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#65 Selberdenker 08:23:11 | Mittwoch, 5. März 2008
Die Hostie von Naju – wandelt sich im Mund, nicht in der Hand… Die Geschichte vom „Hostienwunder von
Naju“ ist es eigentlich gar nicht wert, viel Zeit dafür zu verschwenden. Dennoch reizt es mich in diesem
Fall, einen Kommentar abzugeben, weil mir doch etwas auffällt. 1. Ganz abgesehen von der „Echtheit“ ist
dieses Phänomen in erster Linie Ekel erregend. Ein Stück blutiges rohes Menschenfleisch im Mund zu haben,
das ist nicht staunenswert, sondern löst in mir einen Würgereflex aus. Es ist also für die allermeisten
Menschen schon mal nicht dazu geeignet, Menschen für den Glauben zu gewinnen. 2. Ist es nicht seltsam,
dass diese „Wandlung“ der Hostie nicht an dem eigentlich erwarteten Ort, nämlich während der Einsetzungsworte
und der Elevation geschieht, sondern im Mund der Kommunikantin? Hält sich Gott nicht an seine eigene
Liturgie? Sind die Wandlungsworte des Priesters unwirksam? Ist mit diesem „Wunder“ ausgesagt, dass die
Hostie zwischen dem Zeitpunkt der Wandlung und der Kommunion noch nicht wirklich gewandelt ist? Für mich
gibt es eine viel einfachere Erklärung: Es ist notwendig, dass sich die Hostie im Mund der Kommunikantin
befindet, weil nur hier es möglich ist, eine vorbereitete Blutkapsel oder ein Stückchen Fleisch uneinsehbar
aufzubewahren. Deshalb kann sich die Hostie nur im Mund „wandeln“. 3. Was sollen wir mit den ganzen „Jesus-Stückchen“,
die hier produziert werden, auf Dauer machen? Sie einfrieren, trocknen, ausstellen, zusammensetzen? Will
sich hier Jesus auf eine ganz neue Weise wieder inkarnieren? Alles offene Fragen…