Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Eine Sache der Definition 1) Unter „negativer Atheismus“/„Nontheismus“ versteht man im weiteren Sinn die
Abwesenheit des Glaubens, dass es Gottheiten gibt, und im engeren Sinn die Abwesenheit des Glaubens, dass
(der theistische) Gott existiert. 2) Unter „positiver Atheismus“ versteht man im weiteren Sinn den Glauben,
dass es (höchstwahrscheinlich) keine Gottheiten gibt, und im engeren Sinn den Glauben, dass (der theistische)
Gott (höchstwahrscheinlich) nicht existiert. Ein positiver Atheist muss keineswegs behaupten, dass sein
Glaube den Status von Wissen hat! 3) Unter „(doxastischer) Agnostizismus“ versteht man die Abwesenheit
sowohl des Glaubens, dass es Gottheiten gibt/Gott existiert, als auch des Glaubens, dass es keine Gottheiten
gibt/Gott nicht existiert. Agnostizismus als Glaubensagnostizismus bedeutet also Glaubens- oder Urteilsenthaltung
in Bezug auf die Gottesfrage. Daneben gibt es den epistemischen Agnostizismus, der sich der Etymologie
des Wortes entsprechend nicht auf die Glaubens-, sondern auf die Wissensebene bezieht. Es entsteht kein
Widerspruch, wenn sich ein positiver Atheist oder ein Theist zugleich als epistemischer Agnostiker bezeichnet!
Man kann nämlich auch dann an die Existenz bzw. Nichtexistenz Gottes glauben, wenn man nicht glaubt,
dass man (100%ig) wissen kann, ob er existiert oder nicht. Negativer Atheismus/Nontheismus = Positiver
Atheismus + (doxastischer) Agnostizismus + religiöser Indifferentismus
Der Name „Bright“ Wenn wir uns als „Brights“ bezeichnen, dann geht es uns bei diesem Namen einzig und
allein darum, unsere Verbundenheit mit der geisteserhellenden Tradition der (religionskritischen) Aufklärung
zum Ausdruck zu bringen, und mitnichten darum zu behaupten, wir hätten grundsätzlich einen höheren
Durchschnitts-IQ als religiöse Menschen. Ich kenne keinen Bright, der das von sich behauptet! Ich weiß
ja, welch teuflisches Vergnügen es Ihnen bereitet, unseren Namen in diffamierender Absicht tendenziös
mit „die hellen Köpfe“, „die Schlauen“ oder „die Intelligenten“ zu übersetzen. Doch mit unserem wirklichen
Selbstverständnis hat Ihre Unterstellung nichts zu tun! Wir sind zwar der Meinung, dass der Theismus
falsch ist, aber keineswegs der Meinung, dass Theisten per se dümmer sind als wir!
Zur Doppeldeutigkeit des Begriffs „Atheist“ Was Herr von Wachter übersehen oder gar wissentlich verschwiegen
hat, ist, dass der Begriff „Atheist“ de facto in einem doppelten, d.h. sowohl in einem weiteren als auch
in einem engeren Sinn gebraucht wird: Ein Atheist im weiteren, schwachen Sinn ist ein Nichttheist, d.h.
jemand, der nicht an die Existenz Gottes glaubt, und somit kein Theist ist. Ein Atheist im engeren, starken
Sinn ist jemand, der explizit an die Nichtexistenz Gottes glaubt. Nun ist es zwar so, dass alle starken
(positiven) Atheisten aus logischen Gründen zugleich schwache (negative) Atheisten sind, aber nicht so,
dass alle schwachen Atheisten („Ohngötter“) zugleich starke Atheisten („Gottesleugner“) sind. So sind
z.B. alle Agnostiker und religiös Indifferenten Atheisten im schwachen, aber nicht im starken Sinn. Tatsache
ist, dass der Naturalismus zumindest den schwachen, negativen (wertfrei gemeint!) Atheismus, d.i. den
Nichttheismus impliziert. Naturalismus und Theismus sind in der Tat logisch unvereinbar. Man kann nicht
beides sein: Naturalist und Theist. Wenn ein Bright jedoch über sich selbst aussagt, er sei Naturalist,
aber kein starker, positiver (wertfrei gemeint!) Atheist, dann ist daran absolut nichts widersprüchlich!
Von Wachters Kommentar beruht auf einem rein terminologischen Missverständnis! Fakt ist: Alle Brights
sind als Naturalisten per definitionem Nichttheisten, d.i. Atheisten im weiteren, schwachen, negativen
Sinn, aber nicht notwendigerweise im engeren, starken, positiven Sinn.