Sonntag, 15. Mai 2005 17:00
Lesername: miles immaculatae
Beiträge: 244
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Freitag, 7. Juli 2006 17:33
miles immaculatae: Protestantischer Weg
Wenn man die Anhänger der „Lehmann-Kirche“ so hört, wenn man regelmäßig „Christ in der Gegenwart“ liest (oder lesen muß), wenn man in einem Pfarggemeinderat sitzt, und sich (als Konvertit und Ex-Evangelischer) so anhören muß, was der durchschnittliche Gremienkatholik sich an „Reformen“ wünscht, wenn man sich die Verlautbarungen des ZdK reinzieht kann man zumindest den Eindruck gewinnen, daß die „politische“ Basis der katholischen Kirche eine Kirche wünscht, die in jeder Beziehung, vor allem in der Beziehung zu Rom – eine protestantische Kirche ist.

Aber unsere Kirchen sind – im Gegensatz den den protestantischen – noch gut gefüllt. Immerhin ist der Anteil der Kirchenbesucher noch 4 mal so hoch wie bei der evangelischen Konkurrenz – wenn der Prozeß der „Selbstprotestantifizierung“ anhält, wird sich aber auch das noch ändern. Ein bißchen ist auch ein Lehmann auf dem protestantischen Weg. Und dieses bißchen ist eben ein bißchen zu viel.
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Samstag, 8. April 2006 12:37
miles immaculatae: Logos und Ethos
In seinem Grundlagenwerk vom Geist der Liturgie stellt Benedikt XVI. andere Prinzipien auf, als der Hans-Küng-Verehrer Lehmann. Die weltethische Ausdünnung des Glaubens kritisiert Benedikt unter dem Gesichtspunkt des absoluten Primats des logos vor dem ethos. Im selben Buch findet sich eine Auseinandersetzung mit dem vor allem in den 70iger und 80iger Jahren- der großen Zeit von Hans Küng, dem Erschröcklichen – propagierten Primat der sogenannten Orthopraxie. Das Buch ist von 1999, ähnliche Aussagen Benedikts finden sich in reicher Zahl. Bei meinem Bischof scheint da noch wenig angekommen zu sein.

Manchmal wünsche ich mir so eine Art lutheranische Revolution der Kirche. Sola fide – so verkürzt dieses Programm auch war, es hat der Kirche geholfen, sich aus einem anderen Denkgefängnis zu befreien – dem Ablaßunwesen des 16. Jahrhunderts. Das war auch so eine Art von Orthopraxie, allerdings auf geistlich-spritueller Ebene. Heute meint so mancher, er könne schon mit der Wahl der richtigen Partei das ewige Heil gewinnen.
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Dienstag, 14. Februar 2006 17:22
miles immaculatae: Fehlinformation
An diesem Artikel ist einiges ganz schön falsch. Zunächst wäre zu bemerken, daß die „Reform“ des § 218 nicht auf eine sozialisitsche sondern eine sozialliberale Regierung zurückgeht. Weiter sollte nicht unerwähnt bleiben, daß die Fraktionen von SPD und FDP eine reine Fristenlösung vorschlugen und mit ihrer parlamentarischen Mehrheit auch durchsetzten. Schließlich wäre noch erwähnenswert, daß das Bundesverfassungsgericht diese Lösung als verfassungswidrig kassiert, als, weil sie das Lebensrecht des ungeborenen Kindes ignoriere. Erst dieses Urteil führte zu der heute noch geltenden Indikationenregelung. Die Fristenregelung wurde 1974 verabschiedet, die bis heute mit Modifikationen geltende Indidaktionenregelung 1976. Rhetorik gegen „sozialistische Bonzen“ ist deshalb ziemlich daneben. Das Gesetz ruht auf dem Konsens der politischen Klasse und ist von CDU/CSU faktisch geduldet und dem Bundesverfassungsgericht schließlich abgesegnet worden. Die Poliitiker, die eine Rückgängigmachung der Reform wünschen, repräsentieren eine winzige Minderheit in CDU und CSU. Wir können doch noch froh sein, das das BVerfG, anders als der Supreme Court der USA (Roe versus Wade) nicht auf die Idee verfiel, das Recht auf Abtreibung sei ein Menschenrecht. [mehr…]
Dienstag, 14. Februar 2006 13:52
Hm. Madonna heißt ja wirklich Madonna, und hat diesen Namen nicht etwa als Künstlernamen gewählt. Auch wenn sie heute sonst was glaubt (derzeit an die Kabbala), ihre Eltern waren doch gläubige Katholiken, die ihrer Tochter einen christlichen, von tiefer Verehrung der Gottesmutter geprägten Namen gegeben haben. Was also ist denn wirklich so grundfalsch daran, Madonna im Madonnengewand darzustellen? [mehr…]
Dienstag, 27. Dezember 2005 16:03
Meist jeden Sonntag erlebe ich das seltsame Schauspiel, daß eine nach hunderten Köpfen zählende Gemeinde meist älterer Gottesdienstbesucher sich müht einen der modernen Popsongs des „Gotteslobs“ zu trällern (Die Sorte, wo bloß noch der Schubidu-Begleitchor fehlt). Jeden Sonntag beachte ich mit einer gewissen Erheiterung, daß der Versuch schmählich scheitert, nicht zuletzt an unserem jungen Pfarrer, der so überhaupt kein Popsänger ist, sondern stimmlich und von seiner musikalischen Begabung eigentlich eher der klassische Schola-Sänger wäre. Ist es nicht vielleicht eher umgekehrt, daß die meisten den gregorianischen Stil der Liturgie beherrschen, nicht aber den Marschtritt protestantischer Kampflieder oder gar die Gesangstechnik modischer Popsongs (die sich vor allem in den „Beiheften“ tummeln). [mehr…]
Dienstag, 20. Dezember 2005 15:07
miles immaculatae: Einspruch Herr Weber
Drewermann hat nie von sich behauptet, er sei „nur“ Theologe, auch wenn dies gewissermaßen sein erlernter Beruf war. Drewermann war nach seiner Selbstbeschreibung stets „Theologe und Psychotherapeut“, womit das Problem beschrieben wäre. Die Pschologie war von ihrem freudianischen Ursprung bis zu Ihrer Jungschen „Theologisierung“ stets eine antitheologische Wissenschaft. Für Freud war ein frommer Mensch ein behandlungsbedürftiger Wahnsinniger. Letztlich hat sich auch Dr. D. wohl dieser Meinung angeschlossen. Gibt es einen einzigen Satz des Glaubensbekenntnisses, den Drewermann nicht „psychologisiert“, mit anderen Worten seines realen Sinnes entkleidet hat? [mehr…]
Samstag, 17. Dezember 2005 16:02
miles immaculatae: Politisch korrekt, gesellschaftlich blind
Wenn ich den Bericht über Runini Äußerung richtig verstanden habe, hat dieser lediglich darauf hingewiesen, daß gemischtreligiöse Ehe erschreckend häufig an den aufbrechenden kulturellen Konflikten zwischen den Ehepartner scheitern. Dies zu sagen ist für die Hohepriester der „political correcthnes“ offenbar schon so unerträglich, daß sie dies bereits als Beleidigung „aller Muslime“ ansehen. (Wobei man die Äußerung Runis ja eigentich auch als Beleidigung der Katholiken ansehen könnte, denn auch der katholische Teil einer gescheiterten interreligiösen Ehe wird jeweils seinen Teil dazu beigetragen haben).

Darf man die Augen vor der Wirklichkeit verschließen? Man muß, wenn man der neuen Religion des Multikulturalismus angehören will und die gesellschaftliche Exkommunkation befürchtet. Man darf nicht, wenn man noch ein Herz für die Menschen hat und sie ernst nehmen will. Daß der muslimische Ehepartner von Ehe und Familie eine gänzlich andere Vorstellung hat als der christliche hat schon so mancher Ehemann und so manche Ehefrau erfahren müssen.
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Donnerstag, 15. Dezember 2005 19:35
miles immaculatae: Zentral-dezentral
Zentrales Dogma ist ja vielleicht ein bißchen blöd. Aber wer nicht daran glauben mag, daß Jesus Gottes eingeborener Sohn ist „aus dem Vater geboren vor aller Zeit, Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater“ ist, der gehört halt nicht zur Firma.

Drewermann dreht das Rad der Zeit zurück – zurück zu einem psychologisch aufgehübschten Neu-Arianismus. Der macht keinen satt. Und der macht auch keinen gesund. Nur der Glaube macht uns frei. Der „Therapeut“ Drewermann ist doch, was jeder sehen kann, der es will, ein haßkranker alter Mann.
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Donnerstag, 15. Dezember 2005 16:12
miles immaculatae: II. Vaticanum
Auf gewisse Konstanten kann man sich bei kreuz.net ja verlassen. Immer ist irgendwie das II. Vaticanum schuld. Könnte es nicht auch das Problem der zeitgeistig angepassten deutschen Kirche sein? Typisch deutsch also? Die weltweiten Zahlen der Entwicklung des Katholizismus sprechen zumindest dafür. [mehr…]
Donnerstag, 15. Dezember 2005 14:16
miles immaculatae: Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht?
Grund und Anlaß für den Hinauswurf Drewermann war doch wohl folgender Satz: In einem Interview mit dem Spiegel erklärt Drewermann 1991, daß Jesus einen menschlichen Vater gehabt habe, und daß die Jungfrauengeburt ein Mythos sei. Wörtlich: „Er wurde gezeugt und geboren wie jeder andere Mensch. Ungewöhnlich war nicht seine Geburt, sondern sein Leben.“

Also ganz einfach: Drewermann leugnet das zentrale Dogma des Christentums- und die anderen Teile des Glaubensbekenntnisses von 2 Milliarden Christen (was die Jungfrauengeburt angeht, auch von 1,2 Milliarden Muslimen).Daß nichts anderes als der Hinauswurf aus dem Amt des Priesters – das Spiegel-Interview war der konkrete Anlaß – folgen konnte, war doch eigentlich sonnenklar (was Drewermann gar nicht fand). Da muß man sich eigentlich nicht mit dem verschwurbelt-esoterischen Gesamtwerk Drewermanns abgeben.

Wes Geistes Kind der Mann ist, zeigt doch wohl, daß er seinen Austritt erst jetzt offenbart hat und nicht schon im Juni 2005. Wo er noch im August 2005 als „prominenter Katholik“ am Weltjugendtag 2005 herumnörgelt. Hat er bewußt seinen Austritt verschwiegen, wohl wissend, daß ein Ex-Katholik für die Medien deutlich uninteressanter ist, als der „Dissident“ Drewermann? Ziemlich charakterlos. Aber so sind sie halt, unsere Gutmenschen.
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Mittwoch, 14. Dezember 2005 12:46
miles immaculatae: Traditionell Gläubig?
Was soll das nun bedeuten? Ist ein „traditionell Gläubiger“ nun einer, für den Tradition „Demokratie für die Toten“ (Chesterton) ist, oder ein schlicht Stehengebliebener, oder ein, wie man im amerikanischen leicht abschätzig sagt „cradle catholic“? Glaubt da wer an die Tradition (katholisch hundertprozenig korrekt), oder glaubt da einer nur traditionell (nicht unkorrekt, aber doof). Der katholische Glaube ist stets rückbezogen auf die uns geschenkte Offenbarung und auf das nahezu 2000jährige Erbe der Kirche. Was also soll dieser Begriff bedeuten?

Ist das II. Vaticanum antitraditionell? In vielem ist das II. Vaticanum traditioneller als die mittelalterliche Tradition. Und die mißratene Liturgiereform, die teilweise in der Tat mit dem Erbe (nicht nur dem katholischen, sondern auch dem christlichen) aufräumt, läßt sich nicht auf das II. Vaticanum zurückführen.
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Mittwoch, 30. November 2005 13:56
miles immaculatae: Mythos und Mystik
Berger hat sich nicht nur gegen die Entmystifizierung des Glaubens gewandt, sondern stes auch gegen einen allzu buchstabengläubigen Fundamentalismus, der die Bibel gleichsam wie eine Tageszeitung liest. Vielleicht dient das folgende Zitat dem Verständnis:

Die Wirklichkeit Gottes ist keine real sichtbare, sondern eine unsichtbare Welt, in der allein die Augen des Herzens taugen und sehen. Wer das Neue Testament aufschlägt, begibt sich in diese Welt. Sie wird zugänglich in Visionen, in Wundern, in einem Buch wie der Offenbarung des Johannes. Wenn Sie alle Wunder und Visionen wegstreichen, haben Sie in der Tat das wenige in den Händen, was den normalen deutschen Durchschnittsprotestanten ausmacht: Vernunft und Moral, aber das ist nicht biblische Religion.
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Mittwoch, 9. November 2005 13:58
miles immaculatae: Paulus verheiratet?
Ich habe noch nie, jedenfalls von keime seriösen Exegeten die Behauptung gehört, Paulus sei verheiratet gewesen. Paulus bekannte sich vielmehr zu seiner eigenen Ehelosigkeit und empfahl sie als Vorbild.

Korinther 8 1 f.:

Wovon ihr aber mir geschrieben habt, darauf antworte ich: Es ist dem Menschen gut, daß er kein Weib berühre.

Aber um der Hurerei willen habe ein jeglicher sein eigen Weib, und eine jegliche habe ihren eigenen Mann.



Solches sage ich aber aus Vergunst und nicht aus Gebot.

Ich wollte aber lieber, alle Menschen wären, wie ich bin; aber ein jeglicher hat seine eigene Gabe von Gott, der eine so, der andere so.

Paulus empfielt also die Ehelosigkeit nicht etwa nur für Priester sondern für alle. Nicht nur für Christen, sondern auch für Buddhisten, für Taoisten selbst für Muslime ist sexuelle Enthaltung eine Form des „engelhaften Lebens“. Selbst bei Muslimen, die das Mönchtum ablehnen, und sich das Paradies durchaus nicht geschlechtslos vorstellen, gilt während des Ramadan das Gebot der sexuellen Enthaltsamkeit. Für alle Religionen ist das Zölibat – auch wenn es nur ein zeitweises ist – etwas besonders, das Opfer der Selbsthingabe an Gott.
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Montag, 17. Oktober 2005 18:09
miles immaculatae: Steter Tropfen höhlt den Stein
Das sind wirklich verkehrt Welten. Frau Zypries (SPD) ist vor gar nicht langer Zeit mit einem nach Auffassung der Mehrheit des Parlaments zu weit gehenden Entwurf zur Regelung der Patientenverfügung gescheitert, nun setzt sie sich gegen einen CDU-Minister zur Wehr, der noch weit über ihren Entwurf hinaus gehen will. Das Hohe C taugt offenbar gar nix mehr. Die Politiker, die christliches Ethos aus der praktischen Gesetzgebung tilgen wollen (zuletzt Cohn-Bendit von den Grünen) machen sich nun offenbar auch in der CDU breit. [mehr…]
Mittwoch, 28. September 2005 17:59
miles immaculatae: Der Sack Reis
Nicht nur für Nicht-Christen, ist die Nachricht so langweilig, wie von dem umfallenden Sack Reis im fernen China. Auch für Christen kann es kaum was sterbenslangweiligeres geben. Wen interessiert schon ein protestantisierender Ex-Professor dessen großes Vorbild – der deutsche Protestantismus – an grassierender Schwindsucht leidet. Daß Benedikt XVI den Professor lädt kann eigentlich nur atmosphärische Gründe haben. „Schön das wir mal darüber geredet haben.“ Küngs Bedeutung dürfte durch dieses Gespräch eher ab- als zugenommen haben. [mehr…]
Mittwoch, 28. September 2005 17:44
miles immaculatae: Weltwassersuppe
Wer sich mit den ethischen Grundlagen des Hinduismus und Buddhismus, des Islam und des Christentums beschäftigt hat, wird wissen, wenn er es nur wissen will, daß nicht nur spirituell, sondern auch ethisch Welten zwischen vor allem den östlichen und den orientalischen Religionen, einschließlich des Christentums liegen.

Wie bei Küng die Ökumene nur eine des kleinsten gemeinsamen Nenners sein kann, so kann die Schimäre „Weltethos“ eigentlich nicht viel mehr sein als die Weltwassersupppe einer für alle und damit für niemanden gültigen Ethik. Daß Benedikt XVI mit dem geschwätzigen Herrn Professor sein Zeit verplempert, kann ich nicht ganz nach vollziehen.
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Samstag, 24. September 2005 12:06
Was ist der A.B.A.W.? [mehr…]
Mittwoch, 21. September 2005 17:18
Für Lehmanns Fußnoten wird keiner sterben wollen. [mehr…]
Mittwoch, 21. September 2005 08:52
miles immaculatae: Bruder Leisetritt
Dies war wieder so eine Rede nach Lehmanns Geschmack. Nur nicht auffallen! Keine Position beziehen! Keinesfalls anecken! Daß es einem engagierten Katholiken dabei irgendwie ganz schrecklich schläfrig wird, scheint ihn nicht zu stören. In der FAZ von heute wurde die Rede als arm an Rhetorik und Pathos beschrieben. Das Lehmann kein guter Redner ist, dafür kann er nicht. Daß er aber ohne Pathos, somit ohne Leidenschaft ist, ist für den höchsten Repräsentanten des deutschen Katholizismus wie auch für den deutschen Katholizismus so ziemlich das schlimmste, was sich sagen läßt. [mehr…]
Dienstag, 20. September 2005 16:30
miles immaculatae: Lehmann und „Wir sind Kirche“
Folgender Text findet sich bei „n-tv.de“

Die KirchenVolksBewegung „Wir sind Kirche“ begrüßte ebenfalls die Wiederwahl von Lehmann. Dies sei „ein deutliches Zeichen der deutschen Bischöfe, dass Lehmann als langjähriger Vermittler zwischen vatikanischen Positionen und deutscher Kirchenrealität weiterhin ihr Vertrauen hat“, heißt es. Nach Ansicht der katholischen Reformbewegung ist die erneute Wahl des Mainzer Bischofs „vor allem aber ein positives Signal, dass ein weiteres fundamentalistisches Abdriften der katholischen Kirche nicht von der Mehrheit der deutschen Bischöfe mitvollzogen wird“.

Meine Lieblingskatholiken (die, die netten „KatholikInnen benutzen Kondome“-Plakate beim Weltjugendtag geklebt haben)
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Dienstag, 20. September 2005 14:08
miles immaculatae: Erfolgsteam
Von dem Jahr der Wiedervereiigung bis zum Jahr 2003 ist die Zahl der deustchen Katholiken um 2 Millionen gesunken. Könnte es sein, daß dies mit der Präsentation der deutschen Katholiken im Lehmannschen Sinn zu tun hat? [mehr…]
Freitag, 16. September 2005 12:25
miles immaculatae: Bürgerschreck
„Wenn die Christen die Dimension des Bürgerschrecks ganz verlieren, dann hat das Salz der Erde seinen Geschmack unwiderruflich verloren.“ Das Zitat stammt vom Remi Brague. Es findet sich übrigens in dem mittlerweile berühmt-berüchtigten Interview mit Karl Lehmann in der FAZ vom 31.7.2005, (das mit den Mädchen auf dem Petersplatz, die nach der Erkenntnis unseres Bischofs alle die Pille in der Tasche haben) [mehr…]
Freitag, 16. September 2005 08:59
Warum nur packt mich bei dem Lesen von Interviews mit Kardinal Lehman eine milde Langeweile? Warum ist unser Bischof Karl so ganz und gar kein Aufreger? Warum nur geht es ihm meist zuallerst darum, daß sich die Kirche anpassen müsse, statt darum, daß die Kirche ein Bürgerschreck zu sein hat? Warum nur, warum nur, fällt mir immer das böse böse Wort des mystischen Revolutionärs Thomas Müntzer ein, vom „sanftlebend Fleisch zu Wittenberg zu Määnz)“. Warum nur kommt mir dieses große große Gähnen. Er hat es eben lieber mild als wild, lieber sanft als hart, und sein Erschrecken über die Bildergewalt von Mel Gibsons Passion ist ein Kennzeichen seines ganzen Episkopats. Wer Angst davo hat, was die Leute wohl über ihn denken, sollte nicht Bischof werden. [mehr…]
Dienstag, 13. September 2005 09:03
miles immaculatae: Rundumschlag
Die Frankfurter Schule (also Habermas, Adorno, Horkheimer, Ludwig Marcuse) als schlicht atheistisch abzutun ist mit Sicherheit falsch. Horkheimer hat in jungen Jahren geschrieben, daß die Beichte des Ketzers auf dem Totenbett nicht seine atheistischen Ansichten widerlegt. Älter geworden hat er ein einzigartiges und lesenswertes Buch über die Sehnsucht nach dem ganz Anderen, die Sehnsucht nach Gott geschrieben. Das Adorno vom jüdischen Glauben abgefallen sei, hat noch niemand behauptet. Habermas hat sich selbst allenfalls als religiös unmusikalisch beschrieben, niemals aber den christlichen Glauben auch nur kritisiert. Der Dialog von Ratzinger und Habermas – den es in Buchform gibt -ist vielmehr von großem, wechselseitigem Respekt gekennzeichnet. Schon immer waren die hellsichtigeren marxistischen Philosphen – Bloch zumal – profunde Kenner der christlichen Theologie. Und ach mit den Jesuszitaten von Karl Marx könnte man ein ganzes Buch füllen.Das Elend der Kritischen Theorie ist nicht ihr angeblich platter Atheismus, sondern die humanistische Verdünnung der frohen Botschaft Jesu.

Ein Horkheimer ist dieser Wassersuppe schlußendlich überdrüssig geworden. Mal sehen, was uns Habermas auf dem Totenbett erzählt.
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Montag, 12. September 2005 09:44
miles immaculatae: Erich Fromm als Konsumist?
Das Erich Fromm -dessen religionsphilosphische Excurse eher von minderer Qualität waren – nun als „Vater“ der „68er“ eingenordet wird, finde ich eher peinlich. Der Autor von „Haben oder Sein“ als geistiger Vater der „hedonistischen Linken“?. Da kann doch was nicht stimmen. Wenn Fromm in seinem Werk über die Seele des Menschen den Antogonismus zwischen Biophilie (Liebe zum Lebendigen) und Nekrophilie (der Liebe zum Toten) herausarbeitet, verfolgt er ein durchaus katholisches Programm. Als Herbert Gruhl in der Anfangsphase der ökologischen Bewegung Erich Fromms „Haben oder Sein“ als Pflichtlektüre empfahl wurde er zur Zielscheibe der linkshedonistischen Kritik, Dies war der Anfang vom Ende des eigentlich urkonservativen „grünen Projekts“. Johannes Paul der II hat doch für eine Kultur des Lebens gekämpft. Erich Fromm häte der säkulare Partner dieses Kampfes sein können. (Erich Fromms religionskritische Werke sind meist Frühschriften. die von der religionskritischen Tradition der marxistischen Linken geprägt sind. Aber wissenschaftlichen Unfug wie die angebliche Geschichte des Christusdogmas (wonach die frühen Christen Arianer gewesen sein sollen) haben auch schon wohmeinende liberale Theologen verzapft, als da wäre der allseits verehrte Herr Küng, den man heute noch auf Katholikentage einlädt und bejubelt) [mehr…]
Freitag, 9. September 2005 13:53
Wer die Lutherbibel kennt (habe sie sozusagen in die Wiege gelegt bekommen) wer gequälte Versuch von Neuübersetzungen kennt (Zinks „Bibel in heutigem Deutsch“, mit der meine liebe ehemals baptistische Ehefrau gepeinigt wurde), und wer schließlich die schröcklichen „ökumenischen Gemeinschaftsübersetzungen“ (z.b. die „ökumenische Variante von Lukas 1, 28) in der sogenannten Einheitsübersetzungen kennt, kann sich eigentlich nur wundern, warum da immer noch an einer Eiheitsübersetzung gebastelt wird. Soweit die existierende Einheitsübersetzung „ökumenisch“ sein will ist sie doch nur ökumenisch im Sinne des kleinsten gemeinsamen Nenners. Und dieser Nenner ist weder literarisch, noch theologisch und schon gar nicht liturgisch brauchbar.

Die Protestanten werden niemals „ihre“ Lutherbibel aufgeben, und sie tun damit das richtige, denn sie ist von einzigartiger poetischer Qualität. Kunstwerke dieser Güte waren die katholischen Konkurrenzprodukte nie, die Einheitsübersetzung schon gar nicht.

Was not tut, wäre eine bewußt katholische Bibel, die die theologische Präzision des lateinischen Katholizismus mit der mystischen Tiefe der Ostkirche verbindet, in einer Sprache, die die poetische Kraft der Lutherbibel erreicht. Um das zu schaffen, braucht es keine klugscheißerischen Professoren, sondern Heilige.
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Dienstag, 6. September 2005 18:46
miles immaculatae: Politisch Korrekt
Der Herr Kardinal wollte wohl eher politisch als wissenschaftlich korrekt sein. Seit dem „Skandal“ über Mel Gibsons Passion – die weitestgehend auf Anna Katharina Emmerichs Vision beruht – ist es Mode von angeblich antisemitischen Inhalten der Wiedergabe der Visionen durch Clemens Brentano zu reden. Wer das Buch wirklich gelesen und den Film wirklich gesehen hat, wird feststellen, daß Buch und Film den Vorwurf antisemitischer Propaganda auch nicht ansatzweise rechtfertigen. Verglichen mit der Darstellung der Passion durch den Evangelisten Johannes ist Brentanos sicher poetisch aufbereitete Wiedergabe von Emmerichs Visionen deutlich zurückhaltender, was die Rolle des jüdischen Pöbels angeht, weit differenzierter, was die Rolle des Sanhedrins angeht.

Wer Brentano Antisemitismus vorwirft, sollte konsequenterweise das Johannesevangelium in den Giftschrank verbannen. Da will sich wer bei den Hohepriestern der Political Correctness beliebt machen – auf Kosten der wissenschaftlichen Seriösität und auf Kosten eines der bedeutendsten Schriftsteller deutscher Sprache katholischer Konfession. Clemes Brentano ein Antisemit ? Daß wer diese Meinng vertritt, ist ja wirklich kaum zu glauben, aber auch deutsche Kardinäle sind da wohl nicht ganz vor solchen Fehlurteilen gefeit.
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Freitag, 2. September 2005 18:45
Na ja. Gut an der Firma Dove finde ich, daß sie mit Frauen Reklame macht, die nicht dem spillerigen Ideal eines langbeinigen Kleiderständers entsprechen, sondern mit ganz normalen Frauen, die manchmal nicht ganz superhübsch und manchmal bißchen moppelig sind, eben Frau aus dem wirklichen Leben. Dove hat mit der Reklame vielleicht mehr zur Frauenemanzipation beigetragen als die ganze Frauenbefreiungsfront der 60er und 70er Jahre.

Sich so zu akzeptieren, wie man nun mal ist, ist doch echt katholisch, oder?

Schmeiß sofort Nivea raus und kaufe nur noch Dove.
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Mittwoch, 31. August 2005 19:12
miles immaculatae: Solide musikalische Ausbildung
Vor kurzem haben wir unsere Chorleiterin verloren, weil wir sie nicht mehr bezahlen konnten, und sie eigentlich noch nie ordentlich bezahlen konnten. Sie ist nunmehr bei einer reformierten Gemeinde eingestellt, die ihr einen ordentlichen Arbeitsvertrag bieten konnte. Der jetzige Chorleiter ist zwar hervorragend ausgebildet, jedoch noch miserabler bezahlt. Solange es Sache der Gemeinden selbst ist, die Kirchenmusik zu bezahlen, und die Diözesen die Gemeinden nur mit geradezu spartanischen Mitteln ausstatten, kann es mit der Kirchenmusik nichts werden. Solange sich im Gotteslob ein wildes Sammelsurium von Liedtexten häufig nur mittelmäßiger Qualität findet, kann es auch nichts werden. Als ehemaliger Protestant traure ich schon manchmal meinem evangelischen Gesangbuch nach (das zwar massive Lücken aufweist hinsichtlich „katholischer Themen“, aber doch auf den reichen Schatz zurückgreifen kann, den begnadete Komponisten und Dichter hinterlassen haben, deren Lieder eigentlich auch im katholischen Gottesdienst gesungen werden dürfen, aber doch meistens nicht gesungen werden, weil sie den heutigen Katholiken (allen Ernstes) zu fromm sind. So findet sich etwa in keinem , auch keinem evangelischen Gesangbuch mehr der vollständige Text von Martin Luthers „Nun komm der Heiden Heiland“.

Weniger Text im Gotteslob, mehr Qualität, meinetwegen auch mehr lutherische Qualiät wäre mehr.
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Dienstag, 30. August 2005 10:40
miles immaculatae: Bob Dylan 1968
I dreamed I saw St. Augustine,
Alive as you or me,
Tearing through these quarters
In the utmost misery,
With a blanket underneath his arm
And a coat of solid gold,
Searching for the very souls
Whom already have been sold.

„Arise, arise,“ he cried so loud,
In a voice without restraint,
„Come out, ye gifted kings and queens
And hear my sad complaint.
No martyr is among ye now
Whom you can call your own,
So go on your way accordingly
But know you’re not alone.“

I dreamed I saw St. Augustine,
Alive with fiery breath,
And I dreamed I was amongst the ones
That put him out to death.
Oh, I awoke in anger,
So alone and terrified,
I put my fingers against the glass
And bowed my head and cried.
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Donnerstag, 25. August 2005 16:31
miles immaculatae: Furztrocken
Ja so sind sie, unsere furztrockenen deutschen Professoren. Nehmet zur Kenntnis, euer Liebden, daß wir eurer trockenen, in staubigen Bücherhallen und tristen Betonburgen hausenden Kirche, die es verlernt hat, den Glauben zu feiern, davongelaufen sind, hin zu denen, die uns Ersatz zu bieten versprachen, den Rattenfänger, den Drogenhändlern, den Zelebranten magischer Rockexzesse, den Revoluzzern. Eine Kirche, die keine Geheimnisse zu bieten hat, keinen Weihrauch, keine Mystik, keine Extase, kein Fest, tauscht man gerne ein gegen das Versprechen diesseitiger Erlösung.

Zu spät fiel uns auf, daß wir Katzendreck, nicht Gold in den Händen hielten. Ich hätte mir einen WJT gewünscht, aber wir hatten ja nur Woodstock.
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Donnerstag, 25. August 2005 16:12
miles immaculatae: Bischof Karl
Ich erinnere mich daran, daß unser Bischof Karl zwar das Lebenspartnerschaftsgesetzt kritisiert hat, sich aber mitnichten ein Wort zur in der Evangelischen Kirche teilweise üblichen Praxis der Einsegnung homosexueller Lebenspartnerschaften abgemüht hat. Präses Wolfgang Huber hat diese Praxis in seiner Funktion als „Landesbischof“ legitimiert und durchgesetzt. Ob man wohl wenigstens amtsintern darüber ein Wort verliert?

Etwas zu viel Ökumene für meinen Geschmack. Es darf doch wohl nicht sein, daß unter Christenmenschen Kritik nicht mehr sein darf. Daß man später „ökumenisch“ vom Besuch von Mel Gibsons Passion abgeraten hat, paßt ins Bild. Es paßt noch so manches andere ins Bild, wie die von Karl Lehmann unmittelbar nach der Wahl Benedikts übersandte „Wunschliste“, deren Ziel vor allem die Lockerung der – wie ein 68er sagen würde – repressiven katholischen Sexualmoral ist.

Aber da gibt es ja eine lange Tradition. Schon immer waren die Määnzer Bischöfe eher rheinisch als katholisch.
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Donnerstag, 25. August 2005 12:33
miles immaculatae: Lehmanns Gummikatholiken
Die Plakate der Truppe „condoms4life“, auf denen unter anderem turtelnde Schwule empfand ich schon als Faustschlag ins Gesicht. Offenbar rechnen solche Provokateure mit der Friedfertigkeit der meisten Katholiken – glücklicherweise zu recht. Ich frage mich allerdings, ob es dieselben fortschrittlichen Menschen, die sich durch Gebrauch des „großen I“ (KatholIkinnen) als politisch korrekte Gutmenschen ausweisen, wagen würden, in dieser Weise die religiösen Gefühle von MuslIminnen, JüdInnen (oder heißt es JudInnen), HinduInnen (oder so), BuddhIstinnen zu verletzen . Daß in Wirklichkeit ja alle die Morallehre der katholischen Kirche Moralllehre sein lassen, gehört ja zur Propagande unserer lieben Condomkatholen.

Daß nun von einem katholischen Bischof zu hören, kann ich nicht fassen. Was nun? Soll ich die Kirche verlassen, wenn bei der Messe der Name unseres Bischofs Karl ausgesprochen wird? Ich bete dafür, daß da ein Dementi erfolgt. Und wenn nicht, daß sich unser Bischof wenigstens entschuldigt.
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Mittwoch, 24. August 2005 14:05
miles immaculatae: Katholizismus, Ökumenismus, Taizéismus
Allmählich wird mir doch etwas mulmig. Ich finde Roger Schutz großartig. Natürlich habe ich seine Schriften gelesen, sie sind voller Inspiration. Doch Taizé war für mich nur eine Durchgangsstation auf meinem langen Weg vom Protestantismus zum Katholizismus. Rückblickend war Taizé für mich gewissermaßen katholischer Protestantismus, mit einer zölibatär lebenden Gemeinschaft, mit Stundengebeten und mystischen Mönchsgesängen.

Blicke ich nun zurück ist dies nur noch Katholizismus light, genau das richtige für Protestanten, die in der spirituellen Wüste eines aufklärerisch überformten Protestantismus verdursten. Doch für Katholiken? Die Jugend meiner Gemeinde singt nur noch Taizé-Lieder, jedes Jahr rennt man nach Taizé, doch wenn ich mich mit den lieben Kleinen über Grundbegriffe des katholischen Glaubens diskutiere, begegne ich einer Verständnislosigkeit, die mich staunen läßt. Ist für die vielleicht Taizé eine Durchgangsstation wie für mich, nur in anderer Richtung?

Die Vorgänge um Frère Roger finde ich nur noch irritierend. Klare Worte von vatikanischer Seite sucht man vergebens.
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Freitag, 19. August 2005 13:52
miles immaculatae: Lieber Marcel
Wer hat das gesagt: die ersten werden die letzten sein. Jesus,
Bob Dylan hat in nur zitiert.
Wer hat das gesagt: Laßt die Toten ihre Toten begraben. Jesus
Auch Marx hat in nur zitiert (Im Vorwort zum Bürgerkrieg in Frankreich)
The times, they are changing. Anders gesagt: ich bin gekommen, ein Feuer anzuzünden, was wollte ich mehr als es brennete schon.

Was sagt uns der Song like a rolling stone? Häng Dein Herz nicht an die Dinge dieser Welt. Besitz Bildung, Prestige verwehen wie der Wind. Selig sind die Armen des Geistes. Eines der frühesten Gedichte Bob Dylans handelt von Aurelius Augustinus, dem größten aller reuigen Sünder.

Et inquietum est cor nostrum, donec requiescat in te.
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Freitag, 19. August 2005 11:36
I was blinded by the devil,
Born already ruined,
Stone-cold dead
As I stepped out of the womb.
By His grace I have been touched,
By His word I have been healed,
By His hand I’ve been delivered,
By His spirit I’ve been sealed.

I’ve been saved
By the blood of the lamb,
Saved
By the blood of the lamb,
Saved,
Saved,
And I’m so glad.
Yes, I’m so glad,
I’m so glad,
So glad,
I want to thank You, Lord,
I just want to thank You, Lord,
Thank You, Lord.

Sind das die Worte eines Satanisten? (Der Text stammt von Bob Dylan, man muß ja nicht jeden Lyriker gleich in den Pop-Rock-Sack stecken). Bob hat sich schon in den 60iger durch inspirierte Texte von der Bumm-bumm-Szene abgesetzt. Die Verherrlichung von Gewalt, Drogenkonsum und Libertinage war nie seine Sache. Auch seine Musik zielt nicht auf Extase, sondern auf Inspiration. Bitte nicht die Kinder mit dem Bade ausschütten.
[mehr…]
Freitag, 19. August 2005 10:34
miles immaculatae: Rock, Pop, Ratzinger
Benedikt meint die Kultur von sex and drugs and rock-and-roll. Die ist in der Tat eine Antithese zum Christenthese. Und John Lennon hat für diese Antithese die politische Hymne gedichtet. Und meine lieben katholischen Mitbrüder und Mitschwestern drucken diese Hymne auch noch in einem Liederbüchlein für den Weltjugendtag ab.

Als Ex-Hippie, Ex-Anarcho, Ex-Street-Fighter, Ex-Was weiß ich noch kann ich ja so naiv nicht sein, wie meine lieben katholischen Mitbrüder und Mitschwestern. Mir geht aber heute nichts tierischer auf die Nüsse als die lieben katholischen Mitbrüder und Mitswchwestern, denen in späten Jahren aufgefallen ist, daß sie Woodstock und die 68er eigentlich ganz toll gefunden haben, und die die katholische Kirche umreformieren wollen, bis keiner mehr die Kirche als solche erkennen wird. Katholiken können ja manchmal so schrecklich dämlich sein.

Natürlich ist meine Kritik schrecklich ungerecht, schließlich habe ich das gemeinsame Haus mit angezündet. Aber bekanntlich waren die schärfsten Kritiker der Elche immer früher selber welche.
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Donnerstag, 18. August 2005 15:26
miles immaculatae: Rockmusik und Ratzinger
Rockmusik als Antithese zum Christentum? Wo soll das Ratzinger wann gesagt haben? Ich habe fast alles von ihm gelesen, an einen solchen Satz kann ich mich beim besten willen nicht erinnern. Also bitte Zitat und Fundstelle. [mehr…]
Mittwoch, 17. August 2005 18:39
miles immaculatae: Simon and Garfunkel
Hello Mrs. Robinson, Jesus loves you more than you will know. Was ist das? Ein jüdischer Text? Wer in der Pop-Musik nur Blaphemie erkennen kann, hat doch nen Schuß. Alles prüfe, das Gute bewahre, gilt auch für Pop und Rock. [mehr…]
Mittwoch, 17. August 2005 15:56
miles immaculatae: Politisch Korrekt
Schon die Schreibweise des Pro-Kondom-Plakats zeigt, wes Geistes Kind die Verfasser sind. KatholikInnen mit großen I. Die typische Schreibe der politisch korrekten Alt-68er. Aber die selbe Sippschaft, die jeden Tag tränenreiche Ergüsse über die Diskriminierung indigener Kulturen produziert, findet überhaupt nichts dabei, hunderttausende katholischer Jugendlicher zu beleidigen und zu provozieren. [mehr…]
Dienstag, 16. August 2005 17:50
miles immaculatae: Satanist Lennon?
Satanist war der gute John wohl nicht. Die persönliche Spiritualität der Beatles war wohl – wie in den 60er und 70er Jahren so Mode – eher fernöstlich pseudohindubudhitaoistisch. So modisch belanglos untief geist- und begrifflos wie alle anderen eben auch. Die Opfer von Pseudo-Hindu-Sekten wie Bhagwan (notabene Osho) füllen dieselben Klappsmühlen wie die Althippies, sofern sie nicht den Absprung geschafft haben.

Ich habe jedenfalls, nachdem ich 2 Meter „Blaue Bände“ (für nicht 68er Marx-Engels-Werke, Dietz Verlag (DDR)) entsorgt habe, auch noch die alten Scheiben der Beatles, Stones usw. dem Orkus der Müllverbrennungsanlage überantwortet.

Christliche Pop-Musik blieb dieses Schicksal erspart. Die gibt es übrigens auch reichlich (Simon & Garfunkel etc.) Wer sucht, wird auch dort vieles das Herz erhebende finden. Es muß nicht immer der gregrorianische Choral sei – der darf allerdings auch nicht fehlen.
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Dienstag, 16. August 2005 15:11
Wunderschöner Text?

Als Jugendlicher – lange ists her – habe ich auch bei diesem Text von einer Welt ohne Krieg geträumt, zumal die Melodie und Komposition wunderschön sind. Nun ja, das waren die Zeiten, in denen ich auch das alte „Make love not war“ romantisch verstanden habe. (Make love heißt nun aber nicht liebt einander, sonder vögelt einander, die Botschaft ist nicht wirklich pazifistisch sondern libertinärund veranwortungslos)

In etwas reiferem Alter habe ich mir dann den Text angesehen. (Heaven heißt bekanntlich nicht einfach Himmel, sondern ist wohl am adäquatesten mit dem deutschen Wort Himmelreich übesetzt). Richtig verstanden ist dies eine agnostische Hymne in der die Erlösung der Welt erwartet wird von der Abschaffung der Religion (und der Nationen, aber das ist ein anderes Thema). Der allseits geliebte und verehrte John Lennon, der auch der Held meiner Jugend war, hat eben der atheistischen Ideologie angehangen, die mitverantwortlich ist für die gesellschaftlichen Katastophen des 20. Jahrhunderts, von Archipel Gulag bis Auschwitz.

Das Lied findet sich gewissermaßen als Nationalhymne auf jeder atheisitischen und agnostischen Homepage dieser Welt. Und dieser Müll in einem Songbuch einer katholischen Diöszese? Wer hat das verzapft?

Hans Mohrmann
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Mittwoch, 22. Juni 2005 12:07
miles immaculatae: Lang ist her
Der Einbruch der europäischen Sexualmoral ist nun schon Jahrzehnte her. Mitte der 60iger Jahre, statistisch nachweisbar seit 1966, sank die Zahl der Geburten z.B. in Deutschland, um die Hälfte, ebenso die Zahl der Eheschließung. Verglichen mit 1966 ist die Zahl der Eheschließungen um die Hälfte gesunken, die Zahl der Scheidungen dramatisch gestiegen. Kamen in den 50er und 60er Jahren auf 100 Eheschließungen 10 Scheidungen, so sind es heute 55 Scheidungen auf 100 Heiraten. Die Deutschen haben, wie Otto Schily es sagt, eine Entscheidung gegen das Leben getroffen. Doch die Kurve geht seit Jahren noch immer nach unten. Seit 1990 hat sich die Entwicklung noch weiter verschärft. Die wirtschaftliche Depression geht einher mit einer mentalen und familiären, beide Effekte verstärken sich gegenseitig. Einen „Anti-Pillen-Knick“ kann ich in Deutschland jedenfalls nicht erkennen. Spreche ich mit jungen Menschen – auch aus meiner Gemeinde – so stelle ich fest, daß die materialistische Grundeinstellung, die Verachtung der „bürgerlichen“ Ehe, die mangelnde Bereitschaft sich auf andere einzulassen, die Entscheidung für ein Kind zu treffen von vielen Jungen geteilt wird, auch on vielen jungen katholischen Christen. Die Begeisterung für Johannes Paul II hat noch lange nicht zur Folge, daß man sich auch für dessen strikt katholische Auffassung von Ehe und Familie entscheidet.

Die Entscheidungen, die das deutsche Episkopat getroffen hat, und immer wieder bestätigt sind da wenig hilfreich.
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Montag, 23. Mai 2005 13:57
miles immaculatae: „Behauptung“
„Darum soll das Weib eine Macht auf dem Haupt haben, um der Engel willen“ heißt es in der lutherischen Übersetzung von Korinther 11,10. Fast 2000 Jahre haben christliche Frauen dieses Gebot ernst genommen, nach dem eine Frau zumindest in der Kirche ihr Haupt bedeckt, der Mann aber barhäuptig seinen Respekt vor dem „heiligen Ort“ zu bekunden hat. Daß christliche Frauen – verheiratete zumindest – stets eine Kopfbedeckung trugen zeigt noch die Redensart „unter die Haube kommen“. Daß Nonnen „den Schleier nehmen“ ist nichts anderes als der Ausdruck alter letztlich semitischer Bekleidungssitten. Von der Haube protestantischer Diakonissen, bis zum Chapel unverheirateter junger Frauen, daß noch bis zum 20. Jahrhundert Teil der protestantischen wie katholischen Volkstracht war, läßt sich die semitische Bekleidungstradition nachvollziehen, die unsere Kultur prägt. Nur Prostituierte trugen zu Paulus Zeiten ihr Haupt unbedeckt. Was als gibt uns nun das Recht, jungen Musliminen zu untersagen, ein Kopftuch zu tragen? [mehr…]
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