Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
@statcrux Pedro de Luna war nicht Benedikt XII. (den ein Theologe als Verfasser von „Benedictus Deus“
kennen sollte), sondern Benedikt XIII. Der einzige Vergleichspunkt zu Lefebvre ist die isolierte Stellung
seines Protests. Ansonsten war die Sachlage ja wohl eine ziemlich verschiedene…
Die Jugendband verstummt… Sekunden zuvor waren noch fröhliche Lieder zur Musik der Kinder- und Jugendband
erklungen. … ansonsten legt kreuz.net auf den Erhalt von Gemeinden mit solcherart Liturgiegestaltung
offenbar keinen gesteigerten Wert. Aber wenn man damit wieder mal die (bitteren, aber letztlich unumgänglichen)
Sparpläne der deutschen Bistümer mies machen kann, reicht auch dieses Argument.
Bischöfe als Rotarier? Schon eine merkwürdige Vorstellung, wenn man an den engen Zusammenhang von Rotary
und Freimaurertum denkt, von dem die Rotarier mittlerweile selbst ganz unverhohlen sprechen. Man lese
nur einmal: www.rotarier.de/…0404_zeitzeichen.pdf
Der Artikel hat wohl recht,… … wenn er die Haltung des Bundeskanzlers eher als ein Offenhalten von
Optionen denn als klares Nein qualifiziert. Es ist darum leider nicht auszuschließen, daß auch uns –
mit oder ohne ÖVP – das deutsche Modell einholt. Dennoch ist die Polemik des Verfassers gegen Kanzler
Schüssel und die ihn aus christlicher Sicht positiv zitierenden „‘katholischen’ Medien, die sich gerne
anbiedern und inhaltsleere bürgerliche Politik bewerben“, dumm und unproduktiv. Solange nämlich die
Sache noch nicht entschieden ist, sollten wir als Christen alles versuchen, die das sittlich falsche Gesetz
ablehnenden Kräfte in unserem Land und besonders in der ÖVP (inkl. Bundeskanzler) zu stärken, statt
auf irgendwelche angeblich doktrinell glasklaren christlichen Splittergrüppchen auszuweichen. Denn damit
ziehen wir uns faktisch ganz aus der Politik zurück, wie es unsere Gegner (schönen Gruß an die „Stimme
der Vernunft“) so gerne hätten. Politik bleibt halt die Kunst des Machbaren und ist bei den gegenwärtigen
Mehrheitsverhältnissen kein Ort, wo man die „reine Lehre“ durchsetzen kann. Teilerfolge kann aber mit
etwas pragmatischem Geschick schon erzielen.
Gottes Segen… … für Bischof Schwarz in seiner neuen, schwierigen Aufgabe! Als Weihbischof in Wien
habe ich ihn als einen glaubenstreuen und liebenswürdigen Hirten kennengelernt. Sein Lob für Medjugorje
muß man ja nicht unbedingt teilen… Hoffentlich gelingt es ihm, die Spannungen in der Kirche unseres
Landes, die immer wieder von Linz ausgehen, zu verkleinern.
Mein lieber Marcel, bevor Du mir hier unwahre Behauptungen und Denkschwächen unterstellst, berücksichtige
bitte: – Ich habe nirgends gesagt, daß kreuz.net eine offizielleSeite der FSSPX ist, sondern daß sie
meiner Ansicht nach dieser Gruppierung sehr nahe steht, irgendwie aus dem Sympathisantenkreiszu kommen
scheint. Ich kenne jedenfalls kein Nicht-FSSPX-Organ, das so viel Positives über die Bruderschaft einfließen
läßt wie kreuz.net. – Deine Argumente gegen diese These sind nicht überzeugend: * Kann sich ein FSSPX-Anhänger
nicht auf traditionelle Aussagen des Vat. II berufen ? Dein „Namenspatron“ hat doch selbst fast alle Dokumente
abgezeichnet… * Kann ein FSSPX-Anhänger nicht Aussagen oder Handlungen einzelner Bischöfe loben, auch
wenn diese keine vollen „Traditionskatholiken“ sind??? Tun das nicht sogar das „Mitteilungsblatt“ und
die „Kirchl. Umschau“ ? * Hat nicht die FSSPX-Führung die Wahl von B XVI als „Hoffnungsschimmer“ bezeichnet?
DEINE Form der FSSPX erscheint mir demgegenüber eher sedisvakantistisch zu sein.
So viel Aufregung? Daß kreuz.net ein nicht auf journalistische Objektivität, sondern reine Tendenzberichterstattung
ausgerichtetes Agiprop-Organ aus dem SSPX-Umfeld ist, dürfte sich doch mittlerweile herumgesprochen haben –
die immer neue Aufregung darüber bringt m. E. nichts. Wer die Seite besucht, muß das einfach wissen.
Hier herrscht das bekannte Motto: Die wahre Doktrin heiligt viele Mittel… Daß allerdings gerade bei
Nachrichten zum Homo-Thema stets besonders heftige Empörung geäußert wird, macht schon etwas stutzig.
Und es erweckt den Eindruck, daß hier mancher Leser nicht bloß mit der Berichterstattung von kreuz.net,
sondern auch mit der klaren katholischen Lehre seine Probleme hat.
Die beste Lösung… Die Schweiz ist ein in kirchlicher Hinsicht derart verkommenes Land, daß man vor
einem totalen Neuanfang am besten ein 20jähriges Interdikt verhängt und vorher die 100 übrig gebliebenen
Katholiken nach Liechtenstein ausfliegt. Die Schweizer Bischöfe werden dabei sicherlich niemandem den
Platz wegnehmen…
@ Romulus Er hat Stil, Bildung, Esprit und ist ein wahrhaft frommer Mann. … also gegen solche „Argumente“
sind die Einwände der „selbsternannten Glaubenswächter“ hier im Forum wahrlich tiefgründig (mit oder
ohne Klaus Schatz-Lektüre, die im übrigen an der dogmatischen Verbindlichkeit von Vat. I auch nichts
ändert).
@ Irenäus … sehe ich im Prinzip alles genauso, wenn man auch sagen muß, daß der Unfehlbarkeitsanspruch
auch von Rom nicht immer so explizit, präzise und umfassend artikuliert wurde wie in der letztendlichen
Definition. Mein Anliegen (gegen Romano) ist nur klarzumachen, daß es generell dogmatisch falsch ist,
eine Kircheneinung durch künstliche Wiederherstellung eines vergangenen status quo erreichen zu wollen,
der von der Lehrentwicklung unwiederbringlich überholt ist. Den Traum träumen aber viele Ökumeniker
von heute.
@ Romano Tausend Jahre lang hat die römische Kirche ja durchaus damit leben können, dass der Papst nur
„primus inter pares“ der Patriarchen ist. Das mag in mancher Hinsicht richtig sein, kann aber das Problem
nicht lösen. Mit einer Dogmatisierung ist eine zuvor vielleicht offene Lehrentwicklung verbindlich abgeschlossen.
Nach katholischem Verständnis gibt es darum kein Zurück hinter das Vat. I. Zu sagen, daß der Lehr-
und Jurisdiktionsprimat für die Orthodoxie nicht gelten soll, wäre genauso absurd, wie die These, gegenüber
den Prostestanten könne man auf die Definitionen von Trient verzichten. Trient und Vat. I bleiben verbindliche
ökumenische Konzilien für alle. Natürlich könnte ein Papst versprechen, den Primat gegenüber den
Orthodoxen faktisch nicht auszuüben – aber ob man sich in Moskau und Konstantinopel damit zufrieden gibt?
Der nächste Papst könnte das mit gutem Recht ja wieder ganz anders sehen. Einheit wird es nur geben,
wenn eine Seite ihre Position prinzipiell aufgibt – und ich hoffe, es wird nicht die röm.-katholische
sein…
Hoffentlich… … ist dieses heraldische Detail, mit dessen historischer Einordnung Athanasius natürlich
Recht hat, nicht der Anfang eines offiziellen römischen Abschieds vom päpstlichen Primat im strikten
Sinne der Definition des I. Vatikanums. Schon bei JP II gab es dazu gewisse Ansätze („Ut unum sint“!),
und zwar im Gefolge des Ökumenismus „gen Osten“. Dieser Ökumenismus soll, wie B XVI mehrfach erklärt
hat, im Zentrum seines Pontifikats stehen. „Konkrete Gesten“ wurden bereits angekündigt. Jeder Theologe
aber weiß: Ohne Relativierung des Primats wird die Orthodoxie NIE der Einheit mit Rom zustimmen. Joseph
Ratzinger selbst hat früher dazu gewagte Überlegungen vorgelegt. Wollen wir hoffen, daß er nicht alles
davon umzusetzen versucht.
Lieber Marcel… … wenn Du so fest überzeugt bist, daß kreuz.net keine Seite aus dem direkten Umfeld
der Piusbruderschaft ist, dann nenn uns doch mal ein paar überzeugende Argumente, warum das so ausgeschlossen
sein soll. Du weißt ja offenbar etwas mehr als wir anderen… Ich glaube ja auch nicht, daß die FSSPX-Priester
so etwas allein hinbekämen, aber vielleicht haben sie ja ein paar eifrige laikale Helfer? Im übrigen
hoffe ich doch, daß die hochw. Herren den lieben langen Tag lang noch etwas mehr tun als „fleißig das
hl. Meßopfer in der Messe aller Zeiten darzubringen und Beichte zu hören“, denn damit kommt man selbst
in den frömmsten Kreisen nicht auf die tariflich erwünschte klerikale 38-Stunden-Woche. Also bleibt
vielleicht doch ein wenig Zeit fürs Internet!?
Die Jungs von der Piusbruderschaft… … machen halt ihren Job, warum so viel Aufregung darüber? Daß
man es nach all den Jahren jansenistischer Verkrampftheit jetzt mal etwas lockerer und ironischer versucht,
ist doch schon ein Fortschritt. Wenn man von vornherein berücksichtigt, daß bei kreuz.net alles ein
bißchen suggestiv und propagandistisch aufbereitet ist, ist die Lektüre der „Informationen“ doch ganz
nett. Und im vorliegenden Fall ist die Kritik auch sachlich berechtigt.
„Die Lehren von JP II.“ bewahren? Gewöhnlich reicht es für einen Bischof, die Lehre(n) der Kirche zu
bewahren… Und was den verstorbenen Papst angeht, so sollte sich sein ehemaliger Sekretär vor allem
an dessen verfügten letzten Willen halten und alle persönlichen Nachlaßpapiere verbrennen. Ein Testament
zu mißachten, ist Ausdruck von Willkür und Geringschätzung des Verstorbenen, ein posthumer Treuebruch.
Bitte mehr Trennung von Text und Kommentar! Wie wäre es eigentlich, wenn man auch bei kreuz.net Dokumente
zuerst einmal im vollen Wortlaut bzw. wenigstens in den wichtigsten zusammenhängenden Abschnitten wiedergibt
und sie dann anschließend kommentiert? Die Trennung von Text und Kommentar gehört zu den Proseminarwahrheiten
jeder seriösen Berichterstattung. Dagegen ist das hier immer wieder anzutreffende Mischmasch aus Zitatsplittern
in einem massiv bewertenden Referat das Kennzeichen von Demagogie und suggestiver Rhetorik. Gerade wenn
man sich auf der Seite der besseren Argumente weiß, sollte man solche Methoden eigentlich nicht nötig
haben.
@ Stimme aus dem Tradiland … über die von mir angesprochenen Probleme der FSSPX brauche nicht ich zu
erzählen, das können die Ex-Mitglieder der Bruderschaft, die sich im Internet ja recht lebhaft tummeln,
viel besser. Um nur ein paar von den Überläufern zum Sedisvakantismus zu nennen: www.sodalitium.it www.sspv.net/
tourdedavid.hautetfort.com/exhortations_spirituelles/ (Seite von Abbé Grossin) Und zeugt es nicht auch
von Problemen, wenn P. Aulagnier, die frühere rechte Hand von Eb. Lefebvre, wegen der Haltung gegenüber
Rom die Bruderschaft verlassen hat? Oder wenn der frühere Regens von Zaitzkofen, P. Natterer, heute dicke
Bücher über die Größe der Kantischen Philosophie verfaßt, statt sein Priesteramt auszuüben? Diese
Liste könnte man sicher noch verlängern… (siehe auch: www.sspx-schism.com/main.htm) Damit man mich
nicht falsch versteht: Das ist keine Schadenfreude und auch kein generell schlechtes Urteil über die
FSSPX. Aber es ist die Bitte an ihre Anhänger, bei aller Fremdkritik gelegentlich auch einmal an die
Selbstkritik zu denken.
Und die FSSPX… … wird sich in diesem Prozeß dann klar von all den faktischen Sedisvakantisten trennen
müssen, die in ihren Reihen nicht gerade wenige sind. Ob nicht auch das ein Grund ist, weshalb man die
Einigung mit Rom so scheut: weil man Angst hat, daß der Laden dann endgültig auseinanderbricht? Wenn
man sich die vielen personellen Abgänge anschaut, die diese Bruderschaft in den letzten Jahrzehnten gerade
„nach rechts“ verkraften mußte (natürlich gab es auch noch welche nach links und zölibatsbedingte),
dann ist diese Sorge nicht unbegründet. Vielleicht können uns Marcel, Athanasius und all die anderen
Lobredner der FSSPX bei kreuz.net in Zukunft auch einmal ein wenig über die massiven inneren Probleme
der angeblich so „idealen“ Priestergemeinschaft berichten…
Bitte erst richtig den Text lesen… …und dann über ihn urteilen! (1) JP II spricht überhaupt nicht
davon daß alle Religionen gleichwertig sind und das Christentum auf einer Stufe mit ihnen steht. (2)
Seine prinzipiell positive Einschätzung der nichtchristlichen Religionen geht vielmehr aus folgender
Argumentation hervor: [1] Jedes menschliche Streben nach Wahrem und Gutem zielt letztlich auf Gott und
ist durch Gott ermöglicht. [2] Religiöse Erfahrungen von Personen, wie sie am Anfang der Religionen
stehen und in ihnen später institutionalisiert worden sind, sind Ausdruck des Strebens nach Wahrheit.
[3] Insofern, nämlich als auf die Wahrheit hinstrebend (!), sind die Erfahrungen und die auf ihnen begründeten
Religionen vom Heiligen Geist erfüllt. (3) Das Christentum kann weiterhin als DIE Wahrheit unterschieden
werden, zu der die anderen unbewußt hinstreben. (4) Das Problem dieser Aussagen liegt also nicht in einem
Indifferentismus, sondern eher in einer allzu massiven Vermischung von Natur und Gnade. Ein vorbereitendes
Wirken des HG wird nicht klar von seinem rechtfertigenden Wirken unterschieden. Wahrscheinlich rührt
das aus dem bekannten Augustinismus des verstorbenen Papstes.
Ist diese Aufregung gerechtfertigt? Die Fakten sind doch: 1.) Dieser Kirchbau wird offensichtlich von
der realen Gemeinde vor Ort (leider!) nicht mehr benötigt. 2.) Das Geld für den Unterhalt fehlt. 3.)
Abriß ist aus religiöser Sicht nicht schlimmer als profanierende Fremdnutzung. 4.) Der Bochumer Fall
ist erst der Beginn einer riesigen Lawine von Kirchenschließungen, die uns bevorstehen werden. Pessimistische
Prognosen sprechen davon, daß 1/3 aller deutschen Kirchen auf Dauer nicht zu halten sein werden. Ob wir
es schön finden oder nicht – diesem Schicksal wird sich die deutsche Kirche stellen müssen. Man braucht
nur nach Holland zu schauen, um zu erkennen, wie die Zukunft aussieht. Daß die ganze Entwicklung wenigstens
teilweise auch Strafe für die kirchlichen und theologischen Sünden der vergangenen Jahrzehnte ist, ändert
an den Fakten nichts
@ Paul Mayer (1) Der Häresievorwurf ist derart schwerwiegend, daß man ihn nur bei absoluter Sicherheit
äußern darf – und die sehe ich im vorliegenden Levada-Zitat nun wirklich nicht. Ein falscher Häresievorwurf
ist sündhafte Beleidigung. Also bitte etwas mehr contenance auch bei denen, die gewohnt sind, in der
„Amtskirche“ nichts anderes mehr als Häresien zu finden! (2) Daß das Christentum im Islam seinen Widerhall
findet, gilt nicht bloß in der Gotteslehre, sondern auch in vielen anderen Stücken der Doktrin. Mittlerweile
spricht ja rein historisch sehr viel für die schon im MA von den Christen vertretene These, daß manches
im Islam schlichtweg auf ein mißverstandenes bzw. häretisches Christentum zurückgeht. (3) Was Levada
vom universalen missionarischen Anspruch der beiden Religionen sagt, ist zunächst die Beschreibung eines
Faktums. Damit ist – es sei nochmal gesagt – weder die Richtigkeit des islamischen Anspruchs behauptet
noch die Zulässigkeit der in gewissen islamischen Staaten angewandten Missionsmethoden. (4) Der Vorwurf
der Schrebergärtnerei bezieht sich nicht auf die Sorge um den Glauben, sondern das hier vorgetragene
Schlagwortwissen über Hegel, Thomas etc. Den Vergleich einer monotheistischen Hochreligion wie des Islam
mit Esoterik und Satanismus, lb. Herr Mayer, könnte man aber gleich hinzufügen.
Häresie? Das Islam-Zitat paßt zwar zum nachkonziliaren Dialoggeschwafel, aber was soll daran formell
häretisch sein? Daß das Christentum im Islam widerhallt, ist ja wohl klar, und daß selbst ein ultrakonservativer
Katholizismus sehr wohlwollend auf den Islam schauen kann, hat kürzlich Reinhard Lauth in seinem Buch
„Abraham und die Kinder seines Bundes mit Gott“ gezeigt (im Internet frei verfügbar: www.christoph-heger.de/…einhard%20Lauth.html).
Selbstverständlich kann man das Eigene in etwas Fremdem bzw. in der Begegnung mit ihm besser kennenlernen ,
auch und gerade wenn man davon überzeugt ist, daß dieses Fremde nicht die Wahrheit ist. Das ist doch
eine Binsenweisheit, und man braucht deswegen nicht gleich den Untergang des (thomistischen !?) Widerspruchsprinzips
zu verkünden, wie es hier unsere aufgeregten SSPX-Schrebergartenphilosophen in ihren Kommentaren tun…
Joseph Ratzinger zum Thema… „Wenn Friedrich Heer kürzlich einmal geäußert hat, die lateinische Liturgie
müsse erhalten bleiben und der Katholik müsse überall, und sei es einmal auf dem Mars oder dem Mond,
sie vorfinden können, so wie er seinen Seneca und seinen Homer überall finden wolle, so heißt das,
die Liturgie ins Museum der Vergangenheit einreihen, in die ästhetische Neutralisierung abdrängen und
von vornherein voraussetzen, daß sie in ihrer ursprünglich gemeinten Bedeutung heute gar nicht mehr
gemeint sein kann. In diesem Sinn beruht das Skandalöse der Liturgiereform darin, daß sie durchaus naiv
genug ist, Liturgie noch immer so zu meinen, wie sie eigentlich gemeint war: nämlich sie ernst zu nehmen
als das, was sie ist. Insofern wird man behaupten dürfen, daß heute niemand überzeugender Notwendigkeit
und Recht der Liturgiereform beweise als ihre Gegner, denn was sie verteidigen, ist ein Mißverständnis
der Liturgie, und was sie beweisen, ist folglich dies, daß die bisherige Form der Liturgie Gefahr lief,
das Mißverständnis als das Eigentliche erscheinen zu lassen. Wer dies sieht, wird zugleich zugeben,
daß zur Liturgiereform bis zu einem gewissen Grad der Skandal und das Mißverständnis, das Unbehagen
gehört. Er wird erkennen, daß man die Liturgiereform nicht daran messen kann, ob sie die Zahl der Kirchenbesucher
vermehrt hat, sondern einzig und allein daran, ob sie dem Grundwesen des christlichen Gottesdienstes als
solchen entspricht.“ (J. R., Das neue Volk Gottes, Ddf 1972, 135)