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Der Rechtsstaat und das Strafgesetz Das deutsche Delikt „Leugnung des Holocaust“ wird in Deutschland mit
bis zu fünf Jahren Gefängnis bestraft. Was ist aber der Tatbestand dieses Deliktes? Das in diesem Sinn
um sozusagen brandneue Wort ‹Holocaust›, das damals den Machern einer US-amerikanischen Fernsehserie
einfiel, ist im gewünschten Sinn nicht juristisch definitionsfähig. Welche Zahlen werden da in der Sache
also des deutschen Völkermordes an den Juden von einer gelehrten Staatsanwaltschaft überhaupt zugrundegelegt?
Insbesondere: Was die Zahl der Vergasten betrifft, wird gut 2 Millionen (Eichmann, der Buchführer, laut
Höß) oder 1,3 Millionen (Höß, der Durchführer, mit detaillierter Aufstellung) angenommen? Welcher
von diesen beiden deutschen SS-Offizieren hat recht? Moralisch ist die Frage natürlich so gut wie unbedeutend,
aber für die Anklage in einem Rechtsstaat muß sie gestellt und beantwortet werden. Erst dann nämlich
können sich Andere – lieber nicht nur Revisionisten – an die Frage wenden, ob die Existenz eines solchen
Paragraphen im Strafgesetzbuch eines Rechtsstaates überhaupt tragbar ist.
Felizitas Küble Die Verfasserin ist Vorsitzende des Christoferuswerks in Münster Das ‹f› ist traditionsverachtend;
das darauffolgende ‹e› legt eine peinliche Ignoranz der Umlautungsgepflogenheiten der griechischen
Sprache bloß. Die Demokratie hat in der Sprache nichts zu suchen. Sprachdemokraten sind meistens arrogante
Analphabeten. Sprachliche Chaoten sind unter den gefährlichsten. Frau Vorsitzende?
Freiheit statt Volkszählung Mittwoch, 11. Februar 2009 17:27 Großwildjäger: Mal wieder toll recherchiert…
Sebastian Edathy ist kein „Sozialist“ sondern Sozialdemokrat (SPD). Die JUSOS sind keine „Kirchenhass-Organisation,
sondern die Jugendorganisation der SPD. Volker Beck ist kein „extremistischer Homo-Politiker“ sondern
Politiker der Partei Bündnis 90/Grüne. Dieser Gebrauch von ‘kein…sondern’ erinnert mich an die Logik
eines Slogans, der jahrelang auf einer Mauer hier stand und erst vor kurzem im Rahmen eines Ausbaus verschwand.
Der Wille ist frei [Elijahu:] Der Wille Gottes wird auf Erden nicht vollständig umgesetzt, da der freie
Wille von Mensch und Dämon sich diesem sündhaft in den Weg stellen […]. Bleiben wir zunächst beim
Menschen. Wenn der Wille frei ist, muß er sich nicht Gottes Willen in den Weg stellen; vielmehr, um eine
dichtgepackte Æschylus-Stelle (Ag.218 ἑκὼν ἀνάγκας ἔδυ λέπαδνον ‘er legte sich
freiwillig den Zaumriemen der Notwendigkeit an’) aus ihrem Kontext herauszunehmen und zu paraphrasieren,
kann er sogar wählen, freiwillig das zu tun, was er, weil es keinen Ausweg gibt, sowieso wird tun müssen.
Ich wiederhole: Freiwillig. Ich behaupte: Nur dieser Mensch ist frei.
„Wir haben unsere Konzepte und viele junge Familien“ Das ist wahr; aber Gleichzeitig beschreibt er Mons.
Williamson als „gebildet und kultiviert“: „Wir verstehen nicht, wie er sich so verrennen konnte. Wenn
man einen Menschen schätzt, ist das sehr traurig. Uns waren die Aussagen so nicht bekannt.“ wer genau
sind diese ‘wir’?
welch reizende Idee! Montag, 9. Februar 2009 17:50 matt3: typisch Journaille… Immerhin ein amüsanter
Artikel. Aber auf den polemischen Gebrauch des Gaskammer-Reizwortes hätte man verzichten können. Hätte
man schon können, hat man aber nicht. Kann es sein, daß man extra auf die Reizwörtigkeit dieser nützlichen
Vokabel gezielt hat, etwa in der Bestrebung, sie heim ins normale Lexikon zu holen?
Antisemitismus Sonntag, 8. Februar 2009 15:50 Großwildjäger: Dass in der Leitung der Piusler Antisemitismus
vorhanden ist, kann doch nicht abgestritten werden. Doch, bis er nachgewiesen ist, und zwar mit etwas
mehr, als der hochpriesterlichen Scheinfrage ‘Was brauchen wir noch Zeugen?’.
et ego episcoposcopus Beobachterin: Bischof Müller als Ratgeber für den Vatikan? Bischof Müller, der
eine erneute Kirchenstrafe für die Lefebvre-Bischöfe verlangt, wird sich sagen lassen müssen: „Si tacuisses
…“ Sed loquitur. Quare id faciat, fortasse requiris : Nescio […].
Niedere Weihen: @st.georg st.georg @pamino: erst verstehen – dann schreiben… es ging bischof müller
nicht um die niederen weihen, sondern um den weiheakt an sich , denn „bischof“ fellay ist z.Z. noch suspendierter
priester ohne bischöfliche funktion ! Ich hatte das Dom-Radio zitiert [m. H.]: […] Bischof […] Fellay
[…] hatte noch die im Gefolge des Zweiten Vatikanischen Konzils abgeschafften „Niederen Weihen“ erteilt.
Dies deute eher darauf hin, „dass das Schisma weitergeht“, sagte Müller.[…] Also erst lesen, dann verstehen,
dann schreiben. Die vom Dom-Radio aus irgendeinem Grund gewählte oratio obliqua läßt im Unklaren, wer
die von mir hervorgehobene Angabe macht. Wenn das Dom-Radio selber Reichserzkanzler für Deutschland werden
möchte, na meinetwegen… ävver opjepaß: Das Churfürstentum Cöllen wurde 1803 von einem Gesetz des
Heiligen Römischen Reiches aufgehoben, das genauso gültig ist, wie der Völkermord-Leugner-Strafparagraph
des aktuellen StGB. Was den Weiheakt an sich betrifft: Bischof Fellay ist wie sein älterer Amtsbruder
Williamson wahrlich ein Bischof und besitzt als solcher alle bischöflichen Funktionen, was niemand sonst
verneint. Was die Zulässigkeit seines Handelns betrifft, so kann ich augenblicklich nur die Meinung der
gelehrten clarissæ coloniensis zitieren, der CJC hierzu sei so auszulegen, daß die Aufhebung der excommunicationis
die gleichzeitige automatische Aufhebung der mit dieser einhergehenden suspensionis a divinis bedeutet.
Ein Pius-Schisma hat es übrigens laut Rom nie gegeben.
@hildegardfan ./. Piusler: Crucitürcken, Die Piusler sind antisemitisch, Islamophob, Unterhalten zumindest
in Franckreich engen Kontakt zu Rechten Kreisen, und predigen ein Weltbild von vor-vor-vorgestern. – ich
wurde mitten in den achtziger Jahren vergangenen Jahrhunderts in Lyon unmittelbar nach dem Hochamte in
der Sacristey, indem sich sonst alle einschließlich meiner vor dem Crucifixe verbeugten, von einem schmierigen
alten frz.-kan. ordensbrüderlichen Piusler von hinten geohrfeigt, und zwar aus folgendem Grunde: Ich
μέτοικος hatte eben als Chorleiter die Tochter einer grenouille de bénitier ‘Weihwasserfaßfrosch’
in situ getadelt, weil sie im Auftrage Ranunculæ, und zwar vor ausgesetztem Allerheiligsten, einen Psalmum
vorsätzlich zersungen hatte, um im Rahmen eines Kriegszuges gegen mich eben μέτοικον das gemeinsame
Singwerk ad majorem Dei gloriam zunichte zu machen. Ich kann Euch nur sagen, werther Hildegardfänn, daß
die FSSPX bei weitem nicht mehr so xenophob ist, wie sie es damals war. Das mit den Rechten Kreisen stimmt,
und thäte auch allhie dann stimmen, wenn die Hiesigen Rechten Kreise aristocratischer wären; aber das
sind sie aus historischen Gründen eben nicht, und die Rechtslastigkeit der Piusler geht auch in Franckreich
in dem Maße zurück, wie sie allmählich aus der allgemeinen Verfemung herauskommen. Verständnüß muß
man eben dafür haben. Was das Weltbild betrifft: Wie kann man ein Weltbild von Morgen (geschweige denn,
von Nach-Nach-Übermorgen) aufnehmen? Wo befindet sich die passende camera obscura?
Der Reichserzkanzler für Deutschland schon wieder [Dom-Radio:] Der Obere der Pius-Bruderschaft, Bischof
Bernard Fellay, hatte noch am vergangenen Sonntag in Zaitzkofen die im Gefolge des Zweiten Vatikanischen
Konzils abgeschafften „Niederen Weihen“ erteilt. Dies deute eher darauf hin, „dass das Schisma weitergeht“,
sagte Müller. Bischof Müller weiß sehr gut, daß die Tonsur, die niederen Weihen und der Subdiakonat
alle immer noch in den nie abgeschafften und heute noch gültigen liturgischen Büchern von 1962 stehen,
und weiter, daß nicht nur die Piusbrüderschaft, sondern auch Leute mit ganz weißen vatikanischen Westen,
wie z. B. die Petrusbrüderschaft, jedes Jahr die niederen wie die oberen Weihen erteilen lassen. Nach
zwei Indultschreiben des früheren Papstes und dem Motu Proprio von dessen Nachfolger erkennt Bischof
Müller immer noch nicht die Gültigkeit der überlieferten Riten an. Könnte er bitte nicht endlich exkommuniziert
werden?
Zahlen: Aus den Nürnberger Protokollen Job: Nun ja, die Größenordnung dieser Zahlen ist unter seriösen
Historikern […] nicht umstritten. Doch. Nehmen wir die bestbekannten, die Auschwitzer. Die Zahl der
rezipierten Lehrmeinung, gut 2 Millionen, entstammt der sehr ausführlichen Nürnberger Zeugenaussage
von Höß, der sie aber von Eichmann hatte, da er selber nicht darüber Buch führen durfte. Er moniert
in jeder seiner Aussagen, daß sie unmöglich hoch ist. Im Laufe dieser Aussagen erinnert er sich immer
besser an die Einzelheiten und kommt schließlich auf eine Zahl von 1,3 Millionen. Nach meiner Information
ist die Angabe des Auschwitzer Museums inzwischen entsprechend herunterkorrigiert worden. Die Ermordungen
in den Gaskammern von Treblinka und Sobibor beispielsweise wurden auch nicht mit Entlausungsmittel sondern
mit den Abgasen von Verbrennungsmotoren durchgeführt. Stimmt, aber ‘Zyklon B Blausäure ohne Reiz[=Warn]stoff’
wurde in der Zeit vom 14.02.1944 bis zum 31.05.1944 von der Firma Degesch je 6x an die Abteilungen für
Entwesung und Entseuchung der KLL Auschwitz und Oranienburg geliefert, also für jedes der beiden KL insgesamt
11.185 kg ‘CN’ für 5.925,-- RM. Aber ich glaube, darum geht es hier gar nicht. So ist es, denn ein in
einem Tempo wie 800 kg HCN/Woche 1,3 millionenfach verübter Völkermord ist ebenfalls ein Völkermord.
Aber man muß nicht über das Insiderwissen eines Höß verfügen, um mit dem Bischof zu argwöhnen; seriöse
Historiker tun es auch.
@Sefirot Leute mit einer Geisteshaltung von Vorgestern gehören nicht in die Kirche des 21. Jahrhunderts.
Die sind aber jetzt noch weiter drin. Was schlägst Du eigentlich vor?
Finis Concilii: @G. v. G. Das Hysteriegeschrei der anti-katholischen Massenmedien kann doch niemand mehr
hören. [usw.] In diesem Sinne also bitte etwas originalgetreuer = höflicher = wirksamer: ceterum censeo
concilium Vaticanum alterum esse delendum. Aber fällt es nicht sowieso in sich zusammen?
Höß und Bischof Williamson [Kardinalstaatssekretär:] Um in der Kirche zu bischöflichen Funktionen
zugelassen zu werden, muß sich Bischof Williamson in absolut eindeutiger und öffentlicher Weise von
seinen Positionen bezüglich der Shoah distanzieren, die dem Heiligen Vater im Augenblick der Aufhebung
der Exkommunikationen nicht bekannt waren. Das klingt leider sehr, als ob der Hl. Vater die Exkommunikation[en]
nicht aufgehoben hätte, wenn ihm Bischof Williamsons Stellungen bekannt gewesen wären. Ich glaube eher
das Gegenteil, aber wie dem auch sei: Bis heute war vom Vatikan gebetsmühlen-, äh, rosenkranzartig –
und richtig! – gesagt worden, die beiden Sachen seien sowieso voneinander unabhängig, da die Exkommunikationen
(und folglich ihre Aufhebung) mit Disziplinar-, nicht mit Gesinnungsfragen zu tun hätten. Beugt sich
also der weise alte Baum nur einen Augenblick dem Wirbelsturm? Hoffentlich, aber auch hoffentlich kein
mm weiter. Da ich in der längst noch nicht zu Ende gelöste Williamsonfrage mehrmals hier zu mehr Objektivität
aufgerufen habe, ging ich heute selber in die Bibliothek und vertiefte mich mit Hilfe des Stichwortregisters,
s. v. ‘Vergasung’, in die Sitzungsprotokolle und Dokumente des Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozesses.
Verblüffenderweise stammt die – von Bischof Williamson teilweise in Frage gestellte – Orthodoxie in der
Vergasungsfrage in allen Details direkt und, wie es scheint, allein von der Aussage des Rudolf Höß,
Kommandanten von Auschwitz 1940-1943. Work in progress…
#125 pamino 00:25:34 | Donnerstag, 5. Februar 2009
Station und casus [CC] und dennoch hatten er und der alte Ennius recht: moribus antiquis res stat romena
virisque. CLARISSA: ego autem moribus antiquis res stat romana caditque lego, puto recte
#122 pamino 00:11:40 | Donnerstag, 5. Februar 2009
Langweilige Liturgie? [Jörg Güttenberger] Um mir selbst ein Bild zu machen, müßte ich regelmäßig
in der eigenen Pfarre die Liturgie besuchen, die mir jedoch einschließlich Predigt zu langweilig ist.
Die Predigt ist kein Teil der Liturgie. Λειτουργία heißt wörtlich ‘Volkswerk’ und bezeichnete
im klassischen Athen ein einem reichen Bürger auferlegtes spezifisches Sponsoring-Werk, wie die Ausstattung
eines Kriegsschiffes oder die Einstudierung des Chors einer Tragödie. Es war eine Ehre, als Liturg diskriminiert
zu werden. Die griechischsprachige Urkirche übernahm das Wort, qualified by θεία ‘göttlich’, für
das Erlösungswerk des Gottmannes, von Diesem mit Seinem eigenen Leib und Blut bezahlt. ‘Η Θεία Λειτουργία
bedeutet aber ausschließlich das, was wir ‘die Messe’ nennen. (Ich sage nicht ‘die Heilige Messe’, weil
die profane, z. B. die KölnMesse, von der heiligen kommt und nicht umgekehrt; vgl. Kirmes von Kirchmesse =
Patronatsfest.) Erst seit dem Konzil gibt es prädikatorisches Blabla bei jeder Messe, pardon, Liturgie.
Früher gab es das nur sonn- und feiertags, und der Priester legte Kasel und Manipel ab, verließ den
Chor und ging auf die Kanzel, um allen klarzumachen, daß seine Predigt eine Unterbrechung der im Missale
stehenden Messe war (JG: Mgr Plenker in der Kupfergasse, gelt?). Ei mihi, præteritos referat si Juppiter
annos!
Friedman Ist die verleumderische Verunglimpfung des Oberhauptes eines hier akkreditierten Staates denn
nicht ein Offizialdelikt? Aber Drogenmißbrauch und Herumhuren im Amte sind wohl mildernde Umstände.
Wie war das mit dem Doktortitel? Warum nicht auch unpassende deutsche Familiennamen aberkennen?
Als ‘Scheiße in einem Seidenstrumpf’ (karljosef) schimpfte tatsächlich der Berufsoffizier Kaiser Napoleon
seinen Außenminister Bischof Talleyrand, was dieser dann beim Sich-Rückwärts-Zurückziehen leise kommentierte:
Il est dommage qu’un si grand homme soit si mal élevé ‘es ist schade, daß ein so großer Mann so schlecht
erzogen ist’. Die Lehmannintervention finde ich auch schlecht, aber seit 1803 ist nicht mehr der Mainzer,
sondern ausgerechnet der Regensburger Ordinarius geistlicher Churfürst des HRR und Reichserzkankler für
D, und in diesem Fall ist es, äh, gut so. Die Geschichte ist dadurch pikant, daß Mgr de Talleyrand-Périgord
aus Gründen der Staatsräson genauso gehandelt hatte, wie der dafür exkommunizierte Mgr Lefebvre aus
Gründen der Kirchenräson. Der citoyen évêque ‘Bürger Bischof’ hatte nämlich zuerst die Konfiszierung
des Kircheneigentums durchgeführt und dann ohne Mandat von Rom mehrere sogenannte évêques constitutionnels
‘verfassungskonforme Bischöfe’ konsekriert, die dann die revolutionstreuen prêtres assermentés ‘eidleistenden
Priester’ weihten, die in den folgenden gut zehn Jahren in den Pfarrkirchen Frankreichs schalteten und
walteten, da die nicht den Eid auf den Staat leisten Wollenden im September 1792 im Garten des Karmeliterklosters
in der rue Vaugirard zerhackt worden waren. Erst im Angesicht des Todes, und zwar im allerletzten Augenblick,
hat T. seine Handlung formell bedauert, aber ‘seine’ Bischöfe und ihre Priester waren bis dann ein nicht
mehr wegzudenkender Teil des frz. Klerus. Also…
die britischen KZs im Burenkrieg (s. vonHerzmanovsky-Orlando u. clarissa colonia) waren doch keine Vernichtungslager.
In ihnen wurden v. a. die Frauen und Kinder der Buren-Guerrilleros ‘temporär untergebracht’, um die Versorgung
dieser von zu Hause aus unmöglich zu machen. Es liegt nahe, daß die Unterbringung nicht gerade fürstlich
war, aber m. W. hat keiner dort verhungert. Das Wort ‹Konzentrationslager›, amtliche Nazi-Kürzel
KL (nicht KZ), ist in der Tat eine Lehnübersetzung aus dem Englischen. Was aber das Ding selber betrifft,
haben die Deutschen wie sonst alles optimiert, ein Verfahren, das zur Verselbständigung tendiert.
Überzeugungsmaterial? Montag, 2. Februar 2009 21:50, Vineta: Als ob es in der Kirche (und der Piusbruderschaft)
niemanden gäbe, der ihm überzeugendes und unwiderlegliches Material vorlegen könnte, das an mindestens
soundsoviele Ermordete zu glauben nötigt. Quare fremunt gentes, et populi meditantur inania, statt selber
dieses Material vorzulegen, oder zu schweigen? Bischof Williamson hat 1) den Judenmord nicht geleugnet,
2) sehr vorsichtig zwei Argumente eines Fachmannes für Gaskammern vorgelegt, 3) seine, allerdings auch
seinerseits unbelegte, Meinung geäußert, daß weniger Juden gestorben sind, als 6 Millionen. Man muß
hier mehr tun, als zum Himmel schreien und die Hände in Unschuld waschen.
Himmler, Williamson, Marcelus und pamino – mindestens diese sind also laut eigener Aussage davon überzeugt,
daß es einen deutschen Völkermord an den Juden gegeben hat. [Marcelus:] aber niemand behauptet, daß
alle ermordeten Juden ausschließlich durch Giftgas umgekommen sind, was Bischof Williamson offenbar unter
dem Genozid versteht, […]. pamino hat des Bischofs Worten im Video genau gelauscht und dessen schriftlich
zitierten Äußerungen zum Thema sorgfältig gelesen: +R gibt den Völkermord an den Juden zu, denkt aber,
daß es nicht so viele waren und daß nicht alle durch Vergasung umkamen. In letzterer Hinsicht denkt
er fast wie marcelus, nur sagt er ‘wohl nur wenige’ durch Vergasung, wo marcelus ‘eine unklare Zahl kam
durch Giftgas um’ sagt. Außer in der Frage der Opferzahl ist das, was marcelus sagt, praktisch das, was
Bischof Williamson sagt, abgesehen natürlich von der, gelinde gesagt, unklugen Relativierung mit den
Rachetaten der siegreichen Kommunisten: und nach 1945 blühte allen Deutschen derselbe Tod, in denselben
SS-Lagern, nur diesmal unter UdSSR-, polnischer und tschechischer Regie …
Reden immerhin Silber Clemens Paul: Nicht nur Williamson, sondern auch Tissier de Mallerais sollte besser
schweigen. Solche Äußerungen sind einfach kontraproduktiv. Vielleicht, vielleicht, aber weise wie Schlangen
zu sein, war nie die Sache der Piusbruderschaft. Mgr de Ratisbonne spricht druckreif, falls jemand ihn
drucken will; Mgr T de M spricht direkt. Warten wir ab. Vielleicht sagt bald Mgr de Galarreta etwas. Zu
Mgr Williamson: Es war zu erwarten, daß die deutsche Piusleitung mit den deutschen Wölfen heult. War
ja vielleicht – ganz abgesehen vom Sondergegenstand des jetzigen Heulens – schon wegen dieser nationalen
Tendenz kein Deutscher unter den vier 1988 Konsekrierten? Als mildernder Umständ in Sachen Mitheulens
ist in diesem Fall allerdings fairerweise das mittelalterlich anmutende neuere bundesdeutsche Strafrecht
in solchen Dingen anzurechnen. Andererseits ist es, soweit ein Nichtjurist sehen kann, auch nach diesem
Recht nicht verboten, sachlichen Äußerungen, mit denen man aus eigenen sachlichen Überlegungen nicht
einverstanden ist, diese eigenen entgegenzustellen, und ich wundere mich sehr, hier noch keine solche
sachliche Gegendarstellung gelesen zu haben. Zwei von den Schriften eines Gaskammerkundigen zitierte praktische
Argumente waren zu widerlegen. Warum versucht keiner, sie sachlich zu widerlegen und basta? Mgr Williamson
hat, und zwar ohne Deutscher zu sein, einen deutschen Völkermord an den Juden nicht verleugnet, sondern
vielmehr offen zugegeben.
Tolerator Colonius spricht Sonntag, 1. Februar 2009 22:54 clarissa colonia: Werter Tolerandus, war Felix
Mendelsson, geboren am kommenden Dienstag vor 200 Jahren, nicht getauft? Doch, und zwar fast genauso,
wie Bischof Willliamsohn.
Katechesis Dieses Wort hat seine Wurzel in echo. Ein Katechumen ist wörtlich einer, der gerade (part.
præs. pass.) gedrillt wird, den genauen Wortlaut seines Katechisten an diesen zurückzuschleudern. Gerade
so habe ich selber den Katechismus gelernt.
Die schrägen Bischofsernennungen folgen in einer geraden, fast unsichtbaren Linie auf die Weihen der
vier (noch) nicht ernannten Bischöfe. ‘Die Orthodoxie ist meine Doxie, und die Heterodoxie ist die Doxie
eines Anderen’ (G. K. Chesterton, wie Bischof Williamson Rekonvertit aus dem Anglikanismus).
Linzer Hilfsbischof (Alle Bischöfe sind ja Weihbischöfe.) Wurde er tatsächlich am 30. Januar ernannt,
wie der frühere Linzer? Da kann man nur felici auguri und pfia God wünschen und sagen.
Spaemann und FSSPX 1. ‘Die Bruderschaft vertrete vor allem in der Frage der Religionsfreiheit einen veralteten
Standpunkt.’ Korrektur: einen alten Standpunkt. 2. ‘Sollte die Bruderschaft das Zweite Vatikanum weiterhin
wie eine Räubersynode behandeln, könne man mit ihr nicht verhandeln.’ Korrektur: Im Gegenteil und a
fortiori: Man verhandelt jetzt schon mit ihr, und zwar genau wie früher, also ohne zwecklos zu verlangen,
daß sie in Kadavergehorsam die einzelnen Dekrete der ‘Räubersynode’ unterschreibt. Das heißt Realpolitik,
etwas, das im Vatikan besser verstanden wird, als in deutschen akademischen Amtsstuben, in deren Genuß
man nur schwerlich kommt, wenn man davon absieht, sich zu fragen, was zu finden ist, bevor man zu suchen
beginnt. Realpolitik ist glücklicherweise auch katholischen Geistlichen erlaubt, solange die Prinzipien
des doppelten Effektes eingehalten werden; sie ist aber keine Freundin der Hierarchien an sich.
Jedem das Seine Nicht „über dem Eingangstor“ von Büchenwald, sondern – in kleinen Großbuchstaben –
ins offene Eisenwerk jedes der beiden Torflügel in Augenhöhe unauffällig hineingeschmiedet. Daß sich
der sonst so sorgfältig recherchierte, vernünftige Aufsatz in diesem Detail irrt, zeigt die enorme Macht
des Plakativen. Wehren wir den Anfängen und vergessen wir nicht, daß der böse Effekt (hier die Verbreitung
eine Unwahrheit, und sei sie scheinbar auch so klein) nicht Mittel zum guten sein darf. Andererseits,
was hätte Unser Herr solche beschwerdetragenden Geschäftsleute gefragt? Etwa, ob sie die hitlerbelasteten
Autobahnen mit ihren Mercedes befahren?
27. Januar Ich hieße nicht Pamino, wiese ich nicht daraufhin, daß mein irdischer Schöpfer, als Bürger
der Freien Reichsstadt Augsburg unmittelbarer Untertan des echten Kaisers (in spezifischen Fall auch Herzogs
von Auschwitz), genau wie der letzte König vom seligen Preußen am 27. Januar geboren wurde. Man wird
indessen wohl noch lange des 27.01.1756 gedenken, nachdem man die 1859er und sogar die 1945er Wiederkehr
des Datums vergessen hat. Obiter dictum: Nach einem aus finanziellen Gründen noch sehr aktuellen Gesetz
des hl. Röm. Reiches von 1803 ist unser Bischof von Regensburg der einzig verbleibende geistliche Kurfürst
und der Reichserzkanzler für Deutschland. Ist es vielleicht in dieser Eigenschaft, daß er sich herausnimmt,
Bischof Williamson ein Hausverbot zu erteilen? Aber soviel ich weiß, ist es eine schwere Sünde, einem
Katholik, wie z. B. Bischof Williamson, den Zugang zu einer katholischen Kirche zu verwehren. Gibt es
vielleicht Ausnahmen, wenn der Fernhälter oder der Ferngehaltene ein Bischof ist? Und was passiert, wenn
der Gemeine Bischof Williamson bei der weltlichen Fürstin von Thurn und Taxis Asyl beantragt und erhält
und die Katholiken dann alle zur Alten Messe kommen, die er privat in der fürstlichen Kapelle liest,
weil sie die langen druckreifen Monologe ihres Ordinarii vom desolaten Mittel seines Chores herab nicht
verstehen können und jetzt endlich eine vom (quasi Regensburger) Papst gesegnete Alternative haben?
Gegengeheul Der Verfasser ist Distriktoberer der Priesterbruderschaft Sankt Pius X. in Deutschland und
heult landesüblich mit den Wölfen. Sein französischer Amtsbrüder macht ihm vor, wie man die Aufgabe
elegant und wirksam löst; er macht brav die Ohren zu. O papam Theodiscum, o verum miraculum!