Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
@ karim Schade! Zwischen „karim“ mit seinen jedenfalls fundierten und unpolemischen Beiträgen, und anderen
ernsthaften Teilnehmern hätte sich eine echtes Gespräch ergeben können. Da hier aber einige dialogunfähige,
diskursverweigernde Herrschaften immer das Wort an sich reißen, kommt solches wohl nicht zustande. Hier
meine Frage an karim: Sie haben natürlich völlig recht in dem, was Sie aus Thomas über den impliziten
Glauben der „gentiles“ zitieren. Das Minimum an Glaubensinhalt gemäß Hebr. 11 hat die die katholische
Theologie immer als für die Rechtfertigung ausreichend anerkannt, sofern ein unüberwindlicher Erkenntnismangel
bezüglich der christlichen Offenbarung und ihrer „credenditas“ vorliegt. Heißt es aber nicht, die erbsündlich
verwundete Natur des Menschen überschätzen, wenn man bei den Nichtchristen von vornherein eine „bona
fide“-Gesinnung voraussetzt? Und läuft man nicht Gefahr, den Missionsauftrag der Kirche Jesu Christi
auszuhebeln (wie heute allenthalben zu beobachten), wenn man nicht auch und vor allem die objektive Heilsnotwendigkeit
des expliziten christlichen Glaubens betont?
Corpus Christi Mysticum Es ist in der Tat die Tendenz einer Richtung innerhalb der neueren Ekklesiologie
(und zwar der gläubigeren, die nicht alles in Soziologie auflöst), das „Mysticum“ gegenüber dem „Corpus“,
also den Geheimnischarakter gegenüber der körperlich-sichtbaren Dimension hervorzuheben. Niemand, der
die Kirche gläubigen Blickes betrachtet, wird einer solchen Sichtweise die Legitimität absprechen, wenn
sie sich nicht gegen die Sichtbarkeit und die rechtliche Verfaßtheit des Leibes Christi wendet. Bei Kardinal
Ratzinger / Benedikt XVI. war das niemals der Fall. Im Gegenteil, seine Stellungnahmen zum Thema waren
stets von dem Bemühen durchdrungen, Logos und Sarx, Ideales und Konkretes, Unveränderliches und Geschichtlichkeit,
Pneuma und Recht etc. zusammenzuschauen. Übrigens haben tatsächlich Theologen aus der „Corpus Christi
Mysticum“-Ekklesiologie übertriebene Folgerungen abgeleitet. Pius XII. nennt selbst solche Gefahren in
seinem Rundschreiben, und in Deutschland kam es sogar zu Indizierungen entsprechender Bücher. Die Theologiegeschichte
im allgemeinen und die Ekklesiologie im besonderen ist nun einmal ein Wechselspiel unterschiedlicher Betrachtungsweisen,
die das letztlich unfaßbare Mysterium von verschiedenen Seiten betrachten und dabei zu oftmals komplementären
Aussagen gelangen. Erst wenn ein eigentlich offenbarungsgemäßer Ansatz sich gegen einen anderen, ebenfalls
der Offenbarung entsprechenden absetzt und verabsolutiert, steht die Häresie in der Tür.
Neglegentia latinitatis Valde dolendum est, multos sacerdotes, qui in celebratione mysterii eucharistici
latinitate utuntur, hanc universalis Ecclesiae linguam loqui non posse. Nonne inter alias causas etiam
neglegentia latinitatis situationem pessimam in theologia atque liturgia efficit? Beatus Papa Ioannes
XXIII. verba prophetica scripsit, quae sunt valde famosa, sed paene nemo corde accepisse videtur…
#109 Pelagius 21:04:06 | Donnerstag, 5. Januar 2006
Fragen an Dr. Regazzoni Werter Herr Dr. Regazzoni, ehrlich gesagt habe ich erhebliche Schwierigkeiten
mit den interreligiösen Friedensgebeten in Assisi und anderswo. Das Wohlgefallen des Papstes Pius XI.
hätten sie wohl kaum gefunden. Auch der jetzige Papst gilt nicht als Freund solcher Unternehmungen. Wo
aber ist der direkte Bezug zu Texten des Vaticanum II? Meinen Sie die Freundlichkeiten, die da über andere
Religionen geäußert werden, enthielten schon einen Auftrag zu derlei Friedensgebeten? Oder welche Stellen
meinen sie genau? Es sollte ja doch um Widersprüche der Konzilstexte zu den drei Enzykliken gehen, nicht
wahr? Weitere Frage: Wo genau distanziert sich Papst Benedikt XVI. von der Ekklesiologie des letzten Piuspapstes?
Als scholastisch geschulter Denker dürften Sie im übrigen wissen, daß es mit der Identifikation von
Jesus und der Kirche so eine Sache ist. Man muß auf jeden Fall saubere Distinktionen vornehmen und die
Ebenen unterscheiden. Aber bitte, belehren Sie mich, wie es einem Herrn Dr. ja wohl zusteht. Welche Stellen
meinen Sie – im Zweiten Vaticanum, in den Büchern Benedikts (und demgegenüber auch in Mytici Corporis)?
#107 Pelagius 18:19:46 | Donnerstag, 5. Januar 2006
Zweierlei Staat Werter Irenäus, im modernen, laizistischen, religionsindifferenten bis -feindl. Staat
wird die Kirche nicht mehr fordern können als das Recht auf Religionsfreiheit. Interessant: Auf dem Konzil
waren Stimmen aus der Sowjetzone für eine solche Erklärung. Es gilt eben den zeitgeschichtl. Hintergrund
zu berücksichtigen. (Daß dann die vatikan. Politik sich gegenüber Ländern mit kathol. Staatsreligion
ungünstig verhalten hat, ist überaus bedauerlich, steht aber auf einem anderen Blatt.) Die Kirche weiß
weiterhin um die objektive Verpflichtung eines jeden Menschen zur wahren Religion; das bringt DH eigens
zum Ausdruck, und man braucht in dieser Formulierung wirklich keine Verhüllungstaktik erblicken. Gewiß
ist die Verbreitung rel. Irrtums in sich eine Gefährdung der öffentl. Ordnung, wo diese noch besteht
oder staatlich angestrebt wird. Herrscht hingegen Relativismus, so wird die Kirche dafür zu kämpfen
haben, daß dem einzelnen die volle Freiheit seiner Religionsausübung belassen bleibt. Ein oft sehr harter
Kampf! Anspruchsvoll ist die Aufgabe, dem Prinzip treu zu bleiben und es doch flexibel auf die gegebene
Situation anzuwenden. Gerade vor dieser Spannung darf man sich nicht drücken. Kard. Ratzinger hatte recht,
diesen Staat (den modernen, laizistischen) in Glaubensbelangen für inkompetent zu erklären. Ich möchte
Urteile über solche Fragen wirklich nicht von Frau Merkel oder Herrn Schröder entscheiden lassen. Die
sollen mich religiös wenigstens in Ruhe lassen!
#104 Pelagius 16:57:09 | Donnerstag, 5. Januar 2006
Dignitatis humanae und die Tradition Meiner bescheidenen Meinung nach gibt es eine beachtliche Anzahl
von Versuchen, die Erklärung über die Religionsfreiheit in Einklang mit früheren Stellungnahmen über
diese Frage zu bringen. Der Gründer einer dominikanischen Gemeinschaft in Frankreich ist sogar eigens
vom Sedisvakantismus zur Anerkennung der römischen Autoritäten zurückgekehrt, weil ihm aufging, daß
DH nicht häretisch sei… Wichtig scheint mir die jüngst von Papst Benedikt dargelegte Wahrheit zu sein,
daß Stellungnahmen der Kirche zu kontingenten Dingen zwar aus absoluten Prinzipien hervorgehen, doch
in der Anwendung auf die entsprechenden Gegebenheiten selbst nicht absolut sein können. In diesem Sinne
betont ja auch Dignitatis humanae, die bisherige Lehre (also das Prinzip) bleibe bestehen, während es
gelte, einer konkreten Sachlage gerecht zu werden. Daß niemand zum Glauben gezwungen werden kann, ist
eine Binsenweisheit, die von der Kirche immer festgehalten wurde. Daß die Freiheit im Bereich der Religion
ein hohes (wenn auch leider oft mißbrauchtes) Gut ist, dürfte ebenfalls klar sein. Wie nun aber in einer
bestimmten Epoche das Verhältnis zwischen göttlichem Anspruch und menschlicher Verpflichtung zur Gottesverehrung
(auch zur sozialen) auf der einen Seite, Freiheit des Individuums in der durch Totalitarismen bedrohten
Gemeinschaft andererseits dargelegt werde, läßt wohl einigen Ermessensspielraum zu, oder?
#100 Pelagius 16:23:28 | Donnerstag, 5. Januar 2006
Dr. Regazzoni und der Geist des Studiums Auf meine Bitte hin, mir doch die konkreten Widersprüche des
Vaticanum II zu den von ihm angeführten päpstlichen Rundschreiben Pascendi, Mortalium animos und Humani
generis am Text nachzuweisen und nicht einen diffusen Konzilsgeist zu beschwören oder die bekannte Litanei
nachkonziliarer Mißstände zu rezitieren, wußte Herr Dr. Regazzoni nicht mehr zu sagen, als: Im Uebrigen
sind nicht nur Text sondern ebensosehr die daraus hervorgehenden Verhalten konkludent. Sie sind aufgezählt
in Erzbischof Lefebvre’s Satan’s Meisterstück doch zweifle ich sehr, dass Ihre Hallbildung dazu ausreicht.
Als Lehrer müßte ich ihm die Note „Durchgefallen, da Thema verfehlt“ erteilen. Aber ich bin nun einmal
kein Lehrer und habe auch keine Dr.-Titel zu vergeben… Nein, es ist wirklich wenig erfreulich, hier
ein ernsthaftes Gespräch über eine wichtige Thematik zu suchen. Hatte nicht Rom der FSSPX damals bezüglich
der Konzilstexte, die ihr Schwierigkeiten bereiteten, einen Geist des Studiums einzuhalten? Offensichtlich
liegt hier ein weiterer Grund, weshalb die Verhandlungen scheitern mußten.
#89 Pelagius 11:10:44 | Donnerstag, 5. Januar 2006
Pascendi, Mortalium animos, Humani generis und „das Konzil“ Pascendi, Mortalium animos und Humani Generis
stehen im Widerspruch zu den V 2 Bestimmungen ob es Benedikt XVI passt oder nicht. Können Sie mir bitte
sagen, in welchem Punkt der von Pascendi verurteilte Modernismus durch die Texte des Zweiten Vaticanum
Billigung findet? Wo genau das Konzil die in Mortalium animos gerügten panreligiösen Umtriebe gutheißt?
Und wo die irrigen Lehren, die Humani generis beim Namen nennt, vertreten werden? Mit irgendwelchen vagen
Hinweisen oder Beschwörungen des Konzilsgeistes wollen wir uns allerdings ebenso wenig zufriedengeben
wie mit der bekannten Aufzählung von nachkonziliaren Mißlichkeiten. Jetzt soll bitte einmal der Text
zählen, der Buchstabe also, in dem sich der Geist ausdrückt. Im übrigen habe ich mir nicht angemaßt,
die Persönlichkeit des Bischofs Williamson als unausgegoren zu bezeichnen. Ich nannte seine Äußerungen
so, insbesondere die über die verschiedenen Religionen. Wir sollten uns bei Konzilstexten und anderswo
angewöhnen, sehr genau zu lesen.
#87 Pelagius 10:14:15 | Donnerstag, 5. Januar 2006
Regazzoni, Williamson, Unterstellungen und britischer Humor Dr. Regazzoni sagt uns, Bischof Williamson
vertrete eigentlich dasselbe wie die Schule von Bologna. Offensichtlich meint er das sog. Alberigo-Projekt.
Dieses hat von hoch- und höchstoffizieller Seite, zuletzt vom Papst selbst am 22.12., eine klare Abfuhr
erfahren. Benedikt XVI. erklärte, daß das letzte Konzil als Teil der Tradition betrachtet werden muß.
Auch in dieser Frage scheinen sich die Extreme wieder einmal zu berühren. Weiter heißt es bei Dr. Regazzoni:
„Kein Konzilspapst hat irgendwelche Dogmen geleugnet. Hätte er es getan so hätte er an Glaubwürdigkeit
eingebüsst und das wollte keiner von ihnen und daher betont jeder, wie sehr ihm die katholische Tradition
am Herzen liege.“ Sollen die Päpste damit zu Heuchlern, Lügnern, Betrügern abgestempelt werden? Ist
das nicht eine ungeheure Unterstellung, ja Verleumdung? Nach dem Beichtunterricht, den ich erhalten habe,
wäre das eine schwere Sünde. Bei denen, die stets die Tradition im Munde führen, offensichtlich nicht
mehr. Übrigens spricht die tradtionelle Moraltheologie in solchen Zusammenhängen von einer „conscientia
pharisaica“… Und nochmals Dr. Regazzoni: „Vielen passt seine vom „british sense of humour“ geprägte
Sprache nicht besonders, doch ändert dies nichts daran, dass er die Wahrheit sagt.“ Habe selbst recht
viel Chesterton, Lewis usw. gelesen. Unter britischem Humor verstehe ich etwas Intelligenteres als diese
unausgegorenen Peinlichkeiten.
Kontexte Der Theologe Ratzinger äußert sich für gewöhnlich nicht in Aphorismen oder in kurzen, geschliffenen
Sentenzen. Man muß also durchaus den unmittelbaren und auch den weiteren Zusammenhang seiner Überlegungen
beachten. Dann wird vieles klarer. Daran, daß Gaudium et spes gegenüber früheren Dokumenten in eine
deutliche Spannung tritt, wird wohl niemand zweifeln. Es ist eben der – meiner bescheidenen Ansicht nach
nicht in jeder Hinsicht gelungene – Versuch, den Gegebenheiten des Heute gerecht zu werden. Und tatsächlich,
dieses Heute lag nach 1789, nach dem Verlust des Kirchenstaates und vielen anderen für die Kirche bedeutsamen
Ereignissen. Inzwischen wirken die Ausführungen von Gaudium et spes ähnlich antiquiert wie das meiste,
was in dieser Zeit verfaßt wurde. Schade, daß der Dialog zwischen Kardinal Ratzinger und Erzbischof
Lefebvre nicht in wörtlicher Wiedergabe vorliegt. Gedächtnisprotokolle haben leider nicht immer als
völlig authentisch zu gelten. Und nochmals David Berger in seinem beachtenswerten Artikel über das Zweite
Vaticanum (aktuelle Theologisches-Nummer): „Tradition ist hier nicht zu verwechseln mit bestimmten partikularen
Traditionen, die der Traditionalismus zum einzig gültigen Maßstab erhebt.“ (Anm. 12)
Gegensyllabus u.ä. Marcel schrieb: „… war es auf der Seite der Freunde des Modernismus immerhin Kardinal
Ratzinger, der sagte, daß das V.II der Anti-Syllabus und die Versöhnung der Kirche mit 1789 ist, uam.“
In Wirklichkeit lehnt Ratzinger genau dies ab: eine Konzilsinterpretation, die sich bestimmte Partien
aus Gaudium et spes, Nostrae aetate und Dignitatis humanae zusammenschneidet und dann als „eine Revision
des Syllabus Pius’ IX., eine Art Gegensyllabus“ präsentiert (vgl. Theologische Prinzipienlehre, München
1982, 396). Dazu David Berger in der aktuellen Theologisches-Nummer: „Bestimmte Veröffentlichungen haben
hier – um Ratzinger nach seiner Wahl zum Papst zu diskreditieren – diesen Passus zitiert und dabei so
getan, als ob dies (also genau das, was R. hier ablehnt) die Position Ratzingers sei.“ (Sp. 768, Anm.
12) Aber das ist ja keine Neuigkeit. So verfährt man schon seit geraumer Zeit. Vorsicht, daß aus der
ignorantia invincibilis nicht eine ignorantia vincibilis, crassa et affectata werde…
Liturgiereformkritisches im Kontext Es ist für die Leser möglicherweise erhellend, die Homepage des
neuen kreuz.net-Autors Dr. Fugel zu besuchen: www.fatima.ch Eine bewegt-bewegende Seite, auf der man sogleich
mit der Hymne der Liebeskreuz-Aktion und bunten Bildern begrüßt wird! Interessant sind vor allem die
Ausführungen über diverse Erscheinungsorte. Geradezu spannend lesen sich die Ausführungen, in denen
ein Höhenvergleich der Dozulé-Kreuze mit sonstigen hohen Bauwerken unternommen wird: www.fatima.ch/Seiten/Seite46.htm
Über die Problematik der Liturgiereform gibt es freilich auch einiges zu lesen; doch vielen Lesern dürfte
das alles viel zu papalistisch und apparitionistisch sein…
#21 Pelagius 22:43:51 | Donnerstag, 8. Dezember 2005
Das „Terribilis est locus iste“… … hätte natürlich heißen müssen: „Horribilis est locus iste“.
Bitte um Entschuldigung für den sinnentstellenden Rechtschreibfehler!
#8 Pelagius 13:58:14 | Donnerstag, 8. Dezember 2005
Terribilis est locus iste! Die Mitglieder einer Gemeinschaft, die mit einer Kapelle wie der abgebildeten
als Mittelpunkt ihres geistlichen Hauses leben können, müssen ganz offensichtlich über ein hohes Maß
an Abtötung der Sinne verfügen.
#11 Pelagius 13:15:09 | Mittwoch, 7. Dezember 2005
Zweierlei Maß? Merkwürdig, daß sich die Beiträge zu dieser Richtigstellung bisher weitgehend auf das
Wort „moderieren“ beziehen, aus dem man einen neuen Anlaß zur Kritik an der „V2-Kirche“ herleiten kann.
Die Tatsache aber, daß die Berichterstattung von kreuz.net nicht ganz den Tatsachen entsprach, scheint
offensichtlich einfach so hingenommen zu werden. Hauptsache, es geht irgendwie gegen „die Modernisten“.
Frage: Welche Reaktionen wären hier wohl zu lesen gewesen, wenn eine (ungünstige) Unwahrheit über das
Seminar von Zaitzkofen oder Ecône publiziert worden wäre? Die Tatsache, daß man die Liturgiereform
und die meisten nachkonziliaren Neuerungen für kritikwürdig hält, dispensiert doch wohl nicht von Aufrichtigkeit
und Redlichkeit.
Väter und Kirchenlehrer Irenäus, dem ich insgesamt nur beipflichten kann, schrieb: „Die Lehre vom Limbus
hat immerhin zwei Punkte für sich: 1) Die meisten Kirchenlehrer vertraten sie. 2) …“ Das sei dann aber
doch dahingestellt! Man vergesse nicht, daß eine nicht unbeträchtliche Zahl von Kirchenlehrern lange
vor Aufkommen der Limbuslehre lebten. Irenäus will sicher nicht behaupten, Irenäus von Lyon habe den
Limbus vertreten. Ebenso wird man das von Hieronymus, Ambrosius, Chrysostomus, Gregor von Nazianz, Basilius,
Ephräm, die Päpste Gregor und Leo usw. sagen können. Auch bei Lehrern des Mittelalters wäre wohl noch
manches Fragezeichen möglich. Wie steht es z.B. um Bernhard, den Doctor melifluus? Und wie um Antonius,
den Doctor Evangelicus? Vorsicht also mit den beliebten Hinweisen auf einen „Konsens der Väter“ oder
einen „Konsens der Lehrer“. (Und bitte: Man komme hier nicht mit dem stereotypen Vorwurf, das sei theologischer
Archäologismus…)
Limbus-Lehre Dass ungetaufte Kinder in den Himmel kommen könnten, wurde nie und zu keiner Zeit von der
Kirche gesagt, die allererste Lehre war die, das unschuldigt ungetaufte Kinder in die Hölle kommen. (Evelins
Gatte) Augustinus war der Auffassung, die ungetauft gestorbenen Kinder kämen in die Hölle (mit geringen
Peinen). Doch nicht nur die Vertreter der Limbus-Lehre hatten dazu einen Gegenentwurf bereit. 3 Beispiele:
– Jean Gerson (1429) kennt ein göttliches Sonderprivileg für die Rechtfertigung solcher Kinder. – Cajetan
(+ 1534) vertritt die (später von anderen Theologen übernommene) Theorie der Kinderersatztaufe, unter
der er eine Art Begierdetaufe durch die Eltern versteht. – Heinrich Klee (+ 1840) spekuliert über eine
göttliche Illumination, die den Kindern eine Entscheidungsmöglichkeit gebe. Gewiß hat das Griechendekret
des Florentinum 1439 gelehrt: Wer im Stand einer schweren Sünde oder auch nur der Erbsünde sterbe, komme
alsbald in die Hölle, wenngleich mit verschiedenen Strafen (cf. DS 1306). Doch die erwähnten Theorien,
die auch vor Vaticanum II in den Handbüchern offen diskutiert werden konnten, gehen eben davon aus, es
gebe für die Kinder eine Möglichkeit, von der Erbsünde befreit zu werden. Papst Pius VI. verbot a.D.
1794, den Limbus ein pelagianisches Märchen zu nennen. Aber auch dadurch ist die entsprechende theologische
Theorie nicht schon unfehlbarer Glaubenssatz.
#10 Pelagius 23:07:15 | Mittwoch, 30. November 2005
Es ist und bleibt wahr: Prof. Dr. Berger vertritt trotz seines „Prof. Dr.“ Auffassungen, die nicht der
christlichen Offenbarungswahrheit entsprechen und nicht mit dem traditionellen Glauben der Kirche übereinstimmen.
Und das nicht nur im Blick auf das Leben Jesu, sondern auch in der Christologie. Was Berger beispielsweise
in seinem – gewiß interessanten – Buch „Im Anfang war Johannes“ (Stuttgart 1997) über die Präexistenz
und die Gottheit des Logos schreibt, bleibt weit hinter dem Befund der Heiligen Schrift und dem kirchlichen
Dogma zurück. Hier überkommt nicht nur den studierten, rechtgläubigen Theologen, sondern auch den einfachen
Christen ein tiefes Unwohlsein. Wirklich glaubenstreue Theologie findet er hier nicht, sondern ein Gemisch
von Gutem, Inspirierendem, Brauchbarem, Fragwürdigem und direkt Falschem.
#62 Pelagius 20:18:12 | Samstag, 19. November 2005
Respondeo Irenäus hat seinem Namen Ehre gemacht und sich irenisierend eingeschaltet. Dafür sei ihm gedankt.
Zu seinen Fragen: a) „Was ist das für ein Gehorsam, wenn man wie die FSSP tatenlos zusieht, wie in anderen
Diözesen im Namen des Gehorsams gegenüber den Ortsbischöfen die Seelsorge zusammenbricht? Was soll
aus den dortigen Seelen werden?“ Eine einzige Priestergemeinschaft, und trüge sie das Kürzel FSSP oder
sogar FSSPX, wird nicht für die Gläubigen in allen Diözesen sorgen können. Sie wird nicht einmal den
Anspruch erheben dürfen, ihr Wirken sei für die „dortigen Seelen“ schlechthin heilsnotwendig. Katholisch-allumfassend
ist (auch in räumlichem Sinne) allein die Gesamtkirche, nicht eine ihrer Gemeinschaften. b) „Was ist
das für ein Gehorsam, Messen zu simulieren wie Rifan? Das tut er, weil er immer noch große Vorbehalte
gegenüber dem Novus Ordo hat, aber vergessen wir nicht, Sakramente zu simulieren ist ein Sakrileg!“ Die
hier benannten Skandale scheinen ja wirklich schlimm zu sein. Wenn Bischof Rifan Messen oder Sakramente
simulieren würde, müßte man ihn sogleich in Rom anzeigen. Auf welche Informationen stützt sich aber
diese überaus schwerwiegende Behauptung?
Originell Daß die kreuz.net-Redaktion den Text, entstammend der allgemeinen göttlichen Offenbarung,
als „Privatoffenbarung an die Hirten der Kirche“ bezeichnet und einen Priester aus dem Heiligen Land als
Empfänger benennt, ist offensichtlich originell gemeint. Gratuliere!
#58 Pelagius 16:55:18 | Samstag, 19. November 2005
Niveauverlust „Mai Pelagius wos foselst denn du do so scheiheilig doher? Des is niat katholisch!“ (Ignatius)
„Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Lesermeinungen. Sie behält sich aber
das Recht vor, unsachliche, unflätige, blödsinnige, beleidigende, rechtswidrige sowie dogmatisch oder
moralisch bedenkliche Beiträge sowie Beiträge, die dem Ansehen des Mediums schaden, zu löschen.“(kreuz.net)
#53 Pelagius 14:40:10 | Samstag, 19. November 2005
Bemerkenswertes „Dass die Selig- und Heiligsprechungen kein Akt des unabänderlichen Lehramtes sind, ergibt
sich aus deren Gescichte. Hier der Artikel Heiligsprechung in der katholischen Kirche auf schaepp.de“
(Gatte der Evelin) Bemerkenswerte Quellen, aus denen sogenannte Traditionalisten neuerdings ihre Einsichten
schöpfen! Im übrigen: Von einigen Beiträgern wird man wohl nicht gerade behaupten können, sie litten
unter Skrupulanz; denn mit ihren Äußerungen über die kirchliche Hierarchie und über Personen, die
zur Ehre der Altäre erhoben wurden, setzen sie sich doch ständig der Gefahr aus, freventlich zu urteilen
und (zumindest verbal) Heiliges zu entweihen – nach der klassischen Moraltheologie immerhin eine schwere
Materie, also objektiv eine Todsünde. (Weiß schon, auch da wird man um eine schneidige Antwort nicht
verlegen sein. Das sind die Zeugen Jehovas ja auch nimals.) Bleibt zu hoffen wir, daß es hier wie in
Sachen „Schisma“ im materiellen Bereich bleibt und nicht formal wird…
Kunstvolle Antwort! Feiner und geisterfüllter hätte der spätere Papst auf die etwas indiskrete Frage
wohl nicht antworten können. Ob man von dieser Art nicht manches lernen sollte?
#33 Pelagius 09:21:01 | Freitag, 18. November 2005
Minimal-Music Es mag eine Frage des persönlichen Geschmackes sein, wenn hier kritische Anfragen an die
Adresse der Priesterbruderschaft St. Pius X. als „stinklangweilige Liedchen“ (Irenäus) bezeichnet werden.
Offensichtlich sind die traditionalistischen Schunkellieder, in die man ohne Vorkenntnisse einstimmen
kann und deren Repetitionen zuweilen an die Minimal-Music eines Steve Reich erinnern (ohne freilich deren
Komplexität und rhythmische Raffinesse zu erreichen), interressanter und spannender. Sei’s drum, jedenfalls
müßte die Priesterbruderschaft St. Pius X. gegenüber dem Vorwurf, zumindest materialiter schismatische
Tendenzen zu haben, Vorwürfe wie diesen als unzutreffend erweisen: Sie lasse sich vom Papst doch ohnehin
nicht „hineinreden“, wisse im Gegenteil alles besser als er und, anstatt sich seinem Urteil zu unterwerfen,
beurteile sie seinen Glauben, seine Taten. Nochmals: Wenn solches als Irrtum erwiesen ist, dann kann wirklich
von einem Schisma weder im formalen noch im materiellen Sinne die Rede sein.
#5 Pelagius 12:58:22 | Donnerstag, 17. November 2005
Formal und materiell Schismatisches „Deshalb kam es zur Situation der Trennung, auch wenn kein formales
Schisma vorliegt.“ (Kardinal Hoyos) So wäre es denn an der Zeit, daß auch alles materiell Schismatische
aus der Welt geschafft wird. Die Priesterbruderschaft St. Pius X. müßte z.B. die Unhaltbarkeit von Vorwürfen
wie diesem erweisen: Sie lasse sich vom Papst doch ohnehin nicht „hineinreden“, wisse im Gegenteil alles
besser als er und, anstatt sich seinem Urteil zu unterwerfen, beurteile sie seinen Glauben, seine Taten.
Wenn solches als Irrtum erwiesen ist, kann freilich von einem Schisma weder im formalen noch im materiellen
Sinne die Rede sein.
#12 Pelagius 18:51:39 | Dienstag, 15. November 2005
Thema Gewalt im Gottesdienst Aber ja! In der überlieferungstreuen Liturgie ist fast ständig vom Kampf
wider die Feinde die Rede. Der Ordo Missae ist da noch am harmlosesten: Iudica me, Deus, et discerne causam
meam de gente non sancta: ab homine iniquo et doloso erue me. Im traditionellen Brevier hingegen hagelt
es geradezu verbale Gewalt gegen das Reich der Finsternis; bekanntlich sind hier – im Gegensatz zum postkonziliaren
Stundenbuch – die Psalmen noch nicht um die Malediktionen beschnitten. Und dann erst die Segnungen, die
Exorzismen…! Solange die Kirche den gottgewollten Kampf führt, wird sie sich immer gegen die ungerechte
Gewalt wenden und die Werke des Feindes zu zerstören suchen. Wo sie hingegen Freundschaft mit der (johanneisch
verstandenen) Welt Frieden schließt, da muß sie die Konflikte politisierend, soziologisierend und psychologisierend
angehen – aber wird damit nicht den geringsten Erfolg haben.
Ad Athanasium In der FSSPX werden noch immer das Evangelium und das Epistel in der Volkssprache vom Ambo
oder Predigtgestühl aus gelesen, allerdings nách dem Singen oder Lesen der Texte auf Latein, áuf dem
Altar. Vor einigen Jahren erlebte ich, wie P. Franz Schmidberger die Lesung und das Evangelium innerhalb
einer gesungenen Requiemmesse sogleich in der Landessprache vortrug. Übrigens halte ich jede Entwicklung
seit 1955 für durchaus Liturgie zerstörend. Das mag Ihre Auffassung sein. Ich selbst esse gerne Vanilleeis
und begeistere mich für Schostakowitsch-Sinfonien.
Res mirabiles Übrigens, Sie, lieber Athanasius, gehören nicht zur FSSPX, sondern bestenfalls zu FSSP.
(Der Gründer Roms an den Bekennerbischof) Was sind denn das für merkwürdige Wortwechsel? Es ist doch
anzunehmen, Athanasius wisse selbst, welcher Klientel er sich besten- oder sogar schlimmstenfalls zurechnet,
nicht wahr? Die Frage nach den Quellen der marcellianischen Behauptungen dürfte sich erübrigen, da manche
Fakten eben öffentlich bekannt sind. Einblick in die Geheimarchive des CIA oder des Grand Orient nicht
nötig! Ob man hier auch sogleich wieder auf die Freimaurerei zurückgreifen muß, ist eine andere Angelegenheit;
das geistig-politisch-„religiöse“ Umfeld Gorbatschows aber dürfte recht passend gekennzeichnet sein.
Wenn wir den Zustand der Orthodoxie betrachten, ist eine solche Ehrung dann noch eine verwunderlich? Die
Kirche von England hat übrigens einen „Ritter“ mit Namen Keith Richard. Und auch in der römisch-katholischen
Kirche dürften nicht alle Ehrungen und Preisverleihungen (bis hin zu Kardinalsernennungen) günstig verlaufen
sein, oder?
Peinlichkeiten Die Siegerin der ganzen Debatte dürfte wohl inzwischen feststehen: Sie heißt Joanne Kathleen
Rowling. Vielleicht lächelt sie mild bis zynisch darüber, daß man in ihren Machwerken völlig Widersprüchliches
ausfindig macht, nämlich einerseits menschliche oder gar christliche „Werte“, andererseits subtile oder
eindeutige Verführung zu Esoterik, Okkultismus, Magie (die sich selbstverständlich jener „Werte“ wird
bedienen müssen). Gerne wüßte ich, wie die Autorin darauf reagieren würde, daß man in der Diskussion
über ihren bebrillten Fratzke bis in Dantes Inferno hinabsteigt. Und wie groß ihr Erstaunen wohl wäre,
wenn man ihr berichtete, eine „Apologia pro Harry Potter“, rührenderweise von einem katholischen Priester
verfaßt, erhitze die Gemüter und führe zu (freilich pseudotheologischen und pseudoliterarischen) Gefechten,
wie man sie innerkirchlich seit den guten alten Zeiten mit ihren Kämpfen zwischen Dominikanern und Jesuiten
kaum noch erlebt hat. Peinlichkeit, die ihrer selbst nicht gewahr wird, steigert sich leicht bis ins Unerträgliche.
P.S. Werter Sirilo, wir alle warten noch gespannt auf den zweiten Teil Ihres Beitrags „Literatur ist keine
Beschreibung von Wirklichkeit1“.
Orthographie und Liturgie Lieber ottaviani, wenn die sog. „Ecclesia Dei“-Gemeinschaften den liturgischen
Vorschriften des Missale 1962 so viel Beachtung schenken würden wie Sie den Regeln der deutschen Rechtschreibung,
dann freilich stünde es schlimm um die Liturgie. Das Missale des Jahres 1965 wäre daran gemessen immerhin
noch eine – wenn auch bedauerlich gestutzte – Ordnung.
#18 Pelagius 10:11:53 | Freitag, 11. November 2005
Die Frage des Ärgernisses „Ausserdem hat gemäss einer Erklärung der deutschen Bischöfe, die von Pius
IX gutgeheissen wurde, der Papst an die vom kirchlichen Lehramt bereits getrofenen Lehrentscheidungen
zu halten (Denzinger 3116)“ Werter Herr Dr. Regazzoni, aber das ist doch eine Binsenweisheit, daß eine
päpstliche Lehrentscheidung bindet, und zwar insofern, als sie die in Christus ergangene Offenbarung
authentisch formuliert, auslegt und anwendet. Allerdings handelt es sich weder beim Besuch einer Synagoge
und einer lutherischen Kirche noch bei den sog. Schuldbekenntnissen unmittelbar um den Bereich der Lehre,
sondern vielmehr um Fragen der Praxis, der pastoralen Klugheit, der Angemessenheit und damit natürlich
auch eines möglichen Ärgernisses. Hier liegt meiner bescheidenen Ansicht nach das hauptsächliche Problem:
Stiftet ein Stellvertreter Christi, der in seinem persönlichen Denken vieles Gegensätzliche meint vereinen
zu können, nicht vielleicht doch Verwirrung dadurch, daß er seinen geistigen Spagat zwischen Dominus
Jesus und Assisi auch allen anderen Gliedern des Mystischen Leibes zumutet? Wobei zu beachten ist, daß
ein scandalum pharisaeorum (Ärgernis der Pharisäer) keineswegs, hingegen ein scandalum pusillanorum
(Ärgernis der einfachen Gläubigen) sehr wohl berücksichtigt werden muß. Nach meinem Kenntnisstand
haben manche schlichten, dem Vicarius Christi durchaus ergebenen Katholiken an den ökumenischen und interreligiösen
Umtrieben des verstorbenen Papstes Anstoß genommen.
#11 Pelagius 18:55:52 | Donnerstag, 10. November 2005
Firmung: Eine Jugendweihe und Mündigkeitserklärung? Firmung heißt: Vertrauen haben in einen gefestigten
Geist mit gefestigter Persönlichkeit welche „reif“ ist sich frei Wissen anzueigenen,frei Meinungen zu
bilden und sich danach frei zu orientieren und frei danach zu handeln mit eventueller Rücksprache mit
Vertrauenspersonen(Firmpaten) und Orentierung nach den Gesetzen und Geboten. Diese Theologie der Firmung
entspricht wohl eher einer Art „christlicher Jugendweihe“ der „Mündigkeitserklärung“ als dem heiligen
Sakrament. Im Gegensatz zu solchen aufklärerisch-pädagogischen Ansätzen geht es nach katholischer Lehre
in der Firmung um den Empfang des Heiligen Geistes, den wir zum Heranreifen bis zum Vollalter Christi
brauchen und dessen Hilfe sicher auch im Kindesalter nicht schadet…
#41 Pelagius 12:35:28 | Donnerstag, 10. November 2005
turk / Ott turk schrieb:„Damit ist quasi unfehlbar erwiesen, daß es sich nicht nur um ein Konzil handelte,
sondern um die Ausübung des Ordentlichen Lehramtes (…)“ Werter turk, so ehrenwert Ihr Anliegen ist,
das Zweite Vatikanische Konzil als wirkliches Konzil und lehramtliche Äußerung herauszustellen, so falsch
ist es natürlich, die Meinung des Theologen Ott als einen „quasi unfehlbar(en)“ Erweis dieser Tatsasche
zu betrachten.
#35 Pelagius 08:38:33 | Donnerstag, 10. November 2005
Formales Schisma Wieder einmal hat sich die Diskussion denkbar weit vom Thema entfernt. Offensichtlich
liegt es im Interesse mancher Leser, das Gespräch gemäß dem Grundsatz Kardinal Ottavianis zu lenken.
In brevitate verborum: Auch materialiter Schismatiker zu sein, also die sichtbare und konkrete Unterordnung
unter die kirchliche Hierarchie sowie die Gemeinschaft mit den übrigen Gliedern des mystischen Leibes
zu verweigern, ist unerlaubt. Und in dem Fall, wo jemand seine Lage als solche erkennt, aber dennoch in
derselben Haltung fortfährt, ist er in der Gefahr, formaler Schismatiker zu werden. Wer die römisch-diplomatische
Ausdrucksweise kennt, der weiß auch diese Aussagen eines Kurienkardinals richtig einzustufen. Sie sind
nicht falsch, sagen aber nicht immer alles. Im übrigen: Wenn man schon darauf pocht, ein Konzil habe
keine Verbindlichkeit, wo es nicht die Unfehlbarkeit für sich in Anspruch nehme (was einer impliziten
Leugnung des ordentlichen Lehramtes entspricht), dann soll man auch der in einem Interview geäußerten
Meinung eines Kardinals nicht zu viel Bedeutung beimessen.
#12 Pelagius 12:58:54 | Mittwoch, 9. November 2005
Schweigen statt Andeuten! Der Artikel ergeht sich in Andeutungen, die nicht jeder Leser ohne weiteres
versteht. Gewiß ist es irritierend, daß ein aus dem Dienst ausgeschiedener Priester jetzt als Pastoralreferent
wirkt. Und das Ressort, das ihm zugeteilt wurde, könnte noch zusätzlich Ungünstiges erahnen lassen.
Um aber über solche bloßen Vermutungen hinauszuführen, hätte der Autor wohl doch mit mehr Details
aufwarten sollen. Wenn sich das aus Gründen der Diskretion verbietet, wäre es besser gewesen, den Artikel
nicht zu schreiben; denn der bloße Sachverhalt, daß da ein vermutlich laisierter, jedenfalls ausgeschiedener
Priester jetzt als Pastoralreferent in der Aidsseelsorge eingesetzt wird, erscheint für die Berichterstattung
doch recht mager.
#11 Pelagius 19:33:08 | Dienstag, 8. November 2005
Zisterziensisches M.W. ist Prof. Dr. Berger Oblate des Zisterzienserklosters Bochum-Stiepel (Heiligenkreuz).
In seinem vielbeachteten Jesus-Buch nennt er selbst neben anderen Zugängen zur Heiligen Schrift, die
ihn geprägt hätten, die monastisch-zisterziensische Auslegung; auch Martin Luther wirdin diesem Zusammenhang
gewürdigt.
Salva reverentia, sed… … auch in anderen Punkten ist der Theologe Berger keineswegs klar. Man überprüfe
seine Schriften z.B. auf die Christologie hin. Bedeutet „ökumenische Existenz“ vielleicht auch die Verbindung
von eher traditionellen (Wunder Jesu, Auferstehung etc.) und sog. progressiven Positionen? Übrigens stand
die Wahrhaftigkeit Prof. Bergers schon einmal recht peinlich zur Frage: Er hatte in der Tagespost von
den enthüllenden Äußerungen eines Spiegelredakteurs vor ihm und einer Gruppe von Studenten berichtet,
woraufhin dieselbe Zeitung eine Gegendarstellung abdrucken mußte, der man wohl eher Glauben zu schenken
geneigt war…
Der Hirt und die Wölfe Was hat Kardinal Schönborn gegen diese himmelschreiende Sünde des Menschenhandels
getan? NIX! Ob Martin Humer auch ihn eigens angeschrieben hat? Die armen Frauen und Mädchen wäre ja
ein besonderes Arbeitsfeld für alle, die im Auftrag des Guten Hirten am Werk sind. Welcher Hirte fordert
wenigstens lautstark die staatlichen Stellen auf, den Wölfen das Handwerk zu legen? Es gehört inzwischen
zum politisch korrekten Ton, daß sich kirchliche Oberhirten für das angebliche Versagen ihrer Vorgänger
in der NS-Zeit entschuldigen. Na!
#8 Pelagius 21:18:24 | Donnerstag, 3. November 2005
Locus iste Wo man einst sang: „Terribilis est locus iste“, wird es dann bald lauten müssen: „Horribilis
est locus iste“. Was ein veränderter Altarraum, eine veränderte Vorsilbe so alles bewirken können!
#9 Pelagius 21:12:03 | Donnerstag, 3. November 2005
Formelle Häresie Lieber Athanasius, danke für Ihre Stellungnahme! Tatsächlich führt formelle Häresie
zum Amtsverlust. Es sollten aber doch zwei Dinge angefügt werden: 1. Im Fall von kirchlichen Amtsträgern
muß das Vorliegen formeller Häresie von befugter Stelle (und nicht von der Basis her) festgestellt werden,
damit der Amtsverlust auch für die Untergebenen wirksam wird. Ansonsten ist immer von der Vermutung der
Amtsinhabe auszugehen. 2. Die „formelle Häresie“ ist genau zu bestimmen. Sie ist erst da gegeben, wo
jemand unmittelbar einem verbindlichen Glaubenssatz widerspricht und das auch wissentlich und willentlich
tut. Formeller Häretiker ist demnach nicht schon, wer eine schwammige Terminologie benutzt oder theologische
Einseitigkeiten verkündet (z.B. stets nur von Jesus als einem Menschen redet). Nicht einmal wer eine
tatsächliche Häresie lehrt, ist damit auch bereits formeller Häretiker: Es bedarf erst der Prüfung,
ob er den Irrtum nicht bloß materialiter vertritt und angesichts des kirchlichen Glaubenssatzes einlenkt.
Daher Vorsicht mit dem Häresie-Vorwurf und Spekulationen über den Amtsverlust legitimer Bischöfe!
#7 Pelagius 18:36:55 | Donnerstag, 3. November 2005
Athanasius „Formelle Häresie führt nämlich zum ipso-facto Amtsverlust.“ Athanasius präsentiert uns
wieder einmal ein kleines Florilegium „traditionalistischer“ Gemeinplätze. Manches ist richtig und bedenkenswert,
aber das Ganze eben doch wieder daneben: Anathemata über den (nicht näher bezeichneten) Neo-Modernismus,
„ekklesiologische“ Folgerungen, nicht belegte Hinweise auf Äußerungen des Theologen Ratzinger, des hl.
Niklaus von Flüe, der sel. Anna Katharina Emmerick usw. Werter Athanasius, ich möchte Ihnen die Schriften
Ihres Wahlpatrons anempfehlen. In ihnen (aber nicht anhand einiger aus dem Zusammenhang gerissener Zitätchen)
lernt man u.a., welches Niveau Theologie im Kampf um die Wahrheit des Gottmenschen und Seines Werkes haben
kann. Zugegeben: In einer kreuz.net-Anmerkung wird man solche Höhen und Tiefen nicht erreichen. Aber
die Wiederholung der immer gleichen Hiebe auf die Tradi-Feindbilder führt wohl doch nicht sonderlich
weiter, oder?
L. Trzil L. Trzil ist natürlich zuzustimmen. Die Ähnlichkeiten zwischen den Kunstwerken katholisch-gläubiger,
ehrfürchtiger, dabei aber nicht prüder, sondern leibbejahender Epochen und dem Machwerk einer ungläubigen,
frivol-blasphemischen, zutiefst leibfeindlichen Theaterwelt der Gegenwart sind enorm. Wir sollten aber
der Dummheit und Frechheit Ungläubiger nicht allzu viel Ehre erweisen, indem wir uns über Gebühr bei
ihr aufhalten. Demonstrationen gegen öffentliche Religionsverhöhnung sind richtig und wichtig. Wichtiger
jedoch ist die Reinigung und Wiedererbauung des neuen Jerusalem. Solange die Stadt auf dem Berge kaum
noch Licht spendet, treibt das lichtscheue Gesindel eben überall sein Unwesen.
Der Inhalt? Man mag über die Bilddokumentation denken, wie man will: Entscheidend wäre wirklich der
Inhalt des Theaterstückes. Mariendarstellungen mit entblößter Brust gibt es in der Kunstgeschichte
in überreicher Anzahl (wobei dieses Werbeplakat nicht der Kunstgeschichte zuzurechnen ist). Man sollte
sich also am Skandal dieser schamlosen Darstellung nicht in übertriebener Weise aufhalten. Die Demonstranten
werden wohl noch andere Gründe gehabt haben.
Athanasius „Schau dir die folgende Seite an, wie interessiert sehen diese Mädel und Jungen alle zu auf
das „Altärchen“ mit Medjugorje-Bild und einem Kruzifix. Link: cathcon.blogspot.com/…enstadt-austria.html“
Ja, es ist geschmacklos bis ekelerregend. Nur handelt es sich ganz offensichtlich nicht um eine Messe.
Das werbende Plakat preist einen „Gottesdienst“ an, die Bilder erweisen diesen allem Anschein nach als
einen nicht-eucharistischen.
Herr Dr. Carlo Regazzoni Bei Katholiken unterscheidet man zwischen echten Katholiken und V2-isten. Bei
den Juden hingegen zwischen Mosaisten und Talmudisten. Zwischen beiden herrst somit, ontologisch gesprochen,
ein analoges Verhältnis. Symptomatisch dafür war der Protest gegen die Anwesenheit des V2-isten mosaischer
Herkunft Lustiger am 40 jährigen Jubiläum von Nostra Aetate. Einem V2-isten könnte es ähnlich ergehen,
sollte er es wagen anstatt V2 Dekrete oder Luther, Cajetan, Melchior Cano, Bellarmin, Suarez oder den
heiligen Pius X zu zitieren. In einem solchen Falle könnte er einer Exkommunikation „latae sententiae“
gewiss sein. Mögen sich doch die Leser einmal die Mühe machen, diese Ausführungen aufmerksam zu lesen
und inhaltlich zu würdigen. Theologisch und philosophisch, aber auch rein logisch und sprachlich bekommt
man dergleichen nicht oft geboten. Werter Herr Doktor, sehen Sie es wirklich als Ihre Aufgabe an, den
Standpunkt der sog. Traditionalisten zu verulken? Besser kann man das wirklich kaum tun.
Cui bono? Kardinal Meisner selber dementierte das Gerücht auf Anfrage des Kölner Priesterrates: „Mir
ist von einem solchen Vorgang nichts bekannt.“ Wenn nach Auffassung von kreuz.net der „Spiegel“ Tatsachen
berichtet und folglich der Kardinal lügt, dann ist der obenstehende Artikel vollauf berechtigt. Andernfalls
fragt man sich, wem und wozu er dienen soll.
Überraschend „Ein Sprecher der Landeskirche Baselland erklärte, von der Suspendierung des nach eigenen
Angaben mit einer Frau und einem Mann konkubinierenden Priesters „überrascht“ zu sein.“ Ja, es ist überraschend,
daß es erst jetzt geschehen ist. Und offensichtlich erst nach der Rebellion gegen den Bischof. Solange
ein Theologe oder Pfarrer nur still und brav gegen die Lehre der Kirche predigt sowie liturgische und
disziplinäre Vorschriften mit Füßen tritt, läßt man ihn bekanntlich in Ruhe.
#28 Pelagius 22:28:21 | Dienstag, 25. Oktober 2005
Flötentöne vs. Posaunenschall „(…) eine Synthese aus beiden (…) – ohne charismatischen und FSSPX-orientiereten
Wildwuchs!“ Das ist fürwahr ein echtes und rechtes Anliegen. Im übrigen aber wird man kreuz.net aus
vielen (bekanntlich nicht gleichbedeutend mit „allen“…) von Evelins Gemahl genannten Gründen den Vorzug
gegenüber dem anderen Anbieter einräumen dürfen. Angesichts des Wiener Vorgangs müssen kräftige Töne
erlaubt sein! Doch sind sie eben nicht jedermanns Sache. Und warum soll es nicht auch Kommentare geben
für diejenigen, deren Ohren noch die Zwischentöne wahrzunehmen vermögen? Gerade die Vielfalt der Instrumentierung
macht Orchestervariationen über ein und dasselbe Thema erst interessant.
Interdikt Rosa von Lima:Sabo sollte jetzt exkommuniziert werden. Und für die Gemeinden, die seine Dienste
weiterhin in Anspruch nehmen wollen, wäre der klassische Fall für ein Interdikt gegeben. Eine Kirchenleitung,
die nur droht, nicht auch straft, nimmt niemand mehr ernst.
Illuminatentum? Bernardo schrieb: „Für Kleingruppen mit hohem Gemeinschaftsgeist und außerordentlich
hohem Kenntnisstand – es dauert einige Zeit, bis man zur Teilnahme an den besonderen Gottesdiensten eingeladen
wird – mag das alles diskutabel sein. Für die Normalgemeinde wären Mißverständnisse und damit weitere
Glaubensverflachung kaum zu vermeiden.“ Hat es in der Geschichte der Christenheit nicht schon oft Gruppierungen
gegeben, die solche Unterscheidungen zwischen der unerleuchteten Volkskirche und sich selbst als der Elite
der Eingeweihten vorgenommen haben? Sarkiker, Psychiker, Gnostiker… Die Quietisten waren der Meinung,
dem Mystiker seien Handlungen erlaubt, die für die anderen sündhaft seien. Auch der Bereich der Ehrfurchtsformen
war davon betroffen. Gegen solche gnostischen Tendenzen hat die Kirche seit dem heiligen Paulus stets
Einspruch erhoben. Müßte sie es nicht auch heute gegenüber einem neuen Illuminatentum tun?
Merkwürdige Prioritäten „… um ihren massiven Feldzug gegen die Ökumene und sogar gegen den interreligiösen
Dialog zu verstärken.“ Als ob der interreligiöse Dialog noch selbstverständlicher wäre als die Ökumene.
In der Botschaft von Fatima wird man weder diese noch jenen als Anliegen finden.
#32 Pelagius 23:04:29 | Donnerstag, 20. Oktober 2005
Stilistisches „… wäre es auch mal interessant, in wie weit solche Einstellungen erst zu den Liberalisierungen
geführt haben.“ So ist es. Und wenn das Vorbereitungsschema „De fontibus revelationis“ nicht zum Zuge
kam, handelte es sich dabei nicht um eine Frage um Rechtgläubigkeit und Häresie. Bei vielen bestand
u.a. der Wunsch, die Texte in einem anderen Stil als dem neuscholastischen abzufassen. Darüber mochte
man schon damals und mag man erst recht aus heutiger Sicht geteilter Meinung sein (es ist fürwahr wohltuend,
nach dem fettleibigen „Katechismus der Katholischen Kirche“ ein weitaus schlankeres „Kompendium“ in Händen
zu halten!), aber zu viele Folgerungen darf man daraus nicht ziehen. Wie die katholische Liturgie nicht
an einen bestimmten Stil gebunden ist, so die Theologie nicht an eine bestimmte Denk- und Aussageform.
#24 Pelagius 11:32:22 | Donnerstag, 20. Oktober 2005
Ad Marcellum Marcel schrieb: „Es gibt eine ganze Latte an Äußerungen und Handlungen des Papstes JP2,
die den Ökumenismus-Verurteilungen der vorkonziliaren Päpste zuwiderliefen.“ Die Päpste hatten vor
allem den Indifferentismus und Relativismus im Auge, als sie derartige Beurteilungen (freilich nicht ex
cathedra) aussprachen. Und Johannes Paul II. war wohl der Meinung, mit seinen Äußerungen und Handlungen
einen solchen Indifferentismus und Relativismus nicht zu fördern; mehrfach hat er sich in diesem Sinne
vernehmen lassen (ebenfalls nicht ex cathedra). So bleibt es unserer Einschätzung überlassen, ob wir
das Handeln des letzten Papstes als im Einklang oder im Widerspruch zu den früheren Aussagen beurteilen.
Bei allen Schwierigkeiten, die mit Aktionen wie „Assisi“ verbunden sind: Daß Johannes Paul II. jedenfalls
nicht den christlichen Glauben verleugnen oder relativieren wollte, dürfte wohl doch jedem klar sein.
#8 Pelagius 11:19:45 | Donnerstag, 20. Oktober 2005
Ehre, wem Ehre gebührt! Athanasius schrieb: „Der schriftliche Inhalt des Buches von Pater Deneke FSSP
bleibt grossartig.“ Wenn ich den kreuz.net-Artikel richtig verstanden habe, stammt das Buch von P. Martin
Ramm.
Erkennbarkeit des Priesters Auch Priester ohne die berufsspezifische Kleidung sind zumeist erkennbar,
und das nicht nur denen, die das Charisma der Seelenschau haben. Insbesondere Ansammlungen von Priestern
in Zivil vermögen ihre Identität selten zu verbergen. Wenn die Herren auf dem Photo in beruflicher Hinsicht
etwas Gemeinsames verbinden soll: Was könnte es denn anderes sein als jenes unauslöschliche Prägemal?
Staubsaugervertreter oder Hauptschullehrer sehen doch ganz anders aus; nur gelegentlich laufen sie herum
wie irgendein x-beliebiger Geistlicher…
Ökumene und Ökumenismus Das Wort „Ökumene“ (oikouméne, passivisches Partizip von oikeîn = wohnen)
bezeichnet in der vor- und außerkichlichen Antike den ganzen bewohnten Erdkreis, im kirchlichen Sprachgebrauch
die Gesamtkirche, also die Catholica. Mit „Ökumenismus“ hingegen sind jene Maßnahmen gemeint, welche
die „Ökumene“ – im Sinne von „Kircheneinheit“ – zwischen den getrennten Christen herbeiführen sollen.
Während es sich bei der „Ökumene“ um einen Urbegriff der kirchlichen Tradition handelt, ist der „Ökumenismus“
eine durchaus neuzeitliche Erscheinung. In seiner konkreten Gestalt trägt er heute weithin zu Verunklärung
der bereits in der Einen Kirche gegebenen Ökumene bei. Im obenstehenden Artikel war – vielleicht aufgrund
eines Übersetzungsfehlers? – zu lesen, das Wort Ökumene stamme aus dem Protestantismus. Dieser Behauptung
mußte widersprochen werden. Richtig ist allerdings, daß der real existierende, westwärts gewendete
Ökumenismus zu einem großen Teil Protestantisierungstendenzen herbeigeführt hat und noch herbeiführt.
„Ökumene“ „Der Begriff „Ökumene“ sei schon ein protestantisches Wort.“ Ja, ist es denn zu glauben? Wurde
dem Generaloberen der Priesterbruderschaft St. Pius X. denn bei seinem Ecôner Eilstudiengang das Graecum
erspart? Und kennt er wirklich einen der bedeutendsten Begriffe der gesamten kirchlichen Tradition nicht?
Nein, dieser Irrtum muß einfach auf das Konto der Berichterstattung gehen…
Treue zum Experiment, Experiment der Treue Welcher Durchbruch! Die Jugendlichen werden es dem Kirchenfürsten
gewiß für immer und ewig danken, daß er ihnen das ermöglicht und sie sogar zur Treue gegenüber dem
Experiment aufgefordert hat. Vor 30 Jahren hatten andere vergeblich darum gebeten, das Experiment der
Traditionstreue machen zu dürfen. Wie sich die Zeiten doch ändern!
#43 Pelagius 18:19:40 | Donnerstag, 29. September 2005
Man erlaube, daß ich auf die Kritik, die ich ich im übrigen dankbar vernommen habe, mit einem Hinweis
antworte: Verwunderlich ist es doch immer wieder, wie scharf und gereizt Personen, die keinerlei Schwierigkeiten
damit haben, ein Konzil der Kirche als Räubersynode abzukanzeln und den Stellvertretern Christi günstigerenfalls
wie dummen Jungen, schlimmerenfalls wie gefährlichen Irrlehrern über den Mund zu fahren, reagieren,
sobald man – übrigens ganz ohne Bitterkeit und Gehässigkeit, wohl aber mit einem Hauch von Ironie –
auch nur ein klein wenig an ihrer Laientheologenehre kratzt. Mir scheint diese Geisteshaltung für einen
großen Teil der Beiträge zu den hiesigen Gesprächen kennzeichnend zu sein. Nicht nur der sog. Progressismus,
sondern auch der sog. Traditionalismus hat es offenbar fertiggebracht, daß es nun jeder x-beliebige Laie
besser weiß als das aktuelle Lehramt. Und wehe, man meldet Widerspruch an! Der Papst würde vermutlich
über manches, was ihm hier vorgeworfen wird, lächeln, wie ein gläubiger Katholik über die wutschäumende
Kritik eines Freikirchlers lächelt (ohne näher auf die immer gleichen, überaus konsequent gedachten,
aber eben doch falschen Argumente eingehen zu wollen).
#28 Pelagius 13:03:38 | Donnerstag, 29. September 2005
@Sarto Nicht nur St. Athansius, auch der große, hl. Sarto-Papst war für seinen Eifer um solide Kenntnisse
berühmt. Ist der hiesige Sarto darin sein eifriger Schüler? Er folgert aus der zitierten Passage jenes
Motu proprio: „Er [Johannes Paul II.] gibt also selber zu, daß es „alte“ und „neue“ Katholiken gibt.“
Nein, es ist nicht von alten und neuen Katholiken, hingegen von der Verbundenheit mit liturg. und disziplinären
Formen die Rede. Auch wenn die Kirche früher Zugeständnisse an Christen östl. Riten machte, führte
sie dadurch keine derartige Unterscheidung in alte und neue Katholiken ein. Sarto fragt: „Was aber meint
er mit diesem nebulösen Begriff „frühere Formen (…) der Disziplin“? Ist darin nicht die ganze kathol.
Glaubenslehre enthalten?.“ Auch hier zeigt sich unser Sarto von Vorkenntnissen gänzlich unbelastet. Weder
gehört die „ganze kathol. Glaubenslehre“ zum Bereich der „früheren Disziplin“ noch diese zum Unwandelbaren
innerhalb der Kirche. Oder hat sich z.B. die Ordnung der eucharistischen Nüchternheit niemals geändert?
Die einfachsten Unterscheidungen scheinen unserem lieben Mitdiskutanten Sarto nicht geläufig zu sein.
Und das Zitat des Gründers der Priesterbruderschaft St. Pius X. am Ende des Sarto-Beitrags: Nun ja, was
soll man dazu sagen, ohne die gebotene Pietät zu verletzen und die Gemüter allzu sehr zu erhitzen?!
#25 Pelagius 10:58:44 | Donnerstag, 29. September 2005
@dilettantus und @bernardo Leider dürften wir den Beitrag des dilettantus strenggenommen ebenso wenig
lesen wie er die unsrigen, da wir uns mit unseren bürgerlichen Identitäten ja noch nicht bekannt wurden…
Volle Zustimmung für bernardo! Zick-Zack-Kurse haben übrigens sowohl in der kirchlichen Diplomatie als
auch in der Theologie- und Konziliengeschichte ihre Tradition. Selbst Trient und Vaticanum I stehen im
Zeichen des Ausgleichs. Hardliner der verschiedenen Richtungen waren oft alles andere als zufrieden. Wie
weit die kirchliche Autorität (selbstverständlich immer in den Grenzen der Orthodoxie, über die sie
zu wachen hat) in solchen Zusammenhängen gehen kann, das soll sie sowohl angesichts des zweischneidigen
Schwertes des göttlichen Wortes als auch im Angesicht der anvertrauten Menschen erwägen, wofür strenge
Verpflichtung zur Wahrh(aftigk)eit wie pastorale Klugheit (Was ist nützlich, was zumutbar?) vonnöten
sind.
#20 Pelagius 08:09:50 | Donnerstag, 29. September 2005
Für eine diplomatisch-taktische Interpretation Nach den ohnehin sattsam bekannten, weil in jedem möglichen
und unmöglichen Zusammenhang refrainartig repetierten „Gedanken“ über V2-Päpste, Räubersynoden und
ähnlich skandalträchtige Angelegenheiten sei nochmals an das erinnert, was Bernardo schrieb und was
vielleicht bisher zu wenig bedacht wurde: „Höchst interessant fand ich, daß im Kommunique zum Gespräch
mit Bischof Fellay von „Liebe zur Kirche“ und „Wunsch nach Gemeinschaft“ die Rede war, während zum Gespräch
mit Küng die „freundschaftliche Atmosphäre“ und „Ausklammerung theologischer Fragen“ betont wurde. Exakt
so würde man es sicher auch über ein Gespräch mit dem Dalai Lama formulieren können. Von daher kann
ich dem Tenor des ZickZack-Kommentars nicht zustimmen: Diese Gespräche folgen nicht einem „Eins rechts –
eins links“-Schema, so daß sie sich gegenseitig relativieren würden. Sie unterscheiden anscheinend sehr
genau zwischen Gesprächspartnern, die (wenn auch im Konflikt) zur Familie gehören, und solchen, mit
denen man diplomatische Beziehungen pflegen mag.“ Diese Überlegung könnte tatsächlich einen Verständnisschlüssel
dafür liefern, warum der Papst mit dem Apostaten Hans Küng zusammengekommen ist. Und wenn auch vermutlich
der Aufruf zur Umkehr fehlte: Wenigstens kann der verknitterte alte Mann nicht weiterhin als Heulsuse
vor die Medien treten und lamentieren, man habe nie mit ihm geredet.
#2 Pelagius 17:41:02 | Mittwoch, 28. September 2005
Werte-Serenade Nachdem Hans Urs von Balthasar einmal ganz richtig hervorhob, Hans Küng sei nicht unter
die Häretiker zu rechnen, er sei in Wahrheit nicht einmal ein Christ, stellt sich die Frage, was er denn
dann ist. Einer bestimmten „religiösen Tradition“ ist er, der weder an die Dreifaltigkeit noch an Jesu
Gottheit, aber wohl auch nicht an die Thora, den Koran oder sonstiges glaubt, ja wohl nicht zuzurechnen.
Offensichtlich verlegt er sich seit Jahren auf eine Art metareligiöse Ethik, besser: Wertideologie. Somit
die Frage nach der Qualität jener Unterredung (soviel die Presseerklärung hergibt): Innerkatholische
Unterredung? Mit Sicherheit nicht. Interkonfessionelles Gespräch? Ebenso wenig. Interreligiöser Dialog?
Auch nicht. Vielleicht spricht man wirklich am besten von einer irgendwie religiös angehauchten Werte-Serenade?
Der Papst wird sich selbst überlegt haben, ob er für solche Dinge Zeit hat. St. Pius X. hätte Küng
vermutlich eindringlichst und um seines Seelenheiles willen zur Umkehr aufgerufen. Und Pius XI. hätte
irgendeinen Gegenstand nach ihm geworfen…
#12 Pelagius 18:39:37 | Dienstag, 27. September 2005
Seit niemals… … ist der Papst unfehlbar in allen Bereichen. Woraus nicht zu folgern ist, er sei in
allen fehlbar. Und in vielen Bereichen besteht ernormer Ermessensspielraum. Da kann ein Papst sich ebenso
großartig wie miserabel verhalten.
#8 Pelagius 16:22:26 | Dienstag, 27. September 2005
Ob Hochw. Prof. Dr. Küng sich wohl zu dem Treffen in Soutane geworfen oder zumindest römischen Kragen
getragen hat? –- Im übrigen sollte man wohl nicht voreilig den Empörten spielen (und sich dabei wieder
einmal so herrlich bestätigt fühlen: Na, da sieht man’s ja wieder!). Der Papst dürfte wohl intelligent
genug sein, die Vorbehalte gegen sein Treffen mit Küng vorauszusehen. Wenn er sich in Abwägung des Pro
et Contra so entschieden hat, gibt es dafür bestimmt Gründe. Aber wie gehabt: Alle wissen es schon immer
besser als der Papst.
#8 Pelagius 06:03:29 | Mittwoch, 21. September 2005
Weltbild Papst Benedikt wird natürlich zwei Fliegen mit einem Streich schlagen, indem er ausgerechnet
die deutschen Diözesen, die sich einer Freigabe der überlieferten Liturgie am entschiedensten entgegenstellen
würden, verschwinden läßt, nicht wahr? Es drehen sich ja doch alle Auseinandersetzungen letztlich nur
um den Widerstreit Tradition-Modernismus.
#14 Pelagius 16:53:36 | Dienstag, 20. September 2005
Bildwechsel? War da nicht anfangs ein weitaus sympathischeres Photo Seiner Eminenz über dem Artikel zu
sehen? (Anlaß für Theoriebildungen; z.B. Existenz eines Doppelgängers, der jetzt den deutschen Katholizismus
repräsentiert, während der wahre Lehmann in den Kellern unter dem Mainzer Dom seines Comeback harrt…)
Stilistisches Roß und Reiter werden benannt, sowohl die Vorreiter von Plato, Rousseau und Marx vor allen
anderen sowie von Freud und Reich, sowie Kinsey, Huxley und Leary in den USA bis zu den direkten Protagonisten:
Sartre, Simone de Beauvoir und unter den weitere Philosophie anliefernden Professoren der Frankfurter
Schule vor allem die Schriften von Herbert Marcuse. Bitte? Geht es um die Vorreiter Platons, oder ist
er selbst einer? Und wo schon von den Reitern die Rede ist: Wo sind dann die Rösser (Wortspiel mit „Rousseau“)?
Regli läßt es nicht aus, auch den Wahnsinn der Selbstvernichtung mit Millionen und Abermillionen hingeschlachteter
Menschen zu beschreiben, die unter der Fahne vom Arbeiterparadies der Zukunft à la Marx von Diktatoren
brutal ermordet wurden von Stalin bis Mao, diesem von der Studentenbewegung als Vorbild auf den Geist-Thron
gehobenen Verbrecher. Bizarre Formulierungen; Aneinanderreihungen, deren Bezüge nicht gerade klar sind
und einleuchten… Deshalb eben handelt es sich um eine Falle, der man nicht mit „einfachen Touren“ entrinnen
kann. Einer Falle „mit Touren“ (und wären sie auch noch so einfach) entrinnen? Es ist deshalb auch mitten
in unseren Demokratien schon ähnlich wie in einer Diktatur, die beim Fortgang dieser Entwicklungen heraufbeschworen
wurden: Wer bitte wurde da heraufbeschworen? Doch nicht etwa die Demokratien, oder?
#10 Pelagius 23:11:52 | Donnerstag, 8. September 2005
„Sexualberater in Ausbildung“ In finanziellen Angelegenheiten läßt man sich von jemandem beraten, der
auch selbst Umgang mit dem Geld pflegt, in erzieherischen Fragen von (möglichst praxiserfahrenen) Pädagogen.
Ist ein zölibatärer Priester dann wohl als „Sexualberater“ geeignet? Vielleicht insofern, als es den
Bereich der Moral und der christlichen Lebensführung betrifft. Aber doch wohl nicht auf dem eigentlich
sexuellen (selbstverständlich auch pervers-sexuellen) Gebiet! Und wie mag diese Ausbildung zum Sexualberater
aussehen? Auch in der Kirche dürfen wir eine gewisse Transparenz erwarten und haben deshalb einen Anspruch
darauf zu erfahren, welche Lehrgänge unsere Seelsorger durchmachen. Jetzt ist es für den Wiener Erzbischof
an der Zeit, mit offenen Karten zu spielen und uns zu offenbaren, welchem Priester-Typus er uns zukünftig
anvertrauen will.
#41 Pelagius 23:13:41 | Dienstag, 6. September 2005
Einige Fragen „Rothkranz ist eine arme Person, seine Schwester ein noch ärmeres Mauerblümchen. Irgendwie
eine psychologisch interessanter Fall.“(Andreas) Was haben die kritikwürdigen Schriften des Magisters
mit seiner Schwester zu tun? „… die von Ihnen laufend durchgeführte – meistens ironisch verbrämte –
Rufschädigung, die Sie selbst der Priesterbruderschaft Pius X. angedeihen lassen“ (Evelins Gatte) Wo
habe ich jemandes Ruf geschädigt? Wäre dazu ironische Verbrämung wohl das geeignete Mittel? „Sonst
hast du die Klappe ja oft und gern auf (viel zu oft genaugenommen wenn man es daran misst, wie wenig du
weisst).“(Ignatius) Woher wissen Sie, was ich weiß? Aber vielleicht müssen wir alle noch über das sokratische
„Ich weiß, daß ich nichts weiß“ nachsinnen. „Jammerschad, dass es hier kein Killfile gibt. Dein Nickname
täte sie ganz oben zieren.“(Ignatius) Was ist das: ein „Killfile“? (Hier gestehe ich ernsthafte Wissenslücken.)
Vermutlich ein freundlicher Wunsch von Ihnen, für den ich herzlich danke.
#1 Pelagius 19:15:32 | Dienstag, 6. September 2005
kreuz.net sei Dank! Wir sollten die Stimme dessen, der die Neuzeit (und auch schon die Moderne) konsequent
zuendegedacht hat, hier noch möglichst oft vernehmen dürfen. Man greife doch bloß den einen Satz heraus:
„Jetzt ist nur eine Art von Ernst in der modernen Seele übriggeblieben: Er gilt den Nachrichten, welche
die Zeitung oder der Telegraph bringt.“ Wie wahr – auch im Blick auf kirchliche Kreise, die ihren Durst
nicht mehr aus den uralten und immerjungen Quellen der Weisheit, sondern aus den Produkten des Augenblicks
zu stillen suchen! Auch eine noch so gut katholische Internetseite läuft Gefahr, diese Mentalität zu
bedienen.
#37 Pelagius 19:01:00 | Dienstag, 6. September 2005
Erbärmlich Ohne die geringsten Sympathien für Herrn Mag. Rothkranz’ Theorien zu haben: Es geht nicht
an, hier derart über eine Person und ihre Familie herzuziehen. Das ist menschlich erbärmlich. Aber freilich:
Wer gegen die Priesterbruderschaft St. Pius X. (die bekanntlich die goldene Mitte zwischen Liberalismus
und Sedisvakantismus einnimmt) schießt, der macht sich damit vogelfrei.
#14 Pelagius 13:21:25 | Dienstag, 6. September 2005
Ekklesiologische Frage an Marcel „(…)„nur“ die vier FSSPX-Bischöfe (…) mit ihren gerade mal 200.000+
vollkatholischen Gläubigen.“(Marcel) Werter Marcel, wenn ich mich recht erinnere, wurde vonseiten der
Priesterbruderschaft St. Pius X. der (z.B. in „Dominus Jesus“ vorkommende) Ausdruck „nicht in voller Gemeinschaft
mit der katholischen Kirche“ kritisiert. Man insistierte stattdessen auf dem klaren „Entweder-oder“. Aus
der Sichtbarkeit der Kirche ergebe sich eben die eindeutig-sichtbare Zugehörigkeit zu ihr. Nun aber sprechen
Sie selbst von „200.000+ vollkatholischen Gläubigen“. Frage: Gibt es neuerdings auch „halbkatholische“
Gläubige? Zugleich legen Sie den Gedanken nahe, „vollkatholisch“ seien jene „200.000+“ hinter den vier
FSSPX-Bischöfen. Frage: Soll demnach nicht mehr die eindeutig-sichtbare Zugehörigkeit zum römischen
Pontifex und den mit ihm eindeutig-sichtbar geeinten Bischöfen Kriterium dafür sein, daß jemand „vollkatholisch“
ist, sondern vielmehr die Tatsache, daß sich einer hinter Bischöfe stellt, die gerade nicht eindeutig-sichtbar
mit dem Papst geeint und in ihrer kirchlichen Sendung von ihm nicht anerkannt sind (denn wozu sonst die
Verhandlungen mit Rom?)? Man mag diese Fragen als „überkritisch“ abtun. Sie stellen sich dennoch.
#8 Pelagius 11:27:18 | Dienstag, 6. September 2005
Kirchenbild „Auf der einen Seite mehrere hundert Bischöfe, die alles tun werden, um eine Rückkehr der
Kirche zum traditionellen katholischen Glauben und zur Messe aller Zeiten zu verhindern. Und auf der anderen
Seite die vier Bischöfe der Priesterbruderschaft.“ Diese Formulierung ist wohl mit der sympathischen
Naivität des Schreibers zu entschuldigen. Oder sollte das der Bischof wirklich so gesagt haben?
Staubsauger-Theologie „Ratzinger ist einer, der sich belehren läßt – er ist ein Gelehrter. Das unterscheidet
ihn total von Johannes Paul II.“ Dieser Satz der Unbelehrbaren scheint mir der köstlichste zu sein. Hatte
die alte Dame teutonischer Theologie übrigens ihre Mitarbeiterinnen in Portugals Marienheiligtum im Sinn,
als sie von Staubsaugern sprach? Dann hätte sie noch hinzufügen sollen, Frauen könnten auch mit Gesang
einiges in der Kirche bewegen – bereits ein Fortschritt gegenüber dem paulinischen „Mulier tacet in Ecclesia“,
nicht wahr? Ach, es ist herzzerreißend dumm!
Nicht vergleichbar? Hans Urs von Balthasars Plädoyer für die Einzigartigkeit der Berufung zum geistlichen
Stand in Ehren: Gibt es nicht doch Fälle, wo jemand mit einer solchen Eindeutigkeit den Ruf vernahm,
diesen – und keinen anderen – Menschen zu heiraten, daß der Vergleich mit der Berufung zur Nachfolge
im priesterlichen oder Ordensstand durchaus naheliegt? Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Es gibt sie.
#59 Pelagius 21:04:48 | Donnerstag, 1. September 2005
@ Stimme Werte Stimme, warum denn gleich so gereizt? Fragen wird man doch dürfen. Und was spricht denn
dagegen, in die Werbung auch die Priesterbruderschaft St. Pius X. aufzunehmen? Ich verstehe Ihre Probleme
damit nicht ganz. Vielleicht deshalb, weil ich selbst keine damit habe?
#57 Pelagius 16:52:13 | Donnerstag, 1. September 2005
Warum eigentlich… … bietet kreuz.net der Priesterbruderschaft St. Pius X. keinen Platz in der Werbespalte.
Wäre doch passend. Oder ist man der Meinung, unzähligen Verweise auf Seiten der Bruderschaft in Artikeln
und Lesermeinungen seien der Werbung schon genug?
#2 Pelagius 15:12:47 | Donnerstag, 1. September 2005
Auch Freud und Adler… … betrachteten Homosexualität als Neurose oder Ärgeres. Das wollen ihre Schüler
nicht mehr wahrhaben, offensichtlich aber nicht aufgrund empirischer Einsicht, sondern ideologischen Einflusses.
In früheren Zeiten haben manche homosexuell geneigten Menschen ihr Leiden z.B. in künstlerischer Produktivität
fruchtbar werden lassen. Seitdem dem öffentlichen „Coming out“ ist auch das weitgehend vorbei. Nun besteht
die Kreativität im massenhysterischen Auftritten.
#52 Pelagius 15:05:29 | Donnerstag, 1. September 2005
@ Dr. Otterbeck „M.L. steht Foucault näher als Foucauld.“ Aber Herr Dr. Otterbeck! Das ist dann doch
ein wenig weit hergeholt: Martin Luther mit Foucault zu vergleichen…
Werte „Stimme“, Sie fragen:Wieso ist für sie die einmal ausgesprochene Exkommunikation gültig und die
ein andermal unterlassene skandalös? Warum zitieren Sie ein „vorkonziliares“ Dokument des Papstes Pius
XII.? Vor allem wenn das V2 doch kein „anderes Evangelium“ sei, also nichts geändert habe? Der erste
Teil Ihrer Frage beruht offensichtlich auf einem Mißverständnis. Als skandalös bezeichnete ich nicht
die Exkommunikation, sondern daß man sich mehrmals faktisch über sie hinweggesetzt hat (z.B. durch Inter-Konzelebration).
Zum zweiten Teil: Gerade wer der Meinung wäre, es habe sich nichts wirklich Wesentliches geändert, könnte
natürlich ohne Probleme Dokumente aus der Zeit vor und nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil zitieren,
weil sie ja in Kontinuität miteinander stehen; ein Vorgehen, das den Vertretern eines radikalen Bruches
(d.h. den Anbetern eines diffusen Konzilsgeistes ebenso wie denen, die Vaticanum II als „neues Evangelium“
ablehnen) verständlicherweise so nicht möglich ist. Ehrlich und mit allem Respekt gesagt, tue ich mich
mit der Logik Ihres Einwurfes nicht leichter als mit der Logik Hegels. Dann doch lieber Aristoteles.
@ Stimme Die Bischöfe der chinesischen Nationalkirche sind selbstverständlich als exkommuniziert zu
betrachten. Darin besteht ja gerade das Skandalon: Daß man sich über diese Tatsache einfach hinwegsetzt.
Die Enzyklika Pius’ XII. „Ad Apostolorum Principis“ spricht eine deutliche Sprache. Sie enthält übrigens
überaktuelle, nicht nur die illegalen Weihen in China betreffende Aussagen.
@Romano Sie schreiben: Es besteht aber selbstverständlich die Möglichkeit, dass die noch lebenden Bischöfe
ganz zur Kirche „zurückkehren“ (sie sind ja auch „nur“ von den Sakramenten ausgeschlossen). Dann wird
auch die (bis zu diesem Zeitpunkt bestehende) Exkommunikation aufgehoben. Dazu ist anzumerken, daß eine
Exkommunikation für gewöhnlich nicht den Ausschluß aus der Kirchengemeinschaft, sondern „nur“ den Verlust
der Rechte eines Gliedes am Mystischen Leib zur Folge hat. Nach traditioneller Auffassung aber verhält
es sich im Fall von Häresie/Apostasie und Schisma anders. Diese schließen tatsächlich aus der Kirche
aus.
In brevitate verborum Zu der geäußerten Meinung, die (freilich als nichtig betrachtete) Exkommunikation
betreffe allein die involvierten Bischöfe (consecrantes et consecrati): „Alle müssen wissen, daß die
formale Zustimmung zu einem Schisma eine schwere Beleidigung Gottes ist und die Exkommunikation mit sich
bringt, wie im Kirchenrecht festgesetzt ist.“(Motu proprio Ecclesia Dei) Zum Ausdruck „neues Evangelium“
im Zusammenhang mit dem letzten Konzil: Eine (allerdings schwache, mangelbehaftete) Neuliturgie, eine
Akzentverschiebung in der Frage der Religionsfreiheit, ein oftmals die Gegensätze überspielender Ökumenismus –
ist denn das, so beklagenswert es auch sein mag, gleich ein „neues Evangelium“? Haben denn Väter wie
Cyprian und Clemens von Alexandrien wegen ihrer deutlich unterschiedlichen Akzentsetzung nicht einmal
mehr dasselbe Evangelium?
Exkommunikation Richtig, nicht eine Gemeinschaft, sondern konkrete Personen verfallen der Exkommunikation.
Im vorliegenden Fall handelt es sich um den Gründer der entsprechenden Gemeinschaft, um seinen Nachfolger
und um die ihre Fortexistenz sichernden Weihbischöfe. Wer der Handlung formell zustimmt, verfällt derselben
Strafe, ebenso, wer sich von einem exkommunizierten Bischof heilige Weihen spenden läßt. Tatsächlich
haben die exkommunizierten Bischöfe keinen Rekurs gegen die Strafe eingelegt. Dafür kommen zwei Erklärungen
in Frage: 1. Man stimmt der Strafe zu (gemäß dem alten Grundsatz: Qui tacet consentire videtur). 2.
Man hält die entsprechende Autorität für unbefugt, dieses Urteil zu fällen. Wenn aber der Grundsatz
„Prima sedes a nemine iudicatur“ bestehen bleiben soll, so wäre aus der zweiten Möglichkeit die Folgerung
zu ziehen, daß man den entsprechenden Papst eben nicht wirklich als Inhaber der „prima sedes“ anerkennt,
sondern deren Autorität irgendeiner anderen Person oder auch sich selbst (unter dem Etikett „La Tradition“)
zuschreibt.
@Marcel Marcel: „Rom hat über die FSSPX nie eine Exkommunikation ausgesprochen oder festgestellt.“ Sed
contra: „3. In semetipso talis actus fuit inoboedientia adversus Romanum Pontificem in causa quadam gravissima
summique omnino ponderis pro Ecclesiæ unitate, cuius generis est episcoporum ordinatio per quam nempe
sacramentaliter sustinetur apostolica successio. Quam ob rem talis inoboedientia – secum quæ infert veram
repudiationem Primatus Romani –- actum schismaticum3 efficit. Atque eundem peragentes actum, quamquam
publicum monitum ad illos deferendum curaverat Cardinalis Præfectus Congregationis pro Episcopis superiore
die decimo septimo mensis Iunii, Reverendissimus Dominus Lefebvre necnon sacerdotes Bernardus Fellay,
Bernardus Tissier de Mallerais, Richardus Williamson et Alfonsus de Galarreta in gravem incurrerunt excommunicationis
poenam iam ecclesiastica disciplina præstitutam.“
Getrübte Sichtverhältnisse Tatsache ist doch, daß manche Personen, die keine Schwierigkeit darin sehen,
mit Verbalinjurien gegen die kirchliche Hierarchie nur so um sich zu werfen, schon auf die geringste Kritik
an der Priesterbruderschaft St. Pius X. mit dem wehleidig-verletzten Vorwurf reagieren, da sei jemand
ironisch und hochmütig gewesen. Interessanterweise wird denn auch dem zahmen Blättchen der Priesterbruderschaft
St. Petrus, wenn denn einmal irgendein Satz über die Priesterbruderschaft St. Pius X. in ihm zu finden
ist, Gehässigkeit und unversöhnliche Polemik vorgeworfen, während man die Tiraden um 1988 („Verräter“,
„Judasse“ etc.) vergessen hat und die Angriffe der eigenen Partei gegen die Wigratzbader oder das Berliner
Miniaturoratorium geflissentlich übergeht. Manchmal gewinnt man den Eindruck, die Sichtverhältnisse
seien leicht getrübt.
„Das Wort sie solllen lassen stahn“ Bekanntlich berief sich Dr. Martin Luther gegen das aktuelle Lehramt
seiner Zeit auf die Heilige Schrift. In ihr könne jeder nachlesen, was der wahre Glaube sei. Es brauche
also keine kirchliche Auslegungsinstanz. Nicht das Lehramt erkläre uns die Schriften, vielmehr seien
die Schriften (und damit der Christ, der sie liest) Richter des Lehramtes. Kann man ähnlich nicht auch
mit „der Tradition“ verfahren? Sie als eine „feste Größe“ betrachten, von der sich jeder einzelne Mensch
in den entsprechenden Dokumenten ein genaues Bild zu machen vermag, um dann den Vergleich mit den Verlautbarungen
der „V2-Kirche“ anzustellen? Es muß also nicht Unbelehrbarkeit oder gar ein Behaupten wider besseres
Wissen im Spiel sein, wenn ein gläubiger Katholik seine Schwierigkeiten mit den Standpunkten der Priesterbruderschaft
St. Pius X. bekundet. Denkbar wäre auch, daß jene Gemeinschaft tatsächlich – wie es einem päpstlichen
Dokument zu entnehmen ist – einen falschen Traditionsbegriff vertritt, nämlich einen solchen, der, dem
lutherischen „Sola Scriptura“ analog, die Tradition gegenüber dem aktuellen Lehramt verselbständigt
und sich selbst zum Ausleger der Tradition, zum Richter des Lehramtes aufschwingt.
Unmöglich… … scheint es freilich auch zu sein, einen „Papst“ anzuerkennen und sich seiner Autorität
zugleich in jedem Punkt, der den eigenen Vorstellungen zuwiderläuft, zu entziehen. Frage: Auf welche
Weise könnte denn der arme Benedikt XVI. gegenüber der Priesterbruderschaft St. Pius X., die doch der
ihm anvertrauten Kirche angehört, seinen Jurisdiktionsprimat geltend machen? Natürlich, er müßte erst
der Tradition gehorchen, von der jene Gemeinschaft sagt: „La Tradition, c’est moi.“
Die Titanic und das Rettungsboot Pater Niklaus Pfluger besaß in genanntem Interview die Freundlichkeit,
der Besatzung der sinkenden Titanic-Kirche die eigene Bruderschaft als Rettungsboot anzubieten – damit
man später nicht sagen kann, es wäre nicht wirklich alles versucht worden. Hoffentlich hat sein Generaloberer
es dem Papst denn auch mit aller Deutlichkeit gesagt: „Eure Heiligkeit, ohne uns geht Ihr alle unter und
seid verloren!“ Wäre doch geradezu verbrecherisch, solche heilsnotwendigen Informationen dem Steuermann
der Titanic vorzuenthalten.
Niveau- und schamlos Spätestens durch dieses erbärmliche Verhalten hat sich die Wallfahrtsleitung auch
rein menschlich diskreditiert. Seine Armseligkeit so offen zur Schau zu stellen, ist schamlos, Schamlosigkeit
aber – nach Freud – Beginn des Schwachsinns. Schande für Fatima!
#15 Pelagius 21:52:39 | Donnerstag, 25. August 2005
Pop-Kultur Man mag einzelne Punkte der Ausführungen kritisieren, die großen Linien aber wird man schlecht
abstreiten können. Der Unterschied zu NS-Veranstaltungen (und ähnlich den Zusammenkünften katholischer
Jugendverbände in illo tempore ) liegt u.a. auch darin, daß der Weltjugendtag weithin von der Pop-Kultur
beherrscht wird. Und zu dieser gehört nun einmal das Herauslassen von Gefühlen, in denen dann gemeinschaftlich
gebadet wird. Daß die Pop-Kultur formal wie materiell, von ihrem Ursprung wie von ihren Zielen her nicht
gerade eine ideologiefreie Zone ist, dürfte allgemein bekannt sein. Es ist nun dringend an der Zeit,
die hervortretenden religiösen Energien zu reinigen, an die konkreten Inhalte der Offenbarung zu binden
und in geordnete kirchliche Bahnen zu lenken. Aus der Ansprache des Papstes tritt dieses Anliegen wohl
deutlicher hervor als aus denen seines Vorgängers.
Spagat-Übungen Die Beiträge zur Predigt des Weihbischofs Tissier de Mallerais sind vielsagend. Die eigentliche
Frage wird in ihnen immer umschifft: Kann ein Mann, der einen anderen Gott als den der christlichen Offenbarung
lehrt, der den Glauben vollständig auf den Kopf stellt und sogar als Apostat zu bezeichnen ist, sichtbares
Oberhaupt des Mystischen Leibes Christi, kann also ein „Antichrist“ (der nicht unbedingt d e r Antichrist
zu sein braucht) Papst sein? Die Priesterbruderschaft St. Pius X. meint, die Skylla des Modernismus und
die Charybdis des Sedisvakantismus umschiffen zu sollen. Ihr Spagat ist dabei jedoch nicht weniger gewagt
als jener, den sie Johannes Paul II. vorwirft: einerseits (wenigstens theoretisch) die Gottheit Jesu Christi
und die Heilsnotwendigkeit Seiner Kirche zu vertreten und andererseits gleichzeitig den anderen Religionen
eine Heilsbedeutung zuzuerkennen sowie eine Art Allerlösungslehre zu predigen. Ähnlich will die Priesterbruderschaft
einen Mann als Papst anerkennen, von dem sie sich zugleich nichts sagen läßt und dem sie Apostasie (und
nicht bloß ein paar Zweideutigkeiten wie bei einigen Vorgängern früherer Zeiten) vorwirft. Mag sein,
daß man auf diese Weise eine gewisse Anzahl von Gläubigen zugleich wachrütteln und beruhigen (und somit
an die eigene Gemeinschaft binden) kann. Vor dem Standpunkt der klassischen Theologie wie der Logik aber
können derartige Konstrukte schwerlich bestehen.
Tissier de Mallerais Interessanterweise hat bisher keiner derjenigen, die sich der Priesterbruderschaft
St. Pius X. verbunden wissen, zu dem von mir schon zweimal angeführten Zitat aus der Predigt von Weihbischof
Tissier de Mallerais, gehalten bei den Priesterweihen am 25. Juli 2005, Stellung bezogen. Aller guten
Dinge sind drei, deshalb hier nochmals die recht deutlichen Worte: „Mit jenem Denken (scil. Johannes Pauls
II. in der Enzyklika Dives in misericordia) stehen wir gerade im Mittelpunkt der neuen Religion. (…)
Nein, liebe Gläubige, der modernistische Gott ist nicht unser Gott, er ist überhaupt kein Gott. Das
modernistische Bild Gottes ist nur das Zerrbild eines schwachen, gutmütigen, gemütslosen, nachgiebigen,
gleichmütigen, ohnmächtigen, greisenhaften Menschen. (…) Die Karikatur Gottes hat die ganze neue Religion
geprägt.“ Folglich ist der Gott der neuen Religion und der Konzilskirche Johannes Pauls II. und Benedikts
XVI. nicht der wahre Gott, sondern ein Nicht-Gott. Auf diesem Hintergrund werden die Verhandlungen mit
Rom zu einer interreligiösen Angelegenheit, ja letztlich sogar zu einem Dialog Ecônes mit einer Vereinigung
Gottloser. Schon bei anderen Gelegenheiten ließ besagter Bischof sich in dem Sinne vernehmen, die Kirchengebäude
seien von einer modernistischen Sekte besetzt (so bei der Kapelleneinweihung in Aachen – in illo tempore…).
Ich darf also meine Frage wiederholen: Warum dieses Pochen auf Einheit mit dem modernistischen bis apostatischen,
ja atheistischen Rom?
Nur „konfessionsverschieden“? Reicht es, dort, wo verschiedene Gottheiten verehrt werden, von „Konfessionsverschiedenheit“
zu sprechen? Handelt es sich nicht um verschiedene Religionen? In diese Richtung tendierte zumindest S.E.
Weihbischof Tissier de Mallerais von der Priesterbruderschaft St. Pius X. in seiner vielbeachteten Predigt
anläßlich der Priesterweihe am 25. Juni 2005 in Zaitzkofen. Da heißt es u.a.: „Mit jenem Denken (scil.
Johannes Pauls II. in der Enzyklika Dives in misericordia) stehen wir gerade im Mittelpunkt der neuen
Religion. (…) Nein, liebe Gläubige, der modernistische Gott ist nicht unser Gott, er ist überhaupt
kein Gott. Das modernistische Bild Gottes ist nur das Zerrbild eines schwachen, gutmütigen, gemütslosen,
nachgiebigen, gleichmütigen, ohnmächtigen, greisenhaften Menschen. (…) Die Karikatur Gottes hat die
ganze neue Religion geprägt.“ Summa summarum: Zur neuen Religion der Kirche Johannes Pauls II. (und gewiß
auch Benedikts XVI.) gehört ein neuer Gott, der in Wahrheit ein Nicht-Gott ist. Man fragt sich also,
welches Interesse die letzten wahren Katholiken haben könnten, in Gemeinschaft mit jener neuen, gottlosen
Religion zu stehen. Und was den Salzburger Fall anbelangt: Selbstverständlich handelt es sich nicht um
eine konfessionsverschiedene, sondern um eine religionsverschiedene Ehe; besser: um die (sakramentale?)
Ehe zwischen einem Katholiken und einem Anbeter des Konzilsgötzens. Liebe Anhänger der Priesterbruderschaft
St. Pius X., seid Ihr einverstanden?
Bischöfliche Reinigungsaktionen Vielleicht beginnt Seine Exzellenz dann auch bald damit, seine Diözese
zu reinigen. Anstelle des Wasserschlauchs böte sich das altbewährte Instrument des Bannstrahls an. Ob
er dabei Soutane trägt oder nicht – eher belanglos.
Konzilskirchengott vs. wahren Gott Ob Christen und Muslime denselben Gott verehren, ist eine vieldiskutierte,
doch (mit einigen Distinktionen) recht leicht zu beantwortende Frage. Jetzt ist eine neue Frage aufgekommen:
Haben die Konzilskirche und die Priesterbruderschaft St. Pius X. denselben Gott? Weihbischof Tissier de
Mallerais kommt bei seiner Predigt anläßlich der Priesterweihe am 25. Juni 2005 in Zaitzkofen zu folgender
Lösung: „Mit jenem Denken (scil. Johannes Pauls II. in der Enzyklika Dives in misericordia) stehen wir
gerade im Mittelpunkt der neuen Religion. (…) Nein, liebe Gläubige, der modernistische Gott ist nicht
unser Gott, er ist überhaupt kein Gott. Das modernistische Bild Gottes ist nur das Zerrbild eines schwachen,
gutmütigen, gemütslosen, nachgiebigen, gleichmütigen, ohnmächtigen, greisenhaften Menschen. (…)
Die Karikatur Gottes hat die ganze neue Religion geprägt.“ Summa summarum: Zur neuen Religion der Kirche
Johannes Pauls II. (und gewiß auch Benedikts XVI.) gehört ein neuer Gott, der in Wahrheit ein Nicht-Gott
ist. Frage: Warum denn eigentlich legt die Priesterbruderschaft St. Pius X. noch wert darauf, mit den
Vertretern dieser neuen, gottlosen Religion in Gemeinschaft zu stehen? Reichen hier einige Distinktionen,
um eine überzeugende Antwort zu geben?
@Evelin Die mir gestellte Frage lautet: „Und wo ist jetzt der konkrete Unterschied zu denjenigen Diskutanten,
die sich für die Priesterbruderschaft St. Pius X. einsetzen?“ Da diese Diskutanten bestimmt nicht einfachhin
alle in einen Topf geworfen werden möchten, wird es auch schwer sein, einen für alle geltenden Unterschied
auszumachen. Was aber die Priesterbruderschaft St. Pius X. selbst anbelangt, so dürfte sie Probleme damit
haben, ihre Zugehörigkeit zur sichtbaren, hierarchisch gegliederten Kirche Jesu Christi anders als unter
Berufung auf die „Tradition“ (die als sich selbst bestimmend aufgefaßt zu werden scheint) nachzuweisen.
Eine solche Berufung auf eine unsichtbare Größe und an der konkreten, Christus repräsentierenden, mit
Lehrgewalt und Leitungsvollmacht ausgestatten Autorität vorbei entspricht aber nicht den Erfordernissen,
die sich aus dem katholischen Glauben ergeben. Eine Aussage wie diese: „Wir gehören zur katholischen
Kirche, weil wir die wahre Tradition (den wahren Glauben, die wahren Sakramente usw.) haben“, kann vor
ebendieser katholischen Tradition nicht bestehen. Hier also liegt – bei aller Hochachtung vor den Christen,
Priestern wie Laien, die im Zusammenhang mit der Priesterbruderschaft St. Pius X. ihren Glauben bezeugen
und leben wollen – die Hauptschwierigkeit und vermutlich auch der „konkrete Unterschied zu denjenigen
Diskutanten, die sich für die Priesterbruderschaft St. Pius X. einsetzen“.
@ Romano Meine Überzeugung ist schlicht und ergreifend die Lehre der Heiligen Schrift und der Überlieferung,
authentisch dargelegt z.B. auf dem Ersten Vatikanischen Konzil: Tradition und kirchliche Hierarchie gehören
wesenhaft zusammen. Die sichtbare Autorität der Kirche ist Garant für die Weitergabe der Lehre Jesu
Christi und die Bewahrung Seines Heilswerkes im eucharistischen Opfer und in den heiligen Sakramenten.
Wie man sich nicht gegen die Tradition auf die Schrift berufen kann, kann man sich auch nicht gegen die
kirchliche Hierarchie auf die Tradition berufen. Damit ist weder einem neotriumphalistischen Papalismus
noch einem blinden Gehorsam im Sinne des sacrificium intellectus angesichts wirklicher Spannungen und
Probleme das Wort geredet. Die postkonziliare Entwicklung ist unbestreitbar von einem Bruch an einzelnen
Strängen der lebendigen und sich stetig entfaltenden Tradition gekennzeichnet. Und es braucht nicht bestritten
zu werden, daß Vertreter der Hierarchie dabei einen erheblichen Anteil an Verantwortung tragen. Aber
dennoch bleibt die konkrete Repräsentationsgestalt des Corpus Christi Mysticum in den tatsächlichen
Nachfolgern der Apostel für die gesamte Kirche wie für den einzelnen Christen der einzige Garant dafür,
daß man in der wirklichen, lebendigen Tradition steht, die vom lehrenden Mund des Herrn und von Seiner
geöffneten Seite ihren Ausgang nahm und bis heute fortbesteht.
Semper idem Ist schon einmal einem Leser aufgefallen, daß sich diese Diskussionen im Kreis bewegen? Natürlich,
jeder hat das bemerkt. Es läuft weithin nach dem selben Muster ab: Von der einen Seite wird die Tradition
gegen die kirchliche Autorität der Gegenwart angeführt (mit der Gefahr, aus dem organisch-lebendigen
Gebilde der Tradition eine Kollektion satzhafter Lehren zu machen), während die andere Seite sich auf
die konkrete Hierarchie beruft und sie verteidigt, dabei jedoch angesichts mancher Spannungen zwischen
Aussagen des heutigen Lehramtes und gewissen Strängen innerhalb der früheren Lehrtradition in Beweisnot
gerät. Und wohl kaum ein Vertreter einer der beiden Seiten hat sich im Rahmen der Auseinandersetzungen
von der anderen überzeugen lassen. Oder gibt es hier jemanden, der vor den anderen Lesern zu bekennen
bereit ist: „Seit diesem oder jenem Beitrag habe ich meine Sicht der Dinge grundlegend geändert“? Vermutlich
nicht.
Annäherungsversuche Was an der sog. Basis (der laikalen wie der klerikalen) schon weit fortgeschritten
ist, strebt nun auch den Spitzen entgegen. Zu verlieren hat bei einem solchen Dialog nur die eine Seite.
Ein Bösewicht, wer hier die Rede von der „Zivilisation der Liebe“ einwirft. (Dr. Otterbeck verzeihe es!)
Jedenfalls kommt man mit jenem Wort, das zugleich für Höchstes und Niedrigstes herhalten muß, nicht
weit, wenn es nicht näher bestimmt wird. So plädiere ich für „Wahrheit“ und „Gebot“. An Kirchenvertretern,
die diese beiden deutlich vertreten, werden alle Annäherungsversuche der Gay-Aktivisten abprallen. Cardinale,
recognosce dignitatem et missionem apostolicam tuam!
Klammheimliche, ja sogar offene Freude… … empfinden wir, wenn bei einer lange schon gespannten, schwülen
Wetterlage endlich ein Gewitter naht. Wir wünschen uns nicht, daß es immer weiter hinausgezögert werde.
Einmal muß es doch sein. Welche erleichternde Klärung nach Blitz, Donner und Regenguß! Möge es über
Augsburg, über den deutschen Diözesen insgesamt zu einem ordentlichen Gewitter kommen. Sonst wird die
Lage einfach unerträglich.
Paulus Keine Frage, daß in Röm 1 mehr steht als das, was sich auf die Homosexualität bezieht. Überhaupt
ist Paulus in diesen Fragen sehr zurückhaltend. In Eph 5,3 fordert er (oder wer auch immer nach dem Stand
der wissenschaftlichen Exegese vom 15. Juli 2005, 8.45 Uhr, den Epheserbrief verfaßt hat ), Unreines
sollte unter den Gläubigen nicht einmal genannt werden. Geschweige denn getan! Vielleicht ist das der
Grund für die feine Zurückhaltung zahlreicher Hirten? Doch es wird schwer sein, sich dafür wirklich
auf Paulus zu berufen, der doch von Timotheus verlangt, opportune – importune die Wahrheit zu predigen,
zu ermahnen, zu rügen, Zurechtweisungen zu erteilen in aller Geduld und Lehrweisheit, denn es kämen
Zeiten, in denen man die gesunde Lehre nicht mehr ertrage, sondern sich nach eigenen Vorstellungen Lehrer
beschaffe, etc. Wer eine Vereinbarkeit von christlichem Glauben, christlicher Sittlichkeit mit homosexueller
Lebensführung behaupten wollte, müßte das von der Schrift her und die Verkündigung der Kirche sichtend
zeigen. Das wird aber kaum gelingen. Also nimmt man Zuflucht zu wohlfeilen Modellen, die eine Evolution
(in Wirklichkeit jedoch eine Revolution) in die christliche Moral einführen, und geht mit der Bibel noch
stümperhafter um als die Zeugen Jehovas…
Nach Röm 1… … ist die Sünde der gleichgeschlechtlichen Sexualität nicht einfach irgendeine – vielleicht
besonders schlimme – unter anderen. Paulus beschreibt sie vielmehr (wie es der Exeget Heinrich Schlier
einleuchtend aufgezeigt hat) als ein Zeichen für das Überhandnehmen der Sünde insgesamt. Die Verbreitung
der Homosexualität weist auf eine Art kollektiver Verblendung hin. Das Licht des Glaubens ist erloschen,
der Richtwert für Gut und Böse, Heilig und Unheilig zerbrochen. Es geht gewiß nicht fehl, wer hierfür
nicht zuletzt auch das beinahe totale Ausbleiben klarer Wegweisung und Führung vonseiten der Hirten verantwortlich
macht. Daß es nicht jeden Bischofs Sache sein muß, sich in die Schar von Straßendemonstranten einzureihen,
ist verständlich. Daß aber jeder Bischof von Amts wegen in dieser Sache als authentischer, für die
Echtheit seiner Verkündigung bürgen könnender Lehrer und Zeuge aufzutreten hat, daran kann kein Zweifel
bestehen. Man fragt sich, wie das alles einmal verantwortet werden soll. Hilft nur noch der tröstliche
Gedanke an die Allerlösung. Aber die ist ebenso wenig mit dem biblischen Befund vereinbar wie die Homosexualität…
Werter Marcel, nichts läge mir ferner, die Vorgänge von Röschenz mit denen um die Verfechter der überlieferten
Glaubenslehre und Liturgie auch nur in irgendeiner Weise miteinander zu vergleichen. Damit würde ich
ja meinen eigenen Standpunkt diskreditieren. Selbstverständlich war sowohl der Ausdruck „ewiggestrig“
wie auch die Aussicht darauf, durch Konzelebration könnten die vorliegenden Konflikte mit den kämpferischen
Anhängern der Tradition beigelegt werden, in besagtem Zusammenhang ironisch gemeint. Ich halte es für
eine ausgesprochen tragische Entwicklung, daß die „Ecclesia Dei“-Gruppen, eine nach der anderen, sich
zum Erweis ihrer Communio mit der kirchlichen Hierarchie in die Konzelebrationskollektive einreihen. Und
da das natürlich von offizieller Seite gerne gesehen, ja gefördert wird, drängte sich eben die Parallele
zum Fall Röschenz, wo man ebenfalls durch eine Konzelebration den angeblichen Frieden demonstrieren will,
auf. Ja, man sollte sich gelegentlich die Mühe machen, genauer hinzusehen, hinzuhören und zu lesen.
Daß in deutschen Landen der Sinn für Ironie verkümmert ist, ist allerdings hinlänglich bekannt.
@Marcel Lustig, diese Titulierung „ewigmodern“! Offensichtlich hat Marcel die Stellungnahme nicht einmal
verstanden. Als ob ich über die unio per concelebrationem auch nur irgendetwas Positives hätte sagen
wollen! Wo es an Einsicht fehlt, ist ein an sich geistvolles, aber hier völlig deplaziertes Chesterton-Zitat
eine nützliche Angelegenheit. Nun denn, wozu mit Leuten streiten, mit denen man vermutlich in über 90 %
der Auffassungen einig geht?! Ach, es ist ermüdend…
Wieder einmal… … soll eine Konzelebration den Frieden bringen. Mit ihr scheint man das allseits einsetzbare
Mittel zur Schaffung kirchlicher Einheit gefunden zu haben. Wenn dieser Pfarrer Sabo es tut – ja, dann
müssen es die Ewiggestrigen doch eigentlich auch, oder?
Die Heilige Schrift… … beschreibt den Bruch der Bundestreue durch das Gottesvolk als Hurerei. Die
fleischliche Unzucht ist in Wahrheit Abbild der geistigen. In beiden Fällen entstehen leicht ungewollte
Kinder und kommt es daher zu Abtreibungen. Man wird kirchlicherseits nicht gegen die vorgeburtliche Kindstötung
kämpfen und zugleich geistige Hurerei zulassen, ja fördern können. Hier liegt das Problem. Und es schreibt
wahrlich zum Himmel.
„Fachlicher Austausch über die Schriften des AT“ Ist das nicht etwas hoch gegriffen? Wie lange soll die
Begegnung denn dauern? Und ist es Aufgabe des Papstes, theologische Gespräche zu führen? Vermutlich
wird alles auf einige Akte der gegenseitigen Hochachtung und gemeinsam gebetete Psalmen (selbstverständlich
ohne „Gloria Patri“, wie be uns im „Sacrum Triduum“) hinauslaufen.
Acceperunt mercedem suam… Warum aber den Herrn Unterhalter für seine guten Werke schon hier belohnen?
Und ihn zur Unbescheidenheit, zur Eitelkeit, gar zur Ruhmsucht verführen? Gottschalks Seelenführer wird
mit dem Münsteraner Bischof da wohl nicht ganz d’accord sein.
Schwarzes zu Medjugorje Der „Elendeste Sünder“ fragt: „Bitte warum soll man sein Lob für Medugoje nicht
teilen?“ Allerdings hatte Doctor Subtilis nur geäußert, man müsse die Einschätzung von Medjugorje
durch den neuen Linzer Oberhirten ja nicht teilen. Warum man es nicht muß (oder sogar „soll“)? Erstens,
weil die Erscheinungen nicht kirchliche anerkannt sind. Zweitens, weil ihre äußeren Umstände manche
Merkwürdigkeiten enthalten. Drittens, weil die Inhalte ihrer Botschaften noch größere Probleme aufwerfen.
Man wird mir vorwerfen, in bezug auf diese Erscheinunge zu schwarz zu sehen; aber damit habe ich immerhin
die Verbindung zum obigen Artikel herstellen können, geht es doch um einen Bischof Schwarz…
Danke! Der Drehbuchautorin und Regisseurin Dr. Heidemarie Seblatnig – wer kennt sie nicht?! – ist eine
scharfsinnige, sprachlich dicht gewobene Analyse gelungen, die in ihrer Leichtigkeit, Eleganz und Ironie
an die besten französischen Autoren, in ihrem understatement aber an angelsächsische Traditionen anknüpft.
Vom Inhalt einmal ganz zu schweigen. Jedenfalls ein echtes Aha-Erlebnis! Bei der Lektüre müßte es wohl
auch dem Letzten klarwerden, worum es in den Auseinandersetzungen der Gegenwart zutiefst geht und wie
wir die Lage meistern können. Der Autorin sei von Herzen gedankt und gewünscht, ihre Zeilen mögen auch
auf die Schreibtische des Wiener Erzbischofs und aller wichtigen Kirchenmänner gelangen. Könnte man
doch ihre Gesichter sehen, während sie diesen reinen Wein, der ihnen selten kredenzt werden dürfte (von
Ausnahmeprodukten wie dem 13. einmal abgesehen), genießen…
Könnte es nicht sein, daß die wenig ergiebigen Diskussionen, ob und wie kreuz.net nun mit der Priesterbruderschaft
St. Pius X. verbunden ist oder nicht, die Geduld mancher anderen Leser inzwischen recht ordentlich beanspruchen?
Und wenn diese Gemeinschaft sich hinter der Seite verbergen sollte – was ändert es denn an den dargebotenen
Artikeln und den geäußerten Meinungen? Der Ausdruck von der Traditionalisten-Keule scheint tatsächlich
nicht ganz aus der Luft gegriffen zu sein. Zu den Kölner Vorgängen: Nicht, daß Joschka Fischer sich
derart zu Wort meldet, muß uns verwundern, sondern daß von C-Parteien nichts Grundlegendes entgegengehalten
wird. Jüngst noch hat sich der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz – in deutlicher Widerrede
gegen den Kölner Erzbischof – dahingehend geäußert, diese Parteien sollten ihren ersten Buchstaben
unbedingt beibehalten. Und da erhebt sich denn sogleich auch die Frage: Wo waren denn in Köln die Vertreter
der Ecclesia militans? Welche Mahn- und Weckrufe ergingen von kirchlicher Seite? Vermutlich fand sich –
wie in Luzern – nur eine kleine Schar mehr oder minder FSSPX-naher Gläubiger ein, um ein Zeichen christlicher
Konsequenz zu setzen? Kardinal Lehmann hat irgendwie recht: Weshalb sollten sich jene Parteien nicht „christlich“
nennen, wo doch andere noch immer den Namen „katholisch“ führen…
Im weiteren Sinne… … gehört der Apostel Johannes natürlich in die Kategorie der Jungfrauen (obwohl
da sonst nur weibliche Gestalten versammelt sind) und die heilige Thérèse von Lisieux in die Kategorie
der Kirchenlehrer (obgleich man früher dafür – neben der Rechtgläubigkeit und der Heiligkeit des Lebens –
auch eine große wissenschaftliche Bildung [eruditio maxima] verlangte). Und dieser „weitere Sinn“ wird
es dann auch möglich machen, den letzten Papst unter die Martyrer einzureihen. Wie wohltuend war doch
einmal der bodenständige, von Winkelzügen freie Realismus der Kirche. Aber hat es ihn überhaupt je
gegeben?
Reduktionen „Die Liturgiekommission der Deutschen Bischofskonferenz will den Kirchenraum wieder „stärker
als geistliche Mitte des Gemeindelebens“ erscheinen lassen.“ Schon die alten Sophisten verstanden sich
darauf, die schwächere Sache zur stärkeren zu machen. Ihre Nachfahren im deutschen Amtskatholizismus
verkaufen uns schon seit Jahren eine Niederlage nach der anderen als Gewinn, als „Reduktion auf das Wesentliche“.
Man könnte ihnen helfen, diesen Weg nun auch in finanzieller Hinsicht zu beschreiten.
@ Didimus Werter Didimus, Ihre Nachforschungen in Ehren – aber wo sind denn hier bitte die Punkte, an
denen sich Extreme berühren? Es ist schwer erkennbar. Und außerdem: Gehört jemand allein schon deshalb,
weil er einer überstürzten Handlungsweise gegenüber Skepsis anmeldet, zu den Nostalgikern, Ultra-Traditionalisten
und Krypto-Sedisvakantisten (immerhin ist die praecipitatio eine Sünde gegen die Klugheit…)? So sehr
ich gegen das Unternehmen einer beschleunigten Seligsprechung des letzten Papstes bin, so sehr verwehre
ich mich gegen Ihre Einordnungen!
Wünschenswert… … und auf der Linie vieler Äußerungen des gegenwärtigen Papstes wäre es doch,
den Mut zu einem eindeutigen „Ja, ja – nein, nein!“ aufzubringen, sich um keinen Preis vor den Mächtigen
und dem Zeitgeist zu beugen und bewußt das Risiko einzugehen, als Minderheit mit dem Herrn im Abseits
zu stehen, oder?
@ Irenäus Werter Irenäus, zwar handelt es sich bei der ä- oder ae-Schreibung keineswegs um eine Frage
der Grammatik, aber – lassen wir das! Man gewinnt den Eindruck, Beiträge, die nicht wie Ihre gegen „V2“
(sprechen Sie auch von „V1“ oder „T“?) vom Leder ziehen oder den verstorbenen Papst als Verräter bezeichnen,
forderten Ihren Ärger heraus. Das ist Ihr Problem. Mir ging es nie darum, mit meinen bescheidenen Lesermeinungen
ein besonders hohes Niveau zu erreichen, wohl aber darum, daß das allgemeine Niveau nicht unter das Erträgliche
und für Katholiken – zumal solche, welche die Tradition auf ihre Flaggen geschrieben haben – Statthafte
sinke. Wer sich mit der kirchlichen Krise im Anschluß an das Zweite Vatikanische Konzil beschäftigt,
wird feststellen, daß sie nicht zuletzt eine Krise der Sprache ist. Wie sollte es auch anders sein, wenn
man die Religion des Logos zersetzt? Insofern ist es mir immer ein dringliches Anliegen, auf diesen Punkt
hinzuweisen. Korrekte Ausdrucksweise ist im Email- und SMS-Zeitalter offensichtlich nicht mehr gefragt,
für einen Katholiken aber, der um die Bedeutung des Wortes (Dogmen! Sakramentale Worte!) weiß, sollte
sie eine Minimalforderung sein. Und gerade da, wo wir auf wirkliche Mißstände hinweisen oder sie der
Kritik unterziehen, müssen wir den Blick auf die Forderungen der Wahrheit, der Gerechtigkeit, der Maßhaltung
und der Liebe gerichtet behalten, also letztlich auf Gott selbst. Das bewahrt uns in der nötigen Ehrfurcht,
Demut und Vorsicht.
@ Irenaeus Werter Irenaeus, Sie stellen mir zwei Fragen, auf die ich Ihrem Wunsch gemäß gerne eingehe:
„1) Merken Sie nicht, daß Ihre Bemerkungen nicht viel mehr enthalten als diese Klage (i.e. über das
Niveau der Beiträge, Anm. pelagius)? 2) Daß mein Beitrag sich gerade auf Ecclesia Dei bezog?“ Ad 1)
Nein, das merke ich nicht. Wenn Sie meine Beiträge durchsehen, stellen Sie fest, daß es sich nicht so
verhält, daß ich hingegen viele Stellungnahmen inhaltlicher Art abgebe. Zuweilen aber ist das Niveau
der Beiträge derart, daß… Nein, ich will erst gar nicht damit anfangen. Ad 2) Tatsächlich, Sie erwähnten
Ecclesia Dei. Dennoch erschien mir der Satz als etwas unklar. Mögen Sie doch bitte meinen Verständnisschwierigkeiten
auf die Sprünge helfen, selbst wenn ich Ihrer Ansicht nach im Glashaus (?) sitze.
Wider die Überstürztheit Der ehemalige Professor für Kirchengeschichte in Augsburg und jetzige Präsident
der päpstlichen Historikerkommission, Prof. Dr. Walter Brandmüller, sprach sich mit Recht gegen eine
derart übereilte Ernennung aus. Bei den anderen, an deren Namen wir „der Große“ anhängen, dauerte es
Jahrhunderte bis zu dieser Betitelung. Aber die Überstürztheit ist nun einmal ein Signum unserer Zeit
(ebenso übrigens wie – paradoxerweise – das Zaudern!). Frage: Liegt der Beatifizierungs- und Magnifizierungs-Eile
hier nicht eine geheime Angst zugrunde; diejenige nämlich, es könnte sich der augenblickliche Enthusiasmus
legen und sich an zurückbleibenden Früchten manches zeigen, das dann doch in eine andere Richtung weist?
Der Verdacht drängt sich auf.
? „… man darf aber nicht vergessen, daß nach Urteil des Lehramtes, V2 Neuerungen vielleicht enthalte;
insofern finde ich den Jubel mancher Neokatholiken, das Konzil sei vereinbar mit der Tradition der Kirche
unhaltbar; oder wollen sie ihre Privatmeinung über die Johannes Pauls II, der solches in Ecclesia Dei
selber erklärt hat, stellen?“ Bitteschön? Was will denn dieser Satz besagen, bei dem man nicht recht
erkennen kann, welchen orthographischen und logischen Regeln er sich verpflichtet weiß? Ach ja, das deutsche
Schulwesen…
Pastores dabo vobis… Lieber Laurentius, ein kleines Mißverständnis hat sich eingeschlichen. Nicht
ob man einem Bischof dafür „böse“ sein könne, daß er einen der drei (durchaus erweiterbaren) Punkte
nicht ernst nimmt, wollte ich in Frage stellen, vielmehr: ob man es einem Gläubigen verübeln darf, der
daran zweifelt, daß die drei Punkte von unseren aktuellen Hirten auch so gesehen werden. Dazu meine bescheidene
Ansicht: Obwohl Gott allein Herz und Nieren prüft, legen doch die Fakten Zeugnis davon ab, daß bei einigen
der kirchlichen pastores nicht die Gottesfurcht und die brennende Sorge um das Heil der Seelen im Vordergrund
steht, sondern das menschliche Taktieren. Und was das Stichwort „Rücktritt“ anbelangt: Anstatt die Möglichkeit
bei einem alt und krank gewordenen Papst zu diskutieren, sollte man sie vielmehr mit Blick auf Bischöfe
thematisieren, die ihrer Aufgabe nicht gewachsen sind oder sie uminterpretieren. Darf man übrigens von
einem Papst als pastor pastorum erwarten, daß er aus den Luzerner Vorgängen personalpolitische Konsequenzen
zieht und sich seiner Vollmacht zur Ab- und Einsetzung von Bischöfen bedient? Ich denke, man sollte es
erwarten dürfen…
Hirten Die Kommentare zu diesem Artikel sind offensichtlich wieder um den Aufweis bemüht, daß in unserer
katholischen Glaubenswelt alles mit allem zusammenhängt. Dennoch zurück zum eigentlichen Thema: Das
Verhalten der örtlichen Kirchenleitung zu den Luzerner Vorgängen läßt sich wohl kaum anders erklären
als damit, daß die sog. Homo-Ideologie schon weit bis in die höheren Etagen durchgedrungen ist. Jene
berühmten Seilschaften, mit denen sich eine Gruppe nach und nach hochbefördert. Ein Bischof, der sich
dem konsequent entgegenstemmt, muß von außerkirchlicher wie innerkirchlicher Seite mit Pressekampagnen
und sonstigen Repressalien rechnen. Die Bereitschaft, das auf sich zu nehmen, setzt u.a. voraus, (a) daß
jemand von der Wahrheit der Offenbarung und der unverbrüchlichen Geltung der Gebote Gottes überzeugt
ist; (b) daß er das letzte Gericht und die Möglichkeit der endgültigen Verdammnis für die Verführer,
die Verführten und diejenigen, die tatenlos zusehen, ernstnimmt; (c) daß er sein Amt als Hirtenamt (mit
der Pflicht zum Wachen und Einschreiten), nicht als Ehrenvorsitz in einem humanistischen Club, versteht.
Wem, der am Vorhandensein dieser Voraussetzungen bei kirchlichen Würdenträgern zweifelt, könnte man
das verübeln?
Konsequenzen Vorsicht, jetzt wird’s politisch inkorrekt: Wenn demnächst eine Neonazigruppe in einer katholischen
Kirche der „Vorsehung“ für ihre brüderliche Verbundenheit danken und das in einem ökumenischen Gottesdienst
(der auch allen Anforderungen des Generalvikars Trauffer O.P. genügt) ausdrücken will, wird man das
gestatten? Ich denke, nach den gestrigen Ausschreitungen müßte man es.
Problematischer Satz „In späteren Zeiten wurde das Christentum leider und gegen seine Natur zu einer
Tradition und zu einer Staatsreligion.“ Wenn man nicht erläutert, was hier unter Tradition und was unter
Staatsreligion verstanden wird, ein zumindest verfänglicher Satz! Weil das Christentum stets davon ausging,
als die Religion des einen Mittlers zwischen Gott und den Menschen zugleich die eine und wahre Menschheitsreligion
zu sein, konnte es weder die Tatsache, zu einer auch menschlichen Tradition zu werden, noch die Entwicklung
hin zu einer politischen und staatlichen Größe (so gefährlich diese zuweilen sein mag) grundsätzlich
ablehnen. Falsch wird es natürlich dort, wo sie zu einer bloßen Traditionsangelegenheit oder zu einer
staatlichen Verordnung degeneriert. Aber wurde das Christentum denn tatsächlich „gegen seine Natur zu
einer Tradition und zu einer Staatsreligion“? Für Verständnishilfen bin ich dankbar!
„Messe aller Zeiten“ und Idolatrie Zu Dr. Otterbeck:[ Der Ausdruck „Messe aller Zeiten“ ist ohne Zweifel
ein terminolog. Fehlgriff, wenn er auf einen einzelnen Meßritus bezogen wird. Richtig ist er, wenn er
das Erlösungsopfer, das dem Auftrag des Herrn entsprechend von der Kirche dargebracht wird, bezeichnet.
Insofern ist dann aber jede gültige Hl. Messe innerhalb der Einen Kirche „Messe aller Zeiten“. Schwer
einzusehen ist aber die Kritik Dr. Otterbecks, bei dem Einsatz für die überlieferte Gestalt der Heiligen
Messe liege eine selbstgemachte Heilsgewißheit vor und man gerate in die Nähe der Idolatrie. Zu diesen
überaus schweren und beleidigenden Vorwürfen muß festgestellt werden: 1. Die sog. Traditionalisten
sind meistens weiter als ihre „modernen“ Gegenspieler von einer falschen Heilsgewißheit entfernt. Sie
wissen für gewöhnlich um die Notwendigkeit, die Sünde zu meiden und sich sakramental mit Gott zu versöhnen.
2. Solange die Relativität des liturg. Ritus (relativ zu seinem Inhalt und zu anderen Formen, in die
derselbe Inhalt in der Geschichte der Kirche legitimerweise gegossen wurde) beachtet wird, kann man sich
durchaus für eine bestimmte Gestalt der Hl. Messe und auch gegen ihre Zerstörung wenden, ohne in den
Verdacht einer unangemessenen Verabsolutierung und somit Idolatrie zu geraten. 3. Heute ist die Gefahr
der Beliebigkeit größer als die der Vergötzung eines Ritus. Daß man im Gegenzug zur allgemeinen Tendenz
zuweilen übertreibt, liegt in der Natur einer solchen Auseinandersetzung.
Rahner retten? Versuche, Karl Rahners Theologie zu „retten“, in Ehren: Sie scheitern doch an den harten
Realitäten. – Die Spekulationen über eine Aszendenz-Christologie mögen als Gedankengang faszinierend
sein, dem biblischen Befund (nicht nur Johannes, auch Paulus)werden sie in keiner Weise gerecht. – Die
Dreifaltigkeitslehre erfährt wegen des – gewiß ehrenwert gemeinten – Anliegens, sie gegen tritheistische
Vorstellungen abzusichern, eine Reduktion, bei der am Ende kein gegenseitiges „Du“ in Gott bleibt und
ein bloßer Modalismus naheliegt. – Das „Anonyme Christentum“ geht zwar von Überlegungen aus, die auch
der theologischen Tradition nicht fremd sind, führt dann aber aufgrund der Ausweitung ins allgemein Menschliche
zu einer Unterbelichtung des Unterscheidend-Christlichen. Vieles andere mehr wäre hier noch zu erwähnen,
allein der Platz fehlt. Und warum nicht auch, wie es die Kirche immer getan hat, das Leben des Theologen
befragen? Zum Status eines Kirchenlehrers gehört nun einmal – neben der Erudition und Rechtgläubigkeit –
die sanctitas vitae. Hier sollte die jesuitischerseits geflissentlich unterdrückte Rinser-Episode dann
doch zu denken geben…
Ratzinger, Rahner, von Balthasar Man muß wohl sagen, daß der heutige Papst jenem Theologen, der in mancher
Hinsicht als der große Antipode Rahners zu gelten hat, nahesteht, nämlich Hans Urs von Balthasar. Darin
ist er seinem Vorgänger, der den Schweizer Theologen immerhin zum Kardinal ernannt hat, nicht unähnlich.
Von Balthasar hat in mancherlei Publikationen – am bekanntesten von ihnen dürfte „Cordula oder der Ernstfall“
sein – gegen Rahners Auffassungen Stellung bezogen, so z.B. gegen seine Ausführungen zur Dreifaltigkeit
(die auch von Kard. Scheffczyk einer herben Kritik unterzogen wurden) und über das Anonyme Christentum.
Worin sich übrigens Rahner und von Balthasar wieder scheinen: in jener Hoffnung auf das Heil aller Menschen.
Frage: Ist nicht dieser Heilsoptimismus eine der Hauptursachen für die heutige Kirchenkrise? Anfang der
Weisheit ist die Furcht des Herrn. Wo man Ihn aber nicht mehr ernst nehmen und auch fürchten muß, da
florieren alle nur denkbaren Torheiten, die Theologie, Moral und Liturgie selbstverständlich eingeschlossen…
Schonphase vorüber! Nachdem kreuz.net in den ersten Tagen des neuen Pontifikates ein eher positives Bild
Benedikt XVI. zeichnete, setzt es jetzt – zunächst noch auf indirekten Wegen – zur Kritik an. Eine leicht
durchschaubare Taktik. Die eifrigen „Diskussions“-Teilnehmer bekommen so wieder Anlaß genug, ihr altbekanntes
Lieblingsliedchen anzustimmen. Viel Spaß dabei!
Bugnini, „Warme Brüder“ und hermetisches Ritual Dazu: 1. Eine solche Denunziation ist m. W. nirgendwo
ernsthaft behauptet worden. Und gesetzt den Fall, es wäre so: Was hätten die „Warmen Brüder“ damit
gewonnen? 2. Bugnini hat nicht kapituliert – brauchte er wohl auch gar nicht, da eine weite Bewegung seinem
Werk Aufwind gab und er vor allem die Unterstützung des Papstes hatte. 3. Die Ähnlichkeiten der überlieferten
röm. Meßliturgie mit einem „hermetischen Ritual“ sollte man nicht übertreiben. Was aber vorhanden ist,
zeugt eher von der Kraft der Catholica, sich auch Formen fremder Herkunft umgestaltend einzuverleiben,
als von einer Esoterisierung christl. Gottesdienstes. 4. Gewiß, einige Ästheten mit homoerotischem Einschlag
lieben den „alten Meßritus“ (vgl. z.B. die Begeisterung eines Oscar Wilde, die angesichts der Neuliturgie
undenkbar wäre). Für gewöhnlich aber sind die Vertreter der hier mit „Warme Brüder“ bezeichneten Richtung
wohl nicht der traditionellen römischen Liturgie, deren Formen ihr viel zu steif und distanziert sein
dürften, als vielmehr einer „modernen“ Gottesdienstgestaltung zugetan, die viel Raum für Elemente menschlichen
Nähe und Kuschelatmosphäre läßt. 5. Die Liturgiereform sorgt m. E. nicht „für eine größere Distanz
zum hermetischen Ritual des Arkanums“, vielmehr bringt sie die Gefahr mit sich, in eine Distanz zur traditionellen
Meßopferlehre zu führen.
zu: Dr. Otterbeck, Dogma ist nicht Paradigma Wozu, werter Herr Dr. Otterbeck, geben Sie sich denn solche
Mühe? Die anderen Disputanten zeigen Ihnen doch, wie schlicht es hier zugeht. Anstatt sich derartigen
Überlegungen hinzugeben, wie Sie sie anstellen, stimmen sie immer neue Variationen zu dem altbekannten
Thema, ihrem Lieblingsthema, an. Was sage ich: Variationen? Nicht einmal solche bringen sie zustande.
Dieser schlechte Konservatismus, der wirklich den Namen „Traditionalismus“ zu verdienen scheint, führt
auch in der Diskussion auf ganz festgefahrene Gleise. Klar, daß man über einen Beitrag wie Ihren einfach
hinwegsaust. Er ist also vergebliche Liebesmühe. Die „Kirchenretter“ nehmen Sie ohnehin nicht ernst und
sehen in Ihnen besserenfalls einen beschränkten „Neokonservativen“, dem die höheren Weihen traditionalistischer
Einsicht noch fehlen, schlimmerenfalls einen echten Feind vermutlich freimaurerischer Gesinnung (worauf
Ihre „Verteidigung der Aufklärung“ eigentlich hindeuten würde). Herzliches Beileid!
Advocatus populi iudaici Papst Benedikt XVI. scheint doch nicht Verfechter der Eiligsprechungen zu sein.
Wem ein Prozeß einmal zu schnell zu gehen scheint, der weiß zukünftig, wie er ihn ins Stocken bringt.
Allerdings wäre es in diesem Fall lebensbedrohlich, sich als „Advocatus Diaboli“ zu bezeichnen…
Stichwort „Eiligsprechung“ 1. Es gehört zum journalistischen Handwerk, anregende Überschriften zu (er)finden.
Jeder Leser, der mit dem literarischen Genus auch nur einigermaßen vertraut ist, weiß, daß er diese
Formulierungen nicht auf die Goldwaage legen darf. 2. Vielleicht deutet die Überschrift ja auch darauf
hin, daß hier u.a. Franzosen am Werk sind? Die im Impressum angegebene Adresse legt zumindest eine gewisse
Internationalität der kreuz.net-Redaktion nahe. 3. Möglicherweise muß man mit dem Seligsprechungsprozeß
schon allein deshalb so rasch beginnen, weil der verewigte Papst eine schier unüberschaubare Fülle an
schriftlichen und mündlichen Verlautbarungen hinterlassen und dazu viele Akte gesetzt hat, die einer
genauen Prüfung bedürfen und teilweise Schwierigkeiten mit sich bringen dürften. 4. Auch im Falle Prof.
Berger sollte man hier keine Eiligsprechung vornehmen, denn m.W. war es nicht gerade der Vorwurf eines
fundamentalistischen Schriftverständnisses, der ihn an die protestantische Fakultät verschlug. Wer sein
Paulus-Büchlein liest, erhält darin dieselben Auskünfte zur Frage der authentischen Paulusbriefe wie
bei anderen „modernen Exegeten“ auch. In seinem eigentlich sympathischen Versuch, die Priorität des Johannesevangeliums
zu belegen, erfahren wir nur Schillerndes über Jesu Gottheit und Präexistenz. Auch von dem neuen, großen
und tatsächlich bemerkenswerten Jesus-Buch erwarte man keine allzu lehramtstreuen Auskünfte in Sachen
Christologie…
Schande Wir haben uns daran gewöhnt, vonseiten kirchlicher Obrigkeit Schuldbekenntnisse zu vernehmen,
die – ausdrücklich oder implizit – früheren Kirchenmännern an die Brust schlagen. Wir kennen mittlerweile
auch den Klagegesang über das angebliche Versagen der deutsch(sprachig)en Bischöfe im Nationalsozialismus
in allen Modulationen. Diese Vorwürfe sind teilweise fragwürdig, teilweise falsch, teilweise direkt
infam. Jetzt aber, liebe Katholiken, sind wir die Zeitzeugen: Jetzt erleben wir es selbst, wie sich der
größte Teil der Hierarchie angesichts der Zerstörung der öffentlichen Moral, der Wegbereitung für
die staatlich anerkannte und geförderte Perversion sowie der Zerstörung der Grundzelle der menschlichen
Gemeinschaft beharrlich ausschweigt. Ein paar zahme Allgemeinplätze ohne den Charakter des Mahnens, des
Anprangerns, ändern daran herzlich wenig. Es ist nicht an uns, Anklage zu erheben. Aber Augen, Ohren
und Mund brauchen wir uns dennoch nicht aus zu verkleben. Sagen wir es doch offen heraus: Es ist eine
Schande.
@ Paul Mayer Werter Herr Mayer, Sie haben folgende bedeutungsschwere Sätze geschrieben: „Der Hl. Franz
von Sales hat folgende Weissagung gegeben: Ein ungültig gewählter Papst wird zahlreiche Häresien von
sich geben. Kann meiner Ansicht nach nur auf JoPa II zutreffen.“ Darf ich Sie höflich bitten, uns nicht
länger die Stelle in den Werken des heiligen Kirchenlehrers, an welcher eine solche Prophezeiung zu lesen
ist, vorzuenthalten? Für Ihre Liebenswürdigkeit danke ich im voraus, Pelagius (non haereticus)
„Die Tradition“ Man verzeihe, es ist nicht unmittelbar zum Thema! Aber es betrifft den letzten Beitrag
des hochverehrten Marcel… Erzbischof Marcel Lefebvre und sein Werk stellen als Nachfolger des hl. Athanasius
„nur“ das Echo, den Widerschein, das Sprachrohr der Kirche, ihrer (echten, dogmatischen) Konzile und der
Lehre der Päpste dar. Das ist das „Geheimnis“ des Patentrezeptes. Und wo die Kirche spricht, welche Konzilien
welchen Verbindlichkeitsgrad haben, worin die Lehre der Kirche besteht, kurz was „die Tradition“ ist:
das alles erklärt authentischerweise die Priesterbruderschaft St. Pius X. In der gegenwärtigen Kirche
gibt es keine Autorität, die ihr im Bereich des Lebens und der Lehre gebieten könnte, es sei denn, die
Bruderschaft hätte zunächst festgestellt, dieses Gebot stimme mit „der Tradition“ überein. Im Falle
einer Unterwerfung unter das „moderne Rom“ wäre dann auch im Einzelfall der Vorschriften zu überprüfen,
ob sie im Einklang mit „der Tradition“ stehen. Es ist also „die Tradition“, der sich alles unterzuordnen
hat, und über die Erkenntnis „der Tradition“ verfügt die Priesterbruderschaft St. Pius X. Ist es nicht
so?
Der Pfarrer als Braut Nach der Aufgabe des Zölibates wird man sich in einer Gesellschaft der „bunten
Partnerschaften“ (natürlich mit kirchlichem Segen) auch an dieses Bild gewöhnen müssen: der Herr Pfarrer
mit seinem Bräutigam… Der Tradition christlicher Mystik liegt der Gedanke ja gar nicht ganz fern. Allerdings
ist hier Jesus Christus der Bräutigam, die getaufte Seele Seine Braut, die gratia sanctificans das Brautkleid.
Doch erscheint die Befürchtung nicht ganz unberechtigt, der Auftritt des Pfarrers von St. Gallus bewege
sich nicht in solchen Bahnen. Jedenfalls war es schon immer so, daß verdunstete christliche Wahrheit
in Form eines reichlich durchsäuerten Regens wiederkehrte.
@ Marcel Mit einem Hinweis auf die FSSPX scheint man tatsächlich bei jedem Thema und in jedem Zusammenhang
richtig zu liegen. Es gibt also doch ein Patentrezept, ein Allheilmittel: Ite omnes ad Marcellum…!
@Stimme: De Papa haeretico et non baptizato… Die „Stimme“ schreibt: „Vorbehalte gegen einen ganzen Berufsstand
sind unbegründet.“ Dazu: 1. Gibt es keinen Vorbehalt z.B. gegen den Berufsstand der Juristen, da doch
die meisten von ihnen Positivisten sind und illegitimen Gesetzen zustimmen? Oder gegen den Berufsstand
der Fachtheologen? 2. Behaupten tatsächlich alle Journalisten in dieser Sache dasselbe oder handelt es
sich um die Behauptung nur eines (freilich: „seriösen“!?) Buches? Soweit ich informiert bin, haben Journalisten
sich und/oder die Leser schon manchesmal getäuscht. 3. Ein Vorschlag: Machen Sie doch eine Wallfahrt
zum Geburtsort des letzten Papstes, geben Sie sich als Journalist aus und überzeugen Sie sich selbst!
Summa summarum: Liebe „Stimme“, Ihre Beiträge zum (selbstgewählten) Thema „ungetaufter Papst“ waren
Ihrem Renommé nicht besonders dienlich…
Hinweis auf das Mahl im Römischen Meßkanon Werter Athanasius, es gibt diesen Hinweis sehr wohl, und
das auch ohne die von Ihnen der Häresie verdächtigte Akklamation im Novus Ordo. So heißt es im „Supplices,
te rogamus“: „ut, quotquot ex hac altaris participatione sacrosanctum Filii tui Corpus et Sanguinem sumpserimus
(etc.)“. Ich weiß, Sie werden um eine Antwort nicht verlegen sein. Überhaupt gewinnt man den Eindruck,
dieses Forum sei ein Tummelplatz für Hobby-Theologen mit geradezu lehramtlichem Anspruch. Wer ihren Basteleien
nicht zustimmt, ist sogleich der Häresie oder wenigstens des „Modernismus“ verdächtig. Nicht nur im
„progressiven“ Spektrum, nein auch im „traditionalistischen“ (schreckliches Wort für jeden, der mit der
jüngeren Theologiegeschichte vertraut ist!) verkommt Theologie zum Schwätzfach.
Lehre der Päpste Dankenswerterweise wurde hier auf einige Dokumente von Piuspäpsten hingewiesen. Zur
Horizonterweiterung sei hier auf der berühmte „Dictatus Papae“ Gregors VII. angeführt. Diesem dürften
allerdings schon einige spätere Päpste vor Vatikanum II. zuwidergedacht und -gehandelt haben, oder?
Zum Freimaurerei-Vorwurf wider A.B. Nun ja, liebe „Stimme aus dem Tradiland“, diese Stimmen aus dem Tradiland,
die Sie da anführen, sind auch nicht gerade die unverdächtigsten Zeugen. Ein Jurist wenigstens würde
Sie vermutlich nicht als Belastungszeugen akzeptieren, oder? Die eine Geschichte erinnert ein wenig an
die Art von Reportage, wie man sie in manchen Blättern, die nicht als die allerseriösesten gelten dürfen,
findet: Der Überbringer des Briefes hat es natürlich irgendwo ausgeschwatzt, und so hat es dann die
Runde gemacht… Und was den französischen Erzbischof anbelangt, so wird es schwer sein, ihm in dieser
Angelegenheit völlige Unbefangenheit nachzu sagen; außerdem sind wohl nicht einmal seine überzeugtesten
Anhänger davon überzeugt, daß er über den Bereich der katholischen Lehre hinaus unfehlbar sei, oder?
Zumindest sind doch einige Auskünfte des Kirchenfürsten bekannt, die nicht völlig über jeden Zweifel
erhaben sind. Man verstehe mich richtig: Es geht hier nicht um Verteidigung des sog. Reformwerks, aber
sehr wohl um eine Kritik der Argumente. Und außerdem um eine Frage der christlichen Ethik.
„Auf’s Maul geschaut“ Luther hat bekanntlich dem Volk auf’s Maul geschaut. In seiner Zeit hatte der Ausdruck
„Maul“ auch weithin keinen despektierlichen Beigeschmack. Aber einem Priester, einem Erzbischof gar, ernannt
zum obersten Glaubenshüter, auf’s Maul zu schauen, das klingt geschmacklos und unehrerbietig. Die Krise
der Kirche ist zu nicht unerheblichen Anteilen eine Krise der Kultur und damit der Sprache. Man kann nicht
für Sakralität und Ehrfurcht im Gotteshaus plädieren und zugleich mit Blick auf kirchliche Würdenträger
den Grobianismus Luthers kopieren. Wie sagt die kreuz.net-Redaktion so passend: „Sie behält sich aber
das Recht vor, unsachliche, unflätige, blödsinnige, beleidigende, rechtswidrige sowie dogmatisch oder
moralisch bedenkliche Beiträge sowie Anmerkungen, die dem Ansehen des Mediums schaden, zu löschen.“
Bitte um Auskunft Woher kann man mit solcher Sicherheit behaupten, Annibale Bugnini sei Freimaurer gewesen?
Zugegeben, eigentlich hat diese Frage mit dem Artikelthema nicht unmittelbar zu tun. Weil aber es aber
für die Einschätzung der sog. Liturgiereform nicht ganz ohne Belang ist; und weil man andererseits mit
einer Verleumdung (auch post mortem) durchaus eine schwere Sünde begeht, deshalb sind hieb- und stichfeste,
quellenmäßig über den „Schwarzen Brief“ und ähnliche Publikationen hinausgehende Beweise vonnöten.
(Bugnini selbst hat die entsprechenden Vorwürfe ja bekanntlich von sich gewiesen, was ein echter Freimaurer
nach meinem Informationsstand nicht darf…) Sollte man keine Beweise haben, es aber denoch behaupten,
so würde man übrigens mit den ungerechtfertigten Unterstellungen nicht zuletzt auch der so wichtigen
kritischen Auseinandersetzung mit den liturgischen Neuerungen einen Bärendienst erweisen. Daher die dringende
Bitte: Wer kann Beweise für die Logenmitgliedschaft Annibale Bugninis nennen?
Papst Benedikt XVI. hat wirklich… … gleich zu Beginn seines Pontifikates Gelegenheit genug, seines
Hirtenamtes zu walten und ganze Rudel von Eindringlingen fortzuschicken. Danach sehnen wir uns!
Kardinal Ottaviani und der Novus Ordo Missae „- aus irgendwelchen Photos mit dem Papst Paul VI. den Schluß
zu ziehen, dass seine Schrift zum NOM nicht ernst zu nehmen sei, ist schlicht Unfug.“ „Stimme aus dem
Tradiland“ an meine Adresse. Dazu: – Der entsprechende Beitrag steht an anderer Stelle („Der Papst reicht
den Traditionalisten die Hand“). In ihm wird keineswegs behauptet, dem Kard. sei die Untersuchung nicht
ernst gewesen. – Gesagt werden sollte allerdings, daß Ottaviani in seiner Beurteilung offensichtlich
nicht so weit ging, den neuen Ritus total und als „in sich schlecht“ abzulehnen. Was er bei einer regelrechten
„Luther-Messe“ (so der hier oft zu lesende, unglückliche Ausdruck) sicher getan hätte. – Das beträchtliche
Alter des Kard. mögen manche dafür verwenden, die angebliche „wirkliche Gesinnung“ Ottavianis gegen
sein tatsächliches Verhalten aufrechtzuerhalten: Er war halt schon etwas senil… (Während man sich
andererseits vehement dagegen wehrt, wenn z.B. einem franz. Erzbischof, um seine Entscheidungen zu entschuldigen,
für die letzten Jahrzehnte Altersstarrsinn vorgeworfen wird). Aber wäre es nicht richtiger, das Alter
eines Kirchenfürsten – falls nicht deutliche Gegenkennzeichen vorliegen – als Zeit der gereiften Erfahrungen
und der Weisheit zu betrachten? – Frage: Kennt jemand andere, möglichst spätere Äußerungen Kard. Ottavianis
zur Frage der sog. Liturgiereform? Z.B. Solidaritätserklärungen an die Adresse des nachkonziliaren Widerstandes?
Das wäre interessant.
Kardinal Ottaviani und der NOM Die hier öfters angeführte „Kurze kritische Untersuchung des Novus Ordo
Missae“ wurde m. W. unter maßgeblicher Mitarbeit des Dogmatikprofessors Fr. Guérard de Lauriers OP,
einem späteren Bischof in der Linie des („Sedisvakantisten“-)Erzbischofs Ngo-Dinh-Thuc, erarbeitet und
dann von den Kardinälen Ottaviani und Bacci unter ihre Autorität genommen. Auf vielen Photographien
von Pontifikalmessen Pauls VI. sieht man übrigens den durch seinen markanten Kopf und die Leibesfülle
unverkennbaren Kardinal Ottaviani in der unmittelbaren Nähe des Papstes stehen. Bei allen Schwierigkeiten,
die er mit der sog. Instauratio Liturgica hatte: Zur Annahme einer corruptio totalis der Heiligen Messe
durch den Novus Ordo Missae oder zu der Meinung, dieser sei als in sich schlechter Akt zu betrachten,
ist der Kardinal augenscheinlich nicht gelangt.
Überlegung: Angenommen, man erzählte einige überaus peinliche Geschichtchen aus dem „traditionalistischen
Milieu“ (was, nebenbei bemerkt, keine besonders aufwendige Recherchen erforderte): Dieselben, die jede
negative Meldung über Erzbischof Levada, und mag sie noch so offensichtlich aus einem größeren Zusammenhang
genommen oder durch den Blickwinkel des Berichterstatters gefärbt sein, jetzt wie ein Schwamm aufsaugen
und mit scharfer Beurteilung beantworten, würden die notwendige Quellenkritik beschwören und dem Verfasser
bösen Willen unterstellen.
Danke, Herr Mayer! Es dürfte tatsächlich wenige Kirchen geben, die sich bemühen, an ihren Schriftenständen
so viel Gehaltvolles zu bieten, wie es die FSSPX tut. Vielerorts findet man da – über die einschlägige
apologetische Literatur, das Mitteilungsblatt, die KU usw. hinaus – eine Fülle an guter theologischer,
geistlicher und hagiographischer Literatur (z.T. neu gedruckt in FSSPX-nahen Editionen). Hier stimme Herrn
Mayer zu und tue mich schwer, mir den gemeinsamen Rosenkranz usw. zu verdienen. Das mir gestellte Suchspiel
habe ich also nicht gelöst! Dennoch: Die angehängte Silbe „-chen“ meines Beitrages war kein Spott auf
die Priorate der FSSPX, auch nicht auf die Schriftenstände, ebenso wenig auf die dort ausliegende Literatur
insgesamt, allenfalls auf manche Broschüren, die sich in der sattsam bekannten Weise mit der gesamtkirchlichen
Lage auseinandersetzen und sich dabei zum Sprachrohr der bindenden und bannenden Wahrheit machen wollen.
(Was bitteschön ist an der Formulierung übrigens so schlimm, die ja immerhin von einem prominenten,
tragisch verewigten Priester aus dem Umfeld der FSSPX übernommen ist…) Zurück zur Levada-Frage: Mir
scheint der Umgang mit solchen Themen eben doch oft von Besserwisserei, Konsequenzmacherei und einem geringen
„Sentire cum Ecclesia“ geprägt zu sein, zumal dann, wenn man sich nur auf einige aus ihrem Zusammenhang
gelöste Zitate beziehen kann, dann aber rasch mit Hegel u.ä. zur Stelle ist. (Hierzu vgl. Beiträge
z.B. von Doctor subtilis.)
Suchspiel Die „Stimme aus dem Tradiland“ spricht in ihrem letzten Beitrag von „Einrichtungen wie den von
Pelagius verspotteten FSSPX-Prioraten“. Bisher drängte sich bei vielen der Lesermeinungen der mephistophelische
Rat auf, zunächst einmal das Collegium logicum zu absolvieren. In diesem Fall scheint ein anderes dringender
zu sein. Vielleicht das der Grammatik? Und überhaupt: Wer findet in dem von der „Stimme“ offensichtlich
gemeinten Satz meines letzten Beitrages einen Spott auf die Gottesdienststätten der Priesterbruderschaft
St. Pius X.?
Armer Erzbischof Levada! Schon jetzt, vor Antritt seines Amtes, wissen alle alles besser als er. Und wozu
überhaupt brauchen wir noch eine Glaubenskongregation, da doch nach Meinung der einen Seite von einer
objektiven, überzeitlich gültigen und somit verbindlichen Wahrheit gar nicht gesprochen werden kann,
während die andere Seite darauf pocht, die bindende und bannende katholische Wahrheit sei in den Broschürchen
vom Priorats-Schriftenstand in reinster Form nachzulesen. In welchen Zeiten leben wir?!
Hegel, Ratzinger, Levada Selbstverständlich, der Hinweis auf Hegel durfte wieder einmal nicht fehlen.
Wir wissen es ja schon längst, daß eine direkte geistesgeschichtliche Linie von Hegel (und damit letztlich
von Luther) über Heidegger zu Rahner (und somit natürlich auch zu Ratzinger und folglich zu Levada)
führt… Anstatt philosophisch und geistesgeschichtlich zu dilettieren, wäre es sicherlich hilfreicher,
den genauen Punkt auszumachen, in dem die Islam-bezügliche Aussage das Kontradiktionsprinzip mißachtet.
Und dafür wäre es günstig, den Satz des Erzbischofs Levada im Gesamtzusammenhang zu lesen. Oder entstammt
er einer – in diesem Fall offensichtlich nicht sehr gelungenen – Aphorismensammlung?
Dankbar… … müssen wir alle Paul Mayer sein, der es wieder einmal souverän versteht, aus einigen
wenigen Zitaten eine so deutliche Einschätzung jener Person vorzunehmen, die nun Ratzingers Ratzinger
sein wird.
Schneller als Rom Die markanten Kommentare zu dieser Meldung scheinen das Verfahren bereits für abgeschlossen,
die Selig-, ja die Heiligsprechung schon für unmittelbar bevorstehend zu betrachten. Sie sind offensichtlich
noch schneller als Rom und sein neuer Papst. Die Klugheit rät für gewöhnlich zum Abwarten. Und zwar
sowohl die zuständigen Autoritäten als auch ihre Kritiker (selbst wenn diese aus dem Lager der letzten
Getreuen stammen, die sich dem „Modernismus“ nicht gebeugt haben).
Ritualisierungen Den Herren „ontos“ und „Paul Mayer“ sei für Ihre vielsagenden Stellungnahmen gedankt.
Zwar kann man von diesen nicht sagen, sie seien besonders informiert und informativ. Doch gilt ja hier
der Grundsatz: Hauptsache deutlich! Und wer die kräftigsten Worte gebraucht, der darf sich dann auch
am stärksten fühlen. Mit unverhohlener Spannung erwarte ich die Lesermeinungen einiger Parteigänger,
die nicht lange zögern werden, um uns alle wieder mit dem spannenden Schlenker zu einem französischen
Erzbischof und seiner Gründung zu überraschen. (Wäre es nicht an der Zeit, daß diese, nachdem sie
bereits ein Ehetribunal errichtet hat, auch eine eigene, sicher nicht neo-modernistische Glaubenskongregation
zu kreieren?) Und dann wird natürlich auch die Gegenseite zu einem argumentativen Tiefschlag ausholen.
Tatsächlich: Die postkonziliare Kirche hat sich vieler rituellen Kostbarkeiten beraubt, doch hier, unter
den kreuz.net-Diskutanten, entstehen dafür ganz neue Ritualisierungen.
Wer weiß? Vielleicht handelt es sich hierbei ja um einen klugen Schachzug: Man versucht, mit den entsprechenden
Menschen ins Gespräch zu kommen und führt sie dann nach und nach zur Gewissenserforschung, zu tiefer
Reue, einer guten Beichte und so hinein in ein wirklich katholisches Leben. Ein solches Wunschdenken sei
allen denen zugestanden, die sonst an den desillusionierenden und deprimierenden Tatsachen des realexistierenden
Diözesankatholizismus in diesem unserem Lande völlig verzweifeln müßten. Uns aber macht die Wahrheit
frei.
Schweizer Sonderwege Augenscheinlich ist dem Orden der heiligen Inquisition sehr daran gelegen, sein Image
zu reinigen. Und den Reformierten, die ja in illo tempore mit den „Papisten“ nicht gerade zimperlich umgingen,
ebenso. Es ist nicht das erste Mal, daß sich traditionslos gewordene Nachgeburten auf einem schwindelerregend
niedrigen Niveau treffen. Doch spürt man die Absicht und ist verstimmt: Hier sollen ganz offensichtlich,
gedeckt von den zuständigen Hirten, Fakten geschaffen werden, mit denen aufzuräumen es eines Papstes
vom Kaliber eines Sixtus V. bedürfte. Und da – entgegen allen Einstufungen S.H. als Großinquisitor und
Rottweiler-Papst – ein solcher für die nächsten Jahrzehnte wohl nicht aussteht, wird man wieder einmal
viel römisches Verständnis für Schweizer Sonderwege zu erwarten haben.
Dank… … der „Stimme aus dem Tradiland“ sind hier endlich wieder Zeilen zu lesen gewesen, die sowohl
sprachlich als auch inhaltlich gut sind. Was die Parade anbelangt, so sind sich die in Jerusalem vertretenen
Religionen (zumindest ihre authentischen Urkunden und Ausleger) über die Beurteilung ziemlich einig.
Nicht einmal Papst Pius XI. hätte hier etwas gegen eine gemeinsame Aktion einzuwenden gehabt. Leider
werden die Akzente im interreligiösen Dialog etwas anders gesetzt. Für die Christenheit gesprochen:
Ist der Aufzug solcher Scharen an den Heiligen Stätten nicht geradezu ein Symbol für die Abirrungen
der jüngeren und jüngsten Vergangenheit, zugleich ein Menetekel für die Zukunft? Tu autem Domine, miserere
nobis!
Der Sohn des Verderbens Es wäre besser für ihn, er wäre nicht geboren. Dieses Wort des Herrn trifft
nur dann zu, wenn Judas sein Heil tatsächlich für immer und ewig verwirkt hat. Die Anrede mit „Freund“
ist ein letztes Gnadenangebot Jesu, das er eindeutig nicht angenommen hat. Durch den Verrat hat Judas
im Gegenteil die Freundschaft mit Christus auf die schmerzlichste Weise zerstört. Auch dem Erbarmen Gottes
hat er sich durch seinen verzweifelten Selbstmord verweigert. Daher kann die Haltung eines gläubigen
Christen gegenüber dem „Kunstwerk“ nur eine entschieden ablehnende sein. Bestimmt wird das Linzer Ordinariat
mit aller Schärfe Einspruch erheben.
„Ihre Meinung zum Thema“ Da hier ohnehin keine „Meinung zum Thema“ gefragt zu sein scheint, gebe ich meine
Meinung über die Diskussionen bekannt: Sie haben ein Niveau erreicht, das es vielen Lesern verleiden
dürfte, einen wirklichen Beitrag zum Thema zwischen so viel Unsinn einzufügen. Es ist peinlich, ja eine
Schande!
kreuz.net und die bischöfliche Amtsausübung „Bitte bleiben Sie sachlich und bemühen Sie sich um eine
faire und freundliche Diskussionsatmosphäre.“ So fordert die kreuz.net-Redaktion alle Verfasser von Lesermeinungen
auf. Und das ist auch gut so. Versteht sich von selbst, daß man unter Sachlichkeit, Fairness und Freundlichkeit
einen gewissen Toleranzraum gestatten kann. Aber irgendwo sind dann doch Grenzen: Ein bestimmtes menschliches
und religiöses Niveau müßte vorauszusetzen sein; pöbelhafte und vulgäre Äußerungen lassen sich
auch durch die Kampfsituation in der besetzten Stadt Gottes nicht rechtfertigen. Deshalb hat die Redaktion
die Aufgabe der Aufsicht. Offensichtlich folgt sie darin nun aber dem Kurs der allermeisten Bischöfe
(den sie ansonsten recht deutlich kritisiert). Die Redaktion gibt die Anweisung, sachlich und fair zu
bleiben, wacht aber nicht über deren Einhaltung. Das ist schade und zum Schaden dieser kostbaren Seite.
Ausnahme von der Regel Allerdings betrachten es die bischöflichen Oberhirten für gewöhnlich nicht als
Denunziantentum, wenn sie darauf aufmerksam gemacht werden, daß ein Priester der Diözese nach dem MR
1962 zelebriert. In solchen Fällen pflegen sie sogar einzugreifen.
Darf man pessimistisch sein… … und die Prognose wagen, dieses Schreiben werde nicht viel ausrichten?
Im Anschluß an die sog. Liturgiereform hatten Prominente von ganz anderer Berühmtheit einen Brief nach
Rom geschickt. Immerhin wurde dadurch das legendäre „Agatha Christie-Indult“ ermöglicht. Aber an der
allgemeinen Lage änderte sich dadurch nicht viel. Man braucht nicht pessimistisch, nur realistisch zu
sein, um dem (gelungenen) Schreiben aus Polen ein ähnliches Schicksal zu prophezeien.
Fragen über Fragen Lieber Vetter Taferl, welchen Sinn soll die Beschimpfung „Papalist“ in diesem Zusammenhang
haben? Erstens halte ich das wieder einmal für eine Etikettierung, die den sachlichen Disput auf die
Ebene des Persönlichen und des Gruppendenkens verlegt. Zweitens bin ich nun wirklich kein „Papalist“,
aber doch sehr wohl der Meinung, es sei wichtig, in dieser Sache die Dinge genau auseinanderzuhalten.
Qui bene distinguit, salvabitur. Die chinesische Angelegenheit ist eine, die von Ecône eine andere. Schon
öfters ist es in der Geschichte vorgekommen, daß die Kirchenleitung in einer Sache merkwürdig inkonsequent
war, während sie in einer anderen, partiell vergleichbaren hart durchgriff. Damit ist aber das Urteil
über die Richtigkeit oder Unrichtigkeit des letzteren Falles noch nicht gefällt. Es erfreut uns alle,
daß man in den Niederlassungen der Priesterbruderschaft St. Pius X. für Johannes Paul II. betet. Jedoch
stellt sich die Frage, in welchem Bereich der Papst für die Gemeinschaft welche Bedeutung hat. Wo kann
er bei ihr seinen allgemeinen Jurisdiktionsprimat zur Anwendung bringen? Welche Bedeutung mißt die Bruderschaft
der Anerkennung oder Nicht-Anerkennung vonseiten Roms bei? Wen überhaupt hat sie innerhalb der sichtbaren
Kirche über sich? Wo hat sie in den letzten Jahren in auch nur einem Punkt gezeigt, daß sie sich einer
konkreten höheren Autorität unterordnet? Die Berufung auf die Päpste der Vergangenheit oder der Zukunft
zeigt nur, daß man sich der gegenwärtigen Kirchenleitung (mit allen ihren Schattenseiten und Krisensymptomen)
entziehen will. Ein wenig „katholisches“ Verfahren. Die verschiedenen Definitionen von „Schisma“ sind
mir, werter Vetter Taferl, sehr wohl bekannt. Gerade aufgrund dieser Kenntnis stellen sich mir die oben
angeführten Fragen.
In aller Höflichkeit Lieber Athanasius, daß Du es gar nicht merkst, wer in dem Disput überlegen ist;
daß Du sogar die Stirn hast, Deinem immer sachlich und fundiert argumentierenden Gesprächspartner Unkenntnis
des kanonischen Rechtes vorzuwerfen; und daß Dir bis jetzt nicht aufgefallen ist, wie wenig überzeugend
die aus gewissen Zeitschriften, Büchlein, Flugzetteln und anderen Broschüren zusammengetragenen „Beweise“
für ein nicht existentes Schisma sind: Alles das spricht nicht gerade für Dich und die Seite, die Du
vertrittst. Vielleicht kannst Du die FSSPX bitten, doch einen anderen Mann an die Front zu schicken?!
Interessant übrigens: Gerade die Tatsache, daß vonseiten der Priesterbruderschaft St. Pius X. kein Rekurs
eingelegt wurde, hat den vielbeschworenen Verfasser jener (wohl eher bescheidenen) kirchenrechtlichen
These an der Gregoriana später zur Revision seines Urteils geführt. Auch soll er nicht sonderlich begeistert
gewesen sein über die selektive Verwertung seines wissenschaftlich gedachten Beitrags als Propagandaliteratur.
„Tolleranz“ Lieber sttn, mit „Tollerieren“ hast Du eine wundervolle, sprachschöpferische Kritik am ökumenischen
Betrieb der Gegenwart geliefert. Herzlichen Dank dafür! Ja, wir sind wirklich Zeugen einer „Toleranz“,
die zur „Tolleranz“ und zur „Tollerei“ wird. Nicht mehr ein schmerzliches Erdulden der Irrtümer und Irrwege
solcher, die von der Einheit des Mystischen Leibes Jesu Christ getrennt sind, ist jetzt vorherrschend.
Man findet alles das vielmehr „toll“, Luther wird zum „Doctor communis“ und das protestantische Abendmahl
ist eben doch irgendwie der Heiligen Messe vergleichbar, nur daß es im Amtsverständnis noch einige wirklich
klitzekleine Unterschiede gibt… Das Haus Gottes sollte Säule und Grundfeste der Wahrheit sein, jetzt
aber ist es zum Tollhaus geworden.
Die katholische Lehre als Kriterium Bisher wurde wohl zu wenig darauf hingewiesen, daß das oberste Kriterium
zur Bewertung von Privatoffenbarungen die Übereinstimmung mit dem Glauben der Kirche darstellt. Der stereotype
Einwand: „Auch die Pharisäer haben sich an der neuartigen Lehre Jesu gestoßen“, geht insofern daneben,
als die göttliche Offenbarung im menschgewordenen Gott (genauer: mit dem Tod des letzten Apostels), nicht
schon im Alten Bund, ihre Vollendung gefunden hat. Sollte die Erscheinung von Medjugorje nun Lehren verkünden,
die nicht mit der ordentlichen Verkündigung der Kirche übereinstimmen, so wäre das Urteil recht einfach
zu fällen, auch ohne sich allzu lange bei den „Früchten“ aufzuhalten. Tatsächlich gibt es unter den
unzähligen Wortmeldungen der „Gospa“ manche, die in einer deutlichen Spannung zur Lehre der Kirche stehen.
Besonders Aussagen, welche die anderen Religionen betreffen, werden in solchen Zusammenhängen oft genannt.
Es wäre gewiß hilfreich, wenn hier (am besten mit Beleg) entsprechenden Zitate angeführt werden könnten.
#1 Pelagius 19:33:58 | Donnerstag, 17. Februar 2005
Einladung zur sachlichen Diskussion Es wäre doch großartig, wenn an dieser Stelle eine wirklich ernstzunehmende
Diskussion über das Phänomen Medjugorje entstehen könnte. Meistens sind die Auseinandersetzungen durch
emotionale Schwärmerei auf der einen, durch gehässige Polemik auf der anderen gekennzeichnet. Liebe
kreuz.net-Leser: Sollten wir es hier nicht besser machen? Mit den bischöflichen Worten ist meiner Meinung
nach eine hervorragende Ausgangsbasis geschaffen. Alles völlig sachlich. Also denn – weiter so!
#5 Pelagius 19:24:35 | Donnerstag, 17. Februar 2005
Wenn die Hirten versagen… … haben sich die Schäflein schon immer zerstreut. Und haben besserenfalls
Anschluß an (mehr oder minder fragwürdige) Sondergruppen gefunden. Schlimmerenfalls haben sie die Religion
ganz aufgegeben. Der Gute Hirte wird einmal Rechenschaft fordern, das ist sicher.
Doch leider… … hat St. Valentin auch in der Liturgie von 1962 nur den Rang einer Commemoratio. Und
die grausam unnachgiebige Fastenzeit verdrängt ihn ohnehin bis auf letzte Überbleibsel. Doch immerhin:
Ut desint vires, tamen es laudanda voluntas.
Lieber Vetter T., zuallererst herzlichen Dank für die ausführliche Bearbeitung meiner Anmerkung. Ich
fühle mich so richtig ernst genommen – wie gut das tut! Sodann in Kürze ein paar Sätze dazu: 1. Den
Offenen Brief an die ratlosen Katholiken hatte ich, ehrlich gesagt, wohl vor etwa 15 Jahren zuletzt in
den Händen. Es tut mir leid, wenn das Gedächtnisprotokoll nicht wissenschaftlichen Maßstäben standhalten
konnte. 2. Das frühere Kirchenrecht allerdings habe ich gestern zuletzt benutzt. Für ein Ökumenisches
Konzil galten und gelten nun einmal diese Maßstäbe. Daß in altkirchlicher Zeit nicht Vertreter ex toto
orbe terrarum kommen konnten, ändert nichts an der Tatsache der Gültigkeit dieser Versammlungen pro
toto orbe terrarum. So sind sie auch von der Kirche selbst immer betrachtet worden, selbst nachdem sich
einiges an ihrer Gestalt verändert hatte. 3. Hiermit ist ein wichtiger Punkt berührt: Die Kirche, genauer
ihre irdisch-sichtbare Leitung, entscheidet über ihre Konzilien und deren Rang. Nicht also ein „Lehramt“
von besserwisserischen Theologen oder noch so engagierten und gutmeinenden Laien. Mir ist nichts anderes
bekannt, als daß Vaticanum II von der Kirche als Ökumenisches Konzil anerkannt wurde. (Weiß schon,
jetzt kommt der Einwand mit der Konzilskirche vs. Kirche aller Zeiten, der berühmte Appell an einen künftigen
Papst und ein künftiges Konzil usw. – alles schon gehabt!) 4. A propos „Pelagius“: Es soll ja auch Leute
geben, die sich – sogar hochoffiziell – „Traditionalisten“ nennen, obgleich sie sich damit nominell einer
kirchlich verurteilten Lehre anschließen, die sie gar nicht teilen (oder vielleicht doch?). Warum sich
dann nicht in einem solchen Forum nach einem Heiligen benennen, der beklagenswerterweise seinen schönen
Namen mit einem Häresiarchen teilt? Natürlich, dazu können auch wieder ellenlange Kommentare geschrieben
werden. Ich erinnere mich da an einen Vortrag (über den angeblichen Marienwallfahrtsort M.), der überhaupt
kein Ende finden wollte…
#65 Pelagius 10:10:58 | Donnerstag, 10. Februar 2005
An Vetter T. Sehr geehrter Herr L. (auch wir kennen uns), erlauben Sie mir einige Hinweise unsere Kontroversen
betreffend! 1. Erzbischof Lefebvre hat in seinem „Offenen Brief an die ratlosen Katholiken“ und anderswo
mit Recht darauf hingewiesen, man müsse die Texte des Konzils insgesamt (unbeschadet der Tatsache, daß
er gewichtige Teile als mit der Tradition schwer oder nicht vereinbar ansah) als lehramtliche Texte und
daher mit gebührender Ehrfurcht lesen. Hier werden ihm auch solche Katholiken, die seinem Weg und seiner
Gründung ansonsten kritisch gegenüberstehen, nur zustimmen können. 2. Ein Konzil wird nicht etwa durch
dogmatische Definitionen ein ökumenisches. Vielmehr ist es dies als „Versammlung der Bischöfe und anderer
höchster kirchlicher Würdenträger des ganzen Erdkreises aus dem Welt- und Ordensklerus unter dem Vorsitz
des Papstes“ (LThK [ed. Buchberger 1934] Bd. VI, 186). Gemäß CIC 1917 kommt es durch päpstliche Einberufung
zustande (can. 222 § 1), der Papst hat den Vorsitz inne ( per se vel per alios praeesse: can. 222 §
2) und bestimmt die Traktandenliste sowie die Verhandlungsordnung. Can. 227: Concilii decreta vim definitivam
obligandi non habent, nisi a Romano Pontifice fuerint confirmata et eius iussu promulgata, d.h. die Dekrete
bedürfen, um verpflichtend zu sein, der päpstlichen Promulgation (schließlich hat man auf diesem Gebiet
ja manche unliebsamen Erfahrungen sammeln müssen). Mehr ist zu einem Ökumenischen Konzil nicht verlangt.
Daß es in Zusammenhang mit dem Papst unfehlbare Lehrentscheidungen treffen kann, steht außer Frage.
Ob es das auch tut, liegt in der Entscheidungsvollmacht des Papstes. 3. Ich gehe keineswegs aus ästhetischen
Gründen in die alte Messe. 4. Da es einen Häretiker namens „Martin Luther“ gibt, dürfte ich mich Ihrer
Meinung nach wohl auch nicht „Martin“ nennen? Schauen Sie einmal in einem Heiligenlexikon unter „Pelagius“
nach. Man könnte ohne weiteres ein Kind auf diesen tief-sinnigen Namen taufen! 5. Wir alle stehen unter
Gottes Gericht; deshalb gilt es, hier und anderswo die unverfälschte, weder progressistisch noch traditionalistisch
verbogene Wahrheit vorzutragen – und dies in caritate non ficta.
Werter Herr Schulz, da Sie hier unter Ihrem tatsächlichen Namen firmieren, verdienen Sie es ja auch nach
Ihrer eigenen Aussage am ehesten, auf solche Weise angesprochen zu werden. Meiner bescheidenen Meinung
nach ist es gerade dort, wo ich nicht weiß, um wen es sich handelt, sehr angemessen, das „Sie“ zu benutzen.
Im übrigen: Wissen Sie denn, wie alt ich bin? Als ob mir nicht allein diese Tatsache schon ein Recht
verliehe, mich mit „Sie“ anreden zu lassen (und eigentlich auch das, zu den anderen „Du“ zusagen). Halten
Sie sich nur für den Ältesten Diskussionsteilnehmer des Forums, wenn Ihnen das guttut. Ihr Pelagius
Lieber Spectator, Sie dürfen mir wirklich genug Kenntnisse zutrauen, eine solche Feststellung zu machen.
Trotzdem danke ich für den gewiß gutgemeinten Hinweis! Tatsächlich wurde die Kommunionspendung in die
Hand in der Ewigen Stadt erst unter dem gegenwärtigen Papst eingeführt. Bis dahin wurde in Rom den Kommunizierenden
der Leib des Herrn in den Mund gelegt. Das von Ihnen erwähnte Schreiben erteilte zunächst die Erlaubnis
der Kommunionspendung in die Hand ad experimentum in jenen Gebieten, in denen man damit „vorauseilend
gehorsam“ begonnen hatte. Dieser Anhang zu „Memoriale Domini“ erstaunt insofern, als der vorausgehende
Text eine Zusammenfassung der wichtigsten Argumente für die bisherige Praxis enthält. Es lohnt sich,
den Text einer relecture zu unterziehen, spricht aus ihm doch die ernsthafte Sorge um den Glauben an die
wirkliche Gegenwart Jesu im allerheiligsten Sakrament, um die Ehrfurcht davor und um den Schutz vor Sakrilegien.
Wir sind daher Ihnen, werter Spectator, zu Dank verpflichtet.
Heilige Tradition und traditionalistische Peinlichkeiten In der Tat zeugen die Ausführungen über das
„Räuberkonzil V2“ (eine Bezeichnung, die nur durch die kirchenhistorischen Unkenntnisse der Schreiberlinge
zu entschuldigen ist) von einer Geisteshaltung, der man mit Argumenten schwer wird beikommen können.
Als traditionsverbundenem Katholiken ist mir das überaus peinlich. Ändern läßt es sich nicht. Der
Personenkreis derjenigen, die mit den innerkirchlichen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte nicht einverstanden
sind, umfaßt eben vielfältige Persönlichkeiten und ihre Stile. Manche Gruppierungen und Gemeinschaften
haben sich hier ein Umfeld geschaffen, in dem weithin nicht die Ehrfurcht vor dem dreifaltigen Gott, vor
dem Corpus Christi Mysticum und der heiligen Überlieferung das Erscheinungsbild prägt, sondern eine
selbstgerechte Attitude, verbunden mit einer abfälligen und hämischen Art, sich über Krisenerscheinungen
und Glieder der kirchlichen Hierarchie zu äußern. In solchen Milieus wird dann z.B. ein vorschnelles
Urteilen und verächtliches Reden über den Papst oder das Verbreiten von Karikaturen, die ihn in der
Hölle zeigen, als Kavaliersdelikt betrachtet. Bei allem Verständnis, das man für extreme Reaktionen
auf eine extreme Krise aufbringen muß: Entschuldigen oder gar gutheißen darf man sie nicht. Die dafür
verantwortlichen Geistlichen werden einmal ebenso zur Rechenschaft gezogen werden wie diejenigen, die
an der Destruktion des Glaubens, der Sittlichkeit und der Liturgie beteiligt waren.
Gottverbundenheit und äußeres Wirken Selbstverständlich ist auch – und vor allem – bei einem Papst
die Gottverbundenheit die Seele seines Wirkens. Aber sie läßt sich von einem Außenstehenden doch wohl
niemals objektiv messen. Vor der Geschichte zählen daher mehr die Fakten. Und man wird auch sagen dürfen:
Echte Gottverbundenheit drängt zur Erfüllung der Standespflichten. Ein wirklich frommer Vater sorgt
in seinem Haus für Ordnung. Ähnlich verhält es sich vermutlich bei einem Papst, dessen Aufgaben naturgemäß
unvergleichlich schwerer sind als die anderer Stände.
Krise und Klärungen Es läßt schon auf eine erhebliche Krise in der Kirche, und zwar in allen Lagern,
schließen, wenn ein Katholik von einem anderen Rechenschaft darüber fordert, wie er denn dazu komme,
Papst und Konzil zu verteidigen. Man stelle sich diese Szene unter einem der Pius-Päpste vor!Offensichtlich
gibt die heutige Situation tatsächlich zu erheblichen Schwierigkeiten Anlaß. Wäre es denn nicht eigentlich
Aufgabe des Lehramtes, gerade dort, wo etwas nicht leicht mit der Überlieferung vereinbar ist oder scheint,
die Kontinuität aufzuzeigen? Früher geschah das durch Zitationen früherer Konzilien und Päpste – meistens
wäre das nicht einmal nötig gewesen. In den Dokumenten der jüngeren Zeit hingegen sind auffällig viele
Verweise auf das Zweite Vatikanische Konzil und das nachkonziliare Lehramt, auffällig wenige auf die
Zeit davor zu finden. Wenn nun gleichzeitig die Mündigkeit der gefirmten Katholiken betont wird, darf
man sich nicht wundern, daß manche auch wirklich eigenständig zu denken beginnen. Ob sie in ihren Konklusionen
richtig liegen, ist eine andere Frage. Aber man verirrt sich eben auch schneller, wenn die eindeutige
Orientierung fehlt. Noch eines sei hinzugefügt: Es spricht für die tiefe und innige Verehrung eines
Katholiken gegenüber dem aktuellen Papst, wenn er nichts auf ihn kommen läßt und ihn beinahe schon
zur Ehre der Altäre erhebt. Freilich ist das Kriterium zur Beurteilung eines Papstes nicht so sehr seine
persönliche Gottverbundenheit als vielmehr seine Ausübung des dreifachen Dienstamtes als Stellvertreter
Jesu Christi des Hohenpriesters, des Hirten und des Lehrers. Die Nachfolger des Apostel Petrus werden
wohl einmal danach gefragt werden, welchen Einsatz sie für die Würde und Heiligkeit des Opferkultes
und der Sakramente, für die Verteidigung der Herde gegen reißende Wölfe und innere Zersetzer sowie
für die Reinerhaltung und Vertiefung der Offenbarungswahrheit gebracht haben. Gott ist Richter der Taten
und der Herzensgesinnungen. Eine Kirchen- und Papstgeschichtsschreibung wird wohl erst post factum ein
annäherndes Urteil fällen können. Wir wünschen uns allen – unbeschadet des nötigen Kampfgeistes –
mehr Gelassenheit und Ergebung in Gottes Fügungen und Zulassungen.
Prinzipientreue und Anpassung Grundsätzlich gilt: Wer in einer Streitfrage einen weniger strengen Standpunkt
bezieht, kann leichter Kompromisse machen. Daher funktionieren die gegenseitigen Beziehungen zwischen
der „Amtskirche“ und „Traditionalisten“ nicht in gleicher Weise. Vertreter eines „radikalen Reformkurses“
würden vermütlich die Zelebration nach dem Missale 1965 ebensowenig tolerieren können wie entschiedene
Verfechter des „Traditionalismus“ diejenige gemäß Missale Pauls VI. O-Ton eines höheren Geistlichen:
„Beide Liturgien stehen für einander absolut ausschließende Ekklesiologien.“ Offensichtlich sieht man
das in Köln nicht so. Und auch nicht bei den moderateren Anhängern des alten Missale.
Polarisationen Die „Diskussionen“ in Foren dieser Art geben wirklich ein nettes Bild der gegenwärtigen
Situation. Auf der einen Seite liest man freche Sprüchlein vom Niveau der „Wir sind Kirche“-Bewegung
und der Homo-Lobby, auf der anderen Statements aus dem Tradiland, polemische Verbalinjurien und lächerlich
wirkende Beschwörungen eines verstorbenen Erzbischofs (Gott hab’ ihn selig!). Bei den letztgenannten
Stellungnahmen kann man sich manchmal des Eindrucks kaum erwehren, es handelte sich vielleicht doch um
Schreiberlinge von der anderen Seite. Auch die „DDR“ hatte ja ihre Journalisten in verschiedenen konservativen
„BRD“-Blättchen untergebracht, die stampfende antikommunistische Artikelchen lieferten… Die dritte
Gruppe schließlich hat naturgemäß den schwierigsten Part zu spielen: in einem Zwei-Fronten-Gefecht
beide Seiten abzuwehren. Dabei verstrickt man sich leicht in Widersprüchlichkeiten, blendet (wie es die
anderen ja auch tun) manche Schwierigkeiten aus und erreicht am Ende vielleicht noch weniger als die Simplifizierer
und Polterer. Bleiben, wie mir scheint, zwei Auswege: die Satire, die alles nicht so schrecklich schwer
nimmt (obwohl das alles schrecklich ernst ist!) – oder die Wiedererweckung der mittelalterlichen Disputationskunst,
die von vornherein alle Schwätzer ausschließt, zu strenger Gedanken- und Formulierungsdisziplin verpflichtet
und schlußendlich sogar ein Ergebnis zustandebringt.
Berichtigung / Ergänzung Einige wichtige Details wurden im vorliegenden Bericht nicht genannt (unterschlagen?):
– Der ganze Ad-limina-Besuch der Schweizer Bischöfe war natürlich eine freimaurerische Inszenierung.
Von freier Willensäußerung Cardinal Ratzingers kann folglich keine Rede sein. – Der Heilige Vater leidet
unsäglich unter den Zuständen in der Schweiz. Nach den schlimmen Erfahrungen bei seinem Bern-Besuch
(eine so „moderne“ Eucharistiefeier kann ihm einfach nicht gefallen haben!) wollte er mit den eidgenössischen
Bischöfen natürlich nicht sprechen. – Cardinal Ratzinger hat schon zum Gegenschlag angesetzt: Bald hat
alle „Beschwichtigungsrhetorik“ ein Ende, denn er wird ein neues, mutiges Interview-Buch herausbringen!
Bis dahin liegen alle Katholiken mit großer Hoffnung auf ihrem Beobachtungsposten. Es tut sich etwas
in Richtung echter, kraftvoller Reform. Warte nur, balde…
Ist es böse, zu säen? Sprachliche Sensibilität in Ehren: Mit der Stellungnahme des edlen Catholicus
habe ich diesmal doch meine Schwierigkeiten. Ich erinnere mich, nicht nur einmal in kirchengeschichtlichen
Büchern Formulierungen wie diese gelesen zu haben: „Die Saat des Evangeliums ist aufgegangen.“ Wenn ich
mich nicht täusche, gibt es sogar unter den Reden des Herrn solche, die den Sämann und sein Tun mit
dem Gottesreich vergleichen. (Sollte ich hier Unrechtes behaupten, nicht auf dem Stand des letzten Konzils
oder der allerneuesten Exegese sein, möge Catholicus mich gütigerweise verbessern.) Gerade als einem
Menschen, der in einer bäuerlichen Umgebung lebt, ist mir bekannt, wie wichtig das Aufgehen der Saat
ist. In der gläubigen Bevölkerung wird es im Sinne eines Gottessegens verstanden. Offensichtlich betrachtet
der Weihbischof von Wien auch die Folgen des letzten Konzils als einen Segen. Warum also dürfen die bescheidenen
Diener des Herrn und der Kirche, die in bester christlicher Tradition ihren Namen hinter dem des Heiligen
Kreuzes und des Fischernetzes verbergen („kreuz.net“), nicht den Titel wählen: „Die Saat des Konzils
geht auf“? Daß es freilich auch ein Gleichnis von der Saat des Bösen gibt, wollen wir gar nicht bezweifeln.
Also ist die Überschrift eine völlig neutrale. Meine persönliche Meinung ist die, daß die Erfolge
des letzten Konzils und der von ihm ausgelösten Bewegung auf der Hand liegen. Unter gläubigen, kirchentreuen
Katholiken braucht man darüber nicht zu streiten. Und schon gar nicht mit jemandem, der sich demütig,
schlicht und ergreifend „catholicus“ nennt! Was hat da einer, der den anrüchigen Namen „pelagius“ trägt,
eigentlich noch zu melden? Man verzeihe mir…
„Verantwortungslos“? Manchmal muß man die Worte wägen. „Verantwortungslos“ handelt jemand, der z.B.
einem Mitmenschen etwas zumutet, was dieser (noch) nicht ertragen kann. Verantwortungslos, ein Kleinkind
auf eine hochalpine Tour mitzunehmen. Verantwortungslos, einen Priester ohne pastorale Eignung in einem
seelsorglich sensiblen Umfeld einzusetzen. Aber kann man denn auch die Einladung an die Vertreter anderer
Konfessionen, ja Religionen, zur Kommunion zu kommen, als „verantwortungslos“ bezeichnen? Deutet das nicht
darauf hin, daß man ein solches Handeln nicht wirklich für „in sich schlecht“ betrachtet, vielmehr der
Meinung ist, die Zeit sei „noch nicht reif“? Seitdem sich kirchliche Stellen auf die Sprachregelungen
eines „personalen Denkens“ und eines „Werte-Jargons“ eingelassen haben, beginnt vieles zu verschwimmen.
Bei der allgemeinen Verwässerung des Glaubens ja auch kein Wunder! Und die Folge ist dann die „Verdunstung
des Glaubens“ (Karl Card. Lehmann)… Erneuerung der Kirche setzt Erneuerung ihrer Sprache voraus. Ansonsten
handelt man wirklich „absolut unverantwortlich“.
Ein fälliger Beitrag zum eucharistischen Jahr Von Ehrlichkeit und Verantwortlichkeit bestimmt wäre das
kirchenamtliche Handeln dann, wenn es die katholische Glaubenslehre über das Sakrament des Altares wieder
in der gebührenden Klarheit herausstellen und daraus alle gebotenen Folgerungen disziplinärer und personaler
Art ziehen würde. Aber genau dieser längst fällige Beitrag zum eucharistischen Jahr fehlt. Monsterkongresse
und enthusiastische Jugendfestivals täuschen eher über die wahre Lage hinweg als daß sie helfen könnten.
Insofern dürften wir den Rorschacher SeelsorgerInnen eigentlich dankbar sein!
Der Vorläufer Man mag über die Entscheidung denken wie man will, eines ist doch unbestreitbar wahr:
Bevor die Handkommunion in Polen eingeführt wird, hat sie der prominenteste, in und außerhalb Polens
meistverehrte Sohn dieses Volkes schon in Rom eingeführt. Kann man von seinen Verehrern erwarten, sich
von ihm zu distanzieren?
Semper idem Auch in der jüngeren deutschen Vergangenheit ging es manchen katholischen Diplomaten darum,
„durch einen anhaltenden, lebhaften Dialog im gegenseitigen Respekt die fruchtbare Verständigung mit
der Kirche beizubehalten“. Aus der Geschichte lernen? Fehlanzeige.
Bitte Könnte kreuz.net nicht ein photographisches und ein literarisches Portrait der facettenreichen
Persönlichkeit dieses gesuchten, sogar habilitierten (nicht nur doktorierten?) Redners offerieren? Vielleicht
unter der Rubrik „kreuzfidel“? Ich weiß schon, wir sollen unsere Aufmerksamkeit dem Inhalt, nicht den
Autor zuwenden. Aber manchmal ist es eben doch auch interessant, wer etwas sagt, nicht wahr?
Neue Herzlichkeit Kardinal Schönborn ist wirklich ein Meister solcher mit strahlendem Gesicht vorgetragenen
Dolchstösse wider unliebsame Elemente in der Kirche. – Aber Entschuldigung, so war das sicher von ihm
nicht gemeint!
An sttn Der Unterschied besteht darin, daß man früher solche Sünden wohl tolerierte (d.h. erduldete,
nämlich in Ermangelung einer Möglichkeit, sie zu verhindern), nicht aber akzeptierte und nahelegte.
Absurd ist nur, daß Dinge, die für einen normalen Katholiken pure Selbstverständlichkeit sind, es für
einen Bischof nicht mehr sein sollen. These: Jeder katholische Bischof sagt dem Inhalt nach dasselbe wie
dieser, oder er ist kein katholischer Bischof.
Hüben wie drüben Sollte man von dem Priesterseminar eines betont unangepaßten Bischofs nicht doch mehr
erwarten können als von dem eines Vertreters episkopaler Mittelmäßigkeit? Darin haben die Angreifer
eindeutig recht. Aber ihr Skandalisiert-Sein ist schlecht gespielt: „Man spürt die Absicht und ist verstimmt.“
Die causa finalis geht allen anderen Ursachen der Intention nach voraus und wird doch erst am Ende erreicht:
Krenns Absetzung… Deshalb setzen sich beide Seiten und ihre Verteidiger unter Ideologieverdacht und
ins Unrecht. Der „dritte Weg“ ist derjenige der Aufrichtigkeit: Die Lage der Kirche ist katastrophal,
aber um hier zu helfen bedarf es anderer Einrichtungen als infantil-klerikalistischer Sammelsurien.
Lieber joergx2000! Es erstaunt nicht nur Ihr Mut, derart politisch unkorrekte Thesen zu vertreten. Noch
verwunderlicher scheint mir die Kühnheit, sich dabei auf das Schrifttum aus dem Verlag „pro fide catholica“
zu stützen. Es soll ja noch immer Katholiken geben, die bei Erwähnung Pius’ XII. eher an „Mediator Dei“,
„Humani generis“ und „Mystici corporis“ als an die jüdische Verschwörung zur Zerstörung der katholischen
Kirche zu denken. Dabei müßte doch durch den Nachweis, daß der Pacelli-Papst sich sehr wohl für die
verfolgten Juden eingesetzt hat (man vgl. nur die Studien von Pater Blet S.J.), jeder Zweifel ausgeräumt
sein. So weit reicht die Desinformation. Gestehe, daß ich selbst zu diesen Irregeführten gehöre…
Ökumenische Aufrichtigkeit Eines wenigstens kann man dem Patriarchen nicht vorwerfen: ökumenische Unaufrichtigkeit.
Er läßt sich weder durch schöne Worte noch durch Geschenke gnädig stimmen oder gar kaufen (… dextera
eorum repleta est muneribus). Nun ist es an der Zeit, auch auf der römischen Seite ökumenische Aufrichtigkeit
zu zeigen. Ein Anfang wäre der Aufruf an die Unierten, ihrem Bekenntnis zur einzigen Kirche treu zu bleiben.
(Wenn man die Muslime zur Treue auffordern kann, dann doch wohl auch die Unierten, oder?) Vielleicht würde
sich das Antlitz des Patriarchen dadurch sogar ein wenig aufhellen: „Na endlich, jetzt wissen wir, wo
wir dran sind!“
Sachte, sachte… Der Cardinal erstaunt immer wieder durch seine Analysen. Hoffentlich macht er sich dadurch
nicht – wie ehedem sein Vorvorgänger – zu viele Feinde in der kirchenfremden Öffentlichkeit. Gewiß
behält der alte Spruch seine Gültigkeit: „Viel Feind, viel Ehr’.“ Und selbstverständlich soll der Cardinalspurpur
auch an die Bereitschaft erinnern, gegebenenfalls das eigene Blut für Christus und sein Reich zu vergießen.
Aber man muß den Widerspruch ja nicht auf Biegen und Brechen herausfordern.
#1 Pelagius 11:15:20 | Donnerstag, 13. Januar 2005
Nitschs Freude Solche Fetzen könnte Hermann Nitsch in seinem Theater nicht einmal zum Blutabwischen gebrauchen.
Wie freut er sich, daß ihm unsere Kirchenleute den barocken Plunder lassen!
#1 Pelagius 11:04:20 | Donnerstag, 13. Januar 2005
Jahrhundertfilm? Nachdem das Meeresbeben von den Zeitungen zur Jahrhundertkatastrophe erklärt wurde,
erfahren wir Staunenden nun von kreuz.net, welches der Jahrhundertfilm ist. Darf ich auch den Namen der
Jahrhundert-Website verraten? Ich weiß schon, ein paar Jahre trennen uns noch vom magischen Datum 2100.
Aber gleichwohl…
Variatiönchen Traut euch und feiert mit! So wie viele von euch haben auch wir geliebte Familienangehörige
und Freunde, die traditionalistisch und fundamentalistisch gesinnt sind. Wir hingegen sind in der nachkonziliaren
Kirche aufgewachsen. So wie viele von euch – unabhängig von der Richtung, der ihr euch zugehörig fühlt –
sind wir angesichts von Nachrichten über einige unserer Kirchenvorsteher verwirrt. Diese schließen unsere
traditionalistischen Brüder und Schwestern aus und bezeichnen sie als „ewiggestrig“ und „antiökumenisch“.
Im Geist der Lehre Jesu, daß „wir einander lieben sollen“, wird die Kirche des Heiligen Stanislaus in
St. Paul ihre liebenden Arme den Familien und Freunden öffnen, die einer kirchlichen Minderheit angehören
oder ihr helfen wollen. Das ist ein Weg, um die alle einschließende Lehre Jesu aktiv zu leben. Die Messe
wird im sog. tridentinischen Ritus gefeiert werden. Unseren Freunden rufen wir zu: „Traut auch ihr euch
und feiert mit!“. Anschließend laden wir zu einem gemütlichen Kaffee im Pfarrsaal ein.
Wo bleibt die PDS? Schade, daß sich nicht auch die PDS gegen den Cardinal erhoben hat: Verunglimpfung
des Stalinismus durch Vergleich mit dem Nationalsozialismus. Der Prozeß könnte dadurch noch viel interessanter
werden. So aber bleibt es bei einem recht simpel gestrickten Gefecht, über dessen Ausgang wir jetzt schon
dreimal raten dürfen…
Ökumenische Unehrlichkeiten Mag sein, daß die Praxis der Abendmahlsfeier durch Nichtordinierte „ökumenisch
unehrlich“ ist. Aber auch die „ökumenisch ehrliche“ Abendmahlsfeier durch protestantisch Ordinierte ist
doch vor allem eines: ungültig. Ob der Kardinal das unseren getrennten Brüdern wieder einmal klipp und
klar sagen wird? Oder bedarf es dafür eines „Zuspruchs“ des Heiligen Geistes? Jedenfalls liegt die ökumenische
Unehrlichkeit nicht so sehr aufseiten von Protestanten, die das Abendmahl durch einen Nichtordinierten
feiern lassen, als vielmehr… Nun, das wußten wir ja ohnehin schon.
Hoffnungsvoll und erbaulich. Wir freuen uns mit Bischof Gaillot. Da er auf eine Versöhnung mit der Kirchenleitung
hofft, Hoffnung aber immer – um nicht in Vermessenheit umzuschlagen – das Ergreifen der nötigen Mittel
bzw. das Ausräumen von Hindernissen einschließt, hat der ehemalige Oberhirte von Evreux folglich seine
glaubenswidrigen Auffassungen revidiert. Jeder, der mit der Kirche fühlt, ist darüber froh. Beten wir
darum, daß Rom den heimkehrenden, reuigen Sohn nun auch wirklich mit offenen Armen empfange. Ob man ihm
allerdings wieder in sein früheres Gewand hüllen und ihm den Hirtenring an den Finger legen sollte,
scheint zweifelhaft. Bischof Gaillot wird zweifelsohne zufrieden damit sein, als der geringste Bruder
in einer Kartause zu dienen. Sehr erbaulich.
„An die Frauen denken“ Es ist wie mit dem „Herr, Herr“-Sagen: Nicht wer sie andauernd beschwörend im
Munde führt, sondern wer etwas für sie tut, dient in Wirklichkeit den Frauen. Was aber könnte man in
der gegenwärtigen Lage Besseres für sie tun, als das Verbrecherische beim Namen zu nennen? Tatsächlich
sind die Frauen nach der Abtreibung das am meisten geschädigte Opfer. Sollten sie das nicht schon vorher
wissen dürfen? Und wie könnten es Frauen einem Politiker übelnehmen, wenn er ihren schlimmsten Feinden –
denen in den Parlamenten und den anderen in den Kliniken – die Zähne zeigt? Auch wenn der Vergleich mit
den Verbrechen des Nazi-Regimes (übrigens auch mit denen des Kommunismus, aber darüber klagt ja niemand)
an gewissen Stellen hinkt: Wo er recht hat, hat er recht.
Traumjob „Sektenbeauftragte(r)“ Schade, daß noch kein – offizieller oder offiziöser – Bericht der/des
Wiener Sektenbeauftragten vorliegt. Mögen die kreuzfidelen Geheimbündler hier wieder einmal schneller
sein als die Herrschaften von kath.net! Notfalls könnte man ja etwas erfinden, denn an die tragikomische
Wirklichkeit wird es ohnehin nicht heranreichen! Übrigens hat die KPE bei Sektenbeauftragten deutschsprachiger
Diözesen ebenfalls keinen guten Ruf. Sonst müßte sie sich ja auch ernsthafte Sorgen machen, nicht wahr?
Abschließende Frage: „Sektenbeauftragte(r)“ – wie wird man das eigentlich? Funktioniert das so ähnlich
wie bei „Ethikräten“ und ähnlichen wichtigen Ämtern? Muß doch ein hochinteressanter Job sein. Und
dabei so wichtig!
Ergänzung Der Bezug zur Enzyklika Mortalium animos drängt sich zwar in diesem Zusammenhang nicht gerade
auf (vgl. ottavianis Beitrag), doch handelt es sich zweifelsohne um betrübliche Vorgänge. Zu der löblichen
Berichterstattung von kreuz.net könnte noch angemerkt werden, daß sich die Priesterbruderschaft St.
Pius X. der überlieferten Glaubenslehre und der überlieferten Liturgie verpflichtet weiß, daß es aber
darüber hinaus noch ein gewisses Problem gibt. Jede mittelmäßige und schlechte Tageszeitung hätte
das (in vermutlich nicht ganz korrekter Formulierung) erwähnt. kreuz.net hat diesen Punkt offensichtlich
vergessen…
Unsachliche Nebenbemerkung Bemerkenswert, daß manchem Leser offensichtlich zu fast jedem Beitrag Variationen
über ein und dasselbe Thema einfallen. Wie lautete doch das Motto eines berühmten Konzilskardinals:
„Semper idem“. Ermüdend nur, wenn die Variationen nicht – wie z.B. in Bachs Goldberg- oder Beethovens
Diabelli-Variationen – immer wieder Neues und Unerwartetes aus dem Thema herausholen, sondern stets im
gleichen Lamento-Ton der (An)Klage oder – und das ist oft noch schwerer erträglich – im hymnischen Bekenntniston
gehalten sind. Nun denn, jedem Tierchen sein Plaisierchen!
Nochmals: Die Tauglichkeit der Küchengeschichte für das, was sie sagen will, kann durch einige kleine
Veränderungen oder Einschübe leicht in Frage gestellt werden. Man könnte z.B. einfügen, daß es da
eine junge Küchenlegion gibt, die entschieden nicht den Weg jenes alten Kochs geht, sondern eine Melange
von traditionellen Inhalten und Nouvelle Cuisine versucht – und daß sich in den Kaderschmieden dieser
Truppe innerhalb recht kurzer Zeit viel mehr Jungköche einfinden als in den Ausbildungsstätten der (angeblich
oder wirklich) Ewiggestrigen. Das sei nur ein Beispiel für mögliche Veränderungen der Geschichte. Die
Tatsache läßt sich wohl schwerlich in Abrede stellen (wieviele Priester werden doch jährlich für jenes
Institut geweiht?), sie ist aber geeignet, die Konklusion der Küchengeschichte in ihrer Überzeugungskraft
zu erschüttern. Daher ziehe man doch objektive Kriterien (Verträglichkeit und Nährwert der Speise u.ä.)
vor. Damit kommt man allemal weiter als mit hinkenden Vergleichen.
Kritik an der Küchenkritik Die Geschichte hat die typischen Vor- und Nachteile eines jeden Vergleichs.
Auf viele Leser wirkt sie gewiß suggestiv und überzeugt sie. Wer aber genauer hinsieht, erkennt erhebliche
Nicht-Übereinstimmungen mit dem unausgesprochenen Vergleichspunkt. Dem Verfasser ermöglicht diese Gattung,
sich nicht durch eindeutige Aussagen binden zu müssen. Er kann seinem Kritiker lächelnd entgegenhalten:
„Ist ja nur ein Vergleich, und Vergleiche hinken nun einmal!“ Der Text enthält neben Bedenkenswertem
einige schwer verzeihliche Peinlichkeiten (z.B. die Spielchen mit Namen). Ich bin entschieden der Meinung,
kreuz.net habe hiermit sein übliches Niveau unterschritten.
Pelagius an Dolfus: Danke für die tiefsinnige Analyse des deutschen Wesens. Das trifft den Nagel auf
den Kopf. Endlich weiß man bescheid und versteht, warum das alles so ist, mit Luther und den Preußen,
mit Bismarck, Hitler, aber auch Schröder, Lehmann usw. Nochmals danke!
Pelagius meint: Spielen wir bitte nicht die Skandalisierten! Ist doch nett, daß man den Menschen von
heute etwas Religiöses, vielleicht gar Spirituelles mit auf den Weg durchs Jahr geben will. Homöopathische
Dosen wirken bekanntlich stärker als Unverdünntes. Seitdem ein bischöflicher Arzt in Linz-Nähe residiert,
weiß man darum noch besser als zuvor. Am Jüngsten Tag werden wir einmal sehen, wie groß die Früchte
des Kalenders in Wirklichkeit waren. Vielleicht werden manche flammenden Propheten und glühenden Traktätchenschreiber
dann erblassen, die österreichischen Bischöfe aber vor den Augen aller beschämten Apostel der Frontal-Evangelisation
triumphieren.
Pelagius meint: Jeder Epoche ihren Karrierismus. In unseren Tagen tritt neben den progressiven Synodaltyp
verstärkt der „konservative“ Apparatschik: im gepflegten Clergyman (je nach Anlaß auch in Nobelsoutane
oder mit Zivilkollar), den Laptop unter dem Arm, den Kopf angefüllt mit CIC, KKK und den neueren päpstlichen
Rundschreiben, fleißig und effizient bei der Erledigung seiner Arbeiten, naß-forsch und zielbewußt
die Karriereleiter hinaufsteigend. „Konservative“ Bischöfe tun gut daran, bei der Auswahl für wichtige
Ämter nicht nur auf das Parteibuch zu schauen. Und die frommen Gläubigen sollten beim Gebet über den
„armen abgefallenen“ und den zu Unrecht verfolgten Priestern andere nicht vergessen, die es ebenso nötig
haben, obwohl man es vielleicht nicht vermutet.
Pelagius meint: Typisch: Wieder einmal jemand aus dem Kreis der Künstler und Ästheten mit Kritik an
der Liturgiereform. Wer aber wirklich sola fide (nur vom Glauben bewegt)und sola scriptura (nur für die
Bibel) zur Messe geht, dem ist doch die neue Form mit dem reich gedeckten, aber schlichten Worttisch viel,
viel lieber, oder?
Pelagius meint: Man sollte dem Cardinal für seine immer sehr deutlichen Worte danken. Wie ein verläßlicher
Steuermann zeigt er uns, in welche Richtung die weitere Reise gehen soll. So brauchen wir uns gar nicht
auf besondere Überraschungen gefaßt machen. Was er sagt und tut, bildet einen erkennbaren Zusammenhang.
Er wird die Ökumene am Leben erhalten, solange er dazu ermächtigt ist. Da müßte schon eine sehr gewichtige
Stimme dreinreden, eine starke Hand eingreifen, das Steuerruder zu wenden. Aber eine solche Stimme, eine
solche Hand ist nicht zu bemerken. So danken wir also für die klaren Auskünfte. Merci, Eminenz!
Pelagius fragt: Waren denn keine offiziellen oder offiziösen Kirchenvertreter bei diesem wichtigen Ereignis
anwesend? Welche Gelegenheit, Gemeinsamkeiten hervorzuheben: Auch wir katholischen Christen haben etwas
ganz Ähnliches, denn auch bei uns werden Heiligtümer, die wir Kirchen nennen, geweiht (usw.).
Pelagius meint: „Einen hoffnugsvollen Neuanfang im Sinne der Texte des II. Vatikanischen Konzils zu setzen“
ist doch eine wundervolle Formulierung! Wie oft schon haben wir das gehört. Und in welchen Formen erst
erlebt.
Pelagius meint: Die kreuz.net-Redaktion gibt den Lesern keinen Hinweis darauf, daß dieses Buch auch zu
zeigen bemüht ist, woher der theologische Unterbau der interreligiösen Vorgänge in Fatima stammt. Warnung
an „papalistische“ Kreise…
Pelagius meint: Lustig, lustig, tralleralala, bald ist Niklausabend da… Nur daß der heilige Bischof
von Myra solche Mätzchen nicht nötig hatte, um bei den Kindern anzukommen. Ist wohl ohnehin mehr eine
Veranstaltung für kindische Erwachsene gewesen.
#1 Pelagius 20:59:46 | Donnerstag, 2. Dezember 2004
Pelagius meint: Wozu auch sich einen solchen Luxus leisten? Das Gitarrenspiel kann man ohnehin anderswo
besser lernen. Man sollte aus der Hochschule ein Bildungshaus machen. Da besteht noch Bedarf.
#1 Pelagius 17:53:13 | Donnerstag, 2. Dezember 2004
Pelagius meint: Bewundernswerte Kunst, seine Niederlagen als Siege zu verkaufen. Rückbesinnung auf die
Inhalte: Nachdem man den Glauben zuerst verwässert hat und dann seine „Verdunstung“ (O-Ton Karl Card.
Lehmann) beklagen mußte. Die nachkonziliare Tragikomödie entpuppt sich als beißende Satire. Oder träumen
wir nur?
#1 Pelagius 07:44:39 | Donnerstag, 2. Dezember 2004
Pelagius meint: Hut ab, der Mann hat Mut! Es gibt sie noch, die Gewissenstäter, die auch contra torrentem
zur erkannten Wahrheit stehen. Man wird auf weitere, zeitgeistwidrige Äußerungen gespannt sein dürfen.
Den Aufruf zu Umkehr und Versöhnung werden diejenigen, die schon lange nicht mehr bei der Beichte waren,
sicher verstehen.
Pelagius meint: Wie haben sie doch immer von der „armen Kirche“ der ersten Jahrhunderte und von der „Kirche
der Armen“ in den südamerikanischen Basisgemeinden geschwärmt. Jetzt also können sie beginnen, ihr
Ideal zu verwirklichen. Fragt sich nur, ob der Glaube dafür stark genug ist. Und überhaupt: Welcher
Glaube denn wohl?
#8 Pelagius 21:16:32 | Dienstag, 30. November 2004
Pelagius meint: Bestimmt wird es über die widerspenstigen Divinitas-Autoren und ihren Anhang bald Schreibverbote,
Lehrerlaubnisentzüge, vielleicht sogar Exkommunikationen regnen. So ist die Kirche bei ungläubigen Theologen
ja immer verfahren.
#1 Pelagius 21:09:14 | Dienstag, 30. November 2004
Pelagius meint: Zitat: „Gläubige werden nicht nur gezwungen, den Islam anzuerkennen, sondern auch dazu,
den Koran zu küssen“. – Unvorstellbar: Ein Christ küßt den Koran…
#3 Pelagius 20:50:03 | Dienstag, 30. November 2004
Pelagius meint: Man sollte die Auffassung des heiligen Thomas von Aquin wenigstens referieren. Er ist
nämlich gegenteiliger Ansicht. Immerhin: der heilige Thomas von Aquin! Und mit ihm natürlich eine beträchtliche
Schar anderer bedeutender Theologen.
#2 Pelagius 17:22:00 | Dienstag, 30. November 2004
Pelagius meint: Hört, hört! Das ist ja unerhört! So etwas haben wir schon lange nicht mehr gehört!
Und sogar aus dem Mund eines Kardinals! Der nächste Schritt wäre, die zuständigen kirchlichen Lehrer
auf Herz und Nieren zu prüfen: Glaubt ihr das? Verkündet ihr es auch? Oder wollt auch ihr gehen? Dann
bitte schnell! Und außerdem könnte man sich Gedanken machen, wie weit die gottesdienstliche Gestaltung
diesem Glauben entspricht, ihn ausdrückt. Es soll ja Leute geben, denen das Hören schöner und guter
Worte nicht reicht, die auch Taten sehen wollen…
#2 Pelagius 09:26:23 | Dienstag, 30. November 2004
Pelagius meint: Nehmen wir die Sache doch nicht so sauertöpfisch! Darf man nicht lachend dem Untergang
eines Gebildes zuschauen, das ohnehin nicht mehr viel mit der Kirche Christi zu tun hat? Laßt sie doch
ihre „geilen Gottesdienste“ feiern (schade übrigens um die jugendliche Energie, die da verschwendet wird).
Es ist nur eine Frage der Zeit, dann bricht das System, das sich ohnehin nur noch durch die hohen Kirchenbeiträge
über Wasser hält, zusammen und versinkt. Vor uns die Sintflut! Und nachher? Darauf müssen wir hinarbeiten.
Jetzt schon.
#1 Pelagius 09:20:23 | Dienstag, 30. November 2004
Pelagius meint: Nun denn, was man da mit viel Anstrengung aus Dokumenten des Magisterium post Vaticanum
II herausdestilliert hat, hätte man einfacher haben können: z.B. „Quas primas“ (bekanntlich Pius XI.).
Damals stand die Lehre vom Königtum Christi noch ohne die Rivalinnen „Religionsfreiheit“, „Ökumene“,
„Dialog mit den nichtchristlichen Religionen“ etc. da. Wie sich die Zeiten ändern!
#1 Pelagius 09:15:26 | Dienstag, 30. November 2004
Pelagius meint: Jetzt wird es Zeit, ein Fundamentalisten-Gen zu suchen. Es wird nicht lange dauern. Wer
sucht, der findet bekanntlich auch. – Nein, nach dem Verlust einer gesunden Philosophie scheint auch wirklich
jeder Unsinn denkbar zu sein. Danke auch für den guten Kommentar.
#2 Pelagius 09:08:29 | Dienstag, 30. November 2004
Pelagius meint: Gewiß erschütternd. Aber vielleicht auch voraussehbar. Riecht nicht gut, wenn sich alles
um Stil – liturgischen Stil, klerikalen Lebensstil usw. – zu drehen scheint. Wir bekennen die „Una, sancta,
catholica et apostolica Ecclesia“, nicht die „liturgica et clericalis Ecclesia“.
Pelagius meint: Wo Habermas recht hat, hat er recht. Daß es sich unsere Theologenschaft von ihm sagen
lassen muß – schade. Daß es sich auch die offiziellen kirchlichen Stellen von ihm, ausgerechnet von
ihm sagen lassen müssen – jammerschade. Thomas wäre das Heilmittel gegen pseudotheologische Gefühlsduselei
und nichtssagendes Wertegeschwätz. Wie meinte doch Nicolas Gomez Davila: Mancher Politiker redet daher,
als wäre er irgendein x-beliebiger Bischof. Von Politikern braucht man bekanntlich nicht zu erwarten,
daß sie Thomas gelesen haben. Aber Theologen, Bischöfe…