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Nochmal zum Mitschreiben… Das Zitat von Paul VI. gehört, wie auch das Wort von der „autodemolizione“
(1968), NICHT zur pp. Lehrverkündigung. Diese Äußerung („il fumo di satana“) fiel in freier Rede am
29. Juni 1972. Es gibt darüber nur den Bericht von Ebf. Casaroli. Dass die Tradi nur DAS von Paul VI.
zitieren ist beschämend. Allein die Insegnamenti umfassen 16 Bde.
Acta synodalia Noch heute habe ich die Konzilsakten eingesehen. Alles Latein. Wahrscheinlich ist die Interpretation
des Konzils auch deshalb partiell schiefgegangen, weil die Hohen Theologen nicht mehr imstande sind, die
Originalquellen zu studieren. Eine Art Demenz mittlerer Schwere, schlicht durch Sprachverlust. (Betrifft
auch die Tradi!)
#606 Dr. Otterbeck 10:54:26 | Samstag, 28. Februar 2009
Williamson Der „Bischof“ (der illegal eine Weihe empfing, aber nie als Bischof im Amt war) war sowieso
nie Katholik. Er stieß von den Anglikanern zu Lefebvre; mutmaßlich weil die Anti-Rom-Polemik dort ihm
näherstand, als seine Kirche zur Ökumene aufbrach. Die Konversion war sicher defizitär. Ad limina apostolorum
wollte der NIE pilgern.
#42 Dr. Otterbeck 11:28:55 | Donnerstag, 19. Februar 2009
Liebe Landorganisten aller Länder! Komponiert doch bitte aus dem „Rauch Satan“-Zitat einen Karnevalssong;
und verschont mich endlich davon. Ich kenne nämlich den Text: 29. Juni 1972!
#261 Dr. Otterbeck 09:42:28 | Sonntag, 8. Februar 2009
Auweia! Wenn diese Irren wenigstens Pius X. selber zitieren dürften, statt nur durch den Filter der Predigten
ihres „Gründers“. „Omnia haereseon collectum“ heißt es bei Pius X. Wenn der Modernismus das war, was
hätte das Vatikanum II. dann überhaupt noch zusätzlich „verurteilen“ können? Die neueste und letzte
Häresie, den Lefebvrianismus vom Manifest des 21.11.1974 gab’s ja noch nicht (verurteilt am 11-10-1976).
#3 Dr. Otterbeck 09:36:56 | Donnerstag, 5. Februar 2009
In einer Zeit in der Ehe und Familie von baldigem Entschewinden bedroht sind, kann die Kirche den Zölibat
der Priester erst recht nicht drangeben. Zweimal nachdenken!
#20 Dr. Otterbeck 20:04:14 | Dienstag, 3. Februar 2009
Na ja… Der letzte Papst, von dem bekannt wurde, dass er einen Sohn gezeugt hatte (wenn auch nicht im
Amt), das war Gregor XIII. Trotzdem heißt die Gregoriana nach ihm. Heiliggesprochen wurde er freilich
nicht. Und „übler Nachrede“ zufolge soll sogar Manfred „Gott“ Lütz im vertrauten Kreise damit prahlen,
dass seine süßen Prinzessinnen mütterlicherseits von einem Papst abstammen; aber keine Sorge: keiner
aus dem 20. Jh.
#6 Dr. Otterbeck 16:29:38 | Samstag, 24. Januar 2009
Was sagt Hans Küng dazu? In seinen Memoiren hat auch Hans Küng immer wieder einen toleranten und milden
Umgang mit Marcel Lefebvre und den Seinen verlangt. Möglichst wenig Exkommunikation! Immer.
#24 Dr. Otterbeck 09:52:06 | Mittwoch, 24. Dezember 2008
Die SSPX: Eine Freikirche! Lefebvre kommt der zweifelhafte Ruhm zu, eine integralistische Freikirche geschaffen
zu haben, die ihren Klienten die Religion liefert, auf die sie nunmal Lust haben. Eine makabre Kombination
aus Lustprinzip. Esoterik und Politik.
#56 Dr. Otterbeck 09:09:49 | Samstag, 6. Dezember 2008
Präsenz?? „Präsent“ ist die SSPX eigentlich nirgendwo. Ihre rd. 500 vaganten Kleriker (zum Vergleich:
‘romtreu’ sind rd. 450.000 Priester) sind eine quantité negligéable; sie betreuen bestenfalls rd. 150.000
fixiert „Altgläubige“ (d.h. der ganze Club ist mind. 20-fach „überklerikalisiert“). Das Problem für
Rom ist nur die massive Provokation: Ätsch, hier stehen „wir“ und „wir“ sind „die Tradition“. Das ist
ein 1970 frei erfundener Anspruch! Zweck des Unternehmens ist es wahrscheinlich, eine Karikatur von Tradition
zu liefern, von der sich die ‘Progression’ dann umso vehementer absetzen kann. Ich halte die „Bruderschaft“
für außen- d.h. fremdgesteuert. Selbst ein ‘Meister Fellay’ könnte den Laden nicht wieder auf Gehorsamkurs
gegenüber dem Amt bringen, auch wenn er wollte. Denn das Sagen haben die ‘bienfaiteurs’, die Wohltäter,
wie bei jeder anderen Freikirche auch.
#32 Dr. Otterbeck 12:49:49 | Mittwoch, 3. Dezember 2008
@Freinsberg Die Begründung in HV ist völlig lückenlos und eindeutig. Man kann immer behaupten, ein
Argument sei nicht „überzeugend genug“, wenn man es nicht akzeptieren will. Die Fakten sprechen längst
eine deutliche Sprache. Und in Wahrheit hat (fast) jeder die Aussage von HV kapiert. Gerade die brutalisierte
Empörung von 68 ff. ist doch der Beweis dafür. Das war doch ein einziges „Non serviam!“ Hätte sich
Paul VI. wirklich „lächerlich“ gemacht, dann wäre nicht Wut, Zorn, Wollust und Gier die Antwort gewesen
sondern ein herzlichews Gelächter. Gerade die frenetische Boisheit der Reaktion zeigt, dass „der Hund“
getroffen wurde; er bellt seit 40 Jahren, wird aber allmählich heiser… Wauwau…
#15 Dr. Otterbeck 19:16:38 | Dienstag, 4. November 2008
@Freinsberg Sind Hermeline eigentlich sowas wie Edel-Ratten? Achille Ratti jedenfalls gab sich als Erzbischof
die Devise „Raptim transit“ und setzte tatsächlich drei rennende Rättchen in sein Wappen, unter dem
Adler der Auferstehung. Wenige Monate später, als neugewählter Papst, soll er gesagt haben: Tja, jetzt
ist die Falle zugeschnappt… Die „Ratti“ wurden durch drei goldene Kugeln ersetzt, die Devise durch „Pax
Christi in Regno Christi…“ Was aber nicht heißen soll, dass der Hermelinbesatz einem Pilatus vorhalten
sein sollte…
#14 Dr. Otterbeck 12:44:58 | Montag, 3. November 2008
Nun, leider… Der versierte Kirchenjurist ist als Bischof nunmal keine besonders überzeugende Figur.
Wenn er so weitermacht wird man, von weit „links“ bis weit „rechts“ nach einem Koadjutor ‘nach alter Väter
Sitte’ schreien…
#51 Dr. Otterbeck 07:29:36 | Sonntag, 2. November 2008
Meine Meinung? Man muss mit Karl Lehmann nicht immer und in allem konform gehen, um zu erkennen, dass
die hier geübte Verketzerung des Kardinals alles andere als christlich ist.
#1 Dr. Otterbeck 07:54:53 | Mittwoch, 29. Oktober 2008
Sozial-Enzyklika Hätte man mir eine Wette angeboten, so hätte ich gesagt: Caritas in veritate erscheint
am 4. November 2008, am 50. Krönungstag Johannes XXIII., der ja zwei Sozialenzykliken schrieb (das waren
1963 dann 50% von allen).
#80 Dr. Otterbeck 14:16:38 | Mittwoch, 10. September 2008
Mea Culpa? Der Artikel bei k.p stammt nicht von mir, sondern wurde nur um einige Aspekte ergänzt, quantitativ
vielleicht über 50%, aber es war weder meine Idee, kreuz.net in der kathpedia zu behandeln noch würde
ich mich je über dieses „Portal“ echauffieren. So wichtig ist es nunmal nicht. Aber ich sehe ein, dass
manche Aussagen in dem Artikel etwas zweideutig sein könnten und werde das bei Gelegenheit noch präzisieren,
insbesondere meine Kritik am „naturalistischen Supranaturalismus“ des liturgischen Ritualismus; da liegt
nämlich der Hase im Pfeffer. Theologisch „ungeschult“ bin ich eingestandenermaßen tatsächlich, aber
das darf der katholische Laie auch sein, immer im Maß seinmes Bildiungshorizonts. Wir sind ja keine Einweihungsreligion,
wo man erst ab einem bestimmten Rang von „Erkenntnisgraden“ was sagen darf… Unfehlbarkeit beanspruchte
ich nie; beste Grüße also!
#99 Dr. Otterbeck 23:36:59 | Mittwoch, 11. Juni 2008
@GMM: Auch die Päpste Pius XI, Pius XII, Joh. XXIII., Paul VI, JP 1+2 und B XVI lehren die Irrtumslosigkeit
der Hl. Schrift. Der Tag des Hl. Barnabas ist wohl der richtige für einen Abschiedsgruß. Auf Wiedersehen
in Kevelaer!
#44 Dr. Otterbeck 23:33:03 | Mittwoch, 11. Juni 2008
Kostentragung Gute Idee. Man sollte für jede zusätzliche „alte Messe“ rd. 1.000 EUR Mess-Stipendium
an den Diöz. Bischof fordern. Dann ist der Spuk bald vorbei.
#29 Dr. Otterbeck 12:53:33 | Mittwoch, 11. Juni 2008
@RRR: Gegendarstellung lt. KNA: „Da waren heute morgen zwei Frauen an meiner Tür, die hatten so einen
modernistischen Blick“, wird der smarte Geistliche von seinem niedlichen Organisten zitiert.
@Ständige Ja. Da ist was Wahres dran. Aber liegt die Verwirrung nicht v.a. daran, dass viele Priester
eigentlich zeitlebens als ‘Diakone’ amtieren (d.h. Kirchenbeamte), aber (außerhalb der beiden Konzentrationspunkte
Transsubstanziation und Absolution) zu wenig als „alter Christus“; gilt auch und speziell für Tradi!
@J.G. Sollte natürlich heißen „fremdfinanzierte“ Piusbrüder. Wer weiß? Vielleicht dieselben Geldquellen
wie bei den Pfingstlern in Brasilien. Für „die“ ist ja alles o.k., was gegen Rom geht…
Religionsfreiheit! Ohne Religionsfreiheit gäbe es auch keine „Piusbruderschaft“, aber eine Reformation
sui generis wird ihr nicht gelingen. Denn aufgrund des Prinzips der Religionsfreiheit findet sie keinen
Fürsten, der ihren Kult verbindlich einführt; nicht einmal mehr in Nepal oder Tibet. o^/
@Ketelhohn Richtig. Sinngemäß hat Paul VI. gemeint, das liturgische Chaos sei eine Attacke des bösen
Feindes, um den Segen zu vereiteln, den das Konzil unfehlbar bringen werde. Aber das Hauptproblem innerhalb
dieses Chaos war aus seiner Sicht die Nichtannahme (!) der Liturgiereform durch Traditionalisten, zu denen
neben Lefebvre und „una voce“ aich der „mehrfach“ exkommunizierte Abbé de Nantes gehörte („Marsch auf
Rom“).
Verbot oder „Verbot“ Das so gen. „Verbot“ der alten Messe war eine Bekanntgabe der Gottesdienstkongregation,
dass Ausnahmen für Messen mit Volk unerwünscht seien (Okt. 1974). Daraufhin publiziert Lefebvre sein
„Manifest“, dass jeder, der die „neue Messe“ feiere, sein Seelenheil riskiere (21.11.1974). Diese Provokation
sonder Vorbild musste mit äußerster Härte verfolgt werden. Aber die Provokationen gingen weiter, gipfelnd
in der Demo-Sportpalastmesse in Lille im August 1976 (in der Predigt rühmte Lefebvre die Diktatur in
Argentinien) und den Priesterweihen von Sept. 1976, unternommen trotz einer Audienz (!) bei Paul VI. am
11.09.1976, bei der sich M.L. nicht dafür zu schade war, dem Papst ins Gesicht zu lügen, er sei gehorsamsbereit
(„im Sinne der Tradition“). Während Unruhestifter wie Giovanni Franzoni OSB allmählich zur Ruhe kamen,
haben die fremndginanzierten Piusbrüder zugunsten ihrer Bienfaiteurs den herrlichen Irrsinn einer postmodern-pseudotridentinischen
Freikirche geschaffen, in der die „Kunden“ nur gepredigt bekommen, was ihren kranken Ohren schmeichelt.
Sonst fließen ja auch keine Spenden mehr… Diese Innovation war mit „il fumo di satana“ zuvörderst
gemeint, in der Papstrede vom 29.06.1972 (nachlesen, unter vatican.va, Paul VI, Predigten). Ein doktrinäres
Verbot der „alten Messe“ gab es nie.
#12 Dr. Otterbeck 15:24:28 | Donnerstag, 5. Juni 2008
Comme ci, comme ca… Die Ausführungen von Hw. Loch sind schon deshalb nicht restlos überzeugend, weil
der „alte Ritus“, den er sich da denkt, ein Kunstprodukt der 1970-er Jahre ist. Um sich gegen Papst und
Konzil in Stellung zu bringen, zelebrierte man in feindseliger Absicht mit den soeben außer Gebrauch
genommenen Texten. Das war aber eine rebellische Innovation sondergleichen (vgl. Rede Paul VI. vom 29.06.1972).
Diese artifizielle „Reinkultur“, die seither im Tradi-Lager mit viel sterilem Kraftaufwand erzeugt wird,
ist fast ohne Ausnahme in ihrem Starrsinn ahistorisch und aliturgisch. Oder etwa nicht?
Es nützt Pacelli relativ wenig, wenn die extreme Rechte ihn deshalb hochjubelt, weil die gemäßigte
Linke ihn permanent besudelt. Er war genau das, wofür ihn Pius XI. vorgesehen hatte: Ein guter Papst.
Punkt.
Veritas liberabit vos. Die Wahrheitsliebe dürfte bei allen szenebekannten „katholischen“ Internetmagazinen
nicht unbedingt die hartnäckigst verfolgte Tugend sein…
Auweia! „Er ist auch Mitglied der ‘Gesellschaft vom Heiligen Kreuz’, also ein Tertiar des inzwischen zahnlos
gewordenen ‘Opus Dei’.“ Soll das mal wieder die absolute Inkompetenz der Redaktion im Blick auf kirchenrechtliche
Zuordnungen „beweisen“? Oder ist das ein zynischer Scherz?? Tertiaren sind bekanntlich die (Laien-) Mitglieder
von „dritten Orden“ (der Franzikaner, Dominikaner, Karmeliten v.a.), so z.B. Catharina von Siena. Es trifft
ja zu, dass 89% der Klerikalisten sich kein anderes Laientum in der Kirche vorstellen können als per
„Drittorden“ oder „Weltkloster“. Aber wie soll ein Diözesanpriester zugleich „Terziar“ sein? Grrrmppff.
So what? Es gibt massenhaft „Fehlentscheidungen“ beim Veranstalter des K-Day. Das muss niemanden aufregen.
Hätte aber ein Messdiener in FrankfurM etwa 1958 in der Sakristei auch nur halblaut gepöbelt, Papst
Pius sei ein „Tyrann“, er hätte sich in der Kirche nicht mehr dürfen blicken lassen. So nützt das Konzil
doch wenigstens spätbekehrten Literaten, die ohne Imprimatur an Auflage kommen, Hanebüchnerpreis dafür
oder auch keiner.
non mittendus canibus… Falls diese website überhaupt glaubwürdig ist, die eine Demutsgeste (orthodoxen
Gebrauchs) bei Kiko’s Mundkommunion (!) anlässlich der Priesterweihen mit dem Papst als „Respektlosigkeit“
fehlinterpretierte, kann doch von „Fegfeuer“ keine Rede sein, bei einer geistlichen Bewegung, die mineestens
zehnmal mehr Sympathisanten hat als das gesamte „Tradi“-Lager. Von einer Approbation ad experimentum der
„Piusbruderschaft“ (350 Priester) habe ich noch nie was gehört. Das einzelne Innovationen erst allmählich
von „Rom“ verstanden werden (etwa auch das legitime Bedürfnis nach „alten Messen“ in pfarrinternen Kleingruppen,
siehe M.P. vom 07.07.007) oder sogar korrigiert werden könnten, ist doch keine Sensation. Über die adäquaten
liturgischen Formen in kleineren Gemeinschaften wurde in Rom noch nicht lange nachgedacht. Aber das kommt
noch! Die Liturgiekonstitution des „V 2“ eröffnet auch diese Möglichkeiten, wie A. Bugnini richtig (!)
erkannt hat. Die bewunderungswürdige pastorale Fruchtbarkeit der NK-Liturgien ist Tatsache, eine ähnliche
sakramentale und kulturelle Fruchtbarkeit wird die „alte Messe“ nie wieder erleben. Ganz egal wieviel
Medienterror die extreme Recht noch inszenieren will. Dat Ding ist jelaufen!
Latein – ordentlich, außerordentlich… Wenn in einer Messe („NOM“) die paar Sätze lateinisch laut gebetet
würden, die in einer „alten Messe“ auch laut gesprochen wurden (insb. z.B. Collecta und Präfation, Pater
Noster, Non sum dignus) könnte man, bei gleichartiger Gewandung und Zelebrationsrichtung, kaum merken,
dass die stillen Passagen der „alten Messe“ nicht volkssprachlich sind. „So what?“
Vineta Sie haben da dauernd von 1970 geschrieben, da regierte Kreisky in Österreich und Willy in Bonn
und G.B.M. im Vatikan (cfr. Octogesima Adveniens…) Jetzt kapiert? Allerdings kann Joseph Ratzinger nix
dafür, dass sich der aufgestaute Hass („the empire strikes back“) gegen ihn seitens des deutschnationalen
Kathapparats jetzt an einer Reformmaßnahme (!) innerhalb des usus antiquior entlädt, die sowie nur für
ca. 300-400 Priester von Belang ist (nämlich der „altrituellen“, die mit Rom in etwa versöhnt sind);
zum Vergleich: ca. 440.000 Priester feiern nach MR 1970. Reine Bosheit. Man will das missverstehen, um
Munition zu haben!!
Vineta! Der demokratische Sozialismus wird das Dogma nie ersetzen. Trotzdem kann „man“ in den meisten
Weltgegenden durchaus ungestraft Katholik und Sozialdemokrat sein, auch in Österreich!
Superschlau, der Kardinal! Die Ausführungen zur neuen Leseordnung überzeugen! Dem kann die schwächere
Harmonie mit den Orationen nicht entgegengehalten werden, da in der „alten Messe“ das Volk ohnehin so
gut wie nicht mitkriegt, was der Priester da betet.
„Keine Toleranz für die Freunde der Toleranz!“ Oder wie war das noch? Die Fürstin, eine hochachtbare
und durchaus fromme Persönlichkeit, hat dasselbe Recht auf Meinungsfreiheit wie alle andern auch!!
Na ja… Mit der „ökumenischen Bibel“ kann es nicht so viel auf sich haben, wenn der Fernseh-Jesus des
SWR-Filmchens „Der Jesus des Papstes“ (gestern) in Luther-Bibel redet ) Fernsehjournalisten, die einen
Jesus vorführen, der redet wie ein lutherischer Pastor (und auch so frisiert ist!) könnten es wissen:
Das ist zweifellos keine ökumenische Figur. Lefebvre freilich schon eher, da er sagte: La vie de Jesus,
c’est la messe (= die Sendung!).
#49 Dr. Otterbeck 09:03:09 | Donnerstag, 8. Mai 2008
pro multis Wenn Monseigneur sagen „für viele“, dann meint er „für wenige“ (oder nur: pro nobis?). Erschreckend
aber ist der flache, nominalistisch-naturalistische Opferbegriff. Als ob das wirkliche Opfer Christi von
der korrekten priesterlichen Zauberformel abhinge! Lefebvre ist der Erfinder eines anti-ökumenischen
Ritualismus, der unbewusst die Position der Gegenseite integriert hat: Katholisch ist aber nicht die symbolische
Vergegenwärtigung der Tat Christi, sondern die sakramentale Realpräsenz, das meint „Gedächtnis“.
Wenn schon Spekulazionen, dann richtig: Wetten, dass keiner der von JP 2 ernannten Kardinäle je Papst
wird? „Der Nachfolger von B XVI ist heute noch gar nicht Kardinal!“ Aber die Medienshow muss ja weitergeh’n…
Pius XI. „starb“ ungefähr acht Jahre, Pius XII. gleichfalls, Joh. XXIII nur ungefähr ein halbes Jahr,
P VI ganz spontan, JP 1 auch, JP 2 ungefähr während 23 Jahren permanent… Wartet’s doch einfach ab!
#37 Dr. Otterbeck 09:46:35 | Donnerstag, 1. Mai 2008
The show must go on! Damit war doch zu rechnen! „Der Papst stirbt“ hieß es bei JP 2 seit 1981, seit 1992,
seit 2003… Ich rechne mit ca. 10 weiteren, gesunden Jahren B XVI…
#23 Dr. Otterbeck 22:13:17 | Freitag, 25. April 2008
@Schüttel Je mehr Tamtam die Fanatiker der „alten Messe“ um ihr Ritual inszenieren, um so unappetitlicher
wird dieses für die 99,98 % Katholiken, die nach wie vor nix gegen den „novus ordo“ einzuwenden haben.
Vgl. auch die Rezension von S. Exz. D.W. Trautman zum Marini-Buch auf americamagazine.org
#53 Dr. Otterbeck 08:53:55 | Freitag, 25. April 2008
Selten wurde so deutlich… wie in diesem Intervju, dass M.L. mit jedem katholischen Prinzip gebrochen
hat, nur um die Nachfrage seiner Kunden zu befriedigen; Nachfrage nach einer Religion, die ihnen sagt,
oui, mes bienfaiteurs, seulement vous êtes la verité… Diese Liebedienerei gegenüber einem aktuellen
religiösen Bewusstsein (hier: einem antiquierten): Was ist das anderes als –- Modernismus??
#48 Dr. Otterbeck 08:34:11 | Donnerstag, 24. April 2008
Ja, Benedikt! Auch für Papst und Vatikan ist die „alte Messe“ kein zentrales Thema. Sie wurde nicht einmal
im Jahresrückblick 2007 vor der Kurie erwähnt. Nur bestimmte Literaten jubelten die „Freigabe“ vom 7.7.07
zur Kulturrevolution hoch. Gott sei Dank ist sie das nicht, weder im Sinne von Mao noch im Sinne von Charles
X. Dabei ging es doch nur darum, eine nach den Wertungen des Konzils (!) kaum noch zu rechtfertigende
‘Repression mit Erlaubnisvorbehalt’ durch eine ‘Erlaubnis mit Repressionsvorbehalt’ zu ersetzen; mit Seitenblick
auf Orthodoxie und China mutmaßlich perspktivisch sogar wichtiger als mit Blick auf Ecône…
#10 Dr. Otterbeck 14:48:06 | Freitag, 18. April 2008
„Betet Mosebach?“ Beichtet er? Hilft er in Not? Das sind einige Fragen, die man ihm stellen könnte. Aber
immerhin: Die liturgische Militanz geht dem Ende zu (vgl. Kirchenzeitung Köln von heute, S. 42 f.).
#4 Dr. Otterbeck 10:01:38 | Donnerstag, 17. April 2008
Walter jault schon lang… Warum ist aber die „Mission“ der extremen Rechten noch mindestens zwanzigmal
erfolgloser als die des, sagen wir, mittleren Zentrums? Weil da die Religion, ganz wie bei den Modernisten
um 1907, nur Ausdünstung ihres religiösen Bewusstseins (im toten Winkel) ist und eben nicht ‘katholisch’,
ein Angebot an alle!
#4 Dr. Otterbeck 20:39:17 | Dienstag, 15. April 2008
Ein gutes Buch!! Aber leider leider: Die Themen, die k.net und k.net lancieren finden dort eindeutig zu
viel Raum; im übrigen leistet Kissler „mühseligen Dialog“ im Sinne von Papst und Konzil, wenn auch mitunter
scharf gewürzt…
Oooops, f…! Man kann die K. Erklärung auch „richtig“ = konservativ deuten. Aber das gesetzte Signal
wurde 1968 an der klerikalen Basis offenkundig gemäß der beliebtesten Fehlinterpretation des Hl. Augustinus
„interpretiert“: Ama et „fac“ quod vis. So ist das mit der Gewissensfreiheit aber nicht gemeint.
#50 Dr. Otterbeck 02:25:20 | Samstag, 12. April 2008
Zollitsch gefällt mir immer besser! Endlich einer, der sagt, dass die korrigierte Bitte FAST NIRGENDWO
eine Rolle spielt. Sie betrifft ja nur ca. 300 Zelbranbten von altrituellen Sondergemeinschaften; weltweit
gibt es überdies aber ca. 450.000 Priester (r.k.).
#40 Dr. Otterbeck 00:29:34 | Donnerstag, 10. April 2008
Na ja… Ziemlich „witzig“… Sinnvoll wäre es aber mal, bestimmte Zuordnungen zu Kirchenprovinzen zu
überdenken. B XVI hat ja neulich Lille statt Cambrai zum Erzbistum und Metropolitansitz gemacht. Limburg
und Speyer könnten zu einer Kirchenprovinz Mainz* (Ebm.); Vechta (selbstständig!) und Essen zu einer
Kp. Münster (Ebm.). Der Tag wird kommen, dass es nur noch 1 Fakultät bzw. Theologenschule/Seminar pro
Kp. geben wird, höchstens. *Wenn die oberrheinische Kp. dann nur noch FR und S umfasst, wären vielleicht
diese beiden B.mer je zu teilen; 1) Rottenburg und 2) Stuttgart, 1) FR und 2) Baden-Baden oder so… [Dann
wärens glatt 30 statt Breitenbach’s Siebenzahl…] Aber solche Gedankenspiele werfen ja in Dtld. immer
gigantische staatskirchenrechtliche Probleme auf. ((Heinrich IV. lässt grüßen! „Nach Canossa gehen
wir nicht…“ (Bismarck) usw. usw.))
#25 Dr. Otterbeck 18:32:43 | Dienstag, 8. April 2008
Banale Bischofsmitra?? Werte Re(d)aktionäre! PAULUS Romanae Ecclesiae EPISCOPUS; so sind alle Konzilsbeschlüsse
unterschrieben. Der Papst ist DER Bischof und ohne ihn sind die andern es nicht richtig. Das heißt: Falls
überhaupt irgendwo die Mitra die richtige Wappenkrone ist, dann für den Hl. Vater.
#28 Dr. Otterbeck 08:12:41 | Mittwoch, 2. April 2008
@Marcelus Die Messdefinition in Nr. 7 der Erstfassung des MR 1970 war nicht „falsch“, sondern umdeutbar.
Die Änderung in die jetztige Fassung (Nr. 27) erfolgte, um der feindseligen Umdeutung durch die extreme
Rechte den „Wind aus den Segeln“ zu nehmen. „Richtig“ oder „falsch“ hängt (s.u.) davon ab, ob man das
„Gedächtnis“ sakramental oder nur symbolisch versteht.
#16 Dr. Otterbeck 21:54:14 | Dienstag, 1. April 2008
@Marcelus Schon möglich: Paul VI. betonte im Gespräch mit Guitton, dass er es immer als SAKRAMENTALES
Gedächtnis verstanden habe, wenn vom Gedächtnis, dass die Heilige Versammlung feiert, die Rede ist.
Der Begriff eines nur symbolischen Gedächtnisses fand nie die Billigung irgendeines Papstes. Sakrament
aber ist, katholische-orthodox begriffen, nie „nur“ Zeichen sondern Gnadenmittel der Gegenwart des wirklichen
Herrn.
@Berengeria Der CiG sollte sein Erscheinen einstellen und, im neuen Layout, als Großinserat in „Publik-Forum“
eingerückt werden. Für Herrn Röser findet sicher noch eine Verwendung als Märchenonkel bei der EKD.
@Heger Sie können sich denken, dass mir die „neue“ Fürbitte (1970) lieber ist als die „alte“ (1962).
Denn Papst Paul VI. hat das Problem begriffen. Wenn ich aber höre, wie ungeniert Hanspeterheinz aus Auxburg
unseren Heiligen Vater gestern in den Tagesthemen beleidigen durfte, dann hoffe ich doch, dass die überbordende
Kritik (endlich eine Gelegenheit!) es den Altritualisten wenigstens leichter machen wird, die Abmilderung,
die B XVI von 1962 weg in Richtung 1970 vornahm, leichter zu akzeptieren. Schwer genug ist es für Ihre
„Szene“ ja.
Unione di Centro Versucht kreuz.net jetzt allen Ernstes, die Prinzessin Borghese als „Christdemokratin“
zu „entlarven“? Und Gebhard Fürst als Freimaurerfreund?? Lächerlich. Zu Hans Küng (80.: heute!) ist
übrigens kathpedia recht lesenswert…
#16 Dr. Otterbeck 08:41:17 | Mittwoch, 19. März 2008
Na ja, wenn der geistliche Gehorsam zusammenbricht, dann tritt eben der Krieg um „Machtanteile“ auf den
Plan; „mehr Gehorsam“, so dialektisch das klingt, brächte auch Entkrampfungen bei der Rangelei um Vorrechte
und Zuständigkeiten… Frohe Ostern!
#12 Dr. Otterbeck 20:10:36 | Dienstag, 18. März 2008
@Freinsberg Je demokratischer das weltliche Bewusstsein, desto notwendiger muss die Kirche im Eigenen
ihre Ordnung beachten, um „Zeugnis“ zu geben. Ihr Beispiel hinkt. Nicht der Bundespräsident sagt dem
Richter, wie er zu urteilen hat, sondern das legitime Recht, in D. regelmäßig von Bundestag und Bundesrat
verabschiedet. Das ist in der Kirche eher ähnlich als anders. Einen Papst an der Spitze von heute 1,2
Mrd. Gläubigen für einen Despoten zu halten war schon vor 1517 irreführend. Fast immer hatten die Päpste
in der Neuzeit ihre liebe Not, ihrer geistlichen Autorität (!) überhaupt Respekt zu verschaffen. Das
war sogar zwischen Pius IX. und Pius XII. kaum anders, denn hinterm Rücken und abseits der hierarchischen
Spitzen hat der Klerus ja doch weithin getrieben, was er für richtig hielt. Enzykliken werden erst seit
Humanae vitae öffentlich zur Kenntnis genommen (vielleicht mit Ausnahme von „Rerum novarum“ 1891 und
„Pacem in terris“ 1963), gelesen im Volk sogar vielleicht erst jetzt. Wer „Gewalten“ neu verteilen will,
will meist selber mehr zu kommandieren haben. Der Gehorsam sagt aber eigentlich „alle müssen hören“
(weil sonst alle bloß befehlen wollen, was zur totalen Selbstblockade des Apparats führt; siehe: dt.
Bistümer). Probleme im Detail leugne ich nicht, gerade Altritualisten sind oft alles andere als papsttreu
(und lesen z.B. „Sacramentum caritatis“ nicht). Aber wer flott auf den „Zentralismus“ schimpft, hat die
Zeichen der Zeit schlicht verpennt –- oder giert selber nach „power“
#18 Dr. Otterbeck 22:16:43 | Freitag, 29. Februar 2008
@Konrad Allein weil die allermeisten Katholiken der „alten Messe“ nicht viel abgewinnen können, so auch
ich, wird das „motu proprio“ diese Bedeutung, die Sie befürchten, nie erlangen. „Stell’ Dir vor es ist
ALTE MESSE: und keiner geht hin.“ So ist es doch! B XVI hat zwar eine Maßnahme verfügt, die dem so gen.
„Verbot“ (1974) entgegengesetzt ist (das keins war, aber disziplinarisch unverzichtbar; aufgelockert schon
1984), aber der Zweck ist doch derselbe: Befestigung der Autorität von Konzil und Lehramt; das kommt
auf dem Pilgerweg der Kirche gelegentlich vor: z.B. Pascendi (1907) von Pius X. einerseits, die Antrittsenzyklika
von Benedikt XV. 1914 gg. den Integralismus andererseits. Man sollte sich von den krankhaften Sirenen
mancher Altritualisten nicht aus der Ruhe bringen lassen. Das wesentliche jüngere Dokument ist „Sacramentum
caritatis“, nicht „Summorum pontificum“.
#4 Dr. Otterbeck 10:40:38 | Freitag, 22. Februar 2008
@Konrad Jedenfalls erkennen wir im Rückblick, dass es disziplinarisch völlig unverzichtbar war, dass
Papst Paul VI. die völlige Ersetzung der alten Messe durch das MR 1970 durchsetzte (von 1974-1984 nur
mit Ausnahmen für „Privatmessen“). Denn sonst hätten wir seit 1970 bis heute durchgehend diese ritualistische
Polemik der Sektierer gehabt, die fortwährend mithilfe der „alten Messe“ gegen Konzil und Papst vorgehen,
zum Schaden (!) der liturg. Tradition.
#48 Dr. Otterbeck 13:26:00 | Donnerstag, 21. Februar 2008
@Bernado Hat irgendwie nicht geklappt, sorry… @Witzbold Montini hat auch Fans unter den hier so gen.
„Neokonservativen“ (die ja durchaus Mitte-links agieren können…)
#11 Dr. Otterbeck 13:23:55 | Donnerstag, 21. Februar 2008
@Konrad Richtig. Mag das Interview möglicherweise einen Fehlstart des sicher frommen und integren Erzbischofs
als Vorsitzender markieren: „draufhauen“ gilt nicht! Grüße an den „Landpfarrer“ (dem das Geschick desjemnigen
von Bernanos erspart bleiben möge!!)
#42 Dr. Otterbeck 17:55:22 | Mittwoch, 20. Februar 2008
@Bernado Als, sagen wir, „Rechtsmontinianer“ schicke ich Ihnen bzw. der Webseite s.p. mal einen längeren
Text aus meiner Feder. Bei Interesse, obwohl nicht ganz auf Ihrer Linie, dürfen Sie das unter s.p.de
publizieren! F.N. O.
#1 Dr. Otterbeck 10:37:11 | Samstag, 16. Februar 2008
Die Nachfrage nach „alter Messe“ explodiert?? Als das m.p. erschien, habe ich in mittlerer Sicht eine
Verzehnfachung der „Messorte“ im usus antiquior für möglich gehalten. Jetzt wird offenbar mit der Verdopplung
schon suggeriert, es gäbe einen „Boom“. Den gibt es aber nicht. Weil die alte Messe nie in Volk und Klerus
verankert war. Selbst die Verzehnfachung wäre marginal (von 40 auf 400 „Heilsorte“) und unerheblich (!)
im Blick auf das liturgische Gesamtgeschehen. Also hat Kardinal Lehmann die Wahrheit gesagt.
#69 Dr. Otterbeck 10:30:21 | Samstag, 16. Februar 2008
100% Maurras Zitat: „Diese [Seele] kann richtig aggressiv und ungehalten werden – vor allem dann, wenn
sie mit dem ungewässerten, unbeugsamen, hundertprozentigen Katholizismus in Kontakt kommt. Denn der Katholizismus
begnügt sich nicht mit der neokonservativen Fassade. Er zielt auf Inhalte ab und zieht daraus die Konsequenzen.
Der Katholizismus ist dem Neokonservativen ein Stachel im Fleisch, weil er den Neokonservativen an den
Verrat erinnert, den dieser an der Substanz begeht.“ Wer sowas schreibt, hat keine Religion. „Der“ Katholizismus,
der da zum Vorschein kommt, ist ein ideologisches Konstrukt ohne Kontakt zur Glaubenstradition, ohne Leben,
ohne Liebe. Gesinnung für eine selbsternannte antisemitische, antidemokratische und asoziale „Elite“,
deren Wirkungskreis allenfals 0,2% der praktizierenden Katholiken nördlich der Alpen erreicht; dieser
„ungewässerte“ Katholizimus ist das ungetaufte Heidentum in pseudotridentinischen Gewändern.
#5 Dr. Otterbeck 17:17:06 | Samstag, 29. Dezember 2007
@Pünktchen Na ja, Huber ist nunmal so eine Art „Reichsbischof“ und fühlt sich wohl dabei. Allerdings
wird Kardinal Lehmann, zu seinem Verdruss, trotz aller Anstrengung, nicht neben ihm als „deutscher Riechelieu“
in die Fußnoten der Geschichte eingehen. Guten Rutsch!
#1 Dr. Otterbeck 17:13:10 | Samstag, 29. Dezember 2007
Die Mitra, die Papst Johannes Paul I. bei der Inthronisation verwendete, statt Tiara, und die B XVI. an
Weihnachten beim Segen urbi et orbi trug (erkennbar am Wappen JP 1), ist vermutlich dieselbe, die Johannes
XXIII. bei der Konzilseröffnung trug und Pius XII. beim Dogma der Assumpta (1. Nov. 1950).
#83 Dr. Otterbeck 11:52:32 | Donnerstag, 13. Dezember 2007
@Gotthard Das m.p. bietet nicht den leisesten Ansatz zur Bekämpfung der neuen Messe. Da die meisten „Tradi“
aber gar nicht so sehr die alte Messe mögen wie sie die „neue“ (= 6. Jh.) hassen, wird dieser Dissens
immer weiter für Verwundungen sorgen. Das m.p. garantiert überhaupt keine Mindestquantität an „alten
Messen“ (und selbst eine Verzehnfachung bliebe liturgisch unauffällig; Euphoriker (!) reden ja jetzt
von einer Verdopplung der Tradi-„Opfer“stätten von 40 auf 80 in Dtld.); der Auslegungsspielraum für
den unbestimmten Rechtsbegriff „feste Gruppe“ liegt zuerst beim betroffenen Pfarrer; dann beim Bischof.
Ist das denn so schwer zu begreifen?
#62 Dr. Otterbeck 10:14:33 | Mittwoch, 12. Dezember 2007
Noch einfacher! Der (bewusst) unbestimmte Rechtsbegriff, den das M.P. verwendet, gibt dem Pfarrer (!)
die Freiheit zur Auslegung. Wenn er ein „collegium“ erkennt, kann er die „alte Messe“ feiern, hat er Zweifel,
geht die Sache an den Bischof. Wieso aber das „allgemeine Rechtsprinzip“ (tres faciunt collegium) hier
„einschlägig“ sein soll, bleibt schleierhaft. Die Zahl 3 ist die geringstmögliche einer Vielheit, da
2 eine Beziehung bilden (ein „Schuldverhältnis“); ein Verein muss mehr sein als ein Vertrag, daher: min.
3; unter Ausnutzung des o.g. Auslegungsspielraums kann ein Pfarrer aber auch für nur 2 Ritualisten eine
„Opfer“messe inszenieren.
#20 Dr. Otterbeck 20:09:54 | Mittwoch, 31. Oktober 2007
Weiter so! Manche Ritualisten gäben erst Ruhe, wenn aus der „alten Messe“ endlich eine neue Religion
würde… Aber auch das verhindert das m.p. vom 7.7. Roma locuta. Causa finita?
#19 Dr. Otterbeck 00:07:49 | Mittwoch, 26. September 2007
Wer richtet wen? Papst Paul VI. hat am 11. Oktober 1976 den Traditionsbegriff von Marcel Lefebvre verurteilt;
zu Recht, wie man sieht. Roma locuta, causa finita.
#4 Dr. Otterbeck 22:11:59 | Mittwoch, 12. September 2007
Freund oder Feind? Wer weiß. Vielleicht wird man sich in einiger Zukunft an den verregneten Papstbesuch
MMVII als „zweite Taufe Österreichs“ erinneren; weitab von der Tagespolitik.
#45 Dr. Otterbeck 10:37:39 | Montag, 10. September 2007
Lieber Badde, mit diesem „Gorbatschow“-Vergleich tun Sie dem Klaus Berger aber keinen Gefallen. Er stört
manche, hat aber auch viele Freunde. Richtig ist, dass der Besuch in Heiligenkreuz ein „heimlicher Höhepunkt“
der päpstlichen Pilgerreise war!
#18 Dr. Otterbeck 10:28:39 | Montag, 10. September 2007
Sonderablässe? Wenn ein Papst äußert, dass soeben Gestorbene bereits Gott schauen, so ist das keine
„Heiligsprechung“ (vgl. Predigt bei der Beerdigung des Papstes am 8. 4. 2005), sondern Aktualisierung
dessen, was bereits Benedikt XII. 1336 in „Benedictus Deus“ formulierte. Wer unbedingt spekulieren will,
was das „Maria hat sie zu Jesus geführt“ heißen sollte, könnte sich allenfalls fragen, ob der Hl. Vater
den Verstorbenen in Mariazell einen besonderen vollständigen Ablass zugewendet hat…
#34 Dr. Otterbeck 17:18:31 | Samstag, 1. September 2007
P.S.: Hier nochmal die Passage aus SC (50): Ordo missae ita recognoscatur ut singularum partium propria
ratio necnon mutua connexio clarius pateant, atque pia et actuosa fidelium participatio facilior reddatur.
Quamobrem ritus, probe servata eorum substantia, simpliciores fiant; ea omittantur quae temporum decursu
duplicata fuerunt vel minus utiliter addita; restituantur vero ad pristinam sanctorum Patrum normam nonnulla
quae temporum iniuria deciderunt, prout opportuna vel necessaria videntur. – Teilhabe der Gläubigen erleichtern
– Riten vereinfachen – weniger Sinnvolles weglassen – Günstiges und Notwendiges wiederherstellen, alles
aber nach der Norm der Heiligen Väter (eine trid. Formel!); Fazit: novus ordo geht „in Ordnung“.
#10 Dr. Otterbeck 17:00:28 | Samstag, 1. September 2007
@sweet tobacco Ne, nee. Die DBK würde mich nicht beschäftigen, da ich das „Credo des Gottesvolkes“ glaube.
Das hält man da für Altpapier. Ich kann auch keinen Fahneneid auf den Sekretär der DBK leisten!
#11 Dr. Otterbeck 16:56:59 | Samstag, 1. September 2007
@Bernado Die paar Sätze, die im älteren Usus laut gesprochen werden, müsste doch jeder Zelebrant auf
Latein hinkriegen. Die Klippe ist dann wohl die Präfation? P.S. Die Statistik von PMT zugrundegelegt
(40 Orte), halte ich ein Anwachsen der Zelebrationsorte auf rd. 350 bis 400 in Dtld. für möglich. Bei
rd. 16.000 Priestern müsste das quantitativ auch ohne schwerfällige Regularien zu managen sein. Aber
das macht die „alte Messe“ immer noch nicht zum Volkssport.
#4 Dr. Otterbeck 11:36:57 | Samstag, 1. September 2007
@Rainer Prof. Gerhard Richter hat kein Honorar verlangt. Im übrigen wurde der „Zufall“ der Farbverteilung
künstlerisch korrigiert. Insofern also doch der für Eingriffe offene Zufall? Ich halte das Fenster für
ein Hauptwerk des 21. Jh.; besser hätte man die ungeheure Zahl und Vielfalt der Märtyrer des 20. Jh.
nicht verewigen können. „Moscheefenster“ sind übrigens die Fenster direkt rechts und links neben dem
Richterfenster, bloß ornamental. Und der neue Teppich im Altarraum, sündhaft teuer, hätte besser in
einen Saunaclub gepasst.
#14 Dr. Otterbeck 18:22:55 | Mittwoch, 22. August 2007
@Benedikt Solange die Kirche als eine des Gehorsams definiert wurde und wird, ist es jedenfalls nicht
ganz in sich widerspruchsfrei, wenn man die „Repression“ beklagt, mit der 1970 ff. die liturgischen Reformen
(teilweise) durchgesetzt wurden. Historisch korrekter müsste m.E. stets mit einfließen, dass die Maßnahmen
von 1970 ff. nicht in erster Linie auf die „alte Messe“ antworteten, sondern bereits das Chaos der „Zwischenzeit“
(seit 1962-63-64…) in Angriff nahmen; bis heute nicht vollends erfolgreich. Die Feinde der Liturgiereform
weigern sich stets und überall zu erläutern, woher denn das Durcheinander der frühen 60-er überhaupt
kommen konnte, wenn „das Messopfer“ angeblich so innig in Herz und Seele von Klerus und Volk verankert
war. Da ist doch wohl auch die Wahrnahmung von una voce etc. interessegeleitet, oder?
#40 Dr. Otterbeck 11:14:02 | Samstag, 18. August 2007
P.S.: Wenn mich nicht alles täuscht, wurden diese Aussagen von J 23 neulich in den responsa ad quaestiones
der „Inquisition“ wieder zitiert. Hat W. Huber das übersehen? „Verrat am Konzil“?
#95 Dr. Otterbeck 10:59:19 | Samstag, 18. August 2007
@J.G. Nun bin ich kein Experte in Byzantinismus. Mir geht aber die (hypothetische) Frage nach, ob der
Islam in Europa obsiegt hätte, ohne die Entdeckung der strengeren Auffassung vom römischen Primat. Und
Vatikanum II halte ich, anders als „Stuss-“„Ru“„dolfus“, für die Steigerung dieser Einsicht. Papst-und-Bischöfe
und kein Bischof außerhalb ermöglichen die Zukunft der wahren Religion, weltweit. Wetten dass?
#91 Dr. Otterbeck 19:36:17 | Freitag, 17. August 2007
Lieber Herr Guttenberger, die Regelung des m.p. lässt sich nicht „unterdrücken“; nur im Fall echter
Störung kann ein Bischof „einschreiten“. Jedes relevante pastorale Bedürfnis nach dem usus antiquior
des Römischen Ritus kann mit Aussicht auf Erfolg geltendgemacht werden. Dennoch rechne ich nicht damit,
dass es einen in der Öffentlichkeit relevanten Zulauf zur „alten Messe“ geben wird (selbst wenn statt
40 ca. 400 Zelebrationen mtld. in Dtld. angeboten würden: Wer bemerkt denn was davon?). Das Thema ist
m.E. „durch“. Als außerdordentlich dämlich empfand ich allerdings die pseudo-kanonistischen Verrenkungen
eines Bf. Mussinghoff, der meinte, vielleicht habe Paul VI. die „alte Messe“ ja doch verboten. Eine reichlich
schlaumeierische Umdeutung der Klausel zum In-Kraft-Treten der Ap. Konstitution „Missale Romanum“ vom
3. April 1969. Diese richtete sich gegen entgegenstehende Vorschriften (etwa Quo primum, 1570) aber nicht
doktrinär gegen ältere Ausgaben des MR. P.S. Zu „sola scriptura“: Exeget Klaus Berger vertrat neulich
sogar die Auffassung, der Kanon des Neuen Testaments stamme aus Rom (auch unter Hinweis auf die Kunst,
Darstellung der Überreichung der nova lex an Petrus und Paulus durch Christus). Interessant? Interessant.
#280 Dr. Otterbeck 08:28:19 | Freitag, 17. August 2007
P.S.: Warum ist denn das „emoticon“ (der „smiley“) aus der Auswahl verschwunden, der ein Buch liest? War
die Kombination (unten) allzu witzig? o^/ (Buchleser)
#13 Dr. Otterbeck 08:22:31 | Freitag, 17. August 2007
@Laurentius2, späte Antwort: Das von Ihnen vermisste Zitat vom 29.06.1972 findet sich auf S. 707 der
Insegnamenti Paolo VI, Bd. X (1972); bzw. www.vatican.va, Paul VI., Predigten (Datum).
#25 Dr. Otterbeck 15:18:12 | Donnerstag, 16. August 2007
@Hegerl Was soll denn das? Hier „unerhört“ zu brüllen? Sie können ja so viele böse Briefe schreiben
wie sie wollen… Ich tue es nicht. Basta. @Pünktchen Ich erkundige mich erstmal andernorts, ob jemand
Näheres über „Fregatte“ Bussmann weiß. Ich bin als „Inquisitor“ völlig ungeignet!!
#3 Dr. Otterbeck 18:03:27 | Mittwoch, 15. August 2007
@möchtegern „total krank“ Unvoreingenommene Leser konnten die Richtzahl 25 im Papier von Bf. Mixa immer
nur als rein administrativen Wert auffassen. Die Zielrichtung war eindeutig nicht bremsend „anti-antiq“,
sondern auf Praktikabilität des M.P. ausgerichtet. Die kreuz.netter sind allerdings fast genial in der
„Deutung“ oft ungelesener Texte! Beleg? Die hiesige „Deutung“ des Vatikanum II.
@Pünktchen Naja. Ein gewisses „Trittbrettfahrertum“ zeichnet BILD in der Papstfrage neuerdings aus. Aber
immerhin kommt so mal wieder eine andere Bibelübersetzung unters Volk, immerhin. Wir wollen als Retourkutsche
für „Enteignet Springer!“ (1968) doch wohl nicht „Enteignet Herder!“ fordern? Nach der päpstlichen Kritik
an der Einheizübersetzung im Jesusbuch hätte man nur schlecht den Stuttgarter Text nehmen können. Der
Text der Jerusalemer Bibel ist nunmal der Bessere: „Tolle, lege!“ Schönen Sonntag noch.
@Pünktchen War nicht persönlich gemeint. Das „Original“ des Spruchs heißt ja bekanntlich: Stell’ Dir
vor es ist Krieg und keiner geht hin. Papst Benedikt will aber den Krieg um die Messe (eher eine Straßenschlacht
am rechten Rand der suburbs) gerade beenden. Mit Recht und Gerechtigkeit.
@Pünktchen Ausgerechnet BILD hat eine Bibel in gerechter Sprache veröffentlicht, eine „Benedikt-Bibel“,
die NICHT der Einheitsübersetzung von 1980 folgt. Respekt!
@Pünktchen Volle Zustimmung. Ich vermisse allerdings auf Seiten der „Freunde der Tradition“ die Einsicht
dafür, dass besondere Zeiten auch besondere Maßnahmen erfordern. Die Liturgiereform war überfällig,
jedenfalls mit Blick auf Lateinamerika, Afrika und Asien. Sonst gäbe es heute nur mehr 1,1 Millionen
Katholiken, nicht 1,1 Mrd.
#38 Dr. Otterbeck 17:43:03 | Montag, 5. Februar 2007
Korrektur zum Bild: Es muss in der Unterschrift Johannes XXIII. heißen; derselbe trug übrigens beim
Einzug in die Konzilsaula die Mitra, nicht die Tiara (das Bild ist vermutlich vom 4. November 1958, dem
Krönungstag).
@Pünktchen Der Dipl. Ing. Hoffmann ist ein sehr couragierter Bürger, der als bekennend konservativer
Demokrat schon so einiges bewegt hat. Ich denke in diesen Fragen keineswegs so konservativ wie im „kirchenamtlichen“
Bereich: Aber gerade dann wünscht und fleht man dringend, dass die bischöflichen Papierfabriken nicht
dieses elende Durcheinander von halbherzig „sozialdemokratisierenden“ Besinnungsaufsätzchen und lauwarmen
Tugendappellen fabrizieren. (Und gerade die Linke müsste sich ekeln über diesen wolkigen Anbiederungskurs.)
Ich empfehle zum Grundsätzlichen erstmal „Deus Caritas est“ Nr. 26 ff. („Gerechtigkeit und Liebe“); Schluss
mit dem pseudopolitischen „politischen“ „„Katholizismus“"… der Funktionäre. Unterscheidung der Sachbereiche!
Es gibt genug zu kritisieren, aber lasst da mal die zuständigen Kräfte ran…
#63 Dr. Otterbeck 11:10:09 | Dienstag, 23. Januar 2007
@Marcel Ihre Deutung von „Christkönigsherrschaft“ hat bereits Franz von Vitoria mit Spott kommentiert:
„omnino est sophisticum“ (cfr. Relectio prior de potestate Ecclesiae, zit. nach ed. Getino, Vol. II, Madrid
1934, p. 66).
#3 Dr. Otterbeck 11:04:11 | Dienstag, 23. Januar 2007
„Er war nie wütend…“ Ob es mir gelingt, „nie“ gegenüber Kritik wütend zu werden, das kann ich nicht
garantieren. Aber wir sollten uns daran ein Beispiel nehmen.
#13 Dr. Otterbeck 13:27:29 | Mittwoch, 17. Januar 2007
Na ja, Pünktchen… Wohler wäre mir, Dr. Goesche würde sich öffentlich und gerichtsfest von kreuz.net
distanzieren. Da die erwähnte „Misswirtschaft“ aber offenkundig ist, würde er er sich nicht einmal „blamieren“,
wenn er diesen Artikel selbst verfasst hätte.
#61 Dr. Otterbeck 11:00:33 | Donnerstag, 11. Januar 2007
@Gotthard Die Irrtumslosigkeit der Hl. Schrift ist ein so hohes Gut, dass voreilige, billige „Kompromisse“
oft nur mehr Verwirrung stiften. Der Ansatz des holl. Katechismus bspw. (1966) war bestimmt ungenügend.
Selbstverständlich ist die Schöpfungsgeschichte auch „Geschichte“, wenn auch nicht in einem vordergründig-naturalistischen
Sinn (6 x 24 Std.).
#21 Dr. Otterbeck 18:32:55 | Dienstag, 9. Januar 2007
@Gotthard So leid es mir längst tut, dass ich hier wieder mitschrieb: Dem Problem „Integralismus“ ist
mit Humor allein nicht beizukommen… Les extrèmes se touchent.
#43 Dr. Otterbeck 08:24:34 | Sonntag, 31. Dezember 2006
Fehlzitat Wir werden sehen, ob und wie die Reaktion das 2. Hj. 06 zusammenfasst… Die Fehldeutung des
Papstzitates aus der Weihnachtsansprache zeigt einmal mehr, dass die kreuz.net-Drahtzieher nicht die geringste
Neigung verspüren, den Hl. Vater beim Wort zu nehmen. Tatsächlich sagte Benedikt XVI.: „Der Regenbogen
war wie eine Antwort: Ja, ich bin da, und die Worte der Verheißung, des Bundes, die ich nach der Sintflut
gesprochen habe, gelten auch heute.“ (Großes Hohngelächter in der kreuz.net Redaktion.) Guten Rutsch,
allerseits!
#1 Dr. Otterbeck 08:07:55 | Sonntag, 31. Dezember 2006
Guten Rutsch, zusammen! Die Aufklärung kommentierte der Hl. Vater auch in seiner Weihnachtsansprache
vom 22. ds. Mts. Er erwähnte dabei sogar den Philosophen Jürgen Habermas. Für die Mehrheit der rd.
500 „kreuz.ritter“ ein weiteres Indiz für „sede vacante“??
#18 Dr. Otterbeck 18:42:31 | Freitag, 29. Dezember 2006
@Gotthard Richtig. Die Kölner mochten ihre Erzbischöfe nahezu nie. Frings gestattete den Kohlenklau
in der Nachkriegszeit („fringsen“) und wurde so „unsterblich“. Was hätte der Kardinal Höffner erlauben
müssen („höffnern“)? Was Meisner, um sich beliebt zu machen? Keine Chance: Das Urteil der Medien stand
je schon zu Amtsantritt fest!
#20 Dr. Otterbeck 12:00:52 | Freitag, 22. Dezember 2006
@Pünktchen Marcel weiß, was er sagt. Er nährt die Konfusion absichtlich. Jeder, der sich für den Lefebvrismus
interessieren (muss), sollte auch dazu eine Passage von Guitton lesen, in „Un siècle, une vie“ (Paris
1988), S. 394 ff. Allerdings hat der frz. Philosoph den Kern des Problems m.E. nicht begriffen. (Sein
Vermittlungsversuch kurz vor dem Schisma scheiterte.) Er wollte M.L. damit „ködern“, dass er in als Meuterer
(„mutin“) charakterisierte, der sich selbst untreu geworden sei. Er war aber wohl doch (seit 1988) „Mutant“,
Erfinder einer neuen Religion. Das hat man damals noch nicht so klar sehen können, aber die Entstehungsgeschichte
der Petrusbruderschaft zeigt ja, wo die Grenzlinie zwischen Meuterei und Mutation verlief. Die Römische
Messe kann man nur „mit und unter“ Petrus feiern, nicht im spirituellen Disneyland.
#18 Dr. Otterbeck 11:51:02 | Freitag, 22. Dezember 2006
@Marcel „Erst wenn die V 2 Revolutionäre bekehrt ODER WEGGEFEGT sind, kann Christus den Thron wieder
besteigen.“ Das ist ja blanker Hohn, was Sie da schreiben. Was feiern Sie denn an Weihnachten? Die Geburt
einer „Anspruchsgrundlage“ auf Weltherrschaft?? Aber wie Dr. Goesche schon in UNA VOCE 1997, S. 124 f.
schrieb: „Ein von Papst Johannes XXIII. sanktionierter, falscher Liebesbegriff hat in die praktische Anarchie
geführt, die nur gegenüber jenen versprengten Schafen, die die Überlieferung der Väter heilig halten,
ihre tyrannische Fratze zeigt.“ Das ist wohl das Redaktionsstatut von kreuz.net. Wenn wir alle in einer
„tyrannischen Anarchie“ leben, wer soll sie denn dann „hinwegfegen“? Selbstmordattentäter??
#336 Dr. Otterbeck 08:31:27 | Mittwoch, 20. Dezember 2006
@Kein Kommentar Danke für den Literaturhinweis. Hier noch einer von mir: Jean Guitton, Le Génie de Thérèse
de Lisieux, 2. Aufl. Paris 1995 (insb. S. 69-76: L’effort sans effort).
#13 Dr. Otterbeck 15:32:31 | Dienstag, 19. Dezember 2006
@Aurelius, späte Korrektur Alle Päpste nach Benedikt XV. haben irgendwann auch mal einen Lehrauftrag
innegehabt, auch Montini (Paul VI.). Ob das aber zur dt. Schreibweise Prof. Dr… befugt? Weiß ich nicht.
Richtig ist, dass seit Pius X. kein Papst mehr gewählt wurde, der kein Vollakademiker war.
#85 Dr. Otterbeck 15:12:19 | Dienstag, 19. Dezember 2006
@Pünktchen Haha. Zugegeben, ziemlich blöd von mir, ausgerechnet jetzt, wo hier die Wogen so hochgehen,
Werbung für gute alte Literatur machen zu wollen. Naja. Vertagen wir uns halt in neue Jahr.
#80 Dr. Otterbeck 15:03:54 | Dienstag, 19. Dezember 2006
@Sulpicius Mon Dieu! Der Wortgebrauch wird ja allmählich, gelinde gesagt, befremdlich. Täuscht mein
Eindruck, dass Sie sich ein Papsttum mit „Führerprinzip“ wünschen würden? Zum Glück sind solche Phantasien
völlig irreal. Auch wenn manche Bischöfe „dogmatisch irritiert“ aus der Wäsche gucken, weil sie das
II. Vatikanum nicht gelesen, aber den Holl. Katechismus für seine Frucht halten (bei Imprimatur vom 1.
März 1966 ist er vielmehr letzte Angstblüte vorkonziliaren (!) Dissidententums gewesen), sie sind doch
voll und ganz Bischöfe und mithin unverzichtbar für jedwede kath. Ekklesiologie. Bischof kann aber,
kath. gedeutet, ein Bischof nur dank des Bischofsamts des Papstes sein, dann aber zugleich auch (!) aus
eigenem Recht. Solange ein Bischof sich nicht vom Papst lossagt (etwa Lefebvre) bleibt er Bischof im vollen
Sinn des Wortes. Diese Struktur ist weder durch Plebiszit noch durch Räte und schon gar nicht durch Stimmungsmache
zu beseitigen, auch wenn manche Entscheidungen schmerzhaft oder sogar ungerecht sind.
#70 Dr. Otterbeck 14:53:41 | Dienstag, 19. Dezember 2006
@Pünktchen Jean Guitton hat noch mehr interessante Sachen geschrieben, z.B. Lebensberichte. Manche halten
den Gesprächspartner von Paul VI. ja für einen Wegbereiter des „Neo-Modernismus“. Das ist aber Blödsinn.
Es gibt ein paar dogmatische Schwächen (soweit ich das erkennen kann), aber insgesamt ist das Werk ein
„renouveau“ eines zeitgemäßen Thomismus im weitesten Sinne, wenn auch vordergründig anknüpfend an
Bergson und Newman, teilw. auch Pascal u. Leibniz, und (exegetisch) P. M.-J. Lagrange. Mir imponiert zum
Bsp. seine felsenfeste Überzeugung, dass der Evangelist Lukas die Gottesmutter gekannt habe und das Magnifikat
mithin als „Originalton“ zu werten ist. P.S. Trotzdem schließe ich mich nicht der Forderung an, dass
reihenweise dt. Bischöfe gestürzt werden müssen. Pünktchen, wenn diese kreuz.net-Idiotie mal abgeflaut
sein wird, melden Sie sich doch mal bei mir!
#123 Dr. Otterbeck 11:48:49 | Dienstag, 19. Dezember 2006
@Pünktchen Ohne langweilen zu wollen, darf ich zu Mariä Verkündigung (und für alle, denen die Schott-Formulierungen
nicht ganz genügen) abermald das Werk von Jean Guitton, Die Jungfrau Maria, empfehlen: dt. Kolmar 1957
(wahrscheinlich nur noch per Fernleihe zu besorgen bzw. antiquarisch), insb. S. 43-48. Eindrucksvoller
ist der „englische Gruß“ im 20. Jhd. selten meditiert worden. Ja, Menschwerdung des Ewigen Wortes! (Angesichts
der festkalendarischen Verwirrung wünscht man sich doch, dass päpstliche Kardinalskreationen fortan
immer am 25. März zelebriert werden sollten, um diesen Festtag des ganzen Universums neu hervorzuheben,
wie bereits A.D. 2006 geschehen.)
#157 Dr. Otterbeck 11:37:59 | Dienstag, 19. Dezember 2006
@Heger Auch meinerseits besten Dank für den Hinweis. Mir wurde einmal von einem Muslim berichtet, der
ganz vorsichtig einräumte, dass die Eigenschaften, die Allah vorbehalten sind, auch auf den Jesus des
Koran zutreffen. Oder um es (sinngemäß) mit Jean Guitton zu sagen („Jesus“, 1961): Wenn der Schöpfer
dieses Universums je Mensch geworden ist, dann „musste“ (logos!) er sich so verhalten, wie es der biblische
Jesus tat.
#79 Dr. Otterbeck 11:48:48 | Montag, 18. Dezember 2006
Hat die Redaktion die Berufsbezeichnungen Diplomatin, Dozentin, Professorin wegkorrigiert oder ist das
ein Übersetzungsfehler? Man muss zwar nicht jedes Mal „liebe Pfadfinderinnen-und-Pfadfinder“ sagen, aber
hier gab es eindeutig Unterzeichnerinnen.
#8 Dr. Otterbeck 12:11:02 | Freitag, 15. Dezember 2006
@Pünktchen Der frz. Philosoph Jean Guitton schrieb in seinem Buch über die Jungfrau Maria 1949, dass
die höchste Würde einer menschlichen Person weiblich sei, ihretwegen. Wer die Zwei-Naturen-Lehre hinsichtlich
der Person Jesu beherzigt, der sieht das auch sofort ein: Natus nobis…
#5 Dr. Otterbeck 12:02:48 | Freitag, 15. Dezember 2006
@Gandalf Sollte kath.net bei wikipedia gelöscht werden, wäre das eigentlich ein Kompliment. „Abgeschrieben“
von wp. wird bei kp. jedenfalls nicht, denn –- soweit ich es sehen konnte –- werden die Artikel zumindest
immer auf die Zielgruppe hin angepasst. Und das ist ehrlicher als der vorgeblich „neutrale“ Standpunkt
der wp. Zynische „Neutralität“ à la wp. verfolgt doch auch „dogmatische“ Zwecke. Oder etwa nicht?
#42 Dr. Otterbeck 11:56:08 | Freitag, 15. Dezember 2006
@Gandalf Richtig. Nicht jedes Zitat ist mit Zustimmung verbunden. Außerdem: So oft zitieren sogar Adventsprediger
nicht mehr N. M. F. Die Zeiten sind ja vorbei. Eher wird banale Literatur „eingeflochten“ oder pseudochassidische
Geschichtchen aus der reichhaltigen Gottesdienstgestaltungsliteratur!
#18 Dr. Otterbeck 12:32:27 | Dienstag, 12. Dezember 2006
Sehr geehrter Herr Dr. Goesche, soll denn jetzt das große Spenden-Raten beginnen? Der Erfolg ist Ihnen
persönlich ja zu gönnen, aber warum herausposaunen auf kreuz.net? Soll das die Neutralität der Redaktion
herausstellen?? Ein m.E. untauglicher Versuch!
#65 Dr. Otterbeck 18:11:29 | Donnerstag, 2. November 2006
@Breze Wenn die Staatsanwaltschaft gegen kreuz.net vorgehen wird, wird sicherlich als eine der ersten
Frau Heger interviewt. So perfekt sind die Tarnungen alle nicht. Jetzt aber Schluss für heute.
#57 Dr. Otterbeck 18:01:06 | Donnerstag, 2. November 2006
@Alexandra @Breze Ja. Bin nochmal ein bisschen frech geworden. Insbesondere um klarzustellen, dass ich
hier immer mit offenem Visier gestritten habe. „Stat crux“ sollte keineswegs Tarnname für noch „gehässigere“
statements sein. Das war nur eine praktische Frage.
#51 Dr. Otterbeck 17:40:03 | Donnerstag, 2. November 2006
Der „klassische“ Introitus der kreuz.nattern lautet wohl: Über Juden und Freimaurer schreite ich dahin,
trete auf Kommunisten und Protestanten. Und mein heiliger Engel wird mich behüten, dass mein Fuß nicht
über einen Modernisten stolpert. Und mein Heil wird mir meine Ewigkeit auf meinem Silbertablett mein
Heiligtum mir verehren. Ich mir mein Reich!
#46 Dr. Otterbeck 17:22:19 | Donnerstag, 2. November 2006
Nr. 1537 Am besten gefallen hat mir, dass Breze die Tageslesungen von heute eingestellt hat. Und von den
„NOM“-Hassern kam nicht einmal der „klassische“ Introitus…
#33 Dr. Otterbeck 16:55:28 | Donnerstag, 2. November 2006
Nr. 1533 Härte und Beharrlichkeit, nun gut, schon ein etwas konzilianterer Titel: Aber immer noch geeignet,
beliebige Assoziationen über die schreckliche Kindheit des Hw. Herrn „spiritus rector“ zu evozieren.
Was hat denn der Onkel Fritz so alles aus Stalingrad erzählt?
#18 Dr. Otterbeck 17:14:09 | Mittwoch, 1. November 2006
Dr. Goesche, bitte, erzwingen Sie bessere Überschriften! Der Bischof hat niemanden hinrichten lassen.
Immer und immer wieder rutschen völlig „blutige“ Assoziationen in diese kreuz.net-Überschriften. Was
haben Sie denn in ihrer Jugend gelesen?? Landserheftchen??
#27 Dr. Otterbeck 19:36:47 | Montag, 30. Oktober 2006
Nr. 1531 @Athanasius: Sie zwingen mich schon wieder zu einer Replik. Unterstellt, das P. Pio-Zitat ist
richtig (ich halte auch die Zitate für richtig, in denen er Lefebvre ermahnte): BALDMÖGLICHST beendet
wurde das Konzil am 8. Dezember 1965. In der langen und an Katastrophen reichen Geschichte der Konzilien
ist es eines der am besten, zügigsten und effizientesten durchgeführten Konzilen. @Möchtegern: Ein
Pastoralkonzil ist eines, dass das Lehramt der Kirche, die Tragkraft ihrer Verkündigung stärken will
(nicht schwächen). Der hohe Anspruch, der über bloße Definitionen (Gegenbegriff: Rechtskonzil??) hinausgeht,
hat die Rezeption so massiv erschwert. @Marcel: Ihre Verschwörungstheorien hat Abbé George de Nantes
noch etwas zeitnäher vertreten. Er wurde dafür schon 1966 exkommuniziert. Betrachten Sie sich bitte
als „pränatal“ mit-exkommuniziert. @Breze: G.M.M. ist ein durchaus sympathischer, etwas akkurater „Typ“;
mehr anderswo.
#2 Dr. Otterbeck 14:57:14 | Samstag, 28. Oktober 2006
In der Revue d’histoire et de la litterature religieuses (gegr. 1896) schrieb Loisy, der Modernist, u.a.
unter den Pseudonymen: Jacques Simon, Jean Lataix, Molandre, F. Jacobé, Jean de la Rochelle, Étienne
Sharp, A. Firmin, Isidore Deprés; Turmel nannte sich auch Herzog und Dupin. „On se cache pour atteindre
un but qui exige le secret“, meinte dazu P. Lagrange (1932). Man staunt: Auch die beiden Modernisten (Loisy
erkannte neben sich nur halbwegs Tyrrell als solchen an)suchten die Anonymität und wollten eine breite
Bewegung vortäuschen! Der Antimodernismus verhält sich zum Modernismus auch da wie Rechts-Hegelianer
zu Links-Hegelianern. Die „höhere Perspektive“ des Christentums gegenüber dem modernen Diskurs haben
beide Fronten (der Jahre um 1907; die werden hier nachgespielt!) preisgegeben; so urteilte bereits Benedikt
XV. am 1. November 1914; übrigens: @Dr. Heger: Sie sind kein Rechtshegelianer, sondern ein „Rechtshegelianer“,
einer, der meint, eine lex inusta aufgrund philosophischer Spekulation (oder auch nur sophistischer…)
als solche beurteilen zu können.
#55 Dr. Otterbeck 23:25:10 | Freitag, 27. Oktober 2006
Marx? Trier? Da war doch was… Ach ja, die jüdisch-bolschewistische Weltverschwörung… Die SSPX muss
Marx verklagen, egal wegen was, notfalls wegen Fahrlässiger Blauäugigkeit (§ 130b STGB n.F.). Auf dem
Boden des Grundgesetzes sind die SSPX-Kleriker allerdings, man staunt!, nicht einmal Hilfsbeamte der Staatsanwaltschaft.
Gerade nochmal davongekommen, Exzellenz…
#76 Dr. Otterbeck 23:14:31 | Freitag, 27. Oktober 2006
Nee, Adriano Leverkusen, mit Breze fahr ich lieber mal zu einer Chinesischen Messe zu den Steylern in
St. Augustin; da hat man mehr von als einem levitierten Hochamt der Una Voce-Tagung; sogar ohne Chinesischkenntnisse…
#72 Dr. Otterbeck 22:46:12 | Freitag, 27. Oktober 2006
@Breze Quiz Was ist „dialecken“? a) Briefmarke vorne und hinten anfeuchten b) Dosenmilchdose oben und
unten anbohren c) altmodische 70er Jahre Lichtbilder säubern d) dialektisch ticken, bis der Arzt kommt
e) „alte Messe“ fordern, aber § 130 StGB bekämpfen
#70 Dr. Otterbeck 22:14:39 | Freitag, 27. Oktober 2006
@Schüttel Ihre freundlichen Worte von vorgestern habe ich erst jetzt gelesen! Danke. Aber ich verlange
am allerwenigsten „Folgebereitschaft“, dafür fehlt es mir an Amt und Ambition. Sie können die gratis
und unter Echtnamen hier niedergelegten Anregungen gern weiter verwerten. Es ist ja schon einiges zusammengekommen.
Aber auch ich selbst habe massiv aus kreuz.net gelernt; vor allem wie wichtig, dringend, überfällig
und gottgewollt das II. Vatikanum war, aber auch, dass alle Päpste seit Pius IX. den „Katholizismus“
nicht wollen, der hier von interessierter Seite „gelehrt“ wird. @Breze Nun. Auch Dr. Heger ist nicht frei
von Problemen, wie wir alle. „Erkenntnistheoretisch“ hat er wohl den Unterschied zwischen Dialog und Dialektik
nicht gerafft. Ist auch zu hart für „Rechtshegelianer“, wie scharfsinnig auch immer sie dialecken mögen…
#59 Dr. Otterbeck 13:45:45 | Freitag, 27. Oktober 2006
@Marcel „L’excommunication m’aurait mis à ma vraie place, qui était hors du catholicisme romain.“ Sogar
das hat A.F. Loisy eingesehen (Memoiren, Bd. 2, S. 347). Während ihn das aber bekümmerte, agieren Sie
und ihre Freunde mit einem selbstgefälligen (Mikro-) Triumphalismus „außerhalb“ des römischen Katholizismus
(unter Behauptung des Gegenteils). Wer bitte, WER hat Ihrem Idol das „Manifest“ vom 21.11.1974 eingeflüstert??
Ohne diese Grundsatzerklärung wäre die Feier der alten Messe niemals zum weltanschaulichen Kriegsschauplatz
auserkoren worden, denn weder ist die neue Messordnung ein Produkt des Modernismus noch haben führende
Modernisten je die „alte“ Messe herabgewürdigt. Aber wer sich um klare Begriffe bemüht, ist in Ihrer
Weltsicht ja nur ein „Störer“. Die Legenden, die Sie zusammenstricken, müssen sogar gestört werden.
Gerade dann, wenn man die Liturgie ehrt.
#41 Dr. Otterbeck 11:03:55 | Freitag, 27. Oktober 2006
Aufgrund eines Indults (!) durfte A.F. Loisy, der Begründer des Modernismus, in privaten Räumen die
(alte) Messe zelebrieren, dies am 1. Nov. 1906 zum letzten Mal. Obwohl er das Ritual „dire la messe“ zeitlebens
schmerzlich vermisste, blieb er den Weisungen des Hl. Stuhls gehorsam und hat sich, auch als Exkommunizierter,
nie wieder eine Zelebration angemaßt. Liturgisch betrachtet, war also selbst Loisy Rom treuer als die
gesamte SSPX.
#76 Dr. Otterbeck 16:58:09 | Donnerstag, 26. Oktober 2006
@Bernado „To whom it may concern“; der von Ihnen so vehement Dementierte wirds goutieren. Gerald Goesche
sollte sich mal in die Memoiren von A.F. Loisy („Modernismus“) vertiefen, Bd. 2, S. 398: „Pie X. demande
impérieusement que je renonce à sauver l’Église.“ Zweimal drüber nachdenken! Und da Sie, Bernardo,
auch so viel Spaß am Lebensmotto von Exz. Lefebvre haben („Vous êtes un moderniste!“), hier noch das
Glaubensbekenntnis des Chefmodernisten (ebd., 397): „Logomachie métaphysique á part, je ne crois pas
plus à la divineté de Jésus que Harnack (…), et je regarde l’incarnation personelle de Dieu comme
un mythe philosophique. Le Christ tient même moins de place dans ma religion que dans celle des protestants
liberaux; car je n’attache pas autant d’importance qu’eux à cette révélation du Dieu-Père, dont il
font honneur à Jésus. Si je suis quelque chose en religion, c’est plutôt panthéo-positivo-humanitaire
que chrétien.“ Jetzt sagen Sie mir, wo das II. Vatikanum DAS übernommen hat?? Nirgendwo. Insoweit ist
die professio fidei Paul VI. vom 30.06.1968 glatt antimodernistisch. Im übrigen liebte Loisy die „alte
Messe“ bis in sein hohes Alter und es schmerzte ihn fürchterlich, sie nicht zelebrieren zu dürfen. Man
lernt: „Ritualismus“ ist mitnichten ein Markenzeichen des Antimodernismus. Sind Sie sich also sicher,
dass Dr. Goesche den Segen des Hl. Philipp Neri für sein „Engelwerk“ hat??
#39 Dr. Otterbeck 14:14:52 | Mittwoch, 25. Oktober 2006
Die Petrusbruderschaft hat sicherlich noch einen schwierigen, komplexen Weg vor sich. Ihr nicht (!) nahestehend,
wünsche ich Ihr dennoch segensreiche pastorale Arbeit. Es wird nicht leicht sein, aus dem „Erbe“ Lefebvres
die respektablen Ansätze herauszufiltern, aber jede Verwechselbarkeit mit den politischen Anschaaungen
der Epigonen der action francaise und noch weiter „rechts“ stehender Okkultisten (Ducaud-Bourget etc.)
zu vermeiden. Das ist ein riesiges Stück an Mühsal, aber es wird gesamtkirchlich nützen. Was da in
Mainz im einzelnen virgefallen ist, weiß ich natürlich nicht. Aber jedwede Freigabe der alten Messe
wird nicht dazu führen, dass der Ortsbischof nicht im Einzelfall „polizeilich“ einschreitet, wenn er
Zweckentfremdung der Liturgie befürchtet. Das bleibt ein originäres Recht jedes Ortsbischofs, abgesichert
durch Lumen Gentium und CIC 1983. Das kann auch kein „päpstliches“ Recht ausschalten (Dr. Goesche kriegt
damit auch noch Zoff).
#16 Dr. Otterbeck 14:08:38 | Mittwoch, 25. Oktober 2006
Staatskirchenstreich?? Dem Superweb-Journalisten Dr. Goesche und seinen Mitstreitern fallen wirklich „tolle“
Begriffe ein. Wie denn „um Himmels willen“ kann eine päpstliche Liturgie-Gesetzgebung einen „Staatsstreich“
darstellen? Soll denn die „Tradition“ doch nur als ritueller Rahmen eines Kaiserkults herhalten? Ist die
neue Messordnung als „Staatsstreich“ zu deuten, weil sie bestimmten „Staatsideen“ keinen Raum für Propaganda
bietet?? Wie sehr müssen die „Unpolitischen“ also in Politik befangen sein, um derart die Kategorien
zu verwechseln. „Antichrist“ ist immer, wer verwirrt (cfr.: J. Ratzinger, Kleine katholische Dogmatik,
Bd. IX, Regensburg 1977, S. 160 ff.).
#37 Dr. Otterbeck 14:00:55 | Mittwoch, 25. Oktober 2006
Pünktchen, Aurelius, Zwobbel: Wie auch immer die erweiterte „Freigabe“ der alten Messe letzlich aussehen
wird: Ihr Zweck ist anti-integralistisch. Man darf die „alte Messe“ nicht den „jungen Wilden“ überlassen.
Nur im Klima nach Mai 68 war es in Frankreich möglich, dass sich die Alte Rechte der neuen Methoden bediente,
um Propaganda zu machen. Im August 1976 feierte Lefebvre im Sportpalast von Lille demonstrativ (!) die
„überlieferte Liturgie“ und war sich nicht zu fein, in der Predigt (!) die argentinische Militär-Junta
zu rühmen. Das ist das unvergessene Musterbeispiel eines faustdicken Sakrilegs unter fanatischer Behauptung
des Gegenteils. Nicht auszudenken, wenn sich zu gegebener Zeit andere „Reichsbischöfe“ eingefunden hätten,
um andere Sportpalastreden liturgisch zu umwölken. Das ist das Problem, nicht die authentische Tradition.
#13 Dr. Otterbeck 13:53:14 | Mittwoch, 25. Oktober 2006
Der „unpolitische“ Lochner mal wieder…? Ein paar Korrekturen: Bugnini war nicht Drahtzieher einer progressistischen
Clique, sondern seit 1946 (!) führender Mitarbeiter der von Pius XII. eingesetzten Liturgie-Reformkommission,
deren erstes Werk die Reform der Karwochen-Liturgie war. Bugnini hat im 1987 auf Deutsch erschienen Buch
über „Die Liturgiereform“ so umfassend Auskunft gegeben, dass sich auch seine Gegner auf seine Selbstaussagen
stützen könnten, wollten sie nur. Kranke Gehirne halten aber lieber an der „Freimaurer“-Hypothese fest,
anstatt eine Bugnini-Kritik anhand seiner eigenen Fehlleistungen durchzuführen. Dafür gäbe es genug
Stoff. Aber das „unpolitische“ Hauen und Stechen um die Liturgie, wird hier ja nicht um der Tradition
willen angeheizt, sondern um eines zur „Tradition“ erhobenen m platten Produkts des Augenblicks, nämlich
des absolut falschen (integralistischen) Traditionsverständnisses, das Exz. Lefebvre am 21.11.1974 per
Manifest neu (!) erfand (für irrig erklärt durch Brief des Papstes „Cum te“ vom 11. Oktober 1976, siehe
www.vatican.va, Paul VI, Briefe, 1976).
#32 Dr. Otterbeck 10:47:54 | Mittwoch, 25. Oktober 2006
Weitere „unpolitische“ Betrachtungen… Die zur Schau gestellte Harmlosigkeit der hier berichteten Initiative
ist wenig glaubwürdig. Wo auch immer eine Messfeier, egal in welcher Form des Ritus, den Sinn einer schlichten
Provokation annimmt, MUSS der Bischof sie verbieten, um die Ehre des Sakraments zu wahren. Wer ein „Klein-Lille“
zelebrieren will (die rechtsextremistische trid. Messe von Lefebvre im August 1976 in der Sporthalle zu
Lille imitierend), muss mit Gegenwehr rechnen, egal wie weit die „Freigabe“ geht. Der „überlieferte Ritus“
darf nämlich nicht als Munition der Extremen Rechten missbraucht werden. Solche Zweckentfremdung der
Liturgie ist extrem „nachkonziliär“.
#12 Dr. Otterbeck 10:35:25 | Mittwoch, 25. Oktober 2006
„Betrachtungen eines Unpolitischen“ Für diesen Buchtitel, Heggi, Athanasius, hat sich Thomas Mann später
ein bisschen geschämt (soweit er dazu imstande war). Man verletzt den geistlichen Anspruch von mindestens
98% der Gläubigen, wenn man nur einer bestimmten „Richtung“ (des Integralismus) zubilligt, sie sei „römisch-katholisch“.
Sie war es nie; und wird nie „unpolitisch“ sein, sondern bedient mit ihrer Esoterik des politische Interesse
der Extremen Rechten.
#17 Dr. Otterbeck 11:51:31 | Dienstag, 24. Oktober 2006
„getreue Feier“ Das ist ja das Problem: Was ist hier Treue zur „amtlichen“ Liturgie? Da fehlt noch die
Erfolgsformel. Die „getreue Feier“ (à la 1962) darf nicht zu einem quasi pharisäischen Sonderritual
avancieren. Auf der Basis einer legitimen (!) Vielfalt (keine Pappnasen, keine Tänzerinnen) ist es möglich,
die stille Umdeutung der alten Messe zu vermeiden. Daher sage ich immer wieder: „Nichts ohne den Bischof!“
Hier hat die SSPX, unter Behauptung des Gegenteils, den liturgischen Privat-Exzess auf die Spitze getrieben;
freilich, um andere Ziele damit zu „munitionieren“.
#14 Dr. Otterbeck 11:25:14 | Dienstag, 24. Oktober 2006
Sorry, Ritus ist NICHT Ritual! Ausdrücke wir „Biritualismus“ und „Multiritualismus“ vernebeln, dass es
der größte Vorzug der katholischen Religion ist (wie auch der Orthodoxie), dass ihre Liturgie eben kein
Ritual ist, sondern Ritus. Wer diese Differenz aus dem Blick verliert, ist längst „Ritualist“, ohne es
bemerkt zu haben.
#7 Dr. Otterbeck 10:52:30 | Dienstag, 24. Oktober 2006
Ach, Athanasius, „propaganda fide“ ist noch lange nicht „Volksaufklärung und Propaganda“. Das Problem
mit den Gerüchten um das Motu proprio beruht doch auf dem zu rechtsformalistischen Begriffspaar „ordentlicher“
und „außerordentlicher“ Ritus bzw. Form des Ritus. Hier müsste man lebensnahe, praktikable Begriffe
wählen: Nach „Mediator Dei“ ist die Liturgie der „amtliche Gottesdienst“ der Kirche (DEM verweigert SSPX
die Gefolgschaft), d.h. man sollte die neue Messordnung so nennen, „amtlich“. Dazu ist „traditionell“
nicht das förmliche Gegensatzpaar, aber bezeichnet die Sache. Wie denn sonst sollen Gottesdienste ausgewiesen
werden: „Lateinisches Amt/Hochamt“, Messe (lat.) = NOM; Römischer Ritus, traditionelle Form = für spezielle
Interessenten. Man beachtet in der Diskussion zu wenig, dass eine Ausweitung der Freigabe der „alten Messe“
liturgiesystematisch dem Subjektivismus breiteren Raum gibt, d.h. es fehlt eine Erfolgsformel dafür,
wie auch Ansprüche anderer liturgischer Sonderinteressen reguliert werden können. Nicht alles ist nämlich
„Missbrauch“, was legitimen Interessen der Gläubigen entspricht. Somit: Nichts ohne den Bischof! Anders
geht’s nicht.
#12 Dr. Otterbeck 16:13:26 | Freitag, 13. Oktober 2006
Saint Sulpice, der Tele-Analytiker! Keine Sorge, Ihr Freund aus Nantes, Dipl. Ing. Thilo Stopka, ist nicht
mein Herbergsvater. Beste Grüße an „Karl Murx“!
#10 Dr. Otterbeck 16:06:21 | Freitag, 13. Oktober 2006
Ach, Hacki, Ihr „Glaube“ war in einigen frz. Landstrichen von 1815-1830 „richtig“. Was Sie zum Problem
der Christologie heute sagen, das hat Kardinalstaatssekretär Bertone jüngst durchaus eleganter vorgetragen.
Aber dieses Problem beginnt nicht mit dem Konzil, sondern ungefähr mit Reimarus (+ 1768!); aber da ist
doch längst eine „reconversion“ im Gange. Für Ihre „Glaubensgetreuen“ wäre doch die größte Katastrophe,
wenn die ‘civiltà dell’amore’ eben doch kommt, die Paul VI. kommen sah (1975) und vor ihm Johannes XXIII.
(‘neues Pfingsten’), Pius XII. (‘mondo migliore’), Pius XI. (‘pax christi’), Benedikt XV. (‘pacem Dei
munus pulcherrimum’), Pius X. (‘omnia instaurare…’), Leo XIII. (‘liberté, egalité, fraternité’ christlich
gedeutet, cfr. Enz. Annum ingressi, 1902), Pius IX. (1878)… Alle diese Päpste hatten ein viel weiteres
Land vor Augen als Ihre Freunde, die Pius X. benutzen, um ihre Abhängigkeit von Charles X. (1815-1830)
zu bemänteln. Japan hat nunmal die weibliche Erbfolge erstmal abgelehnt, also wird es auch von dort keine
„Kaiserin“ geben, die der „Schlange“ Demokratie den Schädel spaltet. „Unsere Liebe Frau“, die Salus populi
romani, bevorzugt andere Waffen als die spirituelle Hisbollah von Econe.
#4 Dr. Otterbeck 14:57:37 | Freitag, 13. Oktober 2006
Wer als Bischof täglich kiloweise geisteskranke Post von „glaubenstreuen“ Katholiken bekommt, kann für
solche nur noch beten und opfern, aber nicht diesen zuliebe nur noch Dorfsheriff spielen und täglich,
um 12 Uhr mittags, zum Duell mit dem nächstbesten „Gangster“ antreten. „Spiel mir das Lied vom Tod??“
Die Kirche feiert Ostern, nicht „Niedergang“. Das war der Choral von Oswald Spengler.
#18 Dr. Otterbeck 14:43:10 | Freitag, 13. Oktober 2006
Und hier sind es die „wahnsinnigen“ Modernisten?? Sartre? Che Guevara?? Bin Laden? P.S. Fast alle mit
„Lamentabili“ 1907 verurteilten Sätze waren Loisy entnommen; das ist der „Modernist“. Aber was der gelehrt
hat, das lehrt heute fast niemand mehr.
#13 Dr. Otterbeck 14:39:34 | Freitag, 13. Oktober 2006
Was sind denn, bitteschön, „abgefallene Modernisten“? Vom Modernismus abgefallene Modernisten?? Also
jemand wie Henri Bergson (+ 1941) oder Andre Frossard??
#254 Dr. Otterbeck 14:20:44 | Freitag, 13. Oktober 2006
Tjaa, mir drängte sich der Eindruck auf, dass Mala. auch ganz gern einige „Parasiten“ ins Moor werfen
und darauf ein Te Deum anstimmen würde… „Biritualismus“ neopaganer Art nunmal.
#16 Dr. Otterbeck 14:15:58 | Freitag, 13. Oktober 2006
Ja, Ansgar, „wir gehorchen dem Papst“ ((vorausgesetzt, er befiehlt, was wir hören wollen)); das ist nunmal
die integralistische Variante des Papstgehorsams. Am wirklichen Amt und seiner Funktion sind die Vernagelten
nicht interessiert. Während hierzulande mancher einer vom Papsttum in den Grenzen der praktischen Vernunft
träumte (tags darauf wäre der III. Weltkrieg ausgebrochen, wetten??), will man seitens der „Frontkämpfer“
ein rein virtuelles Papsttum, ästhetisch „traditionell“, bestimmte Zitate memorierend, aber nur bloß
keine reelle Funktion. Die Giftzwerge werden sich ihre Tiara aus Packpapier basteln müssen und können
sich dann gegenseitig zum „Lenker der Fürsten und Könige“ krönen. „In meiner Badewanne bin ich Kapitän“
(cfr. Institut Philipp Neri, Berlin).
#30 Dr. Otterbeck 14:09:57 | Freitag, 13. Oktober 2006
Stimmt, auch ich wollte dazu eigentlich nix sagen; aber „Limbus“ war nunmal das Thema des Artikels. Ab
und zu darf man vielleicht noch zum jeweiligen Thema zurückkehren.
#252 Dr. Otterbeck 14:07:52 | Freitag, 13. Oktober 2006
Zugegeben, Dr. Heger, der Scherz war ziemlich übel. Stellen Sie sich mal ein aztekisches Menschenopfer
vor oder auch nur die blutenden Lämmer des „Alten Bundes“ oder auch Hexen, die von keltischen Druiden
ins Moor geworfen werden. All dem hat das einzige Opfer Christi für alle Zeiten das Ende bereitet, „genug
getan“. Der Sühnecharakter des Messopfers belebt Tag für Tag (und setzt in die Lebenswirklichkeit um),
dass überhaupt nieman außer Christus inmitten seiner Kirche, Altar, Gabe und Priester, Gott dem Vater
ein wohlgefälliges Opfer darbringen kann; nicht zuletzt darin besteht unsere Erlösung von der Schuld
Adams. Aber der Platz auf kreuz.net taugt nicht, um das Lob zu singen, das deswegen gesungen werden müsste,
am liebsten von „allen“.
#250 Dr. Otterbeck 13:37:58 | Freitag, 13. Oktober 2006
Sein Kampf? „Malachias“ zitiert aus verbotenen Büchern! Haben wir aber nicht, bloß einen „Mythus“ (Rosenberg).
Im Fränkischen haben Priester bekanntlich nur lange nach der Taufe Chlodwigs (ca. 996) parallel den heidnischen
Naturgottheiten geopfert. Wahrscheinlich meinen Sie das mit „Opfercharakter“ der Messe?
#28 Dr. Otterbeck 13:17:12 | Freitag, 13. Oktober 2006
Ich mir mein mich, o Gott, sprach nicht nur Lutherus seligen Angedenkens. Herr Dr. Heger: Sie akzeptieren
die Kirche doch selber nur dann, wenn sie ihre Tradition so frisiert, dass diese Ihnen als Ihr Spiegelbild
entgegengrinst. So definiert hat der Katholizismus keinen Vorzug vor jedweder „Gesinnung“. Die Zurückstufung
der Limbuslehre hat ihr Gutes. Sie macht es noch schwerer, den Katholizismus als Apparat der Repression
zu interpretieren. „Deus caritas est“ wird dadurch glaubwürdiger.
#11 Dr. Otterbeck 13:12:18 | Freitag, 13. Oktober 2006
„Was wollt Ihr denn?“ „Maoam… Maoam…“ Herr Praepositus, mäßigen Sie doch bitte solcherlei Omnipotenzphantasien.
Kein Papst und kein Bischof kann die „Herde“ (Infektionsherde??) in „richtige Geleise“ zurückführen.
Dass jemals das Führerprinzip in der Kirche gegolten habe, ist doch eine Halluzination, die man bruchlos
aus der liberalen Presse entnimmt: Man „glaubt“, was die Kritik kritisierte. So wird das nichts. Das reale
Glaubensleben befindet sich seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts in einer Erosion, massiv verstärkt
durch die Folgen des I. Weltkriegs. Und die Kirche ist seit Pius X. und (!) Benedikt XV. heftig dabei,
den „Massen“ wieder den Zugang zu den Geheimnissen des Glaubens zu eröffnen. Ein „Phantomschmerz“, der
an eine eingebildete „Geschlossenheit“ des Katholizismus anknüpft, die es nie gab, wird seinen Kulturpessimismus
nie loswerden (hält diesen wohl für „de fide“?). Oder wollen Sie lieber einige Hundert Katholiken im
richtigen „Gleis“ als einige hundert Millionen mit (immerhin) Teilhabe am sakramentalen Leben der Kirche.
Der Katholizismus ist kein Gesinnungs-TÜV, sondern eine Lebensform für die Vielen, Geduld! Das Missale
Romanum taugt nicht als Ersatz für die Mao-Bibel.
#26 Dr. Otterbeck 09:53:08 | Freitag, 13. Oktober 2006
Lb. Dr. Heger, wo Frau Bussmann nur ihrem Frust ein Ventil gibt (es mag durchaus sein, dass die Verquickung
von Geistlichem und Weltlichem bei den „modernen Integralisten“ der Generalvikariate noch kaum als Problem
erkannt ist), da braucht man sich doch nicht zu ärgern. Dass ihre Theologie selbstgestrickt ist, na ja,
das ist das Problem vieler, die das Modell „1975“ (Würzburger Synode etc.) perpetuieren wollen. Autos
von damals sind längst Oldtimer, z.B. der schöne Opel Manta. „Morgens Manta. Abends stand er“ (vorm
Baum).
#5 Dr. Otterbeck 09:44:37 | Freitag, 13. Oktober 2006
Was heißt denn neokonservativer Widerstand? Einerseits muss (!) etwas zugunsten der alten Messe passieren,
damit sie, in einen musealen Winkel abgeschoben, nicht zum Werbemittel für den Integralismus missbraucht
werden kann (vgl.: Polen!). Andererseits scheint auch mir die „Erfolgsformel“ für liturgische Einheit-in-Vielfalt
noch nicht gefunden. Man müsste entlang dem katholischen Leitwort „Nichts ohne den Bischof“ weiterdenken.
Andrea Tornielli schrieb im Giornale sehr richtig, dass es z.Zt. darum geht, das Anliegen von JP 2, einen
guten Ort für die liturg. Tradition zu finden (und das ist wegen des Pluralitätsprinzips „progressiv“),
überhaupt durchzuführen. Problematisch ist wohl eher die Begrifflichkeit. Was soll denn ein „außerordentlicher“
Ritus sein? NOM ist die „amtliche“ Form des Ritus, daneben sollen legitime Formen aus unvordenklicher
Zeit zur Zelebration gestattet werden, wo immer ein legitimes Bedürfnis artikuliert wird. Das aber ist:
Erfüllung eines Anspruchs von Gläubigen auf Berücksichtigung der von der amtlichen Liturgie abweichenden
Formen, solange dies vom Bischof verantwortet werden kann. Wenn sich diese Begrifflichkeit im Entwurf
zum motu proprio findet: Wäre doch nichts dagegen zu sagen. Es macht dann nur praktikabel, was schon
der vorige Papst korrigieren wollte, aus der Einsicht heraus, dass Liturgie nicht zentralistisch aus Rom
„veranstaltet“ werden kann. (Gut, im Detail ist eine praktikable Handhabung sicherlich noch problematisch.)
Fellay et al. werden noch rülpsen, wenn sie das kapieren.
#5 Dr. Otterbeck 16:35:53 | Mittwoch, 11. Oktober 2006
Er wollte, dass das kirchliche Lehramt gestärkt werde! Was Joh. XXIII. sagt ist doch wohl die vermisste
Definition von „Pastoralkonzil“: Zweck ist die Bekräftigung des Lehramts, nicht seine Demontage, aber
dieses Lehramt darf sich auch schlicht „brieflich“ räuspern und gibt dennoch regelmäßig den Wink in
die richtige Richtung. Dazu bedarf es fast nie der expliziten Inanspruchnahme unfehlbarer Definitionen.
Wer lehrt, das Missale Paul VI. begünstige die Häresie, der ist sowieso „draußen“, schon wegen Verstoßes
gegen die Denkgesetze, lb. „Artois“ (= Charles X., gestürzt 1830).
#1 Dr. Otterbeck 16:02:49 | Mittwoch, 11. Oktober 2006
Heute vor 30 Jahren stellte Papst Paul VI. im Brief mit den Anfangsworten „Cum te“ gegenüber Ebf. Lefebvre
definitiv fest, dass er sich im Irrtum befinde, da er einen absolut falschen Traditionsbegriff lehre.
Daran hat sich nichts geändert. Ein möglicherweise großzügigerer Umgang mit der „alten Messe“ hingegen
wird für Grenzgänger die Versuchung vermindern, dem absolut falschen Integralismus zu verfallen. Insoweit
setzt Papst Benedikt das Werk Johannes XXIII. konsequent fort.
#73 Dr. Otterbeck 08:50:41 | Samstag, 7. Oktober 2006
@Athanasius kreuz.net bietet den Gegnern „altritueller Gemeinschaften“ jede Menge Material dafür, dass
nicht unerhebliche Teile der Propagandisten der „Alten Messe“ ganz andere Ziele damit verknüpfen. Richtig
erkannt haben diese Feinde von Konzil und Papst, dass der Katholizismus nicht mehr verwechselbar sein
will mit einer bestimmten, „rechten“ Konzeption von geschlossener Gesellschaft. Wie es aber nur möglich
sein soll, im Namen des Papsttums gegen den amtierenden Papst zu rebellieren, das konnten auch Sie mir
nicht begreiflich machen. Die Kirche muss fortan damit rechnen, dass jede von Rom gebilligte Traditionskorrektur
zu einer weiteren „rechten“ Sektenbildung führt. Denn alle diese Gruppen stellen ihren „fanatischen“
Gehorsam unter den Vorbehalt, dass die Spitze befehlen möge, was der „Getreue“ hören will. Das aber
kann kein Gehorsam im Sinne des Evangeliums sein. Vielleicht muss man einfach riskieren, dass der Integralismus
neue Freunde findet, insbesondere dort, wo man die autoritäre Züge des Kommunismus vermisst. Der Marxismus-Lefebvrismus
ist zwar eine skurrile Innovation, aber nicht ohne Chancen im Lande der NPD.
#54 Dr. Otterbeck 11:52:45 | Sonntag, 1. Oktober 2006
@Athanasius Die Hypothese, dass der Römische Messkanon in seinen Grundzügen auf den Hl. Petrus selbst
zurückgeht, halte ich für plausibel. Es wird dafür kaum je „Beweise“ geben, aber es ist eine vernünftige
Annahme. Woher soll denn sonst die Autorität des Textes kommen? „Er nahm DIESEN erhabenen Kelch…“ Da
kann man sich doch vorstellen, wie Petrus diese Worte sprach (und vielleicht sogar mit jenem Kelch in
den Händen). Wilde Spekulationen, welche die Ursprungsliturgie der Wildromantik à la Renan („historischer
Jesus“) anpassen wollen, sind jedenfalls weniger plausibel. Das Römische Reich um die Zeit Jesu war ja
immerhin eine Weltzivilisation, kein Robinson-Crusoe-Verschnitt.
#8 Dr. Otterbeck 13:56:51 | Freitag, 29. September 2006
Liturgische Ansprüche von Laienvereinen: Die Bischöfe sollten besser Kriterien festsetzen, ab wann ein
formuliertes Bedürfnis nach einer Alten Messe hinreichen soll, um eine solche Zelebration zu „veranstalten“.
D.h. das Modell von Laienvereinen diözesanen Rechts (die den Zelebranten auch vergüten sollen!), die
einen Anspruch stellen können (statt freien bischöflichen Ermessens), sollte mitbedacht werden.
#156 Dr. Otterbeck 13:07:28 | Freitag, 29. September 2006
@Gereon Man merkt, dass Ihre Mission auf kreuz.net erst jüngst begonnen hat: Zahlreiche der Hiesigen
vertauschen die Bibel mit dem Syllabus, den sie obendrein zum „Alten Testament“ der Enzyklika „Pascendi“
(1907) erheben und destillieren aus diesen lehramtlichen Dokumenten (plus Missale Romanum 1570) eine katholische
„Tradition“, die es so nie gab. Das Wichtige am Syllabus ist aber die klare Zurückweisung jedweder Übergriffe
der Politik auf die Religion. Es darf eben nicht nur Religion als „Privatsache“ in den Grenzen des Dogmas
von der „praktischen Vernunft“ geben (cfr. B XVI in Regensburg); das ist nach wie vor katholischer Standpunkt.
Wäre die Zivilisation diesem treu geblieben, hätte es weder den 1. Weltkrieg noch Auschwitz noch Vietnam
gegeben. Pius IX. war also einer der bedeutendsten Päpste überhaupt. Denn hätte er sich auf die Angebot
der italienischen „Liberalen“ um 1860 eingelassen, wäre vom Papsttum nur ein Grinseonkel à la Dalai
Lama übriggeblieben. Als netter Opa, der alles durchgehen lässt, wäre der Nachfolger Petri jedoch unnütz,
für Kirche und (!) Welt.
#150 Dr. Otterbeck 09:30:16 | Freitag, 29. September 2006
@Leverkuehn Ach. Bin doch auch schon mehrfach „auf dem Absprung“ gewesen. Weshalb ich immer noch bei kreuz.net
„nachgucke“, wer was schreibt, das liegt eben daran, dass die Problematik von „Politik und Religion“ von
so großer Bedeutung für die Zukunft ist. Kreuz.net hat mir den Beweis erbracht, wie unmöglich eine
Fortexistenz der Kirche als Kirche gewesen wäre, hätte sie sich von einem bestimmten, halbtotalitären
Gesellschaftsbild abhängig gemacht. Das war die größte Gefahr für den Katholizismus seit der Reformation.
Die Päpste, insbesondere Pius X. und (!) Johannes XXIII. haben das mit vereinten Kräfte zu vermeiden
gewusst. Ein enormer Kraftakt („V 2“), dessen Saat aber überall aufgeht.
#1 Dr. Otterbeck 15:55:12 | Donnerstag, 28. September 2006
Kompliment, Herr Praepositus, für diese Wortschöpfung: „Kirchenklimakatastrophe“… Und wer ist schuld?
Das Missale Paul VI.?? „Wer’s glaubt, wird selig“?? Am besten reservieren Sie Ihrem Institut gleich heute
www.kirchenklimakatastrophe.com Da kann kreuz.net dann notfalls hin umziehen
#19 Dr. Otterbeck 15:39:29 | Donnerstag, 28. September 2006
Atha I und II sind also 1? Ich schreibe nur noch unter Klarnamen, nicht mehr unter „stat crux“. Und darüber
hinaus hatte ich nie 3. oder 4. „Pseudonyme“ bemüht (und Hudal schon gar nicht).
#17 Dr. Otterbeck 15:29:14 | Donnerstag, 28. September 2006
Wahrscheinlich schreiben unter „Athanasius“ sowieso mehrere. Voriges Jahr wirkte es ja so, als sei einer
davon P. Lang (Stgt). Aber manches bleibt nunmal Spekulation.
#53 Dr. Otterbeck 15:21:38 | Donnerstag, 28. September 2006
Ach so! Keine Soutane?? Dann gibts hier wohl doch eine Tendenz zur Desinformation?? Irgendjemand sah in
Atha. einen 21-jährigen Seminaristen. Aber ich weiß ja noch nicht einmal, ob die bei der SSPX bereits
mit Soutane rumlaufen (müssen, dürfen).
#104 Dr. Otterbeck 15:18:43 | Donnerstag, 28. September 2006
Okay, war ja auch nicht ganz seriös gemeint, Gereon. Irgendwie hatte ich mal was von weiblichen Logen
gehört, aber auch, dass ein anderer Teil des breiten Logenspektrums die nicht ganz ernstnimmt. Ich nehme
auch an, dass das „vollgültige“ Ritual (wie man mir mal erzählte, aber aus unklarer Quelle) für Frauen
weniger geeignet ist.
#100 Dr. Otterbeck 14:41:58 | Donnerstag, 28. September 2006
@(…) Phantastisch! Realsatire, nicht zu fassen. Malachias = Anton Schmid?? Karl Murx= Thilo Stopka??
Regazzoni = Regazzoni? Jetzt kriegen wir auch bald raus, wer unter Marcel und wer unter Athanasius I bis
X. so schreibt… Der ExBochumer hält Sie, Pünktchen, sicherlich auch für eine Freimaurerin (hihi,
gibts nicht wirklich), allein schon wegen des Autorennamens (…)
#51 Dr. Otterbeck 13:11:12 | Donnerstag, 28. September 2006
@Athanasius Ausgerechnet Sie haben doch immer wieder behauptet, die SSPX sei „pur katholisch“ und keineswegs
integralistisch gesinnt. Aber da fehlt halt die Differenzierung. Franco gerecht zu würdigen (wie etwa
auch Bismarck oder Petain) ist das eine, aber „70 Jahre danach“ noch in frenetischen Beifall ausbrechen,
das schmeckt eben doch nach angebrannter Currysauce. Die hinterlässt hässliche Flecken auf Ihrer anthrazitenen
Soutane. Machen Sie sich frei vom Integralismus, werden Sie katholisch!
#94 Dr. Otterbeck 13:00:58 | Donnerstag, 28. September 2006
Hat man da noch Worte, Mala! Bringen Sie doch in Ihrem Verlag „Anton Schmid“ mal einen Katechismus der
Irrlehren der Katholischen Kirche heraus. Den werden die Freimaurer mit Vergnügen lesen.
#50 Dr. Otterbeck 11:40:10 | Donnerstag, 28. September 2006
@DDL: Meine Antwort auf Ihre Replik passt besser unter „Saat geht auf“ anstatt unter „Freimaurer“. Allerdings
meine ich die Saat des Evangeliums. Wir beide werden freilich zur Sakramentalität der Kirche nie harmonieren,
da es m.E. nicht nur eine sakra-Mentalität ist; dass aber nur „Mentalitäten“ konkurrieren ist Ihrer
(und auch der Tradi!) stillschweigende Prämisse. Die Kirche hingegen lebt aus einem Ereignis, was sich
jedem unbefangenen Beobachter schon dann mitteilt, wenn er das Selbstverständnis des Christentums mit
dem aller anderen Religionen vergleicht. Die Differenz ist größer als die Ähnlichkeit. Denn „vergleichbar“
sind die Lehren (!) nicht. Denn diese Religion ist Person und Tat und deshalb Wahrheit. Das ist ein a
priori anderer Wahrheitsbegriff als der einer Doktrin oder „Meinung“, daher insistiere ich auf der Relevanz
der Taufe als einer Begegnung in „Echtzeit“. Ohne Begriff davon können wir auch Kommunion und Letzte
Dinge nicht wirklich erörtern. Sind Sie eigentlich getaufter Atheist? In diesem Fall ist ein Ansatz da,
„un amour caché“, eine auffindbare Erstberührung von Ostern.
#31 Dr. Otterbeck 13:58:24 | Mittwoch, 27. September 2006
@DDL: Vor längerer Zeit hatten wir diesen „wunden Punkt“ schonmal berührt. Es ist tatsächlich der entscheidende.
Nicht alles auf einmal. Bleiben wir bei der Taufe: Sakramentale Zeichen, etwas Wasser, dazu ein Spruch.
Wirkung? Eingebildet? Oder „objektiv rettend“. Wozu der Taufbefehl, der das Christentum von allen (!)
Religionen absetzt? „Er kam in sein Eigentum, die Eigenen aber nahmen ihn nicht auf.“ D.h. ein Handeln
gegen die objektive Gegebenheit (Christi und der Kirche) bleibt möglich. Ich kann die Augen verschließen
vor der Taufgnade, „abfallen“, mich wieder gebärden wie nicht berührt von der Flut, die nämlich die
Sünde hinwegnahm. Aber wieviele Millionen Liter Taufwasser sind objektiv schon geflossen seit Ostern!
In kleinsten Portionen, aber effektiv. Selbst die Apologeten des Christentums sind da viel zu bescheiden:
Die zivilisatorische Wirkung, der Liebe (Eucharistie), die seit Betlehem in der Welt ist, seit Erreichen
der „Fülle der Zeiten“ ist so unabdingbar, dass ohne Verkündung des Evangeliums längst kein Stein auf
dem andern mehr stünde, gerade im 20. Jahrhundert. Einbildung?? Vielleicht; vielleicht aber auch wahr;
„sein Wort“, das die Pforten des Himmels für viele aufgetan hat.
#17 Dr. Otterbeck 13:48:04 | Mittwoch, 27. September 2006
Selbstverständlich, Athanasius, bin ich kein Experte für „Sacramentologie“, aber ein ex opere operato
im Nirwana halte ich für absurd. Selbst eine Polizeiverfügung muss beim Adressaten „ankommen“, um wieviel
mehr ein Heilszeichen.
#9 Dr. Otterbeck 13:44:36 | Mittwoch, 27. September 2006
„Unbiblische Dogmen“ Selbstverständlich hat die spätere Dogmatik eine eigene Fachsprache entwickelt,
die bisweilen wenig überzeugt (und das serviert uns den „Nachhall“ a la Malachias etc., denn solche Leute
servieren den Textgehalt der „Dogmen“ frei von jedem Sinngehalt), aber in der „Sache“ (Dominus Jesus)
sagt kein Dogma etwas anderes als die Bibel; vorausgesetzt man lässt gelten, dass die Evangelien bereits
ein Zeugnis der Kirche sind. Und die marianischen Dogmen gehören notwendig dazu, soll das Evangelium
überhaupt einen „Anker“ auf Erden haben. Sonst ist es nämlich keine Siegesnachricht, sondern nur vage
Hoffnung.
#22 Dr. Otterbeck 13:36:22 | Mittwoch, 27. September 2006
Ritus vs. Ritual Anhänger eines esoterischen, okkulten oder hermetischen Rituals werden nie begreifen,
warum die Liturgie eine ganz andere Kategorie darstellt. Da werden keine „Mysterien“ darstellerisch zur
Aufführung gebracht, sondern es ereignet sich die Realpräsenz Christi. Schon deshalb hat die Liturgiereform
den römischen Ritus weiter entfernt vom masonistischen Interesse an „Ritualen“. Schon wegen der Reformrichtung
(weg von etwaiger Verwechselbarkeit mit Ritualen!) war es immer völlig hinrissig, den Liturgiereformer
Bugnini mit Logenbrüdern in einen Topf zu werfen; es sei denn, das Gerücht kam von konkurrierenden Logen
der Extremen Rechten, den „antimasonistischen“ Geheimgesellschaften etwa im Stile des Pierre Plantard
oder Ducaud-Bourget. Denn diese gibts im bunten Flickenteppich okkulter Arkandisziplin bekanntlich auch!
#3 Dr. Otterbeck 11:00:09 | Mittwoch, 27. September 2006
Auch der Bourbonenprinz Juan Carlos „hofierte dem Zeitgeist“ (und tut es heute noch), als er, König von
Spanien geworden, die parlamentarische Regierungsform nicht nur hinnahm, sondern sogar gegen Putschisten
verteidigte!
#5 Dr. Otterbeck 10:20:06 | Mittwoch, 27. September 2006
Das Reformhaus! Hoffentlich hat kreuz.net das richtig zitiert: Schön blamabel für Drewermann, dass er
jetzt Partei ergreift für Integralismus und Gewalt. Aber schon H.U. Balthasar hatte ja 1988 (auch) vor
dem modernen Integralismus a la „Weltethos“ gewarnt. „Denn wer kämpft für das Recht, der hat immer Recht,
die Partei, die Partei, die Partei…“
#248 Dr. Otterbeck 10:08:13 | Mittwoch, 27. September 2006
Mala: Was soll das denn für eine „Tradition“ sein?? Falls Sie es noch nicht wissen: Das Sodalitium Pianum
von Msgr. Umberto Begnini hatte, den Forschungen von Emile Poulat zufolge, nie mehr als 50 Mitglieder,
in Dtld. nur zwei suspekte Kapläne. Das integralistische Weltbild dieser, nur phasenweise vom Hl. Pius
X. gestützten Gruppe, hat eine „Abrundung“ (Überinterpretation) des Antimodernistenkampfs vollzogen,
die schon 1914 (angesichts des 1. Weltkriegs) jeglichen Rückhalt beim Hl. Stuhl verlor. Eine Auffrischung
dieser ideologischen Linie ergab sich durch profaschistische Elemente in der römischen Kurie (angesichts
der Lateranverträge verzeihlich) einerseits und Sympathisanten der action francaise andererseits. In
Italien hat Pius XII. dieser Linie 1944 definitiv den Rückhalt verbaut, in Frankreich Kardinal Suhard.
Es war also nicht erst Roncalli, der die Kirche vor der totalitären Versuchung bewahrte und auf ihre
höheren, geistlichen Ziele ausrichtete. Sie basteln sich aus Randerscheinungen eine doktrinäre „Tradition“
zusammen, die es nie gab. Pure Nostalgie hat ältere Herren (zuzügl. einiger Dynamiker) während der
letzten Jahre Pius XII. davon träumen lassen, es gebe ein Zurück vor 1830. Das gibt es aber nicht.
#15 Dr. Otterbeck 09:54:59 | Mittwoch, 27. September 2006
Diese Weihen sind schon deshalb ungültig, weil auf Seiten der Empfänger die Disposition perplex ist,
in sich widersprüchlich. Der wirkliche Wille ist nicht auf Empfang einer sakramentalen Weihe in Gemeinschaft
mit der Kirche gerichtet, daher kann das Ganze nur „Affentheater“ sein und die Apostolicae-Curae-Argumentation
mit ihrer objektivierend normativen Betrachtungsweise geht fehl. Wie soll „ex opere operato“ ein Sakrament
wirken, wenn sich der ganze Wille des Empfängers dagegen stemmt, ja geradezu auf Lug und Trug („Sakrileg“)
ausgerichtet ist?? Konnte die SSPX 1988 noch subjektiv mit „Notstand“ argumentieren, so wird für eine
zukünftige Fortsetzung der dortigen „Linien“ aber auch die Frage der Disposition der Empfänger von Weihen
relevant. Denn jetzt gibt es die Petrusbruderschaft, die jedes nur etwaige legitime Interesse, das Lefebvre
artikuliert haben mag, in konformer Disziplin realisiert.
#30 Dr. Otterbeck 18:14:58 | Dienstag, 26. September 2006
Jawohl, Hanna Granate… Wer „demographisch“ (altersbedingt) in Positionen des ZdK von 1968 ff. befangen
ist, dem sind nunmal mildernde Umstände zuzubilligen…
#243 Dr. Otterbeck 18:07:48 | Dienstag, 26. September 2006
@Mala, das LehrAMT ist eine Funktion, keine Formelsammlung. Das Amt wirkt je in die Zeit hinein, neue
Zeiten, neu Aufgaben. Die Kriterien der Abgrenzung des Wesentlichen vom Unwersentlichen verschwimmen mitunter,
aber das Meiste, was Ihre Gesinnungsfreunde voller Abscheu über das angeblich „modernistische“ Lehramt
quasseln, ist nichts anderes als je die Replik auf die „linke Presse“ (z.B. 12.09.06).
#43 Dr. Otterbeck 17:12:15 | Dienstag, 26. September 2006
„Allah unser“ kann es m.E. im Islam nicht geben; wegen der absoluten Transzendenz Gottes würde ein gottesfürchtiger
Muslim Allah nicht „uns“ aneignen. Aber vielleicht fehlt mir da die nötige Wahrnehmung. Was Papst Paul
VI. und mit ihm das ganze Konzil unter Dialog verstand, das hat überhaupt nichts mit der Ermittlung falscher
Synthesen im Wege eine hanebüchenen volkshegelianischen „Logik“ (a la „Weltethos“) zu tun. Modell dieses
„dialoguez!“ ist die Methode der christlichen Offenbarung überhaupt, angewendet auf den Horizont von
„heute“. Wobei dieses „heute“ nicht jede Dekade einer neuen Mode bezeichnet, sondern die essentiell neue
Grundbefindlichkeit des 20. Jahrhunderts, die Fähigkeit der Menschheit nämlich, die Geschichte (Historie)
zu beenden. Schon allein dieser Grund genügt, um ein realhistorisches Empfinden für die conditio humana
„heute“ zu fördern. Das hat nichts mit ideologisch infiltrierter „Geschichtlichkeit“ (etwa des Modernismus)
zu tun, sondern achtet auf das wirkliche Leben der Zivilisation.
#26 Dr. Otterbeck 16:59:55 | Dienstag, 26. September 2006
@Breze?? Ach, weiß ich in welcher?? Da muss ich was übersehen haben; gucke nochmal in unserer Sonderkorrespondenz
nach. Heute ist übrigens der 109. Geburtstag von G.B. Montini (Paul VI.), der für viele geistliche Gemeinschaften
die Tore weit geöffnet hat, z.B. rund um das Hl. Jahr 1975.
#20 Dr. Otterbeck 16:56:18 | Dienstag, 26. September 2006
@Atha57 Danke für die ergänzenden Hinweise. Die bloße Duldung von „Nischen“ für ältere Überlieferungen
scheint mir aber noch keine geradlinige Akzeptanz liturg. Vielfalt zu sein. Diesbezüglich scheint mir
eine praktikable „Erfolgsformel“ (die zugleich Chaos vermeidet) noch nicht gefunden zu sein.
#24 Dr. Otterbeck 16:49:37 | Dienstag, 26. September 2006
@Breze Dass Laien auch Anspruch auf eine geordnete Liturgie haben, ist im Klerus –- von modern bis quasi-integralistisch
–- immer noch nicht wirklich akzeptiert. Wahrscheinlich haben viele nach 1965 die Reform lediglich als
Schleusenöffnung interpretiert, um nunmehr vollends zum Alleindarsteller zu werden, garniert mit laienhaften
„Einlagen“, für die der Zelebrant dann obendrein der Regisseur ist. Eine gleichermaßen dem Volk-Gottes-Gedanken
wie dem kirchlichen „Amtsgedanken“ (corpus Christi mysticum) verpflichtete Realisierung der participatio
actuosa scheint mir noch nicht geglückt. Oder sehe ich das zu eng?
#5 Dr. Otterbeck 11:21:46 | Dienstag, 26. September 2006
Dass Rom eine legitime Vielfalt in der Liturgie akzeptiert, ist ja bereits ein Ergebnis des Vatikanum
II. „Vorkonziliar“ in Haltung und Mentalität („Carabiniere“ Ottaviani et al.) war ja sogar noch der Versuch,
das Missale 1970 möglichst so einheitlich zur Anwendung zu bringen wie das MR 1570 ff. es seit 1917 (CIC!)
war. Eine praktikable Erfolgsformel für Inhalt und Grenzen dieser liturg. Pluralität wird wohl im Nachsinnen
über das Verhältnis von päpstlichem Primat und Ortsbischof (!) in der Liturgie gelingen können. Wo
ein Ordensoberer oder anderweitiger Praepositus existiert, könnte eine solche Legitimitätsformel analog
gelten.
#3 Dr. Otterbeck 11:09:53 | Dienstag, 26. September 2006
Integrativer Bestandteil? „Integrativ“ ist doch wohl ein Verhalten, das integriert. „Integraler“ Bestandteil
ist etwas, das nicht hinweggedacht werden kann. Insoweit kennzeichnen die Bemühungen für einen rechtmäßigen
und auch integrativen (!) Ort für die alte Messe, dass diese nicht völlig „beseitigt“ werden konnte.
Der „kleine Unterschied“ zwischen der Petrusbruderschaft und der dem Irrtum des Integralismus weithin
anheimgefallenen Lefebvrewerk scheint doch der zu sein, das erstere das wirkliche Papsttum anerkennt,
während die SSPX einer virtuellen „Papstidee“ nachtrauert, dem sich das wirkliche Amt erst einmal fügen
soll, bevor es zur Versöhnung kommt. Dieser absolut falsche Traditionsbegriff (Paul VI. am 11.10.1976
an Lefebvre) erschwert jedwede integrierende Lösung für die vaganten SSPX-Kleriker.
#21 Dr. Otterbeck 08:27:33 | Dienstag, 26. September 2006
@Breze Den genauen Ort der „alten Messe“ innerhalb des römisch-katholkischen Spoektrums festzustellen,
das wird noch einige Zeit und Geduld erfordern. Aber jedenfalls findet sich eine Lösung auf der Grundlage
einer legitimen liturgischen Vielfalt, für die allerdings eine praktikable Erfolgsformel noch fehlt.
Phänomene wie liturg. Besonderheiten in Klöstern oder geistlichen Gemeinschaften müssten (genauso wie
die Frage nach dem MR 1570/1962) aufgrund eines plausiblen Prinzips berücksichtigt werden: „Nichts ohne
den Bischof!“ So wie der Petrusnachfolger dem Bischof im Kollegium überhaupt erst die volle Amtsausübung
gewährleistet (ohne Petrus „hinter sich“ ist der Bf. niemand), ist der Bf. der Garant der Katholizität
jedes Priesters seines Presbyteriums, d.h. keine Liturgie ohne Willen des Bischofs. Jedoch könnte man
von einer Repression mit Erlaubnisvorbehalt zu einer Erlaubnis mit Repressionsvorbehalt übergehen: Immer
da, wo bestimmte „Bedürfnisse“ errweislich sind, sollen Laien einen Anspruch auf eine erwünschte Form
erlaubter Liturgie stellen dürfen, mit Vorbehalt der „Unterdrückung“, falls eine vom Bischof nicht hinnehmbare
Tendenz auftritt.
#31 Dr. Otterbeck 08:18:21 | Dienstag, 26. September 2006
@Breze Hier vermisse ich ein statement von „Athanasius“, der „nachweist“, das B XVI im Sinne „hegel“scher
Dialektik argumentiere: „Islam, kläre Dich auf; Moderne, werde gottesfürchtig!“ Aber Dialog ist nunmal
keine Dialektik, führt nicht zur Synthese, sondern zur Wahrnehmung.
#40 Dr. Otterbeck 17:24:51 | Montag, 25. September 2006
Theophanu Ist denn überhaupt ein förmliche Verfahren anhängig oder soll die tatsächliche Verehrung
lediglich bewilligt werden wie etwa im Falle des Hermann-Josef von Steinfeld?
#5 Dr. Otterbeck 10:16:16 | Mittwoch, 20. September 2006
Sorry, das vulkanische Sprachbild (tätiger Papst, erloschener Kardinal) war echt ungeschickt gewählt.
Werde mich künftig vorsichtiger ausdrücken. Aber in der Sache gibts kein Vertun: Irgendein abgrenzendes
päpstliches Wort zum Islamismus war überfällig (und daher die Form der Vorlesung und das genial aufgefundene
Zitat sogar das probate, mildestmögliche Mittel). Denn alle Religionen müssen sich gewaltfrei dem modernen
Horizont der Vernunft stellen und diese dann auf das weite Feld der Ehre Gottes geleiten; critique de
la critique: viribus unitis.
#2 Dr. Otterbeck 10:05:26 | Mittwoch, 20. September 2006
duc in altum: Bin zwar auch kein führender Latinist, aber ein einzelner ist doch ein cooperator veritatis.
Wir beide sind cooperatores veritatis. Oder etwa nicht? Der Papst hat diesmal vermutlich 99% Zustimmung
in der Christenheit. Die Schützenhilfe von Kardinal Lehmann fiel zwar etwas lau aus, aber immerhin. Die
gestrige Berliner Rede desselben war nicht übel, wenn sie auch zeigt, dass der 70-jährige doktrinär
ein bisschen „ausgebrannt“ daherkommt, während der fast 80-jährige noch „Feuer spuckt“ (wenn auch in
mildestmöglicher Form).
#25 Dr. Otterbeck 09:57:15 | Mittwoch, 20. September 2006
Hab ich Sie erwischt, Frau B.! Fehlzitat! Fehlzitat! Papst Johannes hat zu sich selbstgesagt: „Angelo,
nimm Dich nicht so wichtig!“, nicht zu andern. Vorbildlich.
#36 Dr. Otterbeck 07:59:12 | Mittwoch, 20. September 2006
S. Croce in Gerusalemme, Rom C.P. Thiede sagt, da sei noch „Iesus Nazarinus Rex Iudaeorum“ ermittelbar.
Das „i“ in Nazarinus entspricht, dort genannten Nachweisen nach, der gehoben klassischen Amtssprache;
ein Fälscher hätte „Nazarenus“ geschrieben (wie ein Fälscher des Sindone auch die Wundmale in die Handflächen
gesetzt hätte; ein Fälscher des „Schweißtuchs“ keine offenen Augen riskiert hätte).
#9 Dr. Otterbeck 15:10:51 | Dienstag, 19. September 2006
Dr. Enderfers, im Detail gibts da eine kleine Differenz zwischen kreuz.net und und SSPX. Dr. Gerald Gösche,
Berlin, wirbt auf seinem Webauftritt für kreuz.net. Die gesamte redaktionelle Schwerpunktsetzuung entspricht
dem Oratorium sui generis“, das er in Berlin betreibt. Mir geht die Hypothese nicht aus dem Kopf, dass
sich ja jemand so eine Art „Gründerzwang“ zugezogen hat. Die Gegenüberstellung der „Messe Paul VI.“
wider die „Messe der Heiligen“ (bei Gösche) folgt doch zu sehr den Fahrwassern der SSPX. Aber deren „verlorenen
Posten“ hat der „Propst“ wohl identifiziert. Weitere Indizien: 1) Gewichtsprobleme des „sinnenfrohen“
Propstes motivieren zu Artikeln wie diesem, 2) Artikel wie Manoppello (auch von heute) könnten ein artiges
Danke in Richtung von Paul Badde sein. Noch einiges mehr spricht dafür, dass hier (verdeckt) das Berliner
Institut herzhaft Unruhe stiftet. Man müsste noch eruieren, ob Gösche überdies Vertriebenenkind ist.
#2 Dr. Otterbeck 15:02:59 | Dienstag, 19. September 2006
Das Kaiserzitat hat es den Kritikern leichter gemacht, aber ganz gleich, welche „sich abgrenzende“ Quelle
der Papst auch zitiert hätte, die Drahtzieher des Protests hätten jeden Kommentar zum Jihad massiv „beantwortet“,
zu sehr trifft die Anforderung der Vorlesung die Praeambulae des militanten Islam „mitten ins Herz“. Wesentlich
milder konnte B XVI nicht „Klartext“ reden, als in Form einer Vorlesung. Jetzt muss sich innerhalb des
Islam klären, wer zur Vernunft findet und wer nicht. Erst dann kann man von „in Ordnung kommen“ des Dialogs
überhaupt reden.
#6 Dr. Otterbeck 13:43:56 | Dienstag, 19. September 2006
Murx, alter Freund! Laborieren Sie immer noch an der 1917er Codexvergiftung? Ihre persönliche „spanische
Grippe“? Es gibt immanente Schranken der päpstlichen Gesetzgebungsherrlichkeit, ist ja klar, aber die
sind nicht so eng wie Sie es sich halluzinieren. Die Gesetzgebung Paul VI. ist samt und sonders ausgewogen
und hat der Kirche die Zukunft gesichert. Wetten dass?? Was Sie so „wahre Kirche“ nennen ist ein virtuelles
Hirngespinst, das den Realitätstest schon 1926 nicht bestanden hat (Pius XI. versus A.F.).
#20 Dr. Otterbeck 13:40:02 | Dienstag, 19. September 2006
Physiognomie Jesu (dummer Tippfehler); Antlitz Christi schreibt sich leichter: Jesus ist die „Ikone“ des
Vaters, angeblich veröffentlicht B XVI dazu bald was Privatschriftliches. (Da wird der Imam wieder toben.)
Apropos Wunder: Heute ist das Fest des S. Gennario (Januaris, Neapel); DDL: Suchen Sie uns doch dazu was
über das Blutwunder im Net!
#18 Dr. Otterbeck 13:34:58 | Dienstag, 19. September 2006
Die Methode Gottes atmet einen gewissen Minimalismus, d.h. es geschehen (vernünftigerweise) die „wenigstmöglichen“
Wunder, da die freien Seelen sich aus eigenem Antrieb den Geheimnissen der göttlichen Herrlichkeit annähern
sollen. Um aber das strikte Bilderverbot des Alten Bundes gegen jüdische Vorbehalte überhaupt überwinden
zu können, wäre es schon plausibel, wenn Jesus den ersten Zeugen ein „Minimum“ an bildhaften Beweisen
hinterlassen hätte, die „aus Furcht vor den Juden“ aber strikt restriktiv „eingesetzt“ wurden. Ohne Echtheit
mindestens eines Urbildes ist die Durchsetzung einer einheitlichen Physignomie Jesi in der Kunst des 4.
Jh. nicht plausibel.
#13 Dr. Otterbeck 13:15:51 | Dienstag, 19. September 2006
matt, sehr beschnitten, wir müssen zwei Echtheitsfragen unterscheiden: 1) Identität Manoppello mit „Veronika“
(Rom) 2) Identität Manoppello mit „Schweißtuch“ (Joh 20,6-7). Zweitere wird bis ans Ende der Zeiten
letztlich unbewiesen bleiben. Aber aus einem verblüfffenden Grund: Wissenschaftliche Untertsuchungen
(wie in Turin) werden nur zu dem Ergebnis führen, dass es diese Abbildungen eigentlich „gar nicht geben
darf“. Das hat DDL, wenn auch aus höhnischer Perspektive, ausnahmsweise richtig festgehalten.
#20 Dr. Otterbeck 12:39:59 | Dienstag, 19. September 2006
Kirchenrechtlich ist das Hauptproblem nunmal die wachsende Zahl vaganter Kleriker. Da die römische Kirche
gottlob eine rechtlich verfasste Kirche ist (auch das hat Jesus gewollt), zwingt dieses Problem in Rom
zu erhöhter Aufmerksamkeit. Das ideologische Brimborium würde man sicherlich gern einfach „übergehen“,
aber aus der römischen Mühsal herauszulesen, als sei die SSPX in irgendeiner Form fähig, Rom zur Abkehr
von Papst und Konzil zu zwingen, das ist absolut lächerlich. „Totlachen“ wird sich der Kardinal aber
keineswegs. Denn dass eine sich „traditionell“ nennende Gruppe das geltende Kirchenrecht als Ganzes für
obsolet erklärt, das ist für jeden Juristen ein harter Brocken.
#3 Dr. Otterbeck 12:33:48 | Dienstag, 19. September 2006
Relevant ist letztlich nicht die Echtheit, sondern die Verehrung. Die Identität des Tuchs von Manoppello
mit der von ca. 700 bis ca. 1600 in Rom (St. Peter) verehrten „Veronika“ (vielleicht von den Colonna geklaut??)
hat Paul Badde jedenfalls so stichhaltig dargestellt, dass die Wahrscheinlichkeit „vernünftigen Zweifeln
zu schweigen gebietet“. Wer zweifeln will, tut’s natürlich: So wie manche Da Vinci für den „Fotografen“
des Sindone halten wollen. In diesem Sinne kann, wer will, jedes Faktum für irrelevant erklären. „Quaerite
faciem eius semper!“ zitierte Joseph Ratzinger bereits in seiner Bonner Antrittsvorlesung.
#2 Dr. Otterbeck 09:03:31 | Dienstag, 19. September 2006
DER SPIEGEL von gestern war der erste seit langen Jahren, den ich gekauft habe, wegen des Titelbildes.
Schon im 2. Pontifikatsjahr schafft Benedikt XVI. einen Spiegel-Titel. Im Vorjahr titelte man zum WJT
noch garstig mit Karl Marx. Und der Artikel war auch streckenweise sehr fair, insbesondere hat die Redaktion
den Anspruch der Rede in Regensburg anerkannt. Dass dann natürlich der päpstliche Hinweis auf die katholischen
Maßstäbe „hinterfragt“ werden muss, das ist fast nur noch ein Rückzugsgefecht. Regensburg hat Maßstäbe
gesetzt; und wer im Islam jetzt noch weiter krakeelt, hätte es auch bei jedem anderen „zweifelhaften“
Zitat getan, ob nun von Manuel II. oder von Bassam Tibi. Sich zur Moderne zu verhalten bleibt keiner Religion
erspart.
#15 Dr. Otterbeck 19:30:16 | Montag, 18. September 2006
Willkommen im Club! Der Rösleinzüchter. Tatsächlich: Am Balkon habe ich ein recht stattliches Reservoir,
aber dunkelrot missfällt Ihnen sicherlich. Bo. VIII. wird zumeist falsch interpretiert; wesentlich ist
die Differenzierung (!) , die damals geleistet wurde. Er war einer der brillianten Päpste des 14. Jhd.
Aber nach ihm brach die Gefangenschaft aus, die Sie wohl gern wieder etablieren würden, hä, Carlos??
#110 Dr. Otterbeck 19:24:52 | Montag, 18. September 2006
zu matt, die Pointen! Von mir wurde einmal ein Text gekillt, weil ich Papst-und-Erzbischof mit Bindestrich
schrieb; kleine Anspielung auf Pedro de Luna, den schon Johannes Paul I. mit Lefebvre verglichen hat.
Dem Redakteur ist nichts zu schwer (begründbar).
#11 Dr. Otterbeck 18:10:59 | Montag, 18. September 2006
„il manifesto“ scherzte auch, die „Fehlbarkeit“ des Papstes sei erwiesen; auweia! Die Innovation bestand
doch darin, dass sich der Papst einen „wissenschaftlichen Beitrag“ (zur Lage der Moderne) herausgenommen
hat. Ein solcher Beitrag versteht sich immer als vorläufig, nie als definitiv. Aber wer weiß? Vielleicht
wird man den Satz von der Glaubensvernunft, die niemals Gewalt billigt, eines Tages als „ex cathedra“
werten, wie weiland den Schlussatz aus „Unam Sanctam“. Für die SSPX sind beide Sätze gleichermaßen
problematisch.
#25 Dr. Otterbeck 18:01:25 | Montag, 18. September 2006
Schlamm, Schlämmer am schlämmsten Unter den vielen frappierenden Erlebnissen mit kreuz.net gehört es
zu den nachhaltigsten, dass die integralistische Front dem Papst erst einmal applaudierte, als es so schien,
als habe er die Islamkritik betrieben, die ihm die Hassprediger vorwarfen (aber seine Kritik setzt eine
Ebene „höher“ an) und jetzt, wo die Aufregung schon abebbt, wünscht man ihm klammheimlich ein „Martyrium“
an den Hals, für dessen unfehlbares Eintreffen man Fatima bemüht. Krank, kränker, am kränksten. Einigermaßen
glaubwürdige Interpreten sehen im 3. Geheimnis eine Warnung bereits an Pius XII. (zum Bischof geweiht
am 13. Mai 1917); das III. Geheimnis ist also mutmaßlich seit dem 8. Mai 1945 obsolet und nur zur Vermeidung
von Panikmache so spät publiziert worden. Schlämmer, Matt und „Marcellinus“ warten also auf eine Fatima-Sensation
wie die Zeugen Jehovas auf den jüngsten Tag. Wir aber warten aufs Christkind, nicht auf die Rache der
Blutwurscht.
#22 Dr. Otterbeck 17:42:13 | Montag, 18. September 2006
Marcel, Wahnsinnsblutwurst! Mallerais ist also Ihr Favorit?? Der „Schutzengel“ des Erzbischofs?? Und Fellay
als Hauptmann einer „Todesschwadron“?? Was zahlen denn die bienfaiteurs der SSPX im Falle des Falles an
El-Qaida??
#8 Dr. Otterbeck 16:41:16 | Montag, 18. September 2006
Danke für den Tipp, Marcel! Und wer hat Maria zur Mutter der Kirche proklamiert? Anlässlich „Lumen Gentium“?
Papst Paul VI. am 21. November 1964. Und wer hat genau zehn Jahre später dem Papst den Krieg erklärt??
Sie wissen es. Ihr Idol war die größte Gefahr für die Kirche während der Nachkonziliaren Krise. Aber
gottlob war der Glaubenssinn der großen Mehrheit nicht manipulierbar. Das Problem mit Ihren vagantemn
Klerikern blieb vergleichsweise klein. Aber ich sehe durchaus die Gefahr, der der „Rechtsruck“, hin zur
individualistischen Esoterik, hin zum subjektivistischen Okkultismus, Ihrer Clique neue antirömische
Zyniker zuführen könnte. Da sei die Vernunft vor!
#10 Dr. Otterbeck 16:34:55 | Montag, 18. September 2006
Matt, sehr matt… Aus welcher Offenbarungsquelle schöpfen Sie denn?? Fatima betreffend wurde sicherlich
nichts Wesentliches „vertuscht“. Das denken sich „Antikommunisten“ aus, die nach dem Verlust des Feindbildes
gern weiterkämpfen wollen. Und dann muss es eben ein neues „Anti“ sein. „Wir sind Antipapst!“ Damit können
Sie sich ja in Basra einreihen und schwarz-rot-goldene Fahnen verbrennen. (Jede Wette: Sie sympathisieren
gewiss mit Schwarz-Weiß-Rot??)
#8 Dr. Otterbeck 16:20:52 | Montag, 18. September 2006
Marcel Halten Sie das für den Beweis, dass „Fatima“ durch Card. Ratzinger unvollständig publiziert wurde??
Wäre Ihr integralistischer Blutdurst denn endlich gestillt, wenn sich die Drohung verwirklichen würde??
Flehen Sie etwa jetzt schon um das Konklave danach, dass es Monsieur Fellay erwählen möge?? Glasperlenspiele!
#45 Dr. Otterbeck 16:15:50 | Montag, 18. September 2006
Was die Tradi immer noch nicht begreifen: Der Thesenanschlag zu Regensburg war ein so fulminantes Bekenntnis
zum „Modernismus“ (zum modernen Geisteshorizont; freilich nicht zum Modernismus, den Pius X. im Jahr 1909
mit der Exkommunikation des Loisy bereits besiegte), teils sogar über „V 2“ hinaus, dass selbst die völlige
Totalfreigabe der Allerältesten Messe von der Krim bis zur Antarktis als „Waffe“ gegen „V 2“ überhaupt
nicht mehr „zieht“. Und nur als Waffe ist sie der SSPX von Bedeutung (daher der grenzenlose Hass auf „Indultmessen“,
denn diese stören die spalterische Absicht der „celebration ancienne“). Benedetto verunmöglicht den
Integralismus in jeder Spielart (auch in islamischer) genauso effektiv wie Pio X. den Modernismus vernichtet
hat.
#6 Dr. Otterbeck 15:58:42 | Montag, 18. September 2006
Marcel, geben Sie uns einen Tipp! Wann setzt sich eine islamistisch-sedisvakantistische Gemischte Kommission
zusammen, um den „vakanten“ Papstthron mit einem weniger modernistischen Kandidaten zu besetzen?
#39 Dr. Otterbeck 19:49:13 | Sonntag, 17. September 2006
Danke, Alexandra, für den Hinweis. Aber irgendwie bleibt es doch wohl wahr: Gott „wollte“ die Begegnung
von Orient und Okzident, mit allen Licht- und Schattenseiten; Sünde, Gewalt und Verwirrung letztlich
nicht ausgeschlossen. Jetzt geht es nicht mehr um Islamhetze, sondern um Islamläuterung. Da muss der
interne Diskurs mitbeeinflusst werden; und das hat B XVI höchst effektiv getan. Er durfte nicht schweigen.
#74 Dr. Otterbeck 19:45:29 | Sonntag, 17. September 2006
Montfalcone, Enderfers Die neuesten Entwicklungen veranlassen mich keineswegs, den „Thesenanschlag zu
Regensburg“ als weniger epochal aufzufassen als bereits hier vertreten. Da steckt noch viel mehr drin!
Diese „Abschiedsvorlesung“ vervollkommnet die Antrittsvorlesung (Bonn 1959) und reißt für Christentum
und (!) Moderne neue Horizonte auf. Die Muslimführer, die ihre Truppen krakeelen lassen, haben sehr wohl
kapiert, dass der Papst dem Islam die Debatte um die Legitimität der Moderne aufzwingt; und in dieser
Frage ist das Christentum einzigartig, also auch überlegen. Regensburg ist Volltreffer und Wendepunkt
zugleich. Dass dieselben, die sonst gern (historisch) fragen „Warum hat der Papst geschwiegen?“ jetzt
nörgeln „Warum hat der Papst gesprochen?“ ist doch keine Überraschung. Denn seit dem 12. September sind
sie allesamt geadelt (Küng, Beck, taz…): „von gestern“.
#27 Dr. Otterbeck 19:22:53 | Sonntag, 17. September 2006
Die kreuz.netter mögen Benedetto bekanntlich nicht. Aber es ist schon hochinteressant, wer sich jetzt
alles dranhängt an den scheinbaren „fauxpas“. Je lauter der Protest, desto falscher die Regensburger
Rede?? Im Gegenteil: Das klare Bekenntnis zur Gewaltfreiheit der Religion im Kontext des modernen Horizonts
ist ein mutiger, wichtiger Schritt gewesen. Das kann die hektische Kritik der „üblichen Verdächtigen“
nicht aus der Welt schaffen.
#69 Dr. Otterbeck 15:50:33 | Samstag, 16. September 2006
„Veganer“ in der RAF? Der „deutsche Herbst“ 1977. Schon vergessen?? Fast als wollten die Kinder der Landser
auch Krieg spielen dürfen, auf ihre Art. Der völlig unmissverständliche Aufruf des Papstes zur unbedingten
Gewaltfreiheit der Religion verdient gerade von „links“ heftigste Zustimmung. Aber wenn der Papst „peace“
sagt, dann muss ja ein Haken dran sein, irgendwo „Kreuzfahrermentalität“ dahinter stecken. @Heger, was
haben Sie denn gegen die Lehren des Adolf Kolping? (Kleiner Scherz.)
#11 Dr. Otterbeck 15:40:49 | Samstag, 16. September 2006
Unterschätzt doch bitte den Kardinal Bertone nicht! Mit diesem statement hat er am zweiten Amtstag seine
Gesellenstück abgelegt. In prägnanter Form: Nostra aetate mit drin, Assisi mit drin, WJT 2005 mit drin,
weitere Zitate aus Regensburg/München. Jetzt müssen die Hassprediger kräftig nachlegen, wenn ihre Argumentation
noch weiter „zündeln“ soll. Kaum möglich.
#27 Dr. Otterbeck 15:35:11 | Samstag, 16. September 2006
placet iuxta modum @Heger Die Türkei ist wahrscheinlich seit dem 12.09.2006 aus der EU „raus“ und der
Gottesbezug kommt nach der Abdankung Chiracs 2007 in den EU-Verfassungsvertrag „rein“. Da riskiere ich
eine mittelschwere Wette. @Montfalcone In diesem Sinne nämlich ist B XVI durchaus „Politiker“. Im 17.
Jh. meinte man mit „politicanti“ die Papstkandidaten, die den Monarchien zu Willen sind. In dieser Hinsicht
ist Benedetto sicherlich Mega-Eiferer (Weg mit der Tiara! Die trägt nur noch Petrus am 29. Juni im Petersdom);
aber im Kontext der „neueren Päpste“ (wie Dignitatis Humanae die Linie seit Pius IX. auszieht) ist er
eben doch Diplomat. Die u.U. bewusst „fahrlässige“ Interpretierbarkeit war sicherlich nicht so „naiv“
wie Herr Ring-Eifel (KNA) meinte kommentieren zu müssen. @Malachias Die „Weissagungen“ wurden trotz ihrer
zweifelhaften Herkunft noch in einem Papstbuch der 1920er Jahre pflichtschuldigst abgedruckt. Im Kommentar
wurden die Zweifel daran zwar mitgeliefert, aber seit Pius VI. hatten diese Benennungen beträchtliche
Eigendynamik entwickelt. In der Spur dieser „Eigendynamik“ geben sie vielleicht Anregungen zur Interpretation.
Tatsächlich geht eine bestimmte Erscheinungsform des Papsttums zu Ende, eine „neue“ Form tut sich auf
(eigentlich schon seit Pius XII., der seine universale Vaterschaft heftig empfand). Wer aber war der „Übergangspapst“?
Erst dieser –- oder doch der, der ihn zum Kardinal erhob??
#8 Dr. Otterbeck 15:18:29 | Samstag, 16. September 2006
Dr. Enderfers Das Schema der Kritik „vom anderen Ende des Spektrums“ war bekanntlich schon häufiger als
Antikritik der Kritik von dieser abhängig (etwa die Syllabus-Interpretation der Extremen Rechten oder
auch die Gleichsetzung „V 2“ = „1789“); was Sie aber hier schon des öfteren sehr beispielgebend unterstützt
haben, das ist die „critique de la critique“ (so Guitton im Anschluss an P. Lagrange OP). Und diese stützt
auch der Hl. Vater.
#32 Dr. Otterbeck 15:14:18 | Samstag, 16. September 2006
Sartre und der Index Mir lag es völlig fern „Die Hölle sind immer die andern“ als Weg zu empfehlen,
aber man stößt in diesem Forum eben doch immer sehr schnell an die Grenzen adäquater Ausdrucksweise.
Aber wahrscheinlich gibt es sie doch, die Dämonen, die ein „Tu es Petrus“ in die falsche Richtung singen
(oder doch: knirschen).
#30 Dr. Otterbeck 14:49:39 | Samstag, 16. September 2006
Aha… Also doch: Der Rauch Satans? Der Teufel gibt sich nicht mit Kleingeld zufrieden, sagte Marthe Robin
einmal. Den größten antikirchlichen Nutzeffekt hat „der“ Feind, wenn er Liebhaber von Liturgie, Weihrauch
und Choral vom Mitsein mit der Kirche ins fanatische Abseits bringen kann, wo vom Glauben nur noch der
Name bleibt; und dann sind die „Hölle“ immer die andern, nämlich die Römer, die „Irren“.
#23 Dr. Otterbeck 14:41:04 | Samstag, 16. September 2006
Schon möglich, Montfalcone! Joseph Ratzinger ist immerhin Vollprofi; und auch „Politiker“ (wenn man die
Unterscheidung des 17. und 18. Jh. der Papsthistorie noch anwenden darf); „Zelant“ (wie J P II) ist jemand,
der sich in die Ahnenreihe Benedikt XIV. – Benedikt XV. stellt, eher weniger.
#28 Dr. Otterbeck 14:37:59 | Samstag, 16. September 2006
Kryptischer Existenzialismus Tja, dann wäre wohl noch genauer zu klären, welche Ausprägungen des Integralismus
„noch“ (atheistische) Weltanschauung sind, welche aber eben doch nur „Neurose“ (wie Carlo R. vice versa
immer wieder durchblicken lässt).
#12 Dr. Otterbeck 14:11:50 | Samstag, 16. September 2006
Warum keine Vorlesung? Niemand kann dem Papst „verbieten“, dass er Vorlesungen hält. Wohldosiert kann
es nützen. Das zeigt unser Beispiel vom 12. September. Aber zu welchem anderen Thema wäre diese Verlautbarungsform
noch vonnöten? B XVI hat das zentrale Thema besetzt, mit einem Vortrag von 6 Druckseiten (mein Ausdruck
von vatican.va); besser konnte er „Sein Thema“ (Bonn 1959) gar nicht auf die Tagesordnung bringen. Deshalb
nenne ich das den „Thesenanschlag von Regensburg“. Und Frau Pilters (ZDF) blökte in der Richtung als
sei „außer Spesen nichts gewesen“. In Wahrheit war Regensburg 2006 eine der wirkungsstärksten Papstreisen
seit Polen 1979. Wetten dass??
#25 Dr. Otterbeck 14:05:56 | Samstag, 16. September 2006
Montfalcone über Gadamer Zugegeben, ich wollte „meinen Therapeuten“ (Carlo) provozieren. Es ging mir
nicht um Gadamer (den ich selbst mal erlebt habe) oder Ricoeur. Dass aber Regazzoni seine „Argumente“
ausgräbt, wo er sie nur finden kann, dass hat doch wohl krypto-existenzialistische Züge? („Ich mach
mir mein Universum täglich selbst.“) Oder wie soll man das nennen??
#15 Dr. Otterbeck 13:23:28 | Samstag, 16. September 2006
@Malachias Wenn Ihr Name dem Malachias der mutmaßlich gefälschten Weissagungen entlehnt ist, dann rechnen
Sie doch sowieso schon damit, dass „gloriae olivae“ eine jüdische Unterwanderung der Kirche und „zwingend“
den baldigen Weltuntergang anzeigt?? Das Gegenteil ist der Fall. B XVI beendet die Epoche der (ggü. weltlicher
Herrschaft) defensiven Päpste und eröffnet, in der Spur seiner Vorgänger, eine Ära „evangelischer“
(kerygmatischer) Amtsauffassung; und das, zu Ihrem Verduss: in nomine Domini.
#12 Dr. Otterbeck 13:16:31 | Samstag, 16. September 2006
@Alfredo Wann waren S. E. denn „Propräfekt“ des S. Uffiz?? Das Offizium hatte einen Kardinal als Sekretär
(!), erst die Kongregation f.d. Glaubenslehre einen Präfekten; vielleicht von 1965-67 einen Propräfekten??
#56 Dr. Otterbeck 13:12:00 | Samstag, 16. September 2006
@Stephanus Es ist sicherlich nicht unproblematisch, wenn der Papst hin und wieder zu „flotte“ Worte macht.
Aber im Fall der Regensburger „Thesen“ gibt es gar kein Vertun. Das war nötig und wird allmählich auch
erkannt werden. „Erstmals“ (wahrscheinlich) hat der Papst die Führung im modernen, globalen Diskurs übernommen.
Die Extreme Rechte wird ihn alsbald wieder der Häresie „überführen“. Aber das sind vernachlässigbare
Nebenschauplätze angesichts der hohen Aufgabe, die sich für das III. Jtsd. immer deutlicher abzeichnet.
Mit anderen Worten: Noch nie waren Lefebvre und (!) Küng so sehr von gestern.
#8 Dr. Otterbeck 12:57:00 | Samstag, 16. September 2006
Turk: Der neue „Außenminister“ des Papstes ist bekanntlich Islam-Experte. Wahrscheinlich beginnt eine
„Nahostpolitik“. Denn heute braucht das Christentum im Orient so dringen einen „modus non moriendi“ wie
ihn Casaroli im Warschauer Pakt zu etablieren versuchte. Für Benedikt XV. hat man in Istanbul ein Denkmal
errichtet. Eines Tages bekommt Benedikt XVI. in Bagdad auch eins.
#13 Dr. Otterbeck 12:52:31 | Samstag, 16. September 2006
Murx, der Existenzialist im Gewande des Exorzisten; der Papst hat in Regensburg an Mariä Namensfest ein
Zeugnis für Wahrheit und (!) Vernunft abgelegt. Damit hat er am 12. September auch auf den 11. September
geantwortet. Das war mutig, beherzt und auf milde Weise sogar provokativ. Es sollte sicherlich eine gelehrte
Provokation im Raume der Wissenschaft bleiben. Wenn das Feinde der Vernunft im Namen der Religion zu Hasspredigten
nutzen: Das musste diesmal riskiert werden. Die rhetorische Abfederung des Manuel-Zitats war vielleicht
nicht unmissverständlich genug, aber gegen Umdeutungen musste sich Joseph Ratzinger auch im „eigenen“
Lager immer wehren. Trotzdem kann er nicht schweigen. Bereits die Differenzierung zwischen „frühen“ und
„späten“ Suren des Koran lässt Fanatikern die Zornesröte ins Gesicht steigen, ganz so wie das „für
alle“ im deutschen Messtext („NOM“) diesseits der Alpen. Darauf kann man nicht endlos Rücksicht nehmen.
Ich bleibe bei meiner Wertung: Diese Vorlesung markiert den Anfangspunkt für das große Thema der nächsten
Jahre. Den Zorn islamischer Integralisten darf man aus Liebe zur Vernunft „in Kauf nehmen“, um den Schatz
im Acker zu erwerben. Irgendwie auch niedlich, dass sich der schwule Beck und Küng jetzt „am Hindukusch“
gegen den Papst echauffieren.
#5 Dr. Otterbeck 12:06:57 | Samstag, 16. September 2006
Schüttel: Die voreilige islamistische Raserei wird sich bald legen und man wird den Text lesen. Und er
wird „Wirkungsgreschichte“ zeigen. Dieses eine Mal musste der Papst nochmal als Professor auftreten, so
problematisch es auch ist. Denn diese milde Provokation in alle Richtungen hätte in keiner anderen Verlautbarungsform
stattfinden können. Johannes Paul II. hatte sich bereits erlaubt, neben „amtlichen“ Texten auch private
zu veröffentlichen. Das wird mit zusätrzlichen wissenschaftlichen Beiträgen eines Papstes möglicherweise
überschritten (auch mit „Live-Interviews“), aber für diese eine „Regelverletzung“ wird der ganze Westen
noch dankbar sein; und phasenverzögert dann auch der Orient, sofern ernstlich religiös interessiert.
Denn der Papst hat ein neues Leitmotiv vorgestellt: Vernunft in der Weite der Ehre Gottes. Benedictus
qui venit in nomine Domini.
#10 Dr. Otterbeck 11:56:27 | Samstag, 16. September 2006
Ist Ratzinger dem Küng unterlegen? Endlich, endlich kann Hans Küng, unisono mit Volker Beck, mal wieder
was gegen den Papst und zugunsten seiner eigenen grenzenlosen Erkenntnis vortragen. Paul Badde hat mit
Recht daran Zweifel geäußert, ob ein Papst überhaupt Vorlesungen halten soll. Das ist möglicherweise
ein Problem; aber dieses eine Mal genügt auch. Jeder, der jetzt ängstlich zurückzuckt und meint, die
Sache sei dem Papst aus dem Ruder gelaufen, der irrt. Ein gewisses provokatives Element war im Thesenanschlag
zu Regensburg durchaus beabsichtigt, in komprimierter Form: Und in mehrere Richtungen. Auch der „späte
Ratzinger“ („Abschiedsvorlesung??“) ist seinen Kritikern immer noch haushoch, turmhoch überlegen. Denn
er zwingt nicht nur dem Islam eine „Reformation“ auf, auch der „Aufklärung“. Das ist es, was in Regensburg
passiert ist, ein neues Leitmotiv ist da:Aufklärung für alle, mittels der katholischen Wahrheit. Also
nicht: Religion in den Grenzen der praktischen Vernunft, sondern Vernunft auf dem weiten Felde der Ehre
Gottes. Diese Vorlesung hat ein Resumee aus 2000 Jahren gezogen und ein neues Kapitel eröffnet. Das werden
besonnene Vertreter des Islam wie der Moderne noch ausloten. Hoffentlich kann Rom schnell den definitiven
Text herausbringen.
#25 Dr. Otterbeck 11:41:19 | Samstag, 16. September 2006
Liebe Frau Bussmann, Ihrer Kritik am Machtgebaren konkreter kirchlicher Herrschaftsverhältnisse („moderner
Integralismus“) stimme ich ja zu, aber in Fragen der so gen. Frauenordination sind Sie auf dem Holzweg.
Das ist weder eine Glaubens- noch Sittenfrage, sondern eine der vorausgesetzten Gegebenheiten für die
Verfassung der Kirche, wie Christus sie gegründet hat. Die päpstliche Affirmation dieser Realitäten
ist unfehlbar, nicht weil er damit eine Glaubens- oder Sittendefinition getroffen hat, sondern (einmal
mehr) bekräftigt hat, was eigentlich selbstverständliche Prämisse christlicher Identität war. Eine
Frau ist eine Frau. Ein Priester ist ein Priester. Ein ehelicher Akt ist ein ehelicher Akt. Heute müssen
in diesem Bereich banalste Selbstverständlichkeiten mit hohem Aufwand klargestellt werden, weil die „Welt
von heute“ nunmal eine Fortschrittsstufe erreicht hat, bei der diese „Gegebenheiten“ als „Gemachtheiten“
interpretiert werden können. Es sind aber Gegebenheiten, die das „richtige Hören“ herausfordern. Auch
der moderne Fundamentalismus ist da wohl taub.
#52 Dr. Otterbeck 14:14:13 | Freitag, 15. September 2006
„Räubersynode von Trastevere?“ Criticus, Sie ahnen wahrscheinlich selbst, dass Sie mit Ihrer krypto-juridischen
Auffassung vomn kirchlichen Amt in eine Sackgasse laufen. Tatsächlich, der „Sitz“, den sich die action
francaise als Papstthron dachte, die virtuelle papaté im Interesse eines modernbisierten Ancien Regime,
der Sitz ist seit jeher vakant und war nie besetzt. Aber „pragmatisch“ ist dieser „Sedisvakantismus“ nicht,
sondern unzulänglich. Denn nicht einmal Pius X. füllte das Amt so aus, wie es ihm Maurras et al. zuschrieben
(„Retter Frankreichs“). Ein Pastoralkonzil ist übrigens eins, das das Amt stärkt (aus Kosten einer bestimmte
Lehre, die mit Ideologien verwechselbar sein könnte), es ist stärker aus ein bloß definierendes Konzil,
dessen Stimme allzu oft ohne Tragweite blieb. Die „Räubersynode“ hat manche Gewissheiten geraubt, aber
der Kirche weite Felder erschlossen. On verra.
#18 Dr. Otterbeck 14:00:41 | Freitag, 15. September 2006
@Stimme Carlo kann nicht schweigen; aber auch ich müsste es. Allerdings lässt sich die Begeisterung
über den „Thesenanschlag zu Regensburg“ meinerseits kaum bremsen. Wird auch Zeit, den Zukunftsthemen
entgegenzugehen, anstatt immer noch beim „ceterum censeo“ zu verharren („l’integrisme est un existencialisme“).
#9 Dr. Otterbeck 13:56:55 | Freitag, 15. September 2006
Criticus Persönliches Beispiel: Ich habe sowohl auf dem Marienfeld als auch bei der Neuen Messe München
(eine Ortsbezeichnungh, die NOM-Hasser doch eigentlich zum Spott reizen müsste??) auf die persönliche
Kommunion im Gedränge verzichtet, schweren Herzens, aber doch.
#16 Dr. Otterbeck 13:53:31 | Freitag, 15. September 2006
Don Carlos Wie wär’s denn mal mit Voralpenveilchen statt Neurosen?? Im Ernst: Wer Gadamer und Ricoeur
zu Zeugen gegen B XVI anruft, der steht dem Existenzialismus nicht fern. Die Geburtsstunde der Piusbruderschaft
und aller Absplitterungen „rechtswärts“ war eine quasi existenzialistische Revolte gegen die neomarxistische
Dominanz in der frz. Jugendkultur nach Mai 68 und ist von der kath. Tradition ebenso weit weg wie Simone
de Beauvoir selbst. Es ist eben ein „absolut falscher“ Traditionsbegriff. Das muss die authentischen Freunde
der Tradition nicht davon abhalten, dem Engagement des Alterzbischofs auch Positives abzugewinnen, aber
im Kern hat er das Wesen des Katholizismus nicht begriffen; zugegeben: Das ist schwer im Horizont des
modernen Bewusstseins. Aber ich entrinne der Moderne nicht, indem ich, auf der Grundlage ihres Subjektivismus,
blöke: „Vous etes un moderniste!“ Das kann jeder nämlich jedem vorhalten, wenn erstmal die Kompetenz-Kompetenz
des petrinischen Amtes in Abrede gestellt wurde. Dass diese Kompetenz besteht, macht niemand so einleuchtend
klar wie der gegenwärtige Papst. Benedictus qui venit in nomine Domini.
#70 Dr. Otterbeck 13:44:10 | Freitag, 15. September 2006
„Thesenanschlag zu Regensburg“ Laut vatican.va steht die endgültige, mit Anmerkungen versehene Fassung
der Papstvorlesung noch aus. Da könnte sich die Libreria Editrice Vaticana mal selbst übertreffen und
die Vorlesung separat rausbringen, vielleicht deutsch-englisch? Dann kann der Westen unverzüglich ran
an die päpstlich gestellte Hausaufgabe. @Stimme Vom link des B 78 konnte man den 2. Teil verwenden.
#68 Dr. Otterbeck 13:32:52 | Freitag, 15. September 2006
Die Journaille rennt in die falsche Richtung, aber immerhin: Das Thema ist da. Und klügere Gemüter lesen
jetzt den Originaltext. wie es schon P. Gemmingen euphorisch erhoffte („Das darf nicht untergehen. Das
muss auf Seite 1 der Zeitungen.“). Anders zwar als erhofft, aber immerhin: Der „Thesenanschlag zu Regensburg“:
ein Volltreffer.
#14 Dr. Otterbeck 13:29:36 | Freitag, 15. September 2006
@Stimme aus Wien Danke für die Blumen. Meinem Bruder schrieb ich gerade, die Vorlesung des Papstes sei
ungefähr so bedeutend wie der „Thesenanschlag“ von 1517. Das ist vielleicht etwas waghalsig. Aber offenkundig
(anders als im Gespräch mit Everding 1995) hat sich Benedikt XVI. die These seines Vorgängers zu eigen
gemacht, dass das III. Jahrtausend eines der Konvergenzen sein wird. Die Tradi sind leicht ruhigzustellen:
Ein einzelnes Kaiser-Manuel-Zitat und schon brandet Applaus auf! Aber deren eigenmächtige Dogmatisierung
ihrer haltlosen Syllabus-Extrapolationen hat der Papst vollständig den Boden entzogen, in derselben Rede.
In Köln wurden 2005 nämlich schon Nietzsche, Marx und Freud beerdigt. Regensburg ist jetzt das ehrenhafte
Urnengrab für die Irrtümer der Luther, Kant und Sartre (inkl. der „Rechtsexistenzialisten“ à la Lefebvre).
Unter gleichzeitiger Vollanerkennung der modernen Geistesentwicklung! Erstmals! Das sind massive „Hausaufgaben“
wird den Westen.
#12 Dr. Otterbeck 12:59:59 | Freitag, 15. September 2006
Benedetto hat überhaupt gar keine Islamkritik vorgelegt, die über bekannte Vorbehalte hinausreicht.
Die Vorlesung ist in vollem Einklang mit Nostrae aetate. Neu ist die komprimierte Selbstkritik des modernen
Bewusstseins. Hier wird der neue Diskurs aufgetan. Der ist für den Westen ebenso „gefährlich“ wie für
den Islam. Aber wenn sich die Debatte „günstig“ entwickelt, dann bleibt die Türkei eben draußen aus
Europa. Zum Verdruss der USA.
#50 Dr. Otterbeck 12:00:29 | Freitag, 15. September 2006
Traute Eintracht Criticus: Wieviele ex cathedra Entscheidungen zählen Sie denn? Die Problematik ist nicht
völlig unbedeutend. Man wird das Lehramt weniger „definitiv“ als „affirmativ“ verstehen müssen, also
der Selbstkorrektur fähig. Der definitive Satz ist eine Ausnahmerscheinung. Dass es keine päpstliche
Entscheidung zur Auferstehung Jesu gibt bedeutet ja nicht, dass diese nicht stattfand.
#15 Dr. Otterbeck 09:44:41 | Freitag, 15. September 2006
Gebet und Opfer, liebe Frau Bussmann, markieren keinen „Weg nach innen“, sondern einen Weg „darüberhinaus“.
Ohne diese Einsicht mutet es natürlich seltsam an, dass das Christentum von allen (!) auch „Selbstdisziplin“
verlangt. Gott kommt mir nicht im Mir Mein Mich sondern im Dir Dein Dich entgegen (vulgo: Liebe). Es fällt
schon auf, dass Wir-sind-Kirche vor allem im „Triebbereich“ so ausfallend argumentiert. Als könne man
die Sünde aus der Welt schaffen, indem die Kirche sie bemäntelt. Das Ordensleben bspw. kann nur verlieren,
wenn es sich als „gemäßigt geil“ definiert, nicht aber als Entsagung. Man darf die alten Begriffe nicht
zur Demütigung verwenden, aber sie haben einen werthaltigen Kern, der sich nicht beliebig umdeuten lässt
(„Jesus heute: 28 Stunden Woche“). Kirchenreform heißt nicht: bequemer sündigen, sondern: Mehr Gebet,
mehr Arbeit.
#48 Dr. Otterbeck 09:33:04 | Freitag, 15. September 2006
@Criticus Weder ist die Kirchengeschichte „voll“ irrender Päpste noch gibt es so zahlreiche unfehlbare
Definitionen. Die Liste der Ex-Cathedra-Definitionen wurde in den letzten zwei Jahrhunderten immer kürzer
(von ca. 20 auf 2), weil nämlich die Kriteriologie des I. Vatikanum zu einer immer strengeren Rezeption
führte. Also: Im Gegensatz zur Intention der erstvatikanischen Mehrheit hat die wirksame Definition 1870
zu einer Einengung des unfehlbaren Papsthandelns auf nach heutiger Meinung 1-2 Akte geführt (nur 1 (1950),
wenn man V 1 ganz streng auslegt). Aber auch mit den Irrtümern ist es nicht so weit her. Problematisch
urteilten Honorius, Liberius und Johannes XXII. hinsichtlich der unmittelbaren Gottesschau der Seelen
(zurechtgerückt von seinem Nachfolger). Der „Fall Galiei“ ist erwiesenermaßen kein Fall päpstlichen
Irrtums in Glaubens- oder Sittenfragen. Dem Syllabus 1864 hatten nur Eiferer eine „ex cathedra“ Geltung
zugesprochen (eher noch Quanta cura). Aus der Sackgasse heraus führt nur die Überzeugung, dass jedem
Nachfolger Petri ein Spielraum der Anwendung des Lehramts auf den heutigen Tag bleibt. Etwa sagte Benedikt
XVI. bei seiner Vorlesung, dass die Grundentscheidung zur Glaube und Vernunft zum Wesen des Glaubvens
selbst gehört und sich einer Relativierungh durch vorgebliche „Inkulturation“ entzieht. Ex cathedra gesprochen
–- oder nicht?? Jedenfalls affirmativ gesprochen und das ist der wesentliche Charakter des „ordentlichen“
Lehramts. Affirmativ ist auch V 2 zu lesen, nicht
#7 Dr. Otterbeck 09:09:29 | Dienstag, 29. August 2006
500 : 500 Es fällt doch auf, dass die „kleinen Grauen“ zahlenmäßig so stark sind wie die SSPX [v.d.Red.
geändert] . Aber sie machen keinen Lärm, sondern gehen ihren Weg. Wenn ich es richtig weiß, war P.
Philippe auch der Redakteur des Konzilsdokuments zum Ordensleben. Zu den heftigsten Statements, die Papst
Montini je geäußert hat, gehört (neben dem „absolut falschen“ Traditionsbegriff der SSPX) die absolute
Zurückweisung der „weichen Welle“ in den Orden (schon 1963). Das ist Tradition.
#30 Dr. Otterbeck 12:51:50 | Montag, 28. August 2006
Es trifft zu, dass der Staat befugt ist, Grenzen zu setzen. Das Staatskirchenrecht in Dtld. ist diesbezüglich
leider nicht über die Weimarer Reichsverfassung hinausgelangt. Aber zunächst bestimmt die Staatsverfassung
und die Gesetzgebung des Staates, welche konkrete Ausprägung die Religionsfreiheit im bürgerlichen Zusammenleben
haben soll. Das ist nicht konfliktfrei, aber bei weiterem der bessere Weg als eine (falsch verstandene)
„Christkönigsherrschaft“ in eine Vielzahl von Gesetzespflichten umzugießen, die eigentlich nur Appell
an die freiwillige Nachfolge Christi sein können. Freilich gibt es eine dem Christentum günstigere Gesetzeslage
(als etwa etwa zu § 218 StGB), aber nicht Differenzen zwischen Gesetz und Sittengesetz sind die Katastrophe
des Christentums (es ist ihnen gewachsen!) sondern eine virtuelle Integration beider (egal ob „liberal“
oder „integral“), das wäre die Katastrophe des Christentums gewesen. Und das hat nicht erst Dignitatis
Humanae erkannt, sondern schon Gregor XVI. und Pius IX. Die Kirche will die Differenz „beider Reiche“!
#26 Dr. Otterbeck 11:21:37 | Sonntag, 27. August 2006
Mal rechts, mal links Nach ca. 40 Jahren vehementer Kritik von „links“, wird in den nächsten Jahrzehnten
wohl die Kritik von „rechts“ wieder zunehmen, wie schon in den 1930er und 40er Jahren. Die Kritik der
Extremen Rechten am Katholizismus ist aber weit heimtückischer als die banale, liberale Kritik, die schon
heute nur noch „über 70 jährige“ fasziniert (wie Klaus Berger in „Widerworte“ festhielt).
#55 Dr. Otterbeck 12:10:59 | Mittwoch, 16. August 2006
Der Papst lässt Engel steigen, nicht Drachen. Und ist sicherlich lange noch nicht mit seinem „Latein“
am Ende. Die Interview-Antworten kamen etwas hektisch, gepresst „rüber“. Vielleicht ist das Live-Interview
doch dem päpstlichen Amt weniger angemessen. Inhaltlich war die Spannweite der Antworten ausnahmslos
überzeugend. Aufgefallen ist mir die bewusste Freigabe freimütigen Austauschs bei Ad-limina-Besuchen,
Synoden und (aufgewertet) im Konsistorium. Ich vermute, dass jährliche Konsistorien im „Plan“ sind, aber
nur alle 3-5 Jahre eine Bischofssynode. Letztere ist wohl kaum als Organ der Mitregierung, sondern nur
für die offene Meinungsbildung von Rang. Da sich das Diakonat an der Grenze vom ministerium zum Priestertum
bewegt, wird man wohl keine weihegebundenen Ämter für Frauen einrichten, sondern Beauftragungenen. Wahrscheinlich
geht es in die Richtung.
#5 Dr. Otterbeck 13:34:04 | Dienstag, 8. August 2006
wegen Häresie? Extra für Sie, Dr. Heger, stat crux nochmal unter Klarname: tja, wegen Häresie. Aber
wer beurteilt das? Kompetenz ist eine Kompetenzordnung und nicht ein Weisheitsgrad. Also nicht „Kompetenz“
macht kompetent, sondern Kompetenz. Der extrem seltene Fall eines härtetischen Papstes (wird m.E. für
Honorius, Liberius und teilw. für Johannes XXII. diskutiert) ist wohl dem Vertrauen auf die göttliche
Vorsehung für Seine Kirche anvertraut. Durch die kann sich autorisiert „fühlen“ wer will, rechtlich
betrachtet sind Luther, Lefebvre und Hitler allesamt „outlaws“. Der römisch-katholische Amtsbegriff ist
nunmal nicht charismatisch überblendbar. Oder nach preußisch-allgemeinem Landrecht: „Wo kämen wir hin?“
#46 Dr. Otterbeck 08:33:42 | Sonntag, 6. August 2006
Transfiguration du Seigneur Nachdem ich gestern reichlich Pulver verschossen habe, gelingt vielleicht
mal eine Pause von kreuz.net. Hier aber noch für Möchtegern das Suscipiat Dominus sacrificium de manibus
tuis ad laudem et gloriam nominis sui, ad utilitatem quoque nostram totiusque Ecclesiae suae sanctae.
(MR 2002)
#28 Dr. Otterbeck 22:11:19 | Samstag, 5. August 2006
Der Sühnopfergedanke besagt ja, dass Christus, Gott selbst, ein für alle Mal Schluss gemacht hat mit
jedwedem Religionswahn, demnach Menschen überhaupt ein gottgefälliges Opfer darbringen könnten! Religionssoziologisch
ist das christliche Opfer „nur“ ein Erinnerungsposten an all das vergebliche Bemühen religiösen Verhaltens,
durch irgendeine „Hingabe“, Gabe, Aufopferung das Böse zu bannen und Gott gnädig zu stimmen. Diese Last
hat Christus ein für alle Mal der Menschheit abgenommen. Die Erlösung von der Erbschuld wirkt sich nicht
zuletzt aus als die Befreiung von jedwedem heidnischen Religionszwang. Insofern ist das reale Opfer Christi
das Ende aller „Opfer“. Wir können seiner Tat substanziell nichts hinzufügen. Gerade dieses Erstaunen
befähigt aber zu gerechten Werken. „Mache uns auf immer zu einer Gabe, die Dir wohlgefällt, damit wir
einst das verheißene Erbe erlangen.“
#91 Dr. Otterbeck 22:03:14 | Samstag, 5. August 2006
Amok, Koma und dergleichen macht uns Dichter nicht zu Leichen, saufen wenig, bleiben helle, reimen manchmal
noch zu schnelle. Aber amoktrinken lässt erreichen, dass wir uns ins Koma schleichen. Und der Reim ist
endlich hin, schlimm.
#24 Dr. Otterbeck 21:54:16 | Samstag, 5. August 2006
Freunde der Tradition können (da brach’s voriges Mal ab) der Feier des Novus Ordo durchaus helfen, „römischer“
zu werden. Aber das genügt den Pharisäern nicht. Die ca. 500 Lefebvre-Kleriker wollen „Lordsiegelbewahrer“
eines Traditionsmonopols sein, das sie selbst erfunden haben. Der dort gelehrte Traditionsbegriff ist
„absolut falsch“, wie auch die unsinnig „kryptomagische“ dortige Deutung der Transsubstanziation nahelegt.
Diese Deutung ist modern (naturalistisch) und nicht traditionell (auf die Ordnung der Gnade bezogen).
#89 Dr. Otterbeck 21:48:35 | Samstag, 5. August 2006
Wichtig tun und wichtig reimen, macht schon Spaß in frommen Heimen, doch hier im kargen Bürgerleben
geht auch manches mal daneben, weshalb uns armen, kleinen Lichtern Trost sei gegönnt von Bösewichtern.
#20 Dr. Otterbeck 21:44:53 | Samstag, 5. August 2006
Okay: Weitere Annäherungen. Sind wir uns denn ad 1) einig, dass der Opfercharakter abhängt vom amtlichen
Vollzug der Messfeier durch den geweihten Priester? Dann wäre die Frage der liturgischen Texte an die
amtliche Autorität delegiert. Der Tiefgang, mit dem der (explizit:) Sühnopfercharakter der Messe im
Volk wahrgenommen wird, wäre dann eine Frage an Katechese und Pastoral. Sind wir uns ad 2) einig, dass
die Ursachenforschung hinsichtlich der Krisensymptome (die im deutschsprachigen, frz. und ndl. Raum am
stärksten sind) die „Messe Pauls VI.“ zu Unrecht mit der Alleinschuldfrage konfrontiert? Ich erinnere
nochmals, dass Paul VI. in seinen Enzykliken von 1964, 1965 und 1967, im Credo von 1968 und auch in „Evangelii
nuntiandi“ an der kath. Tradition keine Zweifel offen gelassen hat. Aber: „Ein Papst macht noch keinen
Sommer.“ Pius XII. hat glanzvoller und ruhmreicher amtiert als alle Vorgänger seit 1800 (wahrscheinlich
seit 1570), trotzdem konnte seine Methode die Krise nicht bannen. Die Stimme der nachkonziliaren Kirche
hat weltweit eine größere Tragweite als zuvor. Und auf den anderen Kontinenten hat der NOM die Liturgie
erst für die Beter aufgeschlossen. Schon deshalb gibt es kein Zurück im großen Stil. Die Freunde der
„Tradition“ können
#86 Dr. Otterbeck 21:27:48 | Samstag, 5. August 2006
Das Land der Richter und Henker Muss denn S.C. jetzt noch dichten? Nur ums S.K. gleichzurichten? Mitnichten,
mitnichten Nachtschichten! Wollen wird wagen uns so zu plagen? Ach, arm sind wir kreuznett-Wichte. Rülpss…
#208 Dr. Otterbeck 21:24:29 | Samstag, 5. August 2006
Man unterscheidet im dt. Strafrecht ja auch zwischen Mord und Totschlag; beim Mord müssen bestimmte Motive
hinzutreten, so gen. „Mordmerkmale“. Mich hat immer gewundert, dass hinsichtlich der Abtreibung nicht
differenziert wird zwischen „Arglistiger Abtreibung“ und „minder schwerem Fall“. Die Arglist könnte im
strafprozessualen Verfahren dann früh durch Entlastungsindizien ausgeräumt werden (hier könnten „Scheine“
zum Arglistausschluss führen). Solange man „pro life“ und „pro choice“ zu amalgamieren versucht, wird
es in Dtld. statt eines liberalen und (!) statt eines konservativen Abtreibungsrechts nur Rhetorik geben
und in der Praxis läufts dann wie im Steuerrecht, ein „Recht“, das keinen Gehorsam mehr beanspruchen
kann, weil es nicht einmal kommunizierbar ist. Aber während der Fiskus noch irgendwie Kohle reinholt,
schafft es die Daseinsvorsorge nicht, das Leben noch „irgendwie“ zu schützen.
#17 Dr. Otterbeck 21:06:46 | Samstag, 5. August 2006
Sorry für meine Tippfehler, im Eifer des Gefechts; ja, wir kommen der Zentralproblematik näher. Katholizismus,
Messopfer, Weihepriestertum (das keine Frauenordination zulässt). Es würde noch einige Energie kosten,
was da im Einzelnen überhaupt vorgefallen ist, um die Identität des katholischen Priesters binnen weniger
Jahre (ich sage: 1965-68) in Dtld. (und Holland, teils auch Österreich, Schweiz, Frkr.) so weit zu ruinieren,
dass die Theologie der Würzburger Synode eigentlich keine relevanten Aussagen zum „Priesterbild“ mehr
fand und auch das „Gotteslob“ (Konstrukt eines historischen Augenblicks) keine katechetisch werthaltige
Darstellung der Hl. Messe mehr enthält. Eine Kapitulation binnen weniger Jahre! Hinzukommt: Wenn die
Analyse von Jean d’Hospital (1969) zutrifft, dass das Bußsakrament nur zu halten ist, wenn die Priester
zölibatär leben, lässt das den Umkehrschluss zu, dass die Priester der 1970er zuerst das Bußsakrament
zerstört haben, um dem Zölibat die Legitimation zu entziehen? Über den inneren Kontext von Bußsakrament,
euchar. Opfer und Amtspriestertum wi8rd wahrschgeinlich zu wenig nachgedacht, weil auch Katholiken demn
Segen der Taufe nicht mehr ernstnehmen (weil ja Adam angeblich nie gfesündigt hat, geht das Sakrament
ins Leere). Und ohne Sinn für die Taufe ist die Communio in Christi, die vom euch. Opfer ausgeht (und
im Bußsakrament wiederhergestellt wird ggf.) auch sinnlos. Was aber soll dann unsere Religion noch bezwecken?
Im NOM jedenfalls wird diese Nouvelle theologie NICHT gelehrt.
#14 Dr. Otterbeck 20:49:36 | Samstag, 5. August 2006
Wenn man die nachkonziliare Krise des Priesteramts geahnt hätte (zu wenige hörten es grollen), dann
hätte der Papst zu Lumen Gentium nicht nur eine Nota explicatiuva paevia zum Jurisdiktionsprimat verfügt,
sondern auch einen Passus zum Charakter indelebilis, zum priesterlichen Handeln in persona Christi, also
dem Proproium des (notwendig männlichen) Amtspriestertum. Schon 1968 ahnte Paul VI. das größte Versäumnis
des Konzils, in der Botschaft an die Priester zum Glaubensjahr 1967-68 vom 20. Juni 1968, genauso untergegangen
wie das Credo vom 30. Juni 68. Eine unrühmliche Allianz zwischen Bischofskonferenzen und Laiengremien
hat in manchen Gegenden die Berufung der Priester wie zwischen Mühlsteinen zerrieben. Hätte Lefebvre
den Großmut gehabt MIT seinem Papst um Seminare nach moderat-tridentinischen Prinzipien zu kämpfen (etwa
gemäß Ap. Schreiben Summi Dei Verbum vom 04.11.1963), er wäre Kardinalprotektor eines legitimen Traditiuonalkismus
geworden. Aber er suchte den Ruhm nach eigenen Recht und verbrüderte sich mit okkulten Ritual-Liturgikern,
die eine „andere Messe“ feiern als die römische. Denn die KANN man wider Petrus nicht feiern. Und das
ist kein „musikalisches Opfer“.
#12 Dr. Otterbeck 20:32:47 | Samstag, 5. August 2006
Vom Charakter der Liturgie: Ich bin mir sicher, dass Ebf. Lefebvre nicht selbst auf die hirnrissige Idee
kam, den Opfercharkter der Messe abhängig von bestimmten Formeln zu sehen. Er hat ja die Liturgiekonstitution
vom 4. Dez. 1963 gewollte. Das hat ihm nach 1970 jemand anderer eingesagt. Aber es bleibt der zentrale
Irrtum in der „Grundsatzerklärung“ vom 21.11.1974, von den Ultratradi bis heute nachgebetet. Der Opfercharakter
hängt von der Darbringung durch den geweihten Priester in persona christi ab, indem er die amtliche Liturgie
vollzieht. Da müsste das Wort „Opfer“ (um einen irrealen Extremfall zu bilden) KEINMAL drinvorkommen,
wenn die Liturgie im übrigen von der ZUSTÄNDIGEN Autorität gebilligt wurde. Natürlich ist es zweckwidrig,
den Opfercharakter zu vertuschen, aber z.B. das Suscipiat wird WÖRTLICH so gebetet wie vor 1962, sogar
von der ganzen Gemeinde: „Der Herr nehme das Opfer an aus Deinen Händen…“ Das Opfer Christi ist kein
Mythos, der durch einen Zauberspruch im magischen Ritual symbolisiert wird, sondern das reale Geschehen,
dass uns alle trägt und im Leben hält.
#82 Dr. Otterbeck 20:21:01 | Samstag, 5. August 2006
Das Bleibende stiften die Dichter! Aber mit erlesenerer Duftnote. Sozialkatholisch: Bitte nehmen Sie noch
eine Spur mehr Distanz von den braunen Bremsspuren, die im kreuz.forum miefen. Dann dichten Sie vielleicht
Bleibendes, weniger beliebt bei Fliegen, bekömmlicher für Menschen. :(3
Auweia, Möchtegern! Zählen Sie mal den Ausdruck „Opfer“ im prex eucharistica III von 1967 (von Ottaviani
gutgeheißen, wie auch II u. IV), das Hochgebet, das der Montini-Linie eindeutig am nächsten steht (aber
von einem ital. Liturgiewissenschaftler redigiert). Richtig ist die sparsame Verwendung des Begriffs in
Hochgebet II (ja, das ist lutherfreundlich, wie IV orientalenfreundlich; und das ist gut so). Aber kein
Gebet kann und soll die ganze Theologie hersagen, sonst müssten gerade die Tradi überall in Landessprache
(oder gar Mundart) zelebrieren. Sie sind auf dem falschen Dampfer, wenn sie „glauben“, nur ein bestimmter
Textspruch gewährleiste die Transsubstanziation. Der Vatikan hat sogar im Fall Addai + Mari implizit
anerkannt, dass im Extremfall sogar die Wandlungsworte wegfallen können (wenn das auch im Römischen
Ritus nicht möglich ist). Die Authenzität ergibt sich aus dem Gesamt der Liturgie und das Urteil steht
der zuständigen Autorität zu, Päpst und Bischöfen, nicht irgendeinem Einzeltheologen und auch keinem
„Rebellenbischof“, nicht einmal Milingo.
#195 Dr. Otterbeck 19:17:32 | Samstag, 5. August 2006
Maurice und die verschleierte Zweitidentität Nach meiner fehlbaren Meinung hat DDL eine Zweitidentität
ziemlich konsequent durchdefiniert, nämlich die des „alter Ego“ M.C. Aber die Unsicherheiten in der integralistischen
Diktion desselben lassen mich eben doch vermuten, dass sogar M.C. „fake“ ist.
Nee… Das Konklave hat bereits am 19.04. entschieden, am Festtag des Hl. Leo IX. Aber am 20.04.2005 fand
in der Sixtinischen Kapelle eine erste Messe mit dem neuen Papst statt, dessen lateinische „Erste Botschaft“
bereits aufmerken ließ. Das Latein war sicherlich katholischer als das von Econe.
#78 Dr. Otterbeck 18:55:57 | Samstag, 5. August 2006
Pünktchen: Wer weiß was?? Falls die mir nicht ganz verständliche Nennung eines weiteren Rhonheimer-Textes
(auch) auf mich zielte, bitte ich um eine kurze Nachricht per Mail. (Bin erreichbar.)
Mag sein, dass ich Konnotationen extrem betone, der Zweck ist aber: Vor jedwedem Tradi-Jargon zu warnen.
Man mag sich da verbal zum Exzess steigern, es fehlt doch der Beweis, dass die als häretisch angefeindete
Liturgie „neuer Ordnung“ tatsächlich weniger „Opfercharakter“, weniger „Priestertum“, weniger „Gegenwart
des Heiles“ verwirklicht. Das sind bloße Behauptungen, die aus einer bestimmten Ästhetik auf den Inhalt
schließen. Niemand hat bislang einen Geigerzähler für Katholizität erfunden, aber der würde in einer
Society Saint… -Kapelle deutlich leiser ticken als in der Sixtinischen am 20.04.2005.
#55 Dr. Otterbeck 18:10:03 | Samstag, 5. August 2006
Worst Case Der Größte Anzunehmende Unfall wäre im Blick auf die Liturgie, wenn sie zu seinem esoterischen
Ritual würde, zu einem Selbstzweck der Selbstbesinnung, zum „Weg nach innen“ nach fernöstlichem Vorbild,
zu okkulter Selbstbeweihräucherung, zur Arkandisziplin einer Bruderschaft, zum Abklatsch keltischer oder
aztektischer Opfermythen, nur ins Unblutige gewendet, wenn die Messe aber nicht mehr auf „Sendung“ ginge,
in nomine Domini.
Das liebende Herz ist das Opfer des Kreuzes Bei allem Respekt vor den Entdeckungen einmes Jungpriesters,
das Sich Ihm für Ihn Seine Messe persönlich in der alten Form besser erschließe: Das Herz der Kirche
ist die Tat Christi, des Einzigen Priesters. Eine Ekklesiologie, die das Wirken Christi auf das am Altar
vollzogene Ritual limitiert, versperrt dem Blick auf die Weite des Mysterien des Herrn. „Hoc est enim“
meint nunmal keinen Hokuspokus, sondern das Herz der Welt.
#52 Dr. Otterbeck 17:08:17 | Samstag, 5. August 2006
Ich mir mein mich = Messe? Rabiatester Subjektivismus, was „Asterix“ hier propagiert; bei näherer Betrachtung
typisches Kennzeichnen der Befleckten Oblaten des Hl. Pius: Nur noch eine Haaresbreite vom esoterischen
„Religionsbedürfnis“ entfernt. Ich mach mir meine Messe, (wider besseres Wissen:) „aller Zeiten“. Die
von P. Pfluger et al. behauptete „Identität“ von „mindestens 1500“ Jahren funktionierte real vom Inkrafttreten
des CIC Benedikt XV. 1918 bis „Mediator Dei“ von 1947 (die, noch vorsichtig, den liturgischen Aufbruch
ermutigte), das sind 29 Jahre (!) relativer Uniformität, wahrscheinlich nur ca. 15, denn schon um 1933
bröckelte die Folgebereitschaft ggü. den liturg. Vorschriften des CIC ganz vernehmlich. Im Wissen um
die Brüchigkeit der SSPX-Argumentation schreibt P. Pfluger im Brief an die Exzellenzen ja auch unter
Zuhilfenahme massiver Verbalradikalismen: „niemals abgeschafft“, „unveräußerliches Recht“, „unbedingtes
Recht“ , „unübertrefflicher Ausdruck“, „Quelle allen Gnadenlebens“ (zwischen 1918 und 1933??). Katholischer
Liturge ist zuerst der Bischof vor Ort in Gemeinschaft mit dem Papst. Der Priester muss so zelebrieren,
wie sein Bischof es will. Daran muss gearbeitet werden, nicht mit Videopropaganda, sondern redlich und
im guten Sinne fromm.
#48 Dr. Otterbeck 16:31:03 | Samstag, 5. August 2006
Man hält mich des Lesens für unkundig? Ein paar Beispiele für von P. Pfluger ausgelegte Bananenschalen
(über die der traditionsfrohe Priester ausrutschen soll): Die SSPX hat „entgegen anderslautenden Informationen
die Treue zum Nachfolger Petri bewahrt“. Die Treue zum Hl. Linus kann auch Luther für sich in Anspruch
nehmen, denn dessen Dokumente kennt niemand. Dann „die Sorge um das Wohl unserer heiligen Mutter Kirche
und um das Heil der unsterblichen Seelen“ als Motiv! Extra SSPX nulla salus? Denn „seit über 35 Jahren
dürfen wir Priester der Priesterbruderschaft St. Pius X. in wunderbarer Weise die übernatürliche Kraft
einer Liturgie…“ etc. Richtig: Eine 1970 neu erfundene Übernatur, die den Satz Pius XII. aus Mediator
Dei leugnet, dass die Gemeinde mitwirkt an der Darbringung des Opfers Christi in der Hl. Messe. Diese
„Transsubstanziation“ ist nicht die katholische, sondern Ritual, Simulation. Die Römische Messe kann
nur mit und unter Petrus gefeiert werden. Vor 1970 war das eine pure Selbstverständlichkeit. Jede redliche
Mühe um die Tradition, frei von integralistischem Gift, muss sich zuerst dem wirklichen Nachfolger Petri
überantworten und jede Doppelbödigkeit ausräumen. Lefebvre ist im Irrtum, nicht Rom (so Paul VI. am
11.10.1976).
#44 Dr. Otterbeck 14:12:56 | Samstag, 5. August 2006
Allmählich wird es interessant hier. Lebenswege wie die von Maurras und Lefebvre lohnen sicherlich genauere
Betrachtung und Reflektion. Aber meine Frage war doch: Was bezweckt die „einzigartige Aktion“? Sie ist
doch wieder vor allem ein Störmanöver, wie der „Marsch auf Rom“ (1970, 1971, 1973) oder die berühmte
Messe in der Sporthalle von Lille 1976. Extrem moderne Methoden, doppelbödige Argumentation, einige richtige
Argumente, aber wieder vermischt mit dem integralistischen Gift. Und eine Antwort auf „heute“ suchen (14-18,
33-45, 6.8.45, Mai 68, November 89)?? Bloß „Unsinn“??
#69 Dr. Otterbeck 13:56:06 | Samstag, 5. August 2006
Thor? Hierzu muss ich Dr. Heger im vollsten Umfang zustimmen. Wer sich unter die kreuz.ritter wagt und
seinen Namen klar angibt, wird nicht so dämlich sein und falsche Titel hinzusetzen, nur um sich hier
einen Karnevalsorden zu verleihen. Allerdings schützt der akademische Abschluss vor Torheit nicht immer.
#16 Dr. Otterbeck 22:04:31 | Dienstag, 1. August 2006
Gesperrt im kreuz.forum (das meinte Gotthard wohl) wurde z.B. meine Person, OBWOHL ich die Regeln dort
einhielt. Die Brüder kamen nicht darüber hinweg, dass ich deren Phantomschmerz auf Juli 1830 lokalisierte,
womit das ganze Geschwafel, das Vatikanum II sei „1789 in der Kirche“ widerlegt ist. Der Integralismus
verwindet es nicht, dass der Papst schon 1830 die konstitutionelle Monarchie in Frankreich akzeptiert
hat, also die parlamentarische Regierungsform. Das meint man da, wenn es heißt „Sie haben ihn entthront!“
(Nämlich Pius VIII. hat die Entmachtung Charles X. anerkannt.) Alles andere ist nur Theaterdonner drumherum,
einschließlich der bekloppten Fehlinterpretation des Meßopfers, die entweder Mallerais oder Ducaud-Bourget
(der Freund des Okkultisten Plantard (=„prieuré de Sion“!)) dem „Erzbischof“ eingetrichtert hat, der
1964 noch für die Liturgiereform war. Schwarzbraun ist die Haselnuss.
#13 Dr. Otterbeck 21:54:54 | Dienstag, 1. August 2006
Wahrscheinlich ist der Hass auf Montini, seinen Vorgänger und seine Nachfolger, der eigentliche Katechismus
dieses Forums. Man vergisst: Die Demokratie hat auds kath. Sicht Pius XII. 1944 anerkannt (NUR 30 Jahre
nach Ausbruch des 1. Weltkriegs); Pius XII. hat die Liturgiereform befördert, die Bibelwissenschaften,
eine moderne Ekklesiologie und in Humani generis auch Anerkennung für zeitgemäße Wissenschaft gezollt.
Ihr müsst schon konsequent sein und auch Pius XII. steinigen!
#43 Dr. Otterbeck 21:49:59 | Dienstag, 1. August 2006
Solange zu Beginn eines theol. Studiums nicht mindestens zwei Semester Katechismus und Enzykliken gelernt
werden (incl. Ecclesiam Suam 1964, Mysterium fidei 1965, Sacerdotalis caelibatus 1967 und Humanae vitae
1968) braucht niemand mit der Wiederentdeckung des eigentlichen Priesterberufs zu rechnen, jedenfalls
nicht in Dtld.
#9 Dr. Otterbeck 21:32:31 | Dienstag, 1. August 2006
Im niederrheinischen Dorf Kervenheim fand 1944, wie überall, eine Bürgerversammlung statt. Erscheinen:
Pflicht! Der Kreispropagandaleiter der NSDAP zog massiv gegen Bischof von Galen zu Felde. Da mit den sonst
üblichen Sittlichkeitsargumenten gegen Kleriker nichts auszurichten war, mussten u.a. angebliche Devisenvergehen
herhalten. „Kirche und Geld“ ist auch heute ein beliebtes Argument. Und selbstverständlich wurde die
Treue des Bischofs zu Führer, Volk und Vaterland auf das brutalste in Zweifel gezogen. Mit einigen anderen
hat auch ein Prokurist einer in K.heim ansässigen Schuhfabrik durch stilles Verlassen des Saales gegen
die Tiraden protestiert. Eine in heutiger Sicht so wenig couragierte Verhaltensweise genügte damals,
dass man sich lieber freiwillig zur Wehrmacht begab, um nicht der Gestapo in die Hände zu fallen. Mit
solchen Realitäten gegen sich die Galen-Kritiker aber nicht ab. Richtig, von Galen ist nicht ins Martyrium
gegangen. Aber wer von seinen Kritikern mag sich beimessen, dazu fähig gewesen zu sein? Allerdings muss
eine Redaktion, die sich für v. Galen engagiert, auch dafür Sorge tragen, dass im hier abgebildeten
Inhaltsverzeichnis des kreuz.forums nicht permanent „Denunziationen“ Papst Pauls VI. zu Mordursachen erklärt
werden. So weit darf der Hass auf den Antifaschisten Montini auch bei Tradi-Sympathisanten nicht gehen!
#60 Dr. Otterbeck 17:14:43 | Donnerstag, 27. Juli 2006
Sollte sich bewahrheiten, dass an NRW-Schulen der Evolutionismus als Dogma gelehrt werden muss und nicht
nur eine Evolutionstheorie naturwissenschaftlicher Provenienz, so wäre die freie Religionsausübung tangiert;
denn der Evolutionismus ist in NRW lt. Verfassung NICHT Staatsreligion.
#36 Dr. Otterbeck 15:44:43 | Dienstag, 25. Juli 2006
Plötzlich wieder so grantig, Athanasius? Sie werden immer ausfallend, wenn man die Heiligkeit des „Erzbischofs“
in Zweifel zieht. Was hat er denn zu verbergen? Andere, heiligmäßige Vertreter des Katholizismus im
20. Jhd. werden auch kritisiert. Trotzdem sind deren Anhänger doch mitunter ein bisschen „cool“ in der
Replik von Kritik. Weil da mehr Substanz ist und weniger Rebellion.
Warum auch nicht? Manche Apokryphen sollte man ruhig einbeziehen, unter Voirbehalt freilich. Jedenfalls
muss der Vorbehalt nicht intensiver ausfallen als gegenüber exegetischer Literatur (= 7/8 Makulatur)
der Gegenwart. Wer ist denn „apokrypher“? Das Thomas-Evangelium oder Drewerman?
Benedikt, richtig! DH akzeptiert die zivile Religionsfreiheit im Staat. Das können Integralisten nicht
vom Dogma unterscheiden, da seinem Islam mit katholischer Ästehetik nachjagen, den es in der Wirklichkeit
nie gab. Siehe zur Heilsnotwendigkeit der Kirche etwa LG Nr. 14.
Die Piusbrüder perpetuieren nachweislich die Ästthetik der kranken Jahre Pius XII. (1954-1958) und behaupten,
dieser habe Integralismus gelehrt. Den hat aber weder Ottaviani noch Pacelli noch Gasparri und nicht einmal
Merry del Val gelehrt. Denn diese alle waren interessiert an der gesellschaftlichen Wirksamkeit der Verkündung
des Evangelums in der Welt von heute. In der Intention steht also Gaudium et spes mit Humani generis in
einer Linie, während Lefebvre in einer Linie stehen mit den hässlichsten Tiraden der action francaise
und auch der Reformatoren (vgl Editae sapae Pius X. 1910).
Richtig! „Ratze“ lehnt die vulgärtheologische Opfervorstellung ab; denn die ist heidnischen Ursprungs
und durch das realpräsente Opfer Christi ein für allemal überwunden; „Barmherzigkeit will ich, nicht
Opfer“.
#20 Dr. Otterbeck 16:51:12 | Mittwoch, 19. Juli 2006
@DDL: Den Aufbruch zur Globalisierung hat „uns“ mutmaßlich das Christentum eingetragen; auch in seiner
weltlich-wirtschaftlichen Ausprägungen. Was aber steht uns bevor, wenn sich die abendländische Dynamik
mit dem fernöstlichen Pantheismus verbindet? Dynamik ohne Menschenrechte?? Ich weiß es nicht.
#64 Dr. Otterbeck 08:04:41 | Mittwoch, 19. Juli 2006
Das muss man anders verstehen, Mazzella: Das Konzil hat keine neuen Definitionen gebracht und keine Lehrverurteilungen
ausgesprochen. Dadurch wird die Aussageweise noch anspruchsvoller, nicht unverbindlicher (vgl. B XVI am
22.12.2005 vor der Kurie).
Wer die Zelebrationsrichtung zur Bekenntnisfrage hochjubelt tut der Liturgie keinen Gefallen. Denn dann
darf „man“ nicht ausprobieren (z.B. zunächst wertags, am Seitenaltar), ob manche Kritik am Hochgebet
zum Volk vielleicht doch berechtigt sein könnte. So blockiert das Geschrei der Extremen Rechten jede
vernünftige Vielfalt, wie schon zu Beginn der 1970, als der Novus Ordo deswegen „durchgedrückt“ werden
musste, da gewisse Kreise ihn (bis heute) zum Ausdruck für Glaubenszerstörung ausriefen. Les extr’emes
se touchent.
Thaddäus über Paul VI. Das Zitat stammt vom 29. Juni 1972. Es existiert nur ein Bericht des damaligen
Erzbischofs Casaroli über die Ansprache des Papstes. Demnach meinte Paul VI., er habe den Eindruck, durch
„irgendeine Ritze“ sei der Rauch Satans in den Tempel Gottes eingedrungen. Das wird seitens der Extremen
Rechten gern und häufig zitiert. Nach Auffassungen des Papstforscher Ph. Villain meinte Paul VI. damit
allerdings Lefebvre! Das ist auch plausibel. Denn den modernen Unglauben kannte Montini aus dem 1. Weltkrieg,
der Zwischenkriegszeit, dem 2. Weltkrieg und insbesondere aus der Mailänder Zeit 1955-1963. Das war keine
Überraschung. Die aberwitzige Innovation ist und bleibt nunmal der Protest gegen den Papst im Namen des
Papsttums. Aber auch dafür gab es ja schon Vorbilder bei der action francaise, deren Dialektik Pius X.
und Pius XI. nicht billigten.
#13 Dr. Otterbeck 13:59:33 | Donnerstag, 13. Juli 2006
Murx: Sagen Sie uns doch mal Ihre Meinung zu der Frage, warum das Apostolat der SSPX trotz rd. 500 vaganten
Klerikern aufs Ganze gesehen so frappierend unfruchtbar ist. Bei von Marcel behaupteten 350.000 „usern“
gibt das eine Überklerikalisierung im Vergleich zu den über 400.000 Priestern der „Konzilskirche“ um
das Zehnfache. Lauter Häuptlinge, keine Indianer? Auch totalitäre Armeen zeichneten sich durch das Kuriosum
aus, die Zahl der Offiziere und Generäle zu vermehrfachen. In der von Ihnen so missbilligten „Offenen
Gesellschaft“ muss aber auch eine spirutuelle Armee (vgl. Heilsarmee) werbend auftreten und freiwiligen
Zuspruch suchen. Der ist doch verblüffend gering (99,985 % der Katholiken billigen den NOM).
#14 Dr. Otterbeck 13:48:05 | Donnerstag, 13. Juli 2006
Marcel, freundlichen Dank für das Original-Zitat Ihres „guten Hirten“. Athanasius: Daran könnten Sie
doch die von mir immer wieder behauptete Verengung des Heilsbegriffs auf amtspriesterlich gespendete Sakramente
seitens SSPX ablesen. Was da gesagt wird, das ist „so gerade eben noch“ haltbar, aber das nicht explizit
ausgesagte, die „limitatio“ Christi, das ist doch das Problem! Die Kirche schreibt dem Hl. Geist nicht
vor, dass er außerhalb der sakramentalen „Realpräsenz“ unwirksam ist.
Christdemokrat Pius XI. Athanasius ist zuzustimmen: Pius XI. hat die Anerkennung der Demokratie als vorzugswürdige
Regierungsform vorbereitet, die Pius XII. an Weihnachten 1944 aussprach. Der von Pius XI. verbreitete
Christkönigsgedanke war hinsichtlich der Regierungsform im Staat demokratisch offen. Heute fehlt jedoch
eine auf der Christlichen Gesellschaftslehre aufbauende Demokratiekritik (unter den Bedingungen politischer
Partizipation); „Demokratie“ wird zu unkritisch zum Dogma erhoben, als garantiere der zuverlässigere
Formalismus insgesamt „wahre“ Ergebnisse.
#71 Dr. Otterbeck 12:00:41 | Donnerstag, 22. Juni 2006
Falls Bugnini das in seinem Buch (dt. 1987) richtig wiedergibt, hat Ottaviani die krit. Untersuchung gar
nicht unterschrieben, sondern nur zusammen mit Bacci in einem Empfehlungsschreiben die Lektüre empfohlen.
Ottaviani hat sich diese krit. Untersuchung nicht vollinhaltlich zu eigen gemacht; Kard. Seper nannte
sie oberflächlich und fehlerhaft. Aber auch im „modernistischen“ Rom wurden diese Einwände ernstgenommen
und überprüft. Für Verschwörungstheorien ist da kein Raum. Guerard de Lauriers hat zwar die Inkonsequenz
seines zeitweiligen Vorkämpfers und Mitstreiters Lefebvre richtig erkannt, ist aber zur falschen Seite
aus dem Schifflein Petri ausgestiegen. Und von Ducaud-Bourget kann ich noch das Schlusswort aus seinem
hérisson spirituel nachreichen: „Comme disent les Antillais pleins de sagesse: „Tristesse, ennui, c’est
caca diable.““
#38 Dr. Otterbeck 11:50:52 | Donnerstag, 22. Juni 2006
Syllabus LXXX lautet korrekt: Romanus Pontifex potest ac debet cum progressu, cum liberalismo et cum recenti
civilitate sese reconciliare et componere. Kein Können-und-Müssen des Ausgleichs mit „rezenter“ Zivilisation
(1864!) bedeutet eben nicht „niemals Dialog“; Pius IX. verurteilte Zeitirrtümer, keine ewigen Irrtümer.
Hätte sich der Papst damals ausgleichen „müssen“, wäre er zu einer Art Dalai Lama der italienischen
Nation herabgesunken, statt 1870 zum universalen Guten Hirten aufzusteigen.
#67 Dr. Otterbeck 11:20:25 | Donnerstag, 22. Juni 2006
Catharina, betr. Ottaviani: Man hat sich in der Zeit nach Mai 68 einfach angewöhnt, auch von „rechts“,
innerkirchliche Gegensätze sich viel zu politisch aufgeladen vorzustellen. Unter Kardinälen ist die
Einheit immer noch größer als im Bundestag oder Nationalrat. Giuseppe Siri brachte große Lobreden auf
Kardinal Montini aus (1963) und auch Ottaviani und Paul VI. konnten „immer noch“ zusammenarbeiten! Ottaviani
hat 1949 (gegen Feeney) wesentlich an der Öffnung des Begriffs der „Alleinseligmachenden“ mitgewirkt
(„implizites Votum“) und z.B. den Artikel 82 in „Gaudium et spes“ (völlige Abschaffung des Krieges) vorbereitet.
Die neuen Hochgebete II-IV hat Ottaviani gutgeheißen (1967), nur das Lieblingsprojekt von Bugnini (V.)
angezweifelt. Den Novus Ordo hat die Kongregation unter Nachfolger Seper auf die „kritische Untersuchung“
hin, abermals überprüft. Ottaviani ist auch nicht „abgesägt“ worden; er stand am Ende seiner Amtszeit
als 1. Präfekt (!) der Glaubenskongregation im 78. Lebensjahr. Die Distanz zu Lefebvre ist meilenweit,
die Nähe zu Roncalli verbürgt.
#41 Dr. Otterbeck 10:42:35 | Dienstag, 20. Juni 2006
Keine Antwort ist auch eine Antwort; anstatt eine Gegenkritik meiner „letzten Mutmaßungen“ hier auch
nur zu versuchen, hat das Marcel-Kreuzforum jetzt einen „ewigen Ausschluss“ ausgesprochen. Die von DDL
aufgebrachte These einer Querverbindung des SSPX-Gründers zu geheimen Zirkeln ist offenkundig zu aufwühlend.
Wäre der Erzbischof über jeden Zweifel erhaben, würden seine Nachbeter doch nur darüber lachen. Querverbindungen?
Ausgeschlossen! Stattdessen wurde jetzt meine Wenigkeit „ausgeschlossen“. So kommen wir der Wahrheit über
den selbsternannten Retter der Kirche allmählich näher.
Der Integralismus ist ein Naturalismus, Karim, deshalb lehrt „Karl Murx“ eine Trance-Substantiation, magischer
Provenienz, keine Transsubstantiation. Er weiß es nur nicht. „Substantia“ ist eben nicht Physis, sondern
Wesen. Nach Lefebvre raubt der NOM der Messe die „Substanz“ (Interview 1978); wenn das möglich ist, dann
meint „sein“ Sühneopfer eben nicht das reale Opfer Christi, sondern ein mythisches, das „real“ genannt
wird. Hier liegt der Kern der lefebvreschen Häresie.
#12 Dr. Otterbeck 08:14:27 | Dienstag, 20. Juni 2006
Erwählter Kardinal der Hl. Römischen Kirche, so hieß es, glaube ich, in der Todesanzeige der F.A.Z.
nach dem 26.06.1988. Die „letzten Dinge“ sind ein zu wichtiges Feld, um darüber im kreuz.net Telegrammstil
zu berichten. Wäre eigentlich ein gutes Thema für die nächste Bischofssynode; mal ein Wort in die Zeit
über die Ewigkeit; Beerdigung, Totenmessen, Ablässe, zu all den catholica wird in der Pastoral vernehmlich
geschwiegen. Dabei haben sich mitunter große Denker daran versucht, das purgatoire „modern“ zu denken
(und nicht mythisch-natiralistisch zu verfremden).
#38 Dr. Otterbeck 08:09:51 | Dienstag, 20. Juni 2006
Das richtige Tempo für die Kanonisation von Päpsten zeigt vermutlich der Fall Pius IX. (gest. 1878,
selig gesprochen 2000); er war der erste richtig populäre Papst, fast eine „Gründergestalt“ des modernen,
universalen Papsttums überhaupt, wurde als „zweiter Petrus“ verehrt (weil er mehr als 25 Jahre amtierte,
die „Jahre Petri“ sah). Weil ihm dogmatische Definitionen zuzuschreiben sind (1854, 1870) ist er völlig
unverdient zum Feindbild kurzatmig moderner Kräfte geworden. Seine Entscheidungen aber haben das Papsttum
vor einer „Tibetisierung“ bewahrt (Priesterkönig im Kirchenstaat) und den rasanten Wiederaufstieg im
20. Jh. erst ermöglicht. Verglichen mit den Gründerinnen zahlloser mediokrer Nonnenkongregationen, die
nicht selten die Beatifikation ihrer Mutter Sowieso recht gut finanzieren können, waren aber alle Päpste
des 20. Jh. „heiligmäßig“, jede Wette!
#36 Dr. Otterbeck 07:56:01 | Dienstag, 20. Juni 2006
Athanasius! Wir sind mit den Themen eigentlich „durch“; sehr lehrreich, das Ganze. Wenn es zu einer strukturellen
Lösung kommt (vermutlich wird FSSP aufgewertet), bin ich sofort einverstanden. Ich „bekämpfe“ nicht
die Freunde liturgischer Tradition, noch weniger konservative Theologie. Ich bin, solange ich denken kann,
vehementester Gegner jeder Erscheinungsform von Staatsreligion, von Teheran bis hin zum ZdK. Das ist das
Motiv, weswegen ich immer wieder davor warne, die Tradition naturalistisch-politisch zu deuten. In welchem
Umfang der einzelne Fromme von „rechts“ dieser Versuchung nachgibt, entzieht sich meiner Kenntnis; z.Zt.
würde ich v.l.n.r. die Liste aufstellen: Marcel, Athanasius, Regazzoni, Murx (um nur meine Hauptgegner
zu nennen). Wobei mir Marcel („großartig, herrlich“) eher ein Taktierer zu sein scheint, während Sie
existenziell kämpfen. T. Rex bzw. Karl X. haben sich in ein paar Polittheoremen verfangen, wobei Karl
X. rationaler vorgeht als der ästhetische Saurier aus der Schweiz.
In Jerusalem sagte der Papst am 5. Januar 1964: „Unser großer Vorgänger Pius XII. beschwor mit Nachdruck
und wiederholt im Verlaufe des letzten Weltkrieges den Frieden, und alle Welt weiß, was er zur Verteidigung
und für das Wohl aller, die in Not waren, ohne jeglichen Unterschied getan hat. Und dennoch, Sie wissen
es, hat man Verdächtigungen und sogar Anschuldigungen gegen diesen großen Oberhirten erhoben. Wir sind
glücklich, dass wir die Gelegenheit haben, an diesem Tag und an diesem Ort mit Nachdruck zu bestätigen:
Es gibt nichts Ungerechteres als diese Verletzung eines so verehrungswürdigen Angedenkens.“ G. Huber,
Paul VI, S. 210.
Le catholicisme est le vrai humanisme. Carlo: Es liegt mir fern, irgendwas zu „verkünden“. Ich versuche
noch, etwas Vernunft in diesen Diskurs zu bringen. Die Neue Messordnung für häretisch zu erklären ist
und bleibt widervernünftig, okkult. Auf diese Idee konnte man nur auf dem tiefsten Tiefstpunkt der Tradition
kommen. Wenige Jahre zuvor war man noch in ihr verankert, wenige Jahre später begann eine Rückbesinnung.
Den absolut falschen Begriff von Tradition konnte nur ein „demon de luxe“ erfinden, zum einzig möglichen
Zeitpunkt: Angetrieben durch die Zeit nach dem Mai 68 und vor dem Ende des Vietnamkriegs. Dieses Zeitfenster
hat Ihr Idol genutzt, um sein Imitat zu lancieren. Das ist historische Tatsache, kein Mythos.
#115 Dr. Otterbeck 11:56:05 | Samstag, 17. Juni 2006
Marcel, für Sie noch ein soeben gefundenes Montini-Zitat (ich forsche ja noch): Am 14.4.1964 sagte Paul
VI vor der Ital. Bischofskonferenz zum Zweck der Liturgiereform: „Ohne diese innere und äußere Wiederherstellung
gibt es keine Hoffnung, dass das religiöse Leben auf breiter Ebene inmitten der Umschichtung der heutigen
Lebensgewohnheiten überleben kann“ (Georg Huber, Paul VI, S. 196, Fn. 23). o^/ Die verschwindend geringe
Anzahl von SSPX-usern beweist es; und sie wäre noch viel geringer, stützte sich Ihr Club nicht auf „politique
d’abord“!
Bonjour Besten Dank für den Hinweis auf Imitatio Christi! Eben erst gesehen. Trotzdem hat die Redaktion
doch, in so konzentrierter Form, einen Überblick über ein „Weltbild“ zusammen getragen, dass man hier
doch dankbar begreift, welche Erscheinungsform von „Katholizismus“ die Konzilspäpste für alle Zukunft
verhindern wollten. Und es ist ihnen offenbar geglückt.
Die Angst vor der Sitte Dass die Religion bestimmte Funktionen abgibt an andere Insitutionen, Methusalix,
ist völlig in Ordnung. Teilsweise deuten Sie die Kleruskrise richtig als Autoritätsverlust in weltlichen
Dingen. Und viele „Reformer“ wollen gerade diesen wieder aufholen („Akzeptanz“ schaffen). Auf dem eigentlich
religiösen Gebiet gewinnt das moderne Konzept des kath. Priestertums erst allmählich Kontur. Konsequenterweise
hat die Society of Saint Pius X. (engl. Kürzel: SSPX) etwa 10 mal mehr Priester pro „Nutzern“ als die
Kirche; eine Überbesetzung der Offiziersränge wie in totalitären Armeen üblich. Ob dort aber die von
Ihnen erlebten Einmischungen noch so funktionieren, bezweifle ich. Denn in einer offenen Gesellschaft
müssen selbst Faschisten „werbend“ auftreten. Und wer nicht hören will, der kann gehen. Deshalb ist
der antirömische Hass und das politische Weltbild (unter Behauptung des Gegenteils) die eigentliche Klammer,
die diesen Verein noch zusammenhält.
Gotthard Nach der Doktrin der SSPX ist tatsächlich der Priester, der Soldat Christi, Dreh- und Angelpunkt
der Liturgie, wie in keltischen Opferritualen vorgezeichnet. Die Realpräsenz wird durch „Zauberspruch“
(deshalb die Aufregung um „Addai + Mari“) erzeugt, als magischer Sühneakt. Aus Unverstand für die Übernatur
ist man „rechts“ aus dem Schifflein Petri ausgestiegen und hat einen neuen Kult eingeführt, mit dem tridentinischen
zum Verwechseln ähnlich, aber im Kern doch ganz anders. Sonst könnte man auch gar nicht zu dem Fazit
kommen, der NOM sei häretisch (und alle „Staaten“, die sich zu den Menschenrechten bekennen, auf dem
Weg zur Hölle; so Lefebvre am 1.11.1990 in Econe).
Die Angst vor der Sitte Richtig ist aber, Methusalix, dass „man“ heute eine bestimmte selektive Wertung
der Weltgeschichte serviert bekommt: Da war mal das fröhliche Heidentum. Dann kam die Kirche mit ihrer
Inquisition, aber wegen Galilei haben die sich gottlob für alle Zeiten diskreditiert; und wir wagen zu
wissen! Im Vergleich bspw. zu Kaiser Wilhelm II. („Das Automobil hat keine Zukunft. Ich setze aufs Pferd.“)
hat das Hl. Offizium (das G. verurteilte; und er unterwarf sich) aber relativ selten verfänglich prognostiziert
(nämlich nachweislich nur dieses 1 Mal).
„allein selig machend“ Wer a priori konstatiert, kein Glaube mache selig, hat insoweit Recht als die persönliche
Überzeugung niemanden „rettet“. Die Rettung müsste schon objektiv, von außen kommen, um wirksam zu
sein. Das ist die Prämisse jedweder Offenbarung. Wenn Gott „rettet“, handelt es sich nicht um meine Überzeugung,
sondern um seine Tat. Der Absolutheitsanspruch ist nur dort logisch zu rechtfertigen, wo die Absolution
durch den Absoluten Begriff erfolgt; beispielsweise an jenem 9.4.30 zu Jerusalem. Sollte Ostern wahr sein,
wäre nicht jede Religion gleich. Denn diese wäre eine persönliche Tat, keine Weltanschauung. Nur die
Rettungstat ist selig machend, die wirklich rettet. Das Ereignis durchkreuzt nämlich die Verfügungsgewalt
pluraler Subjekte über das, was dieser oder jener über Gott so Nettes denkt. Warten wir’s ab.
Dios y audacia Lassen wir doch zu diesem Thema mal einen Papst zu Wort kommen: Es „…ist in dieser unserer
Zeit entstanden als lebendiger Ausdruck der immerwährenden Jugend der Kirche. Wir schätzen den feurigen
Eifer für die Seelen, der es anspornt auf den steilen und schwierigen Pfaden eines Apostolates der Präsenz
und des Zeugnisses in allen Bereichen des heutigen Lebens“ (Paul VI. 1964 über Opus Dei).
Evangelium und Kirche Der berühmte Ausspruch von Loisy (ja, der Modernist): „Jesus hat das Reich Gottes
verkündet. Gekommen ist die Kirche.“ War von ihm noch positiv gemeint, sozusagen: „Immerhin etwas…“
Wer aber den katholischen Anspruch bewerten will, müsste schon das Selbstverständnis der Kirche konsultieren.
Sogar das „Immerhin…“ wäre nur mit Einfluss schwach erklärt.
Ralf B. Ihre Gegner GLAUBEN tatsächlich an das Führerprinzip und identifizieren (entsprechend der von
Maurras vorgegebenen Linie der „romanité“) das Papsttum damit; der darin eingeschlossene Naturalismus
zeigt sich daran, dass sie tatsächlich kirchliche Geschehen in Taktik und Verschwörung auflösen und
die absurdeste Hypothese noch immer glaubwürdiger ist als die schlichte Wahrheit: Gott wollte das Konzil,
Gott wollte die Liturgiereform und Gott will die Selbstkorrektur der Kirche, die einen fruchtbaren Dialog
mit der modernen Welt eröffnet. „Dieu le veut.“ In Wahrheit KANN kein einzelner Papst eine Despotie über
1,1 Mrd. Gewissen errichten, 440.000 Priester zu einer uniformen Liturgie zwingen und im Alleingang dafür
sorgen, dass keine einzige Abtreibung mehr auf diesem Planeten geschieht (und auch kein Ladendiebstahl).
Die SSPX entwickelt ein ahistorisches Bild vom Papsttum, dem eine virtuelle Omnipotenz zuerkannt wird,
die sich weder Stalin noch Khomeini beigemessen haben. DIESEM virtuellen Papsttum würde man gehorchen,
sagt man, um dem wirklichen Gehorsam zu entrinnen.
Graf von Galen Sie interpretieren das „alleinseligmachend“ zu machend: Eben wie der vom Hl. Offizium 1949
verurteilte Leonard Feeney S.J. Das „implizite Votum“ ist (vor- wie nachkonziliar) weiter gefasst. Wie
gesagt: Extra „Ecclesia“ ist so zu verstehen, wie die Kirche selbst „die Kirche“ lehrt, nicht wie Privatmeinungen
(Lefebvre, Guerard) sie sehen.
#24 Dr. Otterbeck 11:42:11 | Mittwoch, 14. Juni 2006
aggiornamento heißt eben nicht, dass man die Fahne, statt sie rechts aus dem Fenster zu hängen, jetzt
links aus dem Fenster hängt. (Im vorkonziliaren Spektrum war CSU = links.) Richtig ist, Gotthard, dass
lt. Konzil „der Laie“ auch was ZU SAGEN hat, nicht nur zu hören. Aber eben nicht anstatt des Klerus,
sondern zusammen mit ihm im Dialog, auch im Dialog mit denen „draußen“, nicht als Aufstand der Kommune,
sondern als Arbeitsgemeinschaft in der Welt von heute. Aber das ist nunmal Arbeit und nicht nur Umdekorieren.
Kein neues Logo, Logos!
Fürsterzbischof Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hans Maier (CSU) Anstatt sich länger mit Erzbischöfen aufzuhalten,
die Paul VI. von der Fahne gegangen sind, hätte ich von der Redaktion eigentlich eine Rezension des neuesten,
bei Herder erschienen Buchs von H. Maier zur Demokratie in der Kirche erwartet. Das sind nämlich die
Leute, denen wir die hirnrissige Gleichsetzung von Konzil und 1789 verdanken: „Das Laientum verkörpert
die bürgerliche Gesellschaft in der Kirche“ etc. etc. etc.
#43 Dr. Otterbeck 11:17:56 | Mittwoch, 14. Juni 2006
Methusalix Das aggiornamento des guten Papstes Johannes richtig zu verstehen, das ist tatsächlich das
große Problem der nachkonziliaren Krise. Und ich gebe Ihnen zu, dass eine auf schlichte Autorität gestützte
Kirchlichkeit keine Chance mehr hat. Der große Mut des Papstes Johannes, und das ist unumkehrbar, besteht
darin, auf den freien Willen zu setzen, auf den guten Willen. Und einer Verwechslung der Religion mit
„Rechtspolitik“ für alle Zukunft die Legitimation zu entziehen. Dieses Fazit wurde allerdings insb. durch
Pius XI. und Pius XII. bereits vorbereitet, so dass ein so eklatanter Bruch, den die Rechte unter Adoption
einer „linken“ These wahrnimmt, nur aufgrund selbstgefälschter Statistiken verifizierbar ist. Die Tragödie
besteht darin, dass das Konzil es nicht legitimiert, Kirche statt mit rechter Politik mit linker Politik
zu identifizieren. Es müsste darum gehen, das ganze politisierende (naturalistische) Hickhack zu überwinden,
um zu den wirklich wichtigen Fragen zu kommen.
P. Prosinger hätte Karl X. vor der Julirevolution 1830 bewahren können. Aber der Erkenntnisfortschritt
hinsichtlich der Differenz zwischen Dogma und Gesellschaftslehre war leider vor der näheren Entwicklung
zweiterer noch nicht so weit, dass ein P. Prosinger schon bereit war. Und kommen Sie mir jetzt nicht mit
Prosinger=Lamennais, Murx!
#48 Dr. Otterbeck 09:58:31 | Dienstag, 13. Juni 2006
(stat crux) Freut mich sehr! Lumen eccelsia ist übrigens über Thomas von Aquin; im Kreuzforum schreibt
der Vetter aus Dingsda gerade von einer „Zerstörung der Neuscholastik“ durch „V 2“. Diese Geheimwaffe
hat aber die Kathedrale gerettet ?:)
#25 Dr. Otterbeck 09:45:55 | Dienstag, 13. Juni 2006
Problem bei der Weitergabe des Lebens ist wohl, dass es so freiwillig nicht weitergegeben wird, wen man
sich z.B. auf den Standpunkt der anglikanischen Lambeth-Konferenz von 1930 stellt (der sich im Protestantismus
durchgesetzt hat): Die „Hochherzigkeit“ der Menschen ist nicht so hochherzig zu veranschlagen, dass eine
allgemeine „Freundlichkeit“ gegenüber potentiellem Nachwuchs für genug Nachwuchs sorgt. Deshalb gab
es keine andere Wahl als jeden arglistigen Kontrollakt zu missbilligen. Dass die Kontrolle dennoch praktiziert
würde, war auch Paul VI. klar. Denn so waren die Menschen von Adam an. Aber „ethisch“ hat er den Fall
gerade deshalb richtig entschieden.
#38 Dr. Otterbeck 09:21:24 | Dienstag, 13. Juni 2006
Bosheit ist bei den mit „Extra Ecclesia…“ gemeinten Adressaten ja gerade das Problem. Wer guten Willens
nicht versteht, nicht glaubt, nicht „folgen“ kann, bei dem ist auch nichts zu erzwingen. Ein Problem des
Dialogs bleibt aber die katholischerseits geltendgemachte „Überlegenheit“ (Wahrheitsanspruch), die manche,
um nett zu sein, ein bisschen verstecken, andere, um erst recht boshaft zu sein, besonders überstrapazieren.
Die Kirche hat die Grenzen ihrer selbst nie auf die lebenden Inhaber des „Mitgliedsausweises“ eingeschränkt,
gerade weil sie sich mit dem übernatürlichen Mysterium der Einheit in Christus identifiziert. Komplizierte
Materie, aber wohl der Kernpunkt des ganzen Hickhacks auf kreuz.net.
#34 Dr. Otterbeck 07:45:11 | Dienstag, 13. Juni 2006
DDL: Die „Heilsnotwendigkeit“ der Kirche ist, anders als hier von den Heiligen Drei Königstreuen (Ath.,
KM, CR) gelehrt, keine bloße Disziplinvorschrift, die nach innen die Arkandisziplin konfirmiert, indem
Mauern gegenüber Andersdenkenden errichtet werden. Das hat das Hl. Offizium, dem Marcel so nachtrauert
(obwohl. gäbe es das noch in der „klassischen“ Form, hätte man in Rom weniger Geduld mit Lefebvre gezeigt),
bereits 1949 explizit festgehalten (gegen Feeney, „implizites Votum“), mitunterzeichnet durch Assessor
Ottaviani. Man könnte also sagen: wahre Religion, Gewissheit mittels der sakramental verfassten Kirche;
wer diese Gewissheit mutwillig preisgibt, der gefährdet sich. Das ist keine Tautologie, aber das Mysterium
des Dogmas besteht ja darin, dass es immer wieder zu überraschend schlichten Einsichten führt, je mehr
man davon kapiert: „Gott gibt es.“
„Häresie wo keine Häresie ist“ Dass Ihr alle nicht von der Polizei verfolgt werdet, ist vor allem der
Kirche zu verdanken, die in DH eingesehen hat keine Privilegien im Staat mehr zu beanspruchen. Denn im
„katholischen Staat“ darf noch lange nicht jeder selbsternannte Inquisitor öffentliche Reden führen
wie Eure. Euer großes Idol ist der lebendige Beweis dafür gewesen, dass die Selbstkorrektur „V 2“ ernst
gemeint ist. Und Bestand hat. Aber ihr seht liebert Häresie, wo keine Häresie ist, nur um nicht Gehorsam
üben zu müssen gegenüber der Kirche in der Welt von heute.
Sakrament, Interzession, Ablass, alles wahr, alles gerecht: „Bitte für uns, jetzt, und in der Stunde
unseres Todes.“ Das ist die Kurzformel des Katholizismus, Heiligung der Zeit.
Somit hat Ratzinger doch die Wahrheit gesagt, als er zurückwies, die Kirche müsse bekennen, dass sie
selbst das sei, was sie Sünde nenne, während die Sünde das sei, was sie Erlösung nenne.
Das erinnert mich an eine Juristin, die mehrere hundert Seiten schrieb, um nachzuweisen, dass die BGH-Rechtsprechung
(„Kind kein Schaden“) falsch sei; was einen Kollegin zu der bösen Bemerkung motivierte: Die hat wohl
abgetrieben.
Wie Sie weiter unten lesen können, Frau Antichrist, ist mir die Kleruskrise vollauf bewusst. Die Diskrepanz
zwischen Ideal und Realität war in Europa und Nordamerika wohl noch nie so eklatant. Die Ursache sehen
viele aber in der Unfähigkeit der Hierarchie, vor 1933, hinreichend präzise zwischen geistlicher (evangelischer)
Autorität und bloßer Gehorsamkeit zu differenzieren. Der Lernprozess ist für die Kirche krisenbehaftet,
aber sie hat ihre Lektion 1962-1965 bei weitem gründlicher „gelernt“ als sämtliche politischen Entitäten
Europas.
Roncalli, ein großer Verehrer Pius X., sah im Werk des Hl. Josefmaria eine große Innovation, während
er Lefebvre von seinem Amt in Afrika weglotste (mit Rücksicht auf de Gaulle). Papst Johannes war also
zur Unterscheidung der Charismen fähig und in der Lage, Guntram!
Der katholische Priester ist die vielleicht stärkste Provokation der modernen Mentalität, aber zugleich
ein attraktiver Gegenentwurf (siehe: die beliebten Fernsehserien); aber „Unterdrücker“? Niemals.
Zu früh gefreut, Superstar: Der Integralismus wird zwar kaum je zu einer relevanten Größenordnung,
aber „Mode“ kann das durchaus werden, ganz im Stil der materisalkistischen Religiosität mit der sich
satte Wohlstanbsbürger auch in anderen Erscheinungsformen aufladen (Esoterik, Okkultismus). Aber da Sie
offenbar nicht differenzieren können und alles für „Terror“ halten, was die Sünde beim Namen nennt,
muss man Ihnen da wohl freien Lauf Ihrer Gedanken lassen. Es käme auf echtes Priestertum an!
Privatsphäre Da kommen wir der Wahrheit schon näher. Warum hat das Konzil die vorkonziliare Krise nicht
gestoppt, sondern zur Verschärfung beigetragen? Weil das „Priesterbild“ viel tiefgreifender unterspült
war als selbst Lefebvre 1966 an Ottaviani berichtete. Und zum Priestertum trifft das Konzil die schwächsten
Aussagen. Hier fehlt bisher eine Rezeption der von Montini (bereits vor 1963) konzipierten priesterlichen
Berufung „heute“. Wahrscheinlich hat Escriva hier zunächst als einziger die richtige Zuordnung vom Zeugnis
des Laien und der modernen priesterlichen Berufung erkannt. Verschwörungstheorien à la Marcellinus (im
kreuzforum) greifen doch viel zu kurz, weil sie, obzwar antimodern, doch naturalistisch argumentieren.
Die Berührungsängste, Methusalix, der erzreaktionären Katholiken mit der braunen Pest des Laizismus
sind überaus ausgeprägt gewesen. Gerade die erzreaktionären Katholiken haben der „Modernität“, die
sich Hitlerbewegung nannte, am ehesten widerstanden. Schon Nuntius Pacelli misstraute den deutschen „Staatsbischöfen“
und hat 1946 drei „Reaktionäre“ zu dt. Kardinälen erhoben. Einer dieser „Reaktionäre“, Kardinal Frings,
hat übrigens Ratzinger nach Rom mitgebracht. Und wegen der lückenlos „reaktionären“ Haltung wird dieser
ja von selbsternannten Inquisitoren der SSPX andernorts der Häresie bezichtigt. Die SSPX wird sich wegen
des braunen Themas vermutlich demnächst in einen gallikanisch-agnostischen und einen josephinistisch-germanischen
Zweig aufspalten müssen, weil sie ja von der Politik nicht lassen kann (unter Behauptung des Gegenteils).
Guntram: Nennen Sie mir eine einzige Predigt, einen einzigen Text aus SSPX-Kreisen, der ohne politische
Seitenhiebe auskommt. Der Phantomschmerz wegen des Juli 1830 ist einfach zu dominant; cf. die letzte Predigt
Lefebvres vom 01.11.1990: Demnach habe die Menschenrechtserklärung den Atheismus erzeugt und alle darin
befangenen Staaten (!) sind auf dem Weg zur Hölle. Selbstverständlich hält sich die „Bewegung“ für
religiös, aber sie ist naturalistisch in tridentischen Gewändern. Anders lassen sich die hirnrissigen
Spekulationen, das Konzil beruhe auf Verschwörungen, Putsch etc. gar nicht plausibel machen. Abfall von
der Tradition im Namen der Tradition, das war vor Mai 68 unausdenkbar. Die SSPX ist ein illegtimes Kind
der Studentenrevolte. Ohne deren Vorspiel nicht diese Reaktion. Dieser völlig falsche Traditionsbegriff
ist in den 1970ern geboren und war zuvor und danach weder denkbar noch durchsetzbar, „da qualche fessura…“
Karl X. sel. Anged. Nachf.: Der HERR sagt „folge mir nach“. Das Flugzeug hat abgehoben. Und Karl X. war
plötzlich machtlos. „Wir werden den Herrn noch sans Culottes sehen“ (sorry, bei Wehner entlehnt, der
sich so ähnlich über Ludwig Erhard äußerte, 1965, nicht 1830).
Karl X. sel. Anged. Nachf. hat mittlerweile andernorts offen bekannt, Athanasius, dass die SSPX „Ratzinger“
für einen falschen Propheten hält. Entnehmen Sie das den Malachias.Weissagungen oder dem Echten Dritten
Geheimnis Von Fatima oder doch den Protokollen der Weisen von Zion?
Stimmt es eigentlich, dass es von der Audienz von Karl Rahner bei Papst Johannes Paul II. nur deshalb
kein Foto gibt, weil sich Rahner (entgegen dem IV. Gelübde der Jesuiten) weigerte, in priesterlicher
Kleidung beim Papst zu erscheinen?
Auch wer erkannt hat, dass das Papsttum der eigentliche Sieger der frz. Revolution war, darf darauf hinweisen,
dass allein das republikanische Terrorjahr 1793 mehr Todesopfer „gekostet“ hat als Inquisition und Hexenwahn
zusammengenommen.
Karl X. hat kurz vor der Julirevolution sicherlich auch gesagt: „Ich habe kein Problem“. Wer aber de Gaulle
für einen Linksradikalen hält, der hat ein Problem. Der Mai 68 hat sich doch spätestens mit Assisi
86 erübrigt.
Eine Menge Fragezeichen geblieben: Neulich fragte ich einen Theologen, ob denn die Bonner Professoren
irgendeinen „Leidensdruck“ spüren, dass ihr Fach ausstirbt. Keineswegs. Einer sagte sogar: Gut, dann
sind wir nur noch eine Forschungsfakultät. Sehr forsch, aber der Staat bezahlt es!
Meinungsfreiheit Zum Integralismus wäre noch manches zu sagen, wozu hier der Platz fehlt. In einem gewissen
Sinne ist es sogar eine „wissenschaftliche Erleichterung“, dass dieses Weltbild auf kreuz.net zu prägnant
zu studieren ist. Die Tragweite von Dignitatis humanae haben die Konzilsväter vielleicht noch gar nicht
richtig erkannt. Erst der Terror der Gegner und das Pontifikat Johannes Paul II. haben verdeutlicht, dass
diese Selbstkorrektur (ohne dogmatischen Relativismus) überfällig war, zur Vorbereitung des III. Jahrtausends
n.Chr. Die Anfänge desselben erleben zu dürfen, das ist ein besonderes Glück.
Dr. jur. sind Sie jedenfalls nicht, sonst käme diese „Interpretation“ der Meinungsfreiheit Ihnen nicht
in den Sinn. Aber, trösten Sie sich: Ich bin nicht Vordenker der Kirche, sondern nur Nachbeter. Die Integration
von Identität und Erneuerung hat gedanklich J.H. Newman vorbereitet, von dem Pius XII. zu Guitton sagte:
„Seien Sie sicher, Newman wird eines Tages Kirchenlehrer sein.“ Das sind die Vordenker!
Selbst 1000 Opfer der Inquisition wären 1000 zu viel gewesen. Aber, Pünktchen, Ihre Beiträge sind ein
wohltuender Kontrast zu vielen anderen hier. Kompliment!
Prof. Dr. Dr. h.c. Sie hätten unter a.c. nicht schreiben dürfen „linkstotalitär“, denn die Extreme
Rechte benutzt den Begriff totalitär nicht als Oberbegriff. Gruß Dr. Dr. h.c. stat crux
Der Existenzialismus ist kein Humanismus, aber der Integralismus ist ein Naturalismus. Gucke ich mir so
ein Bildchen „nur so“ an, verharre ich auf der natürlichen Ebene, gucke ich es an, um mich über die
Unmoral zu erregen, erklimme ich die übernatürliche Ebene? Weit gefehlt. Aber im Kreuzforum schrieb
jemand über das Heft „Kinderkreuzzug“, dieses sei „übernatürlich“ (und deshalb gratis). Diese fromme
Denkungsart verflacht die dreidimensionale Welt zu einer Scheibe. Daran ändert sich auch nichts, wenn
ich diese „Sankt Scheibe“ nenne. Scheibenhonig.
kreuz.net ist ein kirchenfeindliches Publikationsorgan. Schwarzweißrot! Schon Adenauer verlangte von
Kardinal Faulhaber, dass beim Müncher Katholikentag 1922 schwarzrotgold geflaggt werden müsse. So alt
ist des hier zelebrierten Konfliktes deutsche Variante.
Schon in der Schule lehrte man uns, dass die Bevölkerungspyramide umkippt: Lücken durch Kriege und Inflation
etc. Aus der Pyramide wird erst ein Baum, dann eine „Urne“ (erklärte der Lehrer, sozusagen A: H: V).
Ein Schüler kommentierte die Bevölkerungsurne: „Im Anfang die Abtreibung, am Ende die Euthanasie.“ Schöne
neue Welt! Ich las daraufhin Humanae Vitae Zeile für Zeile und irritierte Verwandte und Freunde, indem
ich immer wieder insistierte: Paul VI. hat die Wahrheit gesagt. Jetzt sieht es sogar Helmut Schmidt ein,
der 1980 noch stolz war, beim Deutschlandbesuch dem Papst seinen Dissens vorzutragen.
discretio spirituum Manchmal vermittelt kreuz.net noch Einsichten! Der springende Punkt ist die „Julirevolution“
1830. Die action francaise (der Lefebvres Vater nahestand) wollte das Unglück wiedergutmachen und scheiterte
damit. Die kath. Soziallehre war im 19. Jh. noch unterentwickelt. Im Syllabus muss also der dogmatische
Kerngehalt von der zeitbedingten Mentalität sorgfältiger unterschieden werden. Pius IX. hat keinen Grundriss
einer kath. Weltordnung vorgelegt. Er wendet sich aus religiösen Motiven gegen den totalen Staat, dessen
erste Erscheinungsformen er im wesentlichen richtig erkannt hat. Uns muss die Schnelligkeit des kirchlichen
Lehramts überraschen: Schon im Jahr nach dem Tod Hegels (1831) hat Gregor XVI. jedwedem Totalitarismus
den Boden entzogen. Man hält sich zu sehr bei der Mentalität auf, die Kernaussage der Intransigenz aber
ist: Die Kirche lehnt den totalen Staat ab! Und das hat V 2 dann näher entfaltet. Mit etwas Arbeit kriegen
wir eine fast gerade Linie hin.
Karl X. hat nunmal versagt. Damit ist der „Katholizismus“, den Karl Murx und Carlo Rex lehren, seit 1830
untergegangen. (Vierzig Jahre vor V 1 war die „Tradition“ schon tot!) Es hat Gott dem Allmächtigen eben
nicht gefallen, den legitimen Herrscher vor der Verschwörung der „Freimaurerei“ zu retten. Diesen Unfall
der frz. Tradiweltgeschichte kann man nicht nachträglich den Päpsten und Konzilien als Straftat unterjubeln.
Diese Logik führt in den Sumpf. Ihr beschwert Euch über 1789, gemeint ist aber 1830: „Sie haben ihn
entthront!“ Wer? Wen? Nuntius Roncalli hatte kein Problem damit, auf dem Kissen des Königs niederzuknien,
als er aus der Hand des frz. Staatspräsidenten Auriol das Kardinalsbirett empfing. Und zu Herriot sagte
er: „Uns trennt doch nur die Politik. Das ist zu wenig.“ Solches Verhalten soll strafwürdig sein? Wo
steht das im CIC 1917? Oder im Code Napoleon??
Adenauer könnte in diesem Fall unterschätzt haben, dass die Reformation nicht nur eunbe theologisch-dogmatische
Seite hat, sondern auch eine staatskirchenrechtliche (mind. bis 1918). Das nähme auch dem vernünftigsten
Mann die Führung des Projekts aus der Hand. Gott aber ist weder Sein noch Zeit, sondern beider Gott,
und. führt
„All die Nachrichten, welche glaubenslose Blätter unter Mithilfe intrigierender Diplomaten über die
angebliche Uneinigkeit der Väter untereinander und mit dem Papste in die Welt sandten, waren erdichtet,
in der Absicht, das Ansehen des Konzils zu untergraben, die guten Absichten des Hl. Vaters zu verdächtigen,
gegen die Beschlüsse des Konzils Misstrauen zu erwecken. Es war die Wut der Hölle, die sich vor der
hier drohenden Gefahr aufbäumte. Doch nichts konnte den von Jesus Christus beschützten Gang der Konzilsarbeiten
aufhalten.“ Joseph Blum, Das Leben des hl. Vaters Papst Pius IX. Ein Volksbuch, Einsiedeln u.a. 1876,
S. 170.
Intransigenz Wir werden den Konflikt um Integralismus oder nicht, naturalistische „Königs“herrschaft
Christi oder übernatürliche, wohl kaum beilegen können, wenn sich der „traditionelle“ Protest eine
derartige Deutungshoheit über sämtliche Dokumente beimißt. Es muss notwendige Intransigenz von veränderlicher
unterschieden werden und die Unterscheidung leistet das kirchliche Amt, weder die Theologie aus eigenem
Recht noch die Tradition allein; so wird „Don Camillo“ das auch sehen. Sie nennen ihn deshalb den größten
Feind? Sind da Steigerungen überhaupt noch möglich?
Untermieter Kleine Ergänzung, Konrad: Mir ist erzählt worden, dass Kard. Lehmann, am Tag, als der Papst
vor dem Gnadenbild von Jasna Gora betete, seinerseits einen Kniefall am Grabe Heideggers vollzogen habe.
Hiergegen kämpft „die Tradition“ mit Fug und Recht. Denn die Erhebung der „Demokratie“ zum Dogma ist
mit der Tradition unvereinbar (cf. Leo XIII, Graves de communi re).
Hallo, Catharina, könnte doch sein, dass die Kreuznettschreiber sich verstärkt in den Geschlossenen
Foren bewegen (bzw. im halboffenem „Vollzug“) und das „einfache Volk“ hier nur noch mit schnell zusammen
geschriebenen Texten bedienen? Dann ist der Spuk wohl bald vorbei.
Die „Glaubensregeln“, die Montini angeblich verletzt hat, sind allesamt Fragen der Position des kirchlichen
Amtes gegenüber der Politik. Der Vater des Papstes war bekanntlich Christdemokrat. Das genügte zu jener
Zeit, um bei faschistoiden Seilschaften der Kurie (vulgo „antikommunistische“ Kräfte) in Misskredit zu
geraten. Dem Jesuiten Gundlach wird ja sogar nachgesagt, wenn er einen liquidieren dürfe, dann solle
das Montini sein. Der Groll der Gegner saß so tief, dass noch bis heute die Deutung kolportiert wird,
Pius XII. habe seinen engsten Mitarbeiter fallen gelassen. Sehr viel spricht aber dafür, dass Pacelli
wusste, dass eine Selbstkorrektur der Kirche nötig sein werde. „Ich bin der letzte, der das alles so
zusammen hält“, meint Congar, werde von Pius XII. berichtet. Es ist aber üblich, dass Päpste manchen
Komplex dem Nachfolger hinterlassen. Pius XI. hatte noch erkannt, dass die Ecole biblique rehabilitiert
werden müsse, überließ das aber dem Nachfolger. Pius XII. überließ die notwendige Korrektur angesichts
der neuen Lage (Ungarn 1956) bewusst seinen Nachfolgern. Die Kirche musste die Geiselhaft des „Antikommunismus“
hinter sich lassen, um den Triumph über den Kommunismus vorzubereiten. In diesem Sinne war „Ostpolitik“
nötig, nicht im Sinne dogmatischer Konzessionen.
„Judas- äh Petrusbruderschaft??“ Was ist denn das für ein Denken? Petrus heute sei Judas?? Weil die
Päpste das ancien regime „verraten“ haben? Genau das meinte Paul VI. am 11.10.1976 mit dem „absolut falschen“
Begriff von Tradition, den die SSPX in der Kirche einführen wolle. Eine Lehrverurteilung zielt darauf,
bestimmte Lehren, die zu bestimmten Zeiten vorgetragen wurden, zu verurteilen. Die Zensuren des Syllabus
weisen bestimmte Lehrsätze zurück, aber sie lehren nicht das „Gegenteil“. Wer jeweils den Gegen-Satz
bildet, leitet die Lehre aus den Urteilen über die Irrlehre her, anstatt aus der Tradition selbst. Das
führt auf den Holzweg. Wenn ich den Satz verurteile „MK28“ dann lehre ich weder „Anti-MK28“ noch „KM82“.
Der Syllabus ist KEIN antikommunistisches Manifest und auch kein kommunistisches Antimanifest. Er ist
eine Zusammenstellung von Zeitirrtümern. Die Kirche KANN ihre Identität nicht allein auf einen Gegenentwurf
zu den Syllabus-Sätzen 15-18 und 77-80 stützen, weil sie die Braut Christi ist, des Königs, dessen
Herrschaft übernatürlichen Charakters ist, also weder der Stütze durch ein Regime bedarf noch durch
ein Regime gestützt werden kann. Diesbezüglich hat die Kirche dazugelernt aus den Erfahrungen des 20.
Jh. und diese „Lektion“ lernen müssen. Gott will es.
Religionsfreiheit Der Vatikanstaat braucht die Menschenrechtscharta nicht zu unterschreiben, da er ein
Staatswesen sui generis ist. Der Heilige Stuhl kann die Charta nicht unterschreiben, weil er kein Staat
ist. Völkerrechtlich anerkannt ist der Heilige Stuhl. Die Staaten pflegen keine Beziehungen mit dem Vatikanstaat.
Der kleinstmögliche Staat ist nur das unbedingte Minimum, um dem Papsttum eine unabhängige Existenz
zu ermöglichen. Denn der Papst kann unmöglich Untertan eines anderen Souveräns sein. Souverän ist
aber der Papst selber, nicht sein Staat. Die Religionsfreiheit im Vatikanstaat beschränkt sich daher
vermutlich auf das „Recht auf Auswanderung“. Aber diese Ausnahme von DH ist wohl plausibel begründet.
Das Buch von Rhonheimer kann ich, wie Konrad, auch empfehlen.
Herz Jesu Turk, Schüttel: Vorschlag zur Güte! Jeder von beiden schreibt noch was zur Herz-Jesu-Verehrung.
Dazu war nämlich auch was in den Kreuzmeldungen oben. Gruß Dr. Otterbeck
Wer die aberwitzige Mallerais-Predigt aus Zaitzkofen (Juni 2005) gründlich studiert, der ahnt schon,
was die da unter „Opfer“ verstehen. Eine gnadenlose „Heilsmechanik“, ohne jedes Erbarmen, verzweckt zur
Zuchtrute zugunsten der Arkandisziplin der „Bruderschaft“. Wes Geistes Kind! Die Hingabe Jesu hingegen:
Ein jüdisches Geschenk.
Wer die Menschenrechte so beliebig interpretiert wie „Franziskus“, der bietet den Feinden der Menschenrechtsidee
weitere Munition. Etwas mehr Differenzierung, bitte! Der von Papst Johannes XXIII. und Papst Paul VI.
und dem Konzil vertretene Menschenrechtsanspruch stellt eine ergänzende Selbstkorrektur der christlichen
Gesellschaftslehre (begr. 1891 durch Leo XIII.) dar, keine Allerweltsideologie, die gegen Religion und
Evangelium umgemünzt werden kann.
Genau das, Gotthard, wollte Dr. Heger hören. Ich erwarte von dort noch deutlichere Zustimmung zu den
Mallerais-Thesen über die zugleich deutsch-idealistische UND projüdische Philosophie des Papstes (cf.
April-Interview, Remnant).
Mir fehlt das frz. Original, in der mir vorliegenden Übersetzung heißt es: „Die einzige Haltung, die
der Treue zur Kirche und zum katholischen Bekenntnis und unserem Heil entspricht, ist die entschiedene
Weigerung, diese Reform anzunehmen.“ Und zuvor hatte Ihr Idol im Bekenntnis vom 21.11.1974 den Hl. Paulus
angeführt (Gal 1,8); „…der sei verflucht“ (mit Seitenblick auf Papst Paul VI.); wenn es eine mildere
Lesart gibt, unterrichten Sie mich: Ich lese darin den Bannfluch eines einzelnen Titualarbischofs gegen
den Papst und das Konzil. Gottlob aber hat sich die totalitäre Versuchung, der Ihr Idol nicht zu widersagen
vermochte, nicht weiter in der Kirche ausgebreitet als unter jenen rd. 500 Klerikern, die dieser antikatholischen
Denkungsart frommen. Aber gut: hätten Sie Argumente, würde ich darauf eingehen können.
„Baron Eckstein bemerkte bereits zur Zeit der RESTAURATION: ‘Wenn man sagt: Freimaurer, Revolution, so
glaubt man damit schon dem gesunden Menschenverstand Genüge getan und die gesamte Geschichte erklärt
zu haben.’“ (Congar, der Fall Lefebvre, Freiburg u.a. 1977, S. 137, Fn. 13.) Dr. Heger, Sie überspringen
den Dissens, den die „Glaubenserklärung“ Lefebvres vom 21.11.1974 markierte: Dort wurde quasi jedem Zelebranten
des NOM mit der Hölle gedroht. Das kann kein Papst unbeantwortet lassen.
Karl Murx, alter Witzbold, jetzt erst kapiere ich, dass Du mit „Karl Murx“ wohl Karol Wojtyla meinst!
Haha! W. statt M. = „franc-mason“-church. Auweia!
Liebe Lukrecia, obwohl gelegentlich hier zu Gast, haben Sie sich die redaktionelle Linie von kreuz.net
vielleicht noch nicht klar zusammengereimt: Hier wird „katholisch“ gleichgesetzt mit einer Mischung aus
Bruchstücken der Tradition (Mundkommunion etwa) und einem klaren politischen Profil. Irgendwo ist ja
auch die KVP der Schweiz mit einem Inserat vertreten. Die Frage, inwieweit man nachkonziliar politisch
„rechts“ stehen darf als Katholik ist aber eine andere als die Behauptung, dass man „rechts“ stehen muss.
Und was noch mehr verwirrt: Viele politisch Konservative vertreten durchaus „antikatholische“ religiöse
Positionen. Somit sollte man Berichte über eine Handkommunion in Polen nicht als Signal für den Untergang
nun auch des östlichen Abendlandes werten.
Nachkonziliare Messer! Sorry, weiter unten meinte ich ausnahmsweise nicht „Messe“ sondern „Messer“. „Ins
Messer laufen…“ Niemand hat gründlicher dargestellt als Exz. Lefebvre in seinem Brief an Ottaviani
1966, dass er die „Schuld“ an den Ergebnissen des Konzils der Vorkonzilszeit zuordnet. Übrigens hat derselbe
schon damals, richtig, eine schwindende Klarheit der Priester über ihren Beruf analysiert. Vor vierzig
Jahren! Zusammen MIT ROM hätte er ein tridentinisches Seminar weiter betreiben können, um das Konzil
kritisch im Licht der Tradition zu rezipieren. Die Revolte aber, SEIN Bruch mit jedweder Tradition, ist
überhaupt nicht zu rechtfertigen, da die Katholiken dem Konzil insgesamt Gehorsam schulden.
Erstmals muss ich, nach heutiger Durchsicht der Alt-Artikel, der kreuz.net Redaktion doch einmal Dank
sagen für die viele, viele Arbeit. Es sind doch reichlich Informationen zusammengetragen! Die Selektion
ist zwar konzentriert auf ein skurriles Zwölf-Punkte-Programm zur Rettung des Abendlandes, 1. Papst Marcellus
III. 2. Allgemeine Freigabe des Missale von 1570 3. Strafbarkeit der Abtreibung 4. Strafbarkeit der Sodomie
5. Strafbarkeit der Ehescheidung 6. Strafbarkeit der Geburtenkontrolle 7. Strafbarkeit des freien Kondomhandels
8. Strafbarkeit des freien Handels mit Kontrazeptiva 9. Strafbarkeit des Handels mit häretischer Literatur
10. Strafbarkeit der Lektüre häretischer Literatur 11. Zensur des Kinos und der Medien 12. Straffreiheit
der Volksverhetzung, aber abgesehen von der Verbreitung dieser Zeitirrtümer, die allesamt auf einer Fehlinterpretation
des Syllabus von 1864 beruhen, hat die Redaktion doch sehr, sehr viel Arbeit geleistet. Das muss man auch
mal anerkennen.
Seit wann wird man denn als enttartner Freimaurer zum Nuntius erhoben? Bugnini selbst hat die Frage nach
seiner Amtsenthebung im Buch „Die Liturgiereform“ unglaubwürdig auf diese „Indiskretion“ zugespitzt.
Aber seiner eigenen Darstellung kann man entnehmen, dass er mit drei vorgesetzten Kardinälen unbotmäßig
verfuhr (Benno Gut und zwei Nachfolger) und sogar nach „Marialis cultus“ die Liturgiereform immer weiter
weitertreiben wollte. Das war der Konflikt: Reform oder „institutionalisierte Revolution“. Eine Verstrickung
in Logenverkehr ist m.E. ein viel zu schwaches Motiv für den Dissens, der 1975 nicht mehr zu überbrücken
war.
Die Grenzlinie zwischen Kirche und Politik, kreuz.net beweist es täglich, ist so leicht nicht zu ziehen.
In jedem europ. Land „leidet“ der nachkonzilare Katholizismus an Folgen der vorkonziliaren Positionierung
inmitten der lokalen Politik; in Dtld. der Inferioritätskomplex, in Österr. der Austrofaschismus, Franco,
Mussolini, Vichy. Aber diese Belastungen nehmen ab, sie sind historisch, unds bewahrheiten wird sich,
dass die größere Distanz, die das Konzil zwischen Vatikan und Quirinal angeordnet hat (bildlich gesprochen:
für die ganze Kirche) der erste Schritt zum Umsetzung von „Quas primas“ sein wird. Aber anders als damals
für möglich gehalten, nämlich auf den Wegen des Geistes, nicht der Gewalt.
Interkommunion, war doch der Anlass? Das bedeutet doch, dass die römische Kirche selbst nicht plant,
auf die Wandlungsworte zu verzichten? So gesehen ist die Auseinandersetzung mit dem „Grenzfall“ auch ein
wichtiger Hinweis darauf, dass die Liturgie nicht nur Abstand halten muss vom „happening“, sondern auch
Abstand von magischen Kulten und ähnlichen Erscheinungsformen des naturalistischen Pantheismus, den Satz
1 des Syllabus von 1864 verurteilte. Erster Anfang der Liturgiereform von 1969 war also Satz 1 des Syllabus
von 1864.
Im Jahr 2002 hat der NDR einen brit. Fernsehbeitrag in dt. Fassung übernommen, wonach Da Vinci das Grabtuch
gefälscht hat, als eine Art früher Fotografie (seiner selbst). Man wundert sich, was die Medien alles
als „Wissenschaft“ akzeptieren, solange es gegen das Faktum der Auferstehung Jesu geht.
Schönes Foto! Montiert. Real würde man wohl rosa Krägchen für die Damen und himmelblaue für die Jungs
einführen müssen, sonst kommt es zu Verwechslungen.
Was ist da passiert? Warum kennt „niemand“ die Texte des Vatikanum II, während mir Theologiestudenten
erzählen, dass sie der Jargon der modernen Lehrbücher extrem langweilt? Hat die „theologische Kaste“
zu gut begriffen – oder unabsichtlich ignoriert, dass ein Pastoralkonzil EIGENTLICH eine Stärkung des
Amtes ggü. den Fachwissenschaften bedeutet? KEINE Definitionen, KEINE Verurteilungen, das heißt doch:
Weg von einer juristischen Auffassung von „Anleitung“ der Theologie, hin zur Kirche, zum Glaubensleben.
Das „V 2“ wollte eine Entmachtung der Experten? Dann haben sich diese aber furchtbar gerächt.
Das war er also, der allererste kreuz.net Artikel. Ob ich den letzten erleben werde, weiß man nicht.
Aber dieser erste soll nicht ohne Lesermeinung bleiben: Er zeigt nämlich schon vollständig die politische
Richtung des ganzen Unterfangens auf. Wer als Katholik die „rote Sau“ als Mensch anspricht, der sei ausgeschlossen.
Karl Lehmann, wo er Recht hat, da hat er Recht: Es mutet dem durchschnittlichen Beobachter heillos verzwickt
an, dass seit rd. 30 Jahren die Fragen um „Dienste und Ämter“ im Katholizismus der BRD derart in den
Vordergrund traten. Und der Verdacht liegt nahe, dass die Interessenten eben doch nur an (üppigen) Bezügen
und (vollen)Vollmachten interessiert sind, jedenfalls nicht daran: zu dienen.
Wahrscheinlich sollte bei irgendeiner Gelegenheit die Bedeutung der Taufe betont werden. Ich denke nicht,
dass der Kardinal eine entsprechende Letztwillige Verfügung getroffen hat.
Romanus pontifex potest ac debet cum progressu, cum liberalismo et cum recenti civilitate sese reconciliare
et componere. Das ist keine Konzilsaussage, sondern ein mit der Allokution Jamdudum cernimus am 18. März
1861 verurteilter Satz, bekannt als Satz 80 im Syllabus von 1864. Der römische Papst könne und müsse
sich mit dem Fortschritt, dem Liberalismus und mit der gegenwärtigen Zivilisation versöhnen und vergleichen.
Das wies Pius IX. zurück. Was aber war der Fortschritt, der Liberalismus der damaligen Gegenwart? Unvorbereitet
auf die Erfahrungen des 20. Jh. und ohne jede Kenntnis des heutigen Weltbildes war die damalige Moderne
eine andere als heute. Hätte sich Pius IX. mit seiner Zeit „ausgeglichen“, so wäre er als Dalai Lama
des Königreichs Italien bejubelt worden, das Papsttum hätte aber niemals die universale Kraft gewonnen,
die das 20. Jh. so bitter nötig hatte (etwa Pius XII. im Krieg). Und auch der „Ausgleich“, den das Konzil
anzielt, ist ein anderer: Dialog, um zu überzeugen. Das die vorkonziliare Schwäche den Episkopat und
Klerus in Europa in manches „nachkonziliare“ Messe laufen ließ, das ist unbestritten. Aber das Recht
der Päpste, jeweils zur gegenwärtigen Zeit neu Position zu beziehen, ohne dass das depositum fidei daran
leidet, das ist der zentrale Vorzug des Katholizismus vor jeder anderen Konfession.
Congar schreibt übrigens in „Der Fall Lefebvre“ (1977), S. 47, dass die so gen. Messe Pius V. nicht „abgeschafft“
sei, sondern erlaubt für ältere Priester und die private Messfeier. Aber zum Quo-primum-Argument bringt
er das gute Gegenbeispiel (S. 45), dass auch Pius VII. am 7. August 1814 die „perpetuo“ gegebene Breve
Clemens XIV. „Dominus ac Redemptor“ (Jesuitenverbot) unbeachtet ließ. Die Argumente sind vermutlich alle
längst bekannt, die Dissidenten nur unwillig.
und andere Grausamkeiten… die latent gewaltvernarrten Neigungen der kreuz.nett-Radaktion können nicht
davon ablenken: In nicht allzu langer Zeit wird man der Kirche vorwerfen, dass sie nicht „wie EIN Mann“
für die Weitergabe des Lebens getrommelt hat; und den Papst wird man bezichtigen, dass Humanae Vitae
zu spät kam und zu milde ausfiel. Und die letzten Zeitzeugen der „Königsteiner Erklärung“ werden stammeln,
dass der böse böse Zeitgeist sie daran hinderte, mutiger zu bekennen… Mit anderen Worten: Die „Welt“
genießt das Privileg, der Kirche im Rückblick immer die Schuld zuzuschieben. Wetten dass?
Unser deutsches Altenvolk könnte ruhig ein bisschen netter aus der Wäsche schauen. Wenn man hier in
Köln mit der Straßenbahn durch die Gegend fährt, bekommt man nicht selten eine Fahrt durch die „Geisterbahn“
geboten, das ist sicherlich nicht die civiltà del cuore di Cristo, an die der Papst 1986 erinnerte (und
B XVI am 15.05. aus Anlass des 50. Jahrestages der Herz-Jesu-Enzyklika Pius XII.). Die Leute sehen aus,
als trügen sie „Bußgürtel“, dabei tragen Sie nur 20 % Übergewicht mit sich herum.
Lieber Herr Dr, schon oft wollte ich meine Teilnahme bei kreuz.net beenden, aber es hat auch was Unterhaltsames,
sich als intellektueller Zwerg mit solchen Riesen an Charisma und Macht messen zu dürfen. Nicht ich stelle
Definitionen auf; ein theol. Lehrwerk zum Opfercharakter der Messe würde ich mir niemals zutrauen. Ich
denke nur darüber nach, warum die 4-5 Argumente der SSPX seit über 35 Jahren konstant, buchstäblich
gleich bleiben, während sich die Lage der Kirche und der Welt, teils zum Guten, sehr wandelt. Diese Gleichförmigkeit
ist ein weiteres Indiz für den mutmaßlich an der Grenzen zur politischen Mythik vagabundierenden „Spiritualität“
der späten Maurras-Erben (Lefebvre identifizierte sich nicht vollends damit, floh aber nicht vor dem
Applaus von Rechtsaußen, sondern genoß seine späte Prophetenrolle). Jawohl, Katholik ist, wer im Zweifel
gehorcht, jedenfalls bei den wichtigen Dingen; und wenn’s schwerfällt, trotzdem. So haben es Teilhard,
Lubac, M.J. Lagrange (und auch Pouget) aus Überzeugung getan. Und deshalb ist Rebellion im Namen der
Tradition der TOTALE BRUCH mit der Tradition, in nie für möglich gehaltener Rigorosität.
Karl Lehmann hat im Advent 1976 das Vorwort zur dt. Fassung von Yves M.J. Congar O.P. „Der Fall Lefebvre“
(Herder, 1977) verfasst. Wahrscheinlich wird er allein deshalb von der schwarzen Horde gehasst.
Lieber Herr Groll, die Grenzlinie zwischen Glaube-und-Sitte und Politik bestimmt das Lehramt der Kirche.
Das Lehramt hat das inakzeptable „Traditionsverständnis“ der Rebellen von Ecône klar erkannt, definiert
und zurückgewiesen. Wer dennoch behauptet, dort würde die wahre Religion gelehrt, dem ist nicht zu helfen.
Wolfgang E. Ihre Bemühungen in Ehren, aber Schmerz und Leid werden so selektiv wahrgenommen, dass die
Leute, wie „Aphrodite“ schon bekundete, auch die wohlmeinendste Erläuterung der Bußpraxis nicht kapieren
werden.
Na schön, noch mehr Spaß: „Nehmen wir zum Beispiel die Republik Argentinien. In welchem Zustand war
sie noch vor erst zwei, drei Monaten. Eine vollkommene Anarchie… Straßenräuber, die wahllos töteten,
völlig ruinierte Industrien, die Fabriksdirektoren eingekerkert… Jetzt dagegen herrscht dort eine Regierung
der Ordnung, eine Regierung die Prinzipien hat, eine Autorität…“ Aus der Predigt des Alterzbischof-Bischofs
von Tulle zu Lille am 29. August 1976 (tridentinische Messe im Sportpalast; von tosendem Beifall der Extremen
Rechten umsäumt); nebenbei bemerkt: Das war ein Kommentar zur Machtergreifung der dortigen Militärjunta.
Christkönig? So nicht!
„Man hat die Häretiker, die Protestanten, ‘Brüder’ genannt, ‘getrennte Brüder’. Hier ist sie: die ‘fraternité’.
Das Gleiche gilt für den Ökumenismus; das ist die Brüderlichkeit mit den Kommunisten.“ cf. Lefebvre,
Un évêque parle, Paris 1974. Merken Sie nicht, Sulpice, wie sehr das aus der frz. Innenpolitik der 1968er
Jahre stammt? Aber Sie schaffen es sicherlich, uns zu erklären, warum auch Präsident Putin ein Calvinist
ist?? Oder Kommunist? „Politique d’abord!“
Okay, Sulpicius, zu Ihrer Erheiterung: „Gewiss hat auch der sogenannte Pluralismus in der Kirche seinen
Platz, aber nur in Dingen, die erlaubt sind, und innerhalb der Grenzen des Gehorsams. Das aber verstehen
diejenigen nicht, die jede liturgische Erneuerung … ablehnen, und noch weniger jene, die Christi reale
Gegenwart und das eucharistische Opfer in Frage stellen. Ebensowenig kann eine Priesterausbildung, die
keine Rücksicht auf das Konzil nimmt, geduldet werden. Wir können daher Deinen Forderungen nicht entsprechen.
Denn es handelt sich um Aktionen, die eine Rebellion gegen die eine und wahre Kirche sind. Du darfst davon
überzeugt sein, dass diese Härte nicht etwa aus der Verweigerung gewisser Konzessionen auf der Ebene
der Disziplin oder Liturgie stammt. Die Bedeutung Deiner Aktionen und ihr Beweggrund rechtfertigen nicht,
einen ABSOLUT FALSCHEN BEGRIFF VON KIRCHE UND TRADITION EINZUFÜHREN. Daher müssen wir Dir, ehrwürdiger
Bruder, im vollen Bewusstsein Unserer Pflichten offen sagen, dass Du Dich IM IRRTUM befindest.“ Paul VI.
an Lefebvre am 11.12.1976; zit. ebd. S. 128.
C.A.: Das ist der Grund, warum man sich heute mit dem Integralismus befassen muss, obwohl es ein „alter
Hut“ zu sein scheint: „Vielleicht macht Scientology auch mit…“ Sie meinten das scherzhaft. Aber von
da her weht der Wind: „Man“ will eine okkulte, gnostische, mediokre Religiosität am Rande der Gesellschaft
herablassend tolerieren („Privatsache“). Munter wird die Debatte immer erst dann, wenn „Einmischung“ droht.
Dass die nötig ist, das hat der Papst heute in Polen wieder gesagt. Es geht um die Wahrheit, immer noch,
öffentlich.