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#2 virOblationis 10:35:48 | Montag, 25. Februar 2008
gut lutherisch? Soweit man es nach dem Bericht beurteilen kann, klingen diese Aussagen über das Wort
Gottes „gut lutherisch“, das „nicht leer zu Gott zurückkehrt“.
#23 virOblationis 20:42:27 | Donnerstag, 7. Februar 2008
kaum zu glauben „Judenmission hat schließlich zum Holocaust geführt…“ Es gibt doch anscheinend kein
so niedriges Niveau, daß es nicht noch unterboten werden könnte.
#52 virOblationis 08:01:30 | Dienstag, 5. Februar 2008
Spiritualität Der obige Artikel berichtet von dem neuen Münchner Erzbischof, er habe folgendes gesagt:
„Der Mensch habe nämlich eine Würde, die nicht von Menschen abhänge, sondern von Gott selber gegeben
wurde, der unser Bruder geworden sei und sich in seiner Menschwerdung mit jedem Menschen verbunden habe.
‘Durchaus zu Recht’ heiße es deshalb in den Wandlungsworten: ‘Mein Leib – für euch und für alle!’ –
krönte der Erzbischof seine Aussage mit einem Ausrufezeichen.“ Daraufhin entbrannte eine Debatte über
das „für alle“. Doch dieses „für alle“ stand in der Rede des neuen Erzbischofs nicht isoliert. Seine
Brisanz erhält das „für alle“ (im 2. Absatz) dadurch, daß es mit dem Gedanken aus Gaudium et spes 22
(des ersten Absatzes) verknüpft wird, wonach die Natur aller Menschen zu einer erhabenen Würde erhöht
wurde, da der Sohn Gottes sich mit ihr verband: Deshalb das „für alle“! – Die Menschwerdung scheint Opfertod,
Taufe und Glauben überflüssig zu machen! So heißt es in Gaudium et spes 3 auch: „Weil also das hl.
Konzil die überaus hohe Berufung des Menschen bekennt und erklärt, daß gewissermaßen ein göttlicher
Same in ihn eingesenkt ist,…“ – Ein „göttlicher Same“ in jedem Menschen! Die Gnade wird Teil der Natur!
Die unvermeidliche Folge: Es droht (zumindest) eine (Tendenz zur kirchlich verurteilten) Allerlösungslehre!
Sehr geehrtes .chen: Damit zeigt sich die von Ihnen vermißte Spiritualität des neuen Erzbischofs schmerzhaft
deutlich, fürchte ich.
#14 virOblationis 10:36:42 | Donnerstag, 31. Januar 2008
keine Fragen Daß ich „kübel von dreck“ (so st. georg) ausgieße, indem ich zwei Fragen stelle, war mir
nicht bewußt. Übrigens steht auf der Netz-Seite des Erzbistums München nicht, daß keine hl. Messe
zelebriert wurde und auch nichts davon, wie die Gläubigen zum Essen nach Hause geschickt wurden. Es ist
dort lediglich davon die Rede, daß der neue Erzbischof zusammen mit zahlreichen Gläubigen am Mittagsgebet
im Kloster teilnahm und dann zu Tisch ging. Bei dieser Gelegenheit hat er die Gläubigen anscheinend nach
Hause gesandt, um dort ebenfalls zu essen. Hinterher müßte der von kreuz.net erwähnte „Kirchbesuch“
der Gläubigen stattgefunden haben. „Im übrigen gilt … das Nüchternheitsgebot von einer Stunde (vor
der Kommunion). D.h. jedoch, daß es im Grunde nicht mehr existiert.“ (Heggi) – Auf letzteres wollte ich
tatsächlich anspielen.
#1 virOblationis 09:15:39 | Donnerstag, 31. Januar 2008
Fragen „Daß ein Bischof die Menschen schon vor dem Kirchbesuch nach Hause schickt, ist eine Seltenheit.
‘Geht nach Hause, eßt was’, ruft Reinhard Marx den Gläubigen im Klosterhof von Scheyern zu …“ Und
die eucharistische Nüchternheit? Oder sollen die Gläubigen gar zu Hause bleiben?
#52 virOblationis 07:35:11 | Donnerstag, 31. Januar 2008
anprangern? Vineta schrieb: „Daher gilt: Mehr Zurückhaltung beim Anprangern des Islam! Sachliche Aufklärung
ja, aber keine Hetze, die nichts bringt und nicht selten kontraproduktiv ist.“ Was für ein Anprangern
denn? Bisher hat man doch kaum jemand öffenltich gesagt, daß der Islam das Problem ist, nicht etwa nur
„fundamentalistischer Islamismus“ o.ä. Auch Roland Koch hat dies in seinem Wahlkampf nicht ausgesprochen,
sondern von der Gewalt jugendlicher Migranten gesprochen, so als wären Koreaner ebenso betroffen wie
Araber. Daß der Islam die Gewaltideologie ist, die die große Menge zu ihren Untaten verleitet, dies
hat Koch gar nicht geäußert. Welches Anprangern sollte also zurückgehalten werden? Wäre es nicht viel
mehr an der Zeit, endlich einmal öffentlich zu bekennen, daß man sich in der Vergangenheit hinsichtlich
der Einschätzung des Islams völlig geirrt hatte?
#59 virOblationis 07:55:14 | Montag, 28. Januar 2008
Mariae Verkündigung clarissa colonia schrieb: „Wann hätte das unfehlbare kirchliche Lehramt bisher in
der Beseelungsfrage abschließend entschieden?“ Ich denke, daß die Feier der Menschwerdung des Heilands
am 25.3. die Beseelung im Moment der Zeugung voraussetzt. Man kann angesichts dieses Festtages kaum behaupten,
der Heiland wäre erst zu einem späteren Zeitpunkt mit einer menschlichen Seele ausgestattet worden,
da sonst die zweite Hypostase der Gottheit mit einer vegetativen oder animalischen Natur vereint gewesen
wäre.
#19 virOblationis 21:39:46 | Mittwoch, 23. Januar 2008
Fabiano So weit ich weiß, hat die Muttergottes den Seherkinden mitgeteilt, der Zusatz solle nach jedem
Gesätz gebetet werden. Übrigens gibt es verschiedene latein. Fassungen: Nostris, o Iesu, debitis indulge,
erue nos ab ignibus inferni, caelique portas universis pande, miseris praesertim. Iesu, iniquorum miserere
nostri, nos et inferni fac ab igne salvos, fer supra cunctorum animas et illuc, praefer egenas. O mi Iesu,
peccata nostra ignosce, et ab igne inferni nos libera. Omnes animas ad caelum perduc, imprimis illas quae
tua maxime indigent misericordia. O mi Iesu, dimitte nobis debita nostra, libera nos ab igne inferni,
conduc in caelum omnes animas, praesertim illas, quae maxime indigent misericordia tua. O (mi) Iesu, peccata
nostra ignosce, et ab igne inferni nos libera. Omnes animas ad caelum perduc, imprimis illas quae maxime
indigent misericordia tua. Domine Iesu, dimitte nobis debita nostra, salva nos ab igne inferiori, perduc
in caelum omnes animas, praesertim eas, quae misericordiae tuae maxime indigent.
#16 virOblationis 21:30:18 | Mittwoch, 23. Januar 2008
pro Fabiano Ave Maria (s. 25.3.) … Iesus, qui adaugeat in nobis fidem. Ave Maria … Iesus, qui corroboret
in nobis spem. Ave Maria … Iesus, qui perficiat in nobis caritatem. Ave Maria … Iesus, quem, Virgo,
de Spiritu Sancto concepisti. Ave Maria … Iesus, quem, Virgo, visitando Elisabeth portasti. Ave Maria …
Iesus, quem, Virgo, genuisti. Ave Maria … Iesus, quem, Virgo, in templo praesentasti. Ave Maria …
Iesus, quem, Virgo, in templo invenisti. Ave Maria …Iesus, qui pro nobis sanguinem sudavit. Ave Maria
…Iesus, qui pro nobis flagellatus est. Ave Maria …Iesus, qui pro nobis spinis coronatus est. Ave Maria
…Iesus, qui pro nobis crucem baiulavit. Ave Maria …Iesus, qui pro nobis crucifixus est. Ave Maria
…Iesus, qui resurrexit a mortuis. Ave Maria …Iesus, qui in caelum ascendit. Ave Maria …Iesus, qui
Spiritum Sanctum misit. Ave Maria …Iesus, qui te, Virgo, in caelum ssumpsit. Ave Maria …Iesus, qui
te, Virgo, in caelis coronavit.
#53 virOblationis 17:25:02 | Dienstag, 22. Januar 2008
Frage Wenn es im Zusammenhang mit der Frage nach dem Stimmrecht darum geht, wer Lasten zu tragen hat,
nun dann könnte man immerhin einmal fragen, ob nicht das Gewicht der Wahlstimmen derjenigen, die lediglich
von der übrigen Gesellschaft leben, gerechter Weise vermindert werden sollte (vgl. Preußisches Dreiklassenwahlrecht).
#201 virOblationis 11:28:12 | Donnerstag, 17. Januar 2008
Korrektur O weh: Es müßte heißen: „…wird er fortbewegen / beabsichtigen / unternehmen (transitiv:)
den Tod vielen preiszugeben durch die Scharfsinnigkeit seines Irrtums.“ Doch es heißt dann immer noch
(statt viel dem Tod preiszugeben) ganz verquer: „den Tod vielen preiszugeben“, da propinare (zutrinken,
preisgeben) mit dem Akkusativ (z.B. Wein) steht und die Person im Dativ (z.B. dem Kaiser).
#199 virOblationis 11:03:51 | Donnerstag, 17. Januar 2008
zu Karl Murx’ lateinischem Zitat (Aliquis non c[a]nonice electus, in articulo tribulationis illius ad
Papatum assumptus,) multis mortem sui erroris sagacitate propinare molietur. Die dazu unter www.kreuz.net/book.3.html
angegebene Übersetzung „At the time of this tribulation a man, not canonically elected, will be raised
to the Pontificate, who, by his cunning, will endeavour to draw many into error and death.“ verstehe ich
nicht. „…wird er fortbewegen / beabsichtigen / unternehmen (transitiv:) den Tod preiszugeben durch die
Scharfsinnigkeit seiner vielen Irrtümer.“ Sehe ich dies verkehrt?
#84 virOblationis 09:27:33 | Sonntag, 6. Januar 2008
Hobby-Historiker Ein junger Historiker muß erst einmal Studien in eng begrenzten Feldern unternehmen,
um mit den Methoden seines Faches ganz vertraut zu werden. Dann schreitet er fort zu erster selbständiger,
wissenschaftlicher Arbeit. Nach vielen Jahren der Beschäftigung mit bestimmten Themen, kommt er vielleicht
als einer der wenigen Historiker zu einer umfassenden These, die sich auf eine größeres Gebiet bezieht.
All diese Jahre der Mühe und Arbeit lassen sich nicht überspringen. Wenn jemand wie Wolfgang Eggert
(geb. 1962) sogleich ein dreibändiges Werk mit einer – vorsichtig ausgedrückt – überaus steilen These –
vorlegt, dann kann es nur ein wissenschaftlicher Rohrkrepierer sein. Wenn ich dann auch noch lese, daß
das Werk in einer „Edition Hermetika“ erschienen ist, dann liefert diese Information noch das i-Tüpfelchen.
Wenn man schließlich erfährt, daß der Autor schon wieder ein ganz anderes Geheimnis aufgedeckt haben
will, nämlich die Entstehung der AIDS-Erkrankung, kann man nur noch rufen: „Genug, genug!“
#79 virOblationis 21:25:42 | Samstag, 5. Januar 2008
Verschwörung? Titel und Umfang des Werkes wecken in mir die Befürchtung, daß das Werk genau das enthält,
was ich verabscheue. S. auch Leblhubers Beitrag dazu.
#77 virOblationis 15:41:25 | Samstag, 5. Januar 2008
Verschwörung? Üblicher Weise führe ich solches nur dann an, wenn ich von der Seriosität der Information
überzeugt bin. Im Falle Runciman habe ich nichts gefunden, was dem Angeführten widerspricht. Ich würde
damit aber nie irgendwelche eingehenderen Vermutungen stützen, weil ich gegen Verschwörungstheorien
allergisch bin. Deshalb beließ ich es beim „Honi soit…“
#75 virOblationis 09:25:05 | Samstag, 5. Januar 2008
Honi soit, qui mal y pense! Der von Ihnen, Abu, als glaubwürdige Autorität angeführte, aus liberalem,
wohlhabenden Elterrnhaus stammende und zum Okkultismus neigende Steven Runciman lehrte, wenn man hier
einmal Wikipedia folgen darf, von 1942 bis 1945 an der Universität Istanbul. „Honi soit, qui mal y pense!“
#10 virOblationis 15:32:17 | Montag, 31. Dezember 2007
Ignoranz „Eineinhalb Millionen und der Papst“ AP hat die Zahl auf „einige Zehntausend“ heruntergerechnet,
und diese werden in den Nachrichten-Sendungen offenbar ignoriert? Oder irre ich mich?
#15 virOblationis 19:30:21 | Sonntag, 30. Dezember 2007
Selbstverständnis Der Protestantismus versteht sich als reine Glaubensgemeinschaft und verwirft darum
die Kirche als Institution. Nicht so die Priesterbruderschaft St. Pius’ X. Sie ist und bleibt gemäß
ihrem Selbstverständnis Teil der Kirche, des mystischen Leibes Christi.
#36 virOblationis 19:24:54 | Sonntag, 30. Dezember 2007
rursum Zahlreicher. Ich konzentriere mich dabei auf die Geschehnisse, die von keiner Seite in Frage gestellt
werden, nicht auf Wertungen wie die von Ihnen angeführte: „S. 11: „Der Fall Jerusalems [614] war ein
fürchterlicher Schlag für die Christenheit gewesen. Die Rolle, welche die Juden hierbei gespielt hatten,
wurde (*) niemals vergessen oder verziehen.“ (*) Gemeint ist offenbar „ihnen (sc. den Juden) von den Christen“ –
denn von wem sollte sonst die Rede sein? Was für eine folgenschwere Aussage! Meiner Meinung nach kaum
zu begründen. Die Auswirkungen der Zerstörungen von 614 sind archäologisch recht gut aufzuweisen (Grabeskirche,
Hagia Maria Nea), literarisch aber – soweit ich sehe – eher spärlich bezeugt. Wie man angesichts dessen
eine solche Aussage, wie die von Ihnen angeführte, treffen kann, ist für mich schwer nachvollziehbar.
#34 virOblationis 21:37:01 | Samstag, 29. Dezember 2007
iterum ad Abum Nachtrag Abu schrieb: „Mitte des 19. Jahrhunderts war die Lage in der Türkei für Christen
u.a. durchaus erträglich. Es gab bis Ende des Jhs zahlreiche Neubauten von Kirchen, und die Lage entwickelte
sich auf die Gewährung der Religionsfreiheit hin.“ Ja, auf den Druck europäischer Großmächte hin.
Abu schrieb: „ad Spanisches Christentum: sie hätten es eliminieren können, aber sie wollten es nicht
eliminieren. Christen und Juden sind ‘Leute des Buches’, sie werden nicht vernichtet, sie werden Schutzbefohlene.“
Wenn ich die Jhh der mohammedanischer Geschichte betrachte, kann ich über solche Aussagen nur den Kopf
schütteln.
#32 virOblationis 20:59:55 | Samstag, 29. Dezember 2007
ad Abum Abu schrieb: „Wesentlich härter als die Muslime waren die Spanier, die die Jahrhunderte herrschenden
Muslime (welche keineswegs das Christentum eliminiert hatten) vollständig vertrieben.“ Die Mohammedaner
kamen als Eroberer und unterjochten ein christliches Volk. Dieses vertrieb die Eroberer schließlich wieder,
denen es – gewiß zu ihrem Leidwesen – nicht gelungen war „das Christentum zu eliminieren“. Abu schrieb:
„Mitte des 19. Jahrhunderts war die Lage in der Türkei für Christen u.a. durchaus erträglich. Es gab
bis Ende des Jhs zahlreiche Neubauten von Kirchen, und die Lage entwickelte sich auf die Gewährung der
Religionsfreiheit hin.“ Die Geschichte des Osmanischen Reiches ist eine äußerst blutige. Insbesondere
die Christen wurden durch „Knabenlese“ gequält, und ihre Kinder zu fanatischen Janitscharen herangezogen.
Abu schrieb: „Wer vertrieb und massakrierte in übelster Weise die Christen…? Die Jungtürken, die Nationalisten,
die Kemalisten – der Freimaurer und mögliche Jude … Atatürk …“ Die Jungtürken sind aus dem Islam
hervorgegangen, wenn sie ihn auch hinter sich lassen wollen. Ihr kultureller Hintergrund wird sie weiter
prägen, auch in ihrem Christenhaß. – Im übrigen bewunderte Atatürk auch gerade Mussolinis Italien,
und die Nazis paktierten gern mit Mohammedanern. Teufel wie Beelzebub, ich verabscheue sie beide. Abu
schrieb: „…Moslems, 1. weil das eine vitale Religion ist …“ Die Vitalität ist für mich kein Kriterium,
sondern allein die Wahrheit.
#28 virOblationis 18:25:35 | Samstag, 29. Dezember 2007
Islam als Verbündeter Wenn Leute „Im Islam einen Verbündeten im Kampf gegen die Moderne sehen“ (vgl.
Joh. Paul II.), dann verfallen sie in eine Haltung, wie sie bereits den Byzantinern zum Verhängnis wurde:
Diese meinten in ihrer verblendeten Ablehnung alles Römischen, den Halbmond der Mitra vorziehen zu müssen.
Das Ergebnis ist an Deutlichkeit nicht zu überbieten: Die Griechen mit ihrer „Orthodoxie“ sind inzwischen
aus Kleinasien gänzlich vertrieben worden, das sie seit über dreitausend Jahren besiedelt hatten, und
ihrem noch in Konstantinopel verbliebenen „ökumenischen Patriarchen“ wird wohl von den mohammedanischen
Türken bald noch mehr abgesprochen werden als der Titel, den er sich vor etwa 1400 Jahren (mit anitri-römischer
Spitze) zugelegt hat.
#13 virOblationis 18:09:14 | Samstag, 29. Dezember 2007
religio falsa Das können die Mohammedaner immer am besten: Über Wehrlose herfallen, aus dem Hinterhalt
heraus angreifen, Terrortaten verüben, Bomben auf Zivilisten werfen etc. Kein Anstand, keine Fairness,
geschweige denn Ritterlichkeit (bitte nicht wieder die Geschichte vom guten Saladin!). Aber natürlich
liegt der Grund dafür nicht in einer natürlichen Schlechtigkeit oder Minderwertigkeit dieser Menschen,
sondern in ihren falschen Religion.
#7 virOblationis 17:54:26 | Samstag, 29. Dezember 2007
Jeder sein eigener Papst „Damit löst sich die Evangelische Kirche in Deutschland in eine unnötige Dachorganisation
beliebiger Individualisten auf.“ Der Protestantismus ist stets nur eine Ansammlung von „Individualisten“
gewesen, die sich dem entsprechend in immer weitere Denominationen aufspalten, weil es keine echte kirchliche
Autorität über ihnen gibt. So ist schließlich jeder sein eigener Papst und tut, was ihn gut dünkt.
#23 virOblationis 19:50:44 | Freitag, 28. Dezember 2007
an Abu Pünktchen des „Chauvinismus, Faschismus, Rassismus“ zu zeihen, finde ich unverschämt. Wenn ich
dies so schreibe, zähle ich dann auch zu denjenigen, die Sie „übles Gesocks“ nennen?
#4 virOblationis 17:48:28 | Mittwoch, 26. Dezember 2007
starke Verben „Der … Bischof … beschwörte…“ Ich hätte dies nicht angemerkt, wenn ich es nicht
in letzter Zeit mehrmals gelesen hätte: „schwörte(n)“. Es jagt mir aber stets einen Schauer über den
Rücken, wenn „schwören“ wie ein schwaches Verb konjugiert wird. Im Neuen Jahr gibt es hoffentlich lauter
„schwor(en)“ zu lesen.
#60 virOblationis 07:18:06 | Freitag, 21. Dezember 2007
zum Schlußsatz Vineta schrieb: „Nur Korananhänger, die viele Seiten aus Koran u. Scharia rausreißen,
sind integrierbar“ Das wiederum wären keine echten Mohammedaner mehr, wenn sie auch sicherlich mental
noch durch ihre Herkunft geprägt wären (z.B. hinsichtlich der Anfälligkeit für Gewalttätigkeit).
#54 virOblationis 09:24:49 | Donnerstag, 20. Dezember 2007
Von der FSSPX-Seite Hw. H. Pater Stefan Frey, Regens des Priesterseminars Herz Jesu in Zaitzkofen, dankt
allen Gläubigen, die in großherziger Weise die notleidenden Gläubigen unseres Priorates in Zimbabwe
unterstützt haben. Die große Zahl von verschickten Nahrungsmittel-Paketen – und zusätzlich Spenden
in Höhe von 20.000 Euro – helfen dort konkret die bedrückende Situation zu lindern. Vergelt’s Gott.
Beten Sie weiter für unsere Brüder und Schwestern im südlichen Afrika.
#25 virOblationis 16:22:40 | Sonntag, 16. Dezember 2007
Gutes und gut Gemeintes Wir haben schon vor etwa zwei Wochen ein Paket Richtung Harare abgesandt; ob es
ankommt? Wir hoffen es. Es ist ja sehr erbaulich, wenn so viel bessere Vorschläge gemacht werden, als
ein Paket zu senden. Ich hoffen nur, daß man diesen Vorschlägen auch irgendwelche Taten folgen läßt.
#77 virOblationis 09:33:47 | Mittwoch, 12. Dezember 2007
Verfolgung von Abtrünnigen Die Bestrafung des Abfalls durch weltliche Gerichte gab es zwar auch im Christentum,
doch gehört es nicht konstitutiv dazu. Erst im 13. Jh wurde es wieder eingeführt. Das gesamte frühe
Mittelalter und die erste Hälfte des hohen Mittelalters praktizierten dies nicht. – Wäre dies konstitutiv
für katholische Staaten, wie konnten sie dann 700 Jahre lang darauf verzichten? Man konnte im 13. Jh
auf den Fall des Häretikers Priscillian verweisen, der von einem römischen Gericht 386 (z.Z. – und auf
Betreiben? – des Usurpators Maximus (383 – 388)) zum Tode verurteilt worden war (wegen angeblicher Magie),
nachdem Prsicillian sich dem Spruch der Bischöfe nicht hatte fügen wollen und an eine weltliches Gericht
appeliert hatte. Doch bereits der hl. Martin von Tours verurteilte dieses Urteil (und das Verhalten seiner
Amtsbrüder). Byzanz nahm die Todesstrafe für Häretiker im 12. Jh auf (Bogomilen-Oberhaupt um 1110 verbrannt).
Dies wird dem Abendland zum Vorbild geworden sein. Ich frage mich aber, ob man in Byzanz vielleicht dem
Vorbild des benachbarten Islam folgte, bei dem die Verfolgung der Abtrünnigen von Anfang an (7. Jh) und
damit anscheinend konstitutiv zur Religion gehört. – So wäre indirekt der Islam zum Vorbild der Verfolgung
von Abtrünnigen durch weltliche Gerichte im Abendland geworden.
#73 virOblationis 08:33:57 | Mittwoch, 12. Dezember 2007
zu Pünktchens Beitrga In Afghanistan hat es ja unlängst einen solchen Fall gegeben: Es sollte ein Konvertit
mit dem Tode bestraft werden. Gnädiger Weise ließ man ihn ausreisen. – Und nebenbei: Für ein Land mit
einer solchen Verfassung sollen deutsche Soldaten ihren „Kopf hinhalten“! Auch in Ländern ohne offizielle
Todesandrohung für „Abtrünnige“ kommen diese oft genug um’s Leben oder fliehen unter Lebensgefahr (Ägypten).
#32 virOblationis 15:31:06 | Freitag, 7. Dezember 2007
Bestrafung II St. Thomas schreibt (in seiner S. Th. III, 48): Die Schuld zieht die Strafe nach sich wie
das Verdienst den Lohn. Dabei ist das Übel der Strafe geringer als das der Schuld. Ich sage: Wenn man
den einzelnen Menschen nicht absolut setzt, sondern das Wohl des Gemeinwesens im Auge hat, wird man jemanden,
der schwerste Schuld auf sich geladen hat, entsprechend schwer bestrafen müssen. Da aber die Strafe von
geringerem Übel ist als die Schuld (s.o.), wird man den Tod eines Missetäters eher hinnehmen können,
als daß dessen Schuld ungesühnt bleibt; das wäre nämlich ein noch größeres Übel. – Dadurch wird
das 5. Gebot nicht relativiert, da man durch genötigt ist, die verschiedenen Übel abzuwägen. Thomas
schreibt (wiederum III, 48): Auch der Arzt schneidet ein Glied ab, um das Ganze (sc. den menschlichen
Leib) zu erhalten. Ich sage: So ist die Bestrafung der Übeltäter neben dem oben Genannten auch noch
der Erhaltung des Gemeinwesens dienlich.
#30 virOblationis 15:10:47 | Freitag, 7. Dezember 2007
Bestrafung Die Problematik beschränkt sich nicht auf die Todesstrafe, sondern betrifft jede Art der Bestrafung.
Ich darf doch einen anderen Menschen auch nicht einfach seiner Freiheit berauben – die Strafgerichtsbarkeit
des Staates darf dies. Warum sollte es ihr dann grundsätzlich verwehrt sein, mit dem Tode zu strafen?
#23 virOblationis 13:28:50 | Freitag, 7. Dezember 2007
Sittlichkeit Danke, Pünktchen. Jede Relativierung des 5. Gebotes muß eine verheerende Auswirkung auf
die moralische Verfassung eines Volkes nach sich ziehen: man denke z.B. an die Heloten Spartas, die Behinderten
im Dritten Reich und an die Abtreibungen heutzutage.
#13 virOblationis 10:24:18 | Freitag, 7. Dezember 2007
nicht kalkulierbar „Nach einer fünffachen Kindstötung im schleswig-holsteinischen Dorf Darry …“ Noch
mehr Morde an Kindern und dann wieder neue… Erkennt niemand den Zusammenhang mit den Abtreibungen? Wenn
man damit beginnt, straffrei Ungeborene zu töten, warum dann nicht auch Geborene, die im Wege sind?
#3 virOblationis 17:11:05 | Donnerstag, 6. Dezember 2007
islam. Sturm und Erdbeben? „Auf einer weiten, unbewohnten Steppe stehen viele majestätische Kirchen im
alten armenisch-georgischen Stil. Diese Ruinen ragen unentwegt zum Himmel auf – nur wenige Dutzend Kilometer
vom heutigen Armenien entfernt. Hier lebt kein Christ mehr. Das Christentum verschwand. Es wurde zuerst
durch den islamischen Sturm fortgefegt, dann durch Erdbeben ganz zerstört.“ Man hat auch von einem Genozid
an den Armeniern gehört, nicht wahr?
#21 virOblationis 09:22:30 | Mittwoch, 5. Dezember 2007
nach oben „Die Gemeinden wollen nach vorn blicken – so die Webseite.“ Besser wäre es, die Gemeinden –
und vor allem deren Pfarrsowjets – würden nach „oben“ blicken.
#25 virOblationis 17:04:19 | Samstag, 24. November 2007
Folgen des Hasses Kurt K. schrieb: „Ja, das hat sich Byzanz wahrscheinlich nach seiner Plünderung im
Zuge des gescheiterten vierten Kreuzzuges durch die ‘christlichen’ Kreuzfahrer auch gedacht .“ Die Errichtung
des Lateinischen Kaiserreiches (1204 – 1261) ist keine Folge der Kreuzzüge, sd. Folge des griechischen
Hasses auf den Westen: Lateinermassaker und Verfolgung aller Venetianer waren seine Folgen. – Daß Venedig
dies nicht hinnehmen konnte, sd. die Möglichkeit zur Ausschaltung des byzant. Kaisertums suchte, ist
mehr als verständlich. Ohne die Kreuzzüge wäre Byzanz schon sehr viel eher gefallen. So dauerte es
noch mehr als drei Jhh, die vom Osten aber nicht zur Besinnung genutzt wurden. Verblendet vom Haß auf
den Westen zog er die türkische Knechtschaft der Anerkennung des päpstlichen Primates vor. Die Folgen
werden gerade heute sichtbar, wo der Papst sich demütigt, nur um einen Rest von griech.-orthodoxer Präsenz
in Istanbul zu erhalten. Doch werden die Türken sich kaum davon abbringen lassen, auch noch den allerletzten
Rest zu vertilgen.
#14 virOblationis 13:06:04 | Samstag, 24. November 2007
mehr Verständnis füreinander bitte „Dabei [steht der Islam vor der Tür und klopft an Genau diese Einstellung
war es doch die damals zu den Kreuzzügen führte oder etwa nicht?“ Ja, die Kreuzfahrer wären Byzanz
besser nicht zu Hilfe gekommen. Auch bei Tours und Poitiers 732 hätten die Franken sich lieber friedlich
unterwerfen sollen. Dann gäb’s hier so viel Christen wie heutzutage in Nordafrika. Ebenso als die Mohammedaner
gegen Konstantinopel Ende des 7. und Anfang des 8. Jh’s anstürmten, hätte man das friedliche Miteinander
suchen sollen. Und wo blieb der Dialog, als Wien 1529 und 1683 belagert wurde? Der Papst hätte doch die
Gelegenheit zur Begegnung mit dem Islam nutzen sollen, als die Sarazenen den jenseits des Tibers gelegenen
Teil Roms im 9. Jh verwüsteten, nachdem ein christliches Land nach dem anderen von ihnen erobert worden
war. „Die Feindschaft zischen den Religionen kommt für mich den 6 Apokalyp. reitern gleich. Es ist ein
Friedfoller und verständnissvoller umgang uns vor der selbstzerstörung bewahrt“ Bisher kannte ich nur
vier apokalyptische Reiter. Aber vielleicht gehören die beiden letzteren ja zu den Grauen Wölfen, die
in Malatya drei Protestanten gefoltert haben, bevor sie ihnen die Kehlen durchschnitten; nun stehen sie
vor einem – sicherlich recht gnädigen, türkischen Richter: Schließlich hatten die Protestanten ja auch
missioniert. Pfui! „Islam, Juden und Christen … [glauben] an den gleichen Gott.“ Allerdings fordert
er die einen zum Martyrium auf und die andern zum Mord. – Seltsam.
#6 virOblationis 08:39:26 | Donnerstag, 22. November 2007
die zwei Zeugen und der Ruhm des Ölbaums egk_314 schrieb: „Ich persönlich halte das Auftreten/Erscheinen
der beiden Zeugen unter Papst Benedikt XVI für sehr wahrscheinlich…“ – oder ihr Wiederaufleben (Offfb.
11, 11). Dies würde den „Ruhm“ besser erklären, als das vorheriges Auftreten, das sie zum Tode führt
(11, 7 – 10). Übrigens setzt der hl. Johannes selbst die beiden Zeugen mit den Ölbäumen gleich (11,
4).
#2 virOblationis 14:33:18 | Dienstag, 13. November 2007
Vergleich Man vergleiche dazu die Meldung von 8:19 Sie kamen in Zivilkleidung „Der Besuch der Moscheen
auf dem Tempelberg am frühen Vormittag war ein rein touristischer Programmpunkt gewesen. Nur sieben der
15 Mitglieder der Bischofskonferenz nahmen daran teil. Sie kamen in Zivilkleidung – ohne Bischofstalar
und Kreuz auf der Brust.“
#255 virOblationis 16:20:54 | Montag, 12. November 2007
noch einmal zur kanaanäischen Frau Matth. 15, 25 – 28 „Doch die Frau (kanaanäische Frau) kam, fiel vor
ihm nieder und sagte: Herr, hilf mir! Er erwiderte: Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen
und den Hunden vorzuwerfen. Da entgegnete sie: Ja, du hast recht, Herr! Aber selbst die Hunde bekommen
von den Brotresten, die vom Tisch ihrer Herren fallen. Darauf antwortete ihr Jesus: Frau, dein Glaube
ist groß. Was du willst, soll geschehen. Und von dieser Stunde an war ihre Tochter geheilt.“ In bezug
auf Mathh. 15,25 – 28 hatte ich die Ansicht vertreten, daß der Unterschied zwischen „Hunden“ und „Menschenkindern“
durch den Glauben hergestellt wird. Der vorangehende Vers 15,24 bestätigt dies: Der Heiland sagte: „Ich
bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt.“ Mit diesen Worten gibt der Heiland der kanaanäischen
bzw. syrophönizischen Frau zu verstehen, warum Er auf ihre Bitte (15,22) nicht eingeht (15,23). Er sieht
es als Seine Aufgabe an, die Israeliten – auch mit Hilfe von Wundern – zum Glauben zu führen. Die außerhalb
Palaestinas lebenden Heidenvölker zu missionieren wird erst Aufgabe der Apostel sein (Matth. 28, 16 –
20).
#243 virOblationis 08:15:58 | Montag, 12. November 2007
Vergleich mit Hunden „Doch die Frau (kanaanäische Frau) kam, fiel vor ihm nieder und sagte: Herr, hilf
mir! Er erwiderte: Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden vorzuwerfen. Da
entgegnete sie: Ja, du hast recht, Herr! Aber selbst die Hunde bekommen von den Brotresten, die vom Tisch
ihrer Herren fallen. Darauf antwortete ihr Jesus: Frau, dein Glaube ist groß. Was du willst, soll geschehen.
Und von dieser Stunde an war ihre Tochter geheilt.“ Israel mit Menschenkindern, die übrigen Völker mit
Hunden zu vergleichen! Wirklich ein hartes Wort des Heilandes. Doch läßt sich die angesprochene Frau
dadurch nicht entmutigen. Sie wagt es dennoch nicht, dem Heiland zu widersprechen. Vielmehr nimmt sie
Sein hartes Wort an, und zugleich überwindet sie es durch ihren Glauben. Der Glaube der Frau führt zur
Aufhebung des Vergleiches mit einem Hund. – Ebenso sprach ja schon einer der Vorredner davon, daß das
Petrus-Zitat sich auf einen Vergleich mit dem Unglauben bezieht. Man sieht also: Es geht bei den ntl.
Vergleichen von Menschen mit Tieren um den (fehlenden) Glauben. Der Glaube ist es, der wahrhaft zum Menschen
macht. Eigene Gedanken dazu: Gewiß besitzt auch der ungläubige Mensch jene ratio, die ihn vom Tier unterscheidet,
doch erst die gläubige Annahme der offenbarten Wahrheit verleiht der ratio die Vollkommenheit, so daß
sie – von daher betrachtet – zuvor eigentlich noch nicht den Namen der menschlichen Vernunft im Vollsinne
verdient hatte.
#224 virOblationis 20:29:02 | Sonntag, 11. November 2007
Versuch einer Textdeutung „Es wird gelehrt: R. Schimon b. Johaj sagte: Die Gräber der Nichtjuden sind
nicht (levitisch) verunreinigend, denn es heißt (Ezech. 34,31.): Ihr aber seid meine Schafe, die Schafe
meiner Weide, Menschen seid ihr; ihr heißt Menschen, nicht aber heißen die weltlichen Völker Menschen,
(sondern Vieh) 444.“ [Anm.?] 444. Ob der Gelehrte nun verfolgt wurde oder nicht: Dies sind nur Begleitumstände.
Sie erhellen mögl. die Umstände der Textsentstehung, aber können diesen nicht relativieren; der Text
bleibt, wie er ist. Textstruktur (soweit aus Übersetzung erkennbar) und Aussage „Die Gräber der Nichtjuden
sind nicht verunreinigend, denn es heißt:“ Eine Lehraussage wird mit einem AT-Zitat (Ez. 34,31) begründet.
Dann folgt in poetischer Sprache (parallelismus membrorum) die Auslegung „Ihr aber seid meine Schafe,
die Schafe meiner Weide,“ Ez. 34,31 fährt fort mit einer Bundeszusage an die „Schafe“: „Ich bin euer
Gott etc.“ Es geht hier also um Israel als Bundesvolk. „Menschen seid ihr; ihr heißt Menschen,“ Die Angehörigen
des Bundesvolkes werden zwar als Tiere bezeichnet, doch in Wirklichkeit sind sie Menschen. „nicht aber
heißen die weltlichen Völker Menschen,“ Hier fehlt die zweite Zeile (das Gegenstück der parallelen
Glieder). Es muß sinngemäß ergänzt werden. Dies kann nach dem Zusammenhang nur der folgende Gedanke
sein: Die Nicht-Juden heißen nicht Menschen. Tatsächlich sind sie in Wahrheit Tiere, sie werden nicht
nur bildhaft so bezeichnet. Daher die Ergänzung „(sondern Vieh)“.
#77 virOblationis 08:35:57 | Freitag, 9. November 2007
Rom und Byzanz Rudolfus schrieb: „…so ist das abgefallene Ostkirchentum nicht nur schismatisch, sondern
auch häretisch. Jeder, der ein Dogma der una sancta ecclesia leugnet, ist ein Häretiker.“ Heinrich von
Ofterdingen fragte: „Welche Dogmen leugnet die Orthodoxie?“ Rudolfus schrieb: „…[dort] werden … mindestens
sämtliche katholische Dogmen geleugnet, die nach 1054 … verkündet wurden…“ Darüber hinaus ein weiteres
Beispiel: Die Lehre vom Fegfeuer. Dies wurde auf den Unionskonzilien zu Lyon (1274) und Florenz (1438 –
1439) von den Orthodoxen korrigiert. – Leider blieben sie nicht dabei. Statt einer Abspaltung will Heinrich
von Ofterdingen von einem „Bruch“ reden. Doch wird damit die Tatsache verdeckt, daß sich die Wahrheit
ebensowenig in zwei teilen läßt wie die Kirche. Es gibt nur Abspaltung und Rückkehr. Heinrich von Ofterdingen
zieht wikipedia heran: „Entscheidend für die Trennung waren nicht theologische Differenzen, sondern kirchenpolitische
Faktoren.“ Rudolfus führt dazu folgendes an: „… Hochmut Konstantinopels gegenüber dem … Papst, dem
Nachfolger Petri …“ Dies ist nur die eine Seite des Problems. Denn der Osten vertritt auch eine andere
Konzeption der Theologie (keine eigenständige Rolle der ratio), die ihn im 14. Jh zur ausdrücklichen
Verwerfung von Augustinus und Thomas geführt hat.
#20 virOblationis 17:51:40 | Montag, 5. November 2007
zu Beobachterins Fragen Beobachterin schrieb: „Was hebt sie aus der Schar aller Toten heraus, damit das
gerechtfertigt ist?“ Sie sollen als solche geehrt werden, die an den Folgen ihres verkehrten Verhalten
gestorben sind.“ Beobachterin schrieb weiter: „Ich kann nicht einmal eine politische Botschaft darin sehen.“
Das verkehrte Verhalten der Verstorbenen soll weiter propagiert werden. Die Verstorbenen sind sozusagen
die gefallenen Vorkämpfer jener Bewegung. – Das ist schon eine politische Botschaft.
#7 virOblationis 13:48:50 | Montag, 5. November 2007
…et fissam sanctam … Ecclesiam? Wenn Sie die Kirche als gespalten ansehen, in welchem Sinne sprechen
Sie dann die Worte des Credos: „…et unam sanctam catholicam et apostolicam Ecclesiam“? Zu den vier Kennzeichen
der Kirche gehört ja eben auch, daß sie eine bzw. einig ist.
#5 virOblationis 10:46:04 | Montag, 5. November 2007
una sancta ecclesia Bischof Reinelt dürfte sich eher auf das berühmt-berüchtigte „subsistit“ beziehen.
Schon die Rede von „Spaltung“ führt in die Irre: Die Kirche ist nicht gespalten, sd. „una“. Es haben
sich Irrgläubige von ihr getrennt, sie haben sich abgespalten.
#1 virOblationis 08:48:46 | Montag, 5. November 2007
hochwürdigste Deutung „Bischof Reinelt erinnert an das Zweite Vatikanum, das ‘von bindender und bleibender
Bedeutung’ sei.“ Offenbar ist es nötig, dies immer wieder zu behaupten. „Darin sei die Kirche angeblich
von ihrem Anspruch zurückgetreten, daß s[ie] allein Kirche Christi ‘ist’ – behauptete der Bischof.“
Ein solcher Satz sollte eigentlich ausreichen, jemanden als Irrlehrer zu entlarven.
#12 virOblationis 13:01:08 | Donnerstag, 1. November 2007
Wahrheit im Plural? – Eher Leimrute als Leimgruber. „Die Theologie … [darf] sich … nicht mehr als
Allwissende präsentieren …“ Ist denn die Wahrheit eine andere geworden? Hat sie sich geändert? Vermag
sie das denn? Wie ist sie dann Wahrheit? „ … der eigenen Botschaft in zu pluralen Lebensräumen.“ Ist
das „zu“ ein Versehen oder sozusagen ein überschießender Plural? „Die vorvatikanisch-neuscholastische
Sprache für die gleichbleibenden, übergeschichtlichen Wesensgehalte war schlichtweg untauglich für
die ständige Veränderung und Pluralisierung der Lebensverhältnisse.“ Gemeint ist wohl nicht nur die
Sprache, sd. die Sache an sich(*): die Wahrheit. Sie soll nicht mehr die eine verbindliche sein, sd. sich
in lauter Wahrheiten auflösen, von denen jeder seine eigene hat, entsprechend seinen Lebensverhältnissen.“
(*) Dauernd wird über die Sprache gesprochen, nicht über die Sache an sich, vgl. „Die Rede vom Teufel“. –
Gibt es nach Ansicht der Autorin überhaupt Wahrheit außerhalb des Redens? „Es gibt nicht mehr einfach
zu definierende Wesensgehalte menschlichen Daseins.“ So! – Das Gegenteil zeigt Pünktchens Beitrag. „Auf
der Suche nach der Sprache, die die Menschen und ihre pluralen Lebenswelten umgreift, geht es um ein Moment,
das mit der Beschreibung eindeutiger anthropologischer Grundlagen nicht in den Blick gerät: ‘die humane
Situation, die sich fortlaufend verändert und beständig mit neuen Problemlagen verbunden ist.’“ Was
bleibt: Jeder macht irgendwie irgendwas.
#29 virOblationis 12:51:08 | Dienstag, 30. Oktober 2007
Demokratie Lorenz schrieb: „Demokratie … ist dann bedenklich, wenn die Demokratie als Heilsweg begriffen
wird“ Dem stimme ich nachdrücklich zu. Bedenklich ist es, wenn eine einzelne Großmacht alle übrigen
Staaten, wenn sich weigern, liberal-demokratische Verhältnisse einzurichten, mit Krieg zu überziehen
droht – vor allem dann, wenn sie so reich an Bodenschätzen sind wie der Iraq.
#7 virOblationis 12:31:32 | Dienstag, 30. Oktober 2007
„Sünde gegen die Einheit“ Die „Einheit“ ist kein Wert an sich, denn es kann auch eine „Einheit im Irrtum“
geben. Benötigt wird ein absoluter Maßstab, kein relativer.
#6 virOblationis 10:08:27 | Dienstag, 30. Oktober 2007
Morde „Ein Baby paßte jetzt einfach nicht in ihren Lebensplan.“ Es kann auch sein, daß andere Menschen
einfach nicht in den Lebensplan passen, z.B. die altgewordenen Eltern. Dann aber können auch noch andere
Personen einem unliebsam in die Quere kommen… Wenn man mit dem Morden erst einmal beginnt, gibt es keinen
Grund mehr, damit an irgendeiner Grenze haltzumachen. Jegliche Begrenzung erscheint nur willkürlich gezogen.
#55 virOblationis 08:53:21 | Montag, 29. Oktober 2007
differenzierte Betrachtung erforderlich K.TO schrieb: „wieviel Juden haben IHRE Grosseltern zw 1939-1945
persönlich gerettet ? Eins, Zwei, mehr ? Mehr als 50 000 ?“ Wessen Großeltern hatten schon die Möglichkeit,
spanische Pässe ausstellen zu lassen! – Keine Anlastung von Kollektivschuld, auch nicht durch die Hintertür
angeblicher Unterlassung von Hilfeleistung.
#39 virOblationis 20:04:19 | Sonntag, 28. Oktober 2007
Fehlanzeige K.TO schrieb: „Franco hat 50000 Juden gerettet zw 1939 und 1945, als die Deutschen, also IHRE
GROSSELTERN sie töteten…“ Meine Großeltern haben 1939 bis 1945, also während des 2. Weltkriegs, keine
Juden getötet. Von Zuweisungen kollektiver Schuld halte ich nichts.
#36 virOblationis 19:38:28 | Sonntag, 28. Oktober 2007
Größte Seligsprechung der Kirchengeschichte „Insgesamt sind es 498 Märtyrer, die der Präfekt der Heiligsprechungskongregation,
José Kardinal Saraiva Martin, zur Ehre der Altäre erhebt. Es handelt sich dabei um die größte Seligsprechung
der Kirchengeschichte.“ Eine solche Seligsprechung der (rund) Fünfhundert setzt eine furchtbare, geradezu
apokalyptische Welle der Verfolgung und Vernichtung voraus. Der hat Franco sich entgegengeworfen. Diese
von keiner Seite in Frage gestellten Tatsachen sprechen für sich. Franco stellte sich an die Seite der
Kirche und half der Bedrängten. Gerade der heutige Christkönigsonntag ist ein geeigneter Termin, seiner
dankbar zu gedenken, ist doch der Christkönigsonntag (nach vor-konziliarem Verständnis) ein Fest des
Herrschers Christus hier und jetzt. Alle staatliche Obrigkeit soll sich Ihm beugen, nicht allein die spanische.
#21 virOblationis 15:15:05 | Samstag, 27. Oktober 2007
Vergessen? Jemand schrieb: „…sollte aber auch die Tatsache vergessen machen, daß er (sc. der Heiland)
beschnitten und somit als Jude erkennbar war.“ Das während des gesamten Mittelalters begangene Fest der
Beschneidung des Herrn wurde erst 1961 abgeschafft.
#30 virOblationis 14:30:51 | Freitag, 26. Oktober 2007
Wortsinn Es heißt: „Was sollen wir tun? Der Kirche wieder beitreten und dann von all diesen Leuten angegriffen
werden?“ Mit Bezug darauf kann man den Vorwurf des Schismas nur dann erheben, wenn man voraussetzt, daß
der Begriff „Kirche“ hier in dogmatischem Sinne verwendet wird. – Das dürfte aber kaum der Fall sein,
da dies anderen Aussagen direkt widersprechen würde.
#1 virOblationis 08:47:16 | Freitag, 26. Oktober 2007
Merkwürdigkeit „Im Bistum Brügge gibt es als einziges belgisches Bistum bislang keine regelmäßigen
Gottesdienste im Alten Ritus – weder von einer Ecclesia-Dei Gemeinschaft noch von der Priesterbruderschaft
St. Pius X.“ Schwer vorstellbar angesichts des FSSPX-Priorates Christ-Roi in Brüssel.
#90 virOblationis 08:04:44 | Montag, 22. Oktober 2007
Frage zu K.TO / Florian Geyer: „Als Ausländer bemerke ich, dass die Deutschen immer Mitläufer waren
und Mitläufer sind… Egal wleches System kommt, sie kämpfen immer bis zum Tod um den Staat zu verteidigen.
Gestern Sozialismus oder NS, vorgestern Kaiserreich, heute BRD… pathetisch, lächerlich. Jedes Mal finden
sie, dass sie das allerbeste System haben, das man sich vorstellen kann. Widerständler gibt’s heute wie
früher kaum…“ Welches Volk wäre auch durch Krieg und Kriegsgreuel durch die Jhh so gebrochen worden
wie das deutsche 1618 – 1945? (Vom Judentum einmal abgesehen.) Ist es ein Wunder, wenn es sich danach
sehnt, endlich das richtige System zu haben, um endlich in Frieden gelassen zu werden?
#59 virOblationis 21:51:33 | Sonntag, 21. Oktober 2007
„enge Bindung“ Student schrieb: „Nur weil die meisten Männer (Frauen gibts ja hier eh keine) es nicht
geschafft haben, eine enge Bindung zu ihren Kindern aufzubauen, heißt [dies] nicht, dass es andere Väter
in heutigen Familien nicht schaffen!“ Natürlich kann ein Mann eine enge Bindung zu den eigenen Kindern
haben, und dies sollte auch so sein. Dennoch wird sie nicht der mütterlichen vergleichbar sein. „Kann
ich das als Mann nicht ebenso gut??“ Nein. – Sollten Sie das Glück haben, später Famlilienvater zu werden,
dann können Sie dies auch „vor Ort“ beobachten.
#56 virOblationis 08:05:42 | Samstag, 20. Oktober 2007
Entgegnungen Stimme a. d. T. schrieb: „- Polen ziemlich genau die Grenzen zur Zeit Otto des Großen zurückerhalten
hat;“ Nicht weil Polen damals weiter nach Westen reichte, sd. weil es zeitweilig Pommern und Schlesien
angeschlossen hatte. Pippifax schrieb: „Es gab durchaus auch Stimmen, die Polen bis in die Lausitz ausdehnen
wollten, um die Sorben ebenfalls zu inkorporieren.“ Da liegt m.E. der tiefere Grund der Ausdehnung Polens
nach Westen (zur Ostgrenze s. Pippifax, 19.10. 15:30 Uhr). Polen versteht sich offenbar als eine Art nordwest-slawische
Schutzmacht, die alle anderen Slawen, die (ab dem 6. Jh) bis zur Elbe-Saale-Linie siedelten, unter seine
Fittiche nhmen will. Doch handelt es sich bei Pommern, Schlesiern und Wenden (Sorben)* eben nicht um Polen,
und diese Stämme haben sich – mehr oder weniger freiwillig (s. Wenden) – lieber der deutschen Kultur
angeschlossen (vgl. deutsche Siedler z.Z. der hl. Hedwig!), wenn sie die Wahl hatten. * hinzu kommen noch
kleinere Gruppen wie die Kaschuben Artois „Das von ihnen verlinkte Video ist eindeutig nationalsozialistisch
inspiriert und soll in rassistischer Manier den Polen grundsätzlich einen (angeborenen?) Hang zu antideutscher
Grausamkeit andichten. Deshalb am Anfang dieser dämliche Bericht aus dem 17. Jh.“ Dadurch, daß der gesamte
Bericht zahlreiche Zeugnisse aus dem 20. Jh sozusagen dichtgedrängt vorbringt und nur zwei frühere (vgl.
dgg 12.9.1683!), zeigt sich schon, daß die anti-deutsche Einstellung doch wohl moderenen Ursprungs ist.
#55 virOblationis 21:03:56 | Samstag, 6. Oktober 2007
Zustimmung und Frage Mir sagt der Text auch zu. Ich verstehe nur nicht, wie sich der Autor – wenn ich
das so sagen darf – als Luftsack bezeichnet. Dies erweckt in mir ganz andere Assoziationen.
#54 virOblationis 14:50:29 | Freitag, 5. Oktober 2007
Glaube und öffentlicher Kultus Benedikt schrieb: „Das Konzil vertritt eine Religionsfreiheit, die auch
schon von Tertullian vertreten hat.“ Das denke ich nicht. So weit ich sehe, fordert Tertullian die Glaubensfreiheit,
also auch für Christen, Apologeticum 24 und Ad scapulam 1 – 5. Anders verhält es sich mit der pauschalen
Freiheit für alle Kulte, d.h. die Religionsfreiheit im Sinne des Vat. II. Natürlich fordert Tertullian
diese für die Kirche, die ihr – zu seiner Zeit – nicht zugestanden wurde. Ihrer erfreuten sich vielmehr
die heidnischen Kulte, deren Götter aber, wie Tertullian sagt, gar keine solchen sind, sondern Daemonen. –
Insofern gebührt ihnen eigentlich keine kultische Verehrung: Diesen Satz spricht Tertullian nicht aus.
Es bleibt dem Leser überlassen, diese Schlußfolgerung zu ziehen. Konsequenter Weie müssen die heidnischen
Kulte verboten werden, was dann ja auch unter Theodosius (379 – 395) geschah.
#1 virOblationis 08:29:08 | Donnerstag, 27. September 2007
Dies scheint für sich zu sprechen Pater Benedikt Ulitzka [hatte sich im Februar 2007 einem der deutschen
Bischöfe unterstellt und] wurde [bereits] am 20. August 2007 von seinem Amt entpflichtet.
#82 virOblationis 14:21:10 | Mittwoch, 26. September 2007
extra ecclesiam St. Cyprian lehrt: Salus extra ecclesiam non est. Da schrieb jemand: „… ich fragte nicht
nach diesem Bibelvers, sondern nach dem Satz, dass es außerhalb der Kirche kein Heil gäbe…“ Die Belege
sind zahlreich. Ein Beispiel: 4. Laterankonzil (1215) Una vero est fidelium universalis Ecclesia, extra
quam nullus omnino salvatur. (DH 802) Und diese Kirche ist nicht irgendeine geistige Gemeinschaft, sondern
die sichtbare röm.-kath. Kirche: Bulle Unam Sanctam (1302) Porro subesse Romano Pontifici omni humanae
creaturae declaramus etc. (DH 875) Vat. I [= Konzil von Florenz] (1869/70): Pontificem Romanum … verum …
omnium Christianorum patrem et doctorem existere [Concilium Fl. 1439 definivit]. (DH 3068) Weiter wurde
gefragt: „Alle christliche Konfessionen glauben an Christus, sind aber nicht Teil der katholischen Kirche,
von daher sind dann diese Menschen vom Heil ausgeschlossen, obwohl sie an Christus glauben?“ Diese Frage
weist zurück auf Lumen Gentium 9 des Vat II, wo – wie O. H. Pesch anmerkt – die Nähe zu luth. Formulierungen
mit Händen zu greifen ist: Die Kirche als Versammlung aller Glaubenden zu allen Zeiten und an allen Orten.
„Deus congregationem eorum, qui in Iesum, salutis auctorem … credentes aspiciunt, convocavit et constituit
Ecclesiam …“ „Gott hat die Versammlung derer, die zu Jesus als dem Urheber des Heiles … glaubend aufschauen,
als seine Kirche zusammengerufen und [sie] gestiftet …“ (DH 4124)
#35 virOblationis 07:31:53 | Dienstag, 25. September 2007
Kleines Kantionale Kennt noch jemand das „Kleine Kantionale“? Handelt es sich dabei nicht um Gregorianik
mit deutschen Texten? Mir hat das „Kleine Kantionale“ früher jedenfalls gefallen, und es hat mir geholfen
die Zeit zu überbrücken, bis ich katholisch werden konnte.
#31 virOblationis 08:21:36 | Donnerstag, 20. September 2007
Kant oder nicht Kant Daß es nach Kant keine Gottesbeweise mehr geben kann, gilt nur innerhalb des Kantianismus.
Wenn man dessen Grundlagen nicht akzeptiert, stellt sich wiederum die Frage: „Wie konnte Seiendes aus
dem Nicht-Sein hervorgehen?“ Und weil die Antwort darauf von so existentieller Bedeutung ist, ist ein
Beweis die beste.
#2 virOblationis 10:34:57 | Dienstag, 18. September 2007
Zustimmung und Anmerkung Dies leuchtet mir ein. Der Kardinal hat offenbar nicht mit dem nun sichtbar werdenden
Ausmaß an geistiger Beschränktheit gerechnet, die es nur noch versteht, auf bestimmte Reizworte reflexhaft
zu reagieren.
#38 virOblationis 11:00:24 | Donnerstag, 13. September 2007
Anlaß der Hexenverfolgung Im Artikel heißt es: „Obwohl es schon in der Zeit vor dem Aufkommen des Christentums
viele Vorurteile über Hexen gab, war die tödliche Verrücktheit der Großen Hexenjagd in Wahrheit ein
Kind des sogenannten Jahrhunderts der Vernunft. … In vorchristlichen Tagen existierten viele Vorurteile
gegen Hexen. Vom Mittelmeer bis nach Irland glaubte man, daß Hexen in der Nacht herumfliegen, Blut trinken,
Säuglinge töten und menschlichen Leichen fressen. … Die traditionelle Haltung der Hexerei gegenüber,
begann sich im 14. Jahrhundert – also am Ende des Mittelalters – zu ändern.“ Warum? Die Autorin vermutet:
„Nach den schrecklichen Verwüstungen, die durch den Schwarzen Tod hervorgebracht wurden (1347-1349) verschärften
sich diese Gerüchte und konzentrierten sich vor allem auf Hexen und sogenannte Seuchen-Verbreiter.“ Die
Pest als Grund der Verfolgung? Mir scheint etwas anderes mittlerweile wahrscheinlicher zu sein: Die Renaissance
wollte gegen die von ihr als „Mittelalter“ abqualifizierte christliche Ära wieder an die Antike anknüpfen,
doch eben nicht – wie das „Mittelalter“ an die christliche, sondern an die wahre Antike, die heidnische.
Wenn man sich die römische Kaiserzeit ansieht, so bemerkt man, wie voll von Hexerei und Zaubereiprozessen
diese Zeit (ab etwa dem 2. Jh) war. Liegt der Gedanke nicht nahe, daß die Renaissance-Humanisten beim
Rückgriff auf die heidnische Antike auch die Furcht vor Hexerei samt den dazu gehörigen Gerichtsprozessen
im 14. Jh wiederbelebten?
#49 virOblationis 20:47:55 | Sonntag, 9. September 2007
Wenn meine Überlegungen zutreffen… Wenn meine Überlegungen zutreffen, dann hat ein Staatsoberhaupt –
zumindest auch – aus persönlichen Motiven, dem von ihm repräsentierten Volk kollektiv Schuld angelastet
und es damit zum Tätervolk gemacht. Das ist nicht nur erschütternd, das ist eine Tragödie.
#45 virOblationis 20:02:24 | Sonntag, 9. September 2007
Korrektur und Anmerkung Korrektur (ich hatte das Verb vergessen): Dies sagte 1985 derselbe Richard von
Weizsäcker, der als Jura-Student und Hilfs-Advokat geholfen hatte, seinen Vater, den Botschafter Ernst
Heinrich von Weizsäcker, im Nürnberger „Wilhelmstraßen-Prozeß“ (1947 – 1949) vor Gericht zu verteidigen.
Anmerkung: Ich will Ihre Gesundheit nicht schädigen, werter Freiherr. Mir fiel nur einfach diese inhaltliche
Übereinstimmung von angeblichem Nicht-Wissen des Vaters und dem Volk kollektiv angelastetem Wissen auf.
Je besser man die Zusammenhänge begreift, desto eher wird man sich ungerechtfertigter Angriffe erwehren
können.
#42 virOblationis 19:45:04 | Sonntag, 9. September 2007
Verkehrte Bewältigung väterlicher Schuld? In dem obigen Artikel heißt es: „[Zuerst sagte der Bundespräsident
in seiner Rede vom 8. Mai 1985] ‘Schuld eines ganzen Volkes gibt es nicht, Schuld ist immer persönlich.’
[Danach aber lastete er diese Schuld allen Deutschen an:] … dann beginnt der Politiker mit einer Kaskade
von Schuldzuweisungen, die genau den scheinbar abgelehnten Kollektivschuldvorwurf neu wiederherstellen:
‘Jeder Deutsche“ konnte das Leid der jüdischen Mitbürger miterleben. Keiner konnte nach den Synagogenbränden
arglos bleiben. [Es wurde also allen die persönliche Schuld zugeschrieben.] Jeder konnte sich damals
informieren, aber ‘allzu viele’ wollten es nicht. Die meisten hätten ihr Gewissen abgelenkt, weggeschaut,
geschwiegen. Aber ‘allzu viele’ beriefen sich nach dem Krieg darauf, ‘nichts gewußt oder nur geahnt zu
haben’.“ Dies sagte 1985 derselbe Richard von Weizsäcker, der als Jura-Student und Hilfs-Advokat seinen
Vater, den Botschafter Ernst Heinrich von Weizsäcker, im Nürnberger „Wilhelmstraßen-Prozeß“ (1947 –
1949) vor Gericht zu verteidigen. – Bitte korrigieren Sie mich, wenn ich die historischen Vorgänge nicht
genau genug darlege! – Vater Ernst Heinrich rechtfertigte sein Verhalten (Abzeichnen der Deportation von
franz. Juden nach Ausschwitz) mit Unwissen hinsichtlich der „Endlösung“. Sein Sohn unterstellte 40 Jahre
später allen Landsleuten, Täterwissen, obwohl ihnen kaum dieselben Informations-Quellen zur Verfügung
gestanden haben werden wie dem seiner Zeit angeklagten Vater.
#8 virOblationis 07:39:15 | Donnerstag, 6. September 2007
Verstehe nur ich nicht? Die USA wurden als meltingpot of nations bezeichnet. Aber – noch einmal die Frage –
inwiefern kann man die „Türkei. Schmelztiegel der Kulturen“ nennen?
#1 virOblationis 11:07:23 | Mittwoch, 5. September 2007
Frage „Türkei. Schmelztiegel der Kulturen?“ Das verstehe ich nicht. – Oder ist gemeint, daß andere Kulturen
darin eingeschmolzen werden im Sinne eines Untergehens?
#43 virOblationis 07:11:02 | Dienstag, 4. September 2007
Moses wird seit alters von der Kirche verehrt: s. Vollständiges Heiligen-Lexikon, hg. J. E. Stadler,
F. J. Heim und J. N. Ginal (Augsburg 1858 bis 1882) Bd. IV, S. 499f.
#36 virOblationis 12:11:00 | Freitag, 31. August 2007
Kirchenzugehörigkeit „Wer der Kirche seinen Kirchensteuerbeitrag entzieht, verzichtet damit auch auf
das Recht, in Dingen dieser Kirche noch mitzureden. (Wer den Vereinsbeitrag nicht zahlt, hat im Verein
auch nichts mehr zu sagen.)“ Ich verstehe meine Zugehörigkeit zur Kirche anders: Als Glied am Leibe Christi
empfnage ich vor allem die Sakramente; dazu kommen Predigten, die ich höre, mein Beten; ja, da rede ich.
Aber bei irgendetwas „mitreden“, das ist für mich kein Bestandteil meiner Zugehörigkeit, jedenfalls
kein konstitutiver.
#8 virOblationis 18:00:48 | Donnerstag, 30. August 2007
Mahltisch? Ich vermag auch nicht zu begreifen, wie man angesichts des abgebildeten Altares, der auf das
Überirdische des Geschehens, das sich auf ihm ereignen soll, so deutlich hinweist, auf den Gedanken kommen
kann, von einem „Mahltisch“ zu sprechen.
#3 virOblationis 14:05:56 | Mittwoch, 29. August 2007
mangelndes Verstehen Ich begreife nicht, wie fortwährend von einer Trennung zwischen Staat und Religion
in der Türkei gesprochen werden kann, da doch der sunnitische Islam wie eine Staatsreligion dort behandelt
wird.
#51 virOblationis 13:22:57 | Mittwoch, 29. August 2007
Gewißheit Das ist ja unglaublich, was da über Gonzales zu Tage gefördert worden ist. Kann man ausschließen,
daß es sich bei diesem Video um eine Fälschung handelt?
#46 virOblationis 09:22:56 | Mittwoch, 29. August 2007
Zustimmung Möchtegern-Kathole schrieb: „Sicher wird mit dem Begriff „Prügel“ aber absichtlich übertrieben,
um auch mildere Strafen zu verfehmen.“ So sehe ich es auch: Ein Klaps ist keine Mißhandlung, sondern
kann sehr hilfreich sein. – Es ist lachhaft, die Erfahrung sämtlicher früherer Generationen beiseitewischen
zu wollen. Die selbsterklärten Kinderfreunde, die sich über jede körperliche Züchtigung ereifern,
sind oft dieselben, die, ohne mit der Wimper zu zucken, für die Abschlachtung Ungeborener eintreten,
solange diese ein bestimmtes Lebensater noch nicht erreicht haben.
#171 virOblationis 09:16:11 | Mittwoch, 29. August 2007
ad Beobachterin Beobachterin schrieb: „…nicht dieser emsigen und unaufhörlichen Eloquenz ihrer Befürworter,
…“ Wäre „Geschwätzigkeit“ nicht ein treffenderer Ausdruck? Sie schrieb: „…denn über Normalität
braucht man nicht viele Worte zu verlieren und Normalität hat keine Kritiker, und man braucht auch niemanden
davon zu überzeugen.“ So sehe ich es auch. Man diskutiert ja auch nicht pausenlos über die Gesundheit,
sondern eher über Gefährdungen, Verlust oder Wiederherstellung der Gesundheit.
#13 virOblationis 19:06:39 | Sonntag, 26. August 2007
zu Krak und PietroParente Und wenn die Menschen zum Gottesdienst gehen, Krak? Wie schon PietroParente
geschrieben hat: „Das Fernbleiben von der sonntäglichen Hl. Messe, der formale Austritt aus der Kirche
hat für viele weitreichendere Gründe, die z.B. auch in den dt. Bischöfen liegen!!!“ Was erwartet denn
den durchschnittlichen NOM-Besucher in bezug auf die geistige und geistliche Auseinandersetzung mit dem
Islam: „Nostra Aetate“ und Co. Dem Protestanten geht es in seiner Landeskirche noch weit schlechter. Ist
es unter diesen Umständen nicht erstaunlich, daß sich nicht noch mehr Menschen vom sonntäglichen Gottesdienstbesuch
zurückziehen?
#24 virOblationis 08:42:02 | Donnerstag, 23. August 2007
Was an einem einzigen Tag so alles geschieht… 8/21/07 (Yala, Thailand ) – Muslims kill a man elected
to replace another official who was slaughtered along with his family. 8/21/07 (Mogadishu, Somalia ) –
An Islamist walks into a restaurant and shoot a civilian to death. 8/21/07 (Narathiwat, Thailand ) – A
Buddhist security guard is murdered by Mulslim extremists. 8/21/07 (Pattani, Thailand ) – A Buddhist official
is gunned down by Islamic radicals. 8/21/07 (Mohallah, Pakistan ) – A woman is killed when fundamentalists
toss a grenade into a brothel. [und im Iraq…]
#11 virOblationis 16:19:41 | Mittwoch, 22. August 2007
„Hier stehe ich…“ „Den Römischen Kanon – das erste Hochgebet – hält Hw. Angenendt als mit dem Zweiten
Vatikanum nicht mehr vereinbar.“ Wenn man daraus schlußfolgert, daß dann eben der Kanon zu verwerfen
sei, scheint eine ähnliche Verblendung und Anmaßung vorzuliegen wie im Falle Luthers, der glaubte, mit
seinen ausgefallenen Ansichten recht zu haben, selbst wenn er sich damit gegen die gesamte Tradition der
Kirche stellte.
#7 virOblationis 14:26:24 | Mittwoch, 22. August 2007
Vat. II – Demontage „Den Römischen Kanon – das erste Hochgebet – hält Hw. Angenendt als mit dem Zweiten
Vatikanum nicht mehr vereinbar.“ Sollte eine solche Aussage wirklich gemacht worden sein, dann begreife
ich nicht, wie man dann – angesichts der überaus großen Autorität des Kanons – sich nicht sogleich
veranlaßt sieht, vom Vat. II abrücken. Man kann doch als Theologe nicht ernsthaft den Kanon verwerfen
wie ein verschlissenes, unbrauchbar gewordenes Gewand.
#11 virOblationis 21:01:53 | Montag, 20. August 2007
noch einmal Antisemitismus Tridentinus schrieb: „Da es keinen aus dem katholischen Glauben zu legitimierenden
Antisemitismus gibt, kann es auch keinen Antisemitismus geben, der sich mit Verweis auf die Liturgie der
Kirche zu rechtfertigen sucht. Auch eine Formulierung, die das perfidus enthielte, würde nur missbräuchlich
so interpretiert.“ Dies scheint mir nicht das zu treffen, was der Kardinal meint. In einer Kreuz.net –
Meldung vom Dienstag, 29. August 2006 hieß es: „Der Kardinal erklärt darin (sc. in einem Artikel zum
40. Jahrestag von Nostra Aetate), die Kirche habe ,über ihre lange vertretene Überzeugung selbstkritisch
nachgedacht, Juden müßten, um das Heil erlangen zu können, getauft werden.’ Es sei zunehmend bewußt
geworden, daß „Mission als Ruf zur Umkehr vom Götzendienst zum lebendigen und wahren Gott (1 Thess 1,9)“
nicht auf Juden angewandt werden könne. Darum könne es in der Katholischen Kirche keine ,judenmissionarischen’
Aktivitäten mehr geben: Zwischen der Kirche und dem jüdischen Volk gehe es um die Begegnung „auf der
Ebene ihrer je eigenen religiösen Identität“ schreibt Kardinal Lehmann mit Hinweis auf eine Aussage
von Papst Johannes Paul II. am 12. März 1979.“ Deshalb, so scheint mir, geht es dem Kardinal nicht um
mißbräuchliche Interpretation älterer Texte im Sinne irgendeines Antisemitismus, sondern um das, worauf
sie sich „diese ältere Texte“ nach eigenem Verständnis beziehen: Auf die Bekehrung der Juden. – Dies
also scheint dann in seinen Augen etwas Antisemitisches zu sein.
Antisemitismus „1970 wurde der Text ganz neu gestaltet. Niemand darf irgendeinen Antisemitismus durch
den Rückgriff auf diese älteren Formulierungen zu stützen suchen.“ Dann ist der Wunsch nach Bekehrung
und Heil für die Juden antisemitisch? Oder läßt sich noch anderes als antisemitisch als den „älteren
Formulierungen“ belegen?
#64 virOblationis 20:15:30 | Freitag, 17. August 2007
Überlegung .chen schrieb: „Ich glaube nicht, daß der Verbleib von Frau BB in kirchlichen („pastoralen“)
Diensten ihr oder der Kirche guttut… Es wäre ein Gebot der Ehrlichkeit, hier einen sauberen Schnitt
vorzunehmen.“ Ein solcher Abgang könnte sogar segensreich sein, wenn dadurch andere zum Nachdenken gebracht
werden.
#53 virOblationis 11:25:26 | Freitag, 17. August 2007
Um Himmels Willen! .chen schrieb: „aber selbst in diesen Liedern (z.B. GL 467) kommt noch ein Glaube zum
Ausdruck, den die Bussmann nicht mehr teilt! In dem zitierten Lied z.B. ,Wir glauben an die Kirch allein,
die einig, heilig, allgemein…'“ Dieses Lied gehört jedenfalls noch zu denen, die ich mag. Wahrscheinlich
ist es schon zu rechtgläubig für die BB-Gemeinde; deshalb schrieb ich von einem „lustigen, modernen
Lied“. .chen schrieb: „Stellen Sie sich vor, VirO, sie müßten ihre Kinder in einen Katechetischen Unterricht
geben, den Frau Bussmann leitet… Ist das irgendeinem katholischen Gläubigen zuzumuten, der zufällig
all die Einlassungen der Bussmann hier gelesen hat?“ Um Himmels Willen!
#50 virOblationis 11:14:39 | Freitag, 17. August 2007
Vermutung .chen schrieb: „Wie machen Sie das, wie ‘bekennen’ Sie dort (sc. innerhalb der Gemeinde) den
Glauben, wenn Sie doch hier bekennen, den Glauben längst aufgegeben zu haben?“ Das Credo wird dort wahrscheinlich
gar nicht mehr gesprochen: Ich könnte mir vorstellen, daß man stattdessen während des „Gottes“dienstes
irgendein lustiges, modernes Lied singt.
#100 virOblationis 13:02:57 | Dienstag, 14. August 2007
Kultsprache Rudolfus schrieb: „Es kommt drauf an, zu welcher Zeit.“ Natürlich. – Ich bezog mich auf die
Inschrift auf einer Münze aus der Zeit des Jüd. Krieges (66 – 70 n. Chr.).
#97 virOblationis 11:58:09 | Dienstag, 14. August 2007
Welcher Art war die hebr. Aussprache des Namens der Stadt Jerusalem? Hebräisch war Kult-, nicht Alltagssprache.
Aber dies bedeutet ja nicht, daß es nicht benutzt wurde oder daß die Aussprache der Willkür des einzelnen
überliefert wurde. Schon durch die Rezitation der hll. Schriften, aus denen das AT entstand, wurde doch
das Hebräische weitertradiert wie in der Kirche die lateinische Sprache, obwohl sich die Volkssprache(n)
davon ablöste (vgl. romanische Sprachen – Aramäisch). Aber es wurde – zumindest von Gelehrten – auch
außerhalb Palästinas verstanden (vgl. Alexandria als Ort der Entstehung der griech. LXX). Also handelte
es sich bei der hebr. Aussprache des Namens der Stadt Jerusalem während des Jüd. Krieges (66 – 70) nicht
um die später durch Punktation von Masoreten entstandene (Jeruschalajim), sondern um eine solche, wie
sie die zeitgenössische LXX nahelegt (Jeruschalem).
#95 virOblationis 10:29:44 | Dienstag, 14. August 2007
Anmerkung „… VirOblationis … wollte nur anmerken, dass die Schreibweise mit ‘jod’ als vorletztem Buchstaben
nicht die Aussprache ‘Jeruschalajim’ nach sich zieht.“ Denn die Dual-Endung geht ja, wie Burgorus schrieb,
auf die Punktation der Masoreten zurück. Kasperschüler schrieb: „Auf … einem Silberschekel aus der
Zeit des jüdischen Befreiungskriegs (68/69 nC.), sind natürlich keine Vokalzeichen, wohl aber Konsonanten
in der Folge jrwšljm hkdwšh (= Jerusalem, die Heilige) zu erkennen. Das ‘Jod’ ist also vorhanden!“ Daraus
ist meiner Meinung nach nicht mehr zu schlußfolgern, als daß dort die Plene-Schreibung einen Vorzug
vor der defektiven Schreibweise erhielt; vgl. auch das Waw als Vokalbuchstabe im folgenden Wort hkdwšh*.
Dies dürfte kein Zufall sein: Auch bei den vier Jerusalem-Belegen mit Plene-Schreibung (1 Chr 3,5; 2
Chr 25,1; Est 2,6; Jer 26,18) sind zumindest drei in späterer Zeit entstanden (Ausnahme Jer. 26, 18?).
M.a.W.: Ich denke an eine Tendenz zur Plene-Schreibung, die sich im Laufe der Jhh mehr und mehr durchgesetzt
hat. (* Ich vermute ein Kal-Part. Pass. „die Geheiligte“) Kasperschüler schrieb: „ob man tatsächlich
die Aussprache auf einer Münze ablesen kann?“ Die Aussprache wird die damals übliche (hebräische*)
gewesen sein. Wenn die Dual-Endung erst durch die Masoreten aufkam, kann es sich nicht um eine Aussprache
mit Dual-Endung gehandelt haben. Es müßte sich demnach um „Jeruschalem“ handeln. (* Die Inschrift ist
hebr., nicht aram, s. den Artikel h[a]- vor kdwšh)
#90 virOblationis 08:33:17 | Dienstag, 14. August 2007
Zustimmung Burgorus schrieb: „Was mich nur so stört, ist die Anpassung unserer Heiligen Schrift an die
Masoreten, um angeblich dem ‘Original’ näher zu kommen, obwohl doch die masoretische Vokalisation viel
später als die der Septuaginta erfolgt ist.“ Dieses gegen das Unternehmen der Reformatoren, mit dem AT
der Masoreten (Hebraica veritas) die LXX und Vulgata abzuwerten, gerichtete Vorgehen unterstütze ich
gern. Kasperschüler schrieb: „Das ‘i’ kommt nur in der Punktation (Qere) vor, …“ Sie haben recht. Kasperschüler
schrieb: „…ein Konsonant ‘Jod’ existiert in der geschriebenen Version (Ketib) nicht…!“ So ist es. –
Wie Burgorus anmerkte, erscheint dieses Jod nur selten im Konsonantentext. Wenn es aber erscheint, so
handelt es sich um einen – unhörbaren – Vokalbuchstaben. Burgorus schrieb: „VirOblationis … wollte
nur anmerken, dass die Schreibweise mit ‘jod’ als vorletztem Buchstaben nicht die Aussprache ‘Jeruschalajim’
nach sich zieht.“ Genau.
#75 virOblationis 18:54:09 | Montag, 13. August 2007
Anmerkung Kasperschüler schrieb: „Das Wort Jerusalem ‘ist eine Transkription des kanaanitischen urusalim,
das im 14. Jh. vC. durch die Amarnabriefe bezeugt ist… auf dem Sanherib-Prisma (7. Jh. vC.) lautet der
Name ursalimu, … Die Bedeutung des Namens J. ist vermutlich ‘Stadt (uru oder jaru = Gründung) des Gottes
Schalem.“ Ergänzend dazu: Die kanaanische Stadt Jerusalem wurde in der Mittleren Bronzezeit (2100 – 1550
v. Chr.) gegründet. urusalim / ursalimu / uruslimmu sind akkad. Varianten des kanaan. Namens der Stadt.
Kasperschüler schrieb: „In MT wurde der Name als jeruša-le-m (Ketib) geschrieben, aber ein Qere perpetuum
verlangt die Aussprache jeruša-lajim. Diese Aussprache ist zweifellos jüngeren Datums, da sie selbst
im NT noch nicht bekannt ist; wohl findet man sie auf Münzen aus der Zeit von 66-70 nC.; …“ Ich denke,
hier liegt in bezug auf Ketib und Qere eine Verwechslung vor: Geschrieben (ketib) wurde zwar das – wie
Burgorus zu recht anmerkt: eigentümliche – jeruša-lajim, doch die Aussprache (Qere perpetuum) ist jeruša-le-m;
so jedenfalls Gesenius. Dies scheint mir auch einleuchtend.
#72 virOblationis 18:11:11 | Montag, 13. August 2007
Jerusalem Burgorus schrieb: „Ich habe jetzt keine Hebräisch-Bibel da, aber ich glaube mich, erinnern
zu können, dass da die Masoreten ein „Pattach + i-Punkt“ drunter gemalt haben, damit man’s halt trotzdem
wie „Jeruschalajim“ lesen soll…“ So ist es: Unter dem Lamed ein Patach und unter dem Schluß-Mem ein
Hiräk. Dies ist die Ketib-Form, also die Schreibweise der Masoreten. (Zur Aussprache, Qere, s.u. *).
Wenn gelegentlich ein Iod auftaucht, hat dies weder für die Aussprache, noch für den Wortsinn irgendeine
Bedeutung. Es ist eben nur der Unterschied zwischen sere(*) und sere magnum bzw. segol(+) und segol magnum
in defektiver bzw. Plene-Schreibung, da sere bzw. segol mit Jod homogen sind. Das Jod ist also nur ein
Vokalbuchstabe. (*) Qere: Jeruschalem (+) jüd.-aram. Jeruschläm
#50 virOblationis 07:17:58 | Montag, 13. August 2007
Rückwärts-Leser Leblhuber schrieb: „Halten Sie die Luft an! Widerlegen Sie mich, wenn Sie können, oder
halten Sie den Mund. Ihr ‘Lesen Sie Worte häufiger rückwärts’ ist aussagekräftig genug. Sie können
so wenig Hebräisch, wie ich Chinesisch.“ Sie haben die Konsonanten des Wortes Jeruschalajim / Jeruschläm
von links nach rechts buchstabiert, beginnend mit dem Schluß-Mem. Sie haben das Wort also von hinten
nach vorn durchbuchstabiert. Das nenne ich „rückwärts“. Wenn Sie es noch einmal wagen sollten, mir das
Hebraicum abzusprechen, werde ich Sie öffentlich einen „Verleumder“ nennen.
#46 virOblationis 21:28:59 | Sonntag, 12. August 2007
Unwissenheit Leblhuber schrieb: „Hebräisch ist wohl eher Spanisch für Sie! Haben Sie Ihren Kommentar
aus einer Anleitung für der hebräischen Sprache Unkundige kopiert?“ Wie kommen Sie dazu, mir meine Hebräisch-Kenntnisse
abzusprechen? Wie wollen Sie dies denn beurteilen, da Ihre Worte das ganze Ausmaß Ihrer Unkenntnis ahnen
lassen. Leblhuber schrieb: „Da gibt einer einen lächerlichen und inkompetenten Kommentar zu einem jüdischen
Gebet ab und Sie sind der Klaqueur. Ich wusste gar nicht, dass es unter kath. Fundis Hebräischexperten
gibt!“ Ja, da können Sie ‘mal sehen: Man lernt immer noch dazu.
#19 virOblationis 19:42:37 | Samstag, 11. August 2007
Jod als Vokalbuchstabe „Mem (m), Jod (j ), Lamed (l), Schin (sch), Waw (w), Resch ( r ), Jod (j)“ Lesen
Sie Worte häufiger rückwärts? Wird Jeruschläm gelesen, so wird das Jod nach Segol als scriptio plena
nicht gesprochen (sere segol). – Was spricht also gegen Burgorus?
#17 virOblationis 17:39:50 | Samstag, 11. August 2007
möglicher Sinn einer Passage des Textes Da ich schrieb: „Bereits Ratramnus bezeichnete die Kirche im
9. Jh als corpus Christi mysticum im Unterschied zum corpus Christi verum, dem eucharistischen Leib des
Heilands.“ entgegnete Typ: „Sie haben halt ein sehr frühes Beispiel gewählt, in dem schon im 1. Jtsd.
die Bedeutung vertauscht ist. In der patristischen Literatur ist das aber noch ganz anders.“ Dann könnte
der Sinn des Textes: „Im Mittelalter kam es zu einer folgenreichen Vertauschung zweier zentraler Begriffe.“
eigentl. folgender sein: „[Bei Ratramnus] kam es zu einer folgenreichen Vertauschung zweier zentraler
Begriffe.“ Dies würde stimmen. Im Artikel wäre also gemeint: „Man kann diesen Text nur dann angemessen
verstehen, wenn man seinen theologiegeschichtlichen Hintergrund kennt. [Bei Ratramnus] kam es zu einer
folgenreichen Vertauschung zweier zentraler Begriffe. Hatte man bis dahin die Kirche als ,wahren, weil
sichtbaren Leib Christi’ und das konsekrierte eucharistische Brot als ,mystischen Leib’ bezeichnet, so
verfuhr man jetzt umgekehrt: Man bezeichnete den eucharistischen Leib als wahren, weil sichtbaren Leib
und die Kirche als mystischen, weil unsichtbaren Leib Christi. Mystischer Körper In der Folgezeit haben
die Reformatoren die Bezeichnung der Kirche als ,corpus Christi mysticum’ zum Zentralbegriff ihrer Ekklesiologie
erhoben.“ Nur: Dies trifft in bezug auf die Reformatoren, so weit ich sehe, nicht zu. Und: Ein Sprung
vom 9. ins 16. Jh wird verdeckt, vom Mittelalter statt Ratram. die Rede ist!
#4 virOblationis 13:26:50 | Samstag, 11. August 2007
gemeinsam auf der suche Wie dem großen Papst des Konzils ging es Kardinal König Zeit seines Lebens darum,
gemeinsam mit allen suchenden Menschen eine Antwort zu findenauf ihre Fragen nach dem ‘Woher’ und ‘Wohin’
und ‘Wozu’ ihres Lebens.“ Er hätte die Antworten als Bischof, als Priester, ja als Gläubiger und Getaufter
eigentlich schon kennen, nicht erst irgendwo mit irgendwem suchen sollen.
#7 virOblationis 21:07:51 | Freitag, 10. August 2007
(K)eine Antwort Den Inhalt wiederholen und auf Dogmatiklehrbücher verweisen: Das hätte ich selbst gekonnt.
Bereits Ratramnus bezeichnete die Kirche im 9. Jh als corpus Christi mysticum im Unterschied zum corpus
Christi verum, dem eucharistischen Leib des Heilands. Die Frühscholastik dehnte den Begriff des mystischen
Leibes auf die Eucharistie aus. Er blieb aber auch für die Kirche gebräuchlich (vgl… St. Thomas). –
Ich sehe nicht, wie dies der im Artikel vorausgesetzten Vertauschung der Begriffe entspricht.
#5 virOblationis 19:49:04 | Freitag, 10. August 2007
Vertauschung „Im Mittelalter kam es zu einer folgenreichen Vertauschung zweier zentraler Begriffe. Hatte
man bis dahin die Kirche als „wahren, weil sichtbaren Leib Christi“ und das konsekrierte eucharistische
Brot als „mystischen Leib“ bezeichnet, so verfuhr man jetzt umgekehrt: Man bezeichnete den eucharistischen
Leib als wahren, weil sichtbaren Leib und die Kirche als mystischen, weil unsichtbaren Leib Christi.“
Dazu wüßte ich gern Näheres.
#4 virOblationis 16:54:38 | Freitag, 10. August 2007
Muttergottes? Zitat: „Sie habe ferner erklärt, daß sie alle ihre Kinder liebe. Die Muttergottes habe
auch über die Kinderabtreibungen und die Sünde Sodoms geweint: ‘Sie sagte mir, daß das nicht von Gott
stammt.’“ Mit Verlaub, aber das hätte ich ihr auch sagen können. Zitat: „Zuvor hatte eine Frau auf Anweisung
von Francesca eine Minute in die Sonne gestarrt und ihr Augenlicht schwer geschädigt.“ Wer erteilt wohl
solche Weisungen?
#55 virOblationis 13:21:07 | Freitag, 10. August 2007
Frage „Vermutlich ist sie am 9. August 1942 gleich nach ihrer Ankunft in Auschwitz oder in Birkenau in
der Gaskammer ermordet worden.“ Im Artikel aber heißt es: „Noch in ihren letzten Aufzeichnungen kurz
vor ihrem Tod betonte Schwester Teresia Benedicta a Cruce in Auschwitz, daß diese Statue nach Prag gekommen
sei, als es mit der weltlichen Kaiserherrlichkeit zu Ende ging.“ Demnach wäre B. Edith Stein erst später
umgekommen?
#29 virOblationis 17:44:16 | Donnerstag, 9. August 2007
Steine „Es geht eindeutig aus Joh. 8, 31 – 59:hervor, dass dort Steine gewesen sein müssten.“ 19 v. Chr.
wurden Bauarbeiten am Tempel begonnen, die über 80 Jahre andauerten (vgl. Joh. 2, 20).
#16 virOblationis 15:32:46 | Donnerstag, 9. August 2007
Kinder Abrahams Daß das Fleisch nicht entscheidend ist für die Zugehörigkeit zum Gottesvolk, macht
Joh. 8 deutlich. 8, 31 – 59: „… Sie (sc. die jüdischen Hörer der Worte des Heilands) antworteten und
sprachen zu Ihm: ‘Unser Vater ist Abraham.’ Jesus sagte zu ihnen: ‘Wenn ihr Kinder Abrahams wärt, würdet
ihr die Werke Abrahams tun. Nun aber sucht ihr mich zu töten, der Ich euch die Wahrheit verkündet habe,
die Ich von Gott gehört habe. Das hat Abraham nicht getan. Ihr tut die Werke eures Vaters… Ihr habt
den Teufel zum Vater und wollt die Gelüste eures Vaters tun. Jener war ein Menschenmörder von Anfang
an und hatte in der Wahrheit keinen Stand, weil die Wahrheit nicht in ihm ist…’ Da hoben sie Steine
auf, um sie auf Ihn zu werfen. Jesus aber verbarg sich und ging aus dem Tempel.“
#13 virOblationis 14:53:40 | Donnerstag, 9. August 2007
Daran anknüpfend heißt es bei St. Paulus im Galaterbrief 4, 21 – 31, daß wir Christen Söhne Abrahams
sind, Nachkommen Isaaks, Söhne der Verheißung. 4, 31: „Deshalb, Brüder, sind wir nicht Kinder der Sklavin
[Hagar], sondern [Kinder] der Freien, [Sara].“ In bezug auf den nach dem Fleische Gezeugten, Ismael und
dessen Nachkommen, das [nach-bibl.] Judentum, schreibt Paulus Gal. 4, 30: „Was sagt die Schrift? ‘Verstoße
die Sklavin [Hagar] samt ihrem Sohn [Ismael], denn der Sohn der Sklavin soll nicht erben mit dem Sohne
der Freien.’
#9 virOblationis 12:29:51 | Donnerstag, 9. August 2007
mißverständliche Begrifflichkeit Abu schrieb: „Das Kreuz als Zentralsymbol des Christentums, dessen
Bibel aus AT (jüdisches Erbe) und NT besteht. Auch Jesus war Jude. Golgotha ist ein Hügel bei Jerusalem.“
Das Gottesvolk des AT ist nicht mit dem nach-biblischen Judentum identisch. Die Kirche ist das geistliche
Israel. Die Christen sind die Nachkommen Abrahams im Geiste. – Das Fleisch allein zählt nicht (vgl. Matth.
3, 9). Das Bekenntnis zum nach-biblischen Judentum zeichnet sich gerade durch die Verwerfung des Heilands
aus. Die Kirche hat in diesem Sinne also kein jüdisches Erbe. – Mißverständnisse entsehen nur dadurch,
daß man das Wort „jüdisch“ auch in anderem Sinne versteht, nämlich als Bezeichnung des alttestamentlichen
Gottesvolkes.
#37 virOblationis 17:53:45 | Mittwoch, 8. August 2007
Erringung bischöflichen Einverständnisses „Müßte eine solche Gruppe (sc. die an der Feier der hl.
Messe im überlieferten Ritus teilnehmen will) nicht Grundkenntnisse in der lateinischen Sprache haben?“
„An diesem Punkt ist unsere besondere Aufmerksamkeit gefordert, wenn Gruppen um eine tridentinische Messe
bitten, eine Aufmerksamkeit, die der Liebe zur Einheit der Kirche entspringt, daß nicht im Gebrauch des
Missale von 1962 sich ablehnende Haltungen gegenüber bestimmten Lehren des Zweiten Vatikanischen Konzils
verbergen.“ „…daß ein Priester bei einer Privatmesse im Alten Ritus zu dieser Zelebration auch Gläubige
zulassen könne, die ,spontan’ darum bitten würden: ,Hier ist zu beachten, daß nicht spontane Bitten
angeregt werden und faktisch eine Messe für die Gemeinde oder für eine feste Gruppe von Gläubigen eingerichtet
wird.’“ Was kann der Laie im Bistum Aachen also tun zur Erringung bischöflichen Einverständnisses bei
der Teilnahme an der überlieferten Messe? Praktikabel erscheint mir folgendes: Wer als Laie im Bistum
Aachen an der Feier der überlieferten Messe immer wieder spontan teilnehmen will, könnte – zumindest
das Kleine – Latinum nachweisen und beim Betreten der Kirche ein am Eingang ausgelegtes Exemplar des Kleinen
Konzilskompendiums mit Kuß verehren.
Wes Geistes Kind er ist Als Ärgernis für die katholische Öffentlichkeit hat der Initiativkreis katholischer
Laien und Priester im Erzbistum Hamburg (IKH) den angekündigten Vortrag von Weihbischof Dr. Hans-Jochen
Jaschke vor Hamburger und Bremer Freimaurern bezeichnet. Wie das Hamburger Abendblatt meldete und wie
ein Sprecher der Hamburger Freimaurerlogen bestätigte, sollte der Weihbischof am Aschermittwoch vor „rund
100 Freimaurern aus 16 Hamburger und vier Bremer Logen“ anlässlich ihres 2. Internationalen Freundschaftsessens
sprechen. Mit seiner Teilnahme an diesem Freundschaftsessen und seinem als „Hauptreferat“ angekündigten
Vor- trag werde, so der IK in einem Schreiben an den Weihbischof, nach außen der Eindruck erweckt, als
habe die Kirche ihr Urteil gegenüber den Freimaurern geändert… Tatsächlich besteht jedoch die ablehnende
Haltung der Kirche unverändert fort. Dies stellte die Kongre- gation für die Glaubenslehre in ihrer
Erklärung vom 26.11.1983 fest, der sich auch die Deutsche Bi- schofskonferenz ausdrücklich angeschlossen
hat. Der Initiativkreis erwartet vom Weihbischof, dass sein Vortrag, entgegen der Mitteilung der Veranstal-
ter, auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird, um nicht nur Vermutungen zu vermeiden, sondern
auch jeglichem Verdacht auf Geheimniskrämerei entgegenzuwirken. (IK-Hamburg,23.02.2004) Merke: Für die
Feinde der Kirche hat er auch am Feiertag Zeit.
konkurrenzlos Diejenigen, die im Erzbistum nach der Alten Messe fragen würden (Initiativkreis) hat man
jahrelang auflaufen lassen, bis sich die meisten frustriert zerstreut haben. Das Abspeisen mit einem „Dienstagabend“
liegt ganz auf dem Niveau der Indulte vor Erscheinen des Motu Proprio. Die nächste für Hamburger erreichbare
überlieferte Messe wurde Mittwochabends in Osnabrück zelebriert. – Konkurrenz ist unter solchen Umständen
nicht zu befürchten.
Kapelle St. Theresia von Avila Die Zahl der Gottesdienstbesucher in der Hamburger FSSPX-Kapelle liegt
in Hamburg sonntags bei etwa 50. Es gibt in den Gemeinden schon noch Gläubige, die sich nach einer überlieferten
Messe sehnen. Sie werden aber mißachtet, wenn nicht in ihrer Frömmigkeit verunglimpft. Oft handelt es
sich um Ältere. Da wartet man wohl auf eine biologische Lösung. Doch die Neu-Gläubigen sind unbeständige
Gottesdienst-Besucher; man sieht’s an den sich leerenden Kirchen. In letzter Zeit tauchen in der Alsterdorfer
FSSPX-Kapelle zunehmend neue Gesichter auf, wobei natürlich längst nicht alle bleiben werden; das ist
gewiß. Doch Wachstum ist unverkennbar. Weihbischöfliche Konkurrenz wird kaum in nennenswertem Umfang
zu erwarten sein. Viel lieber trifft sich Seine Exzellenz ja auch im Straßenanzug mit den Vertretern
anderer Religionen zu ökumenistischem Begängnis, als daß er eine Alte Messe zelebrieren würde; von
letzterem ist jedenfalls nichts bekannt, von ersterem hingegen mehr als genug.
Es ist schon fast überflüssig zu antworten: Wenn Seine Exzellenz ein akzeptables Angebot machen wollte,
könnte er einen Priester des Bistums mit der Zelebration beauftragen. Natürlich ist daran nicht gedacht.
Es ist auch nicht die Rede von Nachfrage und Angebot(en) in Gemeinde(n). Stattdessen: Eine Messe im Alten
Ritus am Dienstagabend. Vielleicht einmal pro Monat oder noch öfter? Bieten Sie doch so etwas ‘mal den
Anhängern des NOM an!
#59 virOblationis 15:16:28 | Sonntag, 5. August 2007
Antworten Botschafter schrieb: „Bitte hört endlich mit Euren Eitelkeiten auf und kämpft gegen die Irrlehre
Mohameds, statt gegen den heiligen Vater!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!“ Die Schwäche der Kirche in der
Auseinandersetzung mit dem Islam rührt ja nicht daher, daß eine kleine Bruderschaft dem Heiligen Vater
nicht beisteht. Sie ist begründet in der falschen Sicht des Vat. II von den Fremdreligionen, die ihren
Niederschlag in Nostra Aetate gefunden hat. Tridentinus schrieb: „Wenn sie Gegenbeispiele fordern, müssen
Sie zunächst konkrete Beispiele beibringen, die Ihre Sicht stützen.“ Wenn ich mich darauf berufe, daß
die Tendenz „weg von Rom“ unter allen nicht-kath. Christen verbreitet ist und nach Gegenbeispielen frage,
die dies falsifizieren würden, wieso sollte ich dann noch einzelne Beispiele nennen? Jede nicht-kath.
Gruppierung ist ein Beispiel: die östl. Schismatiker, die Lutheraner, Calvinisten, Methodisten, etc.
Weiter heißt es bei Tridentinus: „Und grundsätzlich auf die Argumente der vorausgehenden Diskussionsbeiträge
eingehen.“ Wo hätte ich dies unterlassen? Zuletzt schreibt Tridentinus: „Wie begegnen Sie konkret dem
Verdacht, im Endeffekt Extra Ecclesiam GRATIA zu befürworten?“ Bloße Verdächtigungen sind eben nicht
konkret. Damit ich antworten kann, müßten Sie schon genauer sagen, was Sie meinen. Zeigen Sie es doch
bitte an Hand dessen auf, was ich geschrieben habe, daß es dort nach meiner Ansicht keine Gewährung
von Gnaden außerhalb der Kirche geben soll.
#53 virOblationis 21:02:22 | Samstag, 4. August 2007
„ekklesiale Fragmente oder Elemente“ Die real existierenden „ekklesiale[n] Fragmente oder Elemente“ drängen
keineswegs nach Rom hin, sondern eher von dort fort. – Gibt es auch nur ein einziges Gegenbeispiel? Ebenso
wie die nicht-christlichen Religionen hat man die nicht-kath. Konfessionen durch das Vat. II aufwerten
wollen. – Doch noch einmal: Sie alle vermitteln das Heil nicht. Wenn jemand ihnen angehört und selig
wird dann trotz und nicht wegen seiner Zugehörigkeit zu diesen nicht-kath. „ekklesiale[n] Fragmente[n]
oder Elemente[n]“ oder gar Fremdreligionen.
#30 virOblationis 20:44:26 | Freitag, 3. August 2007
Anfügung „Der letzte Teil des Textes – ‘die als der Kirche Christi eigene Gaben auf die katholische Einheit
hindrängen.’ – ist lediglich eine Entlastung des gesamten Irrtums,…“ So sehe ich es auch. Man raubte
sie, um sich damit von der Kirche zu entfernen, um eigene „Kirchen“ zu gründen. Wie sollte dies nun wiederum
nach Rom zurück drängen?
#28 virOblationis 20:38:00 | Freitag, 3. August 2007
Werte Catharina! Unten schrieb ich: „…denn wenn z.B. ein Heide eine gültige Taufe vornimmt, dann nicht
auf Grund seiner Zugehörigkeit zum Heidentum, sondern trotz derselben. ‘Elemente des Heiles’ sind also
nicht an die nicht-kath. Gemeinschaften gebunden, sondern aus dieser von Einzelpersonen – man muß wohl
sagen – entwendet. Insofern gibt es keine gleichsam akzidentielle Gegenwart der Kirche in anderen Gemeinschaften
neben der substantiellen („subsistit“) in der katholischen.“ Gerade diese Assoziation sollte die Vokabel
„subsistit“ doch wohl wecken, daß es akzidentiell auch „Elemente der Heiligung“ in anderen religiösen
Gemeinschaften gibt. Sie schrieben: „Ein konträrer Gegensatz wäre es, wenn behauptet würde, die Katholische
Kirche sei mit der Kirche Jesu Christi ganz und gar nicht identisch, ein kontradiktorischer Gegensatz,
wenn es hieße, die Katholische Kirche sei mit der Kirche Jesu Christi nicht vollständig identisch.“
Bei vollständiger Identität wäre ein est zu erwarten, kein subsistit. – Wie sollte es eine vollständige –
und das heißt m. E. zugleich: exklusive*- Identität geben, wenn neben der Kirche weitere religiöse
Gemeinschaften existieren, die „Elemente des Heils“ von dieser entwenden dürfen? Es gibt nur einen Heilsweg:
Christus; und Er hat nur eine Kirche gegründet: die katholische. *wie wäre sie sonst vollständig? Werden
Menschen außerhalb der sichtbaren Kirche selig, so keinesfalls durch ihre nicht-kath. Gemeinschaften,
sd. allenfalls trotz ihrer Zugehörigkeit dazu (s.o.)
#70 virOblationis 16:07:49 | Freitag, 3. August 2007
vergebliche Müh’ Es wird sich um eine Pfarre handeln, der man die überlieferte Messe jahrzehntelang
vorenthalten hat. Angesichts der dadurch verbreiteten Unkenntnis hätte man die Schäfchen ebensogut über
ihre Meinung über Hattuschili I. befragen können.
#23 virOblationis 15:55:55 | Freitag, 3. August 2007
Elemente des Heils und Liberalismus ad Defensor „Das betreffende Dokument besagt, dass eine Identität
zwischen der Kirche Christi und der Katholischen Kirche besteht. Jedoch möchte man gleichzeitig zum Ausdruck
bringen, dass in anderen Kirchen bzw. Gemeinschaften auch einzelne Elemente dieses Heiles – so z.B. in
gültigen Taufen bzw. anderen Sakramenten – zu finden sind. Problematisch wäre diese Äußerung nur,
wenn hier von selbstständigen Heilsmitteln die Rede wäre. Genau das ist jedoch nicht der Fall. Vielmehr
leiten sich die in den anderen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften vorhandenen Heilsmittel ohne Ausnahme
von der katholischen Kirche ab.“ Dies scheint mir fraglich, denn wenn z.B. ein Heide eine gültige Taufe
vornimmt, dann nicht auf Grund seiner Zugehörigkeit zum Heidentum, sondern trotz derselben. „Elemente
des Heiles“ sind also nicht an die nicht-kath. Gemeinschaften gebunden, sondern aus dieser von Einzelpersonen –
man muß wohl sagen – entwendet. Insofern gibt es keine gleichsam akzidentielle Gegenwart der Kirche in
anderen Gemeinschaften neben der substantiellen („subsistit“) in der katholischen. ad .chen „Ist das Problem
nicht eher, daß Traditionalisten den Begriff ‘liberal’ als eindeutig verwenden, obwohl er ein Homonym
ist: ‘Liberal’: a) in säkularer Anwendung für ein Rechts- und Staatssystem und ‘liberal’ b) in kirchlicher
für den sog. ‘Indifferentismus’.“ Allen verschiedenen Formen des Liberalismus, so scheint mir, liegt
dieselbe (verkehrte) Philosophie zu Grunde.
#22 virOblationis 12:13:17 | Freitag, 3. August 2007
Ein Hoch auf Seine Exzellenz! „Und wenn sie zu mir kommen und sich eine lateinische Messe etwa am Dienstag
abend wünschen, dann feiere ich mit ihnen diese Messe.“ Was für ein großzügiges, attraktives Angebot!
#25 virOblationis 17:22:06 | Mittwoch, 1. August 2007
Mutmaßung „‘Neue Forschungen’ hätten aber gezeigt, daß die Ersetzung des ‘est’ durch ‘subsistit’ als
Verstärkung und nicht als Abschwächung des ‘est’ gedacht gewesen sei.“ Demnach wäre der „Geist des
Konzils“ über seine eigenen Füße gestolpert?
#221 virOblationis 15:53:03 | Freitag, 27. Juli 2007
Frage Stimme a.d.T. schrieb: „Dass er (sc. Kreuz.nets M. Kirschbaum) ein Insider der ‘Tradi-Szene’ ist,
ist auch erwiesen. Übrigens wurde er vor einiger Zeit – verschlüsselt – auch von Leser Heggi enttarnt.“
Welchen der Beiträge Heggis meinten sie, werte Stimme?
#216 virOblationis 09:54:43 | Dienstag, 24. Juli 2007
Vergleiche Sozialkatholisch: „Die Wurzel unserer Auseinandersetzung hier ist ob man den Holocaust mit
der Abtreibung vergleichen kann…“ Initiative „Nie wieder!“: „Vergleichen ist nicht gleichsetzen…Wenn
ich etwas vergleiche, setze ich es nicht gleich!!“ – zumindest nicht von vornherein. Vergleichen kann
man alle Dinge miteinander. – Das Ergebnis zeigt entweder, daß beides, was verglichen wurde, in sämtlichen
Merkmalen übereinstimmt, – oder sie stimmen in keinem einzigen Punkt überein, – oder sie stimmen in
einigen, aber nicht allen Punkten überein. Im „Historikerstreit“ ging es um die Singularität des Holocaust,
d.h. um die Frage, wie weit er vergleichbar ist mit anderen Ereignissen. Wenn man Singularität behauptet,
müßte man beim Vergleichen stets zu dem Ergebnis kommen, daß der Holocaust und ein beliebiges anderes
Ereignis in keinem einzigen Punkt übereinstimmen. PiusXII schreibt: „Die zentrale Steuerung des Judenmordes
war übrigens im Historikerstreit 1986 als das Singularitätsmerkmal herausgearbeitet worden.“ Dies setzt
aber einen Vergleich voraus, der offenbar nicht zum Ergebnis einer Singularität gelangt ist, da sonst
nicht ein besonderes, sondern alle Merkmale verschieden sein müßten. So ist Dr. Heger zu verstehen:
„Das [sc. das Geflecht der Begleitumstände] ist nicht so verschieden von anderen ähnlichen Verbrechen
(weshalb die zum Beinah-Dogma erhobene Singularität des Holocausts ein unhistorischer Quatsch ist) und
auch von dem des Babycausts in den verschiedenen Staaten.“
Anmerkung „Das Diözesanblatt einer deutschen Erzdiözese hat eine Breitseite gegen das päpstliche Motu
Proprio zur Freigabe der Alten Messe geritten.“ Einen Breitseite wird abgefeuert, geritten die Attacke.
Es wären alle überrascht gewesen, wenn mein Großvater, der noch Attacke geritten ist, stattdessen irgendeine
Breitseite ebgefeuert hätte.
Unbemerkt und ohne Wirkung? Zitat: „Selbst eine Verzehnfachung des Angebots von ca. 40 auf ca. 400 Gelegenheiten
bliebe doch nahezu unbemerkt im liturg. Geschehen der Gegenwart.“ Kommentar: „Ponderantur, non numerantur.
weiterer Beleg Ein weiterer Beleg dafür, daß nicht eine Rückgewinnung alter Feste etc. bevorsteht,
sd. daß Hybrid-Messen drohen: „Mons. Perl kann sich auch vorstellen, daß in diesem Zusammenhang (sc.
Einführung neuer Hll-Fest und Präfationen) das Gebet für die Bekehrung der Juden vom Karfreitag geändert
würde.“
Hoffnung Worauf gründen Sie ihre Hoffnung, werter Tridentinus, daß ein Auftauen des Ritus geben könnte
(und daß dieses dann nicht zu Hybrid-Formen führt, sondern gewissermaßen zurück hinter das Meßbuch
von 1962)? Hier eine weitere Stimme zum Umgang mit dem Motu proprio eher dagegen zu sprechen scheint:
Der Kardinal [Vlk] gestand, daß er nicht wisse, ob in der Tschechischen Republik „irgendwo jenes lateinische
Meßbuch aus dem Jahr 1962 zur Verfügung steht, nach dem der Priester im ‘alten Usus’ zu zelebrieren
hat“.
defizitäres Christentum Aussagen der Kirche sind für den Protestantismus meiner Meinung nach deswegen
so wichtig, weil er (jedenfalls das Luthertum) kein eigenes „Sein“ hat, sd. von der Negation des Katholischen
lebt und den nicht-negierten Rest als sein „Sein“ ausgibt. Als Beispiel das vierfache Sola: statt Schrift
und Tradition „sola scriptura“, statt Glaube und Werke „sola fide“, statt Gnade und Mitwirkung „sola gratia“,
statt Christus und der Hll. „solus Christus“.
Hybrid-Form Tridentinus schrieb: „Mit dem neuen MP ist die forma extraordinaria Ritus Romani nicht mehr
auf dem Stand von 1962 ,eingefrohren’.“ Daraus die Hoffnung auf Rückgewinnung alter Feste etc. abzuleiten,
halte ich für problematisch. Eher drohen m.E. Hybrid-Formen (Bischof Williamson) der Alten Messe; vgl.
dazu das Folgende: „… der vatikanische Staatssekretär, Tarcisio Kardinal Bertone … erklärte …
zur Alten Messe: ,Es scheint mir schön, daß man zur Tridentinischen Messe zurückkehrt, eine alte Messe,
die für viele neu ist, bedeutet das Wiedergewinnen einer Tradition, einer Sprache, die man nicht in Vergessenheit
geraten lassen sollte.’ … Der Kardinal äußerte sich auch zur Karfreitagsbitte der Alten Liturgie,
in der es um die Bekehrung der Juden geht: ,Man könnte anordnen, daß am Karfreitag alle die Fürbitten
von Paul VI. verwenden’ – wo der angefochtene Passus fehlt.“
#61 virOblationis 16:56:05 | Donnerstag, 19. Juli 2007
liturgische Reformen „Durch die Neuregelung der Rubriken für Brevier und Missale vom 25. Juli 1960, die
mit dem 1. Januar 1961 in Kraft getreten ist, wurde das Fest „Kreuzauffindung“ nicht mehr begangen.“ Wieder
ein Argument dafür, sich nicht mit dem Meßbuch von 1962 zufrieden zu geben. Wie bei den beiden Petrusfesten
vom 18.1. und 22.2. wird auch hier (3.5., 14.9.) eines gestrichen und ein Sinnzusammenhang zerstört.
#49 virOblationis 20:18:22 | Mittwoch, 18. Juli 2007
alte Liturgie Was rückgängig gemacht werden sollte? Nun, ich denke dasjenige, was die Einführung des
NOM vorbereitete, z.B. die Abschaffung zahlreicher Fest-Oktaven und -Vigilfeiern. Schon vor 1969 wurde
auch mit der Zerstörung des Festkalenders begonnen, indem z.B. der 18.1. als Petrusfest getilgt wurde,
weshalb man sich fortan mit dem 22.2. begnügen mußte: Dabei bilden beide Feste, der 18.1. und der 22.2.,
gemeinsam die „Schlüssel der Septuagesima“, d.h. diese Tage sind der frühest und der spätest mögliche
Termin des Beginnes der Vorfastenzeit. So steht gewissermaßen der hl. Petrus mit dem Schlüssel am Tore
des Weges zum hl. Osterfest. Nicht deswegen, „weil“ die Reformen unter Bugnini durchgeführt wurden, sind
sie rückgegängig zu machen. Sein Name bildet nur so etwas wie ein Markenzeichen, das für Qualitätsminderung
steht.
#39 virOblationis 16:39:39 | Mittwoch, 18. Juli 2007
Frage nach Bugnini 1948 gründete Pius XII. eine Kommission zur Reform der Liturgie, und der 1912 geborene
Bugnini (Priester seit 1936) wurde deren Sekretär. 1959 wurde er Sekretär der Liturgischen Vorbereitungskommision
des 2. Vatikanischen Konzils. 1964 wurde das die Liturgiereform betreuende Consilium für die Liturgie
von Paul VI. gegründet und Bugnini wurde wiederum Sekretär. 1967 war es Bugnini, der den Vätern der
Bischofssynode in Rom eine Normenmesse, die sog. Missa normativa, vorstellte. Sie wurde von der überwiegenden
Mehrheit abgelehnt, da sie nicht darstellte, was nach Meinung der Mehrheit der Väter vom Vat. II liturgisch
beabsichtigt worden war. – Dennoch entstand daraus der NOM. Man sieht, daß Bugnini von Beginn an (schon
unter Pius XII. und Joh. XXIII) mit den liturg. Reformen befaßt war. – Daher meine ich auch, daß man
schließlich nicht bei dem Meßbuch von 1962 bleiben wird, sd. auch die davor durchgeführten, verfehlten
Reformen rückgängig machen wird.
verräterische Sprache „…da müssen wir aufpassen, daß wir nicht hinter die Zeit zurückfallen.“ Wer
so redet, kann eigentlich nur dem Zeitgeist dienen, nicht dem Hl. Geist.
syn logo Frage an Pünktchen: Stammt der Ausdruck des „Ideal[s] einer ‘symphonischen’ Beziehung“ in bezug
auf den Caesaropapismus von Ihnen selbst? – Ich finde ihn jedenfalls treffend. Vielleicht könnte man
das Gemeinte noch präziser als „homophonisch“ im Unterschied zum (zweistimmig gedachten) „Polyphonischen“
fassen. Der Osten hat eben keinen Augustinus (De civitate Dei) gehabt, und als dessen Schriften für ihn
während des Spätmittelalters übersetzt wurden, hat er Augustinus ebenso abgelehnt wie die Scholastik
und sich lieber dem Hesychasmus zugewandt. Benedikt XVI. hat in seiner Regensburger Rede einen spätmittelalterlichen
byz. Kaiser zitiert im Zusammenhang mit der Forderung nach der Logos-Mäßigkeit („syn logo“) der Religion
(vgl. Röm. 12, 1), welche die Eigenständigkeit des Logos, der ratio, in der Philosophie zur Voraussetzung
hat. Die Scholastik wird dem gerecht, der Osten – trotz des Zitates des Kaisers – gerade nicht. Darum
verbleiben die beiden Reiche dem Ideal einer homophonischen Einheit verhaftet.
und noch einmal West und Ost Es müßte viel mehr überwunden werden als der Stolz, um zu einer geistig-geistlichen
Einheit mit dem Osten zu gelangen. Ja, liebes Pünktchen, wenn man das als gemeinsame Basis nimmt, was
bis 1054 vorhanden war, und das spätere als jeweilige Sonderentwicklung begreift, dann müßte man sich
sozusagen ins Frühmittelalter zurückbegeben, um zur Einigkeit zu finden. – Schwer vorstellbar. Außerdem
glaube ich nicht an verschiedene Entwicklungen erst im Anschluß an das Frühmittelalter: Anselm von Canterbury,
Thomas von Aquin usw. stellen aus meiner Sicht nur das hochmittelalterliche Erblühen der Blüte dar,
deren Knospe sich im Frühmittelalter bereits gebildet hatte. Umgekehrt kam der Abfall des Ostens (seit
1054) nicht überraschend. Schon während der vorangehenden Jhh hatte der Patriarch von Konstantinopel
sich immer weiter erhoben (z.B. mit dem Titel des ökumen. Patriarchen z.Z. St. Gregors des Großen),
um gegenüber Rom möglichst gleichrangig darzustehen. Zugleich vermochte es der Patriarch Konstantinopels
nicht, sich gegenüber der weltlichen Macht des Kaisers (später der Hohen Pforte) zu emanzipieren. Diese
Unfreiheit spiegelt sich m.E. geistig in der fehlenden Ausbildung einer byz. Philosophie wider. Es mag
allerdings sein, daß der Westen, der sich in der zweiten Hälfte des 20. Jh’s von seiner Scholastik abgewandt
hat, im Irrationalismus versinkt und dadurch zu einer Art von Einheit mit dem Osten findet. – Aber das
wäre furchtbar!
noch einmal West und Ost Ich habe versucht zu zeigen, daß eine Aussöhnung des Ostens mit dem Westen
einer Preisgabe des östlichen Selbstverständnisses gleichkäme, und so etwas ist eben sehr unwahrscheinlich.
West und Ost Die Wiedervereinigung ist nur schwer vorstellbar. Einzelne mögen immer wieder zur kath.
Kirche finden, doch die „Orthodoxie“ insgesamt kaum. Während im Westen die Scholastik entwickelt wurde,
entschied sich der Osten während des Spätmittelalters ganz bewußt dagegen. Die geistige Auseinandersetzung
damit hat in Konstantinopel nicht etwa gefehlt. Nein, man lehnte die Scholastik im allgemeinen und St.
Thomas im besonderen ab, weil diese der ratio (Vernunft) eine so eigenständige Rolle zugestanden, daß
dies dem Osten unannehmbar erschien. Für die Scholastik stellt die Philosophie eine ancilla (Magd) dar,
doch diese ist in dem ihr anvertrauten Arbeitsbereich selbständig tätig. Sie ist keine Sklavin, die
nur bestimmte Aufträge ausführt. Die Theologie kann nicht wider die ratio die Philosophie bestimmen.
Im Gegenteil: auch innerhalb der Theologie kann sich nichts gegen die Grundsätze der ratio ausgesagt
werden. Die scholastische Argumentation für das filioque (das Hervorgehen des Geistes aus Vater und Sohn)
verwarf der Osten, da mit Hilfe der ratio argumentiert wurde. Stattdessen forderte man Belege aus der
Hl. Schrift. Die eigenständige ratio, die von der Offenbarung überboten, aber nicht negiert wird, ist
für den Westen konstitutiv. Der Osten hat schon im Spätmittelalter einen anderen Weg eingeschlagen.
Auf dem wird er aller Voraussicht nach verbleiben.
gezogener Hut Ich ziehe meinen Hut vor dem „Ministranten“, der sonst gegen die Bruderschaft eiferte und
nun versöhnlichere Töne anschlägt, obwohl eine solche Änderung der Haltung ganz gewiß nicht leicht
fällt.
Aufhellung Selbst jemand wie ich, so „fanatisch …reaktionär“, muß schon einmal schmunzeln über die
versammelten Pleonasmen. – Das macht das Leben selbst an trüben Sommertagen ein wenig heiterer.
#146 virOblationis 11:11:32 | Donnerstag, 5. Juli 2007
Marranen Verfolgt wurden diejenigen, die sich taufen ließen, um im Lande bleiben zu können, und ihre
Taufe verleugnend insgeheim am Judentum festhielten.
#144 virOblationis 11:01:11 | Donnerstag, 5. Juli 2007
Vermutung Zitat: „…die Juden wurden aus Spanien nicht wegen ihres Glaubens vertrieben, ganz und gar
nicht. Auch nicht wegen ihrer Volkszugehörigkeit, ganz und gar nicht.“ Den Sinn begreife ich nicht. Vielleicht
ist gemeint: „…die Juden wurden aus Spanien wegen ihres Glaubens vertrieben. Aber nicht wegen ihrer
Volkszugehörigkeit, ganz und gar nicht, [so daß man sie nach Empfang der Taufe weiterhin duldete].“
#130 virOblationis 19:54:00 | Mittwoch, 4. Juli 2007
germ. und deutsche Stämme Bitte zwischen germanischen und deutschen Stämmen zu unterscheiden! Aus dem
Reich des germanischen Stammes der Franken ging das ostfränkische Reich hervor, zu dem auch Thüringer
(einschl. Hessen), (Nieder-)Sachsen, Alemannen und Bayern gehörten. Lauter german. Stämme. Das ostfränkische
Reich expandierte (nicht nur militärisch) nach Osten. Seit Heinrich I. (919 – 936) begann man, vom Reich
der Deutsche (teutonicorum) zu sprechen statt vom ost-fränkischen. Die Deutschen Stämme sind – neben
den oben genannten – diejenigen, die durch Vermischung deutscher Siedler und slawischer Vorbevölkerung
entstanden: Mecklenburger, Brandenburger und (Ober-)Sachsen im Bereich der Wendenstämme (s. Sorben);
dazu Schlesier, Pommern und durch Vermischung mit (baltischen, nicht slaw.) Pruzzen die Preußen. Man
kann auch noch die Sudeten als Siedler im Böhmenland dazurechnen. (Österreicher: s. Bayern; Nord-Schweizer
und Elsässer / Lothringer: s. Alemannen) Seit 1945 ist diese Geschichte natürlich völlig durcheinandergeworfen
worden. – Auch ein Ergebnis des Krieges, und zwar ein solches, das die deutsche Identität äußerst nachhaltig
erschüttert haben dürfte.
#129 virOblationis 11:56:33 | Mittwoch, 27. Juni 2007
Heine, Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland (1834) Zusammenfassung [Ursprünglich
ist der Pantheismus. Beispiele:] Germanen, älteste griech. Philosophen [(Naturphilosophie)]. Mit Plato
und Aristoteles erfolgt eine Aufspaltung der Philosophie: Plato Idealist, Aristoteles [Materialist]. Während
des Mittelalters unterwarf die Scholastik die philosoph. Vernunft der Theologie (keine eigenständige
ratio). Auf Descartes geht die mod. Philosophie zurück. Er hat sie von der Theologie gelöst und auf
ganz „reine Gedanken“ gegründet. Doch aus seinem Cartesianismus gingen wiederum Idealismus und Materailismus
hervor. Die Franzosen wurden John Locke folgend Materialisten. Die Deutschen wurden Leibniz folgend Idealisten.
Spinoza aber wurde der Begründer der pantheistischen Naturphilosophie, die die Spaltung Geist – Materie
überwindet. Kants „Kritik der reinen Vernunft“ löste eine ideelle Revolution aus, vergleichbar der materiellen
in Frankreich. Er beseitigte den Deismus. So blieb nur der Pantheismus. Fichte war Pantheist. Schelling
folgt Fichte und gelangt mit seiner Naturphilosophie zu dem, was Spinoza bereits dachte. Vollendet wurde
dies seit Kant Begonnene durch Hegel. Im Zuge der geschichtlichen Entwicklung folgt nun eine Entchristlichung
[und Hinwendung zum Pantheismus]. Wenn Deutschland ganz entchristlicht ist, folgt eine Revolution zur
Schaffung entsprechender, neuer Lebensverhältnisse, die in Deutschland – gemäß der naturwüchsigen
germanischen/deutschen Wildheit – furchtbar ausfallen wird. ([Vieles kaum nachvollziebar.])
#121 virOblationis 10:18:52 | Dienstag, 26. Juni 2007
alter Bekannter? „Die Menschenrechtsidee, die Republik oder der Liberalismus gehören in diese Bewegung
die allgemein in der Tradition Spinozas und des Pantheismus steht.“ Dies kommt mir sehr bekannt vor. Wie
nannte er sich noch, der dies vortrug? War es nicht Paschut?
Allons, enfants de la patrie! Was soll man von Bürgermeistern eines Staates erwarten, dessen Hymne noch
immer das Marschlied der Revolutions-Soldaten von 1792 ist?
Relativismus Osservatore schrieb: „Die Gefahr der Mauererei liegt in der Förderung eines Relativismus,
der die Religion überflüssig machen soll.“ So sehe ich es auch. Doch ist dieser Relativismus inzwischen
so allgemein verbreitet, daß ich mich frage, ob er die Logen im besonderen überhaupt noch benötigt.
#89 virOblationis 17:48:24 | Donnerstag, 21. Juni 2007
Kirche und Synagoge Mit den von Jürgen verbundenen Bildern zur angeblichen Veranschaulichung eines Altars
im Zentrum der Kirche während der Antike vermag ich nichts anzufangen. Man kann die Grundrisse von Synagoge
und Kirchen schon deshalb nicht vergleichen, weil diese Gebäude ganz verschiedenen Zwecken dien(t)en:
Die Synagoge ist keine Stätte des Opfers(*). Eine solche bestand jüdischerseits allein in Jerusalem
bis 70 n. Chr.: Der Tempel. Dessen großer Brandopferaltar stand jedoch – wie bei anderen antiken Tempeln –
draußen, vor dem Gebäude; eine Parallele zu christlichen Kulträumen stellen eher die Mithräen dar,
deren Altäre an der Stirnseite stehen). (*) Sie mag daher mit protestant. Kirchenräumen verglichen werden,
aber nicht mit kath. Wenn man die Kirche mit etwas Jüdischem vergleichen will, dann mit dem Jerusalmer
Tempel, und gerade in diesem Vergleich zeigt sich der Unterschied zwischen atl. und ntl. Priestertum (vgl.
Hebr.). – Daß mit Gebeten, Lesungen und Predigt wesentliche Aspekte des synagogalen Gottesdienstes übernommen
wurden, steht dem nicht entgegen.
#23 virOblationis 11:35:30 | Donnerstag, 21. Juni 2007
Äpfel und Birnen St. Stefano Rotondo ist keine Gemeindekirche, sd. folgt dem Vorbild der Grabeskirche
von Jerusalem. Wie diese sich über dem hl. Grab erhebt, so ist St. Stefano Rotondo dem hl. Stephanus
geweiht.
#16 virOblationis 11:00:05 | Donnerstag, 21. Juni 2007
neue Kirche Es geht nicht um Freimaurer an sich, sd. darum, daß die Freimaurer an die Stelle des kath.
Glaubens und des Kultus etwas anderes, etwas eigenes gesetzt haben, das vielleicht äußerlich noch ein
wenig an die Kirche erinnert – und eben dies ahmt man nach.
#5 virOblationis 10:18:48 | Donnerstag, 21. Juni 2007
Ähnlichkeit Wobei der Logenraum einer Kirche noch mehr ähnelt, da der Tisch(?) nicht zwischen den Stuhlreihen
steht, sondern an einen besonderen Platz davor gerückt ist.
#242 virOblationis 18:29:02 | Samstag, 16. Juni 2007
liberum arbitrium Das Böse kommt nicht von Gott, sd. geht aus der – verfehlt genutzten – Entscheidungsfreiheit
hervor, mit der bestimmte Geschöpfe (Engel, Menschen) natürlicherweise ausgestattet sind.
#348 virOblationis 18:24:45 | Samstag, 16. Juni 2007
Auf diesen Einwand habe ich schon gewartet: Natürlich gab es auch damals schon eine große Zahl Nicht-Weißer
in den USA, doch: Die Ureinwohner wurden zum größten Teil ausgerottet, die Farbigen bildeten eine Minderheit.
Und daher galt als der typische Amerikaner der WASP: White Anglo- Saxon Protestant
#240 virOblationis 18:20:57 | Samstag, 16. Juni 2007
Thomas vs. Duns Jürgens Interpretation von S. Th. II-II, q. 57 art. 2 ad 3 vermag ich durchaus nachzuvollziehen.
Es geht dort um die Frage, ob die übliche Einteilung in Naturrecht und positives Recht angemessen ist:
Ja, sie ist es. So St. Thomas. Ein Teil der Vorschriften Gottes ist nämlich von Natur aus gut, der übrige
(positive) Teil wird dadurch gut, daß Gott es vorschreibt. Übrigens hat der Nominalismus diesen letzteren
Aspekt verabsolutiert und kommt dadurch zu einem Gottesverständnis, das sich in der Folgezeit bis heute
verheerend ausgewirkt hat, aber mit St. Thomas nicht vereinbar ist. Dieser setzt nämlich gerade keine
Willkür Gottes voraus: Denn durch seine Anordnungen macht Gott gemäß Thomas niemals etwas Schlechtes
zu Gutem, indem er es für geboten erklärt. Jürgen selbst macht dies deutlich durch die Anführung des
folgenden Zitates: „…Weiterhin: Als Abraham einwilligte, seinen Sohn zu töten, willigte er nicht in
einen Mord ein; denn laut Befehl Gottes, des Herrn über Leben und Tod, gebührte ihm der Tod. Gott nämlich
ist es, der wegen der Sünde der Stammeltern den Tod verhängt hat über alle Menschen, Gerechte wie Ungerechte;
wenn nun der Mensch in göttlicher Vollmacht dieses Urteil vollstreckt, ist er kein Mörder, wie auch
Gott nicht…“
#344 virOblationis 17:51:32 | Samstag, 16. Juni 2007
Nicht sehr überzeugend Miles Christi schreibt: „…aber er (sc. Bischof Williamson) ignoriert die Tatsache,
daß seit Hunderten von Jahren Christen gibt, die nicht im Westen wohnen (Äthiopien, Armenien, Indien
z.B.)…“ Das weiß er sicherlich so gut wie Sie. Doch spricht der Bischof in dem von Ihnen angeführten
Text über die (ehemals) christlichen Völker des Westens. Er bezieht sich vor allem auf auf „France,
Great Britain, Germany and also the USA“, deren Einwohnerschaft bis zur Einwanderungswelle seit den 60’ger
Jahren tatsächlich ganz überwiegend weiß gewesen ist. Daher schreib ich davon, daß er sie „ – etwas
pauschal – als ‘whites’ bezeichnet“. Miles Christi fragt: „Und: warum sagt er, daß die ‘non-whites’ sich
weigern, Folge zu leisten (s. unten)?“ Nun, hierbei spricht der Bischof offensichtlich das an, was bei
uns oft „mangelnde Bereitschaft zur Integration“ genannt wird. – Dies hat nichts mit Rassismus zu tun.
Es erhält seine besondere Problematik dadurch, daß eben die christliche Kultur, der sie sich integrieren
sollten, bei den „whites“ in Verfall geraten ist.
#342 virOblationis 14:14:36 | Samstag, 16. Juni 2007
Text-Interpretation Der von Miles Christi angeführte Text aus der Feder Bischof Williamsons scheint nur
auf den ersten Blick rassistisch zu sein. Tatsächlich ist er es m.E. überhaupt nicht. Es geht ihm darum
zu zeigen, daß Unterschiede innerhalb der menschl. Gesellschaft unter den Erlösten aufgehoben sein werden.
Hier existieren sie aber zu recht. Abegelhent wird die Gleichmacherei. Dann spricht der Bischof über
die (ehemals) christlichen Völker des Westens, die er – etwas pauschal – als „whites“ bezeichnet. Ihre
Aufgabe bestünde in der Ausbreitung des ihnen bekannten Evangeliums. Sie versagen weithin und folgen
der falschen Ideologie der Gleichmacherei. – Was wird die Folge sein? Weitgehender Zusammenbruch der Gesellschaft.
Aber der Aufsatz schließt mit den Worten: Then we need to pray that the much greater disasters soon to
take place will open as many eyes as possible, to save as many souls as possible, and if the white men
still refuse to convert, let us pray for some great conversions amongst Jews, Muslims and blacks so that
they may take over where the whites have left off, and may continue to show us the way to Heaven. So long
as God is served, all honor to His servants, of any race, class or sex! Damit dürfte der Vorwurf des
Rassismus erledigt sein.
#67 virOblationis 17:47:38 | Mittwoch, 13. Juni 2007
Häretisches? Merkwürdige Ansichten sind keine Häresie. Und das hier: „Das, was die vatikanischen Kardinäle
treiben ist immer als heilig hochzuhalten. Sie als abornal zu bezeichnen ist eine Beleidigung der Kirche –
also Häresie!“, finde ich in der kath. Glaubenslehre auch nirgends wieder.
#56 virOblationis 17:13:20 | Mittwoch, 13. Juni 2007
Aufforderung Es gibt Leser, die haben offenbar Häretisches entdeckt in Bischof Williamsons Worten. Müller:
„Williamson ist Schismatiker und Häretiker,…“ Sentinel: „Und hier betreibt ein angelsächsischer Bischof
offen Häresie!…“ Lassen sie uns doch teilhaben an Ihren Entdeckungen, und verraten Sie uns, worin denn
die in Ihren Augen anscheinend so offenkundige Häresie besteht.
#11 virOblationis 10:49:01 | Dienstag, 12. Juni 2007
Heidentum „Der bolivianische Präsident Evo Morales (47) möchte den Feiertag Fronleichnam abschaffen
und statt dessen einen freien Tag zu Ehren eines angeblichen Sonnengottes einführen.“ Ob denn – im Zuge
der Beglückung mit vor-kath. Zuständen – auch die Menschenopfer wiederaufgenommen werden?
modernistischer Irrtum (vgl. Pius X.) „Eine Kirche muss auch modern sein. Ecclesia semper reformanda,
die Kirche badarf immer der Neuausrichtung. So wie nach der Reformation eine Neuausrichtung nötig war,
so war auch beim II Vaticanum die Notwendigkeit einer Neuausrichtung geboten.“ Das ist eben modernistischer
Irrtum. Die Wahrheit ist ewig. Nie wird sie sich verändern. Die Kirche kann sich daher immer nur auf
das besinnen, was überall, was immer und was von allen geglaubt worden ist.“ Rom ist zu folgen, aber
nicht im Irrtum: Daher partieller Ungehorsam der FSSPX (vgl. Clausula Petri Apg. 5, 29).
#221 virOblationis 12:30:55 | Mittwoch, 6. Juni 2007
Frage GerdEric schreibt einerseits: „Meine Mutter betete dafür, dass die Rote Armee endlich dem Naziterror
Einhalt bot,…“ Andererseits heißt es: „Wollen Sie damit meiner Mutter unterstellen, sie hätte im ‘Freien
Westen’ gelebt? Sie lebte vorwiegend im Osten. Sie versorgte ein Altenheim, welches mein Grossvater leitete,
der allerdings als 60jähriger noch mal eben zur Front musste… Sie begab sich mit den alten Leuten (und
ihrem kleinen Sohn (das bin nicht ich) auf eine Flucht…“ Warum betete die Mutter einerseits für den
Einfall der Roten Armee und floh andererseits vor ihr?
Abfall Es ging mir bei dem Bekennen der Furcht vor der Hölle nicht um die Reue, sondern um das immer
mögliche Abfallen: Ich kann ja nicht einfach voraussetzen, daß mir das donum perseverantiae (Gabe der
Beständigkeit) von Gott geschenkt worden ist.
Dann wäre dies – wenn ich es recht sehe – jetzt der vollständige Text: 1. [Berufung zum Glied am Leib
Christi] Fest soll mein Taufbund immer stehn, Ich will die Kirche hören! Sie soll mich allzeit gläubig
sehn Und folgsam ihren Lehren! Dank sei dem Herrn, der mich aus Gnad’ Zur wahren Kirch’ berufen hat, Nie
will ich von ihr weichen! 2. [Abrenuntiation] Dem bösen Feind und seiner Pracht gelob’ ich zu entsagen;
verachte seine ganze Macht, will lieber Schmach ertragen. Ich fliehe alle Werke sein, sie enden mit der
Hölle Pein, bereiten ew’ge Qualen. 3. [Credo] An Gott, den Vater, glaube ich, den Schöpfer aller Dinge
und an den Sohn, Herrn Jesus Christus, dass er uns Rettung bringe. Ich glaube an den Heil’gen Geist, der
uns in Wahrheit unterweist und seine Kirche lenket. 4. [Leben im Glauben] So will ich mutig aufrecht stehen,
will wahren meinen Glauben; und müsst’ ich durch Verfolgung geh’n, nie lass ich ihn mir rauben. Der Glaube
bleibt mein höchstes Gut, für ihn geb’ Leben ich und Blut; im Glauben werd’ ich siegen. 5. [Soldat des
Christkönigs] Dem Weltherrn ward ich untertan, hab’ seiner Fahn’ geschworen. Nun hang’ ich seinem Reiche
an, da ich aus Gott geboren. Wir schreiten auf zum Königstor: schon bricht ein Strahl des Lichts hervor.
Dem König will ich folgen. 6. [Ausblick auf die Erlösung] Die rechten Wege wandle ich, Solang ich leb’
auf Erden. Getreuer Gott, beschütze mich Und lass mich selig werden! O mach mich ähnlich Deinem Sohn,
Daß ich erhalte meinen Lohn Im Himmel einst auf ewig.
Möglichkeiten Muß man denn die folgende Strophe auf die von Gott eingesetzte Obrigkeit hin verstehen?
„Dem Weltherrn ward ich untertan, hab’ seiner Fahn’ geschworen. Nun hang’ ich seinem Reiche an, da ich
aus Gott geboren. Wir schreiten auf zum Königstor: schon bricht ein Strahl des Lichts hervor. Dem König
will ich folgen.“ Ist es nicht möglich, sie im geistlichen Sinne zu verstehen: „Gottes Reich hang’ ich
an etc.“ – Zur Fahne vgl. die Darstellungen des Auferstandenen am leeren Grabe. Wenn ich Gott als dem
Weltherrn anhange, dann in der Konsequenz natürlich auch der weltlichen Obrigkeit, die von ihm eingesetzt
ist und ihr Selbstverständnis von daher erlangt. So würde eine Stellung vor der vierten Strophe auch
sehr gut passen. Bedenkt man aber, daß die Weltherrn-Strophe (anders als die vierte) sowohl in geistlichem
als auch in weltlichem Sinne, m.a.W. in doppelter Weise zu verstehen ist, dann hat sie einen besseren
Platz hinter der vierten. Sie wäre dann sozusagen deren Konsequenz: Der Schritt vom Glauben in die Welt.
Strophe 5 schlösse mit „Die rechten Wege wandle ich“ sehr gut an.
Nr. 315 „Der Zeichenhaftigkeit entspricht dies besser?“ Inwiefern? Es dient doch eher der Zerstörung
der überlieferten Ordnung, die selbst dann noch greifen soll, wenn ein Hochaltar (wieder) benutzt wird.
Dies erscheint wenigstens offensichtlich.
Reihenfolge Meines Erachtens muß die Absage an das Böse dem Bekenntnis des Glaubens voraufgehen: Nach
dem Glaubensbekenntnis hat die Absage des Bösen doch keinen rechten Sinn mehr. Dort folgt vielmehr dasjenige,
was man als Glaubender in der Kreuzesnachfolge zu erdulden hat.
#71 virOblationis 18:25:27 | Donnerstag, 31. Mai 2007
Vorstufe zur Erkenntnis Zitat: „Die pr[a]epubertät. Das Fettgedruckte [pr[a]e-] steht für ‘vor’, eine
Vorstufe der Stufe Pubertät.“ Sie sagen es ja fast selbst: „Das Fettgedruckte [pr[a]e-] steht für ‘vor’,
eine Vorstufe der Stufe Pubertät.“ [Ja, eine Stufe eben „vor“ der Pubertät: Der letzte Zeitraum vor
dem Auftreten der sekundären Geschlechtsmerkmale.] Sie geben sich schon fast selbst die Antwort. Sie
stehen auf der Vorstufe zur Erkenntnis. Zu dieser sind Sie leider aber noch nicht durchgedrungen. Insofern
ist ihr Zustand durch ein „pr[a]e“ gekennzeichnet.
#18 virOblationis 17:11:32 | Donnerstag, 31. Mai 2007
Unglaube „Inzwischen weht auch im deutschen [Verteidigungs]ministerium ein anderer Wind. Es scheint sich
am Revisionismus nicht weiter beteiligen zu wollen.“ Das sehe ich nicht. Dafür hätte ich gern Belege.
#14 virOblationis 12:37:38 | Donnerstag, 31. Mai 2007
Problem Frasim schrieb: „Oder sind die Hymnen schon zu sehr liturgisch ans Stundengebet oder an die jeweiligen
Tage gebunden?“ Ich denke, nicht darin besteht das Problem, sd. vielmehr darin, daß solche Gesänge zu
sehr mit dem überlieferten Glauben verbunden sind.
#62 virOblationis 10:44:19 | Donnerstag, 31. Mai 2007
vulgärer Charakter .chen schrieb: „Den eigenen Interessen wird alles, sogar das Lebensrecht anderer systematisch
untergeordnet!“ Zu solcher Anmaßung des „vulgären Charakters“ gibt es einen m.E. sehr gelungenen Artikel
des Soziologen Wolfgang Sofsky in der NZZ. Man findet ihn unter www.nzz.ch/…li/articleEXT7P.html
Geschwafel Von einem ‘Forum Katholische Theologie’, das sich auch noch als „Fakultätsvertretung Katholische
Theologie“ bezeichnet, sollte man etwas mehr als bloßes Geschwafel erwarten dürfen. Natürlich kann
ein Forum nicht unbedingt etwas für Beiträge, die Stränge lediglich „zumüllen“. Aber dazwischen sollte
doch auch einmal etwas Fundiertes auftauchen, etwas argumentativ Untermauertes, vielleicht von Moderatoren
o.ä. Es tauchen doch genügend Stichworte in dem monierten Kreuz.net-Artikel auf, an denen man die jeweils
eigene Sicht der Dinge festmachen könnte. Es muß ja nicht jeder zustimmen, aber zumindest müßte er
Argumente für die eigene Sicht der Dinge liefern. Stattdessen nur Geschwafel. Zum Stichwort „Rahner“
bloß: „Den hat jemand (sc. der Vf. des Kreuz.net-Artikels) nicht verstanden.“ Das ist alles.
gelernt Zitat: „Nach dem Zweiten Weltkrieg habe man daraus schon einiges gelernt und die Besiegten an
der Neuordnung beteiligt.“ Im Osten durfte jedes Land seinen eigenen Weg zum [real existierenden] Sozialismus
finden. – Und im Westen…?
Roms Autorität Ich widerspreche Ihnen nicht, werter Rudolfus. Doch erkennen die Protestanten die – zweifellos
vorhandene – Autorität Roms nicht an. Geläufig erscheint heutzuttage die Interpretation des Satzes,
der bei der protestant. Trauung vorgetragen wird: „Was Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht
scheiden!“ in folgendem Sinne: Der Mensch soll die Ehe zwar nicht scheiden, aber aus seelsorgerlichen
Gründen muß dies halt doch dann und wann geschehen, will man doch nicht unbarmherzig sein. Schließlich
nimmt doch Gott jeden Menschen so an, wie er eben nun einmal ist. Natürlich haben die Reformatoren noch
anders argumentiert, doch sie stehen in den heutigen „Landeskirchen“ auch nicht gerade hoch im Kurs.
Defekt Rudolfus schrieb: „Die Unauflöslichkeit der Ehe ist durch Christi Gesetz gegeben, und Christus
gibt hier klare Unterweisungen in den Evangelien. Dieses Gesetz kann auch keine „Bischöfin“ ändern.“
Gewiß. „Ihre Ehe muß deshalb von katholischer Seite als gültig angesehen werden, …“ Dies halte ich
keineswegs für zwingend, denn wenn eine Ehe geschlossen wird, die man aber entgegen dem Gebot des Heilands
von vornherein nicht als prinzipiell unauflöslich ansieht, dann weist m.E. die Form dieses Eheschlusses
einen so gravierenden Defekt auf, daß ich bezweifle, daß die Ehe unter diesen Voraussetzungen überhaupt
zustande kommen kann.
protestant. Ehen RJH schrieb: „die Unauflöslichkeit bewahren das machen ja nicht einmal evangelische
‘Bischöfinnen’.“ Eben. Deshalb halte ich die heutzutage praktisch selbstverständliche Anerkennung einer
von getauften Protestanten geschlossenen Ehe für problematisch. – Man kann doch nicht die Augen davor
verschließen, daß schon für die Reformatoren des 16. Jh’s eine Scheidung mit Wiederverheiratung für
den unschuldigen Teil als möglich angesehen wurde. Wenn aber eine Scheidung von vornherein als möglich
angesehen wird: Wie soll man dann eine Ehe eingehn, die man zugleich als unauflöslich anerkennt?
#40 virOblationis 10:19:37 | Donnerstag, 24. Mai 2007
Erwiderung Ich schrieb: „…das Naturrecht [hat sich], so weit ich sehe, in der Neuzeit zu sehr zum Recht
des Individuums entwickelt. So kann man die – natürlich illegitime – Postulierung eines Rechtes auf Tötung
mißliebiger Kirnder m.E. aber aus der [neueren] Entwicklung des Menschenrechtsgedankens [als neueste
Entwicklung] herleiten.“ .chen entgegnete: „Darin liegt genau der ‘Tradi’-Denkfehler und der Denkfehler
mancher sich selbst mißverstehender ‘Moderner’! ‘Recht’ herrscht für Kant dort, wo der Wille des einzelnen
mit dem der anderen zur Einheit derart gebracht werden, daß die Freiheit eines jeden mit der der anderen
sich vereinbaren läßt. Damit unvereinbar sind Vorsatztötungen an und für sich. Aus diesem Grunde hat
der Aufklärer Kant sich in seiner Rechtslehre auch klar gegen die Abtreibung ausgesprochen.“ Ein Denkfehler
meinerseits läge vor, 1) wenn Kant die Menschenrechtsidee entwickelt hätte 2) oder diejenigen, die die
Idee der Menschenrechte in der Neuzeit entwickelt haben, den Kantianismus angenommen hätten, 3) oder
wenn ich behauptet hätte, die neueste Entwicklung, die vom Menschenrechtsgedanken ausgeht (und ihn zum
„Recht“ auf Abtreibung verkehrt) sei mit dem Kantianismus vereinbar. Kant ist für mich keine geistige
Größe, an der ich alles messe, sondern ein neuzeitl. Philosoph, dessen Bemühungen ich anerkenne, den
ich aber in seiner geistesgeschichtlichen Bedingtheit sehe. – M.a.W.: Der Kantianismus ist nicht die Philosiophia
perennis, und er kann sie auch nicht ersetzen.
#12 virOblationis 09:54:12 | Donnerstag, 24. Mai 2007
Zitat „Wir fragten uns vor dreißig und mehr Jahren, ob man dem, was Jesus beim Abendmahl tat und wollte,
nicht durch eine andere Form näher kommen konnte.“ Die Szenerie des Abendmahlssaales anstatt des Golgothahügels
mit dem Kreuz: Dies zielt auf eine Mahlfeier anstelle des Meßopfers.
Menschenrechte ohne Gottesrecht Mit der Formulierung der Menschenrechte hat sich das Naturrecht, so weit
ich sehe, in der Neuzeit zu sehr zum Recht des Individuums entwickelt. So kann man die – natürlich illegitime –
Postulierung eines Rechtes auf Tötung mißliebiger Kirnder m.E. aber aus der Entwicklung des Menschenrechtsgedankens
herleiten. M.a.W.: Schon der Gedanke der individuellen Menschenrechte hat aus meiner Sicht die Entwicklung
des Naturrechts von der Mitte der Bahn abgebracht, und nunmehr ist sie gänzlich vom rechten Pfad abgewichen.
an GerdEric Sehr anständig von Ihnen, daß Sie noch einmal klarstellten, was Sie meinten: „Hm, das Gesockse
bezog sich auf das deutsche reich, ich gebe zu, das hätte ich hier deutlicher machen müssen, ‘tschuljung.“
Allerdings verstehe ich, ehrlich gesagt, auch nicht, wie man so etwas von Deutschland und seinen Adligen
sagen kann. Sie fragten: „…werden Sie ihn (sc. Christus vincit) bitten,das [über Joh. Paul II. Gesagte]
klar zu stellen? Danke.“ Ich lese nicht alle Beiträge. Bei manchen Namen drücke ich nur die Pfeiltaste,
sobald ich sie erblicke. Darum werde ich auch nicht auf deren Beiträge eingehen.
Stilfrage „GerdEric“ schreibt von einer „Kirche … mit all dem adligen Gesockse?“ Was wäre denn, würde
man von einem „Gesockse“ in bezug auf die Angehörigen der Synagoge sprechen? Auch recht?
Stabilität etc. „Es wird wohl nötig sein, dass Afghanistan ein stabiles Land wird, damit auch die Region
stabil bleibt.“ Nun, z.Z. ist es jedenfalls noch der größte Opium-Produzent der Welt (natürl. nur Gift
nur für die „Ungläubigen“) mit einem Staat, der den Übertritt zum Christentum mit dem Tode bestraft:
Und dafür müssen deutsche Soldaten den Kopf hinhalten!
Zitat „Im Verständnis des Laientums, in der Ökumene sind wird sogar progressiv.“ Wohin will man denn
progredieren? – Nun, immer weiter in der seit dem Vat. II eingeschlagenen Richtung. Es mag dem Sprecher
solcher Sätze selbst gar nicht klar sein, daß er damit als Ziel, zu dem er fortschreitet, nur die völlige
Nivellierung des Unterschieds zwischen Priestern und Laien bzw. zwischen der kath. Kirche und andern religiösen
Gemeinschaften meinen kann.
Treffender? Es wäre vielleicht die Bezeichnung „Gegner der Globalisier“ treffender als „Globalisierungsgegner“,
da sie ja Gegner nicht der Globalisierung sind, wie wir übereinstimmend festgestellt haben, sondern Gegener
der führenden Globalisierer, da sie eine andere Art der Globalisierung wünschen.
Wunsch Herr Dr. Heger schrieb: „Krankheitshalber mußte und muß ich auch weiterhin meine Teilnahme in
diesem Forum einschränken.“ Alles Gute und Gottes Segen für Sie!
Weltsprache? International gebrauchte Verkehrssprachen gab es auch schon früher, z. B. das Aramäische,
das von Ägypten bis über Persien hinaus von Kaufleuten gesprochen wurde, vor allem aber westlich des
Euphrat. Man hat also schon früher gewußt, sich zu verständigen, die „babylonische Konfusion“ partiell
zu überwinden.
Erwiderung Ich glaube nicht an eine geschichtliche Überwindung der babylon. Sprachverwirrung. Stattdessen
wird es nur eine zunehmende Entwurzelung heimatlos Gewordener geben. Daß die fortgeschrittene Technik
zur allgemeinen Überwindung von Grenzen führt, halte ich für eine Utopie. Es gab schon früher Fernhandel
und international operierende Unternehmen; die höhere Geschwindigkeit des Transports und der Kommunikation
ändert nichts Grundsätzliches.
Globalisierung Ich stimme solchem Denken nicht zu, wenn dahinter eine Ideologie steht, die als das Individuum
umgreifende Größe nur den Weltstaat sieht, dessen einzelne Provinzen von denen gebildet werden, die
früher einmal Nationen waren. Solche Ideologie sieht – in der Tradition Hegels – nur den Einzelnen und
den (Partikulär oder Universal-)Staat. Der Mensch wird zum beliebigen Teil einer heimatlosen Maneuvriermasse.
Die geschichtlichen Institutionen der Familie und des Volkes sollen ignoriert werden. Die jeweilige Sprache
wird durch Pidgin ersetzt, das Brauchtum durch das, was man dem Fernseher entnimmt. Die Globalisierung
ist eine Utopie mit antiken Wurzeln: Den Weltstaat wünschten schon die Stoiker herbei. – Ich bin kein
Stoiker, und ich lehne so etwas grundsätzlich und entschieden ab.
Erstaunen Genoveva schrieb: „Nein, das sind sie natürlich nicht. Sie sind ja selbst eine global vernetzte
Organisation.“ Dann wundert es mich nur, daß die Bezeichnung „Globalisierungs-Gegner“ offenbar überall
kritiklos hingenommen wird.
Gegner der Globalisierung? Sind die linken „Globalisierungsgegner“ tatsächlich das, was ihre Bezeichnung
vorgibt, nämlich Gegner der Globalisierung? Dann müßten sie doch für Volk und Familie, Nation und
Heimat einstehen. Sie sind doch offenbar nur Gegner eines bestimmten Aspektes der Globalisierung, desjenigen,
der die Wirtschaft betrifft. – Ihre Bezeichnung tragen sie demnach nicht zu recht.
guter Grund „genauso gut hätten sie in der Faschistenzeit die Augen vor den KZs fest verschlossen…“
Es geschah eben aus „gutem“ Grund, daß die Nazis geheimhielten, was genau in den KZs vor sich ging. Bilder,
wie sie nach dem Ende des Regimes in der Öffentlichkeit gezeigt wurden, hätten sicherlich nicht zur
stabilisierung der Herrschaftsverhältnisse beigetragen.
#96 virOblationis 07:55:04 | Donnerstag, 10. Mai 2007
Anmerkung Mir erscheint Athanasius’ Reichtum an Wissen immer wieder staunenswert. Doch stets recht haben
kann niemand von uns. Wenn Athanasius nun in einer Frage einmal nicht recht haben sollte, dann, so meine
ich, dient eine wiederholte Aufzählung von echten oder vermeintlichen Fehlern sicherlich weder ihm, noch
befördert es die Diskussion.
Bitte um Text Ich vermag der Diskussion augenblicklich nicht zu folgen, weil sie sich auf Grundlagen (neue
Form der Bischofsweihe) bezieht, ohne diese als Text zugänglich zu machen.
Erhellende Unterscheidung Erhellend für die Diskussion war m.E. die Unterscheidung zwischen valor und
validitas, die Tridentinus einbrachte. Spätmerker führte den Satz an: „Quibus colligitur, etiam secundum
mentem ipsius Concilii Florentini, traditionem instrumentorum non ex ipsius Domini Nostri Iesu Christi
voluntate ad substantiam et ad validitatem huius Sacramenti requiri. Quod si ex Ecclesiae voluntate et
praescripto eadem aliquando fueritnecessaria ad valorem quoque , omnes norunt Ecclesiam quod statuit etiam
mutare et abrogare valere.“ Damit zeigte er meiner Meinung nach überzeugend auf, daß validitas der substantia
entspricht und der Anordnung Christi, valor aber dem Willen und der Vorschrift der Kirche, deren Formulierungen
veränderbar sind. Spätmerker schreibt: „Dabei ist es kein Widerspruch, wenn er schlußendlich auch jene
Worte, die er ‘essentialia’ nennt, dem Bereich Valor zuordnet, nämlich da, wo Valor und Validitas identisch
sind. Validitas ist also eine logische Teilmenge des Begriffes Valor.“ Es ist kein Widerspruch. Aber wenn
der Text „quorum haec sunt essentialia ideoque ad valorem requisita…“ stattdessen „ad validitatem“ hätte,
wäre er wohl eindeutiger.
schwierige Diskussion Bei der Auseinandersetzung um die Worte „Forma autem constat verbis ‘Praefationis’,
quorum haec sunt essentialia ideoque ad valorem requisita: ‘Comple … sanctifica.’“ vertritt Athanasius
die Auffassung, die gesamte Präfation sei notwendig, nicht nur die angeführten Worte. A. schreibt: „Pius
XII. hat festgestellt, dass die Präfation die Form ist… Die Form ist die Präfation als ganze.“ Unerquicklich
wird die Diskussion m.E. durch die Unklarheit, da Karl Murx dem Athanasius zwar widerspricht, doch nicht
die dazu notwendige Gegenposition bezieht. K. M. zeigt zwar einerseits m.überzeugend auf, daß „quorum
haec“ sich nicht auf die gesamte Präfation beziehen kann, sd. nur auf die folgenden zitierten Worte „‘Comple …
sanctifica.’“ Doch andererseits finde ich keine Aussage darüber, daß K. M. seiner Interpretation folgend
die Ansicht vertritt, daß nicht die gesamte Präfation für die Gültigkeit der Weihe notwendig ist,
daß vielmehr die Worte „‘Comple … sanctifica.’“ ausreichen. Stattdessen heißt es: „…über die Notwendigkeit
der Weihepräfation herrschte ja überall Einigkeit. Es ging also darum, die wesentlichen Worte selbst
festzulegen.“ Inwiefern sind sie wesentlich, wenn die Präfation ebenfalls „notwendig“ ist? Wiederum heißt
es bei K. M.: „Pius XII sagt eben gerade nicht, daß das ganze Weihegebet zur Gültigkeit notwendig ist.“
Nun erwartet man die Aussage: Folglich reichen die Worte „‘Comple … sanctifica.’“ Stattdessen aber schreibt
er: „Darüber kann man geteilte Meinung sein.“
Anmerkung Alkuin schrieb: „Zu 5. Stimmt ganz genau. Das erste Leinentuch ist der Kopfwickel vgl. Das Sudarion
von Oviedo, das zweite Leinentuch vgl. La Sindone von Turin. Ein 3. Tuch aus Byssus, das von Manoppello,
ist aber nicht auszuschließen. Die vergleiche zwischen diesen 3 Tüchern ergab, dass sie 100% mit einander
übereinstimmen. Zu 6. Stimmt, aber niemand behauptet, dass der Volto Santo das Sudarion ist! Aber als
kostbare Grabbeigabe für den höchsten Priester ist es durchaus geeignet (vgl. Ex 25, 1-4;26,1).“ Das
Bluttuch von Oviedo hat m.E. nicht mit der Bestattung zu tun. So weit mir bekannt, war es jüd. Brauch
den Hingerichteten nach Eintreten des Todes das Gesicht zu verhüllen. In solcher Weise wir auch das Bluttuch
von Oviedo verwendet worden sein, also nicht bei, sd. vor der Bestattung.
Frage Möglich, daß die Abänderung zu „pro multis“ ein Versuch ist, bischöfliches Verhalten vor weitgehenderen
Veränderungen zu erkunden. Inzwischen aber ist längst bekannt, wie sich bestimmte Bischöfe und Bischofskonferenzen
verhalten. – Welche Fortschritte verzeichnet angesichts dessen das „pro multis“? Wird es konsequent verfolgt?
Skepsis Mit der Zulassung weiterer Präfationen knüpft man gewissermaßen an die Bearbeitung der hl.
Messe unter Joh. XXIII an, der z.B. auch den hl. Joseph in den Canon einfügte. Es mag ja alles gut gemeint
sein, aber nach den Erfahrungen der letzten Jahrzehnte ist Skepsis gegenüber jeglicher Veränderung des
überlieferten Ritus wohl verständlich.
meine Befürchtung Libertas ecclesiae schrieb: „Eine sinnvolle Ergänzung [des Alten Ritus] wäre natürlich
grundsätzlich zu begrüßen, müsste jedoch behutsam und einheitlich von der zuständigen kirchlichen
Autorität verfügt werden.“ Eben das befürchte ich. – Nach den Erfahrungen der letzten Jahrzehnte zu
erwarten, daß Veränderungen des überlieferten Ritus „behutsam“ durchgeführt werden, vermag ich mir
nicht vorzustellen. Eine Ergänzung mit den Festtagen neuer Heiliger etc. wäre kein großes Problem.
Dann kämen neue Präfationen hinzu. (Reichen die alten nicht aus?) Eine erste Maßnahme wiederum am Schreibtisch
erdachten Machens von Liturgie. (Lehnte Kard. Ratzinger solches nicht gerade ab?) Welche weiteren – nicht
mehr ganz so behutsamen – Schritte wären dann noch zu erwarten? Am Ende stände ein irgendwie verstümmelter
Ritus, der dem NOM nicht mehr allzu unähnlich ist und als überlieferte Messe zelebriert werden darf.
Reform der Reform Heinrich schrieb: „Ich finde es ganz gut, wenn die alte Messe jetzt nicht kommt. Je
später sie kommt, umso vollständiger wird die Niederlage der Revolution sein…“ Vielleicht will uns
der liebe Gott auch vor einer noch größeren Enttäuschung bewahren: Bisher wurde die überlieferte Messe
auf dem – gewiß nicht mehr optimalen – Stand von 1962 „eingefroren“. Was geschähe aber, wenn ein noch
nicht zum alten Glauben bekehrtes Rom, die überlieferte Messe freigäbe? Es drohte m.E. die Gefahr einer
„Reform der Reform“, die nicht am NOM ansetzt, sd. an der überlieferten Messe, um beide Formen einander
anzunähern! Obwohl Mischformen untersagt sind, benutzte der damalige Kard. Ratzinger die 1965-Form der
Messe bei einer Tagung als Perspektive einer „Reform der Reform“. (Die näheren Umstände dieser Tagung
habe ich leider nicht mehr im Gedächtnis. Vielleicht wäre jmd. so freundlich, den Faden aufzunehmen.)
Traditionen Was als Canones des Konzils von Nicaea gezählt wird, ist nur tw. echt. Anerkannt werden allg.
die ersten 20 Canones. Was dort behandelt wird, ist häufig situationsbedingt. Wenn Can. 20 den Brauch
des Niederkniens an den Sonntagen und in der österlichen Festzeit bis Pfingsten zurückweist, so geht
es hierbei sicherlich nicht um zentrale Inhalte des christlichen Glaubens. Anm. Die überlieferte Messe
ist nicht 1570 entstanden, sd. reicht im Kern bis in die anfangszeit der Kirche zurück. – Ihr jahrhundertelanges
Wachstum innerhalb der Kirche macht sie unvergleichlich.
Konzilskirche Wenn es der „Konzilskirche“ (Paul VI.) nicht gelingt, sich zur Vergangenheit der Kirche
zu bekennen, aus der die Liturgie nun einmal nicht wegzudenken ist, dann kann sich die Konzilskirche auch
nicht darauf berufen, in der Tradition eben dieser Kirche zu stehen, vielmehr erweist sie sich einmal
mehr als etwas Neues.
Die eine Aussage schließt die andere nicht aus Der Sohn des Menschen geht zwar dahin, wie von ihm geschrieben
steht; aber wehe dem Menschen, durch den der Sohn des Menschen verraten wird. (Matth. 26, 24 a parr.)
Wenn der Heiland auch um unserer Sünden willen gestorben ist, so sind doch deswegen diejenigen nicht
schuldlos, durch die Er ans Kreuz gebracht worden ist.
Fortsetzung [Da Petrus zu seinen Landleuten gewiß aramäisch sprach, gibt uns Apg. 3 seine Predigt in
einer inspirierten griech. Version wieder. Ich zitiere die latein. Vulgata, denn sie stellt wiederum die
inspirierte Übersetzung des entsprechenden griechischen Textes dar. – Sie werden kaum Widersprüche zw.
den Versionen entdecken.] Daß solches wie in der Petruspredigt nicht nur kurze Zeit nach den österlichen
Geschehnissen verkündet wurde, zeigt der 1. Thess., der etwa zwanzig Jahre später entstanden ist. Darin
heißt es Vos enim imitatores facti estis fratres ecclesiarum Dei quae sunt in Iudaea in Christo Iesu
quia eadem passi estis et vos a contribulibus vestris sicut et ipsi a Iudaeis. Ihr (sc. Thessalonicher)
seid zu Nachahmer gemacht worden der Gemeinden Gottes, die in Judaea sind in Christus Jesus, weil auch
ihr dasselbe erlitten habt von euren Mitbürgern wie auch sie von den Juden. Qui et Dominum occiderunt
Iesum et prophetas et nos persecuti sunt et Deo non placent et omnibus hominibus adversantur. Sie (sc.
die eben genannten Juden) haben auch den Herrn Jesus getötet und die Propheten und uns verfolgt und sind
Gott nicht wohlgefällig und allen Menschen feind. (1. Thess. 2, 14 – 15) Petrus entsprechend heißt es
bei Paulus: Sie, [die Juden, die von ihrer Ablehnung des Heilands nicht lassen wollen, weswegen sie die
Christen verfolgen,] haben auch den Herrn Jesus getötet.
Die Schuld am Kreuzestod des Heilands Heinz Joseph schrieb: „Wir Christen haben Jesus millionenfach ans
Kreuz geschlagen. Es gibt nur einen Weg, den der Umkehr und Buße wie ihn Johannes Paul II gegangen ist.“
Das NT sieht dies offenbar anders. St. Petrus predigt im Jerusalemer Tempel vor den Bürgern der Stadt
folgendermaßen: Viri israhelitae! Ihr Israeliten! (Apg. 3, 12), sagt Petrus. Er spricht seine Hörer
also als Angehörige des jüd. Volkes an. vos autem sanctum et iustum negastis Ihr habt den Heiligen und
Gerechten abgelehnt, et petistis virum homicidam donari vobis und ihr habt gebeten, daß ein Mörder euch
geschenkt werde, auctorem vero vitae interfecitis den Urheber aber des Lebens habt ihr getötet, quem
Deum suscitavit a mortuis den Gott auferweckt hat von den Toten, cuius nos testes sumus. dessen sind wir
Zeugen. (Apg. 3, 14 – 15) Petrus bezeichnet alle Angehörigen des jüd. Volkes demnach als schuld am Tod
des Heilands: „Ihr habt [Ihn] getötet.“ Der Apostelfürst sagt aber auch, wie jeder Angehöriger des
jüd. Volkes von dieser Schuld loskommen kann. Paenitemini igitur et convertimini, ut deleantur vestra
peccata. Tut Buße und bekehrt euch, damit eure Sünden getilgt werden. (Apg. 3, 19) Allein der Unglaube,
die Ablehnung des Heilands hält in der Schuld fest. Mit dem Glauben wird auch die Schuld am Tod des Heilands
getilgt. Insofern ist sie nicht mit der Volkszugehörigkeit verbunden. Solange aber am jüd. Bekenntnis
festgehalten wird, bleibt auch die Beteiligung an der Kreuzigung des Heilands.
die Stimmen der sieben Todsünden „Und überbezahlte Zelebrationsheinis, die meinen, die potestas consecrationis
rechtfertige ein höheres Beamtengehalt und miserable theologische und kommunikative Kompetenz.“ Ist dies
wohl der Neid?
Weihe Es ist natürlich leicht, P. Mählmann zu kritisieren, sobald er etwas Öffentlichkeitwirksames
unternimmt. Die einen sehen wieder nur einen angeblichen Schismatiker, der für seine Parteiung wirbt,
die anderen sind gegenüber aller Marienverehrung skeptisch und wittern Häresie, die letzten schließlich
mögen die Muttergottes auf Grund ihrer mehr oder weniger ausgeprägten protestantischen Neigungen überhaupt
nicht verehrt sehen. Was ist denn die Alternative für den braven Katholiken? Nichts tun? Schweigen? Was
unternimmt seine „Amtskirche“? Wenn die Bruderschaft auch nur von geringer Größe ist, so setzt sie ihre
„kleine Kraft“ ein, damit Weihejubiläen nicht einfach übergangen werden, wie es ja geschähe, wenn man
sie der „Amtskirche“ überließe.
Gesinnungsstaat Ein Gesinnungsstaat kann verschieden ausgerichtet sein. „Jakobinisch“ bezeichnet aus meiner
Sicht ein linksorientiertes Regime, das auch vor Gewalt nicht zurückschreckt. Zur Bezeichnung unserer
real existierenden Gegenwart wäre „Antifa-Republik“ m.E. gut geeignet, weil dies auch die geistige Verbindung
mit der untergegangenen DDR hervorhebt.
#248 virOblationis 18:35:57 | Donnerstag, 3. Mai 2007
Kant und Nominalismus .chen schrieb: „Die Erkenntnis des Objektes mag prinzipiell unvollkommen sein, sie
entscheidet jedenfalls nicht über seine „Existenz“, bzw. seinen ontischen Status!“ Das ist mir klar.
Ich sehe eine weitgehende Entsprechung zw. Kants „Zweiklang“ von Anschauung und Denken und der nominalistischen
Erkenntnistheorie, die die Wahrnehmung von Dingen und das Durchdenken eben dieser Wahrnehmung unterscheidet.
Nahezu die gesamte Philosophie seit dem Spätmittelalter geht davon aus, daß die Erkenntnis mit dem Wahrnehmen
einzelner Dinge (vgl. Anschauung) einsetzt. Diese Erkenntnistheorie setzte sich an die Stelle der bis
dahin in der Scholastik vertretenen, die in platon.-aristotel. Tradition davon ausging, daß die Erkenntnis
eines Dinges das Ergebnis eines Erkenntnisprozesses ist. Der Nominalismus griff auf die Vorstellung eines
unmittelbaren Erkennens von Dingen zurück, die schon Stoa und Vorsokratiker (aus dem Gedächtnis angeführt)
gelehrt hatten. Darin, daß das Erkennen nach Kant „strengen „Regeln“ und Gesetzmäßigkeiten“ (vgl. Aristoteles’
Kategorien) folgt, zeigt sich m.E., daß er auch an ältere Traditionen anknüpft. – Um so bedauerlicher
finde ich es, daß er eben dennoch beeinträchtigt ist durch das geistige Vermächtnis von Duns Scotus
und Wilhelm von Occam.
#243 virOblationis 17:51:29 | Donnerstag, 3. Mai 2007
Erklärung .chen schrieb: „Der Universalienstreit bezieht sich in erster Linie auf Allgemeinbegriffe …
und die Frage, welche Realität … diesen Begriffen zukommt. Ich sehe nicht ganz klar, wie der Erkenntnistheoretiker
Kant in diesen Streit einzuordnen wäre, da er eine vermittelnde Position zwischen dem reinen Empirismus
(Nominalismus) und dem Rationalismus (Universalienrealismus) einnimmt.“ Als ich schrieb, daß Kant voraussetze,
was durch den Nominalismus herbeigeführt worden ist, ging es mir lediglich darum, daß Kant m.E. an die
philosophischen Vorgaben des Nominalismus gebunden bleibt und daher beeinträchtigt ist in seiner Philosophie. –
Dies bezog ich auf das von Ihnen gebrachte Zitat, wonach „das Gebiet des Wissens die Welt des Erfahrbaren …
ist, während der Glaube sich auf etwas richtet, was jenseits aller Erfahrung … liegt“. Im Gefolge des
Nominalismus wurden Glaube und Wissen ja nicht mehr nur unterschieden, sd. strikt voneinander getrennt,
ebenso Subjekt und Objekt. Kants Erkenntnislehre überwindet m.E. die Kluft zw. Subjekt und Objekt nicht,
sd. sucht die Problematik zu lösen, indem er das ganze Gewicht auf die Seite des Subjekts verlagert.
Danach erfaßt das erkennende Subjekt zwar das Objekt durch Anschauung und Denken, doch bleibt ihm das
Ding an sich, das Objekt im Grunde fremd. Vergleichbar ist dies m.E. dem Nominalismus, nach dem das erkennende
Subjekt die erkannten Objekte willkürlich mit Begriffen belegt, die ihnen fremd bleiben.
#227 virOblationis 13:02:10 | Donnerstag, 3. Mai 2007
verlorenes Subjekt durch unerreichbares Objekt .chen schrieb: „Kant hat eine ‘Kritik’ der menschlichen
Erkenntnisfähigkeiten beabsichtigt dergestalt, daß diese Fähigkeiten rein in sich nach ihren inhärenten
und vor allem: ‘apriorischen’ Bedingungen und nach ihrer Reichweite befragt werden.“ Gewiß, nur setzt
Kant dabei schon das Auseinandertreten von Subjekt und Objekt sowie Gott bzw. Theologie und Welt bzw.
Philosophie / Wissenschaften, voraus, welche durch den Nominalismus herbeigeführt worden ist. Wie die
Universalien bzw. Begriffe nicht mehr in der Wirklichkeit (geistig) vorhanden sind, sd. lediglich vom
Menschen gebildet werden, um irgendwelche von ihm willkürlich zusammengefaßten Dinge zu bezeichnen,
so begreift auch nach Kant der Mensch die Wirklichkeit nur, ohne sie selbst, die Dinge an sich, eigentlich
zu erfassen. Subjekt und Objekt bleiben voneinander getrennt. Ganz anders die frühere Erkenntnislehre,
wonach die erkannte (geistige) Form der tatsächlich existierenden geistigen Form der Dinge entspricht.
Beide sind sogar miteinander identisch. Solange wir den Nominalismus voraussetzen, werden wir die von
ihm hervorgebrachten Mängel grundsätzlich nicht überwinden können, wieviel Scharfsinn wir auch aufbringen
mögen. Von daher sehe ich auch Kants Bemühungen durch seine Denkvoraussetzungen her als von vornherein
beeinträchtigt an. Sein Subjekt bleibt aus meiner Sicht ein verlorenes, weil es das Objekt nie wirklich
erreicht.
#225 virOblationis 10:43:54 | Donnerstag, 3. Mai 2007
fides et ratio .chen zitierte: „Zwischen Wissen und Glauben kann kein Widerspruch oder Konflikt bestehen,
da das Gebiet des Wissens die Welt des Erfahrbaren, der Erscheinungen ist, während der Glaube sich auf
etwas richtet, was jenseits aller Erfahrung und der Formen derselben liegt, (dessen Annahme aber ein „Bedürfnis“
der Vernunft ist).“ Ganz deutlich, daß hier die spätmittelalterliche Trennung von Philosophie (Vernunft)
und Theologie (Glaube) den geistigen Hintergrund bildet. – Natürlich mußte der Nominalismus die bis
dahin gültige Erkenntnislehre in eine tiefe Krise stürzen. Doch statt dem folgend zu retten, was zu
retten ist, sollte m.E. viel eher der Nominalismus in Frage gestellt werden. .chen zitierte: „Israel hat
es vermocht, mit seinem Nachdenken der Vernunft den Weg zum Geheimnis zu eröffnen.“ Dies scheint mir
unzutreffend zu sein, denn nicht hat Israel durch die Vernunft („Nachdenken“) zum Glauben gefunden, sd.
die Offenbarung, das Geheimnis, hat sich Israel erschlossen („Gott sprach…“). Gott offenbarte sich allerdings
als einer, der der Vernunft seiner Kreatur Freiraum läßt. Er hat den Menschen zum eigenständigen Ebenbilde
Gottes geschaffen, nicht zum Sklaven (wie andere Religionen meinen, vgl. Babylon). Gegen solch päpstliche
„Theologie von unten“ halte ich es mit den hll. Augustinus und Anselm von Canterbury: Credo, ut intelligam.
#220 virOblationis 08:22:00 | Donnerstag, 3. Mai 2007
totalitäre Herrschaft der Masse Sperling schrieb: „Die Menschenrechte zielen darauf ab, den Menschen
in den Stand zu versetzen seine Vernunft möglichst uneingeschränkt verwenden zu können.“ Menschen,
die nicht dazu in der Lage sind, ihre Vernunft zu gebrauchen, haben demnach auch keinerlei Menschenrechte.
Sperling toleriert positivistisch jedes Gesetz als Recht, wenn bzw. solange es von einer Mehrheit getragen
wird. Er spricht zwar auch von Menschenrechten, doch meint er damit nur das polit. Recht, die Vernunft
zu gebrauchen, d.h. sich zu äußern, um eine Mehrheit zu erreichen. Sperling schrieb: „Wie wollen Sie
herleiten, daß diese Dinge in einem Staat kategorisch zu gelten haben, innerhalb einer Religion aber
nicht? … Denn wenn mich die Moral zwingt, innerhalb eines Staates einen anderen als Wert an und für
sich zu schätzen [als den von der Mehrheit als Recht durchgesetzten], dann kann [d.h. darf] nicht die
gleiche Moral innerhalb einer Religion zu völlig anderen Ergebnissen kommen.“ Jede Glaubensgemeinschaft
innerhalb eines Staates hätte ihre Lehre demnach nach der gerade im Staat herrschenden Mehrheit zu korrigieren.
Sperling schrieb: „Dessen (sc. des ‘weltanschaulich neutralen Staates’) ‘übernatürliche Wahrheit’ ist
eben sein Vertrauen auf die Vernunft… Hierbei (sc. bei den Menschenrechten) handelt es sich um eine
Form des Pantheismus.“ In der Masse der Menschen erscheint gleichsam das Göttliche. Das ist nicht nur
Relativismus. Das ist purer Totalitarismus. Totalitäre Herrschaft der Masse.
ich schrieb in bezug auf Sperling: „Das nenne ich Apotheose der Mehrheit bzw. Vergötzung der menschl.
Gesellschaft.“ Gemeint war: „Das nenne ich Apotheose der Mehrheit bzw. Vergötzung der Menge (oder auch
der Masse).“
Wandel und Unwandelbares .chen schrieb: „Stellen Sie sich vor, VirO, der Bundestag in Berlin, etwa rot-rot-grün
dominiert, hätte über das Dogma von der Aufnahme Mariens in den Himmel zu befinden!“ Solche Kompetenz
würde dem Staat niemand zuschreiben wollen, doch ging man trad. davon aus, daß er zumindest die Autorität
der Kirche (als Wahrheitsinstanz) erkennen könne. .chen schrieb: „Das Mehrheitsprinzip bleibt als demokratische
Legitimation unangetastet, wenn man dennoch nicht ‘Mehrheit’ einfach mit ‘Wahrheit’ verwechselt. Daher
richtet sich der politische Kampf tatsächlich auf den Wechsel von Mehrheiten. Am Diskurs kommen wir alle
nicht vorbei, gerade weil wir wissen, daß der Diskurs nicht automatisch Wahrheit hervorbringt. Der Diskurs
kann z.B. durch starke Asymmetrien belastet sein. Die Ungeborenen können ihre Rechte noch nicht geltend
machen und geraten so ins Hintertreffen gegen ein Interessenkartell der Geborenen.“ Um das Lebensrecht
zu schützen, müßte es dem Wechselspiel der polit. Meinungen (und damit dem Relativismus) entzogen werden.
Dies vermag der Staat nicht, da er selbst solch grundlegende Wahrheiten nicht hervorbringt, sd. sie voraussetzt. –
Was bzw. wer bleibt dann noch geeignet für solches außer der Institution Kirche als Anwältin der absoluten,
ungeschichtlichen Wahrheit (vgl. Joh. 14, 6)?
so weit die Zeichen reichen Sperling: „Der Papst will auf einer Seite festlegen welche Verhältnisse in
einem Staat zu herrschen haben (spricht bspw. der menschlichen Vernunft mal eben die Fähigkeit ab, aus
sich selbst heraus Wahrheit zu erkennen und leugnet damit prinzipiell die Möglichkeit von Demokratie…),
sich auf der anderen Seite aber vor jeder Verantwortung drücken indem er sich in höhere Gefilde verabschiedet.“
Wer nicht hinterfragbare Werte lehrt, wer nicht alles der Beliebigkeit einer Mehrheitsentscheidung preisgibt,
ist demnach ein Feind der Demokratie. Solche „Feinde der Demokratie“ herrschten in der BRD zumindest bis
in die sechziger Jahre. Aber das war ja eigentl. auch nur ein klerikal-faschist. Staat, zumindest aus
ostzonaler Sicht. Weiter heißt es bei Sperling: „Dessen (sc. des ‘weltanschaulich neutralen Staates’)
‘übernatürliche Wahrheit’ ist eben sein Vertrauen auf die Vernunft. Eben aus diesem Grund gibt es ja
die Menschenrechte. Hierbei handelt es sich um eine Form des Pantheismus.“ Das nenne ich Apotheose der
Mehrheit bzw. Vergötzung der menschl. Gesellschaft. .chen schrieb: „Das Mehrheitsprinzip bleibt als demokratische
Legitimation unangetastet, wenn man dennoch nicht ‘Mehrheit“ einfach mit „Wahrheit’ verwechselt… Am
Diskurs kommen wir alle nicht vorbei, gerade weil wir wissen, daß der Diskurs nicht automatisch Wahrheit
hervorbringt.“ Wie sollte der durch das Mehrheitsprinzip bedingte beständige Wandel dem unveränderbaren
Naturrecht je gerecht werden?
Quelle der Wahrheit .chen schrieb: „Nicht aus einer etwa ihm eigenen, auf Volk oder Rasse oder Klasse
oder sonst einer Größe gegründeten Ideologie, und auch nicht auf dem Weg über die Mehrheit kann er
Wahrheit selbst aus sich hervorbringen… der Staat muß demgemäß das für ihn unerläßliche Maß an
Erkenntnis und Wahrheit über das Gute von außerhalb seiner selbst nehmen…“ Aber woher nimmt er die
Wahrheit dann, wenn – wie ich ja auch stets hoffe – nicht auf dem Weg über irgendeine Mehrheit? Von der
Kirche? – Aber wenn doch der Staat keine Möglichkeiten hat, Übernatürliches zu beurteilen? Dann wird
er doch durch die Kirche auch nicht zur Wahrheit finden können, oder irre ich mich? Was bleibt dann?
Nur der Diskurs?
theoretischer und praktischer Relativismus Sperling schrieb: „Was die grundlegenden Aufgaben des Staates
sind entscheiden allein die Wähler an der Wahlurne und nicht die Kirche!“ Reiner Relativismus. Alles
zufälligen(*) Mehrheitsentscheidungen ausgeliefert. Chaos statt Kosmos. Grauenhaft! (*) Man denke an
die letzte Parlamentswahl und wie leicht sie durch einen Terroranschlag zu beeinflussen war. Herr Dr.
Heger schrieb: „… das Grundgesetz hat einer Reihe von Bestimmungen „Ewigkeitswert“ zuerkannt, sie also
Mehrheitsbeschlüssen entzogen. [Allerdings] kann man [inzwischen] sehen, wie viel solche Verfassungsgarantien
wert sind.“ Da darf man wohl von praktischem Relativismus sprechen. Wenn solche Rechte nicht willkürlich
gesetzt erscheinen sollen, dann sehe ich nur die Möglichkeit, sie vom Naturrecht her zu begründen. Ihr
Mißachtung ist gewiß auch Ausdruck der Schwäche der Kirche. Die Kirche aber verweist, soweit ich sehe,
z.Z. nicht auf das Naturrecht, sd. läßt ihre Glieder bloß am gesellschaftlichen Diskurs teilnehmen.
So erscheinen sie mir dem Relativismus ausgeliefert, da sie nicht auf eine objektive Grundlage verweisen
können.
zwei Grundhaltungen innerhalb des Protestantismus Joh. Gerhard schrieb: „Ich beobachte hier nämlich immer
wieder, dass … Bibelkritik, Liberalismus, rationalistische Auswüchse bzw. allgemein Exzesse jeder Art
in der Kirche nachgerade zum Ursprungsprogramm der Reformation gehört haben. Das ist indes völlig falsch…“
Das sehe ich anders: Gerade die luth. Zwei-Reiche-Lehre hat (in nominalist. Trad.) m.E. die Wirklichkeit
so aufgespalten (vgl. z.B. Ehe als rein weltlich, statt Sakrament), daß ein „frommer“ neben einem „rationlistischen“
Kirchenflügel konsequenterweise zu entstehen hatte. Letzteren sprechen Sie die Zugehörigkeit zur Reformation
zwar ab („die sich – in meinen Augen heuchlerisch – auf die Reformation berufen“); die Beroffenen sehen
dies wohl anders (vgl. auch meinen Verweis auf Sozinianer und Arminianer). „Übrigens, sowohl ein …
Alt-Lutheraner als auch ein … lutherischer Freikirchler würde relativ die Wand hochlaufen, wenn man
ihn als Pietisten bezeichnete. Diese sind eher die Vorläufer der heutigen Evangelikalen mit ihrer „Entscheidung-für-Jesus-Theologie“.“
Ich habe mich mit meiner Bezeichnung des „pietistischen Zweiges“ neben dem „aufklärerischen“ darauf bezogen,
daß am Beginn der „frommen“ Richtung Personene wie Spener und Francke stehen. – auch die SELK hat sich
doch aus Alt-Lutheranern und erweckten Hermannsburgern gebildet; hat nicht die Erweckung des 19. Jh’s
ihre Wurzeln im Pietismus des 17./18. Jh’s?
Luthertum u. hist.-krit. Methode Das Luthertum in Deutschland hat sich nach dem Ende der „luth. Orthodoxie“
(Barockzeit) in zwei Lager aufgespalten: Neben dem Pietismus trat eine Richtung, die sich der Aufklärung
öffnete. – Dies ist nicht erstaunlich, bedenkt man, daß schon früher rationalistische Elemente innerhalb
des Protestantismus auftraten (Sozinianer, Arminianer). Was Sie vorbringen, verehrter Johann Gerhard,
belegt nur, daß der pietistische Zweig (einschl. der Alt-Lutheraner) des luth. Protestantismus sich von
der hist.-krit. Methode distanziert.
vgl. 1. Kor. 11, 27 Julian schrieb: „Allerdings stellt sich für mich die Frage, wie wir das (sc. das
„für viele“) Erklären können, dass ja Judas Iskariot beim letzten Abendmahl zugegen war. Wenn sich
das Kelchwort auch auf ihn bezieht, dann kann es nur dann die faktische Erlösungswirkung des Leidens
Christi ausdrücken, wenn er auch zu den erlösten gehört. Andernfalls muß ich jedoch mit „für alle“
übersetzen, weil ja Judas auch an der Eucharistie des letzten Abendmahles teilnahm; dann würden die
Kelchworte nur das Erlösungsangebot – das ja allen gilt – bezeichnen.“ Die bloße „Teilnahme am letzten
Abendmahl“ bzw. die Kommunion sichert keineswegs den Zugang zum Heil. Es ist ja ebenso ein „Essen und
Trinken“ zum Gericht denkbar.
#182 virOblationis 18:10:06 | Sonntag, 29. April 2007
Relativismus und Skepsis „,Wer dem Relativismus anhangt, ist nur scheinbar tolerant. In Wirklichkeit meint
er ja, es sei alles gewissermaßen gleich wahr oder auch unwahr’, ausgenommen den Relativismus selber!“
Dies erinnert mich an die stets zweifelnde Skepsis, die der hl. Augustinus dadurch überwand, daß er
erkannte: Auch ein Mensch, der zweifelt, muß sich sener selbst gewiß (zweifelsfrei) sein, sonst wäre
er nicht in der Lage zu zweifeln. Relativismus und Skepsis versuchen ohne (zu erkennende) Wahrheit auszukommen
und verstricken sich dabei in Widersprüche. Für Augustinus ist die Selbstvergewisserung, die Descartes
als cogito, ergo sum auf einen Begriff gebracht hat, mehr ein „ich will, also bin ich“. Da ich meines
Willens ganz gewiß bin, weiß ich, daß ich da bin als derjenige, der etwas will. Dies gilt auch für
die Vergangenheit: Ich war es, der etwas wollte. (Conf. VII)
#180 virOblationis 16:56:43 | Sonntag, 29. April 2007
Toleranz Wer dem Relativismus anhangt, ist nur scheinbar tolerant. In Wirklichkeit meint er ja, es sei
alles gewissermaßen gleich wahr oder auch unwahr. Erst das Anerkennen der – echten oder vermeintlichen –
Wahrheit macht Toleranz notwendig, um den eigenen Standpunkt aufrechterhaltend mit einem Gegenüber anderer
Meinung diskutieren zu können. So erschließt aber die Toleranz die Möglichkeit einer Horizonterweiterung.
#178 virOblationis 15:50:09 | Sonntag, 29. April 2007
Austausch Liebes .chen! Unterschiedliche Standpunkte sine ira et studio diskutieren zu können, gehört
denke ich, zu den grundlegenden Errungenschaften der abendländisch-christlichen Kultur und hat mit Relativismus
nichts zu tun. Es gehört wohl zu den Verfallserscheinungen eben dieser Kultur, daß solch ein geistiger
Austausch nicht mehr häufig zu finden ist; oder irre ich mich?
#176 virOblationis 15:11:42 | Sonntag, 29. April 2007
Sperlings Gesellschaft .chen schrieb: „Sie (sc. Sperling) haben also – trotz der vielen Diskussionen zum
Thema und meiner zahlreichen Beiträge, die sich auch von den Tradi-Auffassung zum Thema Religionsfreiheit
hier abgrenzen! – immer noch nicht den fundamentalen Unterschied zwischen der Religionsfreiheit als individuellem
Grundrecht im Staat und religiösem Indifferentismus als Beliebigkeitsdoktrin innerhalb einer Religionsgemeinschaft
(Diktatur des Relativismus) begriffen, Sperling! Damit sind Sie – ungewollt! – in „bester Gesellschaft“
von Msgr. Lefebvre!“ Msgr. Lefebvre, für dessen einstmalige Heiligsprechung ich täglich bete, sehe ich
allerdings in anderer Gesellschaft als der Sperlings. Monseigneur wird vielmehr zusammen mit den hll.
Athanasius, Petrus Canisius und vielen anderen gemeinsam das Angesicht Gottes schauen, denke ich. Sperlings
Reaktion zeigt aber, wie die neue Lehre des Vat. II auf die Menschen wirkt: Ob dies seiner Zeit beabsichtigt
war oder nicht – in der Konsequenz zeichnet sich auf Grund der Selbstrelativierung der Kirche eben die
religiöse Indifferenz ab, die Sperling von der Kirche dann auch befolgt haben will. Wenn man Sperling
schon „in Gesellschaft“ mit Vertretern der Kirche sieht, dann sind es wohl am ehesten die geistigen Väter
des Vat. II, kaum aber Monseigneur.
Besuch bei den Vereinten Nationen Man kann nur hoffen, daß sich Benedikt XVI. nicht wieder in derselben
Richtung verneigt wie die übrigen Anwesenden. Daß er indes irgendetwas gegen Abtreibung etc. dort erreicht,
halte ich für ebenso unwahrscheinlich wie die Bekehrung der Links-Partei-Spitzen durch Kard. Lehmann.
#66 virOblationis 07:45:13 | Freitag, 27. April 2007
ohne Grundlage? Sperling schrieb: „Ihre Behauptung daß sich das heutige Judentum vom Judentum von vor
2000 Jahren wesentlich unterscheidet und hauptsächlich als Reaktion gegen das Christentum entstand, entbehrt
jeder Grundlage.“ Lesen Sie doch bitte einmal die Diskussion im Strang „Auftrag erfüllt“ nach! Dort finden
Sie die von Ihnen vermißten Grundlagen.
#156 virOblationis 13:10:28 | Donnerstag, 26. April 2007
Aloah und .chen Herzlichen Dank Aloah! Früher war mein Sprachgebrauch weniger sorgfältig. Erst durch
die Feier des Festes des allerheiligsten Namens unseres Erlösers (früher 2.1. bzw. So. zw. 1.1. und
6.1., neuerdings 3.1.) ist mir aufgegangen, wie kostbar Sein Name ist. Darum benutze ich meist das Wort
„Heiland“ und bewahre mir das Aussprechen des Namens Jesus für besondere Gelegenheiten auf. Herzliche
Grüße auch an .chen! – und eine Anmerkung zu Shoeman: „… dieser Irrtum wurde … aber gleich von einem
anderen gefolgt (sic!): der Lehre von der „Substitution“ – der Alte Bund sei vom Neuen vollständig abgelöst
worden (oder ersetzt: „substituiert“) und daher null und nichtig. Diese Ansicht bestimmte die christliche
Theologie fast 2000 Jahre lang. Erst vor kurzem wurde sie von der Kirche vollständig verworfen.“ Wenn
etwas fast 2000 Jahre in der Kirche gilt, kann man es nicht einfach verwerfen. – Ich vermute, Shoeman
überzeichnet die Unterschiede in der christl. Sicht des Alten Bundes ein wenig. Wenn er aber zu dem Ergebnis
kommt, daß, „nachdem der Alte Bund bei der ersten Ankunft durch den Neuen seine Erfüllung fand, der
Neue Bund durch die Rückkehr der Juden bei der Wiederkunft durch den Alten erfüllt wird“, dann läßt
sich dies doch, denke ich, durchaus mit der trad. Sicht von Röm. 11, 15 vereinbaren.
#152 virOblationis 10:14:15 | Donnerstag, 26. April 2007
Gesetz und Gerechtigkeit Ich möchte, noch über Pünktchen hinausgehend, das jüd. Gesetz und das Gesetz
Christi in seinem wesentlichen Bestand gar nicht unterscheiden. – Natürlich sind Ritualgesetze für uns
nicht mehr relevant. Doch das doppelte Liebesgebot, in dem das ganze Gesetz enthalten ist, entstamm ja
dem Alten Testament! Wie unterscheiden sich jüd. Gesetz und Gesetz Christi, wenn nicht in ihren Vorschriften?
Sie unterscheiden sich dadurch, daß das Gesetz nach jüd. Verständnis zur Rechtfertigung dient. Irgendwelche
Unvollkommenheit können von Gott vergeben werden, doch im wesentlichen rechtfertigt sich der Mensch (aus
jüd. sicht) dadurch, daß er das Gesetz befolgt. – Das ist der Weg des Gesetzes nach Paulus. Auf diesem
Weg erreicht niemand die Gerechtigkeit, weil niemand – außer dem Heiland – in der Lage ist, das Gesetz
ganz einzuhalten. Jeder sündigt. Wenn er aber nicht das Gesetz insgesamt einhält, wie kann er erwarten,
daß Gott, sozusagen ihm dienstbar, wettmacht, was gefehlt wurde? „Wo bleibt also das Rühmen? Es ist
ausgeschlossen.“ – „Wer sich rühmt, der rühme sich des Herrn.“ Denn durch den Heiland sind wir ohne
Gegenleistung (in der Taufe) gerechtfertigt worden, um danach nicht etwa gesetzlos der Sünde zu leben,
sondern der Gerechtigkeit. Damit erhält das Gesetz einen ganz anderen Stellenwert. Insofern ist es neu.
Vom Mittel zur Rechtfertigung wird es dem Gerechtfertigten zum Leitfaden, der ihm zeigt, wie er die unverdient
erlangte Heiligkeit in seinem Leben ausgestalten kann.
#117 virOblationis 09:46:20 | Mittwoch, 25. April 2007
Gern geschehen, .chen! Wir schrieben gleichzeitig. Ich las Ihren Beitrag erst, nachdem meiner fertiggestellt
war. Sonst hätte ich an das von Ihnen Geschriebene angeknüpft. Ihr virO.
#113 virOblationis 09:00:03 | Mittwoch, 25. April 2007
der Gottesknecht Der wichtigste der Gottesknecht-Texte steht in Is. 52, 13 – 53, 12. Darin geht es um
stellvertretende Sühne, Grab, Hingabe des Lebens und [erneute] Schau des Lichtes (V. 8 – 11). Diese Verse
deuten auf individuelle Auferstehung, schließen aber ein anderes Verständnis (Fortleben in Nachkommen)
nicht zwingend aus. Die christliche Deutung (s. Karfreitag) liegt auf der Hand. Die jüd. Deutung versteht
unter dem Gottesknecht zumeist das Volk Israel, das bes. in Is. 41, 8 – 10 mit dem Knecht identifiziert
wird. Dabei könnte es sich jedoch um eine nachträgliche Deutung handeln, also eine Bearbeitung des urspr.
Textes in deutendender Absicht. Die Gestalt des Gottesknechtes trägt so individuelle Züge, daß eine
kollektive Deutung kaum wahrscheinlich zu machen ist. Diese Sicht wird unterstützt durch Is. 49, 3, wo
nicht alle relevanten hebr. Handschriften ein „Israel“ zum „Knecht“ hinzusetzen. Gegen die jüd. Deutung
spricht die Tatsache, daß der leidende Gottesknecht nicht die Sünden der Völker trägt, sd. die Sünden
„meines Volkes“ (Is. 53, 8).
#104 virOblationis 17:12:00 | Dienstag, 24. April 2007
einzigartige Botschaft Leblhuber schrieb: „Die Pharisäer kamen bei Jesus zusammen. Einer fragte ihn,
welches Gebot im Gesetz das wichtigste wäre. Jesus antwortet mit Dtn 6,4, dem Schma Israel (Höre Israel)
und sagt dann: „Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben, wie dich selbst“. Matthäus
22,34 -40 Das ist die goldene Regel Hillels. (Traktat shabbat) Der einzige Unterschied ist der, dass Hillel
von einem Heiden gefragt wurde und Jesus von einem Juden. Jesus war als Rabbiner bewandert im Tanach (AT)
und der Mischna (mündliche Ergänzung, Auslegung zur Thora). Das musste er gelernt haben, vielleicht
bei Hillel. Andernfalls hätten die [Schriftgelehrten der] Pharisäer und Sadduzäer sich mit ihm nicht
auseinandergesetzt.“ Partielle Übereinstimmungen zwischen den Aussagen des Heilands und denen der Pharisäer
bestreite ich nicht. Darum schrieb ich gestern: „Der Heiland teilt (zwar) mit den Pharisäern einige Auffassungen…“
Es gab auch immer wieder Versuche, den Heiland zum Essener zu machen. Doch in jedem Falle sind die Unterschiede
gewaltig. Die Botschaft des Heilands (von Seinem Leiden und Auferstehen etc.) ist ganz einzigartig. „Wenn
eure Gerechtigkeit nicht besser ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, werdet ihr nicht eingehen
ins Himmelreich.“
Heiland und Mischna Leblhuber schrieb: „Die Schriftauslegung Jesu IST die mündliche Thora = Mischna =
Kernstück des Talmud. Hillel (vielleicht sein Lehrer) benennt sieben Sorten von Pharisäern, sechs davon
kritisch. Die Kritik Jesu an (einzelnen) Pharisäern stimmt mit seiner Kritik überein. Jesus hat Auswüchse
pharisäischen Lebensstils kritisiert, niemals aber die Pharisäer pauschal als Gruppe.“ Der Heiland zusammen
mit Hillel als Vertreter der mündlichen Thora! Das glaube ich erst, wenn von Hillel auch drei Vorhersagen
seines Leidens und Auferstehens nachgewiesen werden.
Schemone Esre Leblhuber schrieb: „Außerdem wird immer vergessen, dass die Juden Gott die Bestrafung der
Verleumder und Häretiker überlassen. Wir Christen taten es selbst.“ Dann wurde der Heiland also doch
nicht vor den Hohen Rat gestellt? Übrigens heißt es im Schemone Esre hinsichtlich der Christen (s. Einschub):
12. Benediktion, Birkath ha-minim: Den Abtrünnigen sei keine Hoffnung, und die freche Regierung (= Rom)
mögest du eilends ausrotten [in unsren Tagen, und die Nazarener (nozrim = Christen) und die Minim (=
Häretiker) mögen umkommen in einem Augenblick, ausgelöscht werden aus dem Buch des Lebens (der Lebendigen)
und mit den Gerechten nicht aufgeschrieben werden]. Gepriesen seist du, Jhwh, der Freche beugt! (nach
Strack / Billerbeck, Komm. zum NT aus Talmud und Midrasch)
Judentum vor 70 und nach 70 n. Chr. Leblhuber schrieb: „Jesus selbst steht ganz in der pharisäischen
(rabbinischen) Tradition. Tempelkritik, Antihellenismus, mündliche Thora, Auferstehung usw. usf.“ Das
kann man natürlich auch völlig anders sehen. Der Heiland teilt zwar mit den Pharisäern einige Auffassungen.
Ansonsten steht er in der Tradition der Apokalyptik. – Aber natürlich geht Seine Botschaft auch darin
nicht auf; sie ist viel mehr als das alles. Wenn Sie meinen, das Judentum vor und nach 70 sei daasselbe:
Nun, für die pharisäische Partei mag das einigermaßen zutreffen. Die (talmudischen) Juden sind deren
Nachfahren. Alle übrigen Gruppen des Judentums – mit Ausnahme des Teils, der als Ölbaum den Grundstock
der Kirche bildet – sind 70 untergegangen (Sadduzäer, Täufer-Gruppe, Essener etc.). Die Pharisäer haben
schon vor 70 den Tempelkult in seiner Bedeutung zugunsten des Gesetzes relativiert und konnten darum fortexistieren.
Man kann aber die Partei der Pharisäer nicht einfach (gegen z.B. Josephus) mit dem Judentum schlechthin
gleichsetzen, auch wenn viele Juden dies wünschen. Folglich ist auch das Judentum nach 70 nicht einfach
identisch mit dem vor 70. Vielmehr hat eine Gruppe fortexistiert, obwohl sie den Heiland nicht anerkannte,
und auch diese hat zwangsläufig eine Modifikation durchmachen müssen, als der Tempel zerstört wurde
(aus mündl. Tradition entstand der Talmud).
#112 virOblationis 07:43:39 | Montag, 23. April 2007
Trennschärfe .chen schrieb: „Bei Ihnen … [verlieren] die Begriffe … alle Trennschärfe regelmäßig
dann, wenn Trennunschärfe einem ungerechtfertigten Vorwurf an die Kirche dienen könnte.“ Dazu ein Beispiel.
Leblhuber schrieb: „1. Die Grenzen zwischen Antijudaismus und völkisch/rassischem Antisemitismus sind
fließend…“ Das trifft auf Ihre eigene Sicht der Dinge wohl zu. Denn Sie schreiben in einem früheren
Beitrag: „Pius IX ließ ein jüdisches Kind rauben, steckte es in ein Kloster und ließ es später zum
Priester ausbilden. Dieses Verbrechen ist das Resultat eines rabiaten Antijudaismus und Antisemitismus,
der durch seine Reden und Predigten gut dokumentiert ist und sich wie ein roter Faden durch die Kirchengeschichte
zieht.“ Hierbei handelt es sich eben nicht um Antisemitismus, sd. vielmehr um – wenn Sie es so nennen
wollen – Antijudaismus. (Mir gefällt dieser Begriff nicht allzu sehr. Es geht ja eigentlich nur um bestimmte
Aspekte der kath. Glaubenslehre.) Handelte es sich um (nicht-religiösen, sd. rassischen) Antisemitismus,
wie hätte man dann den Angehörigen eines feindlichen Volkes zum Priester ausbilden lassen können, dem
man das Allerheiligste anvertraut? – Man sieht an diesem Fall vielmehr, daß die Trennlinie zwischen Synagoge
und Kirche im Glauben besteht. Zur Konversion schrieb Leblhuber: „… Ihre Argumente stützen sich auf
Konvertiten. Das ist pervers.“ Ich bin auch ein Konvertit. – Gereichen auch meine Aussagen zu einer Perversion,
oder gilt dies nur für jüd. Konvertiten?
#131 virOblationis 13:38:57 | Sonntag, 22. April 2007
Lösungsmodelle Benedikt schrieb: „Da hier offenbar aber ein theologischer Streitfall besteht, sollte
eine Ansicht dogmatisiert werden, um sie ein für alle Mal zu klären.“ Ein solches Vorgehen ist nicht
unbedingt vonnöten. Ich erinnere an den sog. Molinaristischen Streit: Dieser entstand im Anschluß an
die Veröffentlichung eines theologischen Werkes über Gottes Vorherwissen hinsichtlich der freien Handlungen
vernünftiger Geschöpfe, das von Ludwig Molina, einem Ordensbruder des hl. Robert Bellarmin, verfaßt
und 1588 herausgegeben worden war. Von seiten der Dominikaner wurde moniert, daß die darin vertretene
Lehre die menschliche Freiheit auf Kosten der göttlichen Allursächlichkeit überbetone. Doch der hl.
Robert Bellarmin (geb. 1542, gest. 1621) und der jesuitische Ordensgeneral Claudio Aquaviva (1581 – 1615)
verhinderten mehrmals eine Zensurierung der molinistischen Lehre. Sie wiesen ihrerseits darauf hin, daß
die dominikanische Hervorhebung der göttlichen Allursächlichkeit die menschliche Freiheit aufzuheben
drohe. Der Molinaristische Streit endete 1607 damit, daß Papst Paul V. (1605 – 1621) beiden Seiten die
gegenseitige Verketzerung untersagte. Die jesuitische wie die dominikanische Position waren damit anerkannt.
#16 virOblationis 10:36:46 | Samstag, 21. April 2007
Stichwort Wie auf ein Stichwort hin erscheint jetzt zu diesem Thema der Artikel „Anspruch auf den Himmel“.
Man sieht: Die Ursache der Verwirrung ist in den höchsten Kreisen Roms angesiedelt.
#14 virOblationis 09:34:18 | Samstag, 21. April 2007
Erbsünde Johann Gerhard schrieb: „…Vorhölle, Limbus, Fegefeuer, alles das Gleiche? …Dieser Unsinn
kann doch auch nicht katholisch sein!?“ Natürlich nicht. Da haben Sie recht. Sie schrieben aber auch:
„Ein einfacher Blick in die Heilige Schrift würde Ihnen darüber hinaus offenbaren, dass es keine unschuldigen
Säuglinge und deshalb keine ungetauften Kinder im Himmel gibt. Denn in Sünden sind wir empfangen.“ Leider
gibt es Kräfte im nach-konziliaren Rom, die dies nicht mehr wahrhaben wollen. So deutete Joh. Paul II.
in einem Schreiben an, daß ungetaufte Kinder allesamt in den Himmel kämen: Dies läuft natürlich auf
eine Leugnung der Erbsünde hinaus. – Furchtbar!
zum Artikel in der „Jungen Welt“ Gegenüber der Kirche darf man sich natürlich so aufführen, wie die
„Junge Welt“ es tut. Man kann auch ein Kruzifix in Urin als Kunst anpreisen usw. Man stelle sich einmal
Gleiches gegenüber dem Islam vor! – Aber angesichts von auch nur möglichen Gewalttätigkeiten verläßt
die Volksbefreier und -beglücker zumeist sofort ihr Mut. Gegenüber der Kirche aber scheint alles erlaubt:
Die Christen wehren sich nicht gewalttätig, und der Staat schützt sie nicht mehr.
#50 virOblationis 09:40:40 | Freitag, 20. April 2007
Verweis: Den Rest meiner Antworten findet man auf Kreuzforum, Generell, Integralismus Die (auf Papst Gelasius
zurückgehende) Zwei-Schwerter-Lehre in ihrer Formulierung durch Bonifatius VIII. wird keine Unfehlbarkeit
für sich beanspruchen, denke ich. Allerdings wird in derselben Bulle Unam Sanctam auch erklärt: Wir …
definieren, daß es für jedes menschl. Geschöpf unbedingt notwendig zum Heil ist, dem römischen Bischof
unterworfen zu sein. (DH 875) Ich bin mir über den Status von Unam Sanctam nicht im Klaren.
#48 virOblationis 21:10:11 | Donnerstag, 19. April 2007
wieder nur ein Teilstück .chen schrieb: „Es gibt aber kein staatliches Wahrheitsfindungsorgan in religiösen
und metaphysischen Fragen!“ Wie konnte z.B. Papst Bonifatius VIII. (1294 – 1303) dann den Staat auffordern,
die ihm von Gott verliehene Gewalt (Schwert) für die Kirche zu führen: „… Durch die Aussagen der Evangelien
werden wir belehrt, daß in dieser ihrer (sc. der Kirche) Gewalt zwei Schwerter sind (vgl. Luk. 22, 38),
nämlich das geistliche und das zeitliche… Beide sind also in der Gewalt der Kirche, nämlich das geistliche
Schwert und das materielle. Jedoch ist dieses für die Kirche, jenes aber von der Kirche zu handhaben…
Es gehört sich aber, daß ein Schwert unter dem andern ist und daß die zeitliche Autorität sich der
geistlichen Gewalt unterwirft… Daß die geistliche Gewalt jedwede irdische sowohl an Würde als auch
an Adel überragt, müssen wir desto deutlicher erkennen, je mehr das Geistliche das Zeitliche überragt
…“ (DH 873) „Und Mehrheitsentscheidungen können/sollen Grundrechte niemals aufheben können. Das ist
ein Leitgedanke des katholischen Naturrechts als einem positiver Rechtssetzung vor- und übergeordnetem
Recht.“ Keinem einzelnen wird irgendein Glaube aufgezwungen, also auch kein Grundrecht verletzt. „Also:
auch demokratische Mehrheiten (=der Souverän) entscheiden nicht darüber, welcher Religion Betätigungsfreiheiten
zuungunsten anderer Religionen einzuräumen wären.“ Hier erfolgt (wie in DH) sogleich ein Sprung vom
einzelnen zur Religionsgemeinschaft und deren Rechten. Was …
#46 virOblationis 20:36:33 | Donnerstag, 19. April 2007
hier erst einmal der fehlende Rest; weitere Entgegnung folgt … Jeder Mensch sollte den Glauben als Voraussetzung
seines Erkennens annehmen, denn den Glauben legitimiert die Autorität der Kirche. „Ego vero evangelio
non crederem, nisi me catholicae ecclesiae conmoveret auctoritas.“ (Ich würde dem Evangelium nicht glauben,
wenn mich die Autorität der Kirche nicht dazu bewegte.) Man glaubt der Kirche, weil sie mit der Apostolischen
Sukzession, der bis zu den Aposteln zurückreichenden Kette der Geweihten, und ihrer weltweiten Verbreitung,
der katholischen Universalität zwei Kennzeichen besitzt, die ihr größte Glaubwürdigkeit verleihen.
Bei Augustinus wird also folgende Rangordnung erkennbar: Kirchl. Autorität (auctoritas) – persönl Annahme
des Glaubens (fides) – eigenständiges Erkennen (ratio). In vergleichbarer Weise, so denke ich, ist die
Wahrheit der Autorität zuzuordnen. Dem Gewissens des einzelnen entspricht der Annahme des Glaubens an
die Wahrheit, und die Gewissenserforschung dem eigenständigen Erkennen.
#44 virOblationis 20:22:39 | Donnerstag, 19. April 2007
ich hinke mit meinen Antworten etwas hinterher „Wenn Sie mir schon darin folgen, daß der Offenbarungsglaube
als solcher nicht aus der Vernunft entspringt, wenn er auch der Vernunft nicht widerspricht, dann müssen
Sie konzedieren, daß ein Offenbarungsglaube prinzipiell durch Menschen und durch menschliche Gemeinschaften
tradiert und vermittelt wird, es sei denn Sie selbst werden einer („Privat“-)Offenbarung gewürdigt. Der
Glaube kommt aus dem Hören (fides ex auditu)!“ Augustinus sagt: „Fides semper praevenit visionem. Credimus
enim ut cognoscamus, non cognoscimus ut credamus. Fides ergo est, quod non vides credere, veritas, quod
credidisti videre.“ Der Glaube geht stets der Schau voraus. Denn wir glauben … (s.o.). Der Glaube also
ist [folgendermaßen], daß du [eben] nicht schaust, um [stattdessen] zu glauben, die Wahrheit [ist],
daß du geglaubt hast, um [dereinst] zu schauen. (Vgl. Joh. 20, 29; 2. Kor. 5, 7.) Der Glaube ist demnach
Voraussetzung jeglichen Erkennens. – Augustinus meint, daß niemand in der Lage ist, sein Wissen allein
auf das eigene Erkennen zu gründen. Vielmehr übernimmt man immer von irgendwoher Informationen, die
als eine Art Vorverständnis dienen. Jeder Mensch sollte den Glauben als Voraussetzung seines Erkennens
annehmen, denn den Glauben legitimiert die Autorität der Kirche. „Ego vero evangelio non crederem, nisi
me catholicae ecclesiae conmoveret auctoritas.“ (Ich würde dem Evangelium nicht glauben, wenn mich die
Autorität der Kirche nicht dazu bewegte.) Man glaubt der Kirche, weil sie mit der Apos…
#41 virOblationis 18:17:20 | Donnerstag, 19. April 2007
Fortsetzung „Der „Zwangsmonopolist“ Staat weiß sich durch das individuelle Grundrecht auf Religions-
und Gewissensfreiheit unzuständig für die innersten Gewissensentscheidungen auf religiösem Sektor und
die äußeren Koordinations- und Subordinationsverhältnisse, die Individuen aufgrund dieser Entscheidungen
eingehen.“ Noch einmal: Bei der Religionsfreiheit geht es nicht um die Gewissensentscheidung des einzelnen,
sd. diese wird benutzt (s. Kunstgriff „Sozialnatur“), um allen religiösen Gemeinschaften ihren Kultus
zu erlauben. – Genau das aber widerspricht dem, was ich zuvor sagte: Der Staat wird die Wahrheitsfrage
nie unabhängig vom Souverän beantworten können. Der religiös neutrale Staat versucht dies, indem er
der Wahrheitsfrage (wie Pilatus) ausweicht. „Die Religion wiederum begrüßt diese Freiheit, denn nur
sie bietet den Rahmen für eine unkorrumpierte innere Unterwerfung des einzelnen unter die erkannte Wahrheit.“
Wenn Sie sagen, „die Religion“ begrüße dies, weil jede von ihnen dadurch der von ihr „erkannte[n] Wahrheit“
folgen kann, dann nehmen Sie die Aufteilung der einen kath. Wahrheit in lauter einzelne, subjektive Wahrheiten
(gemäß DH 3) hin, von denen es heißt, jeder einzelne „müsse“ dann an dem, was er erkannt hat „festhalten“,
wie schon gesagt. „Wenn Sie mir schon darin folgen, daß der Offenbarungsglaube als solcher nicht aus
der Vernunft entspringt, wenn er auch der Vernunft nicht widerspricht, dann müssen Sie konzedieren, …
[Rest folgt]
#39 virOblationis 18:06:54 | Donnerstag, 19. April 2007
1500 Zeichen sind einfach zu wenig .chen schrieb: „Der moderne Staat … verfügt von seinen Voraussetzungen
her über kein Erkenntnisorgan in religiösen Dingen. Ihn interessiert nur die Einhaltung der dem äußeren
Frieden und Wohlergehen dienenden Gesetze.“ Gemeint ist wohl, daß der Staat zu keiner Zeit religiöse
Dinge beurteilen konnte und daß er solches erst jetzt (als moderner Staat) folgerichtig unterläßt. –
Angesichts der gesamten Geschichte erscheint der religiös neutrale Staat als eine Besonderheit. Die überlieferte
kath. Lehre ging selbstverständlich davon aus, daß der auch Staat der Wahrheit (bzw. der Kirche) verpflichtet
ist, insbes. wenn eine Mehrheit der Bürger der Kirche angehörte. Paulus lehrt, daß die staatl. Obrigkeit
von Gott ist, und der Heiland weist Pilatus darauf hin, daß er seine Macht „von oben“ erhalten hat, sich
also auch als Amtsträger (hier: Statthalter) gegenüber Gott zu verantworten hat. Es kann nur eine einzige
Wahrheit geben: Dies müßte auch jeder Staat anzuerkennen in der Lage sein. Es kann nur eine einzige
Wahrheit geben: Dies müßte auch jeder Staat anzuerkennen in der Lage sein. Allerdings wird er die Wahrheitsfrage
nie unabhängig von der Antwort, die ihm der Souverän gibt, erteilen können. „Der ‘Zwangsmonopolist’
Staat weiß sich … unzuständig für die innersten Gewissensentscheidungen auf religiösem Sektor und
die äußeren Koordinations- und Subordinationsverhältnisse, die Individuen aufgrund dieser Entscheidungen
eingehen…“ Noch einmal: Bei der Religionsfreiheit geht es nicht
#37 virOblationis 15:27:39 | Donnerstag, 19. April 2007
Verweis auf die „Sozialnatur“ des Menschen .chen schrieb: „Im tiefsten Innern können staatliche Gesetze
ohnehin nichts ausrichten, denn sie regeln nur mein äußeres Verhalten. Der Religion kommt es aber gerade
auf die innersten Akt an, auf die freie Gewissensentscheidung!“ Da stimme ich Ihnen zu. – Problematisch
wird es erst, wenn die Rechte, die dem einzelnen zukommen, auf eine (religiöse) Gruppierung übertragen
werden: „Die Sozialnatur des Menschen erfordert aber, daß der Mensch innere Akte nach außen zum Ausdruck
bringt, (mit anderen in religiösen Dingen in Gemeinschaft steht und seine Religion gemeinschaftlich bekennt).“
(DH 3) Dies halte ich für sehr problematisch, ein Recht darauf, „innere Akte nach außen zum Ausdruck
zu bringen.“ Aber dieser Kunstgriff erlaubt es eben, das Verbot, den einzelnen zu einer Überzeugung zu
zwingen, umzuwandeln in ein Gebot, alle Formen organisierter Religionsausübung zuzulassen.
#35 virOblationis 14:47:23 | Donnerstag, 19. April 2007
der Rest Zwar soll der Mensch nach DH 3 die Wahrheit „im Bereich der Religion … suchen“, doch scheint
diese hier mit dem ins Herz geschriebenen „Gesetz“ (Röm. 2, 15) gleichbedeutend zu sein. Die Wahrheitssuche
„mit Hilfe … des [kirchl.] Lehramtes“ tritt nur als ein aspekt in Erscheinung neben „der freien Forschung“
etc. Daß die kirchl. Unterweisung nicht unbedingt dazu gehören muß zeigt der folgende Satz, der vielmehr
vom Dialog spricht, in dem lauter subjektive „Wahrheiten“ [zur gegenseitigen Bereicherung] ausgetauscht
werden. – Und daran, was man auf diese Weise erkannt hat, „muß man“ dann „festhalten“.
#19 virOblationis 14:10:25 | Donnerstag, 19. April 2007
Nachtrag Von einem Zusammenhang zwischen dem Verzehr des rosigen Fleisches und der Verirrung zu sodomitischem
Verhalten ist mir nach Reckeweg allerdings nichts bekannt.
#15 virOblationis 14:07:37 | Donnerstag, 19. April 2007
Reckeweg Die Folgen des Verzehrs von Schweinefleisch waren ein zentrales Thema der Arbeit des Baden-Badener
Arztes Dr. Hans-Heinrich Reckeweg (1905-85), des Gründers der Firma Heel. Viele seiner Gedanken sind
in dem obigen Artikel wiedergegeben. – Allerdings hatte er von der Zeit nach dem 1. Weltkrieg geschrieben
und der Spanischen Grippe hernach, als wieder Schweinefleisch zur Verfügung stand, nicht von der Zeit
nach dem 2. Weltkrieg, so weit ich weiß.
#33 virOblationis 13:59:33 | Donnerstag, 19. April 2007
wieder bricht ein Papyrus ab .chen schrieb: „Das Gewissen bleibt an die Erkenntnis der Wahrheit gebunden.
Darin findet es ja sein Richtmaß. Dementsprechend lehrt auch DH, daß der einzelne die moralische Pflicht
hat, die Wahrheit zu suchen und an der erkannten Wahrheit festzuhalten und sein Leben danach zu ordnen
(DH 2).“ Diesen Satz kann man zwar im Sinne der Tradition verstehen, doch andererseits wird nicht ausdrücklich
festgestellt, daß es sich bei der Wahrheit um die von der Kirche verkündete handelt. Es könnte sich
bei der „erkannten Wahrheit“ also ebenso um das handeln, was man – ganz subjektiv – für Wahrheit hält.
Nach DH3 scheint es mir viel wahrscheinlicher, daß DH das Gewissen des einzelnen der Wahrheit überordnet,
nicht die objektive Wahrheit dem Gewissen. Denn es heißt: „Nun aber werden die Gebote des göttl. Gesetzes
vom Menschen durch die Vermittlung seines Gewissens erkannt und anerkannt; ihm muß er (in seinem gesamten
Tun) in Treue folgen, (damit er zu Gott, seinem Ziel gelange).“ Nicht ihr, der Wahrheit, muß der Mensch
folgen, sondern „ihm“, seinem Gewissen. Zwar soll der Mensch nach DH 3 die Wahrheit „im Bereich der Religion …
suchen“, doch scheint diese hier mit dem ins Herz geschriebenen „Gesetz“ (Röm. 2, 15) gleichbedeutend
zu sein. Die Wahrheitssuche „mit Hilfe … des [kirchl.] Lehramtes“ tritt nur als ein Aspekt in Erscheinung
neben „der freien Forschung“ etc. Daß die kirchl. Unterweisung nicht unbedingt dazu gehören muß …
#30 virOblationis 12:06:32 | Donnerstag, 19. April 2007
Religionsfreiheit Daß die Religionsfreiheit in zahlreichen Staaten de facto schon vor dem Vat. II herrschte,
sei nicht bestritten. Doch sehe ich einen bedeutenden Unterschied zwischen einem solchen Zustand, der
von der Kirche nicht gutgeheißen, doch hingenommen wird und einem, den die Kirche durch ihr Wort noch
befördert. Ich meine, daß Dignitatis humanae dem Gewissen des Menschen – gegen die kath. Tradition –
eine neue, höhere Stellung zuschreibt, um die Religionsfreiheit zu begründen. So gesehen hat aus meiner
Sicht auch die „Königssteiner Erklärung“ ihre Wurzeln im Vat. II.
#1 virOblationis 08:25:42 | Donnerstag, 19. April 2007
Textverständnis „Ein viertes Opfer sprang durch ein Fenster. Er liegt schwer verletzt im Krankenhaus
und gilt als tatverdächtig.“ Kann man denn Opfer und Täter zugleich sein?
#24 virOblationis 07:46:51 | Donnerstag, 19. April 2007
[der fehlende Schluß] Bei dem von der Gnade ermöglichten Streben nach Heiligkeit erhält das Gesetz
eine ganz andere Qualität: Es wird zum sanften Joch; ja, die vielen Lobpreisungen des Gesetzes im Psalter
erscheinen nunmehr verständlich und berechtigt. Man denke nur an das „Güldene ABC“ (Ps. 119).
#39 virOblationis 07:41:07 | Donnerstag, 19. April 2007
Verschwiegenes .chen schrieb: „Mir geht es darum zu zeigen, daß die heutigen „Häresien“ nicht so sehr
in der förmlichen Leugnung von Glaubenswahrheiten bestehen. sondern in einer allgemeinen Indifferenz
zum Glauben und auch zu liturgisch-sakramentalem Handeln.“ Die meisten NOM-Pfarrer, die ich erlebt habe,
führten – das muß ich leider so sagen – ihre Gläubigen geradezu in die Irre: nicht durch „förmliche
Leugnung von Glaubenswahrheiten“, sondern durch Verschweigen: Ich hörte nur von der Kommunion, aber nicht
von der Beichte; ich hörte nur vom Mahl, aber nicht vom Opfer; ich hörte nur vom Himmel, aber nicht
von der Hölle.
#22 virOblationis 19:36:17 | Mittwoch, 18. April 2007
nach 1500 Zeichen bricht der Papyrus leider ab Herrn Johannes Gerhard. Zitat: „Wenn das Gesetz nur ein
noch unvollkommener Heilsweg ist und das Evangelium allein darin besteht, dass wir Christen nun das Gesetz
erfüllen können, wieso nennt St. Paulus das Gesetz dann einen Fluch (Gal. 3,13)?“ Zum Fluch wird das
Gesetz, wenn man es als Heilsweg mißbraucht, d.h. durch es selig werden will. – Ganz erfüllen wird es
auch der Gläubige nicht, denn niemand vermag ohne Sünde zu leben. Doch mögen seine guten Werke so zahlreich
sein, daß sie die verbleibenden Sünden überwiegen. Vor allem die Liebe deckt eine Menge Sünden zu
(1. Petr. 4, 8). Zitat: „Verklärt Christus selbst nicht das Gesetz, wenn er uns offenbart, dass schon
schlechte Gedanken Sünde sind und macht er somit die Erfüllung des göttlichen Willens nicht vollends
für uns Menschen unerreichbar?“ Natürlich ist die Aufrichtung der Gerechtigkeit aus eigener Kraft unmöglich.
Zitat: „Warnt die Bibel nicht an vielen Stellen davor, dass derjenige, der denkt, durch das Gesetz (ob
mit oder ohne Hilfe der Gnade) selig zu werden, es vollkommen erfüllen muss?“ Das Heil wird uns ja geschenkt
(Röm. 3, 24). Niemand erwirbt es mittels seiner Werke. Wenn wir aber durch die Taufe mit Christus gestorben
sind, dann erstehen wir auf zu einem neuen Leben, sind nicht mehr ausgeliefert unseren Begiereden (vgl.
Röm. 6, 3 – 12). Gottes Gnade (nicht verstanden wie bei Luther als Gnädigkeit, sd. als etwas uns Übergebenes)
ermöglicht es uns, der Gerechtigkeit zu leben (Röm. 6, 1f. 13f.).
#33 virOblationis 18:24:01 | Mittwoch, 18. April 2007
selbst schuld! Zitat: „Ihr Satz unterstellt …, dass der neue Ritus zumindest fördernd im Hinblick auf
die Häresie einzustufen ist. Genau diese Position ist es , die von vielen Altrituellen vertreten wird,
und die dazu geführt hat, daß Rom zurecht die Zusammenkünfte zu solchen Zelebrationen strikt limitiert
hat, um dort keine Gegenkirche entstehen zu lassen!“ Eine interessante Argumentation: Man gibt den Anhängern
des überlieferten Ritus selbst die Schuld an ihrer Diskriminierung. – Benedikt XVI. hat sich jedenfalls
vor seiner Wahl zum Papst einmal wesentlich verständnisvoller geäußert, als er davon sprach, daß man
mit dem überlieferten Ritus auch die gesamte Vergangenheit der Kirche ächte und daß es derlei in ganzen
Geschichte zuvor nicht gegeben habe.
#20 virOblationis 18:08:10 | Mittwoch, 18. April 2007
das Mitwirken mit der Gnade Zitat: „Sie haben übrigens auf meine Einwände zum Weltgericht nicht geantwortet.“
Das habe ich nicht, weil die Wirklichkeit des Gerichts nach Werken dort nach meiner Meinung so deutlich
vor Augen geführt wird, daß ich zu ihr keine Alternative sehe: „Wann haben wir Dich hungrig gesehen
etc.?“ Was immer ihr einem Meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr Mir getan.“ Zitat: „Nochmals
zu Ihrem Vorwurf der selektiven Wahrnehmung auf lutherischer Seite. Zum einen sollte man immer genau unterscheiden,
welche Stellen die Erlösung betreffen und welche das Leben der schon Gläubigen.“ Gewiß. Die guten Werke
der Ungetauften / Ungläubigen verlieren ihren Wert nicht, Gott wird sie belohenn, doch reichen sie nie
auch annähernd aus zur Erlösung. – Die guten Werke hingegen der getauften Gläubigen bringen ihnen Lohn,
genau genommen einen „Gnadenlohn“. Zitat: „Zum anderen – falls Sie aus dem lutherischen Bereich konvertiert
sind – ist Ihnen vielleicht noch die Unterscheidung von Gesetz… und Evangelium… bekannt… Das Gesetz
in diesem Sinne erschrickt den Sünder, der das Evangelium ergreift. Auch Jesus hat Gesetz gepredigt,
etwa wenn er Lk. 10,28 sagt „Tu das, so wirst Du leben!“…“ Diese Vorstellung vom Gesetz, mit dem Gott
nur schreckt, etwas fordert, das unerfüllbar ist, um den Menschen in Verzweiflung zu treiben, in der
er dann nach dem tröstlichen Evangelium von der Rechtfertigung durch den Glauben allein greift, finde
ich furchtbar. Ein solcher Gott trägt m.E. dämonische Züge.
#16 virOblationis 13:42:50 | Mittwoch, 18. April 2007
Matth. 5, 16 Ich habe genau gelesen; deshalb bin ich ja konvertiert. Gerade das Matth.-Ev. hat mich immer
wieder zu interpretatorischen Verrenkungen genötigt, solange ich von einer Gerechtigkeit allein aus Glauben
ausging. Die Werke, die wir tun, sind nicht die unseren. Sie sind uns durch die uns gegebenen Gnaden (vgl.
die anvertrauten Pfunde / Talente) ermöglicht. Deshalb bestehen wir im Gericht nicht, weil wir uns etwas
zu Gute halten könnten. „Unnütze Knechte sind wir.“ Dabei bleibt es, soweit wir darauf sehen, was uns
ohne die Gnade Gottes möglich ist: nichts. „Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin.“ Was uns aber gegeben
wird, das haben wir zu nutzen. Darum verweist Pünktchen zurecht auf die Taufe als Gabe (heiligmachende
Gnade) und Aufgabe (durch Gnaden ermöglichte gute Werke): „So soll nun euer Licht leuchten vor den Menschen,
auf daß sie eure guten Werke sehen und euren Vater, der in den Himmeln ist, preisen.“
#12 virOblationis 12:48:12 | Mittwoch, 18. April 2007
Gericht nach Werken Was fangen wir denn dann mit Texten an, die das Gericht schildern (z.B. Böcke und
Schafe, Matth. 25)? Reine Fiktion? Protestant. Theol. lebt davon, einzelne bibl. Aussagen herauszugreifen
und absolut zu setzen, statt ihre Einfügung in den Zusammenhang der kirchlichen Lehre wahrzunehmen.
#189 virOblationis 12:43:29 | Mittwoch, 18. April 2007
Erstaunen Mich erstaunt es immer wieder, wie akribisch selbst geringfügige Fehlleistungen anderer aus
sicherer Distanz, der historischen nämlich, bewertet werden. Ich habe mit 22 Jahren noch Loblieder auf
Mao gesungen. – Wie könnte ich einem Gleichaltrigen, der sich zu anderer Zeit und unter anderen gesellschaftlichen
Bedingungen äußerte, eine Anpassung an den Zeitgeist vorwerfen! Es müssen wirklich wenig fehlbare Menschen
sein, die dazu guten Gewissens in der Lage sind.
#18 virOblationis 12:24:01 | Mittwoch, 18. April 2007
verschlingen? Ja, Pünktchen. Mein Beitrag zielt in dieselbe Richtung wie der Ihre. – Ich fürchte nur,
daß allein die Aufforderung zu mehr Anbetung wenig ausrichten wird. Zitat: „Wie kann ich anbeten, was
ich so ohne weiteres ‘verschlingen’ darf?“ Ich öffne meinen Mund, wie es die Jünger wohl schon im Abendmahlssaal
getan haben, als der Herr ihnen das Brot reichte. – Besonders gute Gaben pflegte der Gastgeber in den
Mund zu reichen, nicht in die Hand. (Aus dem Gedächntnis angeführt.) Wie Petrus, der sich die Füße
nicht waschen lassen wollte, so würde auch ich von mir aus beim Bekenntnis meiner Unwürdigkeit bleiben.
Nur auf das Wort des Heilands hin (Joh. 6, 53) öffne ich meinen Mund und empfange aus der Hand des „alter
Christus“ Ihn selbst. So nehme ich Ihn dankbar auf, Der mir Anteil an Sich geben will. – Mit einem „Verschlingen“
hat dies wohl wenig zu tun. Verschlingen mag das Feuer ein Brandopfer, von dem es selbst keinen Nutzen
hat.
#4 virOblationis 10:53:43 | Mittwoch, 18. April 2007
Anbetung und Handkommunion „Eines der wichtigsten Anliegen des vatikanischen Dokumentes „Sacramentum caritatis“
scheint mir die Anbetung zu sein, die in den zeitgenössischen Messfeiern zu stark in den Hintergrund
getreten ist, die aber vom eucharistischen Herrn her und der Vereinigung mit ihm gefordert ist…“ Das
mag so sein. „Aus diesem Geist heraus verbieten sich im Grunde alle Tralala-Meßfeieren und vergnügliches
Tamtam um „den Tisch des Herrn“ herum, es verbietet sich im Grunde auch ein Kommunionempfang, bei dem
Anbetung und Ehrfurcht keinen Ausdruck finden, die vertikale Dimension der Hl. Messe wird nachdrücklich
in Erinnerung gerufen, wenn auch nur spärlich „Gesataltungsvorschläge“ oder regelrechte Direktiven formuliert
sind.“ Aus diesem Grund müßte dann aber auch unbedingt die Handkommunion verboten werden, denn wie kann
ich anbeten, was ich so ohne weiteres „betatschen“ darf? – Doch von einem solchen Verbot wird man in Rom
nichts hören wollen.
#264 virOblationis 20:49:05 | Montag, 16. April 2007
Recordare „Recordare“ lautet die Wiedergabe in Ps 24 (25), 6 in der gemäß der hebr. Bibel übersetzten
latein. Version. – Verbreiteter war früher die gemäß der griech. Septuaginta übersetzte Version, die
„Reminiscere“ in Ps. 24 (25), 6 hat.
#164 virOblationis 08:46:45 | Montag, 16. April 2007
Behauptungen und Argumente Zitat: „40 Jahre sind als heilige Zahl zu sehen und nicht als Zeitangabe.“
Und die Begründung? – So bleibt dies bloße Behauptung. Die jereminianische Weissagung beispielsweise
(Jer. 29, 10) ging in Erfüllung durch die Wiederherstellung des Tempels nach 70 Jahren (586 – 515 v.
Chr.). Dies war doch gerade deshalb so überzeugend (vgl. Dan. 9, 2), weil es eintraf, und nicht deshalb,
weil eine „heilige Zahl“ benutzt worden wäre. Zitat: „Im Judentum ist man sich darin einig, diese Stelle
beziehe sich auf die Anordnung Caligulas 39.n.Ch., im Tempel das kaiserliche Götterbild aufzustellen.“
Ja, das kann ich mir vorstellen, daß man sich im Judentum einig ist. Überzeugender ist allerdings eine
Deutung, die die Zahl der vierzig Jahre wörtlich zu verstehen vermag. – Bloße Einigkeit ist noch kein
Argument. Man kann auch im Irrtum einig sein. Darüberhinaus wird die Anordnung Caligulas eher in das
Jahr 40 fallen: Von da bis zur Zerstörung des Tempels sind es nur dreißig, nicht vierzig Jahre. Das
ist nicht sehr überzeugend. Zitat: „Ohne Kenntnis den Talmud zu zitieren, ist verdächtig!!!“ Ach?
#160 virOblationis 16:58:28 | Sonntag, 15. April 2007
noch einmal Talmud etc. Liebes .chen! Nun habe ich eine schon länger bekannte Parallele zu Joma 39 (vgl.
Rosh Hashanah 31 b) gefunden: In einer (nicht in den Talmud aufgenommenen) Baraitha zu pJoma 6, 43 (d.h.
der Traktat Joma 6, 43 in der palästinischen Version des Talmud) heißt es: „Vierzig Jahre vor der Zerstörung
des Heiligtums ist die westliche Lampe [an der südl. Seite des Heiligen] erloschen, ist der karmesinfarbige
Streifen rot geblieben, ist das für Jhwh bestimmte Los (am Versöhnungstage) in der linken (statt wie
bis dahin in der rechten) Hand aus der Losurne heraufgekommen. Ferner hatte man die Türen des Tempels
am Abend verschlossen, und als man frühmorgens hinkam, fand man sie offen…“ [Dabei scheint das Wunder
der offenen Tempeltüren nach Josephus sich tatsächlich erst kurz vor Ausbruch des Jüd. Krieges (66 –
70) ereignet zu haben, nicht um 30.] (Komm. zum NT aus Talmud und Midrasch zu Matth. 27, 51)
#158 virOblationis 15:31:31 | Sonntag, 15. April 2007
zu Rosh Hashanah 31 b Jeder hist.-krit. Gebildete würde natürlich sogleich eine christliche Interpolation
vermuten: wörtl. Verständnis von Is. 1, 18 (aufgehängter, roter Faden)verbunden mit einem indirekten
Hinweis auf die Bedeutung des Kreuzes. Doch es handelt sich hier nicht um Josephus, sondern um den Talmud!
Christliche Interpolationen ausgeschlossen! Zudem spricht die von Pünktchen hervorgehobene Beiläufigkeit
der Erwähnung der vierzig Jahre (ohne Sündenvergebung) gegen einen gezielten Einschub. Liebes Pünktchen:
Hat Roy Shoemann die Brisanz dieser Stelle entdeckt, oder wurde bereits früher damit argumentiert? Sagt
der Autor etwas darüber?
vom Nutzen der Menschenrechte nach Joh. XXIII. Zitat: „Sie (sc. die Kirche) glaubt, daß es den heutigen
Umständen angemessener ist, die Kraft ihrer Lehre ausführlich zu erklären statt zu verurteilen. Das
bedeutet nicht, daß es keine falschen Lehren und keine gefährlichen Meinungen gibt, die man vermeiden
und zerstreuen muß. Die Menschen erkennen selber immer mehr, daß es sehr auf die Würde der menschlichen
Person und die daraus folgenden Verpflichtungen ankommt. Aber diese widerstreiten so offensichtlich den
rechten Grundsätzen der Ehrlichkeit und haben so verheerende Früchte gezeitigt, daß die Menschen heute
bereits von sich aus solche Lehren verurteilen.“ Diese Sätze lese man am besten zwei Mal, um sich zu
vergewissern, daß auch tatsächlich da steht, was man gelesen zu haben meint. „Das bedeutet nicht, daß
es keine falschen Lehren und keine gefährlichen Meinungen gibt, die man vermeiden und zerstreuen muß.“
Ja, man müßte sie zerstreuen. – Doch das ja gar nicht mehr nötig: „Aber diese widerstreiten so offensichtlich
den rechten Grundsätzen der Ehrlichkeit und haben so verheerende Früchte gezeitigt, daß die Menschen
[ohne Kirche und Glauben] heute bereits von sich aus solche Lehren verurteilen.“ Alle Irrlehren erledigen
sich heutzutage von selbst! Und wie kommt es zu dieser neuen Weisheit? „Die Menschen erkennen selber immer
mehr, daß es sehr auf die Würde der menschlichen Person und die daraus folgenden Verpflichtungen ankommt.“
Daher also: Durch die Entdeckung der Menschenrechte!
#40 virOblationis 21:41:28 | Samstag, 14. April 2007
Haß trübt den Blick „Und auch ein Muslim ist ein Mensch und lieber bin ich mit einem Muslimen in einer
Kirche, als mit einem so falschen Menschen wie Ihnen.“ Diese Einstellung herrschte – zumindest bis 1453 –
auch unter vielen ostkirchlichen Schismatikern gegenüber Rom.
#150 virOblationis 21:28:36 | Samstag, 14. April 2007
Erklärung Zitat: „…denn wie schon zu Zeiten der Makkabäer, gab es immer wieder auch religiösen Widerstand
gegen Besatzung und Schändung des Tempels durch Götzen und Schmähung G’TTES.“ Dies bezieht sich wohl
auf Antiochus Epiphanes IV. (175 – 164 v. Chr.). – Doch auch ein Römer schändete den Tempel: Bei der
Annektion Syrien-Palästinas (63 v. Chr.) hatte Pompeius Jerusalem zu erobern. Danach betrat er das Allerheiligste
des Tempels und stellte fest, daß es leer war.
#40 virOblationis 12:01:22 | Samstag, 14. April 2007
Verwunderung und Vorschlag Angesichts der von Tiqvah abgelieferten Beiträge erstaunt es nicht, daß agmen
feststellt: „Wenn man bei Tiqvha nicht philosemitisch ist, ist man ein Nazi!“ Wie schnell ist Tiqvah dabei,
der hl. Kirche z.B. Heuchelei vorzuwerfen: „Wenn ich so richtig bedenke, hat in der [T]at in Yad Vashem
der Vatikan (Kirche) nichts zu suchen! Ihre Heuchlerei können sie wohl sich behalten…“ Auch ein Beitrag,
der so neben der Realität liegt, wie dieser, hat es in sich: „Ich denke[,] dass es überflüssig ist
[A]usreden für de[n] Papst zu suchen und erfinden! Die meisten Nazis und dessen Helfer waren Katholiken!
und nahezu alle waren Christen!“ Was mich aber so sehr wundert, ist die Tatsache, daß dieselbe Tiqvah
sich als Bat Shalom (Tochter des Friedens) bezeichnet. Wäre es nicht treffender, mit „Tiqvah Bat Qalon“
zu unterzeichnen?
#9 virOblationis 22:32:20 | Donnerstag, 5. April 2007
leichte Faßlichkeit Um wirkungsvoll in der Öffentlichkeit auftreten zu können, muß man lange Gedankengänge
in kurzen, knappen Formeln zusammenfassen, die leicht aufzunehmen sind und nicht sogleich auf innere Ablehung
des Hörers stoßen: VirFortis Trias „Glaube, Heimat, Familie“ scheint mir in dieser Hinsicht sehr gelungen.
Diese drei Begriffe umfassen alles für unser Leben Wichtige: Übernatürliches und Natürliches. Sie
finden in ihrer Kürze sozusagen Platz auf jedem Banner. In ihrer Reihenfolge drücken sie auch aus, was
zu oberst stehen muß, der Glaube, dann folgt die größere menschliche Gemeinschaft, in der wir leben,
Volk, und schließlich unser nächstes Umfeld, die Familie. Zugleich sind die Begriffe „Glaube, Heimat,
Familie“ so gewählt, daß sie weit positivere Assoziationen auslösen als die – an sich gewiß auch nicht
schlechtere Trias „Kirche, Vaterland, Familie“.
#45 virOblationis 21:22:22 | Donnerstag, 5. April 2007
Ergänzung Man schaue nicht nur auf Matth. 27, 25. Die zwei größten Apostel, Petrus und Paulus, sprechen
übereinstimmend beide ganz pauschal davon, daß die [ungläubigen] Juden den Heiland getötet haben:
S. aber Apg. 3, 15 und 1. Thess. 2, 14f. Und dies sagen sie, obwohl sie selbst von dem jüd. Volke abstammen. –
So sieht man also: Es hangt alles vom Glauben bzw. der Verwerfung des Heilands ab, da niemand zum Vater
kommt, außer durch Ihn. Verschiedene Heilswege kann es nicht geben.
– Bzw. Zitat „Dieses y-Chromosom muß auf unmittelbare Einwirkung Gottes zurückgehen.“ – Bzw. die Verwandlung
des zweiten x-Chromosoms in ein y-Chromosom [muß auf unmittelbare Einwirkung Gottes zurückgehen.].
Erklärung „Der Halbjude Adorno verbrachte die Jahre 1938 bis 1949 als Flüchtling im US-Exil.“ Im Zusammenhang
wird der Begriff „Halbjude“ den Grund andeuten, weswegen sich Adorno ins Exil begab. Für diesen Zweck
scheint er mirr nicht ungeeignet, denn die Nazis, die den Begriff prägten, waren ja dieselben, deren
Repressionen den Grund dafür lieferten, das Exil zu wählen.
Nachtrag Mein Beitrag sollte nur aus einer anderen Perspektive noch einmal den Umstand beleuchten, daß
die menschliche Natur Christi von Seiner menschlichen Mutter stammt. – Den Gedanken, daß Maria ihre Befreiung
von der Erbsünde durch ein Wunder Gottes empfing, um eben eine so unvergleichlich reine menschliche Natur
an ihren göttlichen Sohn weitergeben zu können, hatte ich dabei vorausgesetzt. Zitat: „Die Makellosigkeit
des allerseligsten Jungfrau ist nicht Ursache der Makellosigkeit Christi; erstere ist hinsichtlich der
Menschwerdung angemessen, mehr nicht.“ Die Antwort auf diese Frage hangt davon ab, von welchem Begriff
der Ursache man ausgeht: zumindest Materialursache dürfte sie schon gewesen sein.
menschliche Natur Die menschliche Natur stammt von Maria. Darum mußte ja die Muttergottes von Beginn
an frei von der Erbsünde sein, damit sie dem Heiland eine makellose menschliche Natur schenken konnte.
#25 virOblationis 08:12:10 | Dienstag, 27. März 2007
Werter Fabianus! Sie schrieben: „Also kann ein zeitlich begrenzter Mensch Mutter für ein zeitloses, vor
ihm bereits immmer dagewesenes Mysterium sein? Ist dies möglich ohne selbst kein Werkzeug der zeitlich
unabhängigen Offenbarung Gottes zu sein?“ Mir ist nicht ganz klar, was Sie unter „Werkzeug“ verstehen. –
Möglich wurde die Gottesmutterschaft Mariens vor allem dadurch, so denke ich, daß sie schon im ersten
Augenblick ihres Lebens, also bei ihrer Empfängnis, von der Befleckung durch die Erbsünde bewahrt wurde
(8.12.). So vermochte sie es später, ihrem Sohn eine vollkommene menschliche Natur zu schenken (25.3.).
#16 virOblationis 13:51:29 | Dienstag, 13. März 2007
vergebliche Hoffnung Seit der Niederlage des byzantinischen Kaisers bei Mantzikert (1071) stießen die
friedliebenden und toleranten Mohammedaner – hier in Gestalt der Türken – immer weiter vor in Richtung
auf Konstantinopel, das im 7. und 8. Jh vergeblich belagert worden war. Ohne die militärische Entlastung
in Form der Kreuzzüge seit dem Ende des 11. Jh’s wäre Byzanz wohl schon viel früher gefallen, was natürlich
die unter der christlichen Herrschaft leidende Bevölkerung Kleinasiens begrüßt hätte. Dennoch fanden
sich genügend christliche Fundamentalisten, die ihnen einen Strich durch diese schöne Rechnung machten.
Konsequenz „Wer an Ihn glaubt, wird nicht gerichtet. Wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet.“
(Joh. 3, 18) – Da wird auch die Berufung auf eine Religionsfreiheit dem Delinquenten wenig weiterhelfen.
Mythos II Unrichtig. Christliche Provinzen des oströmischen Reiches und christliche Staaten wie das Westgotenreich
wurden überfallen und besetzt (7. – 8. Jh). Bald danach begann die Terrorherrschaft. Dazu brauchten die
Christen nichts „loszutreten“. Die Reconquista auf der iberischen Halbinsel begann erst ab der zweiten
Hälfte des 11. Jh’s erfolgreich zu werden, und in Nordafrika gab es gar keine solche, weil die Niederlage
dort total gewesen war: Wurden die Christen deshalb besser behandelt? Im Gegenteil! Bis Mitte des 12.
Jh’s waren sie versklavt oder tot.
Hinweis Mit dem Wort „Reminiscere(*)“, Gedenke, beginnt der Introitus des Sonntags. (*) von „reminisci“
Ebenso bei Invocabit, Oculi, Laetare und Judica. Merkvers: In rechter Ordnung lerne Jesu Passion (So.
in Palmis).
#268 virOblationis 22:30:59 | Samstag, 10. März 2007
Frage „Nazareth“ ist als Ortsname belegt Matth. 2, 23; 21, 11; Mark. 1, 9; Luk. 1, 26; 2, 4. 39. 51; Joh.
1, 45f.; Apg. 10, 38. Auf welche Ortschaft sollen sich diese Verse beziehen, wenn nicht auf Nazareth?
Entgegnung Zitat: „Wenn du mal soviel Latein gelernt hast wie ich darfst du dich wieder melden. Bis dahin
empfehle ich dir, da du ja sagst du kennst den Unterschied nicht, in einem guten Wörterbuch nachzuschlagen,
was der Unterschied ist zwischen „credere in aliquem“ und „credere aliquem/aliquid“ Kleiner Tipp: Das
eine hat was mit vertrauen, sich anvertrauen zu tun, das andere bedeuted, die Existenz nicht zu leugnen.“
nach dem Langenscheidt zumindest: 1) credere aliquem/aliquid bedeutet (trans.) „jemanden /etwas anvertrauen“;
sich anvertrauen hingegen wäre m.E. „credere aliquo“ 2) credere aliquem bedeutet ebenso „etwas für wahr
halten“; dem kann man wohl (nachklass.?) ein „in“ hinzufügen, also credere in deos = an die Götter glauben
statt credere deos
Hinzufügung Zitat: „Im Glaubensbekenntnis von Nizäa und Konstantinopel heißt es: Pisteúomen [crédimus/
wir glauben] … eis mían hagían katholikèn kaì apostolikèn ekklesían, …“ Ich erlaube mir zu übersetzen:
„Wir glauben … an eine heilige, katholische und apostolische Kirche.“ Zitat: „Damit ist im autoritativsten
Glaubensbekenntnis der katholischen Kirche das Glauben an die Kirche gleichgeordnet dem Glauben an den
Heiligen Geist. Das kann auch nicht anders sein, weil nämlich die Kirche eben nicht nur eine soziologische
Gegebenheit ist, sondern ein gottmenschlicher Organismus, der mystische Leib Christi. Die Kirche ist so
ewig wie das ewige Wort Gottes, Christus, welcher das Haupt der Kirche ist.“ Und die sichtbare katholische
Kirche „subsistiert“ nicht nur in dieser geheimnisvollen, zu glaubenden Kirche, sie „ist“ damit identisch.
Credo in … sanctam ecclesiam catholicam Zitat: „Da willst du besonders schlau (oder besonders fromm)
erscheinen und das Credo auf Lateinisch zitieren und dann schaffst du es nicht einmal, es irgendwo korrekt
abzuschreiben. Es heisst da nämlich nicht „et in unam sanctam…“ sondern ‘et unam sanctam’“ Wozu soll
denn die Unterscheidung „ich glaube an“ bzw. „Ich glaube mit Akk.“ dienen? Daß es sich hier nur um einen
scheinbaren Unterschied handelt macht das Apostolicum deutlich, daß eine Reihe von zu Glaubenden aufzählt:
Credo in [1.] Spiritum sanctum, [2.] sanctam ecclesiam catholicam, [3.] sanctorum communionem, [4.] remissionem
peccatorum, [5.] carnis ressurectionem, [6.] vitam aeternam. Amen.
alte „Sünden“ – lange Schatten Doch schon, als Kard. Lehmann noch jünger war, wurde auf dem Vat. II
der Glaube an Christus gegen das Bekenntnis zur (kath.) Kirche ausgespielt, um einen weiteren Kirchenbegriff
zu schaffen, der auch die Protestanten mit einschließt (LG).
#81 virOblationis 20:32:07 | Donnerstag, 8. März 2007
keine verehrungswürdige Kirche Toby fragte: „Warum macht der Kardinal so etwas? Was will er damit bezwecken?“
Nun, ich denke, er will einfach seine Nähe zum Protestantismus kundtun. Für den Protestanten handelt
es sich bei der Kirche einerseits um die Menge aller Glaubenden bzw. Prädestinierten zu allen Zeiten
und an allen Orten (Leib Christi). Diese wahre, unsichtbare Kirche hat andererseits nicht wesentlich mit
der Institution Kirche zu tun, die z.B. für die Ausbildung von Geistlichen sorgt. Insofern ist die Kirche
nichts Verehrungswürdiges und schon gar nichts, an das man glauben könnte. – Man kann höchstens an
die verborgene, unsichtbare Kirche glauben, von der niemand definitiv weiß, wer ihr angehört.
#48 virOblationis 17:43:21 | Donnerstag, 8. März 2007
Vollständigkeit Es wurde der „Katechismus der katholischen Kirche, Kanon 750“ zitiert: „(…) Im Apostolischen
Glaubensbekenntnis bekennen wir eine heilige Kirche (,Credo … Ecelesiam’), sagen aber nicht, daß wir
<b>an</b> die Kirche glauben, damit wir nicht Gott und seine Werke miteinander verwechseln, sondern alle
Gaben, die er in seine Kirche gelegt hat, klar der Güte Gottes zuschreiben.“ Zuvor heißt es aber in
demselben Abschnitt auch, daß sich der Glaube, die Kirche sei „heilig“ und „katholisch“ … „eine“ und
„apostolisch“ nicht vom „Glauben an Gott den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist … trennen“ lasse.
Der Römische Katechismus (I. Teil, 10. Hauptstück, Vom neunten Artikel) hat kein Problem damit, vom
Glauben „<b>an</b> eine heilige, katholische Kirche“ zu sprechen und lehrt: „… Denn nicht jeder ist
ein Ketzer zu nennen, sobald er im Glauben irrt; sondern wer mit Hintansetzung des Ansehens der Kirche
gottlose Meinungen hartnäckigen Sinnes verteidigt…“ N.B.: Wenn man die Kirche als vergängliche Größe
auffaßt – soll das dann heißen, der mystische Leib Chriti löse sich irgendwann auf?
Umschweife und Umwege Wenn man gegen eine politische Richtung ist, dann sollte man dies auch direkt sagen,
ohne Umschweife. Der argumentative Umweg über eine Gefährdung des „öffentlichen Friedens“ erscheint
mir darüber hinaus auch noch scheinheilig, da besagte Gefährdung ja weniger von den Demonstranten ausgehen
wird als von deren politischen Gegnern.
#21 virOblationis 07:38:59 | Dienstag, 27. Februar 2007
Patriarchat? Dem traditionellen, christlichen Familienleben entspricht der Popanz des Patriarchates nicht.
Er soll das Bewährte nur madig machen, damit man doch wieder auf die Errungenschaften der Moderne hereinfällt.
Verhältnisse wie bei den Moslems wird es in christlichen Familien generell nie geben, weil das Gottesverständnis,
das eben den Menschen auch prägt, ein grundsätzlich anderes ist.
#60 virOblationis 14:08:29 | Freitag, 23. Februar 2007
Schieflage Lorenz sprach den „Vergleich mit diesem höheren Konsumniveau der Kinderlosen und -armen“ an.
Da befindet sich tatsächlich etwas in Schieflage, wenn die Kinder derer, die um ihrer Kinder willen auf
materielle Güter verzichtet haben, dann auch noch die höheren Renten der kinderlos Gebliebenen, denen
ja eben auf Grund ihrer Kinderlosigkeit mehr Geld zur Verfügung gestanden hat, aufbringen müssen.
#15 virOblationis 15:07:47 | Donnerstag, 22. Februar 2007
Hintergrundinformationen? FSSPX-Experte: (12:04) Ich denke, wir alle sollten für Pater Koenrad Huysegems
beten, dass er sowohl den gewaltigen Todesschock als auch die psychische Belastung, die vermutlich sein
Leben lang andauert, gut verkraftet. Dies klingt, als ob P. Huysegems schuld wäre an dem Unfall: „psychische
Belastung, die vermutlich sein Leben lang andauert…“ Michael Theodor van Laack: (12:25) Auch lässt
der Elternbrief – vermutlich impulsiv von Pater Köchli in grossem Schmerz geschrieben – Spekulationen
über Fahrfehler aufkommen und setzt so P. Huysegems der Gefahr unnötiger Anwürfe aus, die ich hier
unter anderen Artikeln über den Tod Pater Isenmanns schon habe durchscheinen sehen. Widerspricht dies
dem ersten Beitrag dadurch, daß von „unnötigen Anwürfen“ die Rede ist? Sind etwa ungerechtfertigte
Anwürfe gemeint? [v.d.Red.zens.]
#6 virOblationis 12:33:02 | Dienstag, 20. Februar 2007
gute Tradition „Schulverweigerung ist keine Lapalie und es ist völlig in Ordnung, daß sich der Staat
hier kümmert und einmischt.“ Na eben! Schließlich wurden auch schon in der DDR Regimegegnern ihre Kinder
weggenommen, um sie in SED-ergebenen Pflegefamilien aufzuziehen.
#55 virOblationis 18:54:27 | Montag, 19. Februar 2007
de mortuis Ich begreife noch nicht, was bene [dicere], gut [sprechen], in diesem Zusammenhang inhaltlich
anderes bedeuten soll, als bona [dicere], Gutes [durch Worte ausdrücken].
#14 virOblationis 14:30:55 | Montag, 5. Februar 2007
merkwürdig Es ist nur merkwürdig, daß diese „massive[n] Probleme“ erst jetzt, wo der Umzug der Schule
durch das Mitteilungsblatt der Bruderschaft allgemein bekannt geworden ist, aufgetischt werden. Ein wirklicher
Kenner der Lage hätte sie doch schon einmal viel früher bekannt machen können.
#56 virOblationis 20:40:00 | Montag, 18. September 2006
Wo das Aas ist… Nun habe auch ich mich entschlossen: Zumindest so lange, wie dieses pornographische
Bild von der Redaktion nicht entfernt wird, werde auch ich nicht mehr auf Kreuz.net schreiben. Wo das
Aas ist, da sammeln sich die Geier. – Aber zu diesen rechne ich mich nicht.
#61 virOblationis 20:29:57 | Montag, 18. September 2006
zu Sulpicius’ Beitrag Dies scheint noch immer der sicherste Weg zum Martyrium zu sein: In einer islamischen
Umgebung öffentlich die christliche Botschaft zu verkünden.
#17 virOblationis 14:02:39 | Montag, 18. September 2006
Weg damit! Um zu informieren, muß man solche Plakate nicht zeigen. Darum: Weg damit! Denn wie Aas nur
Geier u.ä. Getier anzieht, so wird dies hier keine katholischen, seriösen Leser anlocken.
#25 virOblationis 19:45:58 | Samstag, 16. September 2006
an Unschuld Gewiß Unschuld, aber Nostra aetate verkündet, erneut bekräftigt: „Mit Hochachtung betrachtet
die Kirche auch die Muslim, die den alleinigen Gott anbeten…“ Dann kann der Papst auch einen Koran küssen.
#13 virOblationis 16:17:53 | Samstag, 16. September 2006
diplomatische Haltung 2 Ich schrieb: Ein Rückzieher „um des lieben Friedens willen“? und wurde gefragt:
„Möchten Sie lieber, dass der Vatikan am Ende noch für Todesopfer verantwortlich gemacht wird, nur weil
die radikalen Islamisten dieses Zitat mal wieder für ihre Zwecke ausschlachten? Zumal ist dies auch kein
Rückzieher, sondern eine Klarstellung, die eine Instrumentalisierung verhindern soll.“ Wenn dies kein
Rückzieher ist, weiß ich nicht, wie ein solcher aussehen sollte. Mich erinnert dieses Verhalten des
Papstes an seine Unterzeichnung einer Forderung als Professor, die er eigentlich ablehnte. – Kreuz.net
berichtete kürzlich davon. – Seinen Studenten, die ihn auf diese wenig konsequente Haltung ansprachen,
sagte er Unterstützung bei der Veröffentlichung eines dagegen gerichteten Artikels zu. Damals mutmaßte
sein früherer Assistent Martin Trimpe, der Professor tue dies „um des lieben Friedens willen“. Daher
meine Frage zu seiner jetzigen Haltung. Darf die Wahrheit „um des lieben Friedens willen“ unter den Teppich
gekehrt werden? Wie will man das Seelenheil der Irrgläubigen erreichen, wenn man sie beschwichtigt, sobald
ihr Irrglaube sich in seiner Häßlichkeit zeigt? Das Kaiserwort, das zitiert wurde, obwohl der Zitierende
sich dessen Inhalt nicht zu eigen machen wollte (hört, hört!), findet ja gerade seine Bestätigung durch
wütende Gewaltandrohung. Gewiß, man mag den irdischen Frieden durch Rückzieher – zumindest eine Zeit
lang – bewahren, doch um den geht es letztlich nicht.
#11 virOblationis 12:47:42 | Freitag, 15. September 2006
Natürlich „Haben Sie sich schon mal überlegt, ob es vielleicht auch an der Art und Weise ihres Beklagens
liegen könnte?“ Natürlich: Der Deutsche ist immer selbst schuld.
#56 virOblationis 12:10:36 | Freitag, 15. September 2006
Übernahme kultureller Errungenschaften Als der junge Islam sich militärisch von China und Indien im
Osten bis zum Frankenreich im Westen ausbreitete, da fand er alte Kulturen vor und bewahrte vieles davon
oder ließ eine solche Bewahrung zumindest zu. In vergleichbarer Weise haben unsere germanischen Vorfahren
das weströmische Reich erobert und von dort die griech.-röm. Kultur übernommen. Im Unterschied zum
Islam hat das christliche Mittelalter sich die antike Kultur ganz zu eigen gemacht (z.B. Erlernen der
latein. Sprache, später auch der griech. und hebr.), während der Islam, als er endlich in den eroberten
Gebieten die Bevölkerungsmehrheit stellte, darauf drang, viele der übernommenen kulturellen Errungenschaften
wieder abzuschaffen. Ein Beispiel: So kam es, daß Averroes im christlichen Abendland seine Nachwirkung
hatte, während sich der islam. Kulturraum von aristotelischer Philosophie ablöste. – Was trat aber an
die Stelle des kulturellen Vakuums?
#4 virOblationis 11:55:57 | Freitag, 15. September 2006
noch einmal Zufälle Der 11. September als Symboltag, zugleich ein Tag des Papstbesuches in Deutschland
und das Opfer ein Priester: Ich glaube an Zufälle, nur nicht an so viele auf einmal.
#1 virOblationis 10:36:37 | Freitag, 15. September 2006
Zufälle Zitat: „Sie (sc. die Untat) sei in keiner Weise ‘politisch motiviert’ und besitze keinen religiösen
Hintergrund.“ Dann ist der Pater wohl auch nur zufällig ein Priester.
#1 virOblationis 18:21:23 | Donnerstag, 14. September 2006
Köstlich Zitat: „Die Kirche habe angeblich die westliche Öffentlichkeit aufgewiegelt, Istanbul besetzt
und tausende Menschen ermordet.“ Man vergaß zu erwähnen, daß Istanbul (eis ten polin) damals, nämlich
1204, noch griechisch war. Dauerhaft, d.h. bis heute fortwährend, besetzt wurde es erst 1453. Damals
ging die Hauptstadt des östlichen Kaiserreiches in einer Orgie von Blut und Gewaöt unter. Dies geschah
jedoch weder durch „die Kirche“ noch durch „die Kreuzfahrer“, sondern durch die Osmanen.
#77 virOblationis 08:52:08 | Donnerstag, 14. September 2006
Luther Während der Kaiser das Reich verteidigte (Wien 1529), haben zur Reformation abgefallene Fürsten
diese Situation genutzt, um der Kirche zu schaden, indem sie sozusagen hinter dem Rücken des Kaisers
zu ihrem eigenen Nutzen die Reformation auszubreiten. Gleichwohl hielt auch Luther z.B. eine „Heerpredigt
wider den Türken (1530)“: „…bis daß wir’s nun mit großem Jammer erfahren und so viel tausend Menschen
in so wenigen Tagen getötet und weggeführt gesehen haben… Und hätte uns nicht Gott ([schreibt Luther
ohne den Kaiser zu erwähnen!]) so wunderbar und unversehens geholfen, so sollten wir erst einen rechten
Jammer in deutschen Landen erfahren haben.“
#41 virOblationis 08:42:21 | Mittwoch, 13. September 2006
Entgegnung Zitat: „was ich von anfang an sagen wollte: hier wird ein artikel, in dem kein wort zu religion
oder hintergrund der tat gesagt wird sofort zu einer schimpftirade auf den islam und die muslime in deutschland
und auf der ganzen welt losgelassen, weil ein schlüsselwort im text zu finden ist TÜRKE“ Das hat wohl
damit zu tun, daß in der Türkei die Bekenner des Christentums umgesiedelt (Griechen), vertrieben (syrisch-orthodoxe
Monophysiten) und umgebracht (Armenier) worden sind. Die allermeisten Türken sind deshalb heutzutage
Moslems. Und wenn dieser Attentäter eine unserer Kirchen für eine Spelunke des Bösen hält, welcher
Religionsgemmeinschaft wird er dann wohl angehören?
#64 virOblationis 21:06:28 | Dienstag, 12. September 2006
göttliche Natur Zitat: „Wenn Christus nur Gott wäre durch seine Funktion der Vermittlung zwischen Gott
und den Menschen, wäre er nicht wirklich Gott. Seine Gottheit steht wie die des Vaters und des Hl. Geistes
in sich. Das kommt bei Ratzinger, scheint mir, nicht genügend zum Ausdruck.“ Sie haben natürlich darin
recht, daß die göttliche Natur im Sein und nicht in irgendeiner Funktion begründet sein muß. Sie zitieren
Joseph Ratzinger: „… Andererseits aber ist er (sc. der Heiland) selbst die wirkliche, uns begegnende
Nähe Gottes; die Vermittlung Gottes an uns und dies gerade dadurch, daß er selbst Gott als Mensch, in
Menschengestalt und -wesen der Gott mit uns (‘Emmanuel’) ist…“ Meiner Meinung nach sagt Ratzinger gerade
in diesem noch einmal zitierten Satz, daß Christus Gott ist: „…daß er selbst Gott als Mensch, in Menschengestalt
und -wesen der Gott mit uns … ist.“ Noch einmal auf das Wesentlichste gekürzt: „"…daß er selbst …
der Gott mit uns … ist.“ [Ich hätte das „ist“ am Satzende gern irgendwie hervorgehoben, weiß aber
nicht, wie solches technisch zu bewerkstelligen ist.] Von einer Reduktion des Göttlichen auf eine (Vermittler-)Funktion
kann angesichts dieser Worte m.E. nicht die Rede sein.
#59 virOblationis 16:47:29 | Dienstag, 12. September 2006
Modalismus Zitat: „Mit der Idee der ‘Vermittlung’ verfällt Ratzinger, dem Modalismus, den er zuvor abgelehnt
hatte; ist danach nur ein Sprachrohr Gottes…“ Der Modalismus, der z.B. vom hl. Hippolyt dem hl. Papst
Kallist bzw. Calixt (217 – 222) unterstellt wurde, geht davon aus, daß es nur einen Gott gibt, der in
verschiedenen Personen erschent. – Die modalistische Irrlehre ist durch einen gewissen Noetus am Ende
des 2. Jahrhunderts im kleinasiatischen Smyrna (heute Izmir) aufgekommen. Noetus hielt Vater und Sohn
für zwei Erscheinungsformen der tatsächlich einen Gottheit. Diese sollten miteinander identisch sein,
so daß man ebenso wie vom Leiden des Sohnes auch vom Sterben des Vater hätte sprechen dürfen. Solche
Irrlehre wird Modalismus oder modalistischer Monarchianismus genannt, seine Anhänger Patripassianer.
Noetus’ Anhänger Sabellius stammte aus der libyschen Pentapolis. Seit etwa 215 trat er in Rom als Führer
der Modalisten auf. Nachdem von diesen bis dahin nur in bezug auf den Vater und den Sohn Irriges gelehrt
worden war, bezeichnete Sabellius alle drei Personen der Gottheit, also auch den Heiligen Geist, als bloße
Erscheinungsformen des einen Gottes. Mir ist aber unklar, inwiefern das Reden von ‘Vermittlung’ sogleich
den Modalismus heraufbeschwört, da es doch Christus nicht zur bloßen Erscheinungsform (Sprachrohr) des
Vaters degradiert.
#5 virOblationis 13:49:08 | Dienstag, 12. September 2006
Unterschied Was würde es wohl für einen Aufschrei in der veröffentlichten Meinung geben, wenn einer,
der sich als Christ ausgibt, einen Imam niederstechen würde. – So aber werden wir wohl eher wieder das
Schweigen im Walde erleben.
#18 virOblationis 16:14:07 | Freitag, 8. September 2006
auch wenn Störungen keinen Vorrang haben… Verzeihen Sie, wenn ich mich in ihr Gespräch einmische,
aber ich muß doch einmal anmerken, daß mir unbegreiflich bleibt, wieso Protestanten offensichtlich nicht
in der Lage sind zu begreifen, daß durch Ablaß keine Sünde vergeben wird. Zugleich muß ich aber auch
anmerken, wie treffend ich die Bemerkung finde: „Er (sc. Luther) strebte nach einem Gnadenpriestertum,
nicht einem Opferpriestertum, wie die katholische Kirche dies vor allem bis zum II. Vatikanum hatte.“
#12 virOblationis 14:28:20 | Freitag, 8. September 2006
Kunststück Zitat: „Frère Roger, der protestantischer Herkunft war, vollzog einen seit der Reformation
noch nie dagewesenen Schritt: ein allmähliches Eingehen in die volle „Kommunion“ (Gemeinschaft) mit dem
Glauben der katholischen Kirche, ohne eine „Konversion“ (Übertritt), die einen Bruch mit seinem Ursprung
einschließen würde.“ Das ist allerdings ein schwieriges Kunststück. Hat er wohl weiterhin an die doppelte
Prädestination reformierter Theologie folgend geglaubt und sie zugleich mit der röm. Lehre verworfen?
#6 virOblationis 09:02:40 | Freitag, 8. September 2006
Frage Wenn nach Kardinal Sodano „Der Heilige Stuhl…seine diplomatische Mission ‘im Dienst der Menschen
und aller Völker, ungeachtet ihres religiösen Bekenntnisses, aber immer getreu seinem pastoralen Auftrag’
verfolge“, dann frage ich mich, um was für eine Institution es sich bei diesem Hl. Stuhl handelt: Es
muß wohl so etwas wie eine Unterorganisation der „Vereinten Nationen“ sein.
#181 virOblationis 08:57:03 | Freitag, 8. September 2006
platonisch Zitat: „Zur Zeit von Sokrates waren Lustknaben gang und gäbe. Soweit ich weiß berichtet Platon
aber davon, daß Sokrates eine ‘platonische Beziehung’ mit diesen gepflegt haben soll.“ Der (später vor
Syrakus kläglich gescheiterte) Schönling Alkibiades erzählt im „Gastmahl“, wie er dachte, daß Sokrates
u.a. ihm nachstelle. Dann aber stellte sich heraus, daß Sokrates gar nicht darauf aus war, sich einem
jungen Manne wie Alkibiades körperlich zu nähern. Vielmehr suchte er, ihn philosophisch zu erwecken
(„pädagogischer Eros“), zu einer Ebene jenseits des Sinnlichen emporzuführen. – Alkibiades begriff dies
nicht, mischte sich – gegen den Rat des Sokrates – zu früh in die Politik ein und scheiterte später
(als Athener Feldherr). Wo wahre (vom Eros begehrte) Schönheit jenseits der sinnlichen zu finden ist,
zeigt in demselben Dialog das von Sokrates berichtete Gespräch zwischen ihm und Diotima.
#18 virOblationis 08:15:39 | Mittwoch, 6. September 2006
Alternativen? Zitat: „Fraglich ist welche Alternativen sich auftun. Bildungseinrichtungen der Jesuiten,
der FSSPX, Waldorf- und Montessorischulen?“ Gerade die Jesuiten leiden ja an geistlicher Knochenerweichung.
Deren Bildungseinrichtungen dürften mit Vorsicht zu genießen sein – soweit sie sie noch nicht aus Gründen
des Personalmangels abgegeben haben. Die – leider sehr wenigen – Schulen der Bruderschaft sind sicherlich
ausgezeichnet und dennoch auch nicht für jedes Kind geeignet. Ich z.B. hätte als Kind in einem Internat
gewiß unheilbar an Heimweh gelitten. Die Waldorfschulen sind auch nicht mehr, was sie einmal waren. Inzwischen
gibt es dort Zustände, die mir die Haare zu Berge stehen lassen; doch mag dies lokal ganz unterschiedlich
sein. – Doch man bedenke: Die dort zumindest unterschwellig stets mitunterrichtete Anthroposophie ist
kein (kath.) Christentum! Über Montessorischulen kann ich nichts sagen. In bezug auf Kindergärten ist
mir gerade vor Augen geführt worden, daß sie nur so gut sind, wie ihre jeweilige Leitung.
#3 virOblationis 11:43:27 | Dienstag, 5. September 2006
Differenzierungen Wenn man „schliff“ und „schleifte“ beliebig gebraucht, fallen Differenzierungen allerdings
weg: Die Stadtmauer wurde geschleift, das Messer aber geschliffen. Immerhin ist es aber noch der Sog des
Strudels, der unter Wasser zieht, niemand saugte dabei. – Ein kleiner Trost.
#1 virOblationis 10:00:04 | Dienstag, 5. September 2006
Konjugation starker Verben Das mag alles richtig sein, doch bin ich gewiß, daß die „Zeugen“ schworen
und nicht etwa „schwörten, daß die betreffende Person keine Hexe sei.“
#13 virOblationis 12:41:45 | Sonntag, 3. September 2006
staatliche Maßnahmen Da stimme ich Ihnen zu, liebes Pünktchen. – Aber daß Sie damit noch der Idee der
Religionsfreiheit anhangen, scheint mir eher zweifelhaft. Sie befürworten ja gerade staatliche Maßnahmen
in bezug auf eine bestimmte religiöse Gruppe aus Gründen des gedeihlichen Zusammenlebens und kommen
damit dem alten Toleranzmodell in einem Staat, in dem die Katholiken keine Mehrheit bilden, gedanklich
m.E. zumindest sehr nahe. – Wenn Sie sich Kernaussagen des für das Vat. II vorgesehenen Textes zur religiösen
Toleranz vielleicht noch einmal ansehen wollen, verweise ich auf’s Kreuzforum: Kirche, Generell S. 4,
Über den Integralismus… Seite 2, Beitrag 19, 20
#9 virOblationis 12:12:40 | Sonntag, 3. September 2006
Freiheit der Kirche Zitat: „Daß ein Missionsbenediktiner so redet, versteht sich von selbst: erlebt er
doch in vielen Erdteilen, daß sich der christlichen Mission äußere Gewalten entgegenstellen. Wie sollte
er dagegen Protest erheben können, wenn er den Religionszwang verteidigen wollte?“ Der Kirche gebührt
Freiheit, weil sie die göttliche Wahrheit verkündet. Den Irrtum kann man nicht auf dieselbe Stufe stellen.
Daß dessen Anhänger gerade für sich Freiheit verlangen mögen, ist aus ihrer Perspektive heraus natürlich
zu verstehen. Von der Wahrheit her betrachtet erscheint dies aber als geduldetes Unrecht, mehr nicht.
#7 virOblationis 13:35:33 | Freitag, 1. September 2006
Schluß …zu einem sichern Resultate hätten kommen können. (IV. 32-35). [Heiligen-Lexikon: Leontius,
S. (22). Vollständiges Heiligen-Lexikon, S. 22820 (vgl. HL Bd. 3, S. 783f.)]
#4 virOblationis 11:35:20 | Freitag, 1. September 2006
Fortsetzung quälen und dann gebunden in das Meer werfen ließ. Ein Engel des Herrn aber löste ihre Bande
und führte sie unversehrt aus dem Meere an’s Ufer. Lysias, der dieses Wunder der Zauberei zuschrieb,
wurde sogleich von zwei Dämonen ergriffen und eine Stunde lana mir Backenstreichen geschlagen. Die Heiligen
dann für ihn und sogleich wichen die bösen Geister. Der Statthalter aber glaubte, die Götter seien
über ihn erzürnt wegen des Versprechens, das er ihnen gegeben, nämlich sie zu entlassen. Er ließ sie
sodann in das Gefängniß werfen, am andern Tage aber herausholen, um den Göttern zu opfern, was sie
aber standhaft verweigerten. Sie wurden hierauf in ein großes Feuer geworfen, aus welchem sie unversehrt
hervorgingen, während mehrere umherstehende Heiden von demselben ergriffen und verbrannt wurden. Man
ließ sie sodann auf die Folter spannen und mit eisernen Krallen zerfleischen. Und da sie in ihrem Glauben
standhaft blieben, ließ sie der Statthalter am Kreuze erhöhen und steinigen. Die Steine aber fielen
auf die Steiniger zurück und verwundeten sehr viele. Ebenso flogen die auf sie abgeschlossenen Pfeile
auf die Soldaten zurück und tödteten diese und viele Anwesende. Endlich wurden sie enthauptet. Die Christen
nahmen heimlich ihre Leiber und begruben sie an der Stadtmauer von Aquileja. Nach Andern hätten diese
Heiligen in Rom gelitten und seien dann ihre heil. Leiber nach Vicenza gebracht worden. Ueber diese und
andere Punkte wird bei den Bollandisten viel verhandelt, ohne daß sie
#2 virOblationis 11:18:32 | Freitag, 1. September 2006
hl. Carpophorus Es gibt zahlreiche Martyrer mit Namen Carpophorus. Vielleicht handelt es sich auch um
diesen hier: Carpophorus et 5 Soc. MM. (7. Aug.). Die hhl. Karpophorus, Exanthus, Cassius, Severinus,
Secundus und Licinius erlangten unter Kaiser Maximianus, dem die ersten zwei als Soldaten dienten, zu
Como in Oberitalien die Martyrkrone. Ihre Namen kommen am nämlichen Tage auch im Mart. Rom. vor. [Heiligen-Lexikon:
Carpophorus, SS. (3). Vollständiges Heiligen-Lexikon, S. 6280 (vgl. HL Bd. 1, S. 564)] N.B:: Das „Vollständige
Heiligenlexikon“ bietet auch mehr Informationen über den hl. Carpophorus vom 20. August. Ich fürhre
sie an, soweit die 1500 Zeichen reichen: 22S. Leontius et Carpophorus MM. (20. Aug.) Die hhl. Leontius
und Carpophorus wurden um das J. 296 zu den Zeiten Diokletians und Maximians uner dem Präfekten Lysias
in der Stadt Aauileja gemartert. Nach Barbaranus wäre ihr Geburtsort Vicenza, wohin ihre Aeltern oder
Vorältern aus Arabien gekommen seien. Später hätten sie sich aber mit ihren Schwestern Euphemia und
Innocentia nach Aquileja begeben. Sie waren Aerzte und ausgezeichnete Christen, welche mehr durch Anrufung
des Namens Jesu als durch Anwendung von Arzneimitteln die Krankheiten heilten. Lysias, dem die Anzeige
gemacht wurde, ließ sie ergreifen und suchte sie unter Versprechungen und Drohungen zu den Götzenopfern
zu überreden. Die Heiligen aber wiesen dieses Ansinnen zurück und erklärten wiederholt, sie seien Christen,
worauf sie der Statthalter an Händen und Füssen…
#12 virOblationis 20:42:17 | Donnerstag, 31. August 2006
sola scriptura? Ist nur wahr, was in der Hl. Schrift ausdrücklich erwähnt wird? – Außerdem: Eine schöne
Geste der Ehrfurcht kann auch später eingeführt werden und legitim sein. Mich stört an seiner Eminenz
nur, daß er spricht, als wenn es Paul VI. und Joh. Paul II. überhaupt nicht gegeben hätte.
#17 virOblationis 19:51:23 | Mittwoch, 30. August 2006
Monsieur de Paris Solange die Könige in Frankreich regierten, konnte Charles-Henri Sanson durch die begrenzte
Anzahl von Hinrichtungen kaum reich werden. Er hat aber wegen seiner medizinischen Kenntnisse, so lese
ich, auch selbst Arzneien hergestellt. Das Henkersamt war kaum seine einzige Einnahmequelle, bis die Revoltion
ausbrach. Während der vergleichsweise kurzen, jakobinischen Schreckensherrschaft vollzog er als Henri
Sanson, Monsieur de Paris etwa 3000 Hinrichtungen. – Aber über diese Ära werden Sie wahrscheinlich sehr
viel besser Bescheid wissen.
#22 virOblationis 15:49:59 | Mittwoch, 30. August 2006
ein eher diplomatischer Charakter? Zitat: „Eine ziemlich krasse Aussage würde ich sagen. Wenn Joseph
Ratzinger kein Kämpfer für die Wahrheit ist, dann weiß ich auch nicht weiter.“ Ich habe nicht pauschal
von der Wahrheit gesprochen, sondern gefragt, ob sein Charakter der eines von einer Sache überzeugten
Kämpfers ist. Es gibt ja auch Fragen, mit deren Beantwortung nicht unbedingt die ganze kath. Wahrheit
steht oder fällt. Obwohl die Frage, wieweit man das Amt und die Ausübung des Amtes der Nachfolger der
Apostel zeitlich begrenzen kann gewiß nicht ohne Gewicht ist. Wenn Benedikt XVI. gegen die Assisi-Treffen
Joh. Pauls II. eingestellt war, warum setzt er dann noch eine damit verbundene Tradition fort? „Wieder
um des lieben Friedens willen?“ Wie konnte er bei der Trauerfeier für Joh. Paul II. diesen „vom Himmel
aus zusehen“ lassen, ohne vorangegangenen Prozeß der Selig- bzw. Heiligsprechung. Tat er es, weil so
viele begeisterte Anhänger des Verstorbenen in Rom waren, also „wieder um des lieben Friedens willen?“
Die Erklärung seines ihm gewiß noch immer treu ergebenen ehemaligen Assistenten Martin Trimpe hat ja
diese Worte („um des lieben Friedens willen“) aufgebracht: Mir schienen sie lediglich zu bestätigen,
was ich vermutete.
#3 virOblationis 14:51:53 | Mittwoch, 30. August 2006
hinkender Vergleich Mein Vergleich hinkt natürlich, da Henker der Gerechtigkeit dienten, wenn auch gewiß
nicht jedes von ihnen vollstreckte Urteil gerecht war. Dennoch galt ihr Beruf als „unehrlich“.
#1 virOblationis 14:37:10 | Mittwoch, 30. August 2006
Geschäft Schlimm, daß Abtreibung für manche ein großes Geschäft ist. – Die Henker früher erhielten
für ihre Dienste zwar auch eine Entlohnung, doch die hatte wohl stets einen recht geringen Umfang. Oder
sind jemandem sehr reiche Henker bekannt?
#19 virOblationis 14:32:26 | Mittwoch, 30. August 2006
um des lieben Friedens willen Zitat: „Der Professor vertrat seine Überzeugungen sonst mit Nachdruck.
In diesem Fall hatte er vielleicht … um des lieben Friedens willen dem auf ihn ausgeübten Druck nachgegeben.“
(Daß er den Artikel nicht richtig gelesen habe, scheidet nach diesem Artikel als Möglichkeit der Erklärung
offenbar aus.) Genau so erscheint mir derselbe Mensch als Papst noch immer. Ich weiß natürlich nicht,
ob ich ihn aus der Ferne recht beurteile, aber den Charakter eines von einer Sache überzeugten Kämpfers
scheint er mir nicht zu haben; eher im Gegenteil.
#11 virOblationis 14:24:40 | Mittwoch, 30. August 2006
Gedanke Mich würde interessieren, wieviele unter den linken Ideologen, die hier schreiben dürfen, ovbwohl
es sich um ein kath. Forum handelt, selbst Kinder aufziehen und den erbärmlichen Schulalltag indirekt
miterleben müssen.
#44 virOblationis 09:34:24 | Mittwoch, 30. August 2006
Zustimmung „Deswegen müssen immer wieder neue Knaller her – mal Fußball WM, mal eine bunte Kindershow,
genannt Erstkommunion, mal eine tolle Karnevalsmesse.“ So ist es. – Aber auf all diese äußerlichen Dinge
kann im Notfall verzichtet werden oder auch schon dann, wenn man ihrer einfach überdrüssig geworden
ist. Ganz anders das hl. Meßopfer. Es ist unverzichtbar. Wenn man es unter lauter Knallern nicht mehr
zu entdecken vermag, dann beginnt man wohl auch zu vergessen, das einem eigentlich Unverzichtbares fehlt.
#8 virOblationis 15:04:23 | Dienstag, 29. August 2006
Besinnung und ihre Motive Es waren ja sonst wenig schmeichelhafte Sachen von diesem Herrn zu hören. Aber
wenn er sich – zumindest in diesem oder jenem Punkt – bekehrt, ist das natürlich willkommen. Hoffentlich
tut er es nicht allein aus Opportunismus (Sorge vor Spaltung).
#3 virOblationis 11:26:42 | Dienstag, 29. August 2006
mit Verlaub Ich spreche nicht gern von Schwachsinn; dafür ist dieser Begriff eigentlich auch zu bedeutungsschwer.
Aber wenn man die überlieferte katholische Lehre als „antisemitisch“ bezeichnet und in die Nähe Hitlers
rückt, dann fällt es mir schwer, dafür eine angemessenere Bezeichnung zu finden.
#230 virOblationis 20:33:47 | Montag, 28. August 2006
Noch ein Zitat Zitat: „Wie heißt der Autor, der angeblich Lehrer sein soll und wo befindet sich seine
Wirk-Stätte?“ „Wenn ihr’s [heraus]findet, so sagt mir’s wieder, daß auch ich komme…“
#17 virOblationis 10:13:06 | Montag, 28. August 2006
Wahrheit Zitat: „Nach der grössten Katastrophe der deutschen Geschichte befragt, nannten die Menschen…“
Allerdings läßt sich über die Wahrheit nicht per Abstimmung entscheiden.
#222 virOblationis 17:52:05 | Sonntag, 27. August 2006
Bestätigung des Artikels „…ein Klima von Drohung und Denunziation zu schüren…“ Eben dies bestätigen
Beiträge wie dieser: „Hier auf KN findest Du ausreichend Beweise, wie weitreichend unsere Strukturen
bereits installiert sind. Ein paar wenige strategische Knotenpunkte noch u. unser Netz steht… Du weißt
ja, was wir gerne tun – was Ihr Euch dabei einfangen werdet, ist auch bekannt. Auskommen wird uns von
Euch keiner.“
#20 virOblationis 17:13:03 | Sonntag, 27. August 2006
Vat. II Das Vat. II hat auch in anderen Dokumenten Aussagen über einzelne und Religionsgemeinschaften
vermengt, um die bisher geltende Lehre zu verändern, wie W. Schüler in seinem jüngst erschienenen Werk
„Pfarrer Hans Milch“ zeigt.
#15 virOblationis 13:40:57 | Sonntag, 27. August 2006
Beliebigkeit Meiner Meinung nach läuft der Text gerade auf diese Beliebigkeit hinaus wegen der Stellung,
die dem Gewissen eingeräumt wird. Wenn nämlich die Wahrheitssuche diesem übergeben wird, ohne daß
wiederum das Gewissen aufgefordert wird, sich der überlieferten Lehre zu unterstellen, dann folgt Beliebigkeit.
#13 virOblationis 20:12:42 | Samstag, 26. August 2006
noch einmal Religionsfreiheit Ich verstehe religiöse Toleranz, wie sie in Abd el-Kaders ritterlicher
Haltung zum Ausdruck kommt, nicht als Ausdruck der Religionsfreiheit. So haben auch katholische Staaten
früher Toleranz geübt, soweit dies geboten schien, um insbesondere das friedliche Zusammenleben zu gewährleisten. –
Religionsfreiheit ist demgegenüber in meinen Augen ein Ausdruck der gleichgültigen Beliebigkeit.
#195 virOblationis 19:07:10 | Samstag, 26. August 2006
Parallele Es ist doch aber – um auf das eigentliche Thema des Artikels zurückzukommen – interessant,
daß die Söhne Sodoms praktizieren, was insbesondere den Methoden der Genossentruppe Mielkes ähnelt.
#5 virOblationis 15:17:35 | Samstag, 26. August 2006
Religionsfreiheit Zitat: „In Algerien wird die Missionierung der Muselmanen unter Strafe gestellt. Staatspräsident
Abd al-Asis Bouteflika billigte ein entsprechendes Gesetz, das bereits am Montag in Kraft treten soll.“
Wieder einmal ein Schmankerl für die Freunde der Religionsfreiheit, die mit so viel „Hochachtung auch
die Muselmanen betrachtet“, die der Kirche allerdings ihrerseits eher auf die Füße zu treten belieben.
#1 virOblationis 11:12:04 | Freitag, 25. August 2006
Bilderstürmer Zitat: „Nun hat man die Altaraufsätze in den Kaiserkapellen des Chorumgangs zwischengelagert.
Die Reliquien sind in die Schatzkammer verbannt. Teile der Altäre sind in der Münsterbauhütte abgelagert.“
Warum nicht ‘gleich ins Museum?
#6 virOblationis 11:08:31 | Freitag, 25. August 2006
ich pflichte bei Zitat: „Deswegen rede ich auch lieber von Schulzwang. Es ist der Griff eines immer totalitärer
werdenden Systems nach unseren Kindern um sie gleichgeschaltet im Sinne der wirklichen Machthaber zu indoktrinieren.“
So ist es. – Und jetzt rührt man die Trommel auch noch für die Gantagsschule! Hoffentlich geht den Gleichbehandlern
und Gleichschaltern bald endgültig das Geld aus.
#16 virOblationis 16:20:31 | Donnerstag, 24. August 2006
si vix iustus sit securus Zitat: „Zur Rechenschaft gezogen wurde niemand.“ Noch nicht. – Aber welch unvorstellbares
Ausmaß wird das Strafgericht haben, das unweigerlich hereinbrechen wird.
#26 virOblationis 14:11:13 | Mittwoch, 23. August 2006
Bestätigung Eine solche Entwicklung von – in diesem Falle semitischen – Sprachen ist mir auch schon aufgefallen,
als ich nach altem Hebräisch (z.B. ohne Kasusendungen) ein wenig Akkadisch lernte.
#57 virOblationis 12:46:23 | Mittwoch, 23. August 2006
nochmalige Antwort Ich verstehe nicht, inwiefern meine Antwort nicht auf Ihre Fragen eingeht. Selbstverständlich
ist der mystische Leib Christi mit dem Leib des auerstandenen Heilandes Jesus Christus identisch. Darum
ist Christus der einzige Weg zum Vater, und dies bedeutet dasselbe wie der Lehrsatz: „Außerhalb der Kirche
gibt es kein Heil.“ Daß der Heiland auch als Haupt Seines Leibes bezeichnet werden kann, widerspricht
dem nicht, da wir als Getaufte Glieder dieses Leibes geworden, aber vom Heiland dennoch unterscheidbar
geblieben sind. So kann Er wiederum auch Bräutigam der Kirche genannt werden. Wenn ich hinzugefügt habe:
„…und Erzbischof Lefebvre ist Katholik“, so meint dies, er habe als treu dem überlieferten Glauben
Anhangender gar nicht anders sprechen können. Natürlich kann Christus auch außerhalb der Kirche handeln:
Wieviele Wunder sind geschehen seit Seiner Fleischwerdung! Aber innerhalb der Kirche, innerhalb Seines
Leibes, fließen die sieben Ströme der Gnaden.
#9 virOblationis 20:52:47 | Dienstag, 22. August 2006
kein Steinbruch Das sind keine Brocken aus einem Steinbruch, sondern Kernstellen zum Thema. – Wenn jemand
andere / bessere kennt, möge er die doch einmal anführen.
#73 virOblationis 11:41:31 | Dienstag, 22. August 2006
Gottesbezeichnungen Die Bezeichnung von Gottheiten ohne einen eigentlichen Eigennamen ist im semitischen
Sprachraum seit alters bekannt, man vergleiche z.B. El (Gott) und Ba’al (Herr) im Hebr. / Kanaan.
Hoffen und Harren… Zitat: „In der gestrigen Ausgabe der Wochenzeitung ‘Welt am Sonntag’ kommentierte
eine Journalistin, daß ‘wir’ irgendwie gedacht und gehofft hätten, ‘das Thema Eva Herman“ wäre erledigt.’“
Das kann ich mir vorstellen. – Doch solange man der natürlichen Wirklichkeit eine ihr fremde Ideologie
aufzuzwingen versucht, wird das Alte, vermeintlich Überwundene, immer wieder emporkommen; solange, bis
ihm recht geschieht.
#31 virOblationis 21:56:41 | Freitag, 18. August 2006
Herrn Hüller Wenn Sie nicht in der Lage sind, die wenigen Zeilen meiner Entgegnung bis zum Ende durchzulesen,
erscheint es mir grundsätzlich zwecklos, Ihnen zu antworten: Zeitverschwendung.
#23 virOblationis 18:11:51 | Freitag, 18. August 2006
Todsünde Schwarzmagische Praktiken galten schon z.Z. des Alten Bundes als todwürdiges Vergehen. Die
Hexenprozesse christlicher Zeit stehen in dieser Tradition. Das zweite Gebot bedeutet ursprünglich: Du
sollst den Namen Jhwhs nicht zu Nichtigem (d.h. zu magischen Praktiken) mißbrauchen. Auch KKK 2117 verwirft
sämtliche Praktiken von Magie und Zauberei: Magie und Glaube schließen einander aus, da Magie Gott in
Dienst zu nehmen versucht. Solche magischen Praktiken „verstoßen schwer gegen die Tugend der Gottesverehrung.“
#8 virOblationis 15:59:07 | Freitag, 18. August 2006
Intoleranz Schade, daß sich die Kirche früher so intolerant gegenüber der Inkulturation verhielt. Sonst
könnten wir in Mexiko-Stadt vielleicht noch immer tägliche Menschenopfer bestaunen.
#2 virOblationis 09:29:30 | Freitag, 18. August 2006
selige Päpste Zitat: „Johannes Paul I. († 1978) vor der Seligsprechung?“ Wir haben so viele gute Päpste
in der Neuzeit gehabt, und so wenige Seliggesprochene sind darunter. – Will man die Defizite der Päpste
der Konzilszeit sowie der nachkonziliaren Ära etwa dadurch wett machen, daß man sie alle selig spricht?
#21 virOblationis 07:21:35 | Freitag, 18. August 2006
Fummel-Unterricht Zitat: „Was glauben S i e denn, woher die Ablehnung der staatlichen Sexualerziehung
seitens der Tradis kommt?“ Woher die Ablehnung der staatlichen Sexualerzihung von mir Tradi stammt, kann
ich Ihnen sagen: Nachdem unsere Tochter solch anschaulichen Unterricht in einer „kath.“ Grundschule genossen
hatte, fühlte sich ein frühreifer Flegel ‘gleich dazu animiert, das Erlernte in die Tat umzusetzen und
belästigte meine Tochter und eine ihrer Schulkameradinnen damit in massivster Weise. – Glücklicherweise
hat sie sich uns anvertraut, so daß ihr und auch der gegenüber ihren Eltern schweigenden Schulkameradin
geholfen werden konnte.
#36 virOblationis 07:18:57 | Mittwoch, 16. August 2006
Genugtuung Ja ja, wie glänzend ein solcher Streiter für Recht und Wahrheit, der lediglich sechs Dezennien
braucht, um beiläuffig anzumerken, daß er selbst auch in solcher Weise gefehlt hat wie von ihm Angegriffene.
Aber im Ernst: Dieser Fall zeigt exemplarisch, auf welch dünnem Eis sich die linke Selbstgerechtigkeit
bewegt hat, um Altersgenossen, vor allem aber die „Vätergeneration“ anzuklagen. Dennoch ist es ihnen
gelungen, die Macht in der Gesellschaft an sich zu reißen und die Kultur so tiefgehend zu beschädigen,
daß Hoffnung auf Besserung fast vermessen wirkt. – Aber immerhin bleibt die Genugtunng, einen Vorkämpfer
der Linken jetzt demaskiert zu sehen.
#43 virOblationis 08:09:30 | Dienstag, 15. August 2006
ein einziger Ritus? Ich meine auch, daß man nicht von einem einzigen Ritus sprechen kann und möchte
dies durch ein Erlebnis veranschaulichen: Meine Tochter hat einmal eine Schulkameradin, die sich als Ministrantin
recht gut auskennt im NOM, in unsere Bruderschafts-Kapelle mitgebracht. Die konnte sich gar nicht zurechtfinden
in der Alten Messe und glaubte auch nicht, daß dies dieselbe Art von Gottesdienst sein wäre. – Wobei
ich allerdings einräumen muß, daß ihr eine lateinisch zelebrierte Novus Ordo Messe wahrscheinlich auch
einige Schwierigkeiten bereitet hätte, aber gewiß nicht in demselben Maße.
#73 virOblationis 07:50:37 | Dienstag, 15. August 2006
Namensbedeutung „virOblationis“ ist die Übersetzung meines Nachnamens. Es charakterisiert aber in gewisser
Weise auch mein Leben. – Ende der Durchsage.
#70 virOblationis 21:39:17 | Montag, 14. August 2006
Luk. 4, 5 – 7 „Es ist vielmehr so: ich möchte angebetet werden genauso wie Jesus.“ Matt, Matt, wenn das
ernstgemeint ist, dann sind Sie dem Versucher aber schon sehr nahe!
#67 virOblationis 20:46:40 | Montag, 14. August 2006
Ich sprach von der überlieferten Lehre Sehen Sie: Das mochte ich noch nie an moderner Theologie, daß
sie alles ineinandermengt und man nie genau weiß, woran man ist. So sprach ich – überlieferter Gotteslehre
folgend – von der Erlösung. Da werde ich nun eines Besseren belehrt: „Des weiteren werden wir nicht nach
dem Tod erlöst,aber wir sind schon vom Tod erlöst.“ Was ist das für ein Durcheinander, und was für
eine Anmaßung! – Erlöst werden wir (trotz Kol. 3, 1) erst dann sein, wenn sich die Seel vom Leibe getrennt
und wir nichts mehr abzubüßen haben werden. Ob wir dahin gelangen, ob wir wirklich vom Tode erlöst
werden: Wer will das wissen, ob er beständig bleibt; und selbst steht das Gericht noch aus, in dem selbst
„der Gerechte kaum sicher sein wird!“ Hier leben wir im Glauben, nicht im Schauen (2. Kor. 5, 7), wenn
wir auch die Erstlingsgabe des Geistes haben (Röm. 8, 23). Wir sind auf Hoffnung hin gerettet; eine Hoffnung
aber, die man schon erfüllt sieht, ist keine Hoffnung mehr (Röm. 8, 24). Noch ist es nicht offenbar,
was wir sein werden. Wir wissen aber: Wenn es sich offenbaren wird, werden wir Ihm ähnlich sein, denn
wir werden Ihn schauen wie Er ist (1. Joh. 3, 2). – Jetzt ist unser Erkennen Stückwerk, dann aber werden
wir erkennen, so wie wir auch erkannt worden sind (1. Kor. 13, 12).
#64 virOblationis 19:10:05 | Montag, 14. August 2006
an Matt Um in Gott in Beziehung zu treten, gottfähig zu sein, werter Matt, müssen wir doch nicht sein
wie er bzw. einen göttlichen Funken in uns tragen wie die Gnostiker lehren. Wir sind lediglich Gottes
Ebenbilder; dadurch gleichen wir Ihm soweit, daß wir z.B. Wahrheiten verstehen können. Wenn wir (durch
Ihn ermöglicht) nach dem Tode erlöst werden, dann schauen wir Ihn, Der die Wahrheit selbst ist. Christus
ist Gott-Mensch, die zweite Person der Dreifaltigkeit, die Mensch geworden ist. Uns gleicht er durch die
Annahme der menschlichen Natur, doch unterscheidet Er sich von uns durch die Sündlosigkeit.
#36 virOblationis 13:09:46 | Montag, 14. August 2006
keine Konkurrenz? Zitat: „Das Christentum ist keine Konkurrenz für den Islam.“ Man kann nur ein bißchen
zum Tode verurteilt werden, wenn man vom Islam zum Christentum übertreten möchte (vgl. zuletzt Afghanistan).
Zitieren Sie doch einmal einige derjenigen Stellen aus dem Koran, in denen etwa weniger liebevoll von
Juden und / oder Christen gesprochen wird!
#60 virOblationis 12:48:30 | Montag, 14. August 2006
Zitate (gekürzt wg. Zeichenbegrenzung) Zitat: „ich glaube nicht…das meine Überlegungen ketzerisch
sind. Ich…verfolge sie, weil ich ein konsequenter Denker bin.“ Welcher Gnostiker hätte nicht gesagt,
er sei ein konsequenter Denker? – Eine ganz andere als Ihre Auffassung zum Entstehen der Tiere finden
Sie in Gen. 1f. Zitat: „Ich setzte hier Gott und Mensch in nicht anderer Weise in Beziehung als es uns
durch Jesus Christus nahegelegt ist. [Beleg?] …gewisse(n) philosophische(n) Tendenzen der Vergangenheit…müssen
ja nicht grundfalsch sein.“ Der Heiland war kein Gnostiker. Zugehörigkeit zu der einen Seite schließt
die zur anderen aus. Zitat: „In erster Linie geht es mir als menschliches Wesen ja um die Erfüllung,
also die Realitas meines Seins und hier muss sich Gott als relevant erweisen um das einmal krass zu formulieren.“
Wie können Sie als Geschöpf Ihrem Schöpfer so gegenübertreten? Versuchen Sie, polemisch gesagt, sich
doch Ihrem Schöpfer gegenüber erst einmal als relevant zu erweisen, m.a.W.: Denken Sie nicht vom eigenen
Subjekt her, sondern von Gott her. So ist auch die klass. Glaubenslehre aufgebaut; sie beginnt nämlich
mit der Lehre von Gott. Zitat: „Und er tut es auch, weil er mich ja zu diesem Zweck erschuf, um sich an
mir zu erweisen…So bedeutet jeder gewissermaßen einen Modus des Göttlichen bis hin zu einer möglicherweise
völligen Einswerdung und Vollendung.“ Gott erschuf nicht, weil er irgendetwas bedurft hätte. – Die unio
mystica führt nach christl. Auffassung nicht zur Vergöttlichung des Menschen.
#14 virOblationis 10:40:17 | Montag, 14. August 2006
schöne Worte Wenn es keine klare Weisung aus Rom gibt, sondern nur über so schöne Themen wie Deus Caritas
est und UN-Völkerfrieden geredet wird, wenn nicht ebenso in Erinnerung gerufen wird, daß das Wort Gottes
schärfer ist als jedes Schwert (Hebr. 4, 12), dann darf man sich auch nicht wundern, wenn Politiker,
die sich christlich nennen, in der Meinung, sie wären doch auch für Liebe und Frieden, im übrigen von
der kath. Lehre abirren (vgl. den Bericht aus Köln vor wenigen Tagen). Schon im Neuen Testament sah man
die Notwendigkeit „Anathema sit“ zu verkünden (Gal. 1, 9). Wir stehen hier, von allen Seiten umgeben
durch ein neues Heidentum und einen entchristlichten Staat, da hilft uns noch so positiv Formuliertes
kaum, um in dieser Situation geistlich zu überleben.
#58 virOblationis 08:20:03 | Montag, 14. August 2006
Herrn Matts Zitat: „Es ist im Grunde genau umgekehrt. Ich behaupte nämlich: das Tier und überhaupt alle
Natur und Schöpfung stammt vom Bewußtsein des Menschen. Das ist ja für einen Christen eine gewagte
Behauptung, denn wo bliebe da Gott der Schöpfer. Aber genau das ist für mich die bahnbrechende Erkenntnis
des Evangeliums, dass dieses wahre Bewußtsein des Menschen, man kann auch sagen, seine wahre Identität
Gott ist. Dass Gott also tatsächlich Vater des Menschen ist, er sein Kind.“ Ich fürchte, mit solchen
Gedanken sind Sie vom Wege des Christentums weit abgeirrt. Dies ist in meinen Augen ganz ägyptisch: Der
Mensch als Gott, nicht aus Gnaden, sd. sozusagen von Natur aus. Gott allenfalls noch als Vater des Göttlichen. –
So hätte man auch vom Pharao des Alten Reiches gesprochen, und dies wurde etwa ab 2000 v. Chr. auf alle
Menschen (Ägyptens) ausgeweitet. In dieser Tradition steht die Gnosis!
immer noch dasselbe Zitat: „Benedikt XVI. erklärte im Interview auch, warum er beim Familienkongreß
in der ostspanischen Stadt Valencia nie von der Kinderabtreibung, der Kinderverhütung und der staatlichen
Anerkennung von Homo-Konkubinaten gesprochen habe. Er habe zwei mal zwanzig Minuten gesprochen: „Wenn
man nur so viel Zeit zur Verfügung hat, kann man nicht gleich mit dem Neinsagen daherkommen.“ Immer noch
dasselbe, was mit Joh. XXIII. begonnen hat: Man wolle nicht mehr verurteilen etc. – Den dem Glauben treu
gebliebenen Katholiken steht in der Gesellschaft inzwischen das Wasser bis zum Hals. Welch eine große
Hilfe wäre klare Worte aus Rom, die wieder deutlich machen, wo die Grenze zwischen Sünde und Gerechtigkeit
verläuft.
#5 virOblationis 19:08:08 | Samstag, 12. August 2006
Gesellschaft als Gesinnungsgemeinschaft In einer Gesellschaft, die sich als Gemeinschaft der anständig
Gesinnten begreift (Kampf gegen Rechts etc.) ist es fatal, eine – wenn auch vielleicht nur in wenigen
Punkten – abweichende Gesinnung zu offenbaren.
#29 virOblationis 19:58:03 | Freitag, 11. August 2006
Augustinermönch? an Ottaviani: Die Meldung selbst spricht (ganz oben) von Augustinermönchen: „Ende Juli
kehrte der schwedische Pastor Sten Sandmark – wie Martin Luther ein Augustinermönch – in den Schoß der
Kirche zurück.“ Daher offenbar die Frage von Tridentinus.
#7 virOblationis 14:03:18 | Freitag, 11. August 2006
wissenschaftl. Elend Es liegt der hist.-krit. Methode so verführerisch nahe: Man erklärt für echt,
was einem liegt, und für sekundär, was einen stört. – Hört sich banal an, aber man schaue sich unter
diesem Aspekt einmal hist.-krit. Arbeiten an.
#5 virOblationis 13:31:15 | Donnerstag, 10. August 2006
Zustimmung und Vorschlag Schlimm genug, wenn die belastenden Aussagen seit so langer Zeit vorliegen, doch
jetzt sollte man den greisen Gründer der Legionäre wirklich nicht mehr vor Gericht stellen, sondern
ihm Gelegenheit geben, sich darauf vorzubereiten, daß er bald vor einem höheren Richter wird Rechenschaft
ablegen müssen. – Insofern finde ich das Vorgehen Roms sehr weise. Wenn man Verfehlungen solcher Art
verfolgen will, gibt es gewiß genügend Kandidaten, deren Alter weniger Anlaß zur Schonung gibt.
#56 virOblationis 21:25:39 | Dienstag, 8. August 2006
Polemik In der zu Guarinonius angegebenen Quelle (Bautz) heißt es: „Er förderte die Verehrung des einem
angeblichen jüdischen Ritualmord zum Opfer gefallenen Simon von Trient und erfand nach dem Modell dieses
Falls die Legende des Anderl von Rinn.“ Dies dürfte wohl in der etwas über das gut gemeinte Ziel hinausschießen.
Soweit mir bekannt sammelte der Arzt Sagen und Geschichten jener Gegend, in der er medizinisch tätig
war, und veröffentlichte sie.
#42 virOblationis 10:33:41 | Dienstag, 8. August 2006
Alter Bund – Neuer Bund Zitat: „Die feiernde Gemeinde [der atl. Zeit] gedenkt der Heilstaten Gottes, indem
sie sie lobreisend ausruft; Gott gedenkt seiner früheren Heilstaten und handelt an seinen Gläubigen
auch heute so wie „in jener Zeit“. Siehe z. B. Psalm 105.“ Wohl wahr, nur kannte man ja damals noch nicht
das Meßopfer. Alttestamentliche Verhältnisse sind nicht einfach unmittelbar auf den Neuen Bund zu übertragen.
So bildet das „Gedenken“ heute einen Aspekt, aber nicht den einzigen.
#38 virOblationis 09:01:55 | Dienstag, 8. August 2006
Wiederholung Dem möchte ich mich inhaltlich anschließen. Wenn man sich so sehr gegen den Begriff der
Wiederholung sträubt, selbst wenn er im Sinne eines einzigen, eben wiederholten (und damit vergegenwärtigten)
Opfers gebraucht wird, dann scheint mir dies zu einer Vergegenwärtigung allein im Gedenken zu tendieren,
also letztlich zum bloßen Gedächtnismahl.
#56 virOblationis 17:16:58 | Sonntag, 6. August 2006
für viele – für alle Auch ein Joachim Jeremias kann einmal irren. – Zu der Diskussion „für viel – für
alle“ verweise ich auf das Kreuzforum, wo diese Frage diskutiert worden ist.
Das ist mir zu hoch (oder: zu tief?) Zitat: @ duc in altum: Das ist aber sehr mißverständlich. „Altum“
kann ja auch in die „Tiefe“ heißen. Böser Verführer! (et ne nos inducas in tentationem…) Wieso „auch“
in die ‘Tiefe’“? Im Zusammenhang von Luk. 5, 4, dem die Wendung „duc in altum“ entnommen ist, bedeutet
altum doch gerade Tiefe, nicht Höhe: „Fahre hinaus zur Tiefe [des Sees]…“ Zitat: Erst mal Latein lernen@
duc in altum: Das ist aber sehr mißverständlich. „Altum“ kann ja auch in die „Tiefe“ heißen. Wieso
„erst mal Latein lernen“? – Was ist denn an „duc in altum“ auszusetzen?
#1 virOblationis 11:56:25 | Donnerstag, 3. August 2006
Ächtung Zitat: „Indes erklärte der Direktor der jüdischen Dachorganisationen ‘Liga gegen Verleumdung’,
daß Gibson vor einem gemeinsamen Treffen die Echtheit seiner Reue beweisen müsse. Der Vorfall habe zumindest
unterschwellige antisemitische Tendenzen aufgezeigt. Man wolle dem Schauspieler jedoch die Chance geben,
diese zu überwinden. Gleichzeitig forderte er eine Ächtung des Schauspielers.“ Ob man wohl auch geächtet
werden könnte, wenn man sich anti-deutsche Äußerungen zu Schulden kommen läßt?
#7 virOblationis 19:52:16 | Mittwoch, 2. August 2006
natürliche Ordnung Zitat: „Zum Kreis der Geschlechtsorgane könnte man den After auch deshalb zählen,
weil manche homosexuelle und auch heterosexuelle Menschen Analverkehr haben.“ Zum Kreis der Geschlechtsorgane
könnte man den Mund auch deshalb zählen, weil manche Menschen ihn in naturwidriger Weise benutzen. –
Warum nicht auch dies? Wenn man sich nicht an die natürliche Ordnung der Dinge hält (in diesen beiden
Fällen: die Zuordnung zum Verdauungssystem), begibt man sich auf eine schiefe Ebene, auf der es immer
weiter hinabgeht.
#3 virOblationis 16:11:16 | Mittwoch, 2. August 2006
Quantität „…es zeigt sich hier erneutdaß Atheisten, Zyniker und Sodomisten mit aller Gewalt das Forum
hier beherrschen wollen…“ Bei so viel geistigem Scharfsinn, wie ihn Aphrodites Artikel auweist, wird
dies aber nur in quantitativer Form möglich sein – was jener Artikel in seiner Weise bestätigt.
#145 virOblationis 11:21:59 | Mittwoch, 2. August 2006
Liebes Pünktchen! Ist es nicht inkonsequent, die Erkenntnis auf das eigene Subjekt zu gründen, das Handeln
(das ja ein Erkennen des andern voraussetzt) jedoch nicht? Stringenter erschiene mir eine Philosophie,
die von sich selbst ausgeht und in sich selbst das Endziel erblickt. In diesem Sinne schrieb ich: Wenn
einer sich selbst zum Ausgangspunkt der Philosophie macht, wie weit ist er dann noch von einer Selbstvergötzung
entfernt? Dem, denke ich, entspricht auch die gegenwärtige Entwicklung, deren Ethik sich um Kant kaum
mehr schert, sondern dem Einzelnen auf Kosten seines Nächsten immer mehr Rechte zubilligen will. Dies
zeigt sich besonders schlimm in der Abtreibungsfrage. Natürlich kann man vom eigenen Selbst auf gleichwertige
andere schließen, aber das Eis ist dünn, auf dem man sich dann bewegt: Man kann sich ja gewiß eigentlich
nur des eigenen Selbst sein, denn wie sollte ich mich in einen anderen so hineinversetzen, daß ich mich
seiner vergewissere? Dies ist unmöglich. Erkenntnistheoretisch vom eigenen Subjekt auszugehen, moralisch
jedoch nicht, dies bleibt in meinen Augen „ein Ritt über den Bodensee“.
#133 virOblationis 08:51:03 | Mittwoch, 2. August 2006
Selbstvergötzung Zitat Pünktchen: „…er betrachte sich selbst als „absolutum“ und „einzige unbedingte
Voraussetzung seines Handelns“. Damit gedachte er wohl, die neuzeitliche Wende zum Subjekt als archimedischem
Punkt allen Erkennens mitzuvollziehen, in seiner – nur angeblich „relativistischen“ – Version jedoch gerät
dieser Subjektivismus zum Solipsismus eines Menschen, der seine subjektive Willkür zum Maßstab auch
des Wirklichen und Normativen erhebt.“ Dies, denke ich, ist gar keine überraschende Kehre des Denkens,
sondern hat eine gewisse Konsequenz. Wenn ich an Descartes denke, der auf sich selbst Bezug nimmt, um
der alles relativierenden Skepsis zu entgehen, so frage ich mich: Wenn einer sich selbst zum Ausgangspunkt
der Philosophie macht, wie weit ist er dann noch von einer Selbstvergötzung entfernt? Man hat mit der
Selbstvergewisserung (Ich denke, also bin ich o.ä.) scheinbar erkenntnistheoretisch sicheres Terrain
betreten und kommt doch vom Regen der Skepsis in die Traufe der Selbstvergötzung. Dies wird auch der
Grund dafür sein, daß St. Augustinus (Bekenntnisse VII) bei solcher Negation der Skepsis durch Selbstvergewisserung
(Ich will, also bin ich) nicht stehenblieb, sondern sich danach wieder der nicht durch Skepsis beeinträchtigten,
von ihr unabhängigen philosophisch-theologischen Betrachtung zuwandte.
#73 virOblationis 10:00:11 | Dienstag, 1. August 2006
inmitten des Gartens… Zitat: „‘Und Gott sah, dass alles sehr gut war’ irgendwie pervers. Wenn nun also
der von Gott geschaffene Mensch nicht verkehrt ist…“ Wenn Sie ihre Gen.-Lektüre fortsetzen, werden
Sie bald auf den Sündenfall stoßen. Dieses Ereignis hat die Daseinsweise des Menschen nachhaltig verändert.
#58 virOblationis 10:47:04 | Donnerstag, 27. Juli 2006
Aufstehen Zitat: „Mir geht es darum zu sagen, dass man auch im Stehen – begründet durch Theologie, Geschichte
und Tradition – Ehrfurch vor Gott und dem eucharistischen Christus ausdrücken kann…“ Es geht aber eben
nicht einfach um’s Stehen, sondern um das Auf-stehen. Der Mensch, der ehrfürchtig gekniet hat, steht
auf, stellt sich Gott gegenüber – um nunmehr ehrfürchtig vor Ihm zu stehen? Hat er sich dazu erhoben?
Petrus jedenfalls machte es umgekehrt, als er der Göttlichkeit des Heilands inne wurde (Luk. 5, 8).
#29 virOblationis 08:40:31 | Donnerstag, 27. Juli 2006
Korrektur Ich habe mich ungenau ausgedrückt: Gemeint war: „Wenn die Entlassung sachlich begründet gewesen
wäre, was hätte dann den musikalischen Benedikt bewegen können, diese [gewissermaßen] wieder aufzuheben?“
#27 virOblationis 07:21:45 | Donnerstag, 27. Juli 2006
Entlassung Zudem: Wenn die Entlassung sachlich begründet gewesen wäre, was hätte dann den musikalischen
Benedikt bewegen können, diese wieder aufzuheben?
liberale Bewertungen Zitat: „Es ist lächerlich, wenn unsere Liberalen je nach Geschmack solche Warnungen
in der einen Richtung als ,Aufklärung’ belobigen und in der anderen Richtung als ,zum Haß aufrufen’
strafbar machen wollen.“ Der gemeinsame Nenner beider Bewertungen ist wohl die Ausrichtung gegen das Christentum,
d.h. die kath. Kirche.
#106 virOblationis 13:03:55 | Mittwoch, 26. Juli 2006
unglaubwürdige Geschichte? Eine unglaubwürdige Geschichte? – So erscheint es mir kaum, wenn ich daran
denke, wie viele Sodomiten versucht habe, mich zu befummeln, als ich noch jünger war, angefangen in der
Schulzeit. Wehe wenn ich denen ausgeliefert gewesen wäre, so wie ein junger Mann unter Drogen!
#34 virOblationis 16:07:01 | Dienstag, 25. Juli 2006
Kreuz und Auferstehug Zitat: „Kreuzigungen ohne nachfolgende Auferstehung hat es damals zur Genüge gegeben.
Ohne Auferstehung wäre die Kreuzigung Jesu nur eine von vielen und kein Opfer, keine Erlösungstat, keine
Erfüllung alttestamentlicher Verheißungen!“ Hier scheinen mir, verschiedene Gedanken ein wenig durcheinander
geraten zu sein. Die Heilsbedeutung des Kreuzes hängt nicht von der Auferstehung ab, sondern davon, daß
nicht irgendein weiterer Mensch auf Golgotha gekreuzigt wurde, vielmehr der Gott-Mensch Jesus Christus.
Dies wurde nicht durch die nachfolgende Auferstehung bewirkt, sondern diese entsprach der Einzigartigkeit
Seiner Person. An ihr zeigte sich uns, daß Er der Gott-Mensch ist, aber sie machte Ihn nicht erst dazu,
so daß das Kreuz von ihr her seine Heilsbedeutung gewonnen hätte.
Bedauern Zitat: „Eine solche Papstmessen hat Mons. Bartolucci einmal vorzeitig verlassen: ,Ihr könnt
mich holen, wenn die Show vorbei ist.’“ Schade, daß man dieses nicht auch in Hinblick auf die Rückkehr
Roms zur Tradition so halten kann.
Zustimmung Zitat: „1968 sei die Vernunft verstoßen und an ihrer Stelle die Natur auf die Altäre gesetzt
und die Freiheit individualisiert worden.“ Eine treffliche Analyse, wenn auch der Begriff „Natur“ noch
zu harmlos klingt angesichts der tierischem Niveau entsprechenden Vergötzung der Freiheit, die Triebe
auszuleben.
Bekräftigung So sehe ich es auch: Wenn die Eltern nicht aktiv werden, deren Kinder Lüstlingen ausgeliefert
sind, dann wird auch ein „Nein“ der Kleinen die Abartigen kaum bremsen. Gleichwohl ist es wichtig, das
natürliche Schamgefühl ernst zu nehmen und es zu stärken, damit das Kind lernt, nach der Reinheit zu
streben.
an Mehrfachnamen Wieso unterstellen Sie mir, ich würde mich dumm stellen? Ist das vielleicht in Ihren
Augen ein Argument? Oder wozu soll es sonst dienen? – Natürliche Grenzen schützen den Menschen bestimmt
besser, als Fummel-Unterricht. Wer nach Reinheit strebt, wird gewiß „Nein“ zu sagen wissen, wenn es geboten
ist. Dazu braucht es Selbstbewußtsein, gerade in der heutigen Zeit. Und dann soll ich, der sich ohnehin
dumm Stellende, noch einmal dümmlich gewesen sein, indem ich etwas umgedeutet hätte. Meines Erachtens
habe ich lediglich beleuchtet, was einer im Artikel auftauchenden Phrase tatsächlich zu Grunde liegt:
Die Umdeutung eines übernommenen Begriffes nämlich, in diesem Falle desjenigen der „Grenzen“. Wenn Sie
die Ihnen fehlenden Argumente durch schließlich Denunziation zu ersetzen suchen, sehe ich mich dadurch
nicht als widerlegt an. Eine Korrektur: Es muß in meinem Beitrag natürlich heißen, „einfach deshalb,
weil sie der menschlichen Natur entsprechen (nicht widersprechen).“
Zitat Zitat: „Das Kind kann nur geeignete Grenzen setzen…“ Diese Formulierung weist schon auf ein verkehrtes
Denken hin: Es geht nicht um willkürliche Grenzen, die irgendein Kind wie auch immer setzt, sondern um
die überindividuellen moralischen Grenzen, generationenlang bewährt, die zumeist ohne jegliche Diskussion
respektiert werden, einfach deshalb, weil sie der menschlichen Natur widersprechen. Was Cohn-Bendit verbrochen
hat, steht für eine unnatürliche Ideologie, die den Menschen nicht befreit, sondern krank macht.
zu dem Zitat Zugleich „Grenzen setzen“ und „enttabuisieren“ – wie soll denn das möglich sein? Das bei
den Ideologen, in diesem Falle denen, die der Legitimierung der Pädophilie gewollt oder ungewollt Vorschub
leisten, kommt dem sog. Enttabuisieren doch gerade die Funktion zu, die traditionellen, der Natur entsprechenden
Grenzen so lange zu verletzen, bis sie verschwinden.
verdorbene Ideologie Auf daß auch schon die Kleinsten lernen, einander zu „befummeln“ – denn wie die
[verdorbenen] Alten sungen, so sollen auch die Jungen. (frei nach D. Hüsch)
Prophetische Voraussicht eines Hohenpriesters Der hl. Pius V. spricht wie ein Prophet (vgl. Joh. 11, 51),
der die viel später heraufziehende Krise vorhersieht: „Wir geben kraft Unserer Apostolischen Vollmacht
für jetzt und immer Unsere Bewilligung und Erlaubnis, daß sie in allen Kirchen bei der gesungenen oder
gelesenen Messe ohne Gewissensskrupel oder Furcht vor Strafen, Urteilen und Rügen von nun an einzig diesem
Missale folgen, es unbefangen und rechtens gebrauchen können und dürfen… Kein Vorsteher, Verwalter,
Kanoniker, Kaplan oder anderer Weltpriester und kein Mönch gleich welchen Ordens darf angehalten werden,
die Messe anders als wie von Uns festgesetzt zu feiern. Er darf auch nicht gezwungen und veranlaßt werden,
dieses Missale zu verändern. Auch kann das vorliegende Schreiben niemals widerrufen oder modifiziert
werden. Es bleibt vielmehr im vollen Umfang und für immer rechtskräftig bestehen.“
#20 virOblationis 14:21:53 | Donnerstag, 20. Juli 2006
Besessenheit Nach Gabriele Amorth ist – so weit ich mich entsinne – die Bewahrung des Gnadenstandes ein
guter Schutz gegen Besessenheit, der aber nicht immer hinreicht, um eine Besessenheit zu verhindern. Es
soll sogar in einigen wenigen Fällen eine Besessenheit von Heiligen gegeben haben, über die ich aber
leider nichts Näheres weiß.
Suum esse conservare Es wird von den Gegnern nur am Rande herumgemosert. Den Kern der Argumentation des
obigen Artikels aber bleibt unerwähnt: „Das Leben des Menschen ist das schutzwürdigste Rechtsgut auf
Erden. Ebenso das Recht auf Leben. Auch der ungeborene Mensch besitzt eine unveräußerliche Würde. Er
wird bereits im Römischen Reich und später im § 22 des Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuches als Person
anerkannt.“ „Suum esse conservare“, sein [Da-]Sein zu bewahren, darauf ist das menschliche Dasein aus
(was selbst ein Marxist wie Bloch erkannte). Dieser Ausrichtung entspricht das erwähnte „Recht auf Leben“.
Es liegt dem Trachten jedes einzelnen voraus.
#46 virOblationis 11:42:02 | Mittwoch, 19. Juli 2006
theol. Wissenschaft und FSSPX Das Problem, das Sie ansprechen (wissenschaftl. Theol. und Phil. innerhalb
der Ausbildung), ist wohl vor allem darin begründet, daß die trad. Lehre aus den Universitäten verdrängt
worden ist. Man nimmt deren Argumente dort wohl kaum mehr zur Kenntnis, sd. verfährt eher, als ob es
sie gar nicht gäbe. Unwissenschaftlichkeit der anderen Seite! Auch darf man das Bild des FSSPX-Priesters
nicht verzeichnen. Sie kennen immerhin die Grundlagen der Lehre und sind dadurch im Vorteil. Außerdem:
So sehr unterlegen kann ich sie mir nicht vorstellen in einer Diskussion; ich denke an ein Beispiel, das
ich (in Ausschnitten) hörte: P. Pfluger in einer Rundfunk-Diskussion vom Anfang der neunziger Jahre.
Auch ist hinsichtlich einer Synthese von Wissenschaft und FSSPX-Priesterausbildung an P. Dr. phil. Jatzkowski
zu erinnern, der vor gar nicht langer Zeit erst geweiht worden ist.
#22 virOblationis 09:43:20 | Mittwoch, 19. Juli 2006
Das Grabmal des Heilands Wenn in einem der vorangegangenen Beiträge, die ansicht geäußert worden ist,
das Grab des Heilands sei nie lokalisiert worden, so verrät dies eine völlige Unkenntnis der frühchristlichen
Zeit. Es wurden damals nicht nur die Gräber der Heiligen des Alten Bundes (Propheten, Patriarchen) weiterhin
geehrt (vgl. unseren Heiligenkalender), sondern auch diejenigen der Heiligen des Neuen Bundes (vor allem
Märtyrer), z.B. dasjenige des hl. Jakobus d.J. im Cedrontal (Ende des 2. Jh’s offenbar eine Verlegung
der Tradition; seit dem 5. Jh und bis heute wird es ein Stück weiter östl. gezeigt). Angesichts solcher
Frömmigkeit ist es geradezu unvorstellbar, daß man nicht wußte, wo der Heiland bestattet wurde. – Nach
dem 2. Jüd. Krieg (132 – 135) ließ Kaiser Hadrian darüber ein heidnisches Heiligtum errichten, das
den chrsitlichen Pilgern exakt die Stelle anzeigte, wo der Herr begraben war (vgl. Geburtsgrott zu Bethlehem).
Folgerichtig tauchte das Grabmal wieder auf, als Kaiser Konstantin im 4. Jh die heidnische Kultstätte
abbrechen ließ. 1009 ließ Kalif Hekim das Felsengrabmal wegmeißeln, so daß heute nur noch eine Mulde
im Boden davon übrig geblieben ist. „soll jetzt also eine gute Rechtfertigung für einen Krieg sein?“,
heißt es in jenem Beitrag weiter. – Da entgegne ich: Was meinen Sie, was geschähe, wenn christliche
Truppen die Kaaba dem Erdboden gleichmachten. Sie glauben doch nicht im Ernst, daß dies nach achtzig
oder hundert Jahren vergessen wäre!
#15 virOblationis 09:29:27 | Mittwoch, 19. Juli 2006
Gottes Wesen ist das Sein In einem Beitrag hieß es: „quocumque defectu: Ja woher kommt das ,durch welchen
Defekt auch immer’ denn? Wenn doch alles vom ens perfectissimum = Gott kommt…?“ Das Sein ist von Gott,
aber eben nicht der Mangel an Sein – sonst würde Er sich ja selbst widersprechen. Der Mangel an Sein
entsteht dadurch, daß geistbegabte Wesen (Engel, Menschen) die ihnen verliehene Freiheit mißbrauchen,
die es ihnen eigentlich ermöglicht, über ein von Natur (bzw. durch übernatürl. Gnaden) ihnen vorgegebenes
Maß hinaus, Gutes zu verwirklichen.
#182 virOblationis 09:18:39 | Mittwoch, 19. Juli 2006
These und Antithese So denke ich auch, denn sonst besteht die Gefahr, in die Haltung der Antifa als der
(vermeintlichen) Antithese zu verfallen. – Was ist übrigens die Antithese anderes als dieselbe These
mit umgekehrten Vorzeichen?
#21 virOblationis 17:10:47 | Donnerstag, 6. Juli 2006
auf den Kopf gestellte Werte Benedikt schrieb: „Der Ausdruck ,Mord’ … bezeichne im rechtlichen Sinn
eine besonders verwerfliche heimtückische Tötung. [-] Wie wahr. Bei dem Urteil zu dem Spruch ,Soldaten
sind Mörder’ war dem Gericht diese Auffassung jedoch völlig egal.“ So ist es. Soldaten, die bereit sind,
unter Einsatz ihres eigenen Lebens das Vaterland zu schützen, dürfen als Mörder beschimpft werden.
Zugleich aber darf man Leute, die ungeborene Menschen tatsächlich töten, dies nicht – in polemischer
Zuspitzung – als Teilnahme an einem Babycaust vorhalten.
Verharmlosung Pünktchen schrieb: „Leugnung des Babycaust ist erlaubt, seine Verharmlosung ist gang und
gäbe.“ Man könnte beinahe sagen: „…seine Verharmlosung ist in unserer Gesellschaft weithin erwünscht.“
#19 virOblationis 17:19:38 | Donnerstag, 29. Juni 2006
St. Jakobus d.J. Zitat: „Auf dem Apostelkonzil (Apg. 15) habe der Apostel Jakobus zu bis heute gültigen
Grundregeln für das Verhältnis zu den [ungläubigen] Juden beigetragen.“ Bei jener Gelegenheit dürfte
es eher um das Verhältnis von gläubig gewordenen Juden und Heiden in der Kirche gegangen sein. Zitat:
„‘Im Wesentlichen wurde damals der Grundstein zu einer Praxis der Achtung und des gegenseitigen Respekts
gelegt…'“ Nun, dies hat der hl. Jakobus dann bei seiner Steinigung im Jahre 62 wohl ganz anders erfahren. –
Nun ja, immerhin werden in dem Artikel „spätere(r) Konflikte“ ja eingeräumt.
#20 virOblationis 08:19:12 | Donnerstag, 29. Juni 2006
Ehre, wem Ehre gebührt! Zitat: „Daß die jüd.-christl. Jenseitslehreaus der Zarathustrareligion im 6.
vorchristlichen Jh. übernommen wurde, hab ich ja schon mal geschrieben. Damit sollte das Thema religionswissenschaftlich
eigentlich erledigt sein.“ Vor einem so geistreichen Ausspruch, der einem für Normalsterbliche fast unvorstellbar
hohen intellektuellen Niveau entsprungen sein muß, kann man sich nur verbeugen.
#20 virOblationis 08:09:30 | Donnerstag, 29. Juni 2006
Es lebe das heilige Deutschland! Zitat: „‘Graf von Galen: …Es lebe das heilige Deutschland !’ War das
nicht der Ruf, mit dem einer der Naziführer (W. Frick???) in Nürnberg am Glagen starb?…“ Nein, dies
waren die letzten Worte des Grafen Stauffenberg (aus dem George-Kreis). Gegen Infrage-Stellung erneut
durch einen Augenzeugen bestätigt. (Ich glaube, durch den Fahrer des Grafen.)
#22 virOblationis 16:43:26 | Mittwoch, 28. Juni 2006
Glaube und Nation Wenn öfter geschrieben wurde, daß Katholizismus und Nationalismus nicht zusammenpassen,
dann ist dies sicher richtig, weil der Nationalismus die (je eigene) Nation zum höchsten Prinzip erhebt
und damit dem kath. Glauben entgegenläuft. Wenn aber behauptet wird, der Katholizismus sei ja supra-national
und deswegen sozusagen nicht mit einer bestimmten Nationalität zu verbinden, dann wird m.E. das Kind
mit dem Bade ausgeschüttet. Jeder Katholik sollte doch selbstverständlich die Heimat lieben. Das bedeutet
in bezug auf die Volkszugehörigkeit eine nationale Einstellung. Patriotismus darf nicht mit Nationalismus
verwechselt werden! Natürlich steht für den Katholiken die Kirche höher. Aber darunter muß doch Platz
sein für mehr als den luftleeren Raum des Internationalismus!
#242 virOblationis 16:31:02 | Mittwoch, 28. Juni 2006
schwarz-weiß Lieber ein schwarz-weißes Bild als eine Nacht, in der alle Katzen grau geworden sind vor
lauter Differenzierung, Relativierung und ganz allg. Infragestellung: „Man wird doch noch fragen dürfen,
ob…“.
#19 virOblationis 12:53:11 | Dienstag, 27. Juni 2006
Junia(s) Apostel sind im allg. Sinne Gesandte. Es können damit im speziellen Sinne die vom Heiland und
in frühester Zeit Geweihten bezeichnet werden (Zwölfer-Kreis und wenige andere wie Barnabas und Paulus).
Dies muß aber keineswegs stets der Fall sein. Wird von irgendwelchen Aposteln gesprochen, so ist erst
einmal an Gesandte, also Boten, einer Gemeinde zu denken. Das müssen ja nicht stets Männer gewesen sein.
Man denke in diesem Zusammenhang einmal an das heilige Ehepaar Aquila und Priska, das aus Kleinasien stammend
sich in Rom niedergelassen hatte und im Anschluß an die Ausweisung nach Korinth gelangt war (s. Apg.
18, 2). So erscheint es mir nicht einmal ausgeschlossen, daß es sich bei Andronikos und Junia(s) um ein
Ehepaar jüd. Herkunft handelt, das Botschaften irgendeiner Gemeinde nach Rom übermittelt hat und Antworten
von dort heimbrachte.
#146 virOblationis 09:15:45 | Dienstag, 27. Juni 2006
Die einzige Alternative So ist es, werte Beobachterin. Darum hilft es auch nicht, einige halbherzige Begrenzungsversuche
vorzunehmen. Die gesamte Richtung ist verkehrt, und darum sehe ich keine wirkliche Alternative dazu, voll
und ganz die Herrschaft der traditionellen kath. Morallehre anzustreben.
Köstlich! Zitat: „Handelt es sich bei diesem Herrn wirklich um einen Bischof der offiziellen Katholischen
Kirche oder ist das einer von der Pius Bruderschaftssekte?“ Unübertrefflich! Selten so gelacht!
Aufforderung zum Rechtsbruch Der hochwürdigste Herr Bischof schreibt: „Ernst genommen werden sie offensichtlich
erst dann, wenn sie gegen das Gesetz zu handeln beginnen.“ Das ist gewissermaßen schon eine indirekte
Aufforderung zum Rechtsbruch. Die Kirche wird sich dadurch nicht in ihrer Haltung bestimmen lassen – aber
wie viele andere?
Selbst schuld? Wer auf seiner Meinung beharrt und nicht die „Zeichen der Zeit“ erkennt ist selbst schuld
an seiner Ermordung? – Recht auf (Über)Leben nur für Opportunisten? Katholische Würdenträger dürfen
den Zeichen irgendeiner Zeit gar nicht hinterherlaufen, da sie der ewigen Wahrheit verpflichtet sind,
wenn auch der Großteil des Klerus dies mittlerweile vergessen zu haben scheint.
Niveaulosigkeit „Was? Ein Apostolischer Administrator [wurde getötet]? Mein Gott! Da ist so wie bei dem
Luftangriff der Amis auf ich weiß nicht mehr welches Land. Da wurden auch 120 Menschen getötet – und
zwei Nonnen!“ Es geht hier nicht um die Vielzahl der Opfer von Bombenangriffen, die gerade die Deutschen
ja zur Genüge kennen oder zumindest kennen sollten, sondern um die gezielte, tw. bestialische Ermordung
katholischer Würdenträger, so auch eines Apostolischen Administrators. – Die von Ihnen genannten Amerikaner
dürften übrigens in ihrer Mehrzahl die Seite der Täter unterstützt haben.
Sünde und Sündenvergebung Natürlich haben Sie recht, Jensmichael, wenn Sie schreiben, daß die Neigung
noch keine Sünde ist, sondern erst die Zustimmung zu ihr mit dem entsprechenden Verhalten (s. Jak. 1,
14f.). Doch darf man eine solche Neigung nicht einfach wie wertneutral hinnehmen, da sie ja als ungeordnete
Begierde eine beständige Bedrohung darstellt, die zur Todsünde führen kann. Gewiß ist neimand von
uns ohne Sünde, doch dies bedeutet nicht, daß wir alle durch Todsünde aus dem Gnadenstand herausgefallen.
Die Vollmacht zur Sündenvergebung hat der Heiland Seinen Aposteln geschenkt (s. Joh. 20, 22f.). Zu den
Nachfolgern der Apostel gehört auch unser Heiliger Vater.
Spanien Spanien ist wohl zur einen Hälfte erzkatholisch gewesen (heute gibt es so etwas ja kaum mehr,
da Rom selbst dem die Grundlage entzoogen hat), zur anderen Hälfte aber scharf anti-katholisch, zumindest
seit dem 19. Jh. Die Zerrissenheit des Landes fand seinen schlimmsten Ausdruck im spanischen Bürgerkrieg,
und es war somit ein geteiltes Land, das Franco befriedete. – Werter Aragorn: Ich fürchte, die Zahlen
der getöteten Geistlichen müssen noch wesentlich nach oben korrigiert werden. Soweit mir bekannt, wurden
neben ungezählten gläubige Laien etwa siebentausend Priester, Seminaristen und Ordensleute, ein Apostolischer
Administrator sowie zwölf Bischöfe getötet.
Lob des Artikels Daß der Weg von der Aufklärung zum Antisemitismus des 20. Jh’s über den Sozialdarwinismus
führte, hätte meiner Meinung nach noch herausgestellt werden können. – Sonst aber: ein sehr interessanter
Artikel, bes. hinsichtl. der Aufklärung. Schade, daß keine Quellen in bezug auf Kant etc. angegeben
sind.
Respekt, Akzeptanz etc. Zitat: „Respekt, Akzeptanz und gleiche Rechte für alle in unserem Europa. Das
sind unsere Ziele. Dafür machen wir uns jetzt auf den Weg. Auf geht’s!“ – beendete der Homo-Apologet
seine kirchenfeindlichen Ausführungen.“ „Akzeptanz etc. für alle…“ Das ist es wieder. Die Begründung,
die die Sodomiten für sich in Anspruch nehmen („für alle“ [- also auch für uns]), können alle anderen
Abartigen ebenso benutzen, und damit die Anerkennung ihrer Perversion fordern. – Darum ist es völlig
zutreffend, wenn einer der kreuz-net-Teilnehmer in bezug auf die Kinderschänderei vom Schlepptau der
Sodomitenbewegung sprach. „Respekt etc.“ fordert man gegenüber sich selbst. Doch obwohl man es zum Prinzip
erklärt, beliebt man selbstredend nicht, es auf alle anderen auszudehnen. Die hl. Kirche ist ausgenommen.
Man macht einen Bogen um die Wahrheit. – Dasselbe geistige Elend, wie es sich schon bei Voltaire zeigte.
Legitimierungsversuche Kinder zum „Nein-Sagen“ zu erziehen, damit sie der Oma keinen Kuß geben. – Schwupp,
ist das Problem Pädophilie erledigt, denn man wälzt die Verantwortung auf die Kinder ab bzw. ihre Eltern,
die sie eben nicht zum „Nein-Sagen“ erzogen haben. Übrigens die Eltern: Nirgends ist das Kind so gefährdet
wie zu Hause, wo die Väter (so wie ich einer bin) allesamt über ihre Kinder herzufallen drohen. – Welch
durchsichtiges Ablenkungsmaneuver! Nun kommt noch das „Einvernehmen“. Ja, wenn dieses gegeben ist – nein,
auch dann auch damit kann eine abartige Neigung nich beschönigt werden. Wie sollen denn ein Kind und
ein Erwachsener je auf einer Ebene einen „herrschaftsfreien Dialog“ führen? Außerdem vernebelt die Rede
vom „Einverständnis“ nur das Prinzip, um das es geht: Ein beliebiges Individuum gibt vor, seine perversen
Neigungen seien naturgegeben und müßten darum ausgelebt werden. Darum geht es! Nur, wenn sich Hindernisse
in den Weg stellen, z.B. die öffentliche Meinung, dann läßt man sich irgendeine Begrenzung einfallen;
im Falle der Kinderschänderei eben die Rede vom „Einvernehmen“. Und so soll Zustimmung erlangt werden.
Kinderschänderei ist an sich verkehrt. An dieser Einsicht führt auf die Dauer kein Weg vorbei. Zurück
zur kath. Morallehre!
Frucht des Konzils So sieht es in der Kirche aus, wenn man Meinungsbeliebigkeit an die Stelle der Liebe
zur Wahrheit setzt. Ein gesegnetes Herz-Jesu-Fest wünscht allen virOblationis
Des Pudels Kern Zitat: „Damals wie heute sei die ‘Anerkennung menschlicher Individualität’ und die …
freie(n) Entfaltung der Persönlichkeit’ im Zentrum gestanden… [Die Kirche hingegen] könne die menschliche
Individualität und Vielfalt nicht erkennen…: ‘Die sexuelle Identität ist einer der zentralen Bestandteile
der menschlichen Persönlichkeit und von der Natur mitgegeben.’ Man begehe ein schweres Verbrechen, …wenn
man sie kriminalisiere. ‘…sexuelle Identitäten lassen sich nicht starr voneinander abgrenzen sondern
sind fließend.’ … ‘Sexuelle Kontakte zwischen Kindern/Jugendlichen und Erwachsenen sind eine von vielen
Möglichkeiten dieser positiven Erfahrung.’ Jeder Mensch brauche positive soziale Kontakte zu anderen
Menschen.’“ Das ist genau der Kern der Sache: Der Wahn, eine – beliebige – sexuelle Individualität bzw.
die jeweilige Abartigkeit sei naturgegeben, und darum bestände ein natürliches Recht darauf, jegliche
Perversion auszuleben.
#32 virOblationis 07:47:11 | Donnerstag, 22. Juni 2006
wissenschaftl. Fortschritt Das Christentum ist eine Religion, die Kulturerrungenschaften hervorbringt
und / oder weitervermittelt. Ohne die Benediktinerklöster ist kein Abendland denkbar. Dort wurde das
antike Wissen weiter tradiert und schließlich weiter entfaltet. Überall entstanden Schulen; so war es
im kath. Westgotenreich des 7. Jh’s z.B. Pflicht, daß jedes Kloster eine Bibliothek erhielt und jeder
Dom eine Schule. Wer waren denn die Kulturträger in den von den Mohammedanern eroberten Ländern? Die
einheimischen Christen vor allem! Sie übersetzten antike Werke ins Syrische und Arabische. Als die Moslems
im Hochmittelalter die Mehrheit zu stellen begannen, war’s vorbei damit. Kein Averroes mehr möglich etc.
Nach dem Höhepunkt der Scholastik (13. Jh) verselbständigten sich die empirischen Wissenschaften immer
mehr, so daß neue technische Entdeckungen in steigender Zahl gemacht wurden. Dies war aber nicht unbedingt
erstrebenswert, denn mit schwindender Rückbindung an die Kirche ging auch die moralische Ausrichtung
so weit verloren, daß ungeheure Menschheitsverbrechen möglich wurden (- und bitte, jetzt keine Kreuzzüge
oder Hexenverbrennungen). Die momentane Vormachtsstellung des Westens, Blueberry, kann sich so schnell
in Nichts auflösen wie die Reichsmark nach dem ersten Weltkrieg; es bleibt dann viell. noch ein militär.
Popanz davon übrig. Dem wieder Geist einzuhauchen wird den geistigen Erben der Revolution nicht möglich
sein, sondern allein dem kath. Christentum.
#16 virOblationis 21:58:49 | Mittwoch, 21. Juni 2006
wissenschaftlicher Fortschritt Zitat: „Aber wenigstens kämen Sie in den Himmel! Das ist doch was!“ Das
ist in der Tat das Entscheidende. – Ob es dagegen zu den Aufgaben der Kirche gehört, Mondraketen zu konstruieren,
lasse ich einmal dahingestellt. Daß wissenschaftlicher Fortschritt an die Revolution gebunden sein soll,
ist mir neu. Klar hingegen scheint mir, daß die Revolutionäre wie ihre geistigen Nachkommen, Liberale
wie Sozialisten, häufig schlechten Gebrauch vom wissenschaftlichen Fortschritt machen. Am schlimmsten
war vielleicht der von einem Freimaurer angeordnete zweifache Atombombenabwurf 1945.
die Revolution und ihre Folgen Was es aber bedeutet, der Armut – um gar nicht erst von Willkür etc. zu
sprechen – ausgeliefert zu sein ohne die helfende Kirche, diese wenig erquickliche Erfahrung zu machen
war dann der Revolutionsgeneration vorbehalten.
Hört, hört! Zitat: Das Sittengesetz ist nach Interpretation des Bundesverfassungsgerichts im abendländischen
Naturrecht verankert. Diesen Satz muß ich mir immer wieder durchlesen, weil ich ihn angesichts der alltäglich
erfahrenen Wirklichkeit nur als utopische Botschaft für gegenwärtig halten kann.
#31 virOblationis 16:48:45 | Mittwoch, 21. Juni 2006
sub utraque? Zitat: Na, welches ist Ihre authentische virOblationis-Lehre? Ich weiß nicht, welcher Konfession
Sie angehören. Ich bin katholisch, und daher bemühe ich mich, in allem vollkomen dem kath. Glauben zu
entsprechen: Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe. Heilsnotwendig ist allein die Taufe. Als der Heiland das
Altarsakrament gestiftet hat, da hat er es den Aposteln gegeben. Ihre Nachfolger sorgen dafür, daß alle
Gläubigen Anteil daran erhalten. Dazu muß aber niemand unter beiderlei Gestalt kommunizieren.
#17 virOblationis 15:25:36 | Mittwoch, 21. Juni 2006
Vorenthaltung Der Kreis derer, die aus dem Kelch trinken, kann erweitert werden über den Kreis der Nachfolger
der Apostel hinaus. Wenn dies aber nicht geschieht, wird niemandem etwas „vorenthalten“.
#56 virOblationis 15:23:04 | Mittwoch, 21. Juni 2006
Mithras Mit Mithras-Parallelen muß man so vorsichtig sein. Diese Gottheit entstammt schon der frühen
Zeit: Sie war Iranern wie Indo-Ariern bekannt. Mithra und Varuna haben sich, soweit ich mich erinnere,
in Indien zu Dämonen netwickelt. So ist auch weiter westlich mit starken Veränderungen innerhalb der
langen Zeit zu rechnen. Das einzige, was mich beim Mithras-Kult der Spätzeit erstaunte, war die Einbeziehung
des Altares in den Kultraum (während dieser nach antiker sitte sonst außerhalb des Tempels steht, während
im Tempel das Kultbild der Gottheit zu finden ist). – Liegt dabei viell. christlicher Einfluß vor?
#12 virOblationis 14:55:28 | Mittwoch, 21. Juni 2006
Zu Zitaten Zitat: „Aber hier war überhaupt nicht von der Lehre die Rede, sondern vom Ritus.“ Zum „Überlieferten“
gehören doch Lehre wie Gottesdienst. Zitat: „Und wie uns die Heiligen Väter des 2. Vatikanischen Konzils
gelehrt haben, handelt es sich bei der Neufassung der römischen Liturgie nicht um eine Deformierung,
sondern eine Resititution des Überlieferten.“ – obwohl sie den NOM noch gar nicht kannten. Zitat: „Halsstarrig
sind nur die, …den Gläubigen gegen die wörtliche Weisung des Herrn Jesus Christus die Teilhabe am
eucharistischen Kelch verweigern.“ „Nehmet hin, und trinket alle daraus!“, sagte der Heiland zu Seinen
um Ihn versammelten Aposteln. Zu deren Nachfolgern gehöre ich nicht. Die meisten anderen Teilnehmer der
Messe wohl auch nicht.
Papier ist geduldig Dann suchen Sie doch einmal – außerhalb der Kapellen der FSSPX – nach den Spuren
der Tradition im nördlichsten Erzbistum unseres Landes!
die einen Wunden und die anderen Der hochwürdigste Bischof spricht nicht von gerechtfertigterweise zugefügten
Wunden, die z.B. dann entstehen, wenn man aus Halsstarrigkeit Anstoß an der überlieferten Lehre nimmt.
Vielmehr spricht er von Wunden, die durch die Deformierung des Überlieferten geschlagen werden.
#44 virOblationis 11:54:51 | Dienstag, 20. Juni 2006
an Benedikt Sie schrieben: „Nie aber las ich einen Beitrag, der die Ausführungen Dr. Otterbecks widerlegte.“
Das wird kaum Zufall sein. Mir jedenfalls bleiben diese Beiträge rätselhaft.
Indifferenz „Mons. Russo betonte, daß kein Ritual und keine liturgische Handlung den Reichtum des Myteriums
Gottes ausschöpfen könne.“ Wenn man dieser Ansicht ist, braucht man sich doch gar nicht erst wegen der
Liturgie zu treffen, denn zu welcher Einnsicht man auch käme, ist letztlich gleich(gültig), denn es
schöpft ja ohnehin kein Ritual und keine liturgische Handlung den Reichtum des Myteriums Gottes aus.
Traurig, aber wahr! Werter Athanasius1957! Sie schrieben: „Der Punkt hier ist die Tatsache, daß der Vizerektor
eine angemeldet Veranstaltung einfach verbietet, obschon er als neutraler (von neuter: keiner von beiden)
Vertreter der Alma Mater der Meinungsvielfalt verbunden sein muß, und im gleichen Atemzug des Verbotes
jenen, die gegen diese Veranstaltung sind, den gleichen Raum zur Verfügung stellt.“ Es ist jedenfalls
eine Erfahrung, die ich ich immer wieder mache: Links-Liberale dulden nur Ihresgleichen; sie wenden die
Idee der Meinungsfreiheit eben vornehmlich auf sich selbst an, nicht so sehr auf andere. Da kann man schon
dankbar sein, wenn man nicht noch als „Faschist“ denunziert wird, sobald man von deren Meinung und Wesen
abweicht.
katholische Nachricht Katholische Nachricht? – Ja, insofern hier wieder einmal sehr deutlich vor Augen
geführt wird, was geschieht, wenn man den Liberalismus an die Stelle der kath. Morallehre zu setzen versucht.
Zitat: Der ‘Queer’-Herausgeber Micha Schulze war auf Anhieb nicht in der Lage, die Schwere der Situation
zu erkennen: „Wir haben…die Anzeigen wegen des sexuellen Selbstbestimmungsrechtes in der November- und
der Dezember-Ausgabe veröffentlicht… Was daraus werden kann, hätten wir uns nie vorstellen können.“
Wenn man jedem Menschen eine sexuelle Selbstbestimmung zubilligen will, dann wird man nicht umhin kommen,
jegliche Perversion gutzuheißen. – Man vergleiche dazu nur die Kinderschänderei, deren Protagonisten
sich auch (wie ein Beitrag eines Teilnehmers es so treffend ausdrückte) im Schlepptau der Sodomiten-Bewegung
befinden.
Der Stellvertreter Herr Hochhuth hat sein Drama nicht verfaßt, weil er auf eine bisher nicht wahrgenommene
Schuld der Kirche hinweisen wollte. In dem Falle hätte er ja sein Drama auch „Das Schweigen im Walde“
o.ä. nennen müssen. Nein, in einem Fernsehinterview vor wenigen Jahren ließ der Autor erkennen, was
ihn eigentlich umtrieb und immer noch umtreibt: Er hält es – als Protestant – für unerträglich, daß
der Papst der Stellvertreter Christi ist. Darum nannte er sein Machwerk auch so: Der Stellvertreter. Es
ging ihm darum, Pius XII. mit Vorwürfen zu attackieren, um auf diese Weise seinen Haß gegen das Papsttum
insgesamt auszutoben. Daß Hochhuth dazu einen zeitgeschichtlichen Aufhänger fand oder erfand, ist demgegenüber
sekundär.
#108 virOblationis 15:34:51 | Mittwoch, 14. Juni 2006
Das größte Verbrechen Mk28 schrieb: „Im übrigen dürfte das Menschheitsverbrechen schlechthin immer
noch der Gottesmord sein. Sprechen wir also lieber vom größten Verbrechen der Moderne.“ Wie schön,
daß Sie dies einmal in aller Deutlichkeit ausgesprochen haben! Die Tötung des Sündlosen durch Sünder,
des unsterblichen Gottes durch sterbliche Menschen – ohne dieses alles wendende Ereignis wäre unsere
Geschichte, ja das Schicksal der ganzen Welt vollkommen düster und trostlos geblieben. Der millionenfache
Mord an Juden und anderen Menschen während weniger Jahre des 20. Jh’s mag singulär sein, aber er ist –
trotz aller gegenteiligen Bemühungen interessierter Kreise – ein Ereignis innerhalb der Geschichte, während
die Kreuzigung des Gottessohnes über sie hinausragt in die Zeitlosigkeit, so daß sie sich auch in jeder
Meßfeier auch auf’s Neue vergegenwärtigen kann.