sowie gegen die konstante Lehre des Magisteriums. Was ist denn daran frech? Ich zitiere aus
meiner kanonischen Bibel, nämlich „Abermals krähte der Hahn“ von Deschner: (in bezug auf leibliche Himmelfahrt
Marias) „Das NT schweigt über diese Lehre ganz. Ebenso schweigen darüber sämtliche Kirchenväter bis
ins 6. Jh.!…Erst im 7. Jh. bilden die Theologen Johannes v. Thessalonich und Modestus … die neue Lehre
aus, und zwar gestützt auf einen Roman des 5. Jh., die sog. Transitus-Legende. [Diese] wird im Decretum
Gelasianum [von 496], dem ältesten „Index der verbotenen Bücher“, scharf verurteilt.“ Dann kommt die
Brevieraussage mit Verweis auf: Heiler: Assumptio. Werke zur Dogmatisierung der leiblichen Himmelfahrt
Marias, in: Theolog. Literaturzeitung 1, 1954, S. 15 ff.,30,44.
#11 Babylon † 17:58:55 | Donnerstag, 20. Juli 2006
Erstmal Glückwunsch zu dem hübschen Foto! Sehr gut! @ maledica: Sieh doch bitte mal Mt 13, 24-30 an.
Da geht’s darum, daß das Unkraut nicht (!) ausgerissen werden soll. Schön bis zur Ernte warten. Wenn
Du Homosexualität also für Unkraut hältst, mögest Du Dich -so spricht der Herr- bitte etwas zurückhalten.
Eine schöne Bibelstelle gegen Fanatiker, die theokratische Säuberungsaktionen durchführen wollen.
#16 Babylon † 17:41:05 | Donnerstag, 20. Juli 2006
Die Päpste haben sich immer schon nachweislich widersprochen! sogar in Glaubensdingen. Z.B. Sixtus IV.
(pro unbefleckte Empfängnis Marias) und Pius V. (contra). Jahrhundertelang wurde im Brevier energisch
vor einem Glauben an die leibliche Himmelfahrt Marias gewarnt. Diese Warnungen wurden erst im 16. / 17.
Jh. beseitigt. Und das waren nur Glaubensfragen! In Fragen der Disziplin und der Gesellschaftlehre etc.
würde man mit Beispielen gar nicht hinterherkommen.
#31 Babylon † 17:26:47 | Donnerstag, 20. Juli 2006
Es ist erheiternd, wie gut Ihr Euch auszukennen meint mit Dämonen. Man könnte denken, die kommen jeden
Tag zu Euch zum Kaffeetrinken, plaudern etwa zwei Stündchen mit Euch aus dem Nähkästchen und kommen
dann am nächsten Tag wieder. Aber was wunder ich mich: Genauso sprecht Ihr ja auch von dem Gott. Als
wenn der Euch jeden Tag paar Stunden Porträt sitzen würde, soviel „wißt“ Ihr von dem!
#16 Babylon † 14:13:24 | Donnerstag, 20. Juli 2006
Ihr lebt aber in einer ziemlich verschrobenen Gedankenwelt! Überall wimmelt es von guten und noch viel
mehr bösen Geisterchen, und Ihr führt einen ständigen Abwehrkampf, der v.a. aus totaler Kontrolle des
Ich durch das Über-Ich besteht etc… Ich find das total traurig. Da muß man ja ziemlich verbiestert
werden, so als Über-Ich-Fetischist. Werft den Kram über Bord und fangt an zu leben, verdammt.
@ Abu: Aber nicht doch! Ich soll mein Knie beugen vor der jüdischen Nationalgottheit Jehova („Er hat
Jehova gesagt!! Er hat Jehova gesagt!! – *jüd. Priester von Stein erschlag* ) beugen? Davor mögen mich
Wotan, Donar und Ziu und alle anderen Asen und Wanen bewahren!
Wie kommt der Staatsanwalt denn auf die lustige Idee, man müsse ein Gott oder wie ein Gott sein, um Sterbehilfe
zu leisten oder ganz allgemein gesagt: um zu töten? Macht das die stolze Armee seines Landes nicht auch
jeden Tag? Oder vielleicht hat er ja auch schon selbst ein paar Todesurteile gefordert, so frömmelnd
wie der ist, kann ich mir das gut vorstellen. Töten geht ganz ohne einen Gott. Genauso wie die Zeugung
neuen Lebens ganz ohne einen Gott auskommt. „Gott“ ist eine überaus entbehrliche Variable geworden.
Vatikan als Homosextempel und Disco? Nicht schlecht! Auf so eine Idee wär ich noch gar nicht gekommen.
Daß die EU religiösem Fanatismus (egal ob christlich / islamisch) keine Chance geben wird, dürfte
klar sein. Die Antidiskriminierungsgesetze in der EU werden demnächst dafür sorgen, daß Begriffe wie
„Homomafia“ im Orkus der Geschichte verschwinden werden. Dafür Daumen hoch! :)3
Dann seht mal in die Evangelien rein! Einfachster Satzbau dort. Mit bäuerlichen Gleichnissen. Ich stimme
zwar zu, daß der Artikel inhaltlich nicht viel zu bieten hat, aber grundsätzlich finde ich übersichtliche,
beiordnende Sätze gar nicht mal so schlecht. Es muß nicht immer Satzakrobatik á la Cicero sein.
@ California: Ebensogut könnte man dem Papst Provokation vorwerfen. Die Spanier – auch die Gays – leben
da schließlich und können sich trauen lassen, wann sie wollen. Der Papst war nur zu Besuch da und hat
unaufhörlich gegen die fortschrittlichste Gesellschaftspolitik in ganz Europa gewettert. Wer provoziert
da wohl eher? Das Schöne und Beeindruckende an einer fortschrittlich-säkularen Gesellschaft ist doch,
daß sich niemand in seinem üblichen Verhalten beeinflussen läßt, nur weil das Oberhaupt einer Religionsgemeinschaft
zu Besuch in der Stadt ist. Interessiert’s Dich, wenn der Dalai Lama in Deiner Stadt ist? Na also.
@ Guntram: Was soll das uns sagen? Das ist doch alles Quatsch und verhetzt viele Leute. Das entchristlichte
Europa (war es vor der Christianisierung auch, na und? Gegen Feinde konnten sich auch die heidnischen
Römer und Germanen gut zur Wehr setzen) ist eben nicht nur entchristlicht und wird es auch immer mehr,
sondern es wird immer religionsloser, agnostischer, atheistischer. Aber eben nicht muslimischer! Dafür
gibt es viel zu wenig Muslime in Europa (in Deutschland gerade mal 3,2 Mio.), und von denen sind viele
gar nicht oder nur wenig religiös. Die Säkularisierung macht auch vor den meisten in Europa lebenden
Muslims nicht halt, v.a. dann nicht, wenn sie gut gebildet sind.
@ Opfermann: Mag schon sein aber woher kann die Entscheidung zu etwas Bösem kommen, wenn es bis dahin
nur Gutes gibt? Und was ist mit Bösem / Schädlichem, was ganz ohne Zutun eines Menschen passiert? Z.B.
eine Tsunamiwelle, die mal ruckzuck 200000 Menschen in den Tod reißt? So ein Seebeben hat nichts mit
dem Menschen, auch nichts mit Umweltverschmutzung oder so zu tun. Sondern einfach Natur. Wo kommt jetzt
dieser „quicumque defectus“ her? Wenigstens den hätte der Gott doch verhindern können, ohne in die Entscheidungsfreiheit
von Menschen einzugreifen. So schlau wie vorher…(Scholastik eben)
@ Schnabeltier u. Opfermann Was soll uns das sagen? Wie langmütig die Christenheit doch war, bevor sie
endlich in Jerusalem einmarschiert ist? Ich sag’s gern nochmal: Für so ein blödes Gebäude, Bausteine,
kann man doch keinen Krieg vom Zaun brechen! Und Jesus hoppelte auf dem Esel nach Jerusalem rein, um genau
dieses politisch-theokratische Verwicklung seiner Botschaft abzuwehren. Was Muslims tun würden, ist eine
andere Frage. Der Islam ist schon von Anfang an kriegerisch-politisch-militant gewesen. Das sollte wohl
nicht der Maßstab für einen Christen sein (Jesus auf dem Eselchen). Das Grab Jesu ist natürlich nicht
lokalisiert worden. Historisch-kritische Exegese bezweifelt, daß Jesus überhaupt als hingerichteter
Verbrecher (dem Urteil nach) ehrenvoll begraben wurde (häufig wurden Gekreuzigte am Kreuz den Schakalen
und Vögeln überlassen oder einfach irgendwo verscharrt). Die Kaisermutter Helena war es doch, die das
Grab gefunden zu haben meinte. Aber sie hat ja auch das Kreuz und was weiß ich nicht noch alles gefunden…Wer’s
glaubt. So was nennt man freundlich „Reliquienproduktion“.
@ Sulpi: Sicherlich mag es für Christen unter islamischer Herrschaft nicht immer ganz leicht gewesen
sein. Im allgemeinen gab es aber keine Zwangsbekehrungen oder ähnliches, sondern allenfalls eine Sondersteuer.
Und Pilgerreisen ins islamisch beherrschte Palästina konnten eigentlich zu jeder Zeit durchgeführt werden.
Was würdest Du sagen, wenn irgendein Sultan Krieg gegen das Abendland geführt hätte mit der Begründung,
die Muslims in Spanien würden durch die christliche Reconquista „gegängelt“ (was das falsche Wort wäre:
die Muslims wurden zwangsbekehrt oder vertrieben)? Oder mit der Begründung, die Große Moschee in Cordoba
(kunstgeschichtlich viel wertvoller als die Grabeskirche) werde zu einer Kirche umfunktioniert?
@ Keller: Richtig! Der Hl. Geist war schon immer ziemlich luftig, auch für die Theologen. So richtig
was mit dem anfangen kann keiner. Auch dogmengeschichtlich hochinteressant, wie es der Hl. Geist geschafft
hat, mit den anderen beiden Personen die Trinität zu bilden. Bibel und Hl. Geist: Na ja, das Kapitel
sollte man aber langsam abgehakt haben. Welche guten Argumente sollte es dafür geben? Alleine der jahrhundertelange
Vorgang der Kanonbildung (was gehört zur Bibel und was nicht?) spricht dagegen. Paulus hätte wohl nie
gedacht, daß einige seiner Briefe mal als „Hl. Schrift“ verehrt werden.
@ Sulp: Das bestätigt mich doch nur. 1009, nicht 1095. Wie das dann ein „Auslöser“ sein kann, ist mir
schleierhaft. Höchstens in dem Sinne, daß man einen Grund gesucht hat für Krieg – und natürlich einen
„heiligen“ Grund – und dann auf das Jahr 1009 rekurrierte. Wenn heute einer ankäme und sagte: „Ja Leute,
hört mal. Vor 86 Jahren (1920 also) hat da einer was kaputtgemacht, den müssen wir bestrafen!“, dann
würden wir alle sagen: „Du hast sie doch nicht mehr alle.“ Nur damals fehlte offensichtlich eine kritische
Öffentlichkeit. Und selbst wenn es 1095 gewesen wäre (!): Auf Jesus wird man sich nur schwerlich berufen
können für einen Krieg wegen eines Gebäudes oder wegen auch was nur immer. Muslims hatten auch schwer
mit freier Religionsausübung in Rom oder Lübeck…
@ Richard: Schlechte Info. Die Grabeskirche wurde 1009 zerstört, nicht 1095. Al-Hakim ist 1021 gestorben.
Der direkte Bezug zum 1. Kreuzzug im Jahr 1095 ist mir da nicht ganz klar. Außerdem soll die (falsche)
Info doch nur dazu dienen, die Kreuzzüge zu rechtfertigen. Daß Tradis es nicht sein lassen können,
unentschuldbare Dinge zu entschuldigen! Die Zerstörung der „Grabes“kirche (natürlich völlig fiktiv;
das Grab Jesu ist selbstverständlich nie lokalisiert worden) soll jetzt also eine gute Rechtfertigung
für einen Krieg sein? Jesus hoppelte mit einem Esel in Jerusalem ein, um politisch-weltliche erwartungen
an ihn abzuwehren, aber für so’n blödes Gemäuer gehen Leute drauf. Sancta (et periculosa) simplicitas…
@ Murx: Ich will ja nicht unken aber die nun wirklich antiquierte Scholastik mit ihrer Langweilbegrifflichkeit
haut nun wirklich niemanden mehr vom Hocker. Zumal ein wirklicher Erkenntnisgewinn in aller Regel nicht
zu verbuchen ist. Nachher ist alles unklarer als vorher. quocumque defectu: Ja woher kommt das „durch
welchen Defekt auch immer“ denn? Wenn doch alles vom ens perfectissimum = Gott kommt…? Siehst Du: Alle
so schlau wie vorher. Überflüssig.
Der übliche grottenscghlechte Homo-Artikel Das ist fast kaum noch zu unterbieten. Herrlich! Das zaubert
doch immer wieder ein Grinsen auf mein Gesicht. Was hat der CSD mit dem Rotlichtmilieu und Zwangsprostitution
zu tun? Was hat SM ausschließlich mit Homosexualität zu tun? Was hat HIV ausschließlich mit Homosexualität
zu tun? Ich verweise immer wieder gerne darauf, daß HIV außerhalb der westlichen Welt und damit in absoluten
Zahlen weit überwiegend eine Heteroseuche ist.de.wikipedia.org/wiki/AIDS_in_Afrika Und jetzt sollen Homosexuelle
sogar besonders kriminell und drogensüchtig sein…ich fasse es nicht. Nacktheit: Ich sehe an jedem Ostseestrand
(hier bei mir quasi vor der Tür) mehr nackte Haut als auf jedem CSD. Auch die Titelseite der Blöd-Zeitung
bietet mehr nackte Haut. Besonders aber freue ich mich, daß kreuz.net bei wilden Homosexuellenpartys
den Nichtgebrauch von Kondomen verurteilt. Für letzteres Daumen hoch! :)3
@ Atha: Der Kanon ist in karolingischer Zeit sehr wohl verändert worden, und zwar im Sinne einer klerikalen
„Korrektur“: Im Memento vivorum wurde das „pro quibus offerimus“ eingefügt. Vorher war die Gemeinde das
Subjekt der Liturgie, seit karolingischer Zeit der Priester, der „für“ die Gemeinde opfert. Dabei wurde
das alte Opferverständinis (Opfer von oben nach unten, von Gott zu den Menschen, siehe auch Ratzes „Einführung“)
genau umgedreht und verfälscht. Erst seit dieser Zeit wurde auch die Mundkommunion eingeführt, erst
seit dieser Zeit wurde der Kanon leise gebetet. Alles frühmittelalterliche Fehlentwicklungen, die auch
mit einem Zerfall der Schriftkultur und Bildung nach dem Untergang des weström. Reichs zusammenhängen:
Archaisierung des Opferverständnisses. Damit hatte bereits Luther aufgeräumt, und dann auch die Liturgiereform.
Jahr 600: Das klingt immer so schön alt, dabei ist es eine Ewigkeit von den Ursprüngen entfernt.
Na, Maledica hat ja tief blicken lassen indem sie (ich übernehme mal das grammatikalische Geschlecht)
die Gemeinde als Pöbel bezeichnet hat. Ich möchte mal darauf hinweisen, daß viele Dinge überhaupt
nicht lutherisch sind, die hier immer gern als solche bezeichnet werden. Da viele Dinge, über die sich
Katholiken zerfleischen, für Luther unwesentliche Nebensächlichkeiten (Adiaphora) waren, die man so
oder anders halten konnte, hat sich in lutherischen Gebieten meist ein extremer Konservatismus durchgesetzt
(v.a. in geschlossen luth. Gebieten). Es gibt wohl auf der ganzen Welt keine so reinrassig spätmittelalterlich-gotischen
Kirchenausstattungen mehr wie in alten lutherischen Kirchen. Während Katholiken die Gotik durch Renaissance
und Barock ersetzt haben und die Calvinisten alles rausgerissen haben, blieb bei Luther fast alles an
Kirchenausstattung wie gehabt (das Alte blieb, nichts Neues kam), auch die Hoch- und Seitenaltäre (letztere
wurden eben einfach nicht mehr benutzt). Auch heute noch wird das luth. Abendmahl häufig mit Rücken
zum Volk gefeiert.
@ Maledica: Zum Pöbel zählst Du Dich dann ja wohl selbst. Sehr demütig von Dir. Hintern zum Herrn:
Ihr habt ja eine regelrecht materialistische Auffassung von Eurer Gottheit: Gott in der Hostie im Tabernakel.
Und dem darf man doch nicht seinen Hintern zuwenden. Allerdings tut das auch der Priester in der Alten
Messe, wenn er sich zum Volk umdreht. Und Du wahrscheinlich auch, oder gehst Du rückwärts aus der Kirche
raus wie vor 400 Jahren die Höflinge des spnischen Königs sich von einer Audienz entfernten? Bei solchen
materiell-dinghaften Abarten des Glaubens kann ich wirklich verstehen, daß Luther alles abgeschafft hat,
was zum Aberglauben verleitet.
Sehr süß, daß fortschrittliche Kräfte als „reaktionär“ bezeichnet werden. Offensichtlich wollen die
wirklich Reaktionären nicht mehr als solche bezeichnet werden. Sozialisten als Relikt des 19. Jh.: Das
ist noch viel niedlicher, weil ich dann die Kirche als Relikt aus dem 1. Jh. bezeichnen könnte. Bis vor
15 Jahren war dieses „sozialistische Relikt“ der zweite große geopolitische Machtfaktor, der in letzter
Zeit wieder an Relevanz gewinnt. Ansonsten scheint man aber bei Tradi-Kirchens viel übrig zu haben für
Relikte: Hier werden sonst doch immer irgendwelche ollen Bullen und Enzykliken von anno dazumals rausgekramt
und mit zittriger Hand dem 2. Vaticanum entgegengestreckt.
Es gibt wenigstens einen Vorteil an dieser Beleidigungsorgie durch die lieben Tradis mit ihrer anziehenden
Menschenfreundlichkeit: Der Beichtpfaffe bekommt wieder was zu hören, wenn Moritz und Konsorten mit weinerlicher
Stimme ihre Verfehlungen bekennen.
Na, Moritz, wieder mal einen kleinen Amoklauf hinlegen ist doch was Schönes, nicht? Das bestätigt übrigens
meinen Beitrag untern. Tradi-Humor ist ja so unlustig und verbittert.
Das ist ja lustig! Im Artikel gehen Christentum und Aufklärung eine harmonische Allianz miteinander ein.
Süß! Wo doch jeder weiß, daß die Menschenrechte erst gegen den erbittertsten Widerstand der Kirche
durchgefochten werden mußten! Außerdem ist der Mensch bekanntlich nicht ein Ebenbild der jüdischen
Nationalgottheit Jahwe, sondern Jahwe eine Allmachts-Projektion eines nomadisierend-unbedeutenden Wüstenvolks.
Ansonsten wird im Artikel eine so krude Zusammenstellung verschiedenster und hochkomplexer Denkströmungen
so locker-flockig zusammengewürfelt, daß einem die Haare zu Berge stehen.
Finden die Nicht-Tradis den Tradi-Humor auch so unlustig und verbittert? Mir geht’s zumindest so. Jetzt
laßt doch mal diesen ganzen verdammten Menstruationsdreck aus dem Spiel, sondern würdigt diesen künstlerisch
gelungenen Kurzfilm, zu dem ich nochmals meine Gratulation ausspreche. :)3 Aber die Tradi-Fraktion steht
eben mehr auf die röhrenden Hirsche vor Alpenpanorama.
Ich kann bei der Sache noch nicht einmal die Ablehnung eines wie auch immer gearteten christlichen Glaubens
herauslesen. Das Ganze ist ein Versuch einer künstlerischen Bearbeitung (als Kurzfilm nämlich) dieses
ganzen Themas „Blut – Heiligkeit – Erlösung“. Es wird doch sehr schön die innere Widersprüchlichkeit
dieses ganzen Blut-Erlösungs-Problems dargestellt. Weibliches Menstruationsblut sei unrein (übrigens:
Wie ist es denn nun? Hatte Maria jeden Monat ihre Regelblutung oder etwa nicht? – Natürlich hatte sie,
oder war sie ein Nicht-Mensch? Das wird doch wohl niemand behaupten wollen. Ich für meinen Teil finde
-als Mann- die Regelblutung zwar nicht sehr schön, aber eben ganz normal und biologisch.). Demgegenüber
sei das Blut am Kreuz mit Erlösungskraft ausgestattet. Und das Ganze werde im Meßkelch immer vergegenwärtigt.
Fazit: Ein absolut gelungenen Kunstwerk, das zum Nachdenken einlädt (für unkonventionelle Kunst haben
leider die wenigsten Menschen Verständnis). Daumen hoch!!! :)3 :)3
@ Moritz und Aloah: Habe ich da etwa einen wunden Punkt bei Euch getroffen? Ihr würdet doch auch gerne
aus Eurem starren Regelkorsett raus, aber der innere Gedankenpolizist namens Über-Ich läßt Euch eben
nicht. Bedauernswert.
@ Aloah: Kannst Du die Frage präzisieren? Willst Du jetzt hören, ob ich eine Anschrift habe oder ob
ein anschriftenloser Dämon bin, der kraft dämonischer Fähigkeit am Internet teilnimmt, um die Leute
zu verwirren oder was? Was ich geschrieben habe, ist richtig. 1) Sieh in die theolog. Literatur. Vielleicht
nicht grad kath. Literatur von vor 1965, denn die kann man wissenschaftlich nicht ernst nehmen. 2) Spricht
der Gott etwa zu Dir? Was denn so?
@ private notes: Sehr guter Beitrag! Man sagt ja auch den Klosterschülerinner nach, nachher besonders
wild zu sein. Ganz klar: Je stärker Verhaltensregeln in die eigene Selbstentfaltung eingreifen, desto
stärker wird der Drang nach Befreiung davon. Als Kind und Jugendlicher hat man dann zwar diese Verhaltensregeln
übernommen (Über-Ich), weil man nichts dagegen machen konnte. Aber die Sehnsucht nach Freiheit bleibt.
Das ist das Perverse an Religion, daß sie viele viele Menschen zu Neurotikern macht. Durch das starke
Über-Ich werden sie in ihrer Selbstentfaltung gehindert, gleichzeitig wünschen sie sich die Selbstentfaltung.
Und wenn sie dann mal aus diesem strikten System ausgebrochen sind, haben sie Schuldgefühle durch das
starke Über-Ich und bemühen sich um besonders gute Erfüllung der Normen. Ein Teufelskreis, aus dem
man nur ausbrechen kann, wenn man das Über-Ich, die verinnerlichten Fremdnormen, Stück für Stück über
Bord wirft.
Moritz hat den Schwanz eingezogen! Das ist völlig klar: Erst legt sein Beitrag nahe, daß offensichtlich
ein guter Katholik mehr von der Gottheit verstehe als ein anderer. Dann sagt Dämon, ob er denn ein Copyright
habe auf den Gott und vielleicht auch noch Privatoffenbarungen. Dann flüchtet Moritz in die Kirche: Die
habe das Copyright und sei von dem Gott gegründet worde. Fazit: Gaaaanz schwach. 1) 98% der Theologen
geben zu, daß Jesus niemals eine Kirche gegründet hat und da’er auch überhaupt keine kirche gründen
konnte, weil er vom nahen Weltende ausging. Mt 16,18f. ist niemals von ihm gesprochen worden. 2) Moritz
gibt zu, daß das Gebet eine Einbahnstraße ist. Offensichtlich spricht sein Gott nicht mit ihm. Sonst
hätte er ja nicht auf das Copyright der Kirche verwiesen. Ganz schön traurig: Man redet ständig zu
dem Gott…und es kommt nicht zurück.
Kann jemand die Zahlen für Deutschland nennen? Ich denke mal, daß hier in Deutschland und überhaupt
in Europa es wesentlich schwieriger ist, neue Leute zu rekrutieren als auf den Philippinen oder so. Die
Leute hier in Europa sind gebildeter, kritischer und soziale Leistungen werden v.a. vom Staat erbracht,
nicht von einer Kirche. Auf den Philippinen oder in Afrika kann man da schon eher Leute an sich binden.
#25 Babylon † 20:21:00 | Donnerstag, 13. Juli 2006
Von mir aus soll Israel diese Islamo-Faschisten mal richtig wegbomben. Die sind so unglaublich dumm, dümmer
geht’s nicht. 1. Da wird in Israel ein moderater Ministerpräsident gewählt 2. Israel hat sich aus dem
Libanon und dem Gazastreifen zurückgezogen Was machen die Islam-Fanatiker in ihrer grenzenlosen Blödheit?
Provozieren Israel und heulen jetzt rum, daß ihnen die Brücken und Kraftwerke weggebombt werden. Was
soll’s? Die Islamofaschisten stehen doch so auf den glorreichen Märtyrertod. Dann sollen sie ihn bekommen,
gratis und frei Haus.
#10 Babylon † 20:12:29 | Donnerstag, 13. Juli 2006
Ja, die Parade wird stattfinden und die Religionsfaschisten werden ohnmächtig vor Wut zugucken dürfen
und eine weitere Niederlage hinnehmen. Und die Gays werden gute Laune haben. Jerusalem wird ja wohl anschließend
(nach der Parade) ein vernünftiges Nachtleben zu bieten haben. O:O
#18 Babylon † 16:03:42 | Donnerstag, 13. Juli 2006
Speziell für Dich, Hyazinth! Ich hab’s hier zwar schon häufiger geschrieben, aber gerne auch nochmal:
Ich duze hier, weil es auch sonst in jedem anderen Forum üblich ist. Auch Dich duze ich nicht zum ersten
Mal. Keine Sorge wegen mangelnder Distanz: Wir kennen uns nicht, und das wird zum Glück auch so bleiben.
Duzen unhöflich? Mußtest Du Deine Eltern siezen, als Du noch Kind warst?
#15 Babylon † 15:17:04 | Donnerstag, 13. Juli 2006
@ Hyazinth: Da muß ich Dich enttäuschen! Ich kenne den orth. Gottesdienst. Kein Knien! Wird sogar ausdrücklich
abgelehnt, weil am So. die Auferstehung gefeiert wird, deshalb Stehen! @ Sulp: Es gibt eine natürliche
Demut im Sinne von bescheidenheit, sich nicht so wichtig nehmen etc. Und es gibt kriecherische Unterwürfigkeit,
auch in bezug auf eine Gottheit. Aber typisch für diese despotisch-altorientalischen Wüstenreligionen…
#12 Babylon † 14:56:25 | Donnerstag, 13. Juli 2006
Muß ja ganz wichtig sein seine Kniescheiben zu ruinieren… Die Orthodoxen und die Protestanten knien
sich auch nicht hin. Aber die sind ja auch alle böse. Und Muslims: Es ist geradezu abstoßend zu sehen,
wie sich da jemand auf seinem Teppich auf den Boden kauert und mit seiner Stirn den Boden berührt. Boahhh,
ist das unterwürfig!! Ich weiß, Ihr findet das total super und demütig, ich find’s unwürdig und dumm.
Und richtige Buddhisten knien eigentlich nicht. Vor wem denn auch? Buddha wollte Wegweiser sein. Mehr
nicht. Aber das war Jesus ja auch. Und dann wurde aus dem Verkünder der Verkündigte…
#18 Babylon † 14:48:26 | Donnerstag, 13. Juli 2006
Für einen Außenstehenden könnte die kath. Kirche ebenfalls als Sekte gelten. Wo will man da die Grenze
ziehen? Lockt die Kirche nicht auch mit dem Seelenheil? Laßt den ganzen Dämonenquatsch aus dem Spiel,
und auch, daß Milingo psychisch im Eimer oder krank sei etc. Was soll das? Könnt Ihr nicht ertragen,
daß ein Erzbischof keine Lust mehr auf kath. Kirche, sondern auf irgendeine andere Religion und eine
Ehe hat? ich wußte gar nicht, daß es 150000 verheiratete Priester gibt. Ganz schön viel. Wieso die
allerdings alle „häretisch“ sind, weiß ich nicht. Die sind einfach nur verheiratet.
Seit wann interessiert die Kirche und besonders die Tradis, ob sie auf dem Boden des Grundgesetzes oder
des Bundesverfassungsgerichts stehen? Das ist ja ganz neu. Neulich wurde das BVG noch niedergemacht, weil
so’n Spasti wegen der Beleidigung eines Abtreibungsarztes verurteilt wurde… In Artikel 3 GG steht übrigens
was von Gleichheit von Mann und Frau: Wie war das noch mit der Priesterweihe? Na ja , man sucht sich eben
raus, was gerade in den Kram paßt. Jetzt haben die Tradis schon Angst vor 19 Mennekens: Ihr werdet ja
so schlimm verfolgt in diesem Staat! Ihr Märtyrer!
@ Markus: Dann würden hier in Deutschland aber viele kath. Priester und Bischöfe gehängt werden…
Kann mir mal jemand sagen, warum Kardinal Wetter von München in Kirchenkreisen „Tante Frieda“ genannt
wird? Ansonsten: Religion ist Privatsache. Man ist doch immer wieder verwundert, wie scharf die Tradis
hier auf stattliche Unterstützung für ihre anliegen sind. Ohne Zwang und Gesetze seid Ihr wohl zu machtlos
(stimmt ja auch! ) Ich bin froh, daß sich Schavan ne blutige Nase geholt hat. Es darf keine Sonderrechte
für Kirchens geben.
Freude am Glauben also! Na, wenn ich hier Maurice oder Hossi und Konsorten lese, habe ich geradezu ein
leuchtendes, strahlendes Bild an christlicher Glaubensfreude vor mir… Brrrr, da schüttelt’s einen.
Da bleib ich doch lieber Heide und trinke zum Gedenken an Donar einen guten Schluck Bier. Die germanischen
Götter können wenigstens lachen.
Fühlt Euch doch nicht immer gleich verfolgt nur weil Euch einer doof findet. „Gedankenpolizei“ ist wohl
eher Sache der kath. Beichte, wo der Pfaffe im Innersten eines Menschen rumschnüffeln will zwecks Umerziehung.
Genau, weil ich ja auch zum Pöbel gehöre… und andere denken für mich… Du vor allem…der gute,
weise, vernünftige, gottgefällige Katholik und dann wird alles gut!
Ein erschreckendes Beispiel für eine Bevölkerungsexplosion. Kann man bei den Palästinensern quasi am
„lebenden Objekt“ beobachten, wie sowas abläuft. Die sinkende Geburtenrate wird die explosionsartige
Zunahme in absolten Zahlen nicht stoppen können, weil die sehr junge Bevölkerung demnächst auch wieder
4-5 Kinder haben wird. Viele viele zukünftige Menschen ohne eine auch nur annähernd vernünftige Lebensperspektive.
Unverantwortliches Verhalten. @ Krebs: Besonders das mit dem Übergewicht ist zu beherzigen. Ich seh mich
auf der Straße und am Strand von Schwabbelbäuchen und Speckringen umzingelt, schon bei den Kiddies.
Abartig.
Ökologisch ist die Lage durchaus ernst aber man macht sich ja lieber über den Club of Rome lustig oder
„Die neuen Grenzen des Wachstums“ lustig. Nur hatte ich das anders verstanden, nämlich daß es gesellschaftlich
bergab gehe. Das ist es ja auch, was seit der Antike beklagt wird von jeder Generation. Und zwar mit derselben
Begründung: „Die jungen Leute machen nur Party!“ Das ist erstens nachweislich Quatsch und zweitens gehört
Feiern zu einem schönen Leben dazu (inklusive Kater danach). Die guten alten Zeiten hat’s nicht gegeben,
gar nichts war besser „damals“.
@ zwobbel: Der Pöbel also… dann sind Wahlen mit 60-80 % Wahlbeteiligung also Pöbelwahlen… Horaz
etwas zu ernst genommen, was? („Odi profanum vulgus et arceo.“) Ach ja: Es ist ja alles so schlimm, daß
morgen die Welt untergeht. Alles wird ja schlechter, es geht nur noch bergab. Das sagt nämlich nachweislich
jede Generation seit der Antike. Und irrt sich dabei.
@ Bernado: Das ist jetzt aber schon etwas peinlich und das solltest Du auch offen zugeben. Die lutherischen
Kirchenordnungen wurden direkt nach Einführung der Reformation erlassen und schreiben detailliert u.a.
die liturgische Ordnung vor. Diese ordnungen galten meist bis ins 19. Jh., wobei es schon im 18. Jh. die
eine oder andere Änderung gegeben hatte, allerdings weniger den normalen liturgischen Ablauf betreffend.
Und: Wann hat denn Bach gelebt? Eindeutig zu einer Zeit, als die Kirchenordnungen noch die – ganz unverändert –
aus der reformatorischen Zeit waren.
Gemäß Kriegsvölkerrecht sind Polizisten Zivilisten, und keine Kombattanten. Darum können Polizisten
des Feindlandes auch keine Kriegsgefangenen werden.
Heiden leichter zu missionieren? Hehehe, vor 1200/1300 Jahren hatten’s die Pfaffen nicht so ganz leicht
bei unseren germanischen Vorfahren, die doch mehr von Wotan und Donar hielten… Wie hieß denn noch der,
dem der Scheitel mit der Axt nachgezogen wurde in Friesland? War das der Bonifatz(!)?
Die kath. Kirche kann natürlich am alten Prinzip festhalten, nur Männer zu weihen. Die natürlich auch
zölibatär sein sollen. Na ja, zumindest in Europa wird dann demnächst jeder Bischof eine extrem überschaubare
Anzahl von Priestern haben. Wird dann doch gleich gemütlicher und kuscheliger. Ordinatio sacerdotalis:
Wen interessiert denn heute noch der Syllabus von Pius IX. von 1864? So können sich die Zeiten ändern!
Wen interessiert denn noch „Quo primum“ von 1570? Laaaangweilig… Das sind doch alles keine Dinge für
die Ewigkeit. Die ganzen Bullen aus dem Mittelalter interessieren doch auch kein Schwein mehr, z.B. „Unam
sanctam“ von 1302. Irgendwann kommt die Zeit, besonders der mitteleuropäische Katholizismus muß nur
hartnäckig bleiben, dann wird das schon…
@ Stimme: Mein geliebtes Deutsch hat mittlerweile schon fast 500 Jahre liturgische Tradition auf dem Buckel.
Macht unser schönes Deutsch nicht so schlecht. Ich glaube Hegel war es, der gesagt hat: Philosophie
betreiben kann man nur auf Griechisch, Latein und Deutsch (wg. der feinen Begriffsnuancierungen). Darum
ist es auch Quatsch zu sagen, daß das Latein dem Westen viele theologische Auseinandersetzungen des Ostens
erspart hätte. Die Mehrzahl der Christen lebte nunmal im Osten, gerade in Kleinasien. Dazu kommt eine
andere Mentalität: Der Lateiner ist viel nüchterner und zurückhaltender, der Hellene viel pathetischer
und „aktiver“, eifernder, auch in der Theologie. Das zeigt das Drumherum auf den frühkirchlichen Konzilien
(mit prügelnden Mönchshorden etc.). In Rom war noch bis ins 4. Jh. Griechisch Gottesdienstsprache.
Ich beneide hier wirklich niemanden um seinen Glauben. Wie könnte man auch auf sowas neidisch sein als
aufgeklärter Mensch? „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! …Es ist so bequem, unmündig
zu sein. Habe ich ein Buch, das für mich Verstand hat, einen Seelsorger, der für mich Gewissen hat…,
so brauche ich mich ja nicht selbst zu bemühen.“ (Kant) Das letzte Gericht?! – Köstlich, daß man noch
an sowas glauben kann Eigentlich wollte der Herr ja schon sehr bald wiederkommen…tja, Jesus hat sich
geirrt, Paulus und die gesamten Urchristen haben sich geirrt…aber das ist ja sooooo sicher, daß es
kommt
In Ordnung, das bringt nichts mehr. So kommt man natürlich nicht weiter, wenn man mich mißverstehen
will und mir Dinge unterschiebt, die ich nie gesagt habe, damit man sie um so leichter bekämpfen kann.
Da für das gute kath. Schaf Sozialismus böse ist und bleiben muß, muß Kuba natürlich auch böse
sein und dürfen Anerkenneswerte Dinge nicht anerkannt werden. Sancta simplicitas…
Das ist ja mal ein Vergleich! Wieviele 100000e von Mexikanern „machen“ denn jedes Jahr „rüber“ in die
USA? Exodus in die USA scheint für die südlichen Nachbarn nicht unattraktiv zu sein, auch wenn’s häufig
doch nur eine trügerische Hoffnung ist. Relativ emigrieren doch viel mehr Mexikaner als Kubaner. Was
hätte denn ein Kubaner an sozialen Verbesserungen in den USA zu erwarten? Da ist er nicht einmal krankenversichert…
Ach ja: Die USA sollen da doch auch so’n paar „Regimekritiker“ inhaftiert haben…wie hieß es doch gleich…Guantanamo
war’s, glaub ich
Auch die Pius-Leute werden bald keine großen Zuwachsraten mehr haben. Sieht man doch jetzt schon. Auch
da werden bald die Leute aus der Anfangszeit in Pension gehen bzw. ziemlich alt sein oder sterben. Dann
gibt’s eben nicht mehr nur die Neuzugänge, wo es immer mehr wurde, sondern dann gibt’s auch die „Abgänge“.
Dann wird man froh sein, überhaupt den einmal erreichten Stand halbwegs halten zu können.
Oh ja, was für ein Held! Da kommt mal einer aus Italien eben nach Deutschland, „vergreift sich im Ton“
(weil wohl schon längere Zeit nicht mehr in Deutschland) und wird zu einer -für ein totalitäres Regime-
milden Strafe verurteilt. Und das ist jetzt die große Heldengeschichte? Was hat er danach gemacht, was
danach gepredigt? Meine Güte, muß die kath. Kirche wenige wirkliche Widerstandskämpfer aufzubieten
haben, wenn schon so eine Randnotiz hier angepriesen wird…
Da wurde doch nicht ernsthaft Vergil mit den römischen Meßtexten und irgendwelchen Präfationes verglichen,
oder? Das kann nur ein ganz ganz schlechter Scherz sein. Wer Latein kann, der weiß: Latein hat überhaupt
gar nichts Geheimnisvolles. Eine ganz normale Sprache, die vor 2000 Jahren von jedem Deppen in Rom gesprochen
wurde. Und ein einfaches „Zurück zu den Zuständen von damals“ kann niemals funktionieren. Die Zeit geht
weiter, ebenso die Menschen und die Gesellschaft und selbst die Kirche. Heute ein „Zurück“, und die Kirche
wäre ein noch lustigerer Verein von 100000 Menschen weltweit.
Die beiden Spanienmeldungen stehen in einem gewissen Kontrast zueinander. Die Jubelorgien in Valencia
sind doch nur noch die letzten Zuckungen eines im Sterben liegenden Körpers (Kirche), siehe heillose
Überalterung des Klerus. Klöster quasi als Altersheime.
@ Christin: Den Göttern sei Dank ist Deutschland ein säkularer, weltanschaulich neutraler Staat. Gebäude
einer bestimmten Religionsgemeinschaft sind dem Staat grundsätzlich erstmal vollkommen egal. Wenn die
Mitglieder einer Religionsgemeinschaft nicht das Geld aufbringen können/wollen, um ihre Gebäude zu erhalten,
dann werden sie eben abgerissen. Na und? Religion hat wahrscheinlich viel mehr Neurosen hervorgebracht
als sie Menschen geholfen hat.
@ Tacitus: Man kann mich aber auch mißverstehen wollen… Kuba als Paradies? Hab ich nie gesagt. Ich
hab aber gesagt, daß Kuba mit Ländern ähnlichen Hintergrunds gesehen werden muß, also Lateinamerika.
Und da steht Kuba gut da. Tourismus ist eine Haupteinnahmequelle für Devisen. Da gibt’s auch Prostitution,
klar. Und in Deutschland nicht? In Deutschland verdienen 440000 Frauen so ihren Lebensunterhalt. Also
locker bleiben…
@ Tacitus: Das macht mir gar nichts aus. Wie gesagt: Ich kenne Lenin und dessen Zeitgenossen nicht eingehender.
Wenn ich also im Widerspruch zu denen stehen sollte, macht mir das nichts aus. Ich bin ja kein Dogmatiker:
Irgendwelche kommunistischen Größen sind für mich keine Heiligen, deren Schriften für mich keine Bibel.
Mir geht’s um den Gedankenansatz, zu dem ich mir ganz allein meine Gedanken mache. Was soll da eigentlich
bei der Verstaatlichung bzw. Vergesellschaftung von Produktionsmitteln und immensen Vermögenswerten nicht
geklappt haben? Das hat doch sogar ganz wunderbar funktioniert. Auf Kuba z.B. wurden US-amerikanische
Unternehmen eingesackt, Großgrundbesitzer enteignet und das Land umverteilt. Vergleiche mal Kuba mit
historisch-kulturell ähnlichen Staaten Mittel- und Südamerikas: Kuba steht ganz gut da. Absolut kostenfreie
Gesundheitsversorgung, exzellentes Bildungswesen, Internet in jeder Schule, Analphabetenquote bei 0,2 %
(viel besser als bei uns), Schulklassen haben 12 Schüler (nicht 25 wie bei uns), kostenfreies Studium,
höherer Lebensstandard als die meisten Länder Lateinamerikas etc. Und das trotz Sanktionen und dem Wegfall
des Ostblocks.
@ Sulp: Das ist doch totaler Quatsch! Kommunismus will das Privateigentum an Produktionsmitteln abschaffen.
Auch in sozialistischen Ländern (etwa DDR) hatten die Leute doch Privatbesitz, eine eigene Wohnung, eigene
Möbel etc. Oder meinst Du, der Kommunismus will die Leute im Freien übernachten lassen? Keine Sorge:
Ein Haus oder eine Wohnung zur privaten Nutzung bleibt Privatbesitz, auch Dein Auto. Es geht aber darum,
daß z.B. der Gewinn einer Firma den Beschäftigten zugute kommen soll. Die haben den Gewinn schließlich
erarbeitet, und nicht die Aktionäre, die keinen Handschlag gerührt haben. Der Chef kann ruhig etwas
mehr verdienen, aber es muß in Relation bleiben: Kein Chef, kein Vorstand der Welt kann 100 mal mehr
arbeiten als einer seiner Angestellten, so daß er es verdient hätte, auch 100 mal mehr Geld zu bekommen.
Die Anhäufung sagenhafter Vermögenswerte in den Händen weniger (allein die ALDI-Brüder haben je über
15 Milliarden!) kann niemand als sinnvoll bezeichnen. Mit 14,9 Milliarden weniger hätte er nicht ein
einziges Frühstücksei weniger auf dem Tisch. Hat ja schließlich noch 100 Millionen, stürzt also nicht
ins Elend. Das könnte ich jetzt noch fortsetzen. Ich finde, daß man einiges ändern muß.
@ Sulp: Ja, wo bloß? Du hältst es eben mit Augustinus: „Was hat man denn gegen den Krieg?! Etwa, daß
dabei Menschen umkommen, die doch irgendwann einmal sterben müssen?“
@ Pünktchen: Keine vorschnellen Einordnungen bei mir vornehmen! Ich kenne Lenin viel zu wenig, um mich
als Leninist bezeichnen zu können. Kannst mich wieder rausholen aus der Schublade. Galen hat aber den
Krieg -ich schrieb es bereits vorhin- gegen die Sowjetunion „mit Genugtuung“ verfolgt, zusammen mit allen
anderen Bischöfen (Denkschrift des großdeutschen Episkopats am 10.12.1941). Das ist aktive Zustimmung
zu einem Angriffskrieg gewesen. Da beißt die Maus keinen Faden ab. @ Sulp: Oh ja, die obertolle kirchliche
Soziallehre. Die Idee, sich mit sowas zu beschäftigen, kam der Kirche erst, als die Arbeiterschaft sich
in Scharen von der Kirche abwandte und sozialistisch/kommunistisch wurden.Im übrigen ist die von Graf
Pecci alias Leo XIII. verfaßte „Rerum novarum“ stockkonservativ. Ein paar schöne Worte, aber ansonsten:
Alles so lassen, wie es ist. Graf Pecci war kein Freund des „kleinen Mannes“. Auch spätere Päpste -bis
heute-: wunderschöne Worte, aber wenn’s ernst wird: alles so lassen! Bei den Kirchenvätern ist christlicher
Kommunismus häufig anzutreffen. o^/
@ Sulp: Die Kirchengeschichte zeigt deutlich daß die Kirche eigentlich immer auf der Seite der Herrschenden
und Besitzenden stand. Auch im extrem turbokapitalistischen 19. Jh. (und das ist ja nunmal die zeit von
Marx) mit dem ganzen Elend der Arbeiterschaft in der Frühindustrialisierung. Da sollte man nicht so spöttisch
drüber weggehen. Gerade darum hatte die Kirche -kath. und ev.- die Arbeiterschaft doch quasi komplett
verloren! Und heute: Wer ist denn gegen die Befreiungstheologie? Wer wehrt sich denn gegen den extrem
sozialkritischen Ansatz bei Jesus (besonders im Lk-Ev.)? o^/
@ Pünktchen: Also erst einmal darf man nicht Kommunismus oder Marxismus mit Stalinismus verwechseln.
Marx hat an den quasi faschistischen Terror Stalins noch nicht einmal ansatzweise gedacht. Stalismus ist
eine Perversion des Marxismus gewesen. Daß der Marxismus selbstverständlich atheistisch ist, weil Religion
als Teil des Überbaus nur zur Stabilisierung der ausbeutenden Macht-, Besitz- und Produktionsverhältnisse
dient, versteht sich von selbst. Die Kirchengeschichte bestätigt diese These aufs allerschönste. Man
muß nicht Stalinverehrer sein, um einen Krieg gegen die Sowjetunion (der bekanntlich unglaublich viele
Opfer gefordert hat) abzulehnen.
@ ansgar: Ich zumindest liebe Plattenbausiedlungen. Ich bin da regelrecht ein Fan von. Ich kann dieses
abfällige Gerede über moderne Archtekturformen und Baustoffe nicht leiden. Hochhäuser sind die Zukunft
und die Moderne. Die Leute waren doch froh, aus ihren alten, dunklen, vermufften Altbauten aus der Kaiserzeit
mit Toilette auf halber Treppe rauszukommen. Das allerschlimmste sind doch diese Neubaueinfamilienhaus-Spießerghettos
mit Doppelgarage, wo ständig die Rasenmäher, Heckenscheren, Laubbläser und Kantentrimmer im Einsatz
sind. Dazu unglaublicher Flächenverbrauch, architektonisch und städtebaulich belanglos bis furchtbar
etc.
Ja genau! Ich find ihn auch süß. Warum so ein despektierlicher Ton in dem Artikel, nur weil der noch
nicht 18 oder 20 ist? Na und? Ich bin grundsätzlich gegen Idole. Man sollte statt dessen die freie Selbstentfaltung
und Individualität anstreben. Idole sind vorgefertige Charakterhüllen, in die man sich reinzwängt.
Das ist schlecht. Man sollte nicht so werden wollen wie ein anderer, sondern das Eigene herausarbeiten.
O:O
Im wunderschönen spätgotischen Lübeck wird doch die Katharinenkirche (vor der Reformation Franziskanerkirche)
von Pius genutzt. Eine schönere Kirche steht Pius wohl im gesamten dt. Sprachraum nicht zur Verfügung.
Daß Zapatero alles andere als ein braves kath. Schaf ist, dürfte klar sein. Das finde ich ja so gut.
Es ist doch bei diesen Festgottesdiensten häufig nur Heuchelei, wenn die ganzen Promis in der ersten
Reihe sitzen, obwohl sie mit Religion gar nichts am Hut haben. Zapatereo ist eben konsequent. Auch Italien
ist nicht mehr wirklich katholisch. Weil der Papst in Rom residiert, tun die zwar noch manchmal so, als
sei Italien katholisch. Aber Italien ist an sich genauso säkularisiert wie Spanien oder Deutschland.
Finde das historisch beeindruckend, wie schnell diese erzkatholischen Länder in den letzten 100-150 Jahren
entkatholisiert wurden. Zumindest in Spanien hatte es sich die Kirche durch ihre reaktionäre Haltung
zur Sozialpolitik selbst mit einem Großteil der Bevölkerung verscherzt. Selbst schuld.
@ Sulp: Du wärst bestimmt auch ein guter Feldprediger geworden und hättest die Soldaten so richtig scharf
gemacht auf den Kampf gegen den bösen Feind, die Kommunisten und ihre Politkommissare, die eine gewisse
Sonderbehandlung verdient hätten.
Ranke-Heinemann hat vollkommen recht! Da verbeißt sich einer in das fälschlich Galen zugeschriebene
Zitat, ohne die eigentliche Intention ihres Artikels zu berücksichtigen. Sie gesteht ja zu, daß sie
sich offensichtlich auf eine Quelle gestützt hat, die dieses Zitat der Kirchenzeitung Galen zuschreibt.
Da wir das Thema ja neulich schon hatte: Das ändert ja nichts an der Begeisterung Galens für den Zweiten
WK und insbesondere für den Angriff auf die Sowjetunion. Letzterer wurde vom gesamten großdeutschen
Episkopat in einer Erklärung „mit besonderer Genugtuung“ wahrgenommen. Und darum geht’s doch v.a.: Krieg
gegen Kommunismus und gegen die Sowjetunion ist eine feine Sache gewesen in den Augen Galens.
Kath. Triumphalismus ist da fehl am Platz! Die Entwicklung wird die kath. Kirche genau so treffen. Das
sieht man doch in den Statistiken der letzten 30 bis 40 Jahre. Vor 30 Jahren gab es 29,5 Mio Kath. (alte
BRD), heute noch 26 Mio wiedervereinigte Katholiken. Der einzige Unterschied zu Protestanten: Bei den
älteren Katholiken ist noch eine stärkere Kirchenbindung vorhanden. Bei den jüngeren Katholiken -den
nachkonziliaren- ist man mit einem Kirchenaustritt aber genau so schnell bei der Hand wie die Protestanten
(die ja sowieso keinen Mittler zwischen Gott und sich selbst brauchen). Dazu kommt noch, daß es bald
quasi nur eine Handvoll Priester pro Bistum geben wird, gerade wenn die starken Weihejahrgänge der 50/60er
Jahre in Pension gehen, was ja schon läuft. Vor paar Jahren war Kath. Kirche größte Konfession, heute
die Konfessionsfreien. Also: Da könnte man auch sagen, daß nicht nur auf den Protestanten, sondern
auch auf der Kath. Kirche kein Segen liegt.
Aloah erzählt nur noch Quatsch! Das hat hier mittlerweile jeder mitgekriegt. Nur mal eben ne pseudolustige
Kurzbeschimpfung gegen argumentierende Forenteilnehmer und das war’s dann auch. Diese traurige Gestalt
werde ich gar nicht mehr zur Kenntnis nehmen. Wäre zuviel der Ehre.
@ Rituale: Da haben die hübschen Gewänder und die ganzen anderen Insignien der beanspruchten Macht und
hierarchischer Autorität aber ordentlich Spuren hinterlassen, was? Tja, es gibt es eben Leute, die sehnen
sich nach Autorität und nach Leuten, die Autorität verkörpern. Wozu braucht man das?
Ratze hat also auch dieses typische Modernisten-Gesicht… Tja, so kann man sich in Menschen irren…Wenn
die Pius-Bischöfe ganz normale Klamotten trügen, würden die genauso normal wie alle anderen aussehen.
Einen Nimbus konnte ich zumindest nicht entdecken. Mallerias scheint’s mit der Askese etwas zu übertreiben.
@ Ghislieri: Priester als „Stand“: Das klingt irgendwie hierarchisch-autoritär. Vorsintflutlich. @ Marcel:
Jesus und seine Schüler liefen in Deinen Augen wohl auch ziemlich „würdelos“ rum. So dicke Kohle hatten
die nämlich nicht, um Purpurgewänder zu kaufen. @ Sulpi: Kleidung aus Beamtenkleidung der Römer heraus
entwickelt: Fehlt ja nur noch, daß die „Fasces“ (die Rutenbündel als Zeichen der Amtsvollmacht) von
Liktoren vor den Bischöfen hergetragen werden. Dann wäre der Klerikalfaschismus auch offiziell zugegeben.
@ Tridentinus: Ich habe mich über die Pontifikalhandschühchen lustiggemacht. Zur Physiognomie des Bischofs
hab ich mich nicht geäußert (war ja kaum was erkennbar unter dem ganzen Zeugs).
Ach deswegen wollte „Tridentinus“ neulich daß ich mal ein Foto von mir reinstelle. Weil arrogant-selbstgerechte
Tradis in der Lage sind, an der Physiognomie eines Menschen auf seinen Glauben, seinen Charakter, Intelligenz
und evtl. Bekehrungsnotwenidgkeit schließen zu können! Und das mit 100%iger Sicherheit. Das gesicht
paßt sich eben immer der jeweiligen Meinung, die man vertritt. ?:) Ich bin tief beeindruckt…
@ Aloah: Lebst Du hinter’m Mond?! „Mach et, Ratze!“ war die offizielle Zustimmung von Stefan Raab (PRO
7, TV Total; nein, seh ich mir eigentlich nicht an, aber das hab ich mitgekriegt) zur Papstwahl. Viele
viele T-Shirts wurden mit diesem Spruch bedruckt. Vorne: „Mach et Ratze!“ Hinten: „Benedikt XVI.“ Vetrieben
als „Rriginal-Ratze-Fummel“ von PRO 7. Hab da 2 T-Shirts von.
Mir ist nicht ganz klar was der Ort, an dem eine Beleidigung geäußert wird, damit zu tun hat. Das ist
doch totaler Quatsch. Ob ich jemanden auf seinem Grundstück oder woanders beleidige, ist ja wohl sowas
von unerheblich… Das BVG begehe schwere Formfehler…na klar…sind ja alles gescheiterte Jurastudenten
da… Schlechter Verlierer!
Je oller, desto doller! Der haut noch mal richtig auf die Pauke! Find’s irgendwie lustig. @ Ottaviani:
Von dem Thuc hab ich auch schon gehört; der ist aber nicht im Vatikan, sondern in den USA gestorben,
noch dazu in recht hohem Alter (laut Wikipedia). Im Gegensatz zu Thuc ist der Milingo doch total „harmlos“,
weil er keine Bischofsweihen vornimmt, sondern einfach nur etwas Spaß haben will. Goethe: „Das Ewig-Weibliche /
zieht uns hinan.“
@ Aloah hee: Du immer mit Deiner „Kultur des Todes“! Sieh Dich doch mal um in der Intensivmedizin oder
in Altersheimen: Das ist meines Erachtens häufig eine Kultur des Todes, wie man alte Menschen einfach
nicht sterben lassen will, einfach der Natur ihren Lauf lassen will, sondern einfach das Leben verlängert,
obwohl von Leben nur noch in einem vegetativen Sinn (bestenfalls) gesprochen werden kann. Hör mir auf
mit Deiner „Kultur des Todes“. Für viele viele Menschen ist der Tod eine Erlösung.
@ legesetc: Ähhhm… wovon redest Du jetzt eigentlich? Ich habe a) gar nicht über Wenzel gesprochen
b) mir nicht das gesamte Buch der bisherigen Einträge durchgelesen c) mich nur an die Genannten gewendet
d) als Geschichtsstudent noch nie was -in aktueller Lehre- von 9 Millionen gehört, sondern von 50000-100000
Toten, wobei natürlich immer ein Unsicherheitsfaktor bleibt. Also was willst Du mir jetzt sagen? ?:)
Daß Ratze jetzt dieses Institut besucht hängt doch einfach damit zusammen, daß Ratze Ahnung hat von
Musik (spielt ja Klavier), während JP II von Tuten und Blasen keine Ahnung hatte…
@ Ansgar: Es gibt Leute, die das aber genau so meinen wie Schmidt. Und in gewisser Weise ist das sogar
konsequent, weil so alles „irgendeinen Sinn“ bekommt. Wie sonst sollte ein Christ den Tsunami vor einem
Jahr mit 200000 Toten (genaue Zahl weiß ich nicht mehr) erklären? Da bleibt doch nur noch die Zuflucht
zu dieser Straftheorie oder Warntheorie oder wie auch immer. Denn entweder ist der Gott nicht vollkommen
gut (sonst würde er sowas verhindern), oder er ist nicht allmächtig (dann ist er eine ziemlich traurige
Gestalt und vollkommen überflüssig). Die alte Theodizee-Zwickmühle.
@ Uwe Schmidt: Dann hat der Gott aber vergessen auch Rio de Janeiro vorzuwarnen: Da waren vor paar Wochen
3 Millionen Menschen auf dem CSD. Daß Dutzende Menschen -vielleicht alles fromme Tradis- von Eurem Gott
mal eben so aus dem Leben gerissen werden, weil paar Leute da die Hüllen fallen lassen wollen, ist an
Primitivität ja kaum zu überbieten. Was für ein archaischer Aberglaube, der sich sagt: Den Guten geht’s
gut, den Bösen schlecht (wobei nicht feststeht, wozu die Toten in der U-Bahn gehören; vielleicht wollten
die alle dem Papst zujubeln). Schon mal bei Hiob reingeguckt? Oder Kohelet, der nicht erkennen konnte,
daß es den Guten unbedingt besser, den Schlechten unbedingt schlechter ergeht, sondern manchmal sogar
andersrum? Die Menschen in der U-Bahn sind für Dich doch nur Nummern, Statisten in einem göttlich-dämonischen
Schaupiel, einem Welttheater. Das ist sehr abstoßend.
Mensch, jetzt beißt Euch doch nicht so leidenschaftlich in den überhöhten Opferzahlen eines veralteten
Forschungsstandes fest. Das ist doch schon längst alles bekannt. „Es gibt nichts Neues unter der Sonne.“
(Koh 1,9) Das ändert doch alles gar nichts an der jahrhundertelang praktizierten Praxis des Fanatismus,
der Dummheit, des primitivsten Aberglaubens und Menschenverachtung. Das ist peinlich für die Kirche,
und wird’s auch immer bleiben.
Bernado, ich setze mich doch über gar nichts hinweg. Ich weiß natürlich, daß der Tridentiner Ritus
-wenn auch spärlich – im Gebrauch ist. Allerdings sollte man seinen Einsatz für diesen Ritus nicht mit
sekundären Kleinigkeiten belasten. Was Ratzinger in seiner Privatkapelle macht, weiß ich natürlich
so wenig wie Du. Aber falls er den Alten Ritus verwendet – wobei ich mich frage, warum er das machen sollte –
wird er bei einer Privatmesse ohne repräsentativen Charakter kaum volles Geschütz auffahren. So’n Typ
ist Ratze nicht.
Der Papst wird schon nicht tot umfallen wenn er mal paar Menschen in ihrer ganzen Pracht zu sehen bekommt.
Zumindest theoretisch sollte er ja wissen, wie sowas aussieht, nämlich durch die schöne, freizügige
Renaissancekunst im Vatikan (in Kirchen!!!!! wo das allerheiligste Meßopfer dargebracht wird!!!!!)
Och, Bernado: Wenn wir uns hier auf solche Spitzfindigkeiten konzentrieren, kommen wir hier nie zu was.
Darum geht’s doch: Im modernisierten Ritus wird dieser Ausdruck einer vorsintflutlichen Mentalität offensichtlich
nicht mehr benutzt. Und wenn ich mich recht erinnere, war Ratze 1999 noch nicht Papst, oder? Und Ratze
feiert ja geradezu tääääglich die Alte Messe…
Spanien ist so unglaublich fortschrittlich geworden in letzter Zeit, sogar noch viel mehr als Deutschland.
Weiter so! Tiara: Das anachronistische Ungetüm hatte doch schon Paul VI. abgelegt, und Ratze hat die
Tiara ja sogar gar nicht mehr in sein päpstl. Wappen aufnehmen lassen. Die Tiara ist also im Orkus der
Geschichte verschwunden. Also wär’s lächerlich, dieser Statue so’n Teil aufzusetzen. Natürlich gibt
es keinen stichhaltigen Beweis dafür, daß Petrus jemals in Rom war. Vielleicht war er’s, aber wohl eher
nicht. Und Papst war er auf gar keinen Fall. Da genügt sogar ein oberflächlicher Blick in die Kirchengeschichte.
Daß Mt 16,18f. natürlich nie von Jesus gesprochen worden ist, sagt die komplette moderne Exegese.
Nicht mal der Papst trägt noch diese lustigen Pontifikalhandschühchen, aber so’n kleiner Wald-und-Wiesen-Bischof
mit paar Leuten unter sich läßt den dicken Macker raushängen… Das ist schon erheiternd. Das ist
natürlich nicht alles nur zur Ehre des Gottes, sondern auch ganz eigennützig. Man findet’s schön sakral-mystisch,
der Bischof kommt sich gleich doppelt so wichtig vor und die Tradis freuen sich, daß da endlich mal jemand
auch nach außen hin deutlich macht, daß er mental noch im 17. Jh. lebt. o^/
Hmmm, und worin genau besteht da nun die Häresie? Darin, daß der Gott keine Freude hat am Leiden der
Seelen in der Hölle? Oder daß der Gott nicht ohne Hölle auskommen könnte? Allerdings bekomme ich an
diesem ausschließlich so grundgütigen Gott meine Zweifel, wenn ich seine Völkermordbefehle lese…(Dtn
20,10-18, als ein Bsp. v. vielen). Besonders putzig: Direkt nach der befohlenen Ausrottung von sechs Völkern
kommt die Mahnung, den Baumbestand zu schonen… Diesem eifernden jüd. Nationalgott traue ich sehr wohl
Freude am Leid anderer zu. Na ja, ist ja egal, schließlich ist er nichts weiter als die personifizierte
Arroganz von einigen damals völlig unbedeutenden Nomadenstämmen, die einfach mal ihre Allmachtsphantasien
ausleben wollten. o^/
@ Malachias: Möglicherweise ja auch Jesus höchstselbst. Denn schließlich soll sein Beruf ja weniger
„Zimmermann“ gewesen sein, sondern viel mehr „Bauhandwerker“ (das griechische Wort im NT legt wohl eher
diesen Sinn nahe). Da tun sich ja ganz neue Welten auf…
Hihihi, Perpetua, *lach* könnte es vielleicht ein ganz klitzekleines Bißchen sein, daß Du ganz unwesentlich
an diesem von Dir in jedem Beitrag angeführten Buchverlag beteiligt bist? Wer hätte gedacht, daß es
noch dogmatisch-verbohrtere Typen gibt als die Tradis… Demnächst kommt einer und sagt, daß eigentlich
schon Gregor der Große Freimaurer war.
Wenn ich schon diese bischöflichen Handschuhe sehe, diesen ganzen Protz und Prunk etc.: Dann muß ich
einfach spöttisch schmunzeln über diese absolutistische Hofstaat-Mode, diese Kult-Geilheit, diese Hierarchiebetonung
etc. Aber den Tradis geht da bestimmt einer a…(na, wie sag ich’s anders…), die Tradis hier können
sich daran bestimmt gar nicht sattsehen.
Siehst Du, Perpetua, genau das meine ich! Für Dich muß alles 100%ig „reine Lehre“ und „reine Lebensführung“
sein. Die Lage ist aber anders. Und wenn dann jemand in Schwierigkeiten kommt (ungewollte, ungeplante
Schwangerschaft), hast Du nichts Besseres zu tun, als die „reine Lehre“ zu verkünden und die Betroffene
einfach hängenzulassen. „Soll die doch sehen, wie sie klarkommt, hätte sie sich richtig verhalten, wär’s
nicht soweit gekommen!“ Das finde ich sehr unsympathisch, vorsichtig ausgedrückt. Synagoge: Jesus zumindest
ist häufig in die Synagoge gegangen, seine Schüler natürlich auch. Erst um 100 herum wurden die Christen
aus der Synagoge ausgeschlossen.
@ Sünder: Ich halte es mehr mit Kohelet, meinem Lieblingsbuch der Bibel. Einfach deshalb, weil dort keine
göttliche Offenbarung behauptet wird, sondern der Autor ganz aus sich heraus als Philosoph spricht. Kohelets
skeptisch-relativierenden, fast schon nihilistischen Denkansatz würde ich Dir mal empfehlen. Es ist einfach
unglaublich „modern“. !:) Und da steht letztendlich, daß das Diesseits zwar irgendwie sinnlos („Windhauch“),
aber trotzdem eine gute Sache ist, danach kommt die dunkle Unterwelt. „Da pries ich die Freude; denn es
gibt für den Menschen kein Glück unter der Sonne, es sei denn, er ißt und trinkt und freut sich.“ (Koh
7,15) O:O Das klingt doch schon viel weltfreundlicher…
@ Gotthard: Ich meine ja auch Ratzes Buch. Da wird immer so viel von gesprochen, daß ich da mal reinblättern
will. Dieses andere Buch reizt mich schon deshalb nicht, weil Perpetua es so eifernd empfiehlt.
@ Perpetua: Ich merke schon: Du bist die Höllen- und Teufelsspezialistin… Donum Vitae macht es sich
eben nicht so leicht wie die Fundis. Den Fundis hier geht’s um klare Abgrenzung, das Deutlichmachen eines
Prinzips. Ist ja auch sehr schön, aber damit ist absolut niemandem geholfen. Aber Hauptsache, die reine
Lehre wird hochgehalten. Was mit einem konkreten Menschen in einer konkreten schwierigen Lage wird: mir
doch egal… Ansonsten bestätigt der Artikel meine Meinung, daß die kath. Kirche in Deutschland sich
von Rom nicht mehr reinreden läßt. Wenn da einer versuchen würde, „hart durchzugreifen“, würde der
ganze Laden den Bischöfen um die Ohren fliegen. Also hört auf, immer nach Rom zu gucken, ob von da die
Hilfe naht.
Ich klopfe Thissen auf die Schulter! Mir gefällt das. Nicht so verbohrt. Der hat keine ängstliche Frömmigkeit
wie so viele hier. Da ich mich in HH ganz gut auskenne: Warum hat das Denkmalamt nicht verboten, daß
die ev. Petrikirche (direkt neben dem Rathaus) lange Zeit als Werbefläche benutzt wurde? Da hingen große
Werbetransparente vor der Fassade, damit die Gemeinde Geld für Renovierungen bekommt. Ob das immer noch
so ist, weiß ich nicht. Aber diese Installation zwischen den beiden Türmen: Das wäre seeeehr gut gewesen!
Perpetua: Kann es sein daß Du eine extrem autoritäre Persönlichkeitsstruktur hast? Man glaubt es kaum,
wie ein Mensch in solchem Maße sich an Dogmen und Canones festhalten kann. Wahrscheinlich hämmesrt Du
Dir jeden Tag sämtliche Dogmen paar mal am Tag rein. Bloß keine Unsicherheit aufkommen lassen. Hast
Du denn selbst schon Ratzes Buch gelesen und kommst Du zu denselben Schlußfolgerungen wie diese Professoren
(oder was auch immer)? Ich zumindest werde mal in dieses Buch reingucken, hatte ich ohnehin schon lange
vor.
@ Gottlieb: Offensichtlich hat dieses tolle valide Koordnatensystem nicht ausgereicht, um explizit religiöse
Menschen davon abzuhalten, Verbrechen zu begehen, sei es als „Privatstraftat“, sei es als Verbrechen „im
Namen Gottes“. Denk doch nicht so klein von der Möglichkeit eines ethischen Verhaltens ganz ohne religiösen
Bezug. Auf jeden Fall: Religion schützt nicht vor Verbrechen. Es liegt doch alles bei einem selbst:
Ich halte soziales Miteinander für sinnvoll. Also handel ich so. Wozu brauche ich einen religiösen Bezug?
Damit mir einer mit der Hölle droht? Das wäre aber ein sehr armseliges Verhalten: Ethik aus Angst…halte
ich geradezu für unmoralisch.
Werde natürlich weiterhin duzen weil das in jedem anderen Forum auch üblich ist. Wir sitzen hier alle
mehr oder minder anonym hinter unseren Rechnern: Da bleibt die wünschenswerte Distanz ja wohl ausreichend
gewahrt. @ Jörg: Nicht verwechseln: 1) Es gibt Atheisten, die Verbrechen begehen. 2) Das heißt nicht,
daß sie es tun, weil sie Atheisten sind. Es wurden und werden aber viele Verbrechen begangen ausdrücklich
im Namen Gottesoder einer bestimmten Religion. Das ist der große Unterschied. Mir ist völlig klar,
daß für religiöse Menschen mit ihrer autoritären Persönlichkeitsstruktur es nicht vorstellbar ist,
daß man ohne religiös-absolute Vorschriften (bei Nichtbefolgung droht Strafe und Hölle) nicht in die
„moralische Verkommenheit“ abgleitet. Weil bewußte Atheisten aber meist eine vernunftgemäße Ethik entwickeln
und meist humanistisch ausgerichtet sind, sind diese mir viel lieber als v.a. Monotheisten, bei denen
militante Intoleranz gerdezu der Kern ihrer Religion ist und sein muß („Keine anderen Götter neben mir!!!!“).
Habe bislang noch nicht festgestellt, daß explizit religiöse Menschen moralisch irgendwie überlegener
wären.
@ DDl und Isis: Danke für die lustigen Beiträge! Damit habt Ihr sichergestellt, daß ich gleich nach
dem seligen Ausschlafen wirklich herzlich und glucksend gelacht habe. @ Beobachterin: Genau! Heteros
brauchen keine Kondome, weil die kraft göttlicher Verfügung niemals HIV bekommen können, schon gar
nicht, wenn sie brav Hetreo-Sex zwecks Fortpflanzung betreiben. Um Dir mal etwas die Augen zu öffnen:
Außerhalb der westlichen Welt ist HIV eine absolute Heteroseuche. Die allermeisten Infizierten und Todesopfer
sind außerhalb der westlichen Welt zu beklagen. de.wikipedia.org/wiki/Aids_in_Afrika Mag Gott keine Heteros
mehr? „Immer wieder finde ich die Ansicht, stärker als der Tod sei die Frau. Denn: … Wem Gott wohlwill,
der kann sich vor ihr retten, wessen Leben verfehlt ist, wird von ihr eingefangen.“ (Koh 7, 26)
@ Frater Gottlieb: Wie kommst Du eigentlich darauf daß ich homosexuell bin? Nicht, daß es mich stören
würde, von Dir so bezeichnet zu werden (wenn da nicht dieser „diskret-unterschwellige“ abwertende Ton
mit verbunden wäre). Da ich aber nicht wüßte, mich so dargestellt so haben, läßt das auf Deine Assoziationsketten
schließen. „Der ist nicht gegen Gays, also ist er selbst einer!“ Heilige Einfalt… Germanisch-neuheidnische
Gruppierungen haben übrigens noch viel mehr Kinder als die Tradis. Ich sehe also einer Zukunft entgegen,
in der Wotan, Donar und Ziu wieder zu ihrem recht kommen!
Was denn jetzt? Der Artikel findet es also schlecht, daß immer mehr Gays keine Kondome mehr benutzen?
Diese Kritik ist absolut zustimmungsfähig! Ich dachte immer, sonst wird das hier total abgelehnt. kreuz.net
ist lernfähig. Juchuhh! Ansonsten ist der Artikel natürlich grottenschlecht.
Seid nicht so kleingläubig, glaubt mir! @ Frater Gottlieb: Ein Tradi, der den Islamofaschismus herbeisehnt,
damit hier mal wieder „Zucht und Ordnung“ herrscht. Wenn schon der eigene Kirchenfaschismus im Orkus der
Geschichte verschwunden ist, sollen’s wenigstens die Moslems richten. Da blüht ja richtig der interreligiöse
Dialog! Keine Sorge: Es gibt in Deutschland etwa 3,5 Millionen Moslems. Von denen ist die Mehrheit religiös
das, was bei Kirchens „Taufscheinchrist“ genannt wird. 3,5 Mio Menschen: Wann sollen die denn das Sagen
haben hier?! Selbst wenn doch: Die zu 99% islamische Türkei hat sämtliche Gesetze gegen Homosexualität
abgeschafft. Und Atheist darf man da auch sein. Mal etwas gegoogelt und folgenden Link dazu gefunden,
der auch bestätigt, daß Homosexualität im Islam sehr häufig ist. Keine Sorge, nur Text. www.turkishgay.de/…ws/0000009391118d821/
@ Guttenberger: Ob ein primitiver Islamofaschist Europa wegen seines Atheismus’ und seiner „moralischen
Verkommenheit“ verachtet oder nicht ernst nimmt, ist mir sowas von unglaublich und unsagbar Wumpe… O:O
Verbrechen im Namen des Atheismus? Wie soll das denn gehen. Atheismus impliziert doch keine bestimmte
Ethik oder Politik (die kann sich jeder selbst entwickeln), sondern nur, daß der ganze Religionsquatsch
abgelehnt wird.
@ Ansgar: Jesus hatte ja auch dieses furchtbar weinerliche Mitgefühl, nicht wahr? Mir fällt auf, daß
hier v.a. Härte und Starrheit vorherrschen, während Liebe und Mitgefühl irgendwie als peinlich und
schwächlich diskreditiert werden sollen. wovor habt Ihr Schiß? Was Basilius der Große gesagt hat,
ist nur konsequent und leitet sich direkt aus den Worten Jesu ab. Die Christen sind aber natürlich unglaublich
verspießbürgerlicht und lassen diese soziale Radikalität Jesu nicht mehr zu, sondern biegen mit irgendwelchen
lächerlichen Kunstgriffen diese Gedanken und Worte irgendwie um. Gutes Beispiel: „…keiner von Euch
kann mein Jünger sein, wenn er nicht auf seinen ganzen Besitz verzichtet.“ Lk 14,33 Oder Lk 14, 12-14:
Arme und Kranke bei sich einladen, die nicht zurück-einladen können. etc.etc. Na, wer von Euch Ober-Katholen
hält sich daran? Ich weiß, alles aus dem Zusammenhang gerissen… Ich hab nicht behauptet, daß der
Papst allein alle Not der Welt beseitigen kann. Aber mittlerweile hat er ja auch schon Ferraris und viele
andere Autos von den Firmen geschenkt bekommen. Da könnte er schon hier und da was tun. Gilt für die
ganze Kirche. o^/
Immer locker bleiben! Daß 60% aller „Übergriffe“ auf Gays durch Leute ausländisch-islamischer Herkunft
stattfinden hat nicht allzu viel zu bedeuten. 1) In dieser Gruppe (gerade Jugendliche) sind ganz allgemein
viel höhere Raten an Körperverletzung und anderen Straftaten vertreten. Daß das einen sozialen Hintergrund
hat, dürfte klar sein. 2) Daß im Islam bzw. in einigen Kulturen, die auch gleichzeitig islamisch sind,
ausgeprägte, archaische Macho-Unkultur vorherrscht, dürfte auch klar sein. Daher schließlich auch „Ehrenmorde“,
Zwangsverheiratung und eben auch Intoleranz gegen Gays. Homosexuelle Subkultur hat es übrigens im Islam
immer gegeben. Alles die übliche Heuchelei, genauso wie im Christentum. Die Erziehung, die Religion
und die Gesellschaft kann noch so viel auf Hetero erziehen: Es gab und gibt immer Homosexuelle. Frage
also: Wie damit umgehen? Ängstlich, ablehnend und verkrampft oder freiheitlich? ?:) Alternative Islam-Katholizismus:
Oh ihr Götter, weder noch!!! Pest oder Cholera? Beides nicht. Atheismus und Humanismus ist die Lösung!
o^/
@ Sozialkath: Jeder Bibelvers ist notgedrungen aus dem Zusammenhang des Textes gerissen. Ich wüßte nicht,
wie sich das vermeiden läßt. Um den Zusammenhang selbständig zu überprüfen, hab ich ja die genaue
Stelle angegeben. mehr kann ich nicht tun. Großfamilien damals glücklich oder auch nicht: Möchtest
Du heute so leben? Gibt es überhaupt eine Zeit, in der Du lieber leben würdest als in der heutigen,
mit allem Drun und Dran? Ich zumindest nicht. @ Abu: Am Abgrund: Das deutsche Volk hat 80 Millionen Leute
(ösis und Dt-Schweizer mal ausgelassen). Sooo schnell sterben wir nicht aus. Bei der reichsgründung
1871 hatten wir gerade mal 41 Millionen Leute. Und die Dänen haben es nie über mehr als 5,5 Millionen
gebracht. Also mal keine Panikmache. Wie sich die Leute in fünf oder sechs Generationen verhalten, kann
niemand voraussehen.
@ sozialkatholisch: Ich nehme mal an daß damit – auch im Kontext – eine bestimmt Haltung kritisiert wird.
Nämlich das ewige Hängen am Althergebrachten; das Hängen am Spruch „Damals war alles besser“; diesen
Spruch bringt nachweislich jede Generation hervor. Schon seit tausenden von Jahren wird die Klage vorgebracht
(in Antike, Mittelalter, Neuzeit), alles würde nur noch bergab gehen etc., Und wenn man sich das mal
vor Augen hält, sieht man: Alles Quatsch. Es stimmt nicht. Das ist eine nostalgische, vergangenheitsverklärende
Einstellung, die Probleme hat mit der Gegenwart. Diese negative Gegenwartseinstellung frustriert nur und
läßt das Gute, den Fortschritt nicht wahrnehmen. Kann man bei den Tradis hier feststellen. Auch die
Architektur war damals besser, eigentlich alles. Lächerlich. Was meinst Du, wie toll das war vor 100
Jahren, wenn sich eine 8köpfige Familie in einer 60qm-Wohnung im fünften Innenhof einer Berliner Mietskaserne
gedrängt hat…Aber wenigstens sind sie gut kath. erzogen worden und hatten noch die Alte Messe… Wenn
ich so falsch liege und Du das „wahre“ Bibelverständnis hast, laß mich bitte an deinem Wissen teilhaben.
Katholiken werden sowieso immer weniger einfach weil der Glaube verdunstet. Das geht auch ganz ohne Moslems.
Auch die Moslems werden mit der Zeit in etwa so viele Kinder haben wie die alteingesessenen Europäer.
Die ändern nämlich auch ihre Verhaltensweisen, wenn sie hier längere Zeit leben. Das kann man schon
jetzt beobachten. Auch bei den Türken hier geht der Trend zur Ein- oder Zwei-Kind-Familie. „Doch frag
nicht: Wie kommt es, daß die früheren Zeiten besser waren als unsere? Denn deine Frage zeugt nicht von
Wissen.“ (Koh 7,10)
Die Protestanten sind in einer komfortablen Position! Die haben nämlich noch 1-2 Pfarrer pro Pfarrei,
und jetzt müssen die Sehr-ordentlich-Verdiener (mehr als viele der Schäfchen verdienen) eben mal paar
Euronen abzwacken. Na und? Die kath. Kirche hat bald kaum noch jemanden, den sie besolden kann… @ Atha:
Menschen mit autoritärer Persönlichkeitsstruktur, die sich nach festen Richtlinien und einem sicheren
Glaubensgebäude sehnen, gibt’s eben nicht nur bei den dt. Tradis…
Der Papst kriegt ein dickes Auto geschenkt und viele Millionen Katholiken leben im tiefsten Elend. Die
Kirche sollte sich was schämen. „Wer seinen nächsten liebt wie sich selbst, besitzt auch nicht mehr
als der Nächste!“ (Basilius d. Große). Der gute alte, tägliche und wirklich erfreuliche Homo-Artikel
(inhaltlich): Auch Tschechien hat einen weiteren Schritt Richtung gesellschaftspolitischen Fortschritt
gemacht! Bravo! @ Guntram: Da wird nichts gemordet, schon gar keine Seele. Wieviele Psychen wurden geschädigt
durch Unterdrückung ihrer homosexuellen Neigung? In der Kirchengeschichte wahrscheinlich unzählige.
Das ist ein Verbrechen. Der Mensch kommt sexuell nach allen Seiten offen zur Welt (was Du ja auch so siehst,
sonst hättest Du ja nicht so’n Schiß vor „Homo-Beeinflussung“), nur Leute wie Du wollen die Menschen
auf eine bestimmte Linie zwangsfestlegen. Die Zeiten sind zum Glück vorbei!
@ Atha: Im Detail weiß ich das natürlich nicht aber er wird ja nicht zum Spaß Katholik geworden sein.
Ich weiß aber, daß er mit seiner Familie schon in luth. Zeit den Rosenkranz gebetet hat und sich keineswegs
als Vorreiter für die Abschaffung des Zölibats sieht. Konvertiten sind doch meist ziemlich „auf Linie“.
@ Liebe Homophobe! Die Gays machen was sie wollen, die vögeln rum, soviel und sooft sie wollen und Ihr
könnt daran überhaupt nichts ändern. Die lassen sich verpartnern und kämpfen für noch mehr Rechte.
Und lassen sich von Euch nicht aufhalten. Die lachen über Euch und halten Euch für latent Homosexuelle,
die wegen religiöser Vorschriften ihre Homosexualität verdrängen (was psychisch extrem belastend ist)
und eigentlich ziemlich arme Schweine sind (was wohl auch stimmt). Außerhalb der westlichen Welt ist
HIV ganz klar eine Heteroseuche, die schon ganze Landstriche quasi entvölkert hat (besonders in Schwarzafrika).
Anstatt sich jetzt darüber zu freuen, daß bestimmte Bevölkerungsgruppen von HIV betroffen sind, sollte
man noch mehr aufklären und Kondome quasi zur Pflicht machen.
Im Erzbistum Hamburg ist vor kurzem auch ein ev. Pastor (verheiratet mit Kindern) konvertiert und jetzt
kath. Priester, aber „ganz normale“ Kirche. Das passiert nun wirklich häufiger. Da braucht wohl keiner
eifersüchtig zu sein auf diesen einen Schweden…
@ Romulus: Hast kein Plätzchen übrig für Jesus? Ach so, ja natürlich, in der Eucharistie natürlich.
Da redet er wenigstens nicht von Ethik und so, sondern ist nur stummes Objekt der Anbetung. Ist ja viel
praktischer. Wenigstens die Evangelien hättest Du noch aufführen können (aber nur die echten Jesusworte-
und taten, versteht sich, nicht das, was man Jesus in den Mund gelegt hat).
Ach Du meine Güte! Das tägliche Homo-Thema, gewohnt sachlich aufbereitet. Homosexualität scheint ja
eine besondere Faszination auf den gemeinen Tradi auszuüben…
Homosexualität im Mittelalter mal so allgemein: Es gibt ein schönes Gedicht eines Klerikers aus Verona
im 9.Jh., an einen Jugendlichen, den ein Nebenbuhler ihm entführt hatte. Baudri v. Borgeuil, später
Erzbischof (um 1100), schreibt, daß er Liebesverse sowohl an Mädchen und Jungen geschickt habe. Marbod,
später Erzbischof v. Rennes (um 1100), schreibt, daß er mit beiden Geschlechtern intim war. Alles in
schönen lat. Versen. Die Reihe ließe sich fortsetzen. Zu dieser Zeit war gerade im hohen Klerus eine
große erotische Unbefangenheit anzutreffen. Homosexualität war zwar irgendwie Sünde, aber auch wieder
irgendwie geschützt durch die antike Kultur und Mythologie. Schon der im Mittelalter hochverehrte Ovid
hatte ja geschrieben: „Sei’s ein Knabe, sei’s ein langhaariges Mädchen“
@ Richard, den latenten Gay?: Keine Angst, lieber Richi, das ist für mich nichts Schlimmes! Dein extrem
starkes Abwehrverhalten gegen Gays deutet darauf hin, daß Du eigene Homo- oder Bisexualität verdrängst
und dann auf andere projizierst und bei denen dann um so heftiger bekämpfst. Verdrängung und Projektion
also. Dann muß zwar nicht zwingend so sein, ist aber naheliegend. Na komm, Richi, laß es raus! Ich
hab übrigens mit CSDs oder so gar nichts weiter zu tun. Ich wüßte auch nicht, daß ich mich hier als
homosexuell dargestellt hätte. Aber wer vernünftig über Gays denkt, muß natürlich auch einer dieser
Homo-Biester und Autobahnfic…(wie war das? kenn ich noch gar nicht) sein… o^/
@ zwobbel: Auf den absolut göttlich-kanonischen Deschner lasse ich aber nichts kommen, Du Ungläubiger!
Deschner ist für Euch natürlich Haßobjekt Nr. 1, klare Sache. Wer weiß, wievielen Menschen Deschner
schon die Augengeöffnet hat durch seine herrliche Bissigkeit, die wunderbar mit seiner geballten Zusammenfassung
der historisch-kritischen Theologie harmoniert! Ich persönlich bin Deschner zutiefst dankbar für sein
„Abermals krähte der Hahn“, oder „Oben ohne – Für einen götterlosen Himmel und eine priesterfreie Welt“.
Ich komme ins Schwärmen…
@ Poseidon: Süß von Dir daß Du mich unterstützst. Manchmal ist es echt unglaublich, wie hier viele
das „Opfer der Vernunft“ bringen (hatte ja schon Paulus gefordert; oder noch besser Tertullian: Credo
quia absurdum, ich glaube, weil es widersinnig ist) Tertullian ist zumindest in seinem zweiten Satzteil
voll zuzustimmen. @ alle: Jetzt werfen wir uns eben alle Faschismus vor. Für mich ist es tröstlich,
daß das Christentum in Europa und natürlich auch besonders in Deutschland so richtig schön am Verdunsten
ist. Die Religionsfreien sind in Deutschland in der relativen Mehrheit seit wenigen Jahren! Wenn das
so weitergeht, müssen die Tradis hier um Minderheitenrechte betteln und dürfen froh sein, wenn sie ihre
Tradi-Prides durchführen dürfen…
Da speit ja einer schon richtig Geifer!! Boahh, was bin ich froh, daß Fanatiker wie Du nur noch in Wunschträumen
ihre Allmachtsphantasien und Allverbrennungs- und Abschlachtungsphantasien von allem, was nicht fanatisch-katholisch
ist, ausleben können! Du mußt ja ganz schön frustriert sein. Kommt wahrscheinlich von der unterdrückten
Sexualität. Kann man was gegen tun. P.S.: „geballte Macht der Gläubigen! wo sind die denn alle?
#47 Babylon † 19:47:42 | Donnerstag, 29. Juni 2006
Jetzt wird’s aber inkonsequent! Wer wollte denn den Club of Rome und Meadows unglaubwürdig machen? Wer
wollte denn Bultmann unglaubwürdig machen? ?:) Und das nur, weil sie nicht gestern in der Tageszeitung
was veröffentlicht haben… Bei den „Wundern“ lag natürlich kein Betrug vor. Es hat nie etwas stattgefunden.
Aber das Ausdenken dieser erbaulichen Geschichtchen (Jungfrauengeburt bis Auferstehung) bezeichne ich
als Betrug.
#45 Babylon † 19:32:15 | Donnerstag, 29. Juni 2006
Weißt Du schon, wie lange Jesus tot ist? Grob 2000 Jahre. Bultmann erst seit 1976, wenn ich nicht irre.
Kannst auch mal bei Kurienkardinal Kasper reingucken. In dessen Büchern bleibt von den Wundern auch nicht
mehr viel übrig… !:) Und jetzt bitte mal auf mit diesem bitteren, künstlichen Lachen eines Gläubigen,
der ahnt, daß er einem Betrug aufsitzt…
#25 Babylon † 19:13:07 | Donnerstag, 29. Juni 2006
Wird auf CSDs zum Haß auf Heteros aufgerufen? so wie das hier der Fall ist? Wird dort gegen Heteros gehetzt?
Werden Heteros als mit Krankheiten verseucht dargestellt? Welche Rechte werden Heteros dort abgesprochen?
Verteidige Du mal schön weiter diesen Religionsfaschismus einiger Fanatiker hier.
#43 Babylon † 19:09:03 | Donnerstag, 29. Juni 2006
@ Abu: Danke, Abu! Für einen, der an 2000 Jahre alte antik-orientalische Wundermärchen glaubt, bin ich
mit „den neuen Grenzen des Wachstums“ von 1992 geradezu atemberaubend aktuell.
#21 Babylon † 17:57:49 | Donnerstag, 29. Juni 2006
@ Bebenikt: Das finde ich sehr traurig für Dich daß Du dann offensichtlich eine autoritäre Erziehung
durchlaufen mußtest. Zumal durchaus ein Unterschied besteht zwischen Kindern und Erwachsenen. Die gute
alte Problematik von Äpfeln und Birnen… Erwachsene wollen auf einer friedlichen Demo/Party eine bestimmte
Meinung äußern und selbstbewußt zu ihrer Homosexualität (oder was auch immer) stehen und damit gegen
Diskriminierung auftreten. Sie wollen zeigen, daß sie sich nicht mehr einschüchtern lassen und sich
nicht mehr verstecken. Wer das dann mit haßerfüllter religiöser Inbrunst bekämpft, ist für mich ein
Religionsfaschist, der es nicht erträgt, daß andere Leute mit seiner Auffassung nichts am Hut haben
und auch nicht am Hut haben wollen.
#18 Babylon † 17:19:04 | Donnerstag, 29. Juni 2006
Ich gehöre zu keiner „Bande“ und auch zu keiner Lobby, sondern spreche ganz allein nur für mich selbst.
„Faschist“ meinte ich nicht im Hinblick auf Mussolini, sondern in der Verbindung mit Religion, also Religionsfaschist,
weil Du den unbedingten Willen hast, anderen vorzuschreiben, was sie zu tun und zu lassen hätten. Katholiken
machen ihre prozessionen im öffentlichen Raum, Gays ihre Pride-Partys. Wo ist das Problem?
#15 Babylon † 16:47:21 | Donnerstag, 29. Juni 2006
Wenn’s nur das Duzen ist… 1) Ich bleib dabei, weil das in sämtlichen Internetforen üblich ist. 2)
Ansonsten scheint Dich meine Bewertung ja nicht zu stören. Du stimmst mir also zu. Sehr gut!
Diakon Golatz aus Linz ist nicht scharf auf die Alte Messe! Da darf man wohl von ausgehen. Und fragt mal
in St.Georgen in Frankfurt nach (priesterseminar für die norddt. Bistümer). Da mit Sicherheit auch keiner.
#13 Babylon † 16:34:04 | Donnerstag, 29. Juni 2006
@ institoris: Dein Beitrag sagt mehr über Dich selbst aus als über andere. Um ein richtiges Bild eines
haßerfüllten militanten Religionsfaschisten zu bekommen, braucht man Dir nur zuzuhören…
Hier aalt man sich ja wieder in Exkommunikationen und Kirchenflüchen!! Uiuiuiui, wenn da die wohl meist
nicht-katholischen Forscher nicht mal richtig Schiß in der Büx haben…
#11 Babylon † 16:28:31 | Donnerstag, 29. Juni 2006
Heilige Stadt? Was ist da denn heilig dran? Einfach nur eine Stadt. Entweihung? Durch Anwesenheit von
Ebenbildern Gottes mit homosexueller Neigung? Die dazu noch gutgelaunt eine Party feiern? O:O Grotesk!
Da sieht man’s mal wieder: Religion macht nur Ärger und erzeugt Gewalt. Wenn’s gegen Gays geht, wird
hier sogar interreligiöser Dialog gepflegt…
„Mit Homobannern geschmückt“? Meint Ihr damit die Regenbogenflaggen? Aber Jehova („Er hat Jehove gesagt!!!
) hat doch höchstselbst nach der Sintflut (bei der er seine mißratene Schöpfung so elendig ersäufte)
einen Regenbogen erscheinen lassen. Wer weiß…?
#29 Babylon † 16:07:25 | Donnerstag, 29. Juni 2006
@ Hyazinth: Ich befinde mich schon seit geraumer Zeit in der postpubertären Phase und bin als Student
der Geschichte durchaus in der Lage, mir mein eigenes Bild aus vielfältig zur Verfügung stehender Literatur
aus meiner geliebten Uni-Bibliothek zusammenzustellen (meist Bücher ohne „Imprimatur“). Aber um es internetzkonform
und kurz und praktisch zu halten, verweise ich auf den „Hexenhammer“ von 1484 (ein sehr sprechender Titel)
und das päpstliche Schreiben dazu. de.wikipedia.org/…/Summis_desiderantes de.wikipedia.org/wiki/Hexenhammer
P:S::Nur weil Du mich nicht überzeugt hast, solltest Du nicht davon ausgehen, ich würde deine Beiträge
nicht zu Ende lesen.
#28 Babylon † 15:59:47 | Donnerstag, 29. Juni 2006
Viele Verschwörungstheoretiker hier die jetzt mit einem zufriedenen Grinsen meinen, die ganze Kriminalgeschichte
des Christentums und der Kirche werde sich schon noch irgendwie aufklären. Alles nur Lügen von böswilligen
Menschen! Dann wiegt Euch mal weiter in diesem Glauben in den Schlaf der Gerechten. Ich weise aber gerne
nochmal daruf hin, daß Deschner schon 1962 wußte, daß dieses „Galen-Zitat“ nicht von Galen stammt.
Hier wurde also gerade keine böse Lüge aus dem weg geräumt und aufgeklärt, sozusagen als Beginn der
großangelegten Revisionismus-Offensive.
#41 Babylon † 15:52:28 | Donnerstag, 29. Juni 2006
Vielleicht mal „Die neuen Grenzen des Wachstums“ von Meadows lesen, das wären viele Tradis hier wesentlich
schlauer. Ernährung: „Es könnten noch viel mehr Menschen ernährt werden“. Ein Mensch will aber nicht
nicht nur ernährt werden, sondern auch ein menschenwürdiges Leben führen. In sozialer Gerechtigkeit,
mit einem gewissen Wohlstand etc. Problem: Dabei werden auf längere Zeit noch mehr Ressourcen dieses
geplünderten Planeten noch weiter geplündert. Jeder Mensch verbraucht Energie, Ressourcen in welcher
Form auch immer, produziert Müll, Umweltverschmutzung etc. 1930 gab’s auf der erde 2 Milliarden Menschen,
heute 6,5! Ein Zurück zu 1930 wäre bevölerungstechnisch gut. die Erde ist ein geschlossenen system.
Sie verträgt nicht zu viele Menschen, weil es sonst zu einer Kultur des Todes kommt. Es gibt auch ein
Leben nach der Geburt!
#27 Babylon † 15:16:32 | Donnerstag, 29. Juni 2006
in memoriam Braunbär Bruno Horst: Erstmal muß man Dir sagen, daß Du Äpfel mit Birnen vergleichst.
Denk nochmal drüber nach. Nicht jeder, der um Bruno trauert, ist auch schon automatisch total scharf
auf Abtreibung. Außerdem scheinst Du die Zahl der Abtreibungen zu verdoppeln. Um Tiere und die Natur
haben sich die semitischen Wüstenreligionen (Judentum, Christentum, Islam), die die Natur als feindlich
wahrnehmen, ja noch nie gekümmert.
#15 Babylon † 00:06:36 | Donnerstag, 29. Juni 2006
Die kath. US-Bischöfe beteten aber für die US-Armee und die Bischöfe der anderen Staaten jeweils für
ihre Armee. Ganz schön schwierig für Gott, sich da zu entscheiden… @ Graf: Auch wenn es sich um Ihren
Namenspatron handelt, darf man Geschichte nicht zu einseitig aus der eigenen Sicht sehen. Die anderen
waren auch alle davon überzeugt, daß sie für eine gerechte Sache kämpfen. Jeder kann -mehr od. weniger-
viele Opfer und Zerstörungen vorweisen. Von der transnationalen Kath. kirche hätte man da etwas mehr
Mäßigung erwartet.
@ Frasim: Daß die jüd.-christl. Jenseitslehre aus der Zarathustrareligion im 6. vorchristlichen Jh.
übernommen wurde, hab ich ja schon mal geschrieben. Damit sollte das Thema religionswissenschaftlich
eigentlich erledigt sein. „Also sprach Zarathustra“ (Nietzsche) Unbedingt Dante lesen, wird Euch gefallen
(oder auch nicht; da schmoren nämlich unglaublich viele Päpste und geistliche im Höllenfeuer, u.a.
Bonifaz VIII., zurecht, wie ich finde).
Wann sind die Tradis bereit zu Empfängnisregelung? Bei 7, 10 oder 20 Milliarden Menschen? Wobei uns bis
dahin der ganze Laden natürlich schon längst um die Ohren geflogen ist. Und jetzt kommt nicht mit Knaus-Ogino!
o^/
Heinemann for President!!! Aber es ging ja eigentlich um Galen, der so scharf auf den Krieg gegen die
Bolschewisten war und darum, daß die groß vermeldete Neuheit von kreuznet (falsche Zitatzuordnung) überhaupt
keine ist. Was ja nichts daran ändert, daß Galen den Krieg uneingeschränkt unterstützt hat (zusammen
mit dem Rest des großdeutschen Episkopats), und zwar immer wieder.
@ Copertino: Das ist doch wirklich Quatsch! Angenommen, die Philippinen haben demnächst ein toootaaal
liberales Abtreibungsrecht: Welcher gute Katholik wird jetzt gezwungen, davon Gebrauch zu machen?! Für
die Tradis ändert sich faktisch nichts. Nur die anderen, die das anders sehen, müssen sich von Euch
nicht mehr bevormunden lassen.
Mal Deschner lesen: „Abermals krähte der Hahn“! Dieses wunderbare Standardkompendium der historisch-kritischen
Theologie, garniert mit bissigen Deschnerkommentaren, weiß schon seit 1962 (Jahr des Erscheinens), daß
dieser Spruch im „Kath. kirchenblatt für das nördliche Münsterland am 9.3.1941“ stand, ganz ohne Hinweis
auf Galen. Und das wird jetzt als große Neuigkeit verkauft… (gäähn). Mal etwas mehr DESCHNER lesen!
Vielleicht hat Galen tatsächlich nichts gegen England ganz speziell gehabt, aber das deutsche Episkopat
hat niemals Einspruch gegen den Krieg erhoben. Ganz besonderes Steckenpferd war natürlich der Kampf gegen
die Sowjetunion (böse Kommunisten o^/ , die die Kirche fürchtet wie der Teeeeufeeel das Weihwasser.).
In einer Denkschrift vom 10.12.1941 (zur Erinnerung: 22.6.1941 Angriff auf Sowjetunion) aller kath. Bischöfe
(auch Galen also) heißt es -neben vielen Durchhalteparolen für die Soldaten- u.a.: „Mit Genugtuung vefolgen
wir den Kampf gegen den Bolschewismus…„etc. Krieg ist doch was Schönes, es muß nur der „richtige“
Feind sein…
Die Neidthese war schon ganz gut! 30 Milliarden!!!! Die Kath. Kirche in Deutschland erhält jährlich
etwa 4 Milliarden als Kirchensteuer. Da können auch fromme, dicke, feiste Gottesmänner mal in Versuchung
kommen und was abhaben wollen…
@ Hyazinth: Danke, ich fühle mich bestätigt! Du hast genau das gemacht, was ich ja eigentlich kritisiert
habe: Daß Tradi-Katholoiken nicht willens sind, vorbehaltlos (!), ohne wenn und aber, ohne Beschönigung
zu sagen, daß das damals ganz großer Bockmist war. Einfach Bockmist, und daß es einem sehr unangenehm
ist, daß die eigene Institution mit ihrem Anspruch, „Braut Christi“ zu sein und den Willen Jesu zu tun,
solche Verbrechen begangen hat. Im Namen Gottes! o^/ o^/ Das wird ich Euch noch in tausend Jahren um die
Ohren schlagen, denn wir treffen uns alle im Inferno wieder, ich im sechsten, Ihr in einem anderen Höllenkreis!
Na klar, 30 Milliarden Euro nur für Abtreibung! Das könnt Ihr nicht wirklich ernst meinen. Anstatt
sich mal zu freuen, daß einer wenigstens 30 Milliarden von seinen 35 Milliarden verschenkt (immer noch
zu wenig, wenn’s nach mir ginge), baut Ihr hier Potemkinsche Dörfer auf. Angst davor, daß man ähnliches
Verhalten auch von Kirche und katholiken fordern könnte? Böse Kommunisten! o^/
Rücksicht auf Heiden und Neuheiden!! Das finde ich sehr löblich von den Professoren dieser Hochschule!
Das sind Leute, die in der Moderne angekommen sind. Allerdings ist die Begrifflichkeit etwas unscharf:
Die meisten Leute, die damit gemeint sind, glauben ja nicht immer noch oder von Neuem an Wotan, Donar
und Ziu (höchstens im Sinne der Archetypen von C.G. Jung), sondern sind Agnostiker od. Atheisten. @ Bene
u. Atha: Ich find’s so süß von Euch, daß Ihr die zahmen Schäfchen hier immer warnend darauf hinweist,
daß ich ja Atheist bin. Wenigstens werde ich dann später mal in Dantes sechsten Höllenkreis (im Feuergraben
der Atheisten) in guter Gesellschaft von Friedrich II. (dem Enkel v. Barbarossa) und Kardinal Ottaviano
degli Ubaldini (Kardinal 1245-1273) sein und bestimmt viele anregende Gespräche führen dürfen! Besser,
als mit Euch im todlangweiligen Himmel „Halleluja“ zu singen. o^/ O:O
Die Lage ist etwas komplexer! Geo-/ heliozentrisch: Bereits Nikolaus v. Kues – später auch Kurienkardinal –
hatte das heliozentrische Weltbild angedacht und auch viele weitere sehr eigenständige Meinungen. Das
heißt natürlich nicht, daß dies auch von der Kirche so gesehen wurde. Er war einfach ein ziemlich freier
Denker. de.wikipedia.org/…ki/Nikolaus_von_Kues Dann sollte man auch noch den Kopernikus-Artikel lesen,
weil dort deutlich gemacht wird, daß die heliozentrische These zu diesem zeitpunkt weniger als Ketzerei,
sondern mehr als Schwachsinn galt und darum eher ungefährlich war. erst durch Luther kam Polemik in das
Thema, die dann auch von der Kath. Kirche bekanntlich übernommen wurde. Nämlich dann, als man merkte,
daß da was dran sein könnte und der Mensch eben nicht mehr im Mittelpunkt steht. de.wikipedia.org/wiki/Kopernikus
Das wäre dann der Mithraskult, der „Unbesiegte Sonnengott“, auf den ich hier an anderer Stelle schon
mal hingewiesen habe wegen seiner zahlreichen frappierenden Ähnlichkeiten mit dem Christentum (de.wikipedia.org/…_und_das_Christentum).
Die Kirche hat ja auch ca. anno 350 das Weihnachtsfest auf den 25.12. gelegt, um den „Sol invictus“ zu
verdrängen (Wintersonnenwende, wg. Julianischer Kalenderungenauigkeit 3 Tage nach hinten verschoben im
Vergleich zur heutigen Sonnenwende). Muß aber nicht unbedingt abgekupfert sein. Kann auch sein, daß
die Ostung allgemein üblich war in orientalischen Kulten. Auf jeden Fall: Aus heutiger Sicht ist das
toootaaal überholt. o^/
Um mal die Front geradezurücken: Dieselbe Bekenntnisfreude („Mord!!“) würde ich mir auch wünschen,
wenn’s um die Abschlachtung der Einwohner von Jerusalem 1099 durch Kreuzfahrer und die Verbrennung von
Giordano Bruno im Jahr 1600 in Rom geht, oder um paar „Hexen“. Ohne Beschönigung, ohne wenn und aber,
ohne Abstriche.
Ja, das stimmt. Luther hat die aristotelische Begrifflichkeit für die Eucharistie abgelehnt und wollte
das Mysterium Mysterium sein lassen. Und natürlich hieß der ev. Gottesdienst „Messe“. Das leitet sich
ja auch letztendlich nur von „Ite missa est“ ab, und das gab’s da auch. ich hab da einen interessanten
Literaturtip: ZEEDEN, Ernst Walter: Katholische Überlieferungen in den lutherischen Kirchenordnungen
des 16. Jahrhunderts, Münster 1959. Da schlackern Euch aber die Ohren, wie „katholisch“ die Lutheraner
da noch waren. Erst mit der Aufklärung haben die das meiste über Bord geworfen. Bis dahin gab’s auch
noch Marienfeste, Meßgewänder, lat. Choral, teilweise sogar Zölibat etc.
Profitorientiert? Das ist aber kath. Tradition oder etwa nicht? Sonst wird hier doch immer gegen den
bösen Kommunismus gewettert. o^/ Ansonsten ist es lustig, daß sich Katholiken (und zwar Priester und
Nonnen) vor einem weltlichen Gericht verklagen. Hat Paulus da nicht mal gesagt, sowas soll man intern
regeln? Peinlich, peinlich, meine Herren…
Mal vom Mond gesehen: Jesus schwebt also gerade auf den Wolken des Himmels ein Richtung Erde. Wie muß
er nun die Sache angehen, damit er für alle Menschen auf der Erde von Osten erscheint? Das dürfte ein
ziemliches Kunststück sein. Bei dem heutigen Weltbild ist das mit dem Osten natürlich Quatsch, und
es ist jedem klar, daß dies nur noch ein farbiges Bild ist. Erdacht von und für Menschen, die im sandigen
Palästina lebten und für die das Paradies eben mit Euphrat und Tigris und dortiger künstlicher Bewässerung
zusammenhing. Finden wir hier es nicht alle etwas merkwürdig, daß der gemeine Moslem sich zum gebet
nach Mekka ausrichtet? Ist das nicht eine etwas kindische Vorstellung von Allah?
Reaktionär Ich kann das mit der Zelebrationsrichtung nach Osten echt nicht mehr ab. Neuere Kirchen sind
sowieso nicht mehr geostet. Wen interessiert denn diese Ostung heute noch? Daß Jesus mal irgendwann aus
dem Osten wiederkommen wird, ist doch heute nur noch ein hübsches Bild, mehr nicht. Es geht doch wohl
eher darum, daß man den in der neuen Liturgie und der neuen Kirchenarchitektur vorhandenen gemeinschaftlich-horizontalen
Charakter (neben dem rein theozentrisch-vertikalen) wieder weg haben will. Die herkömmliche Kirchenarchitektur
macht den Menschen klein und soll ihm die Autorität der Kirche (als Institution) vor Augen führen. Die
moderne Architektur bindet die Menschen ein und holt sie raus aus ihrer bisherigen Lage als reine Objekte
der kirchlichen Heilsvermittlung. Die Moderne! :)3
Sowjetunion? Soll damit ausgesagt werden , wenigstens die Kommunisten hätten noch guten Musikgeschmack?
Ansonsten möchte ich daruf hinweisen, daß es die UdSSR schon seit 1991 nicht mehr gab.
Luther ließ auch Pastoren absetzen, die konsekrierte Hostien nach der Deutschen Messe wieder zu den nicht-konsekrierten
zurücklegten. Allerdings muß man sagen, daß schon zu Luthers Zeiten bei den „Lutheranern“ divergierende
Auffassungen da waren. Luther war dort der extrem konservative Flügel. Spätestens mit der Aufklärung
hat das Luthertum vieles aufgegeben, was vorher von Luther gelehrt bzw. als Brauch beibehalten worden
war. Die skandinavisch-luth. Kirchen geben einen guten Eindruck, wie es bis zur Aufklärung auch bei den
dt. Lutheranern aussah.
@ Sixtus: Doch, die Alte Messe wirkt manchmal wirklich etwas überladen und doppelt gemoppelt. Das die
Göttliche Liturgie noch undurchsichtiger ist, ist klar. Davon profitiert ja auch die kath. Kirche in
Rußland: Viele junge Russen ziehen die klare Struktur der kath. (neuen) Messe dem ballastbeladenen orthodoxen
Gottesdienst vor. Kannst Du das mit der Therapiesitzung noch etwas ausführen?
Wer die Einführung zum neuen Meßbuch liest wird feststellen, daß hier sowohl Kontinuität als auch
liturgiewissenschaftlicher Fortschritt und Modernisierung vorliegen. www.liturgie.de/aem.html Weniger
ist manchmal mehr. Schlichtheit und Einfachheit machen die Struktur und den eigentlichen Inhalt deutlicher.
o^/
Die Karikatur wollte doch nur zeigen, daß doch eigentlich Jesus im Mittelpunkt des Christentums steht
und nicht der Papst. o^/ Ein unbefangener Beobachter hätte denken können, Katholizismus sei eine „Papstreligion“
und keine Jesusreligion. Und viele Katholiken machen auch diesen Eindruck: Die lesen lieber irgendwelche
blöden Enzykliken und Bullen von „anno dazumal“ als in den Evangelien. Da hat die Karikatur eben den
Finger in die Wunde gelegt -was Sinn der Sache ist- und schon paßt es den Ertappten natürlich nicht.
Partnerschaftliche Liebe ist mehr als nur Sex zum Arterhaltung. Darum ist auch Liebe zwischen Gleichgeschlechtlichen
durchaus wertvoll. Wie kann man Liebe und Partnerschaft nur so unglaublich kleingeistig betrachten? Für
Fortpflanzung allein reicht auch alle zwei Jahre ein erfolgreicher Befruchtungsakt von -sagen wir… 5?-
Minuten. Das geht ganz ohne Liebe und Partnerschaft. Selbst Gays sollten dazu in der Lage sein, womit
sie ihrer „Pflicht“ genüge getan hätten. Wären die Tradis dann zufrieden damit?
@ venus: Genau, und deswegen auch keine Sakramente, keine Hierarchie, kein Pristertum, keine Messe, keine
Evangelien selbst geschrieben, keine Evangelien kurz nach seinem Tod geschrieben (der Herr kommt ja sowieso
bald auf den Wolken des Himmels) etc. Und erst, als der Herr ausblieb: Institutionalisierung der neuen
Glaubensrichtung, mit allem drum und dran.
Aus meiner kath. Zeit (damals) muß ich sagen, daß der Graf wohl die klass.-kath. Auffassung wiedergibt.
@ Toby: Deschner ist uneingeschränkt zu empfehelen, am allermeisten sein „Abermals krähte der Hahn“.
Ein wunderbares Standardkompendium, quasi die Zusammenfassung der historisch-kritischen Theologie, gewürzt
mit bissigem Deschner-Humor und unglaublich vielen Fakten und Quellenangaben. Ist zwar schon von 1962,
aber im wesentlichen hat sich da nicht allzu viel geändert. Ich blättere da immer wieder gerne drin.
:)3
Selbst wenn jensmichael der da wäre… was dann? Was sagt uns das? Sollen wir ihn jetzt quasi exkommunizieren?
Als Untermenschen deklarieren? Ich mag diese Form „Schwester Denuntiata“ irgendwie nicht. Wir hier als
anonyme Forenbenutzer könnten doch sowieso nichts daran ändern, oder? Wir sind hier doch nur zum Diskutieren
da. Und überhaupt: Nicht alles, was man in Foren über sich selbst schreibt, muß auch zwingend der Wahrheit
entsprechen.
@ Graf: Schwangere Nonnen: Und nun? Was machen die denn nun? Abtreiben (hält den Skandal klein, wär
aber natürlich aus kath. Sicht extrem übel) oder Kind austragen (Skandal!!!, außerdem Nonne mit Kind
im Kloster kommt nicht so gut an). Oder schwangere Nonnen aus dem Kloster werfen? Seeehr unschön.
@ Fan: Ja, er ist sehr unappetitlich. Ein Christ, der wahrscheinlich immer mit haßerfüllter Fratze und
Stimme schreit: „Halleluja, halleluja“ (man möge es sich entsprechend haßerfüllt und „liebevoll“ geschrien
denken)…
@ Aragorn: Natürlich ist Homosexualität akzeptabel und gleichwertig. Ich weiß, wir haben da andere
Auffassungen. Meine Meinung nach kommt der Mensch als sexuell nach allen Seiten offenes Wesen zur Welt.
Erst durch Erziehung und Gesellschaft und Religion findet ein Drängen in eine bestimmte Richtung statt.
Meiner Meinung nach sind die meisten menschen also -mehr oder minder- bisexuell. Beweis: Jahrhundertelang
ist in den christlichen Ländern zur Heterosexualität erzogen worden: Und trotzdem hat es Homosexualität
gegeben wie immer, wahrscheinlich sogar mehr (Klöster!, warum sonst soviele Geistliche im Sodomisten-Höllenkreis
bei Dante? war also allgemein bekannt damals). Erziehung zu einer bestimmten sexuellen Ausrichtung hat
also nichts gebracht. Hat nicht funktioniert. Ergo: Die Leute sind so, wie sie sind. Und jetzt kommt
es darauf an, daß keine ungerechte und unsachliche Ausgrenzung der schon immer dagewesenen Homosexuellen
stattfindet, auch in der Schule. Das ist doch gut und vernünftig! :)3
@ Aragorn: Nicht Homosexualität wird gefördert, (wie soll das gehen? Wird Heteros eine Homo-Gehirnwäsche
gegeben, damit sie sich homosexuell betätigen?), sondern es wird der Wirklichkeit Rechnung getragen.
Homosexuelle sind da, und sie sind es immer schon gewesen (in Dantes „Göttlicher Komödie“ von ca. 1320
ist der Sodomie-Höllenkreis v.a. von Geistlichen bevölkert). Werte: Toleranz, Liberalität. Dem anderen
nicht in seine Lebensgestaltung reinregieren wollen. Warum sind in praktisch atheistischen Länder wie
den skandinavischen die sozialen Unterschiede am geringsten, in religiösen (Lateinamerika, USA) aber
so ausgeprägt? Warum so großer sozialer Friede und gesellschaftlicher Zusammenhalt (ich vereinfache
natürlich) dort und nicht in den religiösen Ländern mit ihrem sozialen Elend und ihrer vielen Gewalt
(s. USA, ein Land, das sich „God’s own country“, Gottes eigenes Land, nennt, über unsagbare Reichtümer
verfügt, die sich aber nur bei ganz wenigen akkumulieren, während viele Amis im Elend hausen, ohne soziale
Absicherung, ohne Krankenkasse etc.? Nein, Atheismus macht die Gesellschaft humaner, nicht andersrum.
@ Guntram: Kath. Haßprediger braucht nun wirklich keiner. Kennst Du persönlich Gays, die Du so freundlich
„Sodomisten“ nennst? Sind die alle verkommen? Was macht die eigentlich so verkommen? Ihre Sexualpraktiken?
Woher willst Du wisse, was genau die in ihrem Bett machen? Nicht jeder Gay steht auf Analsex, aber es
soll ja Heteros geben, die das total drauf stehen. Wer ist da dann „sodomistischer“? Wenn sich zwei
Gays in ihrem Bett vergnügen: Inwiefern tangiert Dich das?
Spaniens Kirche mit ihrer Zwangsmaßnahmen in ihrer langen Geschichte muß ich jetzt aber nicht im einzelnen
aufführen, oder? Es bringt nichts, sich gegenseitig alle möglichen Verbrechen und Tote um die Ohren
zu schlagen. Tatsache ist doch, daß heute in Spanien niemand um sein Leben fürchten muß, nur weil er
Katholik, Atheist oder Kommunist ist. Da sind wir uns doch einig. Mit „rückständig“ meinte ich „gesellschaftspolitisch
rückständig“, wobei da unsere Meinungen naturgemäß auseinandergehen. Seit wann braucht die Kirche
zur Glaubensvermittlung den staatlichen-schulischen Religionsunterricht? Doch nur, um die Kinder auf bequeme
Weise unter ihre Fittiche zu bekommen. Aber ist jetzt ja nicht mehr. Egal, ob Homo-Ehe oder nicht: Die
betreffenden Leute sind homosexuell und würden nie und nimmer ne Hetero-Ehe eingehen. Die Homo-Ehe richtet
sich auch nicht „gegen irgenjemanden“. Also ändert sich dadurch faktisch gar nichts.
Die Mehrheit der Deutschen befürwortet die Homo-Ehe! Also ist die These, das die meisten Menschen Homosexualität
ablehnen, eindeutig falsch. Sonst würden bei den CSD-Paraden in Mittel- und Westeuropa (und vor kurzem
in Rio de Janeiro mit 3 Millionen Teilnehmern!) nicht so viele menschen mitmachen. Die meisten da sind
ja Heteros, die einfach die lockere Partystimmung gutfinden und mitfeiern wollen. In Paris haben gestern
oder heute 800000 Leute an der CSD-Parade teilgenommen. In den Nachrichten war die Rede von „Volksfeststimmung“.
„Gay“ heißt ja auch „fröhlich“.
Pädophilie an sich ist ja nur eine Neigung, und wenn die nicht ausgelebt wird, schadet das auch keinem.
Der meiste sexuelle Mißbrauch wird doch wohl in den Familien ausgeübt, meist durch die Väter, die sonst
den Normalo-hetero raushängen lassen. Sowohl an Jungen und Mädchen. Nein, natürlich generalisiere ich
nicht, ich weiß selbst und aus eigener Erfahrung, daß natürlich nicht jeder Vater seine Kinder mißbraucht.
Ist klar. :)3 Und wieso sich im Anhang von Homosexuellen besonders viele Pädophile befinden sollen, leuchtet
mir irgendwie auch nicht ein. Mir ist das überaus unbekannt.
@ Benedikt: Hand auf’s Herz! Die von Dir erwähnten negativen Begleiterscheinungen liegen ja wohl eher
auf der Seite des Pflichtzölibats, und zwar nicht seit gestern oder dem 2. Vaticanum, sondern seit jeher.
Das Ganze geht doch wohl eher auf die Vorstellung zurück, daß praktizierte Sexualität unfähig macht
zum gottesdientlichen Handeln (ist – wenn ich mich richtig erinnere- auch im AT so, auch in vielen heidnischen
Kulten der Antike). Da im lateinischen Westen aber der Trend zum täglichen Gottesdienst ging, hielt man
den Zölibat für immer notwendiger. Im griechischen Osten gibt’s ja nur den sonntäglichen Gottesdienst,
und deshalb dürfen die Priester verheiratet sein. Aber selbst Eheleute durften an bestimmten Tagen keinen
Geschlechtsverkehr ausüben, weil das unrein mache zur Teilnahme an der Messe (sowohl im Osten wie im
westen viele Bestimmungen dazu). Das dürfte meine These belegen. Auf jeden Fall: Diese Vorstellung –
Sex macht unrein – läßt sich wohl kaum in den Evangelien finden, sondern ist volks- / abergläubische
Zutat.
Wo Beck recht hat, hat er recht! Spanien – nun wirklich historisch gesehen ein extrem katholisch geprägtes
Land, bis 1975 unter Franco quasi mit einem Staatskatholizismus- ist heute durch die Sozialisten unter
Zapatero ein durch und durch liberales, säkulares Land. Bravo! Beispielhaft für die rückständigen,
vorsintflutlichen Polen und Iren! :)3 Und von partnerschaftlicher Liebe hat der papst nun wirklich keine
Ahnung. Woher auch? o^/
@ Die täglichen Nachrichten aus dem Himmel Es ist nun wirklich ein reicher Fundus für Psychologen, sich
mit so was zu beschäftigen. Für jeden Außenstehenden ist es geradezu bescämend lächerlich und peinlich,
daß Maria aus dem Himmel sozusagen den täglichen, umfangreichen Kommentar zu den Geschehnissen der Welt
abliefert. Und wenn, dann sollte sie diesen Kommentar doch eher dem Papst zukommen lassen und nicht solchen
traurigen Witzfiguren, die in ihrer psychischen Konstitution eigentlich bemitleidenswert sind. Ich könnte
mir vorstellen, daß sogar die Tradis hier die ganze Sache als zutiefst peinlich empfinden.
@ Röm. Kaiserkult war zwar Staatsreligion, war aber für die meisten Römer „zusätzlich“. Die heidnischen
Kulte schlossen sich ja nicht gegenseitig aus. Man konnte z.B. Anhänger des Mithraskultes sein und dann
natürlich auch den Kaiser als „Herr und Gott“ verehren. Das war überhaupt kein Problem, sondern das
Mindestmaß an Staatstreue, das jeder Bürger zu zeigen hatte. Ansonsten konnte jeder machen, was er wollte.
Die Christenverfolgung im Römerreich wird übrigens maßlos überschätzt. Die meiste Zeit konnten die
Christen unbehelligt ihren Glauben leben, nur einige wenige Kaiser legten Wert auf das Mindestmaß an
Staatstreue (Opfer für den Kaiser). Diese wenigen (zeitlich u. regional) Vefolgungen richteten sich übrigens
nicht gegen das Christentum an sich, sondern nur gegen die Weigerung, das Mindestmaß an Staatstreue zu
zeigen. Danach konnte man wieder Christus verehren und sonst was machen. Daß die Glaubenseinheit in
der Frühen Neuzeit durch Krieg wiederherzustellen sein sollte, ist aber wirklich ein ziemlich perverser
Gedanke. Nehme an, daß Du das auch so siehst.
@ Pornographie? Was ist eigentlich mit der Sixtinischen Kapelle, deren Decke bekanntlich von Michelangelo
ausgemalt wurde und der ja ebenso bekanntlich die Papstwahl-Konklavia (conclave,is(n.)) stattfinden. Und
was sieht man da, oh Graus? Unglaublich viele nackte Menschen, v.a. den vollkommen nackten Adam! Man
kann sogar seinen „Schniedel“ überaus deutlich und detailliert erkennen. Ist aber noch niemandem in
Rom aufgefallen…hab ich eben als erster seit 500 Jahren entdeckt…
@ methusalix: Warum denn nicht? Viele hier sind sich ihrer Religion so sicher, als wenn „Gott, der Herr
der himmschlischen Heerscharen“ ihnen jeden Tag drei Stunden Porträt sitzen und sie in seine geheimsten
Pläne einweihen würde!
@ Moin Isidor v. Sevilla! 1.Ich bin zwar Lateiner, weiß aber nicht, was „mere“ bedeutet. Bitte hilf mir!
2. Wie Du als Sevillaner (sagt man so) ja besser wissen mußt, liegt Elvira in Spanien (oder?). Das hieße
doch, daß diese Synode v. Elvira allenfalls eine spanische Provinzialsynode war, die in Germanien oder
Britannien niemanden weiter interessierte. Dann wäre das ja noch keine gesamtkirchliche Tendenz. 3. Verbindliches
Vorschreiben des Zölibats: Meines Wissens nach hat Gregor VII. im Jahr 1074per Dekret verordnet, daß
verheiratete Kleriker keine Amtshandlungen mehr durchführen durften und daß ihre legitimen Ehefrauen
als „Beischläferinnen“ zu bezeichnen seien. Natürlich hat es Jahrhunderte gedauert, bis dieses Dekret
auch nur theoretisch so halbwegs in der Kirche befolgt wurde.
@Wien. Das ist total falsch! Tolerant war nun wirklich schon das heidnische Römerreich. Da hatten die
unzähligen Kulte der damaligen Welt ihr Plätzchen. Kein Kult kam da auf die Idee, die anderen zu bekämpfen.
Was die Römer allerdings sehr befremdete und abstieß, war der militante Ausschließlichkeitsanspruch
der Juden und Christen. Das störte nämlich den öffentlichen Frieden. Toleranz wurde in Europa durch
das Aufkommen des Protestantismus „erzwungen“, einfach weil ein friedliches Zusammenleben sonst nicht
möglich gewesen wäre. Spätestens nach der für Deutschland traumatisierenden Erfahrung des 30jährigen
Kriegs hatte religiös motivierter Krieg hierzulande ausgespielt. Die Aufklärung des 18 Jh. hat gegen
den erbittertsten Widerstand der Kirche Toleranz umfassend durchgesetzt. Friedrich II. (zweifelte an historischer
Existenz Jesu und war Freund v. Voltaire) und Joseph II. hatten mit Religion nichts am Hut.
Atheisten haben viel mehr Spaß als Tradis! und lachen mehr, erzählen mehr Witze (auch unanständige)
und haben keine Schuld- und Sühnekomplexe (besonders sexuelle, die ihnen dann in einem komplizierten
Verfahren wieder weggenommen werden (aber nur bis zur nächsten Sünde, versteht sich, die Kirche will
ja die Macht behalten über ihre Schäfchen). O:O
Haaaallooo!! Laßt doch mal den „Teufel“ aus dem Spiel. Es gibt ihn nicht, die Juden haben ihn im 6. Jh.
v. Chr. in Babylon kennengelernt, ebenso die Engel und Dämonen. Daß Ihr immer überall den Teeeufeeeel
am Werk seht…
Wenn Euch diese harmlosen Bildchen schon in Gewissenskonflikte bringen und Euch „aufreizen“, dann weiß
ich echt nicht, wie Ihr es hierzulande aushaltet, ohne Eure zarten Gewissen zu beflecken…
@ Ralf B: Absolut treffend! Besser hätte ich es nicht sagen können. Dieser Zynismus gegen den Menschen
ist schon merkwürdig. Man könnte ja auch noch das so furchtbar süßliche „Was Ihr einem meiner geringsten
Brüder getan habt, das habt Ihr mir getan“ bringen, oder daß die Nächstn- der Gottesliebe gleichgestellt
wird… Ach, alles verkackte Anthropozentristen!
Was will uns der Artikel sagen??? Was ist denn jetzt die Aussage? Daß das Datenmaterial jetzt besser
zugänglich ist, oder was? Oder daß die Opferzahlen herabgesetzt werden müssen? Meine Güte, wie kleingeistig
und armselig. Jetzt will man letztendlich sagen, daß ja alles gar nicht so schlimm war. Was soll das?
Eine Religion, die sich auf Jesus beruft, überhaupt -von höchsten kirchlichen Autoritäten abgesegnet-
über Jahrhunderte (!) Menschen verfolgt hat, sollte sich ganz offen dazu bekennen, daß da was grundlegend
schief gelaufen ist. Ohne Vorbehalte, ohne Beschönigung. Aber das würde ja den Stolz der Tradis auf
ihre allzeit unbefleckte und unfehlbare Kirche mindern. Lächerlich!
@ Puchil 2: Richtige Analyse! Womit bewiesen wäre, daß es auch andere, nämlich ganz profane- Gründe
gibt, um Priester in der Dritten Welt zu werden. Wenn dort die soziale Situation wie bei uns wäre, hätten
die eine ähnliche Anzahl von Priesteramtskandidaten.
Der Diakon wird geweiht! Das ist nur eine Anstandfrist, bis Gras darüber gewachsen ist. Da können sich
die Tradis hier schon mal mit abfinden. Außerdem zeigen die Reaktionen von Priestern und Medien, daß
ein hier häufig befürwortetes „hartes Durchgreifen“ nur dazu führen würde, daß den Bischöfen der
Laden um die Ohren fliegen würde, wenn sie das machen würden/wollten. Mich freut das.
@ Wer ist wie Gott? Oh, nunc hic Latine loqueris! gaudeo quod Latinitas nostris temporibus vivit! Sed
miserabile est, tantum textum iam cognitum in forum istum transferre et educationem altiorem aut pietatem
maximam simulare. Mann, ist ja toll, daß Du einen lat. Liedtext hier so schön reinschreibst. o^/
#77 Babylon † 21:22:45 | Donnerstag, 22. Juni 2006
@ Stimme aus Wien: Ja genau, so seh ich das auch. Wenn ich mich in die damaligen Christen des späten
ersten Jahrhunderts hineinversetze (soweit das möglich ist), wollten die mit der Geschichte von der Jungfrauengeburt
eben sagen, daß sie Jesus für eine sehr bedeutende Person hielten. In der damaligen Welt machte man
das u.a. dadurch, daß man dieser Person eine Jungfrauengeburt zuschrieb. Soweit i.O. Das Ganze sozusagen
als theologische Aussage. Aber eben nicht als historisch-biologisches Faktum. So seh ich das.
#72 Babylon † 20:56:08 | Donnerstag, 22. Juni 2006
@ Aloah: Das war jetzt aber eine schwache Erwiderung! Was ist mit den unglaublich vielen anderen Beispielen
aus dem antik-mediterranen Raum? Auch Alexander dem Großen wurde schon nachgesagt, er sei von einer Jungfrau
geboren worden. Seine Mutter wurde schon „Gottesmutter“ genannt. Die Mutter des Herakles galt als Mutter
und Jungfrau zugleich. Die Göttin Hera brachte den Hephästos jungfräulich zur Welt. Selbst der hier
so beliebte Augustinus propagiert Jesu jungfräuliche Geburt mit Hinweis auf die vielen heidnischen Beispiele
(De civitate Dei). Der berühmte Theologe Martin Dibelius: Die hellenistische Vorstellung „ist von Christen
auf die Erzeugung Jesu angewandt worden Das ist fast selbstverständlich.“ Wenn ich eine ganz natürliche,
einfache und unkomplizierte Erklärung habe (Übernahme hellenistischer Vorstellungen), entscheide ich
mich doch nicht für die „übernatürliche“, schwierige, komplizierte, jeder Erfahrung widersprechende
Erklärung (Hl. Geist zeugt Kind mit einer Jungfrau). Ist ja wohl logisch!
#70 Babylon † 20:33:51 | Donnerstag, 22. Juni 2006
@ Abu: So kann das aber nichts werden! Wenn Du einfach von vornherein „gläubigen Sinnes“ – das soll ja
wohl heißen: unkritisch – an die Evangelien rangehst, dann steht für Dich ja schon vorher fest, was
eigentlich erst am Ende der prüfung rauskommen könnte. Das ist ein Zirkelschluß! Die von Dir benannten
Leute stellen allerdings eine Minderheitenmeinung in ihren Disziplinen dar. Auch die Mehrheit der kath.
Theologen darf ja seit dem 2. Vaticanum frei forschen und hat letztendlich die Ergebnisse der protestantischen
Kollegen (die schon seit 200 Jahren frei forschen) bestätigt. Es geht doch schon mit Widersprüchen innerhalb
der Evangelien los: Vergleich mal die beiden Stammbäume Jesu! Vollkommen unterschiedlich! Sehr eigenartig
für „göttlich inspirierte“ Schriften. Selbst theoretisch kann allenfalls einer von beiden richtig sein,
mindestens einer falsch. Wieso eigentlich Stammbäume, die sich über Josef herleiten? Ich dachte, der
sei gar nicht der Vater… Der unbefangene Evangelist Markus schreibt noch, daß Jesu Familie (also auch
Maria) ihn für wahnsinnig hielten und ihn zur Besinnung bringen wollten (Mk 3,21 u. 3,31). Trotz Erzengel
Gabriel, Hl. geist, Weise aus dem Osten, Engelscharen auf dem Feld etc.?? Mt u. Lk lassen diese Szene
natürlich ausfallen.
@ MK28: Wollen die Tradi-Laien hier etwa gegen die von „Gott eingesetzte bischöfliche Autorität“ des
monarchischen Episkopats rebellieren und „Druck aufbauen“?! Paßt auf, daß Euch nicht gleich einer als
basisdemokratische Bolschewisten bezeichnet!!
#10 Babylon † 18:54:23 | Donnerstag, 22. Juni 2006
Augustinus hat ja auch gesagt: „Was hat man denn gegen den Krieg? Etwa daß Menschen, die doch einmal
sterben müssen, dabei umkommen?“ Wenn das keine Jesusnachfolge ist! Ach ja: Ob Jesus bei der Hochzeit
in Kana (paar 100 Liter Wasser in Wein verwandelt, damit weitergesoffen werden kann) nicht auch an irgendwelchen
jüdischen Tänzen mt Musik teilgenommen hat? O:O
#68 Babylon † 18:16:28 | Donnerstag, 22. Juni 2006
Jungfrauengeburt Die war nun wirklich üblich in der antik-mediterranen Welt. Jedem Menschen, den man
für wichtig hielt, wurde eine Jungfrauengeburt zugeschrieben. Es ist doch klar, daß die 3. Christengeneration
sich dem nicht entziehen konnte und das auch für Jesus erfand. o^/ Der älteste Evangelist Markus weiß
davon ja auch noch gar nichts. o^/ Schon in Babylon sagte König Sargon um 2850!: „Meine Mutter war Jungfrau,
mein Vater unbekannt.“ Buddha (seit dem 3. Jh. v.Chr. auch im Mittelmeerrraum bekannt durch buddhistische
Missionare) wurde für den Sohn einer Jungfrau gehalten, Zarathustra in Persien ebenfalls. Platons Vater
soll laut göötlichem Befehl nicht mit seiner Frau geschlafen haben, bis sie den vom Gott Apollon gezeugten
Sohn geboren habe etc.etc.etc. Die Liste könnte fortgesetzt werden. Es folgert der Theologie Bousset:
„Die Dinge liegen so klar, daß es keinen Zweck mehr hat, hier noch Parallelen zu häufen und alle Legenden
von wunderbar geborenen Gottessöhnen herbeizutragen.“
Mal so als Beispiel: Goethe! Goethe war ja evangelisch getauft, war aber „dezidierter Nichtchrist“, „„ein
recht ausgemachter Heide“, „ein alter Heide“, wie er zu sagen pflegte. Na ja, auf jeden Fall: In Italien
sah er natürlich häufig – bei der Besichtigung von Kirchen – die sog. Tridentinische Messe. Zu einer
Messe, die im Markusdom in Vendig sah, sagte er: „Alle diese Bemühungen, eine Lüge geltend zu machen,
kommen mir schal vor. Und die Mummereien, die für Kinder und sinnliche Menschen etwas Imposantes haben,
erscheinen mir, auch sogar, wenn ich die Sache als Künstler und Dichter sehe, abgeschmackt und klein.“
1786 besuchte er eine Messe von Pius VI: Goethe stellte sich vor, was der wiederkehrende Christus sagen
würde, wenn er den „vor dem Altare sich nur hin und her“ bewegenden Papst sähe. „Was würde der sagen,
dacht’ ich, wenn er hereinträte und sein Ebenbild auf Erden summend und hin und wider wankend anträfe?“
Man sieht: Die Alte Messe kam nicht bei jedem gut an. Vergeßt diesen Gedanken!
@ semiotico: Genau, das ist logisch! Und außerdem wundere ich mich immer über die Ablehnung menschlicher
Gemeinschaft und von Freundschaft. Was ist so böse daran, ist das gegen die Gottheit gerichtet? „Wo zwei
oder drei in meinem Namen versammelt sind…“ – Da ist bestimmt nicht an hochrituellen, demütigen Kult
gedacht.
#53 Babylon † 16:21:27 | Donnerstag, 22. Juni 2006
@ Kenntnisnahme: Tja, entweder hat der Diakon jetzt keine Lust mehr auf so einen autoritären Laden. Dann
hat die Kirche noch einen Neupriester weniger. Oder er es ist eben nur eine Anstandsfrist, bis sich die
„Aufregung“ wieder gelegt hat. Ich tippe auf Letzteres.
#26 Babylon † 16:13:56 | Donnerstag, 22. Juni 2006
Wie würdet Ihr Euch verhalten, wenn Jesus jetzt auf der Erde wirken würde? Würdet Ihr dann auch immer
auf den knieen vor ihm rumrutschen? In den Evangelien scheint Jesus doch keineswegs so majestätisch gewesen
zu sein: Er ißt und trinkt gern, feiert, verwandelt als reines Luxuswunder Wasser in Wein, damit die
Hochzeitsgesellschaft weitersaufen kann… Leute, Jesus wollte einer von uns sein. Und zwar auch nach
kath. Lehre: Sonst wäre er doch nicht inkarniert, oder was? Die Orthodoxen z.B. lehnen das Knien doch
auch ab, sondern Stehen für die angemessene Haltung. Na also!
#78 Babylon † 16:06:24 | Donnerstag, 22. Juni 2006
@ Pius IX, Inferno-Kandidat Wer die Entführung eines zwangsgetauften jüdischen Kindes und seine folgende
Zwangskatholisierung durch diesen Verbrecher Pius IX. gutheißt, hat doch nicht mehr alle Tassen im Schrank.
Meine Güte, wer das gutheißt, wäre auch in der Lage gewesen, im Jahre 1600 Giordano Brunos Scheiterhaufen
in Rom in Brand zu stecken… Verdammter Fanatismus, der jede natürliche Menschlichkeit tötet. Jesus
wäre wahrscheinlich entsetzt gewesen, hätte er gewußt, daß sich so ein mieses Drecksschwein mal als
sein Stellvertreter auf Erden ausgeben würde.
Klasse, die Priester! Eben keine Kadavergehorsam-Befehlsempfänger mehr, sondern eigenverantwortliche
Leute mit selbständiger Meinung. Oder ist die Kirche eine Kaserne aus der Kaiserzeit? Wo sofort durchgegriffen
wird? Jaaaaaa, das würden sich hier viele wünschen. Diese Zeiten sind aber endgültig vorbei. Der Klerus
hat darauf heute einfach keinen Bock mehr.
#67 Babylon † 15:19:28 | Donnerstag, 22. Juni 2006
@ Benedikt Daß „Apostata“ für mich selbstverständlich nichts Negatives ist, dürfte klar sein. Daß
die kirchliche Geschichtsschreibung mit diesem Begriff Kaiser Julian als verdammenswert darstellen wollte,
dürfte ebenso klar sein. Außerdem find ich das nicht gerade fair: Ein kleines Kind find ohne es zu fragen
in einer bestimmten Religion erzogen, und sobald es selbständig denken kann als Jugendlicher und Heide
wird, sagt man: „Apostata!!!“ Denk doch mal nach… In einer Uni-Bibliothek hast Du noch keinen sachdienlichen
Hinweis zum Thema „Hat das Christentum viele Elemente vom Mithraismus übernommen?“ erhalten? Halte ich
erstens für kaum vorstellbar, aber wenn doch, werde ich wohl auch kaum mehr dazu sagen können. Aber!:
Ich werde mich auch nochmal auf die Suche machen. Vielleicht finde ich ja was. Aber nicht heute. Da bin
ich nicht an der Uni. Aber ich vergesse es nicht, weil es mich natürlich auch interessiert. Werde jetzt
ja zum regelrechten Mithraismus-Experten hier.
@ Gotthard: Wenn ich sowas lese, kriege ich so richtig Verachtung für so einen verdammten Papst Pius
IX. Den würde Dante (+1321) in seiner Göttlichen Komödie ebenfalls in einen seiner Höllenkreise platziert
haben wie so viele andere Päpste, wahrscheinlich sogar in einem sehr tiefen Höllenkreis. Der Mann war
es doch aus, der das „Unfehlbarkeitsdogma“ durchgedrückt hat. Boahh, wie verachtenswert. Ein klarer Fall
für’s Inferno.
@ methusalix: Genau! Der gesamtgesellschaftliche Reichtum in Deutschland ist immens, aber eben vollkommen
ungleich verteilt. Im Durchschnitt soll ja jeder Deutsche (inklusive Kinder) 70000 € auf dem Konto haben.
Wer kennt jemanden persönlich, wo das der Fall ist? – Ich zumindest nicht. Das zu schon perversen Größen
akkumulierte Vermögen sammelt sich in den Händen weniger: 760000 Vermögensmillionäre gibt es in Deutschland.
Die können das Kapital für sich arbeiten lassen und werden ohne Arbeit – quasi arbeitslos- immer reicher;
wenn die aber reicher werden, wird der Rest ärmer. Logisch. Alleine die beiden Aldi-Brüder haben je
etwas über 15 Milliarden(!) € Privatvermögen. Pervers!
Ich find’s immer geil, wenn hier jemand als Lügner (als böswilliger Mensch, der bewußt die „Wahrheit“
verfälscht) hingestellt wird. Vielleicht ist der „Lügner“ nur jemand mit einer anderen Meinung? – Neeeein!!
Der ist vom Teuuuufeeeeeeel inspiriert! Und wie mit noch geileren Kampfbegriffen wie z.B. „Bolschwismus“
(gerne von der NSDAP und den Kommunistenjägern der USA in den 50er Jahren verwendet) um sich geworfen
wird. Hauptsache nicht zur Sache kommen.
@ Athanasius: Du machst es Dir aber seeehr einfach! Was hat z.B. der Hinweis auf meinen Atheismus mit
meinem sachlichen Beitrag zu tun? Wird er dadurch unglaubwürdiger? Ich zitieredoch schließlich zwei
bedeutende Heilige der Kirche, die Apostelgeschichte und nicht zuletzt die extrem sozialkritische Meinung
Jesu. Hab ich mir doch nicht selbst ausgedacht. Wie stehst Du denn jetzt inhaltlich dazu? bin mal gespannt,
wie Du die Worte Jesu gleich verspießbürgerlichst!
Opium für’s Volk! Hier wird mal wieder die Armut produzierende Gesellschaftsstruktur voll verteidigt.
Der Graf Pecci, später Leo XIII., verteidigt das Recht auf Privateigentum. Warum wohl? Der hl. und Kirchenlehrer
Johannes Chrysostomos hat das ganz anders gesehen: „Die Gütergemeinschaft ist mehr die adäquate Form
unseres Lebens als der Privatbesitz, und sie ist naturgemäß.“ Er verlangte die Rückkehr der Gemeinde
zum Kommunismus der Urgemeinde (Apg 2,44: lateinisch, weil eingängiger: habebant omnia communia, sie
hatten allen Besitz gemeinsam). Darum wurde er ja auch nach Armenien exiliert. Der hl. Basilius der Große:
„Wer seinen Nächsten liebt wie sich selbst, besitzt auch nicht mehr als der Nächste!“ Er selbst hatte
ja auch damit ernst gemacht, sein unglaublich reiches Erbe an die Armen verschenkt und sehr einfach gelebt.
Respekt!! wie war bei Jesus: „Verkauft Euren Besitz und gebt den Erlös den Armen.“ Jesus und seine Jünger
hatten ja auch eine Gemeinschaftskasse. Böser Kommunismus!
Also nee, Leute! Der von der Kirche so grundgütig „Apostata“ genannte Kaiser Julian hat damit doch gar
nichts zu tun. Das ist doch erst 4. Jh.! Da waren Kirche und der Mithraskult schon lange Zeit konstituierte
Religionen. Mir geht’s um das 1. und vielleicht noch 2. Jh. Ansonsten soll es ja noch wissenschaftliche
Literatur außerhalb von Wikipedia-Artikeln geben. Statt mich hier vollzuheulen, daß ich genug „Stoff“
biete, könnte man sich ja mal selbst auf Literatur- und Quellensuche begeben, um ein Thema zu vertiefen.
Das, was ich bisher als im Internet kurz und praktisch verfügbares Material angeführt habe, halte ich
für durchaus substantiell.
@ Benedikt: Wie Du meinst. Ich muß hier letztendlich gar nichts beweisen würd mir bei Dir wohl auch
nicht gelingen). Ich reg ja nur bißchen zum Denken an. Ich an Deiner Stelle würde mich jetzt aus eigenem
Antrieb schlauer machen. Ist ja Dein! Glaube, nicht meiner.
@ Tradi: Na klar, um 200 die Erzdiözese (!) Rom. Und natürlich, der Papst in seiner heutigen Bedeutung
natürlich auch damals (mal Kirchengeschichte ansehen, nicht immer nur die mit „Imprimatur“!). miserables
Latein: die röm. Gemeinde hat schließlich ursprünglich Griechisch gesprochen. Und miserabel: Ja natürlich,
sieh Dir doch die Sozialstruktur der frühen Kirche an. Oder meinst Du, da war die päpstliche Kanzlei
mit ihren universitär ausgebildeten Scholaren am Werk? Total anachronistisch. Bei Dir kann man sich
den Mund fusselig reden. Was Dir nicht paßt, wird einfach mal ohne weitere Prüfung als Fälschung bzw.
unglaubwürdig deklariert. Ach ja: So ziemlich jeder kath. Theologe würde mir zustimmen. Die unterliegen
heute zum Glück nicht mehr dem Antimodernisteneid, sondern dürfen frei denken und forschen. Leb weiter
in Deinem Dogmen-Schneckenhaus!
@ Benedikt: Red Dir mal nicht vorschnell ein, daß die Mithrasreligion einfach so später entstanden sei
mit ihren Bestandteilen. Da wäre ich doch etwas zurückhaltender und würde mich nochmal richtig schlau
machen. Es geht auch nicht nur um die Mithrasreligion: Es gibt viele viele Religionen, Kulte und auch
philospohische Schulen der antik-mediterranen Welt, aus denen das frühe Christentum geschöpft hat; und
zwar so sehr, daß vom Ursprung kaum noch was übrig ist (eigentlich gar nichts).
@ Tradilandstimme Oh, nein, ich muß Dich jetzt in Deinem Glauben erschüttern. Ein um 200 in oder bei
Rom entstandener Kanon – in miserablem Latein übrigens – wurde 1740 von einem Mailänder Bibliothekar
aufgefunden, der sog. Kanon Muratori (so hieß der Finder). Dieser neutestamentliche Kanon repräsentierte
die offizielle Meinung der römischen Ortskirche. Es fehlen: Hebräerbrief, 1. u. 2. Petrusbrief (ausgerechnet
die! , in Rom!!), Jakobusbrief und 3. Johannesbrief. Kirchenvater Clemens v. Alexandrien aber rechnet
um 200 zur Hl. Schrift auch das Hebräer- u. Ägypterevangelium, den 1. Clemensbrief, die Didache, den
Barnabasbrief, mehrere Apostelgeschichten. heute alles apokryph (mit k). Es gab auch Unterschiede zwischen
Ost und West: Im Osten wurde die Offenbarung des Johannes erst im 8. Jh. endgültig anerkannt. Die Liste
ließe sich fortsetzen. „Göttlich approbiert“???
@ExBochumer: Keine Sorge, mein Über-Ich ist extrem klein, bin ja nicht religiös gebunden. Ansonsten
ist das jetzt aber die typische Abwehrreaktion eines Menschen mit starkem Über-Ich. Das soll keineswegs
überheblich klingen, aber daß Dein Über-Ich durch Religion und Dogma extrem stark ausgebildet sein
dürfte, merkt man Deinen Beiträgen durchaus an. Ich find das ausgesprochen schade, weil das ja nicht
Du selbst bist (Dein Ich), sondern eine vorgefertigte Charakterhülle, in die Du Dich ständig hineinzwängst.
@ Benedikt: Es steht Dir natürlich frei, beliebig viel zusätzliche Literatur zu diesem Thema (am besten
Uni-Bibliothek oder so) heranzuziehen, um näher in die Materie einzudringen. Fänd ich gut. Wäre ich
Christ und würde diese frappierenden Parallelen sehen, würde ich schon genau wissen wollen, ob da eine
Abhängigkeit besteht (wie z.B. 500 Jahre vorher von der Zarathustrareligion). Sitzt man das als Christ
nicht vielleicht doch nur einem Konglomerat antiker mediterraner Religionen auf? – ich sage: Ja, genau
so ist es. Alles, was sich im frühen Christentum findet, findet sich auch schon vorher (!)irgendwo, und
zwar in räumlicher Nähe. Man könnte jetzt alles Stück für Stück durchgehen: jungfrauengeburt z.B.
ist im ersten nachchristlichen Jh. schon ein uralter Hut. Jedem, den man Bedeutung zumaß, wurde eine
Jungfrauengeburt zugeschrieben. Es wäre ein Wunder gewesen, hätten die Christen das nicht auch bei Jesus
gemacht. etc.etc.
@ Isidor v. Sevilla: Ja, ich kann das ja auch nachvollziehen. Ich wollte ja v.a. das Wesentliche herausarbeiten.
Manchmal hab ich den Eindruck, daß die Leute hier nur noch um Formalia kreisen und meinen, daß sei das,
worum es Jesus ging. Ich bleibe allerdings bei meiner Meinung, daß Jesus anti-, zumindest unkultisch
eingestellt war. Formaler Kult war für ihn quasi beseutungslos (in Tradition der Propheten des AT mit
ihrer ätzenden Kultkritik). Ethik z.B. (wenn’s nicht gerade um Sexualität od. Abtreibung geht) findet
hier komischerweise überhaupt nicht statt. Aber genau darum ging es Jesus doch. Wenn sich ein Katholik
sozialkritisch äußert, wird er gleich als Befreiungstheologe diffamiert. Dieselben Leute würden auch
Jesus so diffamieren. Oder sieht man nicht mehr in die Evangelien rein? – Lieber darum streiten, ob der
Priester vor oder hinter dem Altar steht…
@ Benedikt Im Artikel „Mithras“ steht, daß laut Plutarch der Mithraskult den Römern schon 67 v.Chr.
bekannt war. Und genau zu dieser Zeit – je nach Region – wurde Palästina ja römisch (63 v. – 6.n.Chr.)
In Kleinasien und Persien aber schon viel früher. Es wäre weltfremd zu glauben, daß dieser Kult nicht
schon von daher in Palästina bekannt gewesen wäre.
Total heftig hier, wie „gute“ Christen andere Leute als Teufel personifizieren. Langsam kann ich nachvollziehen,
wozu religiöser Wahn und Fanatismus in der Lage ist. So erklärt sich mir auch zunehmend, wie fromme
Christen meinten, Gott zu dienen durch die Hinrichtung von „Ketzern“ oder „Hexern“. Und glauben konnten,
die „Hexen“ hätten ja Geschlechtsverkehr mit dem Teufel… Hier sind übelst viele psychische Abwehrmechanismen
am Werk, ausgelöst durch ein extrem starkes, autoritäres Über-Ich. Leute, ein Psychologe könnte helfen,
wenn Ihr Euch etwas öffnet (aber wahrscheinlich erlaubt das Euer Über-Ich nicht, der innere Inquisitor).
Das ist wirklich traurig, was Religion aus Menschen machen kann.
Ah, jetzt wird’s interessant! @ stat crux: Was hat denn jetzt das Abendmahl mit dem Osterglauben zu tun?
@ Athanasius: 1. Konnte Jesus denn sämtliche Sprachen aller Zeiten? Nach kirchlicher Lehre war Jesus
doch auch ganz Mensch. Laß ihn doch also auch mal Mensch sein. Schließlich hatte er auch Angst vor dem
Tod und hat um Lazarus geweint. 2. Ich hänge hier rum, weil ich’s religionsgeschichtlich interessant
finde (manchmal). Bei mir ist glaubensmäßig aber Hopfen und Malz verloren. O:O 3. Weihnachten wurde
auf das Mithrasfest (Sol Invictus) am 25.12. gelegt. Schott-Meßbuch von 1962, einleitender Kommentar
zum Weihnachtsfest. 4. Parallelen Mithraismus und Christentum (ich verweise auf den Wikipedia.de-Artikel
„Mithraismus und Christentum“), z.B.: Mithras wurde von einem Vatergott als Retter auf die Welt geschickt
und von einer Jungfrau in einer Höhle geboren, Mithras hielt mit 12 Anhängern ein letztes Abendmahl
vor seinem Tod (mit Brot u. Wein) und stand dann wieder von den Toten auf, sonntäglicher Gottesdienst
mit Brot und Wein, Taufe, Glaube an Jüngstes Gericht, Mithras wurde als „Licht“, „Wahrheit „und „Sohn
Gottes“ bezeichnet etc.etc. Jetzt sag nicht, da wären keine „Ähnlichkeiten“…
@ Das Kreuz steht dum volvitur orbis Willst Du etwa nahelegen, ich sei nicht ich? Ich versichere Dir,
daß ich ich bin und hier keinen zweiten Name habe. Ich meine das durchaus ernst: Religionsgeschichte
ist unglaublich interessant. Man entdeckt immer wieder Zusammenhänge, die man als dogmatisch festgelegter
Mensch nicht wahrnehmen darf(!). Historisches und geistesgeschichtliches Interesse kann den Horizont erweitern!
Komm mal raus aus deinem engen Dogma-Schneckenhaus und denke doch mal frei! Als Appetitmacher empfehle
ich dazu den Wikipediaartikel:„Mithraismus und Christentum“. Da siehst Du viele viele Parallelen.
Mistbeet für Berufungen! Köstlich! Schönborn hat Humor! Besser hätte ich es nicht sagen können.
US-Armee hin, US-Armee her: Daß die da drüben ziemlich prüde-verklemmt und zutiefst scheinheilig sind,
ist ja bekannt. Das wird sich auch in Kürze ändern (der Sprecher war ja bereits „kleinlaut“). Bei der
Deutschen Bundeswehr übrigens ist jede Diskriminierung eines Homosexuellen ein Dienstvergehen. Schwule
Soldaten, die in einer eingetragenen Partnerschaft leben, dürfen auch zusammen auf einer Stube – außerhalb
des Dienstes, vertsteht sich – wohnen und „tätig werden“. Kein Problem. Andere Länder, andere Sitten!
Für wen ist die Liturgie eigentlich? Ist sie dazu da, um sich einen ästhetisch-kulturellen Genuß zu
gönnen, inklusive eines wohligen Sakral-Mystik-Gefühls? Oder geht’s da auch um Inhalte? Für die Liturgiker
hier muß die Lesung des Evangeliums ja todlangweilig sein (außer es wird gesungen und es stehen zwei
Leuchterträger daneben und der Diakon/Priester hat schöne Gewänder an…).
@Tradilandstimme Hier wird ja nur wieder über Verschwörungen und Kirchenpolitik gesprochen, also mal
wieder was zur Sache. Ja, Tradiland, ist schon böse, diese teuflische Religionswissenschaft mit ihren
natürlich durch und durch pseudohistorischen Verdrehungen! Die bringt ja das ganze schöne dogmatisch-stimmige
Geschichtsbild eines frommen Tradis total durcheinander… Einen hab ich aber noch: Die Bibel also „göttlich
approbiert“? Also wirklich, das mußt Du (ja, ich duze immer in Foren) mir mal erklären. Der Kanon der
Bibel hat sich historisch entwickelt. Es wurden jahrhundertelang Schriften als Hl. Schrift gelesen, die
heute als apokryph gelten und andersrum. „Göttlich approbiert“? – Eher Willkür bzw. Zufall.
Ich habßs zwar in einem anderen Beitrag schon mal geschrieben, aber der Vollständigkeit halber nochmal:
Nach kath. Lehre war das letzte Abeldmahl die erste Eucharistie, historisch war es wohl eher einfach nur
ein Abschiedsmahl im Hinblick auf den vorausgeahnten Tod Jesu (wobei Jesus wohl mehr an Steinigung als
an Kreuzigung gedacht haben dürfte, denn Blut wird bei der Kreuzigung nur sehr spärlich vergossen).
Und dabei verglich er seinen Körper eben mit Brot und Wein. Die „Einsetzungsworte“ (Tut dies zu meinem
Gedächtnis), die überhaupt erst eine Wiederholung der Prozedur begründen, finden sich nur bei Lukas,
bei einer Reihe alter Handschriften fehlt er ganz. Vielleicht also nachträgliche Interpolation. Die allerfrüheste
Urgemeinde kannte noch kein sakramentales Opfermahl, sondern ein gemeinsames Essen mit religiösem Charakter.
Das christliche Opfermahl hat sich in Nachahmung v.a. der Mithrasreligion entwickelt (mit heiligen Zeichen
gestempeltes Brot, Kelch, Wein mit Wasser vermischt, Patene, mystische Vereinigung mit der Gottheit durch
Essen der Opferspeise = Brot und Wein).
Sehr richtig, ich kann meinen Vorschreibern nur zustimmen. Ohnmächtiges Um-sich-schlagen ohne Sinn und
Verstand und sogar teilweise ziemlich haßerfüllt! Und genau solche Leute halten sich für besonders
fromm… Himmel, hilf!
@ Stat Crux: Bevor wir hier in die höchsten Höhen des Blödsinns abschweifen, möchte ich mal darauf
hinweisen, daß das christliche Abendmahl in genauer Nachahmung heidnischer Mysterienkulte entstanden
ist. Die Vereinigung mit einer Gottheit durch Essen einer Opferspeise ist schon viiiel älter als die
christliche Eucharistie. Im Mithraskult z.B. (weit verbreitet im Römerreich, v.a. im östlichen Mittelmeerraum)
werden auch Kelch und Patene benutzt und Wein wird mit Wasser vermischt inklusive Verbeugung vor dem heiligen
Kelch. Beim anschließenden mystischen Mahl vereinigte man sich mit der Gottheit Mithras. Dasselbe läßt
bei vielen anderen damaligen Kulten nachweisen. Auch schon mit heiligen Zeichen gestempeltes Opferbrot
etc. Da die Christen schon bald überwiegend Heidenchristen waren, kannten diese aus ihrer vorchristlichen
Zeit natürlich diese Kulte und übertrugen diese Vorstellungen ins Christentum. Aufklärung statt Verdummung!
@ blueberry: Ja, genau! Genau das wollte ich ja damit sagen! Aber mach das mal Leuten klar, die meinen,
daß ihre Religion vom Himmel geoffenbart wurde! Die wollen nämlich auf keinen Fall, daß diese Vorstellungen
durch Übernahme aus anderen Religionen, letztendlich also durch Religionsvermischung, auf gaaanz natürliche
Weise, ganz ohne eine Gottheit, sich so entwickelt haben. Diese Echnaton-Theorie ist übrigens auch meine.
Monotheismus als ägyptische Erfindung, die die Juden dort kennengelernt haben.
@ Isidor v. Sevilla Spätestens mit der Herrschaft der Perser wären die Juden in Babylonien mit der Zarathustrareligion
in Kontakt gekommen. Inwieweit sie davor mit solchen Vorstellungen in Kontakt kamen, entzieht sich meiner
Kenntnis. Das Problem ist ja, daß genaue Daten und Verbreitungsräume der Zarathustrareligion vor dem
Neubabylon. Reich unsicher sind (soweit ich weiß). Aber auch die Zeit danach (als sie zurückkehren durften)
blieben ja viele Juden in Babylon (gerade die Wohlhabenden und wahrscheinlich Gebildetsten) und standen
in Kontakt mit den anderen Juden in Palästina. Außerdem reichte die Zarathustrareligion fast bis Palästina
heran. Engel könnten die Juden auch schon vorher bei den Babyloniern kennengelernt haben. Die Übereinstimmungen
zwischen Zarathustrareligion und dem Judentum ab dem 6.Jh.v.Chr. sind einfach so frappierend (auch der
hl. Geist z.B., der Mazda, dem guten Gott u. Weltenschöpfer, zur Seite steht), daß diese Verbindung
quasi in der ganzen Literatur zu diesem Thema als sicher gilt. Nachzulesen z.B. im Internet (praktisch
und kurz) bei Wikipedia (Zarathustra, Baylonische Gefangenschaft etc.) od. bei DESCHNER: Abermals krähte
der Hahn, Neuauflage 1987, 2. Aufl. 1996, S. 26 f. mit weiterführenden Literaturhinweisen. Werde mich
morgen an der Uni nochmal über Zarathustra näher informieren. Meine Hausbücherei ist zu klein!
die Kath. Kirche aber auch! Was wäre die kath. Philosophie und Theologie ohne Platon und Aristoteles?!
Find ich auch nichts Unanständiges dran. Die alten Griechen haben so gut wie alles schon mal vorgedacht.
Hyazinth: Sei mir nicht böse, aber auf dieser Ebene können wir nicht diskutieren. Eben weil Du Dich
über mich stellst und Dich im Besitz der absoluten Wahrheit wähnst.
@ Hyazinth: Sag Du es mir doch! Das AT selbst zeigt ja diesen Prozeß: Teile sind vor, Teile nach der
babylonischen Gefangenschaft geschrieben worden. Jesus hat – wie ja auch die Pharisäer – diesen Jenseitsglauben
natürlich auch gehabt! Ich sag doch: Seit Babylon (6.Jh. v.Chr.) glauben die Juden daran; Jesus und seine
Schüler waren Juden, also haben sie das ebenfalls geglaubt und darum steht’s im NT. Einzige Ausnahme
waren die Tradis unter den Juden, die Sadduzäer, die nur die Thora als Hl. Schrift gelten ließen (und
da gibt’s noch kein Jenseits).
Die Kirche in vorderster Front gegen Armut? Das kann nur pure Ironie bzw. Zynismus sein. Gerade in Lateinamerika!!
Eigentlich immer, seitdem das Christentum vor 1700 Jahren im Römerreich privilierte und später Staatsreligion
wurde hat sich die Kirche so gut wie immer auf die Seite der Reichen und Herrschenden gestellt, hat die
ihr gewährten Privilegien genossen und Anteil an Macht und Besitz gehabt. Warum sind die sozialen Unterschiede
in religiösen Ländern so ausgeprägt (Lateinamerika, USA etc.), in praktisch atheistischen Ländern
wie den skandinavischen (da täuschen auch die erst vor kurzem abgeschafften Staatskirchen nicht drüber
hinweg) am geringsten? Weil sich in atheistischen Ländern die Menschen nicht einlullen lassen von Jenseitsvertröstung
und Stützung der herrschenden Ordnung durch die Religion (Marx: Opium für’s Volk = werden ruhiggstellt)
Armenfürsorge findet die Kirche gut, aber Änderung der Gesellschaftsstrukturen, die permanent Armut
produzieren: Böse!
Hans Christian Andersen: „Also schließt er messerscharf, das nicht sein kann, was nicht sein darf!“ Auf
wen beziehe ich mich hier wohl? Ich zumindest bin nicht dogmatisch an Bibel und Lehramt gebunden. Ich
darf frei denken.
ExBochumer Das finde ich jetzt durchaus unchristlich. Hat Jesus da nicht mal was in der Bergpredigt gesagt?
Wer zu seinem Nächsten „raka“ sagt…(Mt 5,22). Na ja, ich werd’s überleben. Hast Du auch was Sachliches
dazu zu sagen? Hab ich unrecht? Dann zeig’s mir!
@ Hyazinth: Keine Sorge, da trittst Du mir keineswegs zu nahe. Der Fragestellung kann ich so natürlich
nicht zustimmen. Für mich ist das kein Absinken, sondern eben das Abstreifen einer falschen Vorstellung.
Die kath. Religion hat viele schöne, ansprechende Seiten; mit dem historischen Jesus von Nazareth hat
das alles aber nichts zu tun. Wer nicht absolut resistent ist gegen Vernunft und historisch-kritische
Prüfung z.B. der Bibel, der Entstehung der Evangelien, der Entwicklung der Dogmatik etc. wird sich eingestehen
müssen, daß schon in der 2. u. 3. Christengeneration eine Verformung des Jesusbilds einsetzte, so daß
wir heute kaum noch Gesichertes über ihn wissen können (außer daß er sich z.B. in seiner Naherwartung
fundamental geirrt hat). Immanuel Kant: Sapere aude! Wage es, Dich Deines Verstandes ohne Anleitung eines
anderen zu bedienen. Nietzsche: Man kann die Evangelien nicht sorgfältig genug lesen! – Recht hat er,
Widersprüche über Widersprüche. Kritisch lesen, offen sein! Und nicht schon vorher wissen, was am Ende
rauskommen muß! Atheismus ist schön, macht frei (im besten Sinne des Wortes) und eigenverantwortlich.
O:O Können sich religiöse Menschen wahrscheinlich kaum vorstellen, weil sie immer jemanden über sich
haben wollen und sich sonst verlassen vorkommen.
Athanasius Das finde ich jetzt aber sehr kurz angebunden. Ja, ich bin Atheist, aber deshalb habe ich doch
bis jetzt halbwegs vernünftig und sachlich argumentiert, oder nicht? Ratze diskutiert doch auch mit Habermas.
Muß ich hier jetzt wirklich die zahlreichen Stellen aus den Evangelien bringen, in denen er gegen entleerten,
routinierten Kult wettert, gegen ausgefeilte Sabbat-Kasuistik, gegen ängstliche-übervorsichtige Thora-Auslegung
etc.? Das wirft er alles über Bord. Statt dessen Konzentration auf das Wesentliche, auf ethische Grundprinzipien.
@ peccator: War das jetzt Ironie von Dir? Falls nicht: Wende für mich bitte keine Gebetszeit auf, nutze
sie lieber sinnvoller (soziales Miteinander). Aber es ist doch unverkennbar, daß Himmel und Hölle durch
die Zarathustrareligion ins Judentum gekommen sind und vom Christntum übernommen wurden. Genauso auch
die Vorstellung des Teufels und Engel und Dämonen. Da beißt die Maus keinen Faden ab. Es sei denn,
Du meinst, daß Jahwe sich der Zarathustrareligion bedient habe, um diese Vorstellung ins Judentum hinein
zu vermitteln. Und das Fegefeuer wäre ja nochmal ein Thema für sich. Das lehnen ja auch sämtliche
anderen christl. konfessionen ab, sogar die Orthodoxen. Lese aber mit großem Interesse gerade die „Göttliche
Komödie“ v. Dante, die ja knallig-katholisch und sehr anschaulich ist. Macht Spaß, ist für mich aber
ein Spiel.
Also, dafür, das die Messe doch der(!) Mittelpunkt kath. Spiritualität ist, hätte man ja doch eine
klitzekleine Bemerkung dazu erwarten können. Mit demselben Argument könnte man auch fragen, warum Joh
noch die vierte Version über die Kreuzigung Jesu bringt? Waren doch schon drei da.
Kath. Jenseitslehre ist sehr interessant! Ich selbst bin ja immer wieder verwundert, wie sicher sich viele
Leute in bezug auf das (für mich imaginäre) Jenseits sind. Ich weiß jetzt leider nicht mehr wo, aber
in irgendeinem Paulusbrief (oder Pseudopaulusbrief) wird die Allerlösungstheorie vertreten (Epheser,
Kolosser?) Übrigens: Erst in der babylonischen Gefangenschaft übernahm das Judentum von der Zarathustrareligion
(heute: Parsismus) die Jenseitsvorstellung. Vorher war das Judentum eine Diesseitsreligion. Die Sadduzäer
zur Zeit Jesu lehnten ja diese Vorstellung weiterhin ab (die damaligen Traditionalisten ) Religionsgeschichtlich
find ich’s immer interessant, wie sich bestimmte Vorstellungen so entwickeln.
Ist klar, daß Joh interessanterweise gar nichts von irgendeiner Einsetzung weiß. Es hatte sich nur so
angehört, als wenn sie die Speisesofas verbannt wissen wollten aus dem Abendmahlssaal. Bei Brot und Wein
lagen alle, also doch auch bei der „Einsetzung“, von der übrigens ja nur Lukas etwas weiß („Tut dies
zu meinem Gedächtnis“). Bei Mt u. Mk findet sich kein Hinweis auf eine anvisierte Wiederholung, bei Joh
diesbezüglich sogar gar nichts (nicht mal Brot und Wein als Leib u. Blut). Ob die Versammlung beim Essen
des Lamms (Alter Bund)stand oder nicht, ist doch für einen Christen und im Hinblick auf Brot und Wein
irrelevant. Gerade der antikultische und antiformalistische Jesus sollte beim letzten Abendmahl den großen
Liturgen mimen? Unwahrscheinlich.
Joh 13,27? Was soll das beweisen? Wo steht da was von In-den-Mund-reichen? Da steht einfach nur, daß
er den Bissen zu sich genommen hat. Beim letzten Abendmahl – zumindest der Teil, der Christen interessiert –
geht’s doch nicht um das Essen des leibhaftigen Lammes (Alter Bund), sondern um das Neue (Brot und Wein),
oder irre ich? Und aus den Evangelien geht ganz klar hervor, daß Jesus und seine Schüler dabei (beim
Essen und Trinken von Brot und Wein) gelegen haben (sonst hätte Johannes kaum an der Brust Jesu legen
können, richtig?) Genau aus den Versen vor der vor ihnen empfohlenen Stelle Joh 13,27 geht hervor, daß
Jesus (mit Johannes auf seiner Brust) auf dem Speisesofa lag(!). Nach ihrer Theorie hätte er zumindest
liegend die Mundkommunion gereicht. Hochrituell!
Was ist eigentlich diese ominöse „Substanz“? Die Akzidentien (Geruch, Farbe, Ausdehnung, Gewicht, Geschmack,
chemische Struktur etc.) bleiben ja gleich. Bei der Wandlung würden ja „nur“(!!!!) die Akzidentien unverwandelt
bleiben, die Substanz würde aber verwandelt, und auf die komme es ja an. Was bleibt denn noch ohne die
aufgeführten Akzidentien (die ja nur!! „Gestalt und Schein“ seien) vom Brot übrig?
War es nicht der hl. Thomas v. Aquin, der lehrte: Jungen bekommen 40 Tage nach der Zeugung eine Seele,
Mädchen nach 80 Tagen? Wann hat die Kirche eigentlich ihre Meinung geändert? Weiß das jemand?
Muß sagen: Hab eben den Artikel in der FAZ gelesen. Absolut faszinierend, wie Ratze damit umgeht. Der
Autor des Artikels hat recht: Wie bombensicher muß sich Ratze seines Glaubens sein. Ratze ist eben kein
eifernder Dogmatiker, der meint, alles besser zu wissen als sein Gott selbst es weiß , sondern er ist
sich als intelligenter, glaubenssicherer Mensch im Klaren darüber, daß die aristotelische Terminologie
nicht vom Himmel gefallen ist und nur eine Annäherung an das Geglaubte (Realpräsenz) sein kann. Respekt!
Die erste Messe fand doch nach kath. Auffassung im Abendmahlssaal statt. Dabei lagen Jesus und seine Schüler
auf ihren Speisesofas (ich kann zwar leider kein griechisch, aber in der Vulgata steht „discumbere“ =
zu Tisch legen). Die erste Messe wurde also bequem im Auf-der-Seite-Liegen gefeiert. Es ist kaum vorstellbar
und geradezu ein grotesker Anachronismus zu glauben, daß dabei die Mundkommunion praktiziert worden wäre.
Zumal diese Praxis erst im 8./9. Jh. bezeugt ist (laut Ratze). Die Praxis der Handkommunion wird aber
detailliert vom hl. Cyprian (wenn ich mich richtig erinnere) geschildert: mit den beiden Handflächen
über Kreuz einen Thron für Jesus bilden etc.
Boahh, ist das reaktionär! Ohne Witz jetzt mal: Das ist nun wirklich eine vorsintflutliche Gesellschaftskonzeption.
Vor allem: Ihr rennt Euch die Köpfe ein mit sowas. Die Realität ist doch eine ganz andere. Übrigens
frage ich mich, was das hier so hübsch genannte „Homo-Konkubinat“ mit dem Inhalt des Artikels (pro kinderreiche
Familien) zu tun hat. Ob die Gays jetzt eine eingetragene Partnerschaft oder nicht: Die Familien bekommen
deswegen doch nicht mehr oder weniger Kinder, oder was? Übrigens: Soll ja Gays geben, die ihrer „Fortpflanzungspflicht“
in vorbildlicher Weise nachkommen (Thomas z.B., oder auch der schwule anglikanische Bischof, der vier?
Kinder hat). Kann doch auch für einen Gay nicht so schwer sein, alle 2 Jahre einen erfolgreichen heterosexuellen
Befruchtungsakt durchzuführen!
Glockenturm, Minarett @ 28.IX-28.X. (nicht gerade eingängig, der Name) Was heißt „unser Europa“? Was
für eine Europakonzeption vertrittst Du? Es gibt kein komplett christliches Europa auf der einen Seite
und eine geschlossene muslimische Welt auf der anderen. (Das „Muselman(n)e“ abwertend gemeint ist, hab
ich zur Kenntnis genommen). Ich hab – den Göttern sei es geklagt – einen kath. Glockenturm vor meinem
Balkon. Für mich als Atheisten ist das auch nicht gerade ein Geschenk. Ich hätte lieber einen dichten
germanischen Hain mit rauschenden Laubbäumen da stehen, aber ich muß damit leben. Willst Du einen 10(?)
Kreuzzug? So richtig mit Schwert? Und durchs Blut der Ungläubigen waten, so wie damals in Jerusalem 1099?
Nach so viel Mord und Totschlag durch das Christentum in der ganzen Geschichte immer noch nicht genug
davon?
Atheist (m) bin ich jetzt, schon paar Jahre, war aber mal kath. Priesteramtskandidat und kenne mich ganz
gut aus, auch bei Pius X. Zum einen wundere ich mich auch, daß gar kein „Missionseifer“ mehr da ist bei
den Tradis hier. Erstens ist das doch Euer Auftrag von ganz oben und zweitens diskutiert doch auch Ratze
in regelmäßigen Abständen mit irgendwelchen atheistischen/ agnostischen Philosophen (Habermas z.B.).
Da geht Ratze auch nicht davon aus, daß er Habermas bekehrt, aber er freut sich wahrscheinlich auf ein
interessantes, intellektuell forderndes Gespräch. Sich auch mal herausfordern lassen (gilt für beide
Seiten). Ist doch auch schön. Bei mir ist aber wahrscheinlich Hopfen und Malz verloren. O:O
@ Theophil: Wiedereintrittswelle? Das ist doch eine Frage der Mathematik: Je mehr Leute aus der Kirche
ausgetreten sind, desto größer wird das Reservoir potentieller Rückkehrer. Da ist doch nichts Besonderes
dran. Tatsache ist doch, daß in vielen Gemeinden spätestens nach der Firmung die jungen Leute konsequent
der Kirche fernbleiben und häufig spätestens beim ersten eigenen Gehalt aus der Kirche austreten (Kirchensteuer).
Die Austrittsstatistiken zeigen nämlich deutlich, daß etwa die Hälfte der Austrittler unter 30 Jahre
alt sind. Das sind also auch die künftigen Eltern, die ihre Kinder gar nicht erst taufen lassen. Die
Kirche vergreist, sie ist am Absterben, zumindest in Deutschland. Wie gesagt: Die Konfessionsfreien sind
seit paar Jahren die relativ stärkste „Konfession“ ; vorher war’s die kath. Kirche. Vorbei ist’s!
Meine Güte, wie schneidig! Für einen „Bruder“ ziemlich harsche Sprache. Auf der einen Seite ist Aggression
eine mögliche und auch (m.E.) verständliche Form der Abwehr gegen den klaren Befund, daß der Jesus
der Evangelien antilegalistisch, antikultisch und antiformalistisch war und daß er dem sozialen Miteinander
den klaren Vorrang eingeräumt hat. Auf der anderen Seite sollte man sich vielleicht mal überlegen, ob
das nicht auch viel besser ist als dieses ganze Kult-Brimborium. Kulturgeschichtlich und ästhetisch mag
das ja alles ganz ansprechend sein, aber es war zumindest für Jesus unglaublich unwesentlich. Nicht durch
korrekten Kult sollten sich seine Jünger auszeichnen. Er empfiehlt doch eher das private Gebet.
Natürlich ist eine Bunkermentalität nicht nötig gewesen im eigenen kleinen Bereich, wo am Sonntag noch
das ganze Dorf geschlossen zur Messe gegangen ist. In solchen Dörfern war man ja auch „unter sich“, und
der Priester konnte die moralische Richtung vorgeben. Heute leben wir in einer durch und durch pluralistischen
Gesellschaft, in der die Konfessionsfreien die relative Mehrheit stellen und selbst die nominellen Christen
als praktische Atheisten leben, nämlich so, als wenn sie keine Christen wären. Übrigens: Selbst bei
Christen, die zur Kirche gehen, konnte ich eigentlich noch nie einen wirklichen Unterschied zum „Rest“
feststellen. So richtig ernst scheint man Jesus nämlich nicht zu nehmen. Aber wieder zum Thema: Pluralistische
Gesellschaft, also viele Leute, die etwas anderes als man selbst oder eben gar nichts „glauben“: Da entsteht
bei so manchen Bunkermentalität. Die böse Welt „da draußen“, mit der man nicht klarkommt und die einen
verunsichert. Vermeintliches Heilmittel: eine straff geführte Kirche, die sagt, wo’s lang geht.
Wenn ich mich recht erinnere, ist als Gottesdienst keineswegs immer der Römische Ritus (ob nun tridentisch
oder neu) gewesen: König David tanzte ausgelassen vor der Bundeslade und der urchristliche Gottesdienst
war extrem unliturgisch, sondern äußerte sich eher in ekstatischen Lauten (Zungenrede). Wenn heutige
Katholiken sowas live erleben würden, würden sie sagen: Total bekloppt! Tja, aber so war das offensichtlich
in den paulinischen Gemeinden.
Flügelkämpfe, Kleinkram letzendlich. Auch wenn hier offensichtlich viele meinen, hier ginge es um alles
oder nichts: Was hat das alles mit Jesus und seiner Botschaft zu tun? Jesus taucht hier gar nicht auf.
Logisch, weil das alles gar nichts mit ihm zu tun hat. Statt dessen Projektion seiner eigenen Wünsche
auf die Kirche, die eigene „Wunschkirche“ eben. Allgemein muß man doch sagen, daß das 2. Vaticanum die
Kirche aus ihrer Bunker- und Festungsmentalität rausgeholt hat. An sich ist das doch nur ein Problem
für Leute, die Angst vor der Moderne haben und sich lieber einigeln wollen und -wahrscheinlich- eine
mehr oder minder autoritäre Persönlichkeitsstruktur haben. Hat sich Jesus eingeigelt?
Wenn’s nach mir ginge könnten sich hier alle duzen, so wie es in allen sonstigen Foren üblich ist. Ich
werde das zumindest machen. Ich finde es eigentlich merkwürdig, daß man sich hier in einem sich als
christlich verstehenden Forum so wenig auf Jesus bezieht. Jesus spricht seeehr wenig von Sexualität (auch
im weiteren Sinne), aber sehr viel über soziale Ungerechtigkeit, gegen Reichtum, gegen kultischen und
ethischen Formalismus, für Kranke und sozial Entrechtete: Findet hier kaum statt. Aber viel Verurteilung
Anderesdenkender- und Handelnder: „Wer ohne Sünde ist…“
Interessant, sowohl intellektuell als auch künstlerisch! Ich als Atheist würde mir das mit großem Interesse
ansehen, weil es einfach reizvoll ist, sich auf diese Weise mit dem Thema Religion zu beschäftigen. Und
zum Kirchenraum: Laaaange Zeit in der Kirchengeschichte wurden Kirchen nicht nur für den Kult genutzt,
sondern auch zum Aufführen von Weihnachts- und Osterspielen u.v.a. mehr. Warum keine Videoinstallationen?
Was sollte Jesus dagegen haben? Allgemein: Jesus war antikultisch eingestellt, wie aus vielen Stellen
des Evangeliums eindeutig hervorgeht. Formalismus und routinierter Kult waren ihm zuwider, statt dessen
wollte er die Konzentration auf das Wesentliche (bei allem Vorbehalt den Evangelien gegenüber kann man
das wohl über Jesus sagen, gerade weil dies der späteren und heutigen Praxis der Kirche vollkommen widerspricht).
Sich einfach auf vorbehaltlose Liebe zu konzentrieren, scheint vielen Christen ziemlich suspekt und unzureichend
zu sein. Was würde Jesus dazu sagen? Wenn Jesus heute wiederkäme: Was würde er wohl zur Kirche sagen?
Mit ihrer Hierarchie, ihrem kirchlichen Gesetzbuch, ihrer festgelegten Liturgie mit ihrem Betpensum, mit
allem Formalismus, Klerikalismus, Besitztümern etc.? Na ja, er kommt ja nicht mehr zurück, statt dessen
hält die Kirche Jesus an der kurzen Leine in ihrem Keller (das ist jetzt gerade nicht! gegen Jesus gerichtet),
damit er sie nicht stört.
Woher diese Angst vor Homosexualität? Vor Sexualität überhaupt? Warum immer das Interesse daran, andere
Menschen sexuell zu bevormunden? Meine These: Was man bei sich selbst unterdrückt, wird bei anderen um
so heftiger bekämpft. Der Verdränger will den Freien lehren: Entbehren, entbehren, entbehren! Das klappt
heute aber nicht mehr; die Menschen – selbst Kirchenchristen – lassen sich sexuell kaum noch was vorschreiben.
Und das ist gut so: Ein schwaches Über-Ich ist die beste Garantie für psychische Gesundheit. Keine
Chance den Eiferern!