simplex
Erstellt: 20:03:04 | Donnerstag, 12. April 2007
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Rückgabe der Hagia Sophia an die Orthodoxen?
#26   simplex   21:31:21 | Donnerstag, 12. April 2007
Hagia Sophia zwischen Denkmal und Programm
Liebe Frau Papagika,
Die Hagia Sophia hat manches Erdbeben überstanden. Die Bombenanschläge der Gegner einer christlichen Rückeroberung wird sie nicht überstehen.
Bitte sammeln Sie weiterhin Unterschriften, aber für einen zukunftsträchtigeren Zweck.
Die megale ecclesia des Justinian wird nicht nur als Mutterkirche der Orthodoxie verehrt, sie ist auch das kulturelle Vermächtnis der hellenistischen Spätantike. Der Entwurf der Hagia Sophia ist aus dem christlichen Denken nicht erklärbar. Die Architekten Anthemios und Isidor brauchten dazu das neuplatonische Wissen ihrer Zeit. Proklus Neoplatonikus gehörte damals noch zur Allgemeinbildung.
Die Verschleierung des griechischen Emanzipationshintergrundes des jungen Christentums wird zum Beispiel 392 sichtbar bei der absichtlichen Zerstörung der „heidnischen“ Bibliothek von Alexandria durch den militanten Theodosian. Justinian lässt die Schule von Athen während dem Bau der Hagia Sophia um 535 polizeilich schliessen und verbietet die weitere Lehrtätigkeit der Nachfolger von Proklus.
Als Programm mit Zukunft schlage ich vor, die Hagia Sophia als Kulturerbe der UNESCO dem Selbstverständnis der drei abrahmischen Religionen zu widmen.
Wo könnten sich Juden, Christen und Muslime demütiger auf ihre gemeinsamen spirituellen Wurzeln besinnen als in diesem himmlischen Jerusalem wo der griechische Logos so offensichtlich gegenwärtig ist?
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