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#142 Christianb 12:36:38 | Donnerstag, 5. Februar 2009
Der richtige Kritiker? Trotz aller Fehler, die hier dem vatikanischen Büro unterlaufen sind und die sicherlich
auch der konstruktiven Kritik durch Laien und Priester gleichermaßen bedürfen, sehe ich keinen Anlass
dazu, warum der wegen Menschenhandel, Zwangsprostitution und Drogenbesitz verurteilte Michel Friedman
sich berufen fühlen sollte, den Papst öffentlich zu diskreditieren. Zudem wurde bei seinen Personenschützern,
also Menschen aus seinem engeren Umfeld, im März 2007 eindeutig rechtsradikales Material gefunden. In
diesem Sinne steht es Herrn Friedman noch weniger zu, sich in der Frage des Antisemitismusverdachtes bei
Anderen zu äußern, auch wenn er selbst jüdischen Glaubens ist.- Sicherlich gibt es fähigere und würdigere
Menschen, die sich als die Stimme und auch als das Gewissen der Opfer des Holocaust in Deutschland stark
machen können und sollen. Und dass immer dann diese Stimme erhoben werden soll, wenn es um Unterdrückung
der Brüder und Schwestern im Urvater Abraham geht, steht völlig außer Zweifel. Ebenso wenig sollte
aber auch der Stimme ein Forum gegeben werden, die auf Abbruch des Dialogs zwischen Christen und Juden
drängt, ohne differenziert die Hintergründe des Papstes zu betrachten. Und dass gerade Herr Friedman
die Begriffe „unglaubwürdig“, „Lügner“ und „Heuchler“ in den Mund nimmt, lässt aufhören, innehalten
und an Mt 7,16 denken: „An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.“