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Eph. 3, 14 Ja, so ist es: Die dem Menschen angemessene Haltung, der Gottes inne wird, ist das Knien. Dies
gilt grundsätzlich gegenüber dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist. Wenn der hl. Paulus im Zusammenhang
von Eph. 3, 14 als Gebetshaltung das Knien in Zusammenhang mit dem Vater bringt, so ist dies um so verständlicher,
wenn wir uns vor Augen halten, daß die meisten kirchlichen Gebete an den Vater unser gerichtet sind per
Dominum nostrum … in unitate Spiritus Sancti etc.
#24 virOblationis 21:41:38 | Donnerstag, 8. Juni 2006
noch einmal zu diesem Thema Sie wiederholen sich, antworten aber nicht auf Eph. 3, 14 und darauf, daß
man im Osten (wenigstens traditionell) in den Basiliken kein Gestühl hat, daß dort also die Rahmenbedingungen
für das Knien ungünstig sind. – Ich habe schon kniend einige Zeit auf den Steinfliesen einer Kirche
zugebracht, (zudem im Winter, ohne Heizung,) weiß daher, so meine ich, wovon ich rede. Außerdem denken
Sie ungeschichtlich: Wenn ich schreibe, daß es widersinnig ist, „das Knien aufzugeben“, so läßt sich
dies nicht einfach rückwirkend auf das Nicaenum und die Apostel beziehn, als hätten sie gleichfalls
„das Knien aufgegeben“: Wie hätten die Apostel dies tun sollen (in bezug auf das Nicaenum vgl.o. das
zu den damaligen Kirchen Gesagte), da das Meßopfer bei dieser Gelegenheit erst eingesetzt wurde? Daß
damals die Rahmenbedingung durch das Pascha-Mahl gegeben war, das nicht kniend eingenommen wurde, bedarf
eigentlich nicht der Erwähnung, müßte doch klar sein.
#21 virOblationis 19:22:57 | Donnerstag, 8. Juni 2006
Entgegnung Zitat: „Dadurch sind alle orthodoxen Christen Ungläubigen. Die richtige Sicht der „wirklich“
kath. Kirche. Denn, in der Orthodoxie ist: Knien in der sonntäglichen Liturgie nicht üblich und gilt
sogar als unangemessen, da der Sonntag an die Auferstehung erinnern soll; (Zitat: Wikipedia).“ Die östlichen
Schismatiker sind deswegen keine Ungläubigen, weil sie nicht knienn, doch sie könnten mit solchen darin
verglichen werden. Würden sie knien, wäre eine Verwechslung dagegen ausgeschlossen. Dies ist in Kirchen
des Ostens ohne Gestühl allerdings ungleich schwieriger als in unseren Bänken mit zum Knien vorgesehenen
Leisten. Zitat: „Um Ehrfurcht zu zeigen muss man nicht unbedingt knien- Ich habe mal gehört: Gott sieht
die Herzen…“ Solche Sprüche werden immer wieder benutzt, um alle Form zu zerstören: Gott sehe ja ins
Innere. – Ich halte dagegen: Wenn die Form nicht stimmt, stimmt auch der Inhalt nicht, denn eine Entsprechung
zwischen beiden wird man nachdenkend kaum grundsätzlich bestreiten können. Eph. 3, 14 beschreibt die
Haltung, die dem Menschen angemessen ist, der Gott begegnet. – Wenn ein Bischof solchen Unsinn anordnet,
wie ein Verbot des Kniens zum Agnus Dei, muß ihm kein Gläubiger folgen. Die Vollmacht ist den Hirten
nicht gegeben, um zu zerstreuen; das aber wäre die unausweichliche Folge der Ehrfurchtslosigkeit gegenüber
Gott, die darin zum Ausdruck gebracht wird, daß man meint, das Knien aufgeben zu sollen.
#13 virOblationis 14:10:10 | Donnerstag, 8. Juni 2006
Lösungsvorschlag Vielleicht könnte man auch sagen: Es gibt zwei Haltungen – nämlich eine des Gläubigen,
der kniet, wenn er Gottes angesichtig wird, und eine des Ungläubigen, der bleibt stehen.
#4 virOblationis 13:43:24 | Donnerstag, 8. Juni 2006
Benedikt XVI. analysiert… und dann? Zitat: „Die Kongregation für den Gottesdienst stehe bereit, den
Anweisungen des Papstes zu folgen. Doch Erzbischof Ranjith rechnet nicht mit schnellen Änderungen.“ Hoffentlich
kein „Warten auf Godot“!
#1 virOblationis 09:40:16 | Donnerstag, 8. Juni 2006
Knien im Angesichte des Auferstandenen? – Wie kann man nur! Man braucht doch nur eine veränderte Möblierung,
um das Knien praktisch unmöglich zu machen: Kniebänke entfernen! – Nach so vielen Umbauten von Altarräumen
im Zeichen des Vat. II sollte diese Kleinigkeit doch nicht so schwer fallen!
Da lacht der Reaktionär! „mief“, „spießbürger“ etc.: Warum nicht gleich Höck’scher „Klerikalfaschist“?
Alle Register des Vorurteils werden gezogen. Naja… Wie erheiternd dagegen, was Benedikt schrieb: „Es
ist doch beschwerlich, wenn man nach Beendigung der Bauarbeiten auf ein Erdbeben warten muss, das dem
Bau seinen letzten Schliff verleiht.“
Seltsame Symbolik „Über dem Chaos der Welt erhebt sich, von weitem sichtbar, als einziger gerader Bezugspunkt
das Kreuz, wie ein Felsen, den die tosende Brandung umspült, oder wie ein Leuchtturm im Meer.“ Das Kirchenschiff
mit Nebengebäuden als „tosende Brandung“, die gegen den „Leuchtturm im Meer“ anrennt?
zerstörte Ordnung „Das Modell spiegle ,eine Kirche für unsere Zeit’ – erklärte der Architekt vor der
maltesischen Tageszeitung ‘Times of Malta’.“ Das finde ich sehr treffend: Es ragt ein Kreuz hervor aus
einem Haufen Gerümpel.
eine Anmerkung Zustimmung, Herr(?) Pünktchen. Nur eine Anmerkung zu dem, was Herr K. schrieb: „…wieso
sind dann mit wehenden Fahnen alle Staaten (besonders die skandinavischen Länder) protestantisch geworden?…“
Nun, es waren ja nicht unbedingt die einfachen Gläubigen, die sich der luth. Irrlehre zuwandten, sd.
in erster Linie die gekrönten Häupter dieser Länder, die wohl auch dieser Aspekt am „neuen Glauben“
faszinierte, daß sie nämlich mit seiner Hilfe die „böhmischen Geschenke“ (Th. Müntzer) in Form insbes.
von Klöstern samt deren Grund und Boden einstreichen konnten. Gerade von den Finnen ist überliefert,
daß ihnen ihr kath. Glaube nur mit Gewalt genommen werden konnte.
auch eine Tradition expedit schrieb: „Er bekam Tränen in die Augen und entschuldigte sich als Priester
bei mir für seinen Mitbruder!“ Entschuldigungen für die Vergehen anderer auszusprechen, dies hat seit
dem Pontifikat eines Papstes, dessen Name mir gerade entfallen ist, schon eine gewisse Tradition.
zu Zwobbel Zwobbel schrieb: …„Wenn das Inst. P.N. (=IPN) scheitert, liegt das einzig und allein an H.H.
Goesche… Propst G. kann absolut nicht mit Geld umgehen! Er ist ein Verschwender!…“ Wollte er nicht
auch der neuerrichteten Petrus-Kirche der FSSPX eine so prächtige Ausstattung verschaffen, daß die Bruderschaft
danach finanziell nach Atem hätte ringen müssen?
#224 virOblationis 08:31:12 | Mittwoch, 31. Mai 2006
Bestätigung Kreuzmeldung von Maria Königin (31.5.) Niederlande. Eine neue niederländische Partei, die
sich ‘NVD’ – „Liebe, Freiheit und Verschiedenheit“ – nennt, ist die erste europäische Homo-Partei, die
offen für die Legalisierung und Verbreitung der Kinderschändung eintritt. Die … Partei erklärte …,
daß man auch Kindern die ehelichen Akte gesetzlich erlauben sollte. Außerdem ist die neue Partei bestrebt,
den gesetzlichen Schutz der Kinder vor Pornographie von 18 auf 16 Jahre zu senken…
Mysterium Das wird wohl Herrn Belisar ewig unverständlich bleiben, daß nicht sein Verstehen Maßstab
für das Geschehen der gottesdienstlichen Feier ist.
#173 virOblationis 16:36:48 | Dienstag, 30. Mai 2006
Kinderschänderei Beobachterin schrrieb: „Aha. Habe ich es mir doch gedacht. Wenn die Einvernehmlichkeit
zu erfassen wäre, dann wäre Pädophilie nach Ihrer Auffassung bzw. nach der Auffassung von Beck & Co.
nicht zu kriminalisieren. Na, die Erfassung werden Sie schon noch hinkriegen.“ Vielleicht wird man sogar
feststellen, daß Kinderschänderei förderlich für die Persönlichkeitsentwicklung ist. Dann kann man
auf die vorgeschobene Einvernehmlichkeit gleich verzichten. Das sei undenkbar? – Ich habe es bis vor wenigen
Jahren auch für undenkbar gehalten, daß man Kinder an Sodomiten-Paare ausliefert.
Haltung Hätte Benedikt XVI. einen Entschuldigungs-Bückling verrichtet, wäre ihm von interessierter
Seite sicherlich sogleich eine sehr differenzierte Sicht der Dinge bescheinigt worden.
#415 virOblationis 08:49:23 | Dienstag, 30. Mai 2006
Akt der Reue Guntram schrieb: „…und in stiller Stunde werden Sie erkennen, daß sie eine verkrümte
Seele haben und sich erst dann wieder erleichtert fühlen, wenn sie von der sodomistischen Unzucht ablassen.“
Ja, auch Oscar Wilde hat sich in letzter Stunde noch bekehrt.
Kriegsverbrechen? Wenn schon von Radioaktivität im Zusammenhang mit Kriegführung die Rede ist, dann
darf man in diesem Zusammenhang wohl auch einmal an Hiroshima und Nagasaki erinnern.
Liberalismus mündet in die Anarchie Herr Höck schrieb: „Was ist am Ende „für die Wahrheit gewonnen“,
wenn die Fäuste fliegen?“ Es flogen in Moskau die Fäuste, weil eine inkonsequente Obrigkeit eine Versammlung
zwar verbot, doch nicht auflöste. Die Alternative dazu, wenn sich die Wahrheit nicht durchsetzen würde,
lautete: Alles ist erlaubt, solange der Diskurs währt – aber das erscheint mir, mit Verlaub, als eine
durch Gerede garnierte Anarchie.
Akzeptanz und Toleranz Her Höck schrieb: „…vielleicht trägt es etw. zur Versachlichung bei, wenn man
„Toleranz“ und „Akzeptanz“ unterscheiden würde. Ich muß nicht alles akzeptieren, was mein Gesprächspartner
sagt, wenn ich ihn gleichwohl toleriere. Die Toleranzforderung hat Personen oder Personengruppen zum Gegenstand,
die Akzeptanz (lat. Annahme, Anerkennung) eher Meinungen und Anschauungen…“ Ich fürchte, diese Ansicht
läuft darauf hinaus, der (kath.) Wahrheit widersprechende Ansichten zwar eigentl. nicht richtig zu finden,
sie aber jedem Menschen zuzugestehen. Damit ist am Ende nichts gewonnen, was für die Wahrheit von Belang
wäre.
Lob des Artikels Was das Aufeinandertreffen von Christentum und Islam angeht, mag man wohl anderer Meinung
sein als der Autor, aber darin, daß er aufzeigt, wie feindlich auch der Kirche gegenüber die „westliche
Kultur“ ist, der Liberalismus, darin stimme ich ganz und gar zu.
Beliebigkeit des Denkens „Die Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden.“ Was dieses vielzitierte
Wort angeht, so kann ich mir nicht vorstellen, daß Rosa Luxemburg es auch auf Menschen außerhalb ihrer
Partei angewandt hätte.
Toleranz? Konservativer schrieb: „Vieleicht ist die Toleranz der Tot der freien Gesellschaft.“ Dabei geht
es, denke ich, um falsch verstandene Toleranz, die meint, es sei ohnehin alles beliebig und müsse darum
auch hingenommen werden. – Man vergleiche dazu den Ausspruch Benedikts XVI. von der „Diktatur des Relativismus“.
Allem, was irgendwie zum Vorschein kommt, schreibt man auch das Recht zu dazusein (vgl. dgg die Ungeborenen).
Es fehlt die Unterscheidung von wahr und unwahr, gut und schlecht, seiend und dem Sein abträglich.
Märtyrer von Uganda Wenn es um Opfer und Sodomiten geht, möchte ich an die hll. Märtyrer von Uganda
erinnern. Ihr Gedenktag ist bald: der 3. Juni. Wenige Jahre, nachdem die christliche Mission das ostafrikanische
Königreich Buganda (ein Teil des heutigen Uganda) erreicht hatte, entdeckten einheimische Gläubige am
Hofe Mwangas II. (1884 – 1899, gest. 1903) eine Verschwörung des heidnischen Obersten der Beamten namens
Katikiro. Auf ihre Fürsprache hin wurde er begnadigt; anschließend setzte ihn Mwanga II. sogar wieder
in sein Amt ein. Statt den Christen dankbar zu sein, stiftete Katikiro den Kabaka, d.h. König, zu einer
Verfolgung der Christen an, indem er deren Glauben als schädlich für das Staatswesen darstellte. Dazu
kam, daß der Oberste der Pagen, Karl Lwanga, die christlichen Jünglinge am Königshof gelehrt hatte,
den sodomitischen Neigungen Mwangas nicht nachzugeben. Deshalb wurden während der Christenverfolgung
von 1885 bis 1887, bei der auch eine Reihe von Anglikanern den Tod fand, die christlichen Pagen zusammen
mit ihrem Obersten besonders grausam getötet. Sie wurden am 3. Juni 1886 gefesselt, in Schilfmatten eingehüllt
und auf einem Scheiterhaufen langsam verbrannt (vgl. 10.8.). Wie sehr sollten sich kirchl. Würdenträger
schämen, die die insbes. im Juni stattfindenden Sodomiten-Prozessionen wortlos hinnehmen, wenn sie nicht
noch größeres Ärgernis bieten. Sie verhöhnen damit auch die hll. Märtyrer von Uganda, deren Leiden
sich in demselben Monat ereignete.
Grüne und Kinderschänderei Beck ist der eine, Cohn-Bendit der andere: „Einmal ist kein Mal, zwei Mal
ist immer“, pflegte mein Griechischlehrer zu sagen.
Ergänzung Vollkommene Zustimmung! „…wenn die so verführte Jugend aufsässig wird, sofern man ihr nur
den geringsten Zwang auferlegen will, weil niemand sie lehrte, die Gesetze zu achten, ohne die keine Gesellschaft
leben kann, dann ist Vorsicht geboten: DIESER WEG DROHT IN DIE TYRANNEI ZU FÜHREN…“ Man kann vielleicht
noch präzisieren: …in die Tyrannei der Anarchie.
„Wer bist Du, Gott“ Zitat: „Wer bist du, gott? oder warum entscheidest du hier was moralisch verwerflich
ist ???“ Man könnte ganz pragmatisch darauf verweisen, daß Gott der Schöpfer dem von Ihm Geschaffenen,
also der Welt, ihre (Natur)gesetze gibt. Danach ist alle Sexualität, die von ihrer Intention her nicht
der Fortpflanzung dient, im Widerspruch zu den göttlichen Geboten, die Er nun einmal erlassen hat. Aber
auch von Seinem Sein selbst her kann Gott (Gottes Wesen ist das Sein) nicht anders, als das zu gebieten,
was dem Sein (bzw. Guten) dient: Das ist hinsichtl. des Menschen eine Sexualität, die der Fortpflanzung,
der Arterhaltung, dient. So ist es zu verstehen, daß es nach der Erschaffung des Menschen als Mann und
Frau heißt: „Seid fruchtbar und mehret euch…“
veritas victrix Wenn die ohnehin spärlichen Argumente ausgehen, beginnt man mit einer willfährigen Justiz
zu drohen. Die göttl. Wahrheit ist unbesiegt, weil unbesiegbar. Sie wrid sich am Ende immer durchsetzen.
Eid des Hippokrates Zitat: „Heißt es nicht schon im sog. Eid des Hippokrates: „Ich schwöre … Auch
werde ich nie einer Frau ein Abtreibungsmittel geben.“ Aber klar, auch der Eid ist von der Kirche geschrieben.“
Der Hippokratische Eid wäre ohne die Kirche kaum zur allgmeinen Verbreitung in der – damals christl. –
Ärzteschaft gelangt. Heute, im Zeichen der Krise der Kirche seit dem Vat. II, hat dieser Eid dem entsprechend
seine ehemalige Verbindlichkeit verloren. Ein Triumph des Liberalismus – für die Menschen, die dem ausgeliefert
sind, ein trauriger Triumph.
göttl. Wahrheit oder menschl. Anmaßung Thaddaeus schrieb:Nach unten scrollen lohnt sich Konservativer
schrieb am 28. Mai 2006 16:36: „Grüne Bestrebungen“ Es fällt angenehm auf, wenn hier ausser legitimer
Meinungsäußerung auch ein Dokument zitiert wird. „Allein eine Mobilisierung der Schwulenbewegung für
die rechtlich im Gegensatz zur Pädosexualität völlig unproblematische Gleichstellung von Homo- und
Heterosexualität wird das Zementieren eines sexual-repressiven Klimas verhindern können – eine Voraussetzung,
um eines Tages den Kampf für die zumindest teilweise Entkriminalisierung der Pädosexualität aufnehmen
zu können“ Dieses Zitat hat es in sich. Besser ist es aber, nach unten zu scrollen und den ganzen Beitrag
zu lesen… Die Stellungnahmen der Betroffenen zu diesem Zitat fielen ja sehr mager aus: Da sei ja nicht
mehr aktuell… Im Gegenteil zeigt dieses Zitat – ohne an eine aktuelle Situation gebunden zu sein – wie
man vorgeht, um jeglicher Perversion Freiraum zu schaffen: Erst einmal das weniger anstößig Erscheinende
vorschieben und dann mit dem Unerfreulicheren nachrücken. Dahinter steht eben der Gedanke, der Mensch
müsse sich nicht der göttl. Wahrheit unterwerfen, sd. hätte u.a. das Recht, innerhalb beliebiger Formen
von Sexualität auszuwählen, was ihm am besten gefällt; das sei sogar sein Menschenrecht und alle anderen
hätten dies zu akzeptieren. Letztlich geht es um die Frage, wem man folgt: Gott und der von ihm mitgeteilten
Wahrheit oder menschl. Anmaßung.
Menschheitsbeglückung „… der Staat [greife] immer mehr nach den Kindern…: … • Zweitens indem
er in Erwägung zieht, Kindergärten und Kindertagesstätten zur staatlich verordneten Pflicht zu erheben.
… • Viertens indem er die Ganztagsschule durchzusetzen sucht. …“ Man kann nur froh sein, daß der
Staat dann bankrott sein wird und dieses Programm so sein Ende findet.
Clausula Petri Graf von Galen schrieb: „Ich erinnere mich an eine Stelle i.d. Hl. Schrift, bei der es
den Aposteln vom Hohen Rat verboten wurde, das Evangelium zu verkünden. Sie haben sich über dieses Verbot
hinweggesetzt. Es kann also durchaus sein, daß es hier erlaubt oder gar moralisch geboten ist, Widerstand
zu leisten.“ In der Tat: „Man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen.“ (Apg. 5, 29)
Luther und Petrus Canisius an Benedikt: Luther hat verlangt, durch die Hl. Schrift (die er verstand, wie
er es wollte) oder Vernunftgründe überzeugt zu werden, nicht durch die überlieferte Lehre. an Zwobbel:
Wann die Exkommunikation Hermanns V. erfolgte, geht aus dem Text leider nicht hervor. Klar ist aber, daß
die kleine Gemeinschaft der Jesuiten überall in der Stadt gegen den zur Häresie neigenden Bischof arbeitete
und sich selbst durch die von der Stadtobrigkeit verfügte de facto – Auflösung ihrer Gemeinschaft nicht
davon abbringen ließ. Die jungen Jesuiten müssen Köln in geistlichem Sinne so aufgebracht haben, daß
Hermann V. sich dort nicht mehr halten konnte. – Jedenfalls verstehe ich den von mir angeführten Text
in diesem Sinne. – Daß nun gerade der Ordensobere der Jesuiten der „Erfinder“ des Kadavergehorsams war,
davon wußte Petrus Canisius zu jener Zeit wohl noch nichts. Den Ignatius lernte er wohl erst während
seiner anschließenden Reise nach Italien kennen, denke ich.
St. Petrus Canisius an Zwobbel „Jetzt drang die Irrlehre auch in die Stadt Köln ein und zwar durch den
vom Glauben abgefallenen Oberhirten selbst. Canisius und seine Ordensgenossen arbeiteten aber mit desto
mehr Eifer und mit einem Erfolge, der ihnen eben so viel Trost, als den Irrgläubigen Aerger verursachte.
Da suchten diese die Jesuiten, die ihren Neuerungen zu erfolgreich entgegenarbeiteten, mit Gewalt aus
der Stadt zu vertreiben. Einem Befehl des Stadtrathes gemäß sollten sie die Stadt verlassen, oder wenigstens
nur getrennt in derselben leben. Die Jesuiten gehorchten diesem Befehle, verließen aber in dieser Gefahr
die Stadt nicht, sondern wirkten, da sie in verschiedenen Theilen der Stadt sich aufhielten, desto mehr
auf viele Einzelne. Der Sturm ging vorüber und die Verfolgten durften wieder in ihr Haus und zu ihren
Arbeiten zurückkehren … Durch vereintes Zusammenwirken des Kaisers Karl V. und des Papstes Paul III.
wurde nämlich i.J. 1547 der schon im Jahr vorher excommunicirte Erzbischof Hermann [V.] aller seiner
Würden entsetzt und an dessen Stelle bestieg sein bisheriger Condjutor, Graf Adolph von Schaumburg, den
erzbischöflichen Stuhl. Dazu hatte Canisius kräftig mitgewirkt und so erhielt er die Stadt, wie es ihm
die Kölner immer verdankten, beim wahren katholischen Glauben.“ [Heiligen-Lexikon: Petrus Canisius, B.
(186). Vollständiges Heiligen-Lexikon, S. 31645 (vgl. HL Bd. 4, S. 846f.)]
revolutionärer Heiliger Um den hl. Petrus Canisius (27.4.) sammelte sich die erste Jesuiten-Niederlassung
in Deutschland, und zwar zu Köln. Dessen Bischof neigte der luth. Häresie zu. Doch die kleine Gemeinschaft
der Kölner Jesuiten trat gegen Erzbischof Hermann V. von Wied (1515 – 1546, gest. 1552) auf, so daß
dieser schließlich in seinem Amte durch den rechtgläubigen Adolph III. von Schauenburg (1546 – 1556)
ersetzt wurde.
Kadavergehorsam Einerseits: Gehorsam gegenüber dem Bischof ist geboten. Man kann sich ja nicht einfach
aussuchen, wann man gehorcht und wann nicht Andererseits: Ein Bischof, der sich in grundlegenden Fragen
nicht an die Lehre der Kirche hält, hat den Anspruch auf Gehorsam wohl weitgehend verloren. N.B. Der
auf Ignatius von Loyola zurückgehende Kadavergehorsam war einst eine Stärke der Kirche, jetzt ist sie
zur Schwäche geworden.
immer wieder dasselbe Was für eine kümmerliche Belohnung für das Wechseln der Seite! Men erkennt daran,
wie viel der Konzilskiche die Tradition oder vielmehr: die Rückkehr der Traditionalisten wert ist.
Bekräftigung Der Aquinate schrieb: „Man kann nichts auswendig lernen, was man nicht verstanden hat. Ganz
einfach.“ Eben das sehe ich, wie gesagt, anders.
Ausweniggelerntes Der Aquinate schrieb: „Wie sein offensichtliches Vorbild befördert er das stumpfe Auswendiglernen,
aber nicht das Verständnis.“ Ich würde das Auswendiglernen nicht so negativ beurteilen wie Sie. Was
man auswendig weiß, mag sich dem Verständnis vielleicht erst nach Jahren erschließen. Das halte ich
nicht für so schlimm, wenn denn das Auswendiggelernte der kath. Wahrheit entspricht. Sie ist das Kriterium,
nicht unser Vermögen zu verstehen. Letzteres bleibt ihr gegenüber immer das Sekundäre.
Wahrheit „Der Opfergedanke hätte freilich immer schon gewaltige ökumenische Probleme hervorgerufen.“
Ein interessantes Kriterium: Nicht mehr die offenbarte Wahrheit ist entscheidend, sd. das gute Miteinander.
Unordnung Graf von Galen schrieb: „Was ich in Zusammenhang mit der SSPx nicht verstehe ist, wieso diese
allem Anschein nach von Rom gezwungen werden soll,nichtdogmatische Aussagen von VII z.B. zur Religionsfreiheit,
die auch noch in Widerspruch zur früheren Lehre der katholischen Kirche stehen, anzunehmen. Ich dachte
immer, man muß als Katholik nur die Dogmen glauben. Ein Bischof Lehmann jedoch, der den Großketzer Luther
zum Kirchenlehrer machen will, wird zum Kardinal kreiert.“ Dies zeigt die in Rom herrschende Unordnung;
ja, die in der gesamten Kirche herrschende Unordnung hat offenbar in der römischen ihren Ursprung. Wenn
Rom nicht bei sich selbst beginnt, wird es die Kirche kaum zu geordneten Verhältnissen zurückführen
können.
Gebetsstätte Mit dem mohammedanischen Gebet in einem christlichen Gotteshaus wird dieses eigentlich von
den Jüngern des Propheten in Besitz genommen – nach ihrem eigenen Verständnis jedenfalls. Das zeigt
schon die Erzählung von der Weigerung Omars, nach der Eroberung Jerusalems im 7. Jh in der Grabeskirche
zu beten: Er habe nicht gewollt, daß man sie den Christen mit eben dieser Begründung später einmal
wegnehme. Stattdessen betete der Kalif vor dem Eingang der Kirche, und dieser Platz wurde den Christen
denn auch später genommen, um dort eine Omar-Moschee zu errichten. (Als der Eingang von Osten nach Süden
verlegt wurde, „zog“ die Omar-Moschee „mit um“.) Aus der beschriebenen Haltung heraus ist es Mohammedanern,
soweit mir bekannt, gänzlich zuwider, daß Christen in ihren Moscheen beten, da sie meinen, diese könnten
dann begründeten Anspruch auf die Übernahme des Hauses erheben. Hingegen nutzen sie gern die Gelegenheit
zum Gebet in Kirchen.
#46 virOblationis 21:52:01 | Donnerstag, 11. Mai 2006
Menschenrechte und Wandel „Die Menschenrechtsidee ist zu Bethlehem geboren.“ – Ja, und dann geriet sie
in Vergessenheit, um im 18. Jh von Feinden des Glaubens wiederentdeckt zu werden. „Selbstverständlich
ist das Ewige Wort des Vaters nicht dem ,Wandel’ unterlegen.“ – Aber wenn es doch lebendig ist! So lebendig
wie die Tradition! Die ist doch auch nicht starr und kann vom Lehramt der jeweils vorherrschenden Zeitströmung
entsprechend neu formuliert werden, vom lebendigen Lehramt, wodurch sie doch im Kern gar nicht verändert
wird.
Kirchenraum Es könnte sich aber bei dem Kirchenraum dem Anschein nach immerhin um einen solchen handeln,
der einmal für das hl. Meßopfer errichtet worden ist.
O Ewigkeit, du Donnerwort Mir erscheint dieser Text ein wenig unklar. Der Grund wird wohl folgender sein:
Wenn der Papst von denen spricht, die sich für das Leben entscheiden wollten und sich dadurch den Tod
zuzogen, so ist wohl – unausgesprochen – daran gedacht, daß sie auf das diesseitige Leben fixiert waren,
während wir Christen wissen, daß das Leben seinen Anfang im Diesseits nimmt, aber (nach dem Gericht)
ewig andauert. Die Unklarheit entsteht nun m.E. dadurch, daß der Papst im Hinblick auf die Christen und
das Leben nicht von der Ewigkeit spricht, wie zu erwarten gewesen wäre, sondern wiederum ausschließlich
von dem Leben im Diesseits: denn wie wäre es anders zu verstehen, daß er vom „ersten bis zum letzten
Augenblick seiner (sc. des Menschen) Existenz“ spricht? Benedikt XVI. schreibt: „Alles ist miteinander
verbunden: die tiefste Entscheidung für den gekreuzigten Christus mit der radikalen Option für das Leben –
vom ersten bis zum letzten Augenblick seiner Existenz.“ und er meint offenbar: „…die tiefste Entscheidung
für den gekreuzigten Christus …für das [diesseitige] Leben…“
Wes Geistes Kind war Paul V.? Wie konnte er am 7. Februar 1971 beim Angelus-Gebet angesichts der Erfolge
der Raumfahrt ausrufen: „Ehre [sei] dem Menschen! Ehre [dessen] Denken! Ehre der Wissenschaft! Ehre der
Technik! Ehre der Arbeit! Ehre der menschlichen Kühnheit! Ehre dem Menschen, dem König der Erde und
nun auch Fürst des Himmels!“ Von einem Katholiken kann ich mir solches eigentlich nicht vorstellen. –
Vielleicht doch ein Maurer, ein Maurer ohne Schürze?
Fatima an Benedikt: Es gibt Hinweise im Text, die auf den Inhalt des 3. Geheimnisses schließen lassen,
z.B.: „In Portugal wird das Dogma des Glaubens stets erhalten bleiben usw.“ – Dem müßte sich solch ein
Satz anschließen wie: „Anderswo aber geht er unter“ o.ä. an Breze: „Belegen Sie bitte Ihre Behauptung
(sc. einer nicht stattgefundenen Rußlandweihe), die Geschichte der letzten Jahrzehnte lehrt mich etwas
anderes…“ Zweifellos hat es mehrfache Rußlandweihen seit dem Bekanntwerden der Forderung der Muttergottes
gegeben, doch ist es fraglich, wie weit diese Weihen der geforderten tatsächlich entsprochen haben. Meines
Wissens sollte die Weihe zusammen mit allen Bischöfen der Kirche vollzogen werden, es hat aber keine
entsprechenden Handlungen des Episkopates im Zusammenhang mit der Weihe durch Pius XII. und Joh. Paul
II. gegeben.
Erlösung Monti schrieb: „WENN Gott … mein Heil und das Heil meiner Mitmenschen wirklich von der Kirchenzugehörigkeit
abhängig machen sollte, verzichte ich lieber, denn dann weiss ich nicht, ob ich mit manchen ach so kirchentreuen
Katholiken mein Zeit im Jenseits verbringen möchte.“ Mach Sie sich keine Sorgen, Monti! Mit einer solchen
Haltung werden Sie ohnehin nicht in den Himmel eingehen.
das neue Rom Toby schrieb: „Die Gemeinschaft mit dem Bischof hängt doch nicht von einer freiwilligen
oder aufgezwungenen Konzelebration im Novus Ordo am Gründonnerstag ab. Nicht einmal die Liturgiekonstitution
des Zweiten Vatikanischen Konzils wünscht eine starre Einheitlichkeit der Form zur Pflicht zu machen
(vgl. SC 37). Und die Dominikaner mussten früher auch nicht am Gründonnerstag im römischen Ritus zelebrieren,
um ihre Verbundenheit mit den Bischöfen zum Ausdruck zu bringen, nicht einmal dann, wenn sie in einer
Pfarrei aushalfen.“ Ich denke, ein solches Vorgehen wie die Erzwingung der Zelebration des NOM hat seinen
Grund auch nicht im geschriebenen Recht oder durch das Vat. II verabschiedeten Beschlüssen. M. E. ist
dies ein Aspekt der in Rom z.Z. herrschenden Ordnung – oder besser: Unordnung – die auch zweifelhafte
Texte des Vat. II so hoch bewertet, als ständen sie über der gesamten, vorangeganenen Tradition. Der
NOM gehört zur Konzilskirche wie die Vat. II – Theologie. Diese sollen unbedingt maßgeblich sein und
werden darum nötigenfalls erzwungen, auch ohne rechtliche Basis
Wahrheit Hans Gruber schrieb: „…dass sich hier niemand fragt, woher eigentlich die ganzen HIV-Infektionen
kommen. Wenn man sich als Katholik an die Gebote hält…, dann kommt man auch nicht in die Verlegenheit
über solche Probleme nachdenken zu müssen.“ Es ist wohl so, daß viele diese schlichte Wahrheit nicht
mögen.
Was wird aus Benedikt XVI.? Erst trat Kurienkardinal Javier Lozano Barragán an die Öffentlichkeit, ihm
folgte auf Radio Vatikan Hw. Schockenhoff; jetzt legt Kardinal Mario Conti nach. Dies sieht nach konzertierter
Aktion der Progressisten aus. Entgleiten dem von seiner diplomatischen Niederlage in China angeschlagenen
Papst die Zügel?
Allons enfants de la patrie! „Zwang ist ein Irrweg! Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit sind, recht
verstanden, allesamt christliche Grundsätze!“ Ja, wenn ich mich recht entsinne, gehen sie auf die christliche
Revolution von 1789 zurück.
Ergebnisse von Dauer Sind jetzt anscheinend auch noch Benedikts XVI. diplomatische Bemühungen um China
gescheitert – was wird dann bleiben von diesem Pontifikat?
Sel. Clemens von Galen, bitte für uns! „Dabei stellte er auch die Frage, warum die Kirche angeblich damit
scheiterte, das Gewissen „der“ Gläubigen so zu formen, daß sie eine Mittäterschaft an der Vernichtungsmaschine
der Nazis verweigert hätten?“ Gerade gläubige Katholiken wären wohl die letzten gewesen, die man in
die streng geheim vollzogene Vernichtung vor allem von Juden eingeweiht hätte.
Ergänzung Wenn ich mich recht entsinne, wurde so verfahren, daß Rom einfach die Satzung der FSSP änderte,
wonach P. Bisig nicht wieder kandidieren durfte.
#68 virOblationis 15:43:56 | Mittwoch, 26. April 2006
stille Kammer Guntram schrieb: „Sie (sc. die Sodomisten) mögen in ihrem stillen Kämmerlein treiben was
sie wollen,…“ Das stille Kämmerlein sollte doch dem Gebet vorbehalten bleiben (s. Matth. 6, 6) und
nicht als Stätte der widernatürlichen Unzucht dienen.
#8 virOblationis 13:14:44 | Mittwoch, 26. April 2006
Diagnose Catharina schrieb: „…Durch die uneheliche, für die Kirche widernatürliche Verbindung mit
der Welt und ihren Ideologien hat sie (sc. die Kirche) nun AIDS…“ Genau erkannt und hervorragend formuliert!
#51 virOblationis 22:39:21 | Dienstag, 25. April 2006
Herzlichkeit Sofiairene schrieb: „…bei der Piusbruderschaft. Kaum je habe ich in 19 Jahren mit anderen
Gläubigen oder Patres ein freundliches Wort oder einen Gruß austauschen können… Hoffentlich ist die
Kälte, die mir jedes Mal entgegenströmt, nur Teil meiner Wahrnehmung…“ Was Sie schreiben, erstaunt
mich. Gewiß, es gibt auch in unserer Kapelle Gläubige, die mit anderen keinen Kontakt wünschen, und
die Patres haben nun einmal ganz unterschiedliche Charaktere. Insgesamt aber habe ich in der Kapelle schon
weit mehr Herzlichkeit gefunden, als in den NOM-Gemeinden, die ich früher kennengelernt habe. – Und das
im kühlen Norden!
#13 virOblationis 08:02:24 | Dienstag, 25. April 2006
Dann erhebet eure Häupter! Uwe Schmidt schrieb: „…dann stimmt mich das allerdings sehr traurig – denn
dann kommen die großen Gottesstrafen.“ Es wäre meiner Meinung nach besser, wenn das Gericht endlich
begänne, denn damit käme auch dessen Ende in Sicht. Solange das verdiente Strafgericht aber noch ausbleibt,
schweigt Gott, und das scheint mir noch schlimmer zu sein als alles andere.
#47 virOblationis 13:26:02 | Samstag, 22. April 2006
Kinderschänderei Rudolfson schrieb: „Warum distanziert Ihr Euch nicht deutlich von solchen Verbrechern,
die Eure Grünen seit 1985 im Schlepptau des Homobootes mitziehen?“ Wenn niemand wegen seiner sexuellen
Ausrichtung benachteiligt werden soll, dann muß dies natürlich letztlich für jegliche Perversion gelten.
#39 virOblationis 08:29:59 | Donnerstag, 20. April 2006
sog. Sieben Todsünden Die Siebenzahl weist darauf hin, daß es dem Bischof kaum um die exakte Feststellung
des Schweregrades der aufgezählten Sünden ging, sondern vielmehr um eine Abwandlung der volkstümlich
sog. „Sieben Todsünden“ (so, wie man beispielsweise „Zehn Gebote für Autofahrer“ o.Ä. formuliert hat):
Hoffart (Demut) Neid (wohlwollende Liebe) Zorn (Geduld) Geiz (Freigebigkeit) Unmäßigkeit (Nüchternheit)
Unkeuschheit (Keuschheit) Trägheit (Eifer im Guten) In meiner Aufzählung der „Sieben Todsünden“ habe
ich die entgegengesetzten Tugenden in Klammern mit aufgeführt.
Lob des kreuz.nets sowie des obigen Artikels Ein überaus klarer Artikel, von hoher Warte aus geschrieben.
Wie schön, daß es kreuz.net gibt, wodurch man die Gelegenheit erhält, solche Artikel zu lesen.
Pakt gegen Abtreibung „…der Augsburger Bischof…[rief] die Gläubigen zu einem breiten gesellschaftlichen
Pakt gegen Abtreibung auf.“ Ob er bei jener Gelegenheit auch ein Wort zu dem Verhalten der deutschen Bischöfe
sagte, deren unvergleichlicher Einsatz im Kampf gegen die Abtreibung durch Joh. Paul II. in seiner Ausrichtung
ein wenig korrigiert werden mußte?
#1 virOblationis 14:00:42 | Donnerstag, 13. April 2006
„anspruchsloser Kirchenfürst“ „Er (sc. Thomas Kardinal Williams (75)) sei einer der anspruchslosesten
Kirchenfürsten, denen man begegnen könne, erklärte John Allen – der Vatikanist des ‘Reporter’…“ In
welchem Sinne ist dies gemeint, im geistlichen?
#13 virOblationis 13:42:36 | Donnerstag, 13. April 2006
Anrufung der hl. Juliana von Falconieri Ich erinnere in diesem Zusammenhang an die hl. Johanna von Falconieri
(19.6.). Als sie auf dem Sterbebett lag, war es ihr wegen Erbrechens nicht möglich zu kommunizieren. –
Jemand anders an ihrer Stelle kommunizieren zu lassen, wie in dem Bericht aus den USA beschrieben, kam
ihr nicht in den Sinn; so etwas ist ja auch abwegig. Stattdessen bat sie den anwesenden Priester darum,
ihr die hl. Hostie mit dem Corporale auf die mit einem Tuch bedeckte Brust zu legen, um den eucharistischen
Heiland anzubeten. – So könnte, wie bereits vorgeschlagen, der Junge geistig kommunizieren. Bei der Heiligen
nun ereignete sich ein Wunder: Die um ihre Oberin versammelten Schwestern und der Priester sahen die hl.
Hostie verschwinden. Sie war in die Heilige eingegangen, die auf diese Weise wunderbar kommunizierte.
Nach St. Julianas Tod am 19. Juni 1341 entdeckte man beim Waschen des Leichnams nahe dem Herzen das eingedrückte
Abbild einer Hostie. – Wenn Juliana auch eine besondere Gnade zuteil wurde, so hat doch auch sie vor der
Schwierigkeit gestanden, kommunizieren zu wollen und es nicht zu können. So wäre es möglich, sie anzurufen,
um dem Jungen zu helfen, so daß er vielleicht den Zwang, das Allerheiligste auszuspeien, überwindet.
#47 virOblationis 13:28:17 | Mittwoch, 12. April 2006
Hl. Papst Leo d. Gr., bitte für uns! Was haben Sie, Catharina, am Niveau der „Konzilsbrocken“ auszusetzen?
Warum soll man sich mit Begleitumständen des Zustandekommens von Konzilsbeschlüssen nicht befassen?
Ich erinnere an das Konzil von Ephesus 449 – und wünsche mir, daß das Vat. II dessen Schicksal teilen
möge.
Hl. Röm. Reich Natürlich stand Napoleon I. hinter dem Regensburger Reichsdeputationshauptschluß. Seinem
Kaisertum stand dasjenige des Hl. Röm. Reiches natürlich im Wege. Zu Hilfe kam ihm der durch die Aufklärung
geschwächte Katholizismus der Fürsten (vorangegangene Säkularisierungen!). Meiner Meinung nach haben
die Fürsten, die mit Napoleon paktierten, das Reich – auf Kosten der bis dahin reichsunmittelbaren Reichsgrafen,
Reichsritter und Reichsstädte – verraten; Napoleon hat sie mit Titeln und Territorien belohnt. Als 1806
sechzehn Fürsten Süd- und Mitteldeutschlands ihren Austritt aus dem Reich erklärten und sich zum Rheinbund
zusammengeschlossen Napoleon I. unterstellten, da blieb Kaiser Franz II. (1792 – 1806), der bereits zwei
Jahre zuvor den Titel „Kaiser von Österreich“ (Franz I., 1804 – 1835) angenommen hatte, nichts weiter
übrig, als die Krone des Reiches niederzulegen. In irgendeiner Form muß das Röm. Reich (zweigeteilt?)
fortexistieren, wenn die daniel. Prophezeiungen recht haben. Sofern es aber jemals wieder öffentlich
erscheint, sollten die Fürsten (bzw. ihre Nachkommen), die das Hl. Röm. Reich zugrunde gerichtet haben,
meiner Meinung nach keinerlei Vollmacht mehr erhalten.
zweites Confiteor Vom Volk wurde – soweit mir bekannt – zumeist nach der Predigt die „offene Schuld“ bekannt.
Das zweite Confiteor wird in unserer Kapelle nach wie vor gebetet, und zwar von den Ministranten allein
vor der Kommunion.
Ausgang des religiösen Dialoges „Ein Dialog ist nur dann möglich, wenn man sich – unbeschadet aller
Unterschiede – zunächst einmal als Ebenbürtiger unter Ebenbürtigen akzeptiert (»par cum pari loquitur«).“
Doch dabei dürfte es nicht bleiben, dies müßte nur der Beginn sein. Wenn es tatsächlich Katholiken
(mit unverkürztem Glauben) wären, die den Dialog führen, würde schließlich gerade wieder die Einzigartigkeit
des kath. Glaubens notwendig wieder hervortreten. – Wie G. K. Chesterton schreibt (in seinem Buch über
Thomas von Aquin): „Die Einsicht, daß wahrhaft religiöse Menschen lernen sollen, einander zu achten,
ist wirklich ein sehr großer Fortschritt. Die Achtung aber hat dort Ungleichheit entdeckt, wo die Verachtung
nur Gleichmacherei kannte.“
#31 virOblationis 16:57:32 | Dienstag, 28. März 2006
an Ansgar Ich kann natürlich nur anerkennen, was Sie erlebt haben, doch habe ich mit meiner Tochter eine
gegenteilige Erfahrung gemacht. Sie war (bis zum neunten Lebensjahr) von den gewöhnlichen NOM-Messen
schon so genervt – insbesondere mißfielen ihr das Händeschütteln beim Friedensgruß und die Kinderversammlung
beim Altar – daß es immer schwieriger wurde, sie dorthin noch mitzunehmen. Dann haben wir zur Alten Messe
gefunden. Dort sind vergleichbare Probleme in den vergangenen vier Jahren kaum mehr aufgetaucht. Meine
Tochter war schon beim ersten Mal vom gesungenen, lateinischen Evangelium so überwältigt, daß sie in
Tränen ausbrach. Sie hat von Anfang an einen Zugang zur Alten Messe gefunden, obwohl sie erst jetzt beginnt,
Latein zu lernen.
trotz Hölle, Tod und Teufel „Das Gericht kam zur Erkenntnis, daß die Homo-Konkubine den Kleinen zu Tode
geprügelt hat, weil er sie nicht „Vater“ nennen wollte.“ Die (dem Menschen vom Schöpfer geschenkte)
Natur ist letztlich stärker als jegliche Ideologie und läßt sich – selbst unter Todesdrohung – nicht
bezwingen.
die gemeinsame Suche nach der Wahrheit Unitatis redintegratio 11: … Darüber hinaus müssen beim ökumenischen
Dialog die kath. Theologen, wenn sie in Treue zur Lehre der Kirche in gemeinsamer Forschungsarbeit mit
den getrennten Brüdern die göttl. Geheimnisse zu ergründen suchen, mit Wahrheitsliebe, mit Liebe und
Demut vorgehen… So wird der Weg bereitet werden, auf dem alle in diesem brüderlichen Wettbewerb zur
tieferen Erkenntnis und deutlicheren Darstellung der unerforschlichen Reichtümer Christi angeregt werden.
Priesterweihe Es wird zwar die Nachweihe mehrerer Priester behauptet, Namen werden genannt – aber wo bleiben
Belege dafür? Solange keine (nicht-sedisvakantistischen) Quellen angegeben werden, ist dies für mich
nichts, als der Versuch, die Bruderschaft anzuschwärzen.
der mögliche Weg Auf das Einverständnis Ihres Bischofs würden Sie wohl allzu lange warten müssen.
Eine praktikablere Lösung scheint mir dagegen der Weg zur FSSPX zu sein. Dort finden Sie, was Sie, wenn
ich Ihre Worte recht verstehe, suchen: Keine aufmüpfigen Laien-Gremien; eine würdige Zelebration der
hl. Messe; Volksfömmigkeit im besten Sinne (Rosenkranz, Wallfahrten etc.); unverkürzte Verkündigung
des kath. Glaubens.
Staat und Kirche Offenbar ist der sel. Pius IX. anderer Ansicht. Wenn sein Syllabus die Ansicht verurteilt,
der gemäß es nicht dienlich sei, die kath. Religion als einzige Staatsreligion anzuerkennen und alle
übrigen Formen der Gottesverehrung auszuschließen (77); die Religionsfreiheit trägt nämlich dazu bei,
die Sitten und Herzen der Völker leichter zu verderben und die Pest des Indifferentismus zu verbreiten
(s. 79). B. Pius IX. setzt ganz offensichtlich voraus, daß der Staat die kath. Religion als die einzig
wahre erkennen kann: Die Kirche ist ja so einzigartig, daß jeder, der sehen will, dies einsieht (s. vier
Kennzeichen, Bestätigung durch Wunder). Darum verurteilt der Syllabus auch die Ansicht, der Staat sei
von der Kirche zu trennen (55). Freilich ist die Sorge für den Menschen auf zwei Gewalten verteilt –
doch geht es beiden um denselben Menschen, seine zeitliche Wohlfahrt und sein ewiges Heil, so daß sich
die Zuständigkeiten überschneiden können, wie Leo XIII. in Immortale Dei feststellt; und er fährt
fort: „Deshalb muß (necesse est) zwischen beiden Gewalten eine gewisse Verbindung bestehen, [und] diese
wird sicherlich nicht zu Unrecht mit der Verbindung verglichen, durch die Seele und Leib im Menschen verknüpft
werden.“
noch einmal: Religionsfreiheit Wenn man (hinsichtlich der Religionsfreiheit) die „Ebene einer gesellschaftlichen
und historischen Notwendigkeit“ von der „Ebene der Metaphysik“ trennt, droht man der lutherischen Irrlehre
anheimzufallen (Zwei-Reiche-Lehre). Christus ist aber Herr der gesamten, durch Ihn geschaffenen Wirklichkeit,
nicht nur der „metaphysischen Ebene“. Mit welchem Recht also dürfte man die Wirklichkeit aufspalten und
die liberal verstandene Freiheit der Religion nur in einem Teilbereich gelten lassen! – Wenn demnach gilt:
B) Jede Religion (als Gemeinschaft von Individuen) hat ein gleiches Recht (vor dem Gesetz), dann gilt
auch: A) Jede Religion (als System von Wahrheiten) hat ein gleiches Recht (auf Anerkennung). Die dagegen
angeführte Aufspaltung der Wirklichkeit weist (wie ich schon einmal angemerkt habe) auf den Irrtum des
Siger von Brabant zurück (doppelte Wahrheit: philosophisch – theologisch), der von St. Thomas korrigiert
wurde und sich von seinem Irrtum abwandte. Es ist also völlig klar, daß man weder A) akzeptieren, noch
B) anerkennen kann. Was aber die von mir einander gegenübergestellten Zitate betrifft: Wer die (reformatorischen)
„Kirchen und Gemeinschaften“ als „Mittel des Heiles“ einschätzt, wird ihnen gern volle Freiheit im Staate
gewähren; anders derjenige, der sie vom „Geist des Teufels geleitet“ sieht.
Diskontinuität Hier ein Beispiel für die „scheinbare(n) Diskontinuität“, die tatsächlich die „wahre
Natur und … Identität bewahrt und vertieft“ hat: Im Römischen Katechismus des Trienter Konzils heißt
es im Zusammenhang mit den Kennzeichen der Kirche: „Aber wie diese eine Kirche … vom Heiligen Geist
regiert wird, so sind notwendigerweise alle übrigen, welche sich den Namen ‘Kirche’ anmaßen, … vom
Geiste des Teufels geleitet …“ (Cat. rom. I, 10). Demgegenüber meint Unitatis redintegratio 3: „…
Ebenso sind diese getrennten Kirchen und Gemeinschaften trotz der Mängel, die ihnen nach unserem Glauben
anhaften, nicht ohne Bedeutung und Gewicht im Geheimnis des Heiles. Denn der Geist Christi hat sich gewürdigt,
sie als Mittel des Heiles zu gebrauchen, (deren Wirksamkeit sich von der der katholischen Kirche anvertrauen
Fülle der Gnade und Wahrheit herleitet)…“
#33 virOblationis 22:25:22 | Mittwoch, 15. März 2006
1. Kor. 15 (Fortsetzung) … und hier der Rest: 27 Alles ist [Ihm] unterworfen, [dann ist] ohne Zweifel
[gemeint]: außer jenem, der Ihm alles unterworfen hat. [Natürlich wird der Vater nicht der Königsherrschaft
des Sohnes unterworfen, sd. Er vollendet sie.] 28 Wenn jenem aber alles unterworfen sein wird, dann wird
sich der Sohn jenem unterwerfen, der Ihm alles unterworfen hat, damit Gott (sc. der Vater) sei alles in
allem. [Das ist dann sozusagen die Überhöhung der Vollendung.]
#31 virOblationis 22:02:50 | Mittwoch, 15. März 2006
1. Kor. 15 Ich habe mich mit dem angeführten Text aus 1. Kor. 15 noch nicht eingehender befaßt, doch
auf den ersten Blick scheint er doch sehr klar die Königsherrschaft Christi im Sinne der Tradition zu
stützen: 22 … Es werden alle in Christus lebendig gemacht werden. [Die allg. Auferstehung der Toten.]
23 Ein jeder aber in seiner Ordnung: Als erster Christus; dann die, die, wenn Christus [wieder]kommt,
zu ihm gehören. [Die Christen der letzten Generation.] 24 Dann kommt das Ende, wenn Er das Reich / die
Königsherrschaft dem Gott und Vater übergeben wird, wenn er abgesetzt haben wird jede [englische] Gewalt,
Macht und Kraft. [Erst am jüngsten Tag übergibt der Heiland das Regnum Gott; bis dahin wird Er als König
herrschen – wenn auch beeinträchtigt z.B. durch gottfeindliche Engelmächte.] 25 Denn Er (sc. der Heiland)
muß herrschen, bis Er (sc. der Vater) Ihm alle Feinde unter die Füße legt. [Noch einmal: Es ist sogar
notwendig, daß der Heiland bis zum jüngsten Tag als König herrscht. Alle, die dem widerstreben, wird
der Vater Ihm schließlich unterwerfen.] 26 Als letzter Feind wird der Tod vernichtet. Alles nämlich
unterwirft Er (sc. der Vater) unter Seine (sc. des Heilands) Füße. Wenn es aber heißt: … [gekürzt
wegen 1500-Zeichen-Limit.]
#46 virOblationis 07:33:23 | Dienstag, 14. März 2006
Catharina! Ich würde es bedauern, wenn Sie sich zu Protestanten zurückzögen, um nichts mehr über die
„Messe aller Zeiten“ oder die „Verpflichtung des Staates gegenüber der wahren Religion“ lesen zu müssen.
Diese haben sich ja gerade als eigenständige, von Rom abgespaltene Gemeinschaft(en) konstituiert, indem
sie bestimmte, kath. Lehren verwarfen oder umbildeten (vgl. Luthers „Deutsche Messe“ und in bezug auf
den Staat seine „Zwei-Reiche-Lehre“). Ihre ebenso geistreichen wie im Tonfall höflichen Beiträge habe
ich gern gelesen, obwohl ich inhaltlich nicht unbedingt damit übereinstimmte.
Religionsfreiheit Wenn Pfarrer Milch feststellt, „daß man nämlich [letztlich] keinen Menschen zwingen
kann, eine Religion anzunehmen“, dann ist dies tatsächlich „ein uralter Hut.“ Gewiß ist der Mensch verpflichtet,
nach der (kath.) Wahrheit zu suchen und sie anzunehmen, wenn er sie findet. So heißt es auch in Dignitatis
humanae (2). Allerdings, dabei ist man in der „Erklärung über die Religionsfreiheit“ nicht etwa stehengeblieben.
Denn danach wird das Suchen des einzelnen so hoch erhoben, daß sein Gewissen der Wahrheit übergeordnet
wird. Statt jeden aufzufordern, sein Gewissen von der Wahrheit erleuchten zu lassen, heißt es, daß jeder
seinem Gewissen – nicht der Wahrheit! – zu folgen habe (3). Anschließend wird vom Staat, der in geistlichen
Dingen nichts vermag (wie könnte er sich dann von der Kirche belehren lassen!), verlangt, daß er jeden
in religiöser Hinsicht unterschiedslos seinem Gewissen folgen lasse. Und weil die Menschen nun einmal
ihre Kulte gemeinsam praktizieren, so hat der Staat auch jeden Kult gewähren zu lassen, wenn dieser sich
in der Öffentlichkeit präsentiert (4). Tür und Tor werden also geöffnet, damit Katholiken zu anderen
Kulten abfallen können! Damit verleitet die Kirche ja die ihr anvertrauten Seelen geradezu, ihre ewige
Seligkeit auf’s Spiel zu setzen, ihr Lebensziel zu verfehlen. Wie kann sie so sprechen, wenn sie weiß,
daß sie allein den einzig sicheren Weg zum Heil bietet! Tut sie dies, weil die wahre Religion in ihr
lediglich subsistiert (1)?
Widerlich Wie heißt es jetzt immer: Niemand darf wegen seiner sexuellen Ausrichtung benachteiligt werden. –
Wenn man einmal die Grenze überschritten hat und das Widernatürliche vom Natürlichen nicht mehr unterscheidet,
dann gibt es kein Halten mehr.
Benedikt XVI. zu Romulus: Die fehlende Religionsfreiheit in islamischen Staaten kann m.E. nicht einfach
mit der von (traditionsbewußten) Christen ersehnten Königsherrschaft Christi gleichgesetzt werden, da
der Islam nicht zwischen Religion und Staat unterscheidet. Die Königsherrschaft Christi beeinträchtigt
doch nicht die innere Selbständigkeit des Staates: „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist…“ Allerdings
muß dem Staat von der Kirche als Hüterin der (göttl. offenbarten) Wahrheit vorgegeben werden, wonach
er seine Verfassung, seine Gesetze auszurichten hat (10 Gebote!), sonst beginnt er, wie ein Betrunkener
umherzutaumeln und Unrecht als Recht auszugeben. So erleben wir es ja jetzt, daß z.B. zwar Mörder nicht
mehr getötet werden, dafür aber Unschuldige im Mutterleib. Zwar spricht Benedikt XVI. von Laizismus,
doch der Sache nach enthält seine Enzyklika m.E. durchaus Gegenteiliges. Dort wird ja von der Gerechtigkeit
gesprochen, die der Staat anstreben soll, doch zugleich auch davon, daß sich dessen Vernunft vom Glauben
belehren lassen muß. Ebenso mag Benedikt XVI. vom Liberalismus sprechen, doch zugleich verurteilt er
die Diktatur des Relativismus und greift damit eine liberale Beliebigkeit an. Um diese Sachverhalte zu
ergründen, reicht es meiner Meinung nach nicht aus, nur das jeweils benutzte Vokabular zu bewerten.
echtes Photo? Ob es sich um einen Bildschirm hinter Mutter Theresa handelt, vermag ich nicht zu erkennen. –
Allerdings würde auch ich eher erwarten, daß andere Menschen auf dem rechten Bild (zumindest teilweise)
zu sehen sind. – Ob Mutter Theresa hier betet oder meditiert, ist aus dem Bild nicht zu erkennen; indsofern
braucht es sich nicht um eine „Anbetung“ Buddhas zu handeln.
Mutter Theresa Religiös indifferente Äußerungen von Mutter Theresa habe ich schon einmal gelesen; nur
ist mir der Wortlaut leider entfallen. Es würde mich darum nicht wundern, wenn sie einmal ihre Aufgeschlossenheit
den Vertretern einer anderen Religion gegenüber in solcher wie der dargestellten Weise gezeigt haben
sollte. Das Teppichmuster auf beiden Bildern scheint sich zu entsprechen; vor dem linken Knie der Beterin
auf dem linken Bild wie bei Mutter Theresa liegt ein Gegenstand. Angesichts solcher Übereinstimmungen
frage ich mich: Warum soll es sich um ein manipuliertes Bild und nicht um eine Vergrößerung handeln?
katholischer Glaube Was Sie, werter Karim, über die Herkunft des Begriffes „Gott“ ausführen, bezieht
sich m.E. wiederum auf natürliche Gotteserkenntnis. – Wenn Sie eine solche für Hebr. 11, 6 ablehnen,
dann vergleichen Sie doch einmal den Text mit Röm. 1, 19f. Was über Gott an beiden Stellen gesagt wird,
ähnelt sich inhaltlich sehr (wenn auch in umgekehrter Reihenfolge): seine Kraft [zum Guten] und Göttlichkeit
(Röm 1, 20) daß Gott ist und … ein Vergelter [sein] wird (Hebr. 11, 6) Nun, sollte obiges Glaubenswissen
auf eine Offenbarung zurückgehen, dann wohl ehestens auf die Ur-Offenbarung. – Ein darauf beruhender
Glaube aber rettet nicht, er macht nicht selig, wenn das Evangelium erst einmal bekannt ist. Seine Aussagen
sind zu vergleichen mit Grundartikeln, auf die alles andere (durch Offenbarung Bekannte) zurückzuführen
ist, wie es ja auch der hl. Thomas an der von Ihnen angeführten Stelle schreibt. Sie konstruieren sich
einen eigenen Glaubensbegriff, indem Sie versuchen, den Glauben auf bloßen Monotheismus zu reduzieren.
Das entspricht vielleicht Lessings Ringparabel, aber weder der hl. Schrift, noch der Tradition. Wenn Sie
ausgerechnet Pius XI., den Gegner des Ökumenismus, für solchen monotheistischen, vorgeblich seligmachenden
Glauben in Anspruch nehmen wollen, so verweise ich auf das von diesem Papst eingeführte Christkönigsfest
mit seiner anschließenden Weihe, wo der Islam neben dem Heidentum genannt wird: Beider Anhänger sollen
erst noch zum Licht des Gottesreiches geführt werden.
zum Verständnis des Briefes von 1076 Werter Karim, wie schön, daß Sie sich die Mühe gemacht haben,
den Text des hl. Gregor VII. zugänglich zu machen! Jetzt ist es klar, was für eine diplomatische Mission
der Brief begleitete. Der mauretanische König sendet einen Priester, der zum Bischof geweiht werden soll,
und läßt – zum Zeichen seines guten Willens – auch noch eine Anzahl von gefangenen Christen frei; er
stellt sogar die Freilassung weiterer Christen[sklaven] in Aussicht.(*) Die Ausführungen Gregors in bezug
auf den Glauben und die Gottes- und Nächstenliebe des Regenten bewegen sich anscheinend innerhalb der
Grenzen der natürlichen Vernunft. Das zeigt auch gerade der Verweis auf die Goldene Regel (Matth. 7,
12). Der Heilige Vater sagt keineswegs, daß der angesprochene König durch einen solchen Glauben (und
solche Liebe) gerettet wird, doch er „ersehnt“ dessen Aufnahme in den „Schoß Abrahams“ (desideramus …
Deus … in sinum … Abrahæ … te perducat). – St. Gregor spricht allerdings über die näheren Bedingungen,
unter denen dieses möglich wird. (*) Bei den von Albericus und Cincius gesandten Männern (Dienern) handelt
es sich vielleicht um Handwerker oder Künstler mit einem bestimmten, begrenzten Auftrag am Hofe des mauretanischen
Königs. Darauf könnten die Worte hinweise, daß diese Männer solches mitbringen oder zu bieten haben,
„was dir in unseren Heimatländern gefallen könnte“ (de his quæ in patribus nostris placuerit).
#52 virOblationis 20:20:22 | Donnerstag, 2. März 2006
Brief von 1076 Ich vermag nicht ganz nachzuvollziehen, was an dem Text St. Gregors so anstößig sein
soll. Der Heilige fordert – an dieser Stelle – nicht zum Glauben auf: Nun, ich wies schon darauf hin,
daß der Gegenstand des Schreibens nicht die ewige Seligkeit ist, sondern ein gedeihliches Miteinander
(hanc charitatem…). Weiterhin ist davon die Rede, daß wir wie die Moslems „an den einen Gott, freilich
auf verschiedene Weise, glauben und ihn bekennen, die wir ihn als Schöpfer der Zeitalter und Lenker dieser
Welt täglich loben und verehren (…qui unum Deum, licet diverso modo, credimus et confitemur, qui eum
Creatorem sæculorum et gubernatorem hujus mundi quotidie laudamus et veneramur).“ – Geht denn das hier
Gesagte über den Bereich der natürlichen Gotteserkennntis hinaus? Gottes Göttlichkeit und ewige Macht
sind doch für alle Menschen seit Erschaffung der Welt anhand Seiner Werke zu erkennen (s. Röm. 1, 19f.)!
(Zur Quellenangabe PL 148, 451 A: Ich habe leider keine Möglichkeit mehr, mir das Zitat im Zusammenhang
anzusehen, da die Bibliothek, die ich seit Jahrzehnten aufgesucht habe, u.a. ihre Migne-Bände verkauft
hat. Was für ein Jammer! Was für Zeiten!)
#29 virOblationis 08:45:09 | Donnerstag, 2. März 2006
an Karim Ich sehe in dem, was Sie schreiben, die Tendenz, den Glauben ins Belieben des einzelnen zu stellen:
„…daß jemand im Gewissen erkennt, daß er den … Glauben annehmen müßte…“ Nun hat uns der Heiland
offenbart, daß er die Wahrheit ist (Joh. 14, 6). Die Wahrheit aber will nicht beurteilt, sondern einzig
und allein angenommen, bejaht werden. Natürlich weiß ich, daß dies nicht stets sofort geschieht. Oft
zieht es sich über Jahre hin, bis die Entscheidung für den Glauben fällt. Aber letztlich führt nichts
an der Frage vorbei: Nehme ich die Wahrheit, die ganz katholische Wahrheit, an oder nicht? Dies entscheidet
über den Zugang zur ewigen Seligkeit. Der Glaube an die grundlegenden Artikel entbindet nicht von der
Annahme der Konsequenzen (s. Credo, Taufe). Wenn ich mich ihnen verweigere, verweigere ich den Glauben
insgesamt. – Der Glaube ist grundsätzlich nicht von seinen Inhalten zu trennen, so daß man sie zurückstellen
könnte, ohne sich gegen die Tugend des Glaubens zu vergehen. Wenn aber St. Gregor VII. in dem von Ihnen
zitierten Brief den Adressaten nicht zur Annahme des Glaubens aufruft, so hat dies offenbar den Grund,
daß das Thema, über welches er schreibt, nicht die ewige Seligkeit, sondern ein gedeihliches Miteinander
ist, und dazu bedarf es nicht unbedingt des katholischen Glaubens.
an Karim Wie Sie sagen, führt der hl. Thomas in dem von Ihnen angeführten Sätzen aus der 7. Frage der
ersten Abhandlung (von Summa Theol. II II) den Glauben auf Grundartikel zurück, in denen alles als Konsequenz
beschlossen ist. Wichtig daran erscheint mir, daß der Glaube ein geschlossenes Ganzes ist, daß man nicht
in einzelne Wahrheiten aufteilen kann; deshalb ist es auch so wenig sinnvoll, auf Elemente der Wahrheit
und der Heiligung außerhalb der kath. Kirche zu verweisen. Wie Sie, werter Karim, folgern, kann ein Nicht-Christ
die (alles weitere enthaltenden) Grundartikel des Glaubens anerkennen und so zur Erlösung finden, d.h.
er kann – so weit es ihm unter jenen Umständen möglich ist – Gott erkennen und dadurch dem Leibe Christi
angegliedert werden, da eben der auf die Grundartikel ausgerichtete Glaube den Wunsch nach der Taufe einschließt:
Dieser Nicht-Christ wird gerechtfertigt durch die sog. Begierdetaufe. Wenn derselbe Mensch aber der christlichen
Botschaft begegnet, hat er den aus den Grundartikeln herkommenden Konsequenzen zu folgen und das Evangelium
anzunehmen. Dann gilt: „Wer glaubt und getauft wird, der wird gerettet werden.“ Lehnt er dies jedoch ab,
zieht er sich das Gericht zu: „Wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden.“ (Mark. 16, 16)
#9 virOblationis 19:55:09 | Montag, 27. Februar 2006
Humor Ich dachte stets, es sei gut katholisch, Humor zu haben und Spaß zu verstehen. Oder ist dies nun
auch den Traditionalisten vorbehalten? Ich habe mich jedenfalls sehr gefreut, an diesem Rosenmontag „auf
kreuz.net“ ausgiebig lachen zu können.
#21 virOblationis 14:18:10 | Montag, 27. Februar 2006
noch einmal: limbus puerorum Schade, daß Sie, Werte Stimme, werter Irenäus, nicht an den Limbus-Artikel
vom 26. Januar angeknüpft haben, in dem ich mich an einer Variante der Illuminationstheorie versucht
habe. Gerade Gegenargumente können die Erkenntnis ja befördern.
#5 virOblationis 17:28:10 | Sonntag, 26. Februar 2006
Lehrer Wenn doch nur Sokrates, Platon und Aristoteles unsere Lehrer wären! Ich fürchte, seit dem Ende
des Mittelalters sind Stoa, Skepsis und Epikuräertum an ihre Stelle getreten.
#11 virOblationis 20:08:52 | Samstag, 25. Februar 2006
zu Sozialkatholisch Der gläubige Katholik zeichnet sich keineswegs dadurch aus, daß er jedem noch so
schlechten Hirten folgt. Als Beispiel aus der Geschichte verweise ich auf den hl. Petrus Canisisus, der –
auch in finsteren Zeiten – als zweiter Apostel Deutschlands wirkte. Als er noch jung und fast gänzlich
unbekannt war, trat er mit den wenigen Jesuiten Deutschlands (s. erste Ordensniederlassung in Köln) gegen
den Erzbischof der Stadt an, der sich der Reformation zugewandt hatte. So ist es auch Petrus Canisius
und seinen Mitstreitern zu verdanken, daß das (ehemals) „heilige Köln nicht dem Luthertum anheimfiel.
#6 virOblationis 15:44:23 | Samstag, 25. Februar 2006
erneute Weihe Es wäre viel zu tun, wollte man alle Kirchen neu weihen, die für Fremdkulte mißbraucht
worden sind: Als neueres Beispiel wäre das Fatima-Heiligtum zu erwähnen, als älteres der Kölner Dom,
den das Domkapitel – mit Zustimmung von Kardinal Frings – im Jahre 1965 teilweise (das nördl. Seitenschiff)
den Mohammedanern zur Verfügung stellte, um das Ende ihres Fastenmonats zu begehen. An dem von mir neulich
erwähnten Beispiel des Hamburger Mariendoms sieht man ja, daß nicht einmal ein Mord hinreicht, um eine
erneute Weihe herbeizuführen. Es ist wohl so, daß die deutschen Bischöfe heute nichts mehr von der
Heiligkeit des Kirchenraumes wissen wollen: Das ist praktischer Protestantismus.
#3 virOblationis 20:47:58 | Freitag, 24. Februar 2006
Fragmentarisierung des Protestantismus Die Fragmentarisierung des Protestantismus hat einen tieferen Grund:
Die (vermeintliche) Gottunmittelbarkeit des Gläubigen, der ihretwegen auf die hl. Kirche meint verzichten
zu können, denn er ist sozusagen „sein eigener Papst“. Dies bringt eine immer weitgehendere Aufsplitterung
mit sich. In letzter Konsequenz müßte dies eigentlich dazu führen, daß jeder Protestant (als einziges
Mitglied) seiner eigenen Glaubensgemeinschaft angehört.
#2 virOblationis 19:37:02 | Donnerstag, 23. Februar 2006
guter Hirte Ein guter Bischof hätte dem Pfarrer vielleicht im vertrauten Gespräch geraten, die Demission
zurückzunehmen. Jedenfalls hätte er seinen Priester gewiß in Schutz genommen. Was wäre das Rätesystem
ohne willfährige, schwache Bischöfe, die sich vor einer feindseligen Öffentlichkeit fürchten! Man
stelle sich nur einmal vor, wie der sel. Löwe von Münster sich einer solchen Situation gestellt hätte!
#15 virOblationis 18:10:48 | Donnerstag, 23. Februar 2006
Laienkardinäle Wenn es Laien gab, die zu Kardinälen ernannt wurden, dann wird es Geweihte gegeben haben,
die die mit dem Amt verbundenen, geistlichen Tätigkeiten übernahmen – das konnten sie selbst ja nicht.
Vergleichbares gab es jedenfalls bei Bischöfen und Äbten.
#10 virOblationis 13:59:44 | Donnerstag, 23. Februar 2006
siebzig Kardinäle Seit 1586 (bis zu Joh. XXIII.) gab es sechs Kardinalbischöfe, fünfzig Kardinalpriester
und vierzehn Kardinaldiakone. – Was mit Laienkardinälen gemeint ist, verstehe ich nicht.
#18 virOblationis 13:14:56 | Donnerstag, 23. Februar 2006
Das rechte Verständnis der Kirche Mir scheint, daß dieser auf Abwege geratene Priester ebenso wie zahlreiche
Modernisten(*) nicht recht zwischen der heiligen Kirche als myst. Leib Christi und ihren Gliedern, die
sündigen können, unterscheidet. Einzelne Glieder mögen Irrtümer, ja Häresien verbreiten, doch die
Kirche bleibt stets dieselbe: una, sancta, catholica et apostolica ecclesia. Z.B. sprach einmal in einer
Verlautbarung – es muß nach meiner Erinnerung um das Jahr 2000 gewesen sein – die deutsche Bischofskonferenz
von „Sünden der Kirche“ statt von Verfehlungen einzelner der ihr angehörigen Gläubigen. Dieser Irrtum
(freundlich formuliert) kann allerdings auf Lumen Gentium Art. 8 verweisen, wo man die Worte „…Ecclesia
…sancta simul et semper purificanda…“ zumindest in solchem Sinne verstehen kann. – Diese Redeweise
(…Kirche…zugleich heilig und stets reinigungsbedürftig…) erinnert wohl kaum zufällig an Luthers
„simul iustus et peccator“ (zugleich Gerecht[fertigt]er und Sünder).
#18 virOblationis 14:41:53 | Dienstag, 21. Februar 2006
Anmerkung Selbst ein Mord führte nicht dazu, daß unsere Bischofskirche neu geweiht wurde: So geschehen,
als Ludwig Averkamp zum neuen Erzbischof bestimmt worden war, aber noch nicht in Hamburg residierte. –
Dies nur als Anmerkung zum Umgang mit dem Raum, in dem das Meßopfer dargebracht wird, durch die Vertreter
eines zeitgemäßen(?) Katholizismus.
#17 virOblationis 08:42:55 | Dienstag, 21. Februar 2006
zwei Vorbedingungen Wenn von zwei Vorbedingungen von seiten der Bruderschaft die Rede ist, so muß deshalb
m.E. niemand in heiligen Zorn verfallen. Sie sscheinen mir weniger Ausdruck der Überheblichkeit oder
allg. Widerborstigkeit zu sein, als vielmehr der Sorge um das Wohl der Kirche zu entspringen, jedenfalls
die erste Vorbedingung. Da die überlieferte Messe niemals verboten worden ist, so ist es ein unhaltbarer
Zustand, daß ihre Zelebration weitgehend untersagt wird. Diesen zu beseitigen, dient nicht dem Interesse
der Bruderschaft – sie hält sich ja ohnehin nicht an entsprechende Weisungen – sondern der Befreiung
der gesamten Priesterschaft der hl. röm.-kath. Kirche von ungerechtem Zwang. Hinzu kommt die Aufhebung
der Exkommunikation. Sie ist nicht nur für die Bruderschaft von Bedeutung, sondern m.E. auch für den
Papst. Solange er nämlich an der Exkommunikation festhält, kann er kaum als Oberhaupt der Kirche mit
der Bruderschaft über ihre organisatorische einbindung verhandeln, da er die ihr Angehörigen – jedenfalls
nach traditionellem Verständnis – nicht als Glieder am Leibe Christi ansehen kann, gelten doch Exkommunizierte
ebenso wie Häretiker und Schismatiker als von der Kirche ausgeschlossen (Cat. rom. I, 10). Solange die
Exkommunikation aufrecht erhalten wird, kann der Papst nur über die Bruderschaft verhandeln, aber nicht
mit ihr, so denke ich.
#3 virOblationis 12:16:35 | Montag, 20. Februar 2006
Recht zur Züchtigung Die staatliche Obrigkeit hat das Recht zu züchtigen bzw. zu strafen (vgl. Joh.
19, 11), da sie „von Gott“ ist (s. Röm. 13, 1). Sie hat einen Anteil hat an seinem Recht zu strafen,
der sich auf das sterbliche Leben bezieht. Gerichte haben Anteil an Gottes Richteramt; darum haben Privatpersonen
auf Rache zu verzichten (vgl. Röm. 12, 19). Die Obrigkeit innerhalb der Familien wird durch die Eltern
verkörpert. Auch sie ist „von Gott“ (vgl. Eph. 3, 14f.). So kann man ihnen m.E. auch ein Recht zur Züchtigung
ihrer Kinder kaum absprechen, das aber weit geringer ist als das der staatlichen Obrigkeit, betrifft es
doch Kinder (vgl. Eph. 6, 4). – Insofern nun Lehrer die Stelle der Eltern einnehmen, erstreckt sich das
Recht zur Züchtigung danach auch auf ihre Autorität. Man kann zwar auf das Recht zur Züchtigung zwar
verzichten, doch das gesetzliche Verbot richtet sich m.E. gegen die elterliche Gewalt, die man auch sonst
durch staatliche Kinderaufzucht zu beseitigen versucht.(*) N.B.: Dasselbe hat man in der DDR auch angestrebt.
Der „Erfolg“ ist bekannt. (*) vgl. die „Lufthoheit über den Kinderbetten“
#29 virOblationis 10:26:20 | Montag, 20. Februar 2006
Vergänglichkeit Was sollte die Erscheinung des Priesters als wandelndes Memento mori übertreffen? –
Das Leben ungezählter Menschen, auch einiger Heiliger, wurde durch das Innewerden der eigenen Vergänglichkeit
erst auf Gott ausgerichtet.
#27 virOblationis 08:06:13 | Montag, 20. Februar 2006
Äußeres und Inneres Nun, wenn man kein Priester sein will, jedenfalls nicht in dem Sinne, wie der überlieferte
Glaube ihn kennt, dann möchte man als ein solcher natürlich auch nicht erscheinen, sondern kommt daher
wie irgendein Laie – in diesem Falle wie ein Laie mit verheerendem Geschmack.
#8 virOblationis 18:06:01 | Samstag, 18. Februar 2006
Patriotismus Vielleicht kann man den Patriotismus mit der Zugehörigkeit zu einer Familie vergleichen:
Man hat einzelne Freunde, mag viele Menschen, ja soll alle insgesamt lieben. Dennoch bleibt man den eigenen
Angehörigen in ganz besonderer Weise, nämlich durch die Herkunft, verbunden. Dies tut aber der Nächstenliebe
überhaupt keinen Abbruch.
#24 virOblationis 12:53:29 | Freitag, 17. Februar 2006
bedrohte Existenz So weit mir bekannt, ist die Schule ohnehin in ihrer Existenz bedroht, da sie umziehen
muß, keine Räume findet und Geld für einen eigenen Neubau nicht vorhanden ist. So ergreifen interessierte
Kreise offenbar die Gelegenheit beim Schopf und versuchen, das Hinscheiden zu beschleunigen.
#26 virOblationis 18:15:31 | Donnerstag, 16. Februar 2006
liturgische Konfusion Wenn es liturgische Konfusion gibt, dann droht sie wohl kaum von der alten Messe
her, sondern eher von solchem Wildwuchs, der z.B. vierzig Tonnen Sand in den Kirchenraum kippt.
#36 virOblationis 12:47:47 | Donnerstag, 16. Februar 2006
christliche Wallfahrten in frühester Zeit Daß das frühe Christentum keine Wallfahrten gekannt haben
soll, entspricht gewiß nicht den Tatsachen. Bereits die Israeliten der alt- und der neutestamentlichen
Zeit wallfahrteten zu einer Vielzahl von Heiligengräbern, insbesondere zu Erzvätern (Hebron!) und Propheten,
was Joachim Jeremias an einer Fülle von Beispielen gezeigt hat (Heiligengräber in Jesu Umwelt). Ebenso
werden die frühen Christen heilige Stätten aufgesucht haben. So berichtet – ich meine es war Melito
von Sardes im 2. Jh – davon, wo sich das Grab Christi in Jerusalem befinde; dabei war es zu jener Zeit
nicht einmal zugänglich, da von einem heidnischen Heiligtum (Jupiter Capitolinus / Venus) seit Hadrians
Sieg über die Juden (Bar Kochba – Aufstand 132 – 135) überbaut. – Hätte es keine Wallfahrten, z.B.
zu dem Grab des Herrenbruders Jakobus im Cedrontal gegeben (das man noch heute mit einem ganz nahe dabei
gelegenen, hellenist. Grabmal identifiziert), wie hätte sich dann wohl die Nachricht erhalten, wo dieser
Ort zu suchen ist? Bei den Arabern hieß noch nach dem 2. WK der Ort des Isaias-Grabes „Hügel der Säge“:
Bei lebendigem Leibe nämlich soll der Prophet zersägt worden sein (vgl. Hebr. 11, 37).
#20 virOblationis 12:34:44 | Donnerstag, 16. Februar 2006
Kol. 1, 24 Ein Beispiel für das Sühneleiden von Christen finden wir im Kolosserbrief. Der hl. Paulus
schreibt: Qui nunc gaudeo in passionibus pro vobis, et adimpleo ea quae desunt passionum Christi in carne
mea pro corpore eius quod est ecclesia. …der ich mich nun freue in den Leiden für euch, (und=) da ich
ergänze, was fehlt an den Leiden Christi, an meinem Fleische für seinen Leib, das ist die Kirche.
#18 virOblationis 07:52:35 | Donnerstag, 16. Februar 2006
Nachfolge Christi Der Herr selbst ist Mensch geworden und hat den grausamsten Tod erlitten, um uns zu
erlösen. – Und da sollte unser etwaiges Sühneleiden von Gott nicht gewollt sein?
#4 virOblationis 10:23:31 | Mittwoch, 15. Februar 2006
(k)ein Traditionsbruch Wieder ein schönes Beispiel dafür, daß die Kirche nach dem Konzil noch immer
dieselbe ist wie zuvor. Allerdings verurteilt man niemanden mehr wegen seines Verhaltens, sondern hebt
das Gemeinsame hervor: Wir sind ja alle Sünder und lieben irgendwen.
#22 virOblationis 07:45:24 | Dienstag, 14. Februar 2006
initium signorum Natürlich geschah zu Cana in Galiläa das erste der Wunder. – Was sind die Hypothesen
(wie hist.-krit. sie auch immer sein mögen) von Wissenschaftlern, die etwa 2000 Jahre nach den Ereignissen
auftreten, im Vergleich zu dem Wort des Lieblingsjüngers (Joh. 2, 11)!
#16 virOblationis 20:27:20 | Montag, 13. Februar 2006
Unterstützung des Kardinals Um zu sehen, daß immer mehr Menschen um mich her geistig „aus den Fugen
geraten“, brauche ich kein Medizinstudium. Es ist doch völlig offensichtlich: Wenn die Konstanten des
irdischen Daseins – Zugehörigkeit zu einer (dauerhaften) Familie, zu einem bestimmten Volk (und nicht
einfach einer identitätslosen, johlenden Menge), Beheimatung in einer bestimmten Landschaft (in der nicht
plötzlich lauter Fremde wohnen) – wegbrechen, dann verlieren viele, insbesondere Menschen ohne jeglichen
Glauben, den Halt.
#38 virOblationis 21:26:08 | Samstag, 11. Februar 2006
Zerstreuung Römisch-katholisch hat lediglich nach dem Eucharistieverständnis von Frau Bussmann gefragt,
nicht vorschnell verurteilt, sondern nur angedeutet, was mutmaßlich hinter ihren Ausführungen steckt.
Das ist wohl kaum ein „Zerstreuen“.
#55 virOblationis 14:05:49 | Samstag, 11. Februar 2006
zur Summa contra Gentiles zu Catholicus: Sie schreiben: „… Gerade im Bereich der natürlichen Erkenntnis
Gottes ergeben sich viele Anknüpfungspunkte auch mit jenen, die die Offenbarung Christi nicht kennen
oder sie ablehnen. Es wäre falsch, dieses Gemeinsame zu leugnen. Der heilige Thomas spürt vielmehr alles
als wahr Erkannte auf und bemüht sich, seine Dialogpartner auf einen Weg zu führen, der sie mit der
Gnade Gottes befähigen soll, die Fülle der Offenbarung in Jesus Christus anzunehmen!“ Bis zur „Fülle
der Offenbarung“ dringt diese Summa m.E. keineswegs vor. Sie beschränkt sich auf den Bereich der natürlichen
Vernunft, wie im Buch I, Kap. 2 deutlich gemacht wird: „Unde (sc. weil wir keine hll. Schriften mit den
Mohammedanern und Heiden gemeinsam haben)necesse est ad naturalem rationem recurrere, cui omnes assentire
coguntur. Quae tamen in rebus divinis deficiens est.(1)“ Allerdings wird in diesem Werk häufig auf Aristoteles
verwiesen, der auch von der Gegenseite geschätzt wird und insofern etwas Gemeinsames dastellt. Doch folgt
St. Thomas dem Aristoteles nur so weit, wie dieser wiederum der natürlichen Vernunft gerecht wird. Demnach
ist letztere, wie ich zuvor bereits schrieb, das eigentlich Gemeinsame. (1) „Daher ist es notwendig, auf
die natürl. Vernunft zurückzugreifen, der alle zuzustimmen gezwungen sind. Diese ist allerdings in bezug
auf die göttl. Dinge mangelhaft.“
#28 virOblationis 13:46:33 | Samstag, 11. Februar 2006
Lex orandi, lex credendi Betrachten Sie die Mißhandlung der Liturgie bitte nicht ohne die gleichzeitigen
Veränderungen hinsichtlich des Glaubensverständnisses! Es gehört doch beides zusammen, und die Parallelität
der Entwicklungen ist sicherlich kein Zufall: Lex orandi, lex credendi.
#23 virOblationis 09:04:32 | Samstag, 11. Februar 2006
anküpfend an Benedikts Gedanken Wenn es früher verbreitet zu unerfreulichen Zelebrationen im überlieferten
Ritus gekommen ist (Leiern, Durchrasen), dann gewiß durch solche Priester, die sich innerlich bereits
davon von ihm abgewandt hatten.(*) Das waren dann gewiß auch dieselben, die sich voller Freude auf alles
Neue gestürzt haben. Die mußten später mitansehen, wie ihre einstmals große Herde von Jahr zu Jahr
abnahm und abnimmt. Die Versuche, diesen Prozeß zu rechtfertigen klingen natürlich in den Ohren von
und Traditionalisten überaus hohl. (*) Hand in Hand mit der Abwendung von der überlieferten Theologie
wird auch die Abwendung vom überlieferten Glauben gegangen sein.
#10 virOblationis 16:23:27 | Freitag, 10. Februar 2006
Liturgie und Glaube Leider wurde nicht nur die Liturgie zerstört. Auch der Glaube wurde – zumindest –
verwässert.(*) Woran soll sich der Mensch heute also noch halten, wenn er glauben möchte? – Kein Wunder,
daß das Häuflein der Standhaften dahinschmilzt. (*) Man schaue sich nur einmal an, was gerade erst vom
Hamburger Erzbischof gepredigt wurde.
#9 virOblationis 18:09:44 | Donnerstag, 9. Februar 2006
una sancta Es ist schlimm, mehr als schlimm, wenn ein Erzbischof in den grundlegendsten Fragen des kath.
Glaubens seine Hörer nicht mehr zu leiten weiß, indem er ihnen den Weg zu der einen, der kath. Kirche,
weist, sondern eine Art Verwirrspiel mit verschiedenen Konfessionen treibt. Der hl. Cyrill von Alexandria,
dessen Fest wir heute begehen, schrieb an den Irrlehrer Nestorius, zu jener Zeit Patriarch von Konstantinopel: „ …
Ich wende mich dem zu, was mir besonders am Herzen liegt, und bitte Dich auch heute als meinen Bruder
in Christus, Du mögest bei Deinen Predigten vor dem Volke mit aller Sorgfalt auf den Gehalt der Lehre
und den Sinn des Glaubens acht haben und wohl bedenken, daß der, der auch nur einen einzigen von denen,
die an Christus glauben, ärgert, einem unerträglichen Zorne verfällt ([vgl. Matth. 18, 6]). Wenn aber
derer, die beleidigt werden, so viele sind, wie sollten wir nicht mit größter Vorsicht dafür Sorge
tragen, Ärgernisse klug zu verhüten und denen, die nach Wahrheit verlangen, die gesunde Lehre des Glaubens
darzureichen? Auch dies aber wird von großem Nutzen für uns sein, wenn wir die Schriften der heiligen
Väter zur Hand nehmen und ihre Worte möglichst hoch schätzen und uns selbst prüfen, ob wir im Glauben
sind, wie geschrieben steht ([vgl. Röm. 12, 2?]), indem wir unsere Ansichten mit den richtigen und untadeligen
Lehren in Einklang bringen.“ (Cyrill-Zitat übernommen von FSSPX.Info)
#11 virOblationis 14:33:08 | Donnerstag, 9. Februar 2006
Reaktion Die aufgeputschten Massen, Erschossene, brennende Fahnen, verwüstete Botschaften etc. Und das
alles als Reaktion auf einige Zeichnungen? Lächerlich! Hier wurde offensichtlich ein willkommener Anlaß
als Vorwand benutzt, um alles das herauszulassen, was man schon lange einmal zeigen wollte. – War es nicht
ebenso beim Beginn der „zweiten Intifada“ nach dem Besuch Scharons auf dem Tempelberg?
#2 virOblationis 08:31:33 | Donnerstag, 9. Februar 2006
vgl. Matth. 21, 28 – 32 Ich möchte unterstreichen, was Sie sagen, werter Sarto. Ich habe noch nie zuvor
eine Gemeinde erlebt, in der so häufig für den Papst gebetet wurde, wie diejenige der FSSPX in meiner
Heimatstadt.
#16 virOblationis 07:52:41 | Dienstag, 7. Februar 2006
Menschwerdung So verdienstvoll St. Thomas’ Werk auch ist, es kann doch nie einfach mit der kath. Lehre
identifiziert werden. Implizit ist schon immer gelehrt worden, daß das Leben des Menschen mit der Befruchtung
beginnt: Wie hätte man sonst seit alters den 25. März als Tag der Menschwerdung begehen können! – „Und
das Wort ist Fleisch geworden“; ja, aber nicht etwa achtzig Tage nach Mariae Verkündigung.
#52 virOblationis 14:21:27 | Freitag, 3. Februar 2006
zu Herrn Höck 2) zu Herrn Höck: Sie zitieren aus Dominus Iesus: „…auf der einen Seite, dass die Kirche
Christi trotz der Spaltungen der Christen voll nur in der katholischen Kirche weiterbesteht, und auf der
anderen Seite, ,dass außerhalb ihres sichtbaren Gefüges vielfältige Elemente der Heiligung und der
Wahrheit zu finden sind’“. Ich frage mich, warum man nicht mehr von der einen heiligen kath. Kirche sprechen
kann, ohne auf „Elemente der Heiligung und Wahrheit“ außer ihr zu verweisen. Ja, gibt es denn neben der
Kirche Zweidrittel- und Dreiviertel-Kirchen, deren Anhänger zu zwei Dritteln oder drei Vierteln selig
werden?
#49 virOblationis 08:15:52 | Freitag, 3. Februar 2006
zu Catholicus 1) zu Catholicus: Sie schrieben „Die Aussage, in anderen Religionen finde sich neben dem
Irrtum dennoch Wahres und Heiliges, ist gut katholisch: Genau so hat auch Thomas von Aquin argumentiert
(siehe ,Summa contra Gentiles’). Das dort vorfindliche Wahre und Heilige ist der Anknüpfungspunkt für
den missionarischen Dialog. An den Irrtum als solchen kann ich nicht anknüpfen; darum auch die Aussagen
von ,Nostra aetate’ in der gegebenen Form.“ Vielleicht mögen Sie präzisieren, worauf Sie sich hinsichtlich
der Summa contra gentiles beziehen. Ich lese seit längerer Zeit jeden Abend ein Stückchen darin, ohne
eine solche Anknüpfung an Gemeinsamkeiten zu finden. Vielmehr scheint mir das Gemeinsame im Gebrauch
der Vernunft zu bestehen, mit deren Hilfe St. Thomas irrige philosophische Meinungen von (antiken) Heiden
und Mohammedanern korrigiert. Um Offenbartes, also Religion im engeren Sinne, geht es in dieser Summa
doch gar nicht. Eine Anknüpfung an Gemeinsames kann aus meiner Sicht nur von der Bekehrung fernhalten,
denn es ermuntert ja fast dazu, bei der „eigenen Wahrheit“ zu verbleiben, die doch schon so viele Übereinstimmungen
mit dem Katholizismus enthält. Warum sollte man denn die Unterschiede beseitigen durch Bekehrung beseitigen
wollen, wenn man mit dem sel. Joh. XXIII. viel mehr auf das Gemeinsame schaut?
#43 virOblationis 15:06:35 | Donnerstag, 2. Februar 2006
katholische Wahrheit Natürlich gibt es mehr oder weniger weitgehende Übereinstimmungen zwischen der
kath. Wahrheit und den versch. Religionen. Jedoch wird eine an sich wahre Erkenntnis von letzteren verkehrt,
indem sie in einen Zusammenhang mit Irrtümern gebracht wird. Wie Sie selbst sagen: „Diese Wahrheiten
stehen natürlich in einem inneren Zusammenhang und sind aus diesem Grunde nicht rein ,additiv’.“ Man
braucht nur ein Gebot zu verletzen, um ein Gesetzesbrecher zu sein, und man braucht nur einem einzigen
Irrtum anzuhangen, um eine Häretiker zu sein. Allein die kath. Lehre umfaßt lauter wahre Erkenntnisse
und ist demnach wahr. Wenn Sie darauf hinweisen, daß das Heil aus den Juden, also nicht den Samaritanern
kommt, nun, so gilt dies deshalb, weil der Heiland dem Fleische nach aus dem Stamme Juda gebürtig ist.
Die Samaritaner scheint er aber – wenn auch in gebrochener Weise – noch zum Gottesvolk zu zählen, wenn
sie auch anbeten, was sie nicht kennen: Im Gleichnis vom barmherzigen Samariter geht es darum, wer der
Nächste (urspr.: Volksgenosse) ist, und da tritt nach dem Priester und dem Leviten nicht, wie man erwartet,
ein jüdischer Laie auf, sondern ein Samaritaner. Man vergleiche damit das Verhalten der Apostel, die
in Samaria bereits missionierten (vgl. Apg. 8), bevor sie in die (Heiden-)Welt hinauszogen.
#39 virOblationis 13:10:52 | Donnerstag, 2. Februar 2006
adorare Werter Herr Höck! Der von Ihnen angeführte Vers Joh. 4, 22 bezieht sich auf die Angehörigen
des Bundesvolkes (Juden, Samaritaner) noch vor der Aufrichtung des Neuen Bundes. Es geht um die beiden
Anbetungsstätten (Jerusalem, Garizim), die beide (im Neuen Bund) abgelöst werden. Dieses Beispiel ist
kaum auf den Islam übertragbar, der aus einer Ablehnung der christlichen Wahrheit heraus entstanden sein
dürfte. In Apg. 17, 23 geht es gerade nicht um Anbeten (adorare), sd. Verehrung (colere); dies wird den
unwissenden Heiden zugestanden, nicht die Anbetung. Die Anbetung gehört, wenn man sich die Liturgie der
Messe ansieht, in das Zentrum unserer Gottesverehrung. So heißt es im Gloria: (Laudamus te, benedicimus
te,) adoramus te, (glorificamus te). Man vergleiche das Sanctus, wo wir in das Lob der Engel einstimmen:
(…laudant angeli,) adorant dominationes, (tremunt potestates …cum quibus et nostras voces…). Man
stelle sich nur einmal vor, es hieße „adorant quoque muslimi“; ein völlig aberwitziger Gedanke: Irrgläubige
reihen sich ein in diese Gemeinschaft der Anbeter Gottes! N.B.: Sie haben ein – wie Pfarrer Milch es nannte –
additistisches Verständnis von Wahrheit (das mit der Logik kaum zu vereinbaren sein dürfte); demnach
gibt es nicht nur wahr und falsch, sd. Gradstufen von Wahrem (mehr oder weniger „Fülle“ an Wahrem). Dem
entspricht es, daß Sie, wie Sie selbst einräumen, die eine, hl. Kirche nicht mit der sichtbaren römischen
identifizieren.
#24 virOblationis 08:38:14 | Donnerstag, 2. Februar 2006
qui unicum Deum adorant „Mit Wertschätzung betrachtet die Kirche auch die Muslime, die den einzigen Gott
anbeten…, den Schöpfer des Himmels und der Erde…“ Beten sie ihn wirklich an? – Sie intendieren (Gunter
Maria Michel) eine solche Anbetung wohl, doch erreichen sie sie, indem sie die Dreifaltigkeit Gottes nicht
annehmen wollen? Kaum! Denn, wer den Sohn nicht hat etc. Sie gleichen am ehesten denen, die dem „Unbekannten
Gott“ einen Altar errichteten. Von ihnen sagt der hl. Paulus: „…quod ergo ignorantes colitis…“ (Apg.
17, 23) Davon, daß sie diesen Gott verehren (colitis) spricht der Völkerapostel, doch nicht davon, daß
sie ihn – wirksam – anbeten (adorant). Wäre ihnen dies nämlich möglich, hätten sie einen weiteren
Zugang zum Heil neben dem einzig bestehenden entdeckt, der vom Heiland gegründeten einen, heiligen, römisch-katholischen,
apostolischen Kirche.
#33 virOblationis 18:54:58 | Mittwoch, 1. Februar 2006
noch einmal zum Naturrecht Sodomitentum und Zölibat mögen ja beide nicht im Einklang mit dem Naturrecht
stehen, dennoch unterscheiden sie sich grundsätzlich, da das Sodomitentum widernatürlich ist, das Leben
im Zölibat aber entspricht dem Übernatürlichen, das wiederum die Natur voraussetzt.
#24 virOblationis 17:00:15 | Sonntag, 29. Januar 2006
unklare Begrifflichkeit Es ist wohl kaum eine größere Begriffsverwirrung denkbar, als wenn man behauptet,
es gebe nur eine Kirche, zugleich aber auch Schwesterkirchen. Natürlich ist es möglich, diese Begriffe
gemäß dem freundlicherweise bereitgestellten Dokument der Glaubenskongregation auf verschiedenen Ebenen
zu gebrauchen. Dennoch wird mit einer so unklaren Begrifflichkeit dem Miverständnis, ja möglicherweise
auch dem Mißbrauch Vorschub geleistet. Warum heißt es nicht einfach, es gebe die eine, heilige, katholische
und apostolische Kirche, eben „die Kirche“, und daneben christliche Gemeinschaften (unterschiedlicher
Art), die von Rom abgetrennt sind.
#25 virOblationis 17:02:18 | Freitag, 27. Januar 2006
Johannes der Täufer Schauen wir uns Luk. 1, 41 einmal an: Warum und auf welche Weise wurde Johannes wohl
von der Erbsünde befreit? – Er begegnete dem Heiland (in Maria), muß dessen Gegenwart wahrgenommen und
sich ihm unterworfen haben, denke ich. Ob dies durch den Heiligen Geist ermöglicht wurde, der Elisabeth
und Johannes erfüllte? – Dies ist zwar denkbar, doch Luk. 1, 15 mit seinem Hinweis auf die andauernde
Gegenwart des Heiligen Geistes bei Johannes noch vor dessen Geburt, weist vielleicht eher darauf hin,
daß die Erfüllung durch den Heiligen Geist (bei Elisabeth und Johannes) eine Folge der Begegnung mit
dem Heiland ist. Wenn die Unmündigen, wie ich schrieb, nicht unmündig bleiben nach der Abtrennung des
sterblichen Leibes, wäre es dann nicht möglich, daß sie im Vollbesitz ihres Intellektes, der ja schon
bei uns zu einer natürlichen Gotteserkenntnis ausreicht (s. Vat. I), Gott so weit zu erkennen vermögen,
daß sie sich für oder gegen ihn (vgl. Fall der Engel) entscheiden können? – Das Wunder, das sich bei
Johannes dem Täufer ereignete, hätte dann darin bestanden, daß ihm dasselbe möglich wurde, obwohl
er sein irdisches Dasein weiterlebte.
#23 virOblationis 11:37:56 | Freitag, 27. Januar 2006
zu Zwobbel zu 2. Luk. 1, 41 mag wichtig sein, wenn es sich bei der möglichen Befreiung des Täufers von
der Erbsünde nicht um einen Einzelfall wie bei der Unbefleckten Empfängis gehandelt haben sollte; ein
solcher schiene Marias wunderbare Befreiung von der Erbsünde allerdings zu relativieren. – In welche
Richtung Luk. 1, 41 weist, sehe ich noch gar nicht. Darum: Solange ich keine mit der überlieferten Lehre
noch besser vereinbare Lehre als die vom Limbus kenne, werde ich mich stets an sie halten. zu 3. Bleiben
die Unmündigen unmündig, wenn sich ihre Seele vom Leib trennt? – Nehmen wir den umgekehrten Fall: Ein
Mensch hat ein hohes intellektuelles Niveau erreicht und leidet im Alter unter dem Schwinden seiner Geisteskräfte,
bis er in geistiger Umnachtung stirbt. Dann aber wird sein Intellekt doch nicht so verbleiben, sondern
mit der Loslösung vom sterblichen Leibe die Vollkraft erlangen, die sich in seinem irdischen Leben vielleicht
gar nicht ganz entfaltet hatte.
#21 virOblationis 07:55:22 | Freitag, 27. Januar 2006
zu Zwobbel Sie schreiben von einem „Gnadenangebot“ für jeden Menschen. – Das ist ein Gedanke, der mich
ebenfalls beschäftigt: Wenn Gott will, daß alle Menschen gerettet werden, müßte er ihnen die dazu
nötigen Gnaden dazu geben. Allerdings: Wie? Auf welche Weise, wenn sie nicht getauft werden. – Ich habe
darauf keine Antwort, denn ich kann die Realität der Erbsünde andererseits nicht verkennen. Die Rede
von einem Gnadenangebot für alle driftet m.E. allerdings leicht ab in Richtung Allerlösungslehre, da
meist von dem Angebot rasch darauf geschlossen wird, daß dieses in jedem Falle angenommen wird: Wie sollten
es Unmündige auch ablehnen? – Und dadurch geraten wir in die Problematik, daß so etwas wie ein Anspruch
auf (Gnade und) Seligkeit konstruiert wird, wie ich zuvor schon geschrieben habe. Ein solcher ist aber
ebenso abzulehnen wie die Leugnung der Erbsündenlehre. Kann uns die – nach verbreiteter Ansicht in Luk.
1, 41; vgl. 1, 15 angedeutete, durch Maria(s Stimme) vermittelte Befreiung des hl. Johannes des Täufers
von der Erbsünde – bei der Suche nach einer Antwort weiterhelfen?
#9 virOblationis 13:06:54 | Donnerstag, 26. Januar 2006
Erbsünde Wichtiger als mögliche, aber doch fragliche Konsequenzen erscheint mir der Aspekt, wonach der
Angriff auf den Limbus offenbar auf die Beseitigung der Erbsündenlehre zielt, und zwar mit dem Hinweis
darauf, daß Gott doch niemanden verloren gehen lassen dürfe auf Grund der Sünde eines anderen (Adam). –
Aus diesen Worten spricht m.E. so etwas wie ein Anspruch des Menschen auf (Gnade und) Seligkeit. Die Rettung
des Menschen gründet doch aber nicht auf gleichsam Natürliches, sondern Übernatürliches.
#3 virOblationis 16:15:47 | Mittwoch, 25. Januar 2006
Die Kirche als Lehrerin „Die Kirche kann den politischen Kampf nicht an sich reißen.“ – Gewiß. Ihr geht
es um das Heil der Seelen, nicht um die irdische Gerechtigkeit, für die der Staat zuständig ist. Benedikt
XVI. weist auf Augustinus hin: Ein Staat ohne Gerechtigkeit ist nicht mehr als eine Räuberbande. So hat
die Kirche die Aufgabe durch den Glauben (vgl. kath. Soziallehre) die Vernunft zu reinigen, damit diese
in der Lage ist, die Gerechtigkeit unter jeweiligen geschichtlichen Verhältnissen zu verwirklichen. –
Laizismus ist dies doch wohl kaum, wenn die Kirche in solcher Weise als Lehrerin auftritt. Sie hat Grundeinsichten
zu vermitteln, nicht das politische Tagesgeschäft zu bestimmen.
#136 virOblationis 10:55:29 | Dienstag, 24. Januar 2006
tertum datur und Elias Herr Höck schreibt: „…(Mit einer förmlichen „Häresie“ in ihrem Lehrgut kann
die Kirche nicht leben und überleben!) Und HIER gäbe es nur ein Entweder-Oder: Wahrheit oder Lüge,
tertium non datur. (Wenn wirklich Strichnin in den Kaffee geträufelt wäre, dann wäre der Kaffee kein
Genußmittel mehr, sondern Gift!)…“ – Es gibt doch auch Formulierungen denkbar, die entweder mißverständlich
sind oder einer Irrlehre Vorschub leisten. Zu Zwobbel: Wenn der Erzbischof auch, wie ich schrieb, vielleicht
im Ruhestand geblieben wäre (weil es ihm nicht um Rechthaberei oder gar die eigene Person ging), hätte
dies am objektiven Befund der Vat. II – Dokumente nichts geändert. Wenn sie für die Kirche Schädliches
enthalten, so hätte Gott auch einen anderen „Elias“ erwecken können.
#117 virOblationis 19:07:27 | Samstag, 21. Januar 2006
Anmerkung Was Sie sagen, werter Ultimo, möchte ich unterstützen: Es ist sinnlos, stets auf aus dem Zusammenhang
herausgelöste Sätze hinzuweisen, ohne zu fragen, ob die in diesen Sätzen verwendeten Begriffe (hier
insbes. „Konzil“) in exakt demselben Sinne verwendet werden. Ein Widerspruch ganz anderer Art wird sichtbar,
wenn man Herrn Höcks Beitrag vom 21. 1. 10:48 betrachtet: „…Diese ,Mehrdeutigkeit’ findet sich im Falle
der ,Religionsfreiheit’ und bei der Frage des ,Liberalismus’ gerade nicht bei den Konzilstexten, sondern
bei denen, die beide Begriffe unterschiedslos verwenden einmal für die metaphysische, das andere Mal
für die gesellschaftlich-staatliche Ebene. So gibt es auf der metaphysischen Ebene … keine Freiheit,
A und Non-A für gleich wahr zu halten, sondern hier gibt es nur … Entweder-Oder. Auf der gesellschaftlich-staatlichen
Ebene kann es aber eine … unerläßliche individuelle Abwägung von A und Non-A … [geben].“ (gekürzt
wg. 1500-Z.) Im Bereich des Metaphysischen gilt demnach anderes als im Gesellschaftlich-Politischen. Damit
wird ein Begriff nicht nur „mehrdeutig“, er zerfällt geradezu in widersprüchliche Bestandteile. Um dem
zu entkommen, will Herr Höck solche Begriffe nicht „unterschiedslos verwenden“. Dies erscheint konsequent,
doch dürften dann der Bereich des Metaphysischen und der des Gesellschaftlich-Politischen mit ihrer jeweils
eigenen Begrifflichkeit auseinanderfallen. Es entsteht so etwas wie eine doppelte Wahrheit (vgl. Siger
von Brabant).
#105 virOblationis 14:07:38 | Samstag, 21. Januar 2006
bitte Teil 2 zu 3. Nun, der Erzbischof wäre sicherlich im Ruhestand geblieben. Er hat sich ja auch angesichts
des ausbrechenden Übels nicht danach gedrängt, sich ihm entgegenzustellen, sondern ist lediglich den
Bitten von Seminaristen nachgekommen, die keine angemessene Ausbildungsstätte mehr finden konnten. zu
4. Man darf aber unter Hinweis auf Gottvertrauen und Opferbereitschaft nicht fatalistisch unterlassen,
wozu man selbst fähig und in der Lage ist. Das größere Opfer in diesem Falle war es doch wohl, den
Ruhestand zu verlassen und das öffentliche Ansehen zu verlieren, nur um Gott treu zu bleiben. – Und nun
bitte Teil 2. –
#26 virOblationis 20:27:37 | Donnerstag, 19. Januar 2006
Papst-Zitat Wenn ich Benedikt XVI. recht verstehe, gibt er der Verwerfung der Religionsfreiheit im herkömmlichen,
metaphysischen Sinne recht (stimmt also mit der „Tradition“ überein); er sieht sie nur als notwendig
an in bestimmten geschichtlichen Konstellationen (vgl. den Begriff der Toleranz) und will sie denen gewähren,
die sich der Wahrheit gegenüber versperren (daß niemand zur Anerkenntnis der Wahrheit gezwungen werden
kann, bestreitet auch die „Tradition“ nicht; selbst ein mitunter heilsamer Zwang befreit den einzelnen
nicht von der ihm aufgegebenen Entscheidung zur Wahrheit).
#127 virOblationis 15:43:29 | Donnerstag, 19. Januar 2006
„Weg, Wahrheit und Leben“ Nun, der hl. Augustinus hat den Zwang in religiösen Dingen jedenfalls anders
eingeschätzt. Wenn nicht-katholische Kulte in ihren Rechten eingeschränkt werden, dann geht es nicht
um Machtversessenheit der Kirche oder ähnlich Groteskes, sondern darum, daß die göttliche Wahrheit
(vgl. Joh. 14, 6) einzig ist; auch wenn dies dem modernen Relativismus natürlich nicht schmeckt. Wie
dürfte die Wahrheit dem Irrtum gleichgestellt werden? – Wenn also ein Volk in seiner großen Mehrheit
zur Wahrheit gefunden hat, dann sollte es nicht darin erhalten werden? Wer solches als „klerikal-faschistisch“
bezeichnet bedient sich des DDR-Slangs der fünfziger Jahre. Wenig beeindruckend!
#20 virOblationis 18:53:10 | Samstag, 14. Januar 2006
Absicht des Interviews? Es scheint mir möglich, daß das Interview darauf abzielt, für eine Verstärkung
des „konservativen Elements“ zu indirekt dadurch werben, daß man den vorherrschenden Modernismus ablehnt,
zugleich aber den ihm entgegenstehenden Traditionalismus zu diskreditieren sucht. Sollte dieser Gedanke
zutreffen, spräche dies m.E. für die Schwäche des konservativen Elements, dem eine eigene Perspektive
fehlt und der darum versucht erfolgreiche vorwärts Strebende, die Tradition, herabzuziehen.
#40 virOblationis 21:52:59 | Freitag, 13. Januar 2006
noch einmal Wunder Wie hätte ein protestantischer Petrus wohl auf den wunderbaren Fischfang (Luk. 5,
1 – 11) reagiert? Vielleicht so: „Mit Verlaub, Verehrtester! Die Fische, die vorher ausblieben, können
sich auch zufällig nunmehr in mein Netz verirrt haben. „Ein Wunder beinhaltet immer eine Unsicherheit,
denn das steckt im Begriff selbst! … Also ist die Frage, welche Bemessung man anlegt. Und ich denke
eben, hier sollte Vorsicht walten und man kann dies nicht als Beweis ansehen … Mein eigener Glaube steht
hier erstmal außen vor. Rein objektiv betrachtet finden wir keinen Beweis…“ Unser Simon Petrus aber,
als sah, was geschehen war, fiel dem Heiland zu Füßen und sagte: „Geh weg von mir, Herr; denn ich bin
ein sündiger Mensch!“
#38 virOblationis 18:19:08 | Freitag, 13. Januar 2006
Wunder von Lanciano Es geht beim Wunder von Lanciano um die wunderbare und in diesem besonderen Falle
sichtbare Verwandlung von Brot und Wein in Fleisch und Blut, die wunderbarerweise durch die Jahrhunderte
erhalten geblieben sind. Nach den Untersuchungen von 1971 handelt es sich bei dem Fleisch um dasjenige
eines menschlichen Herzens. Wie kann man ein Wunder, das von Gott geschenkt wird, um die Wahrheit der
andauernden Verwandlung von Brot und Wein in den Leib und das Blut Christi auf das Wort des Priesers hin
geradezu erweist, nur deshalb nicht anerkennen wollen, weil man irgendetwas anderes glaubt und sich darauf
beruft, daß dieser Glaube keiner Absicherung bedarf. Diese Haltung erinnert an Leute, die das Turiner
Grabtuch ins Feuer werfen wollten, nicht wenn es unecht, sondern wenn es echt sein sollte. – Was für
ein dürrer (Irr-)Glaube, der sich von der Wirklichkeit fernhalten will! Wahrscheinlich wäre er auch
dem auf Erden lebenden Heiland mit Ablehnung entgegengetreten, weil er nicht dem „Christus des (Irr-)Glaubens“
entspricht.
#6 virOblationis 18:18:11 | Mittwoch, 11. Januar 2006
hintergangener Papst Dies scheint nicht die einzige Gelegenheit gewesen zu sein, bei der man Benedikt
XVI. „hintergangen hat“. Ich erinnere mich, daß von ihm ein Dokument in bezug auf die Kirche St. Paul
vor den Mauern unterzeichnet wurde, in dem es hieß, diese Basilika stehe am Ort der Hinrichtung des hl.
Apostels Paulus. Jeder, der einige Zeit im Vatikan lebt, müßte wissen, daß dies unzutreffend ist; Benedikt
XVI. hatte es wohl überlesen. Mir schien es, als wollte man ihn öffentlich bloßstellen.
Gehorsam Sind Handkommunion, Volksaltar etc. als Folgen katholischen Gehorsams entstanden? Wohl kaum.
Wie kann man dann aber denen, die bei demselben verbleiben, darin guten Gewissens gehorsam folgen? Petrus
selbst sagt: „Man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen.“ (Apg. 5, 29)
#11 virOblationis 18:54:53 | Donnerstag, 5. Januar 2006
Verweigerung der Anerkennung des päpstlichen Primates So weit mir bekannt, gehörte Konstantinopel 325
noch nicht zu den Patriarchaten, sondern erst 381. 451 dann beanspruchte Konstantinopel einen Vorrang
gegenüber Alexandria und Antiochia (sowie dem neu hinzugekommenen Jerusalem), was von Leo dem Großen
abgewiesen wurde. Zur Zeit Gregors des Großen nannte sich der Bischof Konstantinopels dann „ökumenischer
Patriarch“, während der Papst den Titel „Diener der Diener Gottes“ annahm. – Dies zeigt m.E. deutlich
den jahrhundertelangen Weg hin zum Bruch von 1054.
#12 virOblationis 07:20:43 | Dienstag, 3. Januar 2006
derselbe Gott Unter dem Problem, daß alles Böse letztlich auf Gott zurückgeführt wird, leidet auch
das originäre Luthertum: s. De servo arbitrio. Man vergleiche dazu auch die Lehre von der doppelten Prädestination
(zum Heil und zum Unheil) Calvins.
Dominus sabbati Natürlich ist der Heiland kein Jude im heutigen Sinne, denn dazu gehörte ja konstitutiv
die Ablehnung Seiner, der Unglaube. Der Heiland ging gemäß Seiner menschlichen Natur aus dem Volk Israel
hervor, aus dem Stamm Juda, aus dem Hause Davids. Doch ist Er dem Geiste nach die zweite Person der Gottheit
(vgl. Röm. 1, 3f.), die das Gesetz gegeben hat; darum vermag Er es auch zu ändern (vgl. Jak. 4, 11f.):
So ist der Menschensohn Herr auch über den Sabbath. (Matth. 12, 8 parr.)
#46 virOblationis 20:56:29 | Freitag, 23. Dezember 2005
Khasaren Die Khasaren(*) waren nicht die einzigen, die in ansehnlicher Zahl zum Judentum übertraten.
So gab es z.B. im Gebiet des heutigen Yemen (Saba und Himjar) ebenfalls zahlreiche – in diesem Fall arabische –
Konvertiten. Ein König des 6. Jh’s wollte sogar das Judentum zur Stattsreligion erheben und ließ die
dort ansässigen Christen verfolgen. Das christliche Äthiopien setzte dem zeitweilig ein Ende. – Im 7.
Jh kamen dann die Anhänger Mohammeds als Eroberer ins Land; sie vertrieben die Christen aus dem „glücklichen
Arabien“. Für den Osten Europas mögen die Khasaren eine größere Bedeutung gehabt haben, aber für
das gesamte sephardische Judentum (im arab.-islam. Kulturraum) doch wohl kaum. (*) Es gab auch Moslems
unter den Khasaren und sogar Christen: 860 traten die hll. Konstantin und Method dort als Glaubensboten
auf, obwohl die führenden Familien des Landes seit etwa 800 dem Judentum angehörten und obwohl sich
das Judentum dort im 9. Jh im Volk weithin verbreitet hatte. Der Khan soll von Konstantin und Method so
beeindruckt gewesen sein, daß er zweitausend Christensklaven die Freiheit schenkt, heißt es.
#8 virOblationis 12:59:08 | Mittwoch, 21. Dezember 2005
Ochlokratie Ein Staat, in dem per Mehrheitsentscheid über jede Frage entschieden werden darf, bildet
keine eigentliche Demokratie mehr, sondern eher eine Ochlokratie, eine Herrschaft der Menge. Ein Kulturvolk
zumindest sollte die göttlichen Gebote zu respektieren wissen, die durch keine noch so große Mehrheit
von Wählern außer Kraft zu setzen sind.
#17 virOblationis 10:05:44 | Mittwoch, 21. Dezember 2005
Irrlehrer Ich habe mich durch ein zweibändiges Werk von Drewermann hindurchgewürgt – aber man frage
mich nicht nach Zitaten daraus, weil ich diese Bücher anschließend ins Altpapier entsorgt habe. Aus
meiner Sicht ist er nichts anderes als irgendein Irrlehrer, nur versucht er dies zu tarnen. Äußerst
unerquicklich, ihm etwas nachzuweisen, da er sich m.E. verstellt: So läuft seine Darstellung in dem Werk,
das ich gelesen habe, ganz offensichtlich darauf hinaus, Gott nicht als transzendentes Wesen zu verstehen,
sondern mehr oder weniger mit dem Unbewußten zu identifizieren. Offenbar sieht dies auch Drewermann und
behauptet flugs das Gegenteil. Es lohnt die Mühe kaum, sich näher mit ihm zu befassen. Bald nach seinem
Tod, wenn nicht schon vorher, wird er vergessen sein.
#31 virOblationis 16:38:12 | Montag, 19. Dezember 2005
unerschöpfliche Finanzquellen Ja, die FSSPX-Finanzquellen scheinen geradezu unerschöpflich zu sein.
So ist unsere Kapelle jetzt nach nur zwanzig Jahren (!) mit einer kleinen Orgel ausgestattet worden. Da
muß man natürlich mit finsteren Machenschaften im Hintergrund rechnen.
#24 virOblationis 08:42:53 | Montag, 19. Dezember 2005
Vergegenwärtigung Wenn man so argumentiert, müßte auch z.B. die Geburt des Heilands im Meßopfer vergegenwärtigt
werden, weil es ohne die Menschwerdung und Geburt keine spätere Kreuzigung hätte geben können. Das
Handeln des Priesters am Altar – zumindest in der überlieferten Messe – ist doch (im Anschluß an den
Lehrgottesdienst) die Darbringung eines Opfers.
#16 virOblationis 17:37:15 | Samstag, 17. Dezember 2005
„Gemeinschaftsmahl“ Die Behauptung, die Kommunion sei kein Mahl, vermag ich nicht nachzuvollziehen. Was
Pius XII. m.E. als falsch gekennzeichnet hat, ist nicht das Verständnis der Kommunion als (Opfer-)Mahl
(zumindest des Priesters, nicht aber unbedingt auch anderer), sondern die Deutung der Eucharistie als
„Gemeinschaftsmahl“(*) und nicht als Opfer, welches ein Mahl einschließt. Jede Opferung muß ja das Dargebrachte
irgendwie vergehen lassen, sei es durch Feuer wie beim Brandopfer oder durch Verzehren wie beim hl. Meßopfer.
(*) vgl. Mahltisch statt Opferaltar
#13 virOblationis 15:20:06 | Samstag, 17. Dezember 2005
ad Benedikt Mit dem 12. / 13. Jh bezog ich mich auf den Nahen Osten. Die Entstehung einer moslemischen
Mehrheit wird in anderen Gebieten (westl. Nordafrika) eher erfolgt sein, anderswo (Persien?) vielleicht
auch später. In der vorangegangenen Zeit löste das Arabische das Aramäische als Verkehrssprache ab,
doch reichte das Sprechen des Arabischen (im Machtbereich des Kalifen) weit hinaus über den Bereich des
Islam. So sind die Werke des Altertums vom Griechischen über das Äramäische / Syrische ins Arabische
übertragen worden – aber nicht unbedingt für Moslems. Diese haben an der antiken Kultur wohl vergleichsweise
geringes Interesse gehabt. So haben sie sich auch nicht um die Erlernung des Griechischen bemüht, um
die Texte im Original studieren zu können. – Anders im Abendland: Nachdem jahrhundertelang Latein (auch
von Nicht-Romanen) erlernt worden war, kam im Spätmittelalter auch noch das Griechische hinzu.
#10 virOblationis 09:44:13 | Samstag, 17. Dezember 2005
Stagnation und Verfall Werter Benedikt! – Ich denke, es gilt zu unterscheiden zwischen dem Islam und dem
„islamischen Kulturraum“, womit ich – nicht ganz zutreffend den Machtbereich der Kalifen bezeichne; schließlich
ist der Islam ja durch Krieg zur Weltreligion geworden: Syrien-Palästina wurde 633 bis 643 erobert, das
Zweistromland 633 bis 641 etc. In diesem Kulturraum hing dem Islam etwa bis zur Kreuzfahrerzeit meist
trotz Drangsalierungen nur eine Bevölkerungsminderheit an. Viele kulturelle Leistungen, z.B. auf dem
Gebiet der Medizin, wurden in diesem Kulturraum gerade von Nicht-Moslems hervorgebracht. Und ist es nicht
bezeichnend, daß „Stagnation und Verfall“ gerade in der Zeit (etwa 12. / 13. Jh) einsetzen, in der der
Islam zur Religion der Mehrheit wurde?
#10 virOblationis 09:59:39 | Dienstag, 13. Dezember 2005
hl. Gianna Beretta Molla Es sind gewiß nicht die meisten Mütter zu einem solchen Opfer bereit. Es ist
schon etwa Großartiges. Ich erinnere in diesem Zusammenhang an die hl. Gianna Beretta Molla (28.4.),
die ihr Leben auch für ein ungeborenes Kind hingegeben hat, da sie auf eine Krebstherapie verzichtete.
#10 virOblationis 17:55:51 | Sonntag, 11. Dezember 2005
Sündenfall Um Nacktheit recht zu verstehen, muß man von der Paradieserzählung weiterlesen bis zum Sündenfall
(s. Gen. 3, 7. 21). Dann wird man das rechte Verhalten dazu kaum mehr verfehlen können.
#1 virOblationis 17:28:20 | Samstag, 10. Dezember 2005
Toleranz Soweit mir bekannt, sind europäische Staaten liberaler: In Frankreich werden Konkubinen eingewanderter
Schwarzafrikaner geduldet, und in Deutschland bezahlen die Krankenkassen auch für mitversicherte Nebenfrauen.
#37 virOblationis 15:12:06 | Samstag, 10. Dezember 2005
„polnische Teilung“ Der 2. Weltkrieg begann mit dem Krieg gegen Polen, und diesen haben zwei geplant,
nicht einer allein: Hitler und Stalin. Letzterer war nur so klug, seine Soldaten einige Zeit zurückzuhalten,
so daß das NS-Regime vor aller Welt als alleiniger Verursacher des Krieges erschien.
#35 virOblationis 11:59:00 | Freitag, 9. Dezember 2005
Vivat Christus Rex! Woher weiß denn der Staat, was Mord ist, wenn er nicht als christlicher bzw. katholischer
Staat auf die göttlichen Gebote gegründet ist? – Man sieht ja heute sehr deutlich, wohin die Entchristlichung
führt: Zulassung der Abtreibung, Tötung von Alten und Kranken… Wie soll ein atheistischer Staat eine
angemessene Grenze finden zwischen erlaubten und nicht erlaubten religiösen Praktiken?
#25 virOblationis 21:27:31 | Donnerstag, 8. Dezember 2005
Lehre von den zwei Reichen Gerade Augustinus hat die Hilfe der weltlichen Obrigkeit gegenüber den Donatisten
gern angenommen, nachdem endlich auch seine Geduld mit den Irrenden erschöpft war. Das „cogite intrare“,
nötigt sie, hereinzukommen, (vgl. Luk. 14, 23) kann, wie der Heilige feststellte, sehr heilsame Folgen
haben.
#64 virOblationis 08:19:55 | Mittwoch, 7. Dezember 2005
Rom und die Tradition Das Problem der FSSP bestand wohl darin, denke ich, daß Rom unter Joh. Paul II.
den Alten Ritus nur vorübergehend gestatten wollte, um sozusagen „Gestrige“ nicht zu „ewig Gestrigen“
werden zu lassen. M.a.W.: die Traditionalisten sollten mehr oder weniger sanft (mittels zeitweiliger Duldung)
zum Novus Ordo übergeleitet werden. So wurde nach einer Schonfrist mit P. Bisigs Absetzung die Abschließung
der FSSP gegenüber dem Novus Ordo beseitigt. – Für diese Sichtweise spricht, daß – soweit mir bekannt –
eine Apostolische Administratur – rechtlich keine Einrichtung bleibender Art ist; üblicherweise wird
sie irgendwann in ein Bistum überführt. Was aber mag dann auf Campos zukommen? Ob diese Haltung gegenüber
der Tradition unter Benedikt XVI. dieselbe bleiben wird, vermag ich noch nicht zu erkennen.
#14 virOblationis 14:35:28 | Dienstag, 6. Dezember 2005
Beständigkeit Werte Stimme aus dem Tradiland! Ich bewundere Ihr Durchhaltevermögen. Immer wieder antworten
Sie geduldig auf die(selben) erstaunten bis entsetzten Fragen, die aus Unkenntnis der Grundlagen des katholischen
Glaubens entstehen.
#9 virOblationis 19:59:53 | Samstag, 3. Dezember 2005
Treue zur Tradition Wenn Benedikt XVI: sagt, „…ein guter Theologe steht und denkt in der Gemeinschaft
der Kirche“, so scheint er ein solcher zumindest nicht uneingeschränkt (gewesen) zu sein, erfahren wir
doch aus einer anderen Meldung von kreuz-net, daß er – jedenfalls noch vor einigen Jahren – zwischen
dem Theologen Ratzinger und dem Kardinal der Glaubenskongreagtion (hinsichtlich der Frage nach dem limbus
puerorum) so sehr unterschieden hat, daß ihn dies zu unterschiedlichen Positionen brachte.
#32 virOblationis 19:03:50 | Samstag, 3. Dezember 2005
Allerlösungslehre Wenn die Limbus-Lehre fällt und man nicht mehr von einem Zustand, der gewissermaßen
zwischen Himmel und Hölle liegt, ausgehen will, sondern einen Weg zu kennen meint, der den ungetauft
verstorbenen Kindern den Zugang zur Anschauung Gottes eröffnet, dann wird man auch die Heilsnotwendigkeit
der Taufe leugnen müssen – dies werden selbst spitzfindigste Aussagen letztlich nicht zu verschleiern
vermögen. Wenn die heiligmachende Gnade nicht mehr unbedingt mit der hl. Taufe verbunden erscheint, dann
wird auch die Erbsündenlehre fallen. Dies alles hätte eine andere Kirche zur Folge, die es aber wohl
kaum geben wird. Stattdessen, so vermute ich, wird eher ein allgemeiner Zusammenbruch erfolgen, denn eine
Kirche, die so klar gegen die biblische Lehre angeht, kann nicht existieren. – Oder etwa doch?
#29 virOblationis 08:33:13 | Montag, 28. November 2005
Ergänzung Nach der Missionierung im 9. Jahrhundert – übrigens auch durch deutsche Glaubensboten – gab
es bereits im 15. Jahrhundert eine schwere Erschütterung des überlieferten Glaubens in Böhmen durch
die Hussiten.
#14 virOblationis 16:55:30 | Sonntag, 27. November 2005
der abirrende Petrus Wenn unter Berufung auf Gal. 2, 11 – 14 die Ansicht vertreten wird, St. Paulus habe
St. Petrus nur wegen dessen ungehörigem Verhalten gegenüber den dem Heidentum entstammenden Christen
getadelt, so wird dies dem Textzusammenhang von Gal. 1f. wohl kaum ganz gerecht. Es geht in Gal. 1f. um
das Evangelium, welches der hl. Paulus verkündigt, also um die rechte und reine Lehre insgesamt. Dieses
Evangelium, das nicht nach Menschenart ist (1, 11ff.), wird bedroht durch das verkehrte Verständnis der
Galater (1, 6 – 10) wie durch das verkehrte Verhalten der hll. Petrus, Barnabas und anderer (Gal. 2, 11 –
14), denn es ist unlösbar verbunden mit der Gemeinschaft der Christen, gleich, ob sie dem Judentum oder
dem Heidentum entstammen (Gal. 2, 15ff.). Es ging Paulus, der Petrus entgegentrat, um ein unrechtes Verhalten
im Hinblick „auf die Wahrheit des Evangeliums“ (2, 14).
#4 virOblationis 16:34:58 | Samstag, 26. November 2005
Gaudium et spes Ich denke, werte Beobachterin, daß das Verhalten des Kardinals, der sich der „Welt“ offenbar
anbiedert, von (illusionärer) Freude und (vergeblicher) Hoffnung geprägt ist. Wie also das Vaticanum
II sich auswirkt, will der Artikel wohl an Hand eines ausgewählten Beispiels deutlich machen. – Präsident
Bush ist demgegenüber von solchem Denken nicht beeinflußt; das zeigt sein Verhalten.
#32 virOblationis 10:35:15 | Dienstag, 22. November 2005
Kirchenzugehörigkeit Durch die hl. Taufe wird man Glied am Leibe Christi und bleibt es, solange man sich
nicht (durch Bekenntnis zu einer Irrlehre) davon abtrennt. – Ob dies auch durch auf Papier dokumentiert
wird, ist sekundär.
#57 virOblationis 16:20:27 | Samstag, 19. November 2005
Anmerkung zur Verehrung der hl. Philomena Zwar wurde meines Wissens das am 11. August im ital. Bistum
Nola begangene Fest der hl. Philomena 1961 aus dem kirchlichen Kalender entfernt und das Meßformular
der Heiligen aufgegeben. Doch soll seit geraumer Zeit das Fest St. Philomenas im Bistum Nola wieder am
11. August gefeiert werden.
#18 virOblationis 11:10:42 | Donnerstag, 17. November 2005
Säkularisierung Nicht in derselben Weise stehen die hl. Kirche und die protestantischen Gemeinschaften
der Säkularisierung gegenüber, hat doch gerade die Reformation der Säkularisierung massiv Vorschub
geleistet: Man denke nur an die „böhmischen Geschenke“(*) (Th. Müntzer), die die Fürsten an sich rissen,
indem sie die Mönche und Nonnen aus den Klöstern vertrieben etc. (*) Anspielung auf die vorrefomatorische
Bewegung der Hussiten.
#5 virOblationis 10:43:44 | Mittwoch, 16. November 2005
Abtrennung des Staates von der Kirche Die Trennung von Staat und Kirche versucht gewissermaßen, die Zeit
von 380 (Katholizismus Staatsreligion) auf 313 (Mailänder Edikt: Katholizismus erlaubte Religion) zurückzudrehen;
doch ich fürchte, sie wird dann 313 nicht stehenbleiben, sondern auf 303 (Beginn der diokletianischen
Verfolgung) zurückgehen: Ist der entchristlichte Staat nicht längst dabei, in die Barbarei zurückzufallen?
#19 virOblationis 09:15:29 | Dienstag, 15. November 2005
ad Philomenam Warum sollte man die liturgischen Veränderungen von 1955 bis 1962 nicht kritisieren? –
Es waren unter Pius XII. häufig schon dieselben Liturgiker tätig, die die große Reform von 1969 unter
seiner Regentschaft mit einigen „Fingerübungen“ vorbereiteten, so scheint mir. Es wurden zahlreiche Vigilfeiern
und Festoktaven abgeschafft, obwohl sie teilweise jahrhunderte lang begangen worden waren: Im Falle der
Vigil von Allerheiligen mag es sogar sein, daß diese bereits ebenso alt war wie die Feier am 1. November. –
Was aber nistet sich auf den leeren Altären (nach einem Ausspruch E. Jüngers) ein: Im Falle des 31.
Oktober wird es – mit Halloween – beispielhaft deutlich.
#29 virOblationis 09:06:29 | Dienstag, 15. November 2005
Familie und Staat Ich denke nicht, daß es dem Autor des Beitrages um’s Aufrechnen ging. Er wollte wohl
an Hand eines Beispiels zeigen, daß die Tolerierung von natur- bzw. schöpfungswidrigem Verhalten eine
Gesellschaft schädigt. Nun, wenn Staaten die Familie nicht mehr als Grundlage ihrer Existenz verstehen
und alle möglichen davon abweichenden Lebensformen nicht nur tolerieren, sondern auch noch fördern,
dann werden diese Staaten vergehen, weil sie sich selbst die Grundlage entziehen. Wer meint, daß Familien
nicht benachteiligt würden, versuche beispielsweise nur einmal mit geringem Einkommen und Kind(ern) bezahlbaren
Wohnraum in einem Ballungsgebiet zu finden.
#10 virOblationis 21:22:48 | Montag, 14. November 2005
Gospel-Gottesdienst Ein Gospel-Gottesdienst solcher Art war für mich vor einigen Jahren der Tropfen,
der das Faß zum Überlaufen brachte: So kam ich zur FSSPX-Gemeinde.
#16 virOblationis 09:17:59 | Montag, 14. November 2005
Ergänzung Und nach dem militärischen Überfall auf das christliche Reich der Westgoten hat das Blut
von Martyrern wie Eulogius und Pelagius von Cordoba den Boden getränkt.
#11 virOblationis 10:36:34 | Samstag, 12. November 2005
Segen Eine Segnung zum Start ins Konkubinat? – Ist es denn auch sonst bereits möglich, sich vor dem Begehen
schwerer Sünden die „Begleitung der Kirche“ in Form eines Segens zu erbitten oder kommt dies erst noch?
#12 virOblationis 19:12:41 | Donnerstag, 10. November 2005
geistlicher Kampf Als unsere Tochter noch keine zehn Jahre alt war, suchte Bischof Williamson (FSSPX)
zur Firmung die Gemeinde auf. Auch unsere Tochter wurde gefirmt. Gewiß war sie noch recht jung, doch
angesichts der heute herrschenden geistigen Kräfte kann ein Kind, das beginnt, eigenständig und vernünftig
zu handeln, kaum zu früh durch den Hl. Geist gewappnet werden, meinte unser Pater; und das überzeugte
uns sogleich (angesichts unserer Erfahrungen u.a. mit einer nominell katholischen Schule).
#13 virOblationis 08:51:20 | Donnerstag, 10. November 2005
ein Heiliger besucht eine römische Synoagoge Der hl. Kallistus I. (217 – 222) hat – noch bevor er zum
Papst gewählt wurde – auch einmal eine Synagoge in Rom besucht. Doch fiel dieser Besuch so aus, daß
ihn die heidnische Obrigkeit (zur Zeit des Kaisers Commodus (180 – 192)), die die jüdische Religion als
eine erlaubte beschützte, anschließend zur Zwangsarbeit in den Steinbrüchen verurteilte, die üblicherweise
rasch zum Tode führte. Nur durch glückliche Fügung entging der Heilige diesem Schicksal.
#49 virOblationis 21:36:26 | Freitag, 4. November 2005
derselbe Gott Ich denke, daß einige Teilnehmer des Gespräches meinen, mit der Erkenntnis des „einen
Gottes“ sei auch immer schon etwas Heilbringendes gegeben. Keineswegs. An denselben Gott wie wir Christen
glauben auch die Dämonen – sie kennen ihn nämlich sehr genau – und zittern: Tu credis, quoniam ununs
est Deus; bene facis. – Et daemones credunt et contremescunt. (Jak. 2, 19)
#33 virOblationis 09:35:03 | Freitag, 4. November 2005
Marcel und gunter maria michel Ich denke nicht, daß die beiden Beiträge einander grundsätzlich widersprechen.
ad Marcel: g.m.m. schrieb nicht nur „Sie (sc. die Mohammedaner) intendieren denselben Gott“, sondern auch
„aber sie haben eine falsche Erkenntnis von ihm.“ – Wenn ein falsches Gottesverständnis vorliegt und
die hl. Kirche als Mittlerin fehlt („es kann niemand Gott zum Vater haben, dessen Mutter nicht die Kirche
ist“), dann werden die Gebete Gott kaum erreichen. Er selbst hat sich ja offenbart und ist Mensch geworden,
um den – einzigen – Zugang zum Heil zu schaffen; das kann man nicht ignorieren. Es reicht eben nicht aus,
zu wissen, daß es nur einen Gott gibt und diesen anrufen zu wollen, obwohl es natürlich wahr ist, daß
nur dieser einzige da ist.
#14 virOblationis 18:44:50 | Donnerstag, 3. November 2005
Ablässe für Arme Seelen Sehr geehrter Laurentius2! Zur Erlangung dieses Ablasses in der (ehemaligen)
Allerheiligenoktav ist u.a. – soweit mir bekannt – auch der Besuch einer Kirche / Kapelle am 1. oder 2.
November nötig. – Aber man kann ja stets auch vielfältige Teilablässe für die Armen Seelen erwerben.
#6 virOblationis 21:06:17 | Mittwoch, 2. November 2005
ad Ephasum Wenn Benedikt XVI. in Ansprachen den Eindruck erweckte, sein Vorgänger sei bereits im Himmel,
dann hätte er konsequenterweise tatsächlich an Allerheiligen und nicht an Allerseelen die Andacht verrichten
sollen. – Vielleicht aber ist Benedikt XVI. hinsichtlich der Heiligkeit seines Vorgängers aber doch nicht
so gewiß, wie es den Anschein hatte.
#5 virOblationis 19:55:04 | Mittwoch, 2. November 2005
Anmerkungen Der einzige Satz des Artikels, der mir Schwierigkeiten bereitet ist folgender: „Ich sühne
für die Hinwendung zum Geschöpflichen während meiner Erdentage.“ Die Schöpfung ist ja nichts Schlechtes;
an Geschöpflichem darf ich mich doch freuen, solange ich es als solches behandle und nicht absolut setze,
d.h. vergötze. Wäre alles Endliche schlecht, wie sollte Gott sein Schöpfer sein? M.E. muß der Sinn
des oben zitierten Satzes folgender sein: „Ich sühne für die Hinwendung zum Geschöpflichen, soweit
ich dieses während meiner Erdentage an die Stelle des Schöpfers gesetzt habe.“ ad Andrija: Das Gebet
nach dem Essen pflegen wir natürlich auch, doch handelt es sich dabei nicht um ein Sühnegebet für die
armen Seelen. Dieses hat – jedenfalls bei mir – seinen Platz nach dem abendlichen Angelus.
#46 virOblationis 13:05:05 | Montag, 31. Oktober 2005
Anaphora der Apostel Addai und Mari „Nur, weil etwas nicht explizit erwähnt wird, fehlt es noch nicht.“
(Zitat turk) – Da muß ich an den Streit um die „Messe ohne Wandlungsworte“ denken.
#27 virOblationis 10:08:20 | Montag, 31. Oktober 2005
Architektur und Theologie Wenn die Liturgie [des Meßopfers] die Feier des „einen Volkes Gottes“ ist,
bringt dieses dann auch das Opfer im Altar dar? – Keineswegs. Durch den Priester am Altar handelt der
Heiland selbst. Und so, wie dieser nicht einfach unser Bruder, sondern der Herr ist, der menschgewordene
Gott, so ist auch nicht der Priester einfach ein Teil des Volkes Gottes. Dies wird durch eine räumliche
Abtrennung des Altarraumes (durch Kommunionbank oder Ikonostase) gut zum Ausdruck gebracht.
#23 virOblationis 09:59:11 | Montag, 31. Oktober 2005
bleibende Erwählung Die bleibende Erwählung ist der Grund dafür, daß auch die Juden einst zum Heil
in Christus finden – die Verheißungen werden nicht hinfällig. Die bleibende Erwählung bedeutet aber
nicht, daß sie jetzt, im Unglauben verharrend, von Gott angenommen wären; sie sind vielmehr „Feinde
um des Evangelium willen“.
#14 virOblationis 15:35:39 | Sonntag, 30. Oktober 2005
hl. Kirche Jeder einzelne von uns hat genug damit zu tun, wegen seiner eigenen Sünden Gott um Verzeihung
zu bitten. – Die Kirche aber ist heilig; es ist deshalb absurd, wenn jemand in ihrem Namen für vermeintliche
„Verfehlungen der Kirche“ irgendwen um Vergebung bittet. „Ich glaube an die Kirch’ allein, die einig,
heilig allgemein…“
#2 virOblationis 09:57:07 | Freitag, 28. Oktober 2005
Grundlagen des Dialogs mit dem Judentum Christen und Juden haben Jesus ebenso gemeinsam wie der Schächer
zur Rechten und der zur Linken: der eine glaubte an ihn und bat den Heiland um Hilfe, der andere lehnte
den Heiland ab und wurde verworfen. Christen und Juden und Christen ist die messianische Hoffnung gemeinsam,
nur daß die einen dem Heiland glauben, daß er Gottes Sohn ist, der Mensch geworden ist, um sie zu retten,
und die anderen ihn ablehnen, indem sie einen anderen erwarten.
#28 virOblationis 19:33:52 | Donnerstag, 27. Oktober 2005
Ersatz-Religion Ich frage mich auch, ob man die parlamentarische Demokratie nicht bereits als Ersatz-Religion
der USA (wie des übrigen „Westens“) bezeichnen muß, wenn der US-Präsident sie mit Gewalt allen Völkern
meint aufzwingen zu dürfen, wo er eine Verletzung von Menschenrechten in ihrem Sinne feststellt. – Oder
sehe ich dies verkehrt? – Wird nicht auch die parlamentarische Demokratie geradezu wie eine heilige Einrichtung
verehrt, wenn neben ihr keine andere Staatsform als möglicherweise gleichwertig eingestuft werden darf?
#13 virOblationis 19:16:10 | Sonntag, 23. Oktober 2005
ad Kryszek Ich halte den Kreuz-net-Artikel noch immer für eine zutreffende Wiedergabe des Papiers des
Europarates. Darin werden lediglich unter Punkt 3 Verbechen aus dem mohammedanisch geprägten Kulturraum
(„Ehrenmorde“ etc.) aufgezählt. Insgesamt ist aber dieses Papier ein Angiff auf die christliche Tradition –
soweit sie nicht bis heute schon untergegangen ist. Man geht also gegen die eigene Geschichte vor! Daß
dabei unter Punkt 3 Verbrechen unserem traditionellen Frauenbild (Punkt 4) entgegengestellt werden, als
ob es sich dabei auch um Verbrechen handelte, halte ich für infam.
#15 virOblationis 14:25:07 | Sonntag, 23. Oktober 2005
rotlackierte Faschisten Ich meine, es sei Ernst Reuter, West-Berlins SPD-Bürgermeister nach dem letzten
Krieg, gewesen, der von Kommunisten als rotlackierten Faschisten sprach. – Derselbe Ernst Reiter war doch,
so weit ich weiß, zuvor einmal selbst Kommunist gewesen. Er muß sich also mit dem, was er verglichen
hat, ausgekannt haben. – Die Bezeichnung „national-sozialistisch“ der deutschen Faschisten muß ja auch
nicht völlig unzutreffend gewesen sein.
#4 virOblationis 14:08:40 | Sonntag, 23. Oktober 2005
Sowjetunion light Welche „ganz andere Akzentsetzung“ gibt es denn? – Der Beitrag von Kryszek bleibt, so
weit ich sehe, völlig unkonkret – im Gegensatz zu dem Kreuz-net-Artikel. „Sowjetunion [vorerst] light“
paßt m.E. zur Charakterisierung gut. – Die Früchte der Revolution von 1789 mit ihrer durch Brüderlichkeit
verbundenen Freiheit und Gleichheit sind eben Liberalismus und Sozialismus; und deren anti-christliche
Grundhaltung wird wieder einmal deutlicher kenntlich. Vielleicht ist dies gar nicht so schlecht: Wenn
dem einen oder anderen Katholiken, der noch immer (mit dem Vat. II in J. Ratzingers damaliger Interpretation)
von einer Versöhnung zwischen von Revolution und Kirche träumt, endlich die Augen aufgehen, hätte sich
die Arbeit des Europarates auf jeden Fall gelohnt.
#18 virOblationis 19:59:37 | Samstag, 22. Oktober 2005
Anmerkungen Die Priesterseminare in Polen werden leerer werden, je weiter die Modernisierung auch dort
voranschreitet (vgl. Zulassung der „Handkommunion“). Gott behüte die Kirche vor einer „zeitgemäße Sprache“!
Statt dem Zeitgeist hinterherzuhecheln und gleichberechtigt mitzudiskutieren, entspricht der Kirche eine
gleichsam überzeitliche Redeweise – wie sie die lateinische Sprache zum Ausdruck bringen kann. Jedes
Geschöpf im Himmel, auf Erden und unter der Erde hat sich der offenbarten Wahrheit, die die hl. Kirche
verkündigt, zu beugen. Jede abgewirtschaftete Regierung kann darauf verweisen, daß es ohne sie noch
viel schlimmer gekommen wäre: Nicht sehr überzeugend. Am besten schaut man darauf, wie es vorher und
wie es hinterher aussah. Man vergleiche die vorkonziliare Zeit mit der jetzigen! Nur zu!
#4 virOblationis 19:49:34 | Samstag, 22. Oktober 2005
Denkmal Nun, immerhin hat Arminius auch gegen die „Römer“ gekämpft. – Es wäre aber besser gewesen,
wenn er unterlegen wäre; römische Kultur und Gesittung hätten auch den Norden erreicht und vielleicht
über die Elbe hinweg bis in meine Heimat hinein ausgestrahlt.
#4 virOblationis 19:46:19 | Samstag, 22. Oktober 2005
Argument und Meinung Wo argumentiert wird, ist mir nicht klar; aber vielleicht sind die Argumente ja beim
Schreiben des Artikels nicht mitaufgenommen worden. Die eigene Meinung sagen ist gut; aber hier kaum mehr
als beschimpft und das noch mit etwas unbeholfenen Ausdrücken, wie mir scheint.
#20 virOblationis 23:00:21 | Freitag, 21. Oktober 2005
Wortklauberei Natürlich wurde nur ein einziges Opfer dargebracht – auf Golgotha. Aber eben dieses wird
vergegenwärtigt auf dem Altar, wo Christus durch den Priester wirkt. Wenn gesagt wurde „erneuert“, dann
ist doch dasselbe gemeint.
#2 virOblationis 21:20:56 | Freitag, 21. Oktober 2005
zum Beitrag über Herrn Kusch Wenn Herr Kusch den Zeugungsakt als Menschenwerk bezeichnet, hat er Recht;
doch ist dies nur die Hälfte des Geschehens bei der Entstehung eines Menschen. Damit ein Mensch entsteht,
muß Gott eine unsterbliche Seele erschaffen. Für die Entstehung eines Mernschen ist der Geschlechtsakt
eine notwendige Bedingung (wenn nicht, dann nicht), aber keine hinreichende (wenn, dann). – Die Geburt
Jesu aus einer Jungfrau zeigt allerdings, daß Gott nicht einmal daran gebunden ist. Er schenkt das Leben
und hat dies nicht den Menschen übergeben; und darum hat auch er allein das Recht, das Leben zu nehmen.
#8 virOblationis 21:13:03 | Freitag, 21. Oktober 2005
ad Methusalix Ich persönlich würde auch nicht jede Therapie – insbesondere solche mittels Organen Sterbender –
akzeptieren, nur um mein Leben um eine Spanne zu verlängern. In dieser Hinsicht stimme ich Ihnen zu.
Aber im Falle Schiavo ging es doch nicht um Therapie, sondern um die Ernährung der Patientin.
#6 virOblationis 11:05:55 | Donnerstag, 20. Oktober 2005
ein Katholik, kein Protestant Prof. Berger ein Protestant? Gar nicht vorstellbar. Als Katholik hat Prof.
Berger neuerdings auch ein gutes Verhältnis zur FSSPX, wenn er auch keineswegs deren Standpunkte in jeder
Hinsicht teilen dürfte. Es war am vergangenen Freitag ein denkwürdiges Erlebnis, den bekannten Prof.
im Hamburger Gemeindezentrum der FSSPX-Kapelle zu hören.
#6 virOblationis 09:09:26 | Donnerstag, 20. Oktober 2005
Schöpfer und Geschöpf Gott gibt das Leben; er erschafft die unsterblichen Seelen. Darum hat auch er
allein das Recht, den Menschen ihr Leben wieder zu nehmen.
#29 virOblationis 09:20:03 | Dienstag, 18. Oktober 2005
noch einmal „pro multis“ Da muß ich dem vorangehenden Beitrag widersprechen: Nach traditioneller Auffassung
geht es bei den Wandlungsworten nicht um den universalen Heilswillen „für alle“, sondern um die Aneignung
des Heils, also „für viele“. Es gibt allerdings die Bestreitung dieser Interpretation, die sich auf die
Argumentation des Protestanten J. Jeremias (den ich sonst sehr schätze) beruft. Wenn man bei den Wandlungsworten
also „für alle“ übersetzt, folgt man einer fraglichen oder zumindest höchst umstrittenen Deutung. Da
sollte man doch bei der traditionellen und wörtlichen Übersetzung bleiben: „für viele“; sonst droht
die Ansicht sich auszubreiten, die hl. Kommunion sei „für alle“ da, und schließlich kämen wir ja auch
alle in den Himmel.
#3 virOblationis 21:04:15 | Montag, 17. Oktober 2005
Ergänzung In demselben Schreiben wird auch eine ganz eigene Darstellung des hinduistischen Rituals dargeboten,
das von einem portugiesischen TV-Sender aufgezeichnet wurde.
#17 virOblationis 08:07:43 | Montag, 17. Oktober 2005
FSSPX und FSSP Was Sie über die Heiligkeit Gottes und die überlieferte Messe schreiben, werter Gunter
Maria Michel, scheint mir erfüllt von tiefster Wahrheit. Warum aber kann sich die FSSPX („Piusbruderschaft“)
nicht der von ihr abgespaltenen FSSP („Petrusbruderschaft“) anschließen, wie es Ihnen möglich erscheint?
Die FSSPX ist die stärkste Kraft innerhalb der Tradition, so daß ich sie geradezu als ihr Rückgrat
bezeichnen möchte. Ohne sie hätte Rom – zumindest unter Paul VI. und Joh. Paul II. – kaum Zugeständnisse
hinsichtlich der Erhaltung der Tradition gemacht. Wie es jemandem ergeht, der sich dem modernistischen
Rom auf Gedeih und Verderb ausliefert, hat gerade die FSSP erfahren: Nicht nur die Wirkungsmöglichkeiten
dieser Bruderschaft sind noch immer stark eingeschränkt; nach einer ersten Zeit des römischen Honeymoon
wurde die Anerkennung des NOM erzwungen und Pater Bisig als Oberhaupt kurzerhand entfernt. – Das hat mich
zu jener Zeit sehr nachdenklich gemacht. Wie würde es wohl um die FSSP stehen, wenn es die von manchen
ihrer Priester geschmähte FSSPX im Hintergrund nicht gäbe! Wahrscheinlich wäre die Bildung einer FSSP
gar nicht erst zugestanden worden.
#15 virOblationis 19:44:23 | Samstag, 15. Oktober 2005
ad Aurelium Was Sie sagen, vermag ich nicht nachzuvollziehen. Wo wird in dem vorliegenden Artikel mit
dem Finger auf Menschen gewiesen? Wo wird „Ehebrecher etc.“ geschrien? Vielleicht könnten Sie mitteilen,
auf welchen Satz oder Abschnitt Sie sich beziehen.
#13 virOblationis 22:36:39 | Freitag, 14. Oktober 2005
Ton und Töpfer Wenn man glaubt, Menschen hätten schon deshalb ein Recht darauf, die hl. Kommunion zu
empfangen, nur weil sie es wünschen, dann stellt man den Menschen in den Mittelpunkt anstelle Gottes.
„Der Mensch ist geschaffen dazu hin, Gott unseren Herrn zu loben, Ihm Ehrfurcht zu erweisen und zu dienen,
und damit seine Seele zu retten.“ – So der hl. Ignatius von Loyola zu Beginn seiner „Geistlichen Übungen“.
Es hat überhaupt nichts mit „Unchristlichkeit“ oder „Menschenverachtung“ zu tun, wenn man gegenüber
den Geboten Gottes unbedingten Gehorsam fordert. Verfährt man anders, stellt man das Verhältnis von
Schöpfer und Geschöpf, von Unendlichkeit und Endlichkeit, von Allmacht und Ohnmacht auf den Kopf.
#4 virOblationis 10:55:18 | Freitag, 14. Oktober 2005
Verwechslung Nicht der Ausschluß von der hl. Kommunion ist unchristlich, sondern das, was diese zwangsläufig
nach sich zieht: die Ehescheidung; diese nämlich hat der Herr selbst untersagt.
#15 virOblationis 07:40:03 | Donnerstag, 13. Oktober 2005
Ergänzung Vielleicht kann man sogar von einer „emotionalen Wahrheit“ sprechen: „Wahr ist, was Spaß macht.“ –
So kommt man endgültig beim puren „Fleisch“ an, keine Spur mehr von „Geist“.
#19 virOblationis 22:09:57 | Mittwoch, 12. Oktober 2005
Vivat Christus Rex! Werter Dolfus! Ich sehe in dem besprochenen Text von Kardinal Pie keinen Hinweis darauf,
daß zum „Katholischsein“ gezwungen werden soll. Das ist ja auch gar nicht möglich, denn den Glauben
vermag nichts zu erzwingen. Es geht um einen Staat, in dem nicht-kath. Religionen nicht gleiches Recht
zuteil wird; dies bedeutet keineswegs, daß man den vergeblichen Versuch unternehmen will, den Irrtum
mit staatlichen Zwangsmitteln auszurotten. Wenn die kath. Religion als Ausdruck der einen göttlichen
Wahrheit allein einen öffentlichen Kultus praktizieren soll, dann deshalb, damit nicht mehr so unendlich
viele Seelen verloren gehen. – Einige Glückliche werden immer zum wahren Glauben finden, doch die meisten
Menschen laufen in die Irre, wenn die kath. Religion als ein Angebot unter vielen erscheint. Ein neutraler
Beobachter mag das begrüßen, aber einem katholischen Gläubigen zerreißt es das Herz: Sie laufen in
die Irre wie Schafe, die keinen Hirten haben. Ihre verschmachtenden Seelen schreien nach Gott, doch sie
erkennen ihn nicht! Wieviel leichter würde ihnen das Heil zuteil in einer ganz und gar katholisch geprägten
Gesellschaft!
#4 virOblationis 07:21:55 | Mittwoch, 12. Oktober 2005
der christliche Staat Wir sehen es an der Entwicklung der Staaten im 20. Jahrhundert: Mit der Abwendung
vom christlichen Staat einher geht der Rückfall in die Barbarei – wobei die vorchristliche vergleichsweise
harmlos gegenüber der jetzigen gewesen zu sein scheint. Welchen Staat muß sich die Kirche wünschen:
Zumindest einen, der das Naturrecht beachtet. Aber kann die Kirche vom göttlichen Recht absehen? Kaum –
wenn sie sich zeigen will als das, was sie in Wirklichkeit ist. Welcher Raum bleibt dann aber noch für
den Laizismus? Keiner. Der Staat entscheidet nicht über die Wahrheit, sondern er hat sich wie alles Geschöpfliche
der offenbarten Wahrheit zu beugen. – Toleranz gegenüber dem Irrtum ist dabei möglich, doch ist diese
keine Beliebigkeit, wie sie die Religions-Freiheit mit sich bringt. Der christliche Staat ist keine Theokratie,
denn er läßt dem Staat die Selbständigkeit, die ihm zukommt bei der Sorge um das zeitliche Wohl des
Volkes.
#4 virOblationis 20:45:17 | Dienstag, 11. Oktober 2005
Jak. 4, 4 b + a Aggiornamento? Inkulturation? Ich halte es stattdessen mit dem hl. Jakobus d.J., der in
seiner Epistel, einer wunderbaren Anleitung zum Leben in Heiligkeit, schreibt: „Quicumque ergo voluerit
amicus esse saeculi huius, inimicus Dei constituitur. Adulteri, nescitis quia amicitia huius mundi inimica
est Dei?“
#25 virOblationis 13:35:58 | Montag, 10. Oktober 2005
„extra ecclesiam“ weiter gültig? Wenn das „extra ecclesiam nulla salus“ in der nachkonziliaren Kirche
noch gelten würde, wie könnte dann Benedikt XVI. eine Synagoge besuchen, ohne dort den Juden die Heilsbotschaft
zu verkünden, damit sie, die wegen ihres Unglaubens ausgebrochenen Zweige, wieder eingepfropft werden
(vgl. Röm. 11, 43)? Wie konnte Joh. Paul II. bei einem Deutschlandbesuch die Mohammedaner aufrufen, ihrer
Irrlehre treu zu bleiben? Wie konnte es zwei Religionstreffen zu Assisi geben, wo Wahrheit und Irrtum
sich nicht deutlich sichtbar voneinander hätten unterschieden, wie es hätte sein müssen, wenn extra
ecclesiam nulla salus noch gelten würde. Stattdessen regt es schon niemanden mehr auf, wenn protestantisch-katholische,
ökumenische, Gottesdienste abgehalten werden: Wie ist das aber möglich? Wie können Wahrheit und Irrtum
gemeinsam Gott anrufen? Darüberhinaus gehen religiöse Veranstaltungen mit Teilnahme verschiedenster
Glaubensrichtungen, vom Katholizismus bis zum Heidentum. extra ecclesiam nulla salus? Wozu dann mit ihnen
beten? Zur Buße müßten sie gerufen werden! Wo wird das überaus ernste „extra ecclesiam“ noch erkennbar
bei Halli-Galli-Veranstaltungen, wie den von in Wien zelebrierten? Wie lange mag es noch dauern, bis ein
Priester mit einem Satanisten zusammen eine schwarz-weiße „Messe“ feiert? – Das sei undenkbar? Früher
wäre all das andere auch undenkbar gewesen. Immerhin gab es, so weit mir bekannt, schon einen Voodoo-Vertreter
beim zweiten Assisi-Treffen.
#32 virOblationis 21:37:34 | Freitag, 7. Oktober 2005
Urtext Der „einzige“ Urtext, den es gibt, ist eine Rekonstruktion aus einer Vielzahl von Handschriften –
oder meinen Sie den hebr. Kodex Leningradensis aus dem Jahre 1008?
#19 virOblationis 21:39:30 | Donnerstag, 6. Oktober 2005
historische Wirklichkeit Wenn man meint, sich nach dem „Sinn“ der biblischen Texte zu richten, ohne ihre
geschichtlichen Aussagen ernst zu nehmen, dann wird das Fleisch tatsächlich Wort – oder, mit Bultmann
gesprochen: es vollzieht sich nur noch eine „Auferstehung ins Kerygma“ (also nicht leibliche Auferstehung
mit leerem Grab, sondern nur der Glaube daran und die Verkündigung dessen). Natürlich muß man nicht
von sieben Tagen der Schöpfung wortwörtlich ausgehen; aber wenn man z.B. nicht daran festhält, daß
es ein erstes Menschenpaar gab, dann wird sich auch die Erbsünde verflüchtigen und die Wirksamkeit der
hl. Taufe überflüssig erscheinen.
Ordensleben In bezug auf Orden: Es kann nicht nur um Priester gehen, auch Laienbrüder sollten m.E. keinerlei
sodomitische Neigungen zeigen. – Als ich mich vor knapp zwanzig Jahren in einem deutschen Kloster zu Exerzitien
aufhielt, wurde ich das Gefühl nicht los, daß mein Exerzitienmeister und ein Novize ein Liebespaar bildeten.
Man stelle sich nur einmal vor, Mitbruder in einer solchen Gemeinschaft zu sein! Was für eine Atmosphäre
herrscht dort, wo das Leben, statt ganz auf Gott ausgerichtet zu sein, in solcher Weise an Irdisches gebunden
wirtd!
#48 virOblationis 14:54:54 | Freitag, 30. September 2005
ad g. m. Michel Ihre Argumentation entspricht der der Sedisvakantisten (wenn diese auch eine andere Konsequenz
daraus ziehen). Ich denke „entweder rechtmäßig => Gehorsam“ oder „nicht rechtmäßig => kein Gehorsam“
ist zu pauschal. Der Papst ist nicht stets und ständig die letzte Instanz (vgl. das Auftreten des hl.
Paulus gegenüber Petrus nach Gal.), sondern der überlieferte katholische Glaube und das durch ihn bedingte
Heil der Seelen. Wenn der Papst davon hinsichtlich eines bestimmten Aspektes abirrt, kann ich ihm nicht –
gegen mein Gewissen – folgen.
#27 virOblationis 08:42:06 | Donnerstag, 29. September 2005
ad Belisarem Gewiß konnte sich auch der Arianismus auf Konzilien berufen, z.B. die Synoden von Antiochia
(341), Arles (353) und Mailand (355). Außerdem stand die weit überwiegende Mehrheit der Bischöfe (zumindest
im Osten) auf Seiten der Irrlehre, und Papst Liberius (352 – 366) unterschrieb 357, nachdem er durch Verbannung
unter Druck gesetzt worden war(*), zumindest mißverständliche Formulierungen, die ihn häresieverdächtig
machten. (Während seiner Abwesenheit wurde zu Rom ein Gegenpapst von den Arianern gewählt.
#16 virOblationis 14:16:15 | Freitag, 23. September 2005
ad Sirilo Wie wollen Sie ausschließen, daß Dämonen die Schöpfung verunstalten? Wenn Sie die Schöpfung
als in sich fehlerhaft ansehen, begeben Sie sich m.E. vom kath. Glauben fort und irren zur Gnosis (Manichäismus)
ab. Ich zitiere L. Ott, Grundriss der Dogmatik (Freiburg / Basel / Wien 1965): S. 102 Gott hat die Welt
gut geschaffen. De fide. Das Konzil von Florenz erklärte…, daß es entgegen dem manichäischen Irrtum
keine in sich schlechte Natur gibt, da jede Natur, soweit sie Natur ist, gut ist… Die biblische Grundlage
ist Gn 1, 31 [ – deshalb mein Zitat im früheren Beitrag.] …
#14 virOblationis 10:05:02 | Freitag, 23. September 2005
das Problem des Bösen „Siehe, es war sehr, sehr gut“ – vor dem Fall [hier: der Engel]. Gott hat den Engeln
und Menschen Freiheit gegeben, die mißbraucht werden kann, seine gute Schöpfung zu beeinträchtigen.
#32 virOblationis 09:50:27 | Freitag, 23. September 2005
Steine des Anstoßes Der einzige Stein des Anstoßes in der oben wiedergegebenen Rede ist in meinen Augen
nicht die Ersetzung des Wortes „Gott“ durch „Allah“, was zumindest mißverständlich erscheinen kann.
Es ist doch auch im Zusammenhang mit Abraham(*) von „Brüder[n] und Schwestern in der einen Familie Gottes“
die Rede, was ich nur so verstehen kann, als bestünde eine geistige Gemeinschaft zwischen Christentum,
Judentum und Islam. Dies erinnert mich allzu sehr an die Ringparabel in Lessings „Nathan der Weise“ und
überhaupt an die Aufklärung mit ihrem Slogan: „Ob Christ’, ob Jud’, ob Hottentott’, wir glauben all’
an einen Gott.“ (*) Vgl. Joh. 8, 39f.; Gal. 3, 29: Wir Christen allein sind die (geistlichen) Nachkommen
Abrahams!
#34 virOblationis 08:02:13 | Donnerstag, 22. September 2005
additistisches Wahrheitsverständnis Eine der Fragen, und zwar die vielleicht wichtigste, die hinter der
hier geführten Auseinandersetzung steht, ist die nach den Elementen des Heils außerhalb der Kirche.
Schon der 255 ausgebrochene Ketzertaufstreit zwischen den hll. Cyprian und Stephan I., der schließlich
im Sinne Roms entschieden wurde, machte deutlich: Es sind gültige Taufen auch durch Häretiker, Schismatiker
und sogar Ungläubige möglich. – Es gibt also so etwas wie Elemente des Heils außerhalb der Kirche dadurch,
daß dort etwas von der Kirche übernommen worden ist. Wie steht es aber um Glauben und Bekenntnis: Könnte
es da nicht auch „Elemente der Heiligung und [der] Wahrheit … [also] Elemente des Kirchseins, die …
zur katholischen Kirche … hinführen“ (Dominus Iesus, s. Didimus-Beitrag) geben? Christliche Gemeinschaften
haben doch in ihrem Bekenntnis Elemente des katholischen Glaubens, wenn auch vermischt mit ihren Irrtümern.
Wie ist dies zu bewerten? Vorkonziliar hieß es: Wenn der Wahrheit „A“ des katholischen Glaubens auch
nur ein Irrtum hinzugefügt wird, wird sie zur Unwahrheit. Seit dem Vat. II – Konzil aber hat sich die
Überzeugung verbreitet: Wenn „B“ wahre und falsche Elemente enthält, ist es sozusagen halb-wahr, noch
nicht zur vollständigen Einheit mit der (römischen) Wahrheit gelangt. Mit diesem additistischen Wahrheitsverständnis
befaßt sich ein jetzt erschienenes Werk von W. Schüler, Pfarrer Hans Milch. Ich hoffe, es wird weitere
Aufschlüsse geben.
#77 virOblationis 08:39:06 | Montag, 12. September 2005
ad Catholicum Vielen Dank für die Bereitstellung des italienischen Textes. Wenn man den einen, von mir
angeführten Satz aus der Botschaft an die Völker Asiens (1981) betrachtet, so könnte die parallele
Formulierung „ogni individuo ed ogni populo“ eine Übersetzung als „jede Person und jedes Volk“ möglicherweise
nahelegen (wobei ich einräumen muß, daß ich mir den ital. Text nur aus dem Lateinischen verständlich
machen kann). Isoliert betrachtet könnten also die Völker als Kinder Gottes bezeichnet sein. Dagegen
spricht allerdings, daß diesem Satz im Textzusammenhang das Zitat Joh. 3, 16 vorangestellt ist, wonach –
wenn auch die ganze Welt von Gott geliebt ist – allein die Glaubenden das ewige Leben empfangen. Nun könnte
man noch auf den Anfang des Abschnittes hinweisen, aus der angeführte Satz stammt. Dort ist von tutti
populi dell’ Asia die Rede. Doch im Anschluß daran heißt es, daß der Papst zu ihnen als Knecht und
Apostel Jesu Christi komme (mit Verweis auf 1. Kor. 4, 1). So wird das Zitat von Joh. 3, 16 vorbereitet.
Dem Zusammenhang nach dürfte der von mir angeführte Satz, der vielleicht nicht eindeutig formuliert
ist, also – so weit ich es zu beurteilen vermag – nicht als Hinweis auf die Nähe des verstorbenen Papstes
zur Allerlösungslehre herangezogen werden.
#69 virOblationis 22:55:36 | Sonntag, 11. September 2005
ad Catholicum Werter Catholicus! Sie schreiben, daß der von mir zitierte Text aus der „Botschaft an die
Völker Asiens“ (1981) nicht der Allerlösungslehre entspreche, da darin „jeder einzelne und das ganze
Volk“ gemeint seien; dazu führen sie auch noch die Taufe an. Doch von dieser ist in dem Text keine Rede;
und es heißt dort: „jede Person und alle Völker“: Dies scheint sich doch auf die gesamte Menschheit
zu beziehen, nicht auf das Volk Gottes allein. Leider kenne ich den Zusammenhang nicht, aus dem das Zitat
stammt. Wenn es isoliert betrachtet wird, ist die Gefahr einer Mißdeutung umso größer. – Ist Ihnen
die zitierte Schrift vielleicht zugänglich?
#65 virOblationis 22:12:33 | Sonntag, 11. September 2005
Origenismus 1. Noch niemand hat zu dem von mir zitierten Satz Stellung genommen: „ [Es] sind jede Person
und jedes Volk im Heiligen Geist durch das Kreuz und die Auferstehung Christi Kinder Gottes geworden,
Teilhaber an der göttlichen Natur und Erben des ewigen Lebens.“ (Botschaft an die Völker Asiens, 1981) –
Ich sehe hier einen sehr deutlichen Bezug zur Allerlösungslehre. 2. Ist es nicht bezeichnend, wenn eine
päpstliche Enzyklika Joh. Pauls II. (sc. Evangelium vitae) erst üpberarbeitet werden muß, bervor sie
dem Kath. Katechismus (hier: KKK) entspricht?
#57 virOblationis 20:45:10 | Sonntag, 11. September 2005
ad Catholicum Marcel hat den Text zitiert, den ich nur aus dem Gedächtnis anführen konnte. – Vielen
Dank. Was aber die beiden Zitate betrifft, die ich anführe, so besteht das Gewicht ihres Hinweises auf
die Nähe zur Allerlösungslehre durch Einbeziehung der Übernatur in die Natur m.E. nicht erst durch
die Verknüpfung der beiden Sätze aus verschiedenen Quellen; der zweite allein trägt meiner Meinang
nach schon die Argumentation – wenn man auch beachten muß, daß es sich um eine Übersetzung handelt.
Eine Unterscheidung zwischen objektiver Möglichkeit der Erlösung und subjektiver Annahme sehe ich nicht,
wenn von Kindern Gottes gesprochen wird, die diesen Zustand schon im Heidentum erreichen.
#53 virOblationis 18:10:52 | Sonntag, 11. September 2005
Origenismus Wenn es in „Vom Ökumenismus zur lautlosen Apostasie (S. 10f.) heißt – „Jeder ist vom Geheimnis
der Erlösung betroffen, mit jedem ist Christus für immer durch dieses Geheimnis verbunden … ein Geheimnis,
an dem jeder einzelne der vier Millarden Menschen teilhat, die auf unserem Planeten leben, vom ersten
Moment an, da er unter dem Herzen der Mutter empfangen wird“ (Redemptor hominis). Auf diese Weise „sind
jede Person und jedes Volk im Heiligen Geist durch das Kreuz und die Auferstehung Christi Kinder Gottes
geworden, Teilhaber an der göttlichen Natur und Erben des ewigen Lebens“ (Botschaft an die Völker Asiens
1981). – dann wird doch die übernatürliche Gnade gewissermaßen zu einem Teil der Natur erklärt. Die
Nähe zur Allerlösung des Origenismus wurde auch deutlich als Joh. Paul II. vor nicht langer Zeit von
abgetriebenen Kindern sprach, deren – nicht natürliche Glückseligkeit, sondern – himmlische Seligkeit
ihre Mütter später sehen werden. (Leider kann ich dies nur aus dem Gedächtnis wiedergeben, da mir keine
Bibliothek zur Verfügung steht. Doch vielleicht steht ja der Text einem der Leser zur Verfügung, so
daß er genau zitieren kann.)
#15 virOblationis 22:06:03 | Samstag, 10. September 2005
Pädophilie u.a.m. Die Pädophilie ist wohl das nächste „Phänomen“, das entkriminalisiert werden soll.
Der Grüne D. Cohn-Bendit berichtet doch bereits ganz offen von seinen recht eindeutigen Kontakten zu
Kindern während seiner Tätigkeit in einem Kindergarten. – Die Befreiung der Perversionen dient Vertretern
der „Frankfurter Schule“ als Mittel zur Veränderung der (christlich geprägten) gesellschaftlichen Verhältnisse.
#20 virOblationis 21:49:24 | Samstag, 10. September 2005
theol. Fachkenntnisse Wenn ich mich recht entsinne, entgleiste Fr. Käßmann vor einigen Jahren schon
einmal im Fach Bibelkunde, als sie nämlich meinte, die Zeugung des Heilands durch den Heiligen Geist
sei in nur einem Ev. bezeugt.
#49 virOblationis 14:03:10 | Mittwoch, 7. September 2005
ad hcr Die Erzählung einer Entrückung in den Himmel mag zwar an Mariae Himmelfahrt erinnern. doch kann
man von daher nicht auf Sündlosigkeit schließen. Maria ist die einzig Unbefleckt Empfangene. Niemand
sonst ist von Beginn von der Erbsünde frei gewesen, niemand sonst. Von einer Entrückung in den Himmel
ist aber auch beim Propheten Elias die Rede, der einmal sterben will und dann im Übermaß seines Zornes
so viele Baalspriester abschlachten käßt, daß er m.E. keineswegs ganz sündlos erscheint.
#67 virOblationis 08:23:49 | Mittwoch, 7. September 2005
religiöser Subjektivismus Zum theologischen Ansatz beim Subjekt und dem dann notwendig daraus sich ergebenden
stets unvollkommenen Reden von Gott einschließlich der vermeintlichen Dogmenentwicklung: … Nachdem
aber die Modernisten (die natürliche Theologie beseitigt und) durch Leugnung der Beweggründe des Glaubens
den Weg zur Offenbarung versperrt, ja jede äußere Offenbarung als solche zu einer Unmöglichkeit gemacht
haben, sucht man außerhalb des Menschen vergebens nach einer solchen Erklärung. Sie muß also im Menschen
zu finden sein; und weil die Religion eine Art Einrichtung des Lebens ist, darum kann diese Erklärung
nur im Leben des Menschen liegen. Daher das Prinzip der religiösen Immanenz… Pius X., Pascendi Domini
gregis 54. [zu verwerfender Satz:] Dogmen, Sakramente, Hierarchie sind, sowohl ihrem Begriff wie ihrer
Tatsächlichkeit nach, nur Ausdeutungen und Weiterentwicklungen des christlichen Verständnisses, die
den winzigen im Evangelium verborgenen Keim durch äußere Zutat wachsen und sich vervollkommnen ließen.
Pius X., Lamentabili sane exitu (Übersetzung: K. Haselböck) Die Auswirkungen auf die Meßfeier zeigt
der obige kreuz.net – Artikel.
#27 virOblationis 20:24:56 | Montag, 5. September 2005
„Verschiedenes“ Es ist doch einfach nicht richtig, daß man einen Schott braucht, um betend die Messe
mitzuvollziehen. Wer weiß, was dort geschieht, kann sich auch so in das Geheimnis vertiefen. – Ich klappe
auch manches Mal den Schott zu und versäume gewiß nichts. Der Gläubige steht nicht im Mittelpunkt (der
überlieferten) Messe, sondern Gott. Darum muß auch der Gläubige nicht jedes Wort verstehen, das gesprochen
wird. Die Landessprache ist nicht nötig. Manchmal stört sie sogar (Alltagssprache / Mysterium). Wenn
man mit dem Aussehen des Abendmahlssaales argumentiert: Ein früherer Zustand (Kirchenraum) hat sich weiterentwickelt,
aber er kann nicht ohne Schaden einfach wiederhergestellt werden, als wäre in der Zwischenzeit nichts
geschehen. – Gegen liturgischen Archäologismus (echten oder vermeintlichen) hat darum Pius XII. Stellung
bezogen. – Denken wir nur an Glocken: 1. Kor. 13 werden sie offensichtlich noch ausschließlich für den
heidnischen Kult vorausgesetzt (tönend Erz etc.): Wer wollte deshalb all unsere Glocken abschaffen!
#12 virOblationis 15:54:22 | Montag, 5. September 2005
„Meßfeier“ Der Autor des Beitrages sagt ausdrücklich, er habe eine „Meßfeier“ besucht, nicht irgendeinen
Gottesdienst. Da frage ich mich doch, ob so etwas nicht nur unwürdig, sondern vielleicht auch ungültig
gewesen sein mag.
#23 virOblationis 15:30:29 | Samstag, 3. September 2005
Vivat Christus Rex! Werte Stimme! Betrachten wir die Herrschaft Christi nicht nur unter eschatoligischem
Aspekt!(*) Es wäre doch schön, wenn schon vor der Wiederkunft und dem Auftreten des Anti-Christs) einige
katholische Staaten neu entstehen würden. Dazu müßte natürlich zuerst einmal Rom zu seiner eigenen
Tradition zurückfinden. Dann könnten sich die Katholiken auch wieder mit voller Kraft gesellschaftspolitisch
engagieren und der Herrschaft des Christkönigs eine Bahn brechen. (*) Vgl. die Stellung des Christkönigsfestes
(im trad. Kalender) am letzten So. im Oktober. – Es ist doch bezeichnend, daß die Liturgie-Reform das
Fest ans Ende des Kirchenjahres verschob!
#68 virOblationis 15:13:54 | Samstag, 3. September 2005
Versuch einer Lösung Warum erhitzen sich die Gemüter so sehr im Falle von Pinochet? Warum werden Vergleiche
als Relativierung abgewiesen? Warum ist sogleich von Faschismus die Rede? Ich denke, daß Pinochet mit
Utopien des links-liberalen Zeitgeistes verknüpft ist, und zwar in negativer Weise: Er hat die sozialistische
Allende-Regierung beseitigt, den Träger der Hoffnung darauf, daß sich der Marxismus durch freie Wahlen
durchsetzt. Noch mit einer weiteren Utopie ist die Gestalt Pinochet verknüpft: Als er in England festgesetzt
wurde, da schien der Wunsch Wirklichkeit zu werden, alle Regierungen könnten durch Furcht vor Strafe
dazu gebracht werden, internationales Recht zu respektieren. – Es ist aber zu fragen, wie weit dieses
Recht noch deckungsgleich mit dem Naturrecht. Denken wir noch einmal daran, wer Pinochet bei seinem Umsturz
unterstützte: Waren es nicht die USA? – Kann man jede (nicht-kommunistische) Diktatur sogleich als „faschistisch“
charakterisieren? Wenn hier die Antifa-Keule geschwungen wird, geraten man schon in die Nähe von Parolen,
die ich noch aus dem Beginn der siebziger Jahre kenne: USA – SA – SS. Aber daran sieht man eben, wie weit
der Zeitgeist nach links abgedriftet ist. ps.: Bitte Unterscheidung von Sozial- und Individualethik!
#17 virOblationis 08:58:59 | Freitag, 2. September 2005
ad Ignatium Ist es nicht bezeichnend für die derzeitige Lage der Kirche, daß man bereits jubelt, wenn
der Papst die katholische Gnadenlehre verkündet statt sich dem Protestantismus anzubiedern? – Aber auch
ich freue mich natürlich.
#12 virOblationis 08:53:24 | Freitag, 2. September 2005
authentisch? Trotz allem hätte ich gern gewußt, ob das – von der Redaktion mit dem cairochon-Beitrag
getilgte – Zitat echt ist: Entstammte es einer seriösen Quelle?
#17 virOblationis 08:48:05 | Donnerstag, 1. September 2005
Unmöglichkeit des „Diakonats der Frau“ Zur Unmöglichkeit einer Weihe zur Diakonin sei auf eine kurze
Studie von Sabine Düren, Diakonat der Frau (Buttenwiesen 2000), verwiesen, zu der Kardinal Meisner das
Vorwort geschrieben hat.
#10 virOblationis 14:02:14 | Mittwoch, 31. August 2005
Gregorianik Nachdem es lange Zeit meist Bet-Sing-Messen gegeben hat, singt die Gemeinde, zu der ich gehöre,
(im Wechsel mit der kleinen Schola) inzwischen die 8., die 11., die 17. und mit etwas Mühe auch die 1.
Messe sowie zwei verschiedene Credos. Man muß es nur wollen, dann geht vieles.
#23 virOblationis 19:26:34 | Dienstag, 30. August 2005
kath. Glaube? Ich kann mir vorstellen, daß dieser Priester „seinen Glauben sehr postiv“ auslebt, nur
scheint es mir nicht der katholische Glaube zu sein, denn dem gilt praktizierte Homosexualität als himmelschreiende
Sünde.
Latein Ich sehe schon eienen Zusammenhang zwischen Abkehr vom Latein und Abkehr vom überlieferten Glauben:
Schließlich gehörten die landessprachlichen Gottesdienste zu den Forderungen bereits der vorreformatorischen
Bewegungen; wahrscheinlich sollte damit u.a. der einzelne, alles verstehende Gläubige zum Maßstab des
Glaubens gemacht werden.
#20 virOblationis 17:57:35 | Sonntag, 28. August 2005
katholische Demokratie Es ließe sich m.E. durchaus eine Demokratie als katholischer Staat vorstellen.
Dabei gälte es aber zu beachten, daß nicht über alles per Mehrheitsentscheidung abgestimmt werden kann:
So wird das Leben dem Menschen allein von Gott gegeben, und er allein hat das Recht, es zu nehmen; keine
Mehrheit und kein Gewissen können davon absehen. Außerdem ist alle Obrigkeit von Gott (Röm. 13, 1;
vgl. Joh. 19, 11), selbst wenn die Menschen die ihnen geeignet erscheinenden Amtsträger selbst wählen.
#3 virOblationis 12:32:26 | Samstag, 27. August 2005
Blutzeugen Naja, auch ich fände eine Verehrung von Joh. Paul II. als Martyrer abwegig. Doch immerhin
sei – der Redlichkeit halber – darauf hingewiesen, daß auch Päpste der Alten Kirche mitunter als Martyrer
verehrt wurden, obwohl sie wahrscheinlich ein Martyrium nicht erlitten haben, z.B. der am gestrigen Tage
geehrte hl. Zephyrinus (26.8.). Man weist darauf hin, daß sie während ihrer Amtszeit so vieles zu erleiden
hatten, daß sie als Martyrer betrachtet wurden.
#22 virOblationis 19:46:56 | Freitag, 26. August 2005
wackerer Bischof Dank an den Kardinalerzbischof: Während die Schweizer Bischöfe angesichts der Vorgänge
in Luzern versagten und einzig die FSSPX die Fahne des Katholizismus hochhielt, stellte sich der Kardinalerzbischof
von Riga dem drängenden Problem. Übrigens lese ich seinen Text nicht so, als ob er Homosexualität unmittelbar
mit dem Atheismus identifiziert: Ich verstehe ihn so, daß er meint, die spirituellen Werte des katholischen
Glaubens im Sumpf sexueller Unordnung zu versinken drohen. – Wenn jemand gläubig ist, wird er nicht auf
Dauer sozusagen gegen die Lehre leben können. (Was bedeutet dies im Fall des argentinischen Bischofs,
über den gerade erst berichtet worden ist?)
#20 virOblationis 09:50:33 | Freitag, 26. August 2005
ad palestrinam Schlechten Geschmack gibt es überall, unter Traditionalisten wie Modernisten, gewiß.
Das von Ihnen angesprochene Problem entsteht m.E. dadurch, daß sich gemäß einem verfehlten demokratischen
Verständnis, jeder berufen fühlt, alles nach seinen subjektiven Maßstäben zu beurteilen. Ich versuche,
so etwas – überspitzt – mit einem Beispiel zu verdeutlichen: Ein Priester sitzt zusammen mit jemandem
an einem Tisch(*), und dieser sagt: „Ich habe zwar seit zwanzig Jahren keine Bibel mehr aufgeschlagen
und mich auch zuvor kaum damit beschäftigt, doch meine Ansicht in bezug auf diesen Text (sc. irgendeine
Perikope) ist ja genauso wertvoll wie die des Priesters, (dessen tägliches Brot gewissermaßen das Wort
Gottes ist).“ Abhilfe schafft meiner Meinung nach nur eine Rückkehr zu recht verstandener und praktizierter
Hierarchie. (*) hoffentlich nicht im PGR
#10 virOblationis 20:36:18 | Donnerstag, 25. August 2005
Geist und Fleisch An Prof. Fuchs’ Zeilen gefällt mir, daß sie versuchen, das „Event“ WJT in einen größeren
Zusammenhang zu stellen. – Das Event, ein Ereignis, das mehr auf Emotionen als auf den Verstand hin ausgerichtet
ist. Tatsächlich geht doch der Zeitgeist immer mehr dahin, Emotionen ungehemmt auszuleben: Darauf zielt
die Gruppendynamik, ebenso Adorno (als Vertreter der Frankfurter Schule); das ist der neue Freiheitsbegriff
der 68’ger (vgl. sex. Revolution) – während Lenin noch (in stoischer Tradition) gesagt hatte: Freiheit
ist Einsicht in die Notwendigkeit. Im 20. Jh geht der Zeitgeist weg von der (im 18. Jh sozusagen „verklärten“)
Vernunft und taucht gewissermaßen unter: Das Un(ter)bewußte gerät ins Blickfeld und soll den Menschen
mehr oder weniger bestimmen. Demgegenüber hatte die christliche Überlieferung stets die Unterwerfung
des Sinnlichen unter den Geist gefordert. So haben wir es am letzten Sonntag in der Epistel (Gal. 5, 16 –
24) gehört: „Brüder! Wandelt im Geiste, dann werdet ihr die Gelüste des Fleisches nicht vollbringen…“ –
Gewiß, noch mögen die Massen beim WJT einigermaßen diszipliniert gewesen sein; das waren sie bei den
ersten Rockfestivals meiner Beobachtung nach auch. Doch dies läßt auf die Dauer nach. Dann werden die
Werke des Fleisches zunehmend sichtbar: „Unzucht, Unreinigkeit etc.“, so die o.g. Epistel. Die Vernunft
gehört zum Glauben, doch nicht die selbstherrliche Vernunft (der Aufklärung), sondern die durch den
Glauben erleuchtete Vernunft.
#24 virOblationis 10:08:47 | Donnerstag, 25. August 2005
Freimaurer An dem von Marcel geschilderten Beispiel sieht man, wie abstrus bis lächerlich die Freimaurer-Rituale
sind. – Wie können die Freimaurer angesichts solcher geistigen Niveaulosigkeit trotzdem einflußreich
und mächtig sein? Ich vermute, es liegt daran, daß sie zusammenhalten, also einander fördern, ohne
eine gemeinsame Gesinnung zu haben, indem sie also die Wahrheitsfrage ausklammern; ihre Indifferenz scheint
mir nur sehr schwach durch die erwähnten Rituale überdeckt zu werden.
#9 virOblationis 15:37:10 | Mittwoch, 24. August 2005
überlieferte Messe in Düsseldorf Mir ging es damals, als Joh. Paul II. iin Berlin war, ebenso wie Ihnen:
Auch ich fühlte mich fremd in dem Riesen-Spektakel einer solchen Papst-Messe, obwohl ich mich bemühte,
innerlich teilzunehmen. Ich kommunizierte nicht und wunderte mich über die Sprechchöre. Welchen Zweck
die Anwesenheit der Tradition beim Weltjugendtag letztlich hat, weiß ich nicht. Ein „Feigenblatt“, wie
manche schreiben, hätte man m.E. in Köln so wenig gebraucht wie bei den früheren Treffen. Ob sich nun
aber das Heraufdämmern ein bessern Morgen ankündigt oder ob die Beteiligung der überlieferten Messe
Episode bleibt, wird uns erst die Zukunft zeigen.
#80 virOblationis 09:59:30 | Mittwoch, 24. August 2005
„Verschiedenes“ 1. sola fide, solus Christus, sola gratia, sola scriptura: Luther hat in den genannten
Punkten einen Teil des überlieferten Glaubens angenommen und einen anderen verworfen; allein der Glaube –
keine Werke; allein Christus – keine Heiligen; allein die Gnade – keine Mitwirkung des Menschen; allein
die Schrift – keine Tradition. So nützt es auch nichts, darauf hinzuweisen, daß z.B. die hl. Schrift
doch beiden Konfessionen gemeinsam ist. – Allein die hl. Schrift, sola scriptura, ist ebenso unvollständig
wie die übrigen „sola“. Darum sind die Dogmen auch nicht allein an Hand der hl. Schrift zu verifizieren.
2. Was aber das „trinket alle daraus“ betrifft: Im Abendmahlssaal hat der Heiland zu den Zwölfen gesprochen
und nicht angeordnet, in welcher Form die übrigen Jünger Anteil daran erhalten sollen.
#38 virOblationis 09:05:50 | Montag, 22. August 2005
Partikelverlust Wer glaubt, es gäbe durch bei der Berührung des hl. Leibes durch den Priester denselben
Partikelverlust wie bei der Handkommunion, der schaue sich nur einmal die Handhaltung des Priesters –
natürlich bei der traditionellen Messe – an. Übrigens ist es noch kein Argument, wenn lediglich auf
die Zugehörigkeit zum Episkopat o.Ä. verwiesen wird. Wie fehlbar haben sich Autoritäten schon im Laufe
der Kirchengeschichte gezeigt!
#12 virOblationis 21:45:47 | Sonntag, 21. August 2005
Handkommunion Es ist bereits gezeigt worden, daß es eine Handkommunion heutiger Form in der Vergangenheit
nie gegeben hat. Und hätte es sie gegeben, wäre sie bereits vor Jahrhunderten aufgegeben worden – gewiß
nicht ohne guten Grund. Denken wir nur an den nahezu unvermeidlichen Partikelverlust: Welcher Laie wird
denn nach der Handkommunion vorsorglich seine Handfläche ablecken, um etwaigen Partikelverlust zu vermeiden?
Was bezweckten die Neuerer mit dieser Art der Kommunion? Nun sie hat in ihren Augen gewiß den „Vorteil“,
daß Laien den hl. Leib ebenso berühren wie Priester: Wieder eine Vermischung von Laientum und Priesteramt
zu Gunsten des allgemeinen Priestertums der Gläubigen.
#35 virOblationis 21:29:45 | Sonntag, 21. August 2005
göttliche Weisheit Wenn man recht zu haben meint oder auch tatsächlich recht hat, so droht doch die
Darlegung des eigenen Standpunktes ohne die Liebe zu liebloser Rechthaberei werden. Eine solche entspricht
eigentlich eher Menschen, die sich in der Kirche aller Zeiten nicht geborgen wissen und meinen, Gedeih
und Verderb hingen von ihrer eigenen Gotteserkenntnis ab: Ich meine Protestanten, (deren Gemeinschaften
darum ja auch zum Zerfall tendieren.) Auch wenn wir um die Wahrheit ringen, so sollten wir die Liebe nie
vergessen werden – und die Demut, denn unsere Einsichten entsprechen doch nie vollkommen der göttlichen
Weisheit.
#4 virOblationis 20:57:36 | Samstag, 20. August 2005
Bruder Jesus Ich stimme dem auch zu: Jesus als bloßen Bruder zu bezeichnen und sich dem gemäß zu verhalten,
dies entspricht protestantischer Haltung und zwar m.E. vor allem derjenigen von „Freikirchlern“, also
nicht einer Landeskirche Angehörigen.
#5 virOblationis 13:12:27 | Samstag, 20. August 2005
Charakterisierung der Täterin Sehr widersprüchliche Aussagen: Wozu braucht man ein Messer, das gut schneidet,
wenn man jemanden – mittels des Messers – warnen oder ihm nur drohen will? Ich denke, daß die uns zugänglichen
Informationen so spärlich und widersprüchlich sind, daß es äußerst schwierig ist, sich eine Vorstellung
von der Täterin zu machen. Gewiß mag es Hinweise auf Besessenheit geben, doch anderes könnte ebenso
auf eine Psychose weisen. Vielleicht erfahren wir ja irgendwann mehr.
#32 virOblationis 13:14:09 | Freitag, 19. August 2005
eine Handvoll Sauerteig Natürlich gäbe es ohne das Wirken des Erzbischofs überhaupt keine Tradition
mehr innerhalb der Kirche. Doch es kommt nicht darauf an, sich dessen zu rühmen, sondern den ganzen Teig
zu durchsäuern. Auch die Cluniazenser haben lange gebraucht, bis einer der Ihren als Papst die Erneuerung
der Kirche vorangetrieben hat.
#26 virOblationis 08:54:39 | Freitag, 19. August 2005
Exklusivität Wenn man der FSSPX einen Alleinvertretungsanspruch hinsichtlich der Tradition zuspräche,
stellte man sie losgelöst dar; gerade so sehen sie ja auch die Neuerer. – Natürlich wird jeder versucht
sein, sich eine Exklusivität zuzuschreiben, der von anderen immer wieder ausgegrenzt wird. Tatsächlich
kann man aber nicht übersehen, daß es jenseits der FSSPX natürlich weitere Vertreter der Tradition
gibt, und die Grenzen sind nicht starr, so daß ja die FSSPX beständig auch in die übrige Kirche hineinwirkt,
wozu auch die „Kirchliche Umschau“ beiträgt.
#2 virOblationis 19:06:35 | Donnerstag, 18. August 2005
Text Ich lese: „…gottgeweihte Person (oder Laie, der)…“ – Hier wird es wohl um Ordensbrüder und -schwestern
oder vielleicht Angehörige von Säkularinstituten gehen.
#83 virOblationis 16:12:52 | Donnerstag, 18. August 2005
Interview Nicht ganz uninteressant für unser Thema katholisch / nicht-katholisch bzw. konfessionsverschieden
ist ein Interview mit dem Papst-Bruder H.H. Prof. Dr. Georg Ratzinger in der neuesten Ausgabe der Jungen
Freiheit. Der Bruder Benedikts XVI. weist zwar auf „konservative(n) Kritiker des Konzils (sc. II. Vatikanum)“
hin, doch wenn er von „Äußerungen, [die] nach [seiner] Auffassung nicht mehr mit dem katholischen Bewußtsein
vereinbar sind“, spricht, dann bezeichnet er Neuerer wie den Brüsseler Kardinal Godfried Daniels. Er
kritisiert die „nachkonziliare Liturgiereform“ und spricht eine Rückkehr der Kirche zu fundamentalen
Glaubenswahrheiten, auf die er hofft, wenn die momentane Situation auch „verfahren“ ist. – Da der Bruder
des Papstes ein gutes persönliches Verhältnis zu Benedikt XVI. hat, könnte dieses Interview auch etwas
darüber aussagen, in welche Richtung die Gedanken des Heiligen Vaters gehen.
#20 virOblationis 13:37:55 | Donnerstag, 18. August 2005
Kirche und Staat Wenn die Kirche versuchen würde, die Staatsform eines Landes zu bestimmen, würde sie
sich meiner Meinung nach zu sehr in die Angelegenheiten des Diesseits vertiefen und ihre eigentliche Aufgabe,
das Heil der Menschen, aus dem Blick verlieren. Sie muß m.E. nur dann gegen ein staatliches System Stellung
nehmen, wenn dieses gegen das natürliche und / oder das göttliche Recht vorgeht, wie der Bolschewismus.
Ansonsten sollten am besten die Bürger eines Landes bestimmen, wie sie leben wollen.
#15 virOblationis 08:21:33 | Donnerstag, 18. August 2005
Form der Gesellschaft Den Bolschewismus und all seine Ableger halte auch ich für etwas Teuflisches. Doch
der Liberalismus (Kapitalismus) erscheint mir auch nicht als die in jeder Hinsicht bessere Gesellschaftsform;
vielmehr führt er m.E. durch die Absolutsetzung des Individuums in letzter Konsequenz in die Anarchie.
„Es lebe Christus, der König!“
#19 virOblationis 22:02:29 | Mittwoch, 17. August 2005
Dies irae, dies illae Ich sehe nicht, daß Gottes Gericht in den Stellungnahmen vorweggenommen wird. Quis
sum miser tunc dicturus, quem patronum rogaturus, cum vix iustus sit securus? „… wenn [selbst] der Gerechte
kaum sicher sein wird.“ Dies steht uns allen bevor.
#13 virOblationis 10:21:05 | Mittwoch, 17. August 2005
ad Chris „FSSPX“ bezeichnet die Priesterbruderschaft St. Pius X., was ins Lateinische übersetzt heißen
müßte Fraternitas Sacerdotalis Sancti Pii (decimi=) X.
#6 virOblationis 10:11:35 | Mittwoch, 17. August 2005
RIP Möge der Verstorbene einen gnädigen Richter finden! N.B. Natürlich, kein vorschnelles Urteil über
Besessenheit der Täterin. Doch könnte der von Romulus angeführte gellende Schrei schon ein Hinweis
sein.
#66 virOblationis 10:00:57 | Mittwoch, 17. August 2005
Trennlinie „Einmal ist kein Mal, zwei Mal ist immer“, pflegte mein Griechischlehrer zu sagen. Ich denke,
dies gilt nicht nur für die Altphilologie. Erst Bamberg, dann Salzburg. Es soll wohl die Sichtweise aufgedrängt
werden, es gäbe eine Trennlinie zwischen der Kirche und der FSSPX. Wenn es eine solche gibt, dann verläuft
sie zwischen Alt- und Neu-Gläubigen (Modernisten, Progressisten). In bezug auf Letztere hat Bischof Tissier
de Mallerais in der von Pelagius zitierten Predigt gesprochen, da hinsichtlich der Sühne und der Versöhnung
Papst Johannes Paul II. vom überlieferten Glauben in seiner angeführten Enzyklika abwich. Der Bischof
hat aber in derselben Predigt auch betont, daß Johannes Paul II. hinsichtlich der Barmherzigkeit Gottes
so lauter und wahr geschrieben hat wie die hll. Gregor der Große und Thomas von Aquin.
#23 virOblationis 18:39:45 | Dienstag, 16. August 2005
Gebetsanliegen Möge der Herr auch vor allem denen beistehen, denen in der Konzilskirche ihr alter Glaube
ausgetrieben werden soll und die trotzdem treu bleiben, so gut es eben unter den obwaltenden Umständen
geht. – Bevor ich zur Bruderschaft ging, mußte ich es miterleben, wie auch die letzten Bruchstücke lateinischer
Tradition mit wahrem Feuereifer ausgetrieben wurden. Was für ein Elend!
#12 virOblationis 18:29:03 | Dienstag, 16. August 2005
Anarchie und Reich Gottes Abgesehen von den Aussagen des Liedtextes über die Religion: Wenn es nicht
nur kein Besitztum und nicht nur keine Nationen mehr gibt, sondern wenn alle Menschen nur noch dem Augenblick
leben (statt die Arbeit als erstes Bedürfnis zu pflegen), dann ist dies in meinen Augen weniger marxistisch
als anarchistisch. Wer in der (Konzils-)Kirche einen solchen Zustand für die Verwirklichung des Reiches
Gottes hält, der mag das Lied tatsächlich begeistert singen.
#32 virOblationis 12:59:18 | Dienstag, 16. August 2005
Dämonen: Besessenheit Ich frage mich, wie viele Menschen, bei denen eine Psychose diagnostiziert wurde,
in Wirklichkeit besessen sind. Man schaue sich in diesem Zusammenhang auch einmal die Koprolalie an, unter
der Menschen leiden, die zwangsmäßig Schimpfworte und Flüche ausstoßen.
#6 virOblationis 14:28:46 | Sonntag, 14. August 2005
Welchen Schneid! Da wird jemand entlassen, weil er etwas zum Ausdruck bringt, was mit der Lehre der Kirche
(jedenfalls in diesem Punkt) in Einklang steht. Dieser Mensch also verliert deswegen seine Arbeitsstelle,
und von cairochon bekommt er noch dazu – verbal – einen Tritt. Bravo!
#2 virOblationis 15:04:45 | Donnerstag, 11. August 2005
Zeitpunkt des Todes Daß eben nur der Zeitpunkt darüber bestimmen soll, ob etwas Mord ist oder nicht,
erscheint mir nicht nur in diesem Falle absurd. Bei aller Aufregung um die neun nach der Geburt getöteten
Kinder von Brandenburg: Ich habe darauf gewartet, daß in unseren Medien angesichts dieses Falles auch
einmal die Abtreibungspraxis in Frage gestellt wird – vergeblich. Oder sollte ich Entsprechendes nur nicht
mitbekommen haben?
#17 virOblationis 10:53:16 | Donnerstag, 11. August 2005
Gottes- und Götzenverehrung Götzen werden vor allem die Idole der Polytheisten genannt. Sie zeichnen
sich dadurch aus, daß in ihnen Endliches „vergötzt“ wird, z.B. durch Venus die Liebe, durch Neptun das
Meer (vgl. Röm. 1, 23). – Solches wird man Juden und Mohammedanern nicht vorhalten können. Sie wollen
den transzendenten Gott verehren, doch verkennen sie ihn, weil sie ihn als den Dreifaltigen ablehnen.
So ist es m.E. schwierig zu sagen, sie würden denselben Gott verehren wie wir (vgl. 1. Joh. 2, 23). Wie
verhält es sich aber mit den Protestanten? Sie bekennen sich (jedenfalls der „altgläubige“ Teil) zu
Gott dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist. – Wenn aber Luther öffentlich den Gott predigt, der
das Heil aller will (Deus revelatus) und dahinter einen verborgenen Gott sieht (Deus absconditus), auf
den Böses wie Gutes zurückzuführen ist, also Verwerfung wie Heil, da der Mensch in Geistlichen Dingen
nichts vermag (vgl. Calvins Irrlehre einer doppelten Prädestination), dann ist schon zu fragen, ob Luther
nicht der Gnosis, die allerdings zwischen einem bösen (Schöpfer-)Gott und einem guten (Erlöser-)Gott
unterscheidet, zumindest ebenso nahe steht wie dem katholischen Christentum. Inwiefern verehren dann die
Lutheraner denselben Gott wie wir?
#25 virOblationis 09:33:13 | Mittwoch, 10. August 2005
Machbarkeit der LIturgie Vorschläge zur Gestaltung der Liturgie mögen noch so gut gemeint sein – doch
droht sich dadurch m.E. die Vorstellung auszubreiten, Liturgie könne „gemacht“ werden. War es nicht eine
solche Haltung, die Benedikt XVI., noch in seiner Zeit als Kardinal, kritisiert hat? Die Überzeugung,
man könne aus der überlieferten Liturgie aus eigener Kraft etwas Neues formen, hat ja auch zu dem NOM
geführt. Konzil hin, Konzil her: Wäre es nicht besser, die überlieferte Messe einfach nur zu feiern
und dankbar für dieses kostbare Geschenk zu sein? Eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Form der
Messe wird es dann von „allein“ geben, wie es sie auch stets zuvor gegeben hat.
derselbe Gott? Wie können Juden und Christen denselben Gott verehren, wenn der Lieblingsjünger schreibt:
„Jeder, der den Sohn leugnet, hat auch den Vater nicht; wer den Sohn bekennt, hat auch den Vater.“ (1.
Joh. 2, 23)
#21 virOblationis 20:18:15 | Sonntag, 7. August 2005
ad Methusalix Ich meine: Einerseits ist der menschliche Verstand eigenständig und braucht deshalb in
den Dingen, die er selbst zu erfassen vermag, keinerlei Wegweisung kirchlicherseits. Andererseits darf
keine wissenschaftliche Erkenntnis der überlieferten Lehre grundsätzlich widersprechen, sonst würde
die Wirklichkeit in zwei Sphären zerfallen, in Wissen und Glauben, Schöpfung und Erlösung. Da wir aber
nicht an zwei Gottheiten glauben wie die Gnostiker, sondern nur an den einen Schöpfer und Erlöser, kann
es auch nur eine Wahrheit geben. Wie also im gesellschaftlichen Bereich nichts der Königsherrschaft Christi
widersprechen soll, so auch in der Wissenschaft nichts dem Glauben. Kann es zu einem Widerspruch zwischen
dem „Einerseits“ und dem „Andererseits“ kommen? Gewiß, aber dies kann letztlich kein immerwährender
Zustand sein, sondern nur ein vorübergehender, der auf Grund der Schwäche des menschlichen Verstandes
entsteht.
#17 virOblationis 15:29:19 | Sonntag, 7. August 2005
1) ad Yersiniam 2) ad Methusalix 1) Wenn ich mich verständlich gemacht habe, dann kann ich ja noch einmal
die Konsequenzen des von mir Vorgebrachten aufzeigen: Angenommen, es gäbe ein Geschehen, das der Naturwissenschaft
als Prozeß von Mutation und Selektion e r s c h e i n t, dann bedeutet dies noch nicht, daß Mutation
und Selektion zugleich der ausschließliche Grund für eben dieses Geschehen sind. Sollte ein intelligent
design, also etwas Geistiges, hinter dem stehen, was als Mutatiuon und Selektion erscheint, dann vermag
die Naturwissenschaft dies nicht festzustellen, weil sie auf den Spekt des Materiellen beschränkt ist.
2) Wenn man, wie es seit Wilhelm von Occam üblich geworden ist, die Wirklichkeit in die Bereiche von
Theologie-Glauben und Philosophie-Naturwissenschaft aufspaltet, droht stets die doppelte Wahrheit des
Siger von Brabant, d.h. die Behauptung, etwas sei in einem Bereiche wahr und im anderen zugleich falsch.
Der hl. Thomas von Aquin hat den Bereich der natürlichen Dinge von der Theologie nicht abgetrennt, sondern
ihn mit Hilfe der aristotelischen Philosophie integriert. – Wenn man die Unabhängigkeit der Wissenschaft
wahren will, dann geschieht dies in anti-kirchlicher Weise, wenn man einen Gegensatz zwischen „Glauben
und Wissen“ zu Grunde legt; vielmehr ist der Grund für die Unabhängigkeit der Wissenschaft m.E. darin
zu sehen, daß die menschliche Vernunft als Licht der Natur Eigenständigkeit besitzt, die allerdings
nicht gegen die Übernatur ausgespielt werden sollte.
#12 virOblationis 21:37:48 | Samstag, 6. August 2005
ad Yersiniam Ich glaube, daß ich nicht verständlich machen konnte, was ich (im Anschluß an Erwin Schrödinger)
zu sagen versuchte: Ich meine, daß die Naturwissenschaft (auf Grund ihrer Methoden) nur Aussagen über
einen Aspekt der Wirklichkeit treffen kann: den Materiellen. Wenn es Geistiges geben sollte, dann vermag
die Naturwissenschaft dieses mit ihrem „Messen und Wägen“ und trotz aller Mathematik nicht festzustellen. –
Mit Philosophie meinte ich insbesondere die Beschäftigung mit demjenigen, was jenseits des Materiellen
ist, also die Metaphysik. (Fragt man nun allerdings weiter, wie die Philosophie über die Naturwissenschaft
hinausgelangen soll, gerät man m.E. rasch in die Problematik neuzeitlicher Erkenntnistheorie, vgl. Arbogast
Schmitt, Die Moderne und Platon. Dies hier auszuführen, ist natürlich nicht möglich. Doch will ich
darauf hinweisen, daß ich die Zukunft der Philosophie darin erblicke, daß sie wieder an mittelalterliche
Traditionen anknüpft.)
Physik und Metaphysik Wenn behauptet wird, daß chaotische Systeme sich selbst organisieren, dann beruht
diese Behauptung auf Beobachtung. Beobachtet wird aber nur physisches Geschehen. Metaphysisches entzieht
sich der Beobachtung. Dies bedeutet aber keineswegs, daß nicht Metaphysisches, also eine geistige Kraft
(Engel o.Ä.), am Werk sein könnten. Um festzustellen, ob dies der Fall ist, müßten Überlegungen anderer
Art, nämlich philosophische, angestellt werden.
#10 virOblationis 11:12:10 | Samstag, 6. August 2005
Abbilder und Urbild Natürlich ist im Sinne einer hl .Messe der lutherische Gottesdienst ungültig, doch
kann er als Abbild dem Urbild mehr oder weniger gleichen. In diesem Falle ist es offenbar so, daß sich
der spätere Praemonstratenser über die Gottesdienste der Michaelsbruderschaft auf den Weg zum Urbild
begeben hat. – Es schiene mir konsequent, wenn er schließlich zum überlieferten Ritus fände.
Gesellschaft Jesu In persönlichen Begegnungen gewann ich den Eindruck, daß besonders Jesuiten bemüht
sind, mit allem Nicht-Katholischen – so wie in diesem Falle mit (heidnischer) Wissenschaft – ein gutes
Einvernehmen herzustellen. Ist die Gesellschaft Jesu noch stärker von der Auflösung des traditioenll
Katholischen als andere Gemeinschaften betroffen, oder ist meine Wahrnehmung rein subjektiv gewesen?
#23 virOblationis 07:49:52 | Freitag, 5. August 2005
ad DetlefRose Vielen Dank für die anerkennenden Worte. Allerdings: Wenn ich auch nüchtern darzustellen
versucht habe, was nach Luther die Beichte nur noch sein kann, so entspricht diese Nüchternheit nur meiner
norddeutschen Wesensart, nicht einer Anerkennung der Irrlehre. – Ich halte Luther für einen Erzhäretiker.
Wenn seine Anhänger die Alt-Kirchlichen Symbole (Glaubensbekenntnisse: Apostolikum, Nicänum, Athanasianisches
G.) nicht aufgegeben haben, so haben sie etwas noch Ärgeres getan: sie mit einem neuen Sinn erfüllt.
Das wird schon deutlich, wenn man sagt: „Ich glaube“, denn ein Lutheraner versteht etwas ganz anderes
darunter als ein Katholik. So eben auch in unserem Falle der Beichte. Ich bedaure es zutiefst, daß den
Menschen in meiner Heimat vor fünfhundert Jahren der katholische Glaube geraubt und durch eine Irrlehre
ersetzt worden ist. Wie schwer ist es für Menschen, die innerhalb des Luthertums aufgewachsen sind, zurückzufinden
zu der Una Sancta (zumal angesichts ihrer heutigen, beklagenswerten Gestalt). Um meine Abkehr vom Luthertum
auch biographisch festzuhalten bin ich an einem 31. Oktober, dem sog. Reformationstag, übergetreten.
Der Priester, der mich aufnahm, mußte allerdings gleich anschließend zur Feier des Tages zu seinen lutherischen
Amtsgeschwistern eilen. Nicht, um Sie zu verletzen, spreche ich so. Was würde ich darum geben, wenn mehr
Menschen zum traditionell-katholischen Glauben fänden!
#19 virOblationis 19:21:53 | Mittwoch, 3. August 2005
simul iustus et peccator Man mag protestantische Praxis als Beichte bezeichnen, dennoch handelt es sich
um etwas grundlegend anderes als die katholische Beichte. Denn wenn ein frommer Lutheraner etwas aufzählt
von seinen Sünden, so kann ihm doch anschließend wieder nur (wie in jeder Predigt) das Wort zugesprochen
werden, daß er im Glauben gerechtfertigt ist. – Genau darum allein geht es nach lutherischem Verständnis
auch bei Taufe und Abendmahl. Der Mensch ist nach Luther immer Sünder und nur im Glauben gerechtfertigt.
Es gibt keine heiligmachende Gnade, die nach schwerer Sünde durch den Empfang des Beichtsakramentes wiederhergestellt
werden könnte. Unserem Verständnis gemäß wird der peccator (Sünder) zum iustus (Gerechten) durch
das Sakrament der Beichte. Nach Luther hingegen ist der Mensch immerbleibend Sünder – wenn er aber glaubt
im Glauben zugleich auch gerechtfertigt: simul iustus et peccator (zugleich Gerechter [im Glauben] und
Sünder).
#22 virOblationis 19:05:34 | Mittwoch, 3. August 2005
ad Benedikt Ich denke, daß dies eine seriöse Information ist. Ähnliches (Ursache für mangelnde Fähigkeit
zur Fortpflanzung in der Tierwelt) habe ich schon vor einigen Jahren in einer alternativ-medizinischen
Fachfortbildung gehört.
#27 virOblationis 21:33:24 | Dienstag, 2. August 2005
ad Yersiniam Wenn ich Sie recht verstehe, fragen Sie nach Argumenten, die die Wahrheit so darlegen, daß
Sie sie mit Hilfe Ihres Verstandes beurteilen können. – Dies wird meiner Meinung nach nicht möglich
sein: Wenn Gott die Wahrheit ist (vgl. Joh. 14, 6) und sich uns als seinen Geschöpfen offenbart, können
wir die uns vorgestellte Wahrheit nur annehmen, da wir als Geschöpfe keinen Standpunkt oberhalb des Schöpfers
gewinnen können. Wir können Gott und damit die Wahrheit nicht beurteilen. Erst wenn wir ihr glauben,
dann wird es möglich, die Wahrheit bis zu einem gewissen Grade einzusehen: Credo, ut intelligam, ich
glaube, damit ich verstehe.
#13 virOblationis 18:28:52 | Dienstag, 2. August 2005
Eingriffe ins Hormonsystem In einzelnen Fällen mag ein Eingriff in das Hormonsystem natürlich medizinisch
gerechtfertigt sein, doch gegenwärtig wird die Verordnung von Präparaten, die das Hormonsystem beeinflussen,
massenhaft vorgenommen. Nicht nur die Menschen leiden darunter (s. in bezug die „Pille“: M. van Treek,
Das Kontrazeptionssyndrom, Abtsteinach 3. Aufl. 2000). Vielmehr verseuchen die so entstehenden Abfälle
auch die Umwelt (leider kann ich dazu im Augenblick keine Literatur nennen).
Monika und Augustinus Dann bleibt das Gebet für sie, damit sie erleuchtet werden und umkehren. – Erinnert
sei an die hl. Monika, die jahrelang um die Bekehrung ihres Sohnes Augustinus rang.
ad sirilo 1. Der Name des ehemaligen Ministerpräsidenten Teufel ist ererbt, nicht frei gewählt. – Außerdem
zeigt ein Blick auf ähnliche Familiennamen, daß dem Teufel eher eine negative, nicht etwa positive Bedeutung
im Namen zukommt: Schietendüwel, Hassenteufel etc. 2. Einen Unterschied zwischen Dämpnen und Teufel(n)
sehe ich nicht. 3. Zur geistlichen Ritterschaft s. Eph. 6, 11ff.
Wahrheit und Beliebigkeit Anschließend an Benedikt und Irenäus: Wer die absolute Wahrheit der katholischen
Religion in Frage stellt, mag dies auch tun aus Sorge in bezug auf Intoleranz. Der Glaube an die Wahrheit
der katholischen Religion führt aber nicht unbedingt zur Intoleranz, sondern nur zum Ausschluß von Beliebigkeit.
Vertreter des Irrtums können durchaus toleriert werden, auch wenn der Irrtum nicht auf einer Stufe steht
mit der Wahrheit.
das Problem der billigen Gnade Was nützt es, von Gottes Liebe zu sprechen, ohne gleichzeitig Seine Gerechtigkeit
zu erwähnen! Es geht in Matth. 13, 24ff. nicht darum, daß wir das Unkraut nicht als solches erkennen,
d.h. wir müssen uns eines Urteiles darüber nicht enthalten, ob es sich bei einer Pflanze um guten Weizen
oder Taumellolch handelt. Wir sollen das Unkraut nur nicht ausreißen, denn dies geschieht erst am Ende,
bei der Ernte. Bis dahin darf das Unkraut auf dem Felde stehen bleiben.
ad Benedikt Anknüpfend an Isidorus: „Conversi ad Dominum“ weist darauf hin, daß die Wendung zu der einen
Volksaltar fordernden, modernen Zelebration versus populum innerhalb des Katholizismus auf die Aufklärung
des 18. Jh’s zurückgeht (S. 132), also nicht etwa ursprünglich auf das Vatikanum II; diesem wurde lange
vorgearbeitet.
ad Janet1983 et gregor „…da es ja so ist, dass man den Menschen nicht die Schuld ihrer Väter [und Mütter?]
aufbürden kann…“ Ich hoffe, dies gilt auch für die Deutschen, denen man ständig die Vergangenheit
vorhält, sobald nur von Juden die Rede ist. Bemerkenswert auch, wie in gregors Beitrag die Keule geschwungen
wird: „Artikelserie…hetzerisch…Hetzkampagne“
#34 virOblationis 14:53:47 | Mittwoch, 27. Juli 2005
ad Benedikt Es geht mir nicht darum, „herabzusetzen“. Wenn ich aber meine, daß sich ganz deutlich eine
verhängnisvolle Entwicklung innerhalb der Kirche zeigt, dann will ich nicht schweigen, sondern ohne polemischen
Ton ganz nüchtern darauf hinweisen: Gerade die Übereinstimmung in der Tendenz der Änderungen der Liturgie,
des Kirchenbaues und des Verständnisses des Priestertums vermag ich nicht zu übersehen. Es geht bei
der Zelebration versus populum nicht etwa um einen Bruch mit der Kirche, wie sie seit 1570 besteht. Jüngst
hat Uwe Michael Lang (Conversi ad Dominum, Freiburg 2003) noch einmal deutlich gemacht, daß die gemeinsame
Ausrichtung von Gläubigen und Zelebranten bis in die früheste Zeit der KIrche zurückreicht; und selbst
dort, wo es auf Grund einer Eingangsostung zu einem Gegenüber von Priester und Gemeinde kam, kann man
nicht von Zelebration versus populum sprechen: „Jedenfalls war dem christlichen Altertum die Zelebration
versus populum im heutigen Sinne unbekannt…“ (S. 93) – Das Geleitwort zu der Studie Langs hat übrigens
Benedikt XVI. in seiner Zeit als Kardinal geschrieben. Die Ausrichtung des Zelebranten auf die Gemeinde
geht auf Luther zurück (s. Lang, S. 102), wiewohl seine eigenen Anhänger dem Meister hierin nicht folgten.
Auf katholischer Seite gab es die Befürwortung einer Zelebration versus populum bereits während der
Aufklärung (s. Lang, S. 132f.). Durchgesetzt hat sie sich aber erst in unseren Tagen.
#30 virOblationis 08:04:11 | Mittwoch, 27. Juli 2005
Protestantisierung Wie man es auch dreht und wendet: Es soll der freistehende Volksaltar immer weitgehender
den Platz einnehmen, den früher der Hochaltar hatte. Wie ein Eßtisch inmitten eines Zimmers steht, so
der Volksaltar inmitten des Raumes. Wie das besondere Priestertum der Geweihten geschwächt wird zugunsten
des allgemeinen Priestertums der Gläubigen und der Opfergedanke abgeschwächt wird in der NOM-LIturgie,
so schwächt der Volksaltar, insbesondere in der Form eines Tisches, den Gedanken an den Ort der Darbringung
des Opfers zugunsten desjenigen eines Möbels für die Mahlfeier ab. Priester, Opfer und Altar bilden
eine Sinneinheit. Wenn zugunsten der Protestantisierung eines der drei Elemente abgeschwächt wird, müssen
die anderen beiden folgen, da der bestehende Rest sonst stets an das entstandene Defizit erinnern würde. –
N.B.: Zur Protestantisierung paßt auch sehr gut die Zelebration versus populum, die doch – so weit mir
bekannt – derer der Calvinisten entspricht.
Katharer Daß Leben doch nur Leiden ist und das Verhungern davon befreit: Diese Aussage paßt zum Katherertum
ganz gut, zum Katholizismus doch wohl kaum.
ad Benedikt: Hexerei und Inquisition Wenn Sie, Benedikt, schreiben, daß Inquisition und Hexenprozesse
nichts miteinander zu tun haben, so trifft dies auf die mittelalterliche Zeit zu; doch wenige Jahre vor
Beginn der Neuzeit (wenn man diese ab 1492 rechnet) änderte sich die Situation: Ausgerechnet der hinsichtlich
der Verbreitung des Rosenkranzgebetes so segensreich wirkende Dominikaner Jakob Sprenger gab zusammen
mit seinem Ordensbruder Heinrich Institoris den „Hexenhammer“ heraus, in dem gefordert wurde, die Hexerei
nicht mehr wie bisher hinsichtlich der durch Schadzauer angerichteten Übel vor weltlichen Gerichten aburteilen
zu lassen. Vielmehr sollte die Hexerei als Ketzerei schlimmster Form, Unzucht und schuldhafte Geistesblindheit
gelten, weshalb die Inquisition zu den Prozessen hinzuzuziehen sei. Ferner sei die Hexerei auch nur mit
den schwersten, sonst rückfälligen Ketzern vorbehaltenen Strafen (Scheiterhaufen) zu ahnden. Es wirkte
sich fatal aus, daß – der wohl durch Ämterkauf zum Nachfolger Petri gewählte – Papst Innozenz VIII.
(1484 – 1492) die Anliegen des Hexenhammers direkt in seine Bulle „Summis desiderantis“ vom 5. 12. 1484
aufnahm und damit die dreihundertjährige Hexenverfolgung der Neuzeit einleitete, in die nun auch die
Inquisition verstrickt wurde. Allerdings gab es ebenso Hexenprozesse in dem seit Beginn des 16. Jahrhunderts
aufkommenden Protestantismus. Die Wende führte nicht die Aufklärung herbei, sondern der Jesuit Friedrich
von Spee mit seiner Cautio criminalis (1631 / 1632).
Autorität des Priesters Wenn man dem „öffentlichen Ärgernis“ keine objektive Grundlage (vgl. Benedikts
Beitrag) gibt, schwächt man die Autorität des Priesters, denn man setzt ihn dem Widerstreit der Meinungen
aus, gleich welche Entscheidung er fällt. So wäre es m.E. sehr begrüßenswert, wenn von der Kirche
festgestellt würde, daß im jedem Falle eines öffentlichen Sünders, dem ein kirchliches Begräbnis
zuteil werden soll, ein öffentliches Ärgernis gegeben wäre. – Wie schwer es ist, sich der (ver)öffentlich(t)en
Meinung entgegenzustellen, sieht man ja schon an Bischöfen; wieviel schwerer noch für Priester!
Sancta Catharina, carissima, ora pro nobis! Ja, nehmen wir unsere Zuflucht zur hl. Katharina, die der
Kirche bereits früher in schwerer Zeit (Exil der Päpste in Avignon, beginnendes Großes Abendländisches
Schisma) beigestanden hat.
Beleidigungen Würde man es wagen, einen mohammedanischen Würdenträger in gleicher Weise zu verunglimpfen?
Nun, das ist schon darum nicht anzunehmen, weil man gewalttätige Reaktionen befürchten müßte. Friedfertigen
Katholiken aber darf wohl alles angetan werden, vorerst noch ausschließlich verbal.
„Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.“ Wer die Kirche von ihrer autoritären Ordnung „befreien“
will, wird letztlich auch Christus Seine Autorität absprechen müssen, ist die Kirche doch Sein Leib.
#18 virOblationis 12:49:35 | Dienstag, 19. Juli 2005
ad Romulum Vielen Dank für die Ratschläge! Ich hätte dennoch gern die Gegenargumente der „Sekretärin“
gehört, die aber – wie gesagt – nicht bei mir ankamen.
#16 virOblationis 09:26:19 | Dienstag, 19. Juli 2005
„reine Lehre“ der Bischöfe? Als ich meinen Erzbischof brieflich auf das, was in meinen Augen Widersprüche
zwischen seinem Reden bzw. Tun und der katholischen Tradition sind, aufmerksam gemacht habe, hat er mir
mit dem Hinweis auf die „Lebendigkeit“ der Tradition geantwortet. Daraufhin entgegnete ich wiederum, daß
sie doch nie so lebendig sein kann, daß sie sich ins Gegenteil verkehrt, da was immer, was überall und
von allen geglaubt worden ist doch eigentlich katholisch ist. – Es erfolgte keine Antwort.
ad apicem: Anmerkungen Ich verstehe schon, daß die Kirche nicht so erscheinen soll, als ob sie beliebige
Wünsche erfülle. Doch geht es bei der Taufe grundsätzlich darum, ob die selige Schau Gottes erreicht
wird oder nicht. Darum darf man sich, denke ich, von Erwägungen hinsichtlich des Ansehens im Falle einer
Taufe nicht leiten lassen. Die Kirche entscheidet natürlich nicht darüber, wem das Heil zuteil wird,
sondern ihr Taufen ermöglicht das Heil.
ad peccatorem Zur Vernichtung des kath. Glaubens in Fulda: Ich meine mich zu erinnern, daß nicht nur
die FSSPX vom Domplatz gewiesen wurde, sondern daß auch die Petrusbruderschaft nicht im Dom das Meßopfer
darbringen durfte, während man dieselbe Kirche Anglikanern für einen Gottesdienst zur Verfügung stellte.
Taufe der Kinder Ich fürchte, daß man am unbeschwertesten dann einem Kind die Taufe verweigern kann,
wenn man nicht mehr an ihre – unbedingt notwendige – Heilswirksamkeit glaubt. Wenn die Taufe nur als ein
Symbol angesehen wird, ja dann gewinnt natürlich die Frage nach der katholischen Erziehung einen um so
größeren Stellenwert. Der Heiland aber sagt: Lasset die Kindlein zu mir kommen, und wehret ihnen nicht!
Verweigerung der Taufe Wie darf man Kindern die Taufe verweigern, indem man ihnen die Verhältnisse zum
Vorwurf macht, unter denen sie heranwachsen? – Wenn das Kind nun stirbt ohne die heiligmachende Gnade
und man sich nicht – wie z.Z. sogar in höchsten kirchlichen Kreisen üblich – mit Hoffnungen trösten
mag, die in Richtung einer Allerlösung gehen, wie soll man dann die Verweigerung der Taufe dann mit gutem
Gewissen vornehmen? Ich wüßte es nicht.
Röm. 1 Pelagius hat doch völlig korrekt dargestellt, wovon in Röm. 1 die Rede ist: 1, 18 – 25 geht
es um die Sündenverfallenheit der Heidenwelt (also der Menschheit – abgesehen von den Juden, deren ebenso
große Erlösungsbedürftigkeit in Kap. 2 dargestellt wird); die Menschen haben, obwohl es ihnen kraft
ihrer Vernunft möglich sein müßte, Gott nicht als ihren Schöpfer erkannt, sondern Geschöpfliches
an seine Stelle gerückt. 1, 26 – 27 wird die Homosexualität als Folge, ja beinahe schon als Strafe der
Sünde charakterisiert. – Der Wortlaut ist doch völlig eindeutig! Man könnte allenfalls versuchen, ihn
als historisch bedingt hinzustellen, doch bei solchem Vorgehen entzieht sich die gesamte hl. Schrift als
Argumentationsgrundlage, da ja alles historisch bedingt sein könnte. 1, 28 – 32 zeigt die praktischen
Konsequenzen der Sündenverfallenheit im allgemeinen auf und weist noch einmal auf deren Schuldhaftigkeit
hin.
#12 virOblationis 07:50:57 | Donnerstag, 14. Juli 2005
ad Benedikt Werter Benedikt! Auf die gesamte Tagesordnung einzugehen, erscheint mir aus Platzgründen
nicht ratsam; aber es ist vielleicht auch gar nicht nötig. Ich will nur ein Stichwort aufgreifen: „Seelsorgeteam“.
So etwas kann es bei uns nicht geben: Wir haben nur einen einzigen Seelsorger, nämlich den, der die Beichte
abnimmt. – Ich hoffe, der Unterschied zweier Konzeptionen wird auch ohne wortreiche Ausführungen deutlich.
Bevor ich mich zur Priesterbruderschaft absetzte, lernte ich stets Gemeinden mit sehr niedrigem geistlichem
Niveau kennen. Ich will ja gern zugestehen, das die Ihrige viel frommer ist. Um Ihnen aber anzudeuten,
was ich durchweg erlebt habe: Stellen Sie sich einen PGR-Vorsitzenden vor, der während des Hochamtes
schnell ‘mal vor die Tür geht, um noch eine zu rauchen.
Auch ich gehörte einmal einem PGR an Auch ich war einmal Mitglied eines PGR. Was dort verhandelt wurde,
hätte man ebenso mit weit geringerem Aufwand, d.h. vor allem ohne Debatten, erledigen können. – Mein
Gegenbeispiel: Unser Pater von der Priesterbruderschaft St. Pius X. geht einfach auf einzelne Gemeindeglieder
zu und bittet sie, bestimmte Aufgaben zu übernehmen; in der Regel folgen sie dem. „Fertig ist die Laube.“
Ich hatte mich hauptsächlich deshalb in den PGR wählen lassen, um meinen Teil dazu beizutragen, die
Autorität des jungen Pfarrers gegenüber anmaßend auftretenden Laien zu stärken. Leider versuchte er
nur allzu sehr, mit jedem gut auszukommen (kritiklos, auch bei verheerenden Aussagen zum katholischen
Glauben). Viel vermochte ich also nicht auszurichten, aber die Rahmenbedingungen waren wohl auch sehr
ungünstig.
ad Pelagium Vielleicht ist die beabsichtigte Aussage Ihres Beitrages auch nicht ohne weiteres für jeden
verständlich, da nur angedeutet, nicht ausformuliert. Auch ich habe einige Schwierigkeiten, den genauen
Sinn jener Zeilen zu verstehen. – Es geschieht eben, das kenne ich auch von mir selbst, daß man etwas
schreibt und erst später sieht, wie vertraut einem selbst die Gedankengänge gewesen sind, so daß man
nur grob skizzierte und für andere nicht ohne weiteres nachvollziehbar schrieb.
Dogmen Ich denke, es gilt zu differenzieren zwischen Fragen, hinsichtlich deren Beantwortung man unterschiedlicher
Meinung sein kann, und solchen, bei denen man übereinstimmen muß. Dies bringen auch die theol. Gewißheitsgrade
zum Ausdruck: „De fide“, „Sent. certa“ etc. – Im Gegensatz zu früheren Zeiten meinen wohl heute viele,
alles in Frage stellen zu können, doch ist das natürlich nicht möglich, weil jedes gemeinsame Bekenntnis
verschwinden würde. Es heißt aber: Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe.
Gottes- und Nächstenliebe Ein so verdiesseitigtes Verständnis von Liebe wie in der oben dargestellten
Predigt verkündet – wenn man sich einmal auf das AT bezieht – weit eher Baal (vgl. dazu Osee) als Jhwh.
Auch zu Elias’ Zeiten gab es nur siebentausend, die das Knie nicht vor Baal beugten.
Erinnerung an den Eid des Hippokrates Wie edel war teilweise das vorchristliche Heidentum. Im 4. Jh v.
Chr. gelang es ihm, den Hippokratischen Eid zu formulieren: „… Ich werde niemandem, auch nicht auf seine
Bitte hin, ein tödliches Gift verabreichen oder auch nur dazu raten, Auch werde ich nie einer Frau ein
Abtreibungsmittel geben… – Das heutige Heidentum dagegen erscheint mehr und mehr als bloße Barbarei.
Kirche und Laien-Räte Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, daß mit dem weiteren Ausbau des „Rätesystems“
die Protestantisierung der Gemeinden und Bistümer organisatorisch zementiert werden soll.
Umgang miteinander Beschimpfungen wie „freche Göre“ helfen kaum weiter. – Allerdings ist der ausgewählte
Name „Yersinia“, der doch an kaum etwas anderes erinnern dürfte als an den Erreger der Pest, Yersinia
pestis, m.E. auch schon eine Zumutung angesichts der Verheerungen, die der „Schwarze Tod“ im Abendland
jahrhundertelang verursacht hat.
#6 virOblationis 07:39:25 | Donnerstag, 7. Juli 2005
4. September 2004 Es war derselbe Bischof, der den Traditionalisten anläßlich der Erneuerung der Weihe
Deutschlands an das Unbefleckte Herz Mariae nicht nur die Nuntzung des Domplatzes untersagte, sondern
mit dem Argument einer gerade stattfindenden gottesdienstlichen Feier auch noch die einzelnen Beter aus
dem Dom weisen ließ.
#2 virOblationis 07:27:16 | Donnerstag, 7. Juli 2005
ad Beobachterin Nur – wie schade um jedes einzelne Kind, daß bis zur Rückbesinnung diesem Wahn zum Opfer
fällt. Kinder werden nicht nur von Homosexuellen adoptiert. Es ist auch so, daß Geschiedene nun einen
gleichgeschlechtlichen Partner wählen und – ganz offiziell – ein Kind, das zuvor seinen Platz in der
Ehe hatte, weiter gemeinsam aufziehen. Solche Fälle gibt es nachweislich bereits in meiner Heimatstadt
Hamburg. Ich habe so etwas Abscheuliches noch vor wenigen Jahren für unmöglich gehalten, für eine bloße
Utopie einzelner Perverser.
ad Marcel Zumindest einen Überblick über die Geschichte der Kirche im Verhältnis zur Freimaurerei vom
Beginn des 18. Jh’s bis zu Paul VI. bieten das elfte und das zwölfte Kapitel des Buches „Das Geheimnis
der Freimaurer“ von J. Ploncard d’Assac (dtsch. [Priesterbruderschaft St. Pius X.] Stuttgart 1989). –
Ich weiß allerdings nicht, ob es z.Z. noch erhältlich ist.
Die Revolution ist in sich schlecht gewesen. Natürlich hat das Volk bis 1789 unter einer schlechten Regierung
gelitten, und dies haben die Revolutionäre für ihre Zwecke zu nutzen gewußt; unter ihrer Herrschaft
ging es den Menschen jedoch nicht besser – im Gegenteil. All die Güter der Kirche wurden geraubt und
verschleudert, doch wurden Hungersnöte dadurch nicht seltener! Das Elend traf die Menschen aber um so
härter, da die hilfreichen Einrichtungen der Kirche nun fehlten. – Einen – wie ich finde – unterhaltsam
geschriebenen und gar nicht undifferenzierten Eindruck vom Leben vor und nach der Revolution gibt Hünermanns
neu aufgelegtes Werk „Tochter des Sturms“. Daß die Revolutionäre einfach über das Ziel hinausschossen
etc. – nein, ich fürchte, sie wußten genau, was sie taten: Sie kannten ihren Gegner, die Obrigkeit,
die ihre Autorität (gemäß Röm. 13) auf Gott zurückführte (wenn sie dem auch mit ihren Taten nur
allzu wenig gerecht wurde), die dieser Ordnung gehorchenden Menschen und die hl. Kirche. An deren Stelle
trat die gottlose Ordnung, der sich selbst erhebende Mensch mit seiner Parole von Freiheit – Liberalismus,
Gleichheit – Sozialismus, beides verbunden durch die Brüderlichkeit – Nationalismus. Wer sich dem nicht
fügte, wurde systematisch terrorisiert, nicht versehentlich verfolgt. Und auf dem Altar der Kirche Notre
Dame tanzte ein leichtes Mädchen als Göttin der Vernunft…
Korankuß Ich fürchte, diesen Korankuß kann und darf man nicht vergessen – nicht, weil man kleinlich
aufrechnen will, sondern weil er bezeichnend ist für einen Papst, der auch andere Dinge dieser Art getan
hat: s. das götzendienerische Tillak-Zeichen, anstößige Messen (z.B. mit Oben-Ohne-Verleserin der Epistel
auf Neuguinea) etc. Gläubige früherer Zeiten lehnten solches so vehement ab, daß sie lieber das Marytrium
erlitten, als sich darauf einzulassen. Sie sollten Vorbild auch für die Gläubigen heute sein, nicht
Johannes Paul II.
Familie und Konkubinate aller Art Die Familie ist einzigartig, und kein Konkubinat kann mit ihr konkurrieren,
da die Sexualität (nach traditioneller kath. Überzeugung) der Fortpflanzung dient und diese wiederum
ihren einzig legitimen Platz in der auf Lebenszeit von einem Mann und einer Frau geschlossenen Ehe hat. –
Alles, was die Einzigartigkeit der Familie relativiert, beschädigt sie, weil sie zu einer Form des Zusammenlebens
unter anderen herabwürdigt.
Ministrantinnen Da Ministranten am Altar eine Tätigkeit ausüben, die den niederen Weihen entspricht
(Akolyth), ist die Hinordnung ihres Dienstes auf das Priesteramt aus meiner Sicht sehr deutlich. Wer also
Ministrantinnen duldet, wird sich der Einsetzung von Priesterinnen letztlich kaum verschließen können,
meine ich.
#9 virOblationis 12:28:55 | Donnerstag, 30. Juni 2005
ad sirilo „Alle … Getauften gehören der Katholischen Kirche an.“ – Gewiß; doch können sie die heiligmachende
Gnade auch wieder verlieren, z.B. indem sie das katholische Bekenntnis verleugnen.
Glaube und Architektur Die Architektur von Gotteshäusern ist mit dem Glauben so innig verbunden, daß
man wohl sagen kann, sie sei Ausdruck des Glaubens; man schaue sich nur einmal die z.Z. der in Blüte
stehenden Scholastik entstandenen gotische Dome an. – So ist eben auch ein modernes Kirchengebäude Ausdruck
des eines – offenbar – zersetzten Glaubensbekenntnisses und einer defizitären Theologie.
ad Benedikt Vielen Dank für die Stellungnahme. – Ich glaube, ich konnte in meinem Beitrag noch nicht
deutlich genug machen, daß ich mich auf einen etwas anderen Begriff von Natur beziehe: Ich denke an die
Gesamtheit der natürlichen Dinge, so wie sie z.B. der hl. Franziskus in seinem Schöpfungshymnus besingt.
Diese gesamte Natur ist von Gott geschaffen und strebt von sich aus zu ihm hin. In diesem Sinne erscheint
es beispielsweise „natürlich“, den Vater zu ehren, ist doch Gott das Urbild aller Vaterschaft. Wie sollte
demnach die Fortpflanzung ausschließende Homosexualität nicht wider die Natur sein, wenn die Sexualität
nach Gottes Willen (gemäß traditionell kath. Sichtweise) dem Zweck der Fortpflanzung dienen soll?
Natur und Gott Wenn man die Sünde nicht auch in ihrer Naturwidrigkeit betrachtet – wobei „Natur“ hier
die Gesamtheit der Dinge als erlösungsbedürftige (s. Röm. 8) Schöpfung bezeichnen soll – droht eine
Entweltlichung des Glaubens von der Art, wie sie sich seit dem spätmittelalterlichen Nominalismus Wilhelm
von Occams verbreitet hat. Ich meine, daß die Kirche stets an der Verbindung von Glauben und Wissen,
Theologie und Philosophie, festzuhalten bestrebt war und darum den hl. Thomas von Aquin auch so hoch geschätzt
hat, auch wenn Aristoteles selbstverständlich die Erkenntnisse moderner Naturwissenschaft nicht ersetzen
kann.
Latein Natürlich läßt sich das Problem des Traditionalismus nicht auf das der lateinischen Sprache
reduzieren; doch gleichgültig ist es m.E. nicht, in welcher Sprache zelebriert wird. Die Kirchengeschichte
zeigt doch, daß sich mit landessprachlichen Gottesdiensten nur allzu leicht auch schismatische Gedanken
verbinden. Anmerkung zum dem mehrfach angesprochenen lateinischen Beitrag: Warum sollte diese Sprache
in einer Diskussion, die eben gerade (auch) das Latein betrifft, nicht verwendet werden?
hl. Messe aller Zeiten Man stelle sich nur einmal den hl. Pater Pio vor, der eine Novus Ordo Messe in
der Landessprache zelebriert, dann weiß man sogleich, was weithin verloren gegangen ist. Selbst wenn
es früher natürlich auch schlechte Zelebranten gegeben hat, die „leierten“: Die Alte Messe trug sie
mit ihren Schwächen; die Neue Messe dagegen wird vom Zelebranten getragen, so daß seine Unzulänglichkeiten
unmittelbar auf die Feier die hl. Opferfeier auswirken. – Die Zelebranten mögen heute nicht schlechter
sein als früher, aber ihr Missale ist schlechter.
Was der Erzbischof tat Ich denke, daß Mgr. Lefebvre sich in derselben Situation befand wie jeder der
zehn Apostel während der Verleugnung Petri. Natürlich hatte der Heiland diesen zum Felsgrund gemacht
und darauf seine Kirche gegründet, und doch durfte man ihm erst wieder folgen, als er nach dem Hahnenschrei
bitter bereut hatte.
ad Dr. Otterbeck Wenn ich Aussagen und Handlungen Pauls VI. betrachte, erscheinen sie mir oft widersprüchlich. –
Als „Papst mit dem Zwiegesicht“ und „Mensch[en] …im Widerspruch“ charakterisiert Paul VI. Mgr. Lefebvres
in „Sie haben ihn entthront“, Kap. 31.
#2 virOblationis 12:55:08 | Donnerstag, 23. Juni 2005
Unterschriften-Sammlung Es ist gut, daß über die Wahrheit nicht abgestimmt werden kann. Es sei angemerkt,
daß nach den sog. Malachias-Weissagungen die Devise „de labore solis“ die Ära Johannes Pauls II. kennzeichnet,
was wohl wiederzugeben ist mit: „Von der Verfinsterung der Sonne“.
#23 virOblationis 09:29:59 | Mittwoch, 22. Juni 2005
FSSPX schismatisch? Das Bild war doch ganz klar und spricht für sich: Auf der einen Seite standen diejenigen,
die eine himmelschreiende Sünde propagieren, auf der anderen die katholischen Gläubigen.
„Der Schott“ als Weggefährte Auf dem Weg zur Aufnahme in die Kirche war „der Ott“ für mich ein stets
verläßlicher Kamerad. Ich sah in ihm einen guten Repräsentanten katholischer Theologie, wie sie war
und stets bleiben wird. Als ich dann einige Vertreter postkonziliaren Elends kennenlernte, hielt ich dies
noch für die unbegreifliche Verirrung einzelner; erst später wurde mir das ganze Ausmaß der Krise der
Kirche bewußt. – Nun freue ich mich, daß „der Ott“ erneut aufgelegt wird, um auch noch viele weitere
Gläubige auf ihrem Weg zu begleiten.