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#3 famulus dei 15:52:33 | Dienstag, 11. Oktober 2005
@Benedikt Was ist denn das nun wieder für eine Materie bei der Elevation? Das habe ich mich auch gefragt.
Sieht aus wie ein Fladenbrot aus der Dönerbude. Es ist schon sehr befremdlich, wenn selbst ein Kardinal
sich nicht an die eindeutigen Vorgaben der Kirche hält.
Die Geisteskraft Gottes als „lebenserotisch“ zu bezeichnen, ist ja wohl generell absolut unangemessen.
Man fragt sich, welche Deppen einen derartigen Unsinn verzapfen.
Man versteht es nicht mehr wem sollen solche Aktionen nützen? Meine Erfahrung, die ich in der Beobachtung
von Projektwochen, Jugendaktionen, Jugendgottesdiensten etc. gemacht habe ist die, dass man damit keinen
einzigen Menschen dauerhaft für Gott gewinnen wird. Gewiss, es wird zunächst eine Reihe von Jugendlichen
geben, die sich davon angezogen fühlen, eben weil es anders ist, cool, nicht „so langweilig“. Doch dann
werden die Jugendlichen feststellen, dass ihnen diese entmystifizierte, „jugendgerechte“ Form von Kirche
nichts bieten kann und sie werden sich über kurz oder lang wieder abwenden. Außerdem frage ich mich:
Muss Kirche immer „spaßig“ sein, „jugendgerecht“, schrill? Oder hat nicht die Anbetung, die Stille, das
aufrichtige Gebet vor Gott einen viel höheren Stellenwert, der durch diese Form jeglicher Faszination
beraubt wird?
Für den Sturm rüsten Ich fürchte, es wird bitter nötig werden, dass unser Papst Benedikt die Kirche
für diese Situation rüstet. Noch mag es so sein, dass wir Christen in Europa in der Mehrzahl sind, doch
leider machen auch bei uns hier schon die überwiegende Mehrheit die Taufscheinkatholiken aus. Ich kann
es hier bei uns in der Straße sehr gut beobachten, dass die meisten Leute nur noch zu Beerdigungen, Hochzeiten
oder Erstkommunion die Kirche besuchen. Wenn man sich dann sonntags morgens früh auf den Weg zur Kirche
macht, wird man schon von vielen komisch angesehen. Von daher ist es dringend erforderlich, die Kirche
gegen die äußeren Anfeindungen zu rüsten und ihre aktiven Mitglieder innerlich zu stärken.
Natürlich sind Homosexuelle auch nur Menschen und die katholische Kirche sagt ja auch, dass wir diesen
Menschen mit Respekt begegnen sollen, auch wenn homosexuelle Handlungen als solche nicht zu akzeptieren
sind. Was mich bei solchen Veranstaltungen aber besonders stört ist, dass es hier in erster Linie darum
geht, (gleichgeschlechtliche) Sexualität in obszönster Weise zu zelebrieren. Hier wird der Stolz auf
eine Sexualität betont, die in keiner Weise mit der katholischen Kirche im Einklang steht, eine Sexualität,
bei der Promiskuität und Ich-Bezogenheit im Vordergrund stehen.
„Lustig Stolz“? Der englische Name der Veranstaltung „Gay Pride“ bedeutet auf Deutsch „Lustig Stolz“ Wenn
es denn nur „Lustig stolz“ bedeuten würde. Hier liegt aber wohl ein Übersetzungsfehler vor. Im Zusammenhang
mit Homosexualität bedeutet Gay nämlich nicht lustig, fröhlich, sondern schlichtweg schwul. Somit heißt
die Veranstaltung „schwuler Stolz“ – also sind die Teilnehmer stolz darauf, schwul zu sein. (Worauf muss
man da stolz sein??) Wie eine Kirche sich für sowas hergeben kann, ist mir absolut schleierhaft.
#11 famulus dei 14:24:50 | Freitag, 29. April 2005
@sttn Sicherlich ist Paulus auf ganz erheblichen Widerstand gestoßen. Aber ich glaube, damals war es
leichter (wenn auch wesentlich gefährlicher) vom Glauben an Gott und Jesus Christus zu künden, da dieser
Glaube für die Menschen vollkommen neu und in gewisser Weise revolutionär war. Heute ist den meisten
Menschen der katholische Glaube – zumindest vom groben Inhalt her – bekannt und wird einfach nur abgelehnt.
Nur wenige bekehren sich wirklich und bei vielen, die sich bekehren, ist es nur ein Strohfreuer – ich
erinnere mich da an den Fall einer Frau, die sich als Erwachsene hat taufen lassen und zunächst vollkommen
überwältigt war von diesem Glaubens- und Gemeinschaftsgefühl. Das hat etwa zwei Monate angehalten,
danach hat sich dann wieder die Bequemlichkeit eingeschlichen und andere Dinge in ihrem Leben wurden wieder
wichtiger.
Diesen Beistand wird er brauchen, gerade biem WJT in Köln. Hoffen wir, dass er dort kraftvoll die Stellung
der Kirche vertritt und sich nicht dazu verleiten läßt, der Jugend nach dem Mund zu reden…
@sttn Es mag schon sein, dass die Mehrheit der Menschan an Gott glaubt. Aus vielen Gesprächen habe ich
aber herausgehört, dass dies mehr ein diffuser Glaube ist, der Glaube an ein „höheres Wesen“ dass irgendwie
alles geschaffen hat und über allem steht. Wenn man diesen Menschen dann aber mit dem katholischen Glauben
kommt, reagieren sie sehr schnell ablehnend. Themen die dann gerne angeführt werden sind Sexualmoral,
Verhütung, Zölibat und Homosexualität. Sehr schnell wird dann gesagt: „In dieser Kirche fühle ich
mich nicht zu Hause“ – eben auch, weil es für das Leben unbequem sein kann, sich an den Lehren der katholischen
Kirche zu orientieren. Da ist es praktischer, sich seinen Gott gedanklich selbst zu zimmern. Von einigen
Menschen habe ich auch schon gehört, dass sie es „albern“ finden, zu beten, weil einem da ohnehin keiner
zuhört und überhaupt sei die ganze Kirche nur ein Verein von alten Männern, denen es um ihren Machterhalt
geht. Dann werden auch noch gerne Fehltritte wie die Kreuzzüge oder Hexenverbrennungen angeführt und
schon hat man alle guten Argumente parad, um sich nicht weiter mit der Kirche beschäftigen zu müssen.
Wie soll ich nun vor diesen Menschen ernsthaft Zeugnis über meinen Glauben ablegen, wenn ich im besten
Fall ausgelacht werde? Und natürlich muss man nicht, um ein Christ zu sein, den Gottesdienst besuchen.
Ich persönlich erfahre aber durch den Gottesdienst etwas, dass mir sehr viel gibt, auch für den Alltag.
#4 famulus dei 18:27:31 | Donnerstag, 28. April 2005
Aufgabe nicht erfüllt? Ich denke, das Problem ist, dass die große Mehrheit der Menschen heute das Wort
Gottes nicht mehr hören will. Denn es ist ja auch in gewisser Weise unbequem, mein Leben auf Gott auszurichten,
der Lehre der Kirche zu folgen und regelmäßig mit Andacht die Gottesdienste zu besuchen. Stattdessen
frönen die Menschen lieber dem Konsum, der Genusssucht und ihren Gelüsten. Wie soll die Kirche dagegen
ankommen? Erst wenn die Menschen von selbst erkennen, welche Leere das fehlen Gottes in ihrem Leben hinterlassen
hat, werden sie in der Lage sein, umzukehren und sich auf Gott einzulassen.
#1 famulus dei 12:13:29 | Donnerstag, 28. April 2005
Erschreckend Es ist erschreckend, wie leichtfertig heute Gotteshäuser der weltlichen Nutzung übergeben
werden und niemand schreit auf. Aber in Zeiten zunehmender Gottesferne ist das wohl so. Besonders schockierend
finde ich allerdings die Satansfratze, die den Besuchern die Zunge herausstreckt. Ich persönliche habe
eher den Eindruck, diese Fratze streckt den noch verbliebenden Christen die Zunge heraus und feiert so
den Triumph des Satans.
#7 famulus dei 11:53:24 | Mittwoch, 27. April 2005
Jugendliche Begeisterung Ich denke, insgesamt ist, was die Begeisterungsstürme der Jugendlichen in den
letzten Wochen anbelangt, Vorsicht und Skepsis durchaus angebracht. Beim Anblick der jubelnden Menschenmassen
auf dem Petersplatz habe ich mir selbst unweigerlich die Frage gestellt: Inwieweit ist das alles wirklich
echte Begeisterung, getragen aus dem Glauben heraus? Wenn ich dann sehe, wie Jugendliche dort auf dem
Petersplatz gittarespielend und singend campieren, das Ganze als ein Event ala Woodstock zelebrieren;
oder wenn Menschen während des Amtseinführungsgottesdienstes mehr damit beschäftigt sind, ihre Fahnen
zu schwenken statt andächtig der Messe zu folgend, dann sind diese Zweifel sicherlich angebracht. Von
daher bin ich auch eher pessimistisch, was die kürzliche Äußerung von Papst Benedikt angeht, die Jugend
sei nicht nur materialistisch und konsumorientiert. Vielleicht ist er hier selbst emotional von der beeindruckenden
Menge Jugendlicher überrannt worden. Ich persönlich habe den Eindruck, dass sich momentan bei vielen
der Jugendlichen eine gewisse „Papstbesoffenheit“ breit macht. Ein blindes Jubeln, bie dem einfach alle
„unangenehmen“ und störenden Aspekte des katholischen Glaubens ausgeblendet werden und man sich nur auf
die Feier der Person Benedikt des XVI konzentriert. Aber ich bin überzeugt davon, dass unser Papst dies
erkennt und es bleibt zu hoffen, dass er gerade deshalb der Jugend nicht nach dem Mund reden wird.