Schopenhauer2
Erstellt: 00:03:10 | Mittwoch, 27. Juni 2007
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25 Lesermeinungen
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Zuwenig Relativismus
#42   Schopenhauer2   00:06:36 | Montag, 16. Juli 2007
@ Rudolfus
Nach dem Dreißigjährigen Krieg war Dtl (und ist es bis heute) de facto geteilt in evangelisches Preußen und kath. Österreich. Bismarck hat die süddeutschen Länder zu Preußen geschlagen und damit das Zweite Kaiserreich begründet. Ein erklärtermaßen evangelisches Reich mit starker Aversion gegen seine kath. Minderheit und mit evangelischem Kaiserhaus. Daraus ist das heutige Dtl entstanden. Allein aus den Erfahrungen der Teilung in Nord-Süd, Preußen-Österreich, kann man erkennen wie wichtig die Ökumene gerade für Dtl. ist. Aus den Erfahrungen des Kulturkampfes kann man erkennen wie sehr gerade die dt. Katholiken auf die Toleranz der evangelischen Mehrheit angwiesen sind.
Es soll sich doch niemand einbilden die Evangelischen seien weniger intolerant als die Katholiban. Wie man in den Wald schreit so halt es zurück und es könnte ungemütlich werden wenn ein Bischof Huber die antipäpstlichen Schmähreden eines Luther wieder auspackt.
Obwohl – Haßpredigern wie Pünktchen und Konsorten die lieber Deutschland in Feuer und Flammen untergehen sehen würden als einem Evangelischen die Hand zu geben käme das gerade recht.
Glücklicherweise leben wir unter der „Diktatur des Relativismus“. Und so ist auch der Papst und sein Geschmiere – Gott sei Dank! – nur relativ!
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#38   Schopenhauer2   23:54:19 | Sonntag, 15. Juli 2007
@ Rudolfus
Wieso? Die Konfession prägt Kultur und Geschichte und aus Kultur und Geschichte kann man nicht austreten. So wie Österreich katholisch ist und ohne Kath. Kirche nicht verstanden werden kann, so kann auch das heutige Dtl. (das ganz bewußt unter Ausschluß Österreichs entstanden ist) nicht ohne Luther und die Evangelische Kirche verstanden werden.
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#36   Schopenhauer2   23:47:44 | Sonntag, 15. Juli 2007
@ Vorposter
Wußten Sie eigentlich daß die Zahl der Protestanten in Dtl um ein Vielfaches höher ist als die der Katholiken (zumindest wenn man die ehemals protestantischen Konfessionslosen dazuzählt)? Daß das heutige Dtl auf dem Zweiten Kaiserreich basiert, dem „Heiligen Evangelischen Reich Dt. Nation“? Daß Kardinal Meissner vor Eifersucht fast geplatzt wäre als er den erfolgreichen Kirchentag der Evangelischen Kirche in Köln erleben mußte?
Und last but not least – der Vatikan hat sein Geschreibsel als Beitrag zur Ökumene verstanden (ansonsten wäre es ja so unnötig wie ein Kropf) und da ist es ganz logisch daß die Evangelischen sich dazu äußern.
In deutschem Interesse ist dieses päpstliche Zeugnis der Inkompetenz jedenfalls nicht. Kein Land ist so sehr auf eine erfolgreiche Ökumene angewiesen wie Dtl.
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#34   Schopenhauer2   23:37:57 | Sonntag, 15. Juli 2007
@ Pünktchen
Daß andere andere Definitionen gebrauchen, ist ihnen unbenommen
Wo sagt der Papst das? Eben das wird in vielen Reaktionen auf das päpstliche Geschreibsel kritisiert. Es wird nicht anerkannt das es andere Definitionen gibt.
daß die in apostolischer Sukzession stehenden Kirchen diese Defintion niemals anerkannt haben und anerkennen werden.
Who gives a fuck?
Daß die römisch-katholische Kirche die Ev. „Kirche“ nicht als Kirche im Vollsinne anerkennt
Die Kirche leugnet daß es überhaupt ein Gegenüber gibt! Hallo? Wo schreibt der Papst denn: „Da ist noch jemand anders, der hat diese und jene Meinung…“?
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#31   Schopenhauer2   23:06:44 | Sonntag, 15. Juli 2007
@ Pünktchen
Wie so oft haben Sie auch diesmal keine Ahnung.
Der Papst schreibt die Evangelische Kirche sei keine Kirche im katholischen Sinn. Davon daß sie sich als Kirche in einem anderen Sinn versteht steht eben entscheidenderweise gar nichts in dem päpstlichen Geschreibsel. Eben das kritisiert Bischof Huber. Die Kirche reklamiert die Deutungshoheit über den Begriff Kirche für sich allein, leugnet daß irgendjemand anders eine andere Deutung dieses Begriffs leisten könnte und bewertet dann mal nebenbei inwiefern diese oder jene Kirche ihrer Definition gerecht wird. Das schimpft man dann Ökumene. Um einen Dialog zu führen muß man erstmal anerkennen, daß es ein Gegenüber gibt, ein Subjekt, einen Menschen, einen Dialogpartner usw. Predigen Sie das nicht immer? Und wie siehts in der Praxis aus? Da wird üble Nachrede getrieben daß sich die Balgen biegen wenn ein DDL eine unangenehme Meinung hat. Da wird ganzen Glaubensgemeinschaften die schlimmsten Dinge nachgesagt wenn sie sich nicht vom Vatikan vorschreiben lassen wollen woran sie zu glauben haben.
Der Vatikan erkennt ja noch nicht mal das Problem.
daß die katholische Kirche doch – „bittschön“ – das lutherische Kirchenverständnis zu übernehmen hätte.
Wer hat nochmal selbstherrlich Kirche definiert? Huber oder Ratze?
daß ein bestimmter Herr in Wien kein „Rabbi“ sei
Ich habe geschrieben, daß die Juden darüber entscheiden und nicht das antisemitische Pünktchen! That’s it!
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#26   Schopenhauer2   22:31:31 | Sonntag, 15. Juli 2007
@ Theophil
Es gibt halt keine Doppelgänger von Jesus mit anderen Bibeln.
Glauben Sie Bischof Huber glaubt das? Ich versichere Ihnen es gibt unter den Evangelischen genauso viele Fundis wie unter den Katholen. Und wegen mir könnt Ihr Deppen euch getrost gegenseitig die Schädel einschlagen für euren depperten Jesus. Das wäre mir persönlich völlig wurscht. Ich habe nur kein Interesse an einem zweiten Dreißigjährigen Krieg oder Zuständen wie in Nordirland nur weil ihr Deppen euch nicht einigen könnt welches nun der wahre Aberglaube ist.
Deshalb liegt die Deutungshoheit einzig bei ihm und in der Sukzession bei den Bischöfen der Katholischen Kirche.
Oder eben bei den Pastoren oder den Ökumenischen Patriarchen oder den Mullahs und Ulama und so weiter.
Am Ende wird wieder das Schwert entscheiden weil die Arschlöcher sich nicht einigen können. Herr schmeiß Hirn vom Himmel.
Redaktion benachrichtigen Mörder indirekt als Mörder bezeichnet
#77   Schopenhauer2   22:22:06 | Sonntag, 15. Juli 2007
@ Hüller
Dass Sie Frauen vom Weihepriestertum ausschließt, hat nichts mit Geringschätzung oder Diskriminierung zu tun, sondern mit der biblisch fundierten Überzeugung, dass nur ein Mann der „Braut des Herrn“ würdig, angemessen und legitim in der Nachfolge der Apostel voranstehen kann.
Was ist das anderes als Diskriminierung?
Ich warte übrigens noch immer auf eine Antwort auf meine vor einiger Zeit an Sie gestellte Frage warum denn Adolf Hitler als Katholik sterben konnte obwohl er viele Millionen Menschen getötet hat, eine Frau aber sofort exkommuniziert ist, sobald sie einen einzigen Fötus abgetrieben hat? Wird Mord hier nicht unterschiedlich geahndet?
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#24   Schopenhauer2   22:17:05 | Sonntag, 15. Juli 2007
@ Vorposter
Sehr gut, daß Sie die Relativität auch Ihres Standpunktes anerkennen und damit auch einer anderen Religion wie der römisch-katholischen das Recht zuerkennen…
Ihr Denkfehler liegt einfach darin, daß Sie meinen Bischof Huber sei der Auffassung alles sei gleich richtig. Das ist er mit Sicherheit nicht. Unter Garantie ist er der Meinung seine Definition von Kirche sei die einzig Wahre und Richtige.
Er betont nur (und völlig zurecht!), daß man mit dieser Haltung keinen Dialog führen kann. Deshalb fordert er zumindest die Realität insoweit anzuerkennen, daß man zugibt, daß andere Kirchen andere Meinungen vertreten.
Leider ist der Vatikan nicht mal dazu gekommen. Vielmehr sagt der Vatikan: Kirche ist dies und das, wir haben die Deutungshoheit über den Begriff Kirche und andere nicht. Punkt.
Da wird einfach die Realität ausgeblendet. Die Problematik daß andere Kirchen andere Defintionen vertreten wird geleugnet. Da brauche ich keine Ökumene. Für was denn? Da kann man geich wieder den Dreißigjährigen Krieg ausrufen. Denn geistig scheint der gute Benedikt nicht darüber hinaus gekommen zu sein.
Jemand sollte ihm mitteilen, daß die Protestanen oder Orthodoxen sich gewöhnlich nicht von Rom vorschreiben lassen was Kirche ist und was nicht.
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#20   Schopenhauer2   21:53:41 | Sonntag, 15. Juli 2007
Die Relativität des eigenen Standpunkts…
…bedeutet nichts weiter als eben anzuerkennen, daß es Kirchen gibt die ihr Kirchensein schlicht an anderen Kriterien festmachen als die Katholische.
Insofern hat Bischof Huber völlig Recht. Wenn die Kath. Kirche mehr führen will als einen Monolog mit sich selbst, dann wird sie erstmal anerkennen müssen, daß andere Kirchen entscheidende Dinge unterschiedlich definieren und gewichten. Das ist völlig logisch.
Anonsten ist das ganze Gerede von Ökumene nur verlogenes Geschwafel. Ein Verdacht der sich bei Benedikt sowieso immer stärker aufdrängt.
Und wenn die Kath. Kirche tatsächlich der „mystische Leib Christi“ sein sollte, dann grausts a Sau dabei.
Redaktion benachrichtigen Der Papst weiß, was er tut
#35   Schopenhauer2   22:13:43 | Sonntag, 8. Juli 2007
@ Genoveva
So gesehen handelt es sich sehr wohl um einen Selbstfindungsprozess innerhalb der westlichen Kirche.
Das ist schon deshalb falsch weil der Machtkampf zwischen Kirche und Staat genauso gut auch anders hätte ausgehen können. Insofern kann von Selbstfindung keine Rede sein.
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#32   Schopenhauer2   18:48:51 | Sonntag, 8. Juli 2007
@ Pünktchen
Im weltlichen Bereich mußte der Kirche „das Schwert“ erst entrungen werden. Danach war aber der Zustand der „beiden (getrennten, aber nicht notwendigerweise antagonistischen) Reiche“ erreicht.
Wer will der Ostkirche nun einen Vorwurf machen, daß es in ihrem Bereich keinen solchen Gegner gab? Hätte es ihn auch im Westen nicht gegeben, so wäre auch im Westen die Trennung zwischen Staat und Kirche beileibe nicht so radikal ausgefallen. Noch im Mittelalter hat sich der Papst angemaßt aus einem König einen Kaiser machen zu können und selbst kurz nach der Reformation meinte der Papst noch die englische Elisabeth für vogelfrei erklären und ihre Tötung für erwünscht erklären zu können. Mal ganz zu schweigen von Kopernikus oder Galilei.
Es ist also tatsächlich nicht mehr als übles Lügengebilde die heutigen Verhältnisse in Europa als schon immer mit der Katholischen Kirche in Einklang stehend zu erklären.
Tatsächlich wurden diese Verhältnisse gegen den massiven und fundamentalen Widerstand Roms erkämpft.
Es ist nicht die Schuld Konstantinopels, daß ähnliche Kämpfe dort nicht statt fanden weil die Gegner fehlten. Zweifelsfrei ist es aber dummes überhebliches Zeug heute die Trennung zw. Staat und Kirche im Westen als Errungenschaft des Katholizismus gegen die Orthodoxie des Ostens auszuspielen!
Redaktion benachrichtigen Der Papst weiß, was er tut
#29   Schopenhauer2   17:56:15 | Sonntag, 8. Juli 2007
@ Pünktchen
die auf die stärkere Eigenständigkeit des geistlichen und des weltlichen Bereiches abhebt.
Diese Eigenständigkeit wurde gegen den massiven Widerstand Roms in Jahrhundertelangen Kämpfen errungen. Es ist üble Geschichtsklitterung diese Trennung zwischen Staat und Kirche als originär katholisch auszugeben. Diese Trennung wurde konsequent erkämpft! Gegen Rom!
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#26   Schopenhauer2   17:38:08 | Sonntag, 8. Juli 2007
@ möchtegern-kathole
Der Papst ist nicht Stellvertreter Christi.
Redaktion benachrichtigen Der Papst weiß, was er tut
#24   Schopenhauer2   17:33:41 | Sonntag, 8. Juli 2007
@ Pünktchen
Entscheidend ist, daß kaum ein Konzil gegen einen amtierenden Papst votieren wird!
Was eben daran lag, daß der Bischof von Rom sich vor seinem anmaßenden Verhalten stets bereitwillig dem Konzil unterworfen hat. Tut er das in der Zukunft wieder dürfte der Einheit kaum etwas im Wege stehen.
Redaktion benachrichtigen Der Papst weiß, was er tut
#21   Schopenhauer2   17:19:24 | Sonntag, 8. Juli 2007
@ Pünktchen
Trotzdem waren sie ihm übergeordnet.
Redaktion benachrichtigen Der Papst weiß, was er tut
#19   Schopenhauer2   17:08:28 | Sonntag, 8. Juli 2007
@ Pünktchen
Päpste wird es, bis zum Tag der Wiederkunft des Herrn, immer geben!
Dann wird es auch bis zum Ende der Welt keine Einheit mit den Ostkirchen geben. Schade auch!
Redaktion benachrichtigen Der Papst weiß, was er tut
#16   Schopenhauer2   16:53:56 | Sonntag, 8. Juli 2007
@ Pünktchen
Seine ganze patristische Gelehrsamkeit und liturgische Sensibilität tendiert auf eine Wiedervereinigung der Kirche von Rom mit den Patriarchaten des Ostens
Dann müßte der Papst aber auch die Oberhoheit des Konzils anerkennen. Implizit tut er das ja schon. Es versichert bspw. daß niemand das Zweite Vatikanische Konzil antasten wird. Es müßte es aber natürlich noch ausdrücklich tun.
Dann hätten sicherlich auch die „Modernisten“ nichts gegen eine Einheit mit den Ostkirchen.
Redaktion benachrichtigen David Berger, ein Fall für den Richter?
#158   Schopenhauer2   21:28:58 | Mittwoch, 4. Juli 2007
@ Pünktchen
„Aber der Mensch ist die vollkommenste Erscheinung des Willens, welche, um zu bestehen, wie im zweiten Buch gezeigt, von einem so hohen Grade von Erkenntnis beleuchtet werden mußte, daß in dieser sogar eine völlig adäquate Wiederholung des Wesens der Welt unter der Form der Vorstellung, welches die Auffassung der Platonischen Ideen, der reine Spiegel der Welt ist, möglich ward, wie wir sie im dritten Buch kennen gelernt haben.
Im Menschen also kann der Wille zum völligen Selbstbewußtsein, zum deutlichen und erschöpfenden Erkennen seines eigenen Wesens, wie es sich in der ganzen Welt abspiegelt, gelangen. Aus dem wirklichen Vorhandensein dieses Grades von Erkenntnis geht, wie wir im vorigen Buch sahen, die Kunst hervor. Am Ende unserer ganzen Betrachtung wird sich aber auch ergeben, daß durch dieselbe Erkenntnis, indem der Wille sie auf sich selbst bezieht, eine Aufhebung und Selbstverneinung desselben in seiner vollkommensten Erscheinung möglich ist: so daß die Freiheit welche sonst, als nur dem Ding an sich zukommend, nie in der Erscheinung sich zeigen kann, in solchem Fall auch in dieser hervortritt und, indem sie das der Erscheinung zugrunde liegende Wesen aufhebt, während diese selbst in der Zeit noch fortdauert, einen Widerspruch der Erscheinun mit sich selbst hervorbringt und gerade dadurch die Phänomene der Heiligkeit und Selbstverleugnung darstellt.“
Schopnehauer, Welt als Wille und Vorstellung, erster Band, IV. Buch
Redaktion benachrichtigen David Berger, ein Fall für den Richter?
#152   Schopenhauer2   23:03:34 | Dienstag, 3. Juli 2007
@ Stöhr
Kant und Schopenhauer zufolge ist der Mensch nicht in der Lage darüber zu spekulieren woher die Welt kommt oder welchen Sinn sie hat. Dazu ist das menschl. Gehirn zu beschränkt.
Redaktion benachrichtigen David Berger, ein Fall für den Richter?
#150   Schopenhauer2   22:48:46 | Dienstag, 3. Juli 2007
@ Pünktchen
Ist der andere nur ein Objekt unter anderen oder erkenne ich in ihm etwas, das unreduzierbares Selbst-Sein ist wie ich selber.
Was Sie da schreiben sind alles schöne Worte. Damit können Sie eine prima Sonntagspredigt halten. Aber praktische Auswirkungen wird das gar keine haben. Ich werde nie begreifen wie Sie theoretisch ein solches linksradikales Gutmenschentum propagieren können und in der Praxis schon ein Lehmann zum Atheisten stilisieren.
Kant sagt: nur unter der sittlichen Forderung erfahre sich der Mensch nicht als Erscheinung, sondern als allem kausalem Determinismus enthobenes „Ding an sich“.
Das ist das gleiche. Schöne Worte und wenig dahinter. Kant unterscheidet ganz banal zwischen Theorie und Praxis. Theoretisch sollte man sich so und so verhalten und praktisch steckt man – auf Deutsch gesagt – ziemlich in der Scheiße. Das wird dann von Kant gewohnt blumig und pathetisch formuliert und fertig ist der „Tiefsinn“.
Ist der andere nur ein Objekt unter anderen
Wachen Sie auf! Für 99 von 100 Menschen sind ihre Mitmenschen natürlich nur Objekte die ihnen nutzen oder schaden. Und das ist eine optimistische Schätzung!
Redaktion benachrichtigen David Berger, ein Fall für den Richter?
#146   Schopenhauer2   22:12:38 | Dienstag, 3. Juli 2007
@ Pünktchen
Die Erkenntnis des Anderen wird so zur An-Erkenntnis seiner Ansprüche als Selbst-Sein.
Ja und warum? Was hält mich denn davon ab den anderen nur zu benutzen und zu meinem Vorteil einzusetzen? Nur weil ich sehe „Aha, da ist ein anderer Mensch der genauso (schein) vernünftig daher redet wie ich!“ heißt das ja noch lange nicht, daß ich ihn achten muß oder als gleichwertig anerkennen muß. Bei all Ihrer Vernunft die Sie allüberall wahrnehmen wollen zeichnen sich zwischenmenschliche Beziehungen vor allem aus durch Gefühle wie Liebe, Haß, Zu- oder Abneigung, Habsucht oder Selbstlosigkeit, Egozentrik oder Selbstaufgabe usw. Die wenigsten zwischenmenschlichen Beziehungen haben etwas mit Vernunft zu tun und die wenigsten Menschen behandeln andere gut weil sie das als vernünftig begriffen hätten. Sie tun es weil es sich so gehört, weil man das so macht, weil der Pfarrer das so gesagt hat, die Weltrevolution es so fordert oder das BGB ansosten mit Zuchthaus droht.
Wenn man erkannt hat, daß es auf der Welt viele Menschen gibt und man deren Zusammenleben irgenwie organisieren muß, dann kann man damit eine Tugend begründen. Davon zu unterscheiden ist die Moral die gewöhnlich Dinge fordert die weit über so alltägliche Einsichten hinaus gehen, wie Sie sie hier so wichtig schildern.
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#142   Schopenhauer2   20:31:19 | Dienstag, 3. Juli 2007
@ Pünktchen: Fortsetzung
Die Welt „Gott“ zu nennen, hieße nur die Welt mit einem überflüssigen Synonym des Wortes Welt zu bereichern. Etwas Unbekanntes werde hier durch noch Unbekannteres erklärt usw.
Das ist nun eben der Grund warum Kant kein gläubiger Mann war! Denn diese Erkenntnis stammt nicht von Schopenhauer selbst sondern Schopenhauer hat sie von Kant übernommen! Vermutlich ist es unnötig hier viele Worte zu machen, denn Sie werden es wohl sowieso nicht begreifen.
Trotzdem liegt hierin auch der Schlüssel für das Wörtchen „Nichts“. Denn wäre erstens der Wille tatsächlich das einzig Exisitierende, dann könnte es schon rein logisch keine Erlösung geben. Denn wie sollte man etwas überwinden können außerhalb dessen es absolut nichts gibt? Was Schopenhauer hier meint kann man nur verstehen wenn man weiß wie er Begriffe wie „Gott“ oder „Welt“ begreift. Ich habe Ihnen hierüber betreffs Kant schon mal eine ellenlange Abhandlung geliefert. Ein Begriff entsteht K. oder Sch. zufolge durch Anschauung. Ich sehe ein Ding und nenne es „Tisch“ usw. Dann gibt es bestimmte Verfahrensweisen der Vernunft die diese Begriffe miteinander kombiniert und daraus Schlußfolgerungen zieht. So entstehen Begriffe die keine Entsprechung mehr in der Anschauung haben. Ein solcher Begriff ist eben „Gott“ oder „Nichts“. Beides gibt es in der Anschauung nicht. „Nichts“ als Gegenteil des Willens ist für Schopenhauer also nicht real „Nichts“ sondern nur ein Begriff „Nichts“. Wie eben auch „Gott“ oder „Allwissend“ usw.
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#132   Schopenhauer2   22:21:09 | Mittwoch, 27. Juni 2007
@ alle möglichen Vorposter
Im Zuge der geschichtlichen Entwicklung…
Deutschland und Frankreich werden als Geschwister betrachtet. Was in Frankreich (Heine ist großer Frankreich Fan) positiv verlaufen ist, verläuft in Dtl. grundlegend falsch. Der Grund dafür ist die Kleinstaaterei der Deutschen. Diese sorgt dafür daß die großen Geister der Deutschen keine Handlungsmöglichkeit in der Praxis haben, weil die vielen hundert Kleinstaaten von vornherein jeden politischen Fortschritt hindern. Dies führt dazu, daß die deutsche Philosophie sich in die Innerlichkeit und in immer verstiegenere Gedankengebäude flüchtet. Entäuschung und Frustration über die Ohnmacht der Deutschen führt zu regelrechtem Politikekel der großen Denker. Völlig anders die Entwicklung in Frankreich. Dort entwickeln die pantheistischen Ideen (Parlament, Menschenrechte) blühende Verhältnisse. Frankreich ist eben im Gegensatz zu Dtl. nicht in hunderte Kleinstaaten aufgespalten.
Heines geniale Prophetie besteht nur in einem Gedanken:
Was passiert wenn die Deutschen eines Tages ihren geeinten Nationalstaat bekommen und damit die Möglichkeit besteht all die verstiegenen Ideen die ihre Philosophen (als Weltflucht) ausgebrütet haben endlich in die Praxis umzusetzen?
Es ist wirklich beeindruckend wenn man bspw. die Analysen eines Joachim Fest in seiner Hitler Biographie liest und sie mit den Prophetien Heines vergleicht. Dabei muß man bedenken, daß Heine 100 Jahre vor Hitler genau die gleichen Gründe analysiert wie Fest 40 Jahre nach Hitler.
Redaktion benachrichtigen David Berger, ein Fall für den Richter?
#126   Schopenhauer2   00:20:10 | Mittwoch, 27. Juni 2007
@ Pünktchen: Fortsetzung
„…jener Talisman ist morsch, und kommen wird der Tag, wo er kläglich zusammenbricht; die alten steinernen Götter erheben sich dann aus dem verschollenen Schutt, und reiben sich den tausendjährigen Staub aus den Augen, und Thor mit dem Riesenhammer springt endlich empor und zerschlägt die gotischen Dome. Wenn Ihr dann das Gepolter und Geklirre hört, hütet Euch, Ihr Nachbarskinder, Ihr Franzosen, und mischt Euch nicht in die Geschäfte, die wir zu Hause in Deutschland vollbringen. Es könnte Euch schlecht bekommen. Hütet Euch das Feuer anzufachen, hütet Euch es zu löschen; Ihr könntet Euch leicht an den Flammen die Finger verbrennen. Lächelt nicht über meinen Rat, über den Rat eines Träumers, der Euch vor Kantianern, Fichteanern und Naturphilosophen warnt. Lächelt nicht über den Phantasten, der im Reiche der Erscheinungen dieselbe Revolution erwartet, die im Gebiete des Geistes stattgefunden. Der Gedanke geht der Tat voraus, wie der Blitz dem Donner. Der deutsche Donner ist freilich auch ein Deutscher und ist nicht sehr gelenkig und kommt etwas langsam herangerollt; aber kommen wird er, und wenn Ihr es einst krachen hört, wie es noch niemals in der Weltgeschichte gekracht hat, so wißt, der deutsche Donner hat endlich sein Ziel erreicht. Bei diesem Geräusche werden die Adler aus der Luft tot niederfallen, und die Löwen in der fernsten Wüste Afrikas werden die Schwänze einkneifen und sich in ihren königlichen Höhlen verkriechen.“
Redaktion benachrichtigen David Berger, ein Fall für den Richter?
#124   Schopenhauer2   00:14:17 | Mittwoch, 27. Juni 2007
@ Pünktchen: zum zweiten!
Bereits vor einiger Zeit habe ich Ihnen geraten mal den wirklich hervorragenden Aufsatz von Heinrich Heine zu lesen:
Über die Religion und Philosophie in Dtl. gutenberg.spiegel.de/?id=5&xid=1145&…
Gewiß finden Sie dort auch genügend Anhaltspunkte zwecks Pantheismus und Menschenrechten. Heines Essay kann man gar nicht genug loben. Mit prophetischen Worten sagt er Hitler vorher und leitet ihn her aus Spinoza, Kant, Fichte oder Hegel.
Hier einige Auszüge:
„Laßt Euch aber dessen nicht bange sein, Ihr deutschen Jakobiner; die deutsche Revolution wird darum nicht milder und sanfter ausfallen, weil die Kantesche Kritik, der Fichtesche Transzendentalidealismus und gar die Naturphilosophie derselben vorausging. Durch diese Doktrinen haben sich revolutionäre Kräfte entwickelt, die nur des Tages harren, wo sie hervorbrechen und die Welt mit Entsetzen und Bewunderung erfüllen können. Es werden Kantianer zum Vorschein kommen, die auch in der Erscheinungswelt von keiner Pietät etwas wissen wollen, und erbarmungslos, mit Schwert und Beil, den Boden unseres europäischen Lebens durchwühlen, um auch die letzten Wurzeln der Vergangenheit auszurotten. Es werden bewaffnete Fichteaner auf den Schauplatz treten, die in ihrem Willensfanatismus, weder durch Furcht noch durch Eigennutz zu bändigen sind; denn sie leben im Geiste, sie trotzen der Materie, gleich den ersten Christen, die man ebenfalls weder durch leibliche Qualen noch durch leibliche Genüsse bezwingen könnte; …“
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