Tyrus
Erstellt: 23:10:20 | Montag, 9. Juni 2008
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310 Lesermeinungen
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Fürsprecher für die Bekehrung der Juden
#455   Tyrus   00:45:15 | Montag, 5. Januar 2009
Entschuldigung
Danke für die Affirmation und für die Info, Leblhuber. Das ist in der Tat ein Euphemismus, der nicht dem Sachverhalt gerecht wird. Ich würde es gerne ändern, vielleicht in „Grausamkeiten“ oder „Schreckenstaten“, aber das geht jetzt nicht mehr. Leider lasse ich mich immer öfter dazu hinreißen, zu salopp zu werden… aber das fällt zum Glück nur den wenigen, kritischen Geistern hier auf. ;-)
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#453   Tyrus   00:16:16 | Montag, 5. Januar 2009
Romantisiertes Mittelalter
@Doriano:
Wo werden Menschen denn elementare Entscheidungsmöglichkeiten genommen? Dank dem Liberalismus haben wir heute mehr individuelle Freiheit als jede Generation vor uns. Ich kenne keinen Wissenschaftler, der irgendwem etwas aufzwingen will, schon gar nicht mit Gewalt.
Die Agrarwissenschaft dient auch heute noch in erster Linie dazu, mehr Nahrung mit den vorhandenen Ressourcen zu schaffen. Theoretisch haben wir dank ihr heute genug Getreide, um die ganze Welt zu ernähren. Es scheitert an den Gesetzen des Marktes und westlicher Dekadenz. Ich habe noch nie ein Auto gehabt, aber mein erstes wird ganz sicher ein Hypbrid-Wagen oder ähnliches sein. Es ist imperativ, vom Öl loszukommen, allein schon um dem Islamismus den Geldhahn zuzudrehen.
In der Medizin geht es nach wie vor um die Heilung von Krankheiten. Zufällig wird das Leben dadurch verlängert.
Ersetzen Sie Gott in Ihren Ausführungen zur Rechtswissenschaft durch Allah und Sie wären ein hervorragender Islamist. Sie scheinen sich wirklich den Barbarismus, Aberglauben, die Logistik, Medizin, Willkürherrschaft und Lebenserwartung des 14. Jahrhunderts zurückzuwünschen…
Tipp: Besuchen Sie mal eine Geschichtsvorlesung zu dem Thema oder lesen Sie ein Buch von einem Historiker!
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#449   Tyrus   23:04:16 | Sonntag, 4. Januar 2009
Gesunder Menschenverstand
Ich brauche kein Proportionalitätsgesetz, sondern nur den gesunden Menschenverstand und ein gewisses Maß an Empathie. Jeder Nicht-Psychopath spürt intuitiv, wenn es einem Mit-Lebewesen gut geht.
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#446   Tyrus   22:50:48 | Sonntag, 4. Januar 2009
@kunstmaler
Warum wird dem Menschen ein intrinsischer Wert zugesprochen, nur weil er ein Mensch ist?
Ich bewerte und behandle Lebewesen immer unter Berücksichtigung ihrer Fähigkeit, Freude und Leid zu empfinden. So richte ich mein Handeln konsequent darauf aus, dass unterm Strich möglichst maximales Glück und minimales Leid für alle Betroffenen herauskommt. Ich würde daher auch niemals ein empfindsames Tier verletzen oder töten (lassen), außer aus Notwehr.
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#443   Tyrus   22:40:09 | Sonntag, 4. Januar 2009
Kulturelle Evolution
@doriano
Hat die Wissenschaft oder das, was Sie hervorgebracht hat, die Menschheit glücklicher gemacht? Hat menschliche Weisheit die Probleme, die uns belasten, lösbarer gemacht?
Ja und Ja. Einige Beispiele: Medizin, Agrarwissenschaft, Rechtswissenschaft, Ingenieurswissenschaft. Konkrete Beispiele aus diesen Disziplinen: Antibiotika, Dreifelderwirtschaft, Menschenrechte, Fahrzeuge.
Kann die Religion diesen Fortschritten, die die Lebenswirklichkeit von Milliarden Menschen verbessert haben und weiter verbessern irgendetwas entgegensetzen?
Daran, dass Terroristen mit moderner Technologie Schabernack anstellen können, ist nicht die Wissenschaft schuld, sondern die wahnhaften (oft religiösen) Ideologien der Terroristen.
@Martin: Ich kenne D’Souza, habe viele Debatten mit ihm angeschaut. Er ist ein guter Redner, aber ein sehr schlechter Wissenschaftler. Seine Thesen sind meistens inkonsistent und er verwendet fast immer ad-hominem-Argumente, um das Publikum auf seine Seite zu ziehen.
Die Promiskuität und Homosexualität der Bonobos wurde sehr wohl in freier Wildbahn beobachtet. Lesen Sie z.B.: Wider die Natur? Homosexualität und Evolution und Die großen Menschenaffen von Volker Sommer.
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#423   Tyrus   20:26:51 | Sonntag, 4. Januar 2009
Nachtrag
@Doriano:
Ein (guter) Katholik hat keine Angst vor dem Tod.
Ich habe es nicht explizit gesagt, aber ich wollte darauf hinaus, dass diese Geborgenheit durch den Betrug an der eigenen Rationalität gekauft wird.
Und was wäre daran so dramatisch, wenn die Wissenschaft stagnieren würde?
Das meinen Sie nicht ernst, oder?
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#400   Tyrus   18:47:03 | Sonntag, 4. Januar 2009
Hochmut? Verachtung?
Das war eine einfache (nicht-rhetorische) Frage, wie sie jedes Kind stellen könnte. Wo ist da die Verachtung? Ich stelle übrigens viel lieber Fragen, als Thesen aufzustellen, weil ich wirklich verstehen möchte, wie Gläubige ticken. Ich kann es nicht mehr nachvollziehen, warum Menschen ihre angeborene Vernunft so betrügen.
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#387   Tyrus   18:19:33 | Sonntag, 4. Januar 2009
Ich bin – natürlich – kein Missionar.
Ich will niemanden von einer Ideologie oder Religion überzeugen. Ich will Ent-Missionieren, Leuten von (frühkindlich) indoktriniertem Aberglauben befreien, das ist alles. Als ich Messdienerleiter war, habe ich – selbstredend – noch an die Auferstehung geglaubt. Spätestens seit dem ich über die grausame Kriminalgeschichte der Kirche, die schockierende Unethik biblischer Moral (im Gegensatz zu philosophischer Ethik) und die Unplausibilität des Christengottes, die genauen Prinzipien der Evolution und die Methodik der Naturwissenschaft gelernt und geforscht habe, kann ich daran beim besten Willen nicht mehr glauben.
Ent-Missionieren ist aber nur ein Hobby von mir, weit mehr Zeit verbringe ich mit Arbeiten, Freunde treffen, Lesen, Filme schauen und Sport.
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#373   Tyrus   18:07:04 | Sonntag, 4. Januar 2009
Es macht keinen Sinn, an Entitäten zu glauben, für die es nicht den geringsten empirischen Beleg gi…
Einstein hat die Evolutionstheorie nie bestritten und sah seine Theorien zur Physik (die mit der Quanten-/Stringtheorie auch teilweise widerlegt wurden) nie im Widerspruch mit ihr. Materie ist niemals absolut passiv, sondern in ständiger Bewegung, wobei sich selten – und von ganz allein – Ordnung im Chaos einstellt (z.B. bei der Entstehung von Sonnen). Die Evolutionstheorie geht von einer Kette von – für unser Auge – glücklichen Zufällen aus, aber niemals von einem Bruch der Naturgesetze. Die Geschichtswissenschaft funktioniert übrigens ebenso: Wenn wir uns nicht sicher sein können, dass es in der Welt mit „rechten Dingen“ zugeht, wäre es ein sinnloses Unterfangen, aus der Geschichte lernen zu wollen, weil wir uns nie auf unsere Erfahrungen verlassen könnten.
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#360   Tyrus   17:56:01 | Sonntag, 4. Januar 2009
Absurditäten, wie sie nur zutiefst Abergläubigen einfallen können
Wenn Drachen mit Menschen gelebt haben, müssten die Berichte über den Terror dieser Kreaturen aber wesentlich verstörender aussehen. Es ist völlig absurd, dass Menschen mit Raptor und T-Rex kooexistiert haben sollen. Diese Dinos waren Killermaschienen, gegen die jeder Löwe alt aussieht. Alle bekannten auf Chemie und Physik beruhenden Datierungemethoden bestätigen dass alle bisher gefunden Dinosklette viele Millionen Jahre alt sind. Weiterhin wurden Sie immer in sehr tiefen und alten Erdschichten gefunden und niemals(!) zusammen mit Säugetierfossilien. Jeder Evolutionsbiologe weiß, das ein Säugersklett in so einer alten Erdschicht tatsächlich ein eindeutiges Indiz gegen die Evolutionstheorie wäre.
Ich weiß ziemlich genau, was die katholische Kirche ausmacht und lehrt. Ich bin getauft und gefirmt, war Messdienerleiter, auf mehreren Wallfahrten, habe immer den schulischen Religionsunterricht besucht und befasse mich auch ansonsten in Freizeit und Studium (u.a. Philosophie und Geschichte) mit der Religion. Momentan bin ich auf der Arbeit und habe keine Kundschaft. Ich nutze die Zeit, um hier ein wenig Aufklärung zu betreiben. Ich möchte anderen Menschen helfen, zu einem rationalen Weltbild zu kommen, um vernünftigere, ethischer Menschen zu werden.
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#330   Tyrus   17:23:25 | Sonntag, 4. Januar 2009
Keine Auferstehung, kein Jenseits.
Es ist so einfach: Es gibt keine übernatürlichen Wunder, keine Wunderheilungen und auch kein Leben nach dem Tod. DIESE Märchengeschichten in Dogmengestalt widersprechen den Erkenntnissen der Wissenschaft, nicht die Evolutionstheorie, über die in der gesammten wissenschaftlichen Welt konsens herrscht.
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#314   Tyrus   17:11:46 | Sonntag, 4. Januar 2009
Weniger Mythen, mehr Fakten
Schade, Elijahu, dass Sie Ihre Begeisterung dafür aufgegeben haben, meine häretischen Sünder-Genossen und mich vor den ewigen Höllenqualen zu retten. Wo bleibt Ihre christliche Feindesliebe?
Was ist denn so besonders daran, dass Jesus ans Kreuz genagelt wurde. Tausende Menschen teilten sein Schicksal und viele von denen wurden grausamer gefoltert als der Rabbi Jesus, gesetzt den Fall wir können dem biblischen Zeugnis trauen, dass es diesen Menschen gab.
Was ist denn nun richtig an der Evolutionstheorie und was nicht, Elijahu? Ich finde übrigens gleichsam, dass manche biblische Geschichten und Predigten sehr schön geschrieben und lehrreich sind.
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#279   Tyrus   16:38:50 | Sonntag, 4. Januar 2009
Homosexualität und Evolution
Homosexualität, die bisher bereits bei ca. 1.500 Tierarten festgestellt wurde, besonders gut dokumentiert bei Affen, hat tatsächlich einen evolutionären Nutzen, wie die neuere Forschung bestätigt. Wissenschaftler gehen heute davon aus, dass homosexuelle Individuen zur gesamtfitness der Sippe beitragen. Sie können z.B. die Kinder ihrer nahen Verwandten mitversorgen. Es gibt Studien, die zeigen, dass dieselbe genetische Veranlagung, die bei männlichen Homosexuellen für die sex. Orientierung verantwortlich ist, auch deren weibliche Verwandte mütterlicherseits fruchtbarer macht. Der dadurch bei letzteren entstehende evolutionäre Vorteil könnte so die Durchsetzungsfähigkeit der genetischen Veranlagung für Homosexualität erhöhen. Homosexualität an sich kann man allerdings auch als soziokulturelle Fiktion sehen. In vielen antiken Kulturen wurde weniger stark zwischen hetero und homo definiert und auch heute gibt es Gesellschaften, in denen diese Etiketten immer mehr verschwinden und Bisexualität immer populärer wird.
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#69   Tyrus   18:29:28 | Freitag, 2. Januar 2009
Standortvorteil
In Bayern könnte ich je nach Wohnort schon ernsthafte Probleme mit meiner Nachbarschaft und auch den Eltern meiner Schüler bekommen, wenn ich mich als atheistischer Lehrer „outen“ würde. In den USA sieht es noch düsterer aus, wenn ich daran denke, dass christlich-fanatische Terroristen dort Bomben in Abtreibungskliniken Deponieren und erklärte atheistische Prominente täglich Morddrohungen bekommen und sich nur noch mit Leibwächtern vor die Tür trauen.
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#76   Tyrus   18:25:22 | Freitag, 2. Januar 2009
Ich bin nicht Darwingläubig
Wie ich bereits erläutert habe, ist Darwins ursprüngliche Lehre tatsächlich – in Details – widerlegt und durch bessere Erklärungen ersetzt worden. KEIN ernstzunehmender Biologiekundiger beruft sich mehr allzuoft auf Darwin. Ich habe seine „Entstehung der Arten“ selbst nur auszugsweise gelesen, weil es mittlerweile überlegene Standartwerke gibt. Ich empfehle Mayr, Kutschera und/oder Wuketits.
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#61   Tyrus   18:20:45 | Freitag, 2. Januar 2009
Subjektives Empfinden kann nicht verallgemeinert werden
Vielleicht sind Sie, Marcelus, physiologisch und psychisch besonders konstituiert, sodass Sie es tatsächlich schaffen, die rigide Sexualmoral der Kirche zu befogen: Der Großteil der Menschheit – insbesondere in wohlstands- und bildungsfernen Regionen – ist es definitiv nicht.
Wenn die katholische Lehre tatsächlich eine rein subjektive Glaubenssache ist, die keinerlei empirisch-rationale Belege bedarf, sollte es doch auch jedem frei stehen, sie aufgrund dieses Mangels der Nicht-Objektivierbarkeit abzulehnen, oder etwa nicht?
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#72   Tyrus   18:15:26 | Freitag, 2. Januar 2009
Wir sind alle Ungläubige.
Christen glauben nicht an Allah, Muslime nicht an Jesus. Gegenseitig wünschen – und befördern – sie sich seit über einem Jahrtausend in die Hölle. Der Missionierungs- und Kreuzzugsgedanke ist inherent im buchreligösen Fundamentalismus. Die besten Beispiele geben dafür heute die christliche Rechte in den USA und die Islamisten in Nahost.
Ein Atheist glaubt nur (bei tausenden von Göttern) an einen einzigen Gott weniger als der Theist, was bedeutet, dass der Theist genaus „Gottesleugner“ ist wie der Atheist, jedenfalls bei nahezu allen anderen möglichen Göttern mit einer Ausnahme.
Wenn der Theist dem Atheisten das Recht bestreitet, an seinen Gott nicht zu glauben, dann bestreitet er sich selbst das Recht, an die anderen Götter nicht zu glauben.
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#52   Tyrus   18:10:16 | Freitag, 2. Januar 2009
Sie machen es sich zu einfach
Womit hat es sich die katholische Kirche denn verdient, dass man ihre Dogmen unhinterfragt abkauft und seriöse Wissenschaft dafür verteufelt? Mit den Kreuzzügen, den Judenpogromen, der Inquisition, dem Ablasshandel, der HIV-Verbreitung durch Kondomverbot?
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#49   Tyrus   18:04:19 | Freitag, 2. Januar 2009
und nochmals
@Marcelus:
Für Sie als Katholik müsste Dogmengläubigkeit doch ein an sich positiver Wert sein, oder nicht? Ich hingegen halte jede Dogmatik für fragwürdig. Sie haben vom Grundprinzip der Wissenschaft, dem Kritizismus, offenbar noch nichts gehört. Das Effiziente an der Forschung ist eben, dass sie sich ständig selbst hinterfragt. Keine offenkundig widerlegte These kann bestehen bleiben. Jede Theorie muss sich ständiger Kritik und Revison aussetzen. Jede Theorie wird ständig in Details abgeändert und verbessert, im GEGENSATZ zu Dogmen, die absolute, ewige Gültigkeit beanspruchen.
Fühlen Sie sich wirklich so angegriffen wegen dieser harmlosen, ironischen Polemik, mit der ich noch nicht einmal Sie persönlich angesprochen habe? Ich bitte aufrichtigst um Entschuldigung.
@solideo: siehe z.B. hier: de.wikipedia.org/wiki/Mosaikform
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#61   Tyrus   17:55:37 | Freitag, 2. Januar 2009
Glaube ich nicht
Sie haben keine Belege für diese These. Die meisten Katholiken hierzulande glauben doch nichteinmal mehr an die Hölle. Und das obgleich Christentum ohne Hölle und Teufel in etwa so viel Sinn macht wie Elfmeterschießen ohne Torwart. Wer sich jedoch von seiner frühkindlichen religiösen Indoktrination emanzipieren kann und das wissenschatlich-philosophische Denken erlernt, wird bald feststellen, dass es sich so viel humaner und freier lebt.
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#35   Tyrus   17:51:47 | Freitag, 2. Januar 2009
Wer nicht lesen kann, sollte es lernen
Wer meine Beiträge aufmerksam liest, wird feststellen, dass ich meine Argumentation niemals auf ad-hominem-Argumenten aufbaue. Denken Sie die beanstandete Zeile weg aus meinem Beitrag, und er verliert nicht an Koherenz.
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#55   Tyrus   17:48:39 | Freitag, 2. Januar 2009
Wer will schon ewig leben?
Ewiges Leben erscheint mir unerträglich. Ich bin froh, dass ich aller Wahrscheinlichkeit nach, eben nicht bewusst weiterexistieren werde nach meinem Tod. Ich werde glücklich sterben, wenn ich Kinder hinterlasse und es schaffe, mit meinen Ideen gehört zu werden. Wie schrieb Epikur: Was interessiert mich der Tod? Wenn er ist, bin ich nicht und wenn ich bin ist er nicht.
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#21   Tyrus   17:35:24 | Freitag, 2. Januar 2009
Evolutionsunterricht
Ein großes Problem der Bildungssysteme aller deutschsprachigen Länder ist, dass die Schüler zu wenig über Evolution lernen. Obwohl ich in Biologie Abitur gemacht habe, wusste ich danach immernoch nicht wirklich, welche Prozesse auf welche Art und Weise wirken. So habe ich mir mühsam anlesen müssen, dass Darwin eine Menge Belege, die wir heute haben, noch gar nicht in seine Theorie einbeziehen konnte, wie diverse Fossilienfunde von Übergangsformen und besonders auch die Befunde der modernen Genetik und Verhaltensforschung.
So eine Parole wie „Affen gebären Menschen“ kann nur jemand von sich geben, der sich absolut ungenügend mit der Materie auseinandergesetzt hat. Wie will man eine Theorie kritisieren, deren Grundthesen man nicht verstanden hat?
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#47   Tyrus   17:24:41 | Freitag, 2. Januar 2009
Der eine sagt so, der andere so
Was für den Katholiken Blasphemie ist, ist für den aufgeklärten Humanisten allenfalls religionskritische Polemik. So gehen die Horizonte auseinander.
Ich oute mich hiermit auch als Freund der Homosexualität. Eine meiner besten Freundinnen ist lesbisch und lebt glücklich mit ihrer ersten großen Liebe zusammen. Ich finde es immer wieder erstaunlich, dass christliche Fundamentalisten ständig gegen Schwule hetzen, lesbische Sexualität aber vollkommen ausblenden, als ob es sie gar nicht gäbe.
Ich halte mich allemal lieber an Feuerberg und das 19. Jahrhundert als an Paulus und andere dubiose Gestalten der Spätantike und des Mittelalters. Die katholische Kirche hat seit Jahrhunderten nichts dazu gelernt und noch heute werden Dogmen als absolute Wahrheiten angebetet, die beim besten Willen nicht mit dem Stand der philosophischen und wissenschaftlichen Erkenntnistheorie vereinbart werden können.
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#189   Tyrus   00:22:22 | Dienstag, 30. Dezember 2008
@Galatea
Mein Posting bezog sich in erster Linie auf den Umgang mit dem Nutzer Elijahu, der uns entweder für dumm verkaufen möchte mit seinem katholischen Extremismus oder aber er leidet wirklich unter einer psychischen Erkrankung. Daher bat ich um mehr Respekt im Umgang mit ihm. Mein Post war sicherlich kein Aufschrei nach Beifall und mir ist schleierhaft, wie Sie darauf kommen. Ich bemühe mich in diesem Forum – auch wenn es schwer fällt – stets um Sachlichkeit und Rationalität und ich würde niemals bewusst jemanden beleidigen. Wenn ich allerdings Menschen mit meiner kritischen Sichtweise auf den Katholizismus, seine Dogmatik und Rituale jemanden Ent-Täuschen sollte, dann kann mir das nur recht sein. Ich schreibe in dieses Forum auch nicht mit der Absicht, zu einem Konsens zu kommen, da dies sicherlich nicht mit jedermann möglich ist. In erster Linie bin ich hier, um meinen Horizont zu erweitern und um aufzuklären. Es ist ein netter Zeitvertreib, wenn man sonst nichts zu tun hat. Ich freue mich jedes Mal wieder, das kreuz.net auch keine kritischen Stimmen zensiert.
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#183   Tyrus   22:44:43 | Montag, 29. Dezember 2008
@Amanda
Mein Beitrag bezog sich auf ihren Post, aber nicht auf Sie persönlich. Sie scheinen zu den wenigen diskussionsfähigen Mitgliedern zu gehören, sprich keiner der beiden genannten gruppen, obschon ich nicht nachvollziehen kann, warum Frauen etwas für die katholische Lehre übrig haben, die ja nach wie vor dezidiert patriarchalisch ist.
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#179   Tyrus   22:27:07 | Montag, 29. Dezember 2008
Leider treffe ich hier immer wieder zwei Sorten von Menschen
Die einen machen sich lustig über fanatisch-fundamentalistische Extremisten und/oder beschimpfen sie, die anderen stimmen diesen menschenfeindlichen in ihrem bornierten Glauben an die heilige katholische Lehre, an Kreuzzüge und Inquisition im Namen dieser gegen und die sündhaften Ungläubigen und Ketzer auch noch zu.
Beide Geisteshaltungen helfen niemandem weiter.
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#177   Tyrus   22:11:24 | Montag, 29. Dezember 2008
Ich möchte betonen
Mein letzter Post war mitnichten als Scherz oder Polemik zu verstehen! Das war und ist mein bitterer Ernst!
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#165   Tyrus   20:58:39 | Montag, 29. Dezember 2008
@Elijahu:
Jetzt mal ganz im Ernst: Sie sollten unbedingt mal einen Psychotherapeuten aufsuchen, der kann Ihnen helfen und Sie von den Dämonen befreien, die Sie überall sehen. Sie leiden ganz offensichtlich unter Psychosen. Meine Mutter arbeitet mit psychisch kranken Menschen und kennt sich aus mit den Symptomen. Sie passen genau in dieses Schema. Auch wenn es Ihnen nicht so vorkommt, das ist eine Krankheit und es gibt Medikamente, mit denen Sie Ihre paranoiden Wahnvorstellungen in den Griff bekommen und von Ihrer krankhaften Misanthropie befreien können. Lassen Sie sich nicht noch weiter in den Wahnsinn treiben! Wagen Sie den Schritt und vertrauen Sie sich einem Arzt an!
An alle anderen: Bitte hackt nicht mehr auf Elijahu herum! Seine Probleme sind ernst, damit ist nicht zu spaßen.
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#145   Tyrus   18:29:02 | Montag, 29. Dezember 2008
Elijahu:
Gegen Sie ernsthaft davon aus, dass ich und alle die ich kenne von bösen Dämonen besessen sind? Ehrlich gesagt, ich denke, ich hätte einen Heidenspaß dabei, wenn ein Pfaffe irgendwelche absurden Rituale durchführen würde, vielleicht würde ich sogar mitspielen, weil es so noch lustiger und im Endeffekt peinlicher für den Pfaffen werden könnte. An wen muss ich mich da wenden? Der Pastor, bei dem ich gefirmt wurde und selbst der Weihbischof glauben ja selbst an die Evolution und sind demnach von Dämonen besessen.
Ich kann ihnen gleichsam raten, mal ein paar Semester Biologie zu studieren oder nur mal ein gutes Buch über Evolution zu lesen (z.B. Ernst Mayr – Das ist Evolution).
teilnehmen, es wird ihnen nicht mehr möglich sein deren Existenz zu leugnen.
Ich glaube, dass Sie und ich nach unserem Todestag aufhören zu existieren. Kein Himmel und keine Hölle, einfach ein Verlöschen in alle Ewigkeit. Das mag auf den ersten Blick wenig trostlos klingen, geht aber konform mit der Wissenschaft, die bisher noch nicht den geringsten Beleg für eine unsterbliche Seele gefunden hat. Gesetzt den Fall, es gäbe einen allmächtigen und gütigen Gott, so gehe ich davon aus, dass er als Schöpfer des Universums selbst Wissenschaftler sein dürfte und das wissenschaftlich-kritische Denken daher dem blinden Kinderglauben vorziehen würde. Für Sie hingegen steht mehr auf dem Spiel: Dass Sie Ihr Leben der Propagierung einer Irrlehre gewidmet haben, statt den Tag zu nutzen und sich am Leben zu freuen, .
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#142   Tyrus   18:08:33 | Montag, 29. Dezember 2008
@Elijahu
Sie haben prinzipiell recht damit, dass persönliche Erfahrungen der Ausgangspunkt wissenschaftlicher Arbeit sind, lassen aber einen wichtigen Punkt außer Acht: Es müssen persönliche Erfahrungen sein, die für jedermann jederzeit nachvollziehbar sein müssen. Jeder Mensch kann Bakterien unter dem Mikroskop betrachten oder die Auswirkungen der bakteriellen Aktivität erfahren, wenn er einen Infekt bekommt und wenn dieser mit Antibiotika geheilt wird.
Es gibt keine Methoden um Dämonen zu identifizieren, weil es keine Dämonen gibt. Die menschliche Psyche wird seit Generationen von Neurobiologen erforscht und keiner von diesen stieß bisher auf irgendein Anzeichen dafür, dass Dämonen für Psychosen verantwortlich sein mögen. Viel eher sind es meistens Stoffwechselstörungen und falsche Verschaltungen im Hirn, die wahnhaften Glauben und irrationales Verhalten verursachen.
Das Evangelium ist für mich Zeugnis von Menschen, die so von ihrem Glauben besessen waren, dass kaum mehr zu sagen ist, wie sehr ihre Berichte von Phantasie und Fiktion durchdrungen sind. Fakt ist, dass niemand von den NT-Autoren Jesus persönlich gekannt hat. Es ist nicht einmal gesichert, ob sie alle vom selben Jesus berichten und ob es dieser überhaupt gelebt hat oder nur die literatische Wiederbelebung alter heidnischer Mythen war.
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#138   Tyrus   17:54:57 | Montag, 29. Dezember 2008
@Samurai
So gedeutet wären die Genesis-Autoren ja sogar wirklich ihrer Zeit voraus gewesen! :-O
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#133   Tyrus   17:40:55 | Montag, 29. Dezember 2008
@Elijahu
Sie können hier vieles behaupten. Das Problem ist, wie Ultramontanus es eben schon so wunderbar auf den Punkt brachte, dass Sie uns stets subjektive Erfahrungen als objektive Wahrheit verkaufen wollen und sich dabei allerlei Ressentiments bedienen.
Auch wenn Sie nun kein arroganter wissenschaftlich denkender Mensch sind, sind Sie ein arroganter, herumfrömmelnder Gläubiger geworden, was ich subjektiv für wesentlich gefährlicher für die Mitmenschen halte.
Von den Dämonenaustreibungen im NT habe ich schon als Grundschüler gelesen und bereits zu diesem Zeitpunkt kamen Sie mir so märchenhaft vor. Sie mögen eigenartige Erfahrungen gemacht haben in Ihrem Leben (waren Sie mal beim einem Psychiater?), aber ich habe niemals irgendwelche Dämonen getroffen, nichtmal in einer depressiven Phase oder im drogeninduzierten Vollrausch. Nochmals, Ihre Erfahrungen sind höchst subjektiv und jeder gebildete, kritisch denkende Mensch muss Sie hinterfragen und empirische Belege für Ihre Behauptungen einfordern.
Ich habe meinen katholischen Glauben eben deshalb abgelegt, weil ich keinerlei Belege in meiner Realitätswahrnehmung vorfinden konnte. Weder Gott noch Dämonen haben je zu mir gesprochen und Strenggläubige kamen mir schon als Kind eher verblendet vor. Raten Sie mir ernsthaft, dass ich zu einem Exorzisten gehe und ihm erzähle, ich sei vom Evolutionsdämon besessen (wie alle meine Freunde und Bekannte)? Ich meine, ich könnte das tun, aber es wäre wohl eher peinlich für alle Beteiligten…
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#126   Tyrus   17:16:59 | Montag, 29. Dezember 2008
Von Wahnvorstellungen besessene Fundamentalisten wüten gegen die Naturwissenschaft
Bleibt natürlich noch die Frage, warum sie dann auf einer explizit katholischen Internetseite ununterbrochen Werbung für die Evolutionstheorie machen.
Liegt das nicht auf der Hand? Wir wollen aufklären, wir wollen das Beste für unsere Mitmenschen!
Ihnen ist hoffentlich klar, dass sie auf jeder Pro-Evolutionstheorie-Webseite als Christ sofort gesperrt werden wenn sie dort versuchen zu missionieren?
Das ist unwahr. Ich kenne viele Foren, in denen angeregt mit Christen diskutiert wird und ihnen mit sehr viel Engagement begebracht wird, was ihre Lehrer in der Schule versäumten.
ist ihnen bewusst welche Kräfte da wirklich in ihnen tätig ist und ihre Schritte lentk, nämlich jene lebendigen Wesenheiten die die Bibel als Dämonen bezeichnet?
Wieder eine unbelegte Behauptung mit Bibelbezug. Basiert wirklich Ihre ganze Weltanschauung auf diesem Bronzezeit-Schmöker?
die Wiederkunft Jesus von Nazareth steht unmittelbar bevor, und dann werdet ihr endlich gequält werden bis in alle Ewigkeit, ihr widerwärtige Schlangenbrut.
Da brodelt wieder die ungehemmte Christlichkeit hervor, die ich so liebe. Soll nicht Jesus, der sicher nicht dumm war, sollte er gelebt haben, gesagt haben: „Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein?“ Stattdessen maßen Sie sich an, Richter zu spielen.
Dämonen sind leicht einzuschüchtern durch Drohungen und machen ihre Präsenz dann sofort bemerkbar.
Ich würde gern sehen, wie Sie vor Zeugen einem Menschen, der vom Evolutions-Dämon besessen ist, diesen austreiben. :-D
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#122   Tyrus   17:07:48 | Montag, 29. Dezember 2008
Der traurige Zustand des Katholikentums
Auch ich gebe offen zu, dass ich die Bibel für ein Stück Literatur halte, wie jedes andere Buch. Obgleich ich heute Atheist bin, bin ich katholisch erzogen worden und habe heute noch viel Freunde, die in der Gemeinde aktiv sind mit Jugenarbeit, Bibelkreisen und ähnlichem tätig sind. Niemand von diesem Katholiken streitet ab, dass eine Evolution stattgefunden hat, meines Wissens nicht einmal unser Pastor. Ich kenne viele Katholiken aber nicht ein einziger von diesen ist Kreationist. Das mag selbstredend in Südamerika, Afrika und Osteuropa, wo das Bildungsniveau deutlich niedriger ist, anders sein, aber wenn diese Hinterweltler die „wahren“ Katholiken sein sollen, dann gnade uns das heilige Spaghettimonster.
Die einzigen Kreationisten, die ich kenne, sind evangelikale Protetanten. Deren Ansichten decken sich erstaunlich exakt mit denen von Elijahu, wenn man mal von den katholischen Eigenheiten wie den Christuskekswandlung absieht.
@ignosti: Danke für die nette Anekdote… ich bin auf der Arbeit und habe keine Kundschaft, da ist das hier ein netter Zeitvertreib.
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#116   Tyrus   16:52:08 | Montag, 29. Dezember 2008
@Heinrich
Auch Sie scheinen nicht verstanden zu haben, wie die Wissenschaft funktioniert. Es gibt keine einzige Theorie, die 100%-ig verifiziert ist. Es könnte immer ein neues Phänomen auftreten, die eine Theorie in ihren Grundfesten erschüttert (bei der ET z.B. ein Kaninchensklett im Präkambrium). Das Schöne ist ja gerade, das wissenschaftliche Theorien (im Gegensatz zu Glaubensdogmen) ständig verbessert und reformiert werden, weil nicht borniertes Rechthaben um jeden Preis zählt, sondern die empirisch gesicherteste in sich schlüssigste Erklärungsweise.
@Elijahu: Fällt Ihnen wirklich nicht auf, dass Sie es sind, der die ganze Zeit, unbelegte Thesen aufstellt und vehement ohne argumentative Grundlage vertritt wie z.B. dass der Schöpfergott der Bibel existiert oder dass nur die „gerettet“ werden, die an ihn glauben?
Kein vernünftiger Atheist streitet ab, dass es eine verschwindend geringe Chance gibt, dass ein Schöpfergott existiert und eine noch wesentlich geringere, dass jener auch noch in das Weltgeschehen eingreift. Nochmals um ein vielfaches geringer ist widerum die Chance, dass dieser Gott nun ausgerechnet der judeo-christliche Schöpfergott ist, wie ihn Pascal in seiner berühmten Wette postulierte.
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#110   Tyrus   16:38:58 | Montag, 29. Dezember 2008
Sehr geehrter Elijahu
Wenn Sie in der Schule aufgepasst hätten, wüssten Sie, dass JEDE naturwissenschaftliche Forschung die Prämisse voraussetzt, dass es keine übernatürlichen Wunder gibt. Sonst wären die Gesetze der Physik beispielsweise obsolet, da sie schließlich von einer höheren Macht jederzeit gebrochen werden könnten und dementsprechend niemals Verlass auf sie wären. Dass die Evolutionstheorie ein übernatürliches Wirken ausschließt, ist daher selbstverständlich für jeden wissenschaftlich denkenden Menschen. Dementsprechend ist das Weglassen der Gottes-Prämisse keine ideologisches, sondern ein wissenschaftliches Instrumentarium. Der britische Theologe Ockham gilt als Erfinder dieses „Sparsamkeitsprinzips“ der Wissenschaft, nämlich dass man nicht mehr Entitäten für die Erklärung eines Phänomens beschwören solle, als unbedingt benötigt werden, um dieses zu erklären. Darwin war übrigens nicht Zeit seines Lebens Atheist, er schloß zunächst gar nicht aus, dass das erste Leben durch einen Schöpfungsakt entstanden sein könnte.
Mit Verlaub, Elijahu, ich kaufe Ihnen beim besten Willen nicht ab, dass Sie jemans Wissenschaftstheorie studiert haben und wenn doch, waren Sie wahrscheinlich zu tief in Ihre Bibellektüre vertieft, als dass Sie irgendein Wort des Profs verstanden hätten.
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#103   Tyrus   16:29:50 | Montag, 29. Dezember 2008
Los Heinrich!
Na wenn die Evolutionstheorie so einfach zu falsifizieren ist, dann demonstrieren Sie es bitte! Was spricht dagegen? Wo sind die Belege nicht eindeutig? Die Evolutionstheorie mag noch nicht alles erklären, aber dass eine Evoltion stattgefunden hat, ist in etwa genauso sicher wie dass e = mc² ist.
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#100   Tyrus   16:15:46 | Montag, 29. Dezember 2008
Was ist eigentlich mit biblischen Hypothesen?
Welche Belege sprechen für die unbedingte Wahrheit biblischer Behauptungen, die z.T. sogar bloß auf Übersetzungsfehler zurückgehen, wie z.B. das Dogma der Jungfrauengeburt? Letztlich sind religiöse Lehren nur aufgrund ihrer langen Tradition und frühkindlicher Indoktrination sowie einer offenbar genetischen Disposition zum Aberglauben populär. So erklärt sich auch die ungehemmte Verbreitung vollkommen absurder religiöser und esoterischer Lehren. Ich halte mich an David Hume und glaube nur das, wofür es nachvollziehbare empirische Belege gibt. Für kein einziges dokumentiertes, übernatürliches Wunder gibt es solche, denn nie waren genügend glaubwürdige, gebildete, kritisch denkende Zeugen anwesend, die nicht unter Aberglaube, Sinnestäuschungen oder Wahnvorstellungen gelitten haben können oder gar eine bewusste Täuschung angestrebt haben.
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#76   Tyrus   15:31:26 | Montag, 29. Dezember 2008
Moderne Genetik & Verhaltensforschung
Die überwältige Vielfalt der sich gegenseitig stützenden Fossilienfunde sind heutzutage noch durch weitere Belelege aus der Genetik und Verhaltensforschung gestützt. Das menschliche Genom ist aufgeschlüsselt und man kann experimentell genau nachvollziehen, wie nah homo sapiens mit anderen Spezies verwandt ist. Weiterhin zeigen Studien an Menschenaffen, dass diese im Gegensatz zu anderen Tieren über ein Ich-Bewusstsein verfügen, sich z.B. im Spiegel erkennen oder einfache Rechenarten und Zeichensprachen mit mehreren Hundert Ausdrücken erlernen können.
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#7   Tyrus   15:26:38 | Montag, 29. Dezember 2008
Lieber kritischerbeobachter
Behauptungen aufstellen kann jeder. Wo sind die Argumente? Warum sind z.B. Atheisten, Agnostiker die „ewig Gestrigen“? Als was bezeichnen Sie sich und warum ist Ihre Weltanschauung so modern und zeitgemäß?
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#259   Tyrus   11:30:51 | Freitag, 12. Dezember 2008
und wieder brodelt der katholische antisemitismus
hetzerischer judenhass ist beileibe keine erfindung der nazis. nein, die katholiken haben ihn erfunden. die juden als jesusmörder, judas als geldgieriger verräter. dieses ganze klischee ist 2000 jahre alt und wird gerne wiederbelebt. ohne die unterstützung der katholischen zentrumspartei wäre hitler niemals an die macht gekommen.
@heinz-josef: beschäftigen sie sich mal ein bisschen mit der literatur und geschichte, anstatt irgendwelchen gerüchten zu glauben. pilatus ist meines erachtens die sympathischste figur im ganzen nt, denn er fragt wie sokrates bescheiden „was ist wahrheit?“, während die evangelisten und paulus stetsborniert behaupten, zu wissen was die wahrheit ist.
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#29   Tyrus   18:31:39 | Sonntag, 7. Dezember 2008
@l’alleanzadifensivaperlaverità
Jaja, schon klar, einmal getauft, ewig dabei. Ich frage mich, wen der Teufel lieber hat, häretische Christen oder ungetaufte Menschen. Eigentlich egal, ich glaube ja nicht an ein Jenseits. Jesus ist für mich ein jüdischer Wanderprediger, der wahrscheinlich gelebt hat, aber mit Sicherheit nicht auf die Weise(n), wie es die Evangelien erzählen. Ich hatte nie und habe keine emotionale Bindung zu ihm. An eine Art Gott habe ich aber als Kind geglaubt, war mir aber nie besonders wichtig. Die Kommunion bedeute für mich – wie für jeden anderen meines Jahrgangs – in erster Linie Geschenke und ministriert habe ich, weil ich den alten Leuten in der Messe eine Freude machen wollte. Meine erste Liebe hieß Eva und wollte mich nicht haben. Traurig aber wahr.
Ich weiß, ich kann nicht alles wissen, wie Sokrates weiß ich, dass ich nichts weiß und je mehr ich lerne, desto mehr Nicht-Wissen vermag ich zu erahnen. Ein frommer Christ hingegen gibt sich damit zufrieden, die Welt nicht zu verstehen und hält bestimmte Lehren für unbedingt wahr und unhinterfragbar. Das ist unwissenschaftlich und selbst-entmündigend. Ich bin nach der intensiven Lektüre humanistischer Philosophen zu dem Schluss gekommen, dass es Gott nach christlicher Vorstellung nicht geben kann. Ich will nicht ewig leben, ich denke sogar, das wäre fürchterlich. Ich bin glücklich, dass ich eines Tages in einen traumlosen Schlaf fallen werde und Platz für die nächste Generation Menschen mache, die hoffentlich vernünftiger sein wird.
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#45   Tyrus   18:19:32 | Sonntag, 7. Dezember 2008
Sind sie Ernährungswissenschaftler?
Ich kenne zufällig eine Ernährungswissenschaftlerin. Sie bestätigt mir, dass wir an dieses Eiweiß auch durch rein pflanzliche Nahrung kommen können, soforn auf Abwechslung geachtet wird. In meinem Freundeskreis sind viele Vegetarier und Veganer. Keiner von denen hat Mangelerscheinungen. Es gibt sogar vegane Hochleistungssportler, die enorm erfolgreich sind. Aber eigentlich ist es absurd, in einem stock-konservativen Katholikenforum an die Empathie für Tiere zu plädieren. Schließlich steckt der bornierte Anthropozentrismus tief in der christlichen Lehre.
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#40   Tyrus   18:06:55 | Sonntag, 7. Dezember 2008
lalala
@Vieira: Widerlegen Sie erstmal, dass ich ein Ich-Bewusstsein habe und rationale Entscheidungen treffen kann.
@Ultramontanus: Entschuldigung, dass ich dich als Christ „diffarmiert“ habe. ;-) Worauf ich hinaus wollte: Man kann nicht von der Tierwelt auf uns schließen: Wir sind keine Raubtiere, sondern Allesfresser, wie z.B. die meisten anderen Primatenarten und Schweine. Aber all diese Tiere jagen nicht! Das Argument des Geschmacks ist tatsächlich eines, aber leider kein ethisches, d.h. es ist keine Rechtfertigung. Es wäre möglich, dass das Fleisch von schwerbehinderten Kindern oder extrem bedrohten Tierarten unvorstellbar gut schmeckt, sollte man sie deshalb töten?
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#35   Tyrus   17:48:15 | Sonntag, 7. Dezember 2008
Wenn Christen mit den „Gesetzen der Evolution“ argumentieren…
@Viera: Meine Definition: Eine Person ist ein Lebewesen mit Ich-Bewusstsein, das rationale Entscheidungen treffen kann.
@Ultramontanus: Schauen Sie sich ein beliebiges Internetfilmchen zum Thema Haltungsbedingungen in deutschen Masthöfen an. Da kommt einem das Kotzen. Wenn das nicht grausam ist, was dann? Der Mensch als rationales Tier hat die WAHL. Wir können entscheiden, was wir tun und lassen wollen. Ich lebe seit einem Jahr ohne Fleisch und wahr noch nicht einmal krank. So un-natürlich kann das nicht sein.
@Herr Spee:
Bisher war meines Weissen der 3.-4. Monat die kritische Grenze. Es mag sein, dass diese Grenzen relativiert werden. Aber selbst ein Fötus, der schon einige Monate als ist, dürfte der Entwicklung des zentralen Nervensystems nach – wenn überhaupt – vielleicht die Empfindungsfähigkeit eines Fisches haben. Meines Erachtens sollte auch Abtreibung für Schwerbehinderte legitim sein. Ich versuche den Anspruch an mein Handeln nach dem nach dem höchsten Gesamtnutzen auszurichten: minimales Leid und maximales Glück für alle Beteiligten. Daraus ergeben sich allerdings so manche „unchristliche“ Implikationen…
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#28   Tyrus   17:26:17 | Sonntag, 7. Dezember 2008
Wenn ich Zellhaufen schreibe
meien ich gewiss keinen Fötus im 3. Monat. Ich habe mich durchaus ein wenig in das Thema eingelesen. Forscher sind sich nicht 100%ig einig, ab wann ein Fötus Anzeichen von Bewusstsein zeigt. Ein Ich-Bewusstsein zeigen jedenfalls ohnehin erst Kleinkinder. Ob und in wiefern werdende Menschen vorher Schmerz erleiden, ist strittig. Ich beschränke meine ethischen Überlegungen übrigens nicht auf den Menschen. ich lehne es strikt ab, Tierfleisch zu essen, weil ich nicht einsehe, warum Lebewesen, die über eine höhere Empfindsamkeit als ein werdender Mensch verfügen, für unser Bedürfnis nach unökonomischem Nahrungs-Luxus qualvoll leiden und sterben sollen.
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#24   Tyrus   17:21:20 | Sonntag, 7. Dezember 2008
Ich war 20 Jahre Katholik
Bin zur Kommunion und zur Firmung geangen und war einige Jahre Messdienerleiter. Letztes Jahr war ich auf Romwallfahrt, welche mir die Augen geöffnet hat. Ich weiß, was es heißt, zu glauben. Aber ich weiß auch, dass ich das nicht kann, weil die mittelalterliche Dogmatik und der Konformitätsanspruch mich in meinem Forschergeist einschränkt. Ich möchte alles wissen und nicht nur das, was der Papst mich gerne würde wissen sehen.
Momentan bin ich auf der Arbeit. Ich arbeite in einer offenen Kinderbetreuung in einer Uniklinik. Obwohl ich kein Christ bin, mache ich auch weiterhin ehrenamtliche Jugendarbeit. Man muss kein Christ sein, um sozial und altruistisch zu handeln. Was mich motiviert, ist die unschätzbare Möglichkeit, meinem Leben selbst einen Sinn zu geben, statt vorgegebene Musterlösungen unhinterfragt zu akzeptieren.
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#25   Tyrus   17:16:01 | Sonntag, 7. Dezember 2008
@Herr Spee
Kennen Sie Frauen, die so denken? Ich jedenfalls nicht, obwohl die meisten Frauen in meinem Umfeld „gottlos“ sind. Ich halte – wohlgemerkt – nur Frühabtreibungen für ethisch wertfrei. Sobald es Anszeichen für ein fötales Bewusstsein gibt, sieht die Lage anders aus.
Eine Mutter, die eine emotionale Bindung zu ihrem Fötus aufgebaut hat, wird ihn wohl kaum abtreiben wollen. Sie argumentieren im Prinzip von meiner Position aus. Eine Abtreibung eines relativ gesunden Fötus nach dem 3. Monat ist aus den genannten Gründen problematisch und ich würde sie nur in Ausnahmefällen befürworten. Die Frage ist im Übrigen meines Erachtens nicht: Ist es ein Mensch? sondern: Ist es eine Person? Warum sollte dem Mensch an sich ein Wert zukommen? Ist ein Mensch ohne Gehirn noch ein Mensch? Wo kann man da eine Grenze ziehen?
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#20   Tyrus   17:09:40 | Sonntag, 7. Dezember 2008
Lieber Herr Spee
Ihnen steht frei, dies zu glauben. Ich halte mich lieber an Philosophie und Naturwissenschaften, um mein Weltbild zusammenzubauen. Religion brauche ich nicht zum Glücklichsein. Da ich die katholische Lehre für eher wahrheitsfern halte, finde ich es auch sehr interessant, hier zu diskutieren. Ich kann nämlich das Denken und Handeln von gläubigen Menschen oft kaum nachvollziehen.
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#18   Tyrus   16:49:47 | Sonntag, 7. Dezember 2008
Lieber Herr Pingen
Ich glaube nicht an Gott und auch nicht an eine unsterbliche Seele. Er hat sich mir nicht offenbart und die Bibel ist für mich keine plausible Quelle. Die Evolution reicht mir als Erklärung für unser Dasein vollkommen.
Bewusstlose, empfindungslose wenigzellige Organismen sind nicht schützenswert. Es ist falsch, empfindungsfähigen Lebewesen ein Leid zuzufügen. Wenn durch eine Handlung keinerlei Leid verursacht wird, ist sie nicht unethisch. Ich bin daher für ein Recht auf Abtreibung, wenn das psychische oder physicher Wohl der Schwangeren bei einer Fortführung der Schwangerschaft unzumutbar in Mittleidenschaft gezogen würde. Selbstredend würde ich jeder Frau unbedingt zur Austragung raten, wenn das Kind potenziell ein gutes Leben haben kann.
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#13   Tyrus   16:35:42 | Sonntag, 7. Dezember 2008
So funktioniert das Christentum eben
Drogen, Drogen, Drogen: Weihrauch, Wein und gerne auch mal ein paar Schnäpse beim Gemeindefest. Ohne Wahnvorstellungen im Delirium gäbe es gar keine Religionen. Deshalb ist es auch so schlimm, wenn mal der Wein knapp wird… Naja, bei den Moslems wird die unbedingte Unterwürfigkeit mit ständigen, stupiden Gebets-, Fasten- und Waschungsritualen erkauft. Dann doch lieber das feucht-fröhliche Christentum oder noch besser: Heidenspaß statt Höllenqual.
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#18   Tyrus   16:31:19 | Sonntag, 7. Dezember 2008
Erheiternderweise
scheint hier jeder voll und ganz zu wissen, was ein Katholik zu glauben hat und was nicht. Manche argumentieren mit dem Kathechismus, manche mit der selektiv gelesenen Bibel, manche mit dem, was ihr Pastor sagt, wieder andere mit individuell offenbarten Glaubensgewissheiten, manch einer ist sogar davon überzeugt, genau zu wissen, wie das Urchristentum ausgesehen haben soll… Fällt eigentlich niemand auf, dass all diese Überzeugungen völlig subjektiv sind? Niemand hat die absolute Wahrheit!
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#7   Tyrus   16:25:34 | Sonntag, 7. Dezember 2008
Nun ja
Holocaust wird auf dieser Seite ja mittlerweile arg inflationär verwendet. Wenn schon die Vernichtung von Einzellern und Zellhaufen ein Holocaust ist, dann ist es der fehlende Weinrausch sicherlich auch.
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#5   Tyrus   16:23:51 | Sonntag, 7. Dezember 2008
In der Tat!
Welch unverfrorene Frechheit und Beleidigung für Völker, die tatsächlich einen Holocaust erleben mussten, wie die Armenier im ersten und die Juden im zweiten Weltkrieg. Kein Wein zu Weihnachten = Völkermord?! Einen noch ungeschickteren Vergleich hat der Knallkopf, der diesen Artikel zu verantworten hat, wohl nicht finden können!
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#29   Tyrus   18:07:22 | Samstag, 6. Dezember 2008
Ein teuflischer Sumpf ist der Aberglaube Christentum
Es ist wirklich schade, dass so viele Menschen hier den naiven Kinderglauben beibehalten haben, dass sich ein göttliches Wesen um sie sorgt und ihnen nach dem leiblichen ein neues Leben schenkt. Wer an solchen Hokus-Pokus glaube, ist leichte Beute für ein totalitätes System wie die katholische Lehrer. Ein Gott, der bereits verruchte Gedanken mit Höllenqualen zu bestrafen pflegt, ist nichts anderes als das Sinnbild eines übersinnlichen Diktators: Big Brother is watching you!
Redaktion benachrichtigen Mehr als Worte?
#87   Tyrus   18:01:49 | Samstag, 6. Dezember 2008
Warum nicht?
Warum sollen Frauen sich nicht sterilisieren lassen, wenn sie es wünschen?
Redaktion benachrichtigen Er hat mit Sicherheit die falschen Freunde
#15   Tyrus   17:59:48 | Samstag, 6. Dezember 2008
ein paar harmlose fragen
– Wo kommt Gott her, wer hat ihn erschaffen?
– Warum sollte ein allmächtiges Wesen überhaupt Interesse an einer Primatenspezies haben?
– Warum heilt dein Gott keine Amputierten?
– Warum lässt Gott soviel Leid an Mensch und Tier zu?
– Warum lässt JHWH ganze Völker ausrotten?
– Warum gibt JHWH Mose keine sinnvollen Informationen über die Beschaffenheit der Natur, z.B. über Krankheitserreger?
– Warum ist mir Jesus nie begegnet, obwohl ich 20 Jahre lang gläubiger Katholik war?
– Warum will Jesus, dass ich seinen Leib und sein Blut konsumiere?
– Warum ist die Scheidungsrate bei Christen und Nicht-Christen etwa gleich?
Redaktion benachrichtigen Und das alles ohne einen Funken Humor
#121   Tyrus   17:37:22 | Freitag, 5. Dezember 2008
Kein Wunschkonzert?
Was denn sonst? Die Lehre hat sich im Laufe der Jahrhunderte so sehr geändert, dass heute kaum jemand mehr weiß, was die Urchristen geglaubt haben. An eine bürokratische Klerikerhierarchie jedenfalls nicht.
Redaktion benachrichtigen Man müßte halt über Risiken und Verantwortung sprechen
#24   Tyrus   11:37:10 | Freitag, 7. November 2008
FEHLINFORMATION / PROPAGANDA!
Hamburg – Der Papst spricht Kondome löchrig. Entgegen dem wissenschaftlichen Konsens, wonach das Verhütungsmittel für das HI-Virus undurchlässig ist, propagiert der Vatikan, die Gummis hätten kleine Löcher, durch die das Virus dringen könne. Diese Überzeugung herrscht in den Führungsgremien der Kurie vor. Die britische Zeitung „The Guardian“ berichtet von einem leitenden Pressesprecher in Rom, der die Behauptung, Kondome seien virendurchlässig, unterstützt. Dabei scheint es die geistlichen Herren herzlich wenig zu interessieren, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) versichert, die Beurteilung des Vatikans sei falsch.
Und sie ist nicht nur falsch – sie setzt möglicherweise Tausende dem Risiko aus, sich den Virus zu fangen. Der für Familienfragen zuständige Kardinal in Rom, Alfonso Lopez Trujillo, sagte gegenüber dem britischen Sender „BBC“: „Das Aids-Virus ist grob 450 Mal kleiner als ein Spermium. Und das Spermium kann leicht durch ein Kondom dringen.“
Kurie: „Die Wissenschaft liegt falsch“
Bei der Weltgesundheitsorganisation ist man über die Thesen aus dem Vatikan empört: „Diese falschen Aussagen über Kondome und HIV sind gefährlich. Wir haben mit einer weltweiten Seuche zu tun, der schon mehr als 20 Millionen Menschen zum Opfer gefallen sind. Derzeit sind mindestens 42 Millionen Menschen von dem Virus befallen.“ Laut WHO reduzieren ordnungsgemäße Kondome das Risiko einer HIV-Infektion um etwa 90 Prozent. […] (Quelle: www.spiegel.de)
Redaktion benachrichtigen Man müßte halt über Risiken und Verantwortung sprechen
#13   Tyrus   11:07:15 | Freitag, 7. November 2008
Sexualtrieb
Wer heute immernoch glaubt, dass Enthaltsamkeit ein besseres Mittel gegen AIDS ist als Kondome, sollte sich vielleicht mal auch nur eine Studie zu dem Thema anschauen. Das der Sexualtrieb vielfach stärker ist als der Wille, enthaltsam zu leben, zeigt sich immer wieder bei Priestern, die zu Vergewaltigung von Kindern, aber auch zu Prostitution und homosexuellen Alternativen greifen.
Weiterhin ist es skandalös, das Bischöfe in Südamerika und Afrika behaupten, in Kondomen gäbe es winzige Löcher, die das HIV durchlassen würden.
Redaktion benachrichtigen Man müßte halt über Risiken und Verantwortung sprechen
#9   Tyrus   10:37:35 | Freitag, 7. November 2008
Aufklärung und Bildung
Es ist primär keine Frage des Fernsehprogramms sondern des Bildungsstandes und der Aufklärungsmethoden.
Man kann dem Fernsehen nicht vorwerfen, dass es nicht das ausbessert, was Eltern und Schule nicht geleistet haben. Restriktionen im TV-Programm schaffen nicht Abhilfe, wenn erziehende Instanzen nicht über Risiken und Möglichkeiten der Verhütung unter Berücksichtigung biologischer und ethischer Vorraussetzung aufklären.
Dennoch bin ich gleichsam der Ansicht, dass Kinder nicht jede Sendung sehen müssen. Ich schaue nur noch sehr selten TV und denke, dass man unbedingt mit Kindern zusammen bestimmte Sendungen aussuchen sollte, bis sie vernünftig genug sind, selbst zu entscheiden, welche Sendungen informativ und nicht bloß verdummend sind.
Redaktion benachrichtigen Die Deutschen sind genetisch bedingte Verbrecher
#4   Tyrus   16:35:00 | Freitag, 3. Oktober 2008
Faschistoide Hetze gegen säkulare Humanisten
Stalin hat doch selbst einen quasi-religiösen Führerkult um seine eigene Person eingesetzt. Hitlers Hirngespinste von der „göttlichen Vorsehung“, die er in beinahe jeder seiner Reden erwähnt, hatten erst recht nichts Atheismus zu tun. Ich kenne keinen Atheisten, der die grausamen Taten dieser Männer in irgendeiner Form gut heißt. Aber alle sind sich einig, dass sie diese Taten aufgrund ihrer quasi-religiösen Ideologie vollbracht haben, nicht wegen ihreres Atheismus. Für säkulare Humanisten jedenfalls sind Menschenrechte wie freie Meinungsäußerung und Rechtsstaatlichkeit unbedingte Vorraussetzung. Hohmann liegt daher einfach falsch mit seiner Behauptung, die Verbrechen des letzten Jahrhunders wären aufgrund von Gottlosigkeit geschehen. Die katholische Kirche betreibt seit der Spätantike Hetze gegen Juden und Hitler hat bloß an diesen latent vorhandenen Antisemitismus angeknüpft.
Begriffe wie „Tätervolk“ sollten im Zeitalter der Globalisierung und des Multikulturalismus aus den Köpfen verschwinden. Es gibt schon lange nicht mehr „das Deutsche Volk“. Wir leben lediglich in einem historisch so gewachsenen Kulturkreis, der mehr oder weniger deutlich über die Landesgrenzen hinausgeht und dessen Zeitgeist sich von Bundesland zu Bundesland z.T. erheblich unterscheidet (z.B. Berlin und Bayern).
Hohmann ist ein Rechtsradikaler. Eine Verteidigung seiner kruden Ideologie passt nirgendwo besser hin als auf kreuz.net.
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#39   Tyrus   23:42:25 | Donnerstag, 25. September 2008
@zwobbel
Für meine Reduzierung entschuldige ich mich. Natürlich habe ich jedes mal „befruchtete Eizelle“ gemeint, wenn ich „Eizelle“ geschrieben habe. Ich dachte, dem Leser würde das klar sein, aber da das bei Ihnen offenbar nicht der Fall ist, hätte ich mich wohl präziser ausdrücken sollen.
In der Tat glaube ich nicht an die Existenz einer unsterblichen Seele (aber nicht aus zynischen sondern aus erkenntnisstheoretischen Gründen), wohl aber an das Ideal, das Leid in der Welt zu mindern und das Glück zu mehren (das sagt mit mein gesunder Menschenverstand). Befruchtete Eizellen sind werdende Menschen, aber keine vollständigen Menschen, keine Kinder, erst recht keine Personen.
Ich habe wegen jedem einzelnen Menschen, der leiden muss und der leidvoll sterben muss ein schlechtes Gewissen. Ich versuche, in meinem Leben so wenig Leid und Schaden wie möglich zu veursachen. Dass täglich tausende Kinder an Hunger, Hitze, Kälte und Krieg sterben, geht nicht spurlos an mir vorrüber. Auch nicht, dass millionenfach empfindungsfähige Tiere gemästet, gequält und ermordet werden. Diese Lebewesen hatten ein Bewusstsein, konnten fühlen, sich freuen und leiden, sie hatten ein soziales Leben und eine Zukunftserwartung. All das trifft auf Embryonen eben nicht zu. Dennoch ist ein werdender Mensch natürlich umso höher zu bewerten, je mehr Gefühle die Eltern für es empfinden. Oberste Priorität muss immer das Selbstbestimmungstrecht der Frau über den eigenen Körper haben.
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#31   Tyrus   01:36:15 | Donnerstag, 25. September 2008
befruchtete eizelle = mensch?
interessant ist zu bemerken, dass ca. 70% aller Eizellen auf natürliche Weise absterben, ohne zutun jeglicher Pillen oder Abtreibungen. Was ist mit diesen angeblich verlorenen Seelen? Um die trauert niemand! Vielleicht, weil es nichts zu trauern gibt, weil Eizellen keine Menschen sind, sondern nunmal Zellansammlungen. Nennen wir eine befruchtete Eizelle „Peter“. Was passiert, wenn sie sich aufspaltet und eineige Zwillinge entstehen. Welcher von beiden ist dann „Peter“? Gar keiner? Beide?
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#159   Tyrus   13:43:59 | Montag, 22. September 2008
@Earendil
Ich kann immernoch keinen Unterschied zwischen Glaube und Aberglaube ausmachen. Vor allem wird mir absolut nicht klar, wie der Gläubige feststellen will, was teuflische Magie ist und was göttliche Offenbarung. Durch Eingebung? Wie viele Dämonenarten gibt es denn und was bewirken sie? Hast du jemals in Betracht gezogen, dass es außerordentlich plausible neurologische Erklärungen für Visionen, Wachträume und Wunderheilungen gibt? Halluzinationen und Placebo-Effekt nennt man diese Phänomene umgangssprachlich. Wunder als „Nebensächlichkeiten“ zu bezeichnen, ist Blasphemie. Der christliche Glaube funktioniert ohne Wunder nicht! Wer nicht an Jungfrauengeburt und leibliche Auferstehung glaubt, kann kein Katholik sein. Und diese Wunder sind ja nur die Spitze des Eisberges. Mein Leitsatz ist: creo ad logicum. Der Offenbarungsglaube ist absurd. Aber auch nicht absurder als andere Göttersöhnemythen (Osiris, Dionysos…), die bereits vor dem Christentum entstanden sind. Dementsprechend kann ich deinen festen Glauben einfach nicht nachvollziehen.
Zu Nietzsche: Ich bin kein Experte, aber ich habe einige seiner Schriften gelesen. Für mich liegt es auf der Hand, dass Nietzsche einen philosophischen Übermenschen meint, einen tugendhaften Helden, der an sich selbst glaubt und sicht nicht vom Wohlwollen irgendwelcher Götter abhängig macht. Aber es ist sicherlich nicht von der Hand zu weisen, dass er sich anders interpretieren lässt.
@verwirrter: Als Geschichtsstudent kann ich Sie nur bestätige
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#124   Tyrus   01:54:28 | Montag, 22. September 2008
@derLeser:
Eine Lüge ist eine bewusste Falschaussage. Ich glaube aber, dass ich Recht habe. Ich kann mit meiner Ansicht falsch liegen, aber sie ist keine Lüge. Fakt ist, dass ich nicht nur einige Fachbücher über Psychologe und Neurobiologie gelesen habe, sondern dass meine Mutter jahrzehntelange praktische Erfahrungen in dem Bereich vorzuweisen hat und bisher nie auf eine Besessenheit gestoßen ist.
@Elijahu:
Ihre Erfahrungen damals müssen ja wirklich sehr überzeugend auf Sie gewirkt haben. Das glaube ich Ihnen auch sofort. Aber dennoch komme ich nicht umhin, Sie für Einbildungen zu halten. Angst, Hysterie und Panik können im Gehirn die eigenartigsten Vorstellungen und Einbildungen produzieren. Manche Menschen verfügen über erstaunliche mentale Fähigkeiten und können einem vorgaugeln, sie würden einen durchschauen. Illusionisten haben Tricks drauf, die der Otto-Normalbürger für pure Magie hält, in Wirklichkeit verwenden sie aber bloß psychologische Taschenspieler-Tricks. Der skeptische Illusionist James Randi hat 1 Mio. $ gewettet, dass kein Mensch wirklich übernatürliche Fähigkeiten ausüben und dies unter wissenschaftlichen Bedingungen beweisen kann. Viele haben es versucht, alle sind gnadenlos gescheitert. Die Erfahrung mag für Sie zutiefst beeindruckend und beängstigend gewesen sein, aber für meine Begriffe sind Sie auf die mentalen Tricks einens psychisch Kranken hereingefallen. Ich finde es zutiefst erstaunlich, dass Sie dieses eine Erlebnis zum Bibelfundi hat werden lassen.
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#121   Tyrus   01:09:33 | Montag, 22. September 2008
Lieber Elijahu
Und für Sie war vollkommen ausgeschlossen, dass es bei diesem Exorzismus auch „mit rechten Dingen“ hätte zugegangen sein können? Wissen Sie, meine Eltern arbeiten beide mit psychisch kranken Menschen.
Meine Mutter hat mir schon von schizophrenen und paranoiden Menschen erzählt, deren Verhalten ein psychologisch unbewanderter Mensch vermutlich kaum vernünftig zu erklären und interpretieren gewusst hätte. Aber es gibt sehr gute neurobiologische Erklärungen für diese Phänomene. Mit der richtigen Therapie und den richtigen Medikamenten kann der größte Teil dieser Menschen ein relativ normales, angstfreies Leben führen. Es gibt aber auch Menschen, bei denen der Hirnstoffwechsel und/oder neuronale Verschaltungen so durcheinander gekommen ist/sind, dass sie nur noch in der Geschlossenen leben können. Der Volksmund bezeichnet diese Menschen heite als „Wahnsinnige“. In Antike und Mittelalter nannte man Sie „vom Teufel besessen“. Es ist nicht verwunderlich, dass Psychosen oft religiöse Elemente beinhalten, da die meisten Menschen religiös erzogen werden und bei religiösen respektive transzendenten Vorstellungen das Gehirn oft die größten Schwierigkeiten bekommt. Ein Großteil der Depressionen geht wohl auf existenzialistische Ängste zurück. Es ist nicht verwunderlich, dass Priester bei religiös geprägten Psychosen manchmal helfen können, wenn auch nicht immer.
Es scheint mir, dass auch bei Ihnen damals ein Schalter umgekippt ist. Anders kann ich mir ihre Bekehrung nicht erklären.
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#117   Tyrus   00:30:18 | Montag, 22. September 2008
@Elijahu
Ich möchte Ihnen ja nicht zu Nahe treten, aber Mohammed Atta hat auch studiert und trotzdem nichts vom wissenschaftlichen Denken verstanden.
Ich frage mich wirklich, welcher Gehirnwäsche man Sie unterzogen hat, damit Sie von einem vernünftigen Menschen zum Bibelfundamentalisten geworden sind. Wissen Sie, ich bedauere Sie aufrichtig für Ihren Aberglauben. Sie sind genau die Sorte Mensch, vor der ich mich wahrhaftig fürchte, weil Sie die Jugend mit ihrem antiaufklärerischen, antiwissenschaftlichen und antihumanistischen Gedankengut verdirbt.
Wenn Sie an eine Uni gegangen sind, haben Sie nicht gelernt, dass man Belege benötigt, um etwas zu glauben?
Was macht Sie so sicher, dass die Naturgesetze vor ein paar tausend Jahren nicht die selben waren wie die heutigen? Die Offenbarung ist unlogisch. Sie widerspricht den Naturgesetzen. Die Zeugnisse sind nicht glaubwürdig, weil es wahrscheinlicher ist, dass die Autoren unbedarft waren, maßlos übertrieben,, sich geirrt oder gelogen haben, als dass wirklich übernatürliche Wunder stattgefunden haben. Die Bibel ist im Übrigen voller logischer Fehler und archaischen Moralvorstellungen. Im alten Testament wird Mord deutlich öfter legitimiert, als er verboten wird. Beispielsweise Moses selbst war ein Totschläger. Ich wollte Sie nicht beleidigen und entschuldige mich in aller Form, wenn es so bei Ihnen ankam. Ich kann nur beim besten Willen nicht nachvollziehen, warum Sie etwas glauben, für dass es keinerlei wissenschaftliche Evidenz gibt.
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#111   Tyrus   23:54:42 | Sonntag, 21. September 2008
@Elijahu
Sie halten die Bibel also wahrhaftig für einen Tatsachenbericht. Hochinteressant. Sie haben wissenschaftliches Denken also nie gelernt. Kein Wunder also, dass Sie die Evolutionstheorie nicht verstehen können und für eine Ideologie halten.
@Earendil:
Ich sehe keinen Unterschied zwischen Aberglaube und Offenbarungsglaube. Können Sie ihn mir erläutern?
Für mich ist beides der unhinterfragte Glaube an übernatürliche Wunder ohne glaubwürdigen Beleg. Was macht die Zeugnisse der Bibelautoren glaubwürdiger als die Zeugnisse anderer Autoren? Mein heißer Tipp: Ihre Erziehung. Wären Sie im Iran aufgewachsen, wären Sie heute wahrscheinlich überzeugter Moslem und in Indien überzeugter Hindu. Alle heiligen Schriften enthalten Wunderberichte, die ich beim besten Willen nicht glauben kann.
Ich habe der Kirche keinen Sozialdarwinismus angelastet.
Aber was ich ihr anlaste, ist Traditionsblindheit, Fortschrittsfeindlichkeit und dogmatische Borniertheit, Intoleranz und Ignoranz der Wissenschaft gegenüber. Ist aber kein Wunder, denn letztere lässt ein Dogmengebäude nach dem anderen zusammenfallen… aber schon Jesus wusste, was passiert, wenn man sein Haus auf Sand baut. Nietzsche war übrigens kein Freund des Sozialdarwinismus und erst recht kein Nationalist. Sein „Übermensch“ sollte ein freier, skeptisch denkender Mensch sein, der sich von transzendenten Werten befreit hat und sich tugendhaft selbst verwirklicht. Die Nazis haben Nietzsche ebenso falsch verstanden wie die ET.
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#126   Tyrus   23:27:36 | Sonntag, 21. September 2008
Lieber Earendil
Vielleicht lesen Sie erstmal Singer, bevor Sie ihm vorwerfen, er würde seine Grenzen völlig willkürlich ziehen. Die Neurowissenschaften sind mittlerweile in der Lage, ziemlich genaue Aussagen über die Bewusstseinsqualität eines Lebewesens zu machen.
In erschöpfenden Studien wurde untersucht, wie sich Lebewesen unter verschiedensten Bedingungen verhalten und was sich in ihren Gehirnen abspielt. Höhere Tiere und sogar Fische haben ein zentrales Nervensystem, dass sich nicht signifikant von dem des Menschen unterscheidet, sprich sie können in ganz ähnlichem Maße Schmerz und Furcht empfinden wie wir Menschen. Sie zeigen analoges Verhalten. Einige höhere Affen (z.B. Schimpansen) entwickeln sogar ein Ich-Bewusstsein und können mit Zeichensprache etwa auf dem Niveau von 2-3-jährigen Menschen kommunizieren.
Da ich mich hier nicht erschöpfend äußern kann, verweise ich auf folgenden Link zum Thema Speziesismus: de.wikipedia.org/wiki/Speziesismus . Dort wird auch erklärt, wo die Parallelen zum Rassismus liegen. Der Rassismus der Kolonialisten beruhte auf Ignoranz, Egozentrismus und Unwissenheit, ganz genau wie der Speziesismus der meisten heutigen Menschen.
Sie scheinen mir ein vernünftiger Mensch zu sein, der ernsthaft an den hier diskutierten Themen interessiert ist. Ich bin der Überzeugung, der Offenbarungsglaube ist nicht durch die Vernunft zu legitimieren. Menschen glauben aus Furcht vor Ungerechtigkeit, vor Leid und Tod. Glaube dient als Zuflucht, als Beruhigungsmittel.
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#100   Tyrus   23:13:25 | Sonntag, 21. September 2008
@ Bernd Stromberg
Dass ich mich mit Wyclif vertan habe, fiel mir in dem Moment auf, in dem ich den Post abgeschickt hatte… musste dann allerdings weg.
Meine Aussage war im Nachhinein betrachtet vermutlich zu pauschalisierend. Ich wollte die Reformation nicht in den Himmel lohnen, letztlich sind die evangelikalen Bibelfundamentalisten heute auch Protestanten und berufen sich auf die Reformation. Dass wir die Religionsfreiheit weder von frommen (=autoritätsgläubigen) Katholiken noch von Protestanten von dergleichem Schlage verdanken haben, liegt auf der Hand. Ich danke für deine differenzierteren Ausführungen, da mein Wissen über diese Eboche auch bisher noch gewissen Lücken aufweist.
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#23   Tyrus   18:51:59 | Sonntag, 21. September 2008
Wissenschaft schlägt Glaube
Die Mehrheitsmeinung ist natürlich kein Kriterum. Aber in der Wissenschaft geht es auch nicht nach dem Mehrheitsprinzip sondern um die logischste und unwidersprüchlichste Theorie, die nach dem Prinzip der empirischen Evidenz erforscht und ständig reformiert oder wiederlegt werden kann. Dass die Zwischenglieder der Entwicklung der Spezies homo sind durchaus vorhanden. Dazu meine Buchempfehlung: Thomas Junker – „Die Evolution des Menschen“. Ist dort alles sehr prägnant und nachprüfbar ausformuliert und illustriert.
Für das „unfehlbare Wort Gottes“ gibt es keine Evidenz. Es gibt lediglich schriftliche Zeugnisse von abergläubischen Menschen der Antike.
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#16   Tyrus   18:30:51 | Sonntag, 21. September 2008
Evolution
„Adolf Hitler sieht bis an sein Lebensende mit tiefem Respekt … auf die römische Kirche, die auf ihre tausendjährige Kunst der Herrschaft, Kunst der Propaganda, Kunst der Seelenführung.“ – Friedrich Heer
Wer Darwins Theorie nicht versteht, ist selber schuld. Das Problem ist keinesfalls die ET an sich, sondern Leute, die sie für ihre Zwecke uminterpretieren, egal ob Nazis oder katholische Traditionalisten.
Wer Joachim Bauer und andere Sozio- und Neurobiologen liest, wird feststellen, dass Kooperation und Altruismus viel effizientere Evolutionsprinzipien sind als Krieg und Ausbeutung. Aber die Aufhebung des christlich-bornierten Stolz, die Krone der Schöpfung zu sein, ist offenbar für mancherlei schwaches Gemüt nicht erträglich.
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#106   Tyrus   18:15:54 | Sonntag, 21. September 2008
@Earendil
Was ich nicht so toll finde, sind Drescher leerer Phrasen.
Ja, schwere geistige und körperliche Behinderungen, wie z.B. ein ganz oder teilweise fehlendes Gehirn würden für Singer das Lebensrecht ausschließen. Auch hält er es für gerechtfertigt, Menschen, die unzumutbar leiden (z.B. Neugeborene mit stark verformter Wirbelsäule oder schwer krebskranke Menschen) aktive Sterbehilfe über Beruhigungsmittel zu gewähren. Singer spricht sich jedoch dezidiert gegen die Tötung von minderschwer behindertem Leben nach dem 4. Monat oder gar nach der Geburt aus.
Ich halte es nicht für bedenktlich, die Mensch-Tier-Grenze einzureißen, die sie beruht auf Borniertheit, Ignoranz und Rassismus.
Das Dogma der unbedingten Menschenwürde ganz gleich des Bewusstseinszustandes und der Nichtwürde von Tieren stammt zwar nicht aus dem Mittelalter, aber es ist ein Dogma und Dogmen zeichnen das scholastische Denken nunmal aus.
Auch an Sie einmal die Frage: Nach welchen Kriterien vermögen Sie oder ein beliebiger ander Mensch vernünftig zu unterscheiden, welche behauptetermaßen „geoffenbarte“ Wahrheiten wirklich geoffenbart sind und welche Irrtümer oder Lügen sind?
Laut Hume ist das beste Kriterium die Glaubwürdigkeit des Behaupteten mit der Glaubwürdigkeit des Behaupteten zu vergleichen. Aber was um alles in der Welt macht z.B. die Evangelisten, über deren Leben wir kaum mehr als ihren (Künstler)namen wissen, so ungeheuer glaubwürdig, dass ihnen sogar heute noch übernatürliche Wunder abgekauft werden?
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#73   Tyrus   17:29:14 | Sonntag, 21. September 2008
@Stromberg
Ich bin beileibe kein Luther-Fan. Er ist ersetzbar. Wyclif und Hus beispielsweise hatten sehr ähnliche Ideen, aber sie wurden verbrannt. Luther hatte Glück und den Zeitgeist auf seiner Seite. Er muss ein naiver und zutiefst abergläubiger Mensch gewesen sein und ganz sicher war er kein Humanist.
Ich entschuldige mich, wenn ich den Eindruck erweckt habe, dass ich Luther und die Philosophen der Aufklärung in einen Topf würde werden wollen. Habe da wohl unscharf formuliert. Der Verdienst der Reformation ist allerdings, dass kritische und undogmatische Denker nicht mehr so sehr den Foltertod der Inquisition fürchten mussten und dass ihre Lehren überhaupt in Betracht gezogen werden konnten.
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#14   Tyrus   17:13:33 | Sonntag, 21. September 2008
Lieber Elijahu
in wiefern sehen sie die Meinungsfreiheit gefährdet, nur weil Leute ihre Meinung kundtun. Gloria und Joachim wurden eine ganze Stunde Redezeit zur besten Sendezeit auf dem größten der öffentlich-rechtlichen Sender eingeräumt, wohlgemerkt, ohne sich Kritik gefallen lassen zu müssen, da die Meinungen von Gloria und Joachim offenbar weiitgehend identisch sind.
Und Sie sprechen von Diktatur, Gleichschaltung der Medien und zwangverordneter Meinung… weil eine Person des öffentlichen Lebens in der einen oder anderen Zeitung dezidiert subjektive Kritik einzelner Kommentatoren erfährt???
Dass die Privatsender und manche Zeitungen korrumpiert sind, will ich nicht abstreiten. Sicher haben wir ein Problem in diesem Staat mit dem Einfluss der Wirtschaftslobbys. Aber wer war immer ganz vorne mit dabei, wenn es um eine Liberalisierung der Wirtschaft um jeden Preis ging? – Die CDU Seite an Seite mit der neoliberalen, antisozialen FDP.
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#71   Tyrus   16:46:59 | Sonntag, 21. September 2008
Der Dämon der Freiheit von Hirngespinsten
Eines ist festzuhalten. Sie, Josef Berens sind kein frommer Katholik, denn Sie beten nicht blind alles nach, was von oben kommt. Der Bibel messen Sie zwar meines Erachtens zu viel Autoriät zu, aber Sie sind wenigstens redlich dabei und lassen sich nicht von den aburden Erfindungen der Scholastik blenden. Es ist außerordentlich widersprüchlich, dass die kath. Kirche einerseits behauptet, eine „aufgeklärte“ Religionsgemeinschaft zu sein und auf der anderen Seite propagiert, im Besitz absoluter Wahrheiten und absoluter Autorität zu sein, was ja exakt den Grundgedanken der Aufklärung („Sapere Aude!“ nach Kant) widerspricht.
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#104   Tyrus   16:34:24 | Sonntag, 21. September 2008
Unvereinbar
Will ich ja auch nicht abstreiten, dass diese Lehren unvereinbar sind. Das ist ja auch der Grund, warum ich mich nicht mehr als Katholik bezeichnen kann.
Eine Freundin von mir ist Theologiestudentin. Sie liest fließend Hebräisch. Das Wort für Töten/Morden im 5. Gebot meint im Hebräischen keinesfalls das, was wir heute darunter verstehen. Eingeschlossen sind bloß Stammesmitglieder, die sich keines Verbrechens (wie Ehebruch, Homosexualität, Diebstahl, „Hexerei“ oder Häresie) schuldig gemacht haben. Mitglieder anderer Stämme waren keinesfalls eingeschlossen und Embryos und Föten kann das Gesetz ohnehin nicht eingeschlossen haben, sie genossen aber ebenso wie Kinder damals keinesfalls den Status erwachsener Menschen.
Singer lehrt, dass man Mord anders definieren sollte, und zwar so, dass nur die Tötung empfindungsfähiger Lebewesen darunter fällt. Ich habe nicht behauptet, dass ich eine Gemeinsamkeit zwischen dem Ultilitarismus (=Leid als Übel vermeiden) und Katholizismus (=Leid als Glaubensprobe dulden) sehe. In meinem Religionsunterricht schimmerte der Missionierungsauftrag klar hervor. Wer dem Kathechismus widersprach, bekam schlechte Noten. Ein positiv besetzter Singer im Religionsunterricht müsste eigentlich zum Entzug der Lehrerlaubnis für den Lehrer führen.
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#64   Tyrus   16:10:30 | Sonntag, 21. September 2008
Bei so manchem Kirchenvater, Papst und Bischof
könnte man aber eine wesentlich längere und problematischerere Liste zusammenstellen als die des Herr von Kokke über Luther… allein beim jetzigen Papst kommt einiges zusammen, was ein gewisser Herr Bittlinger sehr schön ihn Liedform besungen. :-)
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#101   Tyrus   15:45:16 | Sonntag, 21. September 2008
Begriffe
Kennen Sie einen frommen Katholiken, auf den diese Defintion nicht passt? Ich finde aber, dass sie zu kurz gegriffen ist und in dieser Form nicht dem modernen Sprachgebrauch entspricht. Für mich kommt hinzu, dass Rechtskonservative sich demokratischen Prinzipien und Werten kaum oder gar nicht verbunden fühlen und eine starke Tendenz zum Traditionalismus und zur Autoritätsverherrlichung haben. Dies scheint mir auf Sie zuzutreffen. Sagen Sie bescheid, wenn ich mich irre.
Ihnen mangelt es offenbar deutlich an historisch-kritischer Bildung. Ich werde Ihnen eine Position, zu der Sie nicht mit rationalen Argumenten gefunden haben (sondern vermutlich durch elterliche und priesterliche Indoktrination) nicht mit solchen ausreden können. Sie mögen das was in der Bibel steht für die historische Wahrheit halten, für mich ist der Wahrheitsgehalt genauso krtitsch zu hinterfragen, wie der von Homers, Herodots oder von mir aus Mohammeds Schriften.
Sie geben selbst zu, Sie verwerfen alles, was Ihrem Glauben widerspricht oder ihn in irgendeiner Form angreifen oder widerlegen könnte. Mit Verlaub, diese Position erinnert mich an ein kleines Kind, das nicht Wahrhaben will, dass Mama und Papa die Schokoladeneier versteckt haben und nicht nicht der Osterhase. Ihr katholischer Religionsunterricht war offenbar auch nichts weiter als Indoktrination und Totmachen der Argumente Andersedenkender. Schade.
Singer lehnt die Tötung geistig behinderter Personen übrigens strikt ab.
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#57   Tyrus   15:30:15 | Sonntag, 21. September 2008
Ich kann Jo Berens nur beipflichten.
Er hat vollkommen recht. Die Ignoranz und Borniertheit vieler Katholiken in diesem Forum ist wirklich bedenklich und auch traurig. Ich bin von Katholiken erzogen worden, für die Nächstenliebe das wichtigste Gebot war und nicht die ignorante und reformfeindliche Haltung, im Besitz der absoluten Wahrheit zu sein. Ohne Menschen wie Luther hätten wir keine Aufklärung und keinen Humanismus erlebt. Alle Erzeugnisse der modernen Wissenschaft (u.a. Medizin, Elektrizität) und Philosophie (u.a. Menschenrechte) wäre Teufelswerk. Die Willkürherrschaft des Monarchismus und die Feudalwirtschaft hätten nie ihre Populariät verloren. Meinungsfreiheit, Handlungsfreiheit, Rechtsschutz gäbe es nicht, ganz zu schweigen von den sozialen Menschenrechten. Ich kann nicht verstehen, wie man sich ernsthaft eine Zeit der Willkürherschaft, des sozialen Elends und des Aberglaubens zurücksehnt.
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#97   Tyrus   15:11:07 | Sonntag, 21. September 2008
Lieber Elijahu,
sie können glauben was sie wollen, ihre Ideologie wird heutzutage nach modernem Maßstab beurteilt. Dass was die katholische Kirche predigt, ist nach meinem Verständnis stark rechtskonservativ und das was kreuz.net und Konsorten propagieren, ist radikal rechtskonservativ. Ich bin übrigens getauft, zur Kommunion gegangen und gefirmt. Vielleicht trete ich auch bald aus, mal sehen. Sie dürfen mich gern Häretiker (von gr. haíresis „Wahl, Auswahl“) nennen, denn ich bin froh, dass ich die Wahl habe, mein Leben selbst zu bestimmen und nicht von selbsternannten Gottesbotschaftern und ihren mittelalterlichen Dogmen beherrschen zu lassen. Haben Sie je ein Buch von Singer gelesen oder lassen Sie sich – wie offenbar in beinahe sämtlichen Fragen der Moral und Ethik – allein von Ihren Vorurteilen und ihrem Autoritätsglauben leiten?
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#94   Tyrus   14:39:04 | Sonntag, 21. September 2008
Wer ist hier Mitläufer?
Ich bin sehr glücklich, dass die radikale katholische Rechte von Ihrem Schlage, Elijahu, in Deutschland nur eine winzige Minderheit bildet. Sonst würde ich es ernsthaft mit der Angst zu tun bekommen vor so viel Ignoranz, Feindseligkeit und Abergläubigkeit. Nur weil Sie und Ihre Genossen glauben, Embryonen hätten eine Seele, muss das doch nicht automatisch wahr sein.
Ich kann nur nochmal betonen, dass Embryonen keine Personen sind und das Leben von Nicht-Personen nicht den gleichen Wert haben kann wie das von Personen. Wenn wir einem Embryo den gleichen Wert wie einem erwachsenen Menschen zuschreiben, müssen wir das auch bei einem Ferkel tun, den von der Bewusstseinsqualität ist das Ferkel dem Embryo sogar überlegen.
Mein Wissen über den Holocaust stammt größtenteils aus Büchern, nicht aus Propagandafilmen. Wohl gemerkt, ich bin Geschichtsstudent und gewohnt, kritisch mit Quellenmaterial umzugehen. Ich bin vor allem eines nicht: Autoritätsgläubig. Egal ob jemand Papst Benedikt heißt oder Professor Dawkins, für mich sind Titel einerlei. Auf den Inhalt kommt es an. Und wenn jemand abergläubig und dazu noch dogmatisch verblendet in seinem Denken ist, dann kann ich seine Thesen nicht unterstüzen.
Im Übrigen ist meine Postition zur Abtreibung nicht sonderlich politisch korrekt. Wer so argumentiert wie ich, der wird als Nazi beschimpft. So passiert ist es dem australischen Bioethiker Peter Singer, der seine eigenen Eltern im Holocaust verloren hat.
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#40   Tyrus   14:28:26 | Sonntag, 21. September 2008
Man muss kein Theologe sein
um die Texte der Bibel zu verstehen und zu interpretieren. Fromme Katholiken sind offenbar nicht nur abergläubisch, sondern haben auch noch Minderwertigkeitskomplexe und ein Bedürfnis nach einem starken Führer. Kleiner Tipp: Gehen Sie an eine Uni: Dort wird man (sofern man nicht geradt Theologie studiert) von allen Seiten ermutigt, seinen eigenen Verstand zu benutzen und sich von keiner noch so heiligen Autorität einschüchtern zu lassen. Menschen können sich irren und sie tun es. Egal ob sie ein Etikett mit Dr., Prof. oder Papst aufgeklebt bekommen haben, sie bleiben Menschen und können nur im Rahmen des menschlichen Verstandes interpretieren. Für mich als angehender Lehrer ist das die wichtigeste Botschaft, die ich zu vermittlen habe: Seid mutig, euch eures eigenen Verstandes zu bedienen. Man kann gar nicht kritisch und skeptisch genug werden gegenüber Behauptungen und Thesen beliebiger Art. Der (selbst)kritische Mensch ist weise, das erkannte schon Protagoras: „Von den Göttern weiß ich nichts, weder dass es solche gibt, noch dass es keine gibt, noch wie sie an Gestalt sind. Denn vieles gibt es, was mich daran hindert: die Nichtwahrnehmbarkeit und die Kürze unseres Lebens.“
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#91   Tyrus   14:19:02 | Sonntag, 21. September 2008
@Ansgar
Etwa ab dem 4. Monat erlangen Föten die Fähigkeit Schmerz zu empfinden. Von da an sollten Schwangerschaftsabbrüche wirklich nur im absoluten Notfall stattfinden, also wenn die psychische und/oder physische Gesundheit von Mutter und/oder Kind unzumutbar in Mittleidenschaft gezogen würde bei einer Fortsetzung der Schwangerschaft. Diese Grenze ist keinesfalls willkürlich, sondern wissenschaftlich evident und noch sehr großzügig geschätzt. Wie ich aber schon betont habe, wenn Eltern ihr Kind aufrichtig lieben, steht Abtreibung doch gar nicht zur Debatte. Wer über ein Fünkchen gesunden Menschenverstand verfügt, wird wohl kaum ein Kind abtreiben, das ein gutes Leben haben könnte. Aber der Staat tut ja auch nicht besonders viel dazu, das Kinderkriegen attraktiv zu machen. So lange die Erziehung von Kindern einen enormen Nachteil in punkto Karriere und ökonomischem Erfolg mit sich bringt, werden sich insbesondere bürgerliche Paare gegen Kinder entscheiden. Das Problem ist nicht, dass Abtreibung zur Wahl steht, sondern dass die poitive Entscheidung den meisten Menschen aufgrund der kaum kinderfreundlichen Politik dieses Staates nachteilig erscheint. Der Mensch funktioniert nunmal nach dem Lustprinzip. Wenn Kinder subjektiv weniger Freude bringen als Karriere machen, reisen, konsumieren, entscheiden sich die Leute dagegen. Man kann den Leuten nicht ihren Willen brechen, aber der Staat kann mehr in Erziehung und Bildung investieren und Eltern stärkere steuerliche Entlastungen gewähren.
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#33   Tyrus   14:08:15 | Sonntag, 21. September 2008
Spricht der heilige Geist
denn weniger durch die heilige Schrift als durch Männer wie Konstantin, Augustinus und die ersten Päpste? Selbst wenn ich gläubig wäre würde ich das doch arg bezweifeln.
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#30   Tyrus   14:04:34 | Sonntag, 21. September 2008
Wenn man die Autoriät keines Papstes kritisieren darf
muss man dann nicht Ablasshandel, Folter, Hexenverbrennung, Simonie und Ablehnung von Demokratie und Menschenrechten für moralisch einwandfrei erklären?
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#88   Tyrus   12:40:02 | Sonntag, 21. September 2008
Manch einer
scheint hier wirklich nicht in der Lage zu sein, zwischen Zellclustern und Menschen als Personen mit einer Identität, einem empfindungsfähigen Bewusstsein und sozialen Bindungen zu differenzieren. Wenn die Naziverbrechen hier verharmlost werden und Abtreibung gar als schlimmeres Verbrechen als Folter und Mord an Millionen von Personen und Familien propagiert wird, kann ich nur vehement unterstützen, dass Internetseiten wie babycaust.de verboten werden.
Es gibt nicht den geringsten Beleg dafür, dass die katholische Kirche in irgendeiner Weise mehr oder richtiger göttlich inspiriert ist als eine beliebige andere Religion. Durch diese patriarchalische und antidemokratische Ideologie wird lediglich die Herrschafft von Menschen (Priester) über Menschen (Schäfchen) legitimiert.
Mord an Personen soll man Mord nennen und hart bestrafen, denn es ist falsch ein Wesen zu töten, das darunter leiden würde ein Interesse am weiterleben hat. Das ist die einzig logische Morddefinition. Deshalb würde ich auch niemals ermordete Tiere essen.
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#6   Tyrus   12:30:26 | Sonntag, 21. September 2008
Luther
„Erstlich, das man jre Synagoga oder Schule mit feur anstecke und, was nicht verbrennen will, mit erden überheufe und beschütte, das kein Mensch ein stein oder schlacke davon sehe ewiglich Und solches sol man thun, unserm Herrn und der Christenheit zu ehren damit Gott sehe, das wir Christen seien.“ – Von den jüden und iren lügen, 1543
„Luther war ein großer Mann, ein Riese. Mit einem Ruck durchbrach er die Dämmerung; sah den Juden, wie wir ihn erst heute zu sehen beginnen.“ – Adolf Hitler in: Zwiegespräche zwischen Adolf Hitler und mir, von Dietrich Eckart, München 1924; S. 34
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#110   Tyrus   01:28:21 | Sonntag, 21. September 2008
Christen mangelt es an humanistischer Bildung
Es gibt eine Moral jenseits der Bibel. Man kann Pädophilie und Prostitution auch ohne Bibel als Grundlage verurteilen. Wir hätten da zum Beispiel die Menschenrechte und die Philosophie des Präferenzutilitarismus.
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#251   Tyrus   21:41:35 | Samstag, 20. September 2008
@karljosef
1) Offenbar definieren Sie vernünftig aber ein wenig anders als ich. Glaubwürdig ist für mich eine Geschichte, wenn es wahrscheinlicher ist, dass sie wie berichtet stattgefunden hat, als dass der Erzählende sich geirrt hat oder lügt. Letzteres scheint mir aber bei sämtlichen Wunderberichten der Menschheitsgeschichte der Fall gewesen zu sein.
2) Was unterscheidet Hitler denn von anderen, die sich ihre göttliche Eingebung zurechtgebogen haben. Wieso wird der eine, der eine angebliche göttliche Eingebung hat, zum Messias, Evangelisten, Seligen oder Heiligen erklärt und der andere nicht? Ich kann einfach nicht verstehen, nach welchen Kriterien ein Mensch bewerten will, ob eine Eingebung wirklich göttlich war oder nicht.
3) Ihre Ausführungen zur Inquisition zeugen von einer oberflächlichen und/oder unkritischen historischen Bildung. Es gab doch nicht nur die spanische Inquisition. Die mittelalterliche Inquisition in allen großen europäischen Monarchien richtete sich nicht bloß gegen Muselmanen, sondern vor allem gegen sogenannte Ketzer (agnostische Philosophen, Kirchenkritiker, Reformatoren, Heiden, Esotheriker, „Hexen“) in den eigenen Reihen. Folter und Willkür-Urteile waren an der Tagesordnung. Ich bitte Sie, das habe ich schon in der 8. Klasse gelernt und durch mein Studium immer und immer wieder bestätigt bekommen.
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#247   Tyrus   09:28:49 | Samstag, 20. September 2008
karljosef
1) Zumindest kann man Ihnen nicht vorwerfen, dass Sie ihren Glauben nicht Ernst nehmen.
Aber ich kann das alles nicht nachvollziehen. Glauben Sie mir, ich habe es versucht. Aber mein Studium der Geschichtswissenschaften und die Lektüre religionskritischer Philosophen hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass es notwendig ist, glaubwürdige Belege zu haben, bevor man etwas glaubt. Mir fehlen diese, da ich nirgends erkennen kann, was die Bibel in moralisch-ethischer Hinsicht anderen zeitgenössischen Werken (z.B. griechischer Philosophen) voraus haben soll.
2) Einige Ordensgründer mögen für ihre Zeit sehr schlaue und intelligente Menschen gewesen sein. Der heilige Franziskus ist mir aufgrund seiner allumfassenden Liebe auch Tieren gegenüber außerordentlich sympathisch.
Aber die Frage ist auch, was daraus gemacht wurde. Die meisten Inquisiteure kamen aus den Reihen der Franziskaner. Daran sieht man, wie leicht eine redliche Botschaft verfälscht werden kann und ich denke, genau das ist auch bei Jesus der Fall gewesen. Ich halte betende Menschen nicht für dumm. Ihnen wurde ja meistens als Kind beigebracht, dass Beten gut und sinnvoll sei. Aber da ich nirgends ein Indiz für einen personalen Gott sehe, halte ich es für wesentliche sinnvoller, meine Kraft aus der weltlichen Liebe zu ziehen.
3) Sie irren, was Hitler betrifft. Hitler war selbst der Ansicht, der „göttlichen Vorsehung“ zu entsprechen. Lesen Sie seine Reden! Gott spricht mit niemandem. Alle Moral ist evolutionär erklärbar.
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#61   Tyrus   03:17:56 | Samstag, 20. September 2008
Katholisch ist es hingegen
Dogmen aufzustellen, die jeglicher biblischer Grundlage entbehren. Die Frage ist, woher sollen sie sonst kommen?
Aus der Vernunft? Ganz gewiss nicht. Meine Vernunft sagt mir, dass es keine unsterbliche, transzendente Seele gibt, da jegliche wissenschaflichen Belege dafür fehlen. Ich denke, die Eltern sollten nach Unterredung mit einem qualifizierten Arzt und evtl. einem weltanschaulich möglichst neutralen Psychologen entscheiden.
Ein Embryo ist bloß ein Zellcluster bis es Empfindungsfähigkeit und Gefühle entwickelt. Es hat keine Interessen irgendwelcher Art. Ein Wesen ohne Autonomie und ohne jegliches Interesse am Leben benötigt auch kein Recht auf Leben. Es gibt keinen Grund, einem potenziellen X die selben Rechte einzuräumen wie einem tatsächlichen X. Bevor also ein Embryo ein denkendes Wesen wird, eine Person, die sich ihrer Existenz bewusst wird, sollte man es nicht anders bewerten als ein Lebewesen mit verglichbarer Bewusstseinsqualität. Da ich denke, ein empfindungsfähiges Wesen soll nicht getötet werden, wenn nicht unbedingt notwendig zur Existenzsicherung, lehne ich es auch ab, Tierfleisch zu essen.
Wenn allerdings Eltern ihren potenziellen Nachwuchs lieben, dann ist es unwahrscheinlich, dass sie ihn abtreiben wollen. Die Empfindunsgfähigkeit des Fötus sollte daher die Hauptrolle spielen. Ansonsten plädiere ich unbedingt dafür, die Entscheidung den Eltern zu überlassen. Es ist unerträglich, wenn christliche Politiker Frauen das Recht auf Selbstbestimmung aberkennen.
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#245   Tyrus   03:10:19 | Samstag, 20. September 2008
Eine helfende Hand bewirkt mehr als hundert betende
@karljosef:
Mit Verlaub, aber Ihr Glaube ist in meinen Augen zutiefst naiv und infantil. Hier trifft Feuerbachs Kritik messerscharf, dass der Mensch Gott als sein utopisiertes Abbild geschaffen hat. WIESO hat Gott sich erst über hundertausend Jahre nachdem Homo Sapiens entstanden ist, offenbart? Weiterhin: Wie soll man eine Beziehung zu einem Wesen aufbauen, über das man nur aus subjektiven Schriften antiker Autoren und angeblichen Offenbarungen erfährt? Ich folge nicht nur mir selbst, sondern ich lernen von den Philosophen der Menschheitsgeschichte. Meine Weltanschauung ist zwar auf die Beschränktheit der menschlichen Natur begrenzt, was aber keineswegs bedeutet, dass ich nicht altruistisch handeln würde, eben um das Leid in der Welt zu minimieren, was das Ideal des Humanismus ausmacht.
Was nützt es, dem Leid einen subjektiven Sinn zu geben, wenn man das Leid auch objektiv verhindern oder zumindest einschränken kann? Der Sinn im Leid ist evolutionär zu verstehen. Wer weniger leided, kann besser überleben.
@Regina:
Ich poste hier aus reiner Nächstenliebe. Ich möchte, dass Menschen Aberglauben und Unmündigkeit überwinden, um rational und vernünftig in dieser Welt zu handeln, statt ihre kostbare Lebenszeit mit Beten oder sonstigen Ritualen zu verschwenden. Ich kann nicht an Gott glauben, weil jegliche Belege fehlen. Liebe ist einfach Liebe, ein erhabenes Gefühl, das keine Personifikation benötigt.
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#223   Tyrus   02:19:58 | Freitag, 19. September 2008
Krieg gegen Windmühlen
Gott ist Phantasie, ein geistiges Konzept, eine Metapher.
Wenn man Gott nicht als Weihnachtsmann versteht, der Wünsche erfüllt, wenn man fleißig betet, sondern als Metapher für das aktive Streben nach Leidverminderung, dann ist Gott ein nützliches und fruchtbares Konzept. Aber welcher Christ oder Muslim versteht dies unter Gott? Theologen jedenfalls meiner Erfahrung nach außerodentlich selten!
Für die meisten Theologen MUSS es der personale Weihnachtsmann-Gott sein, von dem man Geschenke bekommt, wenn man brav ist und an ihn glaubt. Denn ohne unsterbliche Seele ist die Moralforderung des Priesters hinfällig. Ist es nicht so?
Frei nach Steven Weinberg scheint es mir so zu sein, dass gerade Menschen, die von Natur aus vernünftig handeln würden, durch die Indoktrination religiöser und/oder ideologischer Denksysteme oft zu irrationalen Psychopathen werden. Manche User dieser Seite bestätigen dieses Klischee mit jedem einzelnen ihrer Posts.
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#131   Tyrus   16:21:19 | Donnerstag, 18. September 2008
In der Tat ist es so
und ich sage es jetzt zum vierten Mal, dass neben der Nahrungs- und Medizinknappheit der Aberglaube(!) und die schlechte Bildung die Hauptursache für die Verbereitung von Krankheiten und auch Kriegen ist. In irgendeiner Form gläubig sind die ungebildeten Afrikaner fast alle – es ist ja beinahe der einzige Trost für sie.
Einige meiner Freunde waren in Afrika, nicht auf Urlaub, sondern um Entwicklungshilfe zu leisten. Sie bestätigen ausnahmslos, dass die Hauptursache für die Probleme die schlechte soziale Versorgung und vor allem die mangelde Bildung ist. Geschnackselt wurde und wird überall und überall oft und mit wechselnden Partnern. Aids breitet sich hier nicht aus, weil wir uns leisten können, Prävention und Behandlung zu betreiben.
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#129   Tyrus   15:29:02 | Donnerstag, 18. September 2008
Eine Wette
Ich wette, dass – im Durchschnitt – weniger Atheisten AIDS haben als Gläubige. Ich bin mir mit dieser Wette eigentlich so sicher, dass ich mein gesamtes Eigentum darauf setzen würde. Wer meine These widerlegen kann, soll das bitte tun, ich bin außerordentlich gespannt.
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#83   Tyrus   22:56:36 | Mittwoch, 17. September 2008
karljosef
Zum dritten Mal:
Nicht die Kondome fehlen, die AUFKLÄRUNG fehlt. Die PRÄVENTION. Die MEDIZINISCHE VERSORGUNG.
Glaube Sie wirklich allen erstes, dass das Problem darin liegt, dass die Afrikaner unkeuscher sind als die Mitteleuropäer? Ich will ihnen ja nicht ihre Illusion rauben, aber vielleicht sollten Sie doch mal in einen Kölner Nachtclub gehen…
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#78   Tyrus   22:44:59 | Mittwoch, 17. September 2008
@karljosef
Haben Sie eigentlich gelesen, was ich vorher geschrieben habe? Die Afrikaner sind mit absoluter sicher nicht promiskuitiver oder sexuell aktiver als durchschnittliche Mitteleuropäer! Nur haben Sie die Pest der Moderne am Hals und wir nicht. Was nicht etwa daran liegt, dass wir enthaltsamer leben, sondern daran, dass wir aufgeklärt sind und ganz andere Möglichkeiten der Prävention und Behandlung haben. Überhaupt kann ich mir schwerlich erklären, warum der Herrgott die Ärmsten der Armen, die sowieso schon ein unendlich schweres und mühseliges Leben habem müssen, mit einer Säuche straft, während es den hedonistischesten und egozentrischsten Mitteleuropäern blendend geht. Wo bleibt da Gottes vielzitierte Gerechtigkeit?
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#75   Tyrus   22:24:21 | Mittwoch, 17. September 2008
@clarissa
Da sie es ja offenbar selbst zu wissen scheinen, sehe ich mich nicht genötigt zu antworten. Wir sind hier schließlich nicht in der Schule und Sie sind nicht meine Lehrerin.
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#70   Tyrus   22:03:02 | Mittwoch, 17. September 2008
Ahsoo
Ich dachte, Sie wollten eine Verbindung zu dem User Karl Murx unterstellen, pardon, mein Fehler.
Die Gräfin hat gesagt: „Da sterben die Leute an AIDS, weil sie zu viel schnackseln. Der Schwarze schnackselt gern.“
ALS OB!!! Ich glaube sogar, die Afrikaner sind im Durschnitt eher keuscher als die Europäer. Nur sie haben weder Pille noch Kondom zur Verfügung und müssen vor einer tödlichen Seuche Angst haben, wogegen sie im Gegensatz zu uns kaum bis keine Medikamente haben.
Ich bin Anfang 20. Beinahe von allen meinen weiblichen Bekannten meines Alters – ob katholisch oder nicht – weiß ich oder vermute ich stark, dass sie die Pille nehmen. Meine Schwester geht noch zur Schule und von ihr weiß ich noch sicherer, dass fast alle ihrer Freundinnen sie nehmen. Die Jugend lässt sich nicht mehr schön indoktrinieren, wie es vielleicht noch Anfang bis Mitte des letzten Jahrhunderts der Fall war. Heute darf jeder schnackeln so oft und mit wem er will und das ist auch gut so. ALS OB ES NICHT WICHTIGERE PROBLEME AUF DER WELT GÄBE!! Was ist mit Armut, Hunger, Krieg, fehlender Bildung, Umweltzerstörung? Hier regt man sich über den angeblichen Verfall der Sitten von Vorgestern auf und draußen geht die Welt vor die Hunde und täglich sterben tausende Kinder durch Hunger, Krieg und Krankheiten!
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#64   Tyrus   21:46:49 | Mittwoch, 17. September 2008
Was meinen Sie eigentlich?
Ich habe nichts mit dem Herrn Murx zu tun und Karl Marx ist bei weitem nicht mein Lieblingsphilosoph. David Hume hingegen ist großartig. Ich zitiere ihn insbesondere hier immer wieder gern:
>Der Glaube an die Existenz eines der traditionellen Wunder ist vernünftig genau dann, wenn die Glaubwürdigkeit der Zeugen wahrscheinlicher als das bezeugte Ereignis ist.<
Nun widerspricht das angebliche Wunderereignis – wie ja auch von Gläubigen betont! –, notwendigerweise einem Naturgesetz. Gerade aus diesem Grunde ist es auch sehr unwahrscheinlich. Also muß die Glaubwürdigkeit der Zeugen extrem wahrscheinlich sein, soll der Glaube an das Wunder vernünftig sein. Aber Zeugen lügen manchmal, wollen also andere täuschen, manchmal irren sie, sind also selbst Opfer kognitiver Täuschungen oder des Betrugs anderer. Und schließlich gesellt sich dazu noch Eitelkeit und Machtwille: „Welche größere Versuchung … gibt es, als für einen Beauftragten, einen Propheten und Sendboten des Himmels gehalten zu werden?“
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#60   Tyrus   21:40:35 | Mittwoch, 17. September 2008
Ich kann es nur nochmal betonen
Ich wünsche jedem, der sich das Mittelalter zurückwünscht, auch nur einen Tag mal in dieser Zeit leben zu müssen: Ohne Menschrechte und Demokratie, ohne fließend Wasser und Strom, ohne Schulen und Krankenhäuser und einer halb so hohen Lebenserwartung. Mit einer Kindstotquote, der gegenüber jede Abtreibungsstatistik lächerlich wirkt.
Ein wirklich „leutendes Zeitalter“ ohne elektrisches Licht aber dafür mit lodernden Scheiterhaufen!
Wir können gar nicht glücklich und demütig genug sein ob der Errungenschaften der humanistischen Aufklärung und Wissenschaft!
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#265   Tyrus   21:32:32 | Mittwoch, 17. September 2008
Nur so zur Info
(epd) – Angesichts des Streits um den sogenannten Kreationismus hat der Vatikan die Evolutionstheorie gewürdigt. Die Darwinschen Theorien und der christliche Offenbahrungsglaube seien anders als häufig behauptet «nicht unvereinbar», betonte der Präsident des Päpstlichen Kulturrats, Erzbischof Giovanni Ravasi, am Dienstag im Vatikan. Kreationisten interpretieren die biblische Schöpfungsgeschichte wörtlich und lehnen die von Charles Darwin (1809-1882) begründete Evolutionstheorie ab.
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#249   Tyrus   23:27:47 | Dienstag, 16. September 2008
@Kunibert
Ich dachte, Sie würden sich zumindest ein bisschen mit Evolution beschäftigt haben. Aber offenbar ist das nicht der Fall. Die Evolutionstheorie geht davon aus, dass die Arten nicht konstant sind, sondern sich verändern und zwar nach bestimmten Prinzipien. Im Präkambium kann es keine Kaninchen gegeben haben, weil die Säugetiere dieser Zeit einen völlig anderen Knochenbau hatten, der eindeutig einen Vorläufer des Kaninchens darstellt. Das gleiche gilt für homo sapiens. Menschen kann es nicht im Zeitalter der Dinos gegeben haben, weil die Evolution der Säuger zu diesem Zeitpunkt einfach noch nicht soweit fortgeschritten gewesen sein kann. So wenig Fossilien sind es nun auch wieder nicht, dass man es für einen Zufall halten kann, dass sie sich nicht in ihrer Chronologie widersprechen. Die Entwicklung der menschlichen Evolution (homo) ist übrigens mittlerweile auch dank der modernen Genetik sehr gut dokumentiert. Dazu empfehle ich wärmstens das sehr prägnant geschriebene Buch von Thomas Junker: „Die Evolution des Menschen“.
Wussten Sie eigentlich, das Waale Rudimente von Landsäugern aufweisen?
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#182   Tyrus   18:25:59 | Dienstag, 16. September 2008
Wohlgemerkt
Ich stimme dir in allen Punkten zu, Katholik 999.
Wichtig ist aber zu bemerken, das unsereins eben deshalb nicht fundamentalistisch denkt, weil wir das Falsifizierbarkeits-Prinzip der Wissenschaft und Ockhams Rasiermesser vertreten. Das heißt, wir glauben nur so lang an eine These, wie sie empirisch gesichert ist und nehmen keine überflüssigen Hypothesen in unsere Welterklärung auf, die nicht notwendig sind, um die Welt zu verstehen (z.B. Konzepte wie „Seele“ oder „Gott“).
Fundamentalismus ist laut Wikipedia „allgemein gesehen eine Überzeugung, die sich zu ihrer Rechtfertigung auf eine Grundlage beruft, die auf einer Letztbegründung beruhe und absolut wahr sei.“
Dies trifft eben auf wissenschaftliche Theorien nicht zu!!
Ein Wissenschaftler sagt nie: „X ist wahr, weil der unfehlbare Y es geschrieben hat“, sondern immer „X ist die beste Erklärung, weil es die Belege dafür sprechen.“ Dementsprechend ist es völlig abwegig und unsinnig, starken Agnostikern (gemeinhin auch Atheisten genannt) Fundamentalisten zu nennen.
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#9   Tyrus   17:05:42 | Dienstag, 16. September 2008
@iustus
Diese Frage ist ziemlich überflüssig. Natürlich ist mir lieber zu existieren als nicht zu existieren.
Ich verstehe die katholische Logik nicht so ganz. Embryonen sollen ab der Zeugung mit einer Seele ausgestattet sein. Die Vorhölle gibt es dank Benedikt nicht mehr. Das heißt doch, dass sie dank der Abtreibung dieses elende Leben, in dem sie evtl. noch mit einem gravierenden Gendefekt ausgestattet wären, gar nicht erst ertragen müssen, sondern dass ihnen sofort die ewige Glückseligkeit zuteil wird, oder nicht?
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#170   Tyrus   14:16:09 | Dienstag, 16. September 2008
Wahrscheinlichkeiten
Vaginalverkehr: Ungeschützter vaginaler Geschlechtsverkehr mit einem HIV-positiven Partner ist mit einem Risiko einer HIV-Infektion von ca. 0,05 bis 0,15 % für die Frau, und von 0,03 bis (bei einer Studie mit nur 25 männlichen negativen hämophilen Teilnehmern zwischen 54 und 62 Jahren!) 5,6 % für Männer verbunden.
Bei Analverkehr treten häufig kleine Risse an der Schleimhaut auf, daher ist das Risiko im Vergleich zum Vaginalverkehr signifikant erhöht. Eine Studie mit 1583 homo- und bisexuellen Männern in drei amerikanischen Städten ermittelte eine Ansteckungswahrscheinlichkeit in der Größenordnung von 0,8 % für den passiven Teilnehmer und um 0,3 % für den aktiven Teilnehmer.
Sehr merkwürdig, dass die Ansteckungsrate bei Analverkehr offenbar geringer ist als bei Vaginalverkehr. Was hat sich der liebe Gott bloß dabei gedacht?
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#7   Tyrus   13:39:55 | Dienstag, 16. September 2008
Sollte nicht…
Jede Mutter und jeder Vater selbst entscheiden dürfen, ob eine Genomuntersuchen gemacht werden soll? Ich finde es erschreckend, dass Politiker den Ärzten und Bürgern zunehmend ihre Mündigkeit in ethischen Entscheidungen aberkennen wollen.
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#232   Tyrus   13:26:42 | Dienstag, 16. September 2008
„Lücken“ und „Beweislast“ in der ET
Was Kreationisten nicht verstehen wollen/können, ist dass
1) der Fossilienkatolog lückenhaft ist, weil eine Versteinerung extrem selten passiert. Das bemerkenswerte ist aber, dass es kein einziges Fossil gibt, das der Chronologie widerspricht. Ein Kaninchensklett, aus einer tiefen Erdschicht auf Präkambrium datiert, würde die Evolutionstheorie in Frage stellen. So etwas hat man aber bisher nie gefunden, wohl aber diverse Übergangsformen, wobei Archeopterix (Dino/Vogel) und Tiktaalik (Fisch/Wirbeltier)nur die Spitze des Eisbergs darstellen.
2) wollen/können sie sich nicht vorstellen, was für riesige Zeiträume die Evolution benötigt hat, um ihren jetzigen Stand zu erreichen. Die Evolutionstheorie existiert seit 150 Jahren, Evolution findet aber seit ca. 2.000.000.000 Jahren statt und alle ökologischen Nischen sind mittlerweile von Arten besetzt. Es ist vollkommen absurd, zu erwarten, dass von heute auf morgen eine neue Art entsteht bzw. dass man dies in einem oder auch fünf Menschenleben beobachten kann. Aber die beindruckenden Züchtungsergebnisse bei Haus- und Masttieren sind schon beeindruckend genug für meine Begriffe.
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#226   Tyrus   04:08:13 | Dienstag, 16. September 2008
@Warheitsfreund Martin
Haben Sie schon mal etwas von Tierzüchtung gehört?
Ist es nicht bemerkenswert, dass wir heute Berhardiner und Dackel haben, deren Genom aber bei beiden Rassen auf einen Urwolf als Vorfahren zurückgeht? Und kaum eine Hunderasse ist genetisch degeneriert, obwohl sie sich zum Teil so gravierend im Phänotyp unterscheiden.
Wer behauptet, dass die geologischen Schichten durch eine einmalige Sintflut entstanden sind, hat – mit Verlaub – nichts mit der Geologie als Wissenschaft zu tun. Ein Geologe, der so etwas behauptet, versteht von Geologie ungefähr so viel wie ein Biologe, der an Adam und Eva als historische Persönlichkeiten glaubt.
Ich empfehle Ihnen:
„Historische Geologie: Eine Einführung“ von Peter Faupl
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#224   Tyrus   02:47:30 | Dienstag, 16. September 2008
Religiöse Ignoranz vs wissenschaftliche Offenheit
Wer sich auf Gott beruft oder sich gar selbst zum Gott oder Fürsprecher deklariert, fühlt sich in der Tat unangreifbar, so wie diverse despotische Päpste, Kaiser und Diktatoren, nicht zuletzt Hitler, Stalin, Mao und Kim Jong-il. Sie alle hatten oder haben religiöse Elemente in ihrer Ideologie.
Die naturalistische Weltanschauung, also dass in der Natur „alles mit rechten Dingen“ zugeht, ist politisch neutral. Sie impliziert aber, sich so zu verhalten, wie es für eine intelligente, vernunftbegabte Primatenspezies Sinn macht. Dies untersucht die Soziobiologie. Gewaltsame Unterdrückung Andersdenkender gehört dazu ebensowenig wie die Anbetung göttlicher Einbildungen. Wohl aber beispielsweise reziproker Altruismus und
Selbst die „radikalsten“ unter den „Neuen Atheisten“, wie Dawkins, Hitchens oder Schmidt-Salomon stehen ein für das unbedingte Recht auf Meinungsfreiheit und(!) Weltanschauungfreiheit.
Charismatische Autoritäten, die fragwürdige moralische Standarts vermitteln (wie George Bush oder der Papst) können immer nur Leichtgläubige, unkritisch-naive Gemüter überzeugen. Diese aber dafür umso besser.
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#218   Tyrus   01:17:24 | Dienstag, 16. September 2008
@Elijahu:
Der Glaube versetzt bekanntlich Berge. Der menschliche Geist ist sehr anfällig für Täuschungen, wenn sie nicht richtig eingeordnet werden können. Hirnscheitellappen-Fehlfunktionen kommen häufiger vor als man denkt und in Träumen und Tagträumen ist sowieso alles möglich, was man sich irgendwie vorstellen kann. Ich für meinen Teil habe jedenfalls noch nie irgendeine Form von übersinnlichen Erfahrung gehabt, obwohl ich als Kind daran geglaubt habe. Deutet das nun auf Geisteskrankheit bei mir hin, dass ich von Illusionen dieser Art bisher verschont blieb und Zufälle als solche interpretiert habe?
Im Licht der Evolution gibt ein Menschenpaar keinen Sinn.
Durch den Inzest der Kinder wären wir heute alle Krüppel respektive längst ausgestorben.
Welchen Schöpfungsbericht meinen Sie eigentlich, den jüngeren (also den ersten) oder den älteren?
Kreationisten nennen etwas eine „Theorie“; dass jemand geträumt haben könnte, nachdem er den ganzen Abend gesoffen hat“ – Isaac Asimov
Kreationismus ist keine naturwissenschaftliche Theorie! Die Methode des induktiven Glaubensdogmas hat mit empirisch-kritischer Wissenschaft nicht das Geringste zu tun!
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#213   Tyrus   01:02:14 | Dienstag, 16. September 2008
Hochmut kommt vor dem Fall
„Natur (lat.: natura, von nasci „entstehen, geboren werden“, grch. semantische Entsprechung φύσις, physis, vgl. „Physik“) bezeichnet alles was nicht vom Menschen geschaffen wurde.“
Wie steht das im Widerspruch zu irgendetwas, das ich geschrieben habe? Im Übrigen ist dieser Begriff von Natur natürlich um einiges älter als die Evolutionstheorie und in einem anderen kulturellen Umfeld als die jüdische Thora.
Wahrscheinlich bin ich jetzt auch schon ein Nazi für Sie, nur weil ich das Wort Selektion benutze. Aber Evolution und Nationalsozialismus hängen ja auch untrennbar zusammen. Komisch nur, dass Hitler in „Mein Kampf“ und vielen seiner Reden ständig von der „Göttlichen Vorsehung“ schwafelt, für die es in der modernen Evolutionstheorie absolut keinen Platz gibt.
Der antike und mittelalterliche Anthropozentrismus hat viel von seiner Geltung verloren. Ich bin sicher, spätestens meine Kindeskinder werden ihn als borniert, rassistisch und ignorant sehen.
Hier die nach Freud wichtigsten Kränkungen der Menschheit, die den Stolz und das Selbstbewusstsein der Menschheit tief verletzt haben und die fromme Christen aus Angst vor der Realität teilweise oder ganz nicht wahrhaben wollen:
1. Die Erde ist nicht der Mittelpunkt des Universums.
2. Der Mensch entstammt dem Tierreich
3. Das bewusste Denken stellt nur einen kleinen Teil der Informationsverarbeitung im Gehirn dar. Das menschliche Denken wird von Trieben und anderen unbewussten Einflüssen bestimmt.
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#209   Tyrus   00:46:14 | Dienstag, 16. September 2008
Ihr Irrtum, Elijahu
Leider sind Sie es, der im 19. Jahrhundert stehen geblieben ist. Ihr Verständnis der Evolutionstheorie ist offenbar bei dem Sozialdarwinismus von Hitler stecken geblieben.
Es sind übrigens nicht alle Evolutionsvertreter automatisch Atheisten, die Theorie macht es allerdings wesentlich leichter, sich die Welt ohne Gott zu erklären.
Was ist denn nun geisteskranker? Eine wissenschaftlich fundierte, bewährte, belegte und international anerkannte Theorie zu vertreten pder der Glaube an übernatürliche Wunder, die gegen die Naturgesetze verstoßen, aber empirisch nicht erfassbar sind?
Agnostiker und Atheisten glauben weder an Gott, noch an Satan. Sie sind frei in ihrem Denken, selbstbestimmt und unabhängig. Sie tun Gutes aus Vernunft, Empathie und Freude daran, nicht weil sie Angst Angst vor einem Richter haben müssen, dessen Hauptkriterium nicht die Taten, sondern der Glaube eines Menschen sein soll. DAS ist die kollektive geistige Umneblung. Das wahre „Geheimnis des Glaubens“ ist nämlich die Absage an die Vernunft und das kritsche, skeptische Denken.
Man kann Menschen durchaus zum Glauben überreden, wenn man nur die richtigen Argumente hat. Das Motto der „frommsten“ Gläubigen war schon immer: „Du wirst dran glauben oder dran glauben (=sterben) müssen!“ Die größten Denker des Mittelalters wurden verfolgt, gefoltert und verbrannt, weil sie die Kirche kritisierten.
Nicht nur die Islamisten, auch die erzkonservativen Christen wünschen sich diese Zeiten offenbar zurück.
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#205   Tyrus   00:32:33 | Dienstag, 16. September 2008
Selektion ist gar nicht so schwer zu verstehen
Die natürlich Selektion funktioniert genau wie die künstliche, nur ohne den auswählenden Menschen. Statt eines Menschen, der entscheidet, welche Nachkommen sterben und welche sich weiter fortpflanzen, „entscheidet“ die Natur. Die Anführungszeichen sind wichtig, denn die Natur trifft keine bewußten Entscheidungen. Das mag so einleuchtend sein, daß ich es vielleicht nicht ausdrücklich betonen müßte, aber erstaunlicherweise glauben viele Menschen tatsächlich, daß natürliche Selektion irgendeine Form persönlicher Auswahl beinhalte.
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#199   Tyrus   23:57:11 | Montag, 15. September 2008
Wir sind alle Gen-Elite
Beden den Genen, mit denen wir es heute zu tun haben, handelt es sich um Kopien eines nicht zufällige Teils aller Gene, die in der Vergangenheit existiert haben. Jede Generation ist ein Gensieb. Und die Gene, die nach Jahrmillionen des Siebens noch vorhanden sind, haben das, was man braucht, um durch Siebe zu schlüpfen. Sie haben an der Embryonalkonstruktion von Millionen von Körpern mitgewirkt und dabei kein einziges Mal versagt. Jeder dieser Millionen Körper hat bis zum Erwachsenenalter überlebt. Keiner war zu unattraktiv, um einen Partner zu finden – unattraktiv ist in diesem Zusammenhang alles, was den potentiellen Paarungspartnern der jeweiligen Spezies unattraktiv erscheint. Jeder einzelne von ihnen hat sich als fähig erwiesen, mindesten einen Nachkommen hervorzubringen oder zu zeugen. Es ist ein sehr enges Sieb. Gene, die eine Zukunft haben, sind keine Zufallsprodukte. Sie sind eine Elite.
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#150   Tyrus   23:39:36 | Montag, 15. September 2008
Wo steht das in den Lehrplänen?
Ich habe zufällig mal einen kompletten Lehrplan Biologie gelesen vor drei Jahren. Da stand kein Wort davon drin.
Was gelehrt wird, ist wie die Geschlechtsorgane und die Paarung funktioniert, ohne eine Empfehlung zu geben, wie oft und mit wem man sexuelle Kontakte pflegen sollte.
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#148   Tyrus   23:24:40 | Montag, 15. September 2008
@Marcellus
Mein Opa ist auch zur NS-Zeit in die Schule gegangen. Er hat im Krieg gekämpft und dort seinen Glauben verloren.
Aber wie gesagt, nicht mal mein Biologielehrer hat Promiskuität propagiert. Ich weiß nicht woher Sie Ihre Informationen beziehen oder sind/waren Sie Lehrer?
Meines Erachtens sind die Medien um ein Vielfaches schlimmer und einflussreicher auf die heutige Jugend. Was MTV, Bravo und co. vermitteln ist das, was die Kinder interessiert. Und dort vermitteln die Idole gewisse Werte, die ich auch nicht alle super finde. Aber so ist das nunmal in einer freiheitlich-demokratischen und liberalen Gesellschaft.
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#145   Tyrus   23:12:43 | Montag, 15. September 2008
Also meine Lehrer
haben keine Promiskuität propagiert. Auf was für eine Schule sind Sie denn gegangen?
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#168   Tyrus   23:08:06 | Montag, 15. September 2008
Natürlich glaube ich an die Evolution
Aber mein Glaube basiert auf Fakten und empirischen Belegen, ganz im Gegensatz zum religiösen Wunderglaube an ein Alphamännchen im Himmel, dass bloß eine naive Primatenhirn-Konstruktion darstellt.
Ich stehe dazu, dass mein Glaube falsifizierbar ist, ganz im Gegensatz zu religiös Gläubigen.
Ja, der Mensch ist ein Primat, ein nackter Affe. Das sollte uns Bescheidenheit und Demut lehren.
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#142   Tyrus   23:03:26 | Montag, 15. September 2008
Ein Freund von mir lebte lange in Afrika
Selbst in den „besseren“ Gegenden wie Ghana sind die Leute in einem Maße abergläubig, dass sich zivilisierte Mitteleuropäer überhaupt nicht mehr vorstellen können.
Die meisten Leute dort glauben noch an Hexen, Dämonen und daran, dass sie irgendwann der Schlag trifft, wenn sie nicht auf die Worte ihres Vorbeters oder Pfarrers hören. Sex haben sie natürlich trotzdem, denn Trieb bleibt Trieb, egal wie viele fromme Worte verschwendet werden. Da kann man sich ausmalen was passiert, wenn den Menschen weiß gemacht wird, dass Kondome Sünde sind.
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#161   Tyrus   22:52:06 | Montag, 15. September 2008
Fragen Sie einen beliebigen Experten!
Der Mensch stammt nicht vom Affen ab, sondern hat einen gemeinsamen Primaten-Vorfahren mit ihm. Marcellus, Sie haben bewiesen, dass Sie die Evolutionstheorie nicht verstehen können oder wollen. Das ist schade, aber Ihr Problem.
Für Galatea gilt meine Überschrift ebenso. Die Evolutionstheorie spricht nicht von Zufall, sondern von natürlicher Auslese, Sektion.
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#155   Tyrus   22:30:26 | Montag, 15. September 2008
„Was ist Wahrheit?“
Die Evolutionstheorie beruht auf Empirie d.h. heißt auf wissenschaftlicher Forschung und konkrenten Belegen, die dogmatische Religion hingegen auf blindem Glauben an die historische Autenzität von Mythen und Wundermärchen sowie persönliche Offenbarung, die den allermeisten Menschen leider nicht zuteil wird.
@Kunibert:
Walter Gilbert stellte 1986 die vielbeachtete These auf, dass RNA-Moleküle die Vorläufer der Organismen waren. Dies lässt sich ableiten aus der Fähigkeit der RNA zur Speicherung, Übertragung und Vervielfältigung genetischer Informationen, sowie aus ihrer Fähigkeit, als Ribozyme Reaktionen zu katalysieren. In einer Evolutionsumgebung würden diejenigen RNA-Moleküle gehäuft vorkommen, die sich selbst bevorzugt vermehren.
RNA wird aufgrund diverser Eigenschaften für älter gehalten als DNA. Selbst die heutige DNA-Replikation beginnt mit RNA-Synthese. Ausgangspunkt der RNA-Evolution sind einfache, sich selbst replizierende RNA-Moleküle. Einige davon erhalten die Eigenschaft, die Synthese von Proteinen zu katalysieren, die selbst wieder die Synthese der RNA und ihre eigene Synthese katalysieren (Entwicklung der Translation).
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#136   Tyrus   20:04:11 | Montag, 15. September 2008
Die Evolution der Evolutionstheorie
Seit dem 19. Jahrhundert hat sich einiges getan:
•Vereinheitlichung der Theorie unter
besonderer Berücksichtigung der Ergebnisse
der modernen Genetik
• Variabilität aufgrund der Rekombination
des Erbmaterials und durch Mutationen
• Weitere Vereinheitlichung der Theorie
durch die konsequente Berücksichtigung
des Eigennutzprinzips
• Spieltheoretische Erklärung des Altruismus
• Aufdeckung der Prinzipien der sexuellen
Selektion
• Widerlegung des Konzepts der Arterhaltung
• Aufhebung der Idee des evolutionären
Fortschrittsautomatismus
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#110   Tyrus   12:30:51 | Montag, 15. September 2008
Subjektivität versus Objektivität
In der Tat ist die Evolutionstheorie ist ein glanzvolles Zeugnis der Leistung des menschlichen Verstandes, sofern man denn auch in der Lage ist, sie überhaupt zu verstehen. Dass war leider jedoch weder bei Hitler der Fall, noch bei fundamentalistischen Christen, wie der Artikel einige Kommentare hier eindrucksvoll beweisen.
Dass der Verdienst des Glaubens größer sein soll als der der Wissenschaft, ist eine geradezu groteske Behauptung. Sehnt sich hier wirklich ernsthaft jemand das Mittelalter zurück, ohne Krankenhäuser, Wasserfilter, Antibiotika? Wo die Lebenserwartung in Mitteleuropa teilweise niedriger war als in der Antike?
Einige Christen hier scheinen immernoch nicht den Unterschied zwischen religiösem Glauben und Wissenschaft verstanden zu haben.
„Wissenschaft strebt Objektivität an und kann schon deswegen niemals vorweg den Wahrheitsanspruch der Kirchen voraussetzen.“ – Gerd Lüdemann
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#68   Tyrus   18:35:50 | Sonntag, 14. September 2008
@Elijahu
Und woher wissen Sie das so sicher? Weil es ihnen als Kind so erzählt/indoktriniert wurde? Oder hatten Sie eine Offenbarung?
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#66   Tyrus   18:22:00 | Sonntag, 14. September 2008
dieses und jenes
@Elijahu:
Sie dürfen gern an die sprechende Schlange und die göttliche Selektion hoffen. Ich bin demütig und zufrieden, dass ich dieses eine Leben habe. Wunschglaube mag ja Erbauung und Trost spenden, aber ich finde, es lebt sich ehrlicher, wenn man auch die bittere Wahrheiten zu akzeptieren lernt und sich nicht davor fürchtet wie ein Kind.
@Ultramontanus:
Ich schrieb allenfalls eine Hypothese. Offenbar ist sie also nicht einmal das, denn sie ist ja mitnichten widerspruchsfrei noch mit dem allgemeinen Wissen kompatibel.
@zeitundewigkeit:
Was wenn nie jemand irgendwas erschaffen hat, das Universum aber ewig existiert hat? Oder was, wenn es tatsächlich eine unendliche Kette von Ursachen gab? Wir hantieren in der Mathematik und Physik doch ständig mit unendlichen Zahlenmengen.
@Biene Maja:
Wie alle anderen Organe ist das Gehirn evolviert. Schon Urfische und Dinosaurier hatten Gehirne, die dazu dienten, komplexe Informationen zu verarbeiten und Berechnungen anzustellen. Das menschliche Gehirn ist nur wesentlich komplexer, aber es hatte ja auch ein paar Millionen Jahre Zeit dazu, sich zu entwickeln.
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#57   Tyrus   17:35:54 | Sonntag, 14. September 2008
Glaube aus Tradition hat nichts mit Wahrheit zu tun
Der biblische Schöpfungsbericht ist ein Märchen, das beansprucht wahr zu sein, ohne jegliche wissenschaftliche Belege zu liefern. Damit ist er nicht einmal auf dem Niveau einer wissenschaftlichen Theorie, sondern allenfalls auf dem einer Hypothese.
Eine Jahrtausende alte Überlieferung und Tradition ist nicht der geringste Beleg dafür, dass die vermittelten Inhalte auch wahr sind. Homer’s Odyssee halten Christen für Fiktion. Aber Homer sagt niemals, dass es sich dabei um Fiktion handeln soll. Was macht die judeo-christlichen Mythen glaubwürdiger als die griechischen, römischen oder hinduistischen?
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#54   Tyrus   17:18:37 | Sonntag, 14. September 2008
Fragen und Antworten (8)
F: Was ist Darwinismus?
A: „Darwinismus“ ist kein naturwissenschaftliches Konzept. Jemand, der Charles Darwins Theorie für richtig hält, ist kein Darwinist. Genausowenig wie jemand, der an Newtons Gravitationstheorie glaubt, ein Newtonist oder jemand der an Einsteins Relativitätstheorie glaubt, ein Einsteinianer ist.
Der Begriff „Darwinismus“ wird vorrangig von von Verfechtern der Design-Hypothesen verwendent. Häufig wird von diesen behauptet, die Evolutionstheorie sei keine wissenschaftliche Theorie, die aus prüfbaren Fakten und handfesten Beweisen besteht, sondern eine allein auf Dogmen basierende Ideologie.
Evolution gibt, wie Naturwissenschaft generell, kein Kommentar zum Übernatürlichen oder zur Moral, denn diese zwei Aspekte sind für wissenschaftliche Forschung irrelevant, da sie
völlig subjektiv sind.
Design-Verfechter versuchen, aus der Evolutionstheorie eine Ideologie zu machen und versuchen so, sie in Verruf zu bringen. Sie machen an den Haaren herbeigezogene Behauptungen, wie dass Darwin dogmatisch sei, obwohl der Evolutionstheorie tatsächlich keinerlei Ideologie zugrunde liegt, geschweige denn, dass sie selbst eine wäre. Für den Zweck alltäglicher Gespräche mögen manche Wissenschaftler den Begriff „Darwinismus“ oder „Darwinist“ für sich verwenden, einfach um einen kurzen Ausdruck dafür zu haben, dass sie die Evolutionstheorie für richtig halten, aber das verbindet sie keinesfals ideologisch zu irgendwelchen Dogmen.
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#52   Tyrus   17:12:22 | Sonntag, 14. September 2008
Fragen und Antworten (7)
F: Was ist mit dem Konzept, dass es kein Gemälde ohne Maler geben kann? Bestimmt muss irgendeine Instanz Leben erschaffen haben, woher sonst soll es kommen?
A: Design-Verfechter verwenden dieses Argument oft, und um ihre Idee zu illustrieren, verwenden sie nicht.organische Strukturen und Objekte und versuchen, dies zu rechtfertigen.
Wiedergeborene Christen verwenden Beispiele wie Coladosen oder Textphrasen im Sand, die unmöglich ohne einen Schöpfer entstanden sein können.
Das Problem hier ist, dass diese Beispiele allein auf künstlichen Werken aufbauen, z.B. dass eine Botschaft im Sand durch eine direkte Handlung eines intelligenten Wesens entstanden sein muss. Aber wenn wir Bäume in einem Wald sehen, gehen wir dann auch davon aus, dass jemand all diese Bäume dorthin gepflanzt hat? Und wenn Regen vom Himmel fällt, bedeutet das, dass jemand riesige Wassereimer auf die Erde auskippt?
Das „Keine Schöpfung ohne Schöpfer“-Argument bricht außerdem sofort auseinander, wenn man es auf den Schöpfer selbst anwendet. Wenn es eine Instanz gibt, die das Leben konzipiert hat, wie ist diese Instanz d.h. Gott selbst entstanden? Dies ist paradox.
Das Argument scheitert außerdem ohnehin, sobald man es auf die Natur und nicht auf menschliche Werke anwendet. Ein Design-Verfechter müsste einen lebenden biologischen Organismus zeigen können, der eindeutig ein Resultat einer schöpferischen Intelligenz ist und nicht durch die Evolution erklärt werden kann. Ein solcher existiert aber nicht.
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#39   Tyrus   16:28:24 | Sonntag, 14. September 2008
Fragen und Antworten (6)
F: Ist die Evolution und die erste Entstehung des Lebens aus unbelebter Materie nicht viel zu unwahrscheinlich, um wahr zu sein?
A: Nein. Evolution funktioniert ein bisschen wie staatliche Lotterie.
Die Chance zu gewinnen ist astronomisch klein, aber dennoch gewinnt immer irgendwann einer den Jackpot. „Die Wahrscheinlichkeitsrechnung spricht dagegen“ ist ein simpler Zahlentrick der Design-Verfechter, um die Evolution als unmöglich erscheinen zu lassen. Evolution funktioniert nicht einfach nach dem Trial- und Error-Prinzip, sondern es werden ständig und gleichzeitig extrem viele verschiedene Rekombinationsmöglichkeiten ausgetestet und selektiert, wie bei einer riesigen Tippgemeinschaft.
Wie bereits gesagt, nichts in der Wissenschaft ist absolute, unhinterfragbare Wahrheit.
Jeder Wissenschaftler, der seine Theorie als unumstößliches Dogma etablieren will, hat keine Chance von seinen Kollegen ernstgenommen zu werden.
F: Wieso erwägt die Wissenschaft nicht, dass eine übernatürlichen Kraft im Prozess der Evolution eine Rolle spielen könnte?
A: Weil man nichts unnatürliches in der natürlichen Welt untersuchen können, wenn man es nirgends findet. Etwas Übernatürliches ist oder wäre per definitionem nicht empirisch erfassbar, also ist es für die Naturwissenschaften irrelevant. Die Naturwissenschaften sagen nichts zum Übernatürlichen. Aber nur wenn man davon ausgeht, dass wir unseren Sinnen, Erfahrungen und der Vernunft trauen können, ist empirische Forschung sinnvoll.
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#37   Tyrus   16:23:04 | Sonntag, 14. September 2008
Fragen und Antworten (5)
F: Da die Wissenschaft nicht die Existenz einer schöpferischen Instanz, oder Gott, wiederlegen kann, dürfte sie dann nicht existieren?
A: Dies ist ein logischer Fehlschluss. Wenn jemand etwas behauptet, dann liegt es bei dieser Person, Beweise für die Behauptung heranzuschaffen. Nur weil etwas nicht widerlegt werden kann, muss es keinesfalls wahr sein. Eine Wahrheit ist durch Beweise bedingt, die für sie sprechen und nicht durch Nichtwiderlegbarkeit. Weder Einhörner noch Kobolde oder Feen sind wissenschaftlich zweifelsfrei zu widerlegen.
F: Wo ist der Unterschied zwischen Mikro- und Makroevolution?
A: Quantität. Mikroevolution erklärt, warum es verschiedene Variationen innerhalb einer einzigen Spezies gibt, wie bei Darwins Finken oder bei der Züchtung von Hunden und Katzen. Makroevolution findet statt, wenn auf der Mikro-Ebene mehr Variationen stattgefunden haben, so wie Affen und Pferde als unterschiedliche Spezies gesehen werden, aber einen gemeinsem Vorfahren haben.
Design-Verfechter akzeptieren häufig offen die Existenz von Mikroevolution, weil sie durch die überwältigen Belege dazu genötigt warden, aber sie müssen die Realität von Makroevolution abstreiten, denn sie erklärt die Vielfältigkeit des Lebens durch gemeinsame Vorfahren und Übergangsformen, statt durch eine unmittelbare und vollkommene Schöpfung. So zu denken ist aber heuchlerisch und unwissenschaftlich.
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#30   Tyrus   16:09:15 | Sonntag, 14. September 2008
Fragen und Antworten (4)
F: Welche Belege gibt es für Übergangsformen?
A: Von einem evolutionären Standpunkt aus ist jeder einzelne lebende Organismus eine Übergangsform. Ein Design-Verfechter will einen Affen sehen, der sich in seiner kurzen Lebensspanne in einen Menschen weiterentwickelt. Doch dies ist unmöglich.
Die Wissenschaft hat eine Definition dafür, was eine Übergangsform ist, aber Design-Verfechter haben eine andere, welche falsch ist. Mutationen sind fast immer so geringfügig, dass es Generationen dauern kann, bis sich eine keine Veränderung zeigt, zumindest aber eine Generation (vgl. Tierzüchtung).
Die Evolutionstheore geht davon aus, dass manche Mutationen sich positiv auf die Überlebensfähigkeit eines Nachkommen auswirken kann und daher ist es wahrscheinlich, dass eine solche Mutation weitervererbt wird. Evolution funktioniert aufgrund langsamer, oft geringfügiger Mutationen. Über die Dauer von tausenden und abertausenden von Jahren kann es so jedoch zu dramatischen Veränderungen kommen.
Eine der offensichtlicheren Übergangsformen ist „Tiktaalik“, der über gemeinsame Merkmale von Fischen und vierbeinigen Landwirbeltieren verfügt.
Die menschliche DNA hat 23 Chromosomenpaare, während die von höheren Affen, wie Chimpansen und Gorillas 24 Paare hat. Genetiker haben herausgefunden, dass der Grund dafür darin liegt, dass das zweite Chromosom des Menschen eigentlich eine Fusion aus zwei Paaren darstellt.
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#28   Tyrus   16:02:52 | Sonntag, 14. September 2008
Fragen und Antwprten (3)
F: Die Evolutionstheorie behauptet, dass wir von Affen abstammen, oder?
A: Nein. Die Evolutionstheorie geht davon aus, dass wir und die höheren Affen von einem
gemeinsamen Vorfahren abstammen. Es wäre akkurater zu sagen, dass wir Vettern der Affen sind
als ihre Nachfahren. Ein Grund, warum Kreationisten immer die Behauptung verwenden, dass
der Mensch vom Affen abstammt, ist, dass sie die Menschheit als besonders erhabene,
göttliche Art ansehen und dass wir irgendwie von der Natur getrennt sein bzw. über ihr stehen sollen. Sie finden es persönlich beleidigend, dass homo sapiens
tatsächlich eine Tierart ist und daher versuchen sie, die Evolution zu dämonisieren und verleumden sie durch abstoßende Beispiele tierischen Verhaltens.
Aber gibt es in der Tierwelt überhaupt etwas abstoßenderes als z.B. Selbstmordattentate,
Folter und Genozid?
F: Wenn davon ausgegangen wird, dass Menschen bloß Tiere sind, beseitigt jegliche Moralität?
A: Nicht die Religion hat Moralität erfunden.
Sie entwickelte sich in steinzeitlichen Gesellschaften und wurde in religiöse Glaubenssysteme eingegliedert. Diese Frage ist eher eine philosophische als eine naturwissenschaftliche. Anthropologie und Geschichtswissenschaft zeigen, dass in allen Gesellschaften auf der Welt an ein gemeinsames philosophisches Prinzip (die „Goldene Regel“) evolviert ist und nicht all diese Gesellschaften teilten den gleichen religiösen Glauben. Aus der Perspektive der Wissenchaft sind Menschen Teil der Natur, so wie jedes Tier.
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#26   Tyrus   15:47:59 | Sonntag, 14. September 2008
Fragen und Antworten (2)
F: Kann man religiös sein und an die Evolution glauben?
A: Ja, das ist möglich, je nach dem, was man unter Religiosität versteht. Die römisch-katholische Kirche, die östlich-orthodoxe Kirche, die evangelische Kirche Deutschland, die tibetischen Buddhisten und viele andere Mainstream-Religionen mit hunderten Millionen Anhängern erkennen zumindest offiziell die Gültigkeit der Evolutionstheorie an. – Ein Link zu der katholischen Perspektive:
www.gavagai.de/…iten/evo/HHPAE08.htm
Man kann sagen, dass dieses Religionsgemeinschaften keinen Konflikt zwischen Evolution und Religion sehen, weil sie Evolution strikt als Wissenschaft und Religion strikt als Spiritualität betrachten.
Wenn man Religion und Wissenschaft vermengt, wird beides verzerrt und in letzter Konsequenz wird das Gesamtkonzept unwissenschaftlich und unglaubwürdig.
Religion befasst sich mit der persönlichen Spiritualität, während die Wissenschaft sich mit der natürlichen Welt und allgemein prüfbaren Belegen beschäftigt.
Die Philosophie kann als Mittler und vor allem auch als zeitgemäßere wertevermittelnde Instanz dienen, weil sie im Gegensatz zu Religionen nicht auf unvermeidliche Konflikte mit der naturwissenschaftliche Forschung wie z.B. Neurologie und Verhaltensforschung stößt, sondern diese konstruktiv nutzen kann, ganz im Sinne des Humanismus.
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#9   Tyrus   15:40:08 | Sonntag, 14. September 2008
Wegen Papstbeleidigung 5 Jahre Gefängnis?
Der italienischen Komikerin Sabina Guzzanti droht eine Haftstrafe von fünf Jahren, weil sie sich über den Papst lustig gemacht hat. Sie sagte, Benedikt XVI. würde in 20 Jahren zur Hölle fahren, wo er von schwulen Dämonen gequält wird. Der römische Staatsanwalt Giovanni Ferrara beruft sich auf den Lateranvertrag von 1929 zwischen Italien und dem Vatikan, der eine Beleidigung des Papstes mit Präsidentenbeleidigung gleichsetzt. Der Vertrag wurde damals zwischen dem Vatikan und dem faschistischen Diktator Mussolini(!) geschlossen.
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#22   Tyrus   15:30:24 | Sonntag, 14. September 2008
Fragen und Antworten
F: Ist Evolution nicht nur eine Theorie?
A: Ja. Im wissenschaftlichen Kontext jedoch ist eine Theorie nicht bloß eine einfache Vermutung wie in der Umganssprache. In der Wissenschaft ist eine Theorie eine dataillierte Erklärung, die vielfach belegt wurde und der eine große Menge Fakten zugrunde liegen. In der Wissenschaft erhält eine Theorie die höchste Achtung und hat die meisten Beweise auf ihrer Seite.
Das Konzept Gott hingegen ist allenfalls eine Hypothese.
F: Gibt es nicht eine wachsende Anzahl von Naturwissenschaftlern, die die Gültigkeit der Evolutionstheorie anzweifeln?
A: Nein, das ist unwahr und Propaganda.
Wenn man einen aufrichtigen Wissenschaftler fragt, ob irgendetwas in der Wissenschaft absolut und unhinterfragbar wahr ist, wird er ehrlicherweise Nein sagen, damit ist die Evolutionstheorie eingeschlossen. Kreationisten verfälschen diese Aussage, indem behauptet wird, Wissenschaftler würden der Evolutionstheorie nicht zustimmen.
Weiterhin, auch wenn mehr Wissenschaftler wirklich die Evolutionstheorie ablehnen würden, so würde dies ohne ausschlaggebende Gegenbelege in keinster Weise die Gültigkeit der Evolutionstheorie infrage stellen. Wissenschaft ist nicht dogmatisch. Wissenschachaft baut auf nachprüfbaren Belegen auf. Für Evolution sprechen Fossilien, Konvergenz, DNA-Vegleiche von Lebensformen in der Genetik, Archologie, Tektonik und viele weitere Aspekte der Biologie, die nur im evolutionären Kontext einen Sinn ergeben. Tagtäglich finden sich weitere Belege…
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#193   Tyrus   18:53:13 | Donnerstag, 11. September 2008
@Andreas
Ich meinte natürlich nicht Sie, sondern Franz!
Meine Eltern sind beide Sozialpädagogen und ich habe von kleinauf Kontakt mit geistig behinderten Menschen gehabt. Ich versichere ihnen, dass Singer nicht fordert, die Rechte dieser oft unheimlich lebensfrohen und umgänglichen Menschen einzuschränken. Es geht viel mehr darum, dass bewusstloses Leben (z.B. aufgrund Hirnztod) nicht auf die selbe Stufe gestellt wird, wie das Leben empfindungsfähiger und bewusster Lebewesen. Außerdem soll anerkannt werden, dass ein Leben in unerträglichen Schmerzen und Leid nicht um jeden Preis zu schaffen und/oder erhalten ist. Singers Ideen zum Vegetariertum teile ich im Übrigen vollends und lebe danach.
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#119   Tyrus   18:45:49 | Donnerstag, 11. September 2008
Liebe Clarissa
ich gebe zu, ich hätte mich präziser ausdrücken können.
Ich bin natürlich nicht bei Benthams und Mills Utilitarismus stehen gebieben, sondern bin auf einem neueren Stand, genau genommen bin ich Präferenz-Utilitarist, d.h. ich wäge Interessen gegeneinander ab. Selbst die Ur-Utilitaristen haben sich im Prinzip für den Lustgewinn ausgesprochen, den Lust- bzw Glücksgewinn möglichst vieler Menschen (respektive Lebewesen). Dieser ist wiederum objektiv nützlich, wenn auch im Einzelfall nie vollkommen eindeutig zu bewerten. Dank unserer Ratio können wir aber relativ vernünftige Berechnungen anstellen, in wiefern eine Handlung Glück oder Leid erzeugt. Die Präferenz-Utilitaristische Ethik bietet einen Kompromiss, eine Synthese aus dem ökonomischen Kosten-Nutzen-Denken der ersten Utilitarier und dem aufgeklärten Hedonismus.
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#191   Tyrus   18:34:06 | Donnerstag, 11. September 2008
dachte ich mir
Schade, dass Sie mit ihrer Ethik in der Antike stehen geblieben sind…
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#115   Tyrus   18:31:23 | Donnerstag, 11. September 2008
Fragwürdig
Wieso soll Sex nur in die Ehe gehören? Die Ehe ist ein kulturelles Konstrukt, kein naturgegebenes. Kein anderes Säugetier kennt die Ehe. Sie ist eine Tradition, für die es schon immer Ausnahmen gab. Viele menschliche Kulturen haben Polygamie praktiziert (Haremsbildung), wie sie auch bei Gorillas vorkommt.
Personalität und Würde muss auch bei einer säkularen Ethik nicht zu kurz kommen. Im Gegenteil, ein würdevolles Leben ist meines Erachtens ein naturgemäßes.
Was soll schädlich daran sein, wenn Jugendliche und junge Erwachsene erst ausprobieren, welche Art von Partner wirklich zu ihnen passt. Man kann schließlich nicht hellsehen und auch die tatsächliche Qualität einer Liebschaft oft erst nach einer ganzen Weile des Zusammenlebens abschätzen.
Weiterhin bin ich unbedingt dafür, den Menschen nicht ihre Mündigkeit abzusprechen. JedeR ist des eigenen Glückes SchmiedIn.
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#188   Tyrus   18:23:35 | Donnerstag, 11. September 2008
@Andreas
Haben Sie sein Buch gelesen?
Ich empfehle zum Einstieg dieses Interview mit ihm aus einer renommierten Heilpädagogik-Zeitschrift:
…heilpaedagogik-online.com/…ogik_online_0103.pdf
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#185   Tyrus   18:16:48 | Donnerstag, 11. September 2008
@Franz
Was verstehen Sie unter „Hybris der Menschen“?
Da kein Mensch Zugang zu höheren Wahrheiten hat als die seiner eigenen Vernunft, was bleibt als Alternative zur empirischen Forschung und Interessenethik?
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#183   Tyrus   18:07:50 | Donnerstag, 11. September 2008
Ich empfehle:
Peter Singer – Praktische Ethik
Als ob Verhütung und Abtreibung weltbewegende Probleme wären, das ist sowas von lächerlich…
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#28   Tyrus   17:52:01 | Donnerstag, 11. September 2008
kreuznattern
Meine These ist, dass sind alles verklemmte Neurotiker, die viel zu wenig guten Sex haben. :-)
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#25   Tyrus   17:45:31 | Donnerstag, 11. September 2008
Das Niveau
ist doch eh schon im Keller, da kann ein bisschen Comedy nicht schaden, dachte ich.
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#108   Tyrus   17:40:00 | Donnerstag, 11. September 2008
@Andreas
Ich freue mich immer wieder, dass auch ein paar vernünftigere Christen hierher finden.
Ich bin Agnostiker und halte den Menschen in der Tat für einen nackten Affen, der dem Schimpansen zwar einen nicht geringen Vorsprung in Verstand und Vernunft vorraus hat, aber immernoch in vielerlei Hinsicht durch seine Instinkte bestimmt wird, die zu unterdrücken so neurotisch machen kann, wie die Leute es sind, die kreuz.net betreiben. Ich bin Utilitarist und glaube nicht, dass das menschliche Streben durch etwas anderes als das Streben nach Lustgewinn und Leidvermeidung bestimmt wird. Das ist meines Erachtens selbst beim frommsten Christen der Fall. Mit Kants Moralbegründung kann ich wenig bis gar nichts anfangen.
Selbstverständlich sehe ich Altruismus als Tugend an und damit Rücksichtnahme bzw. kooperatives Verhalten als cleverere Methode des Eigennutzes.
Fragen der Sexualität halte ich für Privatsache, die zwei sich mögende Menschen unter sich ausmachen müssen. Es gibt viel gravierendere Probleme auf dieser Welt, wie Ausbeutung, Armut, Hunger, Krankheiten und Krieg.
Dagegen sollte ein vernünftiger Mensch kämpfen, nicht gegen „Homo-Ideologe“ und „Porno-Wahn“. Gegen Profanisierung habe ich grundsätzllich nichts, aber Kommerzialisierung, Medienverdummung und Machogehabe sind mir zutiefst zuwider.
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#14   Tyrus   17:07:20 | Donnerstag, 11. September 2008
@Strepto
Aha, sollen die Taliban also in Zukunft mit Teilchen beschossen oder gleich von Schwarzen Löchern aufgesaugt werden? ^-^
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#103   Tyrus   17:05:45 | Donnerstag, 11. September 2008
@Andreas
Du sprichst mir aus der Seele! Wer sich auch nur ein bisschen mit Evolutions- und Verhaltensbiologie beschäftigt, stellt bald fest, dass der Mensch als höherer Primat von Natur aus nur quasi-monogam ist und zu gelegentlicher Promiskuität und Seitensprüngen neigt. Das ist eine biologische Tatsache, die sich nicht durch theologisches Geschwafel wegdiskutieren lässt.
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#11   Tyrus   16:59:22 | Donnerstag, 11. September 2008
nunja
Dass diese Experimente von amerikanischen Militatisten und nicht von eurpäischen Wissenschaftlern gemacht wurden, macht aber einen signifikanten unterschied, oder etwa nicht?
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#12   Tyrus   16:53:35 | Donnerstag, 11. September 2008
Laut dem Philosophen David Hume
müssen, um die Glaubwürdigkeit von Augenzeugen zu garantieren, mehrere Faktoren unbedingt zutreffen:
* Es müßte eine große Anzahl von Menschen klaren(!) Verstandes vorhanden sein, die das Wunder bezeugten.
* Die entsprechenden Personen müßten viel zu verlieren haben, wenn sich ihre Aussage als falsch herausstellte.
* Das Wunder/Ereignis müßte an einem öffentlichen Ort geschehen, so dass es früher oder später mit absoluter Sicherheit von Wissenschaftlern entdeckt würde.
Man muss jedoch beachten, dass die Versuchung, als Prophet und Gesandter Gottes zu gelten, und damit für immer in der Geschichte der Menscheit verewigt zu sein, groß genug ist, um Menschen dazu zu verleiten, große Risiken einzugehen. Außerdem bleiben Erzählungen von Wundern seiner Meinung nach deshalb sehr gut in Erinnerung, weil der Überraschungseffekt und die geringe Evidenz als Eindruck haften bleiben. Wunder entstehen für Hume aus Gerüchten, die meist nur von Personen von geringer Intelligenz blind geglaubt und weiterverbreitet werden.
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#5   Tyrus   16:49:38 | Donnerstag, 11. September 2008
Wahrscheinlichkeit
Das Experiment würde nicht durchgeführt werden, wenn die Berechnungen nicht fundiert und plausibel wären.
Die Wissenschaftler sind ja nicht dumm.
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#39   Tyrus   01:13:17 | Donnerstag, 11. September 2008
Ein paar Anmerkungen und Fragen
@Florian: Wen habe ich wie verarscht? Meine Argumentation mag überspitzt polemisch sein, aber bewusst verarschen würde ich nie jemanden in einer Diskussion.
@mic: Hierher komme ich um meinen Horizont zu erweitern, um zu schauen, was so vor sich geht in der geistlichen Welt, die ich in mancherlei Hinsicht als Bedrohung für die freiheitlich-liberale demokratische Ordnung und die Menschenrechte wahrnehme. So mancher hier scheint sich tatsächlich den mittelalterlichen Kirchenstaat mitsamt Inquisition zurückzuwünschen. Da kann ich mich als Geschichtsstudent nicht zügeln, ein paar kritische Kommentare und sachliche Berichtigungen anzubringen.
Von andauernd Kommen kann im Übrigen ich nicht die rede sein, ich bin sporadisch hier und schreibe selten mal ein paar Gedanken zu einem interessanten Thema.
Da ich ans wissenschaftliche Denken gewöhnt bin, schockiert es mich, dass so ein märchenhafter Ausnahmefall hier als repräsentativ dargestellt wird. Ich habe mich ja sogar positiv dazu geäußert, weil ich auch gegen Abtreibung bin, solange sie mehr Glück als Leid nach sich zieht, was hier offenbar der Fall gewesen ist.
@ Strepto: Krieg ich die Karte wirklich, wenn ich dir meine Adresse gebe?
@Landorganist: Die Gläubigen stellen unbelegte Behauptungen auf (übernatürliche Wunder), daher sind sie in der Beweispflicht, nicht die Agnostiker.
@ diaconus: Ich bin beileibe kein Hasser Gottes. Wie kann ich etwas hassen, an dass ich nicht glaube? Ich hasse Gott ebensowenig wie Feen oder Einhörner.
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#13   Tyrus   17:01:49 | Mittwoch, 10. September 2008
Ahso!
Ich bin also nicht würdig Ihrer erhabenen Worte… Naja, das bin ich gewöhnt von Christen. Ist nichts Neues, dass man Skeptiker für Abschaum hält und sich gegen jede Form der Kritk immunisiert… dass die Gläubigen in der Rechtfertigungspflicht stehen und nicht die Skeptiker scheinen viele einfach nicht verstehen zu können. Aber wer unbedingt bei seinem kindlichen Wunderglauben bleiben will, soll das tun, so lang er dabei die aufgeklärten Menschen nicht mit seinem Moralisieren archaischer Werte belästigt.
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#10   Tyrus   16:49:51 | Mittwoch, 10. September 2008
@Florian
Sie haben es so eben getan. Ganz schön inkonsequent. :-)
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#8   Tyrus   16:46:40 | Mittwoch, 10. September 2008
@Florian
Ist das ein Aufruf zur Zensur? Ein Aufruf zum Ketzerbann?
Ich kann es nur so verstehen.
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#6   Tyrus   16:40:49 | Mittwoch, 10. September 2008
Wenn sie doch noch heiratet
Hat sie dann nicht Ehebruch begangen?
So oder so scheint dieses Mädchen einen Ausnahmefall zu bilden. Die meisten Vergewaltigunsopfer jedenfalls können die Frucht ihres Leibes nicht so bedingungslos lieben, wie es hier idelisiert beschrieben wird.
Diese hübsche Geschichte vermittelt eine Friede-Freunde-Eierkuchen-Mentalität und verharmlost so das Leid und die enormen psychischen Probleme, die die allermeisten Vergewaltigungsopfter ertragen müssen.
Eine Quelle wäre auch nicht schlecht gewesen.
Redaktion benachrichtigen Ihre Religion ist Marke Eigenbräu
#136   Tyrus   14:15:05 | Mittwoch, 10. September 2008
Palins mittelalterliches Weltbild
Diese Frau ist genau die Fundamentalistin, die Amerika braucht, wenn wir noch mehr heilige Kriege haben wollen.
Mal kurz zusammengefasst was ihr Programm ist:
– Selbstbestimmung von Frauen einschränken
– Liberalisierung der Gesetze zum privaten Waffenbesitz
– Konsequente Befürwortung der Todesstrafe
– Diffarmierung und Entrechtung homosexueller Menschen
– Intelligent Design in den Biologieunterricht
– Aufklärungsunterricht abschaffen
– Dafür Programme für Enthaltsamkeit
– Den Irakkrieg bezeichnet sie als „gottgewollt“
Redaktion benachrichtigen Haßartikel gegen Gloria von Thurn und Taxis
#48   Tyrus   13:53:01 | Mittwoch, 10. September 2008
Maischberger
Die erste Hälfte der Sendung war gähnend langweilig, es kam beinahe auschließlich Biographisches. Als Maischberger dann ein paar provokantere Thesen brachte, wurde es interessanter, aber immernoch vorhersehbar. Die Gedanken zu Verhütung, Abtreibung, Homosexualität, Ehe etc. von Kardinal und Fürstin waren erwartungsgemäß erzkonservativ, dogmatisch und anti-humanistisch. Immerhin war wenigstens Maischberger halbwegs vernünftig und brachte ein paar nette Impulse ein…der bittere Nachgeschmack der Katholizismus-Propaganda, finanziert durch öffentlich-rechtliche Gebühren, bleibt dennoch.
Viel besser und fundierter als der Abendzeitungs-Artikel ist übrigens der Spiegel-Artikel zur Sendung.
Redaktion benachrichtigen Rechtsextrem – oder vielleicht doch linksextrem?
#75   Tyrus   03:40:49 | Dienstag, 9. September 2008
Das wurde aber auch Zeit!
Krieg zwischen kath.net und kreuz.net!
Da kann es nur Gewinner geben. Die säkularen Humanisten.
Redaktion benachrichtigen Die Theologen sind nur noch angepaßte Nachbeter
#36   Tyrus   02:11:50 | Montag, 1. September 2008
Von mir aus
Seif gewiss, ich kenne den Zusammenhang, finde aber nicht dass, er die Stelle in ein sonderlich besseres Licht setzt. Myriam, du hast die Frauenfeindlichkeit von Paulus anders interpretiert als die meisten Theologen in den letzten 2000 Jahren… du relativert die Bibelstelle indem du sie so interpretierst, dass sie notdürftig mit der Emanzipation übereinkommen soll, tut sie aber letztendlich trotzdem nicht.
So oder so verstehe ich nicht: Warum muss die Frau sich überhaupt dem Mann unterordnen? Wieso soll sie auf den Mann hören müssen und der Mann nicht auf sie? Und wie soll man sich Jesus unterordnen? Ich war 20 Jahre lang Christ und habe ihn nie mit mir reden gehört. Wie kann ich mich jemandem unterordnen, der nie zu mir spricht?
Weiterhin:
Was ist mit Paulus’ Judenhass?
Was ist mit Paulus’ Legimitation der Sklaverei?
Redaktion benachrichtigen Die Theologen sind nur noch angepaßte Nachbeter
#7   Tyrus   21:12:30 | Freitag, 29. August 2008
Bezüglich des moralischen Werts Paulus’ Schriften
„Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter wie dem Herrn. Denn der Mann ist das Haupt der Frau.“
– Eph 5,23
Ein typisches Beispiel fürer das archaisch-patriarchalische Weltbild des Paulus. Frauen sollen den Männern unterlegene Geschöpfe sein. Machen mittlerweile nicht mehr Frauen in Deutschland Abitur als Männer?
„Die (Juden) haben den Herrn Jesus getötet und die Propheten und haben uns verfolgt und gefallen Gott nicht und sind allen Menschen feind.“
– 1. Thess 2,15
Den Judenhass haben mitnichten die Nationalsozialisten erfunden. Paulus gesamte Schriften triefen davon. Durch das gesamte Mittelalter hindurch gab es Judenpogrome durch katholische Christen. Fast immer berief man sich dabei auf Paulus.
„Ihr Sklaven, seid gehorsam in allen Dingen euren irdischen Herren!“
– Kol 3,22
Paulus hatte also offenbar nicht das geringste Problem mit der Sklaverei, im Gegenteil, er unterstützt sie!
Dies sind nur ein paar von unzähligen Beispielen aus Paulus Schriften. Und da behauptet der Autor des obrigen Artikels wahrhaftig, Paulus wäre als moralisches Vorbild für die heutige Gesellschaft geeignet? Lachhaft!
Redaktion benachrichtigen Schämen sich die Gottlosen ihrer Gottlosigkeit?
#20   Tyrus   21:54:51 | Dienstag, 19. August 2008
Helle Geister
„Darwinismus“ ist kein naturwissenschaftliches Konzept.
Jemand, der Charles Darwins Theorie für richtig hält, ist kein Darwinist. Genausowenig wie jemand, der an Newtons Gravitationstheorie glaubt, ein Newtonist ist.
Der Begriff „Darwinismus“ wird vorrangig von von Verfechtern der Design-Hypothesen verwendent. Häufig wird von diesen behauptet, die Evolutionstheorie sei keine wissenschaftliche Theorie, die aus prüfbaren Fakten und handfesten Beweisen besteht, sondern eine allein auf Dogmen basierende Ideologie.
Evolution gibt, wie Naturwissenschaft generell, kein Kommentar zum Übernatürlichen oder zur Moral, denn diese zwei Aspekte sind für wissenschaftliche Forschung irrelevant, da sie völlig subjektiv sind.
Design-Verfechter versuchen, aus der Evolutionstheorie eine Ideologie zu machen und versuchen so, sie in Verruf zu bringen. Sie machen an den Haaren herbeigezogene Behauptungen, wie dass Darwin dogmatisch sei, obwohl der Evolutionstheorie tatsächlich keinerlei Ideologie zugrunde liegt, geschweige denn, dass sie selbst eine wäre.
„Bedenkt, dass Fanatiker gefährlicher sind als Schurken. Einen Besessenen kann man niemals zur Vernunft bringen, einen Schurken wohl.“ – Voltaire, ‘Potpourri’
Wer sind die Fanatiker? Die Brights, die demütig nach einem logisch koherenten empirisch-naturwissenschaftlichen Weltbild forschen, oder die fanatischen Gläubigen, die der Ansicht sind, die selbstverliebt überzeugt sind, alle „ewigen“ Wahrheiten bereits gefunden zu haben?
Redaktion benachrichtigen Wie Zirkustiere auf ein Zeichen ihres Dompteurs reagieren
#205   Tyrus   01:04:23 | Donnerstag, 14. August 2008
Werter Martin
Sie scheinen ein besonders verblendeter Zeitgenosse zu sein und außerdem ein besonders Unangenehmer. Haben Sie etwa Johannes 8,7 vergessen? Sie verurteilen die arme clarissa oberlehrerhaft als unseriös und verlogen, ohgleich sie Ihnen nichts getan hat außer eine andere Meinung zu haben. Sie werfen wild mit absurden Bibelzitaten um sich und propagieren Nächstenliebe und Toleranz, obschon Sie gleichzeitig machen Sie clarissa unhaltbare Vorwürfe, verurteilen Sie ihrer Ihnen nicht passenden Meinung wegen und raten ihr zur Reue, weil sie Ihre Aussagen in Frage stellt, die sie mit pseudo-klerikaler Autorität so gut wie eben möglich versuchen zu verteidigen. Das hat nichts mit fairem Diskurs oder Dialektik zu tun, das sind schlichtweg unredliche Einschüchterungstaktiken.
Redaktion benachrichtigen Deus lo vult
#42   Tyrus   13:26:22 | Sonntag, 10. August 2008
Die Schlagzeile ist bezeichnend
„Deus lo vult“ (Gott will es) war der Wahlspruch der Kreuzfahrer. Ein glänzendes Beispiel dafür was passieren kann, wenn Staat und Kirche nicht sauber getrennt werden.
Echte Religionsfreiheit ist nur möglich, wenn der Staat weltanschaulich neutral ist.
Ich bin übrigens auch für die Anerkennung von Hausarbeit als Beruf, aber nicht aus christlicher Motivation.
Möglichst qualifizierte Frauen, was auch eine Bildungsreform impliziert, sollen so die Gelegenheit erhalten, Familien oder Großfamilien zu gründen, die sie aufziehen und dafür vom Staat soweit entlohnt werden, dass sie weiterhin unabhängig vom Einkommen des Vaters wirtschaften können. Das nötige Kleingeld dazu soll eine Kinderlosensteuer erwirtschaften. Die Professionalisierung der Familienarbeit soll den Widerspruch auflösen, dass die Produktion von Waren und Dienstleistungen in modernen Gesellschaften kapitalistisch organisiert ist (Arbeit wird nach Leistung bezahlt), während die Reproduktion von Nachwuchs beinahe vollkommen sozialistisch organisiert ist (keine leistungsbezogene Bezahlung familiärer Erziehung, stattdessen eine kaum nennenswerte Pauschale [Kindergeld]).
Redaktion benachrichtigen Die schlimmsten sind die Atheisten + …
#24   Tyrus   21:59:13 | Donnerstag, 7. August 2008
Des Papstes krude Ideen
„Wenn man Gott leugne, fehle das Fundament für eine Verantwortung gegenüber ihm und seiner Schöpfung.“
Die Frage, die sich mir darauf hin stellt, ist, was daran so schlimm sein soll. Man kann nämlich trotzdem ein außerordentlich humaner und friedliebender Mensch sein.
Unter Atheisten gibt es verhältnismäßig mehr Vegetarier, Tierschützer und Umweltaktivisten als unter Christen. Woran mag das liegen? Vielleicht daran, dass die Bibel explizit wie implizit zu Fleischkonsum, Tierquälerei und Umweltmissbrauch aufruft.
Warum wurden hunderte große Kriege „für Gott“ geführt aber kein einziger „für den Atheismus“? Und jetzt bitte nicht mit Lenin oder Mao kommen. Kein Mensch mordet „für den Atheismus“, sondern für Sozialismus, Kommunismus, Christentum, Islam und vergleichbare Ideologien. Kein Atheist foltert Kreationisten, auf dass sie widerrufen; kein Atheist verbreitet kritisch-rationales Denken mit Waffengewalt; Sklaverei wurde niemals durch Gottlosigkeit begründet; niemand jagt Flugzeuge in Wolkenkratzer und brüllt dabei „Gelobt sei Richard Dawkins!“; kein atheistischer Philosoph ist dafür bekannt, sich aufgrund zölibatärer Triebunterdrückung an Kindern vergangen zu haben… die Liste ließe sich endlos fortsetzen.
Redaktion benachrichtigen Rückzug auf den alten Weg
#14   Tyrus   20:18:57 | Mittwoch, 23. Juli 2008
@blücher
Dann ist das Zölibat aber ebenfalls eine Sackgasse der Evolution, oder nicht? :-)
@matt2:Sie fallen mir immer wieder durch ihre unbelegten Behauptungen auf. Natürlich lässt sich das Konzept Sünde kritisieren und bezweifeln. Sie hätten meines Erachtens einen wirklich formidablen Großinquisitor abgegeben.
Redaktion benachrichtigen „Hart“ aber „fair“ und verlogen
#174   Tyrus   20:40:16 | Sonntag, 20. Juli 2008
Dialektik schlägt Dogmatik
@Kondominsky:
Andere religiöse Gruppen haben sich auch enorm vermehrt, die Buddisten zum Beispiel im alten China. Aber hat man jemals von einem heiligen Krieg „für Buddha“ gehört? Es hängt immer davon, ob ein Glaube sich für niedere Zwecke instrumentalisieren lässt oder nicht. Der christliche Glaube ließ und lässt sich wunderbar instrumentalisieren. Ein Despot musste nur sagen: „Gott will es!“ und das Volk metzelte sich in glückseliger Heilserwartung durch die Reihen der „Ungläubigen“, „Ketzer“ und „Hexen“.
@ Colombe:
Natürlich kann man forschen, ohne den Glauben zu verlieren. Aber es hängt ganz davon ab, was man erforscht und unter welcher Prämisse. Theologen akzeptieren die Prämisse „Gott existiert“ völlig unhinterfragt, ansonsten verlieren sie ihre Lehrerlaubnis (oft auch schon für weniger, z.B. Küng oder Drewermann). Die katholische Dogmatik ist sehr streng, der personale Gottesbegriff wird zwingend vorrausgesetzt. Ich kenne einen Theologiestudenten, mit dem ich öfters diskutiere. Er beruft sich auf Theologen wie Küng und lehnt einen personalen Gott ab. Damit wird er es mit Glück vielleicht zum Religionslehrer schaffen, aber bestimmt nicht zum Doktor oder Prof.
Folgende zugegeben überspitze Grafik zum Thema Wissenschaft und Glaube finde ich recht einleuchtend: radek.com/…ssenschaftGlaube.jpg
Redaktion benachrichtigen „Hart“ aber „fair“ und verlogen
#171   Tyrus   11:47:58 | Sonntag, 20. Juli 2008
Gedanken
Es sind in der Tat schöne Gedanken und als Kind konnte ich auch noch viel damit anfangen. Wer daran glauben möchte, soll auch gern glücklich werden. Ich habe aber einfach keinerlei Beziehung zum Transzendenten, Spirituellen, Esotherischen… wie auch immer man es nennen will. Ich habe meine Gefühlswelt, meine Phantasie, mein Wissen und meinen Forscherdrang. Danach glaube, lebe, handle ich und meine Weltanschaung beantwortet mir viele Fragen, die mir als Christ immer ein großes Rätsel waren, wie z.B. Warum lässt Gott Leid zu?; Warum sollen vor 2000 Jahren Wunder gesehen sein, heute aber nicht mehr?; Warum gehen die ethischen Gebote und Prophezeihungen der Bibel mit der modernen Philosophie und Naturwissenschaft nicht konform bzw. warum nehmen sie sie nicht vorweg?; Warum hat die Entwicklung der christlichen Lehre so eine enorme Blutspur hinter sich her gezogen? Warum hat die christliche (insb. katholische) Lehre so eine unnatürliche Einstellung zur Sexualität? Warum braucht der Schöpfer des Universums für sich keinen Schöpfer? … die Liste ließe sich noch lang fortsetzen.
Redaktion benachrichtigen Kostenlose Umarmungen
#41   Tyrus   09:52:09 | Sonntag, 20. Juli 2008
Lieber Herr Bischof
Zufällig studiere ich seit nunmehr 4 Semestern Geschichte und kenne mich ein wenig aus mit der
historisch-kritischen Methode. Meine sämtlichen Profs würden Ihnen, so denke ich, geschlossen widersprechen.
Die Methode ist wissenschaftlich, gerade weil sie im Gegensatz zur dogmatischen Theologie NICHT von Vorunterstellungen (á la Supernaturalismus) ausgeht.
Gerade der historisch-kritische Ansatz ist darum bemüht, das Leben des historischen Jesus von Nazareth möglichst realistisch zu rekonstruieren. Dazu werden natürlich nicht nur kanonische Quellen verwendet, denn so eine einseitige Beschränkung wäre unwissenschaftlich gearbeitet. Die Wunder Jesu sind nicht besser belegt, als beispielsweise die Orakelsprüche von Delphi oder andere Auferstehungsmythen der Antike. Es sind bloß mehr Quellen erhalten, was aber nicht automatisch bedeutet, dass sie alle auch verlässlich sind. Gerade die NICHT VERGÖTZTE Vernunft muss einsehen, dass übernatürliche Ereignisse vor 2000 Jahren genauso unmöglich gewesen waren , wie sie es heute sind.
Was bitte wollen Sie durch eine Ansprache Napoleons, einem im 18. Jahrhundert aufgewachsenen und in christlicher Moral indoktrinierten Mann, belegen?
Sogar Napoleon sprach sich auf Elba deswege
Redaktion benachrichtigen Kostenlose Umarmungen
#37   Tyrus   23:33:27 | Samstag, 19. Juli 2008
Ich empfehle:
www.youtube.com/watch?v=1_pWfzzIQTQ
zur historisch-kritischen Jesusforschung (8 Teile).
Redaktion benachrichtigen „Hart“ aber „fair“ und verlogen
#167   Tyrus   14:38:06 | Freitag, 18. Juli 2008
Liebe Colombe
Nein, ich habe keine Beweise. Weder dafür, dass es eine Seele gibt, noch dagegen. Aber ich gehe davon aus, dass ich in meiner Erkenntnisfähigkeit nicht eingeschränkter bin, als die Menschen vor sagen wir knapp 2000 Jahren.
Sie sagen:
„Ich begreife nie, warum die Philosophie
sich Jahrhunderte mit Dingen beschäftigt,
die sich nicht beweisen lassen.
Zeitvergeudung.“
Ein kleines Gedankenexperiment: Ersetzen Sie „Philosophie“ in diesem Satz mal durch „Religion“!
Die Evangelisten haben doch auch nichts anderes gemacht, als Theorien aufgestellt, die sich nicht beweisen lassen! Besonders die Wunder Jesu und seine Auferstehung widersprechen sogar den Naturgesetzen.
In meinem Geschichtsstudium habe ich gelernt, dass man stets davon ausgehen sollte, dass die Naturgesetze nicht gebrochen werden könnnen, denn ansonsten könnten sämtliche Wunderberichte der Vergangenheit aufs Wort genau wahr sein (Beispiel: Orakel von Delphi). Wie soll man bei phantastischen Geschichten die Wahrheit herausfiltern? Indem man experimentell prüft, was möglich und realistisch ist und was nicht.
Der Mensch als vernunftbegabtes Wesen braucht ethische Grundsätze zum Zusammenleben. Ansonsten wären wir nicht dazu fähig, unsere Kultur aufrechtzuerhalten. Ethische Grundsätze lassen sich aber nicht direkt von der Natur ableiten, sie müssen logischen Prinzipien folgen. Laut Kant soll die Philosophie folgende 4 Fragen beantworten:
1. Was kann ich wissen? 2. Was soll ich tun? 3. Was darf ich hoffen? 4.Was ist der Mensch?
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#165   Tyrus   00:47:19 | Freitag, 18. Juli 2008
@Stöhr
Durch diese Aussage haben Sie sich zum Faschisten qualifiziert, Gratulation! Die Inquisition hat die vermeindlich „Dummen“ verbrannt, die Nazis haben sie vergaßt und Sie, Herr Stöhr, heißen das gut. Nicht die Dummheit Brunos ist bemerkenswert, Ihre ist es. Ich bin sehr froh, dass ich Sie nicht persönlich kenne.
@HBR:
Selbstverständlich bin ich mir dessen bewusst. Ich glaube übrigens auch nicht an eine Weltseele, aber ich halte sie für wahrscheinlicher als individuelle Seelen.
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#161   Tyrus   23:20:29 | Donnerstag, 17. Juli 2008
Weder noch
Dieses Dilemma ist recht einfach aufzulösen, wenn man davon ausgeht, dass weder Mensch noch Tier eine Seele besitzen. Alles, was es in Wirklichkeit gibt, sind biologische Prozesse. Der Philosoph Richard Rorty ersann folgendes: Man könne sich eine extraterrestrische Zivilisation vorstellen, die kein psychologisches Vokabular verwende und statt dessen nur von biologischen Zuständen spreche. Eine solche Zivilisation wäre hinsichtlich ihrer kommunikativen Fähigkeiten der Menschheit in nichts unterlegen. Es ist wirklich schade, dass sich heute immernoch auf Hintlerweltler wie Aquin beruft, obwohl zwischenzeitlich Spinoza, Bruno, Hume, Kant, Freud, Fromm und Camus gelebt haben, um nur einen kleinen Auschnitt zu geben.
„Wenn also Geist, Seele und Leben sich in allen Dingen vorfindt und in gewissen Abstufungen die ganze Materie erfüllt, so ist der Geist offenbar die wahre Wirklichkeit und die wahre Form aller Dinge. Die Weltseele ist also das constituierende Formalprinzip des Universums und dessen was es enthält; d.h. wenn das Leben sich in allen Dingen findet, so ist die Seele Form aller Dinge; sie ist überall die ordnende Macht für die Materie und herrscht in dem Zusammengesetzten; sie bewirkt die Zusammensetzung und den Zusammenhalt der Theile.“ – Giordano Bruno
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#84   Tyrus   22:02:37 | Donnerstag, 17. Juli 2008
na wenn er satanist war
dürfte der herr der fliegen ihn wenigstens mit einer guten anstellung belohnen, nicht wahr? ^-^
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#154   Tyrus   21:53:33 | Donnerstag, 17. Juli 2008
@Dr. Heger
Danke, dass Sie nach wie vor sachlich bleiben. Das ist ja hier keine Selbstverständlichkeit.
Ich habe nicht behauptet, dass Papst Urban II. die Judenpogrome angeordnet hätte, aber sie haben stattgefunden und wurden durchaus von christlichen Predigern wie Peter dem Eremiten initiiert. Aber auch die feinen adligen Ritter, wie Gottfried von Bouillon, der spätere Herrscher von Jerusalem, machten mit. Jener soll laut einem zeitgenössischen Chronisten gesagt haben, dass er nicht anders seinen Weg ziehen könne, als indem er das Blut seines Erlösers an dem Blute Israels räche und von jedem, der den Namen Jude trägt, weder Rest noch Flüchtling übrig lassen werde.
Ich bin der Ansicht, dass die Politreligion mit ihrer flächendeckenden Propaganda, ihren vielfältigen Ritualen und ihren Masseninszenierungen die einzig plausible Erklärung für den Erfolg des Nationalsozialismus darstellt.
Wie erklären Sie sich sonst die massive völkische Begeisterung für die Staatsideologie, die man auch heute so nur noch bei quasi-religiösen Massenergeignissen wie Popkonzerten oder Fussballspielen erlebt?
Zum Thema Kleinkinder: Ein dreijähriges Kind befindet sich normalerweise auf der ersten Stufe der präkonventionellen Moral (nach Kohlberg). Das bedeutet:
Egozentrismus; Lust-Schmerz-Orientierung; Vermeiden von Strafe. Diese über Form von Sittlichkeit verfügt aber auch jeder ausgewachsene höhere Säuger. Wo ist ein Menschenkind hier sittlicher?
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#133   Tyrus   14:59:10 | Donnerstag, 17. Juli 2008
@Dr. Heger
Haben Sie Brecht gelesen? Wenn er nicht ins Exil gegangen wäre, hätten die Nazis ihn gelüncht für seine Schriften.
Zu Ihrer frappierenden Traditionsblindheit habe ich bereits genug gesagt denke ich. Hören Sie besser auf mit dem Thema Juden, bevor Sie sich um Kopf und Kragen reden.
Den „Unfung“ mit der Kreuzzugsfinanzierung habe ich von Prof. Dr. Vones, Universität zu Köln, historisches Seminar, sowie aus einigen von ihm empfohlenen Büchern, z.B. von H. Mayer, S. Runciman und J. Riley-Smith, allesamt führende Kreuzzugs-Experten. Die Nationalsozialisten haben nicht „entchristlicht“, sondern die den völkischen Glauben durch ihre Politreligion ersetzt, was bei weiten Teilen der Bevölkerung, selbst den Eliten, offenbar ohne großen Widerstand funktionierte.
Kleinkinder sind sittliche Wesen? Haben Sie Kinder? Oder jemals ein Buch zur Pädagogik gelesen? Ich empfehle Piaget. Kleinkinder sind alles andere als sittlich, geschweige denn moralisch.
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#131   Tyrus   14:05:24 | Donnerstag, 17. Juli 2008
@Florian
Jetzt machen Sie mich neugierig. Darf ich fragen, worum es sich dabei handelte? Ich habe nämlich in meinem ganzen Leben noch nie etwas erlebt, das ich als übersinnlich oder definitiv unerklärlich bezeichnen würde.
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#129   Tyrus   13:58:19 | Donnerstag, 17. Juli 2008
@Florian
Ja, ich habe dieses Problem schon verstanden. Ich werde Ihnen Ihre „Glaubenswahrheiten“ nicht mit empirisch belegten Tatsachen abspenstig machen können.
Da sich ihr Glaube ein kulturhistorisches Konstrukt ist, werden Sie aus der intrinsischen Logik nicht ausbrechen können, auch wenn immer wieder große Widersprüche auftreten (Theodizee z.B.).
Ich würde gern noch weiter diskutieren, aber ich sehe die Müßigkeit dieses Unterfangens ein und habe außerdem für die Uni zu lernen. Vielen Dank für die Einblicke in Ihre Mentalität. Ich habe ja selbst einst so gedacht und kann verstehen, warum Sie so verbittert daran festhalten.
Eine Welt ohne Gott ist eben nicht so gemütlich und voller Wahrheiten. Als Agnostiker/Deist muss man sich selbst auf die Suche nach Sinn und der Wahrheit machen, anstatt zu meinen, sich alles aus einem einzigen Buch ableiten zu können.
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#126   Tyrus   13:39:27 | Donnerstag, 17. Juli 2008
Lieber Herr Dr. Heger,
Ich dachte an solche Menschen wie Bert Brecht, die unermütlich gegen die Nazi-Diktatur angeschrieben haben.
In der Tat war und ist das Bild von „den Juden als Christusmörder“ latent im Christentum vorhanden. Das wussten schon Nietzsche und Feuerbach.
In der Tat waren die Judenpogrome im Mittelalter meist keine unorganisierten Ausbrüche wilder Horden, sondern perfide geplante und genaustens ausgeführte Plünderungen, um z.B. Kreuzzüge zu finanzieren. Ich habe nie behauptet, dass die antijudaistischen Aktionen mit dem NS-Antisemitismus gleichzusetzen sind, nur dass letzterer hier durchaus seine Ursprünge hat.
Sie sagen es: Personen sind sittliche Wesen. Embryonen und selbst Kleinkinder sind keine sittlichen Wesen. Eine ausgewachsene Kuh ist um ein vielfaches vernünftiger als jedes Baby. Sie haben sich zum Speziesismus bekannt:
Ein Mensch ist ein besseres Wesen, allein weil er Mensch ist. Dabei widersprechen Sie ihrer eigenen Definition von Person, um ihre antinaturalistische Ideologie aufrecht zu erhalten. Wie sagte Theodor Adorno: „Auschwitz beginnt dort, wo einer im Schlachthof steht und denkt: Es sind ja bloß Tiere.“
OK, ein weiteres Beispiel: Ich bin die Inkarnation Jesu. Widerlegen Sie das. Das Sparsamkeitsprinzip der Wissenschaft empfielt, unbrauchbare Hypothesen hinauszuwerfen. Der Körper-Geist-Dualismus ist so eine unbrauchbare Hypothese.
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#123   Tyrus   13:02:21 | Donnerstag, 17. Juli 2008
Danke fürs Zwischenposten, matt
auch wenn Ihr Beitrag rein gar nichts zur Diskussion beigetragen hat.
@Dr. Heger:
ich studiere ja Geschichte. Meines Wissens waren es eher die intellektuellen Liberalen, die dem Judenmord widersprachen. Vielen Katholiken waren die Juden als „Christusmörder“ schon immer ein Dorn im Auge gewesen.
Judenpogrome gab es schon im Mittelalter, natürlich vor allem durch frommste Ritter.
Nochmals: ein Embryo ist kein Mensch, sondern ein werdender Mensch, das ist ein großer Unterschied.
Die Tötung werdender Menschen ohne soziale Bindungen und ohne Bewusstsein mit dem Völkermord an erwachsenen und fühlenden Personen gleichzusetzen, ist eindeutig eine Verharmlosung letzteren Falls.
Für „Person“ gibt es zwei Definitionen:
Person im alltäglichen Sinn bezeichnet einen bestimmten Menschen, dem soziologisch eine bestimmte Rolle ein Beruf oder eine Herkunft zukommt, und dem juristisch ein bestimmtes verfassungsrechtlich festgelegtes Subjektsein bestätigt wird.
Person im philosophischen Sinn bezeichnet das Wesen des Menschseins auf dem Hintergrund des griechisch-römisch-christlichen Denkhorizonts: Dem Menschen als Person wird eine gewisse Freiheit der Entscheidung und Verantwortlichkeit für sein Handeln zugeschrieben. Mit dieser Zuschreibung sind gewisse Rechte (Menschenrechte) und Pflichten verbunden.
Ich sehe nicht, wie auch nur eine der beiden Definitionen auf Embryos anzuwenden sein soll.
Ein praktischeres Beispiel als den Kobold habe ich:
In meinem Haus spukt es. Widerlegen Sie das!
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#120   Tyrus   12:41:33 | Donnerstag, 17. Juli 2008
Ich bin kein Menschenfeind
Ich möchte doch nicht den Menschen „entwürdigen“, sondern ein Bewusstsein schaffen für die Verbrechen, die an Tieren getan werden.
Ich möchte nochmal betonen: Ich bin prinzipiell gegen Abtreibung! Ich halte sie aber gleichsam nicht für ein schlimmeres Verbrechen als die Schlachtung unschuldiger Tiere allein zwecks Nahrungs-Luxus.
Ich würde jede werdende Mutter versuchen, zu überzeugen, dass sie ihr Kind austragen soll. Auch würde ich jeden suizidalen Menschen, versuchen, psychisch aufzubauen. Aber es gibt immer irgendwo Grenzen.
Aber ich kann nachvollziehen, dass Vergewaltigungsopfer und in ähnlichem Maße traumatisierte werdende Mütter abtreiben möchten und würde niemals auf die Idee kommen, ihnen dieses Recht zu versagen. Dies zu tun wäre ein krasser Schritt gegen die Emanzipation und für die Entmündigung und Abhängigkeit der Frauen vom Erzeuger.
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#117   Tyrus   12:11:49 | Donnerstag, 17. Juli 2008
Dies und das
@Daniel: Dass es keine Tierwürde gibt, ist ein Manko in so ziemlich jeder Verfassung, das aus religiöser Tradition statt aus naturwissenschaftlicher Erkenntnis herrührt (wie es sein sollte). Tiere waren immer bloß Gegenstände, wieso sollte man ihnen also ein Recht auf Leben zugestehen? Weil Sie empfindungsfähige Wesen sind, genau wie wir! Mir geht es nicht um Menschenrechte für Tiere, sondern allein um tierwürdiges Leben und ich bin gegen den sinnlosen Mord an Tieren. Vorgestern ist meine Katze überfahren worde, die mir sehr lieb war. Den flüchtigen Fahrer hätte ich wegen Sachbeschädigung anzeigen können. Aber wie hilft mir das, mit dem emotionalen Schaden umzugehen, den der Verlust dieses geliebten Lebewesens mit sich bringt?
@Heger:
Wer Lebewesen unwürdig behandelt, entwürdigt nicht nur das Lebewesen, sondern auch sich selbst.
Sie sind ein religiöser Extremist, Herr Heger, der Frauen das Recht auf Selbstbestimmung aberkennen möchte.
Diskussion scheint hier sinnlos. Geben Sie Acht, dass Sie nicht in den Knast wandern für Ihre Holocaust-Verharmlosung. Ein Embryo ist zwar unschuldig (wie eine Kuh), aber keine Person.
Bei der Frage mit der Seele irren Sie schon wieder.
Ich könnte die Behauptung aufstellen, das Universum sei der Verdauungstrakt eines riesigen Kobolds. Auch das kann niemand empirisch widerlegen. Trotzdem ist es denkbar unwahrscheinlich. Beschäftigen Sie sich mit Evolution und Neurologie!
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#111   Tyrus   23:27:47 | Mittwoch, 16. Juli 2008
@Colombe
Ich glaube, Heinrich wollte dieses Zitat als Antibeispiel präsentieren, denn so wie ich ihn bisher kennengelernt habe, ist er genauso konservativ wie Sie in seinen Ansichten.
Ich bin dafür Menschen in ihrer Würde zu schützen. Aber meines Erachtens verliert ein Mensch jegliche Würde, wenn man ihn vorsätzlich leiden lässt. Ich befürworte Abtreibung von Kindern mit Down-Syndrom prinzipiell nicht. Letztlich zählt aber nicht meine Meinung, sondern die der werdenden Mutter für mich. Ja, jede Zelle lebt, auch die Amöbe, die Sie gerade töten, indem Sie einatmen. Leben ist nach Qualität und nicht nach Quantität zu bewerten. Eine befruchtete Eizelle ist noch nicht mal ein Individuum, da sie immernoch einen Zwilling abspalten kann. Was zwischen uns steht, ist, so denke ich, dass Sie glauben, ein Embryo hat eine Seele und ein Huhn nicht, zumindest keine gleichwertige. Diese Einschätzung ist Glaubensangelegenheit und sollte nicht die Gesetzeslage beeinflussen. Was nützt es, wenn eine Mutter ihr Kind hasst und verstößt? Ich bin nicht gegen Schutz von empfindsamem Leben! Ich prangere stattdessen die dogmatische Doppelmoral an, mit der er hier betrieben wird!
„Was die Welt braucht, ist nicht ein Dogma, sondern eine Bejahung der wissenschaftlichen Forschung zusammen mit dem Glauben, daß die Qualen von Millionen nicht wünschenswert sind, ob sie nun von Stalin oder einer Gottheit, die sich der Gläubige als sein Ebenbild vorstellt, verhängt werden.“ – Bertrand Russell
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#96   Tyrus   23:09:03 | Mittwoch, 16. Juli 2008
und da glaubt wirklich jemand
dass der demographische Wandel durch ein Abtreibungsverbot aufgeboben werden kann? Wie naiv kann man sein???
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#100   Tyrus   19:55:55 | Mittwoch, 16. Juli 2008
Kommentare
@Heger:
Ebryonen sind keine vollwertigen Menschen und Abtreibung ist kein Mord. So steht es im Gesetz und Sie werden das sicher nicht ändern.
@Colombe (1):
Das habe ich nicht geschrieben. Ich habe von vollkommener und dauerhafter Demenz gesprochen, womit ich de facto den Intellekt einer Kakerlake meine. Es geht mir allein um die Bewusstseinsqualität, ökonomische Abwägungen kommen erst viel später!
Zum Thema Morphingabe stimme ich zu.
@Florian:
A) Es gibt keinen Gott B) Der nicht-existente Gott hat keinen Heilsplan. Wo ist der Widerspruch?
@Colombe (2):
Schaden und willkürliches Unrecht interpretiere ich als vermeidbares Leid. Somit ist meine Interpretation kompatibel mit dem hypokratischen Eid. Es darf auch niemals ein Mensch einen anderen zum Töten zwingen. Aber ich bin für Selbstbestimmung, die zentraler Grundsatz der Menschenrechte ist. Leben ist grundsätzlich schützenswert, je höherer seine Komplexität ist. Wenn Sie eingestehen, dass ein Säugetier mit einem vergleichbaren Bewusstsein wie ein Embryo oder Fötus in gleichem Maße schützenswert ist, schließe ich mich Ihnen an. Alles andere ist inkonsequent und Speziesismus.
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#95   Tyrus   12:45:32 | Mittwoch, 16. Juli 2008
@Colombe
Mir ist klar, dass es solche Fälle gibt. Ich würde auch niemals fordern, einem Wachkomapatienten die Geräte abzustellen, wenn eine noch so geringe Chance besteht, dass er wieder aufwacht. Wer das fordert, hat offenbar wirklich ein Problem mit seiner Menschlichkeit.
Ich glaube in der Tat nicht, dass Gott uns irgendwelche Prüfungen auferlegt.
Sterbehilfe für Komapatienten ist nicht der Kern der Debatte: Es geht vielmehr um unheilbar kranke, dauerhaft vollkommen demente oder verletzte Menschen, die unumgänglich sterben werden, es jedoch mehrere Alternativen gibt, wie. Wenn das Leben, das ihnen bleibt erträglich gemacht werden kann, ist es in jedem Falle vorzuziehen, aber wenn es nichts als unerträgliches Leid bedeutet, dann nicht!
In solchen Fällen ist Sterbehilfe einfach nicht mit Mord gleichzusetzen, denn bei Mord wird vorsätzlich enormes Leid zugefügt, während bei Sterbehilfe enormes Leid verhindert wird. Da ich nicht an Gott glaube, bete ich für niemanden. Stattdessen helfe ich den Menschen mit meiner persönlichen Zuneigung, statt auf Hilfe von Oben zu hoffen, die ohnehin nie eintrifft. Übrigens ist das Erhöhen der Morphiumdosis, was Sie beschreiben, genau das, was ich mir vorstelle unter Sterbebegleitung. Was denken Sie denn von mir, was ich mir darunter vorstelle? Stecker raus und bei Bewusstsein ersticken oder verhungern lassen? Giftspritze gar oder Zyankali? Ganz sicher nicht. So verschieden sind unsere Positionen zu dem Thema offenbar gar nicht.
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#93   Tyrus   01:31:32 | Mittwoch, 16. Juli 2008
Würde haben nur Personen
@Marranenjäger: Sie können ihr Statement nicht belegen, oder? Wer sagt das? Die Evolution spricht jedenfalls eindeutig eine andere Sprache.
@Colombe: Die Sterbehilfe führt entweder der vom Patienten dazu designierte Angehörige aus oder ein Arzt.
Die Medizin ist mitnichten soweit, dass kein Patient mehr leiden muss oder trotz bewusstlosem Dauerkoma ohne Chance auf Regeneration am Leben erhalten wird.
@Dr. Heger: Singers fordert, dass einer schlafenden Person Interessen zuzuschreiben und diese in ethische Abwägungen einzubeziehend sind, da die betreffende Person sie nach dem Aufwachen wieder artikulieren kann. Diese Unterscheidung ist sinnvoll, die mit der krummen Nase hingegen im höchsten Maße rassistischer Unsinn, gegen den Singer (dessen Großeltern von den Nazis ermordet wurden) vehement protestieren würde.
Ihn mit Nazi-Mördern zu vergleichen ist schlichtweg unredlich und zeugt allein von oberflächlicher Beschäftigung mit seinem Werk.
Ich gebe aber zu, dass hier ein Problem besteht. Daran scheitert allerdings keinesfalls die Forderung, dass vermeidbares Leid unbedingt zu vermeiden ist.
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#89   Tyrus   15:13:10 | Dienstag, 15. Juli 2008
@Galatea
Ach wirklich? Welche Bücher haben Sie denn von z.B. Peter Singer gelesen? Was sagen Sie zu seiner umfangreichen Stellungnahme, was die Nazi-Vergleiche betrifft? Halten Sie Fleischkonsum für ethisch vertretbar? Wenn ja, warum?
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#94   Tyrus   00:26:27 | Dienstag, 15. Juli 2008
Wo bleibt das Beispiel?
Sie haben keinerlei Belege für Ihre Behauptung. Ich bitte Sie nochmals um ein Beispiel für eine bewusste Handlung eines Wesens, die nicht aus subjektivem Eigennutz getan wurde oder getan wird. Wenn Sie kein Beispiel haben, können Sie meine Position nicht widerlegen. Sie können noch so oft die Hypothese aufstellen, es könnte altruistische Taten geben, die nicht dem subjektiven Eigennutz entsprechen. Beim altruistischen Handeln wird immer bloß der Eigennutz auf andere ausgedehnt, um daraus Vorteile zu ziehen. Selbstopferung beispielsweise kann dem Arterhalt dienen, aber auch – wie bei theistischen Märtyrern – dem subjektivem Glauben an das eigene Seelenheil. Also nochmal: Bitte nennen Sie mir ein Beispiel für eine Handlung, die altruistisch im Sinne von 100%ig unprofitabel für das eigene subjektive Wohl (das kann auch das Wohl der Art/des Systems einschließen) und ausschließlich profitabel für das Wohl anderer ist! Ich kann mir eine solche Tat beim besten Willen nicht vorstellen. Ich bleibe dabei: Der Altruist ist ein schlauer Egoist. Bedingte Kooperationsbereitschaft ist auf Dauer effektiver als Betrug und Ausbeutung.
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#82   Tyrus   22:50:31 | Sonntag, 13. Juli 2008
Antworten
@Heinrich: Was wollen Sie mir sagen? Nennen Sie mir nur ein Beispiel für eine Handlung eines rationalen Wesens, die nicht aus subjektivem Eigennutz geschieht. Sowohl ein Sanitäter als auch ein Selbstmordtattentäter glaubt, er täte das beste für sich und die Welt.
@Florian: Ich möchte mich nicht zum Moralapostel oder glorreichen Vorbild stilisieren. Auch ich habe viele Schwächen und mache Fehler. Wenn Sie ob meiner Sexualmoral wüssten, würden Sie mich sicherlich nicht mehr als brav bezeichnen, obwohl ich durchaus braver bin als der Großteil meiner Altersgenossen. Wie wollen Sie die wahren Absichten und Gesinnungen eines Mörders oder Vergewaltigers herausfinden? Kein Mensch kann in das Hirn eines anderen Menschen gucken. Eine solche Moral funktioniert nich, weil wir danach nicht rational und objektiv über die Konsequenzen menschlichen Handelns urteilen können. Wie schon erwähnt, der muslimische Selbstmordattentäter ist festen Glaubens, er täte eine selbstlose und gerechte Tat, trotzdem ist sein Handeln zutiefst verurteilungswürdig. Ein anderer Mensch ist Fleisch, weil er glaubt, es sei gesund und moralisch zu rechtfertigen, Tiere allein des Genusses wegen zu ermorden. Ich sehe darin auch eine Sünde. Welcher Maßstab soll universell sein? Die Evangelien mit ihren schwammigen, ungenauen und archaischen Geboten sind meines Erachtens denkbar ungeeignet.
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#78   Tyrus   21:59:07 | Sonntag, 13. Juli 2008
Liebe Nachtlaterne, lieber Heinrich
Ich lebe, liebe, arbeite. Habe Freunde und keine Feinde. Ich stehle nie, schlage mich nie und töte keine Lebewesen, wenn ich es vermeiden kann (ich esse keine Tiere). Ich versuche, immer ehrlich zu sein und handle nach bestem Wissen und Gewissen. Man könnte sagen, ich lebe, wenn man so will. Ich nenne mich einen aufgeklärten Hedonisten. Das heißt ich handle zwar nach meinen Bedürfnissen, aber nur soweit, dass ich andere Bedürfnisse möglichst wenig in Mitleidenschaft ziehe. Altruismus ist eine höhere Stufe des Egoismus, jegliches Handeln dient in letzter Konsequenz dem Eigennutz. Der frommste Christ ist nur deshalb gut, weil er Angst vor Gottes Strafe hat bzw. gierig nach Gottes Belohnung ist.
Ethik braucht keinen Gott. Ich bin gut, weil ich gut sein will, denn wem ich gnädig bin, der ist auch mir gnädig. Ich handle demnach nicht bloß deshalb redlich, um mich bei einer höheren Autorität einzuschmeicheln.
Wo überschätze ich mich? Wo behaupte ich, eine absolute Wahrheit zu besitzen oder gar „die Krone der Schöpfung“ zu sein? Ich will kein Raubtier sein, das schwächere Menschen und Tiere ausbeutet, sondern in Frieden und mit dem aktuellsten Wissen das Leid in der Welt mindern und das Glück aller maximieren. Ich bin jederzeit offen für Kritik, sofern die Argumente rational sind und bin sehr sicher, dass ich noch viele neue Erkenntnisse in diesem Leben erwerben werde, sodass ich eines Tages darüber lachen kann, wie naiv ich im Jahre 2008 noch war.
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#75   Tyrus   21:01:49 | Sonntag, 13. Juli 2008
Meine Lebensphilosophie
Ich kämpfe momentan für die naturwissenschaftliche und empiristisch-philosophische Theorie, dass Menschen Säugetiere sind, die in den letzten Jahrtausenden gelernt haben, sich maßlos zu überschätzen.
Absolute Kontrolle ist nur dann möglich, wenn man von absoluten Wahrheiten ausgeht. Zur absoluten Wahrheit kann man prinzipiell alles erklären. Unter Folter wird manch einer 2 plus 2 = 5 für die Wahrheit erklären. Ich glaube fest, es gibt keine Freiheit in Knechtschaft und keine absolute Wahrheit, bloß verschieden gute Theorien. Wenn das Ökosystem dieses Planeten noch gerettet werden kann, dann nur, wenn die Menscheheit wieder bescheidener wird! Ich kämpfe gegen das Leid von Mensch und Tier und für den vernünftigen Umgang mit den begrenzten Ressourcen unseres Planeten. Menschen können die Welt ein bisschen besser begreifen als z.B. Schimpansen, aber sie sind ihnen insgesamt lange nicht so weit voraus, wie viele glauben. Ich kämpfe dafür, dass es jedem freisteht, anderer Meinung zu sein.
Ich kämpfe nicht gegen Religionsgemeinschaften oder friedliche Rituale, die manch einem viel bedeuten mögen, sondern für Bildung und Aufklärung. Ich bin überzeugt, dass alle diese Ziele nur gewaltlos und durch Argumente und Diskussion, niemals aber durch Indoktrination oder Propaganda zu erreichen sind. Für diese Ideale werde ich mich mit aller Kraft kämpfen und wenn es eines Tages nötig sein wird, auch mein Leben geben, damit die nachfolgenden Generationen frei und selbstbestimmt aufwachen könne…
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#24   Tyrus   20:43:56 | Sonntag, 13. Juli 2008
@matt2
Ha, ich wusste es, Sie sind ein Evangelikaler!
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#22   Tyrus   20:41:50 | Sonntag, 13. Juli 2008
@Orator
und das hat Jesus Ihnen persönlich mitgeteilt?
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#16   Tyrus   20:27:43 | Sonntag, 13. Juli 2008
Schade
Sie enttäuschen mich, Marranenjäger. Sie sind ja wirklich verblendet, aber immerhin nur in mancherlei Hinsicht. Nun stellt sich mich aber die brennende Frage: Welche Stellen sind explizit vom Teufel geschrieben und wie kann man das herausfinden? Und wenn der Teufel mitgeschrieben hat, wer noch? Vielleicht sogar normale, nicht von übernatürlichen Wesen inspirierte Menschen? Ich weiß, das ist eine schier unglaublich! Echte, normale Menschen, die „heilige“ Bücher schreiben, wo gibt’s denn sowas?
@Heinrich:
Im AT haben wir Altersangaben und Generationenfolgen von Adam an, die aufeinandergerechnet ungefähr 4000 Jahre bis Jesu Geburt ergeben. Nun könnte man natürlich sagen, dies waren bloß metaphorische Zahlen. Bleibt die Frage bestehen, nach welchen Kriterien man Bibelstellen als metaphorisch oder unbedingt wortgetreu wahr verstehen muss. Wissen Sie es? Ich frage mich das seit meiner Kindheit.
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#11   Tyrus   20:17:13 | Sonntag, 13. Juli 2008
Hut ab!
Endlich tritt mal einer hier auf die virtuelle Schaubühne, der die religiöse Verblendung herrlich authentisch karikiert! Und die anderen merken nicht mal… Weiter so, Orator!
Marrannenjäger, das ist auch schon ein guter Anfang, aber auf dem realsatirischen Niveau von Orator sind Sie noch nicht ganz. Sie sollten auch noch erwähnen, dass der Teufel die Dinosaurierknochen in der Erde vergraben hat, um uns vorzugaukeln, die Erde wäre älter als 6000 Jahre, :-)
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#73   Tyrus   20:12:03 | Sonntag, 13. Juli 2008
Florian
„Geschwätz“ haben Sie gesagt. Ich bin mir sicher, dass die Existenz einer unsterblichen Seele niemals naturwissenschaftlich nachgewiesen werden wird. Aber im Gegensatz zu Ihnen bin ich dafür offen, mich vom Gegenteil überzeugen zu lassen. Trotzdem würde selbst die unwiderlegbare Existenz einer unsterblichen Seele nicht automatisch implizieren, dass der Katholizismus wahr ist. Judentum, Islam und die diversen anderen christlichen und monotheistischen Strömungen könnten ebenfalls zutreffen oder eben gar keine davon. Alles reine Spekulation, genauso wie eine absolute Wahrheit reine Spekulation ist. Ich hoffe inständig für Sie und mich, dass das zweite Gottesstaat-Mittelalter, von dem Sie phantasieren, niemals eintrifft. Ich freue mich sehr darauf, Philosophielehrer zu werden, um Kinder unseres Landes vor dieser drohenden Gefahr wider den Errungenschaften der Aufklärung zu warnen und um Sie zu Widerstand aufzufordern.
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#69   Tyrus   19:50:57 | Sonntag, 13. Juli 2008
@Heinrich
Ich habe nirgends behauptet, dass Gott lügt. Ich habe noch nicht mal behauptet, dass die Bibel lügt. Ich habe bloß gesagt, dass die Bibelautoren ein antikes Weltbild hatten und nicht über das naturwissenschaftliche Wissen verfügen konnten und, das wie heute haben und auch nicht historisch-kritisch, sondern in höchstem Maße subjektiv und suggestiv in ihren Aufzeichnungen waren. Trotzdem haben sie bemerkenswerte Literatur geschrieben, die ich als solche auch durchaus schätze.
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#67   Tyrus   19:35:13 | Sonntag, 13. Juli 2008
Lieber Florian
Was sollen denn nun diese höchst subjektiven Meinungen und Glaubenssätze bitte für ein Beleg für a) Übernatürliches und b) den Katholizismus sein? Selbst wenn diese Menschen ihre Erfahrungen nicht bloß halluziniert hätten, würde auch das noch lange kein jüngstes Gericht oder ähnliches in irgendeiner Form belegen. Du erkennst selbst, dass wir Menschen mit unseren arg begrenzten Primatensinnen noch bei Weitem nicht dazu in der Lage sind, die Funktionsweise des Universums zu verstehen. Aber alle brauchbaren Ansätze, die wir bisher haben, kommen aus der Wissenschaft und täglich werden neue Theorien erdacht und überprüft.
Wahrheit ist ein großes Wort. Als Geschichtsstudent habe ich eins gelernt: In weltanschaulichen- und Ethikfragen gibt es keine eindeutige Wahrheit. Es gibt nur Menschen mit unterschiedlichen Interessen, die man m.E. am besten nach utilitaristischen Maßstäben (so viel Glück und so wenig Leid wie möglich) abwägen sollte. Aber auch das muss natürlich nicht der letzten Weisheit Schluss sein.
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#5   Tyrus   19:17:39 | Sonntag, 13. Juli 2008
Wyclif
war ein wichtiger Vorreiter der Aufklärung. Er übersetzte die Bibel ins Englische und ermöglichte so eine breite Bildung, wodurch sich der einfache Bürger von der Willkür seiner vorgesetzen Klerikalen zumindest teilweise schützen konnte. Ohne Menschen wie ihn und seine Anhänger, die von der Inquisition grausamst verfolgt, gefoltert und hingerichtet wurden, hätten wir heute immernoch Kaiser, politisch aktive Päpste, Stände und keine moderne Zivilisation, Kultur, Medizin und Philosophie. Kurzum, wir wären im dunkelsten Mittelalter stecken geblieben. Aber ganz offenbar gibt es hier einige Menschen, die dies ganz und gar für erstrebenswert halten.
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#65   Tyrus   19:08:16 | Sonntag, 13. Juli 2008
Hi Florian
Sie glauben an die buchstäbliche Wahrheit von Mythen und Legenden, die vor tausenden von Jahren niedergeschrieben wurden und raten mir, mein Weltbild upzudaten? Ich komme nicht umhin, zu schmunzeln. Die Wissenschaft ist beileibe nicht allwissend. Im Gegenteil, ein guter Wissenschaftler ist sich bewusst, dass er eben nur über Theorien verfügt, die veröndert und ersetzt werden und sich so dialektisch der Wahrheit annähern, nie würde ein redlicher Wissenschafler davon ausgehen, über absolute Wahrheit zu verfügen.
Autosuggestion ist die effizientere, weil einfachere und für jedermann nachvollziehbare Erklärung für das was Sie „spirituelle Fremdeinwirkung“ oder wie auch immer nennen würden. Prophetie und Erscheinungen haben der Menschheit nicht sonderlich bei Ihrer Entwicklung geholfen. Keine Propheten haben Bakterien, Antibiotika und Elektrizität entdeckt, sondern Wissenschaftler.
Die moderne Quantenphysik passt wunderbar in ein naturalistisches Weltbild. Ich habe bisher keinen ernstzunehmenden Physiker kennengelernt, der etwas anderes behauptet. Sie schon?
@matt2: Sie sind gar kein Katholik? Was denn dann? Ein Zeuge, ein Evangelikaler, ein Mormone?
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#62   Tyrus   14:57:58 | Sonntag, 13. Juli 2008
@Nachtlaterne
Doch, ich habe sehr wohl verstanden was Sie glauben! Die Bibel legitimiert sich ausschließlich durch sich selbst! Das wäre so, wie wenn ich sagen würde, alles was Person X sagt, ist wahr, denn Person X hast das Dogma aufgestellt: Ich bin von Gott/der Vorsehung geleitet und daher unfehlbar. Ich glaube nicht an ein ewiges Leben, nur weil die Bibel davon erzählt.
Die Bibel ist ein antikes Buch, das von Menschen mit antikem Weltbild verfasst worden ist. Wir können heutzutage gar nicht sagen, was sich diese Menschen dabei gedacht haben und an welchen vormittelalterlichen Unsinn sie fest geglaubt haben müssen. Selbst wenn sich die Bibel nicht widerspräche, wäre sie immernoch nur ein Buch mit Geboten und Gesetzen, die für eine völlig andere Kultur erdacht wurden. Unsere Zivilisation hat dank der Aufklärung ethische Grundsätze entwicklelt, die allen Bibelgeboten weit überlegen sind in Präzision und Lebenspraktikabilität.
Wir haben die Menschrechte, die der Vatikan als einziger Staat in Mitteleuropa nicht anerkennt, wir haben die Sklaverei abgeschafft, Frauenrechte, Weltanschauungsfreiheit, den demokratischen Rechtsstaat erkämpft, naturwissenschaftliche und medizinische Errungenschaften gemacht (allein die Evolutionstheorie und die Erforschung von Krankheiten)… alles Dinge, von denen die Evangelisten noch nicht den leistesten Schimmer gehabt haben können und auch nicht hatten, sonst hätten sie darüber ja berichtet und ihren Nachkommen viel Leid erspart. Was also macht sie glaubwürdig…
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#57   Tyrus   13:56:14 | Sonntag, 13. Juli 2008
Interessant
Wer die Bibel nicht für Gottes Wort oder von Gott inspiriert hält, wird sich auch nicht von innerbiblischen Geboten und Anweisungen überzeugen lassen. Was sagen Sie zu folgenden Fragen:
Warum passieren schlechte Dinge gläubigen Menschen wie ungläubigen?
Warum wird so viel Leid von gottesfürchtigen Menschen verursacht?
Warum enthält die Bibel unwissenschaftlichen und unethischen Nonsens?
Warum gibt es viele nette und intelligente Atheisten?
Warum glaubt man gerade an einen bestimmten Gott und an keinen anderen?
Warum braucht der Schöpfer des Universums für sich keinen Schöpfer?
Warum blind glauben, wenn man kritisch hinterfragen und forschen kann?
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#55   Tyrus   13:44:25 | Sonntag, 13. Juli 2008
Krass
Ich wusste gar nicht, dass die Redaktion Beiträge löscht. Mein großes Lob, dass sie offenbar keine Diskussionsinhalte zensiert, die ihrer Meinung widersprechen. Ein neuer Versuch, Nachtlaterne?
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#53   Tyrus   02:13:12 | Sonntag, 13. Juli 2008
@Florian
Wenn die Macht des Gebetes nicht empirisch beweisbar ist, welchen Sinn macht es dann, daran zu glauben? Nehmen Sie auch Medikamente, deren Wirkung nicht empirisch beweisbar ist? Wenn Gebete tatsächlich die Macht hätten, die Sie ihnen zusprechen, müsste man davon nicht irgendetwas wahrnehmen können? Müsste das nicht irgendwie belegbar sein?
Wie bereits gesagt, geistig-spirituelle Erlebnisse (wie Träume, Visionen, Wahnvorstellungen, Rauschzustände, Phantasiewesen) lassen sich emprisch nicht widerlegen, aber die Neurologie bietet sinnvolle Erklärungen an. So treten Visionen und Wahnvorstellungen praktisch immer gleichzeitig Hirnstoffwechsel-Fehlfunktionen (z.B. Sauerstoff-Unterversorgung) auf.
Auch ein transzendenter Gott ist nur vorstellbar, wenn es eine direkte Verbindung zwischen Phantasie und Realität gäbe. Diese ist aber nunmal nicht gegeben.
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#48   Tyrus   18:44:36 | Samstag, 12. Juli 2008
Lieber Florian, liebe Judith…
@Florian: Dies ist eine subjektive und nicht objektivierbare Anschauung. Sie können nicht empirisch belegen, was Sie da behaupten. Die Naturwissenschaften widersprechen eindeutig diesem Weltbild. Wenn die Welt so strukturiert wäre, warum rafft Gott dann nicht Sünder wie mich einfach dahin?
@Judith: Ich glaube, auch Sie sind ein guter Mensch.
Zur Wintersonnenwende und zum Fruchtbarkeitsfest in der Antike hat man sich so weit ich weiß nichts geschenkt, man war einfach dankbar, dafür dass die Tage wieder länger wurden und dass der Frühling gekommen war. Im Gegensatz zu Ihnen wurde ich eher liberal erzogen. Ich habe eigentlich nie besonders viel gebetet, weil ich schon früh merkte, dass ich durch praktisches Handeln viel mehr erreichen kann, als durch das Flehen an einen Gott, der mir meine Wünsche erfüllen soll. Ich kann Ihren Glauben nicht teilen, aber so lange er Ihnen hilft und Ihr Leben erträglicher macht, werden Sie glücklich damit! Ich bin jedoch der Ansicht, dass man mit einem dem naturwissenschaftlichen Erkenntnisstand entsprechenden Weltbild besser klarkommt. Ich habe bisher wenige Menschen sterben sehen, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass solche Erfahrungen mein Weltbild radikal ändern würde. Ich kenne die beiden letzten Bücher, die Sie mir empfehlen, grob. Sie propagieren leider das naives Moralprinzip, das ohne Gottesglaube kein gutes Leben und handeln möglich.
Eine Alternative zeigt z.B. das „Manifest des evolutionären Humanismus“ von M. Schmidt-Salomon auf.
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#45   Tyrus   18:19:07 | Samstag, 12. Juli 2008
@Florian
Ich kenne persönlich keinen einzigen Laien, der die von Ihnen vorgeschlagene gläubige Katholiziät praktiziert.
Mir erschienen sämtliche der Rituale und Kulte, die Sie da beschreiben, schon von Kindheit an als Mumpitz und Zeitverschwendung. Ich kann Ihnen nur mein tiefstes Beileid aussprechen, wenn Sie wirklich kostbare Lebenszeit damit verschwenden, diesem moralischen Ideal hinterherzujagen, das man ihnen indoktriniert hat. Wenn ich ehrlich mit mir war – und dazu habe ich lange gebraucht – habe ich nie irgendetwas besonders gefühlt beim Konsum des gesegneten Kekses (Hostie).
Ich habe die Bibel gelesen und bin durch mein Studium ziemlich fit in Religionsgeschichte, die mir die diversen Abgründe des Glaubens aufgezeigt hat. Diejenigen, die behaupteten, besonders nah ihrem „Gott“ zu sein, waren dem Wohl und Leid der realen Menschen meist besonders fern.
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#39   Tyrus   17:38:31 | Samstag, 12. Juli 2008
Liebe Judith
Sie irren, jedenfalls was mich betrifft.
Ich bin mit einer Religion, sogar dem Katholizismus erzogen worden. Meine Eltern waren beide bis vor ihrer Scheidung als ich 13 war katholisch. Ich bin getauft, zum Kommunion gegangen, gefirmt, habe 13 Jahre lang den katholischen Religionsunterricht besucht und ich war einige Jahre lang Messdienerleiter. Letztes Jahr noch war ich auf Rom-Wallfahrt. Seien Sie mal ehrlich mit sich selbst. Befolgen Sie nach die 10 Geboten? Lügen Sie nie? Schauen Sie nie einem netten potenziellen Partner hinterher? Sind Sie nie neidisch auf das, was andere haben? Soll ein Kind seine Eltern ehren, wenn diese es grausam behandeln? Es gibt heutzutage wesentlich sinnvollere, differenziertere und der menschlichen Verhaltens- und Neurobiologie entsprechenden Ethiken.
Ich bin auch ehrlich und hilfsbereit anderen Menschen gegenüber, aber ich mache anderen höchtens Angebote, wie sie sich verhalten könnten, ich schreibe ihnen nichts vor. Weihnachten und Ostern haben übrigens heidnische Wurzeln. Schon die alten Ägypter und Griechen feierten am 25. Dezember die Wintersonnenwende, die alten Germanen feierten ein Fruchtbarkeitsfest zur Osterzeit.
Dass geliebte Menschen sterben, ob gläubig oder nicht, ist für uns alle schwer zu begreifen und zu ertragen. Aber ich glaube dennoch fest daran, dass uns nur diese eine Existenz im Diesseits gegeben ist, weshalb ich es furchtbar schade finde, dass Menschen sie mit Dingen wie Beten, Kultus und ähnlichem Firlefanz verschwenden.
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#37   Tyrus   15:31:49 | Samstag, 12. Juli 2008
Auch Atheisten haben ein Gewissen
Die Nicht-Existenz von Gott lässt sich ebensowenig beweisen wie die Nicht-Existenz von Kobolden und Einhörnern. Ich bin demnach auch kein Gottesfeind, denn wie sollte ich Feind wider etwas sein, dessen bare Existenz für mir höchst unwahrscheinlich erscheint. Der Mensch hat keine besondere Stellung in der Evolution. Allein sein Intellekt und das Potential, ethisch zu handeln, zeichnet ihn aus.
Wir sind nackte Affen, die noch sehr, sehr viel lernen müssen, darüber, wie man mit der Umwelt umgehen sollte. Dass mich manch einer hier als „Untermensch“ denunziert, zeugt davon, wie erstaunlich naiv und eindimensional manche Moralisten hier denken.
Rationalität kann nicht kaltherzig sein. Entweder man handelt nach rationalen, für jeden Menschen nachvollziehbaren Prinzipien (Leid mindern, Glück vermehren) oder man lässt sich von seinen (religiösen) Gefühlen lenken (Mitleid mit bewusstlosem Leben, Angst vor einem jüngsten Gericht). Es gibt für jeden Menschen zwei Möglichkeiten. Man kann aus Angst um das eigene Seelenheil moralisch handeln und gut sein, oder nach universellen, ethischen Grundregeln handeln.
Es gibt in der Welt nicht „das Gute“ und „das Böse“, sondern bloß Menschen mit unterschiedlichen Interessen, Bedürfnissen und Lernerfahrungen. Jemand ohne Gottesglauben kann seinem Leben selbst einen Sinn geben. Man kann sein Leben einer „größeren Sache“ widmen, z.B. die die Welt zu einem besseren, lebenswerteren Ort machen.
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#12   Tyrus   21:05:36 | Freitag, 11. Juli 2008
Lieber bonifatius
Ich habe nirgens gegen diese Bilder protestiert. Manch einer mag sie eklig finden, aber ich bin biologisch sehr interessiert und habe schon ganz andere Dinge gesehen.
Wer Abtreibungsärzten menschenrechte aberkennen will, ist in meinen Augen ein radikaler Fundamentalist, dem nicht mehr mit rationalen Argumenten geholfen werden kann.
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#10   Tyrus   21:02:17 | Freitag, 11. Juli 2008
Lieber Heinrich
Mit autonom meine ich die Fähigkeit, sich autonom (ohne Symbiose mit anderen Lebewesen) zu versorgen. Ob das nun auch praktisch möglich ist, oder nicht, spielt bei meiner Argumentation keine Rolle. Der Kern bleibt die Bewusstseinsqualität des Lebewesens, die bei einem Embryo erwiesenermaßen deutlich geringer ist, als die eines ausgewachsenen Huhns.
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#8   Tyrus   20:46:17 | Freitag, 11. Juli 2008
Gefährliche Panikmache
Wer gegen Abtreibung von autonom nicht lebensfähigen Zellhaufen demonstriert, obschon er empfindungsfähige Säugetiere mit einem hochentwickelten Bewusstsein allein aus Lust am Fleisch schlachtet und verzehrt, ist ein gefährlicher Doppelmoralist. Die „Heiligkeit menschlichen Lebens“ ist nichts weiter als eine religiöse Methapher.
Für einen aufgeklärten, die Evolution begreifenden Menschen macht es keinerlei Sinn, an diesem Dogma festzuhalten. Genesis 1,28 ist eine zutiefst verwerfliche Anmaßung, die Menschen über Jahrtausende hinweg die Legitimation gab, mit Gottes Segen die Ressourcen und alles nichtmenschliche Leben der Erde rücksichtslos auszubeuten. Als Ergebnis davon sind schon heute enorme Teile unserer Flora und Fauna unwiederbringlich zerstört. Ob Töten eines Lebewesens, ob menschlich oder nicht-menschlich vertetbar ist, sollte vom Bewusstseinszustand eines Lebewesens abhängig gemacht werden, nicht von seiner Spezies. Lebewesen zu töten, die ein Interesse am Weiterleben zeigen, ist demnach Unrecht. Lebewesen, die in Zukunft potenziell ein Interesse am Weiterleben zeigen können, zu töten, ist ebenfalls nicht wünschenswert. Aber definitiv ist es nicht in jeden Fall das selbe wie Mord an empfindungsfähigen, bewussten Lebewesen.
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#87   Tyrus   15:15:03 | Freitag, 11. Juli 2008
@Galatea
Nö, ich habe mich nicht verabschiedet. Aber da ich meine Meinung eigentlich hinreichend erläutert habe und mir niemand mehr geantwortet hat, hielt ich auch keinen weitern Kommentar für notwendig.
In der Tat bleibe ich dabei, dass meine Einstellung, Leben nach seinem Bewusstseinsstatus zu beurteilen, ethisch ist. Töten aus anderen Gründen als der Verhinderung unerträglichen Leides halte ich grundsätzlich für Mord. Deshalb esse ich auch keine Tiere, weil man vegetarisch ebenso gesund leben kann und keine Tiere ermorden muss, um an ihr Fleisch zu gelangen. Fleischkonsum ist für mich ein Luxus, der mehr Leid verursacht, als ethisch vertretbar ist. Abgesehen von dem Leid der empfindsamen Tiere in der industriellen Züchtung: Für ein kg Rindfleisch werden bis zu 20kg Getreide verfüttert und 10.000l Wasser verbraucht! Und dann spenden Christen alle paar Monate für den Hunger in der Welt ein paar Euro und glauben, ein gutes Werk zu tun… Wer sich ernsthaft mit dem Thema beschäftigt, wird feststellen, dass flächendeckende vegetarische, besser noch vegane Ernährung die einzige vielversprechende Lösung für den Welthunger darstellt.
Aktive Sterbehilfe halte ich ausschließlich dann für gerechtfertigt, wenn eindeutig (durch unabhängige Experten) nachgewiesen ist, dass der Betroffene und ggf. Angehörige durch seinen vorzeitigen Tod weniger Leiden muss/müssen, als wenn er qualvoll stürbe. In jedem anderen Fall würde ich unbedingt liebevolle Begleitung im Hospiz oder zu Hause vorziehen.
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#10   Tyrus   14:58:48 | Freitag, 11. Juli 2008
Zu dieser dubiosen Studie und ihrer Funktionsweise
kann ich nur dringend auf folgenden Link verweisen:
hpd.de/node/3464
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#51   Tyrus   00:12:40 | Donnerstag, 10. Juli 2008
Lieber jesus
Diese Frage ist berechtigt, weil Gläubige sie immer wieder stellen. Ich sehe Altruismus als eine höhere Stufe des Egoismus, des Eigennutzes an. Wenn ich gut bin, sind andere gut zu mir. So einfach ist das. Für geliebte Menschen oder für eine wirklich gute Sache (Verteidigung der Gerechtigkeit) würde ich sogar mein Leben geben. Nicht aber für Meinungen oder Überzeugungen. Ich möchte das Glück in der Welt steigern und das Leid reduzieren, das ist mein Lebensmotto. Ich versuche, meinem Leben selbst einen Sinn zu geben, statt vorgefertigte Überzeugungen (ob nun religiös oder ideologisch) einfach unhinterfragt anzunehmen. Natürlich mag unser Leben im kosmologischen Zusammenhang sinnlos erscheinen ohne Gott, aber wenn man einmal gelernt hat, daran nicht zu verzweifeln, lebt es sich eigentlich ganz gut damit, finde ich. Glauben Sie mir, der Weg dahin war steinig, aber es hat sich gelohnt. Ich bin lieber ein melancholischer Sokrates als ein glückseliger Tor.
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#48   Tyrus   23:58:08 | Mittwoch, 9. Juli 2008
gelobt sei jesus christus:
Dürfen Sie. Nein, ich glaube nicht daran. Ich glaube, dass wir sanft verlöschen in einen traumlosen Schlaf. Eine unendliche Existenz stelle ich mir unerträglich vor.
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#45   Tyrus   23:50:25 | Mittwoch, 9. Juli 2008
lieber gelobt sei jesus christus
Wenn dem so wäre, wie sie sagen, wie kommt es dann, dass ich mich vegetarisch ernähre, obwohl mir Fleisch sehr gut schmeckt; dass ich einen pädagogischen Beruf erlerne, bei dem ich weniger verdienen werde, als in der freien Wirtschaft, obwohl ich glaube, auch dazu befähigt zu sein; dass ich noch nie eine Frau geschlagen oder zu sexuellen Handlungen genötigt habe, obwohl ich nicht selten das Verlangen danach hatte? Ich habe noch weitere Beispiele, aber das ist müßig. Seinen Nächsten und Fernsten kann man auch lieben, ohne Gott zu lieben, weil uns Liebe evolutionär einprogrammiert ist, ebenso offenbar ein Bedürfnis nach Angstbewältigung u.a. durch Religion. Nur deshalb Gutes zu tun, weil ich nach meinem Tod dafür belohnt werde, bzw. nicht bestraft werde, ist definitiv eine geringere Stufe der Moralität als aus eigenem Antrieb allein aus ethischer Überzeugung so zu handeln.
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#43   Tyrus   23:35:08 | Mittwoch, 9. Juli 2008
Lieber Echter Wiener
Ich versuche tagtäglich ein bisschen nachzudenken. Manchmal sogar ein bisschen mehr. Das historisch-kritische Denken, welches ich an der Uni gelernt habe, hat mir gezeigt, dass die Welt ohne den Glauben an übersinnliche Phänomene wesentlich mehr Sinn macht. Der moralische Skeptizismus hat mich gelehrt, dass scheinbar unumstößliche moralische Werte jederzeit einer Prüfung nach modernen Kriterien standhalten müssten, es aber schlichtweg nicht tun.
Humanisten aus allen Epochen der Geschichte haben mich gelehrt, dass man ohne Gott ethischer handeln kann, weil man aus seinem eigenen Verstand und Gewissen heraus Gutes tut und nicht bloß, um einem imaginären Alphamännchen im Himmel zu gefallen oder aus Angst vor einem ebenso imaginären Höllenfeuer. Die Evolutions- und Neurobiologie hat mich gelehrt, dass es keinen Körper-Geist-Dualismus gibt, sondern dass wir alle durch Gene, Umwelteinflüsse und Stoffwechselvorgänge determiniert sind.
Durch die Schule und durch die Medien habe ich dieses Wissen nicht bekommen, im Gegenteil, im Religions- und Firmunterricht wurde Atheisten gar die Fähigkeit zum ethischen Handeln abgesprochen. Mein Wissen habe ich mir selbst erarbeitet und meine Position ist kontrovers, da ein großer Teil meines Freundeskreises aus Christen besteht. Ich vertrete ein utilitaistisches Weltbild, das keineswegs dem Mainstream entspricht. Ich bin kein Linksradikaler und lehne Gewalt gegen jede Art von empfindungsfähigem Leben ab, weshalb ich auch Vegetarier bin.
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#41   Tyrus   23:06:31 | Mittwoch, 9. Juli 2008
Liebe/r Galatea,
ich versichere Ihnen, dass ich nichts mit kommerzieller Sterbehilfe zu tun habe. Ich bin u.a. Geschichtsstudent und auf dem Papier (noch) Mitglied der katholischen Kirche und mache seit über 5 Jahren ehrenamtliche Jugendarbeit in meiner Gemeinde.
Ich bin ein großer Freund der Meinungsfreiheit. Jeder Mensch darf glauben, was er möchte. Aber meines Erachtens sollte auch jeder Mensch offen für neue Argumente sein.
Das Meinungsforschungsinstitut forsa ermittelte im Dezember 2007 in einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage „Meinungen zur humanistischen Lebensauffassung“. Diese Auffassung wurde mit folgenden Prinzipien beschrieben:
* Eigenständiges, selbstbestimmtes Leben,
* frei von Religion und den Glauben an einen Gott,
* das auf ethischen und moralischen Grundüberzeugungen beruht.
56 % erklären sich voll und ganz (21 %) oder überwiegend (35 %) als humanistisch, dagegen betrachten sich 42 % als eher nicht (21 %) oder überhaupt nicht (21 %) so, beschreiben sich also als religiös bzw. gottgläubig.
In der Tat sind Neugeborene nicht selbstbestimmt und daher abhängig von der Willkür ihrer Erziehungsberechtigten. Leben ist aber auch dann prinzipiell schützenswert, wenn sich das Individuum seiner selbst noch nicht bewusst ist und es potenziell ein schönes und glückliches, selbstbestimmtes Leben haben kann.
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#36   Tyrus   22:45:37 | Mittwoch, 9. Juli 2008
@Biene Maja
Sie verwechseln Äpfeln mit Birnen. Sterbehilfe mit Einwilligung des Patienten und Euthanasie ohne Einwilligung haben nichts miteinander zu tun. Es geht allein um ersteren Fall.
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#32   Tyrus   22:00:17 | Mittwoch, 9. Juli 2008
@nachtlaterne
Sie irren. Wir unterstützen nicht „den Tod“ sondern humanes Sterben UND Leben. Ob und unter welchen Umständen das eigene Leben lebenswert ist oder nicht kann man – solang man bei Bewusstsein ist – nur selbst entscheiden. Tod, der nicht auf Verlangen des Patienten bei rationalem Bewusstsein zugefügt wird, ist Mord und nicht Sterbehilfe. Sterbehilfe auf Todeswunsch hat deshalb wenig mit Selektion zu tun. Nicht „wir“ wollen bestimmen, was ethisch ist, der Patient selbst soll es tun und Sterbehilfe sollte meiner Meinung auch nur dann stattfinden, wenn mindestens ein naher Freund oder Verwandter und ein unabhängiger Arzt zustimmt.
Das mit den „geistigen Hurensöhnen“ habe ich mal überlesen, Beschimpfungen helfen nie weiter in Diskussionen. So lange eine Chance auf Besserung in einer nicht ausweglosen Situation besteht, sind auch „wir“ dafür, den Menschen zu helfen, sie liebevoll zu unterstützen, zu Trösten und zum Leben zu ermutigen.
Doch wenn all das nach unzähligen Versuchen scheitert und das Leid des Patienten das Leben einfach unerträglich macht, dann sollte der selbstbestimmte Tod nicht ausgeschlossen werden. Da „wir“ nicht an eine unsterbliche Seele glauben, hat das humane und möglichst glücklich Leben im Diesseits den allerhöchsten Stellenwert für uns. Von leeren empirisch nicht belegbaren Drohungen lasse ich mich nicht einschüchtern.
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#27   Tyrus   21:08:24 | Mittwoch, 9. Juli 2008
Ethik „der Linken“
Woran machen Sie fest, Nachtlaterne, wer dazu gehört?
Wofür „die Linken“ stehen, womit Sie offenbar pauschal liberale und skeptische Freidenker bezeichnen, ist meines Erachtens humanes Leben und humanes Sterben.
Menschen mutwillig leiden zu lassen nur des Lebens wegen ist schlicht unethisch. Übrigens: Sterbehilfe bedeutet im heutigen Sprachgebrauch, den Tod eines Menschen durch fachkundige Behandlungen herbeizuführen, zu erleichtern oder nicht hinauszuzögern. In der Regel wird dabei vom Einverständnis bzw. Wunsch der betroffenen Person ausgegangen. Der früher gebräuchliche Begriff Euthanasie wird aufgrund seines Bedeutungswandels durch die so genannte Rassenhygiene und die Patientenmorde im nationalsozialistischen Deutschland heute im deutschen Sprachgebrauch im Unterschied zu anderen Ländern nicht mehr synonym gebraucht.
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#23   Tyrus   20:38:40 | Mittwoch, 9. Juli 2008
Ein paar Anmerkungen
– Das Wort „Euthanasierung“ gibt es nicht.
– „Nationalsozialist“ schreibt man zusammen.
– Das Wort „interlecktuell“ gibt es ebenfalls nicht.
– Die Abstimmung auf der Seite zeigt, wie verschieden die Gemüter sind: „Ja“ und „Nein“ halten sich etwa die Waage, dementsprechend ist Diskussion unbedingt angebracht.
– Bis zu 4,73 Millionen „interlecktuelle Dummköpfe“ schalten bei „Hart aber fair“ ein (am 07.11.07 zum nicht Thema „Restrisiko auf Rezept: Geht Profit vor Gesundheit?“).
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#126   Tyrus   13:15:54 | Montag, 7. Juli 2008
absurd
Was bitte hat vom Patienten gewünschte Sterbehilfe, um unerträgliches Leid oder ein komatöses Leben ohne Erholungsmöglichkeit zu vermeiden, mit Auschwitz und der Tötung gesunder Menschen gegen ihren Willen und bei vollem Bewusstsein zu tun? Hier Parallelen zu ziehen zeugt von perfider Unredlichkeit, um antiutilitaristische Propaganda zu betreiben.
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#12   Tyrus   11:47:54 | Donnerstag, 26. Juni 2008
Aktualität?
„Ein ethisches System, welches sich auf die alten Voraussetzungen gründet, ist ganz offensichtlich verdammt. Man kann nicht zwingend über ethische Anliegen dieser Generation reden, in dem man zwei- bis viertausend Jahre alte Autoritäten zitiert, die behaupten, Gottes letztgültigen Worte zu diesem Thema zu repräsentieren. Man erachtet es nicht länger als angemessen, zu behaupten ‘aber die zehn Gebote sagen’ oder ‘aber die Bibel lehrt’. Solche Behauptungen legen heutzutage keinen Streit mehr bei. So etwas bekundet nur, wer diese Taktik benutzt, der hat nichts Wertvolles zu unseren heutigen ethischen Problemen beizutragen. Da existiert keine achtbare Gottheit mehr dessen wahrgenommener Willen, beschrieben in altertümlichen Texten, eine Basis bildet für unsere ethischen Entscheidungen.“ – Bischof John Spong
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#10   Tyrus   11:30:13 | Donnerstag, 26. Juni 2008
Wie sagte Jesus?
„Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie.“ (Joh 8,7)
Hier auf kreuz.net scheinen die Artikelautoren offenbar alle frei von jeglicher Sünde zu sein, denn sie verurteilen ständig Menschen aufgrund ihres Lebenswandels, sogar noch solche, die schon aus dem Leben geschieden sind.
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#68   Tyrus   21:10:55 | Mittwoch, 25. Juni 2008
@Phillip&HeinrichII
„Bertrand Arthur William Russell, 3. Earl Russell (* 18. Mai 1872 bei Trellech, Monmouthshire, Wales; † 2. Februar 1970 in Penrhyndeudraeth, Gwynedd, Wales), war ein britischer Philosoph, Mathematiker und Logiker. Zusammen mit Alfred N. Whitehead veröffentlichte er mit den Principia Mathematica eines der bedeutendsten Werke des 20. Jahrhunderts über die Grundlagen der Mathematik. Er gilt als einer der Väter der Analytischen Philosophie. Als weltweit bekannter Aktivist für Frieden und Abrüstung war er eine Leitfigur des Pazifismus […] Der Liberalist und Rationalist, der in den 97 Jahren seines Lebens eine Vielzahl von Werken zu philosophischen, mathematischen und gesellschaftlichen Themen verfasste, erhielt 1950 den Nobelpreis für Literatur.“ (Quelle: wikipedia)
Zu Teufel mit der Liberalität! Sie brachte uns höhere Mathematik, analytische Philosophie und Pazifismus!
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#38   Tyrus   20:33:47 | Montag, 23. Juni 2008
Katholisch sein ist keine Ausrede für
Intoleranz, Ignoranz, Irrationalismus, Engstirnigkeit, Lustfeindlichkeit, Traditionsblindheit, Verblendung, Fremdenfeindlichkeit, herrschaftsideologisches Denken, Propaganda, Antisemitismus, Überlegenheitsanspruch, Grausamkeit, Tyrannei, Humorlosigkeit, Feigheit…
All dies findet sich aber hier im Forum – gerade bei den Gläubigsten- wie mir scheint.
„Das schlimmste an der christlichen Religion ist ihre krankhafte und unnatürliche Einstellung zur Sexualität.“
– Bertrand Russell
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#30   Tyrus   17:38:09 | Montag, 23. Juni 2008
Gefahren des religiösen Konservatismus
„Die Bibel – und zwar nicht nur das Alte, sondern auch das Neue Testament – ist in zentralen Teilen ein gewalttätig-inhumanes Buch, als Grundlage einer heute verantwortbaren Ethik ungeeignet.“ – Franz Buggle
In der Tat sehe ich in Jesus nicht das „liberale Abziehbildchen“, das wohl die meisten halbgebildeten Christen in ihm sehen. Gerade auch weil Jesus eben kein freundlicher Hippiephilosoph war sondern ein jüdischer Wanderprediger voll scharfer Kritik an dem, was nicht in seine Moralvorstellung passte, habe ich mittlerweile eine eher religionskritische Position eingenommen.
Da ich ein empiristisches und historisch-kritisches Weltbild vertrete, sind Jesus und Paulus für mich schlichtweg historische Personen, die ihre persönlichen Moralvorstellungen propagiert haben. Aber vielleicht ist es unmöglich, Menschen mit rationalen Argumenten zu überzeugen, deren Weltanschauung nicht durch rationale Argumente geprägt wurde.
Mir geht es nicht ums Rechthaben, aber mich erschreckt, dass selbsternannte Moralaposteln auf dieser Seite dogmatisch formulierte Gebote aus traditierten antiken Schriften über die auf Ratio, Empirie und Logik basierenden ethischen Grundsätze der modernen Philosophie stellen wollen.
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#22   Tyrus   16:48:15 | Montag, 23. Juni 2008
@Pünktchen
„Obwohl Homosexualität im NT kaum explizit behandelt wird, haben die wenigen Aussagen starken Einfluss auf die Morallehre der christlichen Kirchen gehabt.
Sexuelle Handlungen zwischen gleichgeschlechtlichen Personen werden nur in den Paulusbriefen erwähnt und dort abgelehnt. Die große Mehrheit der Ausleger sahen im NT einen Konsensus, dass sexuelle Handlungen nur innerhalb der Ehe zwischen Mann und Frau akzeptiert sind und Promiskuität strikt verurteilt wird. Zunehmend hingegen ist die Bibelauslegung des NT im Bereich der ethischen Bewertung gleichgeschlechtlicher Beziehungen der Moderne sehr unterschiedlich.“ (wikipedia)
Jesus selbst hat also offenbar nichts zur Homosexualität gesagt, sondern nur Paulus. Aber war Paulus ein wichtigerer Prophet als Moses? Hat nicht auch Paulus bloß „Menschenwerk“ getan? Für mich als Laie ist es immer wieder sehr schwer nachzuvollziehen, wie Christen festlegen wollen, welcher Bibelautor in welchem Maße „göttlich inspitriert“ sein worden soll.
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#16   Tyrus   16:19:50 | Montag, 23. Juni 2008
Ein paar Fragen
Wenn jemand versucht, seinen homosexuellen Lebenswandel zu verteidigen, so erinere man ihn an Leviticus 18,22, wo klar gestellt wird, dass es sich dabei um ein Gräuel handelt. Ende der Debatte.
Doch andere Stellen des AT sind nicht so eindeutig. Vielleicht kann mir ja hier jemand damit helfen.
– Ich würde gerne meine Tochter in die Sklaverei verkaufen, wie es in Exodus 21,7 erlaubt wird. Bloß was wäre heutzutage ein angemessener Preis für sie?
– Ich weiß, dass ich mit keiner Frau in Kontakt treten darf, wenn sie sich im Zustand ihrer menstrualen Unreinheit befindet (Leviticus 15,19-24). Das Problem ist, wie kann ich das wissen? Ich habe versucht zu fragen, aber die meisten Frauen reagieren darauf pikiert.
– Leviticus 25,44 stellt fest, dass ich Sklaven besitzen darf, sowohl männliche als auch weibliche, wenn ich sie von benachbarten Nationen erwerbe. Einer meiner Freunde meint, das würde auf Türken zutreffen, aber nicht auf Polen. Warum darf ich keine Polen besitzen?
– Ich habe einen Nachbarn, der Samstags arbeitet. Exodus 35,2 stellt deutlich fest, dass er getötet werden muss. Bin ich moralisch verpflichtet, ihn eigenhändig zu töten?
– Ein Freund von mir meint, obwohl das Essen von Schalentieren, wie Muscheln oder Hummer, ein Gräuel darstellt (Leviticus 11,10), sei es ein geringeres Gräuel als Homosexualität. Ich stimme dem nicht zu. Kann das vielleicht jemand hier klarstellen?
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#61   Tyrus   02:06:57 | Donnerstag, 19. Juni 2008
@jörg
Ok, dann ist es keine Hypothese, sondern eine theologische These, was für mich letzlich aufs gleiche rauskommt.
Wenn Sie jeden von absoluter Armut betroffenen Menschen auf der Welt wie sich selbst lieben, wieso schicken Sie nicht den Teil ihres Geldes, den Sie nicht unbedingt zum überleben brauchen, zu solchen Menschen? (Falls Sie dies tun, verzeihen Sie die Unterstellung.) Wieso tut das kaum ein Christ?
Natürlich sind wir als nackte Affen keine vollkommenen Wesen. Vollkommenheit stelle ich mir aber auch gar nicht so wünschenswert vor, denn das mag viel bedeuten, aber Menschlichkeit bestimmt nicht.
Meine eigene Liebe und die meiner Mitmenschen kann ich empirische beobachten. Ich kann natürlich nie sicher wissen, ob mich irgendjemand wirklich liebt, aber das ist auch nicht nötig, weil ich praktisch nichts völlig sicher wissen kann, nichtmal, ob es überhaupt eine Außenwelt gibt.
Ob mich meine Mitmenschen lieben, lässt sich theoretisch mit neurologischen Untersuchungen feststellen.
Gott hingegen lässt sich in keinster Weise empirisch untersuchen oder gar belegen. Dass Gott für meine Philosophie und Ethik überflüssig ist, sagt in der Tat noch nichts über seine Nichtexistenz aus.
Die Theodizee, Feuerbach und Ockhams Rasiermesser geben mir dafür hingegend genügend Argumente.
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#21   Tyrus   22:48:33 | Dienstag, 17. Juni 2008
@diaconus
Sie unterstellen mir stets Behauptungen, die ich nicht gemacht habe. Atheist sein bedeutet nicht, Gott zu bekämpfen, sondern schlichtweg, die Gotteshypothese zu verneinen. Goethe schrieb: „Wer Wissenschaft und Kunst besitzt, hat auch Religion.“ Man kann also Götterglauben und Religion sehr wohl trennen, auch wenn die Kirchen das anders sehen mögen.
Atheisten in nur drei Lager spalten zu wollen, erscheint mir abwegig, Atheismus schließt schließlich nicht automatisch ein konfessionelles Bekenntnis ein. Es gibt antihumanstische Atheisten und humanistische, marktliberale und marxistische. Lenins Aussage war auch nichts weiter als eine Metapher, ähnlich wie sich Nietzsche provokativ als „Antichrist“ bezeichnete.
Ich habe keinen Hass auf Religion und erst recht nicht auf Menschen, die ein anderes Weltbild haben als ich. Aus welcher meiner Aussagen spricht explizit oder implizit Hass? Belegen Sie Ihre Behauptung bitte.
Es mag sein, dass ich die Weltbilder meiner Mitmenschen weniger scharf kritisiere, als einige hier im Forum, aber dass liegt allein daran, dass es unter meinen Mitmenschen kaum derartige Fanatisten gibt. Sachliche Diskussion und Konfrontation schließen sich für mich oft zwangsläufig ein. Konträre Positionen müssen verglichen werden, wenn man zu Ergebnissen kommen will, mit denen beide leben können. Sie behaupten, ich würde anderen meine Meinung aufzwingen. Wieder fehlt wieder jeglicher Beleg. Das ist kindisch. Widerlegen meine Argumentation, statt mich zu beschimpfen…
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#6   Tyrus   17:38:39 | Dienstag, 17. Juni 2008
Judenhass im Neuen Testament
In Paulus’ ältestem Brief, dem Thessalonicherbrief, lesen wir (1. Thess 2,14-16): „Die (Juden) haben den Herrn Jesus getötet und die Propheten und haben uns verfolgt und gefallen Gott nicht und sind allen Menschen feind. Und um das Maß ihrer Sünden allewege voll zu machen, wehren sie uns, den Heiden zu predigen zu ihrem Heil. Aber der Zorn Gottes ist schon in vollem Maß über sie gekommen.“
Weiter wetterte Paulus (Titus 1,10-11): „Denn es gibt viele Freche, unnütze Schwätzer und Verführer, besonders die aus den Juden, denen man das Maul stopfen muss, weil sie ganze Häuser verwirren und lehren.“ Auch bei Johannes tauchen die Juden immer wieder als Jesus’ Gegner auf, die ihm nach dem Leben trachten (Joh 10,31): „Da hoben die Juden abermals Steine auf, um ihn zu steinigen.“ Paulus schrieb unmissverständlich, wen er für die Mörder seines Herrn hielt (1. Thess 2,15): „Die haben den Herrn Jesus getötet und die Propheten und haben uns verfolgt und gefallen Gott nicht und sind allen Menschen feind.“
Der Antijudaismus war in den Bibelversen des Neuen Testaments geboren, wuchs heran zum Antisemitismus und fand seinen schrecklichen Höhepunkt in den Konzentrationslagern von Auschwitz. Der Theologe Hans Küng kommt zu dem Schluss, „der Nationalsozialismus wäre unmöglich gewesen, ohne den jahrhundertealten Antisemitismus der christlichen Kirchen.“ Erst im März 1998 sieht das die Kirche ähnlich und der Papst veröffentlicht endlich ein Entschuldigungsschreiben in Sachen Judenhetze.
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#31   Tyrus   23:35:45 | Montag, 16. Juni 2008
@rockdino
Ich bin weder Götzendiener noch Ehebrecher, Lustknaben, Knabenschänder, Dieb, Geizig, Trunkenbold, Lästerer oder Räuber. Dann habe ich wohl gute Chancen, reinzukommen. :-)
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#25   Tyrus   20:49:10 | Montag, 16. Juni 2008
@Lutheraner
Was ignoriere ich bitte? Ich habe doch nur einen Witz aus der Vorkriegszeit zitiert.
Dass es Probleme geben würde, wenn man den Palästinensern einfach ihr Terretorium wegnimmt, hätte eigentlich für alle offensichtlich sein müssen. In Deutschland hat es vor dem 2. Weltkrieg ja ebenfalls gerade deshalb gebrodelt, weil man beanspruchte Gebiete verloren hatte. Bei den Juden kommt noch der religiöse Anspruch aus ihrer heiligen Schrift hinzu, weshalb sie natürlich keinen Bock auf die Palis haben, während letztere zutiefst verärgert über die Eindringlinge sind. Was würden Sie sagen, wenn man plötzlich alle Mitglieder einer weltweit bedrohten, religiösen Minderheit nach Deutschland bringen würde und ihnen meinentwegen Bayern zur freien Verfügung gegeben würde, weil in ihrer heilien Schrift geschrieben steht, Bayern sei ihr gelobtes Land. Würde in Deutschland nicht das totale Chaos ausbrechen?
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#57   Tyrus   20:41:32 | Montag, 16. Juni 2008
@jörg
Interessante Hypothese zu der Mt-Stelle, aber auch nur eine von vielen. Sie sehen die Bibel also im historischen Kontext und streiten selbst die Relevanz dieser NT-Stelle für heutige Christen kaum noch gegeben ist.
Für mich ist die Liebe Gottes unnötig, um andere Menschen zu lieben. Jemanden zu lieben wie sich selbst scheint mir ohnehin eher utopisch. Wenn Sie jedes Tsunamiopfer wie sich selbst lieben würden, kämen Sie ja aus dem Trauern und Leiden nicht mehr hinaus.
Für mich beweißt die wisschaftliche Unbeweisbarkeit Gottes allein, dass er höchst unwahrscheinlich ist.
Ich verstehe ihr abstraktes Beispiel aus der Physik nicht.
Natürlich gibt es nach Hegel eine Dialektik die aus These, Antithese besteht und schließlich zur Synthese vereint wird, es werden verschiedene Analysen gegeneinander abgwägt und Kompromisse geschlossen, dann erfolgt Erkenntnisgewinn. So gesehen vertrete ich natürlich analytisches wie verknüpfendes Denken. Welche Rolle nun aber Meditation, Erleuchtung, oder was auch immer Sie als spirituelle Komponente einführen wollen, spielt, wird mir nach wie vor nicht ganz klar.
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#53   Tyrus   20:06:51 | Montag, 16. Juni 2008
@Vineta
Ich bin zwanghaft politically correct? Hahaha, der war gut! Hören Sie doch auf mit Ihrer nationalistischen Propaganda! Natürlich müssen Deutsche das gleiche Lebensrecht haben wie Juden, aber eben auch kein höheres. Hören Sie doch auf mit Ihren 8 Millionen deutschen Kriegsopfer! Wie soll das unser Diskussion weiterbringen? Ich könnte dagegen jetzt die von Deutschen verursachten abermillionen osteuropäischen und russischen (massengemordeten) Kriegsopfer anführen. Sie dürfen „Juden“ in meinem Statement gerne durch Deutsche, Buddhisten, Kommunisten oder was auch immer ersetzen. Für Menschen verschiedenster Ideologien muss das Lebensrecht gelten.
2) Ihr Vergleich von erwachsenen Behinderten mit ungeborenen Embryos ist ebenfalls nicht unbedingt sinnvoll, wollen Sie die Bewusstseinsqualität dieser Lebewesen wirklich gleichsetzen?
Natürlich bin ich nicht für Abtreibung aus purer Bequemlichkeit und stark für stärkere Subvention der elterlichen Erziehung. Ich denke, eine Kinderlosensteuer ist längst überfällig.
3) Die Muslime sind meines Erachtens in den meisten Fällen wegen ihrer religiösen Ideologie und der damit einhergehenden Wertkontinuität integrationsfeindlich.
Hinzu kommen aber definitiv die staatlichen Repressionen für Einwandere, was Aufenthalts- und Arbeitsrecht anbelangt.
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#20   Tyrus   17:49:39 | Montag, 16. Juni 2008
Ein jüdischer Witz aus der Vorkriegszeit
Zwei ältere Juden sitzen auf einer Bank im Berliner Stadtpark. Einer von ihnen liest eine jiddische Zeitung und der andere beschäftigt sich mit dem Stürmer. Der letztgenannte Jude lacht. Das ist zu viel für den ersten Juden und er sagt: „Ist es nicht genug, dass du diese Nazi-Hetze liest, musst du sie auch noch lustig finden?“ „Schau mal“, sagt der andere. „Wenn ich deine Zeitung lese, was muss ich dann sehen? Deportierte Juden, angegriffene Juden, beleidigte Juden, beschlagnahmtes jüdisches Eigentum. Aber wenn ich den Stürmer lese, dann gibt es endlich mal gute Neuigkeiten. Es sieht so aus, als ob wir Juden die ganze Welt besitzen und kontrollieren!“
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#23   Tyrus   17:42:10 | Montag, 16. Juni 2008
Die Bibel über Homesexualität
Was wissen wir eigentlich über die Frohe Botschaft Jesu zu schwierigen Themen des Menschseins? Zum Beispiel über Homosexualität, die im Alten Testament zum todeswürdigen Gräuel erklärt wurde (3. Mose 20,13): „Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Gräuel ist, und sollen beide des Todes sterben.“
Jesus’ eigene Meinung zu diesem Thema erfahren wir nirgendwo, obwohl manche Stellen in den Evangelien einen homoerotischen Unterton erkennen lassen. Immer wieder wird das „Liebhaben“ der Glaubensbrüder zum hehren Ideal (Joh 11,36): „Siehe, wie hat er ihn (Lazarus) liebgehabt!“
Der Kuss zwischen Judas und Jesus, die feminine Kleidung der Priester, das Zölibat, der Kniefall und der Entzug
männlicher Attribute sind laut Sigmund Freud eine symbolische Selbstkastration und der Versuch, durch weibliche Erscheinung die Liebe des Vaters zu gewinnen.
Kirchengründer und Moralapostel Paulus fordert für die gleich- geschlechtliche Liebe zwar nicht die Todesstrafe, prophezeit aber etwas, was für den Gläubigen noch schlimmer ist. Er setzt Homosexuelle mit Dieben und Pädophilen gleich und verwehrt ihnen den Zugang zum Reich Gottes (1. Kor 6,9-10): „Weder Unzüchtige noch Götzendiener, Ehebrecher, Lustknaben, Knabenschänder, Diebe, Geizige, Trunkenbolde, Lästerer oder Räuber werden das Reich Gottes ererben.“
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#86   Tyrus   17:35:44 | Montag, 16. Juni 2008
Nachtlaterne
Ich frage mich nur, nach welchen Kriterien Gott Kranke auswählt, die er heilt. Armbrüche und Amputationen heilt er offenbar nicht. Ich finde, es sollte jedem Patienten selbst überlassen werden, wie er seine Zeit im Krankenbett verbringen möchte. Als ich letztes Jahr für zwei Wochen im Krankenhaus war, habe ich die meiste Zeit gelesen, andere haben lieber ferngesehen. Mir ging es schlechter und schlechter vor meiner Operation, doch gebetet habe ich nicht. Nach der Operation kam ich mir wie neu geboren vor.
Was mich wundert ist, dass Sie immer wieder die Grenzen der professionellen ärztlichen Behandlung ansprechen, sich von der geistlichen „Behandlung“ aber offenbar die Heilung jeglicher noch so schweren psychischen Beschwerden versprechen.
Echter Trost besteht für mich aus echter, menschlicher Zuneigung, echtem Mitgefühl, echter Liebe. Das hilft mir mehr als jedes Gebet. Auch wer Gott ausklammert, kann Leid mildern, m.E. sogar besser, weil er dann aufrichtig selbst altruistisch handelt, statt bloß auf das willkürliche Handeln eines höheren Wesens zu hoffen.
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#55   Tyrus   14:44:20 | Montag, 16. Juni 2008
@jörg
Ich glaube nich an absolute Wahrheiten was Moral und Ethik anbelangt.
Immerhin haben Sie den metaphorischen Charakter der Bibel erfasst. Durch Ihre Ausführungen zeigen Sie sehr schön die Beliebigkeit der verschiedenen theologischen Interpretationen zu. Mt 10,34-35 ist für mich eine sehr problematische Bibelstelle, die mir noch kein Theologe so erklären konnte, wie man Jesus an dieser Stelle nicht als hassend und unversöhnlich verstehen kann.
Das „verknüpfende Denken der Meditation“ hört sich für mich nach purer Esotherik an, was meinen Sie damit? In meiner Unterweisung zum wissenschaftlichen Arbeiten an der Uni ist mir diese Methode noch nie erklärt worden, aber ich studiere ja auch nicht Theologie. Wie man Gott anders objektivierbar beweisen können soll, als analytisch-rational, will mir nicht in den Kopf.
Bisher habe ich die Erfahrung gemacht, dass man mit diesem Denken beim wissenschaftlichen Arbeiten und im dialektischen Diskurs wunderbar weiterkommt, um neue Erkenntnisse zu gewinnen.
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#67   Tyrus   14:24:45 | Montag, 16. Juni 2008
@diaconus
Der Irrtum liegt bei Ihnen. Nie habe ich („wir“) behauptet, Gott zu bekämpfen, ich bekämpfe Formen des Glaubens, die nicht mit meinem Freiheits- und Demokratieverständnis vereinbar sind. Dies mache ich aus reiner Menschenliebe, auch Mitleid, nicht aus Gottesliebe oder weil ich insgeheim doch Glauben will. Niemals würde ich mich für gottgleich halten, niemals meine Weltanschauung anderen aufzwingen und sie anders versuchen zu überzeugen, als mit Argumenten.
In der Tat sollten Naturwissenschaften nicht zu präskriptiven Urteilen berechtigt sein, was aber nicht heißt, das ein Naturwissenschaftler sich nicht auch einmal als Philosoph versuchen darf.
Es freut mich, dass Sie so gut mit Ihrem Glauben fahren und sich am Leben nun offenbar mehr freuen, als zuvor. Mir geht es mit meinem Glauben ebenso, nur habe ich mich eben als Katholik „hohl“ gefühlt. So lange Sie mir nicht Ihre Meinung aufzwingen wollen, lasse ich Sie auch in Ruhe, suche aber dennoch die Diskussion und Konfrontation, weil ich versuche, Menschen wie Sie zu verstehen.
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#84   Tyrus   01:35:57 | Montag, 16. Juni 2008
Doch ich sage euch:
Es wird Tyrus und Sidon erträglicher ergehen am Tage des Gerichts als euch. (Mt. 11,22)
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#61   Tyrus   01:31:13 | Montag, 16. Juni 2008
Die Bibel über die Ehe
Nach alttestemantarischer Regel durfte ein Mann mehr als eine Frau heiraten. Nur die Schwester seiner Frau war ihm verboten. Konnte die Frau ihrem Mann kein Kind gebären, durfte er auch ungeniert die Sklavin schwängern. Sollte die Ehefrau dann doch noch Schwanger werden, durfte der Mann die Sklavin mit dem Kind aus dem Haus werfen (1. Mose 21,10 u.a.) und sich wieder seiner Ehefrau zuwenden.
Für den Apostel Paulus, den bedeutensten Bibelautoren, war die Ehe im besten Fall ein notwendiges Übel (1. Kor 7,1): „Es ist gut für den Mann, keine Frau zu berühren.“
Seinen Anhängern empfahl er, unverheiratet zu bleiben oder die Gattin einfach links liegen zu lassen, um das göttliche Heil leichter zu erlangen (1. Kor 7,29): „Fortan sollen auch die, die Frauen haben, sein, als hätten sie keine.“ Eine emotionale Bindung an eine Frau außerhalb des religiösen Lebens war für Paulus persönlich undenkbar. Seinen Gemeindemitgliedern gestattete er sie höchstens zur Befriedigung körperlicher Begierden (1. Kor 7,2): „Aber um Unzucht zu vermeiden, soll jeder seine eigene Frau haben und jede Frau ihren eigenen Mann.“
Er selber wollte Vorbild für seine Christenkinder sein und hoffte, sie würden es ihm gleichtun (1. Kor 7,7): „Ich wollte zwar lieber, alle Menschen wären, wie ich bin.“
Am besten war es, sich auf das Abenteuer Frau gar nicht erst einzulassen (1. Kor 7,27): „Bist du nicht gebunden, so suche keine Frau.“
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#82   Tyrus   01:17:02 | Montag, 16. Juni 2008
So ist das
Selbst wenn es oft so ist, wie Sie beschreiben, so ist das noch lang kein Grund, dem Exorzismus den unbedingten Vorzug zu geben. Das wäre für mich allein Indiz dafür, dass das Gesundheitssytem reformiert und sozialverträglicher gemacht werden müsste.
Sie reden vom Fachbuch mit eingestanzen Irrtümern. Für mich ist die Bibel genau so ein Fachbuch.
Ich entschuldige mich, dass ich Ihre Geschichte zunächst falsch verstanden habe. Sicher ist es sehr schade (wenn auch bezeichnend), dass dem armen Mann im Kloster die Hilfe der Mönche verwehrt wurde, obwohl er fest daran geglaubt hat, man könne ihm dort helfen. Oft helfen bei psychischen Erkrankungen verblüffend simple Methoden, wie aufrichtige, menschliche Zuneigung oder die Befriedigung eines spirituellen Bedürfnisses.
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#31   Tyrus   19:17:57 | Sonntag, 15. Juni 2008
@matt
Ich bin zutiefst erschreckt über deine zutiefst menschverachtende und hasserfüllte religiöse Ideologie.
Du bist gleichzeitig Fundamentalist und Extremist, willst archaische Werte über die freie demokratische Grundordnung stellen. Du bezeichnest mich als gottloses, verächtliches Aas, weil ich deine Weltanschauung nicht teile. Wozu es führt wenn man andere Menschen aufgrund ihrer Meinung oder ihres Glaubens so beschimpft und diskreditiert, sollte jemand, der in Deutschland und Umgebung aufgewachsen ist, eigentlich wissen.
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#23   Tyrus   17:25:49 | Sonntag, 15. Juni 2008
@matt
Wenn dein Glaube so fest ist, wovor hast du Angst, wenn ein Häretiker dir seine Meinung sagt? Er wird ja ohnehin in der Hölle schmoren in deinen Augen. Der Häretiker versucht dich mit seinen Argumenten vom Glauben abzubringen (Sie würden sagen, die Seele in die ewige Verdammnis stürzen).
Nun kannst du mich entweder ignorieren, mit mir diskutieren oder mich beschimpfen und verjagen. Du hast dich für Letzteres entschieden, ich ziehe den Diskurs vor. Meine Absicht ist nicht in erster Linie, Leute zu bekehren, sondern zu verstehen, warum Leute glauben, was sie glauben und welche Argumente für den Glauben sie mir entgegenzusetzen haben. Du hast dich dabei bisher nicht als sonderlich produktiver Gesprächspartner präsentiert.
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#19   Tyrus   17:06:44 | Sonntag, 15. Juni 2008
@diaconus
ich bilde mir nichts darauf ein, angehender Historiker zu sein. In einem Wirtschaftsforum aber wird die Meinung eines BWL-Studenten auch eher ernstgenommen, wieso sollte er also nicht dazu stehen? Da orthodoxe Religion und Religionsgeschichte für mich untrennbar zusammenhängen, sehe ich mein historisches Fachwissen als Kompetenz an, die für die Diskussionen hier relevant sein kann.
Welcher Mensch sortiert Argumente und Meinungen nicht danach, was ihm glaubwürdig erscheint und was nicht? Ein Historiker jedendenfalls muss dies tun. Natürlich gibt es unterschiedliche Lehrmeinungen.
Dass Sie Einstein („„Das Wort Gottes ist für mich nicht mehr, als der Ausdruck und das Produkt menschlicher Schwächen. Die Bibel ist eine Sammlung ehrbarer, aber dennoch primitiver Legenden, welche doch ganz schön kindisch sind“) für sich vereinahmen wollen, zeugt von ihrer unkritischen und unwissenschaftlichen Arbeitsweise.
Einstein schrieb übrigens ebenfalls: „Ich glaube nicht an einen persönlichen Gott und ich habe dies niemals geleugnet, sondern habe es deutlich ausgesprochen. Falls es in mir etwas gibt, das man religiös nennen könnte, so ist es eine unbegrenzete Bewunderung der Struktur der Welt, so weit sie unsere Wissenschaft enthüllen kann.“ So wird er übrigens im Buch „Der Gotteswahn“ von Richard Dawkins zitiert und letzterer unterstreicht, dass er mit solch einer Gottesvorstellung nicht die geringsten Probleme hat. Ich im übrigen auch nicht.
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#80   Tyrus   16:54:41 | Sonntag, 15. Juni 2008
Traurige Geschichte
Für mich ist das so eine Geschichte, wie sie die Zeugen Jehovas auf dem Marktplatz erzählen, um Leute für ihre Sekte zu werben. So nach dem Motto: X war fünf Jahre krank; dann lernte er die Bibel und damit Gott kennen, betete und gesundete auf unerklärliche Weise.
Wenn der beschriebene Mann die richtige Therapie und Medikation erhalten hätte, würde es ihm heute besser gehen, davon bin ich überzeugt. Dass erschreckende, an dieser Geschichte finde ich, dass dieser Ingenieur aus unbegründeter Angst vor der Schulmedizin eine vernünftige Behandlung mit hoher Chance zur Genesung ablehnt und stattdessen auf übernatürliche Hilfe hofft.
Ein guter Psychiater wird einen Menschen, der glaubt, von Dämonen bessessen zu sein sehr ernst nehmen, erst recht, wenn dieser Mensch sogar selbstmordgefährdet ist. In dieser Branche spaßt man nicht mit dem psychischen Leid solcher Menschen, sondern gibt sich alle Mühe sie zu heilen und wenn eine ganzheitliche Heilung nicht möglich ist, von ein Scharlatan war, was hielt ihn davon ab, zumindest ihnen wieder ein geordnetes und angstfreies Leben zu ermöglichen.
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#12   Tyrus   15:45:51 | Sonntag, 15. Juni 2008
These
Ich habe hier den Eindruck, dass einige User hier ziemlich frustriert sind, weil sie in ihrer Jugend keine willigen Sexualpartner abbekommen haben und aus Frustration anderen dieses Glück ebenfalls versagen wollen.
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#9   Tyrus   15:10:37 | Sonntag, 15. Juni 2008
Die Bibel über Sexualtität
Der Unsinn und die maßlose Unmenschlichkeit in den biblischen Geboten lassen aufgeklärte Menschen immer wieder aufschrecken. Der Tod soll denjenigen ereilen, der bei einer Frau liegt, die ihre Tage hat. Auch er soll aus dem (3. Mose 20,18) „Volk ausgerottet werden.“ Verstehe einer die biblische Lust auf Blutopfer und gleichzeitig die Angst vor dem Blut der Frau! So spärlich die biblischen Aussagen zur Sexualität sind, eines hat Jesus garantiert nicht gesagt: Er verlangte nie sexuelle Enthaltsamkeit, auch nicht vor der Ehe. Dasselbe gilt für weltliche Entsagung. Jesus hauste selber nicht in der Wüste und verpasste ungern eine Feier. Angeblich aß und trank er gerne und verstand sich auch mit Frauen gut. Er war Gast wie Gastgeber und gern gesehener (Mt 11,19) „Fresser und Weinsäufer“. Jesus ist die einzige mehr oder weniger frauenfreundliche Person unter allen Bibelakteuren. Dass sich die Bibel und vor allem das Neue Testament zu einem der elementarsten Themen des menschlichen Seins, zur Sexualität, nicht umfassend und sinnvoll beschäftigt, ist ein schändliches Armutszeugnis. Allein dieser Umstand entzieht dem Buch den Anspruch, ein verbindliches Regelwerk zum Leben der Menschen zu sein.
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#76   Tyrus   15:03:09 | Sonntag, 15. Juni 2008
@Nachtlaterne
Diese Erklärung war bisher das Vernünftigste, was Sie von sich gegeben haben, finde ich, vielen Dank dafür!
Zum Exorzismus:
Ich kann mir durchaus vorstellen, dass ein liebevoller Pfarrer, der sich Zeit und Mühe mit dem Kranken nimmt, unter Umständen mehr bewirken kann, als ein arroganter Arzt, der selbst dem Wahnsinn nahe ist, den psychisch Kranken mit irgendwelchen Ruhigstellern (Betablocker) abspeist und das Thema damit abhakt. Dennoch sagt meine Mutter aus Erfahrung, dass letzteres definiv eher Ausnahme als Regel darstellt.
Von esotherischen Therapien halte ich übrigens maximal genausowenig, wie von Exorzismen, solange es keine empirisch belegbare Wirkung einer Therapie gibt, sollte sie nicht angewandt werden. Psychopharmaka, richtig dosiert, sind bei psychischen Störung häufig wirklich die einige Möglichkeit, den Patienten wieder lebensfähig und funktionsfähig zu machen.
Das Märchen vom würfelnden Doktor scheint mir doch sehr weit von der Realität abzudriften, wenn auch ich sehe, dass das Gesundheitssystem in vielen Bereichen in einem desolaten Zustand ist. Die Lösung dafür sind aber wohl kaum Exorzisten, sondern bessere Ausbildung und Arbeitsbedingungen für Ärzte und bessere Struktur und Subventionierung des Gesundheitssystems.
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#73   Tyrus   18:08:45 | Samstag, 14. Juni 2008
Bitterkeit oder Trost des Glaubens?
Was ich nun behaupte, ist, dass Menschen die sich Gott anvertrauen, auch nicht unbedingt mehr verstehen müssen. Ich habe den Eindruck, als Ex-Katholik mehr zu verstehen als als Katholik. Natürlich ist das subjektiv, aber genauso ist es Ihre Perspektive.
Ich finde der christliche Glaube ist im Gegensatz zum atheistischen gar nicht so bitter, sondern sehr bequem und angenehm. Erlösung, Jenseits, Heilsplan… Was soll denn daran so bitter sein? Ich glaube an all dies nicht und bin trotzdem zufrieden mit der Welt.
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#71   Tyrus   17:20:55 | Samstag, 14. Juni 2008
ich verstehe schon, ABER…
Die Argumentation ist in sich schlüssig, wenn man einer Prämisse zustimmt: Dass die Bibel das Wort Gottes ist. Wenn man dieser Prämisse aber nicht zustimmt – wofür ich als historisch-kritischer Mensch keinen Anlass sehe – beeindruckt mich diese Argumentation wenig.
Sie können gerne bedingungslos und unhinterfragt glauben, was in der Bibel behauptet wird, aber wissen können Sie nicht, ob es der Wahrheit entspricht, auch wenn man Ihnen das in Ihrer Kindheit möglicherweise suggeriert hat. Wenn ich in der heutigen Zeit besser funktionierende Gebote als die Gebote der Bibel habe, wieso soll ich diesen nicht den Vorzug geben? (Mit diesen hier kann ich mich z.B. besser anfreunden: …iordano-bruno-stiftung.de/…uman/manangebote.htm – Kritik ausdrücklich erwünscht)
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#49   Tyrus   16:44:26 | Samstag, 14. Juni 2008
@ Herr Doktor
Dann widerlegen Sie eben meine schlampigen Versatzstücke. Da sie dies nicht tun, gehe ich davon aus, dass sie dazu nicht in der Lage sind. Sie haben immernoch die Chance, mir das Gegenteil zu beweisen.
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#69   Tyrus   16:42:06 | Samstag, 14. Juni 2008
@Sozialkatholisch
Ihr frommer Glaube in allen Ehren, aber meine Mutter arbeitet zufällig im psychotherapeutischen Bereich, sodass ich relativ gut darüber informiert bin, was dort im allgemeinen vor sich geht. Die Ärzte dort sind keine Unmenschen, die kranke und verwirrte Menschen rigoros narkotisieren. Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es keinen Zustand der „Besessenheit“ Da es aus wissenschaftlicher Sicht keinen Zustand der Besessenheit. Das Verweigern oder Einschränkung der Behandlung einer Geisteserkrankung durch kompetente Ärzte und Therapeuten zugunsten des Exorzismus-Rituals, kann sowohl geistige als auch körperliche Schäden bewirken.
Wenn mein Verständnis der Erbsünde (das hauptsächlich durch kath. Unterweisung, Bibellektüre und einige empiristische Philosophen geprägt ist) zu kurz gegriffen ist, erläutern Sie mir bitte Ihres.
Ich denke nicht, dass das Heil der Welt im Gebrauch von Kondomen zu finden ist, sondern in Aufklärung, Bildung und Sozialengagement. In der Tat bin ich ein großer Freund von kontrolllosem Sex für mündige Menschen, alles andere hat in einem demokratischen und nicht-totalitären Staat nichts verloren.
Das Problem des demographischen Wandels resultiert in erster Linie daraus, dass Kinderkriegen unökonomisch ist und in den Augen der meisten erfolgreichen Menschen weniger persönlichen Nutzen als Kosten mit sich bringt. Hier kann m.E. nur noch eine bessere staatliche Subventionierung von mütterlicher Kindererziehung und Großfamilien helfen.
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#47   Tyrus   14:51:14 | Samstag, 14. Juni 2008
Erklärungen
Nirgens habe ich eine Schätzung der Kreuzzugs-Opfer aufgestellt. Sie dienten auschließlich als Beispiel.
Für mich ist es irrelevant, ob man mordet um fremden oder heimischen Göttern zu gefallen, der Punkt ist, dass gemordet wird in dem Glauben, einem Gott damit zu gefallen. Anstatt auf meine Argumente einzugehen, tun Sie, Herr Doktor, nichts anderes, als mir unpräzises Denken und Formulieren vorzuwerfen, ohne in irgendeiner Weise zu belegen oder ihre Gegenargumente darzulegen. An ihrer Uni will ich auch promovieren, wenn da mit dieser ignoranten und antidiskursiven Einstellung durchkommt.
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#67   Tyrus   14:45:05 | Samstag, 14. Juni 2008
@Sozialkatholisch
Gut, ich kann Ihren Glauben auch maximal tolerieren, aber immerhin, so sind wir wenigstens soweit, uns nicht die Köpfe einzuschlagen deswegen.
Wenn die kath. Kirche aber im Besitz der wahren Lehre ist, sollte man eigentlich meinen, ihre Vertreter sollten in der Lage sein, ein wenig vernünftiger zu handeln, als durchschnittliche Menschen. Dem ist aber meines Erachtens eher selten der Fall. Ich nehme nicht an, dass Sie ernsthaft davon ausgehen, Exorzismen wären für psychisch kranke Menschen eine bessere Behandlungsmethode als Psychotherapie und angemessene Medikation. Oder soll ich?
Welche Meinung auch immer sie zur Verhütung durch Präservative haben, zwei Dinge können Sie nicht abstreiten: Bei verantwortungsbewusstem Umgang damit schützen Sie sowohl vor Aids als auch vor ungewünschtem, weil nicht finanzierbarem Nachwuchs.
Doch, ich als Humanist leugne Erbsünde und das Böse und Gute im Menschen, weil ich diese Einteilung für zu vereinfacht halte. Menschen haben unterschiedliche Interessen (geprägt durch Erbgut und Umwelteinflüsse) die wir vielleicht als gut oder böse werten mögen.
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#65   Tyrus   14:07:22 | Samstag, 14. Juni 2008
@Sozialkatholisch
Nun, ich glaube aber nunmal daran, dass wir alle Produkt der unintendierten Evolution sind. Bitte respektieren sie meinen Glauben. ;-) Da ich historisch-kritisch denkender Mensch und Humanist bin, kann ich nicht glauben, dass die kath. Kirche im Besitz der alleinigen Wahrheit ist. Dafür hat sie meines Erachtens auch schon zu viel Mist gebaut und baut immernoch zu viel Mist heutzutage (Kondomverbot in Aidsgebieten, Exorzistenausbildungen…)
Für mich gibt es keine Menschen, die die „einzige“ Wahrheit kennen, sondern nur Menschen mit Interessen, die das was sie wissen ihren Interessen gemäß anpassen.
„Der Wissenschaftler der seine Theorien als absolute Wahrheit verkauft bringt Unsegen.“
Unterschreibe ich sofort.
„Der Gläubige der versucht das Gute zu bewahren, bzw. zu konservieren handelt zuerst einmal Gut und Richtig.“
Kann ich leider nicht unterschreiben, weil ich nicht an einen objektiv gute Moral glauben kann, sondern an eine mit dem zeitgeist evolvierende und sich weiterentwickelnde Ethik.
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#44   Tyrus   13:58:44 | Samstag, 14. Juni 2008
@ Dr. Heger
Ich weiß ja nicht, worin Sie ihren Doktor gemacht haben, aber in Geschichte offenbar nicht. Ich habe schon einige Vorlesungen und Seminare zu den Themen Kreuzzüge und Papsttum besucht und ich kann ihnen versichern, dass in der Geschichtswissenschaft beinahe einstimmige Konsens darüber herrschst, dass viele Millionen Menschen im Namen Gottes hingeschlachtet wurden. Noch auf dem Koppelschloss der deutschen Soldaten im 2. Weltkrieg stand „Gott mit uns“.
Dass die Iren ein vernünftigeres Demokratieverständnis haben, ehrt sie. Aber was Sie vielleicht nicht wissen, auch im Irischen Parlament sitzen aufgeklärte Christen und Säkularisten und ganz sicher weniger derartige Fundis, wie man sie hier zuhauf in diesem Forum antrifft.
Ich habe auch große Bedenken darüber, was Wirtschaft und Politik über unsere Köpfe hinweg entscheiden. Aber für mich liegt die Lösung Sozialengagement, (politischer) Bildung und Aufklärung.
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#63   Tyrus   13:45:21 | Samstag, 14. Juni 2008
@Sozialkatholisch
Du scheinst hier noch einer der vernünftigereren Katholiken zu sein, meinen Glückwunsch. In der Tat denken die meisten Katholiken, die ich persönlich kenne, mit denen ich aufgewachen bin und von denen ich Liebe erfahren habe und viel lernen konnte, ähnlich. Aber auf dieser Seite scheinen ja 90% der Katholiken ultrakonservative Hardliner zu sein, die wirklich zu glauben scheinen, dass es ihnen in einem Kirchenstaat mit rigoroser Unterdrückung „unnützer Subjekte“ besser ginge. Ich bemühe mich stets um Erkenntnisgewinn und bin immer entsetzt, wenn Menschen glauben, im Besitz der „einzigen Wahrheit“ zu sein. Richard Dawkins (ich weiß, der ist hier nicht sonderlich beliebt) sagte einst:
„Bush und bin Laden sind wirklich auf derselben Seite: die Seite des Glaubens und der Gewalt gegen die Seite der Vernunft und der Diskussion. Beide haben den unerbittlichen Glauben, dass sie Recht haben und der andere das Übel ist.“
Wer ist nun eigensinnig und stur? Der Wissenschaftler, der stets gerne berichtigt wird, wenn seine Thesen auf Sand gebaut sind oder der fundamentalistische Gläubige, der Ingnoranz zur Tugend erhoben hat?
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#60   Tyrus   13:20:09 | Samstag, 14. Juni 2008
@nachtlaterne
ich bin ein großer Freund antiker Schrifen, lese zur Zeit Werke von Epikur und Plutarch und bin höchst beeindruckt, zu was für vernünftigen Erkenntnisse diese Philosophen schon gekommen sind.
An so etwas wie ewige moralische Wahrheiten, die wir Menschen definitiv als solche wahrnehmen können, glaube ich allerdings nicht.
Die Bibel ist für mich das bedeutenste Werk der Weltliteratur, nicht weniger, aber auch nicht mehr.
Unter dieser Prämisse kann ich nicht nachvollziehen, wie man den fiktiven Charakter Gott so ernst nehmen kann.
Christen in meinem Freundeskreis sprechen immer davon, wie wichtig Liebe ist und ich stimme ihren frommen Wünschen des liebevolleren Umgangs mit anderen Menschen und Tieren oft zu. Nur sehe ich keinen Grund, warum man Gott dazu braucht. Philosophische Erkenntnis ethischer Prinzipien ist durchaus ohne Gott möglich und meines Erachtens kommt man damit auch zu sinnvolleren Schlüssen.
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#57   Tyrus   13:05:14 | Samstag, 14. Juni 2008
@Sozialkatholisch
in der Wissenschaft läuft vieles falsch, weil häufig nicht mehr auf möglichst objektive Wahrheit hingeforscht wird, sondern gewisse, meist wirtschaftliche Interessen, die Forschung manipulieren. Die jüngsten Entwicklungen in der Hochschulpolitik sind schon beinahe genug Indiz dafür.
Ihre Kritik sollte sich nicht der Wissenschaft an sich richten, die, redlich betrieben, keinerlei Eigendynamik oder gar präskriptive Dimension entwickelt, sondern an Politik und Wirtschaft, die derartige Entwicklungen unterstützen (insbesondere auch bezogen auf Umweltpolitik, wo gerade die in weiten Zügen christlich orientierten Republikaner in den USA die Umweltzerstörung nicht selten starrsinnig mit Mose 1,28 verteidigen)
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#53   Tyrus   12:44:07 | Samstag, 14. Juni 2008
Antworten
Lieber Matt,
du beginnst deine Botschaft an mich mit einer Beleidigung, statt mit Argumenten.
Gehst du wirklich davon aus, dass ich dich so ernstnehmen kann?
Lieber Alexander,
ob einige Wissenschaftler nun katholische Geistliche waren oder nicht, spielt doch
überhaupt keine Rolle. Wenn Sie sich mit der Geschichte der Aufklärung befassen,
werden Sie feststellen, dass die Kirche sich nahezu immer fortschritts- und aufklärungsfeindlich
gegeben hat. Bezeichnend ist, dass im Vatikanstaat bis heute offiziell nicht die Menschenrechte nicht gelten.
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#42   Tyrus   12:36:39 | Samstag, 14. Juni 2008
@Vineta
Ich halte ihre Feststellung schlichtweg für nicht relevant in diesem Kontext. In der Geschichte des Christentums sind abermillionen Andersgläubige umgebracht worden, die meine vollste Sympathie haben und trotzdem lamentiere ich darüber nicht in jeder Diskussion mit Christen. Verbrechen gegen die Menschlichkeit sind immer kritikwürdig, doch passt diese Argumentation schlichtweg nicht in diese Diskussion, weil ich von diesem Thema überhaupt nicht sprach, das meine ich mit unredlich.
Was erhoffen Sie sich von 8 Millionen unerwünschten Kindern, die vermutlich zum Großteil in Armut und Liebesentzug aufgewachsen wären? Die neue Leistungselite, die unsere Wirtschaft rettet? Ist das wirklich ihre Ernst?
Ich glaube nicht an Nichtintegrierbarkeit, ich glaube nur an Politik, die Integration nicht geregelt bekommt, gerade weil sie Einwanderer (nicht nur nach Deutschland) minderwertig behandelt und ihnen Menschenrechte aberkennt.
Niemand will ihnen vorschreiben, wie Sie Heirat definieren. Aber in diesem Staat ist Homo-Ehe nunmal mittlerweile gesetzlich verankert und damit gesammtgesellschaftlich akzeptiert.
Ich habe nicht behauptet, dass sich alle Tiere ihrer Endlichkeit bewusst sein, bloß, dass sie Interessen haben und fähig sind, Angst und Leid zu empfinden, welches man ihnen in vielerlei Hinsicht ersparen könnte, wenn man nur wollte. Wieso mutet man einem nichtmenschlichen Lebewesen ein Leid zu, das man einem Menschen nicht ungestraft zufügen möchte. Embryos leiden nich, Tiere leiden
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#51   Tyrus   12:23:04 | Samstag, 14. Juni 2008
Lieber Ansgar, als Geschichtsstudent
komme ich nicht umhin, an Epochenbezeichnungen gewöhnt zu sein. Definitiv wissen auch Sie
mehr faktische Details von der Welt als jeder Bronzezeitmensch, womit ich
jenen Menschen natürlich weder Rationalität von die Fähigkeit zur philosophischen Erkenntnisbildung aberkennen will. Aber diesen Menschen fehlten nunmal viele wissenschaftliche Erkenntnisse, über die wirheute verfügen, so konnten sie sich z.B. Gewitter oder physische wie psychische Krankheiten nicht wissenschaflich erklären und erwägten daher übernatürliche Ursachen.
Diese Menschen waren nicht durch und durch blind oder wahnhaft, aber ihnen fehlte
das empirisch gesichterte Wissen, über das wir heute verfügen.
Lieber Jörg,
finden Sie es nicht widersprüchlich, mir vorzuwerfen, ich würde „nichts neues“ bringen, während sie jahrtausende alte Schriften zitieren und mich damit belehren wollen?
Sie haben meine Form des Atheismus nicht widerlegt,
Sie stellen ihm nur eine andere These entgegen.
Es ist durchaus möglich, auf Gott als Uraxiom für ethisches Handeln zu verzichten. Sie mögen dazu John L. Mackie lesen… Wie kommen Sie darauf, das Ideologie und Religion sich ausschließen? Mir erscheinen
die Übergänge häufig fließend, man schaue nur mal auf islamische Regimes in Nahost. Religionen, gerade das Christentum, haben auch Millionen
Menschen auf dem Gewissen, ich möchte nur an diverse Kriege „in Gottes Namen“ erinnern.
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#41   Tyrus   11:45:46 | Samstag, 14. Juni 2008
Liebe Nachtlaterne
Sie geben also zu, dass man die Bibel im historischen Kontext verstehen muss und die Gebote damit nicht huntertprozentig auf unsere Zeit passen köennen. Halten Sie es wirklich für eine höchst humanitäre Leistung Gottes, dass er Leuteschindern gebietet, den Sklaven wenigstens eine Sonntagsruhe einzuräumen, wenn er die Sklaverei auch gleich direkt abschaffen könnte? Zeugt das nicht schlicht von einem zutiefst archaischen Weltbild der Autoren von Exodus?
Wir leben im hochtechnisierten 21. Jahrhundert, die Wissenschaft hat sich einen erbitterten Kampf mit Fundamentalisten und Traditionalisten geliefert, um schließlich die Fortschritte durchzusetzen, von denen wir heute alle profitieren (nicht zuletzt Computer). Es ist wirklich traurig, dass so viele massiv indoktrinierte Menschen sich immernoch nach dem finsteren Mittelalter zurücksehenen, einfach nur weil es einfacher ist, wenn man so alle seine Argumente aus einem einzigen Buch beziehen kann und nicht über diesem Tellerand der intellektuellen Ignoranz hinausschauen kann oder will.
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#38   Tyrus   22:28:20 | Freitag, 13. Juni 2008
@bonifatius
Kritisch hinterfragen heißt keinesfalls dem Dialogpartner Fallen zu stellen, sondern lediglich, seine Argumente einer rationalen Prüfung zu unterziehen. Das was Sie beschreiben, ist unredlich und eines wissenschaftlich denkden Menschen nicht würdig. Wer Hegel gelesen hat, mag vielleicht der These zustimmen, dass man nur dann ansatzweise gesichertes Wissen gewinnen kann, indem man ständig im dialektischen Diskurs alte Thesen prüft.
Die Kirche preist die Zehn Gebote gern als erste Ausdrucksform von Nächstenliebe und Menschlichkeit, verschweigt aber das gesamte inhaltliche Umfeld des Textes. Zum Beispiel schließen sich an die Gebote unmittelbar die Regeln zum Halten von Sklaven an (2. Mose/Ex. 21,2): „Rechte hebräischer Sklaven“.
Dass die Bibel keine Hemmungen mit der Sklaverei hat, lesen wir unverhohlen im „Herzstück“ des Buches, in den Zehn Geboten (2. Mose/Ex. 20,8): „Der siebte Tag ist ein Ruhetag, dem Herrn, deinem Gott, geweiht. An ihm darfst du keine Arbeit tun: du, dein Sohn und deine Tochter, dein Sklave und deine Sklavin.“ (Diesmal zitiere ich die Einheitsübersetzung der katholischen Bibelanstalt. Die Luther-Fassungen beschönigen den Urtext und ersetzen „Sklave“ durch „Knecht“.
Verblassen angesichts dieses textlichen Umfeldes die moralischen Ansprüche der Zehn Gebote nicht vollends?
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#35   Tyrus   22:19:46 | Freitag, 13. Juni 2008
@ jörg
Wo sind die Nachweise dafür, dass Gott uns als sein Ebenbild erschaffen hat? Der einzige Grund, den ich hätte, das zu glauben, ist ein Buch, dass in der Bronze- und Eisenzeit verfasst wurde. Wenn ich alles glauben würde, was ich Büchern aus dieser Zeit steht, müsste ich auch an menschenfressende „Riesenameisen“ und „schwarze Menschen mit schwarzem Samen“ (beides Herodot) glauben.
Ich kann nicht nachvollziehen, was Gott tut und was Gott lässt, weil ich keine Indizien dafür sehe, dass Gott überhaupt wirkt in dieser Welt. Man kann ohne Gott gut sein, besser sogar, weil man dann von sich aus gut ist und nicht allein deswegen, weil man einem angeblichem höheren Wesen gefallen will. Man braucht kein Doppelgebot der Liebe: das Gebot, sich seinem Nächsten und seinem Fernsten gegenüber fair verhalten soll, reicht vollkommen.
„Als Christen wissen wir mehr über die Wahrheit, über Gott, der nach eigener Aussage Weg, Wahrheit und Leben ist.“
Diese Aussage zeugt von grenzenloser Ignoranz in meinen Augen. Sie behaupten, „mehr“ von der Wahrheit zu wissen, als alle anderen, weil ihr Lieblingsbuch ihnen dazu eine Legimitation gibt. Nur weil in der Bibel behauptet wird, sie sei Gottes Wort, muss das nicht automatisch stimmen. Genausowenig wie Marx’ Weltrevolution eintreffen müssen oder Nostradamus’ Prophezeihungen jedenfalls. Apropos: Wo bleibt eigentlich der jüngste Tag, von dem Jesus ständig behauptet, er würde „bald“ kommen?
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#42   Tyrus   22:04:28 | Freitag, 13. Juni 2008
@Bayern-Tradi
Das ist ihr Glaube und wenn Sie sich damit besser fühlen, viel Spaß damit. Aber dem Glaube entbehrt die wissenschaftliche Grundlage. Wissen Sie, ich studiere Geschichte und ich habe gelernt, historische Quelltexte kritisch zu hinterfragen. Ich verstehe einfach nicht, warum um alles in der Welt die biblischen Narrationen 100%-ig wahr sein sollen, aber beispielsweise Homer’s Odysee nicht und der Koran nicht. Ich behaupte nicht, dass die Bibelautoren Lügner waren, aber ich gehe stark davon aus, dass sie in mancherlei Hinsicht veblendet, irrig waren und voreingenommen geschrieben haben – genau wie viele andere Autoren ihrer Zeit.
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#39   Tyrus   18:59:23 | Freitag, 13. Juni 2008
Fragwürdiges
Für mich stellt das einen Widerspruch dar. Wenn Gott die Sünde ausgemerzt haben will, wieso macht er nicht selbst? Und wenn der Mensch als Gottes Ebenbild sündhaft ist, müsste Gott selbst dann nicht auch sündhaft sein?
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#31   Tyrus   18:54:59 | Freitag, 13. Juni 2008
Welch Widerspruch in sich!
Relativismus und kritisch hinterfragen schließen sich aus, wenn auch der Relativismus kritisch hinterfragt wird und neue, zeitgemäße Werte an Stelle der alten, überholten Werte treten. Ohne Humanismus hätten wir keine Menschenrechte.
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#35   Tyrus   18:30:10 | Freitag, 13. Juni 2008
Und die Kinder?
Was ist mit den Kindern der Ungläubigen, die wegen ihrer Erziehung nicht den Messias kennen lernen durften, ist es nicht hasserfüllt, diese zu opfern, weil deren Eltern den falschen Glauben hatten?
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#32   Tyrus   18:21:16 | Freitag, 13. Juni 2008
Jesus, Lamm Gottes
Gut, es muss ja nicht immer das AT sein, wenn das NT auch genügend Vorlagen für Kritik bietet:
Nicht weit von der Bergpredigt entfernt lesen wir unter anderem auch Jesus’ hasserfüllte Verfluchung dreier Städte, die seiner Lehre nicht zujubeln wollten (Mt 11,23): „Und du, Kapernaum, wirst du bis zum Himmel erhoben werden? Du wirst bis in die Hölle hinuntergestoßen werden.“
Wer gegen ihn war, dem wünschte er, (Mt 18,6): „daß ein Mühlstein an seinen Hals gehängt und er ersäuft würde im Meer, wo es am tiefsten ist.“
Ist die Feindesliebe also nur eine nette Floskel, um schwache und ängstliche Schäfchen zu gewinnen?
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#24   Tyrus   18:13:22 | Freitag, 13. Juni 2008
Lieber Ansgar
Ich lasse mich gerne tadeln und kritisieren, wenn Sie das mit ihrer archaischen Sprache ausdrücken möchten.
Ich weiß nicht, was Sie unter intellektueller Selbstzufriedenheit verstehen, aber ich verstehe darunter einen übertriebenen Stolz auf die eigene Weltanschauung, ein hochstilisieren der eigenen, subjektiven Meinung starrsinnig und dogmatisch zur absoluten Wahrheit erklären. Dies kenne ich von kaum einem Humanisten, aber von einer Menge Christen. Ihnen will ich das nicht vorwerfen, doch ich sehe Indizien dafür.
Ich hasse die Kirche nicht, aber Sie scheinen Kritik zu hassen. Ich habe Gründe und Argumente, warum ich die kath. Lehre für kritikwürdig halte und sehe nicht ein, warum ich diese verschweigen soll. Auch habe ich nicht meine Vita dargestellt, sondern lediglich meine Erfahrungen mit der kath. Kirche. Vielleicht interessiert Sie das nicht, das ist ihr gutes Recht, ebenso dürfen Sie mir sagen, dass Sie das nicht interessiert. Aber mir den Mund verbieten, dazu haben Sie kein Recht. Das Wort „Bußschweigen“ meine ich übrigens, das letzte mal in einer Vorlesung über die hl. Inquisition gehört zu haben.
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#29   Tyrus   18:05:15 | Freitag, 13. Juni 2008
10 Gebote und Aufhebung der Gesetze
In den 10 Geboten stehen auch so herrlich-freundliche Drohungen wie:
Bete sie nicht an und diene ihnen nicht. Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott, der da heimsucht der Väter Missetat an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied, die mich hassen. (2. Mose 20,5)
Verehrter Herr von Eich, in welcher V1-Kirche sind Sie denn aufgewachsen? Wo steht im NT, dass die Gesetze des AT restlos aufgehoben werden sollen?
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#22   Tyrus   17:25:54 | Freitag, 13. Juni 2008
Fundamentalismus und seine Implikationen
Nach einer Gallup-Umfrage glauben tatsächlich 45 Prozent der Amerikaner, Gott habe die Erde vor 10’000 Jahren erschaffen und fast zwei Drittel haben nichts dagegen, wenn neben Darwins Lehren auch der Kreationismus in den Schulen unterrichtet wird.
Aber wie würde unsere Welt wirklich aussehen, wenn wir das Alte Testament heute wieder wörtlich nehmen würden: Sie …
… dürften dann Sklaven halten. (3. Mose 25,44 und andere)
… müssten Ihre Tochter steinigen lassen, wenn sie vorehelichen Sex hat. (5. Mose 22,20)
… dürften einen Dieb zum Tod verurteilen. (2. Mose 21,16)
… könnten Ihre Tochter als Sklavin verkaufen. (2. Mose 21,7)
… dürften jeden töten, der am Samstag arbeitet. (2. Mose 35,2)
… dürften sich als Mann weder das Kopfhaar noch den Bart abschneiden. (3. Mose 20,6)
… müssten beim Kauf Ihrer Kleider genau darauf achten, dass der Stoff nicht aus zwei verschiedenen Fäden gewebt ist. (3. Mose 19,19)
… müssten Ihren Sohn steinigen lassen, wenn er flucht. (3. Mose 24,16)
… müsste eine Frau nach der Geburt eines Jungen 1 Woche und nach der Geburt eines Mädchens 2 Wochen (!) zu Hause bleiben, weil sie „unrein“ ist. (3. Mose 12,5)
… wären als Frau während der Menstruation unrein – und alles was Sie berühren ebenfalls. (3. Mose 15,19)
… würden getötet werden, wenn Sie fremdgehen. (3. Mose 20,10)
… dürften nie mehr Muscheln oder Krabben essen. (3. Mose 11,10)
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#19   Tyrus   17:18:18 | Freitag, 13. Juni 2008
Über Abtreibung
Der australische Philosoph und Ethiker Peter Singer vertritt die Anschauung, dass Spezieszugehörigkeit keine moralisch relevante Eigenschaft ist. Statt dessen baut Singer seine Ethik auf dem Interesse der Betroffenen und den Konsequenzen einer Handlung (Konsequenzialismus) auf. Daher ist für ihn auch die Frage, ob oder ab wann ein Fötus als Mensch zu definieren ist, unbedeutend. Für die Frage, ob die Tötung eines „nicht menschlichen oder menschlichen Tieres“ ethisch falsch oder richtig ist, sind für Singer vor allem folgende Kriterien bedeutsam:
* Schwangerschaftsabbrüche haben keine negativen Konsequenzen für andere, da jeder Mensch, der darüber nachdenken kann, nicht von der Handlung betroffen ist. Die Legalität des Schwangerschaftsabbruchs kann also keine Angst bei diesen hervorrufen.
* Wünsche und Interessen des Opfers: Nach Singer hat ein Fötus überhaupt keine Interessen, weil er geistig noch nicht weit genug entwickelt ist. Damit hat er auch kein Interesse weiterzuleben.
* Recht auf Leben: Nach Singer geht ein Recht auf Leben aus einem Interesse am Leben hervor. Ein Recht zuzuschreiben hat nur dort Sinn, wo auch ein Interesse an dem Gegenstand des Rechtes vorhanden ist.
* Wahrung der menschlichen Autonomie: Der Fötus verfügt über keine Autonomie, daher kann diese auch nicht verletzt werden.
*Es gibt keinen Grund, einem potentiellen X dieselben Rechte zuzusprechen wie einem wirklichen X.
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#22   Tyrus   17:09:45 | Freitag, 13. Juni 2008
Lieber Ansgar
dass Sie mich gleich beschimpfen müssen (als Typhus), ist sehr bezeichnend für die „christlichen Werte“, die hier vertreten werden. Dieses Niveau kenne ich eigentlich sonst nur aus dem Kindergarten.
Ich probe hier nicht den Aufstand, sondern bin um sachlichen Diskurs bemüht, weil ich aufrichtig versuche, die Gegenseite zu verstehen.
Ihnen geht es offenbar nicht so. Ich kann wunderbar ohne Papst und Kirche, sogar so gut, dass ich es anderen mitteilen will. Ich könnte es auch woanders tun, aber wieso nicht gleich an „der Wurzel allen Übels“. (Verzeihen Sie bitte die Polemik).
Die Bekehrung hat schon stattgefunden. Ich bin frei, glücklich und voller Liebe, denn ich kann meine Liebe den Menschen geben und muss sie nicht an einen Gott verschwenden, den ich mir selbst konstruiert habe bzw. der mir von irgendwelchen Predigern indoktriniert wurde.
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#40   Tyrus   17:01:07 | Freitag, 13. Juni 2008
Monströse Ansichten aus dem frühen 20. Jahrhundert
@ Vineta:
du scheinst dich hoffnungslos in der erzkonservativen, ultrarechten Nationalismusideologie stecken geblieben zu sein. Es ist kontraproduktiv und eines Menschen mit redlichem Geschichtsbewusstsein unwürdig, anderen Nationen Kriegsverbrechen vorzuwerfen. Wenn du dich für bezahlte Kindererziehung aussprechen willst, da bin ich dabei. Anders scheint mir das Problem des demografischen Wandels kaum zu beheben sein, bestimmt auch nicht mit Abtreibunsverboten. Zuwanderer anders zu behandeln als Ansässige finde ich prinzipiell unethisch, weil es dafür keine vernünftige Begründung geben kann, außer man betrachtet Einwanderer per se als minderwertig. Deine Definition von Heirat gilt längst nichtmehr. Wer gibt dir das Recht, über sexuelle Vorlieben anderer Menschen zu urteilen?
Zu den Tierrechten:
Kathegorien wie „schuldig“ oder „unschuldig“ spielen meines Erachtens überhaupt keine Rolle bei der Frage, ob man Lebewesen unnötig Leid zufügen muss. Für mich zählen nur die beiden Punkte, welche Qualität das Bewusstsein eines Tieres hat (d.h. inwiefern es mit dem Menschen vergleichbare Glücks- und Leidensmomente erfahren kann und ob es seiner eigenen Existenz bewusst ist) und ob ein Tier Interessen hat (z.B. das Interesse, weiterzuleben oder das Interesse, nicht zu leiden).
Wieso reicht das Empathievermögen der meisten Menschen nicht über die eigene Spezies hinaus (außer bei Haustieren)? Meine Maxime zu dem Thema lautet: „Führe nichtmenschlichen Lebewesen nur so viel Leid zu
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#20   Tyrus   16:32:05 | Freitag, 13. Juni 2008
Lächerlich wäre es in der Tat
nur wegen eines verwirrten Mannes in einer unverdienten Machtposition eine Organisation zu verlassen, die einem viel gegeben hat, wo man in der kirchlichen Jungendarbeit viel Liebe, Freundschaft und Glück erfahren hat. Ich bin in diesem Bereich noch aktiv, da die kath. Jugend in meinem Heimatdorf glücklicherweise sehr liberal ist. Meine Gründe zu Entsagen waren andere, die ich hier nicht ausführlich erläutern kann. Nur soviel: Ich habe die Bibel unter historisch-kritischer Prämisse studiert, sowie eine ganze Menge philosophische, humanistische und religionskritische Autoren gelesen, deren Argumente mich überzeugt haben, wesentlich mehr als irgendwelche subjektiven schlechten Erfahrungen mit kirchlichen Würdenträgern, Buße- und Unterwerfungsritualen und der ekelhaften Dekadenz der kath. Kirche in Rom. Es war in erster Linie Abwägung rationaler Diskurse, die mich zu der Überzeugung brachte, dass eine Ethik ohne personalen Gott mich zu einem besseren Menschen machen würde. Und ich bin mittlerweile ziemlich sicher, dass ich damit richtig lag.
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#23   Tyrus   00:55:45 | Freitag, 13. Juni 2008
@gunther
Und du bist im Mittelalter stecken geblieben, auch nicht schlecht. :)3
Glaubst du wirklich an den Teufel und an Dämonen oder willst du mich veräppeln?
Im übrigen hast du mich nicht verstanden. Es geht nicht darum, den Menschen hinabzuwürdigen, sondern darum Tieren mehr Rechte einzuräumen, weil sie ebenfalls empfindsame Wesen mit Interessen sind. Die Mentalität „Macht euch die Erde untertan“ ist zutiefst egoistisch und hat in meiner Ethik nichts mehr verloren.
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#14   Tyrus   00:52:57 | Freitag, 13. Juni 2008
@gunther
Ich glaube natürlich nicht an der Teufel.
Glaub mir, ohne Angst lebt es sich angenehmer.
Und wenn es Gott und den Teufel gäbe, wären mir beide unsympathisch. Ich bin kein Freund totalitärer Regimes und ich werde sicherlich auch nach meinem Tod keiner sein.
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#20   Tyrus   21:23:44 | Donnerstag, 12. Juni 2008
cool, danke! :-)
hab ich aber nur kopiert, muss ich gestehen:
chuzpe.net/speziesismus/
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#18   Tyrus   20:58:50 | Donnerstag, 12. Juni 2008
Welcher der folgenden Schlußfolgerungen würdest du zustimmen?
1. Ich bin Weißer, du bist Neger; folglich darf ich dich als Sklave halten.
2. Ich bin Arier, du bist Jude; also habe ich ein Lebensrecht und du nicht.
3. Ich bin ein Mann, du bist eine Frau; also ist es in Ordnung, daß du für die gleiche Arbeit weniger verdienst.
4. Ich bin Inländer, du bist Ausländer; folglich darf ich hier leben und arbeiten und du nicht.
5. Ich bin heterosexuell, du bist homosexuell; also darf ich heiraten und du nicht.
6. Ich bin ein Mensch, du bist ein Tier; also darf ich dich benutzen, ausbeuten, quälen und töten.
Wenn du Punkt 6 zustimmst, kannst du dich mit Recht als Speziesist bezeichnen (in den Punkten darüber wärst du homophob, ausländerfeindlich, sexistisch bzw. rassistisch). Wenn du dem letzten Punkt nicht zustimmst, dann solltest du dir die nun folgenden Seiten durchlesen um zu sehen, ob die darin enthaltene Argumentation und Schlußfolgerung nicht auch für dich relevant und wichtig sein bzw. werden könnte. Die Idee des Speziesismus ist, obwohl nicht gänzlich neu, so doch nach wie vor weitgehend unbekannt. Diese Seiten sollen dazu beitragen helfen, diesen Umstand zu ändern.
Also: Bei allen sechs oben angeführten Punkten handelt es sich um die gleiche Art von willkürlichem Vorurteil: ein Wesen wird einem anderen Wesen gegenüber allein aufgrund biologischer Unterschiede bevorteilt bzw. seine Interessen unverhältnismäßig höher geachtet – was, ethisch betrachtet, nicht richtig ist.
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#16   Tyrus   20:47:29 | Donnerstag, 12. Juni 2008
Nieder mit dem Speziesismus!
Was macht menschliches Leben so viel wertvoller als tierisches? Wir sind schließlich auch nur nackte Affen mit einem Gehirn von etwas größerer Dimension! Die Bronzezeit-Vorstellung, dass wir „Abbild Gottes“ sind und die Tiere großmütig unserer Willkür unterworfen werden, sollte spätestens seit Darwin aus den Köpfen der Menschen verschwunden sein. Hat ein ausgewachsenes Schwein nicht ein viel ausgereifteres Bewusstsein und Sinn für Glück und Leid als ein winziger Zellhaufen, der sich potenziell zum Menschen entwickeln kann? Ist ein Embryo menschliches Leben und damit ebenso schützenswert wie vergleichbares Leben? Ja!
Ist ein Embryo eine Person, für die Menschenrechte uneingeschränkt angewendet werden können? Nein!
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#12   Tyrus   20:38:44 | Donnerstag, 12. Juni 2008
Ein alter, verwirrter Mann
Letzten Herbst war ich in Rom auf Messdienerwallfahrt.
Die Predigt, wie Preisner in der Paulskirche von sich gab war die irrationalste und antiaufklärerischte Propaganda, die ich jemals mit eigenen Ohren vernommen habe. Meisner suggerierte, dass jenem, der seinen Taufschein nicht ständig bei sich trägt und griffbereit hat, der Zugang zum Paradies verwehrt würde. Aber das war noch relativ harmlos im Gegensatz zu seiner Auslegung von Mt 18,2-3. Niemals „Glaubenswahrheiten“ (welch Widerspruch in sich!) kritisch hinterfragen, niemals rational analysieren, was Schrift und „Glaubensautoritäten“ so behaupten, sondern wie kleine, hilflose Kinder alles leichtfertig glauben! Ja, genau so schaart man fromme Schäfchen um sich, die einem jeden noch so absurden Mist abkaufen. Gut gemacht, Herr Propaganda-Bischof Nr.1! Übrigens, nach dieser Wallfahrt fasste ich den Entschluss, dem Katholizismus zu entsagen.
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#279   Tyrus   00:11:48 | Mittwoch, 11. Juni 2008
Weil’s so schön ist
nehmen Sie noch den hier hinzu:
www.aerztekammer-bw.de/…homosexualitaet.html
Hier ist nun nochmal explizit die Rede davon, dass auch genetische Ursachen eine Rolle spielen. Eins ist sicher: besusst „anerzogen“ wird Homosexualität nicht.
Redaktion benachrichtigen Warnung vor ‘kreuz.net’
#277   Tyrus   23:58:21 | Dienstag, 10. Juni 2008
Artikel über die Ursachen von Homosexualität
Hier haben wir einen: www.narth.com/docs/gene-ger.html
Redaktion benachrichtigen Das Judentum, nicht das Christentum ist der Kern der westlichen Zivilisation
#139   Tyrus   14:51:53 | Dienstag, 10. Juni 2008
@ Lutheraner
Sie werden mir immer sympathischer!
Redaktion benachrichtigen Warnung vor ‘kreuz.net’
#201   Tyrus   14:49:45 | Dienstag, 10. Juni 2008
Kommentar zu Beiträgen von heute morgen
So viele luftleere Vorwürfe und Beinahe-Beleidigungen habe ich selten gelesen. Hier scheint niemand die Bücher gelesen zu haben, die ich gelesen habe und obendrein wird mir noch indizlos vorgeworfen, ich würde mich weder mit der Bibel, noch mit römischem Recht auskennen. Auf so einer Ebene bin ich nicht gewillt, zu diskutieren, denn wer Argumente bringt, die keine sind und Weltbilder, die nicht ganz dem eigenen entsprechen, per se verurteilt, schließt sich m.E. selbst aus rationalem Diskurs aus. Damit meine ich explizit clarrissa (die mich als Bibelbanause bezeichnet und sich wahrscheinlich noch nicht mal meinen Link angeguckt hat), diaconus (der die Gesetzgebung der alten Römer glorifiziert, offenbar am liebsten im totalitären Gottesstaat leben möchte und mich zum Geschichstsbanausen stilisieren möchte) und theophil (der offenbar noch nie ein aktuelles Biologiebuch in die Hand genommen hat).
Redaktion benachrichtigen Warnung vor ‘kreuz.net’
#118   Tyrus   01:56:18 | Dienstag, 10. Juni 2008
Erläuterungen
Vielen Dank für die Belehrung und Entschuldigung, wenn ich den Begriff „Bronzezeit“ für Ihre Ansprüche zu pauschal verwendet habe. Es ist ohnehin ein künstlicher Begriff, so wie alle Termini, die historische Epochen bezeichnen. In der Tat erfolgte der Hinweis in qualitativer Absicht. Ich will die literarische Leistung der Bibelautoren keineswegs herunterspielen, aber dass die Gesetze, die sich diese Menschen ausgedacht haben, bedingungslos auf die heutige Zeit übertragen lassen, halte ich für sehr fragwürdig. Ich möchte auf diese Seite: www.bibelkritik.ch/ links unten verweisen.
Trotzdem – wie gesagt – ist die Bibel ein für seine Zeit brilliantes Literarisches Werk voller Weisheit und philosophischer Erkenntnis. Aber ich sehe nirgens einen Funken göttliche Inspiration, sondern nur das Werk rationaler und beinahe rationaler Menschen.
Wenn Sie die Texte der Bibel auf eine Stufe mit Sokrates, Platon, Aristoteles (von mir aus dazu noch Heraklit, Protagoras, Epikur) stellen möchten, gerne! Aber ich glaube, dass Sie ihr mehr Bedeutung zumessen wollen, oder liege ich falsch?
Redaktion benachrichtigen Das Judentum, nicht das Christentum ist der Kern der westlichen Zivilisation
#116   Tyrus   01:28:20 | Dienstag, 10. Juni 2008
Lieber Florian
Doch, ich kann kostbare Zeit verlieren, die ich in Handeln investieren könnte. Ich halte nicht viel von Pascals Wette, denn sie ist zu sehr auf den Gott der Bibel gemünzt. Ich halte die Bibel als angehender Historiker für in keinster Weise für akkurater als irgendeine ander Schrift. Glaube ist auch für mich nichts, was sich erzwingen lässt. Es wird argumentiert, der Glaube an Gott brächte mehr Vorteile, als der Unglaube, aber das sehe ich nicht so. Ich habe mehr Angst vor einem unendlichen Leben bei Bewusstsein als vor einem bewusstlosen Verlöschen.
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#112   Tyrus   00:53:13 | Dienstag, 10. Juni 2008
@florian
Es erscheint mir sehr widersprüchlich, an einen Gott, der für mich nicht existiert, irgendwelche Bitten zu richten. In der Zeit, in der ich noch gebetet habe, ging es mir nie besser als jetzt, meistens eher schlechter. Ich dachte häufig, Gott wird’s schon richten, aber dann landete ich doch im Elend. Jetzt nehme ich mein Schicksal selbt in die Hand und fahre gut damit. Ich bin übrigens nach wie vor ab und an in der Gemeinde aktiv, da es leider kaum Alternativen zur kirchlichen Jugendarbeit gibt.
Nun, selbst wenn es einen Gott geben mag, halte ich es aus persönlicher Erfahrung für sehr unwahrscheinlich, dass er Gebete erhört, oder gar eine Art „Heilsplan“ für uns verfolgt. Wer sind wir, uns anzumaßen, dass ein höheres Wesen seine Zeit mit uns verschwendet?
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#104   Tyrus   00:30:41 | Dienstag, 10. Juni 2008
Versuch und Irrtum
Glauben Sie mir, ich habe mir alle Mühe gegeben, doch spätestens nach der Lektüre einiger religionskritischer und humanistischer Autoren haben mich die Argumente überzeugt. Argumente die schlicht schlüssiger waren, als alles, was ich je von kirchlicher Seite gehört habe. Glauben mag ja auch Gefühlssache sein, aber bei mir sagen sowohl Verstand als auch Gefühl nein zum Glauben, also welche Wahl bleibt mir?
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#99   Tyrus   00:20:01 | Dienstag, 10. Juni 2008
Ich bin Ex-Katholik
Zwanzig Jahre lang war ich Katholik und habe dann abgeschworen. Der katholische Glaube hat mein Leben weniger bereichert, als der säkular-humanistische. Ich bin auf dem Papier sogar immernoch Katholik, da ich noch keine Kirchensteuer zahlen muss. Als Gläubiger habe ich Gott nie intensiver wahrgenommen, als ich ihn jetzt wahr nehme, nämlich gar nicht. Ich versuche gut zu sein, weil ich aus mir heraus gut sein will und nicht, um Gott zu gefallen. Auch bin ich extrem empfindlich, wenn Leute behaupten, „mit Gott an ihrer Seite“ argumentieren. Denn so verleihen sich häufig Menschen einen unfairen Autoritätsanspruch, der m.E. in keinster Weise gerechtfertigt ist. Glaube als Lebenshilfe mag ja dienlich sein, aber ich habe ehrlich gesagt mehr Angst vor einem ewigen Leben als vor einem endgültigen verlöschen.
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#96   Tyrus   00:11:17 | Dienstag, 10. Juni 2008
Sorry
Das mit dem fundi war ein freudscher Versprecher, ist nicht diffarmierend gemeint.
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#93   Tyrus   00:06:12 | Dienstag, 10. Juni 2008
@bayern-fundi
Soweit ich weiß, herrscht in diesem Land immernoch Meinungsfreiheit. (Oh, ich vergaß, die Server stehen in den USA). Wenn Sie nicht diskutieren wollen und mich stattdessen lieber beschimpfen, dürfen Sie das gerne tun. Wenn Sie dazu in der Lage sind, können Sie auch gerne meinen Account sperren lassen. Aber den Mund verbieten lasse ich mir nicht. Wenn Sie meine Kritik für falsch halten, widerlegen Sie sie, aber hören Sie bitte auf, mich in irgendwelche Schubladen zu stecken, die in Ihren Augen vielleicht sogar Schimpfwörter sein mögen. Ich für meinen Teil glaube übrigens an keinerlei personalen Gott, finde Gespräche mit Gläubigen aber durchaus interessant.
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#116   Tyrus   00:02:18 | Dienstag, 10. Juni 2008
Fortschrittliche Römer?
Ich glaube, es gibt kaum ein überbewerteteres Konzept als Tradition. Die alten Römer wussten auch schon, dass das Leben durch das Halten von Sklaven angenehmer und durch Gladiatorenkämpfe spannender wird, sowie dass man sein Herrschaftsgebiet am besten durch blutige Kriege ausdehnen kann. Moralische Härte ist für mich in erster Linie Indiz für ethische Engstirnigkeit.
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#88   Tyrus   23:57:28 | Montag, 9. Juni 2008
@ bayern-tradi
Wenn Sie mein liberales Gefasel nicht interessiert, gehen Sie doch woanders hin. Ich führe hier gerade eine sehr erhellende Diskussion mit dem Herrn rockdino.
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#113   Tyrus   23:55:16 | Montag, 9. Juni 2008
werte clarrissa
Ich bin angehender Historiker und meines Wissens ging die Bronzezeit (in der man begann, aus Bronze Waffen und Gebrauchsgegenstände zu fertigen) vom 3. bis zum 1. Jahrtausend vor Christus. In dieser Zeit sollen Moses etc. gelebt haben, oder nicht? Für wann würden Sie denn die Entstehung des AT datieren?
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#83   Tyrus   23:51:38 | Montag, 9. Juni 2008
Vergnügen
Einerseits mag diese unglaubliche Ignoranz, Überheblichkeit, Irrationalität etc.pp. auf die man hier trifft ja ganz witzig sein für vernünftige Menschen, aber dass es mit Sicherheit auch eine Menge Leute gibt, die das ernst nehmen, macht mir schon auch Sorgen. Es ist schrecklich, dass Religionskritik insbesondere in den Medien immernoch tabuisiert wird und beispielsweise die kath. Kirche jedes Jahr 14 Milliarden Euro staatliche Subventionen erhält (nicht incl. Kirchensteuer und Zuschüsse für karitative Dienste). Diese massive Benachteiligung der Konfessionslosen muss endlich aufhören! Aber ich schweife vom Thema ab.
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#111   Tyrus   23:44:41 | Montag, 9. Juni 2008
Liebe clarissa
Mit Bronzezeitmoral meine ich natürlich das alte Testament, in dem nicht nur Schwule diffarmiert werden, sondern auch Menschen gesteinigt werden sollen, die nicht des wahren Glaubens sind. (5. Mose 5-7)
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#80   Tyrus   23:41:25 | Montag, 9. Juni 2008
In der Tat
Das war erst mein zweiter Beitrag.
Wird die Seite eigentlich vom Verfassungsschutz beobachtet? Dass es christliche Fundamentalisten und Extremisten nicht nur in den Freikirchen gibt, war mir ja klar, aber bei dieser Seite bin ich mir bis heute noch nicht sicher, ob das nicht doch sehr gut gemachte Satire ist. Ich will nicht glauben, dass mir derartig verstrahlte Menschen auf der Straße begegnen können.
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#78   Tyrus   23:25:02 | Montag, 9. Juni 2008
Fassungslos
Ich bin fassungslos über diesen offenen Anflug von Antisemitismus. Da zeigt sich einmal mehr, dass Christentum und Judenhass ohne weiteres vereinbar sind.
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#108   Tyrus   23:18:51 | Montag, 9. Juni 2008
Untergang einer hoffnungslos veralteten Kultur?
Längst ist es an der Zeit, dass sich unsere Kultur wandelt, dass eine neue, zeitgemäße Leitkultur sich etabliert. Eine Leitkultur der wahrhaftigen Weltanschauungsfreiheit. Wer Gebote, niedergeschrieben von Bronzezeitmenschen wirklich ernsthaft über die Praktische Ethik der Moderne stellen möchte, soll das gerne tun. Aber Homosexuelle (die in den meisten Fällen nachweislich genetisch dazu veranlagt sind) zu diffamieren und zu bedrohen ist vielleicht nicht unchristlich, aber definitiv unethisch.
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