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Unglaublich… … wie hier penetrant älteste (und längst widerlegte) Klischees immer wieder neu aufgebraten
werden. Nur schon diese alte Mär, man könne sich mit HS „infizieren“. Einfach nur lächerlich. Und heilen?
Es handelt sich nicht um eine Krankheit. Und wegbeten lässt „es“ sich schon gleich gar nicht… Hier
spricht übrigens ein Schwuler, der bis zum 36. Lebensjahr verzweifelt versucht hat, der „Normalität“
zu entsprechen und fast an diesem Kampf gegen sich selbst zugrunde gegangen wäre. Zu dem Thema fällt
mir immer wieder ein Leserbrief aus dem „Spiegel“ zum Thema, ob das Schwulsein eine Veranlagung ist. Der
Leser schrieb: „Schwul geboren? Aber nein! Das habe ich mir hart erarbeitet.“
Ich frage mich gerade… … ob man den Betreiber dieses Forums nicht juristisch belangen kann, weil er
solche Hetz- und Hasstiraden unkommentiert und unzensiert stehen lässt. Ich fühle mich jedenfalls massiv
bedroht durch solche Äußerungen und sehe im Übrigen keinerlei Unterschied zu Naziseiten, die ja von
Staats wegen auch vom Netz genommen werden.
Tod allen „Homoperversen“? Du lieber Himmel, wo bin ich denn hier gelandet? Im Mittelalter? Im NS-Reich?
Sehr seltsam, welche Statements von den Admins hier stehen gelassen werden… vielleicht auch bezeichnend?
Ich hoffe nicht! Ich bin selbst Admin in einem Selbsthilfeforum (nein, NICHT für Schwule!) – da wären
Teilnehmer bei solchen Äußerungen aber sofort achtkantig rausgeflogen, und zwar endgültig per SPerre
der IP-Nummer…
*kopfschüttel* Zitat: „von 2 Milliarden westlichen Heten hat noch kein einziger Kaposi.“ Wieso sollte
sich eine Krankheit nach der sexuellen Orientierung richten? Siehe hier de.wikipedia.org/wiki/Kaposi-Sarkom
@wunderkind Kommt mir auch so vor mit dem Humor, doch ich hoffe, nüchterne und sachliche persönliche
Statements können zur Verständigung beitragen. Es geht ja nicht um Krieg, sondern um Meinungsaustausch,
oder?
Meine Meinung So, jetzt möchte ich mich auch mal in diese Diskussion einklinken, sie ist der Grund, weshalb
ich mich überhaupt hier angemeldet habe. Einiges kann ich einfach nicht unwidersprochen stehen lassen.
Zunächst: ich bin selbst schwul und weiß das seit meiner Kindheit. Man sucht sich das nicht aus, man
wird so geboren. Trotzdem habe ich mich dagegen gestemmt, geheiratet, zwei Kinder gezeugt – meinen biologischen
Auftrag habe ich also erfüllt. Ich habe es nie ausgelebt, nur in der Phantasie, wenn ich mich selbst
befriedigt habe. Da stand vor meinem inneren Auge nie eine Frau. Diese Lebenslüge hatte allerdings Konsequenzen,
sie hat mich dreimal in die Psychiatrie geführt. So einen wichtigen Anteil der eigenen Persönlichkeit
kann man auf die Dauer einfach nicht ohne Folgen unterdrücken. Eines Tages konnte und wollte ich nicht
mehr länger mit der Lüge leben, habe all meinen Mut zusammengerafft und meiner Frau gebeichtet, wie
es wirklich um mich steht – auch wenn ich wenig später mein ganzes bisheriges Leben verlor. Was ich immer
befürchtet hatte, trat ein und sie warf mich raus, ließ sich blitzartig scheiden von mir. Ich habe diesen
Entschluss niemals bereut, so schmerzhaft die Konsequenzen auch waren. Man muss mit den Karten spielen,
die man mitbekommen hat, und auf einer von meinen stand eben das Wort „schwul“. Wenn es einen Gott gibt,
dann wird er auch einen Grund gehabt haben, mich so zu machen wie ich nun einmal bin. Es geht um Liebe,
egal welche, und das ist etwas Göttliches…