Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Quellen bitte!! Wir diskutieren hier im Moment über die Zusammenfassung eines Herrn Romig, der die Publikation
eines jungen Wissenschaftlers, Pater Justin Minkowitsch, zitiert. Hierzu habe ich mehrere Fragen und Anmerkungen:
– Pater Justin Minkowitsch hat laut der Diözese St. Pölten www.dsp.at/…/2007/archivinfo.php?link=290620071…
Fachtheologie und Religionspädagogik studiert – schwerlich eine Fächerkombination, die ihn zum absoluten
Fachmann in der Evolutionsbiologie macht. Aber sei’s drum, es soll ja auch versierte Laien geben. – wo
aber hat Pater Minkowitsch seine Publikation überhaupt verfasst? Sie ist nirgends zu finden, in keiner
der einschlägichen Publikationsverzeichnissen. Oder ist es nur ein 16seitiges Pamphlet, das die Gläubigen
für 5,- Euro am Kircheingang erstehen können? – zu wissenschaftlicher Herangehensweise an einen Artikel
gehört zuerst die Auseinandersetzung mit der Quelle. Solange der Autor Herr Romig keinen Bezugshinweis,
etc. liefert, können wir dies nur unter „ich kenne einen, der hat einen Freund, der hat eine super-Abhandlung
verfasst“ verbuchen – als nicht diskussionswürdig.
Occam’s Razor? Denkt hier denn keiner mal vernünftig? Es gibt gerade über den Ursprung der Welt (und
des Lebens) keine Augenzeugenberichte, sondern nur unterschiedliche Hypothesen (Gott oder BigBang mit
anschließender Evolution). Bei widersprüchlichen Hypothesen nimmt ein -vernünftiger- Mensch lieber
diejenige, die ihm einfacher und nicht so abwegig erscheint wie die andere (das nennt man Occam’s Razor).
Dies ist allerdings total subjektiv und sollte nicht diskutiert werden. Ich persönlich finde die Hypothese
„Gott“ einfach nur banal, nichts sagend, irreleitend und keine Erklärung für vieles auf der Welt (Tod
unschuldiger Kinder, unbefleckte Empfängnis, Wiedergeburt, Ursünde, Dinosaurier, etc.). Evolution dagegen
erscheint mir plausibler, auch wenn sie vielleicht noch nicht alle Fragen beantworten konnte. Im Gegensatz
zur Hypothese „Gott“ erkenne ich die Evolution (jetzt nicht nur als genetische gesehen, sondern auch als
„Evolution der Gedanken, Ideen und Handlungen“) nämlich täglich: Bei jeder Handlung entscheidet der
Mensch (auch unbewusst) unter mehreren Varianten sich für die Option, die ihm im Moment als beste, als
am meisten geeignete erscheint. Das ist für mich Evolution (Survival of the fittest) in Reinkultur. Ich
lasse gerne die ganzen Hardcore-Christen an Gott glauben (genauso wie ich meine 6jährige Nichte noch
an den Osterhasen glauben lasse), ich persönlich glaube an die Evolution. Und schon hat jeder seinen
Glauben, den jeder hoffentlich in Frieden ausleben darf, oder?
@Kunibert erstens einmal extrapolieren Sie doch auch nur: von einem Buch, das im Original nur in Fragmenten
vorliegt und von dem einige (ihnen unbekannte) Autoren behaupten, es würde das Wirken eines Gottessohn
erzählen, extrapolieren Sie auf Gott als Weltenschöpfer?!? Jeder glaubt an seine Dinge, und für alle
braucht dieser Glaube -für jeden einzelnen- glaubwürdige Beweise oder zumindest Hinweise. Glaubwürdig
heißt hier: würdig, geglaubt zu werden. Für mich als Atheisten gibt es glaubwürdige Beweise für die
Evolutionstheorie, wohingegen alle mir bis jetzt dargestellten Gottesbeweise nicht überzeugt haben. Aber
zum eigentlichen Punkt: Evolutionstheorie. Könnten Sie, werter Kunibert, vielleicht zuerst einmal Ihrerseits
eine Beschreibung der Evolution aus Ihrer Sicht geben, einmal beschreiben, was Sie unter Evolution verstehen?
Es scheint nämlich in diesen Diskussionen leider schon Usus zu sein, einen Begriff leicht umzudeuten
und dann gegen diesen „Strohmann“ Argumente anzubringen. Nur wenn beide Seiten zuerst einmal ihre Begriffe
klären, ist dies eine gemeinsame Ausgangsbasis, von der aus man eine Diskussion überhaupt beginnen kann.
@Kunibert: Sprach-Evolution kurz und knapp @Elijahu:Politischer Kampf durch Hinrichtungen?!? Ich weiß,
dass ich leider hier auf meistens taube und tumbe Ohren treffe, möchte aber einmal auf Kuniberts Fragen
antworten: – Evolution fragt nicht nach Vorteilen. Evolution geschieht einfach, ohne schon von vornhinein
auf ein Ziel hinzuzielen. Wie die einzelnen Schritte einer Sprach-Evolution aussahen? Ganz einfach: Steinzeitmensch
geht um einen Felsen herum, entdeckt ein bisher unbekanntes Tier und möchte dies den seinen erzählen,
und wird dafür wohl irgendeinen noch nicht anders besetzten Grunzlaut verwenden. Andere Steinzeitmenschen
bezeichnen das Tier mit anderen Grunzlauten, bis sich ein bestimmter Laut in der Gruppe durchsetzt. – zuerst
war die Sprache, dann kam die Schrift, um diese Sprache auch niederzuschreiben. Wir können nur noch Aussagen
über alte Sprachen geben, von denen auch schriftliche Dokumente vorliegen, für alle anderen älteren
Sprachen können -leider- keine Daten vorliegen. In diesem Fall: zugegeben: ja, das ist Spekulation. Aber
für einen einigermaßen vernünftigen Menschen eine plausible Erklärung. @Elijahu: Sie wollen also einen
politischen Kampf mit Atheisten eingehen und diese an die Wand stellen? Was ist das denn für eine perfide,
gottlose und menschenverachtende Meinung? Politischer Kampf / Diskussion: ja. Wir Atheisten nehmen dies
gerne an. Aber haben Sie schon jemals von einem Atheisten gehört (selbst den Hardcore-A. wie Dawkins
und Hitchens): Gläubige an die Wand. Bitte, Herr Elijahu: werden Sie menschlich!!!
Same old story… Langsam langweilt Dr. med. Lindemann… Immer dieselben -falschen- Argumente für eine
(das war in früheren Beiträgen) oder mehrere Ursprache? Dr. Lindemann argumentiert also mal wieder,
dass die Existenz von mehreren -angeblich- hochentwickelten Sprachen die Existenz Gottes bedeutet, der
diese Sprachenvielfalt den Menschen geschenkt hat. Zuerst einmal die Frage: warum hätte Gott den Menschen
mehrere Ursprachen schenken sollen, die sich erst (Sprach-Evolution) zu den heutigen Sprachen entwickelten –
wäre es da nicht einfacher gewesen, gleich die heutigen Sprachen regional über die Welt auszuschütten?
Aber das wichtigste Argument gegen den Doktor: er kann nicht widerlegen, dass es vor den hochentwickelten
Ursprachen deren niedriger entwickelte Vorgänger gegeben hat, die alle (vielleicht?) aus einer Ursprache
abgeleitet waren. Chronologisch betrachtet ist der Geist der Evolution klar erkennbar: eine primitive
Ursprache aus Grunzlauten, anschließend regional unterschiedliche (Nischen-Evolution) Entwicklung dieser
Ursprache zu immer höheren und komplexeren Sprachen, einige dieser Sprachen gehen unter oder entwickeln
sich weiter… kurz und gut: Evolution Bitte, Herr Dr. Lindemann: verschonen Sie uns ab sofort mit irrwitzigen,
unfundierten und unseriösem Theorien über die Nicht-Evolution der Sprachen und Ihrem daraus abgleiteten
Gottes-Beweis!!!
@vonHerzmanovsky-Orlando: Da stimme ich Ihnen voll und ganz zu. Definitiv ist nicht alles gut, was wir
tun können? Die Frage ist jedoch: wer bestimmt, was gut und böse ist? Dies ist eine Kategorisierung,
die jeder Mensch subjektiv für sich bestimmt – noch dazu situationsbedingt (was ich heute als gut befand,
kann ich morgen schon als böse empfinden). In dieser Entscheidung wird er beeinflusst von seiner Erziehung,
seinem Weltbild (=Glauben?!), seiner gesamten Lebenssituation. Was ich hier vielen vorwerfe ist, dass
sie sich selbst keine Gedanken machen, sondern sich an von der Obrigkeit vorgegebenen Moralregeln orientieren.
Was ist ehrlicher und tiefgründiger: von sich aus zu erkennen, dass man anderen Menschen kein Leid antun
sollte, oder dies nur zu machen, um der Strafe eines strengen Gott-Vaters zu entgehen?
@Josef Preßlmayer: Gute Fragen…und Gemeinsamkeiten zwischen Atheisten und Theisten Vielen Dank für
die Fragen, die Sie gestellt haben. Es sind dies wirklich interessante Fragen, die auch die Wissenschaftler
noch nicht abschließend beantworten und beweisen konnten. Atheistische Wissenschaftler und Gläubige
stehen vor demselben Dilemma: etwas glauben zu müssen, was niemand genau weiß, weil niemand dabei bei
Beginn der Welt dabei war. Also geht es ums „Hören-Sagen“: Einige glauben an die Überlieferungen eines
„Heiligen Buches“, andere versuchen, durch Beobachtung der augenblicklichen Welt, Durchführung von Versuchen
und Formulierung von Gesetzmäßigkeiten (und Testen derselben) eine „glaubwürdige“ Hypothese zu entwickeln.
(und leider viel zu viele machen sich überhaupt keine Gedanken darüber) Hier unterscheiden sich Theisten
und Atheisten in keiner Weise. Sie unterscheiden sich lediglich in der Entscheidung für eine der beiden
Hypothesen (Gott oder BigBang?), wobei jede Gruppe andere Gründe ins Feld führt, warum ihre Hypothese
die bessere ist. Wenn beide „Lager“ dies einmal anerkennen würden, wäre es sehr viel einfacher, miteinander
ohne Polemik sprechen zu können. Übrigens können „die Atheisten“ ihre Frage 3.) beantworten: es ist
das Gesetz der Evolution!
Bestätigung der Evolution durch Dr. Lindemann Herr Dr. Lindemann nimmt an, dass das IndoGermanische der
Anfang und auch gleich der Höhepunkt der menschlichen Sprachentwicklung war. Woher weiß er das? Könnte
es nicht vielmehr sein, dass die Menschheit eine lange Zeit brauchte, um sich von den ersten Grunzlauten
zum IndoGermanischen hin zu entwickeln? Und dass das IndoGermanische sich eben auch weiterentwickelt,
dass sich jede Sprache weiterentwickelt. Ich muss aber noch einmal mit einem großen Irrtum aufräumen:
Evolution strebt nicht notwendigerweise immer zum Komplexeren, ja Evolution kennt a priori überhaupt
kein festes anzustrebendes Ziel. Nur a posteriori kann Evolution eine Entwicklung erklären: Es wurde
unter verschiedenen Alternativen diejenige ausgewählt, die in der aktuellen Situation als die am meisten
geeignete angesehen wurde. („Survival of the fittest“) Herr Dr. Lindemann lebt und demonstriert Evolution
sogar in seinem Artikel und seiner Sprachwahl: warum schreibt er nicht in einer seiner geliebten alten
komplexen, von Gott eingegebenen Hochsprachen? Weil er – bewusst oder unbewusst – erkannt hat, dass das
degenierte Deutsch für einen kreuz.net-Artikel besser geeignet ist. Übrigens ein Evolutionsschritt,
den alle Redakteure und Autoren hier auf kreuz.net vollzogen haben. Sosehr sich manche auch gegen Evolution
streben – evolutionäre Schritte vollziehen wir alle und immer.
Evolution zielt nicht, definitiv nicht immer auf das Komplexere @Burgorus: Ich habe nie vorausgesetzt,
dass unsere halbäffischen Vorfahren bereits 170 synthetische Formen gesprochen haben (und auch Dr. Lindemann
nicht). Da bitte ich Sie doch, meinen Beitrag genau zu lesen. Sprachentwicklung ist einem ständigen Wandel
unterworfen: neue Wort- (auch dank kreuz.net) und Satzkonstruktionen werden erschaffen, verschwinden wieder
in der Versenkung, oder haben solch eine Leuchtkraft, dass sie von genügend vielen kopiert und verwendet
werden, um für eine Zeitspanne in den allgemeinen Sprachgebrauch Einzug zu halten (was den „Homo-Sado-Genossen“
à la kreuz.net hoffentlich nicht beschieden ist). Andere werden für veraltet und nicht mehr notwendig
betrachtet und verkümmern. Es wird in jeder Sprache ein oder mehrere „Hoch“-Phasen gegeben haben, aber
abgelöst werden von „Degenerations“-Phasen. Nun kann aber keiner ernsthaft behaupten, dass die ersten
Menschen bereits das Maximum an Sprachentwicklung aus dem Nichts erreicht hätten (auch die von Herrn
Lindemann so hochgelobten komplexeren Sprachen hatten einfachere Vorläufer, deren Vorläufer sicherlich
in Urzeiten eher dem Grunzen der Neandertaler geglichen hat). Sprache ist einer kontinuierlichen Fluktuation
unterworfen, die geprägt ist von einer Abänderung bestehender Worte und Konstrukte, deren Test auf Alltagstauglichkeit,
Übernahme bzw. Untergang. …mit anderen Worten: Evolution… qed
Missverstandene Evolution Wenn es nicht so traurig wäre, welches Nicht-Wissen ein -offensichtlich- studierter
„Dr. med.“ in diesem Artikel offenbart, wär’s schon wieder zum Lachen. Wo denn setzt die Evolutions-Theorie
den Glauben voraus, das halbäffische Frühmenschen bereits alle 170 synthetische Formen beherrschten?
Evolution ist nicht das unbedingte Streben zu immer komplexeren Formen, sondern der Prozess, an dessen
Ende sich die am meisten geeigneten Formen durchgesetzt haben („Survival of the fittest“ im Wortsinn von
to fit = passen, geeignet sein). Insofern ist die sprachliche Entwicklung eine Bestätigung der Evolution:
fünf Deklinationen mit fünf Fällen werden nicht benötigt, weniger tun’s auch (und sparen Lern- und
Sprach-Ressourcen). Auch die beklagte „Abschleifung“ passt ins Modell der Evolution: auch kürzere Wörter
behalten ihre Bedeutung, auf die Spitze getrieben beim gängigen Abkürzungswahn im Internet zu beobachten.
ein bißchen Menschlichkeit?!? Wieso sollte Mons. Gerhard Wagner nicht vielleicht einmal die Menschlichkeit
übermannt haben?! Es möge sich jeder einmal selbst fragen, ob er es als Seelsorger über das Herz bringt,
einer jungen Frau, die sich in einer absoluten Not-Situation an ihn wendet, brutal und menschenverachtend
ins Gesicht zu sagen: „Abtreibung ist Mord und schlimmste Sünde“? Sollte da nicht die Menschlichkeit
siegen, und man diesem Menschen helfen?!?! Sollte dies die „Leiche im Keller“ des Mons. Gerhard Wagner
sein, sage ich aus ganzen Herzen: „Respekt, was für ein Mensch, was für ein Seelsorger!!“
Demokratie und Menschenrechte Was (nicht nur) in diesem Artikel wie in vielen Äußerungen falsch dargestellt
wird, ist die „Beliebigkeit“, mit der eine demokratische Mehrheit Menschenrechte gewährt oder entzieht.
Demokratie bedeutet eben nicht eine vollständige Allmacht der Mehrheit, sondern deren Beschränkung durch
unentziehbare Menschenrechte, die jeder Mensch besitzt und die auch durch eine Mehrheit nicht aberkannt
werden kann. Leider werden die Grenzen von demokratischen Entscheidungen von leider vielen nicht gelebt,
beachtet und betont, so dass es für anti-demokratische Kreise (wie kreuz.net) ein lohnendes Ziel bietet,
hat man denn die Verteidigung der Menschenrechte als heuchlerisches Ziel auf die eigene Fahne schreiben
können. Dabei wird nur -und zugegebenermaßen wahr- betont, dass Demokratie, die die Menschenrechte vernachlässigt,
nur eine Terrorherrschaft der Masse ist. Auf der anderen Seite wird hier bewusst die Umkehrung verschwiegen:
Menschenrechte, die nicht in einer Demokratie gelebt werden dürfen, sondern in einer von einer totalitären
Kirche dominierten Welt, sind nur eine hohle Fassade.