Freitag, 15. September 2006 19:00
Lesername: Montfalcone
Beiträge: 201
Montfalcone: @ Aleph:
Sicher nicht. [mehr…]
Dienstag, 1. April 2008 14:38
Montfalcone: @ Aleph:
Ihnen ist schon klar, das Sie mit diesem erzreaktionären Mumpitz, diesem uninformierten und uniformierten
Wiederaufkochen in der Tat almodischster, damals schon falscher Kunsttheorie intellektuell in dieselbe
Ecke gehören wie die härtesten, schon grenzwertigen Hyper“traditionalisten“ hier? Ich glaube nicht,
daß diese Auffassung zur Architektur- und Kunstgeschichte noch ernstzunehmend vertreten wird; sie hat
ja auch versucht, durch den Abbruch der „Neo“-Gebäude im Effekt mit dem 2. Weltkrieg gleichzuziehen…
Gott sei Dank ist das mittlerweile eine Mindermeinung.
Wenn Sie mal Zeit haben, lesen Sie doch mal ein Buch oder einen kunsthistorischen Aufsatz aus dem letzten Vierteljahrhundert…? [mehr…]
Wenn Sie mal Zeit haben, lesen Sie doch mal ein Buch oder einen kunsthistorischen Aufsatz aus dem letzten Vierteljahrhundert…? [mehr…]
Dienstag, 1. April 2008 14:16
Montfalcone: @Kurt:
Ich kann Ihnen absolut nicht zustimmen, und ich denke, ästhetisch und kunstgeschichtlich ist dies wirklich
ein Argument der 1970er Jahre. Gegen die Wiederaufnahme einer Stilrichtung ist mE per se nichts einzuwenden –
die gibt es schon in Ägypten und Griechenland (bewußtes Archaisieren etwa). Es entspricht einer typisch
romantischen Denkweise des 19. Jahrhunderts, unbedingt „Neues“ haben zu wollen – wie beim Geniebegriff
der Kunst. Die Neogotik aber etwa ist eine genuine Kunstrichtung wie die Renaissance (s. Kölner Dom)
und keineswegs schlechter oder leerer als andere Formen. Und „Heutiges“ ist, nochmals, so oft klassich
modern (also 100 Jahre alt), daß auch das nicht wirklich „neu“ ist.
@stimme der vernunft:
Diese Argumentation sehe ich überhaupt nicht. Nein, die Tiraden hier gingen schon gegen jegliche „Volksfrömmigkeit“ und jeden Traditionalismus aufgrund eines, wie gesagt, schon selbst sehr sehr traditionell-altmodischen Modernismus.
@Gunsenum:
Gerade „etablierten Künstlern“ würde ich da kein Urteil zubilligen wollen. Etwas kitschigeres als den „Sparkassenprotestantismus“ der 50er-70er oder die vom Institut für Kirchenbau und kirchliche Kunst der Gegenwart geförderten Bauten kann ich mir eigentlich nicht vorstellen. Kitsch als trivialer mainstream. Da gibt es Ausnahmen, und natürlich hat das auch etwas mit Kirchenverständnis zu tun (Weiheraum oder Treffpunkt?), aber das ist ein etwas anderes Thema… [mehr…]
@stimme der vernunft:
Diese Argumentation sehe ich überhaupt nicht. Nein, die Tiraden hier gingen schon gegen jegliche „Volksfrömmigkeit“ und jeden Traditionalismus aufgrund eines, wie gesagt, schon selbst sehr sehr traditionell-altmodischen Modernismus.
@Gunsenum:
Gerade „etablierten Künstlern“ würde ich da kein Urteil zubilligen wollen. Etwas kitschigeres als den „Sparkassenprotestantismus“ der 50er-70er oder die vom Institut für Kirchenbau und kirchliche Kunst der Gegenwart geförderten Bauten kann ich mir eigentlich nicht vorstellen. Kitsch als trivialer mainstream. Da gibt es Ausnahmen, und natürlich hat das auch etwas mit Kirchenverständnis zu tun (Weiheraum oder Treffpunkt?), aber das ist ein etwas anderes Thema… [mehr…]
Dienstag, 1. April 2008 13:48
Montfalcone: Kitsch
Den Artikel fand ich auch daneben – da ist hier ja fast Konsens – aber natürlich müssen die Pseudoliberalen ihn wieder mal für Meckertiraden gegen Gottes-dienste, traditionelle Kunst, Katholizismus usw. mißbrauchen. Ja mein Gott, wie kann man denn gerade als liberaler Intellektueller noch an einen Fortschritt in der Kunst glauben! Was für unsinniger Kram, was für Jahrhundertwendegelabere – wie bei Meier-Graefe! Was soll denn an Nach- oder Neuschöpfungen alter Stilrichtungen falsch sein? Wo ist denn die Moderne moderner als 100 Jahre veraltet? Und was mich auch ärgert, ist dieser penentrante Elitismus der Pseudoliberalen – wir kennen ihn ja nun wirklich, aber wie dämlich und borniert muß man denn sein, gegen die Darstellung genuiner Volksfrömmigkeit zu sein, ja sich über sie lustig zu machen? Ich glaube ja auch an ein sicheres Stilempfinden, aber sind die Tiraden gegen Öldrucke und Putti hier nicht noch trivialer und spießiger als die bekrittelten Objekte selbst? [mehr…]
Donnerstag, 27. März 2008 17:21
Montfalcone: Den Herren Pseudoliberalen ins Stammbuch:
Wer die semiotische, nonverbale Kommunikation durch Symbole, auch und gerade aber durch Kleidung nicht
versteht oder nicht wahrhaben will und sich auf Logozentrik versteift, der lebt, wissenschaftlich-intellektuell
gesehen, sagen wir, in den 1870ern. Da mag die DFG noch so viele Graduiertenkollegs zu Herrschftszeremoniell,
höfischer Ordnung usw. auflegen, da mag es Studiengänge und Bücher in Mengen zum Thema geben, aber
wenn es jemandem in den verregneten (wie Ostern!) Streifen paßt, wird das ignoriert – oder, denke ich
mal, es ist einfach unbekannt. Man muß schon ein arger Ignoramus sein, wenn man nicht sieht, wie wichtig
Kleiderordnungen und -wahlen sind, und gerade der Hl. Vater weiß wohl, damit umzugehen. Insofern ist
es selbstverständlich interessant, was in diesem Artikel stand.
Es mag natürlich sein, daß der geistig schlichte Pseudoliberale und Semiintellektuelle, der mit seiner Zeit nichts besseres anzufangen weiß, als in einem Forum wie diesem herzmzutrollen, wirklich keine Kapazitäten für nicht verbal oder besser noch schriftlich Formuliertes hat (Küchenphilosopie: Kann ich denken, kann es geben, was ich nicht formulieren kann?), und daß genau das ein Grund ist, warum ihm auch jedes Verständnis für eine traditionelle Messe, sämtliche Riten, ja, das Heilige selbst einfach abgehen… eine bedauernswerte, limitierte Existenz. [mehr…]
Es mag natürlich sein, daß der geistig schlichte Pseudoliberale und Semiintellektuelle, der mit seiner Zeit nichts besseres anzufangen weiß, als in einem Forum wie diesem herzmzutrollen, wirklich keine Kapazitäten für nicht verbal oder besser noch schriftlich Formuliertes hat (Küchenphilosopie: Kann ich denken, kann es geben, was ich nicht formulieren kann?), und daß genau das ein Grund ist, warum ihm auch jedes Verständnis für eine traditionelle Messe, sämtliche Riten, ja, das Heilige selbst einfach abgehen… eine bedauernswerte, limitierte Existenz. [mehr…]
Mittwoch, 26. März 2008 19:15
Montfalcone: @Juergen:
Aber lieber Herr, was immer die Motivation sein mag, die unsägliche Zeilenschinderei des Herrn Niggenaber ist jede Bloßstellung wert und spricht für, also gegen sich; sie zeigt auch der „eigenen Kundschaft“, solange sie auch nur noch minimal sensibel ist, woher da der Wind weht. (Von unten nämlich.) Insofern ist die Verschwörunsgtheorie-Keule gegen kreuz.net, selbst wenn sie stimmen sollte, ganz unbeachtlich. [mehr…]
Mittwoch, 26. März 2008 18:41
Montfalcone: @Juergen:
Auch ich gebe Ihnen insofern recht, als auch ich sehe, daß das hier, zumal in Lesermeinungen, aber nicht nur, vorkommt. Macht es das irgendwie besser? Ich denke auch, dass Ihre Blindheit auf dem eigenen Auge Ihnen doch eigentlich Ihrem Selbstanspruch nach Ihnen zu denken geben sollte, oder etwa nicht? Man kann nicht beim n-word so sensibel sein und im gegenwärtigen Kontext nicht. [mehr…]
Mittwoch, 26. März 2008 17:04
Montfalcone: @ Juergen:
Lesen Sie doch mal die Charakterisierungen der Messeteilnehmer. Es geht hierbei doch darum, mit Vorurteilen und – teilweise sogar leicht rassistischen – Stereotypisierungen zu versuchen, alle Teilnehmer einer traditionellen Messe als Außenseiter, Autisten, Ewiggestrige usw. abzustempeln, um damit das ganze Projekt zu deligitimisieren. [mehr…]
Mittwoch, 26. März 2008 16:59
Montfalcone: @Gotthard:
Also zu 20% sind Ihre Beiträge auch weniger borniert und am Thema vorbei. Erstens schreibe ich keine
Hetzartikel in kirchlichen Zeitschriften, und zweitens geht es mir hier nicht um die Teilnehmer(„Innen“)
and reformierten Messen generell, sondern um Personen wie mandy oder den hier verglossten Journalisten,
die sich offensichtlich einen gottesfreien Gottesdienst wünschen, weil sie nicht sehen, daß man, wenn
man den Menschen mehr gehorcht oder dient als Gott, am Ende auch den Menschen – im religiösen Sinne –
nicht dient oder mit ihnen ist, sondern sie vielmehr verachtet.
Es freut mich aber immerhin, daß selbst Sie gemerkt haben, daß der Herr Niggenaber – wenn Sie es mir auch fälschlich vorwerfen, was Sie ja auch wissen – zumindest auch menschenverachtend argumentiert.
Wo kommt eigentlich bei Euch Pseudoaufklärern all der Haß her? Kompensation für irgendwas? [mehr…]
Es freut mich aber immerhin, daß selbst Sie gemerkt haben, daß der Herr Niggenaber – wenn Sie es mir auch fälschlich vorwerfen, was Sie ja auch wissen – zumindest auch menschenverachtend argumentiert.
Wo kommt eigentlich bei Euch Pseudoaufklärern all der Haß her? Kompensation für irgendwas? [mehr…]
Mittwoch, 26. März 2008 16:36
Montfalcone: Schöne Glosse zu peinlichem Gemeckere
Oft schätze ich die Glossen zu Artikeln hier nicht besonders, aber im Falle deserbärmlichen, subintellektuellen
Geschreibsel des Herrn Niggenaber, das sicher auch jedem nichtverkarsteten und -verhärmten Vertreter
reformierter Messen peinlich sein muß, sind sie doch sehr gelungen! Man muß schon Zeile für Zeile lesen,
mit welchem Haß, welchen Vorurteilen sich dieser Mensch auf einen Gottesidienst stürzt, mit welcher
Perfidie, kein non sequitur beachtend, er nur Negatives sehen will, mit welcher Menschenverachtung er
denjenigen begegnet, die in einem Gottesdienst Gott dienen und keinen Kuschelklamauk wollen… „Normal“
ist das sicher nicht, sondern entweder böse oder im praktisch bildbaren Sinne dumm.
Und wie mich das Gefasel vom zugewandten Rücken enerviert, es ist wirklich kaum noch zu ertragen… es wäre doch nett, wenn man all die Meckerfritzen in Busse setzen würde, deren Fahrer ihnen das Gesicht und der Straße den Rücken zukehren. Ihrer eigenen Logik nach ist das doch die ideale Position für den „Fahrer“.
[mehr…]
Und wie mich das Gefasel vom zugewandten Rücken enerviert, es ist wirklich kaum noch zu ertragen… es wäre doch nett, wenn man all die Meckerfritzen in Busse setzen würde, deren Fahrer ihnen das Gesicht und der Straße den Rücken zukehren. Ihrer eigenen Logik nach ist das doch die ideale Position für den „Fahrer“.
Samstag, 26. Januar 2008 17:51
Montfalcone: @PXII
Der Katholizismus ist eine Religion der Freude, auch der Lebensfreude, einer fröhlichen Kultur. Das gilt
gerade für die traditionelle Variante.
Sehr wahr!
aber nun ein non sequitur…
Bei mir wächst das Verständnis für Dave Berger.
Wieso das denn? [mehr…]
Sehr wahr!
Bei mir wächst das Verständnis für Dave Berger.
Montag, 21. Januar 2008 09:09
Montfalcone: Und hinsichtlich der 200.000 beim Angelus
finde ich die Beschreibung ihrer Gegner als „linke[r] Pöbel“ nicht ganz richtig – generell natürlich schon, aber impliziert Pöbel nicht Masse? Von Masse kann bei den Sapienzia-Idioten ja keine Rede sein – fachidiotische Naturwissenschaftler, altlinke 68er und studentelnde Spaßprotestler, jeweils eine Handvoll, zusammen immer noch eine winzige Minderheit an der Universität. [mehr…]
Montag, 21. Januar 2008 09:04
Montfalcone: @LOII
Den vermisse ich auch! [mehr…]
Mittwoch, 16. Januar 2008 19:18
Montfalcone: @ crossword
tatsache ist, dass die kirche niemals im rahmen einer veranstaltung einem atheisten redeerlaubnis erteilen
würde. das ist ihr gutes recht.
Reiner Unsinn, wie bereits unten vermerkt. Rein kirchliche Veranstaltungen mit Atheisten als Diskussionsteilnehmer sind seit über einem Jahrhundert absolut üblich.
ebenso verhält es sich, wenn veranstalter oder teilnehmer einer antiklerikalen veranstaltung nicht unbedingt auf die ausführungen des papstes neugierig sind.
Erstens ist das ein non sequitur, zweitens unsinnig, weil die Semestereröffnung der Sapienza ja kein Kaffeekränzchen der Humanistischen Union ist.
die kennt man, so man sich dafür interessiert, da ohnehin über fast jedes wort und jeden kommentar von benedikt weltweit in allen medien berichtet wird.
Ach, ob man das wirklich tun, weiß ich nicht; schön wäre es ja, aber Lesen ist wie gesagt offensichtlich keine Stärke der Naturwissenschaftler, Altmarxisten und Jungprotestlinge, die hier das Problem waren und sind.
Abgesehen davon, daß hier eine Minderheit der Mehrheit der Organisierenden und Zuhörer diktiert, was sie hören dürfen und was nicht. [mehr…]
Reiner Unsinn, wie bereits unten vermerkt. Rein kirchliche Veranstaltungen mit Atheisten als Diskussionsteilnehmer sind seit über einem Jahrhundert absolut üblich.
ebenso verhält es sich, wenn veranstalter oder teilnehmer einer antiklerikalen veranstaltung nicht unbedingt auf die ausführungen des papstes neugierig sind.
Erstens ist das ein non sequitur, zweitens unsinnig, weil die Semestereröffnung der Sapienza ja kein Kaffeekränzchen der Humanistischen Union ist.
die kennt man, so man sich dafür interessiert, da ohnehin über fast jedes wort und jeden kommentar von benedikt weltweit in allen medien berichtet wird.
Ach, ob man das wirklich tun, weiß ich nicht; schön wäre es ja, aber Lesen ist wie gesagt offensichtlich keine Stärke der Naturwissenschaftler, Altmarxisten und Jungprotestlinge, die hier das Problem waren und sind.
Abgesehen davon, daß hier eine Minderheit der Mehrheit der Organisierenden und Zuhörer diktiert, was sie hören dürfen und was nicht. [mehr…]
Mittwoch, 16. Januar 2008 10:56
Montfalcone: Die kritisierte Aussage des Hl. Vaters zu Galileo Galilei
(noch als Kardinal Ratzinger) ist wissenschaftsgeschichtlich natürlich vollständig korrekt; nur in der
Populärgeschichte der Warfare of Science with Theology in Christendom wird dergleichen noch behauptet.
Was zeigt, daß die Naturwissenschaftler nur auf ihrem Gebiet lesen und sich ansonsten auf der Ebene von
Kinderbüchern informieren.
Sicherlich ein Rückzugsgefecht der Scheinaufklärung, der es um Fassade und Ideologie geht, nicht einmal um die eigenen Inhalte. [mehr…]
Sicherlich ein Rückzugsgefecht der Scheinaufklärung, der es um Fassade und Ideologie geht, nicht einmal um die eigenen Inhalte. [mehr…]
Freitag, 23. November 2007 21:24
Montfalcone: Rechtsstaatlich heißt nicht servil, eher im Gegenteil
als Partei in einem Rechtsstreit habe ich nur die zwei oben genannten Möglichkeiten. Alles andere ist
Wunschdenken oder emotionales Getue… das mag einem gefallen oder nicht!
Mumpitz. Akzeptieren heißt keineswegs Billigung, in keinem normalen Rechtssystem – akzeptieren heißt nur, daß ich es rein juristisch hinnehmen muß, ihm also Folge leisten muß. Es stehen noch die absolut legitimen und rechtsstaatlichen Möglichkeiten der Paradigmenänderung (was ja in der Schweiz angedacht wird) und der politischen Änderung des Ergebnisses (was leider wahrscheinlich dort nicht der Fall sein wird) offen. Urteilskritik ist übrigens selbst nach streng klassich liberalem Staats- und Rechtsverständnis (z.B. bei Kant) nicht nur erlaubt, sondern sogar notwendig. Rechtsstaatlich heißt nicht servil. [mehr…]
Mumpitz. Akzeptieren heißt keineswegs Billigung, in keinem normalen Rechtssystem – akzeptieren heißt nur, daß ich es rein juristisch hinnehmen muß, ihm also Folge leisten muß. Es stehen noch die absolut legitimen und rechtsstaatlichen Möglichkeiten der Paradigmenänderung (was ja in der Schweiz angedacht wird) und der politischen Änderung des Ergebnisses (was leider wahrscheinlich dort nicht der Fall sein wird) offen. Urteilskritik ist übrigens selbst nach streng klassich liberalem Staats- und Rechtsverständnis (z.B. bei Kant) nicht nur erlaubt, sondern sogar notwendig. Rechtsstaatlich heißt nicht servil. [mehr…]
Montag, 19. November 2007 14:39
Montfalcone: Aber Herr Kurt, sollten Sie die SPIEGEL- und FAZ-Exemplare nicht ordentlich ablegen oder zumindest
stapeln? Bei Ihnen wundert mich zudem, daß Sie nicht jeweils das e-paper verwenden!
[mehr…]
Sonntag, 18. November 2007 20:17
Montfalcone: Problematisch?
Nochmals: Wie kann denn eine Selig- oder gar Heiligsprechung problematisch sein, wenn sie ordnungsgemäß
durchgeführt wird? Wenn ich sie nicht verstehe, sollte ich lieber noch einmal darüber nachdenken. Roma
locuta, causa finita – wenn ich als Gläubiger damit Probleme habe, liegen sie bei mir.
Hinzu kommt: Wie angemessen ist es denn, über eine Seligsprechung, ein wahrhaft feierlicher und zutiefst spiritueller und bedeutender Anlaß, an diesem Tage meckernd und krittelnd herzuziehen? Was für ein Kirchen- und Glaubensverständnis soll denn das sein? Was für eine Stufe von Benimm, Gehorsam, Kirchentreue und allgemeinem Anstand?
Was man hier einmal wieder sieht, ist aber, wie sich ‘Härektiker und Heide’ die Hand geben: Zwischen säkularen ‘Modernisten’ und innerkirchlich-kirchenkritischen ‘Antimodernisten’ besteht insofern Gleichheit, als daß sie beide ihre individuelle Perspektive, ihre verabsolutierte Ichbezogenheit („ich habe da Zweifel“, „ich glaub da nicht dran“) zum Primärkriterium erheben, sie eine Art Kompetenzkompetenz anmaßen… superbia in jedem Falle.
Und das kann man vom seligen Antonio Rosmini nun wirklich lernen: Wahrer Glaube und wahre Ratio sind nie in Opposition, Nachdenken lohnt sich, und den Hl. Vater kritisiere ich nicht, sondern gehorche ihm. [mehr…]
Hinzu kommt: Wie angemessen ist es denn, über eine Seligsprechung, ein wahrhaft feierlicher und zutiefst spiritueller und bedeutender Anlaß, an diesem Tage meckernd und krittelnd herzuziehen? Was für ein Kirchen- und Glaubensverständnis soll denn das sein? Was für eine Stufe von Benimm, Gehorsam, Kirchentreue und allgemeinem Anstand?
Was man hier einmal wieder sieht, ist aber, wie sich ‘Härektiker und Heide’ die Hand geben: Zwischen säkularen ‘Modernisten’ und innerkirchlich-kirchenkritischen ‘Antimodernisten’ besteht insofern Gleichheit, als daß sie beide ihre individuelle Perspektive, ihre verabsolutierte Ichbezogenheit („ich habe da Zweifel“, „ich glaub da nicht dran“) zum Primärkriterium erheben, sie eine Art Kompetenzkompetenz anmaßen… superbia in jedem Falle.
Und das kann man vom seligen Antonio Rosmini nun wirklich lernen: Wahrer Glaube und wahre Ratio sind nie in Opposition, Nachdenken lohnt sich, und den Hl. Vater kritisiere ich nicht, sondern gehorche ihm. [mehr…]
Sonntag, 18. November 2007 19:31
Montfalcone: @Ultra:
Nicht politische Hintergründe, sondern einen kirchenpolitischen Kontext innerhalb von Staaten und Gesellschaften,
innerhalb derer sich auch die Kirche bewegt und zu dem sie sich bei aller Ewigkeit und Konstanz verhält.
Wie sollte es denn anders sein? Oder wollen Sie eine Kirche im Vakuum postulieren?
@Heinrich:
Selbstzweifel gelegentlich schon, Zweifel an Seligsprechungen durch den Heiligen Vater bzw. seinen Vertreter nicht, und eigentlich auch nicht an der dreisten Eitelkeit derjenigen, die glauben, daran naßforsch und theologisch wie intellektuell unreflektiert herumzumeckern zu können, anstatt das zu tun, was kürzlich König Juan Carlos so schön Hugo Chavez empfahl. [mehr…]
@Heinrich:
Selbstzweifel gelegentlich schon, Zweifel an Seligsprechungen durch den Heiligen Vater bzw. seinen Vertreter nicht, und eigentlich auch nicht an der dreisten Eitelkeit derjenigen, die glauben, daran naßforsch und theologisch wie intellektuell unreflektiert herumzumeckern zu können, anstatt das zu tun, was kürzlich König Juan Carlos so schön Hugo Chavez empfahl. [mehr…]
Sonntag, 18. November 2007 14:55
Montfalcone: Zweifel bestehen jedenfalls keine…
… an küchenhäretischen Dummschwätzern.
[mehr…]
Sonntag, 18. November 2007 14:26
Montfalcone: Keine Widersprüche
Mumpitz, ist in der Diskussion zu dem verlinkten Artikel schon ausführlich diskutiert worden. Widersprüche
gibt es nicht. Die Verurteilung bestimmter Thesen des sel. Antonio Rosmini fand zeitbezogen, auf eine
ganz bestimmte innerkirchkliche und politische Situation reagierend, statt und war bzw. ist insofern kontextabhängig.
Diese Situation existiert heute nicht mehr, insofern besteht auch kein Grund zur Verurteilung – wobei
sich in dem erwähnten Urteil ja immer noch Problembestätigungen etc. finden lassen.
Anders gesagt: Ich warne in einem trockenen Holzhaus vor offenem Feuer, habe aber kein Problem damit, wenn wir uns in einem regnerischen Sumpf befinden. Das hat mit Relativismus oder Kasuistik etc. nichts zu tun – für den Holzhauskontext ist die Warnung ja nach wie vor richtig. [mehr…]
Anders gesagt: Ich warne in einem trockenen Holzhaus vor offenem Feuer, habe aber kein Problem damit, wenn wir uns in einem regnerischen Sumpf befinden. Das hat mit Relativismus oder Kasuistik etc. nichts zu tun – für den Holzhauskontext ist die Warnung ja nach wie vor richtig. [mehr…]
Sonntag, 18. November 2007 12:23
Montfalcone: Rosmini Beato!
Der verehrungswürdige Antonio Rosmini, nochmals, wird heute seliggesprochen. Damit hat sich kleinkarierte Kritik an ihm von Seiten der Gartenzwergfraktion, ob das denn berechtigt sei oder nicht, ein für alle Mal erledigt – causa finita. Das heißt natürlich nicht, daß man nicht an seinen Lehren das eine oder andere, oder sogar eine Menge, auszusetzen haben darf oder eventuell auch muß, aber das trifft etwa auf den Aquinaten auch nicht weniger zu. [mehr…]
Freitag, 2. November 2007 18:25
Montfalcone: @PXII: Staat und Reich II
Teil II:
Den Staat untergehen zu lassen, indem man eine Krise des Nationalstaats postuliert (nicht belegt) und supranationale, klar staatliche Ebenen (funktionell wie theoretisch) als nichtstaatlich apostrophiert, ist zwar ein üblicher Topos in gewissen Kreisen der mainstream-Literatur, aber es ist natürlich völlig abwegig.
In jedem Falle wundert mich diese Ihre Argumentation aber doch schon sehr, weil Sie mit Ihren anderen postings so überhaupt nicht in Übereinstimmung zu bringen ist. Weder die spezielle Art von Wirtschaftsfreundlichkeit im Sinne eines libertären Ansatzes noch die anglo-amerikanische politologisch-intellektuelle Staatskritik lassen sich mit katholischem Denken jeglicher Art (traditionell oder nicht, Romtreu wie es sich gehört oder nicht) m.E. vereinbaren. Und in Ihren früheren Bemerkungen zum Vierebenenmodell, der interessanten Parallelen EU-HRR usw., der Herleitung (eben nicht nur) des Nationalstaates aus den Ideen von 1789 und deren Problematik etwa zu MOE, scheinen Sie doch auch eine andere Linie zu vertreten…? [mehr…]
Den Staat untergehen zu lassen, indem man eine Krise des Nationalstaats postuliert (nicht belegt) und supranationale, klar staatliche Ebenen (funktionell wie theoretisch) als nichtstaatlich apostrophiert, ist zwar ein üblicher Topos in gewissen Kreisen der mainstream-Literatur, aber es ist natürlich völlig abwegig.
In jedem Falle wundert mich diese Ihre Argumentation aber doch schon sehr, weil Sie mit Ihren anderen postings so überhaupt nicht in Übereinstimmung zu bringen ist. Weder die spezielle Art von Wirtschaftsfreundlichkeit im Sinne eines libertären Ansatzes noch die anglo-amerikanische politologisch-intellektuelle Staatskritik lassen sich mit katholischem Denken jeglicher Art (traditionell oder nicht, Romtreu wie es sich gehört oder nicht) m.E. vereinbaren. Und in Ihren früheren Bemerkungen zum Vierebenenmodell, der interessanten Parallelen EU-HRR usw., der Herleitung (eben nicht nur) des Nationalstaates aus den Ideen von 1789 und deren Problematik etwa zu MOE, scheinen Sie doch auch eine andere Linie zu vertreten…? [mehr…]
Freitag, 2. November 2007 14:54
Montfalcone: Ja ja, das depperte Feixen des subintellektuellen Gesindels
zu diesem Artikel, das natürlich vorauszusehen (und vielleicht von kreuz.net leider auch provoziert) war, ist nun wirklich symptomatisch für dessen Art der über drei Ecken vererbten, verstaubten, verblasenen Pseudo-Aufklärung, die sich weder ihrer eigenen Wurzeln noch jeder kontemporären Reflexion über Reliquien und ihre Verehrung (sei sie theologisch oder meinetwegen soziologisch) bewußt ist, weil es zum Lesen ja schon lange nicht mehr reicht… insofern einerseits peinlich, andererseits auch entlarvend… [mehr…]
Freitag, 2. November 2007 08:07
Montfalcone: @PXII: Staat und Reich
Lieber Pius, Sie wollen doch im Jahre 2007 nicht einer so antiquierten Mode wie der Postmoderne oder dem
Postmodernismus das Wort reden? So reaktionär sind wir doch beide nicht, daß das ein Wort wäre, daß
die Realität oder einen relevanten Theorieansatz umschriebe! Da ist Carl Schmitt schon mehr „der Hit“,
auch wenn sein Staatspessimismus zu einer ganz bestimmten Zeit nicht zutreffend war – man sollte ihn aber
eben pessimistisch-dystopisch verstehen und nicht als Zustandsbeschreibung. Jedenfalls: Hollow state meint,
und zwar immer im pejorativen Sinne, die Aushöhlung des Staates dadurch, daß ihm in den Augen der Bürger
legitimisierende und positive Aufgaben entzogen werden, und er ist insofern eine Kritik daran. Mit mitfühlendem
Konservatismus hat das überhaupt nicht zu tun – mit Konservatismus an sich jedoch schon, da ein ausgehöhlter
Staat kein konservatives Interesse sein kann. Jedenfalls: Ein Ende des Staates, und zwar durchaus streng,
aber – um an den Anfang unserer Konversation zurückkommend – eben nicht unbedingt nationalstaatlich überzeichnet
verstanden (wenn Ihre Jellinek-Definition doch auch nicht schlecht ist), und gerade wenn ich an Reichskonzepte
denke, ist aber nicht nur nicht wünschenswert, sondern auch empirisch nicht festzumachen, schon gar nicht
angesichts der Entstehung einer vierten staatlichen Ebene.
[So, das ist gerade mal die Hälfte meiner Replik, aber mehr geht eben erst mal nicht – das ist eben keine Konversation für kreuz.net…
] [mehr…]
[So, das ist gerade mal die Hälfte meiner Replik, aber mehr geht eben erst mal nicht – das ist eben keine Konversation für kreuz.net…
Donnerstag, 1. November 2007 13:48
Montfalcone: @PXII: Familie und Staatsleistung
Aber Pius, die Korrektur ist natürlich herzlich willkommen, aber Sie wollen sich doch, zumal in unserem konservativ-/katholischen Diskurskontext (oder…?), nicht wirklich eine „pluralistische Theorie“ von Staat und Gesellschaft zueigen machen, also doch am Ende einen schlichten Governance-Ansatz plus Dahl und 68? In dem ist ja bereits die Staatskritik verortet, sie ist also zum Reflektieren des Staates ganz und gar untauglich. Ich möchte den Staat natürlich auch ganz präzise vom Gemeinwesen unterscheiden (mit Hegel gegen die Taschenbuchausgabe von Althusius, sozusagen), sonst haben wir doch noch mehr Wischi-Waschi und kommen zu gar nichts. Nein, Staatsleistungen sind sicherlich wichtig (und gerade in der neuesten Governance-Theorie geht man ja wieder davon aus, daß es positiv besetzte Staatsleistungen geben muß, Stichwort hollow state), aber die Leistungen (meinetwegen im Sinne von Forsthoff) bestimmen und definieren ja nicht den Staat, sondern sind nur Funktion desselben und Ausfluß der polis. Insofern würde ich Ihrer Gleichsetzung „Staat = staatliches Handeln“ auch untechnisch keinesfalls zustimmen wollen. Das heißt aber auch, daß nicht nur Kern und Wesen des Staates durch eine sinnvolle und nicht mit destruktivem Impetus vorgenommene Aufgabenkritik gar nicht tangiert werden. [mehr…]
Donnerstag, 1. November 2007 10:26
Montfalcone: @PXII: Familie und Staat
Natürlich kann der Staat sich gegen Eigentum und Familie wenden, aber das heißt nicht, daß beide ohne ihn funktionierten (und insofern ist ersteres zweifellos ein Institut). Dabei, nochmals, schwächt ein auf die Familie bezogenes Subsidiaritätshandeln des Staates (wie Sie es z.B. bei Christian Wolff finden, und eben gerade nicht in individualistischem Denken!, ganz im Sinne von Rerum novarum und Quadragesimo anno) diesen doch nicht, sondern macht ihn besser und recht verstanden stärker in dem Kontext, über den wir hier reden. Ihr konkretes Beispiel bietet mehr Familie, aber nicht weniger Staat, sondern lediglich weniger Staatsleistung, was aber nun wirklich nicht dasselbe ist. (Die einschlägige Schmitt-Referenz erspare ich mir, die ist Ihnen sicher sowieso präsent.
) [mehr…]
Mittwoch, 31. Oktober 2007 15:42
Montfalcone: @PXII:
„Mehr Familie, weniger Staat“ ist nicht nur ein künstlich herbeigeführter Antagonismus, der in die Irre führt, sondern oxymoronistisch. Mehr Familie erfordert Staat und Kirche. Familie und Privateigentum sind nicht „natürlich“, also in unserem Sinne ohne Glauben und Staat nicht denkbar. Die Staatsquote an sich ist eine Nichtinformation; sie hat keinen wie auch immer gearteten Einfluß auf Einkommen, Verteilung, Wachstum, Innovation usw. Es gibt auch kaum ernstzunehmende Wirtschaftsvertreter (ich meine damit Vertreter der Wirtschaft, nicht libertäre Ökonomen), die nicht einen kompetenten, sinnvoll handelnden Staat fordern; Niedrigsteuern und Staatszurückfahren führt empirisch zu keinen Effizienzgewinnen und schon gar nicht zu größeren Individualeinkommen im Bürgertum. (Der Kollege Kirchhof stimmt dem übrigens weitestgehend zu, und ich ihm generell auch – um Staatsreduktion geht es ihm keinesfalls.) Abgesehen davon weise ich bescheiden davon hin, daß Staatsreduktion und -schwächung nie das Ziel der Kirche war und es auch heute nicht ist, und zwar explizit. (Die gebotene Subsidiarität etwa schwächt ja nicht den Staat, sondern stärkt diesen.) Und auch nicht, daß „die Reichen reicher werden“, um einmal polemisch von der anderen Seite zu borgen.
Und konservativ in jedwedem klassischem Sinne, auch anglo-amerikanischem (Shaftesbury, Burke, Beaconsfield, Birkenhead), schon gar nicht. [mehr…]
Mittwoch, 31. Oktober 2007 10:47
Montfalcone: zu meinem eigenen letzten posting:
Das kommt vom copy-pasten; ich bitte allseits um Entschuldigung! Natürlich ist nur der 1. § von mir; das Weitere ist der ungelöschte Text von M. Corvisier (immerhin ein schöner Text
). [mehr…]
Mittwoch, 31. Oktober 2007 06:41
Montfalcone: @Maurice Corvisier:
Auf diese Sichtweise können wir uns sicher einigen – das Suchende und Prüfende ist sicherlich ein besonderes
Charakteristikum Jüngers. Insofern muß ich Jünger einerseits periodisieren (weil 1923 bei ihm eben
nicht 1943 oder 1993 ist), kann andererseits sein Leben aber schon als Prozeß, als Reflektion auf die
Zeit, aber immer vor dem Hintergrund einer genuinen Linie und eines fast schon überwältigenden Anständigseins
und -bleibens (und zwar gerade nicht in dem pervertierten Sinne, über den Mosebach redet) sehen, die
natürlich ganz notwendigerweise auf ihre Krönung und Erfüllung, die späte Konversion, hinläuft. Aber
es ist schon ein Weg, eine Haltung und eine Reflexionsebene sui generis – mir persönlich zu Zeiten zu
prüfend, aber er mußte sich seinen Weg eben suchen…
Und in diesem Zusammenhang ist seine Konversion nichts weiter als der irdische Endpunkt der langen, prüfenden, verwerfenden und bewahrenden Suche eines überragenden Geistes. Eines der vielen Dinge, die ich mir wünsche, ist: Jünger später treffen zu dürfen.
Ihnen, lieber Montfalcone, einen richtig schönen Abend.
Mit Gruß!
M.C [mehr…]
Und in diesem Zusammenhang ist seine Konversion nichts weiter als der irdische Endpunkt der langen, prüfenden, verwerfenden und bewahrenden Suche eines überragenden Geistes. Eines der vielen Dinge, die ich mir wünsche, ist: Jünger später treffen zu dürfen.
Ihnen, lieber Montfalcone, einen richtig schönen Abend.
Mit Gruß!
M.C [mehr…]
Dienstag, 30. Oktober 2007 19:57
Montfalcone: @PXII, Maurice Corvisier:
PXII, Ihrer Parteientheorie stimme ich zu, außer „weniger Staat.“ So pauschal ist das, wie eine gewisse Kapitalismusfreundlichkeit, rechtes (oder libertäres), nicht konservatives Gedankengut (und explizit auch nicht katholisches), und auch anglo-amerikanischer, nicht deutscher Provenienz. Und das Vermischen nicht nur des – militant anti-konservativen – Nationalsozialismus (die Kollaboration Konservativer mit ihm hebt das nicht auf, so schlimm sie war), sondern auch der Rechten, mit dem Konservatismus ist eines unserer Hauptprobleme, wie die Diskussion hier ja zeigt – absolut d’accord, M. Corvisier! (Auch hinsichtlich des Hinweises auf Jünger, der aber eine ganz besondere, gerade keine klassisch konservative Position einnimmt.) [mehr…]
Dienstag, 30. Oktober 2007 17:25
Montfalcone: @PXII:
„Modern“ ist schon ein Thema für Juristen. Sehen Sie, eigentlich ist für Juristen alles ein Thema.
Oh, ich weiß, aber ist das die Antwort oder das Problem?
(Das kommt übrigens von keinem Nichtjuristen.)
Um aufs Thema zurückzukommen: Mich freut schon, daß mit Mosebach (der ja auch Jurist ist) das dezidiert nicht-moderne, „reaktionäre“ Denken in gewisser Weise als denkbare Option anerkannt ist. Das hat doch was. Lassen wir es uns nicht von den Schmuddel-Rechten kaputt machen, die weder wissen, was modern, noch was konservativ ist, sondern die sich ganz in linker Manier ihr Weltbild stricken, nur daß es eben rechts ist. Gegen diese Faschistoiden bin ich, weil sie den Konservatismus ruinieren, indem sie ihn für sich reklamieren und die Linken das gerne aufgreifen.
Amen!
(Und danke für die netten Worte.
) [mehr…]
Oh, ich weiß, aber ist das die Antwort oder das Problem?
Um aufs Thema zurückzukommen: Mich freut schon, daß mit Mosebach (der ja auch Jurist ist) das dezidiert nicht-moderne, „reaktionäre“ Denken in gewisser Weise als denkbare Option anerkannt ist. Das hat doch was. Lassen wir es uns nicht von den Schmuddel-Rechten kaputt machen, die weder wissen, was modern, noch was konservativ ist, sondern die sich ganz in linker Manier ihr Weltbild stricken, nur daß es eben rechts ist. Gegen diese Faschistoiden bin ich, weil sie den Konservatismus ruinieren, indem sie ihn für sich reklamieren und die Linken das gerne aufgreifen.
Amen!
(Und danke für die netten Worte.
Dienstag, 30. Oktober 2007 17:09
Montfalcone: @PXII:
Ich glaube, Sie haben mich falsch verstanden – wir sind ganz übereinstimmend der Meinung, daß das Thema interessant ist, das Forum ihm aber nicht angemessen. „Modern“ ist ja nun ein etwas schwieriger Begriff (und nun wirklich kein Thema für Öffentlichrechtler), aber es würde mir schon schwerfallen, die Politika politisch-philosophisch nicht darunterfallen zu lassen. Aber mir ist schon klar, daß man das machen kann. [mehr…]
Dienstag, 30. Oktober 2007 15:47
Montfalcone: @GerdEric:
Das sagten Sie ja sowieso, oder?
Sie sollten nicht alles,
was hier über mich erlogen wird,
glauben.
Aber ich soll doch wohl glauben, was Sie über sich selbst sagen? Darauf bezog ich mich ja.
Ansonsten s. die Replik von PXII. [mehr…]
Sie sollten nicht alles,
was hier über mich erlogen wird,
glauben.
Aber ich soll doch wohl glauben, was Sie über sich selbst sagen? Darauf bezog ich mich ja.
Ansonsten s. die Replik von PXII. [mehr…]
Dienstag, 30. Oktober 2007 15:36
Montfalcone: @PXII:
Nein, in diesem Rahmen kommen wir sicher nicht weiter, das ist wahr. Ich wollte auch noch Ihre anderen
Punkte kommentieren, sodaß das, was ich Ihnen gegenüber eigentlich sagen will, deutlich wird – aber
dafür gibt es hier zu wenig Platz (und man kann dafür ja generell nur dankbar sein…).
In der Tat: Wir bräuchten mehr Raum, und jetzt noch mehr, weil ich zu Althusius (der nun ganz ohne Zweifel modern ist; Sie kennen sicher C.J. Friedrich zum Thema) auch noch etwas sagen wollen würde, Begriffsentwicklung hin oder her, oder zum Selbstverständnis der Athener als Griechen (keinesfalls!), oder zum katechontischen Staatskonzept nach Schmitt, zum Spannungsverhältnis Reich-Staat usw. Ich denke schon, daß man aus dem schlichten Denken in kontemporären Begriffskategorien recht leicht hinauskommt, und zumal ein belesener Jurist, was es ja auch geben soll. Wie gesagt: Ihren Staatsbegriff, gerade in unserem Kontext, halte ich weder für theoretisch noch für historisch recht überzeugend, aber ich gebe zu, daß dies hier nicht gerade die Staatsrechtslehrertagung ist, und somit, sei’s drum… [mehr…]
In der Tat: Wir bräuchten mehr Raum, und jetzt noch mehr, weil ich zu Althusius (der nun ganz ohne Zweifel modern ist; Sie kennen sicher C.J. Friedrich zum Thema) auch noch etwas sagen wollen würde, Begriffsentwicklung hin oder her, oder zum Selbstverständnis der Athener als Griechen (keinesfalls!), oder zum katechontischen Staatskonzept nach Schmitt, zum Spannungsverhältnis Reich-Staat usw. Ich denke schon, daß man aus dem schlichten Denken in kontemporären Begriffskategorien recht leicht hinauskommt, und zumal ein belesener Jurist, was es ja auch geben soll. Wie gesagt: Ihren Staatsbegriff, gerade in unserem Kontext, halte ich weder für theoretisch noch für historisch recht überzeugend, aber ich gebe zu, daß dies hier nicht gerade die Staatsrechtslehrertagung ist, und somit, sei’s drum… [mehr…]
Dienstag, 30. Oktober 2007 14:35
Montfalcone: @GerdEric:
Wenn das kein Mord ist,
Was?
dann ist auch der Mord an den Klerikern kein Mord…
Das sagten Sie ja sowieso, oder?
um es mal zynisch zu sagen: Beihilfe zum Märtyertum
Zynisch ist gar kein Ausdruck.
Was Ihr den Geringsten tut, das tut Ihr mir!
(ich weiß echt nicht wer das gesagt haben soll)
Das glaube ich Ihnen gern.
Das Böse gibt es eben, in mancherlei Form; manchmal kann man es weniger gut erkennen, und manchmal eben doch sehr gut. [mehr…]
Was?
dann ist auch der Mord an den Klerikern kein Mord…
Das sagten Sie ja sowieso, oder?
um es mal zynisch zu sagen: Beihilfe zum Märtyertum
Zynisch ist gar kein Ausdruck.
Was Ihr den Geringsten tut, das tut Ihr mir!
(ich weiß echt nicht wer das gesagt haben soll)
Das glaube ich Ihnen gern.
Das Böse gibt es eben, in mancherlei Form; manchmal kann man es weniger gut erkennen, und manchmal eben doch sehr gut. [mehr…]
Dienstag, 30. Oktober 2007 14:11
Montfalcone: @GerdEric:
[…] wenn z.B. eine politische Gruppe Rekruten einberuft, […]
die dann ihr Leben dafür geben sollen/müssen.
Das ist Mord.
Nein, das ist kein Mord.
Daß die Verhältnisse in Spanien damals schlecht waren,
vorallem für die Besitz- und Mittellosen,
ist wohl klar,
Nein. Was heißt denn schlecht, und was vor allem?
und daß der Klerus leider auf der Seite der falschen war, ist auch klar,
Nein.
denn Jesus stand nicht auf der Seite Herodes,
er stand auf der Seite des einfachen Menschen,
er stand nicht auf der Seite der Gesetze um der Gesetze willen
Das ist ein non sequitur. Herodes (welchen meinen Sie eigentlich?) ist kein Symbol für die Besitzenden (?), weder in der Hl. Schrift noch anderweitig. Und kein Herodes wird als Zeichen des „Gesetzes um des Gesetzes Willen“ verwendet; eher im Gegenteil.
Auch wenn Menschen sich gegen Unterdrückung sich erheben, sie dann erschossen werden, es bleibt Mord.
Je nachdem. Aber wenn dem so wäre, wäre das nicht Ihr Punkt, sondern meiner.
Daß der Klerus sich auf die falsche Seite stellte,
die der Macht,
führte dazu,
daß sich die sich von G’TT verlassen fühlten,
gegen die Kleriker wandten.
Die Macht war die Republik, und diese wandte sich gegen die Kirche.
Auch Rufmord ist Mord!
Nein.
GerdEric, Sie inflationieren den Mordbegriff mit Ihren Privatdefinitionen und vergehen sich damit erneut an den Ermordeten.
Meine Frage, warum die Kirche ihre Märtyrer nicht seligsprechen sollte, haben Sie nicht beantwortet. [mehr…]
die dann ihr Leben dafür geben sollen/müssen.
Das ist Mord.
Nein, das ist kein Mord.
Daß die Verhältnisse in Spanien damals schlecht waren,
vorallem für die Besitz- und Mittellosen,
ist wohl klar,
Nein. Was heißt denn schlecht, und was vor allem?
und daß der Klerus leider auf der Seite der falschen war, ist auch klar,
Nein.
denn Jesus stand nicht auf der Seite Herodes,
er stand auf der Seite des einfachen Menschen,
er stand nicht auf der Seite der Gesetze um der Gesetze willen
Das ist ein non sequitur. Herodes (welchen meinen Sie eigentlich?) ist kein Symbol für die Besitzenden (?), weder in der Hl. Schrift noch anderweitig. Und kein Herodes wird als Zeichen des „Gesetzes um des Gesetzes Willen“ verwendet; eher im Gegenteil.
Auch wenn Menschen sich gegen Unterdrückung sich erheben, sie dann erschossen werden, es bleibt Mord.
Je nachdem. Aber wenn dem so wäre, wäre das nicht Ihr Punkt, sondern meiner.
Daß der Klerus sich auf die falsche Seite stellte,
die der Macht,
führte dazu,
daß sich die sich von G’TT verlassen fühlten,
gegen die Kleriker wandten.
Die Macht war die Republik, und diese wandte sich gegen die Kirche.
Auch Rufmord ist Mord!
Nein.
GerdEric, Sie inflationieren den Mordbegriff mit Ihren Privatdefinitionen und vergehen sich damit erneut an den Ermordeten.
Meine Frage, warum die Kirche ihre Märtyrer nicht seligsprechen sollte, haben Sie nicht beantwortet. [mehr…]
Dienstag, 30. Oktober 2007 13:13
Montfalcone: @PXII:
1. Das, was wir heute unter Demokratie verstehen und praktizieren, kommt schon von 1789.
In weiten Teilen ja, aber doch hauptsächlich auf einer ideellen Ebene. Die Demokratie von 1789 ist eher eine Version des josephinischen „Alles für das Volk, nichts durch das Volk.“ Genuin plebiszitäre Komponenten sind für das 1789 empirisch eben gerade nicht festzustellen.
Das griechische Modell war eher die kommunale Selbstverwaltung der Stadtbürger, die gab es das ganze Mittelalter über in den freien Reichsstädten.
Kommunale Selbstverwaltung setzt den Nationalstaat voraus, sowohl im englischen Original als auch in der vom Steinschen, preußischen Version. Insofern hat sie mit den Stadtstaaten des antiken Griechenlands nichts zu tun, da diese kleine Nationalstaaten waren.
2. Das besondere an 1789 ist, daß sich das Volk/die Nation (die erst später, in Dtl. ethnisch verstanden wurde) als Träger des Staates versteht.
Ob sich „das Volk“ so verstanden hat, ist eine interessante Frage; das Konzept des – wie auch immer verstandenen – Volkes als Träger des Staates ist spezifisch sicherlich 100 Jahre älter, konkret etwa 2100 Jahre. [mehr…]
In weiten Teilen ja, aber doch hauptsächlich auf einer ideellen Ebene. Die Demokratie von 1789 ist eher eine Version des josephinischen „Alles für das Volk, nichts durch das Volk.“ Genuin plebiszitäre Komponenten sind für das 1789 empirisch eben gerade nicht festzustellen.
Das griechische Modell war eher die kommunale Selbstverwaltung der Stadtbürger, die gab es das ganze Mittelalter über in den freien Reichsstädten.
Kommunale Selbstverwaltung setzt den Nationalstaat voraus, sowohl im englischen Original als auch in der vom Steinschen, preußischen Version. Insofern hat sie mit den Stadtstaaten des antiken Griechenlands nichts zu tun, da diese kleine Nationalstaaten waren.
2. Das besondere an 1789 ist, daß sich das Volk/die Nation (die erst später, in Dtl. ethnisch verstanden wurde) als Träger des Staates versteht.
Ob sich „das Volk“ so verstanden hat, ist eine interessante Frage; das Konzept des – wie auch immer verstandenen – Volkes als Träger des Staates ist spezifisch sicherlich 100 Jahre älter, konkret etwa 2100 Jahre. [mehr…]
Dienstag, 30. Oktober 2007 08:13
Montfalcone: Jedenfalls eine hervorragende Rede…
… und schon ein Zeichen, daß Herr Mosebach den Büchner-Preis bekommt. Gerade durch seine subtile Art
der Argumentation und seine schöne Sprache bringt er ganz wesentliches Gedankengut, das einige hier teilen,
in eine Art, na, sagen wir, intellektuellen mainstream (ich mag eigentlich beide Worte nicht) und führen
so neue Suchende an diese Perspektive heran.
Wohl wahr, zur Französischen Revolution und ihrem menschenverachtenden Horror, der immer aus der Verabsolutierung und dadurch Vernichtung des Menschen kommen wird, hat der leider schon zu sehr vergessene Erik Ritter v. Kuehnelt-Leddihn in etwa dasselbe gesagt, aber wie gesagt: es ist vergessen, und Herr Mosebach sagt es auch sehr schön.
Das gleiche kann man in etwa zur Alten Messe sagen: Die Häresie der Formlosigkeit sollte niemand hier unterschätzen, weil er mit irgendwelchen Details nicht konform geht: Sie ist die schönste und wichtigste neuere Verteidigung der Alten Messe, die wir haben… [mehr…]
Wohl wahr, zur Französischen Revolution und ihrem menschenverachtenden Horror, der immer aus der Verabsolutierung und dadurch Vernichtung des Menschen kommen wird, hat der leider schon zu sehr vergessene Erik Ritter v. Kuehnelt-Leddihn in etwa dasselbe gesagt, aber wie gesagt: es ist vergessen, und Herr Mosebach sagt es auch sehr schön.
Das gleiche kann man in etwa zur Alten Messe sagen: Die Häresie der Formlosigkeit sollte niemand hier unterschätzen, weil er mit irgendwelchen Details nicht konform geht: Sie ist die schönste und wichtigste neuere Verteidigung der Alten Messe, die wir haben… [mehr…]
Dienstag, 30. Oktober 2007 07:59
Montfalcone: @GerdEric: sagen Sie doch mal,
wie Sie den bestialischen Massenmord an Priestern und Nonnen rechtfertigen, den die Anhänger der Republik anstellten? Ich meine nicht vor dem Hintergrund anderer Weltsichten, sondern Ihrer eigenen. Ich sehe nicht, wie Sie – nach der, wenn auch sehr heterogenen und nicht ganz leicht erkennbaren, Ideologie, die Sie als die Ihre hier darstellen – das rechtfertigen können. Wie gesagt: Jeder stirbt in einem gewissen Sinne für sich allein. Alle verehrungswürdigen Seliggesprochenen waren Blutzeugen ihres Glaubens, und sie sind deswegen ermordet worden. Für sie individuell sind irgendwelche Konstrukte, Politisierungen usw. doch ganz unbeachtlich. Und daß die Kirche ihre Märtyrer zumindist zu Seligen erhebt bzw. diesen Status feststellt, ist nicht nur ihr Recht, sondern ihre Pflicht. Was das politisch heißt, ob es noch andere gibt, die das auch verdient hätten etc., ist doch erst einmal völlig unbeachtlich. Was heißt es eigentlich, wenn ich diese Opfer als trivial bezeichne? Wissen Sie etwas – im strengen Sinne – menschenverachtenderes? Ich nicht. [mehr…]
Montag, 29. Oktober 2007 06:49
Montfalcone: @GerdEric:
Als wenn alle Priester ohne Schuld wären,
Wer hat das je behauptet?
als wenn sich der spanische Klerus nicht politisch verhalten hätte.
Sie können alles als politisch definieren (alter 68er-Trick), und dann ist natürlich alles politisch. Was soll’s.
Wenn Sie sich derart blind an die Seite der Faschisten stellen, so gehen Sie mit deren antidemokratischen Vorstellungen konform, der menschenverachtenden Entmündigung des Menschen.
Ein non sequiturjagt das nächste… selbst wenn ich Ihre – doch zutiefst menschenverachtende im realen Sinne; jeder stirbt für sich allein – Postulate glaube: Wenn ich verfolgt werde, und die Republik hat die Kirche verfolgt, nicht umgekehrt, sollte ich mich nicht an die Seite stellen, die mich zu schützen verspricht und auch wirklich schützt?
Es ist überhaupt interessant, wie die Diskussion hier einmal wieder abgleitet. Aber ich denke, das hat diesmal auch ein wenig Methode: Die deutschen Medien prügeln auf die Seligsprechung der verehrungswürdigen Märtyrer ein, weil es irgendwas mit „Faschismus“ oder „Franco“ zu tun habe. Die Tatsachen sind aber einfach: Hier haben wir wahre Märtyrer, Blutzeugen Jesu Christi und seiner Kirche, die ob ihres Glaubens willen schändlich und selbst ohne geheuchelte Vorwände ermordet wurden. Wer, wenn nicht diese, sollten denn Seelige sein?
(Und wem das nicht in seinen politischen Kram paßt, der sollte doch einmal überdenken, welche Ideologie ihn an der Seite von Nonnenschlächtern hält…) [mehr…]
Wer hat das je behauptet?
als wenn sich der spanische Klerus nicht politisch verhalten hätte.
Sie können alles als politisch definieren (alter 68er-Trick), und dann ist natürlich alles politisch. Was soll’s.
Wenn Sie sich derart blind an die Seite der Faschisten stellen, so gehen Sie mit deren antidemokratischen Vorstellungen konform, der menschenverachtenden Entmündigung des Menschen.
Ein non sequiturjagt das nächste… selbst wenn ich Ihre – doch zutiefst menschenverachtende im realen Sinne; jeder stirbt für sich allein – Postulate glaube: Wenn ich verfolgt werde, und die Republik hat die Kirche verfolgt, nicht umgekehrt, sollte ich mich nicht an die Seite stellen, die mich zu schützen verspricht und auch wirklich schützt?
Es ist überhaupt interessant, wie die Diskussion hier einmal wieder abgleitet. Aber ich denke, das hat diesmal auch ein wenig Methode: Die deutschen Medien prügeln auf die Seligsprechung der verehrungswürdigen Märtyrer ein, weil es irgendwas mit „Faschismus“ oder „Franco“ zu tun habe. Die Tatsachen sind aber einfach: Hier haben wir wahre Märtyrer, Blutzeugen Jesu Christi und seiner Kirche, die ob ihres Glaubens willen schändlich und selbst ohne geheuchelte Vorwände ermordet wurden. Wer, wenn nicht diese, sollten denn Seelige sein?
(Und wem das nicht in seinen politischen Kram paßt, der sollte doch einmal überdenken, welche Ideologie ihn an der Seite von Nonnenschlächtern hält…) [mehr…]
Mittwoch, 17. Oktober 2007 19:40
Montfalcone: Die Massenmorde in der Vendée
können m.E. gar nicht genug thematisiert werden, denn sie sind in Deutschland zwar nicht gerade unbekannt,
aber bekannt auch nicht. (In diesem Zusammenhang verweise ich auf die ausgezeichneten Darstellungen von
Erik Ritter v. Kuehnelt-Leddihn zum Thema.) Die Französische Revolution war eben nicht in ihren Aberrationen,
sondern prinzipiell und fundamental eine Manifestation des Bösen, in jeder Hinsicht.
Angesichts der gegenwärtigen Vorgänge in Spanien (Ausradierung des ehrenden Gedenkens nicht nur an Franco, sondern auch an alle politisch inkorrekten, also nicht-republikanischen Opfer und Gefallenen dieser Zeit etc.) und der Seligsprechungen der verehrungswürdigen Opfer der ‘Republik’ durch den Hl. Vater wäre allerdings ein Beitrag zu diesem Thema doch noch ein wenig aktueller… [mehr…]
Angesichts der gegenwärtigen Vorgänge in Spanien (Ausradierung des ehrenden Gedenkens nicht nur an Franco, sondern auch an alle politisch inkorrekten, also nicht-republikanischen Opfer und Gefallenen dieser Zeit etc.) und der Seligsprechungen der verehrungswürdigen Opfer der ‘Republik’ durch den Hl. Vater wäre allerdings ein Beitrag zu diesem Thema doch noch ein wenig aktueller… [mehr…]
Mittwoch, 26. September 2007 08:43
Montfalcone: @Peter-P.:
Aber immerhin scheinen wir uns alle einmal darüber einig zu sein, dass ein Artikel völlig daneben ist
und Bischoff Müller tatsächlich einen Fehler gemacht hat.
Nicht ganz: Bischof Müller hat sicherlich einen schweren Fehler gemacht, und der Artikel ist natürlich extrem polemisch, tendenziös etc, und insofern „daneben“.
Andererseits ist aber die Stoßrichtung des Artikels an sich nicht ganz falsch, und zwar zu fragen, ob die Medienhetze gegen den Bischof andere Ursachen hat als echte Empörung oder Sorge um die betroffenen Opfer und ihre Familien. Über diesen Fehler des Bischofs geht natürlich auch ganz verloren, daß er sich, wie es aussieht, über die geltenden kirchlichen Bestimmungen hinweggesetzt und der Kirche Schaden zugefügt hat. [mehr…]
Nicht ganz: Bischof Müller hat sicherlich einen schweren Fehler gemacht, und der Artikel ist natürlich extrem polemisch, tendenziös etc, und insofern „daneben“.
Andererseits ist aber die Stoßrichtung des Artikels an sich nicht ganz falsch, und zwar zu fragen, ob die Medienhetze gegen den Bischof andere Ursachen hat als echte Empörung oder Sorge um die betroffenen Opfer und ihre Familien. Über diesen Fehler des Bischofs geht natürlich auch ganz verloren, daß er sich, wie es aussieht, über die geltenden kirchlichen Bestimmungen hinweggesetzt und der Kirche Schaden zugefügt hat. [mehr…]
Mittwoch, 26. September 2007 08:35
Montfalcone: Antonio Rosmini venerabilis
Der Fall ist schon sehr interessant; der Aufsatz und seine Kommentare lenken eigentlich vom Thema ab.
In der Tat ist es wahr, daß Antonio Rosmini venerabilis den Spruch der Kirche demütig und klaglos akzeptiert
hat; bei ihm von einem Ketzer zu sprechen, ist insofern nicht nur abseitig, sondern sogar, s.v.v., häretisch.
Andererseits ist es sicher richtig, daß die Theorien des verehrungswürdigen Antonio bei allem Interesse und aller Brillianz auch heute noch zumindest überdenkenswert sind und leicht in problematische Richtungen führt. Demgemäß ist schon die Frage erlaubt, inwiefern seine Heiligsprechung sinnvoll sein könnte. Würde diese aber vom Hl. Vater bestätigt, so wäre sie ganz selbstverständlich und frag- und klaglos zu akzeptieren, weil man sonst sich weit, weit schlimmerer Vergehen zuschulde kommen lassen würde als der dann Heilige.
Interessant übrigens in diesem Kontext die Klarstellung vorm. SE Kard. Ratzingers (des Hl. Vaters) auch der notwendigerweise situativen Haltung der Kirche, die selbst zwar ewig und ewig wahr ist, aber auf die Veränderungen der Welt eingehen mußte und muß, sich zu dieser verhalten muß. Eben dadurch ergab sich zur betreffenden Zeit eine Förderung des Aquinatismus, der aber eben das ist: Situatives Eingehen auf die Zeitumstände, nicht ewige Wahrheit… [mehr…]
Andererseits ist es sicher richtig, daß die Theorien des verehrungswürdigen Antonio bei allem Interesse und aller Brillianz auch heute noch zumindest überdenkenswert sind und leicht in problematische Richtungen führt. Demgemäß ist schon die Frage erlaubt, inwiefern seine Heiligsprechung sinnvoll sein könnte. Würde diese aber vom Hl. Vater bestätigt, so wäre sie ganz selbstverständlich und frag- und klaglos zu akzeptieren, weil man sonst sich weit, weit schlimmerer Vergehen zuschulde kommen lassen würde als der dann Heilige.
Interessant übrigens in diesem Kontext die Klarstellung vorm. SE Kard. Ratzingers (des Hl. Vaters) auch der notwendigerweise situativen Haltung der Kirche, die selbst zwar ewig und ewig wahr ist, aber auf die Veränderungen der Welt eingehen mußte und muß, sich zu dieser verhalten muß. Eben dadurch ergab sich zur betreffenden Zeit eine Förderung des Aquinatismus, der aber eben das ist: Situatives Eingehen auf die Zeitumstände, nicht ewige Wahrheit… [mehr…]
Dienstag, 28. August 2007 17:11
Montfalcone: @Benedikt:
In Frankreich gibt es einige gotische Kirchen, die von außen betrachtet eher einen Festungscharakter
haben und fast ein wenig abweisend wirken. Doch betritt man ihr Inneres, so weiß man sofort, was mit
dem steinernen Sursum corda gemeint ist…
Ich weiß, was Sie meinen, kenne solche Kirchen auch – nicht nur in Frankreich – und stimme Ihnen zu, daß das eine herrliche Wirkung haben kann. Aber hier ist der Fall anders, wie ich weiter unten schrieb:
Die Farbtäfelchen sind mit Silikon auf Sicherheitsglas geklebt – angeblich hätte die problemlos durchführbare Bleiverglasung „gestört“. Vom Roncalliplatz aus sehen Sie also ein sehr großflächiges, meist sehr dunkles Fenster, das extrem glatt und spiegelnd, plastikhaft wirkt. Insofern beeinträchtigt es meiner Ansicht nach die Südquerhausfassade des Domes ganz erheblich und völlig unnötig. Die plane, dunkle, dennoch laute Fläche bricht in die Gesamtwirkung dieser wesentlichen Perspektive vielleicht noch mehr als die elenden Mataré-Türen. Sie wirkt wie der Einbruch des Kommerzes, weil sie mich eher an ein Stilelement aus einer neuen Bank oder einem Gebrauchtwagentempel erinnern – oder dem neuen Turm gegenüber auf der Schääl Sick.
Ich denke, hier hat man sich einfach zu wenig Gedanken gemacht und vorher keine Versuche angestellt; ich mag eigentlich nicht glauben, daß das ein absichtlicher Effekt war, um den Dom von außen zu verhäßlichen, auf daß er von innen umso mehr dem Himmlischen Jerusalem ähnele.
[mehr…]
Ich weiß, was Sie meinen, kenne solche Kirchen auch – nicht nur in Frankreich – und stimme Ihnen zu, daß das eine herrliche Wirkung haben kann. Aber hier ist der Fall anders, wie ich weiter unten schrieb:
Die Farbtäfelchen sind mit Silikon auf Sicherheitsglas geklebt – angeblich hätte die problemlos durchführbare Bleiverglasung „gestört“. Vom Roncalliplatz aus sehen Sie also ein sehr großflächiges, meist sehr dunkles Fenster, das extrem glatt und spiegelnd, plastikhaft wirkt. Insofern beeinträchtigt es meiner Ansicht nach die Südquerhausfassade des Domes ganz erheblich und völlig unnötig. Die plane, dunkle, dennoch laute Fläche bricht in die Gesamtwirkung dieser wesentlichen Perspektive vielleicht noch mehr als die elenden Mataré-Türen. Sie wirkt wie der Einbruch des Kommerzes, weil sie mich eher an ein Stilelement aus einer neuen Bank oder einem Gebrauchtwagentempel erinnern – oder dem neuen Turm gegenüber auf der Schääl Sick.
Ich denke, hier hat man sich einfach zu wenig Gedanken gemacht und vorher keine Versuche angestellt; ich mag eigentlich nicht glauben, daß das ein absichtlicher Effekt war, um den Dom von außen zu verhäßlichen, auf daß er von innen umso mehr dem Himmlischen Jerusalem ähnele.
Dienstag, 28. August 2007 16:46
Montfalcone: @Maurice Corvisier:
Vielen Dank für Ihren Beitrag! Am Eindrucksvollsten war am Samstagmittag in der Tat auch für mich der
Weihrauchritus vor dem durch die Sonne erstrahlenden Fenster, zu dem nur die für diesen Anlaß komponierte
Klanginstallation des Domkators nicht recht passen wollte. Nein, es hätte für mich nicht Gregorianik
sein müssen – die vorherige Musik von Th. Gabriel, *1957, war sehr passend, und Brahms auch („Warum ist
das Licht gegeben“). (Was für die Ultramodernisten natürlich den Kitschverdacht nahelegt…) Überhaupt
war der sich um Lichtmetaphysik drehene Gottesdienst schön überlegt und recht gut durchgeführt, wenn
auch die Predigt von Domkapitular Pälat Sauerwein deutlich übertrieb und, wie schon gesagt, für mich
zuviel in Richtung neue Kleider des Kaisers ging.
Insofern bejahe ich Ihre Frage zum – zumindest potentiellen – spirituellen „Mehr“ des Fensters durchaus, zumal in seiner Wirkung – ob es die Absicht war, sei dahingestellt, aber Richter ist m.E. nicht nur ein sogenannter Künstler. Es erinnerte mich in der Wirkung auf mich schon etwa an Chartres oder Marburg.
Dennoch aber bleiben Fragen offen, denn der Dom entfaltet z.B. seine Wirkung, immer schon, bewußt auch nach außen. Hinzu kommt, daß mich das Negieren der bloßen Möglichkeit konkret-figürlicher zeitgenössischer Kunst – auch hier – außerordentlich stört, ebenso wie das Handwerkliche, noch mehr aber das bewußte Abwehren eines Fensters mit Märtyrern unserer Zeit – für mich liegt etwas ausgesprochen Dunkles in diesem Akt… [mehr…]
Insofern bejahe ich Ihre Frage zum – zumindest potentiellen – spirituellen „Mehr“ des Fensters durchaus, zumal in seiner Wirkung – ob es die Absicht war, sei dahingestellt, aber Richter ist m.E. nicht nur ein sogenannter Künstler. Es erinnerte mich in der Wirkung auf mich schon etwa an Chartres oder Marburg.
Dennoch aber bleiben Fragen offen, denn der Dom entfaltet z.B. seine Wirkung, immer schon, bewußt auch nach außen. Hinzu kommt, daß mich das Negieren der bloßen Möglichkeit konkret-figürlicher zeitgenössischer Kunst – auch hier – außerordentlich stört, ebenso wie das Handwerkliche, noch mehr aber das bewußte Abwehren eines Fensters mit Märtyrern unserer Zeit – für mich liegt etwas ausgesprochen Dunkles in diesem Akt… [mehr…]
Dienstag, 28. August 2007 15:03
Montfalcone: @Pascal123:
Ihr Vulgärsozialismus ist so wirr und simpel, daß ich denke, er ist als Neckerei gemeint; ernst nehmen
kann das niemand. Den Leuten vorzuschreiben, wie sie spenden wollen, wäre bizarr und kontraproduktiv,
und, nochmal: S. Em. Kardinal Meisner hat im Dom wenig zu sagen. Ihm gefällt das Fenster aus sehr guten
Gründen nicht, und zwar weder weil er eine „Kitschfigur“ lieber wollen würde noch weil das Fenster ohne
ästhetische Qualität wäre. Hinzu kommt, daß die Finanzierung von Kirchen, Kirchenausstattung usw.
sehr gute Tradition hat und ausgesprochen sinnvoll und würdig ist. Zudem: Wie hätte man aufgejault,
wäre das Fenster durch die Kirche, also „durch Kirchensteuern“ finanziert worden! Im Übrigen wird die
Hohe Domkirche generell zum übrwiegenden Teil durch den bürgergesellschaftlichen, nichtstaatlichen ZDV
finanziert.
@Manuela:
Wenn Sie keine Rolle einer Kirche außer Architekturtourismus-Attraktion und Bethaus sehen, denke ich mal, daß Sie nicht katholisch sind.
@Stimme:
Auch wieder diese verallgemeindernde tertium non datur– Rhetorik – halten Sie das für hilfreich? Der Hohe Dom zu Köln ist auch wegen seiner Neogotischen Elemente berühmt und bedeutend, und das Niedermachen der Neogotik (oft auch aus antikirchlichem Impetus und weil er „den Leuten gefäll“) ist seit den 1980ern doch selbst unter Kunstgeschichtlern out. Und woher wissen Sie denn, daß es keine anspruchsvolle, zeitgenössische konkrete Kunst gibt? Das Gegenteil ist der Fall. [mehr…]
@Manuela:
Wenn Sie keine Rolle einer Kirche außer Architekturtourismus-Attraktion und Bethaus sehen, denke ich mal, daß Sie nicht katholisch sind.
@Stimme:
Auch wieder diese verallgemeindernde tertium non datur– Rhetorik – halten Sie das für hilfreich? Der Hohe Dom zu Köln ist auch wegen seiner Neogotischen Elemente berühmt und bedeutend, und das Niedermachen der Neogotik (oft auch aus antikirchlichem Impetus und weil er „den Leuten gefäll“) ist seit den 1980ern doch selbst unter Kunstgeschichtlern out. Und woher wissen Sie denn, daß es keine anspruchsvolle, zeitgenössische konkrete Kunst gibt? Das Gegenteil ist der Fall. [mehr…]
Dienstag, 28. August 2007 11:29
Montfalcone: @ManuelaTheresia:
Ein Dom, und gerade der Hohe Dom zu Köln, ist nicht nur ein Bethaus – wir sind doch hier nicht bei den
Baptisten oder Quäkern!
@Stimme der Vernunft:
Der Link von Rainer.Tobak zeigt sehr schön den Reichtum, die Ästhetik, die Würde und Schönheit der alten Glasfenster, eines Höhepunktes nicht nur abendländischer, nicht nur sakraler Kunst, am Beispiel des Kölner Doms. Es ist ein billiger rhetorischer Trick (so etwa à la Dombaumeisterin), implizit zu behaupten, die einzige Alternative zu computergenerierter Abstraktion seien figürliche Kitschbildchen.
(Auch wenn, und das sei hier einmal angemerkt, in Topos und Verachtung des „religiösen Kitsch“ und der gesamten Volksfrömmigkeit eine Verachtung des „gemeinen Volkes“ liegt, wie sie wirklich nur der saturierten Salonlinken entspringen kann…) [mehr…]
@Stimme der Vernunft:
Der Link von Rainer.Tobak zeigt sehr schön den Reichtum, die Ästhetik, die Würde und Schönheit der alten Glasfenster, eines Höhepunktes nicht nur abendländischer, nicht nur sakraler Kunst, am Beispiel des Kölner Doms. Es ist ein billiger rhetorischer Trick (so etwa à la Dombaumeisterin), implizit zu behaupten, die einzige Alternative zu computergenerierter Abstraktion seien figürliche Kitschbildchen.
(Auch wenn, und das sei hier einmal angemerkt, in Topos und Verachtung des „religiösen Kitsch“ und der gesamten Volksfrömmigkeit eine Verachtung des „gemeinen Volkes“ liegt, wie sie wirklich nur der saturierten Salonlinken entspringen kann…) [mehr…]
Dienstag, 28. August 2007 08:37
Montfalcone: @landorganist:
„Dieses Thema gibt doch wirklich nichts her.“ – „Und das über Kunst gestritten wird, ist völlig legitim“
Was denn nun? Das Thema gibt eine Menge her, und gerade weil das Fenster in vielerlei Hinsicht nicht schlecht ist – rein ästhetisch von innen, lichtmetaphysisch im Kontext – gibt es die Möglichkeit zu einer besonders differenzierten Diskussion zum Thema Kunst und Glaube heute! [mehr…]
Was denn nun? Das Thema gibt eine Menge her, und gerade weil das Fenster in vielerlei Hinsicht nicht schlecht ist – rein ästhetisch von innen, lichtmetaphysisch im Kontext – gibt es die Möglichkeit zu einer besonders differenzierten Diskussion zum Thema Kunst und Glaube heute! [mehr…]
Montfalcone: @möchtegern:
Kunsthandwerk kann gerade nicht jeder!
Und zur Aussage: Es gibt schon so etwas wie Lichtmetaphysik, wo soll man da anfangen… [mehr…]
Und zur Aussage: Es gibt schon so etwas wie Lichtmetaphysik, wo soll man da anfangen… [mehr…]
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Beiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen sowie Leser aus der Debatte auszuschließen.





