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#68 iesus rex 02:32:39 | Donnerstag, 5. Oktober 2006
@benedikt auch wenn’s jetzt etwas vom Thema abkommt: Ich habe nichts gegen ein ehrliches freiwilliges
Zölibat – das ist eine individuelle Entscheidung – , nur ich traue mich jetzt mal zu behaupten, daß
die ein großer Teil der eingegangenen Zölibate nicht befolgt wird und „heimlich“ „gesündigt“ wird.
Also wie gesagt leider geheuchelte Moral Es wäre meiner bescheidenen Meinung nach besser, man stellt
das den Personen frei, die sich zum Priesteramt berufen fühlen, weil unterdrückte Sexualität führt
fast immer zu psychischen Problemen und eben der genannten heimlichen, „doppelmoralischen“ Auslebung.
Wenn es jemand schafft, sich über seine Natur hinwegzusetzen ist es natürlich beachtlich, aber es sollte
niemand dazu gezwungen sein. Angenommen, jemand wird Pfarrer und kommt in ein paar Jahren drauf, daß
er doch nicht seine natürlichen Bedürfnisse unterdrücken kann. Dann hat er keine Wahl, weil offener
Zölibats-Verstoß würde ihn in eine existentielle Krise führen, da er verstoßen würde und ohne Beruf
dasteht… Mein Bistum ist Eisenstadt, und ich finde es auch in Ordnung, daß die Kirche – zumindest teilweise –
für „geistliche“ Kinder sorgt, denn die Kinder und Mütter können wohl am wenigsten dafür… Nur warum
immer diese Heimlichkeit???? Das ist es, was ich nicht verstehen kann. Wenn sich die Kirche menschlicher
zeigen würde, würden sich viel mehr darin wohl fühlen. Schließlich besteht die Kirche aus Menschen,
und von denen ist niemand auch nur annähernd vollkommen…
#64 iesus rex 01:52:42 | Donnerstag, 5. Oktober 2006
Abnormität? Als bekennender und lebender (und glücklich verheirateter) Christ (im Gegensatz zu vielen
Pseudo-mit-Sonntagsgewand-in-die-Kirche-Geher) muß ich sagen, daß niemand das Recht hat andere zu be-
oder verurteilen, und schon gar nicht lächerlich zu machen, wie das mit dem Bild zu diesem Artikel leider
seitens kreuz.net passiert ist. Sexualität ist, in welcher Form auch immer, natürlich, normal und wichtig,
solange sie im Einvernehmen geschieht. Widernatürlich ist dazu im Gegensatz das erzwungene Zölibat.
Kein Pfarrer sollte gezwungen werden, gegen seine Natur zu leben. In meiner Stadt ist es allgemein bekannt,
daß der Pfarrer 4 Kinder hat, für zwei zahlt die Kirche sogar inoffiziell Unterhalt. Weiters kann ich
mich noch gut an meine Religionslehrerin erinnern, die im Unterricht vor vielen Jahren erzählt hat, daß
sie die Enkelin eines slowakischen Bischofs ist. Es ist an der Zeit, daß die Kirche Abstand von der bisher
praktizierten Doppelmoral nimmt und den Menschen so akzeptiert, wie er glücklich ist. Polarisierung dient
keinem guten Zweck und führt nur zu Leid und Schmerz. Die primäre Aufgabe der Kirche muß es sein, ALLEN
Menschen als Zuhause zu dienen, wo sie sich geborgen fühlen können. Wer gegenüber anderen Vorurteile
hat und mit eingeschränktem geistigen Horizont gegenüber Andersdenkenden und Anderslebenden Inakzeptanz
zeigt, der lebt im krassem Gegensatz zum fundamentalen Gebot der Nächstenliebe. Denkt zuerst über euch
selber nach, bevor ihr den ersten Stein werft…