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Entschuldigung Danke für die Affirmation und für die Info, Leblhuber. Das ist in der Tat ein Euphemismus,
der nicht dem Sachverhalt gerecht wird. Ich würde es gerne ändern, vielleicht in „Grausamkeiten“ oder
„Schreckenstaten“, aber das geht jetzt nicht mehr. Leider lasse ich mich immer öfter dazu hinreißen,
zu salopp zu werden… aber das fällt zum Glück nur den wenigen, kritischen Geistern hier auf.
Romantisiertes Mittelalter @Doriano: Wo werden Menschen denn elementare Entscheidungsmöglichkeiten genommen?
Dank dem Liberalismus haben wir heute mehr individuelle Freiheit als jede Generation vor uns. Ich kenne
keinen Wissenschaftler, der irgendwem etwas aufzwingen will, schon gar nicht mit Gewalt. Die Agrarwissenschaft
dient auch heute noch in erster Linie dazu, mehr Nahrung mit den vorhandenen Ressourcen zu schaffen. Theoretisch
haben wir dank ihr heute genug Getreide, um die ganze Welt zu ernähren. Es scheitert an den Gesetzen
des Marktes und westlicher Dekadenz. Ich habe noch nie ein Auto gehabt, aber mein erstes wird ganz sicher
ein Hypbrid-Wagen oder ähnliches sein. Es ist imperativ, vom Öl loszukommen, allein schon um dem Islamismus
den Geldhahn zuzudrehen. In der Medizin geht es nach wie vor um die Heilung von Krankheiten. Zufällig
wird das Leben dadurch verlängert. Ersetzen Sie Gott in Ihren Ausführungen zur Rechtswissenschaft durch
Allah und Sie wären ein hervorragender Islamist. Sie scheinen sich wirklich den Barbarismus, Aberglauben,
die Logistik, Medizin, Willkürherrschaft und Lebenserwartung des 14. Jahrhunderts zurückzuwünschen…
Tipp: Besuchen Sie mal eine Geschichtsvorlesung zu dem Thema oder lesen Sie ein Buch von einem Historiker!
Gesunder Menschenverstand Ich brauche kein Proportionalitätsgesetz, sondern nur den gesunden Menschenverstand
und ein gewisses Maß an Empathie. Jeder Nicht-Psychopath spürt intuitiv, wenn es einem Mit-Lebewesen
gut geht.
@kunstmaler Warum wird dem Menschen ein intrinsischer Wert zugesprochen, nur weil er ein Mensch ist? Ich
bewerte und behandle Lebewesen immer unter Berücksichtigung ihrer Fähigkeit, Freude und Leid zu empfinden.
So richte ich mein Handeln konsequent darauf aus, dass unterm Strich möglichst maximales Glück und minimales
Leid für alle Betroffenen herauskommt. Ich würde daher auch niemals ein empfindsames Tier verletzen
oder töten (lassen), außer aus Notwehr.
Kulturelle Evolution @doriano Hat die Wissenschaft oder das, was Sie hervorgebracht hat, die Menschheit
glücklicher gemacht? Hat menschliche Weisheit die Probleme, die uns belasten, lösbarer gemacht? Ja und
Ja. Einige Beispiele: Medizin, Agrarwissenschaft, Rechtswissenschaft, Ingenieurswissenschaft. Konkrete
Beispiele aus diesen Disziplinen: Antibiotika, Dreifelderwirtschaft, Menschenrechte, Fahrzeuge. Kann die
Religion diesen Fortschritten, die die Lebenswirklichkeit von Milliarden Menschen verbessert haben und
weiter verbessern irgendetwas entgegensetzen? Daran, dass Terroristen mit moderner Technologie Schabernack
anstellen können, ist nicht die Wissenschaft schuld, sondern die wahnhaften (oft religiösen) Ideologien
der Terroristen. @Martin: Ich kenne D’Souza, habe viele Debatten mit ihm angeschaut. Er ist ein guter
Redner, aber ein sehr schlechter Wissenschaftler. Seine Thesen sind meistens inkonsistent und er verwendet
fast immer ad-hominem-Argumente, um das Publikum auf seine Seite zu ziehen. Die Promiskuität und Homosexualität
der Bonobos wurde sehr wohl in freier Wildbahn beobachtet. Lesen Sie z.B.: Wider die Natur? Homosexualität
und Evolution und Die großen Menschenaffen von Volker Sommer.
Nachtrag @Doriano: Ein (guter) Katholik hat keine Angst vor dem Tod. Ich habe es nicht explizit gesagt,
aber ich wollte darauf hinaus, dass diese Geborgenheit durch den Betrug an der eigenen Rationalität gekauft
wird. Und was wäre daran so dramatisch, wenn die Wissenschaft stagnieren würde? Das meinen Sie nicht
ernst, oder?
Hochmut? Verachtung? Das war eine einfache (nicht-rhetorische) Frage, wie sie jedes Kind stellen könnte.
Wo ist da die Verachtung? Ich stelle übrigens viel lieber Fragen, als Thesen aufzustellen, weil ich wirklich
verstehen möchte, wie Gläubige ticken. Ich kann es nicht mehr nachvollziehen, warum Menschen ihre angeborene
Vernunft so betrügen.
Ich bin – natürlich – kein Missionar. Ich will niemanden von einer Ideologie oder Religion überzeugen.
Ich will Ent-Missionieren, Leuten von (frühkindlich) indoktriniertem Aberglauben befreien, das ist alles.
Als ich Messdienerleiter war, habe ich – selbstredend – noch an die Auferstehung geglaubt. Spätestens
seit dem ich über die grausame Kriminalgeschichte der Kirche, die schockierende Unethik biblischer Moral
(im Gegensatz zu philosophischer Ethik) und die Unplausibilität des Christengottes, die genauen Prinzipien
der Evolution und die Methodik der Naturwissenschaft gelernt und geforscht habe, kann ich daran beim besten
Willen nicht mehr glauben. Ent-Missionieren ist aber nur ein Hobby von mir, weit mehr Zeit verbringe ich
mit Arbeiten, Freunde treffen, Lesen, Filme schauen und Sport.
Es macht keinen Sinn, an Entitäten zu glauben, für die es nicht den geringsten empirischen Beleg gi…
Einstein hat die Evolutionstheorie nie bestritten und sah seine Theorien zur Physik (die mit der Quanten-/Stringtheorie
auch teilweise widerlegt wurden) nie im Widerspruch mit ihr. Materie ist niemals absolut passiv, sondern
in ständiger Bewegung, wobei sich selten – und von ganz allein – Ordnung im Chaos einstellt (z.B. bei
der Entstehung von Sonnen). Die Evolutionstheorie geht von einer Kette von – für unser Auge – glücklichen
Zufällen aus, aber niemals von einem Bruch der Naturgesetze. Die Geschichtswissenschaft funktioniert
übrigens ebenso: Wenn wir uns nicht sicher sein können, dass es in der Welt mit „rechten Dingen“ zugeht,
wäre es ein sinnloses Unterfangen, aus der Geschichte lernen zu wollen, weil wir uns nie auf unsere Erfahrungen
verlassen könnten.
Absurditäten, wie sie nur zutiefst Abergläubigen einfallen können Wenn Drachen mit Menschen gelebt
haben, müssten die Berichte über den Terror dieser Kreaturen aber wesentlich verstörender aussehen.
Es ist völlig absurd, dass Menschen mit Raptor und T-Rex kooexistiert haben sollen. Diese Dinos waren
Killermaschienen, gegen die jeder Löwe alt aussieht. Alle bekannten auf Chemie und Physik beruhenden
Datierungemethoden bestätigen dass alle bisher gefunden Dinosklette viele Millionen Jahre alt sind. Weiterhin
wurden Sie immer in sehr tiefen und alten Erdschichten gefunden und niemals(!) zusammen mit Säugetierfossilien.
Jeder Evolutionsbiologe weiß, das ein Säugersklett in so einer alten Erdschicht tatsächlich ein eindeutiges
Indiz gegen die Evolutionstheorie wäre. Ich weiß ziemlich genau, was die katholische Kirche ausmacht
und lehrt. Ich bin getauft und gefirmt, war Messdienerleiter, auf mehreren Wallfahrten, habe immer den
schulischen Religionsunterricht besucht und befasse mich auch ansonsten in Freizeit und Studium (u.a.
Philosophie und Geschichte) mit der Religion. Momentan bin ich auf der Arbeit und habe keine Kundschaft.
Ich nutze die Zeit, um hier ein wenig Aufklärung zu betreiben. Ich möchte anderen Menschen helfen, zu
einem rationalen Weltbild zu kommen, um vernünftigere, ethischer Menschen zu werden.
Keine Auferstehung, kein Jenseits. Es ist so einfach: Es gibt keine übernatürlichen Wunder, keine Wunderheilungen
und auch kein Leben nach dem Tod. DIESE Märchengeschichten in Dogmengestalt widersprechen den Erkenntnissen
der Wissenschaft, nicht die Evolutionstheorie, über die in der gesammten wissenschaftlichen Welt konsens
herrscht.
Weniger Mythen, mehr Fakten Schade, Elijahu, dass Sie Ihre Begeisterung dafür aufgegeben haben, meine
häretischen Sünder-Genossen und mich vor den ewigen Höllenqualen zu retten. Wo bleibt Ihre christliche
Feindesliebe? Was ist denn so besonders daran, dass Jesus ans Kreuz genagelt wurde. Tausende Menschen
teilten sein Schicksal und viele von denen wurden grausamer gefoltert als der Rabbi Jesus, gesetzt den
Fall wir können dem biblischen Zeugnis trauen, dass es diesen Menschen gab. Was ist denn nun richtig
an der Evolutionstheorie und was nicht, Elijahu? Ich finde übrigens gleichsam, dass manche biblische
Geschichten und Predigten sehr schön geschrieben und lehrreich sind.
Homosexualität und Evolution Homosexualität, die bisher bereits bei ca. 1.500 Tierarten festgestellt
wurde, besonders gut dokumentiert bei Affen, hat tatsächlich einen evolutionären Nutzen, wie die neuere
Forschung bestätigt. Wissenschaftler gehen heute davon aus, dass homosexuelle Individuen zur gesamtfitness
der Sippe beitragen. Sie können z.B. die Kinder ihrer nahen Verwandten mitversorgen. Es gibt Studien,
die zeigen, dass dieselbe genetische Veranlagung, die bei männlichen Homosexuellen für die sex. Orientierung
verantwortlich ist, auch deren weibliche Verwandte mütterlicherseits fruchtbarer macht. Der dadurch bei
letzteren entstehende evolutionäre Vorteil könnte so die Durchsetzungsfähigkeit der genetischen Veranlagung
für Homosexualität erhöhen. Homosexualität an sich kann man allerdings auch als soziokulturelle Fiktion
sehen. In vielen antiken Kulturen wurde weniger stark zwischen hetero und homo definiert und auch heute
gibt es Gesellschaften, in denen diese Etiketten immer mehr verschwinden und Bisexualität immer populärer
wird.
Standortvorteil In Bayern könnte ich je nach Wohnort schon ernsthafte Probleme mit meiner Nachbarschaft
und auch den Eltern meiner Schüler bekommen, wenn ich mich als atheistischer Lehrer „outen“ würde. In
den USA sieht es noch düsterer aus, wenn ich daran denke, dass christlich-fanatische Terroristen dort
Bomben in Abtreibungskliniken Deponieren und erklärte atheistische Prominente täglich Morddrohungen
bekommen und sich nur noch mit Leibwächtern vor die Tür trauen.
Ich bin nicht Darwingläubig Wie ich bereits erläutert habe, ist Darwins ursprüngliche Lehre tatsächlich –
in Details – widerlegt und durch bessere Erklärungen ersetzt worden. KEIN ernstzunehmender Biologiekundiger
beruft sich mehr allzuoft auf Darwin. Ich habe seine „Entstehung der Arten“ selbst nur auszugsweise gelesen,
weil es mittlerweile überlegene Standartwerke gibt. Ich empfehle Mayr, Kutschera und/oder Wuketits.
Subjektives Empfinden kann nicht verallgemeinert werden Vielleicht sind Sie, Marcelus, physiologisch und
psychisch besonders konstituiert, sodass Sie es tatsächlich schaffen, die rigide Sexualmoral der Kirche
zu befogen: Der Großteil der Menschheit – insbesondere in wohlstands- und bildungsfernen Regionen – ist
es definitiv nicht. Wenn die katholische Lehre tatsächlich eine rein subjektive Glaubenssache ist, die
keinerlei empirisch-rationale Belege bedarf, sollte es doch auch jedem frei stehen, sie aufgrund dieses
Mangels der Nicht-Objektivierbarkeit abzulehnen, oder etwa nicht?
Wir sind alle Ungläubige. Christen glauben nicht an Allah, Muslime nicht an Jesus. Gegenseitig wünschen –
und befördern – sie sich seit über einem Jahrtausend in die Hölle. Der Missionierungs- und Kreuzzugsgedanke
ist inherent im buchreligösen Fundamentalismus. Die besten Beispiele geben dafür heute die christliche
Rechte in den USA und die Islamisten in Nahost. Ein Atheist glaubt nur (bei tausenden von Göttern) an
einen einzigen Gott weniger als der Theist, was bedeutet, dass der Theist genaus „Gottesleugner“ ist wie
der Atheist, jedenfalls bei nahezu allen anderen möglichen Göttern mit einer Ausnahme. Wenn der Theist
dem Atheisten das Recht bestreitet, an seinen Gott nicht zu glauben, dann bestreitet er sich selbst das
Recht, an die anderen Götter nicht zu glauben.
Sie machen es sich zu einfach Womit hat es sich die katholische Kirche denn verdient, dass man ihre Dogmen
unhinterfragt abkauft und seriöse Wissenschaft dafür verteufelt? Mit den Kreuzzügen, den Judenpogromen,
der Inquisition, dem Ablasshandel, der HIV-Verbreitung durch Kondomverbot?
und nochmals @Marcelus: Für Sie als Katholik müsste Dogmengläubigkeit doch ein an sich positiver Wert
sein, oder nicht? Ich hingegen halte jede Dogmatik für fragwürdig. Sie haben vom Grundprinzip der Wissenschaft,
dem Kritizismus, offenbar noch nichts gehört. Das Effiziente an der Forschung ist eben, dass sie sich
ständig selbst hinterfragt. Keine offenkundig widerlegte These kann bestehen bleiben. Jede Theorie muss
sich ständiger Kritik und Revison aussetzen. Jede Theorie wird ständig in Details abgeändert und verbessert,
im GEGENSATZ zu Dogmen, die absolute, ewige Gültigkeit beanspruchen. Fühlen Sie sich wirklich so angegriffen
wegen dieser harmlosen, ironischen Polemik, mit der ich noch nicht einmal Sie persönlich angesprochen
habe? Ich bitte aufrichtigst um Entschuldigung. @solideo: siehe z.B. hier: de.wikipedia.org/wiki/Mosaikform
Glaube ich nicht Sie haben keine Belege für diese These. Die meisten Katholiken hierzulande glauben doch
nichteinmal mehr an die Hölle. Und das obgleich Christentum ohne Hölle und Teufel in etwa so viel Sinn
macht wie Elfmeterschießen ohne Torwart. Wer sich jedoch von seiner frühkindlichen religiösen Indoktrination
emanzipieren kann und das wissenschatlich-philosophische Denken erlernt, wird bald feststellen, dass es
sich so viel humaner und freier lebt.
Wer nicht lesen kann, sollte es lernen Wer meine Beiträge aufmerksam liest, wird feststellen, dass ich
meine Argumentation niemals auf ad-hominem-Argumenten aufbaue. Denken Sie die beanstandete Zeile weg aus
meinem Beitrag, und er verliert nicht an Koherenz.
Wer will schon ewig leben? Ewiges Leben erscheint mir unerträglich. Ich bin froh, dass ich aller Wahrscheinlichkeit
nach, eben nicht bewusst weiterexistieren werde nach meinem Tod. Ich werde glücklich sterben, wenn ich
Kinder hinterlasse und es schaffe, mit meinen Ideen gehört zu werden. Wie schrieb Epikur: Was interessiert
mich der Tod? Wenn er ist, bin ich nicht und wenn ich bin ist er nicht.
Evolutionsunterricht Ein großes Problem der Bildungssysteme aller deutschsprachigen Länder ist, dass
die Schüler zu wenig über Evolution lernen. Obwohl ich in Biologie Abitur gemacht habe, wusste ich danach
immernoch nicht wirklich, welche Prozesse auf welche Art und Weise wirken. So habe ich mir mühsam anlesen
müssen, dass Darwin eine Menge Belege, die wir heute haben, noch gar nicht in seine Theorie einbeziehen
konnte, wie diverse Fossilienfunde von Übergangsformen und besonders auch die Befunde der modernen Genetik
und Verhaltensforschung. So eine Parole wie „Affen gebären Menschen“ kann nur jemand von sich geben,
der sich absolut ungenügend mit der Materie auseinandergesetzt hat. Wie will man eine Theorie kritisieren,
deren Grundthesen man nicht verstanden hat?
Der eine sagt so, der andere so Was für den Katholiken Blasphemie ist, ist für den aufgeklärten Humanisten
allenfalls religionskritische Polemik. So gehen die Horizonte auseinander. Ich oute mich hiermit auch
als Freund der Homosexualität. Eine meiner besten Freundinnen ist lesbisch und lebt glücklich mit ihrer
ersten großen Liebe zusammen. Ich finde es immer wieder erstaunlich, dass christliche Fundamentalisten
ständig gegen Schwule hetzen, lesbische Sexualität aber vollkommen ausblenden, als ob es sie gar nicht
gäbe. Ich halte mich allemal lieber an Feuerberg und das 19. Jahrhundert als an Paulus und andere dubiose
Gestalten der Spätantike und des Mittelalters. Die katholische Kirche hat seit Jahrhunderten nichts dazu
gelernt und noch heute werden Dogmen als absolute Wahrheiten angebetet, die beim besten Willen nicht mit
dem Stand der philosophischen und wissenschaftlichen Erkenntnistheorie vereinbart werden können.
@Galatea Mein Posting bezog sich in erster Linie auf den Umgang mit dem Nutzer Elijahu, der uns entweder
für dumm verkaufen möchte mit seinem katholischen Extremismus oder aber er leidet wirklich unter einer
psychischen Erkrankung. Daher bat ich um mehr Respekt im Umgang mit ihm. Mein Post war sicherlich kein
Aufschrei nach Beifall und mir ist schleierhaft, wie Sie darauf kommen. Ich bemühe mich in diesem Forum –
auch wenn es schwer fällt – stets um Sachlichkeit und Rationalität und ich würde niemals bewusst jemanden
beleidigen. Wenn ich allerdings Menschen mit meiner kritischen Sichtweise auf den Katholizismus, seine
Dogmatik und Rituale jemanden Ent-Täuschen sollte, dann kann mir das nur recht sein. Ich schreibe in
dieses Forum auch nicht mit der Absicht, zu einem Konsens zu kommen, da dies sicherlich nicht mit jedermann
möglich ist. In erster Linie bin ich hier, um meinen Horizont zu erweitern und um aufzuklären. Es ist
ein netter Zeitvertreib, wenn man sonst nichts zu tun hat. Ich freue mich jedes Mal wieder, das kreuz.net
auch keine kritischen Stimmen zensiert.
@Amanda Mein Beitrag bezog sich auf ihren Post, aber nicht auf Sie persönlich. Sie scheinen zu den wenigen
diskussionsfähigen Mitgliedern zu gehören, sprich keiner der beiden genannten gruppen, obschon ich nicht
nachvollziehen kann, warum Frauen etwas für die katholische Lehre übrig haben, die ja nach wie vor dezidiert
patriarchalisch ist.
Leider treffe ich hier immer wieder zwei Sorten von Menschen Die einen machen sich lustig über fanatisch-fundamentalistische
Extremisten und/oder beschimpfen sie, die anderen stimmen diesen menschenfeindlichen in ihrem bornierten
Glauben an die heilige katholische Lehre, an Kreuzzüge und Inquisition im Namen dieser gegen und die
sündhaften Ungläubigen und Ketzer auch noch zu. Beide Geisteshaltungen helfen niemandem weiter.
@Elijahu: Jetzt mal ganz im Ernst: Sie sollten unbedingt mal einen Psychotherapeuten aufsuchen, der kann
Ihnen helfen und Sie von den Dämonen befreien, die Sie überall sehen. Sie leiden ganz offensichtlich
unter Psychosen. Meine Mutter arbeitet mit psychisch kranken Menschen und kennt sich aus mit den Symptomen.
Sie passen genau in dieses Schema. Auch wenn es Ihnen nicht so vorkommt, das ist eine Krankheit und es
gibt Medikamente, mit denen Sie Ihre paranoiden Wahnvorstellungen in den Griff bekommen und von Ihrer
krankhaften Misanthropie befreien können. Lassen Sie sich nicht noch weiter in den Wahnsinn treiben!
Wagen Sie den Schritt und vertrauen Sie sich einem Arzt an! An alle anderen: Bitte hackt nicht mehr auf
Elijahu herum! Seine Probleme sind ernst, damit ist nicht zu spaßen.
Elijahu: Gegen Sie ernsthaft davon aus, dass ich und alle die ich kenne von bösen Dämonen besessen sind?
Ehrlich gesagt, ich denke, ich hätte einen Heidenspaß dabei, wenn ein Pfaffe irgendwelche absurden Rituale
durchführen würde, vielleicht würde ich sogar mitspielen, weil es so noch lustiger und im Endeffekt
peinlicher für den Pfaffen werden könnte. An wen muss ich mich da wenden? Der Pastor, bei dem ich gefirmt
wurde und selbst der Weihbischof glauben ja selbst an die Evolution und sind demnach von Dämonen besessen.
Ich kann ihnen gleichsam raten, mal ein paar Semester Biologie zu studieren oder nur mal ein gutes Buch
über Evolution zu lesen (z.B. Ernst Mayr – Das ist Evolution). teilnehmen, es wird ihnen nicht mehr möglich
sein deren Existenz zu leugnen. Ich glaube, dass Sie und ich nach unserem Todestag aufhören zu existieren.
Kein Himmel und keine Hölle, einfach ein Verlöschen in alle Ewigkeit. Das mag auf den ersten Blick wenig
trostlos klingen, geht aber konform mit der Wissenschaft, die bisher noch nicht den geringsten Beleg für
eine unsterbliche Seele gefunden hat. Gesetzt den Fall, es gäbe einen allmächtigen und gütigen Gott,
so gehe ich davon aus, dass er als Schöpfer des Universums selbst Wissenschaftler sein dürfte und das
wissenschaftlich-kritische Denken daher dem blinden Kinderglauben vorziehen würde. Für Sie hingegen
steht mehr auf dem Spiel: Dass Sie Ihr Leben der Propagierung einer Irrlehre gewidmet haben, statt den
Tag zu nutzen und sich am Leben zu freuen, .
@Elijahu Sie haben prinzipiell recht damit, dass persönliche Erfahrungen der Ausgangspunkt wissenschaftlicher
Arbeit sind, lassen aber einen wichtigen Punkt außer Acht: Es müssen persönliche Erfahrungen sein,
die für jedermann jederzeit nachvollziehbar sein müssen. Jeder Mensch kann Bakterien unter dem Mikroskop
betrachten oder die Auswirkungen der bakteriellen Aktivität erfahren, wenn er einen Infekt bekommt und
wenn dieser mit Antibiotika geheilt wird. Es gibt keine Methoden um Dämonen zu identifizieren, weil es
keine Dämonen gibt. Die menschliche Psyche wird seit Generationen von Neurobiologen erforscht und keiner
von diesen stieß bisher auf irgendein Anzeichen dafür, dass Dämonen für Psychosen verantwortlich sein
mögen. Viel eher sind es meistens Stoffwechselstörungen und falsche Verschaltungen im Hirn, die wahnhaften
Glauben und irrationales Verhalten verursachen. Das Evangelium ist für mich Zeugnis von Menschen, die
so von ihrem Glauben besessen waren, dass kaum mehr zu sagen ist, wie sehr ihre Berichte von Phantasie
und Fiktion durchdrungen sind. Fakt ist, dass niemand von den NT-Autoren Jesus persönlich gekannt hat.
Es ist nicht einmal gesichert, ob sie alle vom selben Jesus berichten und ob es dieser überhaupt gelebt
hat oder nur die literatische Wiederbelebung alter heidnischer Mythen war.
@Elijahu Sie können hier vieles behaupten. Das Problem ist, wie Ultramontanus es eben schon so wunderbar
auf den Punkt brachte, dass Sie uns stets subjektive Erfahrungen als objektive Wahrheit verkaufen wollen
und sich dabei allerlei Ressentiments bedienen. Auch wenn Sie nun kein arroganter wissenschaftlich denkender
Mensch sind, sind Sie ein arroganter, herumfrömmelnder Gläubiger geworden, was ich subjektiv für wesentlich
gefährlicher für die Mitmenschen halte. Von den Dämonenaustreibungen im NT habe ich schon als Grundschüler
gelesen und bereits zu diesem Zeitpunkt kamen Sie mir so märchenhaft vor. Sie mögen eigenartige Erfahrungen
gemacht haben in Ihrem Leben (waren Sie mal beim einem Psychiater?), aber ich habe niemals irgendwelche
Dämonen getroffen, nichtmal in einer depressiven Phase oder im drogeninduzierten Vollrausch. Nochmals,
Ihre Erfahrungen sind höchst subjektiv und jeder gebildete, kritisch denkende Mensch muss Sie hinterfragen
und empirische Belege für Ihre Behauptungen einfordern. Ich habe meinen katholischen Glauben eben deshalb
abgelegt, weil ich keinerlei Belege in meiner Realitätswahrnehmung vorfinden konnte. Weder Gott noch
Dämonen haben je zu mir gesprochen und Strenggläubige kamen mir schon als Kind eher verblendet vor.
Raten Sie mir ernsthaft, dass ich zu einem Exorzisten gehe und ihm erzähle, ich sei vom Evolutionsdämon
besessen (wie alle meine Freunde und Bekannte)? Ich meine, ich könnte das tun, aber es wäre wohl eher
peinlich für alle Beteiligten…
Von Wahnvorstellungen besessene Fundamentalisten wüten gegen die Naturwissenschaft Bleibt natürlich
noch die Frage, warum sie dann auf einer explizit katholischen Internetseite ununterbrochen Werbung für
die Evolutionstheorie machen. Liegt das nicht auf der Hand? Wir wollen aufklären, wir wollen das Beste
für unsere Mitmenschen! Ihnen ist hoffentlich klar, dass sie auf jeder Pro-Evolutionstheorie-Webseite
als Christ sofort gesperrt werden wenn sie dort versuchen zu missionieren? Das ist unwahr. Ich kenne viele
Foren, in denen angeregt mit Christen diskutiert wird und ihnen mit sehr viel Engagement begebracht wird,
was ihre Lehrer in der Schule versäumten. ist ihnen bewusst welche Kräfte da wirklich in ihnen tätig
ist und ihre Schritte lentk, nämlich jene lebendigen Wesenheiten die die Bibel als Dämonen bezeichnet?
Wieder eine unbelegte Behauptung mit Bibelbezug. Basiert wirklich Ihre ganze Weltanschauung auf diesem
Bronzezeit-Schmöker? die Wiederkunft Jesus von Nazareth steht unmittelbar bevor, und dann werdet ihr
endlich gequält werden bis in alle Ewigkeit, ihr widerwärtige Schlangenbrut. Da brodelt wieder die ungehemmte
Christlichkeit hervor, die ich so liebe. Soll nicht Jesus, der sicher nicht dumm war, sollte er gelebt
haben, gesagt haben: „Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein?“ Stattdessen maßen Sie sich an, Richter
zu spielen. Dämonen sind leicht einzuschüchtern durch Drohungen und machen ihre Präsenz dann sofort
bemerkbar. Ich würde gern sehen, wie Sie vor Zeugen einem Menschen, der vom Evolutions-Dämon besessen
ist, diesen austreiben.
Der traurige Zustand des Katholikentums Auch ich gebe offen zu, dass ich die Bibel für ein Stück Literatur
halte, wie jedes andere Buch. Obgleich ich heute Atheist bin, bin ich katholisch erzogen worden und habe
heute noch viel Freunde, die in der Gemeinde aktiv sind mit Jugenarbeit, Bibelkreisen und ähnlichem tätig
sind. Niemand von diesem Katholiken streitet ab, dass eine Evolution stattgefunden hat, meines Wissens
nicht einmal unser Pastor. Ich kenne viele Katholiken aber nicht ein einziger von diesen ist Kreationist.
Das mag selbstredend in Südamerika, Afrika und Osteuropa, wo das Bildungsniveau deutlich niedriger ist,
anders sein, aber wenn diese Hinterweltler die „wahren“ Katholiken sein sollen, dann gnade uns das heilige
Spaghettimonster. Die einzigen Kreationisten, die ich kenne, sind evangelikale Protetanten. Deren Ansichten
decken sich erstaunlich exakt mit denen von Elijahu, wenn man mal von den katholischen Eigenheiten wie
den Christuskekswandlung absieht. @ignosti: Danke für die nette Anekdote… ich bin auf der Arbeit und
habe keine Kundschaft, da ist das hier ein netter Zeitvertreib.
@Heinrich Auch Sie scheinen nicht verstanden zu haben, wie die Wissenschaft funktioniert. Es gibt keine
einzige Theorie, die 100%-ig verifiziert ist. Es könnte immer ein neues Phänomen auftreten, die eine
Theorie in ihren Grundfesten erschüttert (bei der ET z.B. ein Kaninchensklett im Präkambrium). Das Schöne
ist ja gerade, das wissenschaftliche Theorien (im Gegensatz zu Glaubensdogmen) ständig verbessert und
reformiert werden, weil nicht borniertes Rechthaben um jeden Preis zählt, sondern die empirisch gesicherteste
in sich schlüssigste Erklärungsweise. @Elijahu: Fällt Ihnen wirklich nicht auf, dass Sie es sind, der
die ganze Zeit, unbelegte Thesen aufstellt und vehement ohne argumentative Grundlage vertritt wie z.B.
dass der Schöpfergott der Bibel existiert oder dass nur die „gerettet“ werden, die an ihn glauben? Kein
vernünftiger Atheist streitet ab, dass es eine verschwindend geringe Chance gibt, dass ein Schöpfergott
existiert und eine noch wesentlich geringere, dass jener auch noch in das Weltgeschehen eingreift. Nochmals
um ein vielfaches geringer ist widerum die Chance, dass dieser Gott nun ausgerechnet der judeo-christliche
Schöpfergott ist, wie ihn Pascal in seiner berühmten Wette postulierte.
Sehr geehrter Elijahu Wenn Sie in der Schule aufgepasst hätten, wüssten Sie, dass JEDE naturwissenschaftliche
Forschung die Prämisse voraussetzt, dass es keine übernatürlichen Wunder gibt. Sonst wären die Gesetze
der Physik beispielsweise obsolet, da sie schließlich von einer höheren Macht jederzeit gebrochen werden
könnten und dementsprechend niemals Verlass auf sie wären. Dass die Evolutionstheorie ein übernatürliches
Wirken ausschließt, ist daher selbstverständlich für jeden wissenschaftlich denkenden Menschen. Dementsprechend
ist das Weglassen der Gottes-Prämisse keine ideologisches, sondern ein wissenschaftliches Instrumentarium.
Der britische Theologe Ockham gilt als Erfinder dieses „Sparsamkeitsprinzips“ der Wissenschaft, nämlich
dass man nicht mehr Entitäten für die Erklärung eines Phänomens beschwören solle, als unbedingt benötigt
werden, um dieses zu erklären. Darwin war übrigens nicht Zeit seines Lebens Atheist, er schloß zunächst
gar nicht aus, dass das erste Leben durch einen Schöpfungsakt entstanden sein könnte. Mit Verlaub, Elijahu,
ich kaufe Ihnen beim besten Willen nicht ab, dass Sie jemans Wissenschaftstheorie studiert haben und wenn
doch, waren Sie wahrscheinlich zu tief in Ihre Bibellektüre vertieft, als dass Sie irgendein Wort des
Profs verstanden hätten.
Los Heinrich! Na wenn die Evolutionstheorie so einfach zu falsifizieren ist, dann demonstrieren Sie es
bitte! Was spricht dagegen? Wo sind die Belege nicht eindeutig? Die Evolutionstheorie mag noch nicht alles
erklären, aber dass eine Evoltion stattgefunden hat, ist in etwa genauso sicher wie dass e = mc² ist.
Was ist eigentlich mit biblischen Hypothesen? Welche Belege sprechen für die unbedingte Wahrheit biblischer
Behauptungen, die z.T. sogar bloß auf Übersetzungsfehler zurückgehen, wie z.B. das Dogma der Jungfrauengeburt?
Letztlich sind religiöse Lehren nur aufgrund ihrer langen Tradition und frühkindlicher Indoktrination
sowie einer offenbar genetischen Disposition zum Aberglauben populär. So erklärt sich auch die ungehemmte
Verbreitung vollkommen absurder religiöser und esoterischer Lehren. Ich halte mich an David Hume und
glaube nur das, wofür es nachvollziehbare empirische Belege gibt. Für kein einziges dokumentiertes,
übernatürliches Wunder gibt es solche, denn nie waren genügend glaubwürdige, gebildete, kritisch denkende
Zeugen anwesend, die nicht unter Aberglaube, Sinnestäuschungen oder Wahnvorstellungen gelitten haben
können oder gar eine bewusste Täuschung angestrebt haben.
Moderne Genetik & Verhaltensforschung Die überwältige Vielfalt der sich gegenseitig stützenden Fossilienfunde
sind heutzutage noch durch weitere Belelege aus der Genetik und Verhaltensforschung gestützt. Das menschliche
Genom ist aufgeschlüsselt und man kann experimentell genau nachvollziehen, wie nah homo sapiens mit anderen
Spezies verwandt ist. Weiterhin zeigen Studien an Menschenaffen, dass diese im Gegensatz zu anderen Tieren
über ein Ich-Bewusstsein verfügen, sich z.B. im Spiegel erkennen oder einfache Rechenarten und Zeichensprachen
mit mehreren Hundert Ausdrücken erlernen können.
Lieber kritischerbeobachter Behauptungen aufstellen kann jeder. Wo sind die Argumente? Warum sind z.B.
Atheisten, Agnostiker die „ewig Gestrigen“? Als was bezeichnen Sie sich und warum ist Ihre Weltanschauung
so modern und zeitgemäß?
und wieder brodelt der katholische antisemitismus hetzerischer judenhass ist beileibe keine erfindung
der nazis. nein, die katholiken haben ihn erfunden. die juden als jesusmörder, judas als geldgieriger
verräter. dieses ganze klischee ist 2000 jahre alt und wird gerne wiederbelebt. ohne die unterstützung
der katholischen zentrumspartei wäre hitler niemals an die macht gekommen. @heinz-josef: beschäftigen
sie sich mal ein bisschen mit der literatur und geschichte, anstatt irgendwelchen gerüchten zu glauben.
pilatus ist meines erachtens die sympathischste figur im ganzen nt, denn er fragt wie sokrates bescheiden
„was ist wahrheit?“, während die evangelisten und paulus stetsborniert behaupten, zu wissen was die wahrheit
ist.
@l’alleanzadifensivaperlaverità Jaja, schon klar, einmal getauft, ewig dabei. Ich frage mich, wen der
Teufel lieber hat, häretische Christen oder ungetaufte Menschen. Eigentlich egal, ich glaube ja nicht
an ein Jenseits. Jesus ist für mich ein jüdischer Wanderprediger, der wahrscheinlich gelebt hat, aber
mit Sicherheit nicht auf die Weise(n), wie es die Evangelien erzählen. Ich hatte nie und habe keine emotionale
Bindung zu ihm. An eine Art Gott habe ich aber als Kind geglaubt, war mir aber nie besonders wichtig.
Die Kommunion bedeute für mich – wie für jeden anderen meines Jahrgangs – in erster Linie Geschenke
und ministriert habe ich, weil ich den alten Leuten in der Messe eine Freude machen wollte. Meine erste
Liebe hieß Eva und wollte mich nicht haben. Traurig aber wahr. Ich weiß, ich kann nicht alles wissen,
wie Sokrates weiß ich, dass ich nichts weiß und je mehr ich lerne, desto mehr Nicht-Wissen vermag ich
zu erahnen. Ein frommer Christ hingegen gibt sich damit zufrieden, die Welt nicht zu verstehen und hält
bestimmte Lehren für unbedingt wahr und unhinterfragbar. Das ist unwissenschaftlich und selbst-entmündigend.
Ich bin nach der intensiven Lektüre humanistischer Philosophen zu dem Schluss gekommen, dass es Gott
nach christlicher Vorstellung nicht geben kann. Ich will nicht ewig leben, ich denke sogar, das wäre
fürchterlich. Ich bin glücklich, dass ich eines Tages in einen traumlosen Schlaf fallen werde und Platz
für die nächste Generation Menschen mache, die hoffentlich vernünftiger sein wird.
Sind sie Ernährungswissenschaftler? Ich kenne zufällig eine Ernährungswissenschaftlerin. Sie bestätigt
mir, dass wir an dieses Eiweiß auch durch rein pflanzliche Nahrung kommen können, soforn auf Abwechslung
geachtet wird. In meinem Freundeskreis sind viele Vegetarier und Veganer. Keiner von denen hat Mangelerscheinungen.
Es gibt sogar vegane Hochleistungssportler, die enorm erfolgreich sind. Aber eigentlich ist es absurd,
in einem stock-konservativen Katholikenforum an die Empathie für Tiere zu plädieren. Schließlich steckt
der bornierte Anthropozentrismus tief in der christlichen Lehre.
lalala @Vieira: Widerlegen Sie erstmal, dass ich ein Ich-Bewusstsein habe und rationale Entscheidungen
treffen kann. @Ultramontanus: Entschuldigung, dass ich dich als Christ „diffarmiert“ habe. Worauf ich
hinaus wollte: Man kann nicht von der Tierwelt auf uns schließen: Wir sind keine Raubtiere, sondern Allesfresser,
wie z.B. die meisten anderen Primatenarten und Schweine. Aber all diese Tiere jagen nicht! Das Argument
des Geschmacks ist tatsächlich eines, aber leider kein ethisches, d.h. es ist keine Rechtfertigung. Es
wäre möglich, dass das Fleisch von schwerbehinderten Kindern oder extrem bedrohten Tierarten unvorstellbar
gut schmeckt, sollte man sie deshalb töten?
Wenn Christen mit den „Gesetzen der Evolution“ argumentieren… @Viera: Meine Definition: Eine Person
ist ein Lebewesen mit Ich-Bewusstsein, das rationale Entscheidungen treffen kann. @Ultramontanus: Schauen
Sie sich ein beliebiges Internetfilmchen zum Thema Haltungsbedingungen in deutschen Masthöfen an. Da
kommt einem das Kotzen. Wenn das nicht grausam ist, was dann? Der Mensch als rationales Tier hat die WAHL.
Wir können entscheiden, was wir tun und lassen wollen. Ich lebe seit einem Jahr ohne Fleisch und wahr
noch nicht einmal krank. So un-natürlich kann das nicht sein. @Herr Spee: Bisher war meines Weissen der
3.-4. Monat die kritische Grenze. Es mag sein, dass diese Grenzen relativiert werden. Aber selbst ein
Fötus, der schon einige Monate als ist, dürfte der Entwicklung des zentralen Nervensystems nach – wenn
überhaupt – vielleicht die Empfindungsfähigkeit eines Fisches haben. Meines Erachtens sollte auch Abtreibung
für Schwerbehinderte legitim sein. Ich versuche den Anspruch an mein Handeln nach dem nach dem höchsten
Gesamtnutzen auszurichten: minimales Leid und maximales Glück für alle Beteiligten. Daraus ergeben sich
allerdings so manche „unchristliche“ Implikationen…
Wenn ich Zellhaufen schreibe meien ich gewiss keinen Fötus im 3. Monat. Ich habe mich durchaus ein wenig
in das Thema eingelesen. Forscher sind sich nicht 100%ig einig, ab wann ein Fötus Anzeichen von Bewusstsein
zeigt. Ein Ich-Bewusstsein zeigen jedenfalls ohnehin erst Kleinkinder. Ob und in wiefern werdende Menschen
vorher Schmerz erleiden, ist strittig. Ich beschränke meine ethischen Überlegungen übrigens nicht auf
den Menschen. ich lehne es strikt ab, Tierfleisch zu essen, weil ich nicht einsehe, warum Lebewesen, die
über eine höhere Empfindsamkeit als ein werdender Mensch verfügen, für unser Bedürfnis nach unökonomischem
Nahrungs-Luxus qualvoll leiden und sterben sollen.
Ich war 20 Jahre Katholik Bin zur Kommunion und zur Firmung geangen und war einige Jahre Messdienerleiter.
Letztes Jahr war ich auf Romwallfahrt, welche mir die Augen geöffnet hat. Ich weiß, was es heißt, zu
glauben. Aber ich weiß auch, dass ich das nicht kann, weil die mittelalterliche Dogmatik und der Konformitätsanspruch
mich in meinem Forschergeist einschränkt. Ich möchte alles wissen und nicht nur das, was der Papst mich
gerne würde wissen sehen. Momentan bin ich auf der Arbeit. Ich arbeite in einer offenen Kinderbetreuung
in einer Uniklinik. Obwohl ich kein Christ bin, mache ich auch weiterhin ehrenamtliche Jugendarbeit. Man
muss kein Christ sein, um sozial und altruistisch zu handeln. Was mich motiviert, ist die unschätzbare
Möglichkeit, meinem Leben selbst einen Sinn zu geben, statt vorgegebene Musterlösungen unhinterfragt
zu akzeptieren.
@Herr Spee Kennen Sie Frauen, die so denken? Ich jedenfalls nicht, obwohl die meisten Frauen in meinem
Umfeld „gottlos“ sind. Ich halte – wohlgemerkt – nur Frühabtreibungen für ethisch wertfrei. Sobald es
Anszeichen für ein fötales Bewusstsein gibt, sieht die Lage anders aus. Eine Mutter, die eine emotionale
Bindung zu ihrem Fötus aufgebaut hat, wird ihn wohl kaum abtreiben wollen. Sie argumentieren im Prinzip
von meiner Position aus. Eine Abtreibung eines relativ gesunden Fötus nach dem 3. Monat ist aus den genannten
Gründen problematisch und ich würde sie nur in Ausnahmefällen befürworten. Die Frage ist im Übrigen
meines Erachtens nicht: Ist es ein Mensch? sondern: Ist es eine Person? Warum sollte dem Mensch an sich
ein Wert zukommen? Ist ein Mensch ohne Gehirn noch ein Mensch? Wo kann man da eine Grenze ziehen?
Lieber Herr Spee Ihnen steht frei, dies zu glauben. Ich halte mich lieber an Philosophie und Naturwissenschaften,
um mein Weltbild zusammenzubauen. Religion brauche ich nicht zum Glücklichsein. Da ich die katholische
Lehre für eher wahrheitsfern halte, finde ich es auch sehr interessant, hier zu diskutieren. Ich kann
nämlich das Denken und Handeln von gläubigen Menschen oft kaum nachvollziehen.
Lieber Herr Pingen Ich glaube nicht an Gott und auch nicht an eine unsterbliche Seele. Er hat sich mir
nicht offenbart und die Bibel ist für mich keine plausible Quelle. Die Evolution reicht mir als Erklärung
für unser Dasein vollkommen. Bewusstlose, empfindungslose wenigzellige Organismen sind nicht schützenswert.
Es ist falsch, empfindungsfähigen Lebewesen ein Leid zuzufügen. Wenn durch eine Handlung keinerlei Leid
verursacht wird, ist sie nicht unethisch. Ich bin daher für ein Recht auf Abtreibung, wenn das psychische
oder physicher Wohl der Schwangeren bei einer Fortführung der Schwangerschaft unzumutbar in Mittleidenschaft
gezogen würde. Selbstredend würde ich jeder Frau unbedingt zur Austragung raten, wenn das Kind potenziell
ein gutes Leben haben kann.
So funktioniert das Christentum eben Drogen, Drogen, Drogen: Weihrauch, Wein und gerne auch mal ein paar
Schnäpse beim Gemeindefest. Ohne Wahnvorstellungen im Delirium gäbe es gar keine Religionen. Deshalb
ist es auch so schlimm, wenn mal der Wein knapp wird… Naja, bei den Moslems wird die unbedingte Unterwürfigkeit
mit ständigen, stupiden Gebets-, Fasten- und Waschungsritualen erkauft. Dann doch lieber das feucht-fröhliche
Christentum oder noch besser: Heidenspaß statt Höllenqual.
Erheiternderweise scheint hier jeder voll und ganz zu wissen, was ein Katholik zu glauben hat und was
nicht. Manche argumentieren mit dem Kathechismus, manche mit der selektiv gelesenen Bibel, manche mit
dem, was ihr Pastor sagt, wieder andere mit individuell offenbarten Glaubensgewissheiten, manch einer
ist sogar davon überzeugt, genau zu wissen, wie das Urchristentum ausgesehen haben soll… Fällt eigentlich
niemand auf, dass all diese Überzeugungen völlig subjektiv sind? Niemand hat die absolute Wahrheit!
Nun ja Holocaust wird auf dieser Seite ja mittlerweile arg inflationär verwendet. Wenn schon die Vernichtung
von Einzellern und Zellhaufen ein Holocaust ist, dann ist es der fehlende Weinrausch sicherlich auch.
In der Tat! Welch unverfrorene Frechheit und Beleidigung für Völker, die tatsächlich einen Holocaust
erleben mussten, wie die Armenier im ersten und die Juden im zweiten Weltkrieg. Kein Wein zu Weihnachten =
Völkermord?! Einen noch ungeschickteren Vergleich hat der Knallkopf, der diesen Artikel zu verantworten
hat, wohl nicht finden können!
Ein teuflischer Sumpf ist der Aberglaube Christentum Es ist wirklich schade, dass so viele Menschen hier
den naiven Kinderglauben beibehalten haben, dass sich ein göttliches Wesen um sie sorgt und ihnen nach
dem leiblichen ein neues Leben schenkt. Wer an solchen Hokus-Pokus glaube, ist leichte Beute für ein
totalitätes System wie die katholische Lehrer. Ein Gott, der bereits verruchte Gedanken mit Höllenqualen
zu bestrafen pflegt, ist nichts anderes als das Sinnbild eines übersinnlichen Diktators: Big Brother
is watching you!
ein paar harmlose fragen – Wo kommt Gott her, wer hat ihn erschaffen? – Warum sollte ein allmächtiges
Wesen überhaupt Interesse an einer Primatenspezies haben? – Warum heilt dein Gott keine Amputierten?
– Warum lässt Gott soviel Leid an Mensch und Tier zu? – Warum lässt JHWH ganze Völker ausrotten? – Warum
gibt JHWH Mose keine sinnvollen Informationen über die Beschaffenheit der Natur, z.B. über Krankheitserreger?
– Warum ist mir Jesus nie begegnet, obwohl ich 20 Jahre lang gläubiger Katholik war? – Warum will Jesus,
dass ich seinen Leib und sein Blut konsumiere? – Warum ist die Scheidungsrate bei Christen und Nicht-Christen
etwa gleich?
Kein Wunschkonzert? Was denn sonst? Die Lehre hat sich im Laufe der Jahrhunderte so sehr geändert, dass
heute kaum jemand mehr weiß, was die Urchristen geglaubt haben. An eine bürokratische Klerikerhierarchie
jedenfalls nicht.
FEHLINFORMATION / PROPAGANDA! Hamburg – Der Papst spricht Kondome löchrig. Entgegen dem wissenschaftlichen
Konsens, wonach das Verhütungsmittel für das HI-Virus undurchlässig ist, propagiert der Vatikan, die
Gummis hätten kleine Löcher, durch die das Virus dringen könne. Diese Überzeugung herrscht in den
Führungsgremien der Kurie vor. Die britische Zeitung „The Guardian“ berichtet von einem leitenden Pressesprecher
in Rom, der die Behauptung, Kondome seien virendurchlässig, unterstützt. Dabei scheint es die geistlichen
Herren herzlich wenig zu interessieren, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) versichert, die Beurteilung
des Vatikans sei falsch. Und sie ist nicht nur falsch – sie setzt möglicherweise Tausende dem Risiko
aus, sich den Virus zu fangen. Der für Familienfragen zuständige Kardinal in Rom, Alfonso Lopez Trujillo,
sagte gegenüber dem britischen Sender „BBC“: „Das Aids-Virus ist grob 450 Mal kleiner als ein Spermium.
Und das Spermium kann leicht durch ein Kondom dringen.“ Kurie: „Die Wissenschaft liegt falsch“ Bei der
Weltgesundheitsorganisation ist man über die Thesen aus dem Vatikan empört: „Diese falschen Aussagen
über Kondome und HIV sind gefährlich. Wir haben mit einer weltweiten Seuche zu tun, der schon mehr als
20 Millionen Menschen zum Opfer gefallen sind. Derzeit sind mindestens 42 Millionen Menschen von dem Virus
befallen.“ Laut WHO reduzieren ordnungsgemäße Kondome das Risiko einer HIV-Infektion um etwa 90 Prozent.
[…] (Quelle: www.spiegel.de)
Sexualtrieb Wer heute immernoch glaubt, dass Enthaltsamkeit ein besseres Mittel gegen AIDS ist als Kondome,
sollte sich vielleicht mal auch nur eine Studie zu dem Thema anschauen. Das der Sexualtrieb vielfach stärker
ist als der Wille, enthaltsam zu leben, zeigt sich immer wieder bei Priestern, die zu Vergewaltigung von
Kindern, aber auch zu Prostitution und homosexuellen Alternativen greifen. Weiterhin ist es skandalös,
das Bischöfe in Südamerika und Afrika behaupten, in Kondomen gäbe es winzige Löcher, die das HIV durchlassen
würden.
Aufklärung und Bildung Es ist primär keine Frage des Fernsehprogramms sondern des Bildungsstandes und
der Aufklärungsmethoden. Man kann dem Fernsehen nicht vorwerfen, dass es nicht das ausbessert, was Eltern
und Schule nicht geleistet haben. Restriktionen im TV-Programm schaffen nicht Abhilfe, wenn erziehende
Instanzen nicht über Risiken und Möglichkeiten der Verhütung unter Berücksichtigung biologischer und
ethischer Vorraussetzung aufklären. Dennoch bin ich gleichsam der Ansicht, dass Kinder nicht jede Sendung
sehen müssen. Ich schaue nur noch sehr selten TV und denke, dass man unbedingt mit Kindern zusammen bestimmte
Sendungen aussuchen sollte, bis sie vernünftig genug sind, selbst zu entscheiden, welche Sendungen informativ
und nicht bloß verdummend sind.
Faschistoide Hetze gegen säkulare Humanisten Stalin hat doch selbst einen quasi-religiösen Führerkult
um seine eigene Person eingesetzt. Hitlers Hirngespinste von der „göttlichen Vorsehung“, die er in beinahe
jeder seiner Reden erwähnt, hatten erst recht nichts Atheismus zu tun. Ich kenne keinen Atheisten, der
die grausamen Taten dieser Männer in irgendeiner Form gut heißt. Aber alle sind sich einig, dass sie
diese Taten aufgrund ihrer quasi-religiösen Ideologie vollbracht haben, nicht wegen ihreres Atheismus.
Für säkulare Humanisten jedenfalls sind Menschenrechte wie freie Meinungsäußerung und Rechtsstaatlichkeit
unbedingte Vorraussetzung. Hohmann liegt daher einfach falsch mit seiner Behauptung, die Verbrechen des
letzten Jahrhunders wären aufgrund von Gottlosigkeit geschehen. Die katholische Kirche betreibt seit
der Spätantike Hetze gegen Juden und Hitler hat bloß an diesen latent vorhandenen Antisemitismus angeknüpft.
Begriffe wie „Tätervolk“ sollten im Zeitalter der Globalisierung und des Multikulturalismus aus den Köpfen
verschwinden. Es gibt schon lange nicht mehr „das Deutsche Volk“. Wir leben lediglich in einem historisch
so gewachsenen Kulturkreis, der mehr oder weniger deutlich über die Landesgrenzen hinausgeht und dessen
Zeitgeist sich von Bundesland zu Bundesland z.T. erheblich unterscheidet (z.B. Berlin und Bayern). Hohmann
ist ein Rechtsradikaler. Eine Verteidigung seiner kruden Ideologie passt nirgendwo besser hin als auf
kreuz.net.
#39 Tyrus 23:42:25 | Donnerstag, 25. September 2008
@zwobbel Für meine Reduzierung entschuldige ich mich. Natürlich habe ich jedes mal „befruchtete Eizelle“
gemeint, wenn ich „Eizelle“ geschrieben habe. Ich dachte, dem Leser würde das klar sein, aber da das
bei Ihnen offenbar nicht der Fall ist, hätte ich mich wohl präziser ausdrücken sollen. In der Tat glaube
ich nicht an die Existenz einer unsterblichen Seele (aber nicht aus zynischen sondern aus erkenntnisstheoretischen
Gründen), wohl aber an das Ideal, das Leid in der Welt zu mindern und das Glück zu mehren (das sagt
mit mein gesunder Menschenverstand). Befruchtete Eizellen sind werdende Menschen, aber keine vollständigen
Menschen, keine Kinder, erst recht keine Personen. Ich habe wegen jedem einzelnen Menschen, der leiden
muss und der leidvoll sterben muss ein schlechtes Gewissen. Ich versuche, in meinem Leben so wenig Leid
und Schaden wie möglich zu veursachen. Dass täglich tausende Kinder an Hunger, Hitze, Kälte und Krieg
sterben, geht nicht spurlos an mir vorrüber. Auch nicht, dass millionenfach empfindungsfähige Tiere
gemästet, gequält und ermordet werden. Diese Lebewesen hatten ein Bewusstsein, konnten fühlen, sich
freuen und leiden, sie hatten ein soziales Leben und eine Zukunftserwartung. All das trifft auf Embryonen
eben nicht zu. Dennoch ist ein werdender Mensch natürlich umso höher zu bewerten, je mehr Gefühle die
Eltern für es empfinden. Oberste Priorität muss immer das Selbstbestimmungstrecht der Frau über den
eigenen Körper haben.
#31 Tyrus 01:36:15 | Donnerstag, 25. September 2008
befruchtete eizelle = mensch? interessant ist zu bemerken, dass ca. 70% aller Eizellen auf natürliche
Weise absterben, ohne zutun jeglicher Pillen oder Abtreibungen. Was ist mit diesen angeblich verlorenen
Seelen? Um die trauert niemand! Vielleicht, weil es nichts zu trauern gibt, weil Eizellen keine Menschen
sind, sondern nunmal Zellansammlungen. Nennen wir eine befruchtete Eizelle „Peter“. Was passiert, wenn
sie sich aufspaltet und eineige Zwillinge entstehen. Welcher von beiden ist dann „Peter“? Gar keiner?
Beide?
@Earendil Ich kann immernoch keinen Unterschied zwischen Glaube und Aberglaube ausmachen. Vor allem wird
mir absolut nicht klar, wie der Gläubige feststellen will, was teuflische Magie ist und was göttliche
Offenbarung. Durch Eingebung? Wie viele Dämonenarten gibt es denn und was bewirken sie? Hast du jemals
in Betracht gezogen, dass es außerordentlich plausible neurologische Erklärungen für Visionen, Wachträume
und Wunderheilungen gibt? Halluzinationen und Placebo-Effekt nennt man diese Phänomene umgangssprachlich.
Wunder als „Nebensächlichkeiten“ zu bezeichnen, ist Blasphemie. Der christliche Glaube funktioniert ohne
Wunder nicht! Wer nicht an Jungfrauengeburt und leibliche Auferstehung glaubt, kann kein Katholik sein.
Und diese Wunder sind ja nur die Spitze des Eisberges. Mein Leitsatz ist: creo ad logicum. Der Offenbarungsglaube
ist absurd. Aber auch nicht absurder als andere Göttersöhnemythen (Osiris, Dionysos…), die bereits
vor dem Christentum entstanden sind. Dementsprechend kann ich deinen festen Glauben einfach nicht nachvollziehen.
Zu Nietzsche: Ich bin kein Experte, aber ich habe einige seiner Schriften gelesen. Für mich liegt es
auf der Hand, dass Nietzsche einen philosophischen Übermenschen meint, einen tugendhaften Helden, der
an sich selbst glaubt und sicht nicht vom Wohlwollen irgendwelcher Götter abhängig macht. Aber es ist
sicherlich nicht von der Hand zu weisen, dass er sich anders interpretieren lässt. @verwirrter: Als Geschichtsstudent
kann ich Sie nur bestätige
@derLeser: Eine Lüge ist eine bewusste Falschaussage. Ich glaube aber, dass ich Recht habe. Ich kann
mit meiner Ansicht falsch liegen, aber sie ist keine Lüge. Fakt ist, dass ich nicht nur einige Fachbücher
über Psychologe und Neurobiologie gelesen habe, sondern dass meine Mutter jahrzehntelange praktische
Erfahrungen in dem Bereich vorzuweisen hat und bisher nie auf eine Besessenheit gestoßen ist. @Elijahu:
Ihre Erfahrungen damals müssen ja wirklich sehr überzeugend auf Sie gewirkt haben. Das glaube ich Ihnen
auch sofort. Aber dennoch komme ich nicht umhin, Sie für Einbildungen zu halten. Angst, Hysterie und
Panik können im Gehirn die eigenartigsten Vorstellungen und Einbildungen produzieren. Manche Menschen
verfügen über erstaunliche mentale Fähigkeiten und können einem vorgaugeln, sie würden einen durchschauen.
Illusionisten haben Tricks drauf, die der Otto-Normalbürger für pure Magie hält, in Wirklichkeit verwenden
sie aber bloß psychologische Taschenspieler-Tricks. Der skeptische Illusionist James Randi hat 1 Mio. $
gewettet, dass kein Mensch wirklich übernatürliche Fähigkeiten ausüben und dies unter wissenschaftlichen
Bedingungen beweisen kann. Viele haben es versucht, alle sind gnadenlos gescheitert. Die Erfahrung mag
für Sie zutiefst beeindruckend und beängstigend gewesen sein, aber für meine Begriffe sind Sie auf
die mentalen Tricks einens psychisch Kranken hereingefallen. Ich finde es zutiefst erstaunlich, dass Sie
dieses eine Erlebnis zum Bibelfundi hat werden lassen.
Lieber Elijahu Und für Sie war vollkommen ausgeschlossen, dass es bei diesem Exorzismus auch „mit rechten
Dingen“ hätte zugegangen sein können? Wissen Sie, meine Eltern arbeiten beide mit psychisch kranken
Menschen. Meine Mutter hat mir schon von schizophrenen und paranoiden Menschen erzählt, deren Verhalten
ein psychologisch unbewanderter Mensch vermutlich kaum vernünftig zu erklären und interpretieren gewusst
hätte. Aber es gibt sehr gute neurobiologische Erklärungen für diese Phänomene. Mit der richtigen
Therapie und den richtigen Medikamenten kann der größte Teil dieser Menschen ein relativ normales, angstfreies
Leben führen. Es gibt aber auch Menschen, bei denen der Hirnstoffwechsel und/oder neuronale Verschaltungen
so durcheinander gekommen ist/sind, dass sie nur noch in der Geschlossenen leben können. Der Volksmund
bezeichnet diese Menschen heite als „Wahnsinnige“. In Antike und Mittelalter nannte man Sie „vom Teufel
besessen“. Es ist nicht verwunderlich, dass Psychosen oft religiöse Elemente beinhalten, da die meisten
Menschen religiös erzogen werden und bei religiösen respektive transzendenten Vorstellungen das Gehirn
oft die größten Schwierigkeiten bekommt. Ein Großteil der Depressionen geht wohl auf existenzialistische
Ängste zurück. Es ist nicht verwunderlich, dass Priester bei religiös geprägten Psychosen manchmal
helfen können, wenn auch nicht immer. Es scheint mir, dass auch bei Ihnen damals ein Schalter umgekippt
ist. Anders kann ich mir ihre Bekehrung nicht erklären.
@Elijahu Ich möchte Ihnen ja nicht zu Nahe treten, aber Mohammed Atta hat auch studiert und trotzdem
nichts vom wissenschaftlichen Denken verstanden. Ich frage mich wirklich, welcher Gehirnwäsche man Sie
unterzogen hat, damit Sie von einem vernünftigen Menschen zum Bibelfundamentalisten geworden sind. Wissen
Sie, ich bedauere Sie aufrichtig für Ihren Aberglauben. Sie sind genau die Sorte Mensch, vor der ich
mich wahrhaftig fürchte, weil Sie die Jugend mit ihrem antiaufklärerischen, antiwissenschaftlichen und
antihumanistischen Gedankengut verdirbt. Wenn Sie an eine Uni gegangen sind, haben Sie nicht gelernt,
dass man Belege benötigt, um etwas zu glauben? Was macht Sie so sicher, dass die Naturgesetze vor ein
paar tausend Jahren nicht die selben waren wie die heutigen? Die Offenbarung ist unlogisch. Sie widerspricht
den Naturgesetzen. Die Zeugnisse sind nicht glaubwürdig, weil es wahrscheinlicher ist, dass die Autoren
unbedarft waren, maßlos übertrieben,, sich geirrt oder gelogen haben, als dass wirklich übernatürliche
Wunder stattgefunden haben. Die Bibel ist im Übrigen voller logischer Fehler und archaischen Moralvorstellungen.
Im alten Testament wird Mord deutlich öfter legitimiert, als er verboten wird. Beispielsweise Moses selbst
war ein Totschläger. Ich wollte Sie nicht beleidigen und entschuldige mich in aller Form, wenn es so
bei Ihnen ankam. Ich kann nur beim besten Willen nicht nachvollziehen, warum Sie etwas glauben, für dass
es keinerlei wissenschaftliche Evidenz gibt.
@Elijahu Sie halten die Bibel also wahrhaftig für einen Tatsachenbericht. Hochinteressant. Sie haben
wissenschaftliches Denken also nie gelernt. Kein Wunder also, dass Sie die Evolutionstheorie nicht verstehen
können und für eine Ideologie halten. @Earendil: Ich sehe keinen Unterschied zwischen Aberglaube und
Offenbarungsglaube. Können Sie ihn mir erläutern? Für mich ist beides der unhinterfragte Glaube an
übernatürliche Wunder ohne glaubwürdigen Beleg. Was macht die Zeugnisse der Bibelautoren glaubwürdiger
als die Zeugnisse anderer Autoren? Mein heißer Tipp: Ihre Erziehung. Wären Sie im Iran aufgewachsen,
wären Sie heute wahrscheinlich überzeugter Moslem und in Indien überzeugter Hindu. Alle heiligen Schriften
enthalten Wunderberichte, die ich beim besten Willen nicht glauben kann. Ich habe der Kirche keinen Sozialdarwinismus
angelastet. Aber was ich ihr anlaste, ist Traditionsblindheit, Fortschrittsfeindlichkeit und dogmatische
Borniertheit, Intoleranz und Ignoranz der Wissenschaft gegenüber. Ist aber kein Wunder, denn letztere
lässt ein Dogmengebäude nach dem anderen zusammenfallen… aber schon Jesus wusste, was passiert, wenn
man sein Haus auf Sand baut. Nietzsche war übrigens kein Freund des Sozialdarwinismus und erst recht
kein Nationalist. Sein „Übermensch“ sollte ein freier, skeptisch denkender Mensch sein, der sich von
transzendenten Werten befreit hat und sich tugendhaft selbst verwirklicht. Die Nazis haben Nietzsche ebenso
falsch verstanden wie die ET.
Lieber Earendil Vielleicht lesen Sie erstmal Singer, bevor Sie ihm vorwerfen, er würde seine Grenzen
völlig willkürlich ziehen. Die Neurowissenschaften sind mittlerweile in der Lage, ziemlich genaue Aussagen
über die Bewusstseinsqualität eines Lebewesens zu machen. In erschöpfenden Studien wurde untersucht,
wie sich Lebewesen unter verschiedensten Bedingungen verhalten und was sich in ihren Gehirnen abspielt.
Höhere Tiere und sogar Fische haben ein zentrales Nervensystem, dass sich nicht signifikant von dem des
Menschen unterscheidet, sprich sie können in ganz ähnlichem Maße Schmerz und Furcht empfinden wie wir
Menschen. Sie zeigen analoges Verhalten. Einige höhere Affen (z.B. Schimpansen) entwickeln sogar ein
Ich-Bewusstsein und können mit Zeichensprache etwa auf dem Niveau von 2-3-jährigen Menschen kommunizieren.
Da ich mich hier nicht erschöpfend äußern kann, verweise ich auf folgenden Link zum Thema Speziesismus:
de.wikipedia.org/wiki/Speziesismus . Dort wird auch erklärt, wo die Parallelen zum Rassismus liegen.
Der Rassismus der Kolonialisten beruhte auf Ignoranz, Egozentrismus und Unwissenheit, ganz genau wie der
Speziesismus der meisten heutigen Menschen. Sie scheinen mir ein vernünftiger Mensch zu sein, der ernsthaft
an den hier diskutierten Themen interessiert ist. Ich bin der Überzeugung, der Offenbarungsglaube ist
nicht durch die Vernunft zu legitimieren. Menschen glauben aus Furcht vor Ungerechtigkeit, vor Leid und
Tod. Glaube dient als Zuflucht, als Beruhigungsmittel.
@ Bernd Stromberg Dass ich mich mit Wyclif vertan habe, fiel mir in dem Moment auf, in dem ich den Post
abgeschickt hatte… musste dann allerdings weg. Meine Aussage war im Nachhinein betrachtet vermutlich
zu pauschalisierend. Ich wollte die Reformation nicht in den Himmel lohnen, letztlich sind die evangelikalen
Bibelfundamentalisten heute auch Protestanten und berufen sich auf die Reformation. Dass wir die Religionsfreiheit
weder von frommen (=autoritätsgläubigen) Katholiken noch von Protestanten von dergleichem Schlage verdanken
haben, liegt auf der Hand. Ich danke für deine differenzierteren Ausführungen, da mein Wissen über
diese Eboche auch bisher noch gewissen Lücken aufweist.
Wissenschaft schlägt Glaube Die Mehrheitsmeinung ist natürlich kein Kriterum. Aber in der Wissenschaft
geht es auch nicht nach dem Mehrheitsprinzip sondern um die logischste und unwidersprüchlichste Theorie,
die nach dem Prinzip der empirischen Evidenz erforscht und ständig reformiert oder wiederlegt werden
kann. Dass die Zwischenglieder der Entwicklung der Spezies homo sind durchaus vorhanden. Dazu meine Buchempfehlung:
Thomas Junker – „Die Evolution des Menschen“. Ist dort alles sehr prägnant und nachprüfbar ausformuliert
und illustriert. Für das „unfehlbare Wort Gottes“ gibt es keine Evidenz. Es gibt lediglich schriftliche
Zeugnisse von abergläubischen Menschen der Antike.
Evolution „Adolf Hitler sieht bis an sein Lebensende mit tiefem Respekt … auf die römische Kirche,
die auf ihre tausendjährige Kunst der Herrschaft, Kunst der Propaganda, Kunst der Seelenführung.“ –
Friedrich Heer Wer Darwins Theorie nicht versteht, ist selber schuld. Das Problem ist keinesfalls die
ET an sich, sondern Leute, die sie für ihre Zwecke uminterpretieren, egal ob Nazis oder katholische Traditionalisten.
Wer Joachim Bauer und andere Sozio- und Neurobiologen liest, wird feststellen, dass Kooperation und Altruismus
viel effizientere Evolutionsprinzipien sind als Krieg und Ausbeutung. Aber die Aufhebung des christlich-bornierten
Stolz, die Krone der Schöpfung zu sein, ist offenbar für mancherlei schwaches Gemüt nicht erträglich.
@Earendil Was ich nicht so toll finde, sind Drescher leerer Phrasen. Ja, schwere geistige und körperliche
Behinderungen, wie z.B. ein ganz oder teilweise fehlendes Gehirn würden für Singer das Lebensrecht ausschließen.
Auch hält er es für gerechtfertigt, Menschen, die unzumutbar leiden (z.B. Neugeborene mit stark verformter
Wirbelsäule oder schwer krebskranke Menschen) aktive Sterbehilfe über Beruhigungsmittel zu gewähren.
Singer spricht sich jedoch dezidiert gegen die Tötung von minderschwer behindertem Leben nach dem 4.
Monat oder gar nach der Geburt aus. Ich halte es nicht für bedenktlich, die Mensch-Tier-Grenze einzureißen,
die sie beruht auf Borniertheit, Ignoranz und Rassismus. Das Dogma der unbedingten Menschenwürde ganz
gleich des Bewusstseinszustandes und der Nichtwürde von Tieren stammt zwar nicht aus dem Mittelalter,
aber es ist ein Dogma und Dogmen zeichnen das scholastische Denken nunmal aus. Auch an Sie einmal die
Frage: Nach welchen Kriterien vermögen Sie oder ein beliebiger ander Mensch vernünftig zu unterscheiden,
welche behauptetermaßen „geoffenbarte“ Wahrheiten wirklich geoffenbart sind und welche Irrtümer oder
Lügen sind? Laut Hume ist das beste Kriterium die Glaubwürdigkeit des Behaupteten mit der Glaubwürdigkeit
des Behaupteten zu vergleichen. Aber was um alles in der Welt macht z.B. die Evangelisten, über deren
Leben wir kaum mehr als ihren (Künstler)namen wissen, so ungeheuer glaubwürdig, dass ihnen sogar heute
noch übernatürliche Wunder abgekauft werden?
@Stromberg Ich bin beileibe kein Luther-Fan. Er ist ersetzbar. Wyclif und Hus beispielsweise hatten sehr
ähnliche Ideen, aber sie wurden verbrannt. Luther hatte Glück und den Zeitgeist auf seiner Seite. Er
muss ein naiver und zutiefst abergläubiger Mensch gewesen sein und ganz sicher war er kein Humanist.
Ich entschuldige mich, wenn ich den Eindruck erweckt habe, dass ich Luther und die Philosophen der Aufklärung
in einen Topf würde werden wollen. Habe da wohl unscharf formuliert. Der Verdienst der Reformation ist
allerdings, dass kritische und undogmatische Denker nicht mehr so sehr den Foltertod der Inquisition fürchten
mussten und dass ihre Lehren überhaupt in Betracht gezogen werden konnten.
Lieber Elijahu in wiefern sehen sie die Meinungsfreiheit gefährdet, nur weil Leute ihre Meinung kundtun.
Gloria und Joachim wurden eine ganze Stunde Redezeit zur besten Sendezeit auf dem größten der öffentlich-rechtlichen
Sender eingeräumt, wohlgemerkt, ohne sich Kritik gefallen lassen zu müssen, da die Meinungen von Gloria
und Joachim offenbar weiitgehend identisch sind. Und Sie sprechen von Diktatur, Gleichschaltung der Medien
und zwangverordneter Meinung… weil eine Person des öffentlichen Lebens in der einen oder anderen Zeitung
dezidiert subjektive Kritik einzelner Kommentatoren erfährt??? Dass die Privatsender und manche Zeitungen
korrumpiert sind, will ich nicht abstreiten. Sicher haben wir ein Problem in diesem Staat mit dem Einfluss
der Wirtschaftslobbys. Aber wer war immer ganz vorne mit dabei, wenn es um eine Liberalisierung der Wirtschaft
um jeden Preis ging? – Die CDU Seite an Seite mit der neoliberalen, antisozialen FDP.
Der Dämon der Freiheit von Hirngespinsten Eines ist festzuhalten. Sie, Josef Berens sind kein frommer
Katholik, denn Sie beten nicht blind alles nach, was von oben kommt. Der Bibel messen Sie zwar meines
Erachtens zu viel Autoriät zu, aber Sie sind wenigstens redlich dabei und lassen sich nicht von den aburden
Erfindungen der Scholastik blenden. Es ist außerordentlich widersprüchlich, dass die kath. Kirche einerseits
behauptet, eine „aufgeklärte“ Religionsgemeinschaft zu sein und auf der anderen Seite propagiert, im
Besitz absoluter Wahrheiten und absoluter Autorität zu sein, was ja exakt den Grundgedanken der Aufklärung
(„Sapere Aude!“ nach Kant) widerspricht.
Unvereinbar Will ich ja auch nicht abstreiten, dass diese Lehren unvereinbar sind. Das ist ja auch der
Grund, warum ich mich nicht mehr als Katholik bezeichnen kann. Eine Freundin von mir ist Theologiestudentin.
Sie liest fließend Hebräisch. Das Wort für Töten/Morden im 5. Gebot meint im Hebräischen keinesfalls
das, was wir heute darunter verstehen. Eingeschlossen sind bloß Stammesmitglieder, die sich keines Verbrechens
(wie Ehebruch, Homosexualität, Diebstahl, „Hexerei“ oder Häresie) schuldig gemacht haben. Mitglieder
anderer Stämme waren keinesfalls eingeschlossen und Embryos und Föten kann das Gesetz ohnehin nicht
eingeschlossen haben, sie genossen aber ebenso wie Kinder damals keinesfalls den Status erwachsener Menschen.
Singer lehrt, dass man Mord anders definieren sollte, und zwar so, dass nur die Tötung empfindungsfähiger
Lebewesen darunter fällt. Ich habe nicht behauptet, dass ich eine Gemeinsamkeit zwischen dem Ultilitarismus
(=Leid als Übel vermeiden) und Katholizismus (=Leid als Glaubensprobe dulden) sehe. In meinem Religionsunterricht
schimmerte der Missionierungsauftrag klar hervor. Wer dem Kathechismus widersprach, bekam schlechte Noten.
Ein positiv besetzter Singer im Religionsunterricht müsste eigentlich zum Entzug der Lehrerlaubnis für
den Lehrer führen.
Bei so manchem Kirchenvater, Papst und Bischof könnte man aber eine wesentlich längere und problematischerere
Liste zusammenstellen als die des Herr von Kokke über Luther… allein beim jetzigen Papst kommt einiges
zusammen, was ein gewisser Herr Bittlinger sehr schön ihn Liedform besungen.
Begriffe Kennen Sie einen frommen Katholiken, auf den diese Defintion nicht passt? Ich finde aber, dass
sie zu kurz gegriffen ist und in dieser Form nicht dem modernen Sprachgebrauch entspricht. Für mich kommt
hinzu, dass Rechtskonservative sich demokratischen Prinzipien und Werten kaum oder gar nicht verbunden
fühlen und eine starke Tendenz zum Traditionalismus und zur Autoritätsverherrlichung haben. Dies scheint
mir auf Sie zuzutreffen. Sagen Sie bescheid, wenn ich mich irre. Ihnen mangelt es offenbar deutlich an
historisch-kritischer Bildung. Ich werde Ihnen eine Position, zu der Sie nicht mit rationalen Argumenten
gefunden haben (sondern vermutlich durch elterliche und priesterliche Indoktrination) nicht mit solchen
ausreden können. Sie mögen das was in der Bibel steht für die historische Wahrheit halten, für mich
ist der Wahrheitsgehalt genauso krtitsch zu hinterfragen, wie der von Homers, Herodots oder von mir aus
Mohammeds Schriften. Sie geben selbst zu, Sie verwerfen alles, was Ihrem Glauben widerspricht oder ihn
in irgendeiner Form angreifen oder widerlegen könnte. Mit Verlaub, diese Position erinnert mich an ein
kleines Kind, das nicht Wahrhaben will, dass Mama und Papa die Schokoladeneier versteckt haben und nicht
nicht der Osterhase. Ihr katholischer Religionsunterricht war offenbar auch nichts weiter als Indoktrination
und Totmachen der Argumente Andersedenkender. Schade. Singer lehnt die Tötung geistig behinderter Personen
übrigens strikt ab.
Ich kann Jo Berens nur beipflichten. Er hat vollkommen recht. Die Ignoranz und Borniertheit vieler Katholiken
in diesem Forum ist wirklich bedenklich und auch traurig. Ich bin von Katholiken erzogen worden, für
die Nächstenliebe das wichtigste Gebot war und nicht die ignorante und reformfeindliche Haltung, im Besitz
der absoluten Wahrheit zu sein. Ohne Menschen wie Luther hätten wir keine Aufklärung und keinen Humanismus
erlebt. Alle Erzeugnisse der modernen Wissenschaft (u.a. Medizin, Elektrizität) und Philosophie (u.a.
Menschenrechte) wäre Teufelswerk. Die Willkürherrschaft des Monarchismus und die Feudalwirtschaft hätten
nie ihre Populariät verloren. Meinungsfreiheit, Handlungsfreiheit, Rechtsschutz gäbe es nicht, ganz
zu schweigen von den sozialen Menschenrechten. Ich kann nicht verstehen, wie man sich ernsthaft eine Zeit
der Willkürherschaft, des sozialen Elends und des Aberglaubens zurücksehnt.
Lieber Elijahu, sie können glauben was sie wollen, ihre Ideologie wird heutzutage nach modernem Maßstab
beurteilt. Dass was die katholische Kirche predigt, ist nach meinem Verständnis stark rechtskonservativ
und das was kreuz.net und Konsorten propagieren, ist radikal rechtskonservativ. Ich bin übrigens getauft,
zur Kommunion gegangen und gefirmt. Vielleicht trete ich auch bald aus, mal sehen. Sie dürfen mich gern
Häretiker (von gr. haíresis „Wahl, Auswahl“) nennen, denn ich bin froh, dass ich die Wahl habe, mein
Leben selbst zu bestimmen und nicht von selbsternannten Gottesbotschaftern und ihren mittelalterlichen
Dogmen beherrschen zu lassen. Haben Sie je ein Buch von Singer gelesen oder lassen Sie sich – wie offenbar
in beinahe sämtlichen Fragen der Moral und Ethik – allein von Ihren Vorurteilen und ihrem Autoritätsglauben
leiten?
Wer ist hier Mitläufer? Ich bin sehr glücklich, dass die radikale katholische Rechte von Ihrem Schlage,
Elijahu, in Deutschland nur eine winzige Minderheit bildet. Sonst würde ich es ernsthaft mit der Angst
zu tun bekommen vor so viel Ignoranz, Feindseligkeit und Abergläubigkeit. Nur weil Sie und Ihre Genossen
glauben, Embryonen hätten eine Seele, muss das doch nicht automatisch wahr sein. Ich kann nur nochmal
betonen, dass Embryonen keine Personen sind und das Leben von Nicht-Personen nicht den gleichen Wert haben
kann wie das von Personen. Wenn wir einem Embryo den gleichen Wert wie einem erwachsenen Menschen zuschreiben,
müssen wir das auch bei einem Ferkel tun, den von der Bewusstseinsqualität ist das Ferkel dem Embryo
sogar überlegen. Mein Wissen über den Holocaust stammt größtenteils aus Büchern, nicht aus Propagandafilmen.
Wohl gemerkt, ich bin Geschichtsstudent und gewohnt, kritisch mit Quellenmaterial umzugehen. Ich bin vor
allem eines nicht: Autoritätsgläubig. Egal ob jemand Papst Benedikt heißt oder Professor Dawkins, für
mich sind Titel einerlei. Auf den Inhalt kommt es an. Und wenn jemand abergläubig und dazu noch dogmatisch
verblendet in seinem Denken ist, dann kann ich seine Thesen nicht unterstüzen. Im Übrigen ist meine
Postition zur Abtreibung nicht sonderlich politisch korrekt. Wer so argumentiert wie ich, der wird als
Nazi beschimpft. So passiert ist es dem australischen Bioethiker Peter Singer, der seine eigenen Eltern
im Holocaust verloren hat.
Man muss kein Theologe sein um die Texte der Bibel zu verstehen und zu interpretieren. Fromme Katholiken
sind offenbar nicht nur abergläubisch, sondern haben auch noch Minderwertigkeitskomplexe und ein Bedürfnis
nach einem starken Führer. Kleiner Tipp: Gehen Sie an eine Uni: Dort wird man (sofern man nicht geradt
Theologie studiert) von allen Seiten ermutigt, seinen eigenen Verstand zu benutzen und sich von keiner
noch so heiligen Autorität einschüchtern zu lassen. Menschen können sich irren und sie tun es. Egal
ob sie ein Etikett mit Dr., Prof. oder Papst aufgeklebt bekommen haben, sie bleiben Menschen und können
nur im Rahmen des menschlichen Verstandes interpretieren. Für mich als angehender Lehrer ist das die
wichtigeste Botschaft, die ich zu vermittlen habe: Seid mutig, euch eures eigenen Verstandes zu bedienen.
Man kann gar nicht kritisch und skeptisch genug werden gegenüber Behauptungen und Thesen beliebiger Art.
Der (selbst)kritische Mensch ist weise, das erkannte schon Protagoras: „Von den Göttern weiß ich nichts,
weder dass es solche gibt, noch dass es keine gibt, noch wie sie an Gestalt sind. Denn vieles gibt es,
was mich daran hindert: die Nichtwahrnehmbarkeit und die Kürze unseres Lebens.“
@Ansgar Etwa ab dem 4. Monat erlangen Föten die Fähigkeit Schmerz zu empfinden. Von da an sollten Schwangerschaftsabbrüche
wirklich nur im absoluten Notfall stattfinden, also wenn die psychische und/oder physische Gesundheit
von Mutter und/oder Kind unzumutbar in Mittleidenschaft gezogen würde bei einer Fortsetzung der Schwangerschaft.
Diese Grenze ist keinesfalls willkürlich, sondern wissenschaftlich evident und noch sehr großzügig
geschätzt. Wie ich aber schon betont habe, wenn Eltern ihr Kind aufrichtig lieben, steht Abtreibung doch
gar nicht zur Debatte. Wer über ein Fünkchen gesunden Menschenverstand verfügt, wird wohl kaum ein
Kind abtreiben, das ein gutes Leben haben könnte. Aber der Staat tut ja auch nicht besonders viel dazu,
das Kinderkriegen attraktiv zu machen. So lange die Erziehung von Kindern einen enormen Nachteil in punkto
Karriere und ökonomischem Erfolg mit sich bringt, werden sich insbesondere bürgerliche Paare gegen Kinder
entscheiden. Das Problem ist nicht, dass Abtreibung zur Wahl steht, sondern dass die poitive Entscheidung
den meisten Menschen aufgrund der kaum kinderfreundlichen Politik dieses Staates nachteilig erscheint.
Der Mensch funktioniert nunmal nach dem Lustprinzip. Wenn Kinder subjektiv weniger Freude bringen als
Karriere machen, reisen, konsumieren, entscheiden sich die Leute dagegen. Man kann den Leuten nicht ihren
Willen brechen, aber der Staat kann mehr in Erziehung und Bildung investieren und Eltern stärkere steuerliche
Entlastungen gewähren.
Spricht der heilige Geist denn weniger durch die heilige Schrift als durch Männer wie Konstantin, Augustinus
und die ersten Päpste? Selbst wenn ich gläubig wäre würde ich das doch arg bezweifeln.
Wenn man die Autoriät keines Papstes kritisieren darf muss man dann nicht Ablasshandel, Folter, Hexenverbrennung,
Simonie und Ablehnung von Demokratie und Menschenrechten für moralisch einwandfrei erklären?
Manch einer scheint hier wirklich nicht in der Lage zu sein, zwischen Zellclustern und Menschen als Personen
mit einer Identität, einem empfindungsfähigen Bewusstsein und sozialen Bindungen zu differenzieren.
Wenn die Naziverbrechen hier verharmlost werden und Abtreibung gar als schlimmeres Verbrechen als Folter
und Mord an Millionen von Personen und Familien propagiert wird, kann ich nur vehement unterstützen,
dass Internetseiten wie babycaust.de verboten werden. Es gibt nicht den geringsten Beleg dafür, dass
die katholische Kirche in irgendeiner Weise mehr oder richtiger göttlich inspiriert ist als eine beliebige
andere Religion. Durch diese patriarchalische und antidemokratische Ideologie wird lediglich die Herrschafft
von Menschen (Priester) über Menschen (Schäfchen) legitimiert. Mord an Personen soll man Mord nennen
und hart bestrafen, denn es ist falsch ein Wesen zu töten, das darunter leiden würde ein Interesse am
weiterleben hat. Das ist die einzig logische Morddefinition. Deshalb würde ich auch niemals ermordete
Tiere essen.
Luther „Erstlich, das man jre Synagoga oder Schule mit feur anstecke und, was nicht verbrennen will, mit
erden überheufe und beschütte, das kein Mensch ein stein oder schlacke davon sehe ewiglich Und solches
sol man thun, unserm Herrn und der Christenheit zu ehren damit Gott sehe, das wir Christen seien.“ – Von
den jüden und iren lügen, 1543 „Luther war ein großer Mann, ein Riese. Mit einem Ruck durchbrach er
die Dämmerung; sah den Juden, wie wir ihn erst heute zu sehen beginnen.“ – Adolf Hitler in: Zwiegespräche
zwischen Adolf Hitler und mir, von Dietrich Eckart, München 1924; S. 34
Christen mangelt es an humanistischer Bildung Es gibt eine Moral jenseits der Bibel. Man kann Pädophilie
und Prostitution auch ohne Bibel als Grundlage verurteilen. Wir hätten da zum Beispiel die Menschenrechte
und die Philosophie des Präferenzutilitarismus.
@karljosef 1) Offenbar definieren Sie vernünftig aber ein wenig anders als ich. Glaubwürdig ist für
mich eine Geschichte, wenn es wahrscheinlicher ist, dass sie wie berichtet stattgefunden hat, als dass
der Erzählende sich geirrt hat oder lügt. Letzteres scheint mir aber bei sämtlichen Wunderberichten
der Menschheitsgeschichte der Fall gewesen zu sein. 2) Was unterscheidet Hitler denn von anderen, die
sich ihre göttliche Eingebung zurechtgebogen haben. Wieso wird der eine, der eine angebliche göttliche
Eingebung hat, zum Messias, Evangelisten, Seligen oder Heiligen erklärt und der andere nicht? Ich kann
einfach nicht verstehen, nach welchen Kriterien ein Mensch bewerten will, ob eine Eingebung wirklich göttlich
war oder nicht. 3) Ihre Ausführungen zur Inquisition zeugen von einer oberflächlichen und/oder unkritischen
historischen Bildung. Es gab doch nicht nur die spanische Inquisition. Die mittelalterliche Inquisition
in allen großen europäischen Monarchien richtete sich nicht bloß gegen Muselmanen, sondern vor allem
gegen sogenannte Ketzer (agnostische Philosophen, Kirchenkritiker, Reformatoren, Heiden, Esotheriker,
„Hexen“) in den eigenen Reihen. Folter und Willkür-Urteile waren an der Tagesordnung. Ich bitte Sie,
das habe ich schon in der 8. Klasse gelernt und durch mein Studium immer und immer wieder bestätigt bekommen.
karljosef 1) Zumindest kann man Ihnen nicht vorwerfen, dass Sie ihren Glauben nicht Ernst nehmen. Aber
ich kann das alles nicht nachvollziehen. Glauben Sie mir, ich habe es versucht. Aber mein Studium der
Geschichtswissenschaften und die Lektüre religionskritischer Philosophen hat mich darauf aufmerksam gemacht,
dass es notwendig ist, glaubwürdige Belege zu haben, bevor man etwas glaubt. Mir fehlen diese, da ich
nirgends erkennen kann, was die Bibel in moralisch-ethischer Hinsicht anderen zeitgenössischen Werken
(z.B. griechischer Philosophen) voraus haben soll. 2) Einige Ordensgründer mögen für ihre Zeit sehr
schlaue und intelligente Menschen gewesen sein. Der heilige Franziskus ist mir aufgrund seiner allumfassenden
Liebe auch Tieren gegenüber außerordentlich sympathisch. Aber die Frage ist auch, was daraus gemacht
wurde. Die meisten Inquisiteure kamen aus den Reihen der Franziskaner. Daran sieht man, wie leicht eine
redliche Botschaft verfälscht werden kann und ich denke, genau das ist auch bei Jesus der Fall gewesen.
Ich halte betende Menschen nicht für dumm. Ihnen wurde ja meistens als Kind beigebracht, dass Beten gut
und sinnvoll sei. Aber da ich nirgends ein Indiz für einen personalen Gott sehe, halte ich es für wesentliche
sinnvoller, meine Kraft aus der weltlichen Liebe zu ziehen. 3) Sie irren, was Hitler betrifft. Hitler
war selbst der Ansicht, der „göttlichen Vorsehung“ zu entsprechen. Lesen Sie seine Reden! Gott spricht
mit niemandem. Alle Moral ist evolutionär erklärbar.
Katholisch ist es hingegen Dogmen aufzustellen, die jeglicher biblischer Grundlage entbehren. Die Frage
ist, woher sollen sie sonst kommen? Aus der Vernunft? Ganz gewiss nicht. Meine Vernunft sagt mir, dass
es keine unsterbliche, transzendente Seele gibt, da jegliche wissenschaflichen Belege dafür fehlen. Ich
denke, die Eltern sollten nach Unterredung mit einem qualifizierten Arzt und evtl. einem weltanschaulich
möglichst neutralen Psychologen entscheiden. Ein Embryo ist bloß ein Zellcluster bis es Empfindungsfähigkeit
und Gefühle entwickelt. Es hat keine Interessen irgendwelcher Art. Ein Wesen ohne Autonomie und ohne
jegliches Interesse am Leben benötigt auch kein Recht auf Leben. Es gibt keinen Grund, einem potenziellen
X die selben Rechte einzuräumen wie einem tatsächlichen X. Bevor also ein Embryo ein denkendes Wesen
wird, eine Person, die sich ihrer Existenz bewusst wird, sollte man es nicht anders bewerten als ein Lebewesen
mit verglichbarer Bewusstseinsqualität. Da ich denke, ein empfindungsfähiges Wesen soll nicht getötet
werden, wenn nicht unbedingt notwendig zur Existenzsicherung, lehne ich es auch ab, Tierfleisch zu essen.
Wenn allerdings Eltern ihren potenziellen Nachwuchs lieben, dann ist es unwahrscheinlich, dass sie ihn
abtreiben wollen. Die Empfindunsgfähigkeit des Fötus sollte daher die Hauptrolle spielen. Ansonsten
plädiere ich unbedingt dafür, die Entscheidung den Eltern zu überlassen. Es ist unerträglich, wenn
christliche Politiker Frauen das Recht auf Selbstbestimmung aberkennen.
Eine helfende Hand bewirkt mehr als hundert betende @karljosef: Mit Verlaub, aber Ihr Glaube ist in meinen
Augen zutiefst naiv und infantil. Hier trifft Feuerbachs Kritik messerscharf, dass der Mensch Gott als
sein utopisiertes Abbild geschaffen hat. WIESO hat Gott sich erst über hundertausend Jahre nachdem Homo
Sapiens entstanden ist, offenbart? Weiterhin: Wie soll man eine Beziehung zu einem Wesen aufbauen, über
das man nur aus subjektiven Schriften antiker Autoren und angeblichen Offenbarungen erfährt? Ich folge
nicht nur mir selbst, sondern ich lernen von den Philosophen der Menschheitsgeschichte. Meine Weltanschauung
ist zwar auf die Beschränktheit der menschlichen Natur begrenzt, was aber keineswegs bedeutet, dass ich
nicht altruistisch handeln würde, eben um das Leid in der Welt zu minimieren, was das Ideal des Humanismus
ausmacht. Was nützt es, dem Leid einen subjektiven Sinn zu geben, wenn man das Leid auch objektiv verhindern
oder zumindest einschränken kann? Der Sinn im Leid ist evolutionär zu verstehen. Wer weniger leided,
kann besser überleben. @Regina: Ich poste hier aus reiner Nächstenliebe. Ich möchte, dass Menschen
Aberglauben und Unmündigkeit überwinden, um rational und vernünftig in dieser Welt zu handeln, statt
ihre kostbare Lebenszeit mit Beten oder sonstigen Ritualen zu verschwenden. Ich kann nicht an Gott glauben,
weil jegliche Belege fehlen. Liebe ist einfach Liebe, ein erhabenes Gefühl, das keine Personifikation
benötigt.
Krieg gegen Windmühlen Gott ist Phantasie, ein geistiges Konzept, eine Metapher. Wenn man Gott nicht
als Weihnachtsmann versteht, der Wünsche erfüllt, wenn man fleißig betet, sondern als Metapher für
das aktive Streben nach Leidverminderung, dann ist Gott ein nützliches und fruchtbares Konzept. Aber
welcher Christ oder Muslim versteht dies unter Gott? Theologen jedenfalls meiner Erfahrung nach außerodentlich
selten! Für die meisten Theologen MUSS es der personale Weihnachtsmann-Gott sein, von dem man Geschenke
bekommt, wenn man brav ist und an ihn glaubt. Denn ohne unsterbliche Seele ist die Moralforderung des
Priesters hinfällig. Ist es nicht so? Frei nach Steven Weinberg scheint es mir so zu sein, dass gerade
Menschen, die von Natur aus vernünftig handeln würden, durch die Indoktrination religiöser und/oder
ideologischer Denksysteme oft zu irrationalen Psychopathen werden. Manche User dieser Seite bestätigen
dieses Klischee mit jedem einzelnen ihrer Posts.
#131 Tyrus 16:21:19 | Donnerstag, 18. September 2008
In der Tat ist es so und ich sage es jetzt zum vierten Mal, dass neben der Nahrungs- und Medizinknappheit
der Aberglaube(!) und die schlechte Bildung die Hauptursache für die Verbereitung von Krankheiten und
auch Kriegen ist. In irgendeiner Form gläubig sind die ungebildeten Afrikaner fast alle – es ist ja beinahe
der einzige Trost für sie. Einige meiner Freunde waren in Afrika, nicht auf Urlaub, sondern um Entwicklungshilfe
zu leisten. Sie bestätigen ausnahmslos, dass die Hauptursache für die Probleme die schlechte soziale
Versorgung und vor allem die mangelde Bildung ist. Geschnackselt wurde und wird überall und überall
oft und mit wechselnden Partnern. Aids breitet sich hier nicht aus, weil wir uns leisten können, Prävention
und Behandlung zu betreiben.
#129 Tyrus 15:29:02 | Donnerstag, 18. September 2008
Eine Wette Ich wette, dass – im Durchschnitt – weniger Atheisten AIDS haben als Gläubige. Ich bin mir
mit dieser Wette eigentlich so sicher, dass ich mein gesamtes Eigentum darauf setzen würde. Wer meine
These widerlegen kann, soll das bitte tun, ich bin außerordentlich gespannt.
karljosef Zum dritten Mal: Nicht die Kondome fehlen, die AUFKLÄRUNG fehlt. Die PRÄVENTION. Die MEDIZINISCHE
VERSORGUNG. Glaube Sie wirklich allen erstes, dass das Problem darin liegt, dass die Afrikaner unkeuscher
sind als die Mitteleuropäer? Ich will ihnen ja nicht ihre Illusion rauben, aber vielleicht sollten Sie
doch mal in einen Kölner Nachtclub gehen…
@karljosef Haben Sie eigentlich gelesen, was ich vorher geschrieben habe? Die Afrikaner sind mit absoluter
sicher nicht promiskuitiver oder sexuell aktiver als durchschnittliche Mitteleuropäer! Nur haben Sie
die Pest der Moderne am Hals und wir nicht. Was nicht etwa daran liegt, dass wir enthaltsamer leben, sondern
daran, dass wir aufgeklärt sind und ganz andere Möglichkeiten der Prävention und Behandlung haben.
Überhaupt kann ich mir schwerlich erklären, warum der Herrgott die Ärmsten der Armen, die sowieso schon
ein unendlich schweres und mühseliges Leben habem müssen, mit einer Säuche straft, während es den
hedonistischesten und egozentrischsten Mitteleuropäern blendend geht. Wo bleibt da Gottes vielzitierte
Gerechtigkeit?
@clarissa Da sie es ja offenbar selbst zu wissen scheinen, sehe ich mich nicht genötigt zu antworten.
Wir sind hier schließlich nicht in der Schule und Sie sind nicht meine Lehrerin.
Ahsoo Ich dachte, Sie wollten eine Verbindung zu dem User Karl Murx unterstellen, pardon, mein Fehler.
Die Gräfin hat gesagt: „Da sterben die Leute an AIDS, weil sie zu viel schnackseln. Der Schwarze schnackselt
gern.“ ALS OB!!! Ich glaube sogar, die Afrikaner sind im Durschnitt eher keuscher als die Europäer. Nur
sie haben weder Pille noch Kondom zur Verfügung und müssen vor einer tödlichen Seuche Angst haben,
wogegen sie im Gegensatz zu uns kaum bis keine Medikamente haben. Ich bin Anfang 20. Beinahe von allen
meinen weiblichen Bekannten meines Alters – ob katholisch oder nicht – weiß ich oder vermute ich stark,
dass sie die Pille nehmen. Meine Schwester geht noch zur Schule und von ihr weiß ich noch sicherer, dass
fast alle ihrer Freundinnen sie nehmen. Die Jugend lässt sich nicht mehr schön indoktrinieren, wie es
vielleicht noch Anfang bis Mitte des letzten Jahrhunderts der Fall war. Heute darf jeder schnackeln so
oft und mit wem er will und das ist auch gut so. ALS OB ES NICHT WICHTIGERE PROBLEME AUF DER WELT GÄBE!!
Was ist mit Armut, Hunger, Krieg, fehlender Bildung, Umweltzerstörung? Hier regt man sich über den angeblichen
Verfall der Sitten von Vorgestern auf und draußen geht die Welt vor die Hunde und täglich sterben tausende
Kinder durch Hunger, Krieg und Krankheiten!
Was meinen Sie eigentlich? Ich habe nichts mit dem Herrn Murx zu tun und Karl Marx ist bei weitem nicht
mein Lieblingsphilosoph. David Hume hingegen ist großartig. Ich zitiere ihn insbesondere hier immer wieder
gern: >Der Glaube an die Existenz eines der traditionellen Wunder ist vernünftig genau dann, wenn die
Glaubwürdigkeit der Zeugen wahrscheinlicher als das bezeugte Ereignis ist.< Nun widerspricht das angebliche
Wunderereignis – wie ja auch von Gläubigen betont! –, notwendigerweise einem Naturgesetz. Gerade aus
diesem Grunde ist es auch sehr unwahrscheinlich. Also muß die Glaubwürdigkeit der Zeugen extrem wahrscheinlich
sein, soll der Glaube an das Wunder vernünftig sein. Aber Zeugen lügen manchmal, wollen also andere
täuschen, manchmal irren sie, sind also selbst Opfer kognitiver Täuschungen oder des Betrugs anderer.
Und schließlich gesellt sich dazu noch Eitelkeit und Machtwille: „Welche größere Versuchung … gibt
es, als für einen Beauftragten, einen Propheten und Sendboten des Himmels gehalten zu werden?“
Ich kann es nur nochmal betonen Ich wünsche jedem, der sich das Mittelalter zurückwünscht, auch nur
einen Tag mal in dieser Zeit leben zu müssen: Ohne Menschrechte und Demokratie, ohne fließend Wasser
und Strom, ohne Schulen und Krankenhäuser und einer halb so hohen Lebenserwartung. Mit einer Kindstotquote,
der gegenüber jede Abtreibungsstatistik lächerlich wirkt. Ein wirklich „leutendes Zeitalter“ ohne elektrisches
Licht aber dafür mit lodernden Scheiterhaufen! Wir können gar nicht glücklich und demütig genug sein
ob der Errungenschaften der humanistischen Aufklärung und Wissenschaft!
#265 Tyrus 21:32:32 | Mittwoch, 17. September 2008
Nur so zur Info (epd) – Angesichts des Streits um den sogenannten Kreationismus hat der Vatikan die Evolutionstheorie
gewürdigt. Die Darwinschen Theorien und der christliche Offenbahrungsglaube seien anders als häufig
behauptet «nicht unvereinbar», betonte der Präsident des Päpstlichen Kulturrats, Erzbischof Giovanni
Ravasi, am Dienstag im Vatikan. Kreationisten interpretieren die biblische Schöpfungsgeschichte wörtlich
und lehnen die von Charles Darwin (1809-1882) begründete Evolutionstheorie ab.
#249 Tyrus 23:27:47 | Dienstag, 16. September 2008
@Kunibert Ich dachte, Sie würden sich zumindest ein bisschen mit Evolution beschäftigt haben. Aber offenbar
ist das nicht der Fall. Die Evolutionstheorie geht davon aus, dass die Arten nicht konstant sind, sondern
sich verändern und zwar nach bestimmten Prinzipien. Im Präkambium kann es keine Kaninchen gegeben haben,
weil die Säugetiere dieser Zeit einen völlig anderen Knochenbau hatten, der eindeutig einen Vorläufer
des Kaninchens darstellt. Das gleiche gilt für homo sapiens. Menschen kann es nicht im Zeitalter der
Dinos gegeben haben, weil die Evolution der Säuger zu diesem Zeitpunkt einfach noch nicht soweit fortgeschritten
gewesen sein kann. So wenig Fossilien sind es nun auch wieder nicht, dass man es für einen Zufall halten
kann, dass sie sich nicht in ihrer Chronologie widersprechen. Die Entwicklung der menschlichen Evolution
(homo) ist übrigens mittlerweile auch dank der modernen Genetik sehr gut dokumentiert. Dazu empfehle
ich wärmstens das sehr prägnant geschriebene Buch von Thomas Junker: „Die Evolution des Menschen“. Wussten
Sie eigentlich, das Waale Rudimente von Landsäugern aufweisen?
#182 Tyrus 18:25:59 | Dienstag, 16. September 2008
Wohlgemerkt Ich stimme dir in allen Punkten zu, Katholik 999. Wichtig ist aber zu bemerken, das unsereins
eben deshalb nicht fundamentalistisch denkt, weil wir das Falsifizierbarkeits-Prinzip der Wissenschaft
und Ockhams Rasiermesser vertreten. Das heißt, wir glauben nur so lang an eine These, wie sie empirisch
gesichert ist und nehmen keine überflüssigen Hypothesen in unsere Welterklärung auf, die nicht notwendig
sind, um die Welt zu verstehen (z.B. Konzepte wie „Seele“ oder „Gott“). Fundamentalismus ist laut Wikipedia
„allgemein gesehen eine Überzeugung, die sich zu ihrer Rechtfertigung auf eine Grundlage beruft, die
auf einer Letztbegründung beruhe und absolut wahr sei.“ Dies trifft eben auf wissenschaftliche Theorien
nicht zu!! Ein Wissenschaftler sagt nie: „X ist wahr, weil der unfehlbare Y es geschrieben hat“, sondern
immer „X ist die beste Erklärung, weil es die Belege dafür sprechen.“ Dementsprechend ist es völlig
abwegig und unsinnig, starken Agnostikern (gemeinhin auch Atheisten genannt) Fundamentalisten zu nennen.
@iustus Diese Frage ist ziemlich überflüssig. Natürlich ist mir lieber zu existieren als nicht zu existieren.
Ich verstehe die katholische Logik nicht so ganz. Embryonen sollen ab der Zeugung mit einer Seele ausgestattet
sein. Die Vorhölle gibt es dank Benedikt nicht mehr. Das heißt doch, dass sie dank der Abtreibung dieses
elende Leben, in dem sie evtl. noch mit einem gravierenden Gendefekt ausgestattet wären, gar nicht erst
ertragen müssen, sondern dass ihnen sofort die ewige Glückseligkeit zuteil wird, oder nicht?
#170 Tyrus 14:16:09 | Dienstag, 16. September 2008
Wahrscheinlichkeiten Vaginalverkehr: Ungeschützter vaginaler Geschlechtsverkehr mit einem HIV-positiven
Partner ist mit einem Risiko einer HIV-Infektion von ca. 0,05 bis 0,15 % für die Frau, und von 0,03 bis
(bei einer Studie mit nur 25 männlichen negativen hämophilen Teilnehmern zwischen 54 und 62 Jahren!)
5,6 % für Männer verbunden. Bei Analverkehr treten häufig kleine Risse an der Schleimhaut auf, daher
ist das Risiko im Vergleich zum Vaginalverkehr signifikant erhöht. Eine Studie mit 1583 homo- und bisexuellen
Männern in drei amerikanischen Städten ermittelte eine Ansteckungswahrscheinlichkeit in der Größenordnung
von 0,8 % für den passiven Teilnehmer und um 0,3 % für den aktiven Teilnehmer. Sehr merkwürdig, dass
die Ansteckungsrate bei Analverkehr offenbar geringer ist als bei Vaginalverkehr. Was hat sich der liebe
Gott bloß dabei gedacht?
Sollte nicht… Jede Mutter und jeder Vater selbst entscheiden dürfen, ob eine Genomuntersuchen gemacht
werden soll? Ich finde es erschreckend, dass Politiker den Ärzten und Bürgern zunehmend ihre Mündigkeit
in ethischen Entscheidungen aberkennen wollen.
#232 Tyrus 13:26:42 | Dienstag, 16. September 2008
„Lücken“ und „Beweislast“ in der ET Was Kreationisten nicht verstehen wollen/können, ist dass 1) der
Fossilienkatolog lückenhaft ist, weil eine Versteinerung extrem selten passiert. Das bemerkenswerte ist
aber, dass es kein einziges Fossil gibt, das der Chronologie widerspricht. Ein Kaninchensklett, aus einer
tiefen Erdschicht auf Präkambrium datiert, würde die Evolutionstheorie in Frage stellen. So etwas hat
man aber bisher nie gefunden, wohl aber diverse Übergangsformen, wobei Archeopterix (Dino/Vogel) und
Tiktaalik (Fisch/Wirbeltier)nur die Spitze des Eisbergs darstellen. 2) wollen/können sie sich nicht vorstellen,
was für riesige Zeiträume die Evolution benötigt hat, um ihren jetzigen Stand zu erreichen. Die Evolutionstheorie
existiert seit 150 Jahren, Evolution findet aber seit ca. 2.000.000.000 Jahren statt und alle ökologischen
Nischen sind mittlerweile von Arten besetzt. Es ist vollkommen absurd, zu erwarten, dass von heute auf
morgen eine neue Art entsteht bzw. dass man dies in einem oder auch fünf Menschenleben beobachten kann.
Aber die beindruckenden Züchtungsergebnisse bei Haus- und Masttieren sind schon beeindruckend genug für
meine Begriffe.
#226 Tyrus 04:08:13 | Dienstag, 16. September 2008
@Warheitsfreund Martin Haben Sie schon mal etwas von Tierzüchtung gehört? Ist es nicht bemerkenswert,
dass wir heute Berhardiner und Dackel haben, deren Genom aber bei beiden Rassen auf einen Urwolf als Vorfahren
zurückgeht? Und kaum eine Hunderasse ist genetisch degeneriert, obwohl sie sich zum Teil so gravierend
im Phänotyp unterscheiden. Wer behauptet, dass die geologischen Schichten durch eine einmalige Sintflut
entstanden sind, hat – mit Verlaub – nichts mit der Geologie als Wissenschaft zu tun. Ein Geologe, der
so etwas behauptet, versteht von Geologie ungefähr so viel wie ein Biologe, der an Adam und Eva als historische
Persönlichkeiten glaubt. Ich empfehle Ihnen: „Historische Geologie: Eine Einführung“ von Peter Faupl
#224 Tyrus 02:47:30 | Dienstag, 16. September 2008
Religiöse Ignoranz vs wissenschaftliche Offenheit Wer sich auf Gott beruft oder sich gar selbst zum Gott
oder Fürsprecher deklariert, fühlt sich in der Tat unangreifbar, so wie diverse despotische Päpste,
Kaiser und Diktatoren, nicht zuletzt Hitler, Stalin, Mao und Kim Jong-il. Sie alle hatten oder haben religiöse
Elemente in ihrer Ideologie. Die naturalistische Weltanschauung, also dass in der Natur „alles mit rechten
Dingen“ zugeht, ist politisch neutral. Sie impliziert aber, sich so zu verhalten, wie es für eine intelligente,
vernunftbegabte Primatenspezies Sinn macht. Dies untersucht die Soziobiologie. Gewaltsame Unterdrückung
Andersdenkender gehört dazu ebensowenig wie die Anbetung göttlicher Einbildungen. Wohl aber beispielsweise
reziproker Altruismus und Selbst die „radikalsten“ unter den „Neuen Atheisten“, wie Dawkins, Hitchens
oder Schmidt-Salomon stehen ein für das unbedingte Recht auf Meinungsfreiheit und(!) Weltanschauungfreiheit.
Charismatische Autoritäten, die fragwürdige moralische Standarts vermitteln (wie George Bush oder der
Papst) können immer nur Leichtgläubige, unkritisch-naive Gemüter überzeugen. Diese aber dafür umso
besser.
#218 Tyrus 01:17:24 | Dienstag, 16. September 2008
@Elijahu: Der Glaube versetzt bekanntlich Berge. Der menschliche Geist ist sehr anfällig für Täuschungen,
wenn sie nicht richtig eingeordnet werden können. Hirnscheitellappen-Fehlfunktionen kommen häufiger
vor als man denkt und in Träumen und Tagträumen ist sowieso alles möglich, was man sich irgendwie vorstellen
kann. Ich für meinen Teil habe jedenfalls noch nie irgendeine Form von übersinnlichen Erfahrung gehabt,
obwohl ich als Kind daran geglaubt habe. Deutet das nun auf Geisteskrankheit bei mir hin, dass ich von
Illusionen dieser Art bisher verschont blieb und Zufälle als solche interpretiert habe? Im Licht der
Evolution gibt ein Menschenpaar keinen Sinn. Durch den Inzest der Kinder wären wir heute alle Krüppel
respektive längst ausgestorben. Welchen Schöpfungsbericht meinen Sie eigentlich, den jüngeren (also
den ersten) oder den älteren? Kreationisten nennen etwas eine „Theorie“; dass jemand geträumt haben
könnte, nachdem er den ganzen Abend gesoffen hat“ – Isaac Asimov Kreationismus ist keine naturwissenschaftliche
Theorie! Die Methode des induktiven Glaubensdogmas hat mit empirisch-kritischer Wissenschaft nicht das
Geringste zu tun!
#213 Tyrus 01:02:14 | Dienstag, 16. September 2008
Hochmut kommt vor dem Fall „Natur (lat.: natura, von nasci „entstehen, geboren werden“, grch. semantische
Entsprechung φύσις, physis, vgl. „Physik“) bezeichnet alles was nicht vom Menschen geschaffen wurde.“
Wie steht das im Widerspruch zu irgendetwas, das ich geschrieben habe? Im Übrigen ist dieser Begriff
von Natur natürlich um einiges älter als die Evolutionstheorie und in einem anderen kulturellen Umfeld
als die jüdische Thora. Wahrscheinlich bin ich jetzt auch schon ein Nazi für Sie, nur weil ich das Wort
Selektion benutze. Aber Evolution und Nationalsozialismus hängen ja auch untrennbar zusammen. Komisch
nur, dass Hitler in „Mein Kampf“ und vielen seiner Reden ständig von der „Göttlichen Vorsehung“ schwafelt,
für die es in der modernen Evolutionstheorie absolut keinen Platz gibt. Der antike und mittelalterliche
Anthropozentrismus hat viel von seiner Geltung verloren. Ich bin sicher, spätestens meine Kindeskinder
werden ihn als borniert, rassistisch und ignorant sehen. Hier die nach Freud wichtigsten Kränkungen der
Menschheit, die den Stolz und das Selbstbewusstsein der Menschheit tief verletzt haben und die fromme
Christen aus Angst vor der Realität teilweise oder ganz nicht wahrhaben wollen: 1. Die Erde ist nicht
der Mittelpunkt des Universums. 2. Der Mensch entstammt dem Tierreich 3. Das bewusste Denken stellt nur
einen kleinen Teil der Informationsverarbeitung im Gehirn dar. Das menschliche Denken wird von Trieben
und anderen unbewussten Einflüssen bestimmt.
#209 Tyrus 00:46:14 | Dienstag, 16. September 2008
Ihr Irrtum, Elijahu Leider sind Sie es, der im 19. Jahrhundert stehen geblieben ist. Ihr Verständnis
der Evolutionstheorie ist offenbar bei dem Sozialdarwinismus von Hitler stecken geblieben. Es sind übrigens
nicht alle Evolutionsvertreter automatisch Atheisten, die Theorie macht es allerdings wesentlich leichter,
sich die Welt ohne Gott zu erklären. Was ist denn nun geisteskranker? Eine wissenschaftlich fundierte,
bewährte, belegte und international anerkannte Theorie zu vertreten pder der Glaube an übernatürliche
Wunder, die gegen die Naturgesetze verstoßen, aber empirisch nicht erfassbar sind? Agnostiker und Atheisten
glauben weder an Gott, noch an Satan. Sie sind frei in ihrem Denken, selbstbestimmt und unabhängig. Sie
tun Gutes aus Vernunft, Empathie und Freude daran, nicht weil sie Angst Angst vor einem Richter haben
müssen, dessen Hauptkriterium nicht die Taten, sondern der Glaube eines Menschen sein soll. DAS ist die
kollektive geistige Umneblung. Das wahre „Geheimnis des Glaubens“ ist nämlich die Absage an die Vernunft
und das kritsche, skeptische Denken. Man kann Menschen durchaus zum Glauben überreden, wenn man nur die
richtigen Argumente hat. Das Motto der „frommsten“ Gläubigen war schon immer: „Du wirst dran glauben
oder dran glauben (=sterben) müssen!“ Die größten Denker des Mittelalters wurden verfolgt, gefoltert
und verbrannt, weil sie die Kirche kritisierten. Nicht nur die Islamisten, auch die erzkonservativen Christen
wünschen sich diese Zeiten offenbar zurück.
#205 Tyrus 00:32:33 | Dienstag, 16. September 2008
Selektion ist gar nicht so schwer zu verstehen Die natürlich Selektion funktioniert genau wie die künstliche,
nur ohne den auswählenden Menschen. Statt eines Menschen, der entscheidet, welche Nachkommen sterben
und welche sich weiter fortpflanzen, „entscheidet“ die Natur. Die Anführungszeichen sind wichtig, denn
die Natur trifft keine bewußten Entscheidungen. Das mag so einleuchtend sein, daß ich es vielleicht
nicht ausdrücklich betonen müßte, aber erstaunlicherweise glauben viele Menschen tatsächlich, daß
natürliche Selektion irgendeine Form persönlicher Auswahl beinhalte.
Wir sind alle Gen-Elite Beden den Genen, mit denen wir es heute zu tun haben, handelt es sich um Kopien
eines nicht zufällige Teils aller Gene, die in der Vergangenheit existiert haben. Jede Generation ist
ein Gensieb. Und die Gene, die nach Jahrmillionen des Siebens noch vorhanden sind, haben das, was man
braucht, um durch Siebe zu schlüpfen. Sie haben an der Embryonalkonstruktion von Millionen von Körpern
mitgewirkt und dabei kein einziges Mal versagt. Jeder dieser Millionen Körper hat bis zum Erwachsenenalter
überlebt. Keiner war zu unattraktiv, um einen Partner zu finden – unattraktiv ist in diesem Zusammenhang
alles, was den potentiellen Paarungspartnern der jeweiligen Spezies unattraktiv erscheint. Jeder einzelne
von ihnen hat sich als fähig erwiesen, mindesten einen Nachkommen hervorzubringen oder zu zeugen. Es
ist ein sehr enges Sieb. Gene, die eine Zukunft haben, sind keine Zufallsprodukte. Sie sind eine Elite.
Wo steht das in den Lehrplänen? Ich habe zufällig mal einen kompletten Lehrplan Biologie gelesen vor
drei Jahren. Da stand kein Wort davon drin. Was gelehrt wird, ist wie die Geschlechtsorgane und die Paarung
funktioniert, ohne eine Empfehlung zu geben, wie oft und mit wem man sexuelle Kontakte pflegen sollte.
@Marcellus Mein Opa ist auch zur NS-Zeit in die Schule gegangen. Er hat im Krieg gekämpft und dort seinen
Glauben verloren. Aber wie gesagt, nicht mal mein Biologielehrer hat Promiskuität propagiert. Ich weiß
nicht woher Sie Ihre Informationen beziehen oder sind/waren Sie Lehrer? Meines Erachtens sind die Medien
um ein Vielfaches schlimmer und einflussreicher auf die heutige Jugend. Was MTV, Bravo und co. vermitteln
ist das, was die Kinder interessiert. Und dort vermitteln die Idole gewisse Werte, die ich auch nicht
alle super finde. Aber so ist das nunmal in einer freiheitlich-demokratischen und liberalen Gesellschaft.
Natürlich glaube ich an die Evolution Aber mein Glaube basiert auf Fakten und empirischen Belegen, ganz
im Gegensatz zum religiösen Wunderglaube an ein Alphamännchen im Himmel, dass bloß eine naive Primatenhirn-Konstruktion
darstellt. Ich stehe dazu, dass mein Glaube falsifizierbar ist, ganz im Gegensatz zu religiös Gläubigen.
Ja, der Mensch ist ein Primat, ein nackter Affe. Das sollte uns Bescheidenheit und Demut lehren.
Ein Freund von mir lebte lange in Afrika Selbst in den „besseren“ Gegenden wie Ghana sind die Leute in
einem Maße abergläubig, dass sich zivilisierte Mitteleuropäer überhaupt nicht mehr vorstellen können.
Die meisten Leute dort glauben noch an Hexen, Dämonen und daran, dass sie irgendwann der Schlag trifft,
wenn sie nicht auf die Worte ihres Vorbeters oder Pfarrers hören. Sex haben sie natürlich trotzdem,
denn Trieb bleibt Trieb, egal wie viele fromme Worte verschwendet werden. Da kann man sich ausmalen was
passiert, wenn den Menschen weiß gemacht wird, dass Kondome Sünde sind.
Fragen Sie einen beliebigen Experten! Der Mensch stammt nicht vom Affen ab, sondern hat einen gemeinsamen
Primaten-Vorfahren mit ihm. Marcellus, Sie haben bewiesen, dass Sie die Evolutionstheorie nicht verstehen
können oder wollen. Das ist schade, aber Ihr Problem. Für Galatea gilt meine Überschrift ebenso. Die
Evolutionstheorie spricht nicht von Zufall, sondern von natürlicher Auslese, Sektion.
„Was ist Wahrheit?“ Die Evolutionstheorie beruht auf Empirie d.h. heißt auf wissenschaftlicher Forschung
und konkrenten Belegen, die dogmatische Religion hingegen auf blindem Glauben an die historische Autenzität
von Mythen und Wundermärchen sowie persönliche Offenbarung, die den allermeisten Menschen leider nicht
zuteil wird. @Kunibert: Walter Gilbert stellte 1986 die vielbeachtete These auf, dass RNA-Moleküle die
Vorläufer der Organismen waren. Dies lässt sich ableiten aus der Fähigkeit der RNA zur Speicherung,
Übertragung und Vervielfältigung genetischer Informationen, sowie aus ihrer Fähigkeit, als Ribozyme
Reaktionen zu katalysieren. In einer Evolutionsumgebung würden diejenigen RNA-Moleküle gehäuft vorkommen,
die sich selbst bevorzugt vermehren. RNA wird aufgrund diverser Eigenschaften für älter gehalten als
DNA. Selbst die heutige DNA-Replikation beginnt mit RNA-Synthese. Ausgangspunkt der RNA-Evolution sind
einfache, sich selbst replizierende RNA-Moleküle. Einige davon erhalten die Eigenschaft, die Synthese
von Proteinen zu katalysieren, die selbst wieder die Synthese der RNA und ihre eigene Synthese katalysieren
(Entwicklung der Translation).
Die Evolution der Evolutionstheorie Seit dem 19. Jahrhundert hat sich einiges getan: •Vereinheitlichung
der Theorie unter besonderer Berücksichtigung der Ergebnisse der modernen Genetik • Variabilität aufgrund
der Rekombination des Erbmaterials und durch Mutationen • Weitere Vereinheitlichung der Theorie durch
die konsequente Berücksichtigung des Eigennutzprinzips • Spieltheoretische Erklärung des Altruismus
• Aufdeckung der Prinzipien der sexuellen Selektion • Widerlegung des Konzepts der Arterhaltung • Aufhebung
der Idee des evolutionären Fortschrittsautomatismus
Subjektivität versus Objektivität In der Tat ist die Evolutionstheorie ist ein glanzvolles Zeugnis der
Leistung des menschlichen Verstandes, sofern man denn auch in der Lage ist, sie überhaupt zu verstehen.
Dass war leider jedoch weder bei Hitler der Fall, noch bei fundamentalistischen Christen, wie der Artikel
einige Kommentare hier eindrucksvoll beweisen. Dass der Verdienst des Glaubens größer sein soll als
der der Wissenschaft, ist eine geradezu groteske Behauptung. Sehnt sich hier wirklich ernsthaft jemand
das Mittelalter zurück, ohne Krankenhäuser, Wasserfilter, Antibiotika? Wo die Lebenserwartung in Mitteleuropa
teilweise niedriger war als in der Antike? Einige Christen hier scheinen immernoch nicht den Unterschied
zwischen religiösem Glauben und Wissenschaft verstanden zu haben. „Wissenschaft strebt Objektivität
an und kann schon deswegen niemals vorweg den Wahrheitsanspruch der Kirchen voraussetzen.“ – Gerd Lüdemann
dieses und jenes @Elijahu: Sie dürfen gern an die sprechende Schlange und die göttliche Selektion hoffen.
Ich bin demütig und zufrieden, dass ich dieses eine Leben habe. Wunschglaube mag ja Erbauung und Trost
spenden, aber ich finde, es lebt sich ehrlicher, wenn man auch die bittere Wahrheiten zu akzeptieren lernt
und sich nicht davor fürchtet wie ein Kind. @Ultramontanus: Ich schrieb allenfalls eine Hypothese. Offenbar
ist sie also nicht einmal das, denn sie ist ja mitnichten widerspruchsfrei noch mit dem allgemeinen Wissen
kompatibel. @zeitundewigkeit: Was wenn nie jemand irgendwas erschaffen hat, das Universum aber ewig existiert
hat? Oder was, wenn es tatsächlich eine unendliche Kette von Ursachen gab? Wir hantieren in der Mathematik
und Physik doch ständig mit unendlichen Zahlenmengen. @Biene Maja: Wie alle anderen Organe ist das Gehirn
evolviert. Schon Urfische und Dinosaurier hatten Gehirne, die dazu dienten, komplexe Informationen zu
verarbeiten und Berechnungen anzustellen. Das menschliche Gehirn ist nur wesentlich komplexer, aber es
hatte ja auch ein paar Millionen Jahre Zeit dazu, sich zu entwickeln.
Glaube aus Tradition hat nichts mit Wahrheit zu tun Der biblische Schöpfungsbericht ist ein Märchen,
das beansprucht wahr zu sein, ohne jegliche wissenschaftliche Belege zu liefern. Damit ist er nicht einmal
auf dem Niveau einer wissenschaftlichen Theorie, sondern allenfalls auf dem einer Hypothese. Eine Jahrtausende
alte Überlieferung und Tradition ist nicht der geringste Beleg dafür, dass die vermittelten Inhalte
auch wahr sind. Homer’s Odyssee halten Christen für Fiktion. Aber Homer sagt niemals, dass es sich dabei
um Fiktion handeln soll. Was macht die judeo-christlichen Mythen glaubwürdiger als die griechischen,
römischen oder hinduistischen?
Fragen und Antworten (8) F: Was ist Darwinismus? A: „Darwinismus“ ist kein naturwissenschaftliches Konzept.
Jemand, der Charles Darwins Theorie für richtig hält, ist kein Darwinist. Genausowenig wie jemand, der
an Newtons Gravitationstheorie glaubt, ein Newtonist oder jemand der an Einsteins Relativitätstheorie
glaubt, ein Einsteinianer ist. Der Begriff „Darwinismus“ wird vorrangig von von Verfechtern der Design-Hypothesen
verwendent. Häufig wird von diesen behauptet, die Evolutionstheorie sei keine wissenschaftliche Theorie,
die aus prüfbaren Fakten und handfesten Beweisen besteht, sondern eine allein auf Dogmen basierende Ideologie.
Evolution gibt, wie Naturwissenschaft generell, kein Kommentar zum Übernatürlichen oder zur Moral, denn
diese zwei Aspekte sind für wissenschaftliche Forschung irrelevant, da sie völlig subjektiv sind. Design-Verfechter
versuchen, aus der Evolutionstheorie eine Ideologie zu machen und versuchen so, sie in Verruf zu bringen.
Sie machen an den Haaren herbeigezogene Behauptungen, wie dass Darwin dogmatisch sei, obwohl der Evolutionstheorie
tatsächlich keinerlei Ideologie zugrunde liegt, geschweige denn, dass sie selbst eine wäre. Für den
Zweck alltäglicher Gespräche mögen manche Wissenschaftler den Begriff „Darwinismus“ oder „Darwinist“
für sich verwenden, einfach um einen kurzen Ausdruck dafür zu haben, dass sie die Evolutionstheorie
für richtig halten, aber das verbindet sie keinesfals ideologisch zu irgendwelchen Dogmen.
Fragen und Antworten (7) F: Was ist mit dem Konzept, dass es kein Gemälde ohne Maler geben kann? Bestimmt
muss irgendeine Instanz Leben erschaffen haben, woher sonst soll es kommen? A: Design-Verfechter verwenden
dieses Argument oft, und um ihre Idee zu illustrieren, verwenden sie nicht.organische Strukturen und Objekte
und versuchen, dies zu rechtfertigen. Wiedergeborene Christen verwenden Beispiele wie Coladosen oder Textphrasen
im Sand, die unmöglich ohne einen Schöpfer entstanden sein können. Das Problem hier ist, dass diese
Beispiele allein auf künstlichen Werken aufbauen, z.B. dass eine Botschaft im Sand durch eine direkte
Handlung eines intelligenten Wesens entstanden sein muss. Aber wenn wir Bäume in einem Wald sehen, gehen
wir dann auch davon aus, dass jemand all diese Bäume dorthin gepflanzt hat? Und wenn Regen vom Himmel
fällt, bedeutet das, dass jemand riesige Wassereimer auf die Erde auskippt? Das „Keine Schöpfung ohne
Schöpfer“-Argument bricht außerdem sofort auseinander, wenn man es auf den Schöpfer selbst anwendet.
Wenn es eine Instanz gibt, die das Leben konzipiert hat, wie ist diese Instanz d.h. Gott selbst entstanden?
Dies ist paradox. Das Argument scheitert außerdem ohnehin, sobald man es auf die Natur und nicht auf
menschliche Werke anwendet. Ein Design-Verfechter müsste einen lebenden biologischen Organismus zeigen
können, der eindeutig ein Resultat einer schöpferischen Intelligenz ist und nicht durch die Evolution
erklärt werden kann. Ein solcher existiert aber nicht.
Fragen und Antworten (6) F: Ist die Evolution und die erste Entstehung des Lebens aus unbelebter Materie
nicht viel zu unwahrscheinlich, um wahr zu sein? A: Nein. Evolution funktioniert ein bisschen wie staatliche
Lotterie. Die Chance zu gewinnen ist astronomisch klein, aber dennoch gewinnt immer irgendwann einer den
Jackpot. „Die Wahrscheinlichkeitsrechnung spricht dagegen“ ist ein simpler Zahlentrick der Design-Verfechter,
um die Evolution als unmöglich erscheinen zu lassen. Evolution funktioniert nicht einfach nach dem Trial-
und Error-Prinzip, sondern es werden ständig und gleichzeitig extrem viele verschiedene Rekombinationsmöglichkeiten
ausgetestet und selektiert, wie bei einer riesigen Tippgemeinschaft. Wie bereits gesagt, nichts in der
Wissenschaft ist absolute, unhinterfragbare Wahrheit. Jeder Wissenschaftler, der seine Theorie als unumstößliches
Dogma etablieren will, hat keine Chance von seinen Kollegen ernstgenommen zu werden. F: Wieso erwägt
die Wissenschaft nicht, dass eine übernatürlichen Kraft im Prozess der Evolution eine Rolle spielen
könnte? A: Weil man nichts unnatürliches in der natürlichen Welt untersuchen können, wenn man es nirgends
findet. Etwas Übernatürliches ist oder wäre per definitionem nicht empirisch erfassbar, also ist es
für die Naturwissenschaften irrelevant. Die Naturwissenschaften sagen nichts zum Übernatürlichen. Aber
nur wenn man davon ausgeht, dass wir unseren Sinnen, Erfahrungen und der Vernunft trauen können, ist
empirische Forschung sinnvoll.
Fragen und Antworten (5) F: Da die Wissenschaft nicht die Existenz einer schöpferischen Instanz, oder
Gott, wiederlegen kann, dürfte sie dann nicht existieren? A: Dies ist ein logischer Fehlschluss. Wenn
jemand etwas behauptet, dann liegt es bei dieser Person, Beweise für die Behauptung heranzuschaffen.
Nur weil etwas nicht widerlegt werden kann, muss es keinesfalls wahr sein. Eine Wahrheit ist durch Beweise
bedingt, die für sie sprechen und nicht durch Nichtwiderlegbarkeit. Weder Einhörner noch Kobolde oder
Feen sind wissenschaftlich zweifelsfrei zu widerlegen. F: Wo ist der Unterschied zwischen Mikro- und Makroevolution?
A: Quantität. Mikroevolution erklärt, warum es verschiedene Variationen innerhalb einer einzigen Spezies
gibt, wie bei Darwins Finken oder bei der Züchtung von Hunden und Katzen. Makroevolution findet statt,
wenn auf der Mikro-Ebene mehr Variationen stattgefunden haben, so wie Affen und Pferde als unterschiedliche
Spezies gesehen werden, aber einen gemeinsem Vorfahren haben. Design-Verfechter akzeptieren häufig offen
die Existenz von Mikroevolution, weil sie durch die überwältigen Belege dazu genötigt warden, aber
sie müssen die Realität von Makroevolution abstreiten, denn sie erklärt die Vielfältigkeit des Lebens
durch gemeinsame Vorfahren und Übergangsformen, statt durch eine unmittelbare und vollkommene Schöpfung.
So zu denken ist aber heuchlerisch und unwissenschaftlich.
Fragen und Antworten (4) F: Welche Belege gibt es für Übergangsformen? A: Von einem evolutionären Standpunkt
aus ist jeder einzelne lebende Organismus eine Übergangsform. Ein Design-Verfechter will einen Affen
sehen, der sich in seiner kurzen Lebensspanne in einen Menschen weiterentwickelt. Doch dies ist unmöglich.
Die Wissenschaft hat eine Definition dafür, was eine Übergangsform ist, aber Design-Verfechter haben
eine andere, welche falsch ist. Mutationen sind fast immer so geringfügig, dass es Generationen dauern
kann, bis sich eine keine Veränderung zeigt, zumindest aber eine Generation (vgl. Tierzüchtung). Die
Evolutionstheore geht davon aus, dass manche Mutationen sich positiv auf die Überlebensfähigkeit eines
Nachkommen auswirken kann und daher ist es wahrscheinlich, dass eine solche Mutation weitervererbt wird.
Evolution funktioniert aufgrund langsamer, oft geringfügiger Mutationen. Über die Dauer von tausenden
und abertausenden von Jahren kann es so jedoch zu dramatischen Veränderungen kommen. Eine der offensichtlicheren
Übergangsformen ist „Tiktaalik“, der über gemeinsame Merkmale von Fischen und vierbeinigen Landwirbeltieren
verfügt. Die menschliche DNA hat 23 Chromosomenpaare, während die von höheren Affen, wie Chimpansen
und Gorillas 24 Paare hat. Genetiker haben herausgefunden, dass der Grund dafür darin liegt, dass das
zweite Chromosom des Menschen eigentlich eine Fusion aus zwei Paaren darstellt.
Fragen und Antwprten (3) F: Die Evolutionstheorie behauptet, dass wir von Affen abstammen, oder? A: Nein.
Die Evolutionstheorie geht davon aus, dass wir und die höheren Affen von einem gemeinsamen Vorfahren
abstammen. Es wäre akkurater zu sagen, dass wir Vettern der Affen sind als ihre Nachfahren. Ein Grund,
warum Kreationisten immer die Behauptung verwenden, dass der Mensch vom Affen abstammt, ist, dass sie
die Menschheit als besonders erhabene, göttliche Art ansehen und dass wir irgendwie von der Natur getrennt
sein bzw. über ihr stehen sollen. Sie finden es persönlich beleidigend, dass homo sapiens tatsächlich
eine Tierart ist und daher versuchen sie, die Evolution zu dämonisieren und verleumden sie durch abstoßende
Beispiele tierischen Verhaltens. Aber gibt es in der Tierwelt überhaupt etwas abstoßenderes als z.B.
Selbstmordattentate, Folter und Genozid? F: Wenn davon ausgegangen wird, dass Menschen bloß Tiere sind,
beseitigt jegliche Moralität? A: Nicht die Religion hat Moralität erfunden. Sie entwickelte sich in
steinzeitlichen Gesellschaften und wurde in religiöse Glaubenssysteme eingegliedert. Diese Frage ist
eher eine philosophische als eine naturwissenschaftliche. Anthropologie und Geschichtswissenschaft zeigen,
dass in allen Gesellschaften auf der Welt an ein gemeinsames philosophisches Prinzip (die „Goldene Regel“)
evolviert ist und nicht all diese Gesellschaften teilten den gleichen religiösen Glauben. Aus der Perspektive
der Wissenchaft sind Menschen Teil der Natur, so wie jedes Tier.
Fragen und Antworten (2) F: Kann man religiös sein und an die Evolution glauben? A: Ja, das ist möglich,
je nach dem, was man unter Religiosität versteht. Die römisch-katholische Kirche, die östlich-orthodoxe
Kirche, die evangelische Kirche Deutschland, die tibetischen Buddhisten und viele andere Mainstream-Religionen
mit hunderten Millionen Anhängern erkennen zumindest offiziell die Gültigkeit der Evolutionstheorie
an. – Ein Link zu der katholischen Perspektive: www.gavagai.de/…iten/evo/HHPAE08.htm Man kann sagen,
dass dieses Religionsgemeinschaften keinen Konflikt zwischen Evolution und Religion sehen, weil sie Evolution
strikt als Wissenschaft und Religion strikt als Spiritualität betrachten. Wenn man Religion und Wissenschaft
vermengt, wird beides verzerrt und in letzter Konsequenz wird das Gesamtkonzept unwissenschaftlich und
unglaubwürdig. Religion befasst sich mit der persönlichen Spiritualität, während die Wissenschaft
sich mit der natürlichen Welt und allgemein prüfbaren Belegen beschäftigt. Die Philosophie kann als
Mittler und vor allem auch als zeitgemäßere wertevermittelnde Instanz dienen, weil sie im Gegensatz
zu Religionen nicht auf unvermeidliche Konflikte mit der naturwissenschaftliche Forschung wie z.B. Neurologie
und Verhaltensforschung stößt, sondern diese konstruktiv nutzen kann, ganz im Sinne des Humanismus.
Wegen Papstbeleidigung 5 Jahre Gefängnis? Der italienischen Komikerin Sabina Guzzanti droht eine Haftstrafe
von fünf Jahren, weil sie sich über den Papst lustig gemacht hat. Sie sagte, Benedikt XVI. würde in
20 Jahren zur Hölle fahren, wo er von schwulen Dämonen gequält wird. Der römische Staatsanwalt Giovanni
Ferrara beruft sich auf den Lateranvertrag von 1929 zwischen Italien und dem Vatikan, der eine Beleidigung
des Papstes mit Präsidentenbeleidigung gleichsetzt. Der Vertrag wurde damals zwischen dem Vatikan und
dem faschistischen Diktator Mussolini(!) geschlossen.
Fragen und Antworten F: Ist Evolution nicht nur eine Theorie? A: Ja. Im wissenschaftlichen Kontext jedoch
ist eine Theorie nicht bloß eine einfache Vermutung wie in der Umganssprache. In der Wissenschaft ist
eine Theorie eine dataillierte Erklärung, die vielfach belegt wurde und der eine große Menge Fakten
zugrunde liegen. In der Wissenschaft erhält eine Theorie die höchste Achtung und hat die meisten Beweise
auf ihrer Seite. Das Konzept Gott hingegen ist allenfalls eine Hypothese. F: Gibt es nicht eine wachsende
Anzahl von Naturwissenschaftlern, die die Gültigkeit der Evolutionstheorie anzweifeln? A: Nein, das ist
unwahr und Propaganda. Wenn man einen aufrichtigen Wissenschaftler fragt, ob irgendetwas in der Wissenschaft
absolut und unhinterfragbar wahr ist, wird er ehrlicherweise Nein sagen, damit ist die Evolutionstheorie
eingeschlossen. Kreationisten verfälschen diese Aussage, indem behauptet wird, Wissenschaftler würden
der Evolutionstheorie nicht zustimmen. Weiterhin, auch wenn mehr Wissenschaftler wirklich die Evolutionstheorie
ablehnen würden, so würde dies ohne ausschlaggebende Gegenbelege in keinster Weise die Gültigkeit der
Evolutionstheorie infrage stellen. Wissenschaft ist nicht dogmatisch. Wissenschachaft baut auf nachprüfbaren
Belegen auf. Für Evolution sprechen Fossilien, Konvergenz, DNA-Vegleiche von Lebensformen in der Genetik,
Archologie, Tektonik und viele weitere Aspekte der Biologie, die nur im evolutionären Kontext einen Sinn
ergeben. Tagtäglich finden sich weitere Belege…
#193 Tyrus 18:53:13 | Donnerstag, 11. September 2008
@Andreas Ich meinte natürlich nicht Sie, sondern Franz! Meine Eltern sind beide Sozialpädagogen und
ich habe von kleinauf Kontakt mit geistig behinderten Menschen gehabt. Ich versichere ihnen, dass Singer
nicht fordert, die Rechte dieser oft unheimlich lebensfrohen und umgänglichen Menschen einzuschränken.
Es geht viel mehr darum, dass bewusstloses Leben (z.B. aufgrund Hirnztod) nicht auf die selbe Stufe gestellt
wird, wie das Leben empfindungsfähiger und bewusster Lebewesen. Außerdem soll anerkannt werden, dass
ein Leben in unerträglichen Schmerzen und Leid nicht um jeden Preis zu schaffen und/oder erhalten ist.
Singers Ideen zum Vegetariertum teile ich im Übrigen vollends und lebe danach.
#119 Tyrus 18:45:49 | Donnerstag, 11. September 2008
Liebe Clarissa ich gebe zu, ich hätte mich präziser ausdrücken können. Ich bin natürlich nicht bei
Benthams und Mills Utilitarismus stehen gebieben, sondern bin auf einem neueren Stand, genau genommen
bin ich Präferenz-Utilitarist, d.h. ich wäge Interessen gegeneinander ab. Selbst die Ur-Utilitaristen
haben sich im Prinzip für den Lustgewinn ausgesprochen, den Lust- bzw Glücksgewinn möglichst vieler
Menschen (respektive Lebewesen). Dieser ist wiederum objektiv nützlich, wenn auch im Einzelfall nie vollkommen
eindeutig zu bewerten. Dank unserer Ratio können wir aber relativ vernünftige Berechnungen anstellen,
in wiefern eine Handlung Glück oder Leid erzeugt. Die Präferenz-Utilitaristische Ethik bietet einen
Kompromiss, eine Synthese aus dem ökonomischen Kosten-Nutzen-Denken der ersten Utilitarier und dem aufgeklärten
Hedonismus.
#115 Tyrus 18:31:23 | Donnerstag, 11. September 2008
Fragwürdig Wieso soll Sex nur in die Ehe gehören? Die Ehe ist ein kulturelles Konstrukt, kein naturgegebenes.
Kein anderes Säugetier kennt die Ehe. Sie ist eine Tradition, für die es schon immer Ausnahmen gab.
Viele menschliche Kulturen haben Polygamie praktiziert (Haremsbildung), wie sie auch bei Gorillas vorkommt.
Personalität und Würde muss auch bei einer säkularen Ethik nicht zu kurz kommen. Im Gegenteil, ein
würdevolles Leben ist meines Erachtens ein naturgemäßes. Was soll schädlich daran sein, wenn Jugendliche
und junge Erwachsene erst ausprobieren, welche Art von Partner wirklich zu ihnen passt. Man kann schließlich
nicht hellsehen und auch die tatsächliche Qualität einer Liebschaft oft erst nach einer ganzen Weile
des Zusammenlebens abschätzen. Weiterhin bin ich unbedingt dafür, den Menschen nicht ihre Mündigkeit
abzusprechen. JedeR ist des eigenen Glückes SchmiedIn.
#185 Tyrus 18:16:48 | Donnerstag, 11. September 2008
@Franz Was verstehen Sie unter „Hybris der Menschen“? Da kein Mensch Zugang zu höheren Wahrheiten hat
als die seiner eigenen Vernunft, was bleibt als Alternative zur empirischen Forschung und Interessenethik?
#108 Tyrus 17:40:00 | Donnerstag, 11. September 2008
@Andreas Ich freue mich immer wieder, dass auch ein paar vernünftigere Christen hierher finden. Ich bin
Agnostiker und halte den Menschen in der Tat für einen nackten Affen, der dem Schimpansen zwar einen
nicht geringen Vorsprung in Verstand und Vernunft vorraus hat, aber immernoch in vielerlei Hinsicht durch
seine Instinkte bestimmt wird, die zu unterdrücken so neurotisch machen kann, wie die Leute es sind,
die kreuz.net betreiben. Ich bin Utilitarist und glaube nicht, dass das menschliche Streben durch etwas
anderes als das Streben nach Lustgewinn und Leidvermeidung bestimmt wird. Das ist meines Erachtens selbst
beim frommsten Christen der Fall. Mit Kants Moralbegründung kann ich wenig bis gar nichts anfangen. Selbstverständlich
sehe ich Altruismus als Tugend an und damit Rücksichtnahme bzw. kooperatives Verhalten als cleverere
Methode des Eigennutzes. Fragen der Sexualität halte ich für Privatsache, die zwei sich mögende Menschen
unter sich ausmachen müssen. Es gibt viel gravierendere Probleme auf dieser Welt, wie Ausbeutung, Armut,
Hunger, Krankheiten und Krieg. Dagegen sollte ein vernünftiger Mensch kämpfen, nicht gegen „Homo-Ideologe“
und „Porno-Wahn“. Gegen Profanisierung habe ich grundsätzllich nichts, aber Kommerzialisierung, Medienverdummung
und Machogehabe sind mir zutiefst zuwider.
#103 Tyrus 17:05:45 | Donnerstag, 11. September 2008
@Andreas Du sprichst mir aus der Seele! Wer sich auch nur ein bisschen mit Evolutions- und Verhaltensbiologie
beschäftigt, stellt bald fest, dass der Mensch als höherer Primat von Natur aus nur quasi-monogam ist
und zu gelegentlicher Promiskuität und Seitensprüngen neigt. Das ist eine biologische Tatsache, die
sich nicht durch theologisches Geschwafel wegdiskutieren lässt.
#11 Tyrus 16:59:22 | Donnerstag, 11. September 2008
nunja Dass diese Experimente von amerikanischen Militatisten und nicht von eurpäischen Wissenschaftlern
gemacht wurden, macht aber einen signifikanten unterschied, oder etwa nicht?
#12 Tyrus 16:53:35 | Donnerstag, 11. September 2008
Laut dem Philosophen David Hume müssen, um die Glaubwürdigkeit von Augenzeugen zu garantieren, mehrere
Faktoren unbedingt zutreffen: * Es müßte eine große Anzahl von Menschen klaren(!) Verstandes vorhanden
sein, die das Wunder bezeugten. * Die entsprechenden Personen müßten viel zu verlieren haben, wenn sich
ihre Aussage als falsch herausstellte. * Das Wunder/Ereignis müßte an einem öffentlichen Ort geschehen,
so dass es früher oder später mit absoluter Sicherheit von Wissenschaftlern entdeckt würde. Man muss
jedoch beachten, dass die Versuchung, als Prophet und Gesandter Gottes zu gelten, und damit für immer
in der Geschichte der Menscheit verewigt zu sein, groß genug ist, um Menschen dazu zu verleiten, große
Risiken einzugehen. Außerdem bleiben Erzählungen von Wundern seiner Meinung nach deshalb sehr gut in
Erinnerung, weil der Überraschungseffekt und die geringe Evidenz als Eindruck haften bleiben. Wunder
entstehen für Hume aus Gerüchten, die meist nur von Personen von geringer Intelligenz blind geglaubt
und weiterverbreitet werden.
#5 Tyrus 16:49:38 | Donnerstag, 11. September 2008
Wahrscheinlichkeit Das Experiment würde nicht durchgeführt werden, wenn die Berechnungen nicht fundiert
und plausibel wären. Die Wissenschaftler sind ja nicht dumm.
#39 Tyrus 01:13:17 | Donnerstag, 11. September 2008
Ein paar Anmerkungen und Fragen @Florian: Wen habe ich wie verarscht? Meine Argumentation mag überspitzt
polemisch sein, aber bewusst verarschen würde ich nie jemanden in einer Diskussion. @mic: Hierher komme
ich um meinen Horizont zu erweitern, um zu schauen, was so vor sich geht in der geistlichen Welt, die
ich in mancherlei Hinsicht als Bedrohung für die freiheitlich-liberale demokratische Ordnung und die
Menschenrechte wahrnehme. So mancher hier scheint sich tatsächlich den mittelalterlichen Kirchenstaat
mitsamt Inquisition zurückzuwünschen. Da kann ich mich als Geschichtsstudent nicht zügeln, ein paar
kritische Kommentare und sachliche Berichtigungen anzubringen. Von andauernd Kommen kann im Übrigen ich
nicht die rede sein, ich bin sporadisch hier und schreibe selten mal ein paar Gedanken zu einem interessanten
Thema. Da ich ans wissenschaftliche Denken gewöhnt bin, schockiert es mich, dass so ein märchenhafter
Ausnahmefall hier als repräsentativ dargestellt wird. Ich habe mich ja sogar positiv dazu geäußert,
weil ich auch gegen Abtreibung bin, solange sie mehr Glück als Leid nach sich zieht, was hier offenbar
der Fall gewesen ist. @ Strepto: Krieg ich die Karte wirklich, wenn ich dir meine Adresse gebe? @Landorganist:
Die Gläubigen stellen unbelegte Behauptungen auf (übernatürliche Wunder), daher sind sie in der Beweispflicht,
nicht die Agnostiker. @ diaconus: Ich bin beileibe kein Hasser Gottes. Wie kann ich etwas hassen, an dass
ich nicht glaube? Ich hasse Gott ebensowenig wie Feen oder Einhörner.
Ahso! Ich bin also nicht würdig Ihrer erhabenen Worte… Naja, das bin ich gewöhnt von Christen. Ist
nichts Neues, dass man Skeptiker für Abschaum hält und sich gegen jede Form der Kritk immunisiert…
dass die Gläubigen in der Rechtfertigungspflicht stehen und nicht die Skeptiker scheinen viele einfach
nicht verstehen zu können. Aber wer unbedingt bei seinem kindlichen Wunderglauben bleiben will, soll
das tun, so lang er dabei die aufgeklärten Menschen nicht mit seinem Moralisieren archaischer Werte belästigt.
Wenn sie doch noch heiratet Hat sie dann nicht Ehebruch begangen? So oder so scheint dieses Mädchen einen
Ausnahmefall zu bilden. Die meisten Vergewaltigunsopfer jedenfalls können die Frucht ihres Leibes nicht
so bedingungslos lieben, wie es hier idelisiert beschrieben wird. Diese hübsche Geschichte vermittelt
eine Friede-Freunde-Eierkuchen-Mentalität und verharmlost so das Leid und die enormen psychischen Probleme,
die die allermeisten Vergewaltigungsopfter ertragen müssen. Eine Quelle wäre auch nicht schlecht gewesen.
#136 Tyrus 14:15:05 | Mittwoch, 10. September 2008
Palins mittelalterliches Weltbild Diese Frau ist genau die Fundamentalistin, die Amerika braucht, wenn
wir noch mehr heilige Kriege haben wollen. Mal kurz zusammengefasst was ihr Programm ist: – Selbstbestimmung
von Frauen einschränken – Liberalisierung der Gesetze zum privaten Waffenbesitz – Konsequente Befürwortung
der Todesstrafe – Diffarmierung und Entrechtung homosexueller Menschen – Intelligent Design in den Biologieunterricht
– Aufklärungsunterricht abschaffen – Dafür Programme für Enthaltsamkeit – Den Irakkrieg bezeichnet
sie als „gottgewollt“
Maischberger Die erste Hälfte der Sendung war gähnend langweilig, es kam beinahe auschließlich Biographisches.
Als Maischberger dann ein paar provokantere Thesen brachte, wurde es interessanter, aber immernoch vorhersehbar.
Die Gedanken zu Verhütung, Abtreibung, Homosexualität, Ehe etc. von Kardinal und Fürstin waren erwartungsgemäß
erzkonservativ, dogmatisch und anti-humanistisch. Immerhin war wenigstens Maischberger halbwegs vernünftig
und brachte ein paar nette Impulse ein…der bittere Nachgeschmack der Katholizismus-Propaganda, finanziert
durch öffentlich-rechtliche Gebühren, bleibt dennoch. Viel besser und fundierter als der Abendzeitungs-Artikel
ist übrigens der Spiegel-Artikel zur Sendung.
Von mir aus Seif gewiss, ich kenne den Zusammenhang, finde aber nicht dass, er die Stelle in ein sonderlich
besseres Licht setzt. Myriam, du hast die Frauenfeindlichkeit von Paulus anders interpretiert als die
meisten Theologen in den letzten 2000 Jahren… du relativert die Bibelstelle indem du sie so interpretierst,
dass sie notdürftig mit der Emanzipation übereinkommen soll, tut sie aber letztendlich trotzdem nicht.
So oder so verstehe ich nicht: Warum muss die Frau sich überhaupt dem Mann unterordnen? Wieso soll sie
auf den Mann hören müssen und der Mann nicht auf sie? Und wie soll man sich Jesus unterordnen? Ich war
20 Jahre lang Christ und habe ihn nie mit mir reden gehört. Wie kann ich mich jemandem unterordnen, der
nie zu mir spricht? Weiterhin: Was ist mit Paulus’ Judenhass? Was ist mit Paulus’ Legimitation der Sklaverei?
Bezüglich des moralischen Werts Paulus’ Schriften „Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter wie dem
Herrn. Denn der Mann ist das Haupt der Frau.“ – Eph 5,23 Ein typisches Beispiel fürer das archaisch-patriarchalische
Weltbild des Paulus. Frauen sollen den Männern unterlegene Geschöpfe sein. Machen mittlerweile nicht
mehr Frauen in Deutschland Abitur als Männer? „Die (Juden) haben den Herrn Jesus getötet und die Propheten
und haben uns verfolgt und gefallen Gott nicht und sind allen Menschen feind.“ – 1. Thess 2,15 Den Judenhass
haben mitnichten die Nationalsozialisten erfunden. Paulus gesamte Schriften triefen davon. Durch das gesamte
Mittelalter hindurch gab es Judenpogrome durch katholische Christen. Fast immer berief man sich dabei
auf Paulus. „Ihr Sklaven, seid gehorsam in allen Dingen euren irdischen Herren!“ – Kol 3,22 Paulus hatte
also offenbar nicht das geringste Problem mit der Sklaverei, im Gegenteil, er unterstützt sie! Dies sind
nur ein paar von unzähligen Beispielen aus Paulus Schriften. Und da behauptet der Autor des obrigen Artikels
wahrhaftig, Paulus wäre als moralisches Vorbild für die heutige Gesellschaft geeignet? Lachhaft!
Helle Geister „Darwinismus“ ist kein naturwissenschaftliches Konzept. Jemand, der Charles Darwins Theorie
für richtig hält, ist kein Darwinist. Genausowenig wie jemand, der an Newtons Gravitationstheorie glaubt,
ein Newtonist ist. Der Begriff „Darwinismus“ wird vorrangig von von Verfechtern der Design-Hypothesen
verwendent. Häufig wird von diesen behauptet, die Evolutionstheorie sei keine wissenschaftliche Theorie,
die aus prüfbaren Fakten und handfesten Beweisen besteht, sondern eine allein auf Dogmen basierende Ideologie.
Evolution gibt, wie Naturwissenschaft generell, kein Kommentar zum Übernatürlichen oder zur Moral, denn
diese zwei Aspekte sind für wissenschaftliche Forschung irrelevant, da sie völlig subjektiv sind. Design-Verfechter
versuchen, aus der Evolutionstheorie eine Ideologie zu machen und versuchen so, sie in Verruf zu bringen.
Sie machen an den Haaren herbeigezogene Behauptungen, wie dass Darwin dogmatisch sei, obwohl der Evolutionstheorie
tatsächlich keinerlei Ideologie zugrunde liegt, geschweige denn, dass sie selbst eine wäre. „Bedenkt,
dass Fanatiker gefährlicher sind als Schurken. Einen Besessenen kann man niemals zur Vernunft bringen,
einen Schurken wohl.“ – Voltaire, ‘Potpourri’ Wer sind die Fanatiker? Die Brights, die demütig nach einem
logisch koherenten empirisch-naturwissenschaftlichen Weltbild forschen, oder die fanatischen Gläubigen,
die der Ansicht sind, die selbstverliebt überzeugt sind, alle „ewigen“ Wahrheiten bereits gefunden zu
haben?
Werter Martin Sie scheinen ein besonders verblendeter Zeitgenosse zu sein und außerdem ein besonders
Unangenehmer. Haben Sie etwa Johannes 8,7 vergessen? Sie verurteilen die arme clarissa oberlehrerhaft
als unseriös und verlogen, ohgleich sie Ihnen nichts getan hat außer eine andere Meinung zu haben. Sie
werfen wild mit absurden Bibelzitaten um sich und propagieren Nächstenliebe und Toleranz, obschon Sie
gleichzeitig machen Sie clarissa unhaltbare Vorwürfe, verurteilen Sie ihrer Ihnen nicht passenden Meinung
wegen und raten ihr zur Reue, weil sie Ihre Aussagen in Frage stellt, die sie mit pseudo-klerikaler Autorität
so gut wie eben möglich versuchen zu verteidigen. Das hat nichts mit fairem Diskurs oder Dialektik zu
tun, das sind schlichtweg unredliche Einschüchterungstaktiken.
Die Schlagzeile ist bezeichnend „Deus lo vult“ (Gott will es) war der Wahlspruch der Kreuzfahrer. Ein
glänzendes Beispiel dafür was passieren kann, wenn Staat und Kirche nicht sauber getrennt werden. Echte
Religionsfreiheit ist nur möglich, wenn der Staat weltanschaulich neutral ist. Ich bin übrigens auch
für die Anerkennung von Hausarbeit als Beruf, aber nicht aus christlicher Motivation. Möglichst qualifizierte
Frauen, was auch eine Bildungsreform impliziert, sollen so die Gelegenheit erhalten, Familien oder Großfamilien
zu gründen, die sie aufziehen und dafür vom Staat soweit entlohnt werden, dass sie weiterhin unabhängig
vom Einkommen des Vaters wirtschaften können. Das nötige Kleingeld dazu soll eine Kinderlosensteuer
erwirtschaften. Die Professionalisierung der Familienarbeit soll den Widerspruch auflösen, dass die Produktion
von Waren und Dienstleistungen in modernen Gesellschaften kapitalistisch organisiert ist (Arbeit wird
nach Leistung bezahlt), während die Reproduktion von Nachwuchs beinahe vollkommen sozialistisch organisiert
ist (keine leistungsbezogene Bezahlung familiärer Erziehung, stattdessen eine kaum nennenswerte Pauschale
[Kindergeld]).
Des Papstes krude Ideen „Wenn man Gott leugne, fehle das Fundament für eine Verantwortung gegenüber
ihm und seiner Schöpfung.“ Die Frage, die sich mir darauf hin stellt, ist, was daran so schlimm sein
soll. Man kann nämlich trotzdem ein außerordentlich humaner und friedliebender Mensch sein. Unter Atheisten
gibt es verhältnismäßig mehr Vegetarier, Tierschützer und Umweltaktivisten als unter Christen. Woran
mag das liegen? Vielleicht daran, dass die Bibel explizit wie implizit zu Fleischkonsum, Tierquälerei
und Umweltmissbrauch aufruft. Warum wurden hunderte große Kriege „für Gott“ geführt aber kein einziger
„für den Atheismus“? Und jetzt bitte nicht mit Lenin oder Mao kommen. Kein Mensch mordet „für den Atheismus“,
sondern für Sozialismus, Kommunismus, Christentum, Islam und vergleichbare Ideologien. Kein Atheist foltert
Kreationisten, auf dass sie widerrufen; kein Atheist verbreitet kritisch-rationales Denken mit Waffengewalt;
Sklaverei wurde niemals durch Gottlosigkeit begründet; niemand jagt Flugzeuge in Wolkenkratzer und brüllt
dabei „Gelobt sei Richard Dawkins!“; kein atheistischer Philosoph ist dafür bekannt, sich aufgrund zölibatärer
Triebunterdrückung an Kindern vergangen zu haben… die Liste ließe sich endlos fortsetzen.
@blücher Dann ist das Zölibat aber ebenfalls eine Sackgasse der Evolution, oder nicht? @matt2:Sie fallen
mir immer wieder durch ihre unbelegten Behauptungen auf. Natürlich lässt sich das Konzept Sünde kritisieren
und bezweifeln. Sie hätten meines Erachtens einen wirklich formidablen Großinquisitor abgegeben.
Dialektik schlägt Dogmatik @Kondominsky: Andere religiöse Gruppen haben sich auch enorm vermehrt, die
Buddisten zum Beispiel im alten China. Aber hat man jemals von einem heiligen Krieg „für Buddha“ gehört?
Es hängt immer davon, ob ein Glaube sich für niedere Zwecke instrumentalisieren lässt oder nicht. Der
christliche Glaube ließ und lässt sich wunderbar instrumentalisieren. Ein Despot musste nur sagen: „Gott
will es!“ und das Volk metzelte sich in glückseliger Heilserwartung durch die Reihen der „Ungläubigen“,
„Ketzer“ und „Hexen“. @ Colombe: Natürlich kann man forschen, ohne den Glauben zu verlieren. Aber es
hängt ganz davon ab, was man erforscht und unter welcher Prämisse. Theologen akzeptieren die Prämisse
„Gott existiert“ völlig unhinterfragt, ansonsten verlieren sie ihre Lehrerlaubnis (oft auch schon für
weniger, z.B. Küng oder Drewermann). Die katholische Dogmatik ist sehr streng, der personale Gottesbegriff
wird zwingend vorrausgesetzt. Ich kenne einen Theologiestudenten, mit dem ich öfters diskutiere. Er beruft
sich auf Theologen wie Küng und lehnt einen personalen Gott ab. Damit wird er es mit Glück vielleicht
zum Religionslehrer schaffen, aber bestimmt nicht zum Doktor oder Prof. Folgende zugegeben überspitze
Grafik zum Thema Wissenschaft und Glaube finde ich recht einleuchtend: radek.com/…ssenschaftGlaube.jpg
Gedanken Es sind in der Tat schöne Gedanken und als Kind konnte ich auch noch viel damit anfangen. Wer
daran glauben möchte, soll auch gern glücklich werden. Ich habe aber einfach keinerlei Beziehung zum
Transzendenten, Spirituellen, Esotherischen… wie auch immer man es nennen will. Ich habe meine Gefühlswelt,
meine Phantasie, mein Wissen und meinen Forscherdrang. Danach glaube, lebe, handle ich und meine Weltanschaung
beantwortet mir viele Fragen, die mir als Christ immer ein großes Rätsel waren, wie z.B. Warum lässt
Gott Leid zu?; Warum sollen vor 2000 Jahren Wunder gesehen sein, heute aber nicht mehr?; Warum gehen die
ethischen Gebote und Prophezeihungen der Bibel mit der modernen Philosophie und Naturwissenschaft nicht
konform bzw. warum nehmen sie sie nicht vorweg?; Warum hat die Entwicklung der christlichen Lehre so eine
enorme Blutspur hinter sich her gezogen? Warum hat die christliche (insb. katholische) Lehre so eine unnatürliche
Einstellung zur Sexualität? Warum braucht der Schöpfer des Universums für sich keinen Schöpfer? …
die Liste ließe sich noch lang fortsetzen.
Lieber Herr Bischof Zufällig studiere ich seit nunmehr 4 Semestern Geschichte und kenne mich ein wenig
aus mit der historisch-kritischen Methode. Meine sämtlichen Profs würden Ihnen, so denke ich, geschlossen
widersprechen. Die Methode ist wissenschaftlich, gerade weil sie im Gegensatz zur dogmatischen Theologie
NICHT von Vorunterstellungen (á la Supernaturalismus) ausgeht. Gerade der historisch-kritische Ansatz
ist darum bemüht, das Leben des historischen Jesus von Nazareth möglichst realistisch zu rekonstruieren.
Dazu werden natürlich nicht nur kanonische Quellen verwendet, denn so eine einseitige Beschränkung wäre
unwissenschaftlich gearbeitet. Die Wunder Jesu sind nicht besser belegt, als beispielsweise die Orakelsprüche
von Delphi oder andere Auferstehungsmythen der Antike. Es sind bloß mehr Quellen erhalten, was aber nicht
automatisch bedeutet, dass sie alle auch verlässlich sind. Gerade die NICHT VERGÖTZTE Vernunft muss
einsehen, dass übernatürliche Ereignisse vor 2000 Jahren genauso unmöglich gewesen waren , wie sie
es heute sind. Was bitte wollen Sie durch eine Ansprache Napoleons, einem im 18. Jahrhundert aufgewachsenen
und in christlicher Moral indoktrinierten Mann, belegen? Sogar Napoleon sprach sich auf Elba deswege
Liebe Colombe Nein, ich habe keine Beweise. Weder dafür, dass es eine Seele gibt, noch dagegen. Aber
ich gehe davon aus, dass ich in meiner Erkenntnisfähigkeit nicht eingeschränkter bin, als die Menschen
vor sagen wir knapp 2000 Jahren. Sie sagen: „Ich begreife nie, warum die Philosophie sich Jahrhunderte
mit Dingen beschäftigt, die sich nicht beweisen lassen. Zeitvergeudung.“ Ein kleines Gedankenexperiment:
Ersetzen Sie „Philosophie“ in diesem Satz mal durch „Religion“! Die Evangelisten haben doch auch nichts
anderes gemacht, als Theorien aufgestellt, die sich nicht beweisen lassen! Besonders die Wunder Jesu und
seine Auferstehung widersprechen sogar den Naturgesetzen. In meinem Geschichtsstudium habe ich gelernt,
dass man stets davon ausgehen sollte, dass die Naturgesetze nicht gebrochen werden könnnen, denn ansonsten
könnten sämtliche Wunderberichte der Vergangenheit aufs Wort genau wahr sein (Beispiel: Orakel von Delphi).
Wie soll man bei phantastischen Geschichten die Wahrheit herausfiltern? Indem man experimentell prüft,
was möglich und realistisch ist und was nicht. Der Mensch als vernunftbegabtes Wesen braucht ethische
Grundsätze zum Zusammenleben. Ansonsten wären wir nicht dazu fähig, unsere Kultur aufrechtzuerhalten.
Ethische Grundsätze lassen sich aber nicht direkt von der Natur ableiten, sie müssen logischen Prinzipien
folgen. Laut Kant soll die Philosophie folgende 4 Fragen beantworten: 1. Was kann ich wissen? 2. Was soll
ich tun? 3. Was darf ich hoffen? 4.Was ist der Mensch?
@Stöhr Durch diese Aussage haben Sie sich zum Faschisten qualifiziert, Gratulation! Die Inquisition hat
die vermeindlich „Dummen“ verbrannt, die Nazis haben sie vergaßt und Sie, Herr Stöhr, heißen das gut.
Nicht die Dummheit Brunos ist bemerkenswert, Ihre ist es. Ich bin sehr froh, dass ich Sie nicht persönlich
kenne. @HBR: Selbstverständlich bin ich mir dessen bewusst. Ich glaube übrigens auch nicht an eine Weltseele,
aber ich halte sie für wahrscheinlicher als individuelle Seelen.
Weder noch Dieses Dilemma ist recht einfach aufzulösen, wenn man davon ausgeht, dass weder Mensch noch
Tier eine Seele besitzen. Alles, was es in Wirklichkeit gibt, sind biologische Prozesse. Der Philosoph
Richard Rorty ersann folgendes: Man könne sich eine extraterrestrische Zivilisation vorstellen, die kein
psychologisches Vokabular verwende und statt dessen nur von biologischen Zuständen spreche. Eine solche
Zivilisation wäre hinsichtlich ihrer kommunikativen Fähigkeiten der Menschheit in nichts unterlegen.
Es ist wirklich schade, dass sich heute immernoch auf Hintlerweltler wie Aquin beruft, obwohl zwischenzeitlich
Spinoza, Bruno, Hume, Kant, Freud, Fromm und Camus gelebt haben, um nur einen kleinen Auschnitt zu geben.
„Wenn also Geist, Seele und Leben sich in allen Dingen vorfindt und in gewissen Abstufungen die ganze
Materie erfüllt, so ist der Geist offenbar die wahre Wirklichkeit und die wahre Form aller Dinge. Die
Weltseele ist also das constituierende Formalprinzip des Universums und dessen was es enthält; d.h. wenn
das Leben sich in allen Dingen findet, so ist die Seele Form aller Dinge; sie ist überall die ordnende
Macht für die Materie und herrscht in dem Zusammengesetzten; sie bewirkt die Zusammensetzung und den
Zusammenhalt der Theile.“ – Giordano Bruno
@Dr. Heger Danke, dass Sie nach wie vor sachlich bleiben. Das ist ja hier keine Selbstverständlichkeit.
Ich habe nicht behauptet, dass Papst Urban II. die Judenpogrome angeordnet hätte, aber sie haben stattgefunden
und wurden durchaus von christlichen Predigern wie Peter dem Eremiten initiiert. Aber auch die feinen
adligen Ritter, wie Gottfried von Bouillon, der spätere Herrscher von Jerusalem, machten mit. Jener soll
laut einem zeitgenössischen Chronisten gesagt haben, dass er nicht anders seinen Weg ziehen könne, als
indem er das Blut seines Erlösers an dem Blute Israels räche und von jedem, der den Namen Jude trägt,
weder Rest noch Flüchtling übrig lassen werde. Ich bin der Ansicht, dass die Politreligion mit ihrer
flächendeckenden Propaganda, ihren vielfältigen Ritualen und ihren Masseninszenierungen die einzig plausible
Erklärung für den Erfolg des Nationalsozialismus darstellt. Wie erklären Sie sich sonst die massive
völkische Begeisterung für die Staatsideologie, die man auch heute so nur noch bei quasi-religiösen
Massenergeignissen wie Popkonzerten oder Fussballspielen erlebt? Zum Thema Kleinkinder: Ein dreijähriges
Kind befindet sich normalerweise auf der ersten Stufe der präkonventionellen Moral (nach Kohlberg). Das
bedeutet: Egozentrismus; Lust-Schmerz-Orientierung; Vermeiden von Strafe. Diese über Form von Sittlichkeit
verfügt aber auch jeder ausgewachsene höhere Säuger. Wo ist ein Menschenkind hier sittlicher?
@Dr. Heger Haben Sie Brecht gelesen? Wenn er nicht ins Exil gegangen wäre, hätten die Nazis ihn gelüncht
für seine Schriften. Zu Ihrer frappierenden Traditionsblindheit habe ich bereits genug gesagt denke ich.
Hören Sie besser auf mit dem Thema Juden, bevor Sie sich um Kopf und Kragen reden. Den „Unfung“ mit der
Kreuzzugsfinanzierung habe ich von Prof. Dr. Vones, Universität zu Köln, historisches Seminar, sowie
aus einigen von ihm empfohlenen Büchern, z.B. von H. Mayer, S. Runciman und J. Riley-Smith, allesamt
führende Kreuzzugs-Experten. Die Nationalsozialisten haben nicht „entchristlicht“, sondern die den völkischen
Glauben durch ihre Politreligion ersetzt, was bei weiten Teilen der Bevölkerung, selbst den Eliten, offenbar
ohne großen Widerstand funktionierte. Kleinkinder sind sittliche Wesen? Haben Sie Kinder? Oder jemals
ein Buch zur Pädagogik gelesen? Ich empfehle Piaget. Kleinkinder sind alles andere als sittlich, geschweige
denn moralisch.
@Florian Jetzt machen Sie mich neugierig. Darf ich fragen, worum es sich dabei handelte? Ich habe nämlich
in meinem ganzen Leben noch nie etwas erlebt, das ich als übersinnlich oder definitiv unerklärlich bezeichnen
würde.
@Florian Ja, ich habe dieses Problem schon verstanden. Ich werde Ihnen Ihre „Glaubenswahrheiten“ nicht
mit empirisch belegten Tatsachen abspenstig machen können. Da sich ihr Glaube ein kulturhistorisches
Konstrukt ist, werden Sie aus der intrinsischen Logik nicht ausbrechen können, auch wenn immer wieder
große Widersprüche auftreten (Theodizee z.B.). Ich würde gern noch weiter diskutieren, aber ich sehe
die Müßigkeit dieses Unterfangens ein und habe außerdem für die Uni zu lernen. Vielen Dank für die
Einblicke in Ihre Mentalität. Ich habe ja selbst einst so gedacht und kann verstehen, warum Sie so verbittert
daran festhalten. Eine Welt ohne Gott ist eben nicht so gemütlich und voller Wahrheiten. Als Agnostiker/Deist
muss man sich selbst auf die Suche nach Sinn und der Wahrheit machen, anstatt zu meinen, sich alles aus
einem einzigen Buch ableiten zu können.
Lieber Herr Dr. Heger, Ich dachte an solche Menschen wie Bert Brecht, die unermütlich gegen die Nazi-Diktatur
angeschrieben haben. In der Tat war und ist das Bild von „den Juden als Christusmörder“ latent im Christentum
vorhanden. Das wussten schon Nietzsche und Feuerbach. In der Tat waren die Judenpogrome im Mittelalter
meist keine unorganisierten Ausbrüche wilder Horden, sondern perfide geplante und genaustens ausgeführte
Plünderungen, um z.B. Kreuzzüge zu finanzieren. Ich habe nie behauptet, dass die antijudaistischen Aktionen
mit dem NS-Antisemitismus gleichzusetzen sind, nur dass letzterer hier durchaus seine Ursprünge hat.
Sie sagen es: Personen sind sittliche Wesen. Embryonen und selbst Kleinkinder sind keine sittlichen Wesen.
Eine ausgewachsene Kuh ist um ein vielfaches vernünftiger als jedes Baby. Sie haben sich zum Speziesismus
bekannt: Ein Mensch ist ein besseres Wesen, allein weil er Mensch ist. Dabei widersprechen Sie ihrer eigenen
Definition von Person, um ihre antinaturalistische Ideologie aufrecht zu erhalten. Wie sagte Theodor Adorno:
„Auschwitz beginnt dort, wo einer im Schlachthof steht und denkt: Es sind ja bloß Tiere.“ OK, ein weiteres
Beispiel: Ich bin die Inkarnation Jesu. Widerlegen Sie das. Das Sparsamkeitsprinzip der Wissenschaft empfielt,
unbrauchbare Hypothesen hinauszuwerfen. Der Körper-Geist-Dualismus ist so eine unbrauchbare Hypothese.
Danke fürs Zwischenposten, matt auch wenn Ihr Beitrag rein gar nichts zur Diskussion beigetragen hat.
@Dr. Heger: ich studiere ja Geschichte. Meines Wissens waren es eher die intellektuellen Liberalen, die
dem Judenmord widersprachen. Vielen Katholiken waren die Juden als „Christusmörder“ schon immer ein Dorn
im Auge gewesen. Judenpogrome gab es schon im Mittelalter, natürlich vor allem durch frommste Ritter.
Nochmals: ein Embryo ist kein Mensch, sondern ein werdender Mensch, das ist ein großer Unterschied. Die
Tötung werdender Menschen ohne soziale Bindungen und ohne Bewusstsein mit dem Völkermord an erwachsenen
und fühlenden Personen gleichzusetzen, ist eindeutig eine Verharmlosung letzteren Falls. Für „Person“
gibt es zwei Definitionen: Person im alltäglichen Sinn bezeichnet einen bestimmten Menschen, dem soziologisch
eine bestimmte Rolle ein Beruf oder eine Herkunft zukommt, und dem juristisch ein bestimmtes verfassungsrechtlich
festgelegtes Subjektsein bestätigt wird. Person im philosophischen Sinn bezeichnet das Wesen des Menschseins
auf dem Hintergrund des griechisch-römisch-christlichen Denkhorizonts: Dem Menschen als Person wird eine
gewisse Freiheit der Entscheidung und Verantwortlichkeit für sein Handeln zugeschrieben. Mit dieser Zuschreibung
sind gewisse Rechte (Menschenrechte) und Pflichten verbunden. Ich sehe nicht, wie auch nur eine der beiden
Definitionen auf Embryos anzuwenden sein soll. Ein praktischeres Beispiel als den Kobold habe ich: In
meinem Haus spukt es. Widerlegen Sie das!
Ich bin kein Menschenfeind Ich möchte doch nicht den Menschen „entwürdigen“, sondern ein Bewusstsein
schaffen für die Verbrechen, die an Tieren getan werden. Ich möchte nochmal betonen: Ich bin prinzipiell
gegen Abtreibung! Ich halte sie aber gleichsam nicht für ein schlimmeres Verbrechen als die Schlachtung
unschuldiger Tiere allein zwecks Nahrungs-Luxus. Ich würde jede werdende Mutter versuchen, zu überzeugen,
dass sie ihr Kind austragen soll. Auch würde ich jeden suizidalen Menschen, versuchen, psychisch aufzubauen.
Aber es gibt immer irgendwo Grenzen. Aber ich kann nachvollziehen, dass Vergewaltigungsopfer und in ähnlichem
Maße traumatisierte werdende Mütter abtreiben möchten und würde niemals auf die Idee kommen, ihnen
dieses Recht zu versagen. Dies zu tun wäre ein krasser Schritt gegen die Emanzipation und für die Entmündigung
und Abhängigkeit der Frauen vom Erzeuger.
Dies und das @Daniel: Dass es keine Tierwürde gibt, ist ein Manko in so ziemlich jeder Verfassung, das
aus religiöser Tradition statt aus naturwissenschaftlicher Erkenntnis herrührt (wie es sein sollte).
Tiere waren immer bloß Gegenstände, wieso sollte man ihnen also ein Recht auf Leben zugestehen? Weil
Sie empfindungsfähige Wesen sind, genau wie wir! Mir geht es nicht um Menschenrechte für Tiere, sondern
allein um tierwürdiges Leben und ich bin gegen den sinnlosen Mord an Tieren. Vorgestern ist meine Katze
überfahren worde, die mir sehr lieb war. Den flüchtigen Fahrer hätte ich wegen Sachbeschädigung anzeigen
können. Aber wie hilft mir das, mit dem emotionalen Schaden umzugehen, den der Verlust dieses geliebten
Lebewesens mit sich bringt? @Heger: Wer Lebewesen unwürdig behandelt, entwürdigt nicht nur das Lebewesen,
sondern auch sich selbst. Sie sind ein religiöser Extremist, Herr Heger, der Frauen das Recht auf Selbstbestimmung
aberkennen möchte. Diskussion scheint hier sinnlos. Geben Sie Acht, dass Sie nicht in den Knast wandern
für Ihre Holocaust-Verharmlosung. Ein Embryo ist zwar unschuldig (wie eine Kuh), aber keine Person. Bei
der Frage mit der Seele irren Sie schon wieder. Ich könnte die Behauptung aufstellen, das Universum sei
der Verdauungstrakt eines riesigen Kobolds. Auch das kann niemand empirisch widerlegen. Trotzdem ist es
denkbar unwahrscheinlich. Beschäftigen Sie sich mit Evolution und Neurologie!
@Colombe Ich glaube, Heinrich wollte dieses Zitat als Antibeispiel präsentieren, denn so wie ich ihn
bisher kennengelernt habe, ist er genauso konservativ wie Sie in seinen Ansichten. Ich bin dafür Menschen
in ihrer Würde zu schützen. Aber meines Erachtens verliert ein Mensch jegliche Würde, wenn man ihn
vorsätzlich leiden lässt. Ich befürworte Abtreibung von Kindern mit Down-Syndrom prinzipiell nicht.
Letztlich zählt aber nicht meine Meinung, sondern die der werdenden Mutter für mich. Ja, jede Zelle
lebt, auch die Amöbe, die Sie gerade töten, indem Sie einatmen. Leben ist nach Qualität und nicht nach
Quantität zu bewerten. Eine befruchtete Eizelle ist noch nicht mal ein Individuum, da sie immernoch einen
Zwilling abspalten kann. Was zwischen uns steht, ist, so denke ich, dass Sie glauben, ein Embryo hat eine
Seele und ein Huhn nicht, zumindest keine gleichwertige. Diese Einschätzung ist Glaubensangelegenheit
und sollte nicht die Gesetzeslage beeinflussen. Was nützt es, wenn eine Mutter ihr Kind hasst und verstößt?
Ich bin nicht gegen Schutz von empfindsamem Leben! Ich prangere stattdessen die dogmatische Doppelmoral
an, mit der er hier betrieben wird! „Was die Welt braucht, ist nicht ein Dogma, sondern eine Bejahung
der wissenschaftlichen Forschung zusammen mit dem Glauben, daß die Qualen von Millionen nicht wünschenswert
sind, ob sie nun von Stalin oder einer Gottheit, die sich der Gläubige als sein Ebenbild vorstellt, verhängt
werden.“ – Bertrand Russell
Kommentare @Heger: Ebryonen sind keine vollwertigen Menschen und Abtreibung ist kein Mord. So steht es
im Gesetz und Sie werden das sicher nicht ändern. @Colombe (1): Das habe ich nicht geschrieben. Ich habe
von vollkommener und dauerhafter Demenz gesprochen, womit ich de facto den Intellekt einer Kakerlake meine.
Es geht mir allein um die Bewusstseinsqualität, ökonomische Abwägungen kommen erst viel später! Zum
Thema Morphingabe stimme ich zu. @Florian: A) Es gibt keinen Gott B) Der nicht-existente Gott hat keinen
Heilsplan. Wo ist der Widerspruch? @Colombe (2): Schaden und willkürliches Unrecht interpretiere ich
als vermeidbares Leid. Somit ist meine Interpretation kompatibel mit dem hypokratischen Eid. Es darf auch
niemals ein Mensch einen anderen zum Töten zwingen. Aber ich bin für Selbstbestimmung, die zentraler
Grundsatz der Menschenrechte ist. Leben ist grundsätzlich schützenswert, je höherer seine Komplexität
ist. Wenn Sie eingestehen, dass ein Säugetier mit einem vergleichbaren Bewusstsein wie ein Embryo oder
Fötus in gleichem Maße schützenswert ist, schließe ich mich Ihnen an. Alles andere ist inkonsequent
und Speziesismus.
@Colombe Mir ist klar, dass es solche Fälle gibt. Ich würde auch niemals fordern, einem Wachkomapatienten
die Geräte abzustellen, wenn eine noch so geringe Chance besteht, dass er wieder aufwacht. Wer das fordert,
hat offenbar wirklich ein Problem mit seiner Menschlichkeit. Ich glaube in der Tat nicht, dass Gott uns
irgendwelche Prüfungen auferlegt. Sterbehilfe für Komapatienten ist nicht der Kern der Debatte: Es geht
vielmehr um unheilbar kranke, dauerhaft vollkommen demente oder verletzte Menschen, die unumgänglich
sterben werden, es jedoch mehrere Alternativen gibt, wie. Wenn das Leben, das ihnen bleibt erträglich
gemacht werden kann, ist es in jedem Falle vorzuziehen, aber wenn es nichts als unerträgliches Leid bedeutet,
dann nicht! In solchen Fällen ist Sterbehilfe einfach nicht mit Mord gleichzusetzen, denn bei Mord wird
vorsätzlich enormes Leid zugefügt, während bei Sterbehilfe enormes Leid verhindert wird. Da ich nicht
an Gott glaube, bete ich für niemanden. Stattdessen helfe ich den Menschen mit meiner persönlichen Zuneigung,
statt auf Hilfe von Oben zu hoffen, die ohnehin nie eintrifft. Übrigens ist das Erhöhen der Morphiumdosis,
was Sie beschreiben, genau das, was ich mir vorstelle unter Sterbebegleitung. Was denken Sie denn von
mir, was ich mir darunter vorstelle? Stecker raus und bei Bewusstsein ersticken oder verhungern lassen?
Giftspritze gar oder Zyankali? Ganz sicher nicht. So verschieden sind unsere Positionen zu dem Thema offenbar
gar nicht.
Würde haben nur Personen @Marranenjäger: Sie können ihr Statement nicht belegen, oder? Wer sagt das?
Die Evolution spricht jedenfalls eindeutig eine andere Sprache. @Colombe: Die Sterbehilfe führt entweder
der vom Patienten dazu designierte Angehörige aus oder ein Arzt. Die Medizin ist mitnichten soweit, dass
kein Patient mehr leiden muss oder trotz bewusstlosem Dauerkoma ohne Chance auf Regeneration am Leben
erhalten wird. @Dr. Heger: Singers fordert, dass einer schlafenden Person Interessen zuzuschreiben und
diese in ethische Abwägungen einzubeziehend sind, da die betreffende Person sie nach dem Aufwachen wieder
artikulieren kann. Diese Unterscheidung ist sinnvoll, die mit der krummen Nase hingegen im höchsten Maße
rassistischer Unsinn, gegen den Singer (dessen Großeltern von den Nazis ermordet wurden) vehement protestieren
würde. Ihn mit Nazi-Mördern zu vergleichen ist schlichtweg unredlich und zeugt allein von oberflächlicher
Beschäftigung mit seinem Werk. Ich gebe aber zu, dass hier ein Problem besteht. Daran scheitert allerdings
keinesfalls die Forderung, dass vermeidbares Leid unbedingt zu vermeiden ist.
@Galatea Ach wirklich? Welche Bücher haben Sie denn von z.B. Peter Singer gelesen? Was sagen Sie zu seiner
umfangreichen Stellungnahme, was die Nazi-Vergleiche betrifft? Halten Sie Fleischkonsum für ethisch vertretbar?
Wenn ja, warum?
Wo bleibt das Beispiel? Sie haben keinerlei Belege für Ihre Behauptung. Ich bitte Sie nochmals um ein
Beispiel für eine bewusste Handlung eines Wesens, die nicht aus subjektivem Eigennutz getan wurde oder
getan wird. Wenn Sie kein Beispiel haben, können Sie meine Position nicht widerlegen. Sie können noch
so oft die Hypothese aufstellen, es könnte altruistische Taten geben, die nicht dem subjektiven Eigennutz
entsprechen. Beim altruistischen Handeln wird immer bloß der Eigennutz auf andere ausgedehnt, um daraus
Vorteile zu ziehen. Selbstopferung beispielsweise kann dem Arterhalt dienen, aber auch – wie bei theistischen
Märtyrern – dem subjektivem Glauben an das eigene Seelenheil. Also nochmal: Bitte nennen Sie mir ein
Beispiel für eine Handlung, die altruistisch im Sinne von 100%ig unprofitabel für das eigene subjektive
Wohl (das kann auch das Wohl der Art/des Systems einschließen) und ausschließlich profitabel für das
Wohl anderer ist! Ich kann mir eine solche Tat beim besten Willen nicht vorstellen. Ich bleibe dabei:
Der Altruist ist ein schlauer Egoist. Bedingte Kooperationsbereitschaft ist auf Dauer effektiver als Betrug
und Ausbeutung.
Antworten @Heinrich: Was wollen Sie mir sagen? Nennen Sie mir nur ein Beispiel für eine Handlung eines
rationalen Wesens, die nicht aus subjektivem Eigennutz geschieht. Sowohl ein Sanitäter als auch ein Selbstmordtattentäter
glaubt, er täte das beste für sich und die Welt. @Florian: Ich möchte mich nicht zum Moralapostel oder
glorreichen Vorbild stilisieren. Auch ich habe viele Schwächen und mache Fehler. Wenn Sie ob meiner Sexualmoral
wüssten, würden Sie mich sicherlich nicht mehr als brav bezeichnen, obwohl ich durchaus braver bin als
der Großteil meiner Altersgenossen. Wie wollen Sie die wahren Absichten und Gesinnungen eines Mörders
oder Vergewaltigers herausfinden? Kein Mensch kann in das Hirn eines anderen Menschen gucken. Eine solche
Moral funktioniert nich, weil wir danach nicht rational und objektiv über die Konsequenzen menschlichen
Handelns urteilen können. Wie schon erwähnt, der muslimische Selbstmordattentäter ist festen Glaubens,
er täte eine selbstlose und gerechte Tat, trotzdem ist sein Handeln zutiefst verurteilungswürdig. Ein
anderer Mensch ist Fleisch, weil er glaubt, es sei gesund und moralisch zu rechtfertigen, Tiere allein
des Genusses wegen zu ermorden. Ich sehe darin auch eine Sünde. Welcher Maßstab soll universell sein?
Die Evangelien mit ihren schwammigen, ungenauen und archaischen Geboten sind meines Erachtens denkbar
ungeeignet.
Liebe Nachtlaterne, lieber Heinrich Ich lebe, liebe, arbeite. Habe Freunde und keine Feinde. Ich stehle
nie, schlage mich nie und töte keine Lebewesen, wenn ich es vermeiden kann (ich esse keine Tiere). Ich
versuche, immer ehrlich zu sein und handle nach bestem Wissen und Gewissen. Man könnte sagen, ich lebe,
wenn man so will. Ich nenne mich einen aufgeklärten Hedonisten. Das heißt ich handle zwar nach meinen
Bedürfnissen, aber nur soweit, dass ich andere Bedürfnisse möglichst wenig in Mitleidenschaft ziehe.
Altruismus ist eine höhere Stufe des Egoismus, jegliches Handeln dient in letzter Konsequenz dem Eigennutz.
Der frommste Christ ist nur deshalb gut, weil er Angst vor Gottes Strafe hat bzw. gierig nach Gottes Belohnung
ist. Ethik braucht keinen Gott. Ich bin gut, weil ich gut sein will, denn wem ich gnädig bin, der ist
auch mir gnädig. Ich handle demnach nicht bloß deshalb redlich, um mich bei einer höheren Autorität
einzuschmeicheln. Wo überschätze ich mich? Wo behaupte ich, eine absolute Wahrheit zu besitzen oder
gar „die Krone der Schöpfung“ zu sein? Ich will kein Raubtier sein, das schwächere Menschen und Tiere
ausbeutet, sondern in Frieden und mit dem aktuellsten Wissen das Leid in der Welt mindern und das Glück
aller maximieren. Ich bin jederzeit offen für Kritik, sofern die Argumente rational sind und bin sehr
sicher, dass ich noch viele neue Erkenntnisse in diesem Leben erwerben werde, sodass ich eines Tages darüber
lachen kann, wie naiv ich im Jahre 2008 noch war.
Meine Lebensphilosophie Ich kämpfe momentan für die naturwissenschaftliche und empiristisch-philosophische
Theorie, dass Menschen Säugetiere sind, die in den letzten Jahrtausenden gelernt haben, sich maßlos
zu überschätzen. Absolute Kontrolle ist nur dann möglich, wenn man von absoluten Wahrheiten ausgeht.
Zur absoluten Wahrheit kann man prinzipiell alles erklären. Unter Folter wird manch einer 2 plus 2 =
5 für die Wahrheit erklären. Ich glaube fest, es gibt keine Freiheit in Knechtschaft und keine absolute
Wahrheit, bloß verschieden gute Theorien. Wenn das Ökosystem dieses Planeten noch gerettet werden kann,
dann nur, wenn die Menscheheit wieder bescheidener wird! Ich kämpfe gegen das Leid von Mensch und Tier
und für den vernünftigen Umgang mit den begrenzten Ressourcen unseres Planeten. Menschen können die
Welt ein bisschen besser begreifen als z.B. Schimpansen, aber sie sind ihnen insgesamt lange nicht so
weit voraus, wie viele glauben. Ich kämpfe dafür, dass es jedem freisteht, anderer Meinung zu sein.
Ich kämpfe nicht gegen Religionsgemeinschaften oder friedliche Rituale, die manch einem viel bedeuten
mögen, sondern für Bildung und Aufklärung. Ich bin überzeugt, dass alle diese Ziele nur gewaltlos
und durch Argumente und Diskussion, niemals aber durch Indoktrination oder Propaganda zu erreichen sind.
Für diese Ideale werde ich mich mit aller Kraft kämpfen und wenn es eines Tages nötig sein wird, auch
mein Leben geben, damit die nachfolgenden Generationen frei und selbstbestimmt aufwachen könne…
Schade Sie enttäuschen mich, Marranenjäger. Sie sind ja wirklich verblendet, aber immerhin nur in mancherlei
Hinsicht. Nun stellt sich mich aber die brennende Frage: Welche Stellen sind explizit vom Teufel geschrieben
und wie kann man das herausfinden? Und wenn der Teufel mitgeschrieben hat, wer noch? Vielleicht sogar
normale, nicht von übernatürlichen Wesen inspirierte Menschen? Ich weiß, das ist eine schier unglaublich!
Echte, normale Menschen, die „heilige“ Bücher schreiben, wo gibt’s denn sowas? @Heinrich: Im AT haben
wir Altersangaben und Generationenfolgen von Adam an, die aufeinandergerechnet ungefähr 4000 Jahre bis
Jesu Geburt ergeben. Nun könnte man natürlich sagen, dies waren bloß metaphorische Zahlen. Bleibt die
Frage bestehen, nach welchen Kriterien man Bibelstellen als metaphorisch oder unbedingt wortgetreu wahr
verstehen muss. Wissen Sie es? Ich frage mich das seit meiner Kindheit.
Hut ab! Endlich tritt mal einer hier auf die virtuelle Schaubühne, der die religiöse Verblendung herrlich
authentisch karikiert! Und die anderen merken nicht mal… Weiter so, Orator! Marrannenjäger, das ist
auch schon ein guter Anfang, aber auf dem realsatirischen Niveau von Orator sind Sie noch nicht ganz.
Sie sollten auch noch erwähnen, dass der Teufel die Dinosaurierknochen in der Erde vergraben hat, um
uns vorzugaukeln, die Erde wäre älter als 6000 Jahre,
Florian „Geschwätz“ haben Sie gesagt. Ich bin mir sicher, dass die Existenz einer unsterblichen Seele
niemals naturwissenschaftlich nachgewiesen werden wird. Aber im Gegensatz zu Ihnen bin ich dafür offen,
mich vom Gegenteil überzeugen zu lassen. Trotzdem würde selbst die unwiderlegbare Existenz einer unsterblichen
Seele nicht automatisch implizieren, dass der Katholizismus wahr ist. Judentum, Islam und die diversen
anderen christlichen und monotheistischen Strömungen könnten ebenfalls zutreffen oder eben gar keine
davon. Alles reine Spekulation, genauso wie eine absolute Wahrheit reine Spekulation ist. Ich hoffe inständig
für Sie und mich, dass das zweite Gottesstaat-Mittelalter, von dem Sie phantasieren, niemals eintrifft.
Ich freue mich sehr darauf, Philosophielehrer zu werden, um Kinder unseres Landes vor dieser drohenden
Gefahr wider den Errungenschaften der Aufklärung zu warnen und um Sie zu Widerstand aufzufordern.
@Heinrich Ich habe nirgends behauptet, dass Gott lügt. Ich habe noch nicht mal behauptet, dass die Bibel
lügt. Ich habe bloß gesagt, dass die Bibelautoren ein antikes Weltbild hatten und nicht über das naturwissenschaftliche
Wissen verfügen konnten und, das wie heute haben und auch nicht historisch-kritisch, sondern in höchstem
Maße subjektiv und suggestiv in ihren Aufzeichnungen waren. Trotzdem haben sie bemerkenswerte Literatur
geschrieben, die ich als solche auch durchaus schätze.
Lieber Florian Was sollen denn nun diese höchst subjektiven Meinungen und Glaubenssätze bitte für ein
Beleg für a) Übernatürliches und b) den Katholizismus sein? Selbst wenn diese Menschen ihre Erfahrungen
nicht bloß halluziniert hätten, würde auch das noch lange kein jüngstes Gericht oder ähnliches in
irgendeiner Form belegen. Du erkennst selbst, dass wir Menschen mit unseren arg begrenzten Primatensinnen
noch bei Weitem nicht dazu in der Lage sind, die Funktionsweise des Universums zu verstehen. Aber alle
brauchbaren Ansätze, die wir bisher haben, kommen aus der Wissenschaft und täglich werden neue Theorien
erdacht und überprüft. Wahrheit ist ein großes Wort. Als Geschichtsstudent habe ich eins gelernt: In
weltanschaulichen- und Ethikfragen gibt es keine eindeutige Wahrheit. Es gibt nur Menschen mit unterschiedlichen
Interessen, die man m.E. am besten nach utilitaristischen Maßstäben (so viel Glück und so wenig Leid
wie möglich) abwägen sollte. Aber auch das muss natürlich nicht der letzten Weisheit Schluss sein.
Wyclif war ein wichtiger Vorreiter der Aufklärung. Er übersetzte die Bibel ins Englische und ermöglichte
so eine breite Bildung, wodurch sich der einfache Bürger von der Willkür seiner vorgesetzen Klerikalen
zumindest teilweise schützen konnte. Ohne Menschen wie ihn und seine Anhänger, die von der Inquisition
grausamst verfolgt, gefoltert und hingerichtet wurden, hätten wir heute immernoch Kaiser, politisch aktive
Päpste, Stände und keine moderne Zivilisation, Kultur, Medizin und Philosophie. Kurzum, wir wären im
dunkelsten Mittelalter stecken geblieben. Aber ganz offenbar gibt es hier einige Menschen, die dies ganz
und gar für erstrebenswert halten.
Hi Florian Sie glauben an die buchstäbliche Wahrheit von Mythen und Legenden, die vor tausenden von Jahren
niedergeschrieben wurden und raten mir, mein Weltbild upzudaten? Ich komme nicht umhin, zu schmunzeln.
Die Wissenschaft ist beileibe nicht allwissend. Im Gegenteil, ein guter Wissenschaftler ist sich bewusst,
dass er eben nur über Theorien verfügt, die veröndert und ersetzt werden und sich so dialektisch der
Wahrheit annähern, nie würde ein redlicher Wissenschafler davon ausgehen, über absolute Wahrheit zu
verfügen. Autosuggestion ist die effizientere, weil einfachere und für jedermann nachvollziehbare Erklärung
für das was Sie „spirituelle Fremdeinwirkung“ oder wie auch immer nennen würden. Prophetie und Erscheinungen
haben der Menschheit nicht sonderlich bei Ihrer Entwicklung geholfen. Keine Propheten haben Bakterien,
Antibiotika und Elektrizität entdeckt, sondern Wissenschaftler. Die moderne Quantenphysik passt wunderbar
in ein naturalistisches Weltbild. Ich habe bisher keinen ernstzunehmenden Physiker kennengelernt, der
etwas anderes behauptet. Sie schon? @matt2: Sie sind gar kein Katholik? Was denn dann? Ein Zeuge, ein
Evangelikaler, ein Mormone?
@Nachtlaterne Doch, ich habe sehr wohl verstanden was Sie glauben! Die Bibel legitimiert sich ausschließlich
durch sich selbst! Das wäre so, wie wenn ich sagen würde, alles was Person X sagt, ist wahr, denn Person
X hast das Dogma aufgestellt: Ich bin von Gott/der Vorsehung geleitet und daher unfehlbar. Ich glaube
nicht an ein ewiges Leben, nur weil die Bibel davon erzählt. Die Bibel ist ein antikes Buch, das von
Menschen mit antikem Weltbild verfasst worden ist. Wir können heutzutage gar nicht sagen, was sich diese
Menschen dabei gedacht haben und an welchen vormittelalterlichen Unsinn sie fest geglaubt haben müssen.
Selbst wenn sich die Bibel nicht widerspräche, wäre sie immernoch nur ein Buch mit Geboten und Gesetzen,
die für eine völlig andere Kultur erdacht wurden. Unsere Zivilisation hat dank der Aufklärung ethische
Grundsätze entwicklelt, die allen Bibelgeboten weit überlegen sind in Präzision und Lebenspraktikabilität.
Wir haben die Menschrechte, die der Vatikan als einziger Staat in Mitteleuropa nicht anerkennt, wir haben
die Sklaverei abgeschafft, Frauenrechte, Weltanschauungsfreiheit, den demokratischen Rechtsstaat erkämpft,
naturwissenschaftliche und medizinische Errungenschaften gemacht (allein die Evolutionstheorie und die
Erforschung von Krankheiten)… alles Dinge, von denen die Evangelisten noch nicht den leistesten Schimmer
gehabt haben können und auch nicht hatten, sonst hätten sie darüber ja berichtet und ihren Nachkommen
viel Leid erspart. Was also macht sie glaubwürdig…
Interessant Wer die Bibel nicht für Gottes Wort oder von Gott inspiriert hält, wird sich auch nicht
von innerbiblischen Geboten und Anweisungen überzeugen lassen. Was sagen Sie zu folgenden Fragen: Warum
passieren schlechte Dinge gläubigen Menschen wie ungläubigen? Warum wird so viel Leid von gottesfürchtigen
Menschen verursacht? Warum enthält die Bibel unwissenschaftlichen und unethischen Nonsens? Warum gibt
es viele nette und intelligente Atheisten? Warum glaubt man gerade an einen bestimmten Gott und an keinen
anderen? Warum braucht der Schöpfer des Universums für sich keinen Schöpfer? Warum blind glauben, wenn
man kritisch hinterfragen und forschen kann?
Krass Ich wusste gar nicht, dass die Redaktion Beiträge löscht. Mein großes Lob, dass sie offenbar
keine Diskussionsinhalte zensiert, die ihrer Meinung widersprechen. Ein neuer Versuch, Nachtlaterne?
@Florian Wenn die Macht des Gebetes nicht empirisch beweisbar ist, welchen Sinn macht es dann, daran zu
glauben? Nehmen Sie auch Medikamente, deren Wirkung nicht empirisch beweisbar ist? Wenn Gebete tatsächlich
die Macht hätten, die Sie ihnen zusprechen, müsste man davon nicht irgendetwas wahrnehmen können? Müsste
das nicht irgendwie belegbar sein? Wie bereits gesagt, geistig-spirituelle Erlebnisse (wie Träume, Visionen,
Wahnvorstellungen, Rauschzustände, Phantasiewesen) lassen sich emprisch nicht widerlegen, aber die Neurologie
bietet sinnvolle Erklärungen an. So treten Visionen und Wahnvorstellungen praktisch immer gleichzeitig
Hirnstoffwechsel-Fehlfunktionen (z.B. Sauerstoff-Unterversorgung) auf. Auch ein transzendenter Gott ist
nur vorstellbar, wenn es eine direkte Verbindung zwischen Phantasie und Realität gäbe. Diese ist aber
nunmal nicht gegeben.
Lieber Florian, liebe Judith… @Florian: Dies ist eine subjektive und nicht objektivierbare Anschauung.
Sie können nicht empirisch belegen, was Sie da behaupten. Die Naturwissenschaften widersprechen eindeutig
diesem Weltbild. Wenn die Welt so strukturiert wäre, warum rafft Gott dann nicht Sünder wie mich einfach
dahin? @Judith: Ich glaube, auch Sie sind ein guter Mensch. Zur Wintersonnenwende und zum Fruchtbarkeitsfest
in der Antike hat man sich so weit ich weiß nichts geschenkt, man war einfach dankbar, dafür dass die
Tage wieder länger wurden und dass der Frühling gekommen war. Im Gegensatz zu Ihnen wurde ich eher liberal
erzogen. Ich habe eigentlich nie besonders viel gebetet, weil ich schon früh merkte, dass ich durch praktisches
Handeln viel mehr erreichen kann, als durch das Flehen an einen Gott, der mir meine Wünsche erfüllen
soll. Ich kann Ihren Glauben nicht teilen, aber so lange er Ihnen hilft und Ihr Leben erträglicher macht,
werden Sie glücklich damit! Ich bin jedoch der Ansicht, dass man mit einem dem naturwissenschaftlichen
Erkenntnisstand entsprechenden Weltbild besser klarkommt. Ich habe bisher wenige Menschen sterben sehen,
aber ich kann mir nicht vorstellen, dass solche Erfahrungen mein Weltbild radikal ändern würde. Ich
kenne die beiden letzten Bücher, die Sie mir empfehlen, grob. Sie propagieren leider das naives Moralprinzip,
das ohne Gottesglaube kein gutes Leben und handeln möglich. Eine Alternative zeigt z.B. das „Manifest
des evolutionären Humanismus“ von M. Schmidt-Salomon auf.
@Florian Ich kenne persönlich keinen einzigen Laien, der die von Ihnen vorgeschlagene gläubige Katholiziät
praktiziert. Mir erschienen sämtliche der Rituale und Kulte, die Sie da beschreiben, schon von Kindheit
an als Mumpitz und Zeitverschwendung. Ich kann Ihnen nur mein tiefstes Beileid aussprechen, wenn Sie wirklich
kostbare Lebenszeit damit verschwenden, diesem moralischen Ideal hinterherzujagen, das man ihnen indoktriniert
hat. Wenn ich ehrlich mit mir war – und dazu habe ich lange gebraucht – habe ich nie irgendetwas besonders
gefühlt beim Konsum des gesegneten Kekses (Hostie). Ich habe die Bibel gelesen und bin durch mein Studium
ziemlich fit in Religionsgeschichte, die mir die diversen Abgründe des Glaubens aufgezeigt hat. Diejenigen,
die behaupteten, besonders nah ihrem „Gott“ zu sein, waren dem Wohl und Leid der realen Menschen meist
besonders fern.
Liebe Judith Sie irren, jedenfalls was mich betrifft. Ich bin mit einer Religion, sogar dem Katholizismus
erzogen worden. Meine Eltern waren beide bis vor ihrer Scheidung als ich 13 war katholisch. Ich bin getauft,
zum Kommunion gegangen, gefirmt, habe 13 Jahre lang den katholischen Religionsunterricht besucht und ich
war einige Jahre lang Messdienerleiter. Letztes Jahr noch war ich auf Rom-Wallfahrt. Seien Sie mal ehrlich
mit sich selbst. Befolgen Sie nach die 10 Geboten? Lügen Sie nie? Schauen Sie nie einem netten potenziellen
Partner hinterher? Sind Sie nie neidisch auf das, was andere haben? Soll ein Kind seine Eltern ehren,
wenn diese es grausam behandeln? Es gibt heutzutage wesentlich sinnvollere, differenziertere und der menschlichen
Verhaltens- und Neurobiologie entsprechenden Ethiken. Ich bin auch ehrlich und hilfsbereit anderen Menschen
gegenüber, aber ich mache anderen höchtens Angebote, wie sie sich verhalten könnten, ich schreibe ihnen
nichts vor. Weihnachten und Ostern haben übrigens heidnische Wurzeln. Schon die alten Ägypter und Griechen
feierten am 25. Dezember die Wintersonnenwende, die alten Germanen feierten ein Fruchtbarkeitsfest zur
Osterzeit. Dass geliebte Menschen sterben, ob gläubig oder nicht, ist für uns alle schwer zu begreifen
und zu ertragen. Aber ich glaube dennoch fest daran, dass uns nur diese eine Existenz im Diesseits gegeben
ist, weshalb ich es furchtbar schade finde, dass Menschen sie mit Dingen wie Beten, Kultus und ähnlichem
Firlefanz verschwenden.
Auch Atheisten haben ein Gewissen Die Nicht-Existenz von Gott lässt sich ebensowenig beweisen wie die
Nicht-Existenz von Kobolden und Einhörnern. Ich bin demnach auch kein Gottesfeind, denn wie sollte ich
Feind wider etwas sein, dessen bare Existenz für mir höchst unwahrscheinlich erscheint. Der Mensch hat
keine besondere Stellung in der Evolution. Allein sein Intellekt und das Potential, ethisch zu handeln,
zeichnet ihn aus. Wir sind nackte Affen, die noch sehr, sehr viel lernen müssen, darüber, wie man mit
der Umwelt umgehen sollte. Dass mich manch einer hier als „Untermensch“ denunziert, zeugt davon, wie erstaunlich
naiv und eindimensional manche Moralisten hier denken. Rationalität kann nicht kaltherzig sein. Entweder
man handelt nach rationalen, für jeden Menschen nachvollziehbaren Prinzipien (Leid mindern, Glück vermehren)
oder man lässt sich von seinen (religiösen) Gefühlen lenken (Mitleid mit bewusstlosem Leben, Angst
vor einem jüngsten Gericht). Es gibt für jeden Menschen zwei Möglichkeiten. Man kann aus Angst um das
eigene Seelenheil moralisch handeln und gut sein, oder nach universellen, ethischen Grundregeln handeln.
Es gibt in der Welt nicht „das Gute“ und „das Böse“, sondern bloß Menschen mit unterschiedlichen Interessen,
Bedürfnissen und Lernerfahrungen. Jemand ohne Gottesglauben kann seinem Leben selbst einen Sinn geben.
Man kann sein Leben einer „größeren Sache“ widmen, z.B. die die Welt zu einem besseren, lebenswerteren
Ort machen.
Lieber bonifatius Ich habe nirgens gegen diese Bilder protestiert. Manch einer mag sie eklig finden, aber
ich bin biologisch sehr interessiert und habe schon ganz andere Dinge gesehen. Wer Abtreibungsärzten
menschenrechte aberkennen will, ist in meinen Augen ein radikaler Fundamentalist, dem nicht mehr mit rationalen
Argumenten geholfen werden kann.
Lieber Heinrich Mit autonom meine ich die Fähigkeit, sich autonom (ohne Symbiose mit anderen Lebewesen)
zu versorgen. Ob das nun auch praktisch möglich ist, oder nicht, spielt bei meiner Argumentation keine
Rolle. Der Kern bleibt die Bewusstseinsqualität des Lebewesens, die bei einem Embryo erwiesenermaßen
deutlich geringer ist, als die eines ausgewachsenen Huhns.
Gefährliche Panikmache Wer gegen Abtreibung von autonom nicht lebensfähigen Zellhaufen demonstriert,
obschon er empfindungsfähige Säugetiere mit einem hochentwickelten Bewusstsein allein aus Lust am Fleisch
schlachtet und verzehrt, ist ein gefährlicher Doppelmoralist. Die „Heiligkeit menschlichen Lebens“ ist
nichts weiter als eine religiöse Methapher. Für einen aufgeklärten, die Evolution begreifenden Menschen
macht es keinerlei Sinn, an diesem Dogma festzuhalten. Genesis 1,28 ist eine zutiefst verwerfliche Anmaßung,
die Menschen über Jahrtausende hinweg die Legitimation gab, mit Gottes Segen die Ressourcen und alles
nichtmenschliche Leben der Erde rücksichtslos auszubeuten. Als Ergebnis davon sind schon heute enorme
Teile unserer Flora und Fauna unwiederbringlich zerstört. Ob Töten eines Lebewesens, ob menschlich oder
nicht-menschlich vertetbar ist, sollte vom Bewusstseinszustand eines Lebewesens abhängig gemacht werden,
nicht von seiner Spezies. Lebewesen zu töten, die ein Interesse am Weiterleben zeigen, ist demnach Unrecht.
Lebewesen, die in Zukunft potenziell ein Interesse am Weiterleben zeigen können, zu töten, ist ebenfalls
nicht wünschenswert. Aber definitiv ist es nicht in jeden Fall das selbe wie Mord an empfindungsfähigen,
bewussten Lebewesen.
@Galatea Nö, ich habe mich nicht verabschiedet. Aber da ich meine Meinung eigentlich hinreichend erläutert
habe und mir niemand mehr geantwortet hat, hielt ich auch keinen weitern Kommentar für notwendig. In
der Tat bleibe ich dabei, dass meine Einstellung, Leben nach seinem Bewusstseinsstatus zu beurteilen,
ethisch ist. Töten aus anderen Gründen als der Verhinderung unerträglichen Leides halte ich grundsätzlich
für Mord. Deshalb esse ich auch keine Tiere, weil man vegetarisch ebenso gesund leben kann und keine
Tiere ermorden muss, um an ihr Fleisch zu gelangen. Fleischkonsum ist für mich ein Luxus, der mehr Leid
verursacht, als ethisch vertretbar ist. Abgesehen von dem Leid der empfindsamen Tiere in der industriellen
Züchtung: Für ein kg Rindfleisch werden bis zu 20kg Getreide verfüttert und 10.000l Wasser verbraucht!
Und dann spenden Christen alle paar Monate für den Hunger in der Welt ein paar Euro und glauben, ein
gutes Werk zu tun… Wer sich ernsthaft mit dem Thema beschäftigt, wird feststellen, dass flächendeckende
vegetarische, besser noch vegane Ernährung die einzige vielversprechende Lösung für den Welthunger
darstellt. Aktive Sterbehilfe halte ich ausschließlich dann für gerechtfertigt, wenn eindeutig (durch
unabhängige Experten) nachgewiesen ist, dass der Betroffene und ggf. Angehörige durch seinen vorzeitigen
Tod weniger Leiden muss/müssen, als wenn er qualvoll stürbe. In jedem anderen Fall würde ich unbedingt
liebevolle Begleitung im Hospiz oder zu Hause vorziehen.
Lieber jesus Diese Frage ist berechtigt, weil Gläubige sie immer wieder stellen. Ich sehe Altruismus
als eine höhere Stufe des Egoismus, des Eigennutzes an. Wenn ich gut bin, sind andere gut zu mir. So
einfach ist das. Für geliebte Menschen oder für eine wirklich gute Sache (Verteidigung der Gerechtigkeit)
würde ich sogar mein Leben geben. Nicht aber für Meinungen oder Überzeugungen. Ich möchte das Glück
in der Welt steigern und das Leid reduzieren, das ist mein Lebensmotto. Ich versuche, meinem Leben selbst
einen Sinn zu geben, statt vorgefertigte Überzeugungen (ob nun religiös oder ideologisch) einfach unhinterfragt
anzunehmen. Natürlich mag unser Leben im kosmologischen Zusammenhang sinnlos erscheinen ohne Gott, aber
wenn man einmal gelernt hat, daran nicht zu verzweifeln, lebt es sich eigentlich ganz gut damit, finde
ich. Glauben Sie mir, der Weg dahin war steinig, aber es hat sich gelohnt. Ich bin lieber ein melancholischer
Sokrates als ein glückseliger Tor.
gelobt sei jesus christus: Dürfen Sie. Nein, ich glaube nicht daran. Ich glaube, dass wir sanft verlöschen
in einen traumlosen Schlaf. Eine unendliche Existenz stelle ich mir unerträglich vor.
lieber gelobt sei jesus christus Wenn dem so wäre, wie sie sagen, wie kommt es dann, dass ich mich vegetarisch
ernähre, obwohl mir Fleisch sehr gut schmeckt; dass ich einen pädagogischen Beruf erlerne, bei dem ich
weniger verdienen werde, als in der freien Wirtschaft, obwohl ich glaube, auch dazu befähigt zu sein;
dass ich noch nie eine Frau geschlagen oder zu sexuellen Handlungen genötigt habe, obwohl ich nicht selten
das Verlangen danach hatte? Ich habe noch weitere Beispiele, aber das ist müßig. Seinen Nächsten und
Fernsten kann man auch lieben, ohne Gott zu lieben, weil uns Liebe evolutionär einprogrammiert ist, ebenso
offenbar ein Bedürfnis nach Angstbewältigung u.a. durch Religion. Nur deshalb Gutes zu tun, weil ich
nach meinem Tod dafür belohnt werde, bzw. nicht bestraft werde, ist definitiv eine geringere Stufe der
Moralität als aus eigenem Antrieb allein aus ethischer Überzeugung so zu handeln.
Lieber Echter Wiener Ich versuche tagtäglich ein bisschen nachzudenken. Manchmal sogar ein bisschen mehr.
Das historisch-kritische Denken, welches ich an der Uni gelernt habe, hat mir gezeigt, dass die Welt ohne
den Glauben an übersinnliche Phänomene wesentlich mehr Sinn macht. Der moralische Skeptizismus hat mich
gelehrt, dass scheinbar unumstößliche moralische Werte jederzeit einer Prüfung nach modernen Kriterien
standhalten müssten, es aber schlichtweg nicht tun. Humanisten aus allen Epochen der Geschichte haben
mich gelehrt, dass man ohne Gott ethischer handeln kann, weil man aus seinem eigenen Verstand und Gewissen
heraus Gutes tut und nicht bloß, um einem imaginären Alphamännchen im Himmel zu gefallen oder aus Angst
vor einem ebenso imaginären Höllenfeuer. Die Evolutions- und Neurobiologie hat mich gelehrt, dass es
keinen Körper-Geist-Dualismus gibt, sondern dass wir alle durch Gene, Umwelteinflüsse und Stoffwechselvorgänge
determiniert sind. Durch die Schule und durch die Medien habe ich dieses Wissen nicht bekommen, im Gegenteil,
im Religions- und Firmunterricht wurde Atheisten gar die Fähigkeit zum ethischen Handeln abgesprochen.
Mein Wissen habe ich mir selbst erarbeitet und meine Position ist kontrovers, da ein großer Teil meines
Freundeskreises aus Christen besteht. Ich vertrete ein utilitaistisches Weltbild, das keineswegs dem Mainstream
entspricht. Ich bin kein Linksradikaler und lehne Gewalt gegen jede Art von empfindungsfähigem Leben
ab, weshalb ich auch Vegetarier bin.
Liebe/r Galatea, ich versichere Ihnen, dass ich nichts mit kommerzieller Sterbehilfe zu tun habe. Ich
bin u.a. Geschichtsstudent und auf dem Papier (noch) Mitglied der katholischen Kirche und mache seit über
5 Jahren ehrenamtliche Jugendarbeit in meiner Gemeinde. Ich bin ein großer Freund der Meinungsfreiheit.
Jeder Mensch darf glauben, was er möchte. Aber meines Erachtens sollte auch jeder Mensch offen für neue
Argumente sein. Das Meinungsforschungsinstitut forsa ermittelte im Dezember 2007 in einer repräsentativen
Bevölkerungsumfrage „Meinungen zur humanistischen Lebensauffassung“. Diese Auffassung wurde mit folgenden
Prinzipien beschrieben: * Eigenständiges, selbstbestimmtes Leben, * frei von Religion und den Glauben
an einen Gott, * das auf ethischen und moralischen Grundüberzeugungen beruht. 56 % erklären sich voll
und ganz (21 %) oder überwiegend (35 %) als humanistisch, dagegen betrachten sich 42 % als eher nicht
(21 %) oder überhaupt nicht (21 %) so, beschreiben sich also als religiös bzw. gottgläubig. In der
Tat sind Neugeborene nicht selbstbestimmt und daher abhängig von der Willkür ihrer Erziehungsberechtigten.
Leben ist aber auch dann prinzipiell schützenswert, wenn sich das Individuum seiner selbst noch nicht
bewusst ist und es potenziell ein schönes und glückliches, selbstbestimmtes Leben haben kann.
@Biene Maja Sie verwechseln Äpfeln mit Birnen. Sterbehilfe mit Einwilligung des Patienten und Euthanasie
ohne Einwilligung haben nichts miteinander zu tun. Es geht allein um ersteren Fall.
@nachtlaterne Sie irren. Wir unterstützen nicht „den Tod“ sondern humanes Sterben UND Leben. Ob und unter
welchen Umständen das eigene Leben lebenswert ist oder nicht kann man – solang man bei Bewusstsein ist –
nur selbst entscheiden. Tod, der nicht auf Verlangen des Patienten bei rationalem Bewusstsein zugefügt
wird, ist Mord und nicht Sterbehilfe. Sterbehilfe auf Todeswunsch hat deshalb wenig mit Selektion zu tun.
Nicht „wir“ wollen bestimmen, was ethisch ist, der Patient selbst soll es tun und Sterbehilfe sollte meiner
Meinung auch nur dann stattfinden, wenn mindestens ein naher Freund oder Verwandter und ein unabhängiger
Arzt zustimmt. Das mit den „geistigen Hurensöhnen“ habe ich mal überlesen, Beschimpfungen helfen nie
weiter in Diskussionen. So lange eine Chance auf Besserung in einer nicht ausweglosen Situation besteht,
sind auch „wir“ dafür, den Menschen zu helfen, sie liebevoll zu unterstützen, zu Trösten und zum Leben
zu ermutigen. Doch wenn all das nach unzähligen Versuchen scheitert und das Leid des Patienten das Leben
einfach unerträglich macht, dann sollte der selbstbestimmte Tod nicht ausgeschlossen werden. Da „wir“
nicht an eine unsterbliche Seele glauben, hat das humane und möglichst glücklich Leben im Diesseits
den allerhöchsten Stellenwert für uns. Von leeren empirisch nicht belegbaren Drohungen lasse ich mich
nicht einschüchtern.
Ethik „der Linken“ Woran machen Sie fest, Nachtlaterne, wer dazu gehört? Wofür „die Linken“ stehen,
womit Sie offenbar pauschal liberale und skeptische Freidenker bezeichnen, ist meines Erachtens humanes
Leben und humanes Sterben. Menschen mutwillig leiden zu lassen nur des Lebens wegen ist schlicht unethisch.
Übrigens: Sterbehilfe bedeutet im heutigen Sprachgebrauch, den Tod eines Menschen durch fachkundige Behandlungen
herbeizuführen, zu erleichtern oder nicht hinauszuzögern. In der Regel wird dabei vom Einverständnis
bzw. Wunsch der betroffenen Person ausgegangen. Der früher gebräuchliche Begriff Euthanasie wird aufgrund
seines Bedeutungswandels durch die so genannte Rassenhygiene und die Patientenmorde im nationalsozialistischen
Deutschland heute im deutschen Sprachgebrauch im Unterschied zu anderen Ländern nicht mehr synonym gebraucht.
Ein paar Anmerkungen – Das Wort „Euthanasierung“ gibt es nicht. – „Nationalsozialist“ schreibt man zusammen.
– Das Wort „interlecktuell“ gibt es ebenfalls nicht. – Die Abstimmung auf der Seite zeigt, wie verschieden
die Gemüter sind: „Ja“ und „Nein“ halten sich etwa die Waage, dementsprechend ist Diskussion unbedingt
angebracht. – Bis zu 4,73 Millionen „interlecktuelle Dummköpfe“ schalten bei „Hart aber fair“ ein (am
07.11.07 zum nicht Thema „Restrisiko auf Rezept: Geht Profit vor Gesundheit?“).
absurd Was bitte hat vom Patienten gewünschte Sterbehilfe, um unerträgliches Leid oder ein komatöses
Leben ohne Erholungsmöglichkeit zu vermeiden, mit Auschwitz und der Tötung gesunder Menschen gegen ihren
Willen und bei vollem Bewusstsein zu tun? Hier Parallelen zu ziehen zeugt von perfider Unredlichkeit,
um antiutilitaristische Propaganda zu betreiben.
Aktualität? „Ein ethisches System, welches sich auf die alten Voraussetzungen gründet, ist ganz offensichtlich
verdammt. Man kann nicht zwingend über ethische Anliegen dieser Generation reden, in dem man zwei- bis
viertausend Jahre alte Autoritäten zitiert, die behaupten, Gottes letztgültigen Worte zu diesem Thema
zu repräsentieren. Man erachtet es nicht länger als angemessen, zu behaupten ‘aber die zehn Gebote sagen’
oder ‘aber die Bibel lehrt’. Solche Behauptungen legen heutzutage keinen Streit mehr bei. So etwas bekundet
nur, wer diese Taktik benutzt, der hat nichts Wertvolles zu unseren heutigen ethischen Problemen beizutragen.
Da existiert keine achtbare Gottheit mehr dessen wahrgenommener Willen, beschrieben in altertümlichen
Texten, eine Basis bildet für unsere ethischen Entscheidungen.“ – Bischof John Spong
Wie sagte Jesus? „Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie.“ (Joh 8,7) Hier
auf kreuz.net scheinen die Artikelautoren offenbar alle frei von jeglicher Sünde zu sein, denn sie verurteilen
ständig Menschen aufgrund ihres Lebenswandels, sogar noch solche, die schon aus dem Leben geschieden
sind.
@Phillip&HeinrichII „Bertrand Arthur William Russell, 3. Earl Russell (* 18. Mai 1872 bei Trellech, Monmouthshire,
Wales; † 2. Februar 1970 in Penrhyndeudraeth, Gwynedd, Wales), war ein britischer Philosoph, Mathematiker
und Logiker. Zusammen mit Alfred N. Whitehead veröffentlichte er mit den Principia Mathematica eines
der bedeutendsten Werke des 20. Jahrhunderts über die Grundlagen der Mathematik. Er gilt als einer der
Väter der Analytischen Philosophie. Als weltweit bekannter Aktivist für Frieden und Abrüstung war er
eine Leitfigur des Pazifismus […] Der Liberalist und Rationalist, der in den 97 Jahren seines Lebens
eine Vielzahl von Werken zu philosophischen, mathematischen und gesellschaftlichen Themen verfasste, erhielt
1950 den Nobelpreis für Literatur.“ (Quelle: wikipedia) Zu Teufel mit der Liberalität! Sie brachte uns
höhere Mathematik, analytische Philosophie und Pazifismus!
Katholisch sein ist keine Ausrede für Intoleranz, Ignoranz, Irrationalismus, Engstirnigkeit, Lustfeindlichkeit,
Traditionsblindheit, Verblendung, Fremdenfeindlichkeit, herrschaftsideologisches Denken, Propaganda, Antisemitismus,
Überlegenheitsanspruch, Grausamkeit, Tyrannei, Humorlosigkeit, Feigheit… All dies findet sich aber
hier im Forum – gerade bei den Gläubigsten- wie mir scheint. „Das schlimmste an der christlichen Religion
ist ihre krankhafte und unnatürliche Einstellung zur Sexualität.“ – Bertrand Russell
Gefahren des religiösen Konservatismus „Die Bibel – und zwar nicht nur das Alte, sondern auch das Neue
Testament – ist in zentralen Teilen ein gewalttätig-inhumanes Buch, als Grundlage einer heute verantwortbaren
Ethik ungeeignet.“ – Franz Buggle In der Tat sehe ich in Jesus nicht das „liberale Abziehbildchen“, das
wohl die meisten halbgebildeten Christen in ihm sehen. Gerade auch weil Jesus eben kein freundlicher Hippiephilosoph
war sondern ein jüdischer Wanderprediger voll scharfer Kritik an dem, was nicht in seine Moralvorstellung
passte, habe ich mittlerweile eine eher religionskritische Position eingenommen. Da ich ein empiristisches
und historisch-kritisches Weltbild vertrete, sind Jesus und Paulus für mich schlichtweg historische Personen,
die ihre persönlichen Moralvorstellungen propagiert haben. Aber vielleicht ist es unmöglich, Menschen
mit rationalen Argumenten zu überzeugen, deren Weltanschauung nicht durch rationale Argumente geprägt
wurde. Mir geht es nicht ums Rechthaben, aber mich erschreckt, dass selbsternannte Moralaposteln auf dieser
Seite dogmatisch formulierte Gebote aus traditierten antiken Schriften über die auf Ratio, Empirie und
Logik basierenden ethischen Grundsätze der modernen Philosophie stellen wollen.
@Pünktchen „Obwohl Homosexualität im NT kaum explizit behandelt wird, haben die wenigen Aussagen starken
Einfluss auf die Morallehre der christlichen Kirchen gehabt. Sexuelle Handlungen zwischen gleichgeschlechtlichen
Personen werden nur in den Paulusbriefen erwähnt und dort abgelehnt. Die große Mehrheit der Ausleger
sahen im NT einen Konsensus, dass sexuelle Handlungen nur innerhalb der Ehe zwischen Mann und Frau akzeptiert
sind und Promiskuität strikt verurteilt wird. Zunehmend hingegen ist die Bibelauslegung des NT im Bereich
der ethischen Bewertung gleichgeschlechtlicher Beziehungen der Moderne sehr unterschiedlich.“ (wikipedia)
Jesus selbst hat also offenbar nichts zur Homosexualität gesagt, sondern nur Paulus. Aber war Paulus
ein wichtigerer Prophet als Moses? Hat nicht auch Paulus bloß „Menschenwerk“ getan? Für mich als Laie
ist es immer wieder sehr schwer nachzuvollziehen, wie Christen festlegen wollen, welcher Bibelautor in
welchem Maße „göttlich inspitriert“ sein worden soll.
Ein paar Fragen Wenn jemand versucht, seinen homosexuellen Lebenswandel zu verteidigen, so erinere man
ihn an Leviticus 18,22, wo klar gestellt wird, dass es sich dabei um ein Gräuel handelt. Ende der Debatte.
Doch andere Stellen des AT sind nicht so eindeutig. Vielleicht kann mir ja hier jemand damit helfen. – Ich
würde gerne meine Tochter in die Sklaverei verkaufen, wie es in Exodus 21,7 erlaubt wird. Bloß was wäre
heutzutage ein angemessener Preis für sie? – Ich weiß, dass ich mit keiner Frau in Kontakt treten darf,
wenn sie sich im Zustand ihrer menstrualen Unreinheit befindet (Leviticus 15,19-24). Das Problem ist,
wie kann ich das wissen? Ich habe versucht zu fragen, aber die meisten Frauen reagieren darauf pikiert.
– Leviticus 25,44 stellt fest, dass ich Sklaven besitzen darf, sowohl männliche als auch weibliche, wenn
ich sie von benachbarten Nationen erwerbe. Einer meiner Freunde meint, das würde auf Türken zutreffen,
aber nicht auf Polen. Warum darf ich keine Polen besitzen? – Ich habe einen Nachbarn, der Samstags arbeitet.
Exodus 35,2 stellt deutlich fest, dass er getötet werden muss. Bin ich moralisch verpflichtet, ihn eigenhändig
zu töten? – Ein Freund von mir meint, obwohl das Essen von Schalentieren, wie Muscheln oder Hummer, ein
Gräuel darstellt (Leviticus 11,10), sei es ein geringeres Gräuel als Homosexualität. Ich stimme dem
nicht zu. Kann das vielleicht jemand hier klarstellen?
@jörg Ok, dann ist es keine Hypothese, sondern eine theologische These, was für mich letzlich aufs gleiche
rauskommt. Wenn Sie jeden von absoluter Armut betroffenen Menschen auf der Welt wie sich selbst lieben,
wieso schicken Sie nicht den Teil ihres Geldes, den Sie nicht unbedingt zum überleben brauchen, zu solchen
Menschen? (Falls Sie dies tun, verzeihen Sie die Unterstellung.) Wieso tut das kaum ein Christ? Natürlich
sind wir als nackte Affen keine vollkommenen Wesen. Vollkommenheit stelle ich mir aber auch gar nicht
so wünschenswert vor, denn das mag viel bedeuten, aber Menschlichkeit bestimmt nicht. Meine eigene Liebe
und die meiner Mitmenschen kann ich empirische beobachten. Ich kann natürlich nie sicher wissen, ob mich
irgendjemand wirklich liebt, aber das ist auch nicht nötig, weil ich praktisch nichts völlig sicher
wissen kann, nichtmal, ob es überhaupt eine Außenwelt gibt. Ob mich meine Mitmenschen lieben, lässt
sich theoretisch mit neurologischen Untersuchungen feststellen. Gott hingegen lässt sich in keinster
Weise empirisch untersuchen oder gar belegen. Dass Gott für meine Philosophie und Ethik überflüssig
ist, sagt in der Tat noch nichts über seine Nichtexistenz aus. Die Theodizee, Feuerbach und Ockhams Rasiermesser
geben mir dafür hingegend genügend Argumente.
@diaconus Sie unterstellen mir stets Behauptungen, die ich nicht gemacht habe. Atheist sein bedeutet nicht,
Gott zu bekämpfen, sondern schlichtweg, die Gotteshypothese zu verneinen. Goethe schrieb: „Wer Wissenschaft
und Kunst besitzt, hat auch Religion.“ Man kann also Götterglauben und Religion sehr wohl trennen, auch
wenn die Kirchen das anders sehen mögen. Atheisten in nur drei Lager spalten zu wollen, erscheint mir
abwegig, Atheismus schließt schließlich nicht automatisch ein konfessionelles Bekenntnis ein. Es gibt
antihumanstische Atheisten und humanistische, marktliberale und marxistische. Lenins Aussage war auch
nichts weiter als eine Metapher, ähnlich wie sich Nietzsche provokativ als „Antichrist“ bezeichnete.
Ich habe keinen Hass auf Religion und erst recht nicht auf Menschen, die ein anderes Weltbild haben als
ich. Aus welcher meiner Aussagen spricht explizit oder implizit Hass? Belegen Sie Ihre Behauptung bitte.
Es mag sein, dass ich die Weltbilder meiner Mitmenschen weniger scharf kritisiere, als einige hier im
Forum, aber dass liegt allein daran, dass es unter meinen Mitmenschen kaum derartige Fanatisten gibt.
Sachliche Diskussion und Konfrontation schließen sich für mich oft zwangsläufig ein. Konträre Positionen
müssen verglichen werden, wenn man zu Ergebnissen kommen will, mit denen beide leben können. Sie behaupten,
ich würde anderen meine Meinung aufzwingen. Wieder fehlt wieder jeglicher Beleg. Das ist kindisch. Widerlegen
meine Argumentation, statt mich zu beschimpfen…
Judenhass im Neuen Testament In Paulus’ ältestem Brief, dem Thessalonicherbrief, lesen wir (1. Thess
2,14-16): „Die (Juden) haben den Herrn Jesus getötet und die Propheten und haben uns verfolgt und gefallen
Gott nicht und sind allen Menschen feind. Und um das Maß ihrer Sünden allewege voll zu machen, wehren
sie uns, den Heiden zu predigen zu ihrem Heil. Aber der Zorn Gottes ist schon in vollem Maß über sie
gekommen.“ Weiter wetterte Paulus (Titus 1,10-11): „Denn es gibt viele Freche, unnütze Schwätzer und
Verführer, besonders die aus den Juden, denen man das Maul stopfen muss, weil sie ganze Häuser verwirren
und lehren.“ Auch bei Johannes tauchen die Juden immer wieder als Jesus’ Gegner auf, die ihm nach dem
Leben trachten (Joh 10,31): „Da hoben die Juden abermals Steine auf, um ihn zu steinigen.“ Paulus schrieb
unmissverständlich, wen er für die Mörder seines Herrn hielt (1. Thess 2,15): „Die haben den Herrn
Jesus getötet und die Propheten und haben uns verfolgt und gefallen Gott nicht und sind allen Menschen
feind.“ Der Antijudaismus war in den Bibelversen des Neuen Testaments geboren, wuchs heran zum Antisemitismus
und fand seinen schrecklichen Höhepunkt in den Konzentrationslagern von Auschwitz. Der Theologe Hans
Küng kommt zu dem Schluss, „der Nationalsozialismus wäre unmöglich gewesen, ohne den jahrhundertealten
Antisemitismus der christlichen Kirchen.“ Erst im März 1998 sieht das die Kirche ähnlich und der Papst
veröffentlicht endlich ein Entschuldigungsschreiben in Sachen Judenhetze.
@rockdino Ich bin weder Götzendiener noch Ehebrecher, Lustknaben, Knabenschänder, Dieb, Geizig, Trunkenbold,
Lästerer oder Räuber. Dann habe ich wohl gute Chancen, reinzukommen.
@Lutheraner Was ignoriere ich bitte? Ich habe doch nur einen Witz aus der Vorkriegszeit zitiert. Dass
es Probleme geben würde, wenn man den Palästinensern einfach ihr Terretorium wegnimmt, hätte eigentlich
für alle offensichtlich sein müssen. In Deutschland hat es vor dem 2. Weltkrieg ja ebenfalls gerade
deshalb gebrodelt, weil man beanspruchte Gebiete verloren hatte. Bei den Juden kommt noch der religiöse
Anspruch aus ihrer heiligen Schrift hinzu, weshalb sie natürlich keinen Bock auf die Palis haben, während
letztere zutiefst verärgert über die Eindringlinge sind. Was würden Sie sagen, wenn man plötzlich
alle Mitglieder einer weltweit bedrohten, religiösen Minderheit nach Deutschland bringen würde und ihnen
meinentwegen Bayern zur freien Verfügung gegeben würde, weil in ihrer heilien Schrift geschrieben steht,
Bayern sei ihr gelobtes Land. Würde in Deutschland nicht das totale Chaos ausbrechen?
@jörg Interessante Hypothese zu der Mt-Stelle, aber auch nur eine von vielen. Sie sehen die Bibel also
im historischen Kontext und streiten selbst die Relevanz dieser NT-Stelle für heutige Christen kaum noch
gegeben ist. Für mich ist die Liebe Gottes unnötig, um andere Menschen zu lieben. Jemanden zu lieben
wie sich selbst scheint mir ohnehin eher utopisch. Wenn Sie jedes Tsunamiopfer wie sich selbst lieben
würden, kämen Sie ja aus dem Trauern und Leiden nicht mehr hinaus. Für mich beweißt die wisschaftliche
Unbeweisbarkeit Gottes allein, dass er höchst unwahrscheinlich ist. Ich verstehe ihr abstraktes Beispiel
aus der Physik nicht. Natürlich gibt es nach Hegel eine Dialektik die aus These, Antithese besteht und
schließlich zur Synthese vereint wird, es werden verschiedene Analysen gegeneinander abgwägt und Kompromisse
geschlossen, dann erfolgt Erkenntnisgewinn. So gesehen vertrete ich natürlich analytisches wie verknüpfendes
Denken. Welche Rolle nun aber Meditation, Erleuchtung, oder was auch immer Sie als spirituelle Komponente
einführen wollen, spielt, wird mir nach wie vor nicht ganz klar.
@Vineta Ich bin zwanghaft politically correct? Hahaha, der war gut! Hören Sie doch auf mit Ihrer nationalistischen
Propaganda! Natürlich müssen Deutsche das gleiche Lebensrecht haben wie Juden, aber eben auch kein höheres.
Hören Sie doch auf mit Ihren 8 Millionen deutschen Kriegsopfer! Wie soll das unser Diskussion weiterbringen?
Ich könnte dagegen jetzt die von Deutschen verursachten abermillionen osteuropäischen und russischen
(massengemordeten) Kriegsopfer anführen. Sie dürfen „Juden“ in meinem Statement gerne durch Deutsche,
Buddhisten, Kommunisten oder was auch immer ersetzen. Für Menschen verschiedenster Ideologien muss das
Lebensrecht gelten. 2) Ihr Vergleich von erwachsenen Behinderten mit ungeborenen Embryos ist ebenfalls
nicht unbedingt sinnvoll, wollen Sie die Bewusstseinsqualität dieser Lebewesen wirklich gleichsetzen?
Natürlich bin ich nicht für Abtreibung aus purer Bequemlichkeit und stark für stärkere Subvention
der elterlichen Erziehung. Ich denke, eine Kinderlosensteuer ist längst überfällig. 3) Die Muslime
sind meines Erachtens in den meisten Fällen wegen ihrer religiösen Ideologie und der damit einhergehenden
Wertkontinuität integrationsfeindlich. Hinzu kommen aber definitiv die staatlichen Repressionen für
Einwandere, was Aufenthalts- und Arbeitsrecht anbelangt.
Ein jüdischer Witz aus der Vorkriegszeit Zwei ältere Juden sitzen auf einer Bank im Berliner Stadtpark.
Einer von ihnen liest eine jiddische Zeitung und der andere beschäftigt sich mit dem Stürmer. Der letztgenannte
Jude lacht. Das ist zu viel für den ersten Juden und er sagt: „Ist es nicht genug, dass du diese Nazi-Hetze
liest, musst du sie auch noch lustig finden?“ „Schau mal“, sagt der andere. „Wenn ich deine Zeitung lese,
was muss ich dann sehen? Deportierte Juden, angegriffene Juden, beleidigte Juden, beschlagnahmtes jüdisches
Eigentum. Aber wenn ich den Stürmer lese, dann gibt es endlich mal gute Neuigkeiten. Es sieht so aus,
als ob wir Juden die ganze Welt besitzen und kontrollieren!“
Die Bibel über Homesexualität Was wissen wir eigentlich über die Frohe Botschaft Jesu zu schwierigen
Themen des Menschseins? Zum Beispiel über Homosexualität, die im Alten Testament zum todeswürdigen
Gräuel erklärt wurde (3. Mose 20,13): „Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so haben
sie getan, was ein Gräuel ist, und sollen beide des Todes sterben.“ Jesus’ eigene Meinung zu diesem Thema
erfahren wir nirgendwo, obwohl manche Stellen in den Evangelien einen homoerotischen Unterton erkennen
lassen. Immer wieder wird das „Liebhaben“ der Glaubensbrüder zum hehren Ideal (Joh 11,36): „Siehe, wie
hat er ihn (Lazarus) liebgehabt!“ Der Kuss zwischen Judas und Jesus, die feminine Kleidung der Priester,
das Zölibat, der Kniefall und der Entzug männlicher Attribute sind laut Sigmund Freud eine symbolische
Selbstkastration und der Versuch, durch weibliche Erscheinung die Liebe des Vaters zu gewinnen. Kirchengründer
und Moralapostel Paulus fordert für die gleich- geschlechtliche Liebe zwar nicht die Todesstrafe, prophezeit
aber etwas, was für den Gläubigen noch schlimmer ist. Er setzt Homosexuelle mit Dieben und Pädophilen
gleich und verwehrt ihnen den Zugang zum Reich Gottes (1. Kor 6,9-10): „Weder Unzüchtige noch Götzendiener,
Ehebrecher, Lustknaben, Knabenschänder, Diebe, Geizige, Trunkenbolde, Lästerer oder Räuber werden das
Reich Gottes ererben.“
Nachtlaterne Ich frage mich nur, nach welchen Kriterien Gott Kranke auswählt, die er heilt. Armbrüche
und Amputationen heilt er offenbar nicht. Ich finde, es sollte jedem Patienten selbst überlassen werden,
wie er seine Zeit im Krankenbett verbringen möchte. Als ich letztes Jahr für zwei Wochen im Krankenhaus
war, habe ich die meiste Zeit gelesen, andere haben lieber ferngesehen. Mir ging es schlechter und schlechter
vor meiner Operation, doch gebetet habe ich nicht. Nach der Operation kam ich mir wie neu geboren vor.
Was mich wundert ist, dass Sie immer wieder die Grenzen der professionellen ärztlichen Behandlung ansprechen,
sich von der geistlichen „Behandlung“ aber offenbar die Heilung jeglicher noch so schweren psychischen
Beschwerden versprechen. Echter Trost besteht für mich aus echter, menschlicher Zuneigung, echtem Mitgefühl,
echter Liebe. Das hilft mir mehr als jedes Gebet. Auch wer Gott ausklammert, kann Leid mildern, m.E. sogar
besser, weil er dann aufrichtig selbst altruistisch handelt, statt bloß auf das willkürliche Handeln
eines höheren Wesens zu hoffen.
@jörg Ich glaube nich an absolute Wahrheiten was Moral und Ethik anbelangt. Immerhin haben Sie den metaphorischen
Charakter der Bibel erfasst. Durch Ihre Ausführungen zeigen Sie sehr schön die Beliebigkeit der verschiedenen
theologischen Interpretationen zu. Mt 10,34-35 ist für mich eine sehr problematische Bibelstelle, die
mir noch kein Theologe so erklären konnte, wie man Jesus an dieser Stelle nicht als hassend und unversöhnlich
verstehen kann. Das „verknüpfende Denken der Meditation“ hört sich für mich nach purer Esotherik an,
was meinen Sie damit? In meiner Unterweisung zum wissenschaftlichen Arbeiten an der Uni ist mir diese
Methode noch nie erklärt worden, aber ich studiere ja auch nicht Theologie. Wie man Gott anders objektivierbar
beweisen können soll, als analytisch-rational, will mir nicht in den Kopf. Bisher habe ich die Erfahrung
gemacht, dass man mit diesem Denken beim wissenschaftlichen Arbeiten und im dialektischen Diskurs wunderbar
weiterkommt, um neue Erkenntnisse zu gewinnen.
@diaconus Der Irrtum liegt bei Ihnen. Nie habe ich („wir“) behauptet, Gott zu bekämpfen, ich bekämpfe
Formen des Glaubens, die nicht mit meinem Freiheits- und Demokratieverständnis vereinbar sind. Dies mache
ich aus reiner Menschenliebe, auch Mitleid, nicht aus Gottesliebe oder weil ich insgeheim doch Glauben
will. Niemals würde ich mich für gottgleich halten, niemals meine Weltanschauung anderen aufzwingen
und sie anders versuchen zu überzeugen, als mit Argumenten. In der Tat sollten Naturwissenschaften nicht
zu präskriptiven Urteilen berechtigt sein, was aber nicht heißt, das ein Naturwissenschaftler sich nicht
auch einmal als Philosoph versuchen darf. Es freut mich, dass Sie so gut mit Ihrem Glauben fahren und
sich am Leben nun offenbar mehr freuen, als zuvor. Mir geht es mit meinem Glauben ebenso, nur habe ich
mich eben als Katholik „hohl“ gefühlt. So lange Sie mir nicht Ihre Meinung aufzwingen wollen, lasse ich
Sie auch in Ruhe, suche aber dennoch die Diskussion und Konfrontation, weil ich versuche, Menschen wie
Sie zu verstehen.
Die Bibel über die Ehe Nach alttestemantarischer Regel durfte ein Mann mehr als eine Frau heiraten. Nur
die Schwester seiner Frau war ihm verboten. Konnte die Frau ihrem Mann kein Kind gebären, durfte er auch
ungeniert die Sklavin schwängern. Sollte die Ehefrau dann doch noch Schwanger werden, durfte der Mann
die Sklavin mit dem Kind aus dem Haus werfen (1. Mose 21,10 u.a.) und sich wieder seiner Ehefrau zuwenden.
Für den Apostel Paulus, den bedeutensten Bibelautoren, war die Ehe im besten Fall ein notwendiges Übel
(1. Kor 7,1): „Es ist gut für den Mann, keine Frau zu berühren.“ Seinen Anhängern empfahl er, unverheiratet
zu bleiben oder die Gattin einfach links liegen zu lassen, um das göttliche Heil leichter zu erlangen
(1. Kor 7,29): „Fortan sollen auch die, die Frauen haben, sein, als hätten sie keine.“ Eine emotionale
Bindung an eine Frau außerhalb des religiösen Lebens war für Paulus persönlich undenkbar. Seinen Gemeindemitgliedern
gestattete er sie höchstens zur Befriedigung körperlicher Begierden (1. Kor 7,2): „Aber um Unzucht zu
vermeiden, soll jeder seine eigene Frau haben und jede Frau ihren eigenen Mann.“ Er selber wollte Vorbild
für seine Christenkinder sein und hoffte, sie würden es ihm gleichtun (1. Kor 7,7): „Ich wollte zwar
lieber, alle Menschen wären, wie ich bin.“ Am besten war es, sich auf das Abenteuer Frau gar nicht erst
einzulassen (1. Kor 7,27): „Bist du nicht gebunden, so suche keine Frau.“
So ist das Selbst wenn es oft so ist, wie Sie beschreiben, so ist das noch lang kein Grund, dem Exorzismus
den unbedingten Vorzug zu geben. Das wäre für mich allein Indiz dafür, dass das Gesundheitssytem reformiert
und sozialverträglicher gemacht werden müsste. Sie reden vom Fachbuch mit eingestanzen Irrtümern. Für
mich ist die Bibel genau so ein Fachbuch. Ich entschuldige mich, dass ich Ihre Geschichte zunächst falsch
verstanden habe. Sicher ist es sehr schade (wenn auch bezeichnend), dass dem armen Mann im Kloster die
Hilfe der Mönche verwehrt wurde, obwohl er fest daran geglaubt hat, man könne ihm dort helfen. Oft helfen
bei psychischen Erkrankungen verblüffend simple Methoden, wie aufrichtige, menschliche Zuneigung oder
die Befriedigung eines spirituellen Bedürfnisses.
@matt Ich bin zutiefst erschreckt über deine zutiefst menschverachtende und hasserfüllte religiöse
Ideologie. Du bist gleichzeitig Fundamentalist und Extremist, willst archaische Werte über die freie
demokratische Grundordnung stellen. Du bezeichnest mich als gottloses, verächtliches Aas, weil ich deine
Weltanschauung nicht teile. Wozu es führt wenn man andere Menschen aufgrund ihrer Meinung oder ihres
Glaubens so beschimpft und diskreditiert, sollte jemand, der in Deutschland und Umgebung aufgewachsen
ist, eigentlich wissen.
@matt Wenn dein Glaube so fest ist, wovor hast du Angst, wenn ein Häretiker dir seine Meinung sagt? Er
wird ja ohnehin in der Hölle schmoren in deinen Augen. Der Häretiker versucht dich mit seinen Argumenten
vom Glauben abzubringen (Sie würden sagen, die Seele in die ewige Verdammnis stürzen). Nun kannst du
mich entweder ignorieren, mit mir diskutieren oder mich beschimpfen und verjagen. Du hast dich für Letzteres
entschieden, ich ziehe den Diskurs vor. Meine Absicht ist nicht in erster Linie, Leute zu bekehren, sondern
zu verstehen, warum Leute glauben, was sie glauben und welche Argumente für den Glauben sie mir entgegenzusetzen
haben. Du hast dich dabei bisher nicht als sonderlich produktiver Gesprächspartner präsentiert.
@diaconus ich bilde mir nichts darauf ein, angehender Historiker zu sein. In einem Wirtschaftsforum aber
wird die Meinung eines BWL-Studenten auch eher ernstgenommen, wieso sollte er also nicht dazu stehen?
Da orthodoxe Religion und Religionsgeschichte für mich untrennbar zusammenhängen, sehe ich mein historisches
Fachwissen als Kompetenz an, die für die Diskussionen hier relevant sein kann. Welcher Mensch sortiert
Argumente und Meinungen nicht danach, was ihm glaubwürdig erscheint und was nicht? Ein Historiker jedendenfalls
muss dies tun. Natürlich gibt es unterschiedliche Lehrmeinungen. Dass Sie Einstein („„Das Wort Gottes
ist für mich nicht mehr, als der Ausdruck und das Produkt menschlicher Schwächen. Die Bibel ist eine
Sammlung ehrbarer, aber dennoch primitiver Legenden, welche doch ganz schön kindisch sind“) für sich
vereinahmen wollen, zeugt von ihrer unkritischen und unwissenschaftlichen Arbeitsweise. Einstein schrieb
übrigens ebenfalls: „Ich glaube nicht an einen persönlichen Gott und ich habe dies niemals geleugnet,
sondern habe es deutlich ausgesprochen. Falls es in mir etwas gibt, das man religiös nennen könnte,
so ist es eine unbegrenzete Bewunderung der Struktur der Welt, so weit sie unsere Wissenschaft enthüllen
kann.“ So wird er übrigens im Buch „Der Gotteswahn“ von Richard Dawkins zitiert und letzterer unterstreicht,
dass er mit solch einer Gottesvorstellung nicht die geringsten Probleme hat. Ich im übrigen auch nicht.
Traurige Geschichte Für mich ist das so eine Geschichte, wie sie die Zeugen Jehovas auf dem Marktplatz
erzählen, um Leute für ihre Sekte zu werben. So nach dem Motto: X war fünf Jahre krank; dann lernte
er die Bibel und damit Gott kennen, betete und gesundete auf unerklärliche Weise. Wenn der beschriebene
Mann die richtige Therapie und Medikation erhalten hätte, würde es ihm heute besser gehen, davon bin
ich überzeugt. Dass erschreckende, an dieser Geschichte finde ich, dass dieser Ingenieur aus unbegründeter
Angst vor der Schulmedizin eine vernünftige Behandlung mit hoher Chance zur Genesung ablehnt und stattdessen
auf übernatürliche Hilfe hofft. Ein guter Psychiater wird einen Menschen, der glaubt, von Dämonen bessessen
zu sein sehr ernst nehmen, erst recht, wenn dieser Mensch sogar selbstmordgefährdet ist. In dieser Branche
spaßt man nicht mit dem psychischen Leid solcher Menschen, sondern gibt sich alle Mühe sie zu heilen
und wenn eine ganzheitliche Heilung nicht möglich ist, von ein Scharlatan war, was hielt ihn davon ab,
zumindest ihnen wieder ein geordnetes und angstfreies Leben zu ermöglichen.
These Ich habe hier den Eindruck, dass einige User hier ziemlich frustriert sind, weil sie in ihrer Jugend
keine willigen Sexualpartner abbekommen haben und aus Frustration anderen dieses Glück ebenfalls versagen
wollen.
Die Bibel über Sexualtität Der Unsinn und die maßlose Unmenschlichkeit in den biblischen Geboten lassen
aufgeklärte Menschen immer wieder aufschrecken. Der Tod soll denjenigen ereilen, der bei einer Frau liegt,
die ihre Tage hat. Auch er soll aus dem (3. Mose 20,18) „Volk ausgerottet werden.“ Verstehe einer die
biblische Lust auf Blutopfer und gleichzeitig die Angst vor dem Blut der Frau! So spärlich die biblischen
Aussagen zur Sexualität sind, eines hat Jesus garantiert nicht gesagt: Er verlangte nie sexuelle Enthaltsamkeit,
auch nicht vor der Ehe. Dasselbe gilt für weltliche Entsagung. Jesus hauste selber nicht in der Wüste
und verpasste ungern eine Feier. Angeblich aß und trank er gerne und verstand sich auch mit Frauen gut.
Er war Gast wie Gastgeber und gern gesehener (Mt 11,19) „Fresser und Weinsäufer“. Jesus ist die einzige
mehr oder weniger frauenfreundliche Person unter allen Bibelakteuren. Dass sich die Bibel und vor allem
das Neue Testament zu einem der elementarsten Themen des menschlichen Seins, zur Sexualität, nicht umfassend
und sinnvoll beschäftigt, ist ein schändliches Armutszeugnis. Allein dieser Umstand entzieht dem Buch
den Anspruch, ein verbindliches Regelwerk zum Leben der Menschen zu sein.
@Nachtlaterne Diese Erklärung war bisher das Vernünftigste, was Sie von sich gegeben haben, finde ich,
vielen Dank dafür! Zum Exorzismus: Ich kann mir durchaus vorstellen, dass ein liebevoller Pfarrer, der
sich Zeit und Mühe mit dem Kranken nimmt, unter Umständen mehr bewirken kann, als ein arroganter Arzt,
der selbst dem Wahnsinn nahe ist, den psychisch Kranken mit irgendwelchen Ruhigstellern (Betablocker)
abspeist und das Thema damit abhakt. Dennoch sagt meine Mutter aus Erfahrung, dass letzteres definiv eher
Ausnahme als Regel darstellt. Von esotherischen Therapien halte ich übrigens maximal genausowenig, wie
von Exorzismen, solange es keine empirisch belegbare Wirkung einer Therapie gibt, sollte sie nicht angewandt
werden. Psychopharmaka, richtig dosiert, sind bei psychischen Störung häufig wirklich die einige Möglichkeit,
den Patienten wieder lebensfähig und funktionsfähig zu machen. Das Märchen vom würfelnden Doktor scheint
mir doch sehr weit von der Realität abzudriften, wenn auch ich sehe, dass das Gesundheitssystem in vielen
Bereichen in einem desolaten Zustand ist. Die Lösung dafür sind aber wohl kaum Exorzisten, sondern bessere
Ausbildung und Arbeitsbedingungen für Ärzte und bessere Struktur und Subventionierung des Gesundheitssystems.
Bitterkeit oder Trost des Glaubens? Was ich nun behaupte, ist, dass Menschen die sich Gott anvertrauen,
auch nicht unbedingt mehr verstehen müssen. Ich habe den Eindruck, als Ex-Katholik mehr zu verstehen
als als Katholik. Natürlich ist das subjektiv, aber genauso ist es Ihre Perspektive. Ich finde der christliche
Glaube ist im Gegensatz zum atheistischen gar nicht so bitter, sondern sehr bequem und angenehm. Erlösung,
Jenseits, Heilsplan… Was soll denn daran so bitter sein? Ich glaube an all dies nicht und bin trotzdem
zufrieden mit der Welt.
ich verstehe schon, ABER… Die Argumentation ist in sich schlüssig, wenn man einer Prämisse zustimmt:
Dass die Bibel das Wort Gottes ist. Wenn man dieser Prämisse aber nicht zustimmt – wofür ich als historisch-kritischer
Mensch keinen Anlass sehe – beeindruckt mich diese Argumentation wenig. Sie können gerne bedingungslos
und unhinterfragt glauben, was in der Bibel behauptet wird, aber wissen können Sie nicht, ob es der Wahrheit
entspricht, auch wenn man Ihnen das in Ihrer Kindheit möglicherweise suggeriert hat. Wenn ich in der
heutigen Zeit besser funktionierende Gebote als die Gebote der Bibel habe, wieso soll ich diesen nicht
den Vorzug geben? (Mit diesen hier kann ich mich z.B. besser anfreunden: …iordano-bruno-stiftung.de/…uman/manangebote.htm –
Kritik ausdrücklich erwünscht)
@ Herr Doktor Dann widerlegen Sie eben meine schlampigen Versatzstücke. Da sie dies nicht tun, gehe ich
davon aus, dass sie dazu nicht in der Lage sind. Sie haben immernoch die Chance, mir das Gegenteil zu
beweisen.
@Sozialkatholisch Ihr frommer Glaube in allen Ehren, aber meine Mutter arbeitet zufällig im psychotherapeutischen
Bereich, sodass ich relativ gut darüber informiert bin, was dort im allgemeinen vor sich geht. Die Ärzte
dort sind keine Unmenschen, die kranke und verwirrte Menschen rigoros narkotisieren. Aus wissenschaftlicher
Sicht gibt es keinen Zustand der „Besessenheit“ Da es aus wissenschaftlicher Sicht keinen Zustand der
Besessenheit. Das Verweigern oder Einschränkung der Behandlung einer Geisteserkrankung durch kompetente
Ärzte und Therapeuten zugunsten des Exorzismus-Rituals, kann sowohl geistige als auch körperliche Schäden
bewirken. Wenn mein Verständnis der Erbsünde (das hauptsächlich durch kath. Unterweisung, Bibellektüre
und einige empiristische Philosophen geprägt ist) zu kurz gegriffen ist, erläutern Sie mir bitte Ihres.
Ich denke nicht, dass das Heil der Welt im Gebrauch von Kondomen zu finden ist, sondern in Aufklärung,
Bildung und Sozialengagement. In der Tat bin ich ein großer Freund von kontrolllosem Sex für mündige
Menschen, alles andere hat in einem demokratischen und nicht-totalitären Staat nichts verloren. Das Problem
des demographischen Wandels resultiert in erster Linie daraus, dass Kinderkriegen unökonomisch ist und
in den Augen der meisten erfolgreichen Menschen weniger persönlichen Nutzen als Kosten mit sich bringt.
Hier kann m.E. nur noch eine bessere staatliche Subventionierung von mütterlicher Kindererziehung und
Großfamilien helfen.
Erklärungen Nirgens habe ich eine Schätzung der Kreuzzugs-Opfer aufgestellt. Sie dienten auschließlich
als Beispiel. Für mich ist es irrelevant, ob man mordet um fremden oder heimischen Göttern zu gefallen,
der Punkt ist, dass gemordet wird in dem Glauben, einem Gott damit zu gefallen. Anstatt auf meine Argumente
einzugehen, tun Sie, Herr Doktor, nichts anderes, als mir unpräzises Denken und Formulieren vorzuwerfen,
ohne in irgendeiner Weise zu belegen oder ihre Gegenargumente darzulegen. An ihrer Uni will ich auch promovieren,
wenn da mit dieser ignoranten und antidiskursiven Einstellung durchkommt.
@Sozialkatholisch Gut, ich kann Ihren Glauben auch maximal tolerieren, aber immerhin, so sind wir wenigstens
soweit, uns nicht die Köpfe einzuschlagen deswegen. Wenn die kath. Kirche aber im Besitz der wahren Lehre
ist, sollte man eigentlich meinen, ihre Vertreter sollten in der Lage sein, ein wenig vernünftiger zu
handeln, als durchschnittliche Menschen. Dem ist aber meines Erachtens eher selten der Fall. Ich nehme
nicht an, dass Sie ernsthaft davon ausgehen, Exorzismen wären für psychisch kranke Menschen eine bessere
Behandlungsmethode als Psychotherapie und angemessene Medikation. Oder soll ich? Welche Meinung auch immer
sie zur Verhütung durch Präservative haben, zwei Dinge können Sie nicht abstreiten: Bei verantwortungsbewusstem
Umgang damit schützen Sie sowohl vor Aids als auch vor ungewünschtem, weil nicht finanzierbarem Nachwuchs.
Doch, ich als Humanist leugne Erbsünde und das Böse und Gute im Menschen, weil ich diese Einteilung
für zu vereinfacht halte. Menschen haben unterschiedliche Interessen (geprägt durch Erbgut und Umwelteinflüsse)
die wir vielleicht als gut oder böse werten mögen.
@Sozialkatholisch Nun, ich glaube aber nunmal daran, dass wir alle Produkt der unintendierten Evolution
sind. Bitte respektieren sie meinen Glauben. Da ich historisch-kritisch denkender Mensch und Humanist
bin, kann ich nicht glauben, dass die kath. Kirche im Besitz der alleinigen Wahrheit ist. Dafür hat sie
meines Erachtens auch schon zu viel Mist gebaut und baut immernoch zu viel Mist heutzutage (Kondomverbot
in Aidsgebieten, Exorzistenausbildungen…) Für mich gibt es keine Menschen, die die „einzige“ Wahrheit
kennen, sondern nur Menschen mit Interessen, die das was sie wissen ihren Interessen gemäß anpassen.
„Der Wissenschaftler der seine Theorien als absolute Wahrheit verkauft bringt Unsegen.“ Unterschreibe
ich sofort. „Der Gläubige der versucht das Gute zu bewahren, bzw. zu konservieren handelt zuerst einmal
Gut und Richtig.“ Kann ich leider nicht unterschreiben, weil ich nicht an einen objektiv gute Moral glauben
kann, sondern an eine mit dem zeitgeist evolvierende und sich weiterentwickelnde Ethik.
@ Dr. Heger Ich weiß ja nicht, worin Sie ihren Doktor gemacht haben, aber in Geschichte offenbar nicht.
Ich habe schon einige Vorlesungen und Seminare zu den Themen Kreuzzüge und Papsttum besucht und ich kann
ihnen versichern, dass in der Geschichtswissenschaft beinahe einstimmige Konsens darüber herrschst, dass
viele Millionen Menschen im Namen Gottes hingeschlachtet wurden. Noch auf dem Koppelschloss der deutschen
Soldaten im 2. Weltkrieg stand „Gott mit uns“. Dass die Iren ein vernünftigeres Demokratieverständnis
haben, ehrt sie. Aber was Sie vielleicht nicht wissen, auch im Irischen Parlament sitzen aufgeklärte
Christen und Säkularisten und ganz sicher weniger derartige Fundis, wie man sie hier zuhauf in diesem
Forum antrifft. Ich habe auch große Bedenken darüber, was Wirtschaft und Politik über unsere Köpfe
hinweg entscheiden. Aber für mich liegt die Lösung Sozialengagement, (politischer) Bildung und Aufklärung.
@Sozialkatholisch Du scheinst hier noch einer der vernünftigereren Katholiken zu sein, meinen Glückwunsch.
In der Tat denken die meisten Katholiken, die ich persönlich kenne, mit denen ich aufgewachen bin und
von denen ich Liebe erfahren habe und viel lernen konnte, ähnlich. Aber auf dieser Seite scheinen ja
90% der Katholiken ultrakonservative Hardliner zu sein, die wirklich zu glauben scheinen, dass es ihnen
in einem Kirchenstaat mit rigoroser Unterdrückung „unnützer Subjekte“ besser ginge. Ich bemühe mich
stets um Erkenntnisgewinn und bin immer entsetzt, wenn Menschen glauben, im Besitz der „einzigen Wahrheit“
zu sein. Richard Dawkins (ich weiß, der ist hier nicht sonderlich beliebt) sagte einst: „Bush und bin
Laden sind wirklich auf derselben Seite: die Seite des Glaubens und der Gewalt gegen die Seite der Vernunft
und der Diskussion. Beide haben den unerbittlichen Glauben, dass sie Recht haben und der andere das Übel
ist.“ Wer ist nun eigensinnig und stur? Der Wissenschaftler, der stets gerne berichtigt wird, wenn seine
Thesen auf Sand gebaut sind oder der fundamentalistische Gläubige, der Ingnoranz zur Tugend erhoben hat?
@nachtlaterne ich bin ein großer Freund antiker Schrifen, lese zur Zeit Werke von Epikur und Plutarch
und bin höchst beeindruckt, zu was für vernünftigen Erkenntnisse diese Philosophen schon gekommen sind.
An so etwas wie ewige moralische Wahrheiten, die wir Menschen definitiv als solche wahrnehmen können,
glaube ich allerdings nicht. Die Bibel ist für mich das bedeutenste Werk der Weltliteratur, nicht weniger,
aber auch nicht mehr. Unter dieser Prämisse kann ich nicht nachvollziehen, wie man den fiktiven Charakter
Gott so ernst nehmen kann. Christen in meinem Freundeskreis sprechen immer davon, wie wichtig Liebe ist
und ich stimme ihren frommen Wünschen des liebevolleren Umgangs mit anderen Menschen und Tieren oft zu.
Nur sehe ich keinen Grund, warum man Gott dazu braucht. Philosophische Erkenntnis ethischer Prinzipien
ist durchaus ohne Gott möglich und meines Erachtens kommt man damit auch zu sinnvolleren Schlüssen.
@Sozialkatholisch in der Wissenschaft läuft vieles falsch, weil häufig nicht mehr auf möglichst objektive
Wahrheit hingeforscht wird, sondern gewisse, meist wirtschaftliche Interessen, die Forschung manipulieren.
Die jüngsten Entwicklungen in der Hochschulpolitik sind schon beinahe genug Indiz dafür. Ihre Kritik
sollte sich nicht der Wissenschaft an sich richten, die, redlich betrieben, keinerlei Eigendynamik oder
gar präskriptive Dimension entwickelt, sondern an Politik und Wirtschaft, die derartige Entwicklungen
unterstützen (insbesondere auch bezogen auf Umweltpolitik, wo gerade die in weiten Zügen christlich
orientierten Republikaner in den USA die Umweltzerstörung nicht selten starrsinnig mit Mose 1,28 verteidigen)
Antworten Lieber Matt, du beginnst deine Botschaft an mich mit einer Beleidigung, statt mit Argumenten.
Gehst du wirklich davon aus, dass ich dich so ernstnehmen kann? Lieber Alexander, ob einige Wissenschaftler
nun katholische Geistliche waren oder nicht, spielt doch überhaupt keine Rolle. Wenn Sie sich mit der
Geschichte der Aufklärung befassen, werden Sie feststellen, dass die Kirche sich nahezu immer fortschritts-
und aufklärungsfeindlich gegeben hat. Bezeichnend ist, dass im Vatikanstaat bis heute offiziell nicht
die Menschenrechte nicht gelten.
@Vineta Ich halte ihre Feststellung schlichtweg für nicht relevant in diesem Kontext. In der Geschichte
des Christentums sind abermillionen Andersgläubige umgebracht worden, die meine vollste Sympathie haben
und trotzdem lamentiere ich darüber nicht in jeder Diskussion mit Christen. Verbrechen gegen die Menschlichkeit
sind immer kritikwürdig, doch passt diese Argumentation schlichtweg nicht in diese Diskussion, weil ich
von diesem Thema überhaupt nicht sprach, das meine ich mit unredlich. Was erhoffen Sie sich von 8 Millionen
unerwünschten Kindern, die vermutlich zum Großteil in Armut und Liebesentzug aufgewachsen wären? Die
neue Leistungselite, die unsere Wirtschaft rettet? Ist das wirklich ihre Ernst? Ich glaube nicht an Nichtintegrierbarkeit,
ich glaube nur an Politik, die Integration nicht geregelt bekommt, gerade weil sie Einwanderer (nicht
nur nach Deutschland) minderwertig behandelt und ihnen Menschenrechte aberkennt. Niemand will ihnen vorschreiben,
wie Sie Heirat definieren. Aber in diesem Staat ist Homo-Ehe nunmal mittlerweile gesetzlich verankert
und damit gesammtgesellschaftlich akzeptiert. Ich habe nicht behauptet, dass sich alle Tiere ihrer Endlichkeit
bewusst sein, bloß, dass sie Interessen haben und fähig sind, Angst und Leid zu empfinden, welches man
ihnen in vielerlei Hinsicht ersparen könnte, wenn man nur wollte. Wieso mutet man einem nichtmenschlichen
Lebewesen ein Leid zu, das man einem Menschen nicht ungestraft zufügen möchte. Embryos leiden nich,
Tiere leiden
Lieber Ansgar, als Geschichtsstudent komme ich nicht umhin, an Epochenbezeichnungen gewöhnt zu sein.
Definitiv wissen auch Sie mehr faktische Details von der Welt als jeder Bronzezeitmensch, womit ich jenen
Menschen natürlich weder Rationalität von die Fähigkeit zur philosophischen Erkenntnisbildung aberkennen
will. Aber diesen Menschen fehlten nunmal viele wissenschaftliche Erkenntnisse, über die wirheute verfügen,
so konnten sie sich z.B. Gewitter oder physische wie psychische Krankheiten nicht wissenschaflich erklären
und erwägten daher übernatürliche Ursachen. Diese Menschen waren nicht durch und durch blind oder wahnhaft,
aber ihnen fehlte das empirisch gesichterte Wissen, über das wir heute verfügen. Lieber Jörg, finden
Sie es nicht widersprüchlich, mir vorzuwerfen, ich würde „nichts neues“ bringen, während sie jahrtausende
alte Schriften zitieren und mich damit belehren wollen? Sie haben meine Form des Atheismus nicht widerlegt,
Sie stellen ihm nur eine andere These entgegen. Es ist durchaus möglich, auf Gott als Uraxiom für ethisches
Handeln zu verzichten. Sie mögen dazu John L. Mackie lesen… Wie kommen Sie darauf, das Ideologie und
Religion sich ausschließen? Mir erscheinen die Übergänge häufig fließend, man schaue nur mal auf
islamische Regimes in Nahost. Religionen, gerade das Christentum, haben auch Millionen Menschen auf dem
Gewissen, ich möchte nur an diverse Kriege „in Gottes Namen“ erinnern.
Liebe Nachtlaterne Sie geben also zu, dass man die Bibel im historischen Kontext verstehen muss und die
Gebote damit nicht huntertprozentig auf unsere Zeit passen köennen. Halten Sie es wirklich für eine
höchst humanitäre Leistung Gottes, dass er Leuteschindern gebietet, den Sklaven wenigstens eine Sonntagsruhe
einzuräumen, wenn er die Sklaverei auch gleich direkt abschaffen könnte? Zeugt das nicht schlicht von
einem zutiefst archaischen Weltbild der Autoren von Exodus? Wir leben im hochtechnisierten 21. Jahrhundert,
die Wissenschaft hat sich einen erbitterten Kampf mit Fundamentalisten und Traditionalisten geliefert,
um schließlich die Fortschritte durchzusetzen, von denen wir heute alle profitieren (nicht zuletzt Computer).
Es ist wirklich traurig, dass so viele massiv indoktrinierte Menschen sich immernoch nach dem finsteren
Mittelalter zurücksehenen, einfach nur weil es einfacher ist, wenn man so alle seine Argumente aus einem
einzigen Buch beziehen kann und nicht über diesem Tellerand der intellektuellen Ignoranz hinausschauen
kann oder will.
@bonifatius Kritisch hinterfragen heißt keinesfalls dem Dialogpartner Fallen zu stellen, sondern lediglich,
seine Argumente einer rationalen Prüfung zu unterziehen. Das was Sie beschreiben, ist unredlich und eines
wissenschaftlich denkden Menschen nicht würdig. Wer Hegel gelesen hat, mag vielleicht der These zustimmen,
dass man nur dann ansatzweise gesichertes Wissen gewinnen kann, indem man ständig im dialektischen Diskurs
alte Thesen prüft. Die Kirche preist die Zehn Gebote gern als erste Ausdrucksform von Nächstenliebe
und Menschlichkeit, verschweigt aber das gesamte inhaltliche Umfeld des Textes. Zum Beispiel schließen
sich an die Gebote unmittelbar die Regeln zum Halten von Sklaven an (2. Mose/Ex. 21,2): „Rechte hebräischer
Sklaven“. Dass die Bibel keine Hemmungen mit der Sklaverei hat, lesen wir unverhohlen im „Herzstück“
des Buches, in den Zehn Geboten (2. Mose/Ex. 20,8): „Der siebte Tag ist ein Ruhetag, dem Herrn, deinem
Gott, geweiht. An ihm darfst du keine Arbeit tun: du, dein Sohn und deine Tochter, dein Sklave und deine
Sklavin.“ (Diesmal zitiere ich die Einheitsübersetzung der katholischen Bibelanstalt. Die Luther-Fassungen
beschönigen den Urtext und ersetzen „Sklave“ durch „Knecht“. Verblassen angesichts dieses textlichen
Umfeldes die moralischen Ansprüche der Zehn Gebote nicht vollends?
@ jörg Wo sind die Nachweise dafür, dass Gott uns als sein Ebenbild erschaffen hat? Der einzige Grund,
den ich hätte, das zu glauben, ist ein Buch, dass in der Bronze- und Eisenzeit verfasst wurde. Wenn ich
alles glauben würde, was ich Büchern aus dieser Zeit steht, müsste ich auch an menschenfressende „Riesenameisen“
und „schwarze Menschen mit schwarzem Samen“ (beides Herodot) glauben. Ich kann nicht nachvollziehen, was
Gott tut und was Gott lässt, weil ich keine Indizien dafür sehe, dass Gott überhaupt wirkt in dieser
Welt. Man kann ohne Gott gut sein, besser sogar, weil man dann von sich aus gut ist und nicht allein deswegen,
weil man einem angeblichem höheren Wesen gefallen will. Man braucht kein Doppelgebot der Liebe: das Gebot,
sich seinem Nächsten und seinem Fernsten gegenüber fair verhalten soll, reicht vollkommen. „Als Christen
wissen wir mehr über die Wahrheit, über Gott, der nach eigener Aussage Weg, Wahrheit und Leben ist.“
Diese Aussage zeugt von grenzenloser Ignoranz in meinen Augen. Sie behaupten, „mehr“ von der Wahrheit
zu wissen, als alle anderen, weil ihr Lieblingsbuch ihnen dazu eine Legimitation gibt. Nur weil in der
Bibel behauptet wird, sie sei Gottes Wort, muss das nicht automatisch stimmen. Genausowenig wie Marx’
Weltrevolution eintreffen müssen oder Nostradamus’ Prophezeihungen jedenfalls. Apropos: Wo bleibt eigentlich
der jüngste Tag, von dem Jesus ständig behauptet, er würde „bald“ kommen?
@Bayern-Tradi Das ist ihr Glaube und wenn Sie sich damit besser fühlen, viel Spaß damit. Aber dem Glaube
entbehrt die wissenschaftliche Grundlage. Wissen Sie, ich studiere Geschichte und ich habe gelernt, historische
Quelltexte kritisch zu hinterfragen. Ich verstehe einfach nicht, warum um alles in der Welt die biblischen
Narrationen 100%-ig wahr sein sollen, aber beispielsweise Homer’s Odysee nicht und der Koran nicht. Ich
behaupte nicht, dass die Bibelautoren Lügner waren, aber ich gehe stark davon aus, dass sie in mancherlei
Hinsicht veblendet, irrig waren und voreingenommen geschrieben haben – genau wie viele andere Autoren
ihrer Zeit.
Fragwürdiges Für mich stellt das einen Widerspruch dar. Wenn Gott die Sünde ausgemerzt haben will,
wieso macht er nicht selbst? Und wenn der Mensch als Gottes Ebenbild sündhaft ist, müsste Gott selbst
dann nicht auch sündhaft sein?
Welch Widerspruch in sich! Relativismus und kritisch hinterfragen schließen sich aus, wenn auch der Relativismus
kritisch hinterfragt wird und neue, zeitgemäße Werte an Stelle der alten, überholten Werte treten.
Ohne Humanismus hätten wir keine Menschenrechte.
Und die Kinder? Was ist mit den Kindern der Ungläubigen, die wegen ihrer Erziehung nicht den Messias
kennen lernen durften, ist es nicht hasserfüllt, diese zu opfern, weil deren Eltern den falschen Glauben
hatten?
Jesus, Lamm Gottes Gut, es muss ja nicht immer das AT sein, wenn das NT auch genügend Vorlagen für Kritik
bietet: Nicht weit von der Bergpredigt entfernt lesen wir unter anderem auch Jesus’ hasserfüllte Verfluchung
dreier Städte, die seiner Lehre nicht zujubeln wollten (Mt 11,23): „Und du, Kapernaum, wirst du bis zum
Himmel erhoben werden? Du wirst bis in die Hölle hinuntergestoßen werden.“ Wer gegen ihn war, dem wünschte
er, (Mt 18,6): „daß ein Mühlstein an seinen Hals gehängt und er ersäuft würde im Meer, wo es am tiefsten
ist.“ Ist die Feindesliebe also nur eine nette Floskel, um schwache und ängstliche Schäfchen zu gewinnen?
Lieber Ansgar Ich lasse mich gerne tadeln und kritisieren, wenn Sie das mit ihrer archaischen Sprache
ausdrücken möchten. Ich weiß nicht, was Sie unter intellektueller Selbstzufriedenheit verstehen, aber
ich verstehe darunter einen übertriebenen Stolz auf die eigene Weltanschauung, ein hochstilisieren der
eigenen, subjektiven Meinung starrsinnig und dogmatisch zur absoluten Wahrheit erklären. Dies kenne ich
von kaum einem Humanisten, aber von einer Menge Christen. Ihnen will ich das nicht vorwerfen, doch ich
sehe Indizien dafür. Ich hasse die Kirche nicht, aber Sie scheinen Kritik zu hassen. Ich habe Gründe
und Argumente, warum ich die kath. Lehre für kritikwürdig halte und sehe nicht ein, warum ich diese
verschweigen soll. Auch habe ich nicht meine Vita dargestellt, sondern lediglich meine Erfahrungen mit
der kath. Kirche. Vielleicht interessiert Sie das nicht, das ist ihr gutes Recht, ebenso dürfen Sie mir
sagen, dass Sie das nicht interessiert. Aber mir den Mund verbieten, dazu haben Sie kein Recht. Das Wort
„Bußschweigen“ meine ich übrigens, das letzte mal in einer Vorlesung über die hl. Inquisition gehört
zu haben.
10 Gebote und Aufhebung der Gesetze In den 10 Geboten stehen auch so herrlich-freundliche Drohungen wie:
Bete sie nicht an und diene ihnen nicht. Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott,
der da heimsucht der Väter Missetat an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied, die mich hassen.
(2. Mose 20,5) Verehrter Herr von Eich, in welcher V1-Kirche sind Sie denn aufgewachsen? Wo steht im NT,
dass die Gesetze des AT restlos aufgehoben werden sollen?
Fundamentalismus und seine Implikationen Nach einer Gallup-Umfrage glauben tatsächlich 45 Prozent der
Amerikaner, Gott habe die Erde vor 10’000 Jahren erschaffen und fast zwei Drittel haben nichts dagegen,
wenn neben Darwins Lehren auch der Kreationismus in den Schulen unterrichtet wird. Aber wie würde unsere
Welt wirklich aussehen, wenn wir das Alte Testament heute wieder wörtlich nehmen würden: Sie … … dürften
dann Sklaven halten. (3. Mose 25,44 und andere) … müssten Ihre Tochter steinigen lassen, wenn sie vorehelichen
Sex hat. (5. Mose 22,20) … dürften einen Dieb zum Tod verurteilen. (2. Mose 21,16) … könnten Ihre
Tochter als Sklavin verkaufen. (2. Mose 21,7) … dürften jeden töten, der am Samstag arbeitet. (2.
Mose 35,2) … dürften sich als Mann weder das Kopfhaar noch den Bart abschneiden. (3. Mose 20,6) … müssten
beim Kauf Ihrer Kleider genau darauf achten, dass der Stoff nicht aus zwei verschiedenen Fäden gewebt
ist. (3. Mose 19,19) … müssten Ihren Sohn steinigen lassen, wenn er flucht. (3. Mose 24,16) … müsste
eine Frau nach der Geburt eines Jungen 1 Woche und nach der Geburt eines Mädchens 2 Wochen (!) zu Hause
bleiben, weil sie „unrein“ ist. (3. Mose 12,5) … wären als Frau während der Menstruation unrein –
und alles was Sie berühren ebenfalls. (3. Mose 15,19) … würden getötet werden, wenn Sie fremdgehen.
(3. Mose 20,10) … dürften nie mehr Muscheln oder Krabben essen. (3. Mose 11,10)
Über Abtreibung Der australische Philosoph und Ethiker Peter Singer vertritt die Anschauung, dass Spezieszugehörigkeit
keine moralisch relevante Eigenschaft ist. Statt dessen baut Singer seine Ethik auf dem Interesse der
Betroffenen und den Konsequenzen einer Handlung (Konsequenzialismus) auf. Daher ist für ihn auch die
Frage, ob oder ab wann ein Fötus als Mensch zu definieren ist, unbedeutend. Für die Frage, ob die Tötung
eines „nicht menschlichen oder menschlichen Tieres“ ethisch falsch oder richtig ist, sind für Singer
vor allem folgende Kriterien bedeutsam: * Schwangerschaftsabbrüche haben keine negativen Konsequenzen
für andere, da jeder Mensch, der darüber nachdenken kann, nicht von der Handlung betroffen ist. Die
Legalität des Schwangerschaftsabbruchs kann also keine Angst bei diesen hervorrufen. * Wünsche und Interessen
des Opfers: Nach Singer hat ein Fötus überhaupt keine Interessen, weil er geistig noch nicht weit genug
entwickelt ist. Damit hat er auch kein Interesse weiterzuleben. * Recht auf Leben: Nach Singer geht ein
Recht auf Leben aus einem Interesse am Leben hervor. Ein Recht zuzuschreiben hat nur dort Sinn, wo auch
ein Interesse an dem Gegenstand des Rechtes vorhanden ist. * Wahrung der menschlichen Autonomie: Der Fötus
verfügt über keine Autonomie, daher kann diese auch nicht verletzt werden. *Es gibt keinen Grund, einem
potentiellen X dieselben Rechte zuzusprechen wie einem wirklichen X.
Lieber Ansgar dass Sie mich gleich beschimpfen müssen (als Typhus), ist sehr bezeichnend für die „christlichen
Werte“, die hier vertreten werden. Dieses Niveau kenne ich eigentlich sonst nur aus dem Kindergarten.
Ich probe hier nicht den Aufstand, sondern bin um sachlichen Diskurs bemüht, weil ich aufrichtig versuche,
die Gegenseite zu verstehen. Ihnen geht es offenbar nicht so. Ich kann wunderbar ohne Papst und Kirche,
sogar so gut, dass ich es anderen mitteilen will. Ich könnte es auch woanders tun, aber wieso nicht gleich
an „der Wurzel allen Übels“. (Verzeihen Sie bitte die Polemik). Die Bekehrung hat schon stattgefunden.
Ich bin frei, glücklich und voller Liebe, denn ich kann meine Liebe den Menschen geben und muss sie nicht
an einen Gott verschwenden, den ich mir selbst konstruiert habe bzw. der mir von irgendwelchen Predigern
indoktriniert wurde.
Monströse Ansichten aus dem frühen 20. Jahrhundert @ Vineta: du scheinst dich hoffnungslos in der erzkonservativen,
ultrarechten Nationalismusideologie stecken geblieben zu sein. Es ist kontraproduktiv und eines Menschen
mit redlichem Geschichtsbewusstsein unwürdig, anderen Nationen Kriegsverbrechen vorzuwerfen. Wenn du
dich für bezahlte Kindererziehung aussprechen willst, da bin ich dabei. Anders scheint mir das Problem
des demografischen Wandels kaum zu beheben sein, bestimmt auch nicht mit Abtreibunsverboten. Zuwanderer
anders zu behandeln als Ansässige finde ich prinzipiell unethisch, weil es dafür keine vernünftige
Begründung geben kann, außer man betrachtet Einwanderer per se als minderwertig. Deine Definition von
Heirat gilt längst nichtmehr. Wer gibt dir das Recht, über sexuelle Vorlieben anderer Menschen zu urteilen?
Zu den Tierrechten: Kathegorien wie „schuldig“ oder „unschuldig“ spielen meines Erachtens überhaupt keine
Rolle bei der Frage, ob man Lebewesen unnötig Leid zufügen muss. Für mich zählen nur die beiden Punkte,
welche Qualität das Bewusstsein eines Tieres hat (d.h. inwiefern es mit dem Menschen vergleichbare Glücks-
und Leidensmomente erfahren kann und ob es seiner eigenen Existenz bewusst ist) und ob ein Tier Interessen
hat (z.B. das Interesse, weiterzuleben oder das Interesse, nicht zu leiden). Wieso reicht das Empathievermögen
der meisten Menschen nicht über die eigene Spezies hinaus (außer bei Haustieren)? Meine Maxime zu dem
Thema lautet: „Führe nichtmenschlichen Lebewesen nur so viel Leid zu
Lächerlich wäre es in der Tat nur wegen eines verwirrten Mannes in einer unverdienten Machtposition
eine Organisation zu verlassen, die einem viel gegeben hat, wo man in der kirchlichen Jungendarbeit viel
Liebe, Freundschaft und Glück erfahren hat. Ich bin in diesem Bereich noch aktiv, da die kath. Jugend
in meinem Heimatdorf glücklicherweise sehr liberal ist. Meine Gründe zu Entsagen waren andere, die ich
hier nicht ausführlich erläutern kann. Nur soviel: Ich habe die Bibel unter historisch-kritischer Prämisse
studiert, sowie eine ganze Menge philosophische, humanistische und religionskritische Autoren gelesen,
deren Argumente mich überzeugt haben, wesentlich mehr als irgendwelche subjektiven schlechten Erfahrungen
mit kirchlichen Würdenträgern, Buße- und Unterwerfungsritualen und der ekelhaften Dekadenz der kath.
Kirche in Rom. Es war in erster Linie Abwägung rationaler Diskurse, die mich zu der Überzeugung brachte,
dass eine Ethik ohne personalen Gott mich zu einem besseren Menschen machen würde. Und ich bin mittlerweile
ziemlich sicher, dass ich damit richtig lag.
@gunther Und du bist im Mittelalter stecken geblieben, auch nicht schlecht. :)3 Glaubst du wirklich an
den Teufel und an Dämonen oder willst du mich veräppeln? Im übrigen hast du mich nicht verstanden.
Es geht nicht darum, den Menschen hinabzuwürdigen, sondern darum Tieren mehr Rechte einzuräumen, weil
sie ebenfalls empfindsame Wesen mit Interessen sind. Die Mentalität „Macht euch die Erde untertan“ ist
zutiefst egoistisch und hat in meiner Ethik nichts mehr verloren.
@gunther Ich glaube natürlich nicht an der Teufel. Glaub mir, ohne Angst lebt es sich angenehmer. Und
wenn es Gott und den Teufel gäbe, wären mir beide unsympathisch. Ich bin kein Freund totalitärer Regimes
und ich werde sicherlich auch nach meinem Tod keiner sein.
Welcher der folgenden Schlußfolgerungen würdest du zustimmen? 1. Ich bin Weißer, du bist Neger; folglich
darf ich dich als Sklave halten. 2. Ich bin Arier, du bist Jude; also habe ich ein Lebensrecht und du
nicht. 3. Ich bin ein Mann, du bist eine Frau; also ist es in Ordnung, daß du für die gleiche Arbeit
weniger verdienst. 4. Ich bin Inländer, du bist Ausländer; folglich darf ich hier leben und arbeiten
und du nicht. 5. Ich bin heterosexuell, du bist homosexuell; also darf ich heiraten und du nicht. 6. Ich
bin ein Mensch, du bist ein Tier; also darf ich dich benutzen, ausbeuten, quälen und töten. Wenn du
Punkt 6 zustimmst, kannst du dich mit Recht als Speziesist bezeichnen (in den Punkten darüber wärst
du homophob, ausländerfeindlich, sexistisch bzw. rassistisch). Wenn du dem letzten Punkt nicht zustimmst,
dann solltest du dir die nun folgenden Seiten durchlesen um zu sehen, ob die darin enthaltene Argumentation
und Schlußfolgerung nicht auch für dich relevant und wichtig sein bzw. werden könnte. Die Idee des
Speziesismus ist, obwohl nicht gänzlich neu, so doch nach wie vor weitgehend unbekannt. Diese Seiten
sollen dazu beitragen helfen, diesen Umstand zu ändern. Also: Bei allen sechs oben angeführten Punkten
handelt es sich um die gleiche Art von willkürlichem Vorurteil: ein Wesen wird einem anderen Wesen gegenüber
allein aufgrund biologischer Unterschiede bevorteilt bzw. seine Interessen unverhältnismäßig höher
geachtet – was, ethisch betrachtet, nicht richtig ist.
Nieder mit dem Speziesismus! Was macht menschliches Leben so viel wertvoller als tierisches? Wir sind
schließlich auch nur nackte Affen mit einem Gehirn von etwas größerer Dimension! Die Bronzezeit-Vorstellung,
dass wir „Abbild Gottes“ sind und die Tiere großmütig unserer Willkür unterworfen werden, sollte spätestens
seit Darwin aus den Köpfen der Menschen verschwunden sein. Hat ein ausgewachsenes Schwein nicht ein viel
ausgereifteres Bewusstsein und Sinn für Glück und Leid als ein winziger Zellhaufen, der sich potenziell
zum Menschen entwickeln kann? Ist ein Embryo menschliches Leben und damit ebenso schützenswert wie vergleichbares
Leben? Ja! Ist ein Embryo eine Person, für die Menschenrechte uneingeschränkt angewendet werden können?
Nein!
Ein alter, verwirrter Mann Letzten Herbst war ich in Rom auf Messdienerwallfahrt. Die Predigt, wie Preisner
in der Paulskirche von sich gab war die irrationalste und antiaufklärerischte Propaganda, die ich jemals
mit eigenen Ohren vernommen habe. Meisner suggerierte, dass jenem, der seinen Taufschein nicht ständig
bei sich trägt und griffbereit hat, der Zugang zum Paradies verwehrt würde. Aber das war noch relativ
harmlos im Gegensatz zu seiner Auslegung von Mt 18,2-3. Niemals „Glaubenswahrheiten“ (welch Widerspruch
in sich!) kritisch hinterfragen, niemals rational analysieren, was Schrift und „Glaubensautoritäten“
so behaupten, sondern wie kleine, hilflose Kinder alles leichtfertig glauben! Ja, genau so schaart man
fromme Schäfchen um sich, die einem jeden noch so absurden Mist abkaufen. Gut gemacht, Herr Propaganda-Bischof
Nr.1! Übrigens, nach dieser Wallfahrt fasste ich den Entschluss, dem Katholizismus zu entsagen.
Weil’s so schön ist nehmen Sie noch den hier hinzu: www.aerztekammer-bw.de/…homosexualitaet.html Hier
ist nun nochmal explizit die Rede davon, dass auch genetische Ursachen eine Rolle spielen. Eins ist sicher:
besusst „anerzogen“ wird Homosexualität nicht.
Kommentar zu Beiträgen von heute morgen So viele luftleere Vorwürfe und Beinahe-Beleidigungen habe ich
selten gelesen. Hier scheint niemand die Bücher gelesen zu haben, die ich gelesen habe und obendrein
wird mir noch indizlos vorgeworfen, ich würde mich weder mit der Bibel, noch mit römischem Recht auskennen.
Auf so einer Ebene bin ich nicht gewillt, zu diskutieren, denn wer Argumente bringt, die keine sind und
Weltbilder, die nicht ganz dem eigenen entsprechen, per se verurteilt, schließt sich m.E. selbst aus
rationalem Diskurs aus. Damit meine ich explizit clarrissa (die mich als Bibelbanause bezeichnet und sich
wahrscheinlich noch nicht mal meinen Link angeguckt hat), diaconus (der die Gesetzgebung der alten Römer
glorifiziert, offenbar am liebsten im totalitären Gottesstaat leben möchte und mich zum Geschichstsbanausen
stilisieren möchte) und theophil (der offenbar noch nie ein aktuelles Biologiebuch in die Hand genommen
hat).
Erläuterungen Vielen Dank für die Belehrung und Entschuldigung, wenn ich den Begriff „Bronzezeit“ für
Ihre Ansprüche zu pauschal verwendet habe. Es ist ohnehin ein künstlicher Begriff, so wie alle Termini,
die historische Epochen bezeichnen. In der Tat erfolgte der Hinweis in qualitativer Absicht. Ich will
die literarische Leistung der Bibelautoren keineswegs herunterspielen, aber dass die Gesetze, die sich
diese Menschen ausgedacht haben, bedingungslos auf die heutige Zeit übertragen lassen, halte ich für
sehr fragwürdig. Ich möchte auf diese Seite: www.bibelkritik.ch/ links unten verweisen. Trotzdem – wie
gesagt – ist die Bibel ein für seine Zeit brilliantes Literarisches Werk voller Weisheit und philosophischer
Erkenntnis. Aber ich sehe nirgens einen Funken göttliche Inspiration, sondern nur das Werk rationaler
und beinahe rationaler Menschen. Wenn Sie die Texte der Bibel auf eine Stufe mit Sokrates, Platon, Aristoteles
(von mir aus dazu noch Heraklit, Protagoras, Epikur) stellen möchten, gerne! Aber ich glaube, dass Sie
ihr mehr Bedeutung zumessen wollen, oder liege ich falsch?
Lieber Florian Doch, ich kann kostbare Zeit verlieren, die ich in Handeln investieren könnte. Ich halte
nicht viel von Pascals Wette, denn sie ist zu sehr auf den Gott der Bibel gemünzt. Ich halte die Bibel
als angehender Historiker für in keinster Weise für akkurater als irgendeine ander Schrift. Glaube ist
auch für mich nichts, was sich erzwingen lässt. Es wird argumentiert, der Glaube an Gott brächte mehr
Vorteile, als der Unglaube, aber das sehe ich nicht so. Ich habe mehr Angst vor einem unendlichen Leben
bei Bewusstsein als vor einem bewusstlosen Verlöschen.
@florian Es erscheint mir sehr widersprüchlich, an einen Gott, der für mich nicht existiert, irgendwelche
Bitten zu richten. In der Zeit, in der ich noch gebetet habe, ging es mir nie besser als jetzt, meistens
eher schlechter. Ich dachte häufig, Gott wird’s schon richten, aber dann landete ich doch im Elend. Jetzt
nehme ich mein Schicksal selbt in die Hand und fahre gut damit. Ich bin übrigens nach wie vor ab und
an in der Gemeinde aktiv, da es leider kaum Alternativen zur kirchlichen Jugendarbeit gibt. Nun, selbst
wenn es einen Gott geben mag, halte ich es aus persönlicher Erfahrung für sehr unwahrscheinlich, dass
er Gebete erhört, oder gar eine Art „Heilsplan“ für uns verfolgt. Wer sind wir, uns anzumaßen, dass
ein höheres Wesen seine Zeit mit uns verschwendet?
Versuch und Irrtum Glauben Sie mir, ich habe mir alle Mühe gegeben, doch spätestens nach der Lektüre
einiger religionskritischer und humanistischer Autoren haben mich die Argumente überzeugt. Argumente
die schlicht schlüssiger waren, als alles, was ich je von kirchlicher Seite gehört habe. Glauben mag
ja auch Gefühlssache sein, aber bei mir sagen sowohl Verstand als auch Gefühl nein zum Glauben, also
welche Wahl bleibt mir?
Ich bin Ex-Katholik Zwanzig Jahre lang war ich Katholik und habe dann abgeschworen. Der katholische Glaube
hat mein Leben weniger bereichert, als der säkular-humanistische. Ich bin auf dem Papier sogar immernoch
Katholik, da ich noch keine Kirchensteuer zahlen muss. Als Gläubiger habe ich Gott nie intensiver wahrgenommen,
als ich ihn jetzt wahr nehme, nämlich gar nicht. Ich versuche gut zu sein, weil ich aus mir heraus gut
sein will und nicht, um Gott zu gefallen. Auch bin ich extrem empfindlich, wenn Leute behaupten, „mit
Gott an ihrer Seite“ argumentieren. Denn so verleihen sich häufig Menschen einen unfairen Autoritätsanspruch,
der m.E. in keinster Weise gerechtfertigt ist. Glaube als Lebenshilfe mag ja dienlich sein, aber ich habe
ehrlich gesagt mehr Angst vor einem ewigen Leben als vor einem endgültigen verlöschen.
@bayern-fundi Soweit ich weiß, herrscht in diesem Land immernoch Meinungsfreiheit. (Oh, ich vergaß,
die Server stehen in den USA). Wenn Sie nicht diskutieren wollen und mich stattdessen lieber beschimpfen,
dürfen Sie das gerne tun. Wenn Sie dazu in der Lage sind, können Sie auch gerne meinen Account sperren
lassen. Aber den Mund verbieten lasse ich mir nicht. Wenn Sie meine Kritik für falsch halten, widerlegen
Sie sie, aber hören Sie bitte auf, mich in irgendwelche Schubladen zu stecken, die in Ihren Augen vielleicht
sogar Schimpfwörter sein mögen. Ich für meinen Teil glaube übrigens an keinerlei personalen Gott,
finde Gespräche mit Gläubigen aber durchaus interessant.
Fortschrittliche Römer? Ich glaube, es gibt kaum ein überbewerteteres Konzept als Tradition. Die alten
Römer wussten auch schon, dass das Leben durch das Halten von Sklaven angenehmer und durch Gladiatorenkämpfe
spannender wird, sowie dass man sein Herrschaftsgebiet am besten durch blutige Kriege ausdehnen kann.
Moralische Härte ist für mich in erster Linie Indiz für ethische Engstirnigkeit.
@ bayern-tradi Wenn Sie mein liberales Gefasel nicht interessiert, gehen Sie doch woanders hin. Ich führe
hier gerade eine sehr erhellende Diskussion mit dem Herrn rockdino.
werte clarrissa Ich bin angehender Historiker und meines Wissens ging die Bronzezeit (in der man begann,
aus Bronze Waffen und Gebrauchsgegenstände zu fertigen) vom 3. bis zum 1. Jahrtausend vor Christus. In
dieser Zeit sollen Moses etc. gelebt haben, oder nicht? Für wann würden Sie denn die Entstehung des
AT datieren?
Vergnügen Einerseits mag diese unglaubliche Ignoranz, Überheblichkeit, Irrationalität etc.pp. auf die
man hier trifft ja ganz witzig sein für vernünftige Menschen, aber dass es mit Sicherheit auch eine
Menge Leute gibt, die das ernst nehmen, macht mir schon auch Sorgen. Es ist schrecklich, dass Religionskritik
insbesondere in den Medien immernoch tabuisiert wird und beispielsweise die kath. Kirche jedes Jahr 14
Milliarden Euro staatliche Subventionen erhält (nicht incl. Kirchensteuer und Zuschüsse für karitative
Dienste). Diese massive Benachteiligung der Konfessionslosen muss endlich aufhören! Aber ich schweife
vom Thema ab.
Liebe clarissa Mit Bronzezeitmoral meine ich natürlich das alte Testament, in dem nicht nur Schwule diffarmiert
werden, sondern auch Menschen gesteinigt werden sollen, die nicht des wahren Glaubens sind. (5. Mose 5-7)
In der Tat Das war erst mein zweiter Beitrag. Wird die Seite eigentlich vom Verfassungsschutz beobachtet?
Dass es christliche Fundamentalisten und Extremisten nicht nur in den Freikirchen gibt, war mir ja klar,
aber bei dieser Seite bin ich mir bis heute noch nicht sicher, ob das nicht doch sehr gut gemachte Satire
ist. Ich will nicht glauben, dass mir derartig verstrahlte Menschen auf der Straße begegnen können.
Fassungslos Ich bin fassungslos über diesen offenen Anflug von Antisemitismus. Da zeigt sich einmal mehr,
dass Christentum und Judenhass ohne weiteres vereinbar sind.
Untergang einer hoffnungslos veralteten Kultur? Längst ist es an der Zeit, dass sich unsere Kultur wandelt,
dass eine neue, zeitgemäße Leitkultur sich etabliert. Eine Leitkultur der wahrhaftigen Weltanschauungsfreiheit.
Wer Gebote, niedergeschrieben von Bronzezeitmenschen wirklich ernsthaft über die Praktische Ethik der
Moderne stellen möchte, soll das gerne tun. Aber Homosexuelle (die in den meisten Fällen nachweislich
genetisch dazu veranlagt sind) zu diffamieren und zu bedrohen ist vielleicht nicht unchristlich, aber
definitiv unethisch.