Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Der Text von Kardinal Canizares ist in vollständiger deutscher Übersetzung auf Summorum-Pontificum …ww.summorum-pontificum.de/…exte/canizares.shtml
zu lesen. Vertreter selbstgestrickter Lehrämter wie HBR oder Freinsberg sollten sich warm anziehen: Die
Darlegungen des Präfekten der heiligen Kongregation für den Gottesdienst und die Ordnung der Sakramente
lassen sich nicht als unverbindliche Privatmeinung abtun. Natürlich kann man immer noch der Ansicht sein,
die Handkommunion sei würdiger als die Mundkommunion, die Muttersprache sei in der Liturgie vorteilhafter,
die Liturgiereform sei gelungen und weiß ich was – aber man steht dann eben im Widerspruch zu dem, was
die berufenen Leiter und Lehrer der Kirche sagen.
Ministrant behauptete: Das 2- Hochgebet ist sehr wortgenau übernommen Das stimmt nicht. Eine Gegenüberstellung
beider Texte gibt es auf summorum-pontificum.de summorum-pontificum.de/…anon_hippolyti.shtml. Danach
hat die Reform wichtige Glaubensaussagen weggelassen, um den Text für „moderne Menschen“ akzeptabler
zu gestalten. Hippolyt war in schlimmen Zeiten „Gegenpapst“ geworden, hat aber sein Verhältnis zu Petrus
vor seinem Tod wieder in Ordnung gebracht. Seine Rechtgläubigkeit steht außer Zweifel.
@ Wenn Sie von einer „Stiftung Weltethos“ überzeugt sind,sollten Sie diese ins Leben rufen Zu spät:www.weltethos.org
www.weltethos.org/01-geschichte.htm
Was raucht HBR? HB-Männchen phantasierte: In der Zwischenzeit wurde Hoyos ja als Präsident von Ecclesia
Dei abgesetzt.… Die alte Messe ist verzichtbar.… Die sogenannte „Messe aller Zeiten“ galt gerade mal
vom 16 Jhd bis 1970.… wollen die Altnostalgiker nur mit aller Gewalt die Kirchen leeren? SE Cardinal
Hoyos ist weiterhin Präsident von Ecclesia Dei – die Kommission wurde lediglich für die Verhandlungen
mit Pius der Glaubenskongregation zugeordnet. Summorum Pontifikum sagt ganz klar, daß die „Alte Messe“
weder ‘verzichtbar’ ist noch jemals abgeschafft wurde. Sie wurde und wird übrigens in weitgehend gleichbleibender
Form vom 7. Jahrhundert bis in die Gegenwart gefeiert. Das sind zwar immer noch nicht „alle Zeiten“ –
aber doch mehr als 4 Jahrzehnte des Niedergangs. Was das Leeren der Kirchen betrifft, so haben die Neurevolutionäre
damit ja die besten Erfahrungen, wie diese Statistik der DBK www.dbk.de/…mme/kath-gott-07.pdf ausweist.
Gutgemeinter Rat an HBR: Rauchen Sie mal weniger giftiges Kraut, gönnen Sie sich einen Urlaub im realen
Leben.
Zurück blieb nichts Der äußerst lesenswerte Artikel von Pfarrer Rodheudt über die Zerstörung der
katholischen Liturgie durch protestantisierende Ahnungslose ist auf summorum-pontificum …ww.summorum-pontificum.de/…ung/rodheudt_2.shtml
komplett nachzulesen.
vonHerzmanovsky-Orlando: Sie schrieben:„War der Pfarrer Goesche nicht selbst in der Priesterbruderschaft
bis sie ihn – warum auch immer – hinausgeworfen haben?“ Weder noch. Als Nicht-Mitglied der Bruderschaft
hat er für deren Anhänger in Berlin die hl. Messe gelesen, bis er im Anschluß an die Normalisierung
von Campos auch seinerseits um Normalisierung seines Verhältnisses zu Rom gebeten hat – was ihm gewährt
wurde.
#50 Bernado 14:33:40 | Dienstag, 23. Dezember 2008
Vineta schrieb: „ALS OB man traditionsreiche Messen leicht als lateinisches Gebrabbel abtun könnte,“
Sie hätten ihrem Kontrahenten gegenüber übrigens durchaus darauf bestehen können, daß die sog. tridentinische
Messe in der Tat im wesentlichen auf die Zeit des hl. Papstes Gregor (6. Jh.) zurückgeht. Im Kanon der
Messe hat es seit damals nämlich keine über ein paar Wortumstellungen hinausgehenden Veränderungen
mehr gegeben, und auch der Ritus des Pontifikalamtes stand seitdem für die lateinische Kirche fest. Das
im Auftrag von Papst Pius V. und des Konzils von Trient festgestellte Missale entspricht fast hundertprozentig
dem etwa 1 Jahrhundert vor Trient am päpstlichen Hof gebrauchten Missale, und dessen Entwicklung seit
Gregors Zeiten ist völlig bruchlos verlaufen. Einzige größere Schritte waren die Vereinfachungen, die
zunächst, als nicht mehr überall Bischöfe saßen, zur Form des levitierten Hochamtes führten und als
später in den Klöstern die Einzelmessen entstanden. Die Form des Pontifikalamtes blieb daneben als Grund-
und Hochform immer erhalten – bis zum Bildersturm von 1969. Der (in Deutschland nicht rechtlich, aber
faktisch abgeschaffte) Canon Romanus ist übrigens bis ins 4 Jh. (also die Zeit der letzten Christenverfolgungen)
hinein mit geringen Veränderungen belegbar. Viel spricht dafür, daß er bis auf die Zeit der Schüler
der Apostel zurückgeht, allerdings damals noch nicht festgeschrieben wurde. „Samurai“ hat also nicht
nur keine Ahnung – er ist auch noch stolz darauf.
Jörg Guttenberger behauptete: „Daß der Zelebrant in der alten Messe das Gebet der Gläubigen anführt,
stimmt nachweislich nicht.“ Würden Sie dann bitte diesen Beweis auch z.B. durch ein geeignetes Zitat
aus der Literatur zum Konzil anführen?
HBR täuschte sich erneut, als er schrieb: „Wer sich auf das Motu Proprio beruft, muss sich im klaren
darüber sein, dass das Messbuch der alten Messe von 1962 über kurz oder lang die eine oder andere Veränderung
erfahren MUSS. So schreibt es schon das Konzil im Sacrosanctum Concilium Nr. 25 vor.“ Die vom 2. Vatikanum
angestoßenen Änderungen wurden mit denen von 1965 erfüllt und mit denen von 1969 in verhängnisvoller
und nicht mit dem Auftrag des Konzils entsprechender Weise übererfüllt bzw. verkehrt. Die alte Messe
wird sich also nicht deshalb weiterentwickeln, weil da noch ein Auftrag des Konzils aus dem vorigen Jahrhundert
offen wäre, sondern deshalb, weil das Missale sich stets mit den Zeiten weiterentwickelt. Papst Benedikt
hat – ich schrieb es ihnen hier schon einmal – auch in seinem Begleitschreiben zum Motu Proprio ausgeführt,
wie diese Veränderung aussehen soll: „Das alte Meßbuch kann und soll neue Heilige und einige der neuen
Präfationen aufnehmen.“ Von der Protestantisierung der Messe, wie sie von häretischen Theologen gelehrt
und in der deutschen Gemeindepraxis betrieben wird, ist dabei nicht die Rede. Im Gegenteil verlangt der
Papst: „In der Feier der Messe nach dem Missale Pauls VI. kann stärker, als bisher weithin der Fall ist,
jene Sakralität erscheinen, die viele Menschen zum alten Usus hinzieht.“ Kein Rock+Pop mehr, keine Luftballons,
keine Pantomime, kein Extempore, sondern Sakralität. Überwindung des unzulässigerweise herbeigeführten
Erscheinungsbildes eines Bruches. Take it or leave it.
Gotthard klagte: „es gibt noch immer keine Kommentare zur Lebenswirklichkeit… also zum echten Leben!“
Dann will ich Ihnen mal den Gefallen machen, schließlich ist Advent: * Scheidung ist nicht möglich * Frauen
haben wichtige Ämter nicht zu besetzen * Geschlechtsverkehr erst nach der kirchlichen Trauung Ihre Punkte
beziehen sich auf unterschiedliche Sphären der Wirklichkeit, die immerhin aus Natur und Übernatur besteht.
In der Übernatur, das hat Jesus ganz klar gesagt, ist Scheidung nur durch den Tod möglich. Wer glaubt,
das in seinem natürlichen Leben nicht berücksichtigen zu müssen, muß im übernatürlichen die Folgen
tragen. Natürlich können Frauen wichtige Positionen auch in der Kirche besetzen – bis hin zur Ratgeberin
und Zurechtweiserin des Papstes oder der Bischöfe wie Hildegard v. Bingen oder Katharina v. Siena. Was
sie nicht können, ist die Priesterweihe zu empfangen. geht nicht. Da ist einfach nicht die geeignete
Natur für dieses übernatürliche Siegel vorhanden. Papst JPII hat es als letzter in einer ganzen Reihe
von Päpsten verbindlich festgestellt. So sieht die Wirklichkeit nun mal aus. Natürlich ist Geschlechtsverkehr
vor der Ehe möglich und vielfach üblich. Die Übernatur sagt nichts zu seiner Möglichkeit, sondern
nur zu seiner Zulässigkeit, nämlich: Du sollst nicht. Wer es dennoch tut, sündigt. Sünde, Reue, guter
Vorsatz und Vergebung gehören zur Lebenswirklichkeit des Menschen seit Adams Schuld, wer das nicht sieht,
hat einen arg verkürzten Begriff vom „echten Leben“.
#4 Bernado 09:11:53 | Donnerstag, 18. Dezember 2008
Ein Sedisvakantist meinte: „Es ist ein abstoßendes Beispiel über ein sog. „Priesterseminar“ so etwas
zu lesen.“ Warum immer gleich durchdrehen, wenn nicht das Optimum erreicht wird. Die oben als Quelle genannte
Site summorum.pontificum.de …ww.summorum-pontificum.de/ stellte sich jedenfalls die Frage, ob das Glas
in Eichstätt nun halb voll oder halb leer sei. Ergebnis: Wo es solche Seminaristen hat, und wo die Hausleitung
zu Kompromissen bereit ist, fährt der Zug jedenfalls in die richtige Richtung. Mehr Tempo kommt dann
vielleicht von selbst.
Zwobbel meinte: „Die de facto Gründung nationalkirchlicher Strukturen bei gleichzeitiger, zumindest teilweiser,
Anmaßung jurisdiktioneller Kompetenzen die eigentlich beim Papst liegen ist doch ein schimatischer Akt,
der die Gefahr eines kompletten Bruches verschärft.“ Nun ja – da bestehen Ermessensspielräume. Nicht
jeder schismatische Akt muß zum vollendeten Schisma führen. Allerdings wäre es sicher angebracht, nicht
nur in Bezug auf die FSSPX von solchen Schismatischen Akten zu sprechen. Seit den letzten Lebensjahren
von JPII führt rom da auch bei den Ad-Limina-besuchen eine klarere Sprache – leider nur hinter verschlossenen
Türen. Problem ist nur: diese Art von „Schisma auf kleiner Flamme“ gehört eigentlich zur Normalität
der Kirche, in Deutschland und Frankreich seit Jahrhunderten, in USA seit über 100 Jahren. Die Bischöfe
gehören von Anfang an zu den gefährdetsten Gliedern der Kirche – vielleicht hat deshalb schon der hl.
Chrysostomus vermutet, die Straßen der Hölle seien mit den Schädeln von Bischöfen gepflastert.
#48 Bernado 19:18:32 | Donnerstag, 11. Dezember 2008
Benedikt bemängelte: „Für jeden Pieps wird Unmengen an Papier produziert, aber für eine Änderung der
Übersetzung der Wandlungsworte (!) gibt es nur den Hinweis auf eine Anweisung?“ Natürlich gibt es auch
dafür ein Papier, sogar in merheren Sprachen. Aber wie es (nicht nur) dem römischen Usus entspricht,
werden die meisten verwaltungsinternen Paspiere nicht veröffentlicht. Man schickt sie an den, den sie
angehen, und dann wartet man, bis die Umsetzung erfolgt. Wenn statt der Umsetzung Klagen kommen, man könne
mit dem Auftrag aber nicht so recht umgehen, gibt es verschiedene Stufen, an die Öffentlichkeit zu gehen
und den Druck zu erhöhen – so ist es hier erfolgt. Wenn sich dann der Eindruck verfestigt, daß die Umsetzung
geradeheraus verweigert wird, dann kommt wahrscheinlich erst ein neues Papier – und das findet sich dann
vielleicht auch auf irgendeiner Website wieder. Und wenn das immer noch nichts hilft, kommt viel später
vielleicht einmal eine Apostolische Instruktion, die die Sache klar und öffentlich darlegt. Die letzte
größere dieser Instruktionen war „Redemptionis Sacramentum“ gegen Mißbräuche in der Liturgie, noch
2004 von JPII approbiert. Befolgungsgrad in Deutschland: Bestenfalls 10%. Was soll der Papst machen? Soll
er die in Deutschland große Mehrheit der Bischöfe, die sich längst eine Nationalkirche in begrenzter
Einheit mit Rom zurechtgezimmert haben, exkommunizieren? Landorganisten und Gottharde inklusive?
#46 Bernado 18:07:38 | Donnerstag, 11. Dezember 2008
Benedikt fragte: „Wo ist denn jetzt wirklich die bindende Anweisung, dass diese Übersetzung binnen zwei
Jahren zu erfolgen habe? Der Papst benutzt sie ja selbst nicht.“ Die Anweisung der Gottesdienstkongregation
an die nationalen Bischofskonferenzen ist nach Auskunft von deren stellvertretendem Leiter, Erzbischof
Ranjith, am 17. 10. 2006 ergangen. Einige Konferenzen haben das auch bereits umgesetzt (realisiert nach
der Einklebemethode), die meisten schieben es auf die lange Bank. Auch die italienische. Der Papst hätte
zwar das Recht, bei den in der Nationalsprache gefeierten Messen die Einsetzungsworte entsprechend dem
Beschluss der Kongregation zu ändern – er hat jedoch schon mehrfach unterstrichen, daß er die Unterordnung
unter bestehende Vorschriften für ein hohes Gut hält und auch als Papst nicht daran denkt, auf formlose
Weise gegen gültige Regeln zu verstoßen. Er ändert die Regeln gegebenenfalls, aber er unterhöhlt sie
nicht. Auf summorum-pontificum.de …ww.summorum-pontificum.de/, wo der Aufruf der Initiativkreise und
von Pro Sancta Ecclesia ebenfalls veröffentlicht ist, wird übrigens auch Reserve gegenüber dem Aufruf
zur Änderung der Wandlungsworte durch die Zelebranten angemeldet: „Hier eigenmächtige Änderungen am
Text vorzunehmen, und sei es auch mit Bezug auf den Willen des Papstes …, erscheint uns problematisch.
Dagegen halten wir es für eine sehr gute Idee, nach einer Katechese zu dieser Problematik die lateinische
Fassung der Wandlungsworte zu verwenden, am besten im Rahmen des römischen Kanons.“
#24 Bernado 23:17:26 | Mittwoch, 10. Dezember 2008
Galatea fragte sich: „Dann befruchten Sie doch einmal die Alte Messe. – das würde mich wirklich interessieren,
wie das gehen soll“. Nun, dazu braucht man nicht auf die Hirngespinste von HBR zurückzugreifen, der Begleitbrief
zu SP sagt ganz deutlich, was Sache ist: „Das alte Meßbuch kann und soll neue Heilige und einige der
neuen Präfationen aufnehmen. Die Kommission Ecclesia Dei wird im Kontakt mit den verschiedenen Institutionen
die sich dem usus antiquior widmen, die praktischen Möglichkeiten prüfen. In der Feier der Messe nach
dem Missale Pauls VI. kann stärker, als bisher weithin der Fall ist, jene Sakralität erscheinen, die
viele Menschen zum alten Usus hinzieht. Die sicherste Gewähr dafür, daß das Missale Pauls VI. die Gemeinden
eint und von ihnen geliebt wird, besteht im ehrfürchtigen Vollzug seiner Vorgaben“ Sakralität und ehrfürchtiger
Vollzug der Vorgaben – bis das erreicht ist, bleibt, wie nicht nur das Spektakel von Eisenstadt gezeigt
hat, noch viel zu tun. Aber auch sonst gibt es beim NO noch Handlungsbedarf. Die Tatsache, daß der Papst
in seinen Messen nur noch die Mundkommunions spendet, zeigt eine Richtung an.
LandorganistII stotterte: „sind sind in Peking – der Hauptstadt von China – 3 Säcke umgefallen!“ Ich
verstehe ihre Aufregung. In vielen Priesterseminaren, in denen man den Seminaristen bis jetzt vermittelte,
die 1500 jährige Liturgie des hl. Papstes Gregor sei eine Fehlentwicklung der Geschichte gewesen, die
man um jeden Preis überwinden müsse, wird jetzt eben diese Liturgie zum Bestandteil des Lehrplans. Damit
ist ein anderer Plan praktisch gescheitert: Der Versuch, über eine neue Form der Liturgie auch einen
neuen Glauben in enger Anlehnung an die Errungenschaften protestantischer Gemeinschaften zu etablieren –
ohne all das störende, nicht mehr zeitgemäße katholische Zeugs, ohne Papst und Dogmen, mit Wohlfühleffekt
(solange es gut geht). Wußten Sie übrigens, daß der neuernannte Präfekt der Gottesdienstkongragation,
S.E. Antonio Cardinal Cañizares Llovera, im Seminar seiner bisherigen Diözese Toledo die Liturgie des.
hl. Gregor bereits vor geraumer Zeit zum Lehrfach gemacht hat? Es ist zu erwarten, daß der neue Präfekt
für den Novus Ordo, der gleichzeitig Mitglied der Kommission Ecclesia Dei (für den alten Ordo) ist,
geeignete Schritte einleitet, um den größtenteils der Selbstfeier dienenden Entartungen in der Praxis
des Novus Ordo …ww.summorum-pontificum.de/…ort/eisenstadt.shtml ein Ende zu machen, zumal er sich
dabei für die nächstern Monate auch noch auf die Hilfe eines so engagierten Mannes wie Erzbischof Ranjith
stützen kann.
Usus von Montecistello Wie hier schon gesagt wurde bezieht sich der Usus von Montecistello (UvM) nicht
auf die Liturgie der Messfeier sondern auf die Ordnung des mönchischen Lebens. Die eigentliche Feier
der Messe entspricht nach den Vorgaben des UvM dem Missale Romanum von 1962. Mariawald hat dafür in der
Tat kompetente Beratung gefunden durch erfahrene Priester, die auch andernorts schon „Neulinge“ in die
Zeremonien nach dem älteren Gebrauch eingeführt haben. Einige Ausschnitte des UvM sind dieser Tage auf
summorum-pontificum.de …ww.summorum-pontificum.de/texte/cistello veröffentlicht worden. Daraus sieht
man a) daß dieser Usus voll in der Tradition der Trappisten steht und b) nach diesen Vorgaben von jedem,
der über einige Erfahrungen im monastischen Tagesablauf verfügt, erlernt werden kann. Vor allem, wenn
einige ältere Mönche dabei sind, die ihn früher noch selbst praktiziert haben. Aus den Ausschnitten
auf Summorum Pontificum kann man aber auch sehen, warum die Modernisten so wütend sind: Der im UvM authentisch
ausgedrückte Geist des hl. Benedikt verträgt sich nicht mit ihren verweltlichten Anschauungen vom Ordensleben.
Beispiel: „Der Aufsichtführende darf in der Arbeitszeit … eine Ruhepause gewähren… Diese Unterbrechung
kann notwendig sein, wenn die Arbeit sehr schwer ist; sie dient aber auch noch einem anderen Zweck. Sie
erlaubt dem Mönch, die Verbindung zu Gott leichter wieder aufzunehmen, wenn die seiner Arbeit gezollte
Aufmerksamkeit seine Gedanken von Dem abgezogen ist, um dessentwillen er ein Mönch geworden ist.
Gotthard demonstrierte Unwissenheit mit der Frage: „Welchen Angriff soll Herr Obama planen?“ Schon mal
was von FOCA gehört, dem „Freedom of Choice Act“, dessen Unterzeichnung Herr Obama als eine seiner ersten
Maßnahmen zugesichert hat? Mit FOCA erhält das „Recht auf Abtreibung“ eine Art „Über-Verfassungsrang“.
Damit würden sämtliche einschränkenderen Gesetze der Bundesstaaten aufgehoben – z.B. auch die von eingen
Staaten vorgesehene Regelung, daß bei Abtreibungen, die an Minderjährigen durchgeführt werden sollen,
ei8ne Benachrichtung/Einverständniserklärung der Eltern zu erfolgen hat. Irgendwelche Aktivitäten zur
Einschränkung von FOCA wären als verfassungswidrig verboten. Dahingehende Anstrengungen von Kirchen
und Religionsgemeinschaften würden zum Verlust ihres Status als gemeinnützige Vereinigungen führen.
Tridentinus fränkelte „unn datt war ganz richtisch von Eierem Bischoff“. Wie mans nimmt. Schließlich
hat er den fast vollendeten Plan einer Uni-Besetzergruppe vereitelt, die den Bischof völlig herausdrängen
und sich die mit viel Geld auch aus der Kirche aufgebaute Universität unter den Nagel reißen wollte,
um sich gegenseitig Lehrstühle, Gremienpöstchen, Forschungsmittel, Preise usw. zuzuschanzen. Immer im
Kreis rum, ganz intim, und ohne jede Störung durch das lästige Beiwort „katholisch“. Da wurde dann aber
nichts draus, weil der neuernannte Bischof gerade noch rechtzeitig dazu kam, das Steuer herumzureißen.
Das hat einige Leute ganz echt tief betroffen gemacht, und die können jetzt gar nicht genug jammern und
klagen.
clarissa irrte wieder mal mehrfach, als er schrieb „sollten Sie der sein, für den Sie gehalten werden,“
Erstens schreibt sich Bernado ohne „R“ – die Gründe dafür haben etwas mit Suchmaschinen zu tun. Und
zweitens ist Bernado nicht der, für den er von Ihnen mit Penetranz gehalten wird – das sollte ihnen allein
der Vergleich von Stil und Duktus sagen. Und drittens lassen Sie uns hier nicht das Spiel der Demaskierung
spielen, lieber legum utriusque – es könnte Sie ihre Maske kosten – und mich damit das Privileg, ihnen
mit klammheimlichem Vergnügen beim Spielen zuzusehen. Also, nochmal für die Begriffsstutzigen: Für
viele Ordenshäuser steht heute die Alternative: In 15 Jahren dicht machen – oder einen anderen Weg gehen,
als der, der in den letzten 40 Jahren in den Zusammenbruch geführt hat. Summorum-pontificum.de hat dazu
gerade gestern eine bestürzende Aufstellung …ww.summorum-pontificum.de/index.shtml veröffentlicht.
Ob dieser Weg in jedem Fall der zurück zum altüberlieferten Ritus sein muß, steht auf einem anderen
Blatt. Heiligenkreuz zeigt, daß man es auch mit dem NO schaffen kann, wenn, ja wenn es gelungen ist,
die neue Form von Anfang an nicht als Ausdruck des Bruches, sondern im Geist der Kontinuität zu pflegen.
Selten genug. In Mariawald war das leider nicht der Fall, dort hat man sich so lange dem ostasiatischen
Gedöns und dann dem Relativismus hingegeben, bis die Oberrelativisten das Mönchtum aufgegeben und geheiratet
haben und nur die zurückblieben, die den Wandel im Gehorsam erduldeten. Da muß man jetzt von Grund auf
neu beginnen.
Benediktineroblate schrieb: „Das benediktinische Leben ist so vielfältig und bunt und bietet jedem nach
seiner Veranlagung ein Haus, wo er Gott suchen und finden kann.“ Außer, er möchte Gott so suchen, wie
die Kirche das 2000 Jahre lang getan hat! Dieses Haus soll auf Dauer verschlossen oder besser noch abgerissen
sein. Merken Sie nicht, was Sie hier sagen? Wir hätten einen großen Teil der aktuellen Probleme nicht,
wenn die Revoluzzer von 1969 nicht darauf bestanden hätten, das, was der Kirche bis dahin heilig war,
in der Versenkung verschwinden zu lassen. Viele scheinen diesen Kurs auch heute noch, wo er erkennbar
inden Abgrund geführt hat, weiterführen zu wollen. Gerade gestern beschwor der Sprecher der Deutschen
Ordensoberenkonferenz (Motto: „Extremus candelam extinguat“), man rechne nicht damit, dass weitere Klöster
dem Beispiel der Trappisten von Mariawald folgen werden: „Wir gehen nicht davon aus, dass es sich um einen
Trend handelt“.
#87 Bernado 22:00:01 | Mittwoch, 26. November 2008
Brandy hatte schon zuviel von selbigem und schrieb: „Mit anderen Worten, da man sowieso nicht alles verstehen
kann, soll das gemeine Kirchenvolk es lieber ganz bleiben lassen.“ Das mögen Ihre anderen Worte sein –
meine sprachen davon „die Mitfeiernden auf einen mühevollen und bewußt zurückzulegenden Weg zur Annäherung
an die heiligen Geheimnisse zu bewegen.“ Vorschlag zur Güte: Wenn Sie nicht lesen können, sollten Sie
auch das Schreiben sein lassen.
#21 Bernado 11:47:11 | Dienstag, 25. November 2008
clarissa sorgte sich rührend um die Angemessenheit eriner Reise von Berlin nach Wien – und dann sogar
wieder zurück. So weit ich sehe, ist ein Institut wie das Berliner kein ortsstabiler Konvent, sondern
eine Einrichtung mit weiter gespannter Aufgabenstellung. Da gehören Reisen und Gespräche sicher mit
dazu, und wenn dann, wie das in Wien ja offenbar der Fall war, auch noch öffentliche Veranstaltungen
„angehängt“ werden, ist das doch nur zu begrüßen. Wenn ich mir die Website des Instituts ….institut-philipp-neri.de/
anschaue, habe ich übrigens nicht den Eindruck, daß diejenigen, die dem alten Ritus allgemein und dem
ISPN insbesondere alles Schlechte wünschen, so bald auf ihre Kosten kommen könnten. Offenbar haben die
Berliner die Mühen des Anfangs jetzt einigermaßen überwunden und gehen von einer sicheren Grundlage
aus und mit großem Schwung in das fünfte Jahr des Bestehens des Instituts.
Z 2008 meinte „Aber was soll an einer würdig dem Gottesvolk zugewandten Messe in der man alles verstehen
kann, falsch sein?“ Genau dieses: Die Illusion, man könne alles verstehen. Die Verwendung einer Sakralsprache
hat – unter anderem – die segensreiche Wirkung, die Mitfeiernden auf einen mühevollen und bewußt zurückzulegenden
Weg zur Annäherung an die heiligen Geheimnisse zu bewegen. Das schützt sie vor dem Irrtum „alles verstanden“
zu haben, wo sie doch nur die Worte vernommen haben. Für den Inhalt ist auch eine Lebenszeit zuwenig,
und die – modern gesprochen – Verfremdung durch Sakralsprache und stellenweise unhörbares Aussprechen
von Gebeten ist für die, die sich darauf einlassen, eine wertvolle Unterstützung. Für diejenigen, die
den Gottesdienst nach dem beurteilen, wozu sie Lust und Laune haben, mag das freilich anders aussehen.
Clemens Paul verwies auf Italienisches – Die deutsche Übersetzung der Mitteilung von Ecclesia Dei über
die Rückkehr der Trappisten von Matriawald zum Alten Ritus und dem alten Gebrauch ihres Ordens findet
sich auf summorum-pontificum.de …ww.summorum-pontificum.de/.
Asteriskus radikalte: „Haut ihn endlich um, den NOM-Baum!!!!“ Wenns denn wenigstens ein Baum wäre…
Aber: Wenn wir eines aus der misslungenen Einführung des NO gelernt haben, dann dieses: Radikale Lösungen
erzeugen mehr Probleme als sie bewältigen. Der NO ist eine legitim approbierte und gültige Form der
Liturgie – die Forderung nach „umhauen“ führt da nur in eine fruchlose Totalopposition. Es wird also
darauf ankommen, zunächst die verbreiteten Mißstände zu beseitigen – Redemptionis Sacramentum www.vatican.va/…-sacramentum_ge.html
bietet eine hervorragende Anleitung dazu. Priester, Regenten von Seminare und Bischöfe werden sich befragen
lassen müssen, warum sie die Erfüllung dieser Instruktion verweigern – und Rom wird stärker als bisher
darauf dringen müssen, daß sie eingehalten wird. In weiteren Schritten wäre dann zu untersuchen, warum
der NO soviele Mißbräuche anzieht und warum so viele Verantwortliche nicht dagegen vorgehen. Dabei wird
sich herausstellen, daß jahrzehntelang gelehrte theologische Flausen (um kein härteres Wort zu verwenden)
die Wurzel der Übel darstellen. Wenn es gelingt, die zurückzudrängen, dann könnte auch der NO in einer
Weise würdig gefeiert werden, daß man ihn als eineForm der Liturgie hinnehmen kann. Wenn in einer Pfarrei
beide Formen des Ritus nebeneinander bestehen, ergibt sich eine völlig neue Ausgangslage.
Doriano vermutete: „Ich glaube, es war auf Introibo.net, wo ich eine Vergleich zwischen der alten und
neuen Übersetzung des Römischen Messkanons „ gesehen habe. Es war hier auf summorum-pontificum.de …ww.summorum-pontificum.de/…/canon_romanus.shtml,
und die neue Übersetzung (des gleichen Textes!) läuft stellenweise nachgerade auf eine Verfälschung
hinaus. Und dann noch was zu dem bemerkenswerten Statement Gotthards, der zu der freilich ebensowenig
erleuchteten Aussage, man müsse nicht jedem die Hand geben wollen, erwiderte: „„daran siehst du, wie
NOT-wendig der Friedensgruß ist.““ Das ist typisch für eine bestimmte Sorte modernistische Katholiken:
Sie können nicht genug von Freiheit, Selbstverantwortung, eigenes Gewissen usw. reden – zumindest solange
die anderen das tun was sie, die Modernos, für richtig halten. Wo aber verschiedene Individuen verschieden
geprägt sind, in verschiedenen Situationen stehen oder verschiedene Spiritualitäten pflegen, wird Diversität
bekämpft und das vermeintlich einizig „richtige“ Verhalten auf dem Verordnungswege erzwungen. Der Neue
Messordo ist in vielen Elementen auch eine Frucht des kollektivistischen Denkens, das in verschiedenen
Ausprägungen die erste Hälfte des vergangenen Jahrhunderts beherrschte. Nirgendwo geht es so dreist
klerikalistisch zu wie da, wo der „Antiklerikalismus“ der 50er und 60er Jahre gesiegt hat – siehe auch
den letzten Absatz der Erklärung des Wiener Ordinariats www.kreuz.net/article.8201.html zur Kritik an
der verunglückten Jugendmesse in Wolfsthal.
Bart Simpson schilderte seine persönliche Vorliebe: „Ich finde übrigens den Friedensgruß sehr schön
und gehe auch dabei ganz bewusst durch mehrere Bankreihen und nicht nur links und rechts mal eben Hände
schütteln.“ Die päpstliche Instruktion Redemptionsi Sacramentum schreibt dagegen: „72. Es ist angebracht,
«daß jeder in schlichter Weise nur seinen Nachbarn den Friedensgruß gibt». «Der Priester kann den
Friedensgruß den Dienern geben, bleibt aber immer innerhalb des Presbyteriums, um die Feier nicht zu
stören.“
Clarissa fragte „Warum sinken dann auch in jenen Kirchen die Gläubigenzahlen (z.B. den orthodoxen), die
kein VatII-Desaster hatten; und warum steigen weltweit die Katholikenzahlen, wenn doch die Konzilssekte
des Teufels ist?“ Letzteres ist unter Ihrem Niveau. Sie wissen genau, daß das numerische Wachstum der
Katholikenzahlen eine Funktion des Bevölkerungswachstums in der 3. Welt ist, in Ländern, bei denen Kenntnis
und Praxis der Religion viel, viel zu wünschen übrig lassen. Sie bleiben im Allgemeinen selbst hinter
dem weit zurück, was gerne als „vorkonziliar und ungenügend“ kritisiert wird. Es ist natürlich – da
muß man Ihnen zustimmen – unsinnig, den in Europa grassierenden Glaubensverfall monokausal zu erklären.
Es ist weder zu beweisen, daß die Liturgiereform oder irgendeine andere Einzelmaßnahme in der Kirche
den Verfall verursacht hat, noch daß sie ihn gestoppt habe. Allerdings, wenn aus den Statistiken überhaupt
etwas abzuleiten ist, dann die Feststellung, daß die Reformhektik, soviel Kraft und guten Willen sie
auch gekostet haben mag, nicht den geringsten Einfluß auf den Niedergang gehabt hat.
#38 Bernado 22:03:31 | Donnerstag, 20. November 2008
Benedikt schrieb: „Desweiteren hält das Konzil ganz eindeutig am Latein als Standard fest.“ Nicht nur
als Standard, sondern auch für den Gottesdienst selbst. Sacrosanctum Konzilium schreibt: 36. § 1. Der
Gebrauch der lateinischen Sprache soll in den lateinischen Riten erhalten bleiben, soweit nicht Sonderrecht
entgegensteht. § 2. Da bei der Messe, bei der Sakramentenspendung und in den anderen Bereichen der Liturgie
nicht selten der Gebrauch der Muttersprache für das Volk sehr nützlich sein kann, soll es gestattet
sein, ihr einen weiteren Raum zuzubilligen, vor allem in den Lesungen und Hinweisen und in einigen Orationen
und Gesängen gemäß den Regeln, die hierüber in den folgenden Kapiteln im einzelnen aufgestellt werden.
54. Der Muttersprache darf im Sinne von Art. 36 dieser Konstitution in den mit dem Volk gefeierten Messen
ein gebührender Raum zugeteilt werden, besonders in den Lesungen und im „Allgemeinen Gebet“ sowie je
nach den örtlichen Verhältnissen in den Teilen, die dem Volk zukommen. Es soll jedoch Vorsorge getroffen
werden, daß die Christgläubigen die ihnen zukommenden Teile des Meß-Ordinariums auch lateinisch miteinander
sprechen oder singen können. Ende Zitat SC. Die glühenden Anhänger der „nachkonziliaren Kirche“ erkennt
man daran, daß sie keine Ahnung davon habe, was auf dem Konzil diskutiert und beschlossen wurde. Sie
sind sich selbst Konzil genug.
#221 Bernado 12:45:31 | Mittwoch, 19. November 2008
confiteor bekannte „Für meine Begriffe reicht die Stola aus, priesterliche Würde zum Ausdruck zu bringen.
Wenn sie entsprechend breit geschnitten ist, kann sie doch glatt das Obergewand ersetzen. Ich habe kein
Problem damit…“ Man kann es nicht oft genug sagen: Ihre Begriffe und Nicht-Probleme sind in dieser Sache
völlig irrelevant. Die hl. Kirche hat dazu eindeutige und verbindliche Vorgaben gemacht. Wer dazu gehören
will, hält sich daran – wer sich nicht daran hält, setzt seine Zugehörigkeit (in verschiedenem Grade)
aufs Spiel. @clarissa Falls Sie mit „Bernardus“ „Bernado“ meinten – von „selbstgebatikt“ war da nirgendwo
die Rede. Die Entwürfe sind natürlich von Spezialisten für die Umgehung liturgischer Vorgaben angefertigt
und für wahrscheinlich viel Geld in einem entsprechenden Betrieb angefertigt worden. Der Grad der participatio
actuosa S. E. Schönborn an diesen Mißbräuchen ist von außen schwer zu erkennen. Er hat vor ein paar
Jahren ein paar akademisch hoch dekorierte, aber in Sachen christlichem Glauben ziemlich unterbelichtete
Leute für die Jugendseelsorge eingesetzt – das ist die Sorte, die so in den Gottesdienst in der Muttersprache
vernarrt ist, daß sie das Latein jetzt überall durch das Englische ersetzt haben. Diese Truppe kann/will
er auch im Angesicht ihres Scheiterns nicht desavouieren. Und die nutzen das schamlos aus, indem sie ihn
immer wieder in solche mehr als zweifelhaften Veranstaltung einbeziehen – und nachher prahlen: Der Kardinal
ist voll auf unsrer Seite.
#201 Bernado 00:34:04 | Mittwoch, 19. November 2008
B. Stromberg schrieb „Eine Albe mit Stola ist natürlich nicht ausreichend, zumindest nicht für einen
Hauptzelebranten.“ Ja. Auch das ist in der GIRM (290) festgelegt und in Redemptionis Sacrementum bekräftigt:
123. «Zur Messe und zu anderen heiligen Handlungen, die unmittelbar mit der Messe verbunden sind, ist
das Meßgewand (Kasel), das über Albe und Stola zu tragen ist, das dem zelebrierenden Priester eigene
Gewand, sofern nichts anderes vorgesehen ist». Der Priester, der das Meßgewand den Rubriken entsprechend
anzieht, soll es auch nicht unterlassen, die Stola zu tragen. Alle Ordinarien haben darauf zu achten,
daß jede gegenteilige Gewohnheit beseitigt wird.“ Für den konkreten Fall interessant sind dann noch
die Vorgaben in GIRM 308 über die Farbe der Gewänder. Die seinerzeit dem Papst aufgenötigten und nun
vom Kardinal getragenen weiß-gelb-blauen Batik-Tücher entsprechen dem in keiner Weise. Natürlich kann
man sich auf den Standpunkt stellen, daß alle diese Vorschriften falsch, irrelevant und nicht zu befolgen
wären. Dann hat man sich aber eine eigene Ritus-Gemeinschaft außerhalb der Kirche gebastelt und sollte
sich bei Gesprächen über katholische Fragen entsprechend zurückhalten. Problematisch wird es halt,
wenn ein Bischof und Kardinal, der über die Einhaltung der Vorschriften zu wachen hätte, sich von seinem
zeitgeist-trunkenen Hilfspersonal dazu verleiten läßt, selbst ebenfalls die Vorgaben mißachten.
#190 Bernado 23:12:10 | Dienstag, 18. November 2008
clarissa schrieb: „nicht ich schrieb etwas vom Empfinden in einem Kulturkreis, sondern der seinerzeit
amtierende Pontifex (Paul VI.) tat dies in der Allgemeinen Einleitung zum Römischen Meßbuch.“ Dies ist
inzwischen modifiziert bzw. teilweise überholt durch Redemptionis Sacramentum: 117. Die sakralen Gefäße,
die zur Aufnahme des Leibes und Blutes des Herrn bestimmt sind, müssen streng gemäß der Norm der Tradition
und der liturgischen Bücher hergestellt werden. Den Bischofskonferenzen ist die Befugnis gegeben, darüber
zu entscheiden, ob es angebracht ist, daß die sakralen Gefäße auch aus anderen festen Materialien angefertigt
werden. Diese Entscheidung bedarf der Rekognoszierung durch den Apostolischen Stuhl. Es wird jedoch streng
erfordert, daß diese Materialien gemäß dem allgemeinen Empfinden des jeweiligen Gebietes wirklich edel
sind, so daß durch ihre Verwendung dem Herrn Ehre erwiesen und gegenüber den Gläubigen jede Gefahr
vermieden wird, die Lehre über die wirkliche Gegenwart Christi in den eucharistischen Gestalten abzuschwächen.
Daher ist jedweder Brauch zu verwerfen, zur Meßfeier gewöhnliche Gefäße, Gefäße mit schlechter Qualität,
Gefäße ohne jeden künstlerischen Wert, einfache Körbe oder andere Gefäße aus Glas, Ton, Lehm oder
anderen leicht zerbrechlichen Materialien zu verwenden. Dies gilt auch für Metalle und andere Materialien,
die leicht unbrauchbar werden. Allgemeines Empfinden in Mitteleuropa: Porzellan Edel – Steingut unedel.
Aber Zerbrechliches ist ohnehin unzulässig.
#73 Bernado 17:01:50 | Dienstag, 18. November 2008
Auszüge aus „Redemptionis Sacramentum“, approbiert von JP II, März 2004 7. Die Mißbräuche haben ihre
Wurzel nicht selten in einem falschen Begriff von Freiheit. Gott hat uns in Christus aber nicht jene illusorische
Freiheit gewährt, in der wir machen, was wir wollen, sondern die Freiheit, in der wir tun können, was
würdig und recht ist. Dies gilt (.) auch für die Gesetze, die von der Kirche promulgiert worden sind.
24. Das christliche Volk hat seinerseits das Recht, daß der Diözesanbischof darauf achtet, daß sich
kein Mißbrauch in die kirchliche Ordnung einschleicht (.) 48. Das Brot, das für die Feier des hochheiligen
eucharistischen Opfers verwendet wird, muß ungesäuert, aus reinem Weizenmehl bereitet und noch frisch
sein, so daß keine Gefahr der Verderbnis besteht 69. Bei der heiligen Messe sowie bei anderen Feiern
der heiligen Liturgie darf kein Glaubensbekenntnis zugelassen werden, das nicht in den rechtmäßig approbierten
liturgischen Büchern enthalten ist. 117. Die sakralen Gefäße, die zur Aufnahme des Leibes und Blutes
des Herrn bestimmt sind, müssen streng gemäß der Norm der Tradition und der liturgischen Bücher hergestellt
werden (.) Es wird jedoch streng erfordert, daß diese Materialien gemäß dem allgemeinen Empfinden des
jeweiligen Gebietes wirklich edel sind (.) Daher ist jedweder Brauch zu verwerfen, zur Meßfeier gewöhnliche
Gefäße (.) einfache Körbe oder andere Gefäße aus Glas, Ton, Lehm oder anderen leicht zerbrechlichen
Materialien zu verwenden. Der ganze Text hier www.vatican.va/…-sacramentum_ge.html.
#100 Bernado 09:58:11 | Donnerstag, 6. November 2008
Gotthard meinte: „wie gut, dass wir in der Gesellschaft und in der Kirche keine Stände mehr haben.“ Sie
irren, mein Gutester, wie üblich. Der Klerus ist nach wie vor ein geistlicher Stand, der sich vom Stand
der Laien durch eine besondere Rechtsstellung (dazu gehört auch die vom kanonischen Recht vorgeschriebene
gesitliche Kleidung) wesentlich unterscheidet. Er ist nicht besser als der Laienstand und auch nicht schlechter –
aber anders. Im Falle der Priester herausgehoben sogar durch ein unauslöchliches Merkmal, das selbst
über den Tod hinaus erhalten bleibt.
clarissa meinte: „Bis zum Tridentinum war die Kleidung der Säkularkleriker m.W. nicht näher geregelt –
anders als die der Ordensleute, die ihren Habit trugen.“ Das mag sein. Vergessen Sie aber bitte nicht,
daß während des gesamten Mittelalters die Kleidung der Stände durch die weltliche Herrschaft streng
reglementiert war. D. h. außer zu den Gelegenheiten, bei denen ein armer Dorfpfarrer zur Bestellung seines
Ackers die gleichen Lumpen trug wie seine bäuerlichen Nachbarn, war es den Geistlichen nicht erlaubt,
andere als die geistliche Standeskleidung zu tragen. Als die dahingehenden weltlichen Vorschriften allmählich
ihre Kraft verloren, setzte dann die kirchliche Gesetzgebung ein.
Bei HBR hackte es: „Jetzt wollen also die „Altgläubigen“ einem Priester vorschreiben, wie er sich zu
kleiden hat.“ Nein, mein Allerwertester, nicht die „Altgläubigen“, nicht die Petrusse und auch nicht
die Piusse, sondern das kanonische Recht. Im Canon 284 des Codex Iuris Canonici heißt es: „Die Kleriker
haben gemäß den von der Bischofskonferenz erlassenen Normen und den rechtmäßigen örtlichen Gewohnheiten
eine geziemende kirchliche Kleidung zu tragen.“ Die Partikularnorm Nr. 5 der Deutschen Bischofskonferenz
zu Canon 284 CIC legt zur Kleidung des Geistlichen folgendes fest: „Der Geistliche muss in der Öffentlichkeit
durch seine Kleidung eindeutig als solcher erkennbar sein. Von dieser Bestimmung sind die Ständigen Diakone
mit Zivilberuf ausgenommen. Als kirchliche Kleidung gelten Oratorianerkragen oder römisches Kollar, in
begründeten Ausnahmefällen dunkler Anzug mit Kreuz.“ Aber die Neu-Ungläubigen haben davon natürlich
keine Ahnung.
Fabianus fragte: Weiß jemand zufällig, was die sechs Kerzen auf dem Altar bedeuten? Nach der überlieferten
Ordnung müssen auf dem Altar bzw. auf einer besonderen Leuchterbank oder auch auf Leuchtern unmittelbar
am Altar bei jeder Messfeier mindestens zwei Kerzen, an mittleren Festen 4, an Hochfesten 6. Daher hat
es sich eingebürgert, auf dem Altar katholischer Kirchen 6 Leuchter aufzustellen – deren Kerzen aber
nicht immer alle entzündet werden. Die Zahl der Kerzen ist also in erster Linie ein Ausdruck des Ranges
des jeweiligen Festes. Das schließt aber symbolische und metaphorische Deutungen verschiedener Art nicht
aus, die ebenfalls wieder ihren Sinn und ihre Berechtigung haben.
HBR täuschte sich und andere: „Das war nie das Bestreben des Motu Proprio. Es soll lediglich die alte
Messe für jene Nostalgiker freigeben, die unbedingt die vorkonziliare Messe feiern wollen. Ebenso kann
es als eine goldene Brücke in Richtung der Sekte von Fellay bezeichnet werden.“ Der für die Angelegenheiten
der alten Messe zuständige Kardinal Castrillon dagegen erklärte: „Lassen sie mich das ganz klar sagen:
Der Heilige Vater will, daß die überlieferte Form der Messe regulärer Bestandteil des liturgischen
Lebens der Kirche wird, damit alle Gläubigen – die jungen wie die alten – sich mit den alten Riten vertraut
machen und von ihrer spürbaren Schönheit und Transzendenz profitieren können. Der Heilige Vater will
das sowohl aus pastoralen als auch aus theologischen Gründen.“ Quelle: summorum-pontificum.de …ww.summorum-pontificum.de/…/ecclesiadei_2.shtml
Justus schrieb: „Wenn Einzelindulte bedarfsgerecht erteilt worden wären (weit und großzügig, wie es
ED forderte), hätte es SP in der Tat überhaupt nicht bedurft.“ Auf einer individualpsychologischen Ebene
kann man so argumentieren; nicht jedoch, wenn es um die Kirche und die Liturgieentwicklung insgesamt geht.
Der Geburtsfehler der Liturgiereform von 1970 war, daß sie (nicht ohne Absicht) den Eindruck vermittelte,
als könne Liturgie gemacht, beschlossen, abgeschafft usw. werden – das war äußerst verhängnisvoll.
Wie die Kardinalskommission schon 1986 erkannte, ist diese Art von Eingriffen in das liturgische Leben
der Kirche weder statthaft noch möglich. Und so war der Papst jetzt genötigt „ein für alle mal zu entscheiden“
(Kardinal Castrillon) daß der lat. Ritus aus zwei Formen besteht, und daß neuere Formen zwar aus älteren
hervorgehen, diese jedoch nicht abschaffen oder gänzlich ersetzen können. Daß dieses seit 1970 immer
wieder versucht wurde, ist kennzeichnend für den Geist des „totalitären Jahrhunderts“, in dem selbst
die Kirche das alte katholische Prinzip des „et – et“ vergaß und sich im Strome vermeintlicher Modernität
zu autoritären Maßnahmen verstieg, wie selbst das monarchiche Mittelalter sie nicht kannte. Und die
Folgen: „Wer sich heute dem Zeitgeist vermählt, kann morgen schon Witwer sein“ – Kierkegaard.
Krak fragte: „Wann endlich ordnet der Hl. Vater die korrekte Übersetzung der Wandlungsworte an????“ Die
entsprechende Anordnung www.kath-info.de/korrektur.html ist im Oktober 2006 durch den zuständigen Kardnal
Arinze als Präfekt der Gottesdienstkongregation ergangen. Den Bischöfen wurde darin eine zweijährige
Frist zur Katechese der Gläubigen und zur Korrektur der Messbücher gegeben. Diese Frist läft spätestens
mit dem Ende dieses Jahres aus. Bischöfe, die bis dahin die korrekte Übersetzung nicht in die Messbücher
ihres Verantwortungsbereichs aufgenommen haben, stehen dann in einem wichtigen Punkt nicht mehr in Gemeinschaft
mit dem heiligen Stuhl. Ob und welche Folgen das haben wird, steht auf einem anderen Blatt. Man kann aber
annehmen, daß geweihte Theologieprofesoren, die sich in dieser und anderen wichtigen Fragen gegen die
Anordnungen des Papstes gestellt haben, wenig Aussichten haben, einmal Bischof zu werden.
Clarissa fragte „Handelt es sich dabei um ein Gerücht, oder liegt für diese Mitteilung bereits eine
offizielle kirchliche Bestätigung vor?“ Natürlich gibt es keine offizielle Mitteilung. Selbst wenn es
eine solche Bitte gegeben hätte, ist es unwahrscheinlich, daß sie der Grund für die Ermahnung war:
Nicht nur die Evangelisten und die Kirchenväter scheuen sich, den unaussprechlichen Namen Gottes zu verwenden,
auch die Liturgie der lateinischen Kirche hat ihn nie ausgesprochen. M. W. gilt das auch für die Editio
Typica des Novus Ordo. Wie es in den Nationalsprachen aussieht, weiß ich nicht. In Deutschland ist der
voll ausgeschriebene/gesprochene Gottesname durch protestantische Gepflogenheiten in den Psalmenübersetzungen
und Kirchenliedern (größtenteils erst sehr spät über die ökumenische Gestaltung der Gesangbücher)
an einigen wenigen Stellen auch in den katholischen Gottesdienst eingedrungen. Das soll jetzt beseitigt
werden. Die Maßnahme stellt also eine Rückkehr zur ursprünglichen und nie offiziell in Frage gestellten
Tradition der Kirche dar – die sich in diesem Punkt nicht von der jüdischen Tradition unterscheidet.
Der Verzehr von Schweinefleisch bleibt rechtgläubigen Katholiken jedoch weiter unbenommen, und die Sache
mit dem Messer am 8. Tage hat bereits der hl. Paulus abschließend geklärt. Was Sie bestimmt interessiert:
Die Clarissen von Imperia haben die Profess von in diesem Jahr 7 Novizinnen im Rahmen eines sehr schönen
Pontifikalamtes im alten Ritus www.rinascimentosacro.com/…al-trono-per-le.html durchgeführt.
clarissa zitiert CIC „§ 1 spricht von einer Beauftragung männlicher Laien zum Lektoren- und Akolythendienst
auf Dauer. § 2 von einer befristeten Beauftragung von (auch weiblichen) Laien zum Lektorendienst. „ Da
das Kirchenrecht hier diesen zwar kleinen, aber dennoch bedeutungsvollen Unterschied macht, und diese
Regelung in der Praxis auch angewandt werden kann und angewandt wird, hätte die vorgeschlagene Neuregelung
tatsächlich keinen anderen Inhalt als zu signalisieren: Ab jetzt steht ein liturgischer Dienst, der früher
sogar eine Vorstufe der Priesterweihe erforderte, auch Frauen offen. Frauen-Institution als Vorstufe der
Frauen-Ordination. Auf Summorum-Pontificum.de …ww.summorum-pontificum.de/…dreierlei.shtmlgibts dazu
schon eine ausführlichere Kommentierung.
@Bernd-Jupp Sie jammerten:„Anscheinend hat der „ehrenwerte“ Herr Martino noch nicht begriffen, was das
II. Vat. Konzil mit der „Kollegialität der Bischöfe“ gelehrt hat.“ Nach der Lehre des 2. Vatikanum (Lumen
Gentium 22 www.stjosef.at/konzil/LG.htm) erwächst die Kollegialität der Bischöfe aus Ihrer Gemeinschaft
mit dem Papst – nicht aus irgendwelchen demokratischen oder gruppendynamischen Mechanismen. Kollegialität
ist nur in Übereinstimmung mit dem Papst möglich – und da haben weder Paul VI.(Humanae Vitae) noch JPII
(Evangelium Vitae) den Zweifel an der bedingungslosen Ablehnung der Abtreibung gelassen. Wo Bischöfe
diese klare Haltung vermeiden und nur vielfältig deutbare Sprechblasen absondern, rücken sie in dem
Maß, in dem sie sich vom Papst entfernen, auch von der Kollegialität ab – unabhängig davon, wie viele
es in einem beliebigen Gremium sind. Sie verwechseln hier das katholische Prinzip der Kollegialität mit
staatsbürgerlichen Ideen der Demokratie, die eine Bindung an Mehrheitsbeschlüsse vorsieht. Mit dem 2.
Vatikanum kann man das nicht begründen. Wenn das versucht wird, ist das ein Musterbeispiel dafür, wie
die Lehre dieses Konzils entstellt wird, um das Abrücken vom beständigen Glauben der Kirche zu rechtfertigen.
Selbst da, wo das Konzil gerade das Gegenteil festgeschrieben hat.
#249 Bernado 11:46:59 | Mittwoch, 22. Oktober 2008
clarissa schrieb „„es hat also einen Bruch gegeben? – Aber, wo denn? Waren „früher“ keine tragbaren Altäre
erlaubt? War es „früher“ verboten, an angemessenen Orten (außerhalb eines Oratoriums oder einer Kirche)
die Hl. Messe zu zelebrieren? Welche Mindestbedingungen bestanden „früher“ für die erlaubte Zelebration
außerhalb eines locus sacer? Stellen Sie sich nicht dümmer, als sie sind. Genau darin besteht der Bruch:
Daß man all das, was früher den Alltag und die Erfahrungswelt der Menschen bestimmte, verwirft und durch
neue Formen ersetzt – wo solche Formen früher als seltene Ausnahme auch schon erlaubt waren, beruft man
sich darauf, wo nicht, macht man es dennoch oder ertrotzt sich neue Ausnahmegenehmigungen (Messdienerinnen,
Handkommunion), die dann alsbald zur neuen Norm hochstilisiert werden. Nichts ist komischer als ein Generalsekretär
des ZK der deutschen Katholiken, der allen Ernstes behauptet, es gebe keinen Bruch in der Liturgie, denn
jeder Katholik könne „weltweit jeden Sonntag, ja jeden Tag, an einer lateinischen Messe gemäß der durch
die Liturgiereform erneuerten Liturgie teilnehmen“. Das macht mir den armen Joberens so sympathisch: Er
gibt (von seiner dämlichen Signatur abgesehen) offen zu, daß seine Meinungen im Widerspruch zur katholischen
Lehre und Tradition stehen, und greift nicht, wie etwa der Landorganist, zu jedem Strohhalm, um sich und
anderen vorzumachen, er habe nicht den Bruch gewählt. Und Sie, lieber Clarissus aka – ach, reden wir
von was anderem.
#244 Bernado 11:02:00 | Mittwoch, 22. Oktober 2008
defensor schrieb: „Dieses „Sekundärproblem“ (der Altarstufen) habe ich schon … angesprochen. Im übrigen
handelt es sich nicht um eine Lappalie, sondern paßt ins Bild.“ Da mit kommen wir dem Geheimnis, warum
dieser Thread jetzt schon über 260 Zuschriften versammelt, ein gutes Stück näher. Es geht nicht um
Archäologisches oder Philologisches, es geht um ein Gesamtbild. Das Gesamt der Kapelle im Priesterseminar
zeichnet das Bild einer Kirche, die sich entschlossen von ihrer Tradition abwendet und alles neu macht:
Neue Raumaufteilung, neue Anordnung des für die Litugie benötigten Mobiliars, neue Gestaltung derselben
aus neuen und bisher für liturgische Zwecke eher als ungeeignet angesehenen Materialien, neue Ästhetik,
neue Verhaltensweisen – Knien ist nicht mehr vorgesehen. All das ist an anderen Orten auch zu beobachten,
ergänzt wird das Gesamtbild dann auch noch durch liturgisches Gerät aus Keramik, liturgische Gewandung
in noch nie dagewesener Gestaltung usw. usf. Gebaute und verdinglichte Hermeneutik des Bruches: Früher
war alles falsch – jetzt machen wir es richtig. Diese Aussage wird von fast allen Menschen instinktiv
richtig erfasst, und daraufhin scheiden sich die Geister. Die einen stimmen zu und freuen sich, daß ihr
Bruch mit traditioneller Lehre und dem Lehramt auch ästhetisch ausgedrückt und untermauert wird. Andere
retten sich in nicht immer geschmacksichere Formenwelten vergangener (aber lehrtreuerer) Zeiten. Es geht
um den Bruch, den die einen wollen und die anderen nicht.
#237 Bernado 00:42:30 | Mittwoch, 22. Oktober 2008
@clarissa Sie Schrieben daß: „der römische Meßkanon einmal ernstgenommen wird, der die feiernde Gemeinde
expressis verbis als „die Umstehenden“ bezeichnet“ Vermutlich wissen Sie genau, daß dieses Herumreiten
auf der angeblichen Grundbedeutung von Wörtern leicht in Unfug ausarten kann. „circumstare“ hat ursprünglich
viele Bedeutungen – so ungefähr von „umzingeln“ bis „irgendwie herumstehen“ – keine der alten Bedeutungen
passst in die Liturgie. In der späteren Sprache ist die Bedeutung dann in Richtung „anwesend sein“ verblaßt –
und mehr sagt das „circumstantes“ im unter spätlateinischem Einfluss verfassten römischen Kanon auch
nicht aus: Es bezeichnet die „Anwesenden“ und sagt nichts über Ort, Art und Weise ihrer Anwesenheit.
Justus schrieb: „Richtig. Und darum ist es so besonders, wenn der Mensch auf die Knie fällt.“ Ja. Was
viele mittelalterliche Künstler noch wußten: Der Teufel hat keine Kniegelenke – er hat sich zum aufrechten
Gang vor seinem Schöpfer vrdammt.
Puristisches Hufeisen Als Erfindung des zweifellos verdienstreichen Baudirektors Krämer würde ich dieses
Konzept nicht verstehen wollen – eher als eine einfallslose Übernahme von Ideen des berüchtigten amerikanischen
Kirchendemolierers Richard Vosko www.rvosko.com/. Seinem unsegensreichen Wirken an zahlreichen Kirchen
ist es zu verdanken, daß man in den USA statt von „renovation“ einer Kirche jetzt immer öfter von „wreckovation“
spricht, oder auch von „voskoization. Es bedeutet in jedem Fall das Gleiche: Die Barbaren waren da. Eine
(nicht die einzige) Alternative zu diesem Unfug bieten die Bauten des ebenfalls in USA tätigen Architekten
Duncan Stroik www.stroik.com/, der die kürzlich geweihte Kirche Unserer Lieben Frau von Guadaloupe bei
LaCrosse entworfen hat. Einen interessanten Hinweis darauf, daß die Zeit der modernistischen Monokultur
in der Architektur auch hierzulande zu Ende gehen könnte, brachte kürzlich summorum-pontificum.de in
einem Artikel zu neuen Tendenzen …ww.summorum-pontificum.de/…ng/demolierung.shtml im Umgang mit Tradition
in der Architektur. Die dort angesprochene Karlsruher Stephanskirche steht allerdings ebenfalls noch vor
der „Voskoisierung“. Ein ganz anderer Gedanke zum Schluß: Welcher Geist weht wohl in diesem Priesterseminar –
und wieviele junge Männer wird dieser Geist wohl dazu bewegen können, ihr Leben in seinem Zeichen aufzuopfern?
Manche Dinge muß man wohl einfach aussterben lassen.
Umfrage zur Alten Messe Die Originalfassung der Ergebnisse dieser Umfrage einschließlich einer ausführlichen
Komentierung durch PaixLiturgique findet man in deutscher Sprache auf Summorum-pontificum …ww.summorum-pontificum.de/…ce_statistique.shtml.
#19 Bernado 12:03:15 | Donnerstag, 18. September 2008
bertcd versicherte, er sei „zuhause im Neuen Ritus – der schließlich, wie an einigen Orten bewiesen,
auch sehr ehrfurchtsvoll begangen werden kann“. „An einigen Orten“; „kann“ – ist es wirklich so schlimm?
Dann sollte man den Ritus Modernus vielleicht doch abschaffen.
#48 Bernado 11:45:04 | Freitag, 12. September 2008
@clarissa Sie schrieben: „Dabei wurde (z.B. in der Ausgabe Mainz 1742) dem Hauptteil des Miss. Rom. der
(separat approbierte) Faszikel mit den ritus proprios Ecclesiae et Archi-Dioecesis Moguntinae beigebunden.“
Das ist so nicht ganz richtig: Jede Diözese hatte (und hat) ihre Diözesan-Proprien, und diese wurden
jedem Missale Roman beigebunden, nicht nur in Mainz. Der Hauptunterschied des Mainzer-Missale zum „gewöhnlichen“
römischen bestand in der Tat in den gesungen Teilen des Ordinariums: Das waren nicht nur eigene Melodien,
sondern sie waren auch in einer von der üblichen Quadratnotenschrift abweichenden Schreibweise, den sog.
„Hofnagelnoten“ notiert. M.W. ist die Ausgabe von 1742 die lezte, in der diese Notation benutzt wurde.
Da die Mainzer Singweise ab Mitte des 18. Jh. (mit Ausnahme von Kiedrich) schnell außer Gebrauch kam,
findet man heute oft Exemplare dieses Missales, in denen z.B. die Seiten mit den Präfationen herausgetrennt
und durch Seiten aus neueren Messbüchern mit den allgemein üblichen Melodien in Quadratnotenschrift
ersetzt wurden.
Gotthard giftete: „Der Pius-Verein simuliert Kirche – und verführt viele einfache Seelen.“ Das ist aber
kein besonders gelungener Taschenspielertrick. Am 5. 9., 17:35 hatten Sie behauptet: „Herr Fellay simuliert
die Feier der Eucharistie“. Damit hatten Sie einen klaren Tatbestand angesprochen: Das so tun als ob durch
eine nicht gültig geweihte Person – also die sogenannten „Womanpriests“ oder die in vielen deutschen
und österreichischen Gemeinden in unangebrachter Weise am Altar tätigen Gemeindereferenten und Gemeindereferentinnen.
Da die Priester und Bischöfe der Piusbruderschaft sämtlich gültig geweiht sind, wenn auch im Ungehorsam
gegenüber dem Papst verharren, sind sie gar nicht imstande, „die Eucharistie zu simulieren“. Jede ihrer
Messfeiern ist gültig und tatsächlich. Nun versuchen Sie, Ihre Unwahrheit damit zuzudecken, daß Sie
mit ähnlich klingenden Worten etwas ganz anderes behaupten: Die Piusbruderschaft „simuliere“ Kirche.
Da mag sogar etwas dran sein. Aber erstens ist damit kein klar beschriebener Rechtstatbestand angesprochen,
und zweitens wäre das, sollte es den zutreffend sein etwas ganz anderes als eine „Simulation der Eucharistie“.
Lieber Joberens, Sie haben wieder Ihre Signatur vergessen, die ich hiermit gerne nachreiche: „Ich glaube
jedenfalls nicht daran, daß es einen Gott in Drei Personen gibt,“ joberens am 1. September, 10:59,
@Sirilo Sie schrieben @joberens: „Wenn Sie vorgeburtliche Kindstötungen befürworten, dürfte es sich
bei Ihnen wohl kaum um einen „denkenden Katholiken“ handeln.“. Neuheide Joberens hat bloß wieder seine
Signatur vergessen, die ich hiermit gerne nachreiche: „„Ich glaube jedenfalls nicht daran, daß es einen
Gott in Drei Personen gibt,“ joberens am 1. September, 10:59, “
#13 Bernado 11:28:29 | Donnerstag, 4. September 2008
@joberens Sie sind ja schon wieder da. Nehmen Sie gefälligst Ihr „Ich glaube jedenfalls nicht daran,
daß es einen Gott in Drei Personen gibt,“ vom 1. September, 10:59, in die Signatur, damit jeder weiß,
was Sie sich so einfach denken.
Einfaches Denken Auf Blindgänger wie den Landorganisten oder Joberens einzugehen ist nicht sinnvoll.
Aber diese Selbstauskunft von jb verdient doch festgehalten zu werden: „Ich glaube jedenfalls nicht daran,
daß es einen Gott in Drei Personen gibt, wie es lange vertreten worden ist. Das ist sicherlich auch heute
keinem wirklich selbst denkenden Katholiken mehr glaubhaft zu vermitteln. Gott dürfte überhaupt keine
Person in unserem Sinne sein, weder weiblich noch männlich. Was und wie er ist, dürfte bei uns Menschen
immer nur zu Spekulationen animieren.“ Damit hat der einfach denkende jb sich nicht nur von seinem Anspruch
als Katholik verabschiedet, sondern ist auch aus dem Christentum ausgetreten, das auf dem lebendigen Wort
Gottes Jesus Christus beruht. Ob nun hin zum Islam oder nicht doch eher zum Buddhismus, ist ziemlich gleichgültig.
Ein erschütterndes Ergebnis von 40 Jahren Theologie und Glaubens“vermittlung“ im Zeichen der „Verheutlichung“
der Religion. Ende der Durchsage.
Jemand behauptete: „Meßtraubensaft darf also, approbiert durch den Papst, als Meßwein verwendet werden.“
Das ist nicht richtig. Was mit Sondergenehmigung verwendet werden darf, ist sog. „mustum“ (Most) – ein
Traubensaft, bei dem die Gärung unmittelbar nach dem Einsetzen abgebrochen worden ist und der deshalb
nur über einen sehr geringen Alkoholgehalt verfügt. Völlig alkoholfreier Traubensaft ist nicht zugelassen,
wo er doch verwandt wird, ist das ein schwerwiegender Missbrauch wegen verwendung ungeeigneter Materie.
Das 2. Hochgebet ist nicht der Kanon Hippolyts Der unter dem Namen Hippolyts überlieferte Text wurde
stark redigiert und um mehr als die Hälfte seines Umfangs gekürzt. Gestrichen wurde u.a. die ganze Einleitung:
„Wir sagen Dir Dank, Gott, durch Deinen geliebten Sohn Jesus Christus, den Du uns in diesen letzten Zeiten
als Erlöser, Retter und Boten Deines Willens gesanst hast. Er ist Dein von Dir untrennbares Wort; durch
Ihn hast Du alles zu Deinem Wohlgefallen geschaffen, ihn hast Du vom Himel gesandt in den Schoß einer
Jungfrau. Im Leibe getragen wurde er Mensch und erzeigte sich als Dein Sohn, geboren aus dem Heiligen
Geist und der Jungfrau.“ Hoch interessant sind auch die Streichungen im teilweise übernommenen Teil:
„Der deinen Willen erfüllen und Dir ein heiliges Volk erwerben wollte, hat in seinem Leiden die Hände
ausgebreitet, um die vom Leiden zu befreien, die an Dich geglaubt haben. Als er sich freiwillig dem Leiden
auslieferte, um den Tod aufzuheben, die Fesseln des Teufels zu zerreißen, die Unterwelt niederzutreten,
die Gerechten zu erleuchten, eine Grenze zu ziehen und die Auferstehung kundzutun, nahm er Brot, sagte
Dank…“ Ob dieser Text jemals im Gottesdienst als Präfation benutzt wurde, ist unbekannt – die Traditio
apostolica muß nicht Bestandteile eines Missale enthalten. @Clarissa: Ihre Weigerung, den gegenüber
dem bereits mißverständlichen Latein noch einmal verwässerten deutschen Text interpretieren zu lassen,
ist angesichts der didaktischen Hochschätzung der Volkssprache im NO unverständlich.
FioreGraz behauptete: „Blödsinn die Kirchenbesuchszaheln in Deutschland genauso vorher „kraß“ (bzw.
in Zahlen 1948 55%, 1952 50%, 1960 45%, …) die Entwicklung geschieht Exponentiell zumindest eine Zeitlang.
Denn komischerweise als das Vat II sich durchsetzen anfängt flacht die Kurve ab???? So war der Abfall
der Kirchenbesucher zwischen 46-72 fast 30% und zwischen 72 und 2004 „nur“ 10%“ Aus welchem Finger haben
Sie sich denn diese Zahlen gesogen? Nach Auskunft der deutschen Bischofskonferenz www.dbk.de/…mme/kath-gott-06.pdf
blieb die absolute Zahl der Gottesdienstteilnehmer in den Jahren 1950 bis 1965 nahezu konstant, um dann
bei im großen Ganzen leicht abnehmender Katholikenzahl deutlich abzunehmen – von ca 12 Mio in 1965 auf
3,5 Mio in 2006. Damit ist zwar noch nicht bewiesen, daß das Konzil ursächlich für den Rückgang gewesen
wäre – zur Rede von einem „neuen Frühling“ besteht aber keinerlei Grund. Das gilt auch für Außereuropa,
wo der Anstieg der Katholikenzahlen meistens nur eine Funktion des allgemeinen Bevölkerungswachstums
darstellt. Darüber wird dann gene übersehen, daß z.B. in Südamerika evangelikale Sekten und in Afrika
der Islam stärker wachsen als das Christentum, dessen relativer Anteil an den Gesamtbevölkerungen fast
überall zurückgeht.
clarissa schrieb „Ein Baldachin über dem (umschreitbaren) Altar gehört zu den Privilegien der Basiliken.“
Ich wüßte nicht, daß es eine solche Regelung gibt. In Rom haben viele zwar altehrwürdige, aber doch
weit von der Basiliken-Ehre entfernte Kirchen wie z.B. San Nicola in Carcere einen Baldachin. In den USA
und England haben die meisten Kirchen, die groß genug dafür sind, ebenfalls einen Baldachin über dem
Altar.
Kunst wider den Zeitgeist Neu geplant, gebaut und gerade eingeweiht: Kirche unserer Lieben Frau von Guadaloupe
in LaCrosse, wisconsin. Hier ein Kurzbericht …ww.summorum-pontificum.de/index.shtml zur Einweihungsfeier,
dort viele Bilder www.lacrossetribune.com/…red-content/gallery/?galleryid=11&g…. Sicher so nicht überall
angebracht – aber als Kontrapunkt zu der Nachäfferei der Zeitgeist-Blähungen sehr willkommen.
messdiener schrieb „Tja, wer für sich das Recht auf Religionsfreiheit beansprucht, der muss still sein,
denn immerhin nutzt er auch Grundrechte der EU-Charta.“ Die Grundrechte der Bürger der Mitgliedstaaten
der EU sind nicht in irgendwelchen EU-Dokumenten, sondern in ihren Nationalen Verfassungen begründet.
Es ist durchaus vorstellbar – das Bundesverfassungsgericht hat das schon mehrfach angedeutet – daß Regelungen
auf EU-Ebene, die nicht mit den nationalen Verfassungen vereinbart sind, demnächst in Karlsruhe überprüft
ung ggf für Deutschland auch gekippt werden. Die EU ist kein souveränes Subjekt und besitzt keine eigene
Staatlichkeit.
mehr Informationen zur Namensänderung der Redemptosristen von Papa Stronsay und zur Situation des in
der Tat aussterbenden Redemptoristenordens vermitteln die Links auf Summorum Pontificum …ww.summorum-pontificum.de/.
In Deutschland ist die Situation des Ordens so verzweifelt, daß sie – nachdem sie aus Nachwuchs- und
Personalmangel ihre Hochschule in Geistingen schließen mußten – noch nicht einmal in der Lage waren,
die bedeutende Bibliothek zu behalten oder auch nur sachgerecht aufzulösen. Die Bücher (viele über
400 Jahre alt) wurden bei Ebay verschleudert www.ub.uni-dortmund.de/…netbib/msg30325.html.
Benedikt schrieb „Alles ziemliche Spekulation, oder?“ Nun, die Pastoral Provision www.pastoralprovision.org/
ist keine Spekulation. Das ist eine von Papst Johannes Paul II. getroffene Regelung, die Geistlichen und
Gemeinden der Episkopalkirche ermöglicht, unter Beibehaltung einiger anglikanischer Besonderheiten katholisch
zu werden. Diese Regelung gilt bisher nur für Nordamerika. Sie eröffnet Ordinierten einen „abgekürzten“
Weg zur Priesterweihe, ohne allerdings pauschal die Zusage zur Weihe zu geben. Verheiratete Episkopal-Geistliche
werden wohl meistens geweiht, wiederverheiratete Geschiedene definitiv nicht. Die Liturgie dieser Gemeinden
des „Anglican Use“ entspricht der der traditionellen Anglikaner, d.h. sie sieht sehr tridentinisch aus.
Als Missale findet vielfach eine leicht dogmatisch überarbeitete Fassung des Book of Common Prayer Verwendung,
Liturgiesprache ist gepflegtes Englisch mit elisabethanischem Anklang. Eine der bekannten Gemeinden des
Anglican Use ist Our Lady of the Atonement …nementparish.blogspot.com/ in San Antonio, Texas, auf deren
Website man noch mehr zum Thema erfahren kann.
Was Kardinal Castrillon Hoyos sagte: „Lassen sie mich das ganz klar sagen: Der Heilige Vater will, daß
die überlieferte Form der Messe regulärer Bestandteil des liturgischen Lebens der Kirche wird, damit
alle Gläubigen – die jungen wie die alten – sich mit den alten Riten vertraut machen und von ihrer spürbaren
Schönheit und Transzendenz profitieren können. Der Heilige Vater will das sowohl aus pastoralen als
auch aus theologischen Gründen.“ Journalistenfrage: „Das heißt, der Papst wünscht, daß viele normale
Pfarreien sich darauf einrichten, den Gregorianischen Ritus zu feiern? Kardinal: Alle Pfarreien. Nicht
viele; alle Pfarreien, weil das eine Gabe Gottes ist. Er bietet uns diesen Reichtum an, und es ist für
die neuen Generationen sehr wichtig, die Vergangenheit der Kirche zu kennen. Diese Art des Gottesdienstes
ist so vornehm und so schön – die größten Theologen haben darin unseren Glauben zum Ausdruck gebracht.
Der Gottesdienst, die Musik, die Architektur, die Gemälde – das bildet ein Ganzes von höchstem Wert.
Der hl. Vater will diese Möglichkeit allen Gläubigen eröffnen, nicht nur den wenigen Gruppen, die danach
verlangen, sondern so, daß alle in der Katholischen Kirche diese Weise zur Feier der Eucharistie kennen.
Frage: In diesem Zusammenhang: Wollen Sie erreichen, daß alle Seminare in England und Wales die Seminaristen
in der Feier der außerordentlichen Form unterrichten? Kardinal: Das möchte ich, das wird notwendig sein.
(London, 14. 6. 2008) Mehr dazu auf Summorum Pontificum www.google.de/search?as_q=castrillo….
Bugoros schrieb: „Ich kann mich an Konstitutionen erinnern aus Rom erinnern, wo es heißt dass Laienkommunionausteilung
zum Zwecke der Verkürzung der heiligen Messe, wie heute üblich, ausdrücklich nicht erlaubt ist.“ Das
ist richtig. Der Einsatz von Kommunionhelfern ist laut Redemptionis Sacramentum 158 nur dann statthaft,
wenn ohne dieses die Austeilung unzumutbar lange dauern würde. Die gerne geübte Praxis, nur KHs auftreten
zu lassen, während der Pfarrer die Sedilien hütet, ist nicht erlaubt. Es ist auch nicht erlaubt, einen
Priester, der keine Ministrantinnen einsetzen will, dazu zu veranlassen. Soweit die vielstrapazierten
Ausnahmegenehmigungen tatsächlich den Rang von „Erlaubnissen haben“, können sie natürlich jederzeit
rückgängig gemacht werden. Es gibt auch Anzeichen dafür, daß das geplant ist. Verboten werden könnte
auch die im Widerspruch zum klar geäußerten Konzilswillen durchgesetzte Praxis, die hl. Messe ausschließlich
in der Volkssprache zu feiern – siehe hier …ww.summorum-pontificum.de/meinung/ingrao.shtml. Aber hier
besteht im vorliegenden Zusammenhang letztlich kein Diskussionsbedarf: Wie man mit diesen Mißbräuchen
fertig wird, müssen die klären, die sie eingeführt haben – oder der Papst wird es für sie tun. Völlig
illusorisch ist die Vorstellung, daß diese und andere Mißbräuche legaler Bestandteil des alten Ritus
werden könnten. Auch dann nicht, wenn einzelne Bischöfe ihre Kompetenzen überschreiten, um das zu erzwingen.
Rom hat in den letzten Wochen einige dieser Übeltäter bereits zur Ordnung gerufen.
Pünktchen schrieb „Wie Sie wissen, stellt das II. Vatikanum für mich keine Hürde dar!“ Das sollte für
niemanden eine Hürde darstellen, soweit es in Übereinstimmung mit der Tradition verstanden wird. Eine
Hürde stellt jedoch sehr wohl der sog. „Geist des Konzils“ dar, der teils in direktem Widerspruch zu
den Wortlauten von Konzilsdokumenten und in den meisten Fällen in eklatantem Widerspruch zur Tradition
heraufbeschworen ist und viele Zerstörungen angerichtet hat – z.B. die Indulte zur Handkommunion oder
zum Einsatz von Messdienerinnen. Diese u.a. verhängnissvollen Ausnahmegenehmigungen, die dem Papst durch
Ungehorsam abgetrotzt worden sind, können daher in keinem Fall als Bereicherung der gewachsenen Liturgie
betrachtet werden und stehen – die Entwicklung bei der Handkommunion macht das ja ganz deutlich – jetzt
für das neue Missale zur Disposition. Solange die Rezeption des 2. Vatikanums noch durch die wissenschaftlich
höchst anfechtbaren und manipulativen Arbeiten der Bologna-Schule bestimmt wird, ist es im übrigen gar
nicht so leicht, zu bestimmen, wo denn der „Boden des Konzils“ ist, auf den sich zu stellen man immer
wieder von den Leuten aufgefordert wird, die sich den „Geist des Konzils“ herbeiphantasiert haben. Da
muß man sich nicht von beeindrucken lassen und studiert besser Ratzingers fundierte Konzilskritik, die
im Epilog zu seiner „Theologischen Prinzipienlehre“ auf der Grundlage von teilweise bis ins Jahr 1969
zurückreichenden Aufsätzen zusammengefasst ist. Sehr lesenswert.
RRR schrieb: Das 2. Hochgebet, das immerhin fast wörtlich so in Rom im 3. Jahrhundert gebetet wurde Dieser
Mythos gewinnt auch durch dauernde Wiederholung keine Glaubwürdigkeit. Erstens ist sehr zweifelhaft,
ob die Aufzeichnungen, die unter dem Namen Hippolyts überliefert sind, Auszüge aus einem tatsächlich
benutzten Messformular darstellen – oder nicht vielleicht eher Lehrbuchcharakter hatten. Zweitens wurde
der Originaltext Hippolyts stark und teilweise sinngefährdend gekürzt, etwa in der Passage: „Als er
sich aus freiem Willen dem Leiden unterwarf, um den Tod aufzuheben, die Fesseln des Teufels zu zerreißen,
die Hölle niederzutreten, die Gerechten zu erleuchten, eine Grenze zu ziehen und die Auferstehung kundzutun,
da nahm er das Brot…“ Teufel und Hölle waren den Redakteuren des Consilium wohl zu anstößig. Auch
andere „problematische“ Bestandteile des Originals wurden weggesäubert, so z.B. in der Präfation das
fett gedruckte: „der Deinen Willen erfüllen und Dir ein heiliges Volk erwerben wollte, hat in seinem
Leiden die Hände ausgebreitet, um die vom Leiden zu befreien, die an Dich geglaubt haben. Das grenzt
schon an Verfälschung. Also mit Hippolyt braucht niemand zu kommen. Das ist 100% Bugnini, der sich hinter
Hippolyt versteckt.
Pünktchen schrieb: „ein kurzes privates Video vom Auszug des Zelebranten nach der Messe!“ Dieses Video
zeigt nicht den eigentlichen Auszug, sondern den Rückweg vom Portal zur Sakristei. Die Sakristei liegt
in Westminster auf der Höhe der Vierung. Der Zelebrant und die Assistenz zogen nach dem Amt vom Altarraum
durch den Mittelgang in Richtung Hauptportal, verließen dann jedoch nicht die Kathedrale durch dieses,
sondern wandten sich zum Gang im Seitenschiff, um so zur Sakristei zurück zu gehen. Offenbar hatten sich
die Beteiligten nicht klar darüber abgesprochen, ob dieser Weg noch zum feierlichen Auszug gehören sollte.
Einige der Kleriker schienen es relativ eilig zu haben, zurück zur Sakristei zu kommen – das Hochamt
hatte ja auch geraume Zeit gedauert. Aber da sich immer wieder Gläubige zum Empfang des bischöflichen
Segens niederknieten, sah sich der Kardinal auch immer wieder zur Spendung des Segens veranlaßt – und
so kam es zu dieser etwas unfeierlichen Mischung von feierlicher Prozession und Rückweg zur Sakristei.
Wenn erst wieder jeden Sonntag feierliche Pontifikalämter nach dem Ritus des hl. Papstes Gregor …icium-laudis.blogspot.com/…l/Ordo%20Romanus%20I
in unseren Kathedralen stattfinden, werden solche Unsicherheiten sicher bald der Vergangenheit angehören.
Jeder, der römische Prozessionen, Aus- und Umzüge kennt, weiß übrigens, daß nur die vom preussisch/protestantischen
Ordnungswahn befallenen Nordgermanen Prozessionen für Paraden halten und den Bischofsstab gerne wie einen
K98er-Karabiner präsentiert sehen.
Lochner steht nicht allein Da ist es schon bemerkenswert, daß S.E. Kardinal Hoyos bei seinem Pressegespräch
in London inhaltlichganz ähnliche Kritik wie Hw.P. Lochner geübt hat. Auf die Frage, ob man den neuen
Ritus denn nicht würdig feiern könne, sagte er: „Ja, aber die Erfahrungen dieser 40 Jahre waren nicht
immer so gut. Viele Menschen haben den Sinn für die Verehrung Gottes verloren. Es stimmt schon, wir sind
Brüder, aber wir sind nicht als Brüder erlöst worden. Wir sind durch das Opfer erlöst worden. Wir
müssen uns dem Geheimnis stellen. Wir singen, weil wir Brüder, sind wir singen, wenn wir feiern – aber
wir schweigen angesichts des Geheimnisses. Der neue Ritus kann das zum Ausdruck bringen, aber es hat überall
in der Kirche so viele Mißbräuche gegeben, daß viele Menschen sie verlassen haben. Viele Kinder wissen
nicht, wie man sich in der Gegenwart Gottes verhält und wie man beten soll.“ Und darum steht jetzt die
Reform der Reform auf der Tagesordnung, die sich zunächst und zuallererst am vermeintlich abgeschafften
Alten Ritus orientieren wird.
HBR fragte sich „warum in einer veralteten Messe in Einheit mit der Kirche die Handkommunion oder Ministrantinnen
nicht zugelassen sein sollten. Der veraltete Ritus wurde doch als ausserordentlicher Ritus wieder aufgegriffen,
damit sich Alt – und Neu befruchten…nicht nur einseitig.“ Was im Verstoß gegen das Kirchenrecht ertrotzt
und dann widerstrebend und als Ausnahmegenehmigung zugestanden worden ist, kann wohl schwerlich als „Befruchtung“
oder „Bereicherung“ für die Liturgie des hl. Gregor dienen. Auch dann nicht, wenn es (derzeit noch) rechtlich
möglich ist.
Hat sich ausgetrötet Wenn der vom Papst mit einer Aufgabe beauftragte Kardinal sich zu einem Gegenstand
äußert, der in dieses Aufgabengebiet fällt, und seine Rede mit „Der Papst will, daß…“ einleitet,
können Sie sich darauf verlassen, daß er den Willen des Papstes zum Ausdruck bringt. Wenn er keinen
solchen Bezug herstellt oder es nicht um seinen unmittelbaren Arbeitsbereich geht, können Sie ggf. auch
mit seiner Privatmeinung rechnen. @maliems. Sie Schrieben: „Ab nach Rom mit diesem lustigen Dokument.“
Der Kardinal sagte in London unter anderem – ich verweise noch einmal auf summorum-pontificum.de …ww.summorum-pontificum.de/…/ecclesiadei_2.shtml –
das folgende: „Der Heilige Vater ist sich dessen bewußt, daß an vielen Orten der Welt die Bitten von
Priestern und Laien, die nach den alten Riten verfahren wollten, unbeantwortet geblieben sind. Daher hat
er nun mit seiner Autorität bestimmt, daß die Feier der älteren Form der Liturgie – des heiligen Messopfers
ebenso wie der Sakramente und anderer liturgischer Riten ein gesetzmäßiges Recht für alle und nicht
nur ein eingeräumtes Privileg ist.“ Hier spricht er wieder im Namen des hl. Vaters, und offenbar will
er diejenigen, die glauben, ungestraft gegen den in Gesetzesform gefassten Willen des Papstes verstoßen
zu können, klar machen, daß die Geduld des hl. Vaters begrenzt ist. Nicht, daß er gleich die Schweizergarde
an den Rhein schicken wird. Aber er wird den Bischöfen, die endlich darangehen, ihre Ordinariate auszumisten,
den Rücken stärken – und wenn die Moderno-Mafia Zeter und Mord schreit…
Hat sich ausgetrötet S.E. Kardinal Dari Castrilón Hoyos, vorsitzender der Kommission Ecclesia Dei, am
14. 6. in London: „Lassen sie mich das ganz klar sagen: Der Heilige Vater will, daß die überlieferte
Form der Messe regulärer Bestandteil des liturgischen Lebens der Kirche wird, damit alle Gläubigen –
die jungen wie die alten – sich mit den alten Riten vertraut machen und von ihrer spürbaren Schönheit
und Transzendenz profitieren können. Der Heilige Vater will das sowohl aus pastoralen als auch aus theologischen
Gründen.“ (…) „Es ist sehr wichtig, sich darüber im klaren zu sein, daß Summorum Pontificum in der
Kirche eine neue rechtliche Wirklichkeit hergestellt hat. Das Dokument gibt den gewöhnlichen Gläubigen
und den Priestern Rechte, die von allen Amtsträgern respektiert werden müssen. (…) Es ist höchst
bedauerlich, wenn Priester durch einschränkende rechtliche Verfügungen, die im Widerspruch zu den Absichten
des Papstes und dem universellen Kirchenrecht erlassen worden sind, daran gehindert werden, die außerordentliche
Form der hl. Messe zu zelebrieren.“ Der ganze Text auf summorum-pontificum.de …ww.summorum-pontificum.de/…/ecclesiadei_2.shtml
Benedikt schrieb: Offenbar oblag ihm doch die Planung, während die Society nur Gast war, ergo war auch
der vorgesehene Zelebrant nur ein Gastpriester. Der Domdekan aber ist aller Wahrscheinlichkeit als Kirchenrektor
aufgetreten. Diese Version ist durch den Wortlaut der Erklärung nicht gedeckt – dort wird ausdrücklich
der „Priester“ genannt – und das kann nach Lage der Dinge nur der Zelebrant sein. Im übrigen schärft
die Kongregation im genannten Papier www.adoremus.org/…DW-AltarServers.html den Bischöfen ein, bei
der Genehmigung von Messdienerinnen die „Empfindungen der Gläubigen , die jeweiligen Gründe für eine
solche Erlaubnis und das jeweilige liturgische Umfeld und die jeweilige Gemeinde“ zu berücksichtigen.
Von daher hat sich auch der Bischof, der den Domdekan gewähren ließ, nicht korrekt verhalten.
Dr. Schlämmer: Zum Thema … Ein allgemeines Verbot des Ministrantendienstes für Mädchen und Frauen
gibt es seitdem nicht mehr. Das ist richtig – es gibt nur ein Kirchenrecht. Von daher besteht kein rechtliches
Hindernis für Messdienerinnen in der forma extraordinaria. Aber es gibt eine authentische Auslegung des
hier anzuwendenden Rechtes durch die Gottesdienstkongregation, und darin (Notitiae – 421-422 Vol 37 (2001)
Num/ 8-9 – pp 397-399 www.adoremus.org/…DW-AltarServers.html) stellt die Kongregation allerdings ausdrücklich
fest, daß Laien kein „Recht zum Altardienst“ haben und daß es da, wo der Bischof den Altardienst von
Frauen erlaubt, dem Priester obliegt, ob er von dieser Erlaubnis Gebrauch machen will. Der Bischof kann
die Priester in beiden Formen des Ritus also nicht verpflichten, Messdienerinnen zu beschäftigen – der
Domdekan, der seine Kompetenzen in schikanöser Weise überschritten hat, erst recht nicht.
Alter Ritus – neues Lektionar? Unter diesem Titel hat summorum-pontificum.de inzwischen einige kritische
Anmerkungen …ww.summorum-pontificum.de/…nung/lektionar.shtml zu den entsprechenden Überlegungen des
Kardinals veröffentlicht.
Dr. Otterbeck schrieb: Jedenfalls erkennen wir im Rückblick, dass es disziplinarisch völlig unverzichtbar
war, dass Papst Paul VI. die völlige Ersetzung der alten Messe durch das MR 1970 durchsetzte (von 1974-1984
nur mit Ausnahmen für „Privatmessen“). Josef Ratzinger schrieb: „Das nunmehr erlassene Verbot des Missale,
das alle Jahrhunderte hindurch seit den Sakramentaren der alten Kirche kontinuierlich gewachsen war, hat
einen Bruch in die Liturgiegeschichte getragen, dessen Folgen nur tragisch sein konnten. Eine Revision
des Missale, wie es sie oft gegeben hatte und die diesmal einschneidender sein durfte als bisher, vor
allem wegen der Einführung der Muttersprache, war sinnvoll und mit Recht vom Konzil angeordnet. Aber
nun geschah mehr: Man brach das alte Gebäude ab und baute ein anderes, freilich weitgehend aus dem Material
des Bisherigen und auch unter Verwendung der alten Baupläne. Es gibt gar keinen Zweifel, daß dieses
neue Missale in vielem eine wirkliche Verbesserung und Bereicherung brachte, aber daß man es als Neubau
gegen die gewachsene Geschichte stellte, diese verbot und damit Liturgie nicht mehr als lebendiges Wachsen,
sondern als Produkt von gelehrter Arbeit und von juristischer Kompetenz erscheinen ließ, das hat uns
außerordentlich geschadet. Denn nun mußte der Eindruck entstehen, Liturgie werde „gemacht“, sie sei
nichts Vorgegebenes, sondern etwas in unseren Entscheiden Liegendes.“ (Aus meinem Leben, S. 172 – 174)
k.sachs schrieb: „womit meine Frage beantwortet wäre und ich nun weiß, woher der Wind bei IHnen weht.“
Mit Ihnen zu diskutieren ist ja noch schwieriger, als einen Pudding an die Wand zu nageln – immer, wenn
man Sie an der einen Stelle getroffen hat, glitschen Sie woanders hin. Igitt. Wenige Tage, nachdem der
neugewählte DBK-Vorsitzende Erzbischof Zollitsch den Zölibat im Widerspruch zu dem vielfach bekräftigten
„Dekret über Dienst und Leben der Priester“ Artikel 16 des 2. Vatikanums als „Denkverbot“ ins Gespräch
gebracht und sich offen gegen den Kirchenbegriff von „Dominus Jesus“ gewandt hat, kann ich Ihre Entrüstung
nur als geheuchelt empfinden. Sie – oder auch der Erzbischof – mögen ja den Zölibat als überwindenswert
und die Gemeinschaften der Reformation als Kirchen ansprechen, wir haben Glaubens- und Redefreiheit. Aber
versuchen Sie bitte nicht, den darin liegenden Widerspruch zu dem, was die hl. Kirche uns immer wieder
erklärt hat, wegzulügen. Römisch-katholisch ist das nicht.
k.sachs schrieb: „Dieses Nebulöse „einige Leute hierzulande“ und das ebenso Nebulöse „Nationalkirche“
vs. „römisch-katholisch“. Wollen Sie damit behaupten, daß die DBK in ihren Ausführungsbestimmungen/„Leitlinien“
sich nicht an das motu proprio hält?“ Die bei der Päpstlichen Kommission Ecclesia Dei zur Veröffentlichung
anstehenden authentischen Ausführungsbestimmungen werden diese Frage mit größerer Autorität beantworten,
als ich das könnte. Im Übrigen wären diese „Leitlinien“ nicht der erste und nicht der letzte Fall,
in dem die DBK sich offen oder versteckt klaren römischen Rechtsvorgaben, disziplinären Entscheidungen
und theologischen Erklärungen widersetzt. Wofür sie ja denn auch in diesem höchst durchwachsenen Diskussionformum
begeisterte Zustimmung von Seiten der hier reichlich vertretenen Nationalkirchler findet.
k.sachs schrieb: „Abschließend, liebe Mitbrüder, liegt mir daran zu betonen, daß diese neuen Bestimmungen
in keiner Weise Eure Autorität und Verantwortlichkeit schmälern, weder hinsichtlich der Liturgie noch
was die Seelsorge an Euren Gläubigen anbelangt. In der Tat steht jedem Bischof das Recht zu, in der eigenen
Diözese die Liturgie zu ordnen (vgl. Sacrosanctum Concilium, …).“ Noch Fragen Kienzle?“ Ich bin zwar
nicht Kienzle, aber eine Frage hätte ich denn doch: Wieso zitieren sie unvollständig und verschweigen
den danach kommenden Satz: „Nichts wird folglich der Autorität des Bischofs weggenommen, dessen Aufgabe
in jedem Fall jene bleibt, darüber zu wachen, daß alles friedlich und sachlich geschieht. Sollten Probleme
auftreten, die der Pfarrer nicht zu lösen imstande ist, kann der Ordinarius immer eingreifen, jedoch
in völliger Übereinstimmung mit den im Motu Proprio festgelegten neuen Bestimmungen.“ Der Papst setzt
den Rahmen, an den die Bischöfe gebunden sind – und diesen Rahmen hat er mit dem MP verändert. Dabei
hat er – oh welch feine Ironie – den Bischöfen in der Tat nichts von Ihrer Autorität weggenommen – denn
der Verhinderungskurs gegen die formas extraordinaria war spätestens seit 1988 eine Überschreitung der
ihnen zustehenden Vollmachten. Einige Leute hierzulande werden sich entscheiden müssen, ob sie Nationalkirche
werden oder römisch-katholisch bleiben wollen.
„Libertas Ecclesiae“ schrieb „Sehr interessant zu beobachten, wie sich die Traditionskritiker auf einmal
auf vermeintliches „liturgisches Recht“ berufen wollen, um die legitime Anwendung der Bestimmungen des
Motu Proprio zu untergraben.“ Ja, aus früheren Vorkämpfern der Liberalität sind Möchtegern-Diktatoren
geworden, die nur noch mit angeblichen Vollmachten der Hierarchie argumentieren. Freilich umsonst, denn
wo das Motu Proprio selbst vielleicht noch unklar sein sollte (sehe ich eigentlich nicht), schafft der
Begleitbrief an die Bischöfe Klarheit: „diese Normen beabsichtigen, gerade auch die Bischöfe davon zu
entlasten, immer wieder neu abwägen zu müssen, wie auf die verschiedenen Situationen zu antworten sei.“
Der Papst hat die Entscheidung an sich gezogen und die Praxis in die Händer der Priester gelegt – die
Päpstliche KOmmission Ecclesia Dei wird das demnächst noch einmal in aller wünschenswerten Deutlichkeit
bekräftigen. Der Einsatz von Messdienerinnen beruht auf einer Ausnahmegenehmigung (Indult), die dem Papst
1994 von vielen Bischöfen Deutschlands und Frankreichs zur Heilung bereits lange vorher geübter Rechtsbrüche
abgetrotzt wurde. Gleichzeitig bekräftigte die Gottesdienstkongregation jedoch ihren Aufruf, den Einsatz
von Messienerinnen nach Möglichkeit zu vermeiden. Das kanonische Recht gestattet es nach wie vor jedem
Priester, vom Einsatz weiblicher Messdiener abzusehen – auch in Diözesen, deren Bischöfe von der Ausnahmegenehmigung
Gebrauch machen.
andreas schrieb …die gleichen, die … alles relativieren und damit gegen eindeutige Gesetze der Kirche
verstoßen und auch die kirchliche Lehre bewußt oder unbewußt übergehen, kennen in Punkten Missa Tridentina
alle Punkte des MP auswendig und können direkt gleich der ehemaligen Inquisition alle bürokratisch notwendigen
Schritte aufzählen. Noch nicht einmal das. Das MP spricht bei den Gruppen von „continenter exisitit“ –
das ist zu übersetzen etwa mit „beständig besteht“, d.h. daß wirklich jeden Sonntag eine gewisse Mindestzahl
(es müssen nicht immer die gleichen sein) anwesend ist. Daß die Gruppen schon vorher bestanden haben
müßten ist eine der Erfindungen der wenig wahrheitsliebenden DBK-Bürokratie. Was das Argument des Priestermangels
betrifft: Es wäre glaubhafter, wenn sich nicht die meisten Diözesen strikt weigern würden, Priester
der in voller Einheit mit dem Papst stehenden Ecclesia-Dei-Gemeinschaften als Aushilfen für die Feier
der forma extraordinaria zuzulassen. Aber die Diözesen tun es nicht, weil sie es nicht wollen, und sie
wollen es nicht, weil ihnen die Gemeinschaft mit dem Papst nicht nur wenig wert ist, sondern zunehmend
lästig wird. Nicht nur beim Motu Proprio, auch beim Zölibat, bei der „Schwangerschaftsberatung“, bei
der Zulassung zu den Sakramenten, bei der „Frauenordination“, bei der Praxis des Bußsakraments. Luther
hat seinerzeit die Zahl der Sakramente auf 2 reduziert – mehr scheinen auch die meisten heutigen deutschen
Bischöfe nicht mehr für wichtig zu halten.
@unteroktav Sie schrieben:„Wie gesagt: wo kaum Auswirkungen vorhanden sind, kann man auch nichts erzählen.“
Es gibt durchaus Erfreuliches aus Eichstätt zu erzählen: Vor Weihnachten hat Bischof Hanke ein Rektorat
für die Gläubigen des alten Ritus unter Leitung von Dr. Alexander Pytlik eingerichtet, das faktisch
eine Art Personalpfarrei darstellt. Mehr dazu auf …ww.summorum-pontificum.de/ unter Datum vom 22.12.07
Wohlmeinender Rassismus Zum Trommeln in der Messe eine Auskunft von Jaqueline Nujuki, gefunden auf Summorum
Pontificum …ww.summorum-pontificum.de/…ort/anregungen.shtml (33). Die Kenianerin, Angestellte einer
Luftverkehrsgesellschaft, pendelt zwischen Hannover und Berlin hin und her. Sie hat die tridentinische
Messe durch Bekannte kennengelernt und sagt: „Es ist ein Vorurteil, dass wir Afrikaner unsere Spiritualität
nur beim Trommeln und Tanzen erfahren. Wann immer ich die Gelegenheit habe, besuche ich in Berlin täglich
die tridentinische Messe im Institut St. Philipp Neri.“
„feste Gruppen“ Es ist im Text des MP nirgendwo gesagt, wie fest oder groß solche Gruppen sein sollen
und daß ihre Angehörigen nur aus einer Pfarrei kommen müssten. Das Gesetz zielt lediglich darauf ab,
daß keine regelmäßigen Messen angeboten werden müssen, wenn keine Gruppen für einen einigermaßen
regelmäßigen Besuch da sind. Hat was. Eine kompetente Auskunft eines Kirchenrechtlers dazu findet sich
hier auf Summorum Pontificum …ww.summorum-pontificum.de/…ng/gordon_read.shtml Im Übrigen ist Ecclesia
Dei dabei, dem Unfug der unterschiedlichen „Ausführungsbestimmungen“ durch mehr oder weniger selbstherrliche
Ordinariate ein Ende zu setzen, indem sie selbst die Fragen, die bisher anlaß zu Mißverständnissen
oder bewußten Verdrehungen waren, zentral und mit Autorität klären. Bestandteil des Klärungsvorganges
wird übrigens auch sein, daß Schulung im usus antiquior des römischen Ritus Bestandteil der regulären
Seminarausbildung zu sein hat. Man wird freilich abwarten müssen, ob diese Vorgabe dann nicht ebenso
mißachtet wird wie die klare Vorschrift des kanonischen Rechtes (Can 249), allen Priestern ausreichende
Lateinkenntnisse zu vermitteln. Die „Hermeneutiker des Bruches“ lieben nun mal Brüche aller Art und schrecken
auch vor Gesetzesbruch nicht zurück.
sacerdos helveticus fragte sich: „Warum die Bischöfe den Begriff „Leitlinien“ gewählt haben, weiss ich
nicht“ Ausführungsbestimmungen sind ein rechtlich eindeutig bestimmter Begriff – Leitlinien haben eher
unverbindlichen Charakter. Gero P. Weishaupt geht hier näher auf den Unterschied …ww.summorum-pontificum.de/…nung/weishaupt.shtml
zwischen beiden Termini ein.
Interview Erzbischof Ranjith Der stellvertretende Vorsitzende der Gottesdienstkommission, Erzbischof,
Ranjith, hat jetzt in einem Interview …ww.summorum-pontificum.de/die Bischöfe ausdrücklich zum Gehorsam
gegenüber dem Papst aufgefordert.
Quellenangabe Den ganzen Text des Interviews mit SEm. Kardinal Hoyos in deutscher Übersetzung findet
man auf Summorum-Pontificum.de …ww.summorum-pontificum.de/texte/hoyos.shtml
#57 Bernado 12:34:29 | Dienstag, 4. September 2007
Moses-Altar abgerissen In der Cathedral of St. John the Evangelist, Milwaukee, Wisconsin, gab es seit
den 50er Jahren des letzten Jh. einen Moses-Altar, der im Zug des dort offenbar verspätet stattfindenden
nachkonziliaren Bildersturmes 2002 abgerissen wurde. Ein Photo davon gibt es hier holywhapping.blogspot.com/…7_07_01_archive.html.
Auch Melchisedech und Aaron wurde gelegentlich die Ehre der Altäre zu teil. Bei den anderen Großen des
AT ist die Westkirche in der Tat eher zurückhaltender gewesen – teils wegen Reserven gegenüber ihrer
Lebensführung (David, Salomo), teils deshalb, weil sie uns das ganze Elend ja schließlich eingebracht
(Adam, Eva) haben.
#48 Bernado 09:59:11 | Dienstag, 4. September 2007
antimodernist schrieb 2. Die historische Existenz des alttestamentlichen Mose ist in der Fachwissenschaft
ähnlich umstritten wie von Abraham, Isaak und Jakob. Daß Moses von der Konzilssekte als „Heiliger“ verehrt
wird, entspricht ihrem judaisierenden Grundzug. Im („alten“) katholischen Liturgiekalender findet sich
solch ein abstruses Fest nicht! Pech gehabt. Ausgerechnet unter dem Datum von heute, 4. Sept., schreibt
das alte Martyrologium „In monte Nebo, terrae Moab, sancti Moysis, legislatoris et Prophetae.“ Seit ältester
Zeit gilt Moses, der zusammen mit Elias die Verklärung Christi begleitete (Mattheus 17:1-9, Markus 9:1-8,
Lukas 9:28-36), als Heiliger und „Typus Christi“ im Alten Testament. Es ist eine der größten Dummheiten
von Modernisten und Pseudotradis, die hohe Verehrung der Kirche seit ihren Anfängen für die Heiligen
des alten Bundes zu unterschätzen und zu glauben, das sei eine Neuerfindung des 2. Vatikanums.
B.S. schrieb „Dass Theologen die lat. Sprache beherrschen sollen, hat das Zweite Vatikanische Konzil höchstpersönlich
gefordert, in „Optatam totius“, nr. 13: „Sie (die Alumnen) sollen zudem so viel Latein lernen, daß sie
die zahlreichen wissenschaftlichen Quellen und die kirchlichen Dokumente verstehen und benützen können“.“.
Diese Forderung ist durch Can. 249 in geltendes Recht übertragen worden: „In der Ordnung für die Priesterausbildung
ist vorzusehen, daß die Alumnen nicht nur in ihrer Muttersprache sorgfältig unterwiesen werden, sondern
daß sie sich auch auf die lateinische Sprache gut verstehen und eine ausreichende Kenntnis fremder Sprachen
besitzen, deren Kenntnis für ihre Bildung oder für die Ausübung ihres seelsorglichen Dienstes notwendig
oder nützlich erscheint.“ Wo heute Bischöfe oder Ordinariatsfunktionäre die fehlende Kenntnis der lateinischen
Sprache als Grund heranziehen, die Feier des „usus antiquior“ zu behindern, klagen sie sich selbst des
fortdauernden Verstoßes gegen das Kirchenrecht an.
möchtegern-katholie schrieb: „ohne Taufe kein Heil“ Das möchte ich etwas modifizieren: Ohne Christus
kein Heil. Wer Christus nicht kennt und von Taufe nie etwas gehört hat, kann doch gerettet werden – durch
die Verdienste des Erlösers, und wenn er (was ohne Christus zu kennen schwer genug ist) aus der natürlichen
Überlieferung, dem Naturrecht und anderenm gottgefällige sittliche Maßstäbe abgeleitet hat und auch
danach lebt. Das war schon vor dem Konzil Lehre der Kirche, und das Konzil hat das, da uns heute die Heiden
näher gerückt sind, entfaltet – nicht ohne die Gefahr von Mißverständnissen einzugehen. Das Problem
der Juden ist, daß sie sich gegen Christus, der zuerst zu ihnen gesandt wurde, und der ihnen im Wort
Gottes auf besondere Weise verkündet ist, verschlossen und verschließen. Was das bedeutet, ist hier
in der Begrenzung des Platzes nicht abzuhandeln. Das ist aber auch nicht nötig – im KKK Nr. 674 steht
doch das nötigste in relativ kurzen Worten. Wenn Katholiken dem widersprechen, dann haben sie ein Problem –
und manchmal eben ein kardinales Problem.
Frank schrieb: „Jesus hat einen Bund zwischen Gott und den Völkern geschlossen, ohne den Bund Gottes
mit dem Volk Israel aufzuheben. Daher ist die Mission der Juden überflüssig, denn sie haben ihren eigenen
Weg zu dem einen Gott der Christen und Juden. Folgerichtig heißt es im Katechismus, daß der Alte Bund
nie widerrufen worden ist (Nr. 121). Die US-Bischöfe sagen zum Beispiel in ihrem Dokument „Reflections
on Covenant and Missions“ zu diesem Thema klipp und klar:“ Hier geht aber wirklich alles durcheinander –
fast so wie in wesentlichen Teilen des „theologischen Diskurses“ der letzten 40 Jahre. Der zitierte Satz
des Katechismus folgt natürlich nicht aus der Behauptung, die Judenmission sei überflüssig. Und aus
dem Satz, der alte Bund sei nie aufgekündigt worden, folgt nur, daß es eine besondere Beziehung zwischen
Gott und dem einst auserwählten Volk gibt. Nicht aber daß diese Beziehung eine Erlösung quasi an Christus
vorbei vorsehe. Weil die Menschen und eben auch die Juden der Erlösung bedürftig sind, hat Gott seinen
eingeborenen Sohn zur Erde gesandt – er und er allein ist für alle der Weg, die Wahrheit und das Leben.
Wer ihn nicht kennt, das lehrt die Kirche schon immer und das hat das 2. Vat. Konzil weiter entwickelt,
kann dennoch durch die Früchte seines Opfers gerettet werden. Wer ihn aber kennt und verwirft, lädt
eine schwere Verantwortung auf sich. Alles andere steht nicht im Katechismus und ist pc-Gerede – auch
wenn es von Kardinälen kommt.
sozialkatholisch schrieb: „Es wird der jeweilige Kalender benutzt. Offenbar aber sollen dem Ritus nach
der außerordentlichen Form die neuen Heiligenfeste nicht vorenthalten werden. Ich könnte mir daher einen
Annex vorstellen, der neue Feste enthält (Una Voce hat so etwas mW schon mal beispielhaft herausgegeben).“.
Wobei diese Maßnahme damals heftig kritisiert wurde – solange der „alte Ritus“ eingefroren war, erschien
jede eigenmächtige Veränderung riskant. Auch sonst ist die Erweiterung des Heiligenkalenders eine schwierige
Angelegenheit – der alte Kalender litt immer (und dem neuen wird es auf Dauer kaum anders ergehen) unter
der Gefahr einer „Inflationierung“ von Heiligen und Sonderfesten. Das führte zu kaum bewältigbaren Kumulierungen
und einem bedauerlichen Schwund von Ferialtagen – und das provozierte dann wieder periodische Bereinigungen,
die oft viel Leid, Ärger oder zumindest Kopfschütteln verursachten. Man denke nur an die Abschaffung
des Festes der Beschneidung des Herrn (1. Januar) im neuen Kalender – und das, wo die Kirche der Nachkonzilszeit
sonst soviel Wert auf ihre jüdischen Wurzeln und das Judentum Jesus legt. Das Motu Proprio legt daher
die Weiterentwicklung des Kalenders für den usus antiquior in die Hände der päpstlichen Kommission
Ecclesia Dei, die die Sache hoffentlich im üblichen und bewährten römischen Arbeitstempo angehen wird.
Logos schrieb: „Der falsch als Enzyklika bezeichnete Text Pauls VI. ist das motu proprio MINISTERIA QUAEDAM,“
Richtig. Dieses Motu Proprio aus dem Jahr 1972 ist hier www.vatican.va/…eria-quaedam_lt.html nachzulesen.
Es bestimmt die „Dienste“ des Lectors und des Acolythen als „Nachfolger“ der niederen Weihen und dekretiert,
daß es für diese Ämter keine „Weihe“ gibt, sondern eine bischöfliche „Institutio“. Und weil diese
Dienste ausdrücklich Männern vorbehalten waren, setzt man sie in vielen Ländern auch nicht ein, sondern
macht Gebrauch von der Regelung des CIC 230, die allerdings nur „Ersatz-Lektorinnen“ ermöglicht. „Ersatz-Acolythinnen“
sind dort nicht vorgesehen und kann es folglich auch nicht geben. Messdienerinnen wurden einigen Nationalkirchen
auf Grund deren Drängens als Indult zugestanden, es wurde aber ausdrücklich festgelegt, daß kein Priester
Verpflichtet ist, in den von ihm gefeierten Messen Messdienerinnen einzusetzen. Wie so viele römische
Regelungen wurde auch diese in Deutschland durch Gruppendruck (vulgo: Mobbing) weitgehend ausgehebelt.
Festzuhalten ist, daß es auch nach „Außergebrauchsetzung“ der „niederen Weihen“ in der neueren Form
des römischen Ritus „iuxta venerabilem traditionem Ecclesiae“ spezielle vom Bischof übertragene Dienstämter
gibt, die nur von Männern wahrgenommen werden können. So liegt es auf der Hand, daß diejenigen, die
von dieser Tradition nichts halten, alles daran gesetzt haben, einen Ersatz für diese Ämter zu installieren,
der sich von der Tradition abwendet.
gilbert schrieb „Dass ein Priester nur für sich selbst zelebriert, ist der totale Egoismus, ein unglaublicher
Widersinn. Darüber habe ich mich echauffiert. Eine solche Art der Zelebration ist für meine Begriffe
Blasphemie.“ Aha. Und um diese Blasphemie zu fördern sieht die Institutio Generalis für die Eucharistie
nach dem Messbuch Paul VI. ausdrücklich die Form der „III. MESSFEIER, BEI DER NUR EIN ALTARDIENER ASSISTIERT“
vor und bestimmt darüber hinaus: „254. Nur aus einem gerechten und vernünftigen Grund darf eine Messe
ohne Altardiener oder wenigstens einen Gläubigen gefeiert werden. Es entfallen dann die Grußworte, die
Mitteilungen und der Segen am Schluss der Messe.“ Im Missale von Pius V:/Johannes XXIII. fehlt eine solche
Erlaubnis – im älteren Gebrauch ist die Messfeier ohne Anwesenheit mindestens eines Gläubigen immer
unerlaubt, wenn auch selbstverständlich gültig.
semper reformandus schrieb: „Wenn der Verfasser Recht hätte, wäre dieses Bemühen des Papstes vergeblich
und der Novus Ordo unrettbar verloren. Dann müsste man in der Konsequenz wohl ernsthaft über Sedisvakanz
nachdenken.“ Diese Schlußfolgerung verstehe ich nicht so ganz. Natürlich hat der Verfasser nicht recht –
wenn der Papst sagt „Es gibt keinen Bruch“, dann ist der NO so zu gestalten und zu erklären, daß es
keinen Bruch gibt, und diejenigen, die dazu nicht beeit sind, stellen sich selbst außerhalb der Kirche.
Früher oder später wird diese Trennung dann auch in der einen oder anderen Form protokolliert werden.
Im konkreten Fall tippe ich allerdings auf „später“, denn der Verfasser des Artikels, Johannes Röser,
ist schließlich nicht irgendwer, sonder Chefredakteuer der im Herder Verlag erscheinenden Zeitschrift
„Christ und Gegenwart“, die sich des Wohlwiollens vieler Bischöfe erfreut. Der Papst selbst hat jetzt
eindeutig Stellung bezogen, wer ihm folgt vermeidet den Bruch, für Sedisvakantismus besteht keinerlei
Anlaß – höchstens dazu die Autorität jener Bischöfe zu bezweifeln, die dem Papst nicht folgen wollen.
Fabianus fragte: „Mich würde interessieren, woher genau die Ablehnung gegenüber dem alten Ritus kommt. „
Die authentische Antwort dazu gibt Johannes Röser von „Christ in der Gegenwart“ hier. …hrist-in-der-gegenwart.de/aktuell/artikel_html
GerdEric schrieb: „Herrlich Ihre Wortwahl, so entfacht man Religionskriege, so stürzt man die Welt ins
Elend.“ Aber doch nicht, wenn so einer in seiner Zelle vor sich hin deliriert. Die Quote der ernstzunehmenden
Leserzuschriften hier ist inzwischen noch deutlich niedriger als die bei den redaktionellen Beiträgen –
Kompliment allerseits.
wiener schrieb „keiner der priester „ohne amt“, die ich kenne, hat sich die entscheidung leicht gemacht…
ihnen implizit vorzuwerfen, dass sie das bei der diakonenweihe gegeben versprechen nicht ernst genommen
hätten, halte ich für verfehlt…“ Jedenfalls haben sie dieses Versprechen nicht gehalten – und das
kann entsprechend der Ordnung der Kirche nicht ohne Folgen bleiben. Da diese Ordnung allen bekannt ist,
ist es nicht korrekt, wenn sich aus dem Amt geschiedene Priester als Willküropfer darstellen. Sie kannten
diese Ordnung als sie die Diakonsweihe erbaten, sie kannten sie, als sie die Laisierung erbaten bzw. ggf
auch ohne heirateten, sie haben auch die Möglichkeit, die Beziehung zu Gott wieder auf eine lebbare Grundlagezu
stellen. Nur die Möglichkeit, wieder als Priester zu amtieren, haben sie unter dieser Ordnung eben nicht.
puchil2 schrieb „Durch die Weihe verheirateter evangelischer Pastoren zu katholischen Priestern fühle
ich mich als einer von rund 700 verheirateten katholischen Priestern Österreichs, die wegen ihrer Heirat
aus dem Priesteramt ausscheiden mussten, provoziert und verhöhnt.“ Sie übersehen etwas wichtiges: Die
Weihe verheirateter Männer zu Priestern ist prinzipiell möglich, wird allerdings von den verschiedenen
apostolischen Kirchen in unterschiedlichem Ausmaß gehandhabt. Während sie bei Orthodoxen oder katholischen
Ostkirchen für den Weltklerus fast die Regel darstellt, ist sie in der katholsichen Kirche des Westens
stark eingeschränkt. Dagegen sehen sich alle apostolischen Kirchen außerstande, bereits zu Priestern/Diakonen
geweihte Männer zum Sakrament der Ehe zuzulassen: das Priesteramt ist ein objektives Ehehindernis. Was
im übrigen auch allen Priesterkandidaten vor ihrer Diakonswweihe bekannt ist und von diesen durch ein
feierliches Versprechen zur ehelosigkeit bekräftigt wird.
Fabianus fragte: „Gab es vor dem II. Vatikanischen Konzil eigentlich auch eine derartig offen geführte
und dem Papst gegenüber respektlos anmutende „Meinungsvielfalt“ unter den Bischöfen und Kardinälen?“
Im Prinzip ja, im Mittelalter und der frühen Neuzeit sowieso, aber auch in der neueren Zeit (18. und
19. Jh.). Allerdings gab es damals noch nicht die Massenmedien im heutigen Sinne – d.h. die breitere Öffentlichkeit
hat die Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Kirche bzw. von Teilen des Episkopats mit dem hl. Stuhl
nicht immer so intensiv mitbekommen. Die Meinungsverschiedenheiten selbst waren aber genau so stark oder
teilweise noch stärker als heute. Informieren Sie sich einmal über die Bewegungen des Gallikanismus
in Frankreich, des Josephinismus bzw. der „Los-von-Rom“-Bewegung in Österreich oder des „Reformkatholizismus“
in Deutschland.
@juergen Sie schrieben: „Zudem stellt sich die Frage, wo man z.B. Leute mit „niederen Weihen“ herbekommen
soll, da es diese ja nicht mehr gibt.“ Natürlich gibt es die noch, bei allen Ecclesia-Dei-Gemeisnchaften.
Hier ein aktuelles Beispiel ….institut-philipp-neri.de/…u/achatz_diakon.html.
wiener schrieb: „ich kenne kaum verfechter der zelebration am hochaltar, die die argumentationsform der
„celebratio versus tabernaculum“ verwenden (die es in dieser form tatsächlich erst seit dem barock gab –
und zb. in kathedralen wohl nicht mal dann). die meisten sprechen von der „celebratio ad orientem“ – also
der argumentation der gemeinsamen gebetsrichtung des gottesvolks auf den wiederkommenden christus hin.“
So ist es. Der Tabernakel hat ursprünglich mit der Gebetrichtung nichts zu tun. Sein Ort hat in der Geschichte
des Kirchenbaus vielfach gewechselt. Allerdings ergibt sicht in vielen Kirchen ein etwas schiefer Gesamteindruck,
wenn der Tabernakel mittig hinter dem Volksaltar steht, so daß der Priester dem Allerheiligsten zumindest
während des Kanons den Rücken zuwendet. Hinzu kommt der Umstand, daß das Kruzifix auf dem Altar zumindest
in Deutschland im Zuge der Implementierung des NO immer kleiner und unsichtbarer (Liegekruzifix) geworden
ist, wie es heißt, um den Blickkontakt zwischen dem Vorsteher und der Gemeinde nicht zu „stören“. Ja,
der Anblick des Gekreuzigten stört – besonders wenn man die Erneuerung seines Opfers als vertraulich
gemütliches Gemeindemahl darstellen will. Jedenfalls kommen so diverse Signale zusammen, die alle darauf
hinwirken, die versammelte Gemeinde als eigentliches Subjekt des Geschehens erscheinen zu lassen, während
die Gegenwart des Herrn und das Zeichen des Kreuzes an den Rand oder sogar darüberhinaus nach außen
gedrängt werden.
Tschibo schrieb: „Könnte es wohl sein, dass die Altrituellen ebenso unter legasthenischen Erscheinungen
zu leiden haben. Warum schreiben Sie wie einige andere Ihrer Geistesgenossen meinen Namen so verkehrt.“
Ich nehme ihre Kapitulation in der Sache gerne entgegen.
Tschibo behauptete: „Dennoch ist festzustellen, dass nach NOM die Gemeinde sehr wohl eine Aufgabe hat.
Ohne Gemeinde darf keine Eucharstiefeier stattfinden. Das war zu Privat- und Winkelmeßzeiten anders.
Da war das Volk nur unter ferner liefen vorgesehen, weil der Kult ja nur am Altar spielte und ausschließlich
vom Altardienst als eingespieltem Team abgewickelt wurde.“ Es verhält sich gerade andersherum. Die AEM,
also die deutsche Version der Instructio Generalis für den NO, erlaubt in den Abschnitten 209 und 210
ausdrücklich die Feier ohne Gemeinde und räumt in 211 sogar die Möglichkeit ein, sogar auf den Altardiener
oder überhaupt einen anwesenden Gläubigen zu verzichten. Die Rubriken des OM kennen keine solche Ausnahme,
sondern setzen die Anwensenheit mindestens eines Ministranten voraus. Die allein gefeierte alte Messe
war danach zwar gültig, aber unter Verstoß gegen die Vorschriften. Die Modernisten haben eine merkwürdige
Leseschwäche. Wo Sacrosanctum Concilium bestimmte, daß Latein die Sprache der Kirche bleibe, lesen sie:
Latein ist abgeschafft. Wo die Instructio Generalis schreibt, der Altar solle die Feier der Messe dem
Volke zugewandt ermöglichen, lesen sie, die Feier in gleicher Richtung in gemeinsamer Hinwendung zum
wiederkommenden Herrn sei unerlaubt. Wo der Katechismus die mindestens einmal jährliche individuelle
Beichte der schweren Sünden dringend gebietet (Nr. 1457) tragen sie die Beichtstühle aus den Kirchen…
Nur Analphabetismus, oder doch bewußte Abwendung von der Kirche?
möchtegern schrieb: „Sicher könnte er Bischof eine schlechte Auswahl verhindern, wenn er vorschreibt,
dass ein Hochgebet ausgewählt wird, in dem das ‘Opfer’ ausgiebig erwähnt wird. Dann sind Sie aber wieder
beim 1. Hochgebet – aus dem Canon der Alten Messe.“ Die Bischöfe haben eine Auswahl getroffen, indem
sie bei der Abfassung des Gotteslobes das 2. Hochgebet in den Ablauf der Gemeindemesse integrierten und
die Nummern 1, 3 und 4 in den Anhang verschoben haben. Damit ist klar, welche Auswahl sie für die Praxis
vorschlagen. Auf Typs Rechnungen muß man nicht weiter eingehen – er ist ein Troll, und die meisten hier
haben das auch schon durchschaut.
Verzweiflung breitet sich aus bei denen, die ihre Dauerdemonstration der „Hermeneutik des Bruches“ und
die Hegemonie für ihre Heräsien durch die nun nicht mehr zu bestreitende „Freigabe der alten Messe“
gefährdet sehen. Tschibo, der anscheinend das seltene Glück hatte, eine nach den Vorgaben gefeierte
Messe im NO zu erleben, bricht in geradezu hymnische Lobgesänge aus. Wobei er sicher selbst weiß, wie
unberechtigt es ist, da zu verallgemeinern, wo der Mißbrauch zur Regel geworden ist. Oder feiert er genau
die Mißbräuche? Er wird sich noch wundern. Gotthart kündigt die Verwässerung des alten Ritus durch
Einführung neuer und ihm fremder Bräuche an – das wird nicht geschehen. Die Entwicklung wird umgekehrt
verlaufen: Reform der Reform durch die Ausstrahlungskrft des alten Ritus und „geistge Entwaffnung“ der
Fälscher, für die die wahre Kirche erst 1965 begonnen hat. Übrigens: Die Handkommunion wurde ganz wesentlich
von Kräften, die den Glauben an die Realpräsenz unterminieren wollen, durch Betrug und Erpressung eingeführt
und beruht immer noch nur auf einem Indult – es könnte eines Tages auslaufen. Und Typ, dem Troll, hat
es wieder mal die Sprache verschlagen.
Benedikt schrieb: „Typ ist ein Häretiker? Wo ist denn der Beleg? Typ ist offenbar ein Ultratraditionalist,
der für Prostratio und urkirchliche Bußpraxis eintritt“. Da habe ich ganz entschieden eine andere Auffassung.
Typ sucht sich gelegentlich aus der Tradition Dinge heraus, die sich entweder verzerrt darstellen lasssen
oder die er zu diesem Zweck aus ihren Zeitbezügen löst, um die Tradition insgesamt zu diskreditieren.
Das ist ein beliebtes Mittel, um dem Relativismus freie Bahn zu schaffen.
Romulus schrieb: „Langsam wird es eng für die Modernisten.“. Ja – eng wird es für die Halb- oder Dreiviertel-Häretiker
vom Schlage eines Typ oder Gotthard, die zwar behaupten, die Messe nach dem Willen des Konzils zu feiern –
die aber in Wirklichkeit der „Hermeneutik des Bruchs“ verhaftet sind und unter Ausnutzung von Schwächen
des Missales Pauls VI Eucharisitiefeiern selbst vornehmen oder bejubeln, bei denen wesentliche Inhalte
der Glaubenslehre verfälscht oder verschwiegen werden. Modernisten sollte man diese Sorte nicht nennen –
die Modernisten waren immerhin großenteils ernsthafte, wenn auch nicht rechtgläubigen Theologen. Die
Kaputt-Reformierer können nur gedeihen, solange sie die Fiktion aufrechterhalten, nach 1965 und erst
recht nach 1969 sei alles neu geregelt worden, weil vorher (oder zumindest seit Papst Gregor) alles schlecht
und umstürzenswert gewesen sei. Wenn man ihnen diesen Boden unter den Füßen wegzieht, müssen sie sich
wieder an der einen und unteilbaren Tradition der Kirche messen lassen. Dann haben die Roßtäuschertricks
ein Ende, dann heißt es Farbe bekennen.
Typ versuchte sich mit: „Im Übrigen ging es vorher gar nicht darum, ob das II. Vatikanische Konzil irgendeine
dogmatische Relevanz habe, sondern nur darum, ob die Petrusbrüder gegen das Konzil seien. Und DER Verdacht
ist und bleibt nicht ohne Weiteres von der Hand zu weisen, weil die Petrusbrüder dezidiert gegen SC verstoßen…“
Sie sind ja noch ungeschickter, als die Polizei erlaubt. Die Praxis der Petrusbruderschaft und der anderen
altrituellen Gemeinschaften in der Kirche beruht – schon mal gehört – auf päpstlichem Indult (Ecclesia
dei) und bischöflicher Zustimmung – da können Sie keinen „Verstoß“ hineinlügen. Diese Gemeinschaften
haben die Erlaubnis und die Auflage zur Verwendung der Bücher von 1962 – eigenmächtig da irgendwas „reformieren“,
so wie es Reformierten wie Ihnen in den Sinn kommt, ist da nicht. Und natürlich ist es erlaubt, darüber
nachzudenken und zu diskutieren, wo die Pastoralaussagen des 2. Vatikanums ihren Zielen gerecht oder nicht
gerecht geworden sind und wo sie zur Anpassung an die inzwischen besser erkannbar gewordenen gegenwärtigen
Verhältnisse zu modifizieren sind. Als besonders anpassungswürdig erweist sich heute die zwar legitimer- ,
aber auch erheblich unsachgemäßer weise neu geschaffene Liturgie der Bücher von 1969. „Reform der Reform“
steht auf der Tagesordnung, und Zurücknahme von allem, was in der Intention einer „Hermeneutik des Bruches“
gelegentlich in einige Texte des Konzils hineingemogelt oder öfter noch herausexegetisiert worden ist.
Typ vierteilte Haare, die schon vorher recht dünn waren: „Um zu „konzedieren“, muss wohl ein entsprechender
Wunsch vorliegen. Eine Konzession ist niemals ein Befehl.“ Aber der Auftrag, mehrere Gemeinden zu versorgen,
ist ein bindender Auftrag. Und wenn der Priester, wie es recht ist, diesen Auftrag damit besser erfüllen
kann, daß er zwei oder drei Messen an verschiedenen Orten liest, dann gehen die drei nur theoretisch
trennbaren Elemente in Eines: – Der Auftrag des Bischofs – Die Anfrage des Priesters zwecks Gewährung
der dazu erforderlichen Mittel (Bination) – Die entsprechende Gestattung des Bischofs Aber auch ihr Übersetzungsversuch
von „concedere“ nur mit „gestatten“ ist mißlungen. Dieses „concedere“ der Rechtssprache stammt nämlich
aus einer Zeit, in der Chefs ihren Untergebenen das Ende einer Unterredung mit den huldreichen Worten
ankündigten: „Sie dürfen jetzt gehen, Typ.“ Das war keine Gewährung einer zuvor ausgesprochenen Bitte,
sondern die eindeutige Ansage: Nun verschwinden sie schon. Mit ihrem „Eine Konzession ist niemals ein
Befehl“ liegen Sie also genauso falsch wie mit ihrem einleitenden „„1. Kein Pfarrer DARF drei Messen an
einem Tag feiern – kennt der zitierte Priester das kanonische Recht nicht?““ Erst darf er nicht, dann
muß er nicht, und am Schluß bleibt ihm nichts anderes übrig. Nicht Ihr Tag heute.
Typ tippte ziemlich verzweifelt: „Das ist falsch. Die Bischöfe haben Bi- und Trination überhaupt nicht
gestattet, sondern es ist einfach gängige Praxis, die im Widerspruch zum kanonischen Recht steht.“ Wie
kommen Sie denn darauf? Schon eine kurze Googelei brachte ein solches bischöfliches Gestattungs-Dokument
www.cath-vs.ch/…uments/D2-3-1.pdfzum Vorschein – wahrscheinlich findet man leicht noch mehrere davon.
Und die meisten werden noch nicht mal im Web stehen. Meinen Informationen nach gibt es wohl in allen Deutschsprachigen
Diözesen entsprechende Weisungen, Erlasse u.ä. Und mit Ihrer Unterscheidung von dürfen und müssen
haben Sie endgültig die Grenze zur absurden Haarspalterei überschritten: Natürlich geben die Bischöfe
den Auftrag zur sonntäglichen Trination nicht aus Jux und Dollerei, sondern verbinden das mit dem klaren
Auftrag: Nun mach das gefälligst auch, damit wenigstens in drei Gemeinden von den fünfen, die Du versorgen
mußt, ein Sonntagsgottesdienst stattfindet. Ich sehe keinen gerechten Grund, mit dem ein Priester die
Erfüllung dieses Auftrages ablehnen könnte: Der Bischof handelt exakt im Rahmen des Rechtes, und was
er verlangt, ist in der Regel wohl begründet. Bei dieser Lage der Dinge ist – wie im letzten Abschnitt
des Papiers aus der Diözese Sitten nachzulesen – vielfach noch nicht einmal eine individuelle Erlaubniss/Beauftragung
nötig: Für die nicht regelmäßige Trination erteilt der Bischof seinen Priestern eine pauschale Erlaubnis.
Die Formulierung von can 905 $2 steht dem nicht entgegen.
virOblationis schrieb: „Es mag ja alles gut gemeint sein, aber nach den Erfahrungen der letzten Jahrzehnte
ist Skepsis gegenüber jeglicher Veränderung des überlieferten Ritus wohl verständlich.“. Zustimmung.
Ein Moratorium von weiteren 40 Jahren, in denen überhaupt nichts am alten Ritus verändert würde, wäre
sicher durchaus angemessen. Was die Veränderungen in den Jahren 1940 – 1960 betrifft, habe ich zwiespältige
Gefühle. Die Verlegung der Feier Osternacht in die Osternacht und die Aufnahme des Hl. Joseph in den
Canon sind sicher von der Sache her nicht zu kritisieren. Aber andererseits sollte gerade der Canon wegen
seines ehrwürdigen Alters vor allen Eingriffen geschützt sein. Die Bestrebungen, den hl. Joseph in die
Liste der Canon-Heiligen aufzunehmen, sind ja schon sehr alt, und mir gefällt sehr gut, wie Papst Pius
IX reagierte, als man die entsprechende Bitte an ihn herantrug: „Das kann ich nicht machen“, soll er geantwortet
haben, „ich bin doch nur der Papst“. Ein wenig von dieser Haltung hätte man dem einen oder anderen unter
seinen Nachfolgern auch gewünscht.
Typ tippte: „1. Kein Pfarrer DARF drei Messen an einem Tag feiern – kennt der zitierte Priester das kanonische
Recht nicht?“ Warum bestehen Sie darauf, Ihre Unwissenheit zur Schau zu stellen? Nach Can. 905 §2 www.intratext.com/IXT/LAT0010/_P37.HTM
haben die Ortsbischöfe das Recht, Priestern bei entsprechendem Bedarf die zweimalige Feier der Messe,
an Sonn- und Feiertagen auch die dreimalige Messfeier zu gestatten. Zumindest in den deutschsprachigen
Ländern wird von dieser Möglichkeit sehr umfassend Gebrauch gemacht, so daß die meisten Priester an
Sonntagen tatsächlich dreimal die hl. Messe feiern.
virOblationis befürchtete: „Dann kämen neue Präfationen hinzu. (Reichen die alten nicht aus?) Eine
erste Maßnahme wiederum am Schreibtisch erdachten Machens von Liturgie. (Lehnte Kard. Ratzinger solches
nicht gerade ab?)“ Es geht hier nicht um irgend etwas am Schreibtisch Erdachtes. Die Tradition der Kirche
hat Hunderte von Präfationen hervorgebracht, unter denen viele von ganz außerordentlich hohem Wert sind.
Andererseits hat es aber auch immer Präfationen gegeben, die zu Recht Bedenken hervorrufen mußten. Deshalb
hat die Kirche, ebenfalls zu Recht, die Präfationen in der Neuzeit streng reguliert und den Bestand an
offiziell zugelassenen Präfationen nur selten verändert. Der damalige Kardinal Ratzinger hat sich in
Fontgombault dafür eingesetzt, den Schatz vorhandener, altehrwürdiger, aber offiziell nicht zugelassener
Präfationen zu sichten und einige davon für den alten Ritus (aus dem sie hervorgegangen sind) wieder
zuzulassen, und so die Verbindung zwischen dem Festgedanken des Tages und dem eigentlichen Hochgebet zu
stärken. An „Neudichtungen“ oder Eingriffe in alte Texte hat er dabei sicher nicht gedacht.
Christian Hüller schrieb: „Ich meine schon, dass dieser Papst ganz gut war für SEINE Zeit und dass auch
das Konzil Früchte hervorbrachte, die man insgesamt positiv sehen kann, wie z. B. eine stärkere, autoritativ
abgesegnete Inanspruchnahme der Laien in Glaubensdingen.“ Darüber kann man sicher diskutieren. Aber man
kann auch einiges daraus lernen: Erstens, daß es sehr wichtig ist, die herrschenden geistigen Hauptströmungen
einer Zeit nüchtern einzuschätzen und nicht der Versuchung nachzugeben, solche Strömungen für den
Atem des Heiligen Geistes zu halten. Zweitens, und das vielleicht noch wichtiger, bei jeder immer wieder
erforderlichen Inbetrachtnahme von Erscheinungen der Gegenwart sich nicht allzusehr auf’s umstandslos
„heutige“ zu fixieren, wie das unter dem Schlachtruf vom Aggiornamento doch oft geschah. Denn selbst wenn
das, was dann gemacht wurde, für das damalige „Heute“ richtig gewesen wäre, wäre es doch leicht schon
wenig später „von gestern“ gewesen. Nebenbei bemerkt: Die Rolle der Laien in Kirche und Gesellschaft
wird nicht erst seit dem Vatikanum II hoch geschätzt. Werfen Sie einmal einen Blick auf die Geschichte
der mittelalterlichen Pilgerbewegungen, der frühneuzeitlichen Bruderschaften und des neuzeitlichen katholischen
Vereinswesens. Was nach dem Vat. II besonders stark neu hinzukam, war die „Klerikalisierung“ der Laien –
oft verbunden mit einer Abkehr vom Apostalat in der Welt.
HvO plapperte: „Er war ein ganz kalter meisterlicher Plausibilisierer von Ideen zur Zerstörung der Kirchen,
die es schon seit wenigstens 200 Jahren gab.“ Nun mag man ja zu einigen Ergebnissen des Konzils und zu
seiner Implementation insgesamt durchaus eine kritische Haltung einnehmen – aber das, was Sie hier von
sich geben, ist ausgemachter Blödsinn. Was JXXIII vom Konzil erwartete und erhoffte, muß nicht verschwörungstheoretisch
ermittelt werden. Es ist dokumentarisch festgehalten in den Ergebnissen der Römischen Bischofssynode
von 1960 und vor allem in den Schemata zur Vorbereitung des Konzils – die dann auf dem Konzil von der
„Europäischen Allianz“ brutal gekippt wurden, eben weil sie traditionstreu waren. JXXIII hat die Epoche
und ihre geistigen Hauptströmungen, wie man heute sehen kann, in vielem nicht richtig eingeschätzt und
wohl auch durch seine Vorgabe des „Nichts als falsch verurteilen – aber das Richtige stützen“ unheilvolle
Weichenstellungen vorgenommen. Einen Plan zur Zerstörung der Kirche hat er genausowenig verfolgt wie
irgendeiner seiner Vorgänger.
Fontgombault 2001 Die Mönche von F. verwenden für die Konventsmessen und nur für diese eine von der
Kommission Ecclesia Dei genehmigte Form der Bücher von 1962 unter Einschluss der Veränderungen nach
dem Missale von 1965. Dadurch wird z.B. wie in vielen monastischen Traditionen, aber auch in bestimmten
Fällen der 62er-Liturgie üblich, das Staffelgebet verkürzt. Der damalige Kardinal Ratzinger hat sich
als Zelebrant der Konventsmesse diesem Brauch angeschlossen. In seinem abschließenden Beitrag zur Tagung
unterstützte er die Ansicht an, daß es zunächst als vertrauensbildende Maßnahme nötig sei, nichts
am Ritus von 62 zu ändern. Der klassische Ritus könne jedoch nicht auf Dauer eingefroren bleiben, sondern
solle sich als lebendiger Teil der Kirche weiterentwickeln. Als Beispiele nannte er die Aufnahme neuer
Heiliger (er nannte M. Kolbe, E. Stein, die Martyrer Spanien, die Martyrer der Ukraine) sowie die Anreicherung
mit weiteren Präfationen aus dem Schatz der Tradition. Von einer Mischung mit den 65er-Regeln für den
allgemeinen Gebrauch war nicht die Rede Die sehr lesenswerten Reden auf der Tagung sind auf Englisch veröffentlicht
als „Looking Again at the Question of the Liturgy with Cardinal Ratzinger“, Hg. Alcuin Reid, Saint Michael’s
Abbey Press. Die beiden Beiträge von Ratzinger umreißen sehr wahrscheinlich die Inhalte, die auch von
dem Motu Proprio zu erwarten sind.
@Benedikt Genau zu unserer Diskussion bringt The New Liturgical Movement …icalmovement.blogspot.com/
einen sehr interessanten Artikel von Christopher Pearson, der die Sachzwänge, ihre theologischen und
kirchtenpolitischen Hintergründe sowie die strategischen Optionen des Papstes beleuchtet.
Benedikt schrieb: „Für die Anhänger des Alten Ritus spräche sicher nichts dagegen, aber insgesamt gesehen
ist das … kein Thema, das innerhalb der vielen Probleme und Fragen der Kirche an ähnlich hoher Stelle
steht. Dementsprechend ist es auch weniger wahrscheinlich, dass hier bis zum Äußersten gegangen wird.“
In der Sache sind wir uns wohl weitgehend einig – wir betrachten sie nur aus unterschiedlichen Blickwinkeln.
Diesen Unterschied kann ich sehr gut an Ihrem letzten Satz verdeutlichen: Der Papst – so verstehe ich
Sie – geht deshalb nicht „zum Äußersten“, weil sonst seine innerkirchlichen Widersacher „zum Äußersten“
gehen würden. Das wäre eine bemerkenswerte Assymmetrie und eine auf Dauer nicht erträgliche Aushölung
des Papstamtes. Das wäre auch dann nicht hinnehmbar, wenn – wie Sie nicht ohne Grund vermuten – auch
das Amt der Bischöfe längst untergraben wäre und diese sich deshalb so windelweich verhalten, weil
ihnen sonst der Klerus weglaufen würde. Wohin ein solches „institutionalisiertes Zurückweichen“ letzten
Endes führen würde, kann man sehr gut an der Entwicklung der Episkopalkirche in den USA verfolgen: Irgend
wann ist Schluss. Ich glaube aber nicht, daß der Papst auf Dauer zurückweicht, und ich rechne nach wie
vor damit, daß das MP bald herauskommt. Benedict lockt die Gegner taktisch sehr geschickt aus der Deckung
und läßt sie ihr Pulver – wie jetzt in der Antisemitismus-Kampagne – vor der Zeit verschießen. Das
Noch-Nicht-MP hat bereits jetzt mehr bewirktals jedes frühere MP.
Benedikt schrieb: „Das es immer noch Leute gibt, die tatsächlich glauben, ein Papst sei frei von Sachzwängen…ich
empfehle den Kauf eine Kirchengeschichtsbuchs.“ Der Begriff „Sachzwänge“ gefällt mir hier nicht. Die
Differenz ist nicht sachlich, sondern kirchenpolitisch und theologisch. Und sie geht tief. Wie Romano
Amerio beobachtet hat, gab es im Mittelalter Zeiten, in denen es in der Kirche mehrere Päpste gab – dagegen
gebe es in der Gegenwart zwar nur einen Papst, aber mehrere Kirchen. Viele modernistische Bischöfe erkennen
die Autorität des Papstes nur noch nominell an und pflegen ansonsten ihre Privattheologie. Wo diese Modernisten
die Mehrheit im Episcopat haben, wie z.B. in Deutschland, nutzen sie die Bischofskonferenz, um die Minderheit
zum Schweigen zu bringen. (Die sich das allerdings immer weniger gefallen läßt). Wie gering die Achtung
ist, die diese Sorte vor dem Papst und vor allem, was sie unter „Rom“ subsumieren, tatsächlich ist, kann
man auch hier in den Zuschriften gerade zum Thema „Motu Proprio“ sehr gut sehen. Während alle römischen
Stellen, auf die es ankommt, die Existenz des MP bestätigt haben: Erzbischof Ranjith, Kardinal Hoyos,
Kardinal Arinze, Kardinal Kasper und Kardinalstaatsekretär Bertone – tun die Vertreter der DBK-Linie
hier so, als ob das alles nichts zu bedeuten hätte. Und für sie hat es ja auch nichts zu bedeuten –
sie haben sich innerlich längst von Rom getrennt und sind, auch theologisch, in bester deutscher Tradition
zu Protestanten geworden.
Typ schrieb: „Selbstverständlich geht es im can. 20 um Glaubensinhalte“ Sagen Sie. Denzinger sieht es
anderes. Sie müssen Ihr reichlich arrogantes „Selbstverständlich“ also mit Denzinger ausmachen und nicht
mit mir. Die Kirche des Westens hat eine Gestik, die in ihrem Bereich nicht ohne weiteres korrekt verständlich
war, durch eine andere ersetzt, eben um den rechten Ausdruck des Glaubens zu erhalten. Inkulturation nennt
man das. Aber Sie können in Ihrem Archäologismus ja gerne dafür eintreten, statt des Kniens an den
Stellen, wo die alte Kirche und die Orthodoxie auf ihre Weise höchste Ehrerbietung zeigte, wieder die
Prostratio einzuführen.
virOblationis schrieb: „Wenn Can. 20 den Brauch des Niederkniens an den Sonntagen und in der österlichen
Festzeit bis Pfingsten zurückweist, so geht es hierbei sicherlich nicht um zentrale Inhalte des christlichen
Glaubens.“ Tatsächlich geht es hier überhaupt nicht um Glaubensinhalte, wie daran zu sehen ist, daß
der can 20 wie die meisten anderen canones des Nicaenum nicht in das Enchiridon Symbolorum Denzingers
aufgenommen worden ist. Wer weiß, daß es den can 20 überhaupt gibt, sollte eigentlich darüber Bescheid
wissen.
ministrant schrieb „„Hab mir nämlich vorhin noch ein bisschen Verstärkung geholt einen angehenden doktor
des kanonischen Rechts hier an meinem Seminar. Aha – noch einer, der dort nichts rechtes gelernt hat.
Wieviel Senkung des Niveaus wollen solche halbliteraten doctores der Welt wohl noch zumuten?
st.georg schrieb „gerade ihr so gelobtes institut in berlin zeigt, dass es keinerlei interesse ( zumindest
in berlin ) für den „alten“ ritus gibt – überall waren in der stadt die kirchen zu ostern übervoll (
grösserer zuspruch als in den letzten jahren ) und bei unserem „lieben“ *g probst waren gerade mal 60
gläubige.“ Na, Ihnen scheint der Schreck ja mächtig in die Glieder gefahren zu sein: Gut 60 war die
Zahl der Besucher im Amt am Ostersonntag, nachdem zuvor bereits über 100 Gläubige an der Feier der Osternacht
teilgenommen hatten. Macht „zu Ostern“ 160 plus. Nicht, daß solche Zahlen überragende Bedeutung hätten.
Aber angesichts der Tatsache, daß es in dem kleinen Teil von Berlin, der überhaupt irgendwie katholisch
ist, so gut wie keinen Hinweis auf die Existenz des Institutes gibt und nur der dorthin findet, der aktiv –
z.B. im Internet – nach dem alten Ritus sucht, ist die Besucherentwicklung am ISPN überaus erfreulich.
Am heutigen weißen Sonntag hatte die Gemeinde übrigens vier Kommunionkinder, und es besteht kein Grund
zu der Annahme, daß auch nur eines davon heute zum letzten Mal in der Sonntagsmesse gesehen wurde.
@roemkath Sie schrieben: „Und dann erkläre man mir, bitteschön, wieso man mit ein und demselben Altar,
aber in unterschiedlicher Verkleidung, mal respektlos umgeht und dann plötzlich vor leerem (!) Tabernakel
eine Kniebeuge macht.“ Die Kleriker und Laien, die den Altar schmücken, machen eine Kniebeuge ab dem
Augenblick, wo das Kruzifix auf dem Altar steht. Der Film kommt übrigens nicht von Pius, sondern von
Petrus , und ich kann gut verstehen, daß er den nachkonziliaren Bilderstürmern wahre Albträume verursacht:
All ihr Wüten in 40 Jahren praktischem Kalvinismus erweist sich als umsonst. Hier noch eine kleine Information
für die Freunde des „richtigen“ Altares: Die erste Kirche Wiens, in der ein „Volksaltar“ fest eingebaut
wurde, war bekanntlich die Rochuskirche – und eben dort wurde der Volksaltar im letzten Herbst als erster
auch wieder abgebaut. Seitdem wird auch im NO nur noch am alten Hochaltar zelebriert. In Berlin war die
Kirche St. Afra die erste, in der die Messe „ad populum“ gelesen wurde, und zwar „ad experimentum“ bereits
in den dreißiger Jahren. Schon in den 50 Jahren wurde dann der Hochaltar abgerissen und ein „Volksaltar“
aufgestellt. Dieser Volksaltar steht zwar immer noch – aber er wurde vom Institut St. Phili Neri dauerhaft
als Hochaltar gestaltet, und seit etwa drei Jahren wird ausgerechnet dort als erster Kirche Berlins wieder
ausschließlich im alten Ritus und „ad dominum“ zelebriert. Hier findet man Bilder ….institut-philipp-neri.de/index.htmldavon,
wie es an den Tagen des Triduums dort zuging.
@Tridentinus Sie schrieben: „Die Psalmen Beas wurden mE in alle liturgischen Bücher eingearbeitet. Fielen
sie dann 1960 wieder weg oder gabes einfach wieder Bücher, die die alten Vulgata-Psalmen hatten? Offiziell
waren Beas Psalmen sowieso nur fakultativ.“. Ich habe mich vorhin geirrt. Die Bea-Psalmen wurden auch
noch im Brevier von Johannes XXIII. von 1960 verwandt – sie verschwanden erst 1972 mit dem Brevier Pauls
VI., dessen Psalmen weitgehend, aber nicht vollständig, der alten Vulgata entsprachen. Einige Änderungen
aus der Bea-Version blieben erhalten, aber die Neo-Vulgata brauchte auch neue Änderungen. Die Bea-Psalmen
wurden m. nur für das Brevier verwandt – im Ordo Missae blieb es bei den Texten aus der Vulgata, dieses
Auseinandergehen wurde von vielen als sehr unglücklich empfunden. Inwieweit die Bea-Psalmen fakultativ
waren, weiß ich nicht – die mir bekannten Druckausgaben nach 1945 enthalten jedenfalls diese Version.
Ein Priester, der 1940 geweiht wurde, hätte jedenfalls – sofern er rubrikentreu war – 6 Jahre lang die
Psalmen der Vulgata gebetet, dann 26 Jahre lang die Pius XII-Version und seit 1972 die Paul VI-Fassung.
Dazu kamen im 10-Jahres-Rhythmus teilweise einschneidende Rubrikenänderungen. Problematisch ist bei den
Psalmen vor allem, daß die Vulgata, die 1500 Jahre lang Leben und Lehre der Kirche leitete, ständig
zurückgedrängt wurde zugunsten mehr oder weniger künstlich erschlossener hebräischer „Urtexte“ – als
ob es keinen Unterschied zwischen vor und nach Chr. gäbe.
@Tridentinus Sie schrieben:„Und dann ist es natürlich zu bedauern, dass selbst die FSSPX die Verstümmelungen,
die dem Ritus Romanus seit 1955 zugefügt wurden (bzgl. der Psalmenübersetzung schon 1945!), mitvollzieht.“.
Nun ja – selbst wenn einige dieser frühen Reformen durchaus ihre bedenklichen Seiten haben (nicht nur
ästhetisch), so gab es doch auch Gründe, die dafür sprachen, und man sollte sich deshalb nicht in Widerspruch
zu Rom drängen lassen. Was aber die Psalmenübersetzung unter Kardinal Bea, Promulgiert von Pius XII.
betrifft, so ist diese ja doch praktisch dadurch wieder rückgängig gemacht worden, daß im Brevier von
1960 wieder die Psalmen nach der (Neo)Vulgata verwandt wurden, die weitaus näher am alten Text stehen.
Allerdings haben die Bea-Psalmen später die Vorlage für die Deutsche „Einheitsübersetzung“ geliefert
und sind in dieser Form nach faktischer Abschaffung des lateinischen Breviers dann doch auch heute wieder
aktuell.
Dalmatik und Tunicella Aurelius fragte: „Wie dem auch sei, kann mir jemand das mit den „einfachen, vorn
eingeschlagenen Meßgewändern“ erklären? Gibt es da Fotos?“. Klar gibt es das. Eine Ausführliche Erklärung
des Brauches, seiner Herkunft und Praxis (mit Konstruktionszeichnung) gibt Occidentalis occidentalis.blogspot.com/…olded-chasubles.html,
Fotos zeigt die Homepages von St. Clements in Philadelphia hier www.s-clements.org/…Wednesday/index.html.
St. Clements ist eine sog. Anglo-Katholische Gemeinde innerhalb der ameriakanischen Episkopalkirche, d.h.,
sie steht nicht in Gemienschaft mit Rom. Konservative Anglo-Katholiken haben die Liturgischen Reformen
der 50er Jahre, die von anderen nicht mit Rom vereinten Anglikanern nachvollzogen oder überboten wurden,
nicht mitgemacht. In der Katholischen Kirche kamen die „eingeschlagenen Meßgewänder“ mit den Reformen
Pius XII. in den 50er Jahren außer Gebrauch, ob sie formell abgeschafft wurden, weiß ich nicht. Schon
die Tatsache, daß für levitierte Hochämter in Bußzeiten eine eigene „Kleiderordnung“ bestand, zeigt,
daß solche Ämter in der Fastenzeit möglich und sogar üblich waren. Tatsächlich ist ja, was die „Häretiker
der Formlosigkeit“ gerne übersehen, das Pontifikalamt oder eben das levitierte Hochamt die eigentliche
Grundform der hl. Messe, aus der sich erst später die Missa Privata entwickelt hat – deren stark reduzierter
Formenbestand dann durch die Bugnini-Reformen zur Grundform der „Gemeindemesse“ aufgewertet wurde, die
dann ihrerseits auch das Schema für alle anderen Messfeiern abgibt.
@Athanasius Sie schrieben:„Man hat also eine Formel angenommen, in der ‘Traditionalisten’ (d.h. römisch-katholische,
rechtgläubige Gläubigen – meist Laien – die am sog. ‘Tridentinischen’ Ritus und den verbindlichen Glaubenswahrheiten
der katholischen Kirche festhalten) als Schismatiker eingestuft werden „. Woraus schließen Sie das? Meines
Wissens gibt es keine Formel mit einem solchen Inhalt. Ich werde versuchen, den unterzeichneten Text zu
bekommen, es kann aber noch eine Weile dauern, da Propst Goesche derzeit in einer Kur ist, die er lediglich
zum Besuch in Köllerbach für ein paar Tage unterbrochen hat. Ich denke, es ist davon auszugehen, daß
sich auch das Bistum Trier an den aktuellen Klarstellungen von Kardinal Castrillion Hoyos und Erzbischof
Ranjith orientiert, in denen ausdrücklich festgestellt worden ist, daß die Priester und Gläubigen der
Piusbruderschaft nicht exkommuniziert sind – umso weniger die einige Jahre lang „frei schwebenden“ Gläubigen
von Köllerbach. Es besteht also kein Grund, hier im Alarmton völlig ungesicherte Ansichten zu verbreiten.
Ach nee, Herr Pacik Hat denn niemand diesem Schwachkopf das neueste Interview von Erzbischof Ranjith …icalmovement.blogspot.com/,
dem Sekretär der Gottesdienstkongregation, entgegengehalten? Das Interview ist dort unter Datum vom 21.2.
wiedergegeben. Danach dürfte wohl für jedermann feststehen, daß die alte Messe da ist und da bleiben
wird, und daß Protestantisierer wie Pacik sich schon mal um einen neuen Job bei einer evangelischen Kirche
umsehen können.
Das Gerücht, das Motu Proprio sei gestorben, ist nur hier auf kreuz.net zu lesen -keine der sonst gut
informierten Quellen im Netz hat davon gehört. Allerdings gibt es eine bestimmte Richtung in der Piusbruderschaft
und natürlich bei den Sedisvakantisten, die dieses Grücht schon mehrfach gestreut hat – vermutlich weil
sie das Wiedervereinigungsangebot des Papstes fürchtet. Nun, allen, die glauben, das MP sei von Anfang
an nur ein Gerücht gewesen, empfehle ich noch mal die Lektüre des Interviews mit Kardinal Castrillion
Hoyos in der Tagespost vom 6. 2., in dem er mit der größten Selbstverständlichkeit über den Inhalt
und die Zielsetzung dieses Dokumentes spricht. Oder den Gedanken an die Exhortation zur Synode über die
Eucharistie – die ja auch noch nicht veröffentlicht ist, die aber so sicher kommen wird, wie das Amen
in der Kirche (oder ist das auch schon wegreformiert?) Der hl. Vater sieht klar, wo die Widerstände sitzen,
und er hat auch zur Kenntnis genommen, daß das MP seines Vorgängers durch den Widerstand ungehorsamer
Bischöfe fast wirkungslos geblieben ist. Anscheinend hat er daraus eine Strategie entwickelt: Die Diskussion
kommt vor dem Motu Proprio – schon jetzt hat das offiziell noch gar nicht exisitierende Dokument die allgemeine
Klimalage sehr positiv verändert. Nur noch offene Vertreter der vom Papst verurteilten Hermeneutik des
Bruches wagen es, die alte Messe frontal zu attackieren. Wenn das MP dann kommt, wird es auf einen gut
vorbereiteten Boden fallen.
@Benedikt Sie schrieben: „Sind die Mitglieder des Instituts vom Guten Hirten nicht inkardiniert? Wurde
nicht unlängst gemeldet, dass einer von ihnen dort eine Pfarrerstelle bekommt?“ Die Mitglieder von Bon
Pasteur sind ebenso bei ihrem Präpositus inkardiniert wie die Mitgleider von St. Philipp Neri bei dem
ihrem. Damit sind sie in einer regulären kirchlichen Struktur, haben aber, da keinem Bistum zugehörig,
keinen über ihr Institut hinausreichenden Seelsorgeauftrag. Wenn sie in der öffentlichen Seelsorge tätig
werden wollen, brauchen sie dazu einen Auftrag des zuständigen Diözesanbischofs. In Bordeaux wurde das
so geregelt, daß der Bischof eine nicht lokal definierte Personalgemeinde errichtet und ein Mitglied
des Instituts nach Absprache mit dem Präpositus dort als Pfarrer eingesetzt hat. Diese Pfarrei führt
eigene Kirchenbücher und untersteht wie andere Pfarreien der Verwaltungsaufsicht des Bistums. In Berlin
und künftig in Trier ist das meines Wissens etwas anderes geregelt. Das ISPN bzw. seine Ableger bilden
keine Personalgemeinden und führen keine Kirchenbücher. Der Bischof überträgt den Priestern des Instituts
für seinen Bereich bestimmte Aufträge und stellt sicher, daß die im Rahmen dieser Aufträge erfolgenden
Amtshandlungen (Taufen, Firmungen, Eheschließuingen usw.) in den Kirchenbüchern der Heimatpfarreien
der Gläubigen eingetragen werden. Über die Bedeutung der rechtlichen Unterschiede mögen sich Juristen
den Kopf zerbrechen – praktisch läuft das wohl aufs Gleiche hinaus.
#11 Bernado 13:30:11 | Donnerstag, 15. Februar 2007
@Alois Hudal Sie schrieben: „Soweit ich weiß, wird bereits sonntags in Rehlingen die klassische römische
Messe vom Institut Christus König zelebriert. Das wären dann schon zwei Messen im Bistum Trier.“ Die
Sonntagsmesse in der Kirche der weissen Väter wurde bisher von verschiedenen Geistlichen zelebriert,
die Koordination oblag im Auftrag von Bischof Marx Herrn Pfarrer i.R. Franz-Josef Biesel. Wie auf der
Website des ISPN ….institut-philipp-neri.de/neu/koellerbach.html zu erfahren ist, hat der Bischof jetzt
mit Pater Bartels (geweiht 2006) einen weiteren Priester für die Seelsorge im alten Ritus ins Bistum
geholt. Mit ihm und mit P. Ulitzka stehen im Bistum jetzt also 2 „hauptamtliche“ für diese Aufgabe zur
Verfügung. Es sieht also so aus, als ob man sich an Saar und Mosel auf steigende und langfristige Nachfrage
nach den traditionellen Formen der Liturgie und der Sakramentenspendung einstelen wollte.
#8 Bernado 11:37:49 | Donnerstag, 15. Februar 2007
Selbstgestrickter Messordo Einmal abgesehen davon, daß es jeder Berechtigung entbehrt, den Novus Ordo
als die Messe zu bezeichnen, die das 2. Vatikanum gewollt hat: Wenn es zutrifft, wie hier die Eucharistiefeiern
in der Bayreuther Schloßkirche beschrieben werden, muß man wohl befürchten, daß der Vorsteher am Altar
nicht das tun will, was die Kirche tut – d.h. daß die ganze Veranstaltung gar keine gültige Meßfeier
darstellt.
@Athanasius Sie schrieben: „Schön dass das ‘Institut St. Philipp Neri’ aus Berlin auf ihrer Homepage
auch noch behauptet, dass die röm.-kath. Gemeinde von P. Ulitzka OFM doch irgendwie im Schisma und ausserhalb
der katholischen Kirche stand. Man hat auf institut-philipp-neri.de geschrieben: Am 1. Fastensonntag (25.
Februar) findet im Saarländischen Püttlingen die Rekonziliation (Versöhnung) einer bisher außerhalb
der vollen Gemeinschaft mit der Kirche stehenden Ge meinde und ihres Priesters statt.“ Mir scheint, Sie
haben im Eifer des Gefechtes nicht recht hingeschaut. Der Ausdruck „außerhalb der vollen Gemeinschaft“
sagt jedenfalls nichts von „Schisma“ und auch nichts von „außerhalb der Kirche“, sondern er sagt genau
das, was er sagt, nämlich außerhalb der vollen Gemeinschaft. Es gab also offensichtlich eine Gemeinschaft
und insoweit ein „innerhalb der Kirche“, aber diese Gemeinschaft war nicht vollständig – wie hätte sie
vollständig sein können, wenn die Gemeinde sich außerhalb der diözesanen Ordnung einen eigenen, ebenfalls
außerhalb dieser Ordnung stehenden Priester anstellte? Genau dieser nicht ordnungsgemäße Zustand wird
jetzt wieder in Ordnung gebracht – das ist doch schön, oder? Manchmal denke ich, einige Leute haben sich
so in ihre (und jetzt meine ich das Wort) schismatische Haltung verrannt und träumen so sehr vom Aufbau
einer Gegenkirche, daß sie es nicht ertragen, wenn andere wieder in die volle Einheit zurückkehren.
Ubi Petrus, ibi ecclesia.
Gotthard schrieb: „Also lasst uns die Eucharistie feiern, wie wir es seit 40 Jahren gewohnt sind“ Das
ist schon ein bemerkenswerter Satz, wenn man bedenkt, daß wir das Jahr 2007 schreben. Aber vielleicht
empfehlen Sie uns ja demnächst auch den Übergang zu einer erneuerten Jahreszählung, die das Jahr 1965
oder 1969 zum Dreh- und Angelpunkt der Geschichte macht. Ich frage mich, was Sie und andere, die sich
so heftig gegen die Feier der Messe der Heiligen wenden („missa schismatica“) sagen werden, wenn der hl.
Vater das Motu Proprio zur Festigung der Rechtsstellung des alten Ritus veröffentlicht haben wird. Zumal
es ja bereits von einem anderen Papst ein Motu Proprio gibt, das unzweifelhaft klar macht, daß es legitim
ist, wenn die Gläubigen es mit der Feier der Messe und den Inhalten des Glaubens so halten wollen, wie
es in den Büchern von 1962 festgelegt und nie aufgehoben worden ist. Mir scheint, hier stoßen zwei Haufen
von Sektierern aufeinander: Die einen, die nichts von dem anerkennen wollen, was das 21. Konzil gesagt
hat, und die anderen, die meinen, daß ihnen das, was in den 20 vorhergehenden Konzilien bestimmt wurde,
nichts mehr zu sagen hätte. Gegner nach Außen hin, aber beide voll übereinstimmend in der Hermeneutik
des Bruches und der Diskontinuität, und dabei gleich weit vom Leben der Kirche entfernt, die keine Brüche
oder Revolutionen kennt.
Autorität Genoveva schrieb:„Diese Frage ist nicht mit „höchster Autorität“ beantwortet. Es gibt einen
Brief von Kardinal Arinze, der sich auf einen Wunsch des Heiligen Vaters bezieht und (Sie verzeihen die
Wortwahl) recht mäßig argumentiert.“. Sie belieben zu scherzen. Es handelt sich nicht um irgendeinen
Brief von irgendeinem Kumpel, der zufällig Kardinal ist, an irgendeinen anderen Kumpel. Es handelt sich
um ein offizielles Schreiben der Kongregation für den Gottesdienst, unterzeichnet von deren Vorsitzendem,
S.E. Kardinal Arinze, an die Vorsitzenden sämtlicher nationaler Bischofskonferenzen. Einzusehen (u.a.)
hier …icalmovement.blogspot.com/…nslation-of-pro.html. Wenn Sie die Argumentation als „mäßig“ empfinden,
ist das Ihre Sache – an der Autorität des Schreibens ist schwerlich zu zweifeln. Ich wüßte nicht, was
nach einer päpstlichen Erklärung „ex cathedra“ mehr Autorität haben könnte. Welche Irrtümer hier
in diesem Forum vertreten werden, brauchen Sie mit mir nicht zu diskutieren – die interessieren mich nicht
sonderlich. Mein Interesse erwacht, wenn ich sehe, welchen Irrtümern durch mißverständliche Ausführungen
hoher kirchlicher Autoritäten – im konkreten Fall also einiger durch nationale Bischofskonfrenzen abgesegneter
Übersetzungen von Messtexten – Vorschub geleistet wird. Also: Wenn Sie meinen, daß es in den Konsekrationsworten
„für alle“ heißen sollte, diskutieren Sie das mit der Kongregation für den Gottesdienst, die den lateinischen
Text verwaltet. Solange dort „pro multis“ steht, ist die Übersetzung „für viele“.
@Genoveva Sie schrieben:„Der lateinische Text braucht nicht geändert werden – es geht um die Frage, was
er meint und wie er sachgerecht und sinngemäß ins Deutsche zu übersetzen ist. „. Und genau diese Frage
ist jetzt mit höchster Autorität beantwortet, und zwar nicht aus Willkür, sondern deshalb, weil die
Übersetzung „für Alle“ der Deutung im Sinne populärer Irtümer Vorschub leistet. Wenn ich von Irtümern
spreche, richte ich nicht – das ist weder meine Position noch Aufgabe. Aber ich habe etwas beurteilt –
und ohne die Dinge zu beurteilen, können wir nicht darüber nachdenken und sprechen. Ich wäre dankbar,
wenn diese amerikanische Sitte, jede klare Aussage als „judgemental“ und daher lieblos und unzulässig
zurückzuweisen, uns hierzulande erspart bliebe: Sie hat in der amerikanischen Kirche wesentlich zur Durchsetzung
relativistischer Vorstellungen beigetragen.
@Genoveva Sie schrieben:„Da kommt man wohl mit einem gewissen Automatismus hin, wenn man der Kirche Jesu
Christi nicht mehr als Gläubiger angehört, sondern als Richter gegenübersteht.“. Also so wie sie, wenn
man sich unter Rückgriff auf eine angebliche einzig „theologisch sachgemäße Übersetzung“ anmaßt,
den ausdrücklich mit dem Willen des Papstes begründeten Spruch der Gottesdienstkongregation für irrelevant
zu erklären. Wenn Sie glauben, daß an dieser Stelle „für alle“ stehen müßte, dringen Sie doch bitte
bei der zuständigen Kongregationen darauf, daß der lateinische Text nach ihrem und einiger Theologen
Wunsch geändert wird. Solange das nicht geschieht, verschonen Sie uns bitte mit Taschenspielertricks,
die aus einer eindeutigen Aussage im Lateinischen eine wiederum eindeutige, aber anderes besagende Aussage
im Deutschen machen wollen.
Ihre Sorgen Gunsenum zeterte völlig unmotiviert: „Darf ich sie mal drauf hinweisen, dass ihre Manipelproblemchen,
ihr „Würdiges Latein möge im Gotesdienst gesprochen werden“-Problem, etc. rein menschliche Probleme
sind?!“ Wer hätte hier davon gesprochen? Das Problem liegt bei Ihnen und all denen, die nie genug von
den viele kleinen (und in sich oft genug harmlosen) Veränderungen haben können, um die große Abkehr
vom Glauben der Väter zu bewirken.
Übersetzungsprobleme Freinsberg schrieb:„Es ist allerdings sehr schwierig, literarische Gebilde wie Orationen,
die in der Regel aus einem einzigen kunstvollen Satz bestehen, in ordentliches Deutsch zu übertragen.“.
Schwierig schon, aber keinesfalls unmöglich. Der alte Schott zeigt an Hunderten von Vorbildern, wie man
es machen kann. Da die neuen oder neu aufgenommenen Orationen der Editio Typica des Novus Ordo zum großen
Teil den traditionellen Bildungsgesetzen der Orationen des lateinischen Ritus entsprechen, hätte man
ihre Übersetzungen ja an solchen Vorbildern orientieren können. Aber man wollte ja vielfach etwas neues –
nicht die Reform, sondern den Bruch.
pro multis Freinsberg schrieb:„Das Thema ist ausgelutscht. Und zwar schon seit den 70er Jahren.“ Ja –
dann laßt es uns beenden. Rom hat gesprochen; Die Übersetzung von „Pro multis“ ist „für viele“ oder
entsprechend, und jedenfalls nicht „für alle“. Die Texte werden geändert, der Zeitrahmen ist gesetzt.
Alles andere ist Sache der Katechese – Josef Ratzinger z.B. hat deutlich genug gemacht, wie das „für
viele“ des Kanons mit dem auf alle gerichteten Heilswillen des Herrn zusammenhängt. Aber laßt uns endlich
damit aufhören, die Übersetzungen aus dem Latein zu verfälschen, um mal gut, und mal weniger begründete
Erklärungen unter die Leute zu bringen. Und wenn wir gerade dabei sind: Es gibt noch viele andere Stellen
im Missale, bei denen die deutsche Übersetzung ihre Lokaltheologie eingebracht hat, ohne den eindeutigen
lateinischen Text zu berücksichtigen. Viele Gründe für weitere Korrekturen also.
#22 Bernado 13:10:26 | Donnerstag, 8. Februar 2007
Freinsberg fragte „Was ist DT? Den Text von Kard. Castrillon würde ich gerne lesen.“ DT ist Die Tagespost.
Und den Text von Kardinal Castrillon Hoyos finden Sie hier www.die-tagespost.de/…iv/titel_anzeige.asp?ID=29747–
ob Sie ihn dann wirklich gerne gelesen haben werden, weiß ich nicht.
@redaktion Sie schrieben:„Der Heilige Vater wird die Erlaubnis für diesen Ritus, der nicht im Gegensatz
zum heutigen steht, verlängern.“ Meiner Übersetzung nach sagt der Originaltext nicht, daß der Hl. Vater
diese Erlaubnis verlängern wird, sondern daß er sie erweitern wird.
Anglikanische Priesterweihen Credo zitierte: (Papst Leo XIII. – „Apostolicae curae“, 1896). Was Papst
Leo noch nicht wissen konnte: Etwa seit den 40er Jahren des vergangenen Jahrhunderts finden anglikanische
Priesterweihen zunehmend unter Mitwirkung eines Bischofs einer Gemeinschaft der Utrechter Union statt.
Diese Bischöfe stehen zwar nicht in Gemeinschaft mit dem Papst, aber in anerkannter apostolischer Sukzession,
so daß die Ungültigkeit anglikanischer Weihen nicht von vornherein feststeht.
Indult Trier Benedikt schrieb:„Gibts da nicht schon länger eine? Ich meine mich zu erinnern. Allerdings
zu nicht ganz passenden Zeiten (Sonntag Mittag).“ Die Indultmesse in der Trierer Kirche der weißen Väter
gibt es schon seit einigen Jahren. Der Zeitpunkt 15:00 entspricht einerseits der Absicht des Ortsbischofs,
jede Zeitkonkurrenz zur Gemeindemesse zu vermeiden, kommt andererseits aber auch den Besuchern entgegen,
die zum Teil eine längere Anreise auf sich nehmen, um ihrer jeweiligen Gemeindemesse zu entgehen.
@Aurelius Sie fragten:„Aber ist es nicht genau das, was das Konzil von Trient lehrt?“ Gotthard macht sich
hier in guter protestantischer Tradition einen Vorwurf zu eigen, den schon die Reformatoren erhoben haben:
Dazu verkürzt er die katholische Lehre vom Meßopfer, die heute oft in der Begrifflichkeit von der „Vergegenwärtigung
des Kreuzesopfers“ wiedergegeben wird, indem er das Wort „Wiederholung“ betont und dabei so tut, als ob
damit etwas anderes gemeint sei als mit „Vergegenwärtigung“. Die Kirche hat aber immer gelehrt, daß
es nur ein einziges Opfer Christi gab und gibt, daß aber dieses Opfer sozusagen „außer aller Zeit“ und
somit auch „in jeder Zeit“ stattfindet, zu der es durch den Priester als „alter Christus“ mit der Kirche
„aktualisiert“ wird. Das Meßopfer ist wie ein Fenster aus der Zeit in die Zeitlosigkeit. Das Kreuzesopfer
wird also nicht in dem Sinne „wiederholt“, wie man z.B. die Feier eines Jahrestages oder eine Zeremonie
wiederholen kann, sondern eher in dem Sinne, wie sich jeden Tag der Sonnenaufgang wiederholt: Es ist immer
die gleiche Sonne, die über dem Horizont aufsteigt. Und von einem Standpunkt außerhalb der Planetenebene
betrachtet, geht sie weder auf noch unter, sondern strahlt ununterbrochen und unveränderlich (als Sonne
zumindest ein paar kleine Milliarden Jahre lang).
@Katharina L. Sie schrieben: „Und ein Indult ist per definitionem eine „gnadenhafte“ Erlaubnis einer Sache,
die eigentlich nicht erlaubt ist.“. Ihre Argumentationsfigur würde zwar einem Neoscholastiker alle Ehre
machen – aber sie stimmt nicht. Wenn die Sache so einfach wäre, hätte Johannes Paul II nicht 1986 eine
Kommission eingesetzt, eigens um zu klären, ob der alte Ritus nun „abgeschafft“ worden sei oder nicht –
und das Ergebnis anschließend im Giftschrank verstaut. Genausowenig stimmt die Behauptung, der lateinische
Ritus sei nun mal der lateinische Ritus, weil das Missale dieses Etikett trage – unabhängig davon, wie
eingreifend Form und Inhalt verändert worden seien. Nicht nur neoschalistisch – auch noch nominalistisch,
ts, ts. Man muß schon ein ziemlich traditionsentfremdeter Mensch sein, um das, was da in englischer,
lateinischer oder sonstiger Sprache heute an einigen Altären geschieht, als Verkörperung deslateinischen
Ritus in eins zu setzen. Die Praxis jedes Bischofs, der in seiner Diözese nicht nur die 200 amtlichen
Varianten des Novus Ordo, sondern auch noch diverse nicht-amtliche, einige davon mit häretischem Inhalt,
zuläßt, den traditionellen Ritus jedoch keinesfalls duldet, belegt eindeutig, daß zumindest diese Bischöfe
glauben, daß mit dem NO etwas völlig neues eingeführt worden sei, das gegenüber dem früheren völlig
inkompatibel ist. Das ist zwar auch eine Art von Glauben, aber nicht der der katholischen Kirche in der
Gemeinschaft der Heiligen.
@katharina L. Sie schrieben:„Ich gehe nicht fälschlicherweise davon aus, sondern korrekterweise. Dass
sich das Messbuch 1970 als überarbeitete Auflage des Messbuchs von 1965 versteht, steht nämlich drin.
Unterschrieben von der zuständigen Autorität. Name: Papst.. Ihrer Halbbildung muß man wirklich mehr
auf die Finger schauen. Daß die Bücher von vor 1969 weder abgeschafft noch generell abgelöst worden
sind, geht daraus zweifelsfrei hervor, daß die Verwendung dieser Bücher durch das Motu Proprio „Ecclesia
Dei“ von 1988 ausdrücklich gestattet worden ist – wenn auch für den öffentlichen Gebrauch der Regelung
durch den Diözesanbischof unterstehend. Dabei hat Papst JPII die Bischöfe gebeten, bei entsprechenden
Genehmigungen großzügig zu sein, worin ihm die meisten Bischöfe freilich nicht gefolgt sind. Daß Papst
Paul VI das Recht hatte, ein neues Messbuch (über dessen tiefgehende Unterschiede zum Vorläufer Josef
Ratzinger ja genug geschrieben hat) zu promulgieren, steht außer Zweifel. Daß diese Neuschöpfung in
vielem mißlungen ist und so als Einfallstor für vielerlei Mißbräuche und Entstellungen der katholischen
Lehre fungiert, leider auch. Es ist daher sehr zu begrüßen, daß mehrere priesterliche Gemeinschaften
vom Papst beauftragt worden sind, den „alten Ritus“ zu pflegen, und daß der Papst mit einem neuen Motu
Proprio den Bischöfen einschärfen wird, die Feier des „alten Ritus“ nicht zu behindern. Tatsächlich
folgen in USA uind Deutschland schon heute immer mehr Bischöfe dieser Aufforderung.
Ist Bischof Lefevbres exkommuniziert? Es macht wenig Sinn, sich dauernd an der Frage „Ist er nun oder
ist er nicht?“ abzuarbeiten. Erstens, weil die Tatsache der Exkommunikation Luthers so manchen heutigen
Kardinal ja nicht daran hindert, ihn als großen Kirchenlehrer zu betrachten, und zweitens, weil die Frage
der alten Messe längst nicht mehr nur mit der Priesterbruderschaft des hl. Pius verbunden ist. Noch vor
drei Jahren wäre es undenkbar gewesen, daß der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz und andere
Bischöfe sich in kurzen Abständen öffentlich zur Frage der alten Messe äußern, daß auf Bistums-Websiten
Abstimmungen Pro und Contra Freigabe stattfinden, daß das Thema nicht nur in der weltlichen Presse, sondern
sogar in der Bistumspresse präsent ist. Schon bevor das erwartete Motu Proprio (und die Exhortation zu
Fragen der Eucharistie im Anschluß an die Bischofssynode vom Oktober 2005, hier gibt es einen Zusammenhang)
veröffentlicht sind, ist es völlig klar, daß die traditionelle Liturgie nie „abgeschafft“ worden ist,
sondern einen Platz in der Kirche hat. Es ist auch klar, daß diejenigen Bischöfe, die sich in ihrem
Kurs zur „Ökumene auf reformatorischer Grundlage“ durch die Legitimität der „alten Messe“ gestört sehen,
ihren Kampf bereits verloren haben: Es wird ihnen nicht noch einmal – wie nach dem Motu Proprio JPII von
1988 – gelingen, im offenen Ungehorsam gegen den Papst die Feier der alten Liturgie zu unterbinden. Lehmann
zeigt, daß die Anpassung an die neuen Realitäten bereits begonnen hat.
Erweiterte Leseordnung Katharina L. schrieb:„Das ist Unsinn. SC 51 fordert eine erweiterte Leseordnung.
Diese liegt 1965 noch nicht vor. Somit ist die vom Konzil geforderte Reform NICHT im Messbuch von 1965
verwirklicht.“ Und Sie wollen behaupten, daß es sich bei den aktuell angebotenen Perikopen um die vom
Konzil geforderte „erweiterte Leseordnung“ handelt? Diese aktuelle Leseordnung ist zwar tatsächlich insoweit
„erweitert“, als sie weitaus mehr Texte als früher aus dem AT bietet – auch solche, deren Aussagekraft
für die Offenbarungsgeschichte eher begrenzt ist und die ohne ausführlichste Erklärung völlig unverständlich
bleiben. Zum Ausgleich dafür hat die neue Leseordnung für die Sonntage die Texte des NT um wichtige
Aussagen beschnitten – Wunderberichte und Engelserscheinungen ebenso wie Verweise auf Teufel, Dämonen
und Verdammnis fielen wo immer möglich der Schere des Zensors zum Opfer. Teilweise verschwinden die „anstößigen
Stellen“ im Nirgendwo zwischen den Sonntagen, teilweise wird aber auch innerhalb der Lesungen selbst hemmungslos
gestrichen. Wann immer bei einer Lesung eine Angabe steht wie Apk 22, 12-14.16-17.20 lohnt es sich sehr,
die ausgelassen Verse nachzulesen. Erweiterte Leseordnung – war wohl nix. Zu ihrem kleinen Taschenspielertrick,
nur auf die Perikopen einzugehen und die tiefgreifenden Veränderung in Opfermesse und Kanon zwischen
1965 und 1969 unter den Tisch fallen zu lassen, brauche ich nicht viel zu sagen. Da müssen Sie noch üben.
Woher dieser Haß? Ich verstehe ja, daß es für die Verleumder des Institust St. Philipp Neri ein schwerer
Schlag ist: Systematisch ziehen haben sie die Serosität von Dr. Goesche in Zweifel gezogen – nicht nur
auf jeder Internetplattform, deren sie sich bedienen können, auch in merkwürdigen Schreiben an Gott
und die Welt. Trotzdem ist es dem Institut ausweislich seiner Website ….institut-philipp-neri.de/index.html
gelungen, in knapp einem Jahr 450000 Euro an Spenden und zinslosen Krediten zusammenzubringen und auch
zusammenzuhalten. Das steht ja nicht nur einfach so da: Wenn dieses Geld nicht tatsächlich vorhanden
wäre, hätten sich die Schwestern ja schwerlich dazu bewegen lassen, einen neuen Vertrag zu machen. Damit
bricht also das ganze Lügengebäude zusammen, und es wird sich auch durch Widerholung der alten oder
Erfindung von neuen Verleumdungen („ornatsüchtig“, „suspendiert“ … ) nicht wiederherstellen lassen.
Die Fakten sprechen eine klare Sprache. Bleibt die Frage, warum einige Vertreter der Tradiszene, aber
auch einige Leute, die eher dem Kurs der DBK folgen, das Institut mit solchem Haß verfolgen. Ist es denn
so schwer zu akzeptieren, daß die alte Liturgie und die Spendung der Sakramente nach den Büchern von
1962 mittlerweile einen gesicherten und ausbaufähigen Platz in der Kirche haben? Das geht offenbar auch
ohne Dauerkonflikt mit dem Papst oder dem Ortsbischof und – wenn auch auf unkonventionelle Weise – eingebettet
in die Rechtsordnung der Kirche.
@Benedikt Sie schrieben: „Könnte der Ortsbischof(!) bzw das jeweilige Generalkapitel das eigentlich revidieren?
Oder hindern sie irgendwelche späteren Konzilsdokumente oder päpstliche Dekrete (oder vielleicht sogar
so eine Art Gewohnheitsrecht)?“. Soweit ich sehe, steht es nicht in der Macht des Ortsbischofs, einen
abgestorbenen Ritus als regulären Ritus wiederzubeleben. Das heißt aber nicht, daß es dem Bischof nicht
möglich wäre, einen solchen Ritus gewissenhaft rekonstruieren zu lassen (was gar nicht so einfach ist)
und dann zu besonderen Anlässen als außerordentliche Form der Liturgie verwenden zu lassen. In England
gibt es derzeit Bestrebungen zu einer solchen Rekonstruktion des Sarum/Salisbury-Ritus; sie werden von
einigen Bischöfen toleriert oder sogar unterstützt, von den meisten anderen jedoch abgeblockt.
#22 Bernado 13:42:45 | Donnerstag, 11. Januar 2007
Oberliturge Ammon sagte gegenüber Radio Vatikan: „Bei der erneuerten Liturgie durch das Zweite Vatikanum
läßt sich aus pastoralliturgischer und pastoraltheologischer Sicht ein Gottesdienst ohne Beteiligung
der Laien eigentlich nicht denken“. Eigentlich. Ein Blick in die „Allgemeine Einführung“ hätte gezeigt,
daß dort eine „Messfeier ohne Gemeinde“ durchaus vorgesehen ist. Nach Absatz 211 kann diese Liturgie
sogar ohne jeden weiteren Anwesenden gefeiert werden – nach der tridentinischen Ordnung war das nicht
erlaubt. In Abs. 7 der AEM steht übrigens: „In der Tat unterscheidet sich das Messbuch von 1570 nur wenig
vom ersten gedruckten Messbuch aus dem Jahre 1474, das wiederum getreu dem Messbuch aus der Zeit Innozenz’
III. entspricht.“. Vielleicht schaut der Oberliturge einmal in die für ihn verbindlichen Vorgaben der
Kirche, bevor er Interviews gibt. Bemerkenswert übrigens, wie sehr Ammon sich bemüht, die nachkonziliar
Reformierte Messe als etwas ganz anderes als die „tridentinische“ erscheinen zu lassen. Typischer Vertreter
der Hermeneutik des Bruches und der wagemutigen Vorstellung, nach fast 2 Jahrtausenden des Irrens habe
die Kirche erst in der großen reformatorischen Kulturrevolution der Jahre 1966-1969 ihren eigentlichen
Anfang genommen.
@ Dr. Christoph Heger Sie schrieben: „Nehmen Sie zur Kenntnis, daß Papst Benedikt meine volle Anerkennung
(und meine Sympathie) hat“ Das freut mich zu lesen. Denn eine Diskussion mit Garagenpäpsten oder Leuten,
die meinen, daß es ihre Sache sei, den Papst anzuerkennen, lohnt sich keine Diskussion. Was nun den Satz
„Ubi Petrus, ibi Ecclesia“ betrifft, so geht dieser auf den hl. Ambrosius von Mailand (Enarr in Ps. 40)
zurück und gilt seit über 1000 Jahren als gültige Zusammenfassung dessen, was die katholische und apostolische
Kirche über den Papst glaubt. Dieser Glaube wurde in einem Teilaspekt durch das Dogma des ersten Vatikanums
von 1870 bekräftigt und vom 2. Vatikanum in der „Dogmatischen Konstitution über die Kirche“ (insb. Abschnitte
8 und 18) unterstrichen sowie durch Ausführungen über die Vollmachten der Bischöfe, die sie in Einheit
mit dem Papst ausüben, ergänzt: „Damit aber der Episkopat selbst einer und ungeteilt sei, hat er den
heiligen Petrus an die Spitze der übrigen Apostel gestellt und in ihm ein immerwährendes und sichtbares
Prinzip und Fundament der Glaubenseinheit und der Gemeinschaft eingesetzt.“
@Dr. Christoph Heger: Sie geben hier zu Protokoll, daß Sie genau zu wissen glauben, was sich da im 4.
Jh. zwischen Papst Liberius und dem hl. Athanasius abspielte und welche Bedeutung das für die Stellung
des Papstes heute hat. Sie zerbrechen sich den Kopf über das von Ihnen anscheinend häufiger beobachtete
Phänomen „häretische Päpste“ und sprechen von „Moscheenpapst“, als ob Ihnen Gewalt gegeben wäre, zu
binden und zu lösen. Ja, Sie gehen sogar noch darüber hinaus und teilen der staunenden Welt mit, daß
Papst Benedikt XVI. Ihre Sympathie genießt – selbst wenn Sie ihn wohl als Papst nicht voll anzuerkennen
vermögen. Residieren Sie am Ende gar selbst in einer Garage? Oder halten sich zumindest zwischendurch
mal für Napoleon? Auch wenn das ganz unterhaltsam sein mag – mit dem Thema unserer Diskussion hier haben
Ihre Einlagen wohl weniger zu tun. Zumindest habe ich noch nicht feststellen können, daß die von Ihnen
aufgeworfenen tiefschürfenden Fragen am Berliner Institut in irgend einer Form behandelt würden. Dort
hält man sich wie schon gesagt an „ubi Petrus – ibi ecclesia“. Kapern Sie für Ihren Komplex doch einen
anderen Diskussionsfaden.
@artois Sie schrieben: „Nun, unter „modernistische Ideologie des Neo-Katholizismus“ versteht man bekanntlich
die modernistische, dem gesunden Katholizismus krass entgegenstehende Lehre der Päpste seit Johannes
XXIII.“. Tja – da haben Sie sich ja etwas nettes zurechtgelegt. Freilich: Mich interessiert es nicht,
und mit dem ISPN hat es auch nichts zu tun. Für Katholiken gilt nun mal „ubi Petrus, ibi Ecclesia“. Wer
das nicht ertragen kann und selbst darüber befinden will, wen er als Papst anerkennt und wen nicht, landet
früher oder später in einer Garagenkirche bei einem Garagenpapst wie David Bawden oder Lucian Pulvermacher.
Weitere Auswahl finden Sie hier www.post-gazette.com/pg/05100/485360.stm. Wenn das Ihren Ansprüchen genügt…
@artois Sie schrieben:„Ich möchte nur daran erinnern, daß Goesche und sein Institut affirmativ die modernistische
Ideologie des Neo-Katholizismus vertreten. Daraus machen Sie in ihren Mitteilungsblättern keinen Hehl.“
Ich weiß zwar nicht, was Sie unter „modernistische Ideologie des Neo-Katholizismus“ verstehen – aber
natürlich macht das ISPN als „Gesellschaft geistlichen Lebens päpstlichen Rechts“ keinen Hehl daraus,
daß es in voller Einheit mit dem Papst steht und in Übereinstimmung mit dem Ortsbischof tätig ist.
Die Mitglieder des Instituts stehen zur Lehre der Kirche, wie sie in 21 Konzilien definiert und überliefert
worden ist, und wo es – wie z.B. bei einigen Dokumenten des 2. Vatikanischen Konzils – Differenzen in
der Auslegung gibt, bekennen sie sich in Übereinstimmung mit dem Papst zu einer Hermeneutik der Tradition
und widersprechen allen Versuchen zur Anwendung einer „Hermeneutik des Bruches“. So, wie ich das sehe,
gilt das nach beiden Seiten: Sowohl gegenüber den Modernisten, die einen selbstdefinierten „Geist des
Konzils“ beschwören, um eine „neue Kirche“ zu konstruieren, als auch gegenüber jenen „Supertradis“,
die den Konzilsvätern den Willen zum Bruch mit der traditionellen Lehre unterstellen, um sich dann als
einzige berufene Vertreter der wahren Lehre in Szene zu setzen.
@sacerdos Sie schrieben: „Mir scheint im Verhalten der Schwestern ein übernatürliches Denken, wie es
sich Ordensleuten mehr als geziemen würde, zu fehlen.“. Das könnte zumindest ein Teil des Problems sein.
Dagegen hat das Institut offenbar ein ganz unverkrampftes, eben ein natürliches, Verhältnis zum Übernatürlichen,
und so steht unter Datum von gestern auf der Website des ISPN ….institut-philipp-neri.de/neu/status.html,
daß Wunder möglich sind und von den 450.000 Euro, die für den Kauf von St. Afra benötigt werden, nun
420.000 bereit stehen – zur Hälfte als Spenden, zu Hälfte als zinslose Darlehen aus dem Freundeskreis.
Die fehlenden 30.000 sind ebenfalls in Reichweite. Mit anderen Worten: Von den Schwestern wird jetzt gar
kein besonderes Vertrauen in die Bonität des Instituts mehr verlang. Auch von einem „unsicheren Kantonisten“
muß nun niemand mehr reden. Nach den Anlaufschwierigkeiten des ersten Jahres ist die Spendensammlungs-Aktivität
des ISPN inzwischen voll in Gang gekommen, so daß jetzt mit dem Ende des zweiten Jahres der gesamte Kaufpreis,
für dessen Aufbringung 3 (in der Tat knapp bemessene) Jahre vereinbart worden waren, gezahlt werden kann!
Dem Abschluß des Vertrages noch im Januar dürfte also nichts mehr im Wege stehen – es sei denn, hinter
den neu aufgetauchten Schwierigkeiten stünde nicht das Streben der Schwestern nach Realisierung ihrer
Preisvorstellung, sondern ein Versuch, die „Oase der katholischen Tradition“ zu strangulieren. Einige
Kommentare hier deuten ja durchaus in diese Richtung.
#14 Bernado 17:35:10 | Donnerstag, 23. November 2006
@zwobbel Sie schrieben:„Nach so einer Predigt schätze ich auch, daß dort niemand vom Bischof gehindert
werden wird den alten Ritus zu feiern – wenn denn der Papst endlich die allgemeine Freigabe erteilt.“
Zumindest gibt es wenigstens derzeit schon in Augsburg eine allwöchentliche „Indult-Messe“ in St. Margareth,
und das auch noch zu einer vernünftigen Zeit. Das ist mehr, als in manchen anderen deutschen Bistümern
zu erreichen war.
#92 Bernado 13:10:15 | Mittwoch, 22. November 2006
@didymus 1/2 Sie schrieben:Sie wären wohl auch einer dieser bereitwilligen „Mehrheitsestablishmentjuden“
gewesen, der vor 2000 Jahren Jesus mit an’s Kreuz bringen ließ, weil Statthalter und die Hohenpriester
IMMER Recht haben, gell? Ich glaube, Sie verwechseln da etwas!!! Wenn die Mengen damals nicht gerufen
hätten „Kreuzige ihn!“, würden wir heute noch Bäume anbeten! Soso. Noch einer, der den hl. Judas Ischariot
als Mitwirkenden im Erlösungswerk verehrt. Der h.H Bischof von Fulda zieht da aber ein paar nette Unterstützer
an.
#23 Bernado 12:55:29 | Mittwoch, 22. November 2006
@rebekka Sie schrieben:Der Gläubige kann seinen Namen aufgrund der im Bistum üblichen Repressionsmaßnahmen
nicht nennen. Selbst wenn es „übliche Repressionsmaßnahmen“ gäbe, wäre es doch falsch zu behaupten,
der Gläubige KÖNNE seinen Namen nicht nennen. Selbstverständlich KANN er, wenn er WILL, aber er WILL
nicht. Und das ist doch wahrer christlicher Bekennermut! Die Märtyrer der Alten Kirche wären gewiss
mächtig stolz auf kreuz.net! Das ist aber nicht nett von Ihnen, daß Sie den Bischof hier indirekt mit
den heidnischen Beamten gleichsetzen, die die Christen foltern und töten liesßen.
@Freinsberg Sie schrieben:„Fest steht, dass der jetzige Text nicht ins Messbuch hineingeschwindelt wurde,
sondern von Rom approbiert ist.“ Von Rom approbiert worden war, mein Gutester, Plusquamperfekt, finito.
Man weiß ja, was lokale „Reformatoren“ Rom alles in den vergangenen Jahrzehnten abgetrotzt oder abgeschwindelt
haben. Dazu muß man keine Freimaurer bemühen – ein paar nationalkirchlich gesinnte deutsche französische
oder amerikansiche Bischöfe mit angedeuteten Schisma-Drohungen reichten dazu völlig aus. Der jetzige
Papst hatte über 20 Jahre lang Gelegenheit, sich diese zum Teil recht üblen Spielchen anzusehen. In
einigen Fällen konnte er schon früher eingreifen (z.B. mit Dominus Jesus), andere kommen erst jetzt
an die Reihe. Den Hochmut der „Schriftgelehrten“, die ihre Studierstuben-Eingebungen an die Stelle des
Wortes Gottes setzen, wird er nicht tolerieren. Und eines Tages ist es dann vielleicht wirklich wieder
so weit, daß es heißt „Roma locuta – causa finita“. Wer weiterquasseln will, kann das dann gerne tun –
außerhalb katholischer Fakultäten, außerhalb der Redaktionen von Bistumsblättern, und jedenfalls nicht
auf der Kanzel.
@rita Sie schrieben:„Es fehlt wieder einmal die Anordnung der sofortigen Vollziehung. Sollen jetzt wieder
Jahre verstreichen bis neue Bücher gedruckt sind, währenddessen alles beim alten bleibt? Es genügt
doch vollkommen, in den vorhandenen Messbüchern „für alle“ durchzustreichen und „für viele“ drüberzuschreiben.
Dadurch könnten adhoc viele Messen wieder Gültigkeit erlangen, was derzeit nicht der Fall ist,“. Erstens
ist ein Zeitrahmen gesetzt: Innerhalb von zwei Jahren. Zweitens wird ausdrücklich gesagt, daß die unzureichende
Übersetzung die Messe nichtungültig macht und auch in der Vergangenheit nicht ungültig gemacht hat.
Drittens und ganz allgemein: Der Duktus der Diskussion hier kommt mir reichlich „protestantisch“ vor.
Für Katholiken zählt auf keinen Fall ein Wortlaut der Heiligen Schrift, wie ihn sich irgendwer zusammenfantasiert:
„Jesus hat aramäisch gesprochen und sagte wohl dies und jenes“. Für uns zählt, was die Kirche seit
alters her überliefert und gelehrt hat – und das ist ganz eindeutig das „hoi polloi – pro multis – für
viele“. Wenn das jetzt widerherghestellt wird, ist das ein wichtiger Schlag gegen die angemaßte Deutungshoheit
von Exegeten, die unter „sola scriptura“ letzten Endes doch nur verstehen: „Alles nach meinem Kopf“.
@Romulus Sie schrieben: „Gut, dass Sie daran festhalten, Hl. Vater!“. Wer konnte daran ernstlich zweifeln?
Vielleicht ist es angebracht, den letzten Satz des Artikels noch ein wenig zu erläutern: „Es wurden auch
Möglichkeiten besprochen, diese Priester wieder zu einem kirchlichen Dienst zuzulassen, insofern sie
die von der Kirche vorgeschriebenen Bedingungen erfüllen.“. Gemeint sind damit in erster Linie jene Priester,
die nach dem Tod der Partnerin oder dem Scheitern der Beziehung glaubhaft versichern, zölibatär leben
zu wollen. Für sie gab es bisher keinen Weg zurück. Nicht aus Gründen der Theologie des Priestertums –
denn „unverzeihliche Sünden“ bei denen, die bereuen, gibt es nicht – sondern aus Gründen des praktizierten
Rechtes. Nun soll untersucht werden, ob ein solcher Weg darstellbar ist. Man kann darin durchaus auch
eine Bekräftigung des Zölibats sehen, bei gleichzeitiger Betonung des Gedankens der Barmherzigkeit.
Fruchtbar werden können solche Überlegen freilich nur, wenn die unerträgliche Heuchelei in einigen
Bistümern beendet wird, in denen der Zölibat vom Bischof faktisch nicht mehr verlangt wird und es nur
noch um die „Vermeidung des Skandals“ geht.
#16 Bernado 17:04:50 | Mittwoch, 15. November 2006
Ach, der Fürstabt ist wieder da… … aber meine Frage hat er immer noch nicht beantwortet. Zur Erinnerung:
Sie beriefen sich für die Form, in der die Liturgie heute nach Meinung vieler Bischöfe allein zulässig
sein soll, auf das 21. Konzil der hl. Kirche. Könnten Sie dazu den einen oder anderen Beleg beibringen?
Jetzt stellen Sie sogar Behauptungen auf „nichtmitteilbares Wissen“ – von denen Sie gleich einräumen,
daß Sie sie weder belegen können noch wollen. Sie sind mir aber ein Äbtlein! Und statt nun einmal aus
Sacrosanctum Concilium zu belegen, daß und warum der Priester im NO die Messe versus populum liest, kommen
sie mit der merkwürdigen Figur „Wer hinter das Konzil und seine Interpretationen zurück geht“. Wessen
Interpretation? Warum überhaupt Interpretation – warum versuchen Sie es nicht einfach mal mit den Texten?
Oder finden Sie in den Texten nicht genug von jenem „Geist des Konzils“, den man sich zur gefälligen
(Um)Interpretation zurechtgesponnen hat? Vielleicht lesen Sie einmal die Rede des Papstes vor den Mitarbeitern
der Kurie vom 22. Dezember 2005, in der er glasklar erklärt, daß es nur eine korrekte Interpretation
des 21. Konzils der hl. Kirche gibt: diejenige, die die Kontinuität zur Tradition der vorhergehenden
20 allgemeinen Kirchenversammlungen nicht zerreißt.
#21 Bernado 12:49:24 | Mittwoch, 15. November 2006
Priester-Ehe statt alter Messe? Bevor sich hier irgend jemand Illusionen macht: Die manipulative Vermengung
der Nachrichten ist der Reaktion von Kreuz.net zwar ganz gut gelungen – aber in der Sache und in Rom ändert
sich durch dieses Spielchen nicht. Das Dokument zur Neubestimmung der Rechtsstellung der „alten Messe“
ist in Arbeit – ob es Gegenstand der morgigen Sitzung ist oder nicht. Es wird zu der Zeit kommen, die
dem Papst als geeignet erscheint, und es wird eine Verbesserung der Rechtsstellung der „alten Messe“ bringen –
sonst würden die Gegener der Tradition nicht im Dreieck springen. Das Milingo-Problem, der aparterweise
nun ebenfalls 4 schismatische Bischöfe geweiht hat (die allerdings in der Lehre weit von der der katholischen
Kirche entfernt sind), bedarf in der Tat dringender Erörterung. Ob es zu einer Veränderung bei den Regeln
für die Weihe von „viri probati“ kommt – also von Männern, die verheiratet sind und einen untadeligen
Lebens- und Ehewandel geführt haben – ist schwer zu sagen, aber eher unwahrscheinlich. Falls doch, wäre
das aber weder ein Bruch mit der Tradition noch die Aufkündigung bisheriger Gemeinsamkeit mit der Orthodoxie.
Deshalb können wir bei diesem (und vermutlich jedem anderen) Papst sicher sein, daß er weder die Eheschließung
von geweihten Priestern zulassen oder nachträglich absegnen wird, noch daß er Hilfskonstruktionen zustimmt,
die Priestern, die ihre Gelübde (Gehorsam und Keuchheit) gebrochen haben, wieder zum priesterlichen Dienst
einsetzt
Was die Redaktion übersehen hat Zumindest auf den hier gezeigten Photos war weder das von der GIRM vorgeschriebene
Kreuz noch gar ein Kruzifix zu sehen – die berüchtigte Welser Astgabel kann ja wohl kaum als solches
gelten und passt wohl besser zu einem Druidenritual. Nein, Herr Kardinal Lehmann, man muß die Gültigkeit
der modernen Messe nicht generell in Frage stellen – aber die von einzelnen solcher Veranstaltungen ganz
entschieden.
@pierre Sie schrieben:„Man hätte Jesus fragen sollen, ob aus gelebte Homosexualität Totsünde ist. Ich
bin sicher, er hätte diffrenziert“. Nun, ich weiß nicht genau, was Sie unter „Differenzieren“ verstehen –
mir scheint, es ist ein Zauberwort, mit dem Sie und andere Zeitgeister sagen wollen: „Nichts genaues weiß
man sich, und keiner soll sich jemals festlegen“. Gücklicherweise müssen wir nicht lange spekulieren,
was Jesus gesagt hätte, wir wissen ja, was er zu dem einen oder der anderen hartnäckigen Sex-Sünder/in
voller Liebe und Barmherzigkeit gesagt hat: „Deine Sünden sind Dir vergeben – geh hin und sündige fortan
nicht mehr.“ Wer diese Botschaft hören und beherzigen will, ist nicht nur im Beichtstuhl, sondern auch
in anderen kirchlichen Räumen jederzeit willkommen. Und das auch dann, wenn es mit dem festen Vorsatz,
nicht mehr zu sündigen, auf Dauer nicht klappt. Auch Rückfälle können vergeben werden – solange sie
als Rückfälle bewertet und mit dem Vorsatz der Besserung bereut werden. Wer die kirchlichen Räume aber
nur beanspruchen will, um sich dem Scheine nach bestätigen zu lassen: „Du bist ok so wie Du bist, du
brauchst Dich nicht zu ändern, mach weiter wie bisher“ – nun, der ist an der falschen Adresse. Kirchliche
Amtsträger, die darüber Unklarheiten aufkommen lassten, können sich nicht auf das Evangelium Jesu Christi
berufen.
@fürstabtvonfulda Sie schrieben:„Dennoch auch meine Frage ganz allgemein“ Wäre es zuviel verlangt, bevor
Sie hier ganz allgemeine Fragen stellen, erst einmal meine ganz konkrete Frage aus dem Diskussionsstrang
„Energische Proteste“ beantworten. Sie können das auch gerne hier tun – es passt bestens. Zur Erinnerung:
Sie beriefen sich für die Form, in der die Liturgie heute nach Meinung vieler Bischöfe allein zulässig
sein soll, auf das 21. Konzil der hl. Kirche. Könnten Sie dazu den einen oder anderen Beleg beibringen?
@fürstabtvonfulda Sie schrieben:„Dann könnten wir ja auch heute Herzerkrankungen behandeln wie vor 200
Jahren. Wollen Sie das allen ernstes. Sind die Konzilsväter vom II. Vaticanum alles Deppen gewesen.“.
Hmm… ziemlich krauses Zeug das. Wenn dem überhaupt ein Sinn abzugewinnen ist, dann vielleicht der,
daß Sie meinen, die heutige Art der Eucharistiefeier sei von den Vätern des 21. Konzils verordnet worden,
und sie müsse sich von der früheren Art des Messopfers ebensosehr unterscheiden wie eine heutige ärztliche
Bahandlung von einer vor 200 Jahren. Diese Annahme können Sie doch sicherlich aus „Sacrosanctum Concilium“
belegen, oder? Was die Frage des Schismas betrifft – nun, vieles spricht dafür, daß wir es längst haben.
Aber nicht (teilweise zumindest) nur zwischen Rom und FSSP, sondern (in vielen Punkten dramatischer) auch
zwischen Rom und einer bedeutenden Zahl deutscher Bischöfe, denen der Papst in seiner gestrigen Rede
beim Ad Limina Besuch www.kath.net/detail.php?id=15175 in gewohnt höflicher, aber doch unmißverständlicher
Weise bescheinigt hat, daß vieles (das meiste?) von dem, was sie in den letzten Jahren veranstaltet haben,
dem Willen der Kirche unter Petrus entgegensteht. Insbesondere dem Fuldaer Bischof müßten die Ohren
geklungen haben. An seiner Übereinstimmung mit dem Inhaber des Petrusamtes kann und muß nicht nur wegen
der aktuellen Vorgänge gezweifelt werden.
@Konrad Sie schrieben: „Auch könnte die schon bestehende Personalprälatur Opus Dei das Privileg erhalten,
den tridentinischen Ritus für seine Gläubigen anzuordnen.“ Wieso sollte sie – ein dahingehender Wunsch
des Opus Dei ist mir nicht bekannt. Opus Dei gehört zu denen, die den NO so begehen, wie die hl. Messe
gefeiert werden soll – ohne Sperenzchen in der Form und Aufweichungserscheinungen im Inhalt. Worauf es
ankommt, ist a) daß in Zukunft der NO überall in dem Geist gefeiert wird, wie das von OD vorgemacht
wird – und nicht in einer als angeblicher Geist des Konzils ausgegebenen protestantisierenden Beliebigkeit.
und b), daß Gläubige und Priester überall und ohne Diskriminierung und ohne Blockade durch modernistische
Bischöfe auch den herkömmlichen Ritus feiern können. Beides sind Ziele, die der Papst mit Nachdruck
verfolgt und von denen er sich auch nicht durch das Geschrei derer hindern lassen wird, die das 21. Konzil
in der „Hermeneutik des Bruches“ mißdeuten.
@ Dr. Christoph Heger Sie schrieben:„Aber war die Spannung zwischen den Parteien schon so groß, daß
man ein Schisma fürchten mußte? Bei den Konzilsbeschlüssen wurde doch immer beinah Einstimmigkeit erreicht.
Weiß man da mehr drüber?“. Man weiß recht viel darüber. Ich empfehle die Lektüre von Ralph Wiltgen:
Der Rhein fließt in den Tiber. Pater Wiltgen war seinerzeit Mitarbeiter in der Pressestelle des Konzils
und hat die teilweise wie ein Krimi anmutenden Abläufe aus unmittelbarer Näher miterlebt.
Dummschnack Protestant schrieb: „Ich habe, nachdem ich mich mit dem Thema jetzt ein wenig befasst habe,
genau dies versucht, zu spezifizieren. Ich wohne in einem kleinen röm.-kath. geprägten Dorf im Rheinland!
In lezter Zeit habe ich mehrfach vor allem unsere alten Leute befragt, die ja mit der „alten“Messe großgeworden
sind! Durch die Bank gehen diese Damen und Herren heute lieber in die Messe, als früher, weil sie mit
„demm lateinische Jedöns“ nichts anfangen konnten und können! „Datt woor doch eijentlich jett für de
Hütherjebildeten(Höhergebildeten)!“ Es ist ja recht nett, daß Sie nahezu zu jedem Thema ihre höchstpersönlichen
Ansichten haben. Warum Sie alelrdings glauben, diese unentwegt mitteilen zu müssen, obwohl diese Ansichten
doch überhaupt nicht originell, auch nicht protestantisch, auch nicht katholisch (bestenfalls kvu-isch)
sind – weiß der Geier. Allerdings: Durch den Gebrauch des Dialekts gewinnen Ihre aus den Fingern gesogenen
Behauptungen nicht wirklich an Glaubwürdigkeit.
Aus dem Rundbrief von Le Barroux, Nr. 75 Eine letzte Frage: Zelebrieren Sie immer noch nach dem Ordo des
hl. Pius V.? „Ja, denken Sie daran, daß der hl. Pius V. nicht sein Verfasser ist, er hat nur einen bereits
vorhandenen Ritus kodifiziert, der weiter zurückreicht als bis ins 16. Jh. Was Sie die Messe Pius’ V.
nennen, ist in Wirklichkeit der alte römische Ritus, der zur Zeit des hl. Papstes Damasus (4. Jh.) eingerichtet
und vom hl. Gregor (6. Jh.) endgültig abgeschlossen wurde. diese Treue zum Ritus harmoniert wunderbar
mit den Erfordernissen einer kontemplativen Liturgie und erscheint uns immer mehr als ein Dienst an der
Kirche. Die Kirche, Mutter und Lehrmeisterin, hat uns in der Liturgie auch eine Methode geistlicher Erziehung
gegeben, deren wohlgefertigte Grundsätze der Vorrang der Kontemplation, der Sinn für die Kirche, die
Freude an der Schönheit, die Liebe zur Regel und ein sanftes Verlangen nach dem Himmel sind.“ (Ende Zitat)
Was die Variante des OM von 1965 betrifft, so enthält sie mehrere Elemente, die auf monastische Formen
des traditionellen Ritus zurückgehen. Ihre Aufnahme in einer klösterlichen Gemeinschaft sollte also
niemanden überraschen.
#84 Bernado 00:25:14 | Donnerstag, 2. November 2006
@marsilius Sie schrieben:„Die Kasel im Bild ist sicherlich kein Glanzstück der Paramentenkunst, aber
in meinen Augen besser als eine geschmacklose Mantelalbe mit Batikstola. Das sind letztlich Geschmacksfragen,
die aber doch etwas über die zugrundeliegende Theologie der Liturgie aussagen.“. Nein, das sind keine
Geschmacksfragen. Mantelalben mit Überstola sind für die Feier der Eucharistie nicht zugelassen. Nach
Redemptionis Sacramentum 123 sind die Bischöfe ausdrücklich aufgefordert, jede entgegenstehende Praxis
zu unterbinden. Laut Dekret der Kongregation für den Gottesdienst vom 3. April 1985 ist die Mundkommunion
die reguläre Form der Kommunionspendung in der katholischen Kirche. Bischöfe bzw. Bischofskonferenzen,
die anderes wünschen, müssen dafür ein Indult einholen.
@gotthard Sie schrieben:““.noch ein Weihnachtsfest ohne levitiertes Hochamt …schade aber auch! Daß
Sie sich mal nicht vertun. Auch wenn die Bischöfe es nicht wahr haben wollen, ist in den letzten Jahren
die „Dichte“ (und der Besuch) an Messen im althergebrachten Ritus stark gestiegen, und in der schönen
Kirche St. Afra in Berlin wird es natürlich auch dieses Jahr an den Weihnachtsfesttagen wieder levitierte
Hochämter geben. Wer will, muß übrigens nicht bis Weihnachten warten: Zum morgigen Christkönigsfest
(nach dem alten Kalender) gibt es ein levitiertes Hochamt, am Mittwoch (Allerheiligen) ebenfalls, und
an Allerseelen ein levitiertes Requiem – zur musikalische Gestaltung des Gottersdienstes wird an diesem
Tag das Fouré-Requiem aufgeführt. Näheres hier ….institut-philipp-neri.de/…e/gottesdienste.html–
die Anfahrt in den Wedding lohnt sich: Verherrlicht Gott mit allen Sinnen.
@Dr. Otterbeck Sie schrieben: „Sie werden es kaum glauben: Ihre Fragen zu Pater Schm. gefallen mir; Ihre
Schlussfolgerung kommt mir plausibel vor!“. Tja, es geschehen noch Zeichen und Wunder. Und inzwischen
scheint sich ja auch das Rätsel um das heftige Vorgehen von Pater Pflüger aufzuklären: Wenn Bischof
Williamson in so drastischen Worten, wie das hier www.kreuz.net/…e.4112.htmlberichtet wurde, den Krieg
zwischen der Piusbruderschaft und Rom ausruft, da mag es auch robusteren Naturen wie P. Pflüger etwas
blumerant zumute werden. Er legt denn wohl doch sehr großen Wert darauf, trotz der Eskapaden des Weihbischofs
noch weiterhin als „katholisch“ zu gelten. Ob allerdings eine Auseinandersetzung vor Gericht das richtige
Mittel ist, um zu unterstreichen, daß er sich am Kampf „bis zum Tode“ so nicht beteiligen möchte, bleibt
offen. Umso anerkennenswerter ist in diesem Licht die ausgewogene Erklärung des Trierer Bischofs bzw.
seines Generalvikars.
Warum nur? Ich frage mich, warum P. Schmidberger jetzt so laut über eine Klage nachdenkt, obwohl er sicher
besser als wir weiß, daß diese Klage vor der bürgerlichen Gerichtsbarkeit wohl schon im Vorfeld scheitert.
Er wird also kirchenpolitische Gründe haben – aber welche? Gehört er zu denen in der FSSPX, die Störmaneuver
gegen jede Aussöhnung mit Rom fahren? Befürchtet er von der erwarteten „Freigabe“ der alten Messe einen
Verlust an Attraktivität für die Piusbruderschaft? Warum legt er sich ausgerechnet mit Bischof Marx
an, der alles an andere als ein Scharfmacher ist und mit konservativen Kräften „normale“ Beziehungen
unterhält? Warum zeigt er sich angesichts einer kaum angreifbaren Aussage des Bischofs so dünnhäutig
wie man das sonst nur aus Kreisen beleidigter Islamisten kennt? Da sieht mir sehr nach Nebelbomben oder
Ablenkungsmaneuver aus. Ich vermute mal, da gibt es noch eine Geschichte hinter der Geschichte.
@Adrian Sie pöbelten:„Also angesichts der Tatsache, daß ein Bischof nun klipp und klar gesagt hat daß
die [v.d.Red.zens.] Piusbruderschaft St. Pius X. außerhalb der Kirche steht, dürfte sich ihre Frage
wohl erübrigen, meinen Sie nicht?“. Was der Bischof gesagt hat, können Sie hier kath.net/detail.php?id=15046nachle….
Kernsatz: „Voll in der Gemeinschaft der katholischen Kirche in dieser Welt stehen jene Getauften, die
in ihrem sichtbaren Verband mit Christus verbunden sind, und zwar durch die Bande des Glaubensbekenntnisses,
der Sakramente und der kirchlichen Leitung“ (can. 205 CIC). Das letzte Band, das Band der kirchlichen
Leitung, ist im Falle der Priesterbruderschaft „verletzt“. Sie erkennt zwar nach eigener Aussage den Papst
als Oberhaupt der katholischen Kirche an, ist aber nicht bereit, den ihm und den mit ihm in Gemeinschaft
stehenden Bischöfen zu schuldenden Gehorsam zu leisten (vgl. can. 273 CIC). Damit steht die Priesterbruderschaft
wohl in Gemeinschaft, nicht aber in voller Gemeinschaft mit der katholischen Kirche. Ob das jetzt bedeutet,
daß die Piusbruderschaft zu 2/3 oder zu 5/6 in Gemeinschaft mit der kath. Kirche steht, mag man diskutieren.
Für irgendwelche Ausfälle gegen diese Gruppe bietet die Feststellung keinen Anhaltspunkt, und für Angriffe
gegen den Bischof erst recht nicht – denn daß die FSSPX dem Papst nicht in allem gehorsam ist, wird auch
kein Angehöriger dieser Gruppe bestreiten.
#7 Bernado 15:18:51 | Donnerstag, 26. Oktober 2006
@Benedikt Sie schrieben: „Sind damit vielleicht Seminaristen mit Akolythatsbeauftragung gemeint?“. Exakt
diese. Die englischen Texte, von denen man z.B. hier …sedcafeteria.blogspot.com/…g-indult-on.htmlmehr
erfährt, machen das auch völlig klar. Beauftragte Akolythen sind allerdings nicht zwangsläufig Seminaristen –
es kann sich auch um andere vom Bischof ausdrücklich mit diesem Dienst beauftragte Männer handeln: Can.
230 – § 1. Männliche Laien, die das Alter und die Begabung haben, die durch Dekret der Bischofskonferenz
dafür bestimmt sind, können durch den vorgeschriebenen liturgischen Ritus für die Dienste des Lektors
und des Akolythen auf Dauer bestellt werden, die Übertragung dieser Dienste gewährt ihnen jedoch nicht
das Recht auf Unterhalt oder Vergütung von seiten der Kirche. In der Praxis wird die Beauftragung bislang
zumindest in den USA und Mitteleuropa nur an Seminaristen erteilt, und sie werden auch nur in wenigen
Diözesen außerhalb der Priesterseminare eingesetzt. In gewisser Weise ist dieser Dienst zusammen mit
dem des beauftragten Lektors an die Stele der früheren „niederen Weihen“ getreten – die „Beauftragten“
gehören jedoch ausdrücklich nicht zum Stand der Kleriker. Zu den regulären Aufgaben der Beauftragten
Akolythen gehört unter anderem die Unterstützung des Priesters bei der Kommunionausteilung.
#70 Bernado 11:10:35 | Donnerstag, 26. Oktober 2006
@stat crux Sie schrieben:„wenn Ihr Chef so loyal ist, wie Sie sagen, dann könnte er doch zumindest mäßigend
Einfluß nehmen, dass so ein sprachlicher Super-GAU nicht mehr vorkommt. Denn: jede Wette, er (!) kennt
jeden der Redakteure von Kreuz.net. Um was wollen Sie wetten??“ Sie kriegens mal wieder nicht auf die
Reihe, wie meistens. Beim Versuch, ein wenig auf den Busch zu klopfen, haben Sie den auch kräftig daneben
gehauen: Dr. Goesche ist in keiner Weise mein Chef. Und das Kirchenrecht macht den Leiter einer geistlichen
Einrichtung jedenfalls nicht zum „Chef“ der Menschen, die seiner Gemeinde angehören oder ihr irgendwie
nahe stehen. Und weshalb um alles in der Welt sollte Dr. Goesche Einfluß auf das nehmen können, was
die Redaktion von Kreuz.net so alles treibt? Ein Linkaustausch, der beiderseits mehr von Nützlichkeitserwägungen
motiviert ist als von überschäumender gegenseitiger Sympathie, ist wohl alles, was kreuz.net und www.institut-philipp-neri.de
verbindet.
#58 Bernado 10:56:41 | Donnerstag, 26. Oktober 2006
@„Dr. Otterbeck“ Sie schrieben:““.Aber jedwede Freigabe der alten Messe wird nicht dazu führen, dass
der Ortsbischof nicht im Einzelfall „polizeilich“ einschreitet, wenn er Zweckentfremdung der Liturgie
befürchtet. Das bleibt ein originäres Recht jedes Ortsbischofs, abgesichert durch Lumen Gentium und
CIC 1983. Das kann auch kein „päpstliches“ Recht ausschalten (Dr. Goesche kriegt damit auch noch Zoff).
Erstens ist Ihre Auslegung des kanonischen Rechts inklusive der abenteuerlichen Vorstellung, aus LG umsetzbares
Recht abzuleiten, ebenso irrig wie unerheblich. Zweitens arbeitet das Institut Philipp Neri in Berlin
in einem völlig geregelten Verhältnis zur Erzdiözese – beide Seiten halten sich an die Spielregeln.
Es ist also in gar keiner Weise zu erwarten, daß es da irgendeinen „Zoff“ geben könne, auch wenn Sie
sich noch so sehr bemühen, welchen herbeizuschreiben.
Verleumdung „Dr. Otterbeck“ schrieb:Dem Superweb-Journalisten Dr. Goesche und seinen Mitstreitern fallen
wirklich „tolle“ Begriffe ein. Wie denn „um Himmels willen“ kann eine päpstliche Liturgie-Gesetzgebung
einen „Staatsstreich“ darstellen? Als Rechtsanwalt sollten Sie wissen, daß Sie in die größten Schwierigkeiten
geraten würden, falls Sie vor Gericht belegen müßten, daß der Wiener Autor des fraglichen Kreuz.net-Artikels
als „Mitstreiter“ von Dr. Goesche, Berlin, bezeichnet werden kann. Dr. Goesche ISPN würde nie auf den
Gedanken kommen, selbst oder durch andere die Messe Pauls VI. in irgendeiner Form in Verbindung mit einem
Begriff wie „Staatsstreich“ oder ähnlichem zu bringen. Wie alle in Einheit mit dem Papst stehenden Vereinigungen
in der Kirche, die auf der Grundlage von „Ecclesia Dei“ die liturgischen Bücher nach dem Stand des Jahres
1962 verwenden, erkennt auch das Institut St. Philipp Neri an, daß der Papst das Recht hat, Festlegungen
über die Form der Liturgie zu treffen, und daß der Novus Ordo ein legaler und gültiger Ritus der Kirche
ist. Es ist mir völlig unverständlich, wie Sie darauf kommen, den Namen von Dr. Goesche in Verbindung
mit irgendeinem „Staatsstreichs“-Gerede zu bringen. Noch weniger kann ich mir erklären, warum Sie eine
solche Verleumdung in die Welt setzen – es sei denn, sie wollten alle Befürworter des alten Ritus und
auch den gegenwärtigen Papst selbst, der diesem Ritus mehr Rechte geben will, pauschal ins Unrecht setzen.
Das kommt mir Chinesisch vor statcrux schrieb:„In Wahrheit aber ist auch die Rest-Existenz der alten Messe
nur um des persönlichen Gewinns derer willen statthaft, bei denen ein pastorales Bedürfnis nach Rekonstruktion
der vormals amtlichen Liturgie vermutet werden kann (und das sind ca 0,02% der Katholiken). Mehr nicht.“
Daß sie sich dabei mal nur nicht verrechnen. Klar, die Taufscheinkatholiken sind für ihresgleichen wichtig –
sie zahlen die Kirchensteuern, von denen sie leben. Solange die Kirche aber nicht nur ein Steuerhebungsverein
ist, spielen auch andere Dinge eine Rolle – und dabei nicht an letzter Stelle der sonntägliche Kirchenbesuch.
Und schaut man auf dieses Kiterium, so wird man feststellen, daß die regelmäßigen Besucher der Sonntagsmesse
heute in einzelnen Ländern (Frankreich z.B.) zu 30-40 % die traditionelle hl. Messe besuchen, Tendenz
steigend. Auf der anderen Seite ist die Tendenz nach wie vor eher fallend, vor allem bei den Jugendlichen.
#40 Bernado 22:38:31 | Mittwoch, 20. September 2006
Liturgieüberwinder Gotthard schrieb: „…sie müßten den Menschen klar machen, warum sie eine Liturgie
zelebrieren wollen, die die Menschen als Gott sei Dank überwunden erachten… Die Gemeinden würden sich
zurecht wehren, wenn sie wieder zu ausschließlich Zuschauenden und Zuhörenden degradiert würden …
sie sind in der erneuerten Liturgie wahrhaft Kon-Zelebranten – Mitfeiernde – Subjekte der Liturgie …“.
Manchmal denke ich, der Schreiber „Gotthard“ ist nur eine weitere Rolle unseres in seinem bürgerlichen
Beruf jämmerlich unbeschäftigten Sysadmin und Hausdämons: Wo dieser den zynischen Agnostiker gibt,
stellt jener das bemerkenswerte Konstrukt eines hyper-linientreuen „Wir-sind-Kirche“-Fanaten zur Schau.
So treu und fest im deutschen Verbands, -Gremien, Mitbestimmungs- und Geschäftsordnungskatholizismus
verankert, daß er sich nur noch in der Ablehnung all dessen definiert, was wirklich katholisch ist. Gerade
wie der sich als Luxusgeschöpf mißverstehende Dämon – nur andersrum. Je mehr ich darüber nachdenke:
Eine große Herausforderung wäre es wirklich nicht, ein Progrämmchen zu schreiben, das hier „Gotthard“
darstellt. Das bißchen KI, was man dafür bräuchte, steht auch einem abgebrochenen Informatik-Studenten
zu Gebote – und Selbstgespräche mit verteilten Rollen sind für manche ja die liebste Unterhaltung.
#53 Bernado 15:24:02 | Dienstag, 12. September 2006
@die fidele Sie schrieben:„Ich kenne die Bücher des Papstes nicht, deshalb mal vorweg meine Frage: Wer
hat sie gelesen? Kann das jemand bestätigen, wenn geht mit dem Originalzitat zu den aufgezählten Vorwürfen,
ich möchte mir nämlich selbst ein Bild davon machen.“ Der Fälscher und Verleumder „Malachias“ wird
für keinen einzigen der angeblich auf Josef Ratzinger zurückgehenden Sätze eine Belegstelle anführen
können. Es handelt sich in jedem einzelnen Fall um böswillige und aus jedem Zusammengehang gelöste
Interpretationen von Aussagen, die rechtgläubig verstanden werden können und nach allem, was Josef Ratzinger
im Lauf vieler Jahrzehnte geschrieben hat, auch rechtgläubig verstanden werden müssen. Eine ausführliche
Widerlegung dieser Sorte von Verleumdungen, die die Siebel und Rothkranz beim Sedisvakantisten Droleskey
abgeschrieben haben, hat Jacob Michael auf Lumen Gentleman www.lumengentleman.com/content.asp?id=231 veröffentlicht.
Nach der Lektüre von Michael wird klar: Mit Wissenschaft hat die Siebelei und der andere Kram, der im
Verlag Anton Schmid erschienen hat, nichts zu tun.
@wiener Zitat „ist es „vorkonziliar-autoritär“, wenn man die autorität des bsichöflichen leitungsamtes
ernst nimmt? und – wie vorkonziliar! – vielleicht auch noch dem bischof das urteil darüber zutraut, weil
man ihm das entsprechende vertrauen entgegen bringt?“. Hier haben wir den ganzen Salat: Es gibt vom Diakon
Gollanz eine aggressiv gegen Rom und gegen eine lehramtliche Aussage des Papstes gerichtete öffentliche
Erklärung. Es gibt keinen Widerruf – wohl aber Solidaritätserklärungen ( mit G., nicht etwa mit dem
Papst) anderer leitender Funktionäre der Diözese. Wie soll man da dem Bischof vertrauen, wenn er behauptet:
Es ist alles gut? Wie soll man das Bischöfliche Leitungsamt akzeptieren, wenn sein Inhaber es hinnimmt,
daß gegen das Leitungsamt des Papstes gehetzt wird? Wo die Einheit mit dem Papst schwach wird, löst
sich das Leitungsamt des Bischofs auf! Und die Sache wird nicht dadurch besser, daß in Reformtheologenkreisen
darüber spekuliert wird, daß ein Priester in dem Fall, in dem es zwischen Papst und Ortsbischof zum
Widerspruch kommt, der Priester dem Ordinarius und nicht dem Papst Gehorsam schulde. Das für Katholiken
Undenkbare ist nicht nur denkbar geworden, es wird bereits an den Universitäten als „katholisch“ gelehrt.
Und es wird praktiziert: Die Entwicklung hin zur austriakisch-katholischen Nationalkirche ist schon weiter
fortgeschritten, als viele glauben. Das beginnende Schisma läßt sich auch mit noch so treuherzigem Augenaufschlag
nicht mehr abstreiten.
Skandaldiakon wiener schrieb:„der bischof scheint es nicht für „unumgänglich“ zu halten, dass eine öffentliche
korrektur erfolgt. die tatsache, dass die weihe jetzt stattfinden wird, ist ja nun auch beleg dafür,
dass die gründe, die zum aufschub geführt haben, nun nicht mehr vorliegen. ich vermute, dass diese feststellung
dem bischof ausreicht, der wohl auch von sich aus ein nochmaliges aufkochen der diskussion nicht wünscht.
daher können wir zu kenntnis nehmen, dass die äußerungen im besagten interview null und nichtig sind.“
Du meinst, wir sollen es endlich einfach so akzeptieren? Herzlichen Dank für diese Zurschaustellung einer
extrem klerikalistischen und durch und durch vorkonziliar-autoritären Argumentationsfigur.
Skandaldiakon wiener schrieb:„sprechen sie herrn golatz demzufolge die möglichkeit/fähigkeit/das recht
ab, sich zu entwickeln? ich bin froh, dass der katholische glaube uns die möglichkeit der entwicklung,
der bekehrung zugesteht, die wir immer wieder nötig haben.“ Natürlich gibt es diese Möglichkeit. Wenn
der Diakon Golatz, der mit seinen öffentlichen Äußerungen für viele Katholiken einen Skandal verursacht
hat, diese Möglichkeit genutzt hat, wäre es allerdings nicht nur wünschenswert, sondern unumgänglich,
daß er seine Meinungsänderung, seine Bekehrung, ebenso öffentlich mitteilt. Andernfalls muß man damit
rechnen, daß er sich nicht wirklich bekehrt hat und seine der Lehre der Kirche widersprechenden Ansichten
zur Frauenordination bei nächster Gelegenheit wiederholt. Das wäre dann ein Skandal, der zu Lasten des
Bischofs ginge. Hoffen und beten wir, das uns und der Kirche ein solcher Skandal erspart bleibt, der das
ohnehin erschütterte Vertrauen in die Rechtschaffenheit einiger Bischöfe weiter beschädigen müßte.
@ stat crux Sie schrieben: „Die „päpstliche“ Zelebrationsrichtung römischer Basiliken(zum Volk, weil
nach Osten) reicht immerhin als Beweis dafür aus, dass in der lateinischen Kirche nicht einheitlich „mit
dem Volk“ zum Hochaltar hin zelebriert werden musste.“. Gerade aus Rom ist belegt, daß in Kirchen, die –
wie die Peterskirche – aus Gründen des Terrains mit dem eingang nach Osten und dem Chor nach Westen hin
gebaut worden waren, die Gläubigen sich zu bestimmten Abschnitten der Liturgie mit dem Zelebranten nach
Osten wandten. So entstand das Bild einer „stehenden Prozession“ zum Sonnenaufgang und Ort der Wiederkunft
des Herrn. Im Altertum und Mittelalter bestand überall ein starkes Bewußtsein dafür, daß die Feier
des Messopfers ein kosmisches Ereignis ist, und daß dieser Charakter sehr passend durch die Hinwendung
zum Oriens ausgedrückt wird. Erst die modernistischen Flachköpfe, denen die Messe im wesentlichen als
eine Aktivität der versammelten Gemeinde unter dem Vorsitz des Gemeindeleiters gilt, haben diesen Bezug
verloren und deshalb – wie so vieles – auch die Himmelsrichtung zur Beliebigkeit erklärt.
@benedikt Sie schrieben: „Die Weihe gibt es nicht mehr, stattdessen gibt es nun die Beauftragung zum Akolythat
für die Seminaristen.“. Das ist so nicht richtig. natürlich gibt es sie noch, und sie werden auch noch
vollzogen – im Rahmen der Kirche und in voller Einheit mit Papst und Bischöfen durch die Ecclesia Dei-Gemeisnchaften.
Daß einen Mehrheit in der Kirche im Rahmen der Liturgiereform geglaubt hat, auf diese Weihen und die
damit verbundenen Gnadengaben verzichten zu können, steht auf einem anderen Blatt.
Zelebrationsrichtung Zu alt ist euch der Gamber, und die Liturgiewissenschaft hätte vielelicht Fortschritte
gemacht, die auch Gamber umgestimmt hätten? Ein dämlicheres Argument habe ich selten gehört. Wenn sich
in der wissenschaftlichen Befassung mit Liturgie etwas geändert hat, dann dahingehend, daß man heute
eher als vor 18 Jahren anerkennt, daß ad orientem und ad dominum zusammenfallen. Wer einen aktuellen
Beleg sucht: Uwe Michael Lang, Conversi ad dominum – Zu Geschichte und Theologie der christlichen Gebetsrichtung,
Johannes Verlag Einsiedeln 2004, Vorwort Josef Cardinal Ratzinger.
#82 Bernado 00:25:02 | Donnerstag, 24. August 2006
@Romano Sie schrieben:““.Anscheinend ist aber bislang kein Cent an die Verkäuferinnen gezahlt worden.
Falls das wirklich der Fall ist, kann man den Ordensschwestern m.E. keinen moralischen Vorwurf machen;
vielmehr sollte man sich überlegen, ob man dem Institut Geld spenden sollte, wenn es auf den Beträgen
zunächst einmal „sitzenbleibt“. Auf der Website steht aber auch, daß die Eigentümerinnen bisher „alles
oder raus“ fordern. Einfach mal ein paar Zehntausender abzudrücken ist unter diesen Umständen wohl wenig
sinnvoll. Da bleibt dem Institut wohl nichts anderes übrig, als solange zu sammeln, bis wenigstens der
Eigenanteil für die Bankkredite zusammen ist.
@stat crux Sie schrieben: „(Warum gibt es eigentlich kein Quellenverzeichnis zum MR 1970?)“. Vielleicht,
weil dadurch zu sehr offenbar würde, wie sehr die Architekten des NO ihr Werk als Konstruktion betrachtet
haben, die man aus „Modulen“ der verschiedenartigsten Herkunft zusammengestellt hatte: Hier ein Vers syrisch,
dort eine Strophe griechisch, da eine Anleihe in Mailand, hier ein Nicken zu Luther … Damit wurde nicht
„Katholizität“ demonstriert, sondern die gewachsene Eigenart jedes Ritus negiert und die Fähigkeit zur
Wahrnehmung von Unterschieden verringert – auch da, wo sie glaubens- und lebenswichtig wäre. „Eine der
profundesten Klärungen innerhalb der Liturgiereform, die das Volk sofort akzeptiert hat und nicht wieder
hergeben wird.“ Tja – was dem einen als „Klärung“ gilt (muß das vorher fast 2000 Jahre lang für ein
Nebel gewesen sein), identifiziert der andere als Verunklarung. Aber wenn man es mit den Volksdemokratischen
Errungenschaften nicht so hat, darf man bei Revolutionären und Reformatoren natürlich nicht mitreden.
Dort gilt: Jede Veränderunderung ist gut – „denn alles, was besteht, ist wert, daß es zugrunde geht“.
„Wohl möglich wäre es, bei einer potentiellen Angleichung der Wandlungsworte MR 1962 an MR 1970 auf
den „Ruf“ nur still zu „antworten““ Tja -Uniformität, Gleichschritt und Gedankenkontrolle sehen wohl
einige „Reformer“ als große Stärken des NO – dagegen ist Trient ja geradezu ein Hafen der Liberalität.
Ich glaube, aus der „Angleichung“ wird nichts.
@Gotthard Sie schrieben: „im dankbaren Erinnern an Tod und Auferstehung Jesu wirkt der Geist inmitten
der Gemeinde die eucharistische Gegenwart Jesu Christi.“. Damit schaffen Sie noch nicht mal das kleine
Häretikum in einer freikirchlichen Gemeinde. Im Katechismus der Kath. Kirche steht es jedenfalls anders.
(1375): „Nicht der Mensch bewirkt, daß die Opfergaben Leib und Blut Christi werden, sondern Christus
selbst, der für uns gekreuzigt worden ist. Der Priester, der Christus repräsentiert, spricht diese Worte
aus, aber ihre Wirkkraft und Gnade kommen von Gott. Das ist mein Leib, sagt er. Dieses Wort verwandelt
die Opfergaben.“ Und was heißt Ihr :„damit die Gaben von Brot und Wein für die Mitfeiernden Leib und
Blut Jesu werden“? Im Katechismus steht es folgendermaßen, und das auch noch als Übernahme von Trient:
(1376): „Durch die Konsekration des Brotes und Weines geschieht eine Verwandlung der ganzen Substanz des
Brotes in die Substanz des Leibes Christi, unseres Herrn, und der ganzen Substanz des Weines in die Substanz
seines Blutes. Diese Wandlung wurde von der heiligen katholischen Kirche treffen und im eigentlichen Sinne
Wesensverwandlung genannt.“ Das Wort „Einsetzungsbericht“ allein ist nicht von Übel – die Berichtskomponente
ist vorhanden. Aber wer nur vom „Bericht“ und nie von der „Wandlung“ spricht, fällt der gleichen Täuschung
zum Opfer, die Sie uns hier aufgetischt haben. Oder er will täuschen.
@heggi Sie schrieben:„Bleibt erneut die Frage, ob ein von der Kirche approbierter Ritus auch schlecht
sein kann. Wie sind dazu die kritischen Anmerkungen von Kardinal Ratzinger einzuordnen“. Das Problem liegt
in der sicher nicht ohne polemische Absicht erfolgten Wahl der Katetgorie „schlecht“, die sich wegen ihres
moralisierenden Anklangs in diesem Zusammenhang nicht eignet. Die Kritik des damaligen Kardinals Ratzinger
oder von Klaus Gamber betrifft immer präzise Gegenstände, zu denen gesagt wird, daß dies oder jenes
gut oder nicht gut (also schlecht) geeignet sei, eine bestimmte Wahrheit auszudrücken oder den Geist
der Menschen auf eine bestimmte Weise anzusprechen. In dieser Weise kann man jederzeit auch über einen
kirchlich approbierten Ritus oder eine andere Aussage der Kirche sprechen. Problematisch wird es mit dem
moralischen Unterton, der die Grenze zwischen „instrumentell schlecht geeignet“ und „moralisch böse“
verwischt – wer sich darauf einläßt, bekommt es leicht mit dem Heiligen Geist zu tun, der die Kirche
zwar nicht vor Ungeschlicklichkeit, aber doch vor Bosheit (Schlechtigkeit) schützt.
@Brandenburgis Sie schrieben:„Jesu, beuge doch mein Herze unter deine starke Hand“. Ein Zeichen der Besinnung
und der Umkehr, von Ihnen?! Daß unsereins das noch erleben darf. Es besteht also wirklich noch Hoffnung,
anscheinend nicht nur pro multis, sondern sogar für alle.
@evelin Sie schrieben:„Warum Pfr. Gösche seinerzeit nicht zur FSSP ging – wäre naheliegend gewesen –
da diese in Berlin m. W. nicht vertreten ist, ist mir ein Rätsel.“. Nun, dieses Rätsel kann ich auch
nicht konkret lösen, aber ich gebe doch folgendes zu bedenken: Im Bereich der Anhänger der Tradition
gibt es prinzipiell die gleiche Bandbreite an Ausprägungen von Spiritualität und Charismen, wie es sie
schon immer in der Kirche gab und wie sie zur Entstehung so unterschiedlicher Kommunitäten wie der der
Trappisten, Franziskaner oder Jesuiten geführt hat. „Kirchenpolitik“ ist ja nicht der einzige Gesichtspunkt,
der hier zählen kann. „Pius“ und „Petrus“ stehen sich in dieser Hinsicht einigermaßen nahe, während
z.B. „Christus König und hoher Priester“ einen deutlich anderen Akzent setzt. Die verschiedenen Kanoniker-Gemeinschaften
wie die von Lagrasse oder die „Canons Regular of the New Jerusalem“ in St. Luis haben wieder jeweils eigene
„Persönlichkeit“ – und die Wahl des „verrückten Heiligen“ Philipp Neri zum Patron läßt vermuten, daß
Propst Goesche eben auch ganz eigene Vorstellungen von Apostolat und Charisma seiner Gemeinschaft hat.
In dem großen Artikel, der Berliner Morgenpost www.morgenpost.de/…8/13/biz/847235.html über das Institut
ist einiges dazu zu erfahren. Die katholische Tradition – das müssen einige „Tradis“ erst wieder lernen –
ist nämlich auf der Basis des festen und unverrückbaren Glaubensbekenntnisses von sehr großer Bandbreite,
Toleranz und nachgerade – horribile dictu – „Liberalität“ gekennzeichnet
@aurelius Sie schrieben: „Erstens ist es sicherlich die Einführung der Volkssprache, auch wenn man da
weit über das Ziel hinausgeschossen ist. Zweitens … die Herausnahme des „mysterium fidei“ aus den Wandlungsworten.“
Bei der Volkssprache könnte ich zustimmen – wenn sie in der Praxis entsprechend der Bestimmung des 2.
Vat. Konzils Konzils einen „größeren Anteil“ und kein faktisches Monopol erhalten hätte, und wenn die
volkssprachlichen Übersetzungen nicht vielfach zu Mißverständnissen einladen würden. Die Einführung
der Akklamation „mysterium fidei“ erscheint mir willkürlich und vor allem von der Absicht bestimmt, den
qualitativen Unterschied im Handeln von Priester und Mitfeiernden zu verwischen und die „Wandlungsworte“
zum „Einsetzungsbericht“ abzuschwächen. Daß der NO würdig gefeiert werden kann, ist nicht zu bezweifeln.
Er erlaubt es aber auch – und vielfach wird das geradezu als Einladung gesehen – die Eucharistie in einer
Weise zu begehen, die weit von der katholischen Lehre wegführt, indem sie das Gemeindehandeln an die
erste Stelle rückt, den Opfercharakter verunklart und die Eucharistische Gegenwart des Herrn nicht mehr
ernst nimmt. Tatsächlich hatte die dann ja auch von Paul IV kassierte erste Fassung der GIRM die hl.
Messe als „Mahlgemeinschaft der versammelten Gläubigen unter dem Vorsitz des Priesters“ definiert und
damit ausgedrückt, wie weit einige Architekten des NO vom überlieferten Glauben abgeirrt sind.
Kommunistisches Die Diskussion über moralisches, kirchliches oder weltliches Recht und daruaf beruhende
Verpflichtungen ist ja sehr interessant. Aber nach den Veröffentlichungen ….institut-philipp-neri.de/neu/status.html
des Instituts Philipp-Neri zu schließen, stellt das Institut seine Zahlungsverpflichtung keinesfalls
in Frage. Es gibt zu, daß seine ursprüngliche Erwartung, den Kaufpreis in drei Jahren aufbringen zu
können, vor der Realität keinen Bestand hatte. Ursprünglich hatten sich die Hoffnungen anscheinend
auf einige potentielle „Großsponsoren“ gerichtet, deren wohl eher vage Interessensbekundungen letzten
Endes dann doch nicht so substantiell waren, wie sie zunächst erscheinen mochten. Nun versucht das Institut,
auf der einen Seite die Besitzerinnen zu einer zeitlichen Streckung ihrer Ansprüche zu bewegen, und auf
der anderen Seite, möglichst viele „Kleinsponsoren“ anzusprechen. Das ist natürlich nur dann möglich,
wenn man auch öffentlich über den Ernst der Lage spricht. Wenn ich die Dinge richtig sehe, geht es also
nicht darum, den Schwestern Geldgier vorzuwerfen, sondern gerade darum, ihre finanziellen Forderungen
zu befriedigen. Wer selbst nicht nur zetern, sondern auch etwas tun will, findet auf der Website des Instituts
….institut-philipp-neri.de/…tal/Bitte/bitte.html die einschlägigen Kontonummern.
#36 Bernado 23:54:44 | Donnerstag, 17. August 2006
@exBochumer Sie schrieben:„Was hat denn diese Priestergemeinschaft um St. Afra an die Finanzberater gezahlt,
aus Spendengeldern?“. Auch wenn Sie sich das nicht vorstellen können: Die Gemeinde hat Mitglieder, die
sich von Berufs wegen auf den Umgang mit Geld verstehen, und diese haben meiner Kenntnis nach ihre Beratungsdienste
für Gotteslohn geleistet. Tatsächlich werden fast alle vom Institut benötigten Dienstleistungen – von
der Rechtsanwaltlichen Betreuung bis zur Büroarbeit von befreundeten professionellen Kräften als Spenden
eingebracht.
Wer redet hier von Hass? artoisschrieb:„da der Kard.-EB fanatischer linker V2-Anhänger ist und die Tradition
richtig leidenschaftlich haßt“. Dem möchte ich als Berliner doch widersprechen. S.E. ist zwar niemand,
der den alten Ritus von sich aus fördert – aber er hat das Institut gastfreundlich in seiner Diözese
aufgenommen, und ihm die nötige Freiheit für seine Arbeit gegeben. Finanzielle Unterstützung ist von
seiner Seite nicht zu erwarten – das Erzbistum hat selbst nur Schulden. „Ihr müßt Euch selbst durchschlagen“
war sozusagen Grundlage der Vereinbarung. Wienerschrieb: „wären die „bösen geldgierigen“ schwestern
tatsächlich solch fanatische gegner der alten liturgie, hätten sie ihr haus schon vor jahren gar nicht
erst dem institut überlassen.“ Ob die Frage der Liturgie für die Schwestern ein Thema ist, weiß ich
nicht. Aber ich weiß, daß sie die Kirche damals lieber an eine (vermeintlich?) solventere orthodoxe
Gemeinde verkaufen wollten und erst auf Intervention des damaligen Kardinals Ratzinger zum Verkauf an
Philipp Neri bereit waren – zu einem außerordentlich stolzen Preis, wie die seitherige Entwicklung auf
dem Berliner Immobilienmarkt erkennen läßt.
#108 Bernado 15:57:21 | Donnerstag, 17. August 2006
@Christian Hüller Sie schrieben: „Ich fand es übrigens interessant, dass, als die Angelegenheit neuerlich
von dtsch. Bischöfen diskutiert wurde, wohl auch finanzielle Gründe für die Beibehaltung des Zwangszölibats
angeführt wurden. Die Kirche könne sich (so viele) Priester mit Familie einfach gar nicht leisten, wurde
da argumentiert“. Nun ja – darauf kann man auch nur kommen, wenn man spirituell so blind und taub ist,
wie das im Kreis der deutschen Bischofskonferenz und vor allem der von ihr eingesetzten Fachkommissionen
vielfach der Fall zu sein scheint. Im übrigen halte ich den Ausdruck „Zwangszölibat“ für unzulässig.
Niemand wird gezwungen, Priester zu werden – aber wer im lateinischen Ritus Priester wird, kann dann als
Priester nicht mehr mit dem Segen der Kirche heiraten. Bei den Orthodoxen ist es ganz ähnlich. Dort darf
man vor der Priesterweihe heiraten, hat als verheirateter Priester jedoch eine Stellung, die in mancher
Hinsicht eher der des Diakons in der lateinischen Kirche entspricht. Als geweihter Priester können auch
Orthodoxe nicht mehr heiraten – dafür aber Bischof werden. Eine begrenzte Ausweitunbg der Weihe von verheirateten
„viri probati“ in der katholischen Kirche kann ich mir übrigens schon vorstellen – das Prinzip ist ja
durch die Weihe verheirateter reformierter Geistlicher bereits etabliert. Ich glaube aber nicht, daß
darin eine Strategie zur Verringerung des (in vielem selbst herbeigeführten) Priestermangels liegen kann.
@Aurelius Sie schrieben:„muss man anerkennen, daß die Liturgiereform Gutes und Sinnvolles gebracht hat.“.
Das hört man immer wieder, sieht es jedoch nur selten. Könnten Sie zu dieser Behauptung vielelicht ein
wenig Material nachlegen?
@athanasius Sie schrieben: „die Früchte des neuen „römischen“ (eher neogallikanischen, oder gar lutheranisierten)
Ritus sind bitter.“. Vorsichtig mit dem Vorwurf: „lutheranisiert“. In Skandinavien gibt es noch heute
lutheranische Gemeinden, die ihren Gottesdienst in einer Form feiern, die sich äußerlich nur wenig von
der in Trient festgelegten unterscheidet. Wenn wir diese „lutheranische“ Form zurückerhalten könnten –
und dazu geweihte Priester mit der Absicht, zu tun, was die Kirche tun will – das wäre schon was. Im
Übrigen muß man klar sagen: Wenn man nicht mit dem Papst und der Kirche Jesu Christi brechen will, muß
man anerkennen, daß das Missale Pauls VI trotz aller Schwächen ein gültiges Messbuch der Kirche ist.
Es in dem Sinne „abzuschaffen“, wie viele Eiferer das Messbuch von Johannes XXIII von 1962 „abschaffen“
wollen, wäre verfehlt. Aber natürlich ist dieses Messbuch in vielerlei Hinsicht reformbedürftig, und
vor allem ist darauf hinzuwirken, daß die tausenderlei Mißbräuche, die sich mit seiner Anwendung verbinden,
abgeschafft werden. Mit gleichem Nachdruck ist darauf hinzuwirken, daß endlich von allen Bischöfen anerkannt
wird, daß die liturgischen Bücher von 1962 (sämtliche!) einen legitimen Platz in der Kirche haben und
den Maßstab für jede Weiterentwicklung von Riten und Liturgie setzen.
@Puchil2 Sie schrieben:“„Die Zölibatsordnung“ der Kirche war in Vegangenhneit und Gegenwart in Wahrheit
eine ungeheure Unordnung und ein riesiges Lügengebäude.“. Erstens möchte ich dieser Verallgemeinerung
widersprechen. Das ist eine Beleidigung der Mehrzahl der Kleriker, die sich an die von ihnen eingegangenen
Verpflichtungen gehalten haben. Die Bereitschaft, diese Verpflichtungen auf sich zu nehmen und dann auch
einzuhalten ist allerdings um so stärker, je deutlicher ihr Wert und Inhalt hochgehalten wird. Als Mitte
der 60er Jahre gelegentlich der Eindruck erweckt wurde, der Zölibat werde wohl demnächst mit anderen
Altertümern auf den Abfall geworfen, ließ sich so mancher ins Priesteramt locken, der dann nach einigen
Jahren enttäuscht wieder aufgab. Warum heute noch Bischöfe ähnlich leichtsinnige „Versprechungen“ machen,
ist mir unbegreiflich. Im übrigen möchte ich noch einmal daran erinnern, daß es außer einem extensiven
Verständnis der Bedeutung von „Sex“ nichts gibt, was die Fragen des Zölibats und der Frauenordination
welchen Grades auch immer verbindet.
@Guldin Sie schrieben:„Sie wissen ja sicher auch, dass Abt Ulrich Rösch (immerhin der 3. Gründer des
Klosters St.Gallen) Kinder hatte. Ebenso viele seiner Priester. Dass es durchaus auch Päpste gab, die
stolz auf ihren leiblichen Nachwuchs waren, ist auch kein Geheimnis.“ Nein, das ist kein Geheimnis – aber
was anderes als unser konkretes Thema. Die geforderte Ehelosigkeit ist das eine, die gelobte Keuschheit
ein anderes, und der Gesamtbereich der Frauenweihen ein Drittes. Wobei letzteres mit den beiden ersten
eigentlich nur in einer so sex- und gender-besessenen Gesellschaft wie der gegenwärtigen überhaupt in
einen Zusammenhang gebracht werden kann. Ein Priester, der ein Kind gezeugt hat, kann sich den Anforderungen
seines Gelöbnisses unterwerfen, seinen Fehltritt bekennen und versprechen, es (und alles, was dazu führen
könnte) nicht wieder zu tun. Andernfalls fällt er wieder unter der Sünde, und irgendwann muß er sich
überlegen, wie ernst es ihm um seine Reue ist, oder ob er nicht versucht, sich – was leicht ist – oder
dem lieben Gott – was unmöglich ist – was vorzumachen. Ein Priester, der die Ehe verlangt, bricht nicht
nur sein Versprechen – er verlangt auch von der Kirche, daß sie ihre Ordnung brechen soll. Natürlich
wird er meistens nicht zugeben, daß er eigennützige Motive hat, sondern behaupten, daß das, was er
will, auch für die Kirche das einzig wahre und gute wäre. Aber das fällt eher in die Kategorie: „Sich
etwas vormachen“ – siehe oben.
@benedikt Sie schrieben:„Glaubt man Puchils Beiträgen (und ich habe keinen Anlass, dies nicht zu tun,
so handelt es sich bei Puchil2 um Mag. L. Puchinger,“. Danke für den Hinweis. Das würde natürlich manches
erklären. Für einen laisierten Priester, der bereits 4 Jahre nach der Weihe sein Gelübde aufgegeben
oesterreich.orf.at/ooe/stories/117842/ und sein Amt verlassen hat, um zu heiraten, liegt es nahe, wird
alles tun, um seine Entscheidung zu rechtfertigen – auch wenn er dazu die Schrift entstellen und die zweitausendjährige
Tradition der Kirche ins Unrecht setzen muß. Tragisch eben nur, daß sich für solche Modernismen durchaus
auch Bischöfe ins Feld führen lassen. Die neue Kirchenspaltung (entlang der alten Bruchlinien) ist schon
weit vorangeschritten. @Christian Hüller: „Und wo wollen Sie aufhören? Wollen Sie dann irgendwann, entgegen
den eindeutigen Bestimmungen der Schrift, Frauen auch zum Bischof ordinieren (lassen)?“ Nun, die bereits
gestern von mir hier angeführte Website von Womanprists www.ministryforwomen.org/deacons/index.asp ist
da ganz eindeutig: „We are Roman Catholics who strongly believe that women should be ordained deacons
in the Roman Catholic Church. As well as being ordained priests and bishops in due course!“ Wer sich erst
einmal vom Lehramt der Kirche abgewandt bzw. selbst an dessen Stelle gesetzt hat, gerät schnell auf eine
sehr abschüssige Bahn.
@Doriano Sie schrieben: „ist das mit dem „Unbedingt-dabei-sein-wollen“ eigentlich eine typisch westliche
Zivilisationskrankheit – oder wo gibt’s sowas noch – von Ausnahmen jetzt mal abgesehen.“ Es ist eine Krankheit
des „machenmüssens“, das nichts Gegebenenes annehmen kann, sondern alles selbst tun muß. Das ist in
Europa besonders verbreitet, kommt aber anderswo (z.B. Ostasien) auch vor. Es ist das alte „non serviam“.
Oder frei nach Nietzsche: „Ich möchte nicht, daß für mich ein Lösegeld bezahlt wird, wen die Münze
nicht mein Bildnis trägt.“ „Das war jetzt aber keine Grußadresse an die Tradis!! (Priesterbruderschaft
St.PiusX. etc.)“ Nun ja, es gibt auch „Tradis“ die in voller Gemeinschaft mit dem Papst stehen, und unser
Papst selbst hat die Piusleute ja auch noch lange nicht abgeschrieben. Grüßen dürfen Sie sie schon
mal – man darf halt nur nicht übersehen, daß sie auch manchmal ins „selbst machen müssen“ verfallen –
z.B. wenn’s um Bischofsweihen geht.
Leseempfehlung Zur besseren Einschätzung der von Puchil2 genannten Autoren/innen empfehle ich einen Blick
auf diesen Artikel www.stjosef.at/…ertum_mueller_dt.htm des damaligen Dogmatik-Professors Gerhard-Ludwig
Müller – inzwischen Bischof von Regensburg. Liebe(r) Puchil2 – warum verweisen Sie uns nicht gleich auf
diese Seiten www.ministryforwomen.org/deacons/index.asp, von Woman Priests, von denen Sie den größten
Teil Ihrer Weisheit bezogen zu haben scheinen. Motto: „We are Roman Catholics who strongly believe that
women should be ordained deacons in the Roman Catholic Church. As well as being ordained priests and bishops
in due course!“. Oder noch besser: Warum machen sie nicht erst einen Batikkurs und dann eine Fahrt auf
der Donau? Dann wüßte man doch, wo man dran ist.
Leseschwäche Puchil2 schrieb: „Phöbe wird von Paulus als „Diakon der Gemeinde von Kenchreä“ vorgestellt;
nach Gerhard Lohfink sprechen Gründe dafür, daB Paulus in Röm 16,1 ‘Diakon’bereits im Sinne einer spezifischen
Amtsbezeichnung versteht; denn die männliche Form diakonos weist auf ein solch spezielles Amt hin.“ Das
ist ja schön, daß Lohfink davon spricht – es ist nur nicht plausibel. Ich habe ihnen bereits gestern
entgegengehalten, daß Paulus selbst sich in seinen Briefen ebenfalls als „Diakonos“ bezeichnet – ein
untrügliches Zeichen dafür, daß das Wort zu seiner Zeit allgemeine Bedeutung hatte und kein bestimmtes
Amt bezeichnete. Griechischkenntnisse hätten Sie ünrigens davor bewahrt, in der männlichen Form ein
Indiz für eine weibliche Amtsträgerin zu sehen – das Griechische war für Konkreta schnell mit einer
weiblichen Endung bei der Hand. Vielleicht lesen Sie ja mal außer Lohfink noch andere Autoren, die nicht
so stark mit der Prämisse an ihre forschungen herangehen, überall weibliche Amtsträger aufzuspüren.
Römisches Missale – Lateinischer Ritus Benedikt schrieb: „Rechtlich gesehen ist der Römische Ritus nach
der Messordnung von 1970 der gleiche wie 1570 oder 1200.“ Nein. Er ist nicht der gleiche, aber er hat
die gleiche rechtliche Stellung. Er ist DER Ritus der lateinischen Kirche. Die Form des Ritus verändert
sich in Abhängigkeit von konkreten historischen und gesellschaftlichen Umständen. Dabei kann er die
Fähigkeit gewinnen oder verlieren, die Lehre der Kirche so auszudrücken, daß sie von den Gläubigen
gut oder nicht gut verstanden wird. (Was allerdings nicht die einzige und auch nicht die Hauptfunktion
der Messe ist.) In der Vergangenheit erfolgten die Veränderungen meist in kleinsten Schritten und folgten
Veränderungen des Vollzugs. 1969 wurde erstmals alles ‘generalstabsmäßig’ umgeschrieben. Der erneuerte
Ritus hat jedoch die Fähigkeit, die Lehre der Kirche im Vollzug des Messopfers auszudrücken, bereits
zu Lebzeiten seiner Architekten weitgehend verloren – falls er sie jemals hatte. Tatsächlich sind heute
mehr Menschen als zur Zeit seiner Ausarbeitung davon überzeugt, daß die frühere Form dazu besser geeignet
ist. Während 1970 fast alle jungen und mittelalten Priester begeisterte Propagandisten der „Erneuerung“
waren, wenden sich heute viele junge angesichts der vielen faulen faulen Früchte von dieser Reform ab.
Daß die Väter der Liturgiereform davon nicht begeistert sind, liegt auf der Hand. Daß sie sich weigern,
die Konsequenzen daraus anzuerkennen, fügt ihrem ersten Versagen ein zweites hinzu.
Römisches Missale – Lateinischer Ritus Es ist völlig klar, daß die heute gültigen Messbücher des
NO nicht häretisch sind – wer das behaupten würde, könnte nicht in Gemeinschaft mit dem Papst stehen.
Eine ganz andere Frage ist, ob der NO so gut zur Abwehr populärer Irrlehren der heutigen Zeit geeignet
ist, wie das Missale Pius V. seinerzeit zur Abwehr der damaligen Irrtümer – und ob eine solche klare
Abgrenzung heute überhaupt gewollt ist. Eine weitere offene Frage ist, welchen Sinn es heute noch macht,
vom „lateinischen Ritus“ zu sprechen, wenn die liturgische Praxis weitestgehend auf den Gebrauch der lateinischen
Sprache verzichtet und die Vorgaben einzelner Bischofskonferenzen und die nationalsprachlichen Übersetzungen
in wichtigen Passagen stark voneinander abweichen. Weitere Fragen drängen sich auf, wenn man bedenkt,
daß das Neue Missale in den wenigen Jahrzehnten seines Bestehens schon auf drei Revisionen kommt, die
GIRM sogar auf noch mehr, von denen eine tatsächlich wegen „Häresieverdacht“ erforderlich geworden war.
Die „Reform der Reform“ gehört aus all diesen Gründen zu den dringendsten Aufgaben der gegenwärtigen
Situation. Mit der alten Form des Ritus hat das alles nicht direkt zu tun. Die bleibt gültig, wie sie
immer war. Ob es zweckmäßig und von daher zulässig ist, sie öffentlich zu feiern, ist eine pastorale
Frage, die der jeweilige Ortsbischof zu entscheiden hat. Der Papst hat die Bischöfe mehrfach gebeten,
diese Erlaubnis großzügig zu gewähren – einige Bischöfe folgen ihm dabei, viele nicht
Diakon Paulus „Es gibt zwei Textstellen in NT, die sich auf Diakoninnen beziehen:Röm 16, 1-3: Phöbe
wird von Paulus als „Diakon der Gemeinde von Kenchreä“ vorgestellt; nach Gerhard Lohfink sprechen Gründe
dafür, daB Paulus in Röm 16,1 ‘Diakon’ bereits im Sinne einer spezifischen Amtsbezeichnung versteht;
denn die männliche Form diakonos weist auf ein solch spezielles Amt hin.“ Und welche Gründe sollen das
sein? Es ist im Gegenteil völlig klar, daß „Diakonos“ zur Zeit des Apostels noch lange kein spezielles
Amt bezeichnet. Das kann man unter anderem daran sehen, daß Paulus sich selbst und seine Gefährten mehrfach
(z.B. 2. Korinther 3,6 und 11,23) als „diakonoi“, als Diener der Kirche bezeichnet. Der Übergang von
der allgemeinen Bezeichnung für „Diener“ oder „aktives Gemeindemitglied“ zu einer besonderen Amtsbezeichnung
erfolgt erst nach Beginn des zweiten Jahrhunderts.
Ordinatio Sacerdotalis Der Text, dessen wichtigsten Teil ich zitiert hattte, ist vollständig auf stjosef.at
www.stjosef.at/…tio_sacerdotalis.htm zu finden.
Schwere Träume Ein Träumer schrieb: „Als Übergangslösung, bis die Kirchenleitung durch Änderung der
Zulassungsbedingungen zum Priesteramt endlich ihre Verantwortung für die Pfarrgemeinden ernstnimmt, und
so das volle Leitungsamt durch einen geweihten Priester (oder Priesterin) wieder wahrgenommen werden kann.“
Das wären dann aber altkatholi’sche oder lutherische Gemeinden, denn in Ordinatio Sacerdotalis schrieb
Papst JP II: Zitat: 4. Obwohl die Lehre über die nur Männern vorbehaltene Priesterweihe sowohl von der
beständigen und umfassenden Überlieferung der Kirche bewahrt als auch vom Lehramt in den Dokumenten
der jüngeren Vergangenheit mit Beständigkeit gelehrt worden ist, hält man sie in unserer Zeit dennoch
verschiedenenorts für diskutierbar, oder man schreibt der Entscheidung der Kirche, Frauen nicht zu dieser
Weihe zuzulassen, lediglich eine disziplinäre Bedeutung zu. Damit also jeder Zweifel bezüglich der bedeutenden
Angelegenheit, die die göttliche Verfassung der Kirche selbst betrifft, beseitigt wird, erkläre ich
kraft meines Amtes, die Brüder zu stärken (vgl. Lk 22,32), daß die Kirche keinerlei Vollmacht hat,
Frauen die Priesterweihe zu spenden, und daß sich alle Gläubigen der Kirche endgültig an diese Entscheidung
zu halten haben.
Opfercharakter Natürlich wird niemand, der Wert darauf legt, in der Gemeinschaft der Kirche mit dem Papst
zu stehen, behaupten, daß der Novus Ordo den Opfercharakter „leugne“ und „häretisch“ sei. Was man dagegen
sehr wohl sagen kann und leider auch sagen muß, ist, daß der Novus ordo insbesondere in merheren nationalsprachlichen
Übersetzungen den Opfercharakter so zurückhaltend zum Ausdruck bringt, daß er – insbesondere in Verbindung
mit anderen Eigenschaften des neuen Ritus – leicht übersehen werden kann. Eine der bedauerlichen Folgen
dessen ist, daß nach einer beim Ökumenischen Kirchentag 2003 in Berlin veröffentlichten Statistik,
wie Leo Kardinal Scheffczyk in „Theologisches“ 33, Nr. 8/9 (2003), Sp. 347, feststellen mußte, „88 %
der Katholiken Deutschlands keinen Unterschied mehr zwischen der katholischen Eucharistie, dem heiligen
Meßopfer, und dem evangelischen Abendmahl erkennen würden“. Tatsächlich ist genau das die Absicht vieler,
die an der Ausarbeitung des NO mitgewirkt haben, und vermutlich auch die Absicht derer, die dafür gesorgt
haben, daß das der in dieser Hinsicht besonders mißverständliche 2. Canon fast ausschließlich benutzt
wird.
Bildfälschung? Navon schrieb: „Öffne das Bild mal mit einem etwas besseren Bildbearbeitungs-Programm
als MS Paint und schau dir die Pixeldichte des Steins und die des Mädchens an!“. So einen Unfug habe
ich schon lange nicht mehr gehört. Das Bild hat, nachdem es einmal im JPEG-Format gespeichert wurde,
natürlich überall die gleiche Auflösung, im konkreten Fall von 72 dpi. Wenn es vorher manipuliert worden
wäre, könnte man es jetzt jedenfalls nicht mehr an der Auflösung erkennen. Das müßte schon ein rechter
Stümper sein, der bei Arbeitsauflösungen von vielleicht 300 dpi so schlecht arbeitet, daß man es bei
runtergerechnet 72 dpi noch erkennen kann. Wir wissen, daß in diesem Krieg von beiden Seiten auch manipuliertes
Material eingesetzt wird und der Kampf der Geheimdienste und der Desinformationsagenten fast noch entscheidender
ist als der Einsatz der Waffen. Aber dieses Bild enthält keinen Beweis für eine Fälschung.
Esotorik Ende Oktober letzten Jahres hat ein hiesiger kath. Priester im Rahmen seiner ansonsten überzeugenden
Predigt behauptet, genauso, wie damals die Reformation der Hauptfeind der r.-k. Kirche war, sei es heute
die Esoterik. Ich war einigermaßen überrascht! Ich bitte um Differenzierung. Esoterik hat starke mystische
Züge – die kennt die Kirche auch, wenn sie ihnen auch gelegentlich mit Vorsicht begegnet. Und das hat
seinen Grund: Mystik geht, das ist nun mal ihr Wesen, sehr stark von der Einzelperson und ihrem Erleben
aus. Das enthält die ständige Gefahr, auf Irrwege zu geraten. Nicht Christus und sein Evangelium zu
leben, sondern sich selbst. Letzteres ist in der modernen Esoterik aber geradezu das bestimmende Element:
Die Geistige Welt aller Zeiten und Weltgegenden als Steinbruch zur Gewinnung von Elementen zur eigenen
Erbauung, Relativismus und Eklektizismus in Reinkultur. Die katholische Kirche vertritt demgegenüber
einen klaren Objektivismus: Gott ist Realität, geoffenbart, mit Autorität vermittelt und (in diesem
Rahmen) erkennbar. Das sind tiefgehende Gegensätze. Ob sie die Esoterik gleich zum „Hauptfeind“ der Kirche
machen, weiß ich allerdings nicht.
Frage Benedikt schrieb:„Ich begreife ernsthaft nicht, wie jemand heute das Amt des Priesters in der katholischen
Kirche wählen kann, ohne an die Realpräsenz zu glauben … Wer nimmt denn Ehelosigkeit, Gehorsamsversprechen
etc auf sich, ohne der ganzen Sache etwas abgewinnen zu können?“. Nun – schauen Sie sich jemanden wie
B. Bussmann an. Steht fast in allem im Widerspruch zur Lehre der Kirche, sieht sich aber zur Katechetin
berufen und führt das große Wort. Und findet dabei sicher auch im Klerus viel Zuspruch. Leute wie deacon –
wenn er uns keinen Bären aufbindet, aber es gibt solche ja in der Tat – gehen (als Priester) in die Kirche
als in eine Institution, die es nach ihren Vorstellungen umzuformen gilt. Sie verstehen nichts von Kirche
(ein Theologiestudium muß dem nicht entgegenstehen), sie wissen nichts vom Glauben oder seiner Tradition,
sie sind ganz erfüllt von sich selbst und ihrer eigenen Vortrefflichkeit. Ihr Geist ist der Zeitgeist,
der trägt ihr Selbstbewußtsein und wird am Ende alles andere besoegen. Und – so mag mancher zu Zeiten
JPII gehofft haben – das lästige Zölibat erledigt sich mit dem nächsten Papst sicher auch. Also rin
in den Laden, Ärmel hochkrempeln, Rom auf den Müllhaufen der Geschichte und ordentlich was neues bauen.
Tja, und mit der Wahl von Josef Ratzinger haben sich solche Sumpfblütenträume erledigt, und das nicht
nur für die – Gott schenke ihm viele Jahre – Zeit Benedikts. Die Kardinäle haben mehrheitlich befunden:
Die Revolution ist zu Ende.
Ministrantinnen „Stimme“ schrieb: „Sind die Ministranten denn wenigstens gleich mit und haben ihn allein
am Altar stehe lassen? Ich fürchte nein…“ Das wäre eine schwere Vefehlung gewesen. Während „Redemptionis
Sacramentum“ den Ortsbischöfen das Recht einräumt, Ministrantinnen im Rahmen der Ordnung der Kirche
zuzulassen, präzisiert die Gottesddienstkongregation in ihrem Schreiben vom 27. Juli 2002 www.adoremus.org/…DW-AltarServers.html,
daß kein Priester verpflichtetwerden kann, bei seinem Gottesdienst Messdienerinnen einzusetzen. Die Kongregation
unterstreicht weiterhin, daß alles zu tun sei, um Jungen zum Dienst am Altar zu gewinnen, weil der Altardienst
nur so seine „seit unvordenklichen Zeiten“ bedeutende Funktion erfüllen kann, berufungen für das Priesteramt
zu erwecken. Inzwischen hat sich freilich in der gemeindlichen Praxis vielerorts herausgestellt, daß
Jungen im „Ministrantenalter“ ihrem Entwicklungsstadium entsprechend oft davor zurückscheuen, gemeinsam
mit Mädchen zu agieren, so daß vielfach der Altardienst zu einer reinen Mädchenveranstaltung geworden
ist. Ein weiteres Element des selbst erzeugten priestermangels.
Apokryphen Otterbeck schrieb: „Wer ist denn „apokrypher“? Das Thomas-Evangelium oder Drewerman?“ Man muß
und kann hier unterscheiden. Es gibt Apokryphen, die voll und ganz auf der Grundlage des christlichen
Glaubens stehen. Dazu gehören viele frühchristliche Überlieferungen und Erzählungen, die irgendwannn
einmal unzutreffenderweise einem Apostel oder einem anderen Jünger Jesu zugeschrieben wurden und somit
zeitweise als heilige Schrift galten. Soweit das frühzeitig erkannt wurde, hat man diese Texte bei der
endgültigen Bestimmung des Kanons eben wieder ausgeschlossen. Sie sind wertvolle historische Quellen,
aber sie gehören nicht zum Korpus der Schriften, die unter Inspiration durch den Geist Gottes entstanden
sind. Dann gibt es aber seit ältester Zeit auch Schriften, in denen christliche Gedankensplitter mit
jüdischen oder heidnischen oder anderen Theorien vermischt auftreten – wenn man so will also häretische
Schriften. Das sog. Thomasevangelium gehört in diese Reihe. Es ist seiner Grundeinstellung nach gnostisch,
enthält aber auch christliche Versatzstücke und einige vermutlich echte Jesusworte, die aus früh entstandenen
Spruchsammlungen christlicher Gemeinden übernommen worden sein dürftehn. Insofern kann man Thomasevangelium
und Drevermann durchaus in eine Reihe stellen.
Realpräsenz Freinsberg schrieb:“„körperliche Präsenz“ ist missverständlich. Nicht umsonst haben mittelalterliche
Theologen den Begriff der Transsubstantiation entwickelt.“ Das stimmt – ich hätte vielleicht besser „leibhaftige
Präsenz“ geschrieben, um den spezifischen Unterschied gegenüber dern anderen Arten der Gegenwart Gottes
in seiner Schöpfung bzw. in seiner Kirche anzusprechen. Mit den mittelalterlichen Begriffen bin ich oft
nicht so glücklich – und gerade „substanz“ ist gut geeignet, das zu illustrieren. „Substantia“ bezeichnet
das innere Wesen, den ontologischen Kern einer Sache – und das muß bei weitem nicht mit dem äußerlichen
Erscheinungsbild, das durch die „Akzidenzien“ geprägt ist, übereinstimmen. Dem heutigen Denken ist diese
Unterscheidung nicht mehr spontan zugänglich, mehr noch, wenn man heute von „Substanz“ spricht, meint
man eher die Gesamtheit der von außen erkennbaren und wissenschaftlich beschreibbaren Eigenschaften einer
Materie, die diese Materie ihrerseits definieren – „akzidentien“ werden zur Substanz, und die alte „substantia“
gerät völlig aus dem Blick. Statt hier immer neue und immer komplexere Begrifflichkeiten einzuführen,
tendiere ich zur Bescheidenheit. „Das ist mein Leib“ spricht der Priester als alter Christus über das
Brot – also ist es so. Wie das im einzelnen fumnktioniert werden wir, wenn überhaupt, wohl erst dann
erkennen, wenn wir unseren Leib erst einmal verlassen haben.
leibliche Aufnahme Mariens Abu schrieb: „Ich frage mich, was Babylon eigentlich die leibliche Himmelfahrt
Mariens angeht.“ Nichts natürlich. Aber diese Sorte ist innerlich so hohl, daß sie sich an dem delektieren
muß, was das Christentum an substanz hat. Deschner lebt nicht schlecht davon, andere käuen wieder, was
er von sich gibt. Soll er drehen und verdrehen, soviel er will. Tatsache ist, daß das Thema im 4. Jh.
bereits diskutiert wurde – wenn auch kontrovers –, daß schon damals einer der Väter einer voreiligen
und falschen Festlegung widersprach, ein Jahrhundert später im gelasianischen Dekret einer ganz bestimmten
Festlegung widersprochen, und schließlich anderthalb Jahrtausende später in dieser Tradition und ohne
Widerspruch zu ihr Klarheit geschaffen wurde. Für intellektuelle und historische Eintagsfliegen ist das
unerträglich, ihr krakeelender Widerspruch ist zu erwarten, tut aber nichts zur Sache. Zur Sache dagegen
noch dieses: Nicht „Mariä Himmelfahrt“ – das wäre aus eigener Kraft. Sondern „Aufnahme in den Himmel“ –
aus Seinem Willen.
Leibliche Aufnahme Mariens Der babylonische bemerkte: „Marienreliquien gibt’s und gab’s übrigens wie
Sand am Meer: Haare Marias, ein ganzes Sortiment iher Schuhe, Gürtel, Schleier…“. Und hat dabei sicher
auch zu seinem Schrecken bemerkt, daß trotz allen phantastischen Eifers schlichter Seelen in seiner langen
Liste kein einziges noch so kleines Knöchlein vorkommt. Aber das ist natürlich nur ein Nebenthema. Näher
an die Sache kommen wir schon, wenn unser Heidenmissionar verkehrtrum Kirchenväter nur anerkennen mag,
wenn er sie kennt – ziemlich komisch das, aber auch typisch für Egomanen. Jedenfalls war der von mir
genannte Epiphanius ein Zeitgenosse der damaligen Auseinandersetzungen um den Transitus Mariae. Und die
Transitus-Erzählungen, die im Gelasius-Dekret verurteilt worden waren, behaupteten gerade nicht die leibliche
Aufnahme der Gottesmutter, sondern malten in lebhaften Bildern aus, daß Christus Mariae Seele in den
Himmel geleitet habe, währen ihr Körper – und nun gibt es Varianten – z.B. im Kedron Tal bestattet oder
im Paradies für die vollständige Auferstehung aufbewahrt worden sei. D.h. die Kirche hat im 5. Jh. eine
irrige Festlegung verworfen, die dem entgegen stand, was dann im 20. Jh. feierlich bekräftigt wurde.
Das nenne ich einen langen Atem der Konsequenz. Und da tischt man uns mit möchtegern-dämonischer Unterstützung
als Gegenstimme einen vom Hass auf die Kirche gekennzeichneten Schwätzer auf. Nun ja, wer sich mit solchem
Abfall zufrieden gibt, hat nichts besseres verdient.
leibliche Aufnahme Mariens Der babylonische schrieb:„Kein einziger (Kirchenvater) weiß etwas davon bis
ins 7. Jh.!“ Als Beleg dazu zitiert er Kirchenhasser Deschner und den Vagantenbischof Heiler – zwei ausgewiesene
Experten also für die Entwicklung der katholischen Glaubenstradition. Natürlich irrt der Schnell- und
Vielschreiber Deschner auch hier. In Apokryphen der frühen Zeit spielt der Tod Mariens und ihr weiteres
Schicksal eine große Rolle. Epiphanius v. Salamis, der im 4. Jh. lebte, bezeugt, daß die Frage der Art
des Dahinscheidens und der leiblichen Aufnahme der Gottesmutter in den Himmel zu seiner Zeit eine heftig
diskutierte Frage war. Er schreibt in weiser Zurückhaltung: „Das kann sich in der Tat wohl erfüllt haben.
Doch möchte ich das nicht ganz bestimmt behaupten. Ich sage also nicht, daß sie unsterblich blieb, aber
ich möchte auch nicht behaupten, daß sie gestorben ist.“ Jedenfalls wird bereits im 6. Jahrhundert in
den Kirchen des Ostens das Fest der Entschlafung Mariens begangen, das allerdings damals noch nicht die
Aufnahme Mariens mit Seele und Leib in den Himmel aussagte, sondern dem Leib einen besonderen „Zwischenaufenthalt“
in einem überirdisch vorgestellten Paradies zuschrieb. Alles in allem ein Musterbeispiel für die allmähliche
Ausformung einer Tradition mit ältesten Wurzeln. Leo Kardinal Schefczyk, dem ich all diese Weisheit verdanke,
macht übrigens darauf aufmerksam daß seit frühester Zeit niemals die Rede von einer Marienreliquie
gewesen sei – ein bemerkenswertes Argument.
Wahrhafter Zweck Karim schrieb:Was die FSSPX selbst betrifft, scheint sie, zumindest in einigen Ländern,
meilenweit davon entfernt zu sein. Vielleicht hängt das damit zusammen, daß man, solange man in Einheit
mit Rom steht, mit einer katholischen Offenheit sich neuen Fragen und Problemen stellt Von Seiten eines
ohne Einschränkung mit Rom verbundenen „Tridentiners“ aus gesehen sieht das mit der Offenheit so aus:
Selbstverständlich sind Veränderungen im Bereich des Ritus nicht nur möglich, sondern auch sinnvoll.
Gegen eine Verlesung der Schrift in der Volkssprache und gegen einen Verzicht auf die „Verdoppelung“ einiger
Gebete der Vormesse gibt es zwar auch berechtigte Einwände, die aber – insbesondere bei weniger feierlichen
Liturgien – zurückgestellt werden könnten. Aber es gibt derzeit keinen approbierten Ritus, der es gestatten
würde, einen „modernisierten“ Lehrgottesdienst mit dem traditionellen Opfergottesdienst zu kombinieren.
Wer sich an die Rechtslage halten will, hat nur die Alternativen Ordo Missae von 1962 (stark eingeschränkt)
und Novus Ordo von 1969 (fast mit Monopolstellung). In einigen Klöstern ist das Missale von 1965 zugelassen.
Das heißt: Unter den gegebenen Bedingungen ist die Situation quasi „eingefroren“. Jede „Privatreform“
am OM von 1962 muß sich den Vorwurf der Mißachtung geltenden Rechts und des eigenmächtigen Mißbrauchs
vorwerfen lassen. Davor scheuen die Traditionalisten der unterschiedlichsten Richtungen mit Recht zurück.
Tabernakel und Zelebrationsrichtung Können wir vielleicht mal ein klein wenig Ordnung in die kirchliche
Topographie bringen? Ein „Sakramentshäuschen“ ist ein meist an einen Pfeiler oder eine Seitenwand der
Kirche angelehntes schrankartiges und oft reich verziertes Gebilde, in dem bis in die frühe Neuzeit das
allerheiligste Sakrament aufbewahrt wurde. Gut sichtbar, aber ohne Verbindung zu einem Altar. Dann gab
es die meist aus Metall gefertigte Sakramentstaube, die überdem Altar hing und heruntergelassen bzw.
hinaufgezogen werden konnte. Möglicherweise ein Rückgriff auf eine altertümliche garantiert mäusesischere
Aufbewahrungsmethode. Später wanderte dann das „Unterkunftshäuschen“ (Tabernaculum) auf den Hochaltar
und breitete sich noch später auf alle Altäre aus – wo auf den Nebenaltären aber regulär nicht das
heilige Sakrament, sondern nur der Kelch des dort eingeteilten Zelebranten aufbewahrt wurde. In Bischofskirchen
kam der Tabernakel nicht auf den Hauptaltar, weil die Blickachse schon vom Bischof belegt war – statt
dessen in eine Sakramentskapelle. Die war meistens reich geschmückt und keinesfalls als „Versteck“ gedacht.
Aber gleich, wo das hl. Sakrament aufbewahrt wird, unterscheidet sich die dort gegebene körperliche Präsenz
der Gottheit prinzipiell von allen anderen vielfältigen Weisen, in denen Gott unter uns anwesend ist.
Wo hier wirklich Gleichsetzung erfolgt – ich möchte niemandem das unterstellen – ist höchste Wachsamkeit
angeraten.
Stufengebet und anderes Das Stufengebet kommt historisch aus der privaten Vorbereitung des Priesters (und
der ministri) auf die Messfeier. Damit ist es keinesfalls ein notwendiger, aber zweifellos ein höchst
angemessener Bestandteil dieser Feier. Das Gebet hat sich nicht ohne Grund aus der Abgeschiedenheit der
Sakristei dorthin entwickelt, wovon darin die Rede ist: An die Stufen des Altars. Es gehört zu den Schwächen
der Liturgiereform Pauls VI., daß sie für gewachsene Zeichen und Symbole wenig Sinn zeigte, und alles
„durchrationalisieren“ wollte. @Tridentinus: Ihre sehr restriktive Deutung der Handlungsspielräume des
Papstes ist nicht nachvollziehbar. Der Papst ist gebunden an die verkündigte Lehre der Kirche in Sachen
des Glaubens und der Sitte. In allem anderen ist er der Gesetzgeber und heilt, soweit ich weiß, durch
sein bloßes Handeln jeden Formfehler. Damit ist aber nicht gesagt, daß das Recht setzende Handeln des
Papstes in jedem Fall zweckmäßig ist, und es ist auch nicht verboten, dieses Handeln daraufhin zu befragen,
ob es wirklich den Glauben in der besten geeigneten Form zum Ausdruck bringt. Aber die Antwort auf diese
Frage kann dann nicht in kleinen Zirkeln gegeben werden, sondern muß den synchronischen und diachronischen
„sensus fidelium“ berücksichtigen. Im übrigen gilt, daß der Papst niemandes Urteil untersteht.
Solche und solche Seelen „Deusex“ schrieb: „Soso, und was können die armen lateinischen Vokabeln dafür,
dass Sie allerhand Zeugs in sie hineindichten, das sie überhaupt nicht besagen?“. Ich habe schon stärkere
Argumente gehört. Aber, wenn ich’s recht bedenke, nicht von Ihnen. Von Latein sollten Sie besser ihre
Finger lassen, ebenso von Metaphysik – von beidem verstehen sie nichts. Denn Sie schrieben weiterhin:
„Und übrigens gibt es für einen allmächtigen Gott (was der Ihre ja sein soll) nichts in der Art einer
notwendigen Voraussetzung.“. Ach ja, Sie verwechseln da was, typischerweise: Nicht in Bezug auf Gott war
hier meinerseits von Voraussetzungen die Rede, sondern von menschlichen Begriffen. „Deusex“ schrieb „Sie
gehören wohl auch zu denen, die glauben, Gott hätte mit ihrer präferierten Auffassung einen Exklusivvertrag
geschlossen und alle anderen Millionen und Milliarden seien dumme Würstchen?“. Abgesehen davon, daß
ich mich um Auskünfte über „meinen Gott“ sicher nicht an Sie wenden würde: Mit dem „Exklusivvertrag“
liegen sie gar nicht einmal so falsch: So ähnlich könnte man das Verhältnis zwischen dem Herrn und
seiner heiligen katholischen Kirche durchaus beschreiben. Nur daß er und seine Kirche die „anderen Milliarden“
nicht (wie Sie das gegenüber allen, die Ihre Privatmeinung nicht teilen, zu tun scheinen) als „dumme
Würstchen“ betrachtet, sondern als Menschen, die herzlich eingeladen sind, dem ganz und gar nicht exklusiven
Vertrag beizutreten. Auch Sie.
Solche und solche Seelen „deusex“ schrieb: „Sie möchten mir doch bitte zeigen, wo ich von einer Vorbestimmung
„vor aller Zeit“ gesprochen hätte.“. Das sollte kein Zitat von Ihnen sein, sondern eine für christliche
Leser leichter verständliche Umschreibung dessen, was Sie mit ihrem merkwürdigen Begriff von „Metaphysik“
bzw. „metaphysisch“ vielleicht meinten. Ihre Lateinkenntnisse sind unzureichend. „priusquam te formarem“
(bevor ich Dich herstellte) setzt in der Tat schon das Vorhandenseins eine „Ausgangsmaterials“ (wie bei
Töpfer und Töpferton z.B.), konkret die befruchtete Eizelle, voraus und impliziert nicht eine Erschaffung
aus Nichtvorhandenem. Meine „präferierte Art der Exegese“ ist die der katholischen Tradition, die allerdings
nicht der Kreativität oder Willkür des Einzelnen Raum schaffen will, sondern stets auf der Grundlage
einer zweitausendjährigen Erfahrung und Erforschung erfolgt. Deshalb paßt hier auch gut das Folgende:
JR-europe schrieb:„Also ich sehe … ist Gott (für mich) … Mit meiner Anerkennung … Jesus ist für
mich … Ich meine…“ Schön für Sie, daß Sie in Ihrer Welt im Mittelpunkt stehen. Für andere und
insbesondere für die Welt ist das weniger von Bedeutung.
@Wendelin Vollmer Sie schrieben: „Mich hat zunächst der Begriff „Würde“ in der Einleitung irritiert.
Er wird in keinen direkten Zusammenhang gestellt. Alles hat prinzipiell Würde.“ Die Bedeutung des Begriffes
„Würde“ im Sprachgebrauch der Verfassung ist meiner Kenntnis nach nicht eindeutig fixiert. Jedenfalls
gehen neuere Ausleger daran, dem Begriff seine Konnotation des Unbedingten zu nehmen und Bedingungen zu
formulieren, ab wann ein Mensch ein Mensch ist oder nicht mehr ist und unter welchen Bedingungen ihm (Menschen-)Würde
zukomme oder nicht. Das ist Treibsand. Aus katholischer Sicht erhält jeder Mensch im Augenblick der Verbindung
der Zellen der beiden Eltern aus der Hand Gottes seine unsterbliche Seele – damit erübrigt sich m.E.
jede weitere Spekulation über eine „Würde“, die erst von einer Verfassung bekräftigt und durch Gesetz
näher bestimmt werden muß. Übrigens: Anders als unser Amateurexeget DDL reichlich großspurig behauptet,
bezieht sich der Vers natürlich nicht auf einen abstrakten Punkt der Vorherbestimmung „vor aller Zeit“,
sondern ganz konkretauf auf die „Herstellung“ (formatio) des Körpers und die Geburt des Menschen. In
nachgerade medizinischer Sprache benennt die Vulgata die beiden Eckpunkte der ganzen pränatalen Existenz
des Jeremias, und zwar von der Empfängnis bis zur Geburt: „Priusquam te formarem in utero, novi te, et,
antequam exires de vulva, sanctificavi te“ Hier ist gar nichts abstrakt, sondern alles alttestamentarisch
konkret. Und gut katholisch.
@tridentinus Sie schrieben: „Pastores sind keine Privatpersonen, und der Papst ist der höchste der Hirten
der Kirche, aber einer von ihnen!“. Ich bin sicher, daß jemand, der mehr Zeit hat als ich heute, Ihnen
aus dem Begriffes vom Papstamt, wie er in Trient beschrieben wurde, nachweisen kann, daß Sie genau hier
im Irrtum sind: Der Papst ist nach trient nicht „irgendeiner der Hirten“, sondern derjenige, der über
allen steht. Außerdem ist es der traditionellen Auffassung vom päpstlichen Amt m.W. durchaus fremd,
einem Papst eine Bindungsvollmacht gegenüber seinen Nachfolgern zuzusprechen in Dingen, die nicht den
Inhalt der Glaubens- und Sittenlehre der Kirche betreffen. Der NO verstößt nicht gegen die unveränderliche
Lehre der Kirche (zumindest nicht in der lateinischen Fassung), aber er bringt sie in mehrerlei Hinsicht
auch nicht in der Deutlichkeit zum Ausdruck, die nach Ihrer (und wohl auch meiner) Meinung angebracht
wäre. Über diesen Meinungsunterschied wäre zu diskutieren, aber nicht über eine angebliche Häresie
Paul VI.
Aufruf zur Kirchlichkeit Catholicus schrieb: „so ist doch jede von der Kirche approbierte Form der Messfeier
ist gültig, rechtgläubig und gnadenvermittelnd, und das nicht weniger als andere von der Kirche anerkannte
Liturgieformen!“ Das ist wohl nicht prinzipiell falsch, aber doch lebensfremd und abstrakt. In der Praxis
hat sich gezeigt, daß der NO in seinem ganzen Umfeld nicht wirklich gut geeignet ist, sowohl beim Priester
als auch bei den mitfeiernden Gläubigen die Disposition dafür hervorzubringen, den rechten Glauben zu
stärken und Anteil an den Gnaden zu erlangen. Man muß zugeben, daß die „tridentinische Praxis“ im 19.
und frühen 20. Jh. ebenfalls Schwächen in dieser Hinsicht aufwies, aber alles deutet darauf hin, daß
die Schwächen mit dem NO nicht veringert wurden, sondern sich gerade erst recht massenhaft und in der
Breite entfalteten. Eine Ursache dafür ist sicher, daß der Rat für Liturgiereform sich weit von den
Vorgaben des Konzils und auch des Papstes entfernt hat. Tatsächlich dachten die meisten Liturgiker, mit
dem Missale von 1965 sei der Auftrag von Sacrosanctum Consilium erfüllt, und sie zeigten sich sehr überrascht
über die „Revolution“ von 1969. Dazu kommt, daß die Praxis in vielfach sehr bald auch noch erheblich
über die Bestimmungen von 69 hinausgetrieben wurde – alles, was an protestantismus-annähernden Neuerungen
erlaubt worden war, wurde als einzig zulässig dargestellt und durchgesetzt. Vieles, was heute praktiziert
wird, wurde nie promulgiert, bestenfalls gedulded.
Das Ende vom Lied Perpetuas schrieb: „Der Tisch war gedeckt, er wird abgeräumt,“. Endlich ein akzeptables
Wort, ich hoffe, es bleibt dabei: Das Aufgetischte war von Anfang an verdorben.
Siebel-Geschwätz Jörg Guttenberger schrieb: „Ich bin … von – allerdings völlig und ohne Sachkenntnis –
aus dem Zusammenhang herausgerissenen Zitaten ausgegangen.“. Das war leider unzutreffend. Die hier in
den Raum gestellten Aussagen waren ausnahmslos keine Zitate aus Schriften Josef Ratzingers, sondern Unterstellungen,
die sich Herr Siebel aufgrund seiner unwissenschaftlichen Lektüre von Ratzinger-Schriften zusammenfantasiert
hat. Und es war ihm und seinen Anhängern – ich verweise ein weiteres Mal auf die von mir angeführten
Artikel – auch nicht möglich, diese Fantasien gegenüber einer seriösen Kritik aufrecht zu erhalten.
Es gibt in der „Einführung in das Christentum“ in der Tat einzelne Passagen, die man aus dem Zusammenhang
reißen und mißdeuten kann. Sie kommen meist dadurch zustande, daß Autor Ratzinger zunächst ín guter
philosophischer Tradition eine Gegenposition referiert, um sich sodann mit ihr auseinanderzusetzen. Im
Zusammenhang gelesen lösen sich diese möglichen Mißverständnis daher meistens schnell auf. Solche
plumpen Aussagen, wie sie die unendliche Perpetua hier aufgetischt hat, wird man aber auch in diesen Gegenpositions-Referaten
nicht finden.
Jörg Guttenberger, Köln Sie schrieben: „Perpetua:Ihre Zitate von B.XVI sind nachweislich aus dem Zusammenhang
heraus entstellt:“. Hat denn diese Person, die in endloser Drehung wie ein Perpetuum Mobile des Schwachsinns
immer dieselben Behauptungen wiederholt, überhaupt Zitate gebracht? Ich sehe immer nur: Lest den heiligen
und unfehlbaren (Soziologie-)Professor Siebel, der hat bewisen daß dies und jenes. Sie zitiert noch nicht
mal ihren Propheten Siebel auf nachvollziehbare Weise – so wie der vermutlich auch nicht wirklich Ratzinger
zitiert, ihn wohl kaum gelesen und erst recht nicht verstanden hat. Es tut mir wirklich leid – aber das
erscheint mir alles ziemlich krankhaft. Für diejenigen, die sich dennoch von diesem Unfug irgendwie angesprochen
fühlen – etwa weil sie vor lauter Mißtrauen gegen Rom auch dem gegenwärtigen Papst nicht trauen können
–, wiederhole ich meinen Hinweis auf den ausführlichen und wohlbegründeten Artikel von Michael Davies:
„Apologia pro Josef Ratzinger“ www.lumengentleman.com/content.asp?id=191. Wer dann noch mehr Argumente
braucht, lese „Pope or Heretic? An Evaluation of Benedict XVI www.lumengentleman.com/content.asp?id=179“ –
danach sollte es ihm besser gehen.
Wikipedia Im Artikel heißt es: „Denn ‘Wikipedia’ ist häufig eine offene, neutrale und faire Informationsquelle,
die nicht darauf schaut wer etwas schreibt, sondern was geschrieben steht.“ Das kann ich so nicht bestätigen –
es sei, denn, ich vestehe das „häufig“ als eine starke Einschränkung. Wikipedia ist in vielen Fällen
keine Informationsquelle, sondern – von seinem technischen Prinzip her – ein Kampffeld, auf dem sich der
durchsetzt, der das dickste Sitzfleisch, die meiste manpower oder die besten Verbindungen zur Redaktion
hat. Das gilt insbesondere in Themenbereichen, die gesellschaftlich kontrovers diskutiert werden. Es kann
aber auch ausgesprochene „Hobbies“ betreffen, also Spezialgebiete, bei denen eine Person „ihre“ Stichworte
eifersüchtig bewacht und alles, was ihrer (gelegentlich abstrusen) Meinung widerspricht, fernhält.
Kirchenmusik Das ist aber schön, daß Sie uns hier mitteilen, was Sie von den „Einlassungen“ Papst Pius
X. zur Kirchenmusik denken und was Sie, wenn Sie bei der Feier des Messopfers zugegen sind, wollen. Nun
muß die Kirche nur noch das gleiche wollen, und der gegenwärtige Papst auf seine „Einlassungen“ zur
Kirchenmusik verzichten, und schon ist die Welt wieder in Ordnung. @frensberg. Sie schrieben:„Die Entwicklung
der lutherischen Gottesdienstordnungen war zu Bachs Zeit längst abgeschlossen.“. Und dabei dachte ich
Dummer, daß diese Ordnungen erst im 18. Jh. Ungefähr die moderne Form gefunden hätten – bis sie in
diesem Jahrundert wieder stark verändert wurden.
Rahner – Ratzinger Josef Ratzinger stand während seines Studiums wie fast alle deutschen Theologender
Nachkriegszeit stark unter dem Einfluss von Rahners Denken. Allerdings wurde er gerade während des Konzils –
als nämlich die praktischen Auswirkungen dieser Schule immer deutlicher und durchaus nicht immer positiv
sichtbar wurden – allmählich skeptischer gegenüber dessen Denkrichtung und hat sich später davon „emanzipiert“.
(Anders als z.B. der Rahner-Schüler Lehmann, der bis auf den heutigen Tag „Rahnerianer“ geblieben ist).
Ein Interview, das Ratzinger 2004 stephanscom.at gab, enthält denn auch keinesfalls eine vorbehaltlose
Würdigung Rahners, sondern bringt deutliche Vorbehalte zum Ausdruck. Er gesteht zu: „„Man muss Rahner
in der Ganzheit seiens Wollens und Denkens begreifen und schlichtweg erkennen, dass es sein Wille war,
nicht gegen den Glauben der Kirche zu verstoßen“,“. Gewollt also schon – aber auch gekonnt? Ausdrücklich
hält Ratzinger die Möglichkeit offen, daß Rahners Denken (bzw. dessen weitere Entfaltung) dann doch
vom Weg der Kirche wegführten: „Natürlich kann man Elemente isolieren, Falsches von Rahner ableiten
und die kritischen Momente seines Lebens einseitig in den Vordergrund stellen und Affekte nähren, die
nicht positiv sind. Der ganze Rahner ist eben sehr komplex“. Das ist keine Verurteilung Rahners – aber
auch keine Empfehlung, ihn als Kirchehnlehrer zu verehren.
@stimme Sie schrieben: „Die „Einführung in das Christentum“ von Joseph Ratzinger (1968) ist tatsächlich
nicht katholisch und mindestens als die Häresie begünstigend anzusehen. Das merkt man schon bei einem
„Querlesen“, wie ich es getätigt habe.“. Diese Behauptung wird durch Wiederholung nicht besser – obwohl
ich mit Aufmerksamkeit feststelle, daß Sie sich hier deutlich vorsichtiger ausdrücken als Bischof Tissier
de Mallerais, der sich in dem genannten Interview anscheinend mit der Wiedergabe von Eindrücken begnügt
hat, die er vor vielen Jahren einmal beim „Querlesen“ gewonnen hatte. Oder eben bei der Diskussion dieses
Themas, die seit Jahren immer wieder einmal von sedisvakantistischer Seite aufgerührt wird. Diese Diskussion
zeichnet sich ganz allgemein dadurch aus, daß Einzelaussagen nicht nur aus dem vorhandenen Zusammenhang
gelöst, sondern prinzipiell in einer „Hermeneutik des Verdachts“ interpretiert werden: Am Anfang steht
der Wille, eine Heräsie nachzuweisen, und dann sucht man solange nach Sätzen, die man als herätisch
deuten kann, bis man es „irgendwie“ hingedreht hat. Kein geringerer als Michael Davies hat diese Entstellungen
der „Einführung“ in seiner „Apologia Pro Josef Ratzinger“ zurückgewiesen, die im Juli 2004 in „Christian
Order“ erschienen ist. Originalartikel www.lumengentleman.com/content.asp?id=191nachzule… bei „Lumen
Gentleman“ Jacob Michael.
@stimme Sie schrieben:„Sie meinen also, dass die Mehrheitsbeschaffer unter den V2-Vätern gutgläubig
einer Gruppe folgen durfte, die in Beifallsstürme darüber ausbrach, wenn Cardinal Ottaviani … das
Mikrophon abgedreht wurde;“ Dieser Vorfall ist jedenfalls kein Ruhmesblatt der V2-Geschichte. Aber Sie
vergessen – was mich bei Ihnen nicht wundert – daß die hergebrachten Formen und Formeln der Verkündigung
gegen Mitte des 20 JH. tatsächlich in vielem erneuerungsbedürftig waren (und heute noch sind), und daß
die von der Kurie vorbereiteten Schemata zwar hochgradig rechtgläubig waren, aber dem berechtigten Bedürfnis
nach zeitgemäßer Erneuerung oft in keiner Weise gerecht wurden. Die Väter waren zu Recht enttäuscht.
Zusammen mit dem in Mitteleuropa traditionellen „antirömischen Affekt“ ergab das eine brisante Mißstimmung.
Sie wurde von denen, die nicht nur die Form, sondern auch die Inhalte verändern wollten, geschickt ausgenutzt,
um Verbündete zu sammeln. Und so entstand eine Atmosphäre, in der das Mißlingen geradezu programmiert
war. Man wollte mit aller Kraft „neue Formen“ – hatte aber nicht die Fähigkeit (und teilweise eben auch
nicht den Willen), die rechtgläubigen Inhalte ohne Verlust in der Sprache des Menschen der Nachkriegsmoderne
zum Ausdruck zu bringen. Der Rest ist Geschichte – im wörtlichen Sinne. Einige Texte des V2 lesen sich
heute bereits weniger zeitgemäß als die des V1 oder sogar von Trient.
Kirchenmusik Stehanus schrieb :„wenn ich doch so begabt bin und kann konzertante messen proben und aufführen,
dann könnte ich mich doch auch mal in der wiedergabe der umfangreichen und nie langweilig werdenden gregorianik
üben????? oder sehe ich das falsch?????“ Ja – sie sehen da einiges falsch. Die Gregorianik ist zwar die
bevorzugte, aber nicht die einzige Form der Musik in der Kirche. Hochschätzung der Gregorianik ist kein
Grund, zum musikalischen Bildersturm zu blasen. So wie die bildende Kunst großartige Werke zum Lob Gottes
und der Heiligen hervorgebracht hat, gilt das auch für die Musik. J.S. Bach hat seine großen Messen
übrigens ausdrücklich für die katholische Liturgie geschrieben und nicht für den sich gerade entwickelnden
lutherischen Gottesdienst. Und was das deutsche Kirchenlied betrifft, so hat es bei weitem nicht nur protestantische
Wurzeln. Andererseits verdanken wir protestantischen Dichtern des Barock viele in Kirchenlieder eingegangene
Psalmenübersetzungen, die orthodoxer sind als die „Einheitsübersetzung“. Andererseits gibt es auch voll
vom Geist der Reformation durchtränkte Lieder – und einige davon sind unglücklicherweise auch ins „Gotteslob“
aufgenommen worden. Hier gilt es auszuwählen und zurückzuschneiden.
@stimme Sie schrieben: „Die Mehrheit der V2-Väter: Unwürdige Eidbrecher!“ Mit dieser und einigen anderen
Aussagen beanspruchen Sie eine Richterrolle, die Ihnen nicht zusteht, und die sie geradewegs in den Abgrund
des Sedisvakantismus führen kann. Lassen Sie uns bei dem bleiben, was bekannt und unbestritten ist: Die
von deutschen, niederländischen und französischen Theologen angeführte „Europäische Liga“ auf dem
Konzil hat es verstanden, unklare und widersprüchliche Passagen in einige Texte einzubauen und die Mehrheit
der Konzilsväter darüber getäuscht, wie diese Texte später in ihrem Einflussbereich ausgelegt werden
sollten. Mit einer putschähnlichen Medien-Politik haben sie es auch später verstanden, Papst Paul VI –
der auf dem Konzil selbst übrigens einige der schlimmsten „Zeitbomben“ entschärfen half – in die Defensive
zu bringen, aus der auch sein Nachfolger selten herauskam. Josef Ratzinger, der vor dem Konzil zu den
„Neuen Theologen“ gehörte, begann schon auf dem Konzil, die weitreichenden Absichten der Radikal-Reformer
zu ahnen und hat ihnen dann später immer entschiedeneren Widerstand geleistet. Daß die Kardinäle ihn
zum Papst wählten, heißt, daß sie mehrheitlich den Ernst der Lage erkennen und zumindest beginnen,
ans Umsteuern zu denken. Aber dieses Umsteuern wird langsam und mit vielerlei Rücksichten erfolgen müssen,
wenn die desorientierte Herde (angefeuert von einigen desorientierenden Hirten) nicht in alle Richtungen
auseinanderstieben soll.
Wie die Verfälscher tricksen Freinsberg schrieb:„Der Passus „partes que ad populum spectant“ in Art.
54 wurde auf Anraten des Kirchenrechtlers Manuel Bonet eingefügt. Er ermöglicht auch die komplett volkssprachige
Messfeier, denn alle Teile der Messe betreffen das Volk.“ Danke für diese Demonstration. Jedermann weiß,
daß „partes“ bedeutet, daß es nicht um das Gesamt geht – aber die Söhne der Lüge behaupten das Gegenteil.
Obwohl es bei den Teilen des Ordo, die sich direkt an den Vater richten, wirklich nicht möglich ist,
sie als „ad populam spectans“ aufzufassen. Soviel zur Eindeutigkeit des Lateinischen und zur Ethik des
„Geistes“ mancher Konzilsausdeuter. Der Hl. Geist aber täuscht nicht – Täuschung und Betrug sind Menschenwerk.
Markus-Antonius schrieb: „Ich bin mir des machvollen Wirkens des hl. Geistes gewiss.“ Und natürlich sind
Sie des Heiligen Geistes nur dort gewiss, wo er ihren Vorstellungen zu entsprechen scheint. Daß er schon
Jahrtausende vor Ihnen gewirkt haben könnte und die Tradition der Kirche wohlwollend – und in Sachen
Dogmen auch irrtumsfrei – geleitet haben könnte, kommt Ihnen, der seinen eigenen kleinen Grips mit dem
Hl. Geist verwechselt, nicht in den Sinn. Ein Betrüger und ein Selbstvergotter – solche Interpreten hat
das 2. Vatikanische Konzil nicht verdient.
Alfons Maria Kardinal Stickler Bernardin schrieb: „Stickler, Ordensmann, war im Vaikan im Archiv tätig,
wurde durch die Bischofsweihe (kein eigenes Bistum!!!) befördert und von Papst Johannes Paul II zum Kardinal
ernannt!“ Der Salesianer Alfons Maria Stickler (geb. 1010) war lange Jahre Professor für Kirchenrecht
und -geschichte an der Ordensuniversität in Rom, 1955 Direktor des Institutum Historicum Iuris Canonici,
1958-66 Rektor der päpstlichen Universität. Er erneuerte die Vatikanische Bibliothek und das Archiv.
Falls sie mit „kein eigenes Bistum!!!“ irgendeine Herabsetzung ausdrücken wollten, stellen Sie lediglich
Ihre Unwissenheit zur Schau. Die an der Leitung der Kirche beteiligten Beauftragten des Papstes sind mit
gutem Grund Mitglieder des Bischofskollegiums. Anders als die Ortsbischöfe, die eine regional umschriebene
Zuständigkeit haben, werden die gesamtkirchlich Verantwortlichen allerdings als „Titularbischöfe“ für
untergegangene Diözesen eingesetzte – damit haben sie Teil an der Fülle des Priesteramtes und der Nachfolge
der Apostel, ohne mit lokalen Leitungsaufgaben befasst zu sein. Bei Weihbischöfen, die ebenfalls keine
lokale Leitungsaufgabe haben, wird ebenso verfahren. Oft werden als Titularbistümer Sitze „in partibus
infidelium“ vergeben – z.B. vom Islam vernichtete Bischofssitze in Nordafrika. Es gibt jedoch auch viele
nur noch im Titel weiterlebende europäische Bistümer.
Latein Wendelin schrieb:„Aber ich bin mir klar darüber, dass das der Tradition entspricht. Für die Mehrheit
der Weltbevölkerung ist der lateinische Zauber nicht nachvollziehbar“ Dann wird es sie vielleicht überraschen,
daß sowohl der Präfekt der Gottesdienstkongregation, Kardinal Arinze aus Nigeria, als auch der neue
Sekretär der Kongregation, Erzbischof Ranjith Patabendige Don aus Sri Lanka, sich in den letzten Monaten
mehrfach dafür ausgesprochen haben, den Gebrauch des Lateinischen in der Liturgie wieder zu intensivieren.
Sie folgen damit dem Auftrag des Konzils (SC 36. § 1) „Der Gebrauch der lateinischen Sprache soll in
den lateinischen Riten erhalten bleiben“. Für Ihren Satz „Im Herzen wollen wir Christus erfahren, die
Liebe Gottes in Gestalt unserer Nächsten.“ werden Sie demgegenüber in dieser Schlichtheit keine Stütze
in den Texten irgendeines Konzils finden, gilt doch: „Nicht mein (unser), sondern Dein Wille geschehe“.
Gott zu lieben besteht nicht darin, sich in Gemeinschaftsgefühlen zu ergehen, sondern seinen Willen zu
tun, sich dem Vorbild Christi (natürlich auchin der Nächstenliebe) immer mehr anzugleichen und auf diesem
Wege auch die Gemeinschaft mit denen zu vertiefen, die sich ebenfalls Christus angleichen. Den Nahen wie
den Fernen, den Lebenden wie den in Christus Verstorbenen, der ganzen Gemeinschaft der Heiligen.
Komnzilstexte Bernardin schrieb: „Bis jetzt war klar, dass alle Texte des II. Vaticanums in ihrer UR-FASSUNG
lateinische Texte sind. Wie können die unpräzise sein???“ Wie kommen Sie denn auf den Gedanken, lateinische
Texte könnten nicht unpräzise sein? Natürlich können sie das. Entweder, weil unwillentlich unsauber
formuliert wurde, oder weil – wie Wiltgen für mehrere Vorfälle bestätigt – absichtlich Zweideutigkeiten
eingebaut wurden. Das geht mit Latein genausogut wie mit jeder anderen Sprache, und diese Unklarheiten
wurden dadurch gefördert, daß man ja vielfach neue (daher wenig präzise) Terminologie benutzte, um
bestimmte Gegenstände „der modernen Zeit entsprechend“ auszudrücken. @mariokin: Mit ihrem „Viele lateinische
Wörter kann man ihrem Sinngehalt im deutschen nämlich gar nicht exakt ausdrücken. begehen sie den entgegengesetzten
Fehler. Natürlich kann man Latein im Deutschen präzise wiedergeben – wenn man beiderseits eine gefestigte
Terminologie hat. Die alten Übersetzungen des Ordo Missae ins Deutsche (Schott z.B.) sind außerordentlich
präzise. Aber wenn schon das Latein verschwommen ist (oder man beim Übersetzen lieber gleich auf angebliche
hebräische Urtexte zurückgeht) kommt es, wie bei manchen Passagen des NO oder eben der Konzilstexte
in der Tat dazu, daß die Übersetzung das Original weit verfehlt.
@bonifatius Sie schrieben:““.Was sind aber dann die Essentiales des VII ,welche die Christen aufmuntern
und ermahnen sollten zu einem wahrhaften religiösem Leben? Zunächst eine Bitte: Nicht mehr Bernado und
Bernardin verwechseln – es schmerzt mich. Dann zu ihrer Frage, die ich nicht mit dem schlechten Rat beantworten
möchte, doch bittesehr sämtliche Dokumente des Konzils zu lesen. Zumal die deutsche Übersetzung stellenweise
zweifelhaft bis entstellend, und auch der lateinische Wortlaut oft genug unpräzise ist. Falls Sie wirklich
interessiert sind, empfehle ich das Buch „Der Rhein fließt in den Tiber“ von P. Ralph Wiltgen, der seinerzeit
als Mitarbeiter der Presseabteilung des Konzils sehr nahe dran war – und später alle Dokumente gelesen
hat. Wenn man die „Essentials“ des Konzils in einem Satz zusammenfassen will, dan müßte man sagen: Es
sollte die unveränderliche Lehre der Kirche in einer für die Gegenwart leichter zugänglichen Form ausdrücken.
Das ist – zumindest stellenweise – doppelt misslungen: Erstens war die gefundene Ausdrucksform oft bestenfalls
für Theologieprofessoren verständlich. Und zweitens gelang es modernistischen Kräften, wichtige Aussagen
so zu formulieren, daß man sie eben doch als Veränderung oder sogar Umkehr früherer Lehren interpretieren
konnte. So wie VII explizit die Absicht hatte, Aufgaben zu erledigen, die VI offen gelassen hatte, wird
man auch irgendwann hinter VII her aufräumen müssen.
Vaticanum II methusalix schrieb „Was Konrad beliebt ist relativ wichtig und darf nicht geändert werden.
Rosinenpickerei par excellence!“ Wenn Sie hier von „Rosinenpickerei“ schreiben, heißt das ja wohl, daß
Sie der Meinung sind, die genannten nachkonziliaren Veränderungen seien auf dem Konzil beschlossen worden.
Hätten Sie die Güte, die Stellen anzugeben, in denen in „Sacrosanctum Concilium“ oder einem anderen
der Konzilsdokumente von „Volksaltar, Handkommunion, völlige Latein-Abschaffung, Mädchen als Ministrantinnen,
Laiengremien als Bevormundung der Priester“ und ähnlichem die Rede ist. Mir ist jedenfals keine solche
Stelle bekannt, und in Sachen Latein hat das Konzil ausdrücklich bestimmt, daß diese Sprache im Gottesdienst
beibehalten werden solle, aber in einigen Teilen auch der Gebrauch der Landessprachen erlaubt werden könne.
Lima-Liturgie Gotthard schrieb „Warum verstößt diese Liturgie gegen das katholische Verständnis?“ Sind
Sie wirklich so ahnungslos, wie Sie sich geben? Die Lima-Liturgie kennt weder den geweihten Priester noch
die Tradition der Kirche. Beachten Sie die Formel „Verkündige ich Euch die Vergebung eurer Sünden“ oder
die reduktionistische Beschwörung des Allgemeinen Priestertums in der „Präfation“. Handelnder ist stets
die Gemeinde. Von einem „Erlösungswerk“ Christi wird zwar gesprochen – aber ohne Hinweis darauf, wie
es zustande kam. Aus dem Glaubensbekenntnis („von 381“) hat man das „filioque“ herausgenommen. Das ist
nicht nur eine dogmatische Spitzfindigkeit sondern Ausdruck dessen, daß man die Geschichte der Kirche
und der Entwicklung ihrer Lehre nicht als vom Geist geleitet, sondern rein menschlich betrachtet. In diesem
Rahmen gewinnen die auch im NO gebrauchten Formeln von derm „Frucht der Erde und der Menschlichen Arbeit“
ihr eigenes Gewicht. Nicht mehr Christus opfert, sondern der Mensch. Daß der Papst in den „Gedenkbitten“
fehlt, ist da nur ein weiterer kleiner Schlenker. Ein würdiger reformierter Gottesdienst, aber keine
katholische Messfeier.
Lima-Liturgie Lima schrieb: „Ich jedenfalls bin der Ansicht, dass die Liturgieform, die in (und für)
Lima entwickelt wurde, aus liturgiewissenschaflicher Sicht viel mehr den eigentlichen Sinn der Feier der
Danksagung verdeutlicht, als dies die nachkonziliare Liturgie tut. Von der vorkonziliaren brauchen wir
in diesem Zusammenhang ohnehin nicht zu sprechen!“ Du teilst mit, daß Du Deine Ansicht für maßgeblicher
hältst als die des Lehramtes der Kirche. Ebenso, daß du glaubst, „den eigentlichen Sinn der Feier der
Danksagung“ besser zu verstehen, als die Kirche. Von „katholisch“ keine Spur. Eine weitere Diskussion
über Deine Privatreligion und die ihr zugrundeliegende Lima-Liturgie erübrigt sich damit.
Lima-Liturgie Gotthard schrieb:„Wieso sollten diese Zweifel bestehen? Nur weil diese Liturgie noch nicht
offiziell approbiert worden ist?“ Mit Ihrem noch unterliegen Sie einem Irtum (falls Sie nicht geradewegs
versuchen, sich oder andere zu täuschen): Diese Liturgie wird nicht approbiert werden, weil sie in zentralen
Punkten gegen das katholische Verständnis von der Eucharistie und vom Priesteramt verstößt. Ein Priester,
der dennoch an dieser Liturgie teilnimmt oder sie zur Vorlage „seines“ Gottesdienstes macht, setzt sich
damit dem begründeten Verdacht aus, ebenfalls gegen dieses Verständnis zu verstoßen oder die Feier
der hl. Liturgie als Akt des Ungehorsams und des „Protestes gegen Rom“ zu mißbrauchen. Ein solcher Priester
muß daher – wenn sein Vergehen öffentlich wird – mit seiner sofortigen Suspendierung rechnen. Auch in
Deutschland, wie am „Fall Hasenhüttl“ zu sehen, der lediglich einige Elemente der Lima-Liturgie (namentlich
die Interkommunion) unerlaubterweise in seine gottesdienstliche Veranstaltung übernommen hatte.
Lima-Liturgie Freinsberg schrieb:„Die Lima-Liturgie war nicht als ökumenische Norm-Liturgie gedacht,
sondern als Ordnung der Eucharistie für bestimmte Anlässe, im Zusammenhang der Konferenzen über Taufe,
Eucharistie und Amt.“ Was sich irgendwer in Sachen Liturgie gedacht hat, spielt für die katholische Kirche
keine Rolle. Die „Ordnung der Eucharistie“ wird in der Kirche alleine vom Papst bzw. den von ihm damit
beauftragten Stellen geregelt. Alles andere findet außerhalb der Kirche statt. Und um noch einmal zum
Thread-Thema „Novus Ordo“ zurückzukehren: Wortlaut und Zeremonien des NO machen es leider möglich, eine
äußerlich einem anerkannten Ritus der katholischen Kirche entsprechende „Eucharistiefeier“ im nicht-katholischen
Geist z.B. der Lima-Liturgie zu veranstalten, und genau das geschieht auch des öfteren. Darin liegt eine
große Schwäche des NO, denn selbstverständlich ist eine solche Veranstaltung keine gültige Messfeier,
und die Teilnehmer – sofern sie Täuschung nicht sogar aktiv beabsichtigen – werden um die Früchte der
Eucharisitie betrogen.
Lima-Liturgie Freinsberg schrieb „An der Lima-Liturgie hat Max Thurian aus Taizé maßgeblich mitgewirkt.“
Und, was soll uns das sagen? Bekanntlich ist Taizé keine katholische Einrichtung, sondern eine Veranstaltung,
die unabhängig von der Kirche besteht. Die Mitwirkung von Katholiken in Taizé wird von der Kirche (in
gewissen Grenzen) geduldet. Die Lima-Liturgie überschreitet diese Grenzen erheblich und wird deshalb
übrigens auch in Taize normalerweise nicht gefeiert. Die entscheidenden Elemente der Lima-Liturgie: Liturgiefeier
als Werk der Gemeinde, gleichberechtigte Mitwirkung geweihter, ordinierter und nicht-ordinierter Personen
an Epiklese und Anamnese sowie offenes Abendmahl sind von der Kirche verworfen worden, die Beteiligung
daran zieht für Priester im Regelfall schwere disziplinarische Folgen nach sich. Selbst da, wo – was
nach ihrem Selbstverständnis allerdings nicht sinnvoll wäre – die Lima-Liturgie ausschließlich von
einem geweihten katholischen Priester begangen würde, bestehen berechtigte Zweifel daran, daß dieser
Priester mit seinem Gottesdienst „das tun will, was die Kirche tut“. Es kommt also keine gültige Messfeier
zustande. Wie Thurian seine Autorschaft an der Lima-Liturgie mit dem katholischen Glauben vereinbart und
ob er in Gemeinschaft mit der Kirche steht entzieht sich meiner Beurteilung.
Lima-Liturgie? Gotthard schrieb: „… die Lima-Liturgie ist auch schön.“ Das mag ja sein. Katholisch
ist sie nicht, von den Orthodoxen wird sie auch nicht anerkannt. Der Ökumenische Rat der (größtenteils
sogenannten) Kirchen hat, weil Vertreter der christlichen Kirchen, die in der Nachfolge der Apostel stehen,
am Lima-Abendmahl nicht teilnehmen können, schon seit den 90er Jahren auf die Durchführung dieser Gottesdienstform
auf seinen Veranstaltungen verzichtet. Als Gegenentwurf oder auch nur Vergleichsmaßstab zu den Eucharistischen
Liturgien der hl. katholischen Kirche eignet sich diese aus dem Geist des Protestantismus geborene Fabrikation
daher nicht.
@babylon Und Ratze feiert ja geradezu tääääglich die Alte Messe… Und Sie Ahnungsloser wissen, welches
Messbuch in der Privatkapelle des Papstes – zu der im Unterschied zu früher heute freilich nur sehr schwer
Zugang zu erhalten ist – verwandt wird? Wie kommen sie auf den Gedanken, sich zu Dingen äußern zu sollen,
von denen Sie nichts verstehen? Die Tatsache, daß Sie keinen Begriff von Ehrfurcht vor dem Allerhöchsten
zu haben scheinen – worin Sie möglicherweise mit einigen Vertretern des Novus Ordo übereinstimmen –
macht Sie jedenfalls nicht zum Experten für die hl. Liturgie. Tatsache ist, daß Pontifikalhandschuhe
zwar nicht zu den unentbehrlichen, aber zu den der Ordnung entsprechenden Elementen des Ritus von 1962
gehören, und daß dieser Ritus nicht nur nicht „abgeschafft“ worden ist, sondern durch „Quattuor abhinc
annos“ von 1984 und insbesondere durch das motu proprio „Ecclesia Dei“ Johannes Pauls II. von 1988 als
eine legitime Form der Messfeier im lateinischen Ritus bestätigt worden ist. Tatsache ist weiterhin,
daß der gegenwärtige Papst den Wert dieses Ritus in mehreren Büchern unterstrichen und ihn selbst als
Kardinal mehrfach öffentlich zelebriert hat. Wann und in welcher Form er sich als Papst dazu äußern
wird, steht bei ihm. Natürlich können Sie sich über die Tatsachen hinwegsetzen oder darüber lustig
machen. Damit unterstreichen sie nur, daß Sie zur Sache nichts beizutragen haben. Höchstens zur Erheiterung
von Lesern, die über Trolle lachen können.
@babylon Sie schrieben: Nicht mal der Papst trägt noch diese lustigen Pontifikalhandschühchen, aber
so’n kleiner Wald-und-Wiesen-Bischof mit paar Leuten unter sich läßt den dicken Macker raushängen…
Ihr Informationsstand ist noch geringer als ihre Fähigkeit, sich dem Gegenstand dieser Diskussion gemäß
auszudrücken. Selbstverständlich trug Kardinal Josef Ratzinger, wenn er – wie das des öfteren geschah –
ein Pontifikalamt im alten Ritus zelebrierte, dabei auch Pontifikalhandschuhe. Beleg z.B. Bild Nr.8 ….pro-missa-tridentina.org/…lerie/galerie-89.htm
vom Pontifikalamt in Weimar 1999.
100 000 bonjour schrieb: „sind ja ganz schön. Aber kostet der Laden nicht 450.000? Wie kommen eigentlich
die Mönchlein dieses Instituts so durchs Leben?“. Zu den Einzelheiten des Finanzierungskonzeptes empfehle
ich einen Blick auf die Website – kommen Sie nicht gerade von dort? Was „Mönche“ und „Orden“ betrifft,
empfehle ich ein paar Nachhilfestunden: Eine „Gemeinschaft apostolischen Lebens“ ist kein Orden, und ihre
Angehörigen sind keine Mönche. Diese Gemeinschaften sind genau das, was der Name sagt: Gemeinschaften,
die nur durch den Willen zur Gemeinsamkeit, aber nicht durch Gelübde zusammengehalten werden. Bekanntlich
gibt es im Klerus der Kirche keine freischwebenden Individuen – alle Kleriker gehören Verbünden an,
in denen sie Mitbrüder (oder Schwestern) und einen Oberhirten haben. Für Weltpriester sind das die Diözese
bzw. der Bischof, für Ordensleute ihre Klostergemeinschaft und deren Vorsteher. Für Gruppierungen, die
außerhalb dieser beiden Strukturen stehen, aber als Gemeinschaft mit bestimmten Rechten und Pflichten
einen definierten rechtlichen Ort in der Kirche haben wollen, gibt es eben die „Institute päpstlichen
Rechts“, die ihre inneren Angelegenheiten selbst regeln und direkt an den apostolischen Stuhl „angebunden“
sind.
Fast 100 000 Wie man der Website ….institut-philipp-neri.de/des Instituts Philipp Neri entnehmen kann,
geht dort das geistliche Leben seinen gewohnten und geregeltenGang. Auch die Spenden scheinen weiter einzugehen –
die ersten 100 000 Euro sind fast komplett.
@aragorn Sie schrieben:„Das Problem ist vielmehr, dass der erzbischof von berlin ein solches der tradition
verpflichtetes institut garnicht auf seinem gebiet haben will. da ist er sich mit vielen anderen deutschen
bischöfen einig.“ Nun, daß die meisten deutschen Bischöfe den alten Ritus und die ihm verpflichteten
Priester und Gläubigen nicht sonderlich schätzen, ist kein Geheimnis. Aber der Kardinal hat das Institut
immerhin freundlich in seiner Diözese aufgenommen, und da er bzw. das Bistum selbst ein paar Millionen
Euro Schulden haben, kann man ihm keinen Vorwurf machen. Aber soweit ich weiß, braucht die Dekonsekration
eines Gotteshauses bzw. der Verkauf einer Kirche an Nicht-Katholiken eine bischöfliche Genehmigung. Mit
diesem Mittel könnte der Kardinal die Eigentümerinnen vielleicht etwas geneigter stimmen, in Neuverhandlungen
einzuwilligen.
Katholisch Gotthard schrieb:„Kirchliche Liegenschaften? Ich lache mich schlapp … dieser ehemalige Bauernhof
ist absoluts Privateigentum.“ Naja – aber dieses „absolute Privateigentum“ hat immerhin einen Vertrag
mit dem Bistum Aachen über die Nutzung für Hl. Messen. @Pünktchen: vielen Dank für den Link auf die
Priorei St. Wigberti. Hört sich deutlich katholischer an und sieht deutlich katholischer aus als das,
was z.B. Gotthard von sich gibt.
@benedikt Sie schrieben: „Außerdem behaupte ich mal, dass kein kirchlicher Amtsträger mehr Freiheiten
hat als ein Pfarrer. Rom ist weit, er steht nicht in einem Fokus der Medien, des Nuntius, der röm Kleruskongregation
und ist außerdem wegen des Priestermangels praktisch unersetzbar. Deshalb kann sich ein Pfarrer heute
eigentlich alles erlauben,“ Außer: Die Liturgischen Bücher von 1962 zu verwenden. Außer: Keine Kommunionhelfer
zu beschäftigen. Außer: Auf Messdienerinnen zu verzichten. Außer: Kommunionkinder selbst zu unterrichten.
Außer: Unwillen wegen unendlicher Sitzungen zu zeigen. Außer: Die Katechese auf den Katechismus zu gründen.
…
@artois Sie schrieben: „Von Potsdam nach Berlin-Gesundbrunnen oder Berlin-Prenzlauser Berg sind im Übrigen
ca. 1,5 h Fahrt.“ Es macht eigentlich wenig Sinn, sich mit Lügnern und Verleumdern auseinanderzusetzen,
die entschlossen sind, anderer Leute Ruf zu ruinieren. Aber für die Mitleser, die nicht wissen, woran
sie sich halten sollen, möchte ich hier eine der wenigen Tatsachenbehauptungen, die leicht überprüfbar
sind, zur Überprüfung anbieten: Das folgende Link zeigt einen Fahrplanauszug reiseauskunft.bahn.de/bin/query.exe/dn?ld=212.52&seqn…
für die Strecke Potsdam HBF – Gesundbrunnen. Daraus ist zu ersehen, daß auf dieser Strecke an einem
Sonntagvormittag innerhalb einer Stunde 6 Verbindungen angeboten werden, von denen die schnellste 40 und
die langsamste 44 Minuten dauert. Werktags geht es sogar in 39 Minuten. Freilich hat man von Gesundbrunnen
bis zu St. Afra noch mal 8 Minuten Fußweg, und in Potsdam wohnen auch nicht viele in der Nähe des etwas
außerhalb der Stadt gelegenen Bahnhofs – so what. Von meiner Wohnung in Charlottenburg bis zur Kirche
St. Afra sind es bei günstigem Anschluß von der U- auf die S-Bahn 35 Minuten – von Haustür zur Haustür,
mit Fußwegen. Im ungünstigsten Fall sind es 10 Minuten mehr. Ich denke, daß in einem 45-Minuten Umkreis
um St. Afra an die 3 Mio Menschen leben, von denen freilich nur etwa 10 Prozent wenigstens nominell katholisch
sind.
@markus-antonius Sie schrieben: „Bitte das Dekret des EB zitieren.“ Ein solches Dekret gibt es nicht.
Nach Errichtung des Instituts und Übernahme einer eigenen (wenn auch noch unzureichend finanzierten)
Kirche in zentraler Lage Berlins gab es weder die personellen Voraussetzungen noch eine besondere Notwendigkeit,
den Gottesdienst in Potsdam beizubehalten. Schließlich ist St. Afra in zentraler Lage Berlins gelegen –
6 Minuten mit der U-Bahn zur Friedrichstr., 4 Bahnminuten entfernt vom neuen Hauptbahnhof am Regionalbahn-
und S-Bahn-Haltepunkt Gesundbrunnen. Außerdem gibt es in Berlin eine weitere sonntägliche „Indultmesse“
und dann natürlich, ebenfalls in extrem verkehrsgünstiger Lage, die St.Petrus-Kapelle der Piusbruderschaft.
Der Raum Berlin/Potsdam dürfte damit zu den tridentinisch am besten versorgten Gebieten in Deutschland
gehören. Die Rechenkunststücke der „Stimme“ sind im übrigen keinen Pfifferling wert, wie man schon
daraus sehen kann, daß es da, wo eine Kaufrate nicht zum vereinbarten Zahlungsziel aufgebracht werden
kann, eben nicht um die Rückzahlung von herbeiphantasierten Krediten zu abenteuerlichen Konditionen geht.
@artois Sie schrieben: „Die Erzdiözese und namentlich EB Sterzinsky hassen das Institut. Der EB tut alles,
um jedes Wirken der Patres außerhalb der Mauern ihrer Gebäude unmöglich zu machen.“ Wie kommen Sie
denn darauf? Wie auf diesem Bildern ….institut-philipp-neri.de/…priesterweihe_3.html von einer Priesterweihe
im Institut zu sehen ist, hat der Kardinal ….institut-philipp-neri.de/…riesterweihe_13.html das Institut
besucht und an der Zeremonie teilgenommen. Er hat das Institut seines Wohlwollens versichert, wobei jedem
klar war, daß dieses Wohlwollen sich nicht in finanzoelle Unterstützung ummünzen läßt, weil die Erzdiözese
eben kein Geld hat. Mir ist nichts davon bekannt, daß die Tätigkeit des Instituts von Seiten des Erzbistum
in irgendeiner Weise beeinflusst oder gar behindert worden wäre. Es ist allerdings wahr, daß das Institut
in der kurzen Zeit seines Bestehens noch wenig Aussenwirkung entfalten konnte, weil es sehr viel Kraft
kostet, das materielle Überleben zu sichern. Dennoch ist es gelungen, einen Kreis von 100 – 200 Gläubigen
mehr oder weniger fest an das Institut zu binden, so daß die Sonntagsmessen mindestens 70-80 Teilnehmer
haben. Daß viele davon nicht jeden Sonntag kommen, sondern auch an Gottesdiensten in ihrer Heimatpfarrei
teilnehmen, wird nicht als Mißstand betrachtet.
Todesnachricht leicht übertrieben Athanasius schrieb:„Nur lässt es einem natürlich denken: weshalb
wird ein Institut nicht ein wenig geholfen von der Erzdiözese? Weshalb diesen Geldgier der Schwesternprovinz?
Oder hat es andere Gründe? Das frage ich mir, bei allem Respekt vor Pfr. Goesche.“ Diese Fragen lassen
sich ohne Verschwörungstheorien beantworten. Das Erzbistum Berlin ist – ebenso wie das Land Berlin und
durchaus im Zusammenhang damit zu sehen – völlig überschuldet und konnte nur durch die finanzielle Unterstützung
anderer deutscher Bistümer vor dem finanziellen Kollaps bewahrt werden. Geld gibt es nur für das Allernötigste –
und dazu wird, so wie es im deutschen Katholizismus nun mal ausschaut, ein Ecclesia-Dei-Institut nicht
unbedingt gezählt. Tatsächlich ist das Institut in keiner Weise an die Diözese gebunden, bekommt auch
nichts aus dem Kirchensteuertopf und zahlt so den Preis für seine weitgehende Unabhängigkeit. Über
die Einstellung der Schwestern von der hl. Elisabeth zum Geld weiß ich nichts. Die meisten deutschen
Ordengemeinschaften haben jedoch hohe finanzielle Verpflichtungen und wenige aktive Mitglieder. Daß sie
den vereinbarten Kaufpreis irgendwann tatsächlich haben wollen, ist nicht unbedingt „Geldgier“. Aber
vielleicht könnten sie ein wenig mehr Geduld und Gottvertrauen aufbringen.
Todesnachricht leicht übertrieben Zur altersmäßigen Zusammensetzung der Schwesternschaft von der hl.
Elisabeth und zu der Art des von ihnen bevorzugten Käufers hat sich Propst Dr. Goesche meines Wissens
nicht geäußert. Sein Hilferuf zur aktuellen Notlage ist nachzulesen auf der Website des Instituts ….institut-philipp-neri.de/.
Dort wird auch über die erfreuliche Entwicklung einer Spendenaktion berichtet. Die Darstellung, daß
das Institut „heute die Schlüssel abgeben muß“ erscheint mir etwas voreilig. Es gibt soweit ich weiß
weiterhin Gespräche sowohl mit potentiellen Geldgebern als auch mit den Grauen Schwestern, so daß es
nicht ausgeschlossen ist, daß eine für beide Seiten akzeptable Lösung erzielt wird. Jedenfalls wird
auf der Website des Instituts unter „Neuigkeiten ….institut-philipp-neri.de/…ten/neuigkeiten.html“
mitgeteilt, daß am 29. Juni hochw. Herr Pfarrer Joachim Palinsky in St. Afra sein goldenes Priesterjubiläum
feiern wird. Es wäre sehr zu wünschen, daß viele Besucher dieses Forums durch ihr Gebet und/oder durch
Geldspenden dazu beitragen, daß das Institut weiterhin im Stift St. Afra bleiben kann.
@Evelins Gatten Sie schrieben:„Häretisch sind BXVI. Ausführungen dort, wo er die häretischen V2-Schriften
verteidigt, insb. Dignitatis Humanae, Unitatis Redintegratio und Nostra Aetate (die „bösen drei von V2“).
Da geht ihm die Nibelungentreue als ehemaliger V2-Peritus über Tradition, Lehre und Glauben. Selbst die
schwächste Predigt in der Tradition ist daher um Dimensionen besser, weil die Gefahr der Irrlehre nicht
gegeben ist.“ Nun komm ich ja nur noch etwa einmal pro Woche hier vorbei, weil mir das Gezeter der Gegenpäpste
und die tendenziöse Haltung der Redaktion ziemlich auf die Nerven geht. Da freut man sich natürlich,
wenn man gleich mit so einem Unsinn wie diesem, lieber Gatte d. E., konfrontiert wird – da weiß man gleich,
daß man am besten nur noch einmal pro Monat vorbeischaut, wenn überhaupt.
Schneller Kardinal Die Redaktion behauptete:Schon Ende der 80er Jahre gestaltete er eigenhändig eine
Homepage für seine damalige mexikanische Diözese. Damals habe jeder geglaubt, daß er herumspiele und
seine Zeit vergeude. Da die Markupsprache HTML, in der Webseiten geschrieben werden, erst 1991 veröffentlicht
worden ist, scheint der Kardinal seiner Zeit wirklich sehr weit voraus gewesen zu sein.
@rudolphus Sie schrieben:IV. es müßte doch heute bereits einen Modus geben, die Alte Messe zu Ehren
der neuen Seligen zu feiern: indem man sich der allgemeinen Meßformulare bedient (wie mir ein Priester
erläuterte). Der alte ritus ist im Moment rechtlich quasi „eingefroren“ (auf dem Stand von 1962), und
das ist auch gut. Nur so kann verhindert werden, daß sich alle möglichen Mischformen ergeben, und der
alte Ritus seine orientierende Funktion verliert. Daß die „neuen“ Heiligen im Ralten Ritus nur eingeschränkt
gefeiert werden können (in vorhandenen Blanko-Formularen), ist bedauerlich, aber nicht zu ändern. Dagegen
wäre nichts daran auszusetzen, daß der neue Ritus im weitgespannten Rahmen seiner Rubriken sich dem
alten annähert. Dieser Prozess kann durch eine offizielle „Reform der Reform“ unterstützt werden. Falls
der Novus Ordo jemals in der Fläche wieder so gefeiert wird, wie der unverwässerte katholische Glaube
das erfordert – möglich ist das durchaus, wie an einigen Orten zu sehen – wird über nächste Schritte
nachzudenken sein. Auch dann wird es aber dabei bleiben, daß ein über 1000 Jahre alter Ritus nicht einfach
„abgeschafft“ werden kann.
#12 Bernado 15:35:54 | Donnerstag, 26. Januar 2006
@Gatten der Evelyn Sie schrieben:„Wer die Lehre vom Limbus Puerorum ablehnt, … der hat sich in Wirklichkeit
sogleich an mehreren Dogmen der Hl. Kirche vergangen und ist als Irrlehrer anzusehen. Das gilt jedenfalls
schon für Cardinal Schönborn. Wir werden sehen, ob es auch für Papst Benedikt XVI. gilt.“ Warum können
Sie es nicht lassen, sich als einzig befugter Interpret der Wahrheit aufzuspielen? Warum müssen Sie nach
dem „Hofprediger“ mit seinen zweifelhaften Ansichten gleich die ganze Kirche unter Häresieverdacht stellen?
Im Katechismus steht es klipp und klar: Wir sind „zu der Hoffnung (berechtigt), daß es für die ohne
Taufe gestorbenen Kinder einen Heilsweg gibt.“ Es gibt keinerlei Gewißheit, und niemand kann sie behaupten,
denn die Erbsünde liegt schwer auf den Seelen aller Menschen. Aber die Erlösungstat Jesu Christi hat
alles auf neue Grundlage gestellt, und bei Gott ist kein Ding unmöglich. Wir dürfen hoffen – aber wir
dürfen uns nicht vermessen, von Gewißheiten zu reden, wo sie uns nicht geoffenbart sind. Deshalb gibt
es – anders als Athanasius vor sich hinphantasiert – keine lehramtliche Äußerung zum Bestehen des Limbus.
Und es wird auch keine geben, die sein Bestehen definitiv verneint.
@Jörg Guttenberger Sie schrieben:„Das könnte man mit einer gewissen Häme auch über die Anhänger der
vom Konzil abgelösten tridentinischen Liturgie sagen.“ Wie kommen Sie darauf, die tridentinische Liturgie
sei abgelöstworden? Und auch noch „Vom Konzil?“. Tatsache ist, daß die Liturgie, die schon zur Zeit
von Trient an die 1000 Jahre alt war, weiterbesteht, und Papst JPII die Bischöfe in Ecclesia Dei aufgefordert
hat, allen, die das wünschen, die Feier des Messopfers nach dieser Liturgie zu ermöglichen. Obwohl nicht
alle Bischöfe diesem Wunsch folgen, hat die traditionelle Liturgie seitdem einen enormen Aufschwung erlebt.
In Frankreich besuchen nahezu ebensoviele Katholiken die Sonntagsmesse nach der alten Liturgie wie nach
der neuen. Wie das gehen kann? Während der Messbesuch bei den „modernen Katholiken“ in Frankreich um
oder unter 10% liegt, halten von den Katholiken, die sich traditionellen Gruppen verbunden fühlen (darunter
natürlich auch die FSSPX), 90% und mehr die Sonntagspflicht.
@Dr. Carlo Regazzoni Sie schrieben:„Wie will man die Messe aller Zeiten beibehalten und gleichzeitig den
Geist anerkennen, der diese Messe aller Zeiten zerstört? Das bedeutet, sich in einem vollkommenen Widerspruch
verfangen.“ Auch die Piusbruderschaft hat diese Unmöglichkeit in ihrem Schreiben „vom Oekumenismus zur
lautlosen Apostasie“ bekundet und kürzlich hat S.E. Mgr. Williamson mit aller Deutlichkeit erklärt,
dass es zwei Religionen sind, die aufeinanderprallen. Wie unter solchen Umständen eine Einigung möglich
sein soll, dürfte für jeden ein Rätsel sein“. Warum fassen Sie sich nicht kürzer und schreiben einfach:
„Non serviam!“. Anschließend gehen Sie dann mit Demöneken einen trinken, und alles wird gut.
@Nikolaus Sie schrieben:„Mal ehrlich (und ich bin wahrhaftig kein Gegner des Trident. Ritus):wer garantiert,
dass trotz der Zelebration des alten Ritus die Leute 1. vor dem Kommunionempfang beichten, 2. an die Realpräsenz
glauben, 3. konsequent nach den Geboten leben, 4. den Katechismus kennen?“ An den meisten Orten, an denen
die Messe im altehrwürdigen Ritus gefeiert wird, wird vorher eine oder eine halbe Stunde lang Beichtgelegenehit
geboten. Die Art, wie Sakristan und Messdiener sich im Altarraum bewegen, läßt keinen Zeifel daran,
daß zumindest diese an die Realpräsenz glauben. Die Predigten, die dort gehalten werden, halten sich
streng an den Katechismus. Damit ist zwar noch nicht garantiert, daß alle Gläubigen sich korrekt verhalten –
aber es hilft ungemein.
@Ansgar Sie schrieben:„Die Baumeister der Romanik wußten um Geheimnisse göttlichen Ebenmaßes, die manchen
Bauschmuck überflüssig machen. Durch die jahrhundertelange Verehrung Gottes in romanischen Kirchen sind
Frömmigkeit und Heiligkeit gleichsam ins Mauerwerk eingesickert.“ Wenn man genau hinschaut, kann man
vielfach erkennen, daß dort auch Farben eingesickert sind: die romanischen Kirchen waren zwar nicht vollständig,
aber doch reichhaltig ausgemalt. In südlichen Ländern bedeckte oft reicher Mosaikschmuck die Wände.
Die heutige „Kahlheit“ romanischer Kirchen rührt daher, daß der Bilderschmuck im Lauf der Zeit teils
auf natürliche Weise abhanden kam, teils von Bilderstürmern abgewaschen und teils von neuzeitlichen
Restauratoren als „nicht-wiederherstellbar“ aufgegeben worden ist. Aber ich teile Ihre Ansicht, daß die
großartige Proportionalität und die wirkungsvolle Raumgliederung vieler romanischer Kirchen auch da
große emotionale Wirkung ausüben kann, wo Bildwerke fehlen.
Zum Artikel Der Artikel versäumt leider dareauf hinzuweisen, daß der Papst bei seinem Empfang für die
Spitze des Neokatechumenalen Weges am 12. Januar ausdrücklich zum Inhalt des Schreibens von Präfekt
Arinze Stellung nahm, es als in seinem Auftrag verfaßt bezeichnete und seiner Hoffnung Ausdruck gab,
der NKW werde sich gewissenhaft an die Vorgaben halten.
@ Ben: Ich musste ja schon schmunzeln bei der Lektüre Sie Schrieben:„Nur kenne ich Dutzende Beispiele
aus konservativen und katholischen und konservativ-katholischen Familien, wo Söhne und Töchter homosexuell
sind.“ Dutzende im Plural – also mindestens 24, eher 30. Prozentsatz der Homosexuellen an der Gesamtbevölkerung
hoch geschätzt 10%. Ben kennt also über 250 „konservative und katholische und konservativ-katholische
Familien“. Woww!
#30 Bernado 07:30:58 | Donnerstag, 12. Januar 2006
@Toby: Täusche ich mich? Sie schrieben:„Seit drei Stunden bei Kreuz.net etwa doppelt so viele Beiträge
wie im Kath.-net-Forum. Woran das wohl liegt?“ Nun – die Antwort ist sehr einfach: Dort treiben weder
Möchtegern-Dämönchen ihr Trollwesen, noch gibt es dort Schreibautomaten, die an jeden Artikel ein „ceterum
censeo vaticanum secundum esse delendam“ dranhängen – und wenn es nichts zum dranhängen gibt, das auch
ohne Anlaß mantra-mäßig vor sich hin murmeln. Auf kath.net fehlen auch weitgehend die Pharisäer, die
sich nicht genug tun können, ihre Erbarmungslosigkeit gegenüber den der SSA (same sex attraction) verfallenen
Mitmenschen zu Protokoll zu geben. Deshalb muß man auch die Digi-Provos entbehren, die den Pharisäern
begeistert schwules Futter vorwerfen, worauf stets die schönste Katzbalgerei ausbricht: Was sich neckt,
das liebt sich, möcht’ mir scheinen. In einem Wort: Den Müll, der hier einen immer größeren Teil der
Beiträge ausmacht, gibt es drüben nur in Spurenelementen. Und immer öfter tauchen Schreiber mit Substanz,
die hier angewidert verstummen, dort wieder auf. Die Quantität mag hier manchmal höher sein als auf
kath.net – obwohl ich dem counter, der zu den verschlafensten Zeiten Massenandrang behauptet, nicht traue.
Aber von Qualität ist hier nicht mehr viel übrig.
@Marcel: die Wahrheit … Sie schrieben:„Das mögen Kulturbanausen glauben, aber niemand, der romanische
Kirchen kennt und zu schätzen weiß.“ Zumal romanische Kirchen zur Zeit ihrer Entstehung bei weitem nicht
so „kahl“ aussahen, wie heute – sie waren durchgängig mit Malerei und in südlichen Ländern auch mit
goldglänzenden Fresken ausgeschmückt. Die Kahlheit moderner und renovierter Kirchen ist nicht zwangsläufiges
Ergebnis von „Sacrosanctum Consilium“, sondern Folge des bilderstürmerischen Eifers protestantisierender
Radikalreformer. Die Kirche hat schon mehrere Bilderstürme und deren Häresien überstanden – das Ende
des Bildersturms der 2. Hälfte des 20. Jh. zeichnet sich jetzt schon deutlich ab.
@Realist Sie schrieben:„Soweit ich weiß, steht man im Novus Ordo bei allen Gebeten.“ Das ist so nicht
richtig. In der AERM steht: 21. Soweit keine andere Regelung getroffen wird, soll man in allen Messfeiern
stehen: vom Gesang zur Eröffnung beziehungsweise dem Einzug des Priesters bis zum Tagesgebet, beim Halleluja
vor dem Evangelium, bei der Verkündigung des Evangeliums, beim Glaubensbekenntnis und bei den Fürbitten,
dann vom Gabengebet bis zum Ende der Messe, mit den folgenden Ausnahmen: … Wenn die Platzverhältnisse
oder eine große Teilnehmerzahl oder andere vernünftige Gründe nicht daran hindern, soll man zur Konsekration
knien. Dem folgt dann nochdie übliche Einschränkung:„Es bleibt Sache der Bischofskonferenz, die in der
römischen Messordnung beschriebenen Gesten und Körperhaltungen dem Empfinden des jeweiligen Volkes anzupassen“.
#27 Bernado 23:44:46 | Donnerstag, 8. Dezember 2005
@Marcel Sie schrieben:“„Das Königsamt {=Staat} muß für das gute Leben der Menge sorgen“ In dem kleinen
Gleichzeichen zwischen Königsamt und Staat, das sie da gesetzt haben, liegt ein riesengroßer Irtum.
Das mittelalterliche (teilweise auch das antike und alttestamentarische) Königstum war noch viel stärker,
als es der Titel „von Gottes Gnaden“ anzeigt, ein sakrales Amt. Nicht unbedingt de facto – aber im Bewußtsein
der Menschen. Nicht jeder abendländische Herrscher führte wie der spanische König den Titel „allerkatholischste
Majestät“ – aber die meisten hätten dagegen auch nichts eingewandt. Der Sultan war DER Widersacher und
zählte nicht, der Zar war weit weg und nicht rechtgläubig – ansonsten war die Welt voll in Gottes Hand.
Das änderte sich erstmals mit den Reformationen, dann mit der Aufklärung und Abschaffung des Absolutismus
und schließlich mit dem Übergang zu „von Volkes Gnaden“. Seitdem gibt es keine „zwei Reiche“ mehr –
Staat und Religion liegen auf verschiedenen Planeten, der moderne Staat ist in keiner Hinsicht Nachfolger
des Königtums. Man kann das bedauern. Aber man kann nicht so tun, als ob es nicht geschehen wäre, und
man kann es auch nicht rückgängig machen.
#31 Bernado 23:25:42 | Dienstag, 22. November 2005
@Gotthard sie schrieben:„Selbst das widerlegt nicht meine Aussage, dass der Ritus zeitbedingt und kirchlichen
Ursprungs ist … also Veränderungen immer zugänglich.“ Natürlich hat die Kirche die Vollmacht, den
Ritus zu verändern, und sie hat das auch immer wieder getan. Aber schonend, mit großer Ehrfuchr vor
der Tradition: Da wurde hier ein Psalmtext gekürzt, da ein Gebet präziser formuliert, an der einen Stelle
ein neuer Heiliger eingefügt usw. Diese Veränderungen griffen entweder Entwicklungen auf, die sich schon
spontan angemeldet hatten – oder sie versuchten auch, als gefährlich empfundenen Veränderungen entgegen
zu wirken. Was nach dem Konzil geschah, das war keine behutsame Weiterentwicklung, sondern ein Neuentwurf
am Reissbrett, durch den vieles gute und wertvolle abgeschafft wurde, während einiges von dem, was neu
dazu kam, leichter falsch als richtig zu verstehen ist. Und der größte Bruch, der inzwischen ja auch
als unzulässig erkannt wurde, war, daß man glaubte, den alten Ritus, der 1000 Jahre lang Herzstück
des Kultes war, ganz abschaffen und verbieten zu können.
#26 Bernado 21:47:43 | Dienstag, 22. November 2005
@chancel_screen Sie schrieben:„in Berlin gibt es inzwischen sowohl FSSPX als auch Indultmesse. Das Leben
kann so ungerecht sein.“ Tatsächlich können sie in Berlin sogar an drei Orten hl.Messen im traditionellen
Ritus besuchen: Sonntags die „Indultmesse“ bei der „Pro-Missa-Tridentina-Berlin“ in der Kapelle des Josefsheims;
täglich in der St.-Petrus-Kirche der Piusbruderschaft und neuerdings zweimal täglich im Institut Philipp-Neri.
Wobei letzteres keine stets gefährdeten „Indultmessen“ im engeren Sinne sind, da das Institut sich zwar
mit Genehmigung des Erzbischofs in Berlin niedergelassen hat, aber nicht dem Bistum untersteht, sondern
direkt unter die Zuständigkeit der Kommission „Ecclesia Dei“ fällt.
@diakonos Sie schrieben:„Radio Vatikan lässt auch die Kritiker der neuen Lösung zu Wort kommen.“ Nun
ja – die deutsche Redaktion von RV steht aber auch nicht gerade im Ruf der Unparteilichkeit: sie ist über
viele Fäden mit den „progrssiven Kräften“ in ZK und Bischofskonferenz verbunden.
#11 Bernado 17:15:28 | Mittwoch, 16. November 2005
@rudolphus Sie schrieben:„Denn meines Kenntnisstandes nach werden diese Weihen in einem defizitären Ritus
gespendet.“ Jedenfalls muß man bei Weihen durch Bischöfe der Utrechter Union genauer hinschauen – schließlich
werden von einigen von Ihnen seit etwa 10 Jahren auch „Priesterinnen“ geweiht. Damit würden zwar Bischofsweihen
nicht per se ungültig, aber wer es beim einen nicht so genau nimmt, muß auch beim anderen mit Zweifeln
leben.
@Richard Sie schrieben:„Bemerkenswert ist es trotzdem, daß es führend in den vorwiegend betroffenen
europäischen Völkern die gottlosen Juden sind, welche als Speerspitze für den Massenmord an ungeborenen
Kindern und für alles Abartige (Homos) kämpfen.“ Ich bitte Sie, derartige unzulässige und unsinnige
Pauschalverurteilungen hier zu unterlassen. Abgesehen davon, daß Ihnen der empirische Beweis für Ihre
Behauptung mehr als schwer fallen dürfte, gibt es in der Lehre der Kirche keinerlei Rechtfertigung dafür,
von „gottlosen Juden“ zu sprechen. Wir teilen mit den Juden das Alte Testament und beten mit Ihnen zum
Gott Abrahams, dessen dreifaltige Natur in den Büchern des AT bereits an vielen Stellen angedeutet ist.
Wir unterscheiden uns von ihnen dadurch, daß wir in Jesus Christus den versprochenen Messias und Erlöser
erkannt haben – deshalb sprach die Kirche von den „ungläubigen Juden“. Für ungläubig in diesem Sinne
müssen wir die religiösen Juden auch heute noch halten – aber wir sollten dies weniger mit einem Vorwurf
oder einer Verurteilung verbinden, sondern mit der Hoffnung, daß der Gott des Bundes, der in ihrer Mitte
den Erlöser erstehen ließ, auch sie zur Erkenntnis führen wird.
@Evelyn Können hier bitte in Zukunft Kundgebungen wie „Paul ‘der Schlechte’“ unterbleiben? Sonst degeneriert
das Forum von einer unmoderierten Talkshow zu einer Spelunke, in der Menschen, die Wert auf Stubenreinheit
legen, sich nicht mehr blicken lassen können.
@evelyn Sie schrieben:“@Bernado: Das ist auch nicht erforderlich: Da es nur einen Gott gibt, ist die Erwähnung
des Wortes „Gott“ immer eindeutig: Entweder christlich oder häretisch.“ Das mag ja so sein. Aber die
Message, auf die Sie sich beziehen, war nicht von mir
@gotthard Sie schrieben:„Kirche ist zuerst Missio (Sendung), daraus erwächst Communio (Gemeinschaft).
Auch die Laien gehören zur Missio und deshalb zur sakramentalen und hierarchischen Struktur der Kirche.“
Was für ein Durcheinander. Natürlich empfangen auch und ganz besonders die Laien die Missio, aber diese
Missio bestimmt die Laien eben nicht zum Dienst in der Hierarchie, sondern zum Zeugnis und zur Mission
in der Welt. Manchmal hat man wirklich den Eindruck, die Restkirche (so sag ich mal um den Unterschied
zur Volkskirche zu markieren) ziehe sich teilweise ganz auf sich zurück, und wolle auch die Laien nur
noch und hauptsächlich zur Leitung eben dieser Restkirche heranziehen. Andererseits aber mache sich –
diesem Eindruck entsprechend – die Kirche in der Gesellschaft nur noch ohne Mission (ein offenbar in Verruf
geratener Begriff) nützlich, betreibe dort Schulen mit überkonfessionellem Religionsunterricht oder
Krankenhäuser mit vollem Angebot (inkl. Abtreibungen) – kurz alles, was andere gesellschaftliche Kräfte
und Gruppen auch können und praktizieren. Die Laien gehören nicht als 5. Rad in die Hierarchie, sondern
als Sauerteig in die Welt. Daß kluge „Hierarchen“ gut daran tun, sich auch von Leuten, die in der Welt
ihren Mann stehen, beraten zu lassen, steht auf einem ganz andeen Blatt.
@Trottel Sie schrieben:“… aber warum nicht auch einmal ein Tänzchen vor dem Altar wagen, serviere ich
Ihnen werte Leserschaft dieses kleine Bildchen nachkonziliarer Verirrung.“ Das kann man so einfach nicht
sagen. Der indische Kulturkreis hat eine reiche Tradition des rituellen Tanzes ausgebildet. Mit den Tänzen
der teilweise orgiastisch geprägten europäischen Tradition oder der stark erotisch aufgeladenen Formen
der Gegenwart hat das nichts zu tun. In diesen indischen Tänzen werden durch Körperbewegungen und Gesten
Inhalte ausgedrückt, die sich auf „Transzendentes“ beziehen, aber nicht zwangsläufig auf konkrete indische
Religionen. Man kann sicher von einer „getanzten Gebetssprache“ sprechen. Wenn es gelingt, genuin christliche
Inhalte in diese „Sprache“ so zu übersetzen, daß sie von denen, die diese Sprache kennen, „richtig“
verstanden werden – dann wäre dagegen nichts einzuwenden. Ob diese Übersetzungen aber immer „richtig“
sind, kann ich zumindest nicht beurteilen. Die Erfahrungen, die bei der Übersetzungen der Messtexte aus
dem Latein der Editio Typica in europ. Sprachen zu machen sind, lassen allerdings Skepsis angeraten sein.
Noch bedenklicher ist, daß man den Gläubigen zwar Latein wegen seiner „Unverständlichkeit“ quasi verbietet,
höchst exotische Sprachen aber zunehmend schick findet.
@Benedikt Sie schrieben:„Wer fördert hier das Versauern von Pfarrern im Rätesystem?“ Ob gewollt gefördert
oder der Not gehorchend erlitten – das Rätesystem hat wirklich absurde Auswirkungen. Hier der komplette
Text der Pressemeldung www.bistum-regensburg.de/default.asp?op=show&id=181… aus Regensburg.
#12 Bernado 19:35:34 | Donnerstag, 10. November 2005
@Stimme Mit Josaphat = Bodhisattva hat unser merkwürdiges Frl Ilse allerdings recht, wie nicht nur das
Heiligenlexikon www.heiligenlexikon.de/start.html?BiographienJ/J… bestätigt. Auch die Feststellung,
daß das Christentum auf seinem Siegeszug um die Welt viele einheimische Gottheiten, Heilige Gestalten
usw. „eingeschmolzen“ und umgewandelt hat, ist zutreffend. Dazu brauchte es allerdings ein starkes, seiner
Selbst und seiner Richtigkeit bewußtes Christentum. Mit der heutigen „Entschuldigen sie, wenn ich hier
vielleicht doch eine kleine Anmerkung vornehmen möchte“-Einstellung vieler Schriftgelehrter wäre das
nicht zu leisten.
#40 Bernado 12:18:22 | Donnerstag, 10. November 2005
@turk – und alle Mitleser Sie schrieben:„Ich verlange von allen katholischen Diskutanten, den abwertenden
Kurzbegriff „V2“ nicht mehr für ein anerkanntes Ökumenisches Konzil der heiligen Mutter Kirche zu verwenden.“
Ich möchte mich dem mit einer Erweiterung anschließen: Es ist unerträglich, in welchem Ton der Verachtung
hier oft von den Päpsten der zweiten Hälfte des vergangenen JH gesprochen wird. Vieles erfüllt eindeutig
zivilrechtliche Tatbestände der Beleidigung und Verleumdung. Pauschal werden alle, die sich dem Unfehlbarkeitsanspruch,
der von einigen seiner Jünger für Erzbischof Lefebvre erhoben wird, nicht beugen, als Papalisten, Modernisten
usw. beschimpft. Faktisch nehmen diese Stimmen schismatische und sedisvakantistische Positionen ein. Ich
bezweifle, daß diese Schreihälse auch nur für die SFFPX sprechen können – Bischof Fellay zumindest
befleißigt sich in seinen öffentlichen Äußerungen einer weitaus gemäßigteren Denk- und Sprechweise.
Es ist den Machern von kreuz.net unbenommen, ihre Website als ein Kampforgan von Lefevbre-Erben zu gestalten.
Wenn die Redakteure und die sie unterstützenden Diskutanten jedoch nicht gewisse Mindeststandards einhalten,
werden sie bald keine Diskussionspartner mehr finden und müssen im eigenen Saft schmoren. Das ist nicht
gut für die Besucherzahlen.
#17 Bernado 12:00:59 | Donnerstag, 10. November 2005
@Gotthard Sie schrieben:„Ein Kardinal behauptet in einem Zeitungsinterview, dass der Papst einen „Wunsch“
habe… es wäre das erste Mal in der Kirchengeschichte, dass verbindliche Direktiven für die Weltkirche
über ein Zeitungsinterview eines Kardinals mit einer italienischen Zeitung verbreitet werden.“ Sie haben
nur die Hälfte mitgekriegt. Der Papst hat seinen „Wunsch“ in dem Motu Proprio „Ecclesia Dei www.vatican.va/…ecclesia-dei_en.html“
aus dem Jahr 1988 mitgeteilt und eigens eine Kommission errichtet, die dafür sorgen soll, daß dieser
Wunsch auch beachtet wird. Chef dieser Kommission ist Kardinal Castrillon Hoyos – und der hat nun per
Interview mitgeteilt, daß man sich an ihn wenden soll, wenn ein Ortsbischof mauert – er werde den Ortsbischof
dann an Ecclesia Dei erinnern. Noch Fragen?
@Toby Sie Schrieben: „Dass er derart hart gegen entsprechende Anfragen vorgeht, ist mehr als traurig.
Da sollte ihn mal der Hl. Vater zur Brust nehmen, wenn er nächstes jahr nach Regensburg kommt.“ Das haben
die Regensburger weitgehend selbst in der Hand. In einem aktuellen Interview www.30giorni.it/us/articolo.asp?id=9360mit
„30 giorni“ sagt Kardinal Castrillon Hoyos zu den negativen Antworten einiger Bischöfe auf die Bitte
nach der alten Messe: Whereas when it’s a more substantial group wanting the mass, it’s up to the Pontifical
Commission «Ecclesia Dei» to remind the bishop, honestly and kindly, that the wish of Peter’s Successor
is to be generous in responding in favor of these believers. And I see with joy that, day after day, there
are ever more who so respond. Man muß also ganz klar sagen, daß Bischöfe, die die Feier des traditionellen
Ritus untersagen, in diesem Punkt die Gemeinschaft mit Rom verlassen haben.
@Benedikt: Ehrenplatz Sie schrieben: „Wenn es sich um einen speziellen Ehrenplatz handelt, warum steht
es dann übrigens beim Hochgebet links?“ Der Ehrenplatz gilt nicht primär dem „Messbuch“, sondern dem
darin enthaltenen „Evangelienbuch“. Das Hochgebet steht demgenüber zum größten Teil überhaupt nicht
im Messbuch, sondern auf den Kanontafeln. Nur die gelegentlich wechselnde Präfation nimmt eine Zwischenstellung
zwischen Kanon und Proprium ein und kommt so ins Messbuch. Hier ist möglicherweise also doch ein kleines
Stück „Zweckmäßigkeit“ am Werk. Manchmal überlagern sich verschiedene Symbolschichten auch – der
Reichtum einer über tausendjährigen Tradition ist kaum ausschöpfbar.
@Benedikt Sie schrieben: „Ich wollte sagen, dass auch die rechts/links Anordnung im alten Ritus vermutlich
einen rein praktischen Grund hat: Der könnte zB darin liegen, dass der Tabernakel den Altar in der Mitte
verengt, außerdem würde das Buch auf einem Ständer den Tabernakel halb verdecken usw.“ Im alten Ritus
hat nichts nur einen praktischen Grund – alles hat auch eine Bedeutung. Die rechte Seite des Zelebranten
bezeichnet den Ehrenplatz – er kommt dem Wort Gottes von Anfang an zu. Zur Epistel wird das Buch auf die
Nordseite gebracht und sogar halb nach Norden gedreht: Im Norden werden die Mächte des Bösen angesiedelt,
im Norden regiert der Nordstern als Lucifer, und ihm wird in der Nachfolge der Apostel mit der Verlesung
der Schrift offensiv der Kampf angesagt. Die Mitte des Altars aber ist ein besonderer Raum – dort liegen
die Reliquien der hl. Märtyrer, dort vollzieht sich die Vergegenwärtigung des ewigen Opfers, dort ist
für nichts anderes Platz. Man muß keinen Sinn für Symbolik haben. Heilsnotwendig ist das vermutlich
nicht. Aber andererseit schützt dieser Sinn schon davor, daß plötzlich Schuhe stehen auf dem Altare
Gottes, des Herrn, der unser Herz erfreut von Jugend auf.
@Gotthard:Sachkenntnis Sie schrieben: „Bevor weiterhin ohne Sachkenntnis aus dem hohlen Tradi-Bauch geschrieben
wird, möge man sich mal cc 517§2 im CIC ansehen. Natürlich dürfen in einer Messfeier auch Laien ein
liturgisches Gewand tragen: Kommunionhelfer, Lektoren, Messdiener etc“ wenn schon Sachkenntnis, dann aber
richtig. Liturgisches Gewand ist nicht gleich liturgisches Gewand. In „Redeptionis Sacramentum www.vatican.va/…-sacramentum_ge.html“
heißt es ganz eindeutig „Die Verschiedenheit «der Dienste wird in der Feier der Eucharistie äußerlich
durch verschiedene sakrale Gewänder verdeutlicht.“(121) Die dem fraglichen Bild zu entnehmende Praxis
zielt demgegenüber ganz eindeutig darauf ab, eine Zugehörigkeit der Pfarassistentin zum Klerikerstand
zu behaupten.
Dr. Carlo Regazzoni Sie schrieben:„Der NOM verfügt zwar über katholische Elemente u.A. anerkennt er
die Transsubstantiation obschon der Wandlungsbericht eine Entstellung ist, besitzt jedoch nicht die grossartige
Struktur der alten Messe.“ Sie sind nicht auf der Höhe der Zeit. Es kann heute und in diesem Zusammenhang
nicht darum gehen, die Vor- oder Nachteile der überlieferten Messe zu diskutieren, sondern es muß darum
gehen, daß der Papst mehrfacht den Wert der alten Messe unterstrichen hat, Ihre Anhänger seiner Liebe
und Fürsorge versicherte und in Ecclesia Dei die Bischöfe aufforderte, allen, die das begehren, die
Feier der Messe im überlieferten Ritus nach den Büchern des Jahres 1962 zu ermöglichen. Wenn Bischof
Müller das „im Sinne der Einheit“ ablehnt, muß er sich die Frage stellen lassen, wie er es mit der Einheit
mit dem Papst hält. Einige deutschen Bischöfe werden sich früher oder später entscheiden müssen,
ob sie es mit dem Lehramt der Kirche oder mit ihren Haustheologen halten wollen – der Widerspruch ist
immer schwerer zu überdecken.
@Gotthard, Tote Sprache Der Streit ist nun wirklich überflüssig, sowohl das Konzil als auch die Dokumente
zur Liturgiereform haben ganz klar gesagt, daß die lateinische Sprache die Sprache des Lateinischen Ritus
ist und als solche auch erhalten bleiben soll – auch wenn aus pastoralen Gründen in Zukunft (von den
60er Jahren aus gesehen) den Volkssprachen ein weiterer Raum gegeben werden sollte. Die faktische Abschaffung
des Lateinischen ist also per se schon ein Mißbrauch. Inzwischen wissen wir, wo er herkommt: Die Übersetzungen
in die Nationalsprachen eröffneten theologischen Partisanen in den einzelnen Sprachräumen zahlreiche
Möglichkeiten, ihre privaten Ansichten bei der Formulierung der Texte unterzubringen. Üble Nebenwirkung
sind nicht nur viele Mängel und Fehler in der Übersetzung, sondern auch gravierende Unterschiede zwischen
den nationalsprachlichen Fassungen. Das „Katholische“ beginnt, sich im Beliebigen zu verflüchtigen.
@Gotthard, heiße Luft Natürlich weiß ich nicht, wie die Pläne für St. Pölten aussehen – aber dafür
weiß ich, wie die Realität heute schon in vielen amerikanischen Diözesen aussieht. Da sind Alpträume
www.evangelist.org/…ve/htm5/0729plds.htm schon berechtigt.
@Benedict78 „Ich mag mich nicht streiten“ Von einer Arbeit für den lebensunterhalt kann wohl nicht die
Rede se3in, wenn das, was der zuständige Bischof in seinem Hirtenbrief …ww.diocese-sacramento.org/…smissal%20Letter.pdf
zum Thema ausführt, den Tatsachen entspricht.
@asteriskus Der fraglische Paragraph lautet:Can. 144 – § 1. Bei einem tatsächlich vorliegenden oder
rechtlich anzunehmenden allgemeinen Irrtum und ebenfalls bei einem positiven und begründeten Rechts-
oder Tatsachenzweifel ersetzt die Kirche für den äußeren wie für den inneren Bereich fehlende ausführende
Leitungsgewalt. Ich würde mich hüten, diesen Absatz so auszulegen, als enthielte er eine Generalvollmacht
für jegliche Aktivität von „Gemeinschaften von unten“. Es ist immer riskant, Rechtsvorschriften im Sinne
einer Selbstentmächtigung des Gesetzgebers zu interpretieren.
@asteriskus Sie Schrieben:„Ich erlebe das als Notsstand. Die rechtmäßige Spendung des Bußsakramentes
durch Priester der FSSPX steht für mich fest.“ Für sie vielleicht. Für das Kirchenrecht nicht. Zum
rechtmäßigen Hören der Beichte benötigt der Priester die Ermächtigung (Facultas) durch den zuständigen
Ortsbischof. Wenn die nicht vorliegt, wird das Bußsakrament nicht rechtmäßig gespendet. Die Frage der
Gültigkeit und die weitere Frage, inwieweit sich die Teilnehmer der unrechtmäßigen Handlung versündigen,
steht dann noch auf einem anderen Blatt.
@Gotthard: Zustimmung. Sie schrieben:„EIN Bischof (Marcel) war verliebt in diese tradierte Liturgie und
lehnte die Erneuerung ab.“ Da möchte ich aber doch noch wenigstens einen anderen Bedenkenträger zitieren:„Denn
nun mußte der Eindruck entstehen, Liturgie werde ‘gemacht’, sie sei nichts vorgegebenes, sondern etwas
in unserer Entscheidung liegendes… Aber wo Liturgie nur selbstgemacht ist, da eben schenkt sie uns nicht
mehr,was ihre eigentliche Gabe sein sollte: Die Begegnung mit dem Mysterium, das nicht unser Produkt,
sondern unser Ursprung und die Quelle unseres Lebens ist.“ (Joseph Ratzinger, Aus meinem Leben) Von den
Kardinälen Scheffczyk und Stickler – um nur die deutschsprachigen anzuführen – gibt es noch kritischere
Anmerkungen. Tatsächlich gibt es viele Beobachter, die in der Form, in der die Erneuerung praktisch umgesetzt
wurde, die Hauptursache dafür sehen, daß heute über drei Viertel der nominell kath. Kirchgänger keinen
Unterschied mehr zwischen dem katholischen und einem protestantischen Verständnis der Messe sehen und
die Realpräsenz nicht mehr kennen. Gleichzeitig hat sich die Zahl der reg. Kirchgänger auf unter 15%
verringert.
#40 Bernado 22:33:46 | Donnerstag, 3. November 2005
@turk Sie Schrieben: „Es ging im Kontext der Diskussion nur um die zentralen Konsekrationsworte.“ Das
war mir im hier von Seiten vieler unfehlbarer Kirchenlehrer-Kopien entfesselten Wortschwall entgangen.
Daran, daß Rom hier Äquivalenz herstellt, möchte ich denn auch nicht zweifeln. Ich meine auch nicht,
daß mit den von mir angesprochenen Übersetzungsproblemen die hier so gerne behaupteten „Häresien“ in
die Messe eingeführt werden – aber es entstehen vielerlei vermeidbare Unklarheiten. Beispielhaft vorgeführt
wird das gerade am Fall des „pro multis – für alle“ von J. Ratzinger: „Keine der beiden Formeln kann
das Ganze sagen; jede bedarf der Auslegung und der Rückbeziehung aufs Ganze der Botschaft. Ich lasse
offen, ob es sinnvoll war, hier die Übersetzung „für alle“ zu wählen und damit Übersetzung mit Auslegung
zu vermengen, wo doch Auslegung in jedem Fall unerläßlich bleibt.“ (Gott ist uns nah, Augsburg 2005,
S. 36) Das Ärgernis entsteht dadurch, daß solche Unklarheiten an so vielen Stellen eingeführt werden –
und immer mit der gleichen Tendenz.
#21 Bernado 19:59:53 | Donnerstag, 3. November 2005
@romulus Sie schrieben: „Dein Beitrag zeigt wieder allzu deutlich, dass wir in Deutschland auf einem Narrenschiff
leben.“ Nur daß Straßburg seit geraumer Zeit nicht mehr in Deutschland liegt.
#37 Bernado 19:54:35 | Donnerstag, 3. November 2005
@turk Sie schrieben: wenn der Heilige Stuhl eine volkssprachliche Übersetzung approbiert, dann ist damit
gemeint, daß diese Übersetzung präzise für das lateinische Original steht. Das kann man so m.E. nicht
sagen. Dafür sind die Abweichungen zwischen Übersetzung und Original stellenweise zu groß – wenn die
Editio Typica z.B. die Vulgata zitiert und die Übersetzung sich auf hebräische Formen oder die Septuaginta
beruft (z.B. beim Gloria: et hominibus bonae voluntatis – den Menschen Deiner Gnade. Die Approbation ist
kein sprachwissenschaftliches Gutachten, sondern bestätigt, daß man den Text mit gutem Willen im Sinne
der kirchlichen Lehre verstehen kann . Und dabei war Rom in den letzten Jahren (zumindest bei vorläufigen
Approbationen) manchmal sehr großzügig, wie man an dem Trauerspiel www.wf-f.org/…Ltranslations.htmlum
die englische Übersetzung sehen kann.
#16 Bernado 19:21:50 | Donnerstag, 3. November 2005
@L. Trzil Sie schrieben: … sollte wohl nicht zur Ideologie stilisiert werden. Wäre sie notwendiger
Ausdruck der kirchlichen Einheit, so ließe sich nicht erklären, warum sie erst so spät aufkam. Aber
tun Sie das nicht gerade – die K. zur Ideologie stilisieren? Die Kirche hat in Ihrer Vollmacht zur Bestimmung
der Liturgie die Konzelebration als Zeichen der Einheit stark aufgewertet. Das muß man nicht gut finden –
aber nur, wer die Frage der Konzelebration „überdeterminiert“, wird die Ablehnung so weit treiben, daß
er sich weigert, an den wenigen von der Autorität vorgeschriebenen Konzelebrationen teilzunehmen. Selbst
einen „Biritualismus“ muß man nicht prinzipiell ablehnen – nichts spricht dagegen, daß Priester des
„alten“ auch bei gegebenem Grund den „neuen“ Ritus feiern und umgekehrt – sofern sie das würdig vermögen.
Die prinzipielle Ablehnung wäre doch nur berechtigt, wenn man die Gültigkeit der jeweils anderen Form
prinzipiell bestreiten würde – und genau das nimmt die Kirche mit guten Gründen nicht hin.
@Fabian Seitz Sie fragten: „Wie verhält es sich in diesem Punkt mit Totgeburten, geistig Behinderten,
an Demenz Erkrankten? Wird ihnen dies erspart? Wie ist die Stellung der Kirche dazu?“ Dazu gibt es diverse
Theorien (Stichwort „Limbus de.wikipedia.org/wiki/Limbus_(Katholizismus)“), aber – aus Mangel an einer
entsprechenden Offenbarung – keine feste kirchliche Lehre, außer dem Hinweis, daß Gott nicht nur der
unendlich Gerechte, sondern auch der unendlich Barmherzige ist. Wo unser menschlicher Verstand einen Widerspruch
zwischen beidem annehmen muß, ist er auch darüber weit erhaben.
@MilesCristi: Campos Sie Schrieben:„Bischof Rifan verrät den katholischen Glauben und arrangiert sich
mit dem Modernismus. Er versucht alles auf eine Frage der LIturgie zu reduzieren, und das ist es nicht.
Eine Personalprälatur kann nicht der Weg sein.“ Wenn Sie und Co die einzige Lösung in der bedingungslosen
Rückwendung der Kirche zu den (nur vermeintlich goldenen) Zeiten vor dem 2. Vatikanum sehen – träumen
Sie weiter. Daß Bischof Rifan als Mitglied der Bischofskonferenz an der Konzelebration mit seinen Amtsbrüdern
teilnimmt, ist eine Selbstverständlichkeit – mit welcher Begründung sollte er das verweigern, ohne in
das Schisma zu geraten, in dem Sie sich offenbar befinden? Ebenso selbstverständlich ist es, daß „Tridentiner“,
die unter der Jurisdiktion eines NOM-Bischofs stehen, an der Chrisam-Messe teilnehmen. Das sind Zeichen
der Einheit der lokalen Kirche, denen man sich nicht entziehen darf, zumindest nicht grundsätzlich. Mängel
und Mißstände des NOM – die heute an Allerseelen wieder schmerzlich offenbar werden – zu kritisieren,
ist eines. Deswegen die Einheit unter dem Papst aufkündigen, ist etwas ganz anderes.
@benedikt: Ziel Sie schrieben:„Was soll hier Ziel sein? So etwas wie die Apostolische Administratur Johannes
Maria Vianney in jedem Bistum oder wie? Da bin ich aber entschieden dagegen, solche Doppelstrukturen sollten
wirklich die Ausnahme bleiben.“ Wäre das wirklich so problematisch? Wir haben heute schon vielfach sich
überlagernde Strukturen, wenn man z.B. den Blick auf die orthodoxen oder die unierten Ostkirchen lenkt.
Damit das wirklich funktioniert, wäre es allerdings erforderlich, zumindest in der Perspektive über
die Personalprälatur hinauszugehen und den alten Ritus als eigenen Ritus anzuerkennen. Erste klitzekleine
Anzeichen dafür gibt es – sowohl bei der Petrusbruderschaft als auch im Berliner Institut Philip Neri
werden alle Sakramente nach dem alten Ritus gespendet bzw. gefeiert – soweit der Ortsbischof zustimmt.
Von da bis zur Anerkennung als eigener Ritus mit eigener Hierarchie ist aber noch ein langer Weg, und
da sollte man von dem was (hoffentlich) demnächst aus Rom kommt, nichts heute unmögliches erwarten.
Immerhin: Der Blick in die Priesterseminare sollte denen, die für den alten Ritus auf die „biologische
Lösung“ gesetzt haben, daß diese Variante wohl eher die eine oder andere „reformierte“ Diözese betreffen
wird.
@gunther maria michel Sie schrieben:Und wenn Papst Paul VI. den Novus Ordo formulieren ließl, um den
Protestanten entgegenzukommen, um ihnen die Rückkehr zur Una Sancta zu erleichtern – dann heißt das
noch lange nicht, daß er häretisch oder ungültig ist (er ist es nicht). Worauf kommt es eigentlich
wirklich an bei der Heiligen Messe?… Hier möchte ich ein kleines „caveat“ anbringen: Ich bestreite
keinesfalls die Gültigkeit oder Rechtmäßigkeit des NOM – aber ich habe Zweifel an seiner Zweckmäßigkeit:
Ist er wirklich geeignet die mit ihm verbundenen Ziele zu erreichen? Oder leistet er in einigen Punkten
nicht dem Aufkommen falscher Vorstellungen Vorschub? Zum Beispiel: Läßt er den Opfercharakter der Messe
in der wünschenswerten Deutlichkeit erkennen? Macht er genügend sichtbar, welche Rolle dem Priester
beim Vollzug der heiligen Handlung zukommt? Unterstützt er ausreichend die Bereitschaft und Fähigkeit
der Gemeinde, das Geschehen beim Eucharistischen Mahl von anderen Mählern zu unterscheiden? Ist die Rede
vom „Einsetzungsbericht“ die bestgeeignete Methode, die Verwandlung der Gaben in das Fleisch und Blut
des Herrn zu verdeutlichen? Soll das Entgegenkommen gegenüber den Protestanten so weit gehen, daß „normal
gebildete Katholiken“ denken: „Das ist heute schon alles eins?“ Die Liste wäre zu verlängern. Auf dieser
pragmatischen Ebene sehe ich beim NOM Schwächen, die dringend der Diskussion und Korrektur bedürfen.
@diakonos Die hl. Messe ist nicht nur die Feier des „einen Volkes Gottes“, sondern enthält eine Opferhandlung
mit differenzierten Rollen, in der der Priester an herausgehobener Stelle (in Vertretung Christi) darum
bittet, daß „mein und euer Opfer“ gnädig aufgenommen werde. Die Abtrennung des heiligen Bezirks vom
öffentlichen Bereich ist Bestandteil des kultischen Opferns allgemein weit über Christentum und Judentum
hinaus. Der nicht nur in Wels immer wieder unternommene Versuch, diese Abtrennung und Unterscheidung einzuebnen,
führt genau in die Gefahr, vor der Paulus warnt: Denn wer (unwürdig) ißt und trinkt, der ißt und trinkt
sich das Gericht wenn er den Leib (des Herrn) nicht unterscheidet. Das Einreißen der Schranken um den
Altarraum zeigt, welche Risiken damit verbunden sind, daß der Novus Ordo an vielen Stellen darauf verzichtet,
die unveränderte Lehre der Kirche auch in der Deutlichkeit vorzustellen, wie das früher geschah: Was
nicht mehr ausdrücklich gesagt wird, gerät zunächst aus den Augen und bald aus dem Sinn. Dann erscheint
allein das, was noch ausdrücklich gesagt und gezeigt wird, als die ganze Wahrheit, während das Übrige
als überholt vergessen und abgerissen wird.
@benedikt78 Sie schrieben:Schade eigentlich. Ich war am Weltjugendtag und habe ein sehr gutes Bild von
Erzbischof Meisner mitgenommen. Und nun das… Irgendwie kann ich es nicht nachvollziehen, warum man sich
nicht wohl fühlen kann, wenn die Priesterbruderschaft die Liegenschaft gekauft hätte. Dann geben sie
sich beim Nachvollziehen doch ein wenig mehr Mühe: Die Lage der deutschen Bischöfe, die nicht voll auf
der progressiven Linie stehen, ist sehr schwierig. Sie sind nicht nur in der Bischofskonferenz eine Minderheit,
sondern werden auch innerhalb ihrer Diözesen vielfach angefeindet – und das oft sehr wirkungsvoll, weil
die Progressisten natürlich gute Verbündete in den Medien haben. Denken Sie nur an den Zorn, den Kardinal
Meissner auf sich zog, weil er es gewagt hat, eine Pfarrei in die Hände des Opus Dei zu geben – und dann
dort auch noch die Seminaristen zum Treffen mit dem Papst zu versammeln. Außerdem verfügen die Anhänger
der FSSPX – hier im Forum kann man es täglich besichtigen – nun wirklich oft nicht über die Gnade, sich
verständlich und nachvollziehbar auszudrücken. Mit einer bedeutenden Ansiedlung der FSSPX bei Köln
hätte der Kardinal, der schon genug Feuer auf dem Dach hat, sich ein weiteres Problem eingehandelt –
kein Wunder, daß er dabei kein gutes Gefühl hatte. Auch für Kardinäle gilt: Ultra posse nemo tenetur.
@Yersinia Sie schrieben: nun, relevant wäre das Priestertum für die Frauen als Zugang zum Kult – und
natürlich als Gleichstellung bei den kirchlichen Herrschaftspositionen; Und so stellen Sie sich eine
theologische Disputation vor? Da möchte ich doch um etwas mehr Ernst bitten.
@Josef Sie schrieben: Ich dachte, die katholische Kirche sei ein Hort für Menschen, die IHR Seelenheil
suchen und nicht das anderer ? Für den Missionssonntag ist das schon eine ziemlich dämliche Bemerkung:
Zwischen der Suche nach dem eigenen Heil und dem Bestreben, es auch anderen zugänglich zu machen, gibt
es keinen Unterschied. Außer in der Verantwortung für den Erfolg, und selbst die ist nicht teilbar nach
Kains Wort „Bin ich der Hüter meines Bruders?“.
@ignatius Sie schrieben: Spar dir doch deine blöden Polemiken gegen sie, die machen ihre Sache besser
als der ganze pseudo-tradionelle Haufen zusammen. Ich polemisiere nicht gegen die Piusbruderschaft, sondern
freue mich ehrlich, daß es in ihren Reihen auch einige recht vernünftige Leute gibt. Ihre (vermutlich
selbsternannten) Vertreter in diesem Forum gehören allerdings weniger dazu – wie auch Sie gerade wieder
mit einem unsachlichen und mit Schimpfwörtern gespickten Beitrag bewiesen haben. Es ist ermüdend und
für Außenstehende eher abstoßend, wie hier Leute, die sich durchaus unberechtigt die Namen großer
Kirchenlehrer ausgeborgt haben, immer wieder die gleichen Pseudo-Argumente von sich geben. Da muß man
halt, um den traditionellen Katholizismus nicht ganz in Verruf kommen zu lassen, ein wenig gegenhalten.
@athanasius: Schisma Sie schrieben: Doch die chinesische Staatskirche verwirft den päpstlichen Primat,
Langsam, langsam. Es sind interessante Verhandlungen im Gange, und am Ende könnte noch ein Ergebnis herauskommen,
das dem heiligen Stuhl mehr Mitsprache bei der Ernennung chinesischer Bischöfe einräumt, als er gegenwärtig
bei der Besetzung einiger schweizerischer Bistümer hat. Und wenn dann auch noch der Teil der Piusbruderschaft,
der nicht rettungslos von seiner eigenen Unfehlbarkeit eingenommen ist, sich wieder näher an den Nachfolger
Petri anschließt…
Empfang der Heiligen Kommunion im Sitzen Ihr Redakteur sollte genauer recherchieren. Die Neokatechumenalen
verfügen nicht über einen eigenen approbierten Ritus, sondern sie haben die Erlaubnis, einige nicht
sehr tiefgehende Veränderungen des NOM „ad experimentum“ und auf begrenzte Zeit zu praktizieren. Wenn
jetzt Vertreter der Neokatechumenen fordern, z.B. die besonderen Kommunikationsformen für die ganze Kirche
zu übernehmen, wäre das höchst bedenklich. Für Kleingruppen mit hohem Gemeinschaftsgeist und außerordentlich
hohem Kenntnisstand – es dauert einige Zeit, bis man zur Teilnahme an den besonderen Gottesdiensten eingeladen
wird – mag das alles diskutabel sein. Für die Normalgemeinde wären Mißverständnisse und damit weitere
Glaubensverflachung kaum zu vermeiden.
#17 Bernado 23:01:38 | Donnerstag, 20. Oktober 2005
@athanasius Athanasius schrieb: Eine Evaluierung von ‘Dominus Iesus’ seitens eines cum laude promovierten
TheologieWissenschaftlers (Univ.). Da Sie die Note der Promotion für ein Argument zu halten scheinen,
gebe ich gerne eine Information über das weitgehend dem üblichen entsprechende Notenschema an meiner
Universität: die schlechteste Note, mit der man bestehen konnte, war „rite“. Dem folgte „cum laude“,
dann „magna cum laude“, dann „valde laudabile“ und schließlich das nur alle Jubeljahre vergebene „eximium
laudabile“. (Eins mit Sternchen am großen Schulterband oder so.) Aber unabhängig von den Noten wollen
wir ja doch die Hochachtung vor universitären Theologen nicht unkontrolliert in die Höhe schießen lassen,
sonst müßten wir ja ganz viele Häretiker und Leute, die die kirchliche Lehrbefähigung verloren haben,
in den Himmel heben.
#14 Bernado 21:36:58 | Donnerstag, 20. Oktober 2005
@athanasius Sie schrieben: Und Benedikt XVI. hat selbst auch höchst zweifelhafte (euphemismus) Meinungen
über die Hl. Eucharistie verbreitet: www.novusordowatch.org/…edict/sbce-trans.htm (Sakramentale Begründung
Christlicher Existenz, 1966: Besuch am Tabernakel sei Unsinn.) Novusordowatch ist nun wirklich nicht das,
was ich mir unter einer seriösen Quelle vorstelle – aber in diesem Fall waren sie ehrlich genug, den
deutschsprachigen Originaltext www.novusordowatch.org/…edict/sbce-trans.htm mit anzuführen. Sucht man
ihn auf, sieht man, daß der allerdings nicht leichtverständliche Text des damals noch recht jungen Professors
Ratzinger auf folgendes hinausläuft: Es geht nicht darum, im Tabernakel einen Gott zu besuchen, der sich
nur dort und nirgendwo sonst aufhielte – Gott ist allgegenwärtig. In der Eucharistie ist Christus präsent
als das göttliche Wort, in dem Gott sich als Mensch auf die Ebene des Menschen herabgelassen und seine
Kirche -deren Haupt er ist – begründet hat. In dieser Eigenschaft und von dieser Seite begegnet man ihm
im Tabernakel auf ganz besondere Weise. Also gerade das Gegenteil von dem, was Sie auf ihrer Ketzerjagd
verstanden zu haben glaubten.
#1 Bernado 11:31:45 | Donnerstag, 20. Oktober 2005
Beichtzeiten Der Erzbischof sagt: In einigen Kirchen im Westen habe er die Beichtzeiten gesehen. Als Beispiel
nennt der Prälat eine Stunde am Samstag von 16.00 bis 17.00 Uhr. Das sei nicht ernsthaft. Das ist der
einzige Punkt, in dem man widersprechen kann und muß: Solche Zeiten sind insofern ernsthaft und jedenfalls
realistisch, als in dieser Stunde oft nur einer oder zwei, manchmal auch keiner aus der Gemeinde zur Beichte
kommt. Am Sonntag zur Kommunion sind sie dann aber wieder alle da. Da liegt der Unernst.
#12 Bernado 11:26:49 | Donnerstag, 20. Oktober 2005
@evelin Sie schrieben: pol. Dummheit So wie kath. sein überhaupt oder der Kampf gegen die Abtreibung
überhaupt… Sie verwechseln hier etwas, um nicht zu sagen: Alles. In einer anderen Diskussion hat Augustinus
www.kreuz.net/…ticle.2058-page.html das schön dargestellt, hier noch mal kurz von mir: Wenn man in
die Politik eingreifen will, muß man die Regeln der Politik beachten. Das verlangt nicht die Aufgabe
von Grundsätzen, aber es verlangt, soch so auszudrücken, daß Menschen, deren Überzeugungen und deren
Stimmabgabe man beeinflussen möchte, verstehen, was man ihnen sagen will. Gut gemeint ist hier definitv
das Gegenteil von gut. Diese Fähigkeit ist denen, die jetzt mit diesen fundamentalistischen Flugblättern
in den Wahlkampf eingegriffen haben, nicht gegeben. Nachdem ich erfahren habe, daß dort ähnliche Flugblätter
auch schon bei anderen Abstimmungen aufgetaucht sind, stelle ich mir ernstlich die Frage, ob da nicht
sogar jemand am Werke ist, der den christlich orientierten Kräften bewußt schaden will, sie durch unverständlich
fomulierte Texte in der Öffentlichkeit unglaubwürdig und lächerlich machen und die Gegner zu einer
„Ablehnungsfront gegen das finstere Mittelalter“ zusammenführen will.
@Stimme aus dem Tradiland Sie schrieben: Ich sehe nicht, wie man als aufrechter, sei es konservativer,
sei es traditioneller, Katholik etwas gegen dieses Flugblatt haben kann!! Mich würde interessieren: Sieht
das hier jemand anders? Natürlich kann und muß man etwas gegen dieses Flugblatt haben (ich habe mir
nur Nr. 1 angeschaut). Tonart und „Argumentationsweise“ sind absolut ungeeignet, irgend jemanden anzusprechen
(von überzeugen gar nicht zu reden), der nicht zum engsten Kreis jener pseudotraditionalistischen Katholiken
zählt, die nicht ohne eigene Schuld in Fundamentalismusverdacht geraten sind. Inhaltlich ist zumindest
der Punkt „NewOrleans“ rundum abzulehnen. Die Kursänderung von „Rita“ als ein durch das Gebet bewirktes
Wunder darzustellen, ist zumindest übereilt. Der Versuch, die Zerstörung von NO in Zusammenhang mit
dem Lebenswandel einiger Einwohner dieser Stadt zu bringen, klingt in meinen Ohren eher gotteslästerlich.
So etwas zeugt nicht von katholischem Glauben, sondern von politischer Dummheit. Wer nicht erkennt, daß
man jeder Kandidation mit solcher „Unterstützung“ nur schwer schaden kann, wird zurecht nicht ernst genommen.
Religionsvermischung Natürlich kann man sich damit befriedigen, nach dem Muster: „Herr, ich danke Dir,
daß ich nicht bin wie jene da“, ständig auf irgendwelche Popanze einzudreschen. Zur Verteidigung der
authentischen Lehre der katholischen Kirche ist das wenig geeignet. Und zu ihrer Propagierung auch nicht.
Zum seriösen Umgang mit der Frage, wo andere Religionen Anteil am Guten und Wahren haben, und wo nur
die Kirche wirklich Heil spenden kann, empfehle ich: Joseph Ratzinger: Glaube, Wahrheit, Toleranz. Das
Christentum und die Weltreligionen. Freiburg 2003. Das Buch hat 220 Seiten, und um seinen Inhalt zu erfassen
muß man alle von ihnen lesen und im Zusammenhang sehen. Besonders lesenswert – aber auch nicht alleinstehend
zu lesen – ist die im Buch enthaltene zwanzigseitige Auslegung von Johannes-Paul II. Enzyklika „Fides
et Ratio“.
@ st. theodul Sie schrieben: Angesichts dieses Maßes an Verlogenheit und Dummheit kann man dies nur diagnostizieren
als letzte Zuckungen der morbiden V2-Mietlinge, die zur Zeit die heilige katholische Kirche besetzt halten.
Angesichts der Tiefe der Einsicht über die Christliche Lehre, die Sie zu besitzen vorgeben: Fürchten
Sie nicht, gegen die Gebote der Nächstenliebe und der Mäßigung zu verstoßen?
@athanasius Sie schrieben: Übrigens widerspricht der Rektor sich immer wieder. Im Juni 2004 gab er zu
Hindus Erlaubnis für ein Shiva-Gebet gegeben zu haben, jetzt sagt er aber er hatte gedacht es seien katholische
Gläubigen. Die ihn aber doch zuvor angerufen und vorgestellt hätten als Hindus. Haben Sie schon einmal
darüber nachgedacht, in welchen Sprachen und über wieviel Übersetzungen hinbweg die Kontakte gelaufen
sein mögen? Selbst im Deutschen könnte man „wir sind eine Gruppe hinduistischer Pilger“ leicht mit „wir
sind eine Gruppe indischer Pilger“ verwechseln.
Kommt sie, die Gegenrevolution? Toby schrieb: Warum darf der Generalobere der Petrusbruderschaft etwas
nicht verbieten, was nach geltendem Recht umgekehrt jeder Bischof verbieten darf??? Dafür gibt es mehrere
Gründe. Zunächst: Der offizielle Ritus der Kirche ist der NOM. Man braucht – so zumindest die offizielle
Version – eine „Sondergenehmigung“, um dennoch tridentinisch lesen zu dürfen. Diese Genehmigung wird
jedoch unter der Bedingung erteilt, daß man die Rechtmäßigkeit des NOM nicht generell in Frage stellt.
(Über die Zweckmäßigkeit und gute Eignung darf gestritten werden). Ferner gibt das Kirchenrecht dem
Bischof eine Art „Ritus-Hoheit“ für seine Diözese. Die Tridentiner haben in Ermangelung einer eigenen
episcopalen Struktur eben wirklich nur „geduldeten“ Status, und keinesfalls kann der Generalobere der
Bruderschaft aus dieser „Duldung“ ableiten, sich gegen den zuständigen Bischof zu stellen. In diesem
Spannungsfeld der episcopalen Jurisdiktion sehe ich weitaus schwierige Probleme für eine Anerkennung
des alten Ritus als in den von Dir mehrfach betonten Fragen des Kalendariums und der Perikopen. Schließlich
wird auch der tridentinische Ritus nach einer Anerkennung in irgendeiner Form weiterentwickelt (neue Heilige!)
werden müssen, wenn er nicht zum lebensunfähigen Museumsstück werden soll. Für unüberwindbar halte
ich diese Probleme nicht – im zweiten oder dritten Anlauf.
Sind denn alle Protestanten so? @Benedikt78 Bei jemandem, der sich so aufführt, wie „Frl.Ilse“ (und der
sich einen so schönen Namen) zulegt, muß man immer damit rechnen, daß es sich um einen „Troll“ handelt.
Das ist nichts abergläubisches oder zwischenweltliches, sondern ein Forums- oder Gruppenteilnehmer, dem
es nicht um eine bestimte Sache geht, sondern alleine darum, in einer (oft beliebigen) Community möglichst
viel Aufruhr, Empörung, Chaos und Anarchie hervorzurufen. Ein Taschen-Diabolus sozusagen, aber nicht
wirklich diabolisch. Wenn dann alle auf ihn einprügeln (meistens ist der Troll männlich), ist er voll
in seinem Element und genießt die Aufmerksamkeit, die ihm das wirkliche Leben verweigert. Die Amerikaner
haben deshalb das Sprichwort: „Don’t feed the troll“. Wenn man ihnen nix zu fressen gibt, müssen sie
verhungern und suchen sich eine neue Weide. Das nächste mal vielleicht ein Forum für Motorrad-Freaks,
denen der Troll vom Zu-Fuß-Gehen vorschwärmt, oder für Übersetzer, die er ständig damit ängstigt,
maschinelle Übersetzungen machten sie bald arbeitslos. Es gibt hier eine ganze Reihe davon. Vielleicht
ist es auch nur einer, der sich mehrere Narrenkappen aufsetzt.
@evelin Du schriebst: Die Fehler JoPaII. werden nicht korrigiert, sondern auch noch umgesetzt… Wie schön,
daß du uns, wenn doch schon der Papst viele Fehler macht, an Deiner Unfehlbarkeit teilhaben läßt. Das
zumindest hast du mit Hans Küng gemeinsam. Die Sache hängt freilich (unter anderem) an Deiner Spekulation
„Wenn es also wahr ist, dass JoPaII. sogar durch „pastorale und andere Schreiben“ V2 interpretiert“, und
trägt dich gleich bis nach Assisi, wobei Du nur vergessen hast, die Buddhastatue zu erwähnen, die dort
jemand auf einen Altar gestellt hatte. Mein Vorschlag: Nun warte doch mal ab, wie Benedikt XVI. das 2.
Vaticanum und seinen Vorgänger interpretiert und umsetzt – schließlich hat er oft genug betont, daß
man immer den Zusammenhang mit der 2000-jährigen Tradition wahren müsse. Man muß nicht nur warten:
Z.B. in „Maximilian Heinrich Heim: Joseph Ratzinger – Kirchliche Existenz und existentielle Theologie
unter dem Anspruch von Lumen gentium“ kannst Du näheres dazu erfahren, wie er dabei vorgeht. Man kann
es nicht oft genug sagen: Mit Deiner reflexartigen Verurteilung von allem, was nach dem 2.Vaticanum kommt,
bist du geradewegs auf der Bahn zum Sedisvacantismus, also jener schiefen Bahn, die anscheinend Bischof
Fellay keinesfalls verfolgen möchte.
Was ist eigentlich ein Ritus? fragte Toby um 15:33. Das ist eine gute Frage. Es ist jedenfalls mehr als
eine bestimmte Art und Weise, die hl. Messe zu feiern. Die unierten Ostkirchen z.B. haben ihre eigene
Rechtsordnung (Priester-Ehe!), eigene Sakramentenordnung (Taufe+Firmung, Eucharistie unter beiden Gestalten
usw.), eigene Hierarchie (Territorialdiözesen!), eigene Spiritualität – aber keine eigenen Dogmen. Eine
analoge Entwicklung bahnt sich im ehedem einheitlichen römischen Ritus an. Die romtreuen Traditionalisten
haben eigene Messbücher, eigene Sakramentalien (niedere Weihen!) und Taufriten, eigene Rechtsvorstellungen
(aber noch kein eigenes Recht!), ein eigenes Brevier, eigene Kultsprache, dagegen noch keine eigene Hierarchie –
auch wenn der Bereich von Kardinal Hoyos partiell so funktioniert. Es wäre verfrüht, als nächsten Schritt
gleich die Errichtung eines „Tridentinischen Patriarchats“ oder auch nur einer eigenen Personalprälatur
zu zu erwarten – aber das ist wohl die Richtung. Die Entwicklung dorthin wird sich in dem Maß beschleunigen,
wie die bestehenden Bistümer insbesondere in Mitteleuropa an Glaubenssubstanz (Theologieprofessoren ohne
Lehrbefugnis, „pastorale“ Sonderwege) und Finanzkraft (Zusammenbruch des Kirchensteuersystems) verlieren.
Rom setzt ungern alles auf ein Pferd – erst recht nicht, wenn dessen Reiter dauernd am Papst herummäkelt
und ansatzweise eigene Sitten- und Glaubenslehren propagiert.
An einem sonnigen Sonntag + … Athanasius schrieb Übrigens finde ich Clowns für eine Kinderaudienz
beim Papst recht unglaubwürdig, es geht gegen die Würde solch eines Moments. „Vor“, lieber Athanasius,
nicht „bei“. Auf Catholic Online www.catholic.org/…ernational_story.php?id=17178 gibt es übrigens einen
Bericht, der nach dem Ereignis geschrieben wurde. Auch dort heißt es, daß es erst ein „Kinderprogramm“
gab, und „nachdem der Papst erschienen war, ging es andächtiger zu“. Anders als von mir nach dem Vorbericht
von Radio Vatican vermutet, stellten die Kinder Ihre Fragen übrigens direkt. Ein Junge: „Man sagte uns,
Jesus ist in der Eucharistie anwesend – aber ich kann ihn nicht sehen?“ Darauf Benedikt (meine Übersetzung
aus dem Englischen): „Wir sehen ihn nicht, aber es gibt viele wichtige Dinge, die wir nicht sehen können.
Wir können unsere Vernunft nicht sehen – und doch haben wir Vernunft… Wir sehen den elektrischen Strom
nicht, aber wir sehen seine Wirkung – hier an diesem Mikrofon und bei der Beleuchtung. Wir sehen den auferstandenen
Herrn nicht mit unseren Augen, aber wir wissen, daß da, wo Jesus ist, die Menschen sich verändern, besser
werden und etwas mehr im Stande sind, zu Frieden und Versöhnung zu kommen.“
Vierungsaltar Benedikt schrieb: Der Vierungsaltar ist eine ganz normale Form des Altars und hat nichts
mit dem diskreditierenden Begriff des „Volksaltars“ gemein. Richtig – das muß man festhalten. Der Vierungsaltar
wurde in einigen Kirchen zu einer Zeit eingerichtet, als die Zahl der Chorherren immer geringer wurde
(oft Ende 19./Anfang 20. Jh.) und der Hauptaltar im Chorscheitel damit durch eine lange „unbelebte“ Zone
von den Gläubigen im Hauptschiff getrennt erschien. Auf diesen neu errichteten Vierungsaltären gab es
jedoch einen Tabernakel und die hl. Messe wurde regelmäßig „ad orientem“ gefeiert. In anderen Fällen
gab es neben dem Hauptaltar im Chor „schon immer“ einen Vierungsaltar vor Chorschranke oder Lettner, der
zu großen Festen benutzt wurde, wenn einer der zahlreichen Seitenaltäre nicht ausreichte. Auch dort
wurde „ad orientem“ gelesen, etwas anderes war meistens auch gar nicht möglich, weil diese „sekundären
Hauptaltäre“ fest an den Lettner angebaut waren. Die Form des Altares selbst – Block oder Tisch – ist
eher sekundär, historisch gibt es oft Mischformen, z.B. die Mensa hinten auf einem Steinsockel oder an
der Wand befestigt, vorne auf Säulen ruhend
An einem sonnigen Sonntag Im Artikel heißt es: „Papst Benedikt XVI. empfing am gestrigen Samstag nachmittag
auf dem Petersplatz rund 100.000 Kinder mit ihren Eltern. Es handelte sich um Erstkommunikanten dieses
Jahres. Der Anlaß wurde von Gesängen und Tänzen begleitet. Zur Unterhaltung traten auch Clowns auf.“
Auf der Website von Vaticanradio …ecumene.radiovaticana.org/ted/Articolo.asp?Id=52364 wird das im Vorbericht
zum Ereignis etwas anders dargestellt. Dort heißt es nämlich: „Bei der Begegnung, zu der der Papst die
Kinder persönlich eingeladen hatte, wird er auf die Fragen von sieben Kindern antworten. Daran schließt
sich eine eucharistische Anbetung an. Dem Treffen mit dem Papst geht ein Kinderfest voraus, beim dem unter
anderem auch Clowns aus Bukarest auftreten.“ Anders als Ihre Formulierung „Der Anlaß wurde … begleitet“
vermuten läßt, gab es danach also eine klare Trennung: Erst gab es ein Kinderfest. Dann kam der Papst
und beantwortete Fragen, die vermutlich vorher eingereicht worden waren, so daß diese Antworten die Form
einer Katechese gehabt haben dürften. Als dritter Teil und Höhepunkt des Nachmittags erfolgte dann die
Eucharistische Anbetung.
@toby Sie schrieben: Ein solches Eingeständnis kann ich mir aber kaum vorstellen. Und die Liturgiker
müssten ihre Prämissen völlig über Bord werfen … Ist das nicht ein wenig kleinkariert gedacht? Auch
wenn es im Vatikan menscheln mag wie anderswo auch, so beruhen die Entscheidungen der Kurie doch nicht
ausschließlich auf Rechthaberei, Prestigedenken und anderen sekundären Motiven. Fast 40 Jahre nach der
Einführung des Novus Ordo – der den vorhergehenden Ordo jedenfalls nicht „abgeschafft“ hat – ist für
jeden ersichtlich, daß der Ordo (das umfasst mehr als die Feier der hl. Messe!) nach tridentinischem
Ritus und Verständnis sich auch nicht auf biologischem Wege selbst erledigen wird. Im Gegenteil: Der
herkömmliche Ordo übt gerade auf jüngere Leute und Männer, die sich zum Priestertum berufen sehen,
spürbare Anziehungskraft aus. Es wäre also an der Zeit, das Nebeneinander beider Ordnungen „sozialverträglich“
zu regeln, und ich nehme an, daß nach einer Vielzahl von kleinen Schritten in dieser Richtung jetzt ein
größerer fällig ist. Davon unberührt bleibt die Notwendigkeit einer „Reform der Reform“, um den Mißsständen
entgegenzuwirken, die sich im NOM eingewurzelt haben. Dabei wird sicher nicht alles beseitigt, was bei
den Anhängern des alten Ordo Anstoß erregt, und das ist bei Anerkennung der tridentinischen Ordnung
auch nicht zwingend geboten.
Christkönigsherrschaft Ach Marcel, finden Sie nicht, daß das eine ziemlich irdische Vorstellung von
„Christkönigsherrschaft“ ist, die Sie uns da mit nicht enden wollendem Wortschwall nahebringen wollen?
Sie behaupten zwar, Ihre Forderungen hätten nichts mit Theokratie zu tun – aber genau darauf laufen sie
doch hinaus. Nun tun Sie mal Butter bei die Fische und werden Sie konkret: Wie wollen Sie Ihre oder des
verblichenen Erzbischofs Vorstellungen in der Epoche des allgemeinen Wahlrechts zur Geltung bringen? Oder
ist die Demokratie nur eine freimaurerische Verwirrung, deren Abschaffung Sie verlangen? Nicht, daß ich
die konsensfixierte Kirchensteuerkirche deutscher Bauart für eine Frucht der Offenbarung hielte – aber
wollen sie die Kirche des 3. Jahrtausends wirklich in die verfassungsfeindliche Ecke und dann in die Katakomben
treiben? Man merkt Ihren Beiträgen ja an, daß Sie eine Vorliebe fürs kleine aber reine haben – doch
wollen Sie die Exklusivität soweit treiben, daß letztlich nichts mehr vor Ihrem strengen Urteil bestehen
kann und das Erlösungswerk Jesu vergebens gewesen sein müßte?
@athanasius Athanasius schrieb: Wenn Sie einfach ihre Meinung schreiben, und gar keine DIskussion mehr
führen wollen, weil Sie ihre eigene Einschätzung der FSSPX-Situation die einzig wahre halten, soll’s
Ihnen nicht wundern, dass etwa Marcel nicht antwortet. Das, lieber Athanasius, wird Gunther Maria vermutlich
ebenso leicht verschmerzen können wie ich: Die eine Platte, die Marcel drauf hat, klingt doch recht abgespielt
und ermüdend. Und die Behauptungen, die letzten Endes darauf hinauslaufen, mit dem 2. Vaticanum hätten
die Pforten des Todes den Felsen Petri verschlungen, werden durch seine ständige Wiederholung nicht glaubhafter.
Vielleicht „bekehrt“ er sich ja mal dazu, inhaltlich auf die jeweiligen Themen einzugehen, als in scheinbarer
Radikalität immer wieder die gleiche alte Leier anzustimmen. Sonst soll es ihn nicht wundern, daß bald
keiner mehr drauf eingeht.
@Josef Aber ich habe vermutlich die Begriffe durcheinander gebracht und die „Messe“ (den Gottesdienst)
mit dem eigentlichen „Messopfer“ verwechselt. Ja ein wenig Durcheinander ist noch da. Es geht um den Unterschied
zwischen „können“ und „dürfen“. Das Können wird vom hl. Geist unwiderruflich in der Weihe verliehen –
das Dürfen „verwaltet“ für die Kirche der Bischof. Das gibt es auch in anderen Zusammenhängen: Wir
können vieles jederzeit, aber dürfen es nur unter bestimmten Bedingungen – z.B. in der Ehe. Trotzdem
bleibt das Gekonnte und Getane real und mit allen seinen Folgen. Was in Röschenz die mitfeiernde Gemeinde
betrifft, so hängt es für jeden einzelnen von der Gesinnung ab: Besucht er die Messe als Demonstration
der Auflehnung gegen den Bischof, versündigt er sich schwer. Kriegt er das (unwahrscheinlicherweise)
alles gar nicht richtig mit, dann ok. Am schwierigsten ist es für die, die überzeugt sind, recht zu
handeln: Sie sind dem Schweizersytem auf den Leim gegangen, das sich damit als Kraft der Verführung erweist.
Julia – in den Brunnen gefallen Eine lesenswerte Darstellung wissenschaftlicher Erkenntnisse über den
Zusammenhang von Homosexualität und „Knabenliebe“ findet sich hier www.hli.org/…_not_molestation.pdf.
Für eine ausführliche Betrachtung dazu, warum diese spezielle Art von Homosexualität unter dem katholischen
Klerus vor allem (aber nicht nur) der USA so übel eingerissen ist, siehe z.B. diesen Artikel in Catholic
online www.catholic.org/…eatured/headline.php?ID=2405. Weitere hochinteressante Zusammenhänge erschließt
der Artikel The Emasculation of the Priesthood www.latinmassmagazine.com/artEmasculation.asp in der Zeitschrift
„The Latin Mass“.
@Josef: Gültig, aber illegal Josef schrieb: Das ist für einen theologisch ungebildeten Menschen wie
mich schwer verständlich. Die Priesterweihe verleiht dem, der sie empfängt, die unwiderrufliche Vollmacht
und Fähigkeit, das Messopfer darzubringen und Brot und Wein in Leib und Blut des Herrn zu verwandeln.
Wenn ein geweihter Priester die Wandlungsworte spricht in der Absicht, die Wandlung vorzunehmen, und wenn
er dabei geeignete „Materie“ verwendet, dann feiert er eine gültige Messe. Der Priester wird jedoch nicht
„freischwebend“ und „auf eigene Rechnnung“ geweiht, sondern erhält sein Amt, um es in Gemeinschaft mit
und Unterordnung unter einen Bischof auszuüben. Deshalb gelobt er dem Bischof bei der Weihe Gehorsam.
Wenn der Bischof anordnet, daß ein Priester die Messe an einem bestimmten Ort feiern (oder eben nicht
feiern) soll oder überhaupt nicht mehr feiern darf, ist der Priester zum Gehorsam verpflichtet. Verstößt
er gegen diese Gehorsamspflicht, vergeht er sich gegen das Kirchengesetz. Er handelt illegal und schwer
sündhaft – aber die gefeierte Messe bleibt gültig, weil ihm das Siegel der Weihe unauslöschlich aufgeprägt
bleibt. Einmal geweiht, bedarf es „nur“ der geeigneten Materie, der vorgeschriebenen Worte und des auf
die Wandlung gerichteten Willens, um die Wandlung gültig und tatsächlich vorzunehmen.
Maronitische Liturgie Athanasius schrieb: Neben der Zölibatsfrage, möchte ich Sie bitten sofort die
Modernisierung der Maronitischen Liturgie unter den Diaspora-Maronitern zu stoppen! Gibt es dazu nähere
Informationen? Vielleicht sogar im WWW?
Eine illegale Messe Die fragliche Messe war vermutlich gültig, aber dennoch in höchstem Maße illegal.
Sie widersprach einer eindeutigen Anordnung des Bischofs und wurde in der demonstrativen Absicht gehalten,
dem Bischof zu widersprechen. Das ist eine offene Aufkündigung des Gehorsams und ein schwerwiegender
Verstoß gegen die kirchliche Disziplin – die Kenner werden ein Dutzend Paragraphen des CIC anführen
können, gegen die hier verstoßen wurde. Soviel zur Illegalität. Darüberhinaus stellt sich mir die
Frage, ob eine in derart aufständischem Geist gelesene Messe mit der rechten und zur Gültigkeit erforderlichen
Intension gefeiert worden ist. Aber diese Frage kann wohl nur aufgeworfen und nicht abschließend beantwortet
werden.
Verspätete Aufregung Also – so ganz kann ich die Aufregung um die Äußerung der britischen Bischöfe
nicht verstehen. Zur Schöpfungsgeschichte hat schon der Katechismus von 1993 ganz klare Aussagen getroffen:
Danach sind wesentliche Aussagen z.B. die, daß Gott die Welt aus dem Nichts erschaffen hat(296), daß
er die himmlischen Geister erschaffen hat(328),daß der Mensch „nach dem Bilde Gottes“ (356) und als Mann
und Frau (369). Eine wunderbare Zusammenfassung dieses Wesentlichen bietet Nr. 289, wo es heißt: „In
Ihrer feierlichen Sprache bringen (die insp. Autoren) so die Wahrheit über die Schöpfung, deren Ursprünge
und Ziel in Gott, deren Ordnung und Gutsein, über die Berufung des Menschen und schließlich über das
Drama der Sünde und über die Hoffnung auf Heil zum Ausdruck.“ Die Einzelheiten der Entstehung der Arten
und der Klassifikation der Säugetiere können wir danach getrost den dafür zuständigen Fachgebieten
und ihren sich immer wieder entwickelnden und verändernden Einsichten überlassen – das gehört nicht
zum Wesentlichen des Glaubens. Schon in „Dei Verbum“ heißt es: „Denn die Wahrheit wird in Texten, die
auf verschiedene Weise geschichtlich, prophetisch oder poetisch sind, oder in anderen Redegattungen jeweils
anders dargelegt und ausgedrückt“. Solche Aussagen beruhen nicht auf freimaurerischen Verschwörungen,
sondern haben eine lange Tradition in der Auslegung der hl. Schrift – bis hin zur „natürlichen Theologie“
bei Thomas von Aquin.
@diakonos Sie schrieben: müssten Sie eigentlich wissen, dass es die Subdiakone nicht mehr gibt (Kapitel
3 der AEM über die Aufgaben und Dienste) und dass das Kreuzen der Stola für Priester nicht mehr vorgesehen
ist (AEM Nr. 302). Daß die Priester die Stola nicht mehr zum Zeichen des Kreuzes tragen müssen, hatte
ich ja schon nachgereicht – das Forum hatte mir den letzten Absatz abgeschnitten. Bloß weil es nicht
mehr in der AEM (die den Rang von Ausführungsbestimmungen hat) steht, ist das Subdiakonat natürlich
nicht abgeschafft: Überall dort, wo der Ritus nach den Büchern von 1962 gestaltet wird, können Subdiakone
geweiht werden und werden auch tatsächlich Subdiakone geweiht. Die Stufen des Ostiariers, Lektors, Exorzisten,
Akolythen und Subdiakons bezeichnen Sakramentalien, die man nicht mit einem Federstrich „abschaffen“ kann,
selbst wenn man in weiten Bereichen der Kirche auf Ihre Spendung verzichtet. Heilsnotwendig sind solche
Sakramentalien sicher nicht – aber wer ist schon so voll der Gnade, daß er großzügig auf die eine oder
andere davon verzichten kann.
Der zweite Kanon Selbst wenn der zweite Kanon auf eine sehr frühe und tatsächlich gebrauchte Form der
Feier des hl. Opfers zurückgehen sollte, besagt das ja in keiner Weise, daß er gut für die Gegenwart
geeignet ist. Der Glaube der Kirche hat sich auf der Grundlage der Schrift und mit Hilfe des hl. Geistes
im und zum Depositum Fidei entfaltet, weiterentwickelt und ist so immer reicher geworden. Alte Formen
haben an diesem Reichtum unter Umständen keinen bzw. nur geringen Anteil – warum sollte man zu ihnen
zurückkehren und sich freiwillig in die Armut begeben? Damit ist in keiner Weise die Gültigkeit dieses
Kanons angezweifelt – in Extremsituationen wie Schützengraben oder KZ sind gültige Messen mit noch weniger
Worten als denen des 2. Hochgebetes gefeiert worden. Es ist sicher nicht notwendig, das Messopfer mit
der Verkündigung des ganzen Reichtums des Glaubens zu verbinden, angesichts der Fülle dieses Reichtums
ist das wohl gar nicht möglich. Aber es ist doch sehr beunruhigend, wenn die Verkündigung, um ja keinen
Anstoß zu erregen, regelmäßig auf Mindestmaß heruntergefahren wird. Und es ist wohl die unvermeidliche
Folge, daß dann der Reichtum des Glaubens nicht mehr gesehen wird und in wesentlichen Teilen verloren
geht. Dann könnte es tatsächlich dazu kommen, daß Messen ungültig gefeiert werden.
@Dr. Peter Enderfers Da sieht man bei vielen Priestern ja schon an der Gewandung eine gewisse Programmatik!
Das gibt aber nur einen Anfangsverdacht. Je nach Seminar werden solche Hintergründe – wie die Bedeutung
ritueller „Äußerlichkeiten“ generell – anscheinend gar nicht mitgeteilt. Viele Menschen – und eben auch
einige Priester – wissen gar nicht mehr, daß in der Welt des Ritus jedes Zeichen voller Bedeutung ist,
es also keine „Äußerlichkeiten“ gibt. Ich war heute bei der Einsegnung der neuen Kirche St. Petrus der
Piusbruderschaft (der ich wegen ihrer schismatischen Verhärtung fernstehe) in Berlin. Diese Kirche –
und das meine ich allerdings sehr positiv – ist in einer Weise gestaltet daß es dort undenkbar wäre,
mit dem Rücken zur Unendlichkeit zu zelebrieren oder an „Mantelalben“ und ähnliches auch nur zu denken.
Der schreinartige Hochaltar mit Baldachin über einem gewaltigen Tabernakel ist in ein ikonografisches
Programm der Chor-Ausmalung einbezogen, das jedes Geschehen unmißverständlich in die Zeitlosigkeit von
Opfertod im irdischen und Jubelfeier im himmlischen Jerusalem einordnet. Wer dort ohne den rechten Glauben
an den Altar tritt, muß, wenn er nicht völlig unempfindlich ist, befürchten, vom Blitz erschlagen zu
werden wie einst respektlose Träger der Bundeslade. Das ist wirklich vorbildlich gelöst – zumal mal
zum Verständnis des ganzen auch kein Studium braucht, sondern nur offene Augen.
@Toby Toby schrieb: „Und kann nch jemand die Frage beantworten, ob Laien während der Messfeier im Chorgestühl
sitzen dürfen?“ Da ein Chorgestühl „eigentlich“ nicht vorgesehen ist, und man vermutlich darüber streiten
kann, ob es, sofern vorhanden, zum Altarraum gehört oder nicht, gibt es hier sicher keine eindeutige
Antwort. Und selbst wenn es irgendwo eine Vorschrift gäbe, wäre nicht sicher, ob ihre Einhaltung durchgesetzt
wird – schließlich scheinen diverse Autoritäten mit „sani“ der Ansicht zu sein, daß alles nicht so
genau darauf ankommt und zur Not auch mal die Pastoralreferentin das Graubrot zu einem eucharistischen
Objekt erklären kann. Ich muß noch eine Ergänzung anbringen: Die 1500-Anschläge-Schere hat in meinem
letzten Posting exakt den letzten Absatz gekappt, in dem ich sagte, daß seit der Reform der Priester
auch bei der Messe die Stola nicht mehr kreuzt. Das Kreuz ist, wie schon der Herr selbst sagte, ein Skandal,
und deshalb ist es auf dem Altar nur noch in einer Schrumpfform mehr zu ahnen als zu sehen; auf dem Rücken
der Kasel (wo es früher Vorschrift war) taucht es ebenfalls nur noch selten auf – und wäre dann „versus
populum“ ja ohnehin nicht zu sehen. Wenn so der Zelebrant sein Kreuz nicht mehr auf sich nehmen muß,
braucht er auch die Stola nicht mehr zu kreuzen.
@Dr. Peter Enderfers: Fragen Die korrekte liturgische Kleidung katholischer Kleriker besteht (mindestens)
aus der mit dem Zingulum gegürteten Albe, darüber die Stola (gerade für Subdiakone, seitlich zusammengefasst
für Diakone, über der Brust gekreuzt für Priester) und darüber das Obergewand als Kasel („gotisch“
und „römisch“) für Priester oder Dalmatika (mit Flügeln oder mit Ärmeln) für (Sub-)Diakone. Unter
der Albe empfiehlt sich ein Schultertuch, und am linken Unterarm der Manipel. Die im Gottesdienst getragene
Amtskleidung vieler protestantischer Geistlicher war Zeit nur der (schwarze) Talar mit Bäffchen (zwei
weiße Streifen am Kragen). Im Zuge der „Wiederentdeckung“ der Sakramente tragen vielfach protestantische
Geistliche über dem Talar eine breit ausgeführte gerade Stola. Ein Talar unterscheidet sich von der
Soutane dadurch, daß er nie (?) eine Schärpe und nur selten überhaupt eine Taille hat. Die sog „Mantelalbe“
ist ein Talar, der sich durch seine helle Farbe und Verzicht auf Taille als Albe tarnt. Katholische Priester,
die die Ähnlichkeiten des NOM zur protestantischen Abendmahlsfeier unterstreichen wollen, tragen gerne
diesen Talar und darüber dann eine breite nicht gekreuzte Stola. Die „Allgemeine Einführung in das römische
Messbuch“ www.liturgie.de/aem.html kennt weder Talar, noch Mantelalbe noch „Überstola“, sondern schreibt
für den Priester Albe, Stola und Messgewand vor.
#39 Bernado 18:05:04 | Freitag, 30. September 2005
Cardinal Medina und der alte Ritus Cardinal Medina unterstreicht seine optimistische Haltung in Sachen
„überlieferte Form des lateinischen Ritus“ am 9. 10. auf nachdrückliche Weise: Er wird an diesem Tag
nach Berlin kommen, um am Institut St. Philipp-Neri, das sich dem alten Ritus verpflichtet weiß, die
Priesterweihe zu spenden. Selbstverständlich findet auch der Gottesdienst zur Priesterweihe im klassischen
Ritus statt. Falls jemand zufällig in der Nähe ist: Kirche St. Afra, Graunstr. 31, 13353 Berlin. Beginn
10:00. St. Afra liegt im Stadtbezirk Wedding, der früher als „rot“ galt und heute wohl als „grün“ gelten
muß. Nicht wegen der Wahlergebnisse, sondern wegen der Fahne des Propheten, dessen Anhänger dort zahlreich
Wohnung genommen haben. Die Kleriker des Instituts tragen übrigens ausnahmslos Soutane und werden im
„grünen“ Umfeld als Männer Gottes erkannt und respektiert.
#36 Bernado 17:59:12 | Donnerstag, 29. September 2005
@Benedikt: In Sachen Realität Sie schrieben:Genauso wenig bringt es was, katholische Staaten zu fordern,
in denen dann lauter Atheisten leben. Nun ja. Wenn ich die Eifrigeren unter den Kirchenlehrer-Doubles
hier im Forum richtig verstehe, hätten sie schon ein paar Mittel parat, dem abzuhelfen: Die eine oder
andere falsche Religion und den öffentlichen Atheismus allemal verbieten, dazu die Demokratie nach dem
Vorbild Francos abschaffen, zunächst mal nur zur Warnung auf dem einen oder anderen Marktplatz einen
Scheiterhaufen errichten – was glauben Sie, wie schnell sich dann die Atheisten und anderen Ketzer bekehren
und in den Schoß der einzig wahren Kirche zurück fliehen. Denn das ist unbestreitbar: Oft reicht schon
das Vorzeigen der Instrumente. Genug davon. Man könnte über den gezeigten Realitätsverlust laut lachend
zur Tagesordnung übergehen, wenn nicht das Problem selbst überhaupt nicht zum lachen wäre: Der Versuch
des 2. Vat. Konzils, sich den Herausforderungen der säkularisierten Moderne zu stellen, hat die Kirche
vielfach dorthin „geführt, wohin sie nicht gehen will“ – und wo sie auch nicht bleiben kann. Aber die
geistige Rückkehr ins 19. Jh, dafür sind die hier agierenden Ursupatoren der guten Namen von Kirchenlehrern
der beste Beweis, die ist unmöglich.
#26 Bernado 11:20:00 | Donnerstag, 29. September 2005
@athanasius: Neue Lehre Sie schrieben: „Lies mal „Ecclesia Dei“. Da steht es schwarz auf weis“ und „Das
Dogma wird aber vom damaligen Kard. Ratzinger in seinen Theologiebüchern als „optionelle Lehre“ dargestellt,
der sich die Orthodoxen-Schismatiker NICHT zu unterstellen hätten.“ Enzykliken haben eine detaillierte
Kapiteluntergliederung, und Bücher haben Titel , ebenfalls Kapitel und sogar Seitenzahlen. Solange Sie
ihre wagemutigen Behauptungen nicht mit Hinweisen darauf untermauern, an welcher Stelle etwas „schwarz
auf weiß“ nachzulesen sei, produzieren Sie nichts als Störgeräusche, die keine Beachtung finden können.
Mir ist im übrigen nicht bekannt, daß Papst Benedikt XVI sich in der bisherigen Zeit seines Pontifikates
unter Berufung auf sein Lehramt geäußert hätte. Wie sollte da von „neuen Lehren“ die Rede sein? Ihr
Namenspatron war berühmt wegen seiner Streitbarkeit (man nannte ihn „Giftzwerg“), die sich freilich auf
eine umfassende Gelehrsamkeit stützen konnte. Wenn Sie glauben, das erste ohne das zweite haben zu können,
wird man Sie noch weiter als nach Trier verbannen, also ans Ende der bekannten Welt – und nie wieder zurückrufen.
#22 Bernado 10:19:26 | Donnerstag, 29. September 2005
V2-Päpste und Räubersynoden Ich kann Pelagius nur zustimmen: Es wäre zu begrüßen, wenn solche und
ähnliche Begriffe hier nicht mehr verwandt würden. Ein großer Teil der Mitdiskutanten hier ist wie
ich aus ganzem Herzen davon überzeugt, daß die Päpste seit Johannes XXIII – trotz ihrer menschlichen
Unzulänglichkeiten – wahre Nachfolger Petri (des ebenfalls Unzulänglichen) waren und daß das 2. Vatikanische
Konzil – selbst wenn es hier und da Heiligen Geist und Zeitgeist nicht so deutlich unterschied, wie das
aus 40 Jahren Abstand möglich zu sein scheint – eine würdige und in manchem wegweisende Versammlung
der Bischöfe der heiligen Kirche war. Wer ständig mit Schimpfwörtern um sich wirft, zeigt damit nicht
etwa Prinzipienfestigkeit, sondern den Unwillen, andere als Menschen ernstzunehmen und sich mit ihren
Ansichten auseinanderzusetzen. Warum er dennoch an einem Diskussionsforum teilnimmt, ist schwer zu verstehen.
Sollte es sein Ziel sein, ein ernsthaftes (und notwendiges) Gespräch darüber zu führen, was am letzten
Konzil nicht wegweisend war bzw. keinen guten Weg wies, so wird er dieses Gespräch durch dauernde Pöbelei
nur behindern. Oder glaubt einer von den Freunden starker Worte im Ernst, Bischof Fellay hätte den Papst
bei der Audienz als „alter Räuberhauptmann“ begrüßt? Derlei überläßt der Bischof lieber dem Professor
aus Tübingen, der sich nun in vielerlei Interviews (sinngemäß, nicht wörtlich) des Abendessens mit
einem „alten Kumpel“ brüstet.
#3 Bernado 18:41:04 | Mittwoch, 28. September 2005
@Pelagius: Werte-Serenade Pelagius schrieb: Nachdem Hans Urs von Balthasar einmal ganz richtig hervorhob,
Hans Küng sei nicht unter die Häretiker zu rechnen, er sei in Wahrheit nicht einmal ein Christ, stellt
sich die Frage, was er denn dann ist. Er ist – ähnlich wie Oriana Fallaci und vielleicht noch andere
päpstliche Gesprächspartner dieser Wochen – ein Mensch mit Bedeutung in der öffentlichen Diskussion
zur geistigen Orientierung der Zeit. Mit solchen Leuten zu sprechen ist für den Pontifex immer sinnvoll,
auch wenn die Ergebnisse nicht jedesmal so interessant sein mögen wie die bei dem öffentlichen Gespräch
des damaligen Kardinals mit J. Habermas. Höchst interessant fand ich, daß im Kommunique zum Gespräch
mit Bischof Fellay von „Liebe zur Kirche“ und „Wunsch nach Gemeinschaft“ die Rede war, während zum Gespräch
mit Küng die „freundschaftliche Atmosphäre“ und „Ausklammerung theologischer Fragen“ betont wurde. Exakt
so würde man es sicher auch über ein Gespräch mit dem Dalai Lama formulieren können. Von daher kann
ich dem Tenor des ZickZack-Kommentars nicht zustimmen: Diese Gespräche folgen nicht einem „Eins rechts –
eins links“-Schema, so daß sie sich gegenseitig relativieren würden. Sie unterscheiden anscheinend sehr
genau zwischen Gesprächspartnern, die (wenn auch im Konflikt) zur Familie gehören, und solchen, mit
denen man diplomatische Beziehungen pflegen mag.
#33 Bernado 23:03:19 | Mittwoch, 21. September 2005
@marcel Sie schrieben: „Bernado, wenn Sie die Unlogik des V.II interessiert, kommen Sie um Bücher nicht
herum.“ Ich habe aber doch schon ein Buch! Doch im Ernst: Es ist natürlich nicht ganz falsch, wenn Sie
in einer späteren Message schreiben: „Solange ein gläubiger Katholik – die meisten Papalisten hier –
an das nichtdogmatische V.II herantritt aus der irrigen Perspektive, daß die Texte unfehlbar seien, wird
er nichts sehen können von den vielen Widersprüchen…“ Nur daß auch umgekehrt ein Schuh draus wird:
Die in der Wolle gefärbten Lefebvristen sehen allzuoft auch dort unversöhnliche Widersprüche, wo es
sich nur um Weiterentwicklungen, Ergänzungen oder auch nur gewollt (aus Kompromisssucht) oder ungewollt
unpräzise oder mißverständliche Formulierungen handelt. Solange man sich nur das Abwegigste unterstellt,
das mit viel schlechtem Willen aus den jeweiligen Formulierungen herauszulesen ist, bleiben diese Mißverständnisse
sicher unklärbar und immerhin mögliche Fehlformulierungen unkorrigierbar. Um mehr (wenn auch nicht immer
vollständige) Klarheit in zweifelhafte Formulierungen zu bringen, bietet m.E. der Katechismus von 1993
wervolle Hilfen.
#25 Bernado 09:36:36 | Mittwoch, 21. September 2005
@Evelyn: Probleme in Konzilsdokumenten Evelyn schrieb: Nach wie vor finde ich sehr übersichtlich den
Vortrag von P. Franz Schmidberger FSSPX am sì sì no no – Kongress in Rom vom 2.-4. Januar 2004. Herzlichen
Dank – das ist endlich einmal ein Text, mit dem man etwas anfangen kann. Auch wenn ich mit einigen Denkvoraussetzungen
Schmidbergers nicht übereinstimme – für mich ist nicht alles, was nach und neben der Neuscholistik kommt,
von Übel, und erst recht nicht das tief im AT verankerte dialektische Denken – so sehe ich doch, daß
er einige gravierende Problempunkte benennt. Es ist auch legitim, dabei „Ross und Reiter“ aus Konzilszeiten
zu nennen. Die Wahrheit gebietet aber auch, zu sehen, daß ein langes Leben z.‘B. den einen „Reiter“ zu
unerlaubter und ungültiger „Konzelebration“ mit nicht Geweihten geführt hat – und den anderen dazu,
ihn deswegen mit höchster Autorität zu suspendieren. Der Ausgang des Konzils hat gezeigt, daß man in
Rom verstanden hat: Wer sich, ohne alle Konsequenzen schonungslos auszuleuchten, dem „Heute“ anpasst,
kann morgen schon von gestern sein.
#23 Bernado 21:00:23 | Dienstag, 20. September 2005
@Marcel: Errors of Vatican II Sie haben „den Achtteiler aus „The Angelus“ als Nachdruck aus dem „Si si
no no“-Magazin: The Errors of Vatican II (URL)“ empfohlen. Meinen sie das wirklich ernst? Das ist ein
völlig konfuser Text, und die Art wie dort mit teils völlig unbelegten, teils brutalstmöglich zusammengestrichenen
Zitaten gearbeitet wird, ist nachgerade haarsträubend. Da kann ich mit Peccators Hinweis auf den „Widerspruch“
in LG schon etwas mehr anfangen, auch wenn es nicht wirklich ein Widerspruch ist: Peccator selbst zeigt,
wie man den in der Tat schlecht formulierten Text auch richtig interpretieren kann. Und das ist in diesem
Fall keine Willkür, sondern ganz klar vom Kontext vorgegeben, denn so steht es im Original: „Während
aber Christus heilig, schuldlos, unbefleckt war (Hebr 7,26) und Sünde nicht kannte (2 Kor 5,21), sondern
allein die Sünden des Volkes zu sühnen gekommen ist (vgl. Hebr 2,17), umfaßt die Kirche Sünder in
ihrem eigenen Schoße. Sie ist zugleich heilig und stets der Reinigung bedürftig, sie geht immerfort
den Weg der Buße und Erneuerung.“. Also, sein Versprechen, „aus dem Stand“ 10 Widersprüche nachzuweisen,
hat Peccator mit diesem Beispiel noch nicht einmal zu 5% erfüllt. Und zu Ihrer, lieber Marcel, vorlauten
Erklärung „Die V.II-Texte strotzen vor Irrtümern. Niemals hat der hl. Geist dieses gewirkt. Der Logos
spricht nicht unlogisch.“ gibt dieses (Fehl-)Urteil nicht die geringste Berechtigung
#12 Bernado 10:48:55 | Dienstag, 20. September 2005
@Peccator Peccator schrieb: „Ich kann Ihnen – und habe das bereits getan – aus dem Stand mindestens 10
logische Widersprüche in verschiedenen Dokumenten des Vat. II nachweisen.“ Wenn Sie denn so freundlich
sein wollten, diesen Nachweis für diejenigen, denen er beim ersten Mal entgangen ist, noch einmal zu
wiederholen. Gegebenenfalls tut es sicher auch ein Link auf ein entsprechendes Webdokumnet, damit dieser
Diskussionsfaden nicht allzusehr belastet wird. Herzlichen Dank im Voraus.
@diakonos Sie schrieben: „Es ist der Glaube der Kirche, dass auf einem Konzil der HEILIGE GEIST wirkt –
diesen Geist der Lüge zu bezeichnen, ist das nicht eine Sünde gegen den Heiligen Geist…?“ Hier scheint
mir ein wenig Übung in der Disziplin der „Unterscheidung der Geister“ vonnöten. Denn jener Geist, der
uns so oft als „Geist des Konzils“ anempfohlen wurde, scheint mir ein ziemlicher Luftikus zu sein, den
die Progressisten in Theologie und Medien immer dann beschwören, wenn sie ihre wilden Ideen gerade nicht
durch den Text der Konzilsdokumente rechtfertigen können. Vor der Heiligsprechung dieses Geistes wird
dringend gewarnt. Wenn Papst Benedikt – wir werden freilich seine eigenen Worte abwarten müssen – nun
einen „Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils“ anspricht, „wobei das Konzil im Licht der Tradition zu
interpretieren sei“, haben wir es offenbar mit einem ganz anderen Geist zu tun. Der alte „Geist des Konzils“
scheute die Tradition wie gewisse andere Geister das Weihwasser – der im Licht der Tradition erschienene
Geist rückt in der Tat ganz nah an den Heiligen Geist heran. Die Lektüre (und anschließende Umsetzung)
von z.B. Sacrosanctum Concilium „im Geist der Tradition“ erscheint mir nicht als eine erschreckende, sondern
als eine durchaus erfreuliche Perspektive.
#201 Bernado 15:51:55 | Sonntag, 18. September 2005
@evelin Sie schrieben: „Ich bin hier nicht derselben Meinung wie die Herrschaften Marcel, EngeldesHerrn,
Mimi und Stimme aus dem Tradiland, dennoch mag ich nicht, wenn man in dieser Weise über sie redet, da
sie es redlich meinen.“ Sie kennen aber auch das Sprichwort: „Gut gemeint ist das Gegenteil von gut“,
nicht wahr? Und wer mag schon, wie in diesem Forum oft geredet wird? Der Umgangston, der hier eingerissen
ist und anscheinend von den immer gleichen Teilnehmern in allen Diskussionsfäden „gepflegt“ wird, ist
mehr als ungut. Es wird zwar gerne „Erzbischofs Lefebrve und dessen Liebe zur Kirche, zu Rom“ reklamiert –
aber die Art, wie dann in den Beiträgen von „V2-Kirche“, „Soweit, so idiotisch. Aber gelebte V2-Praxis“,
„als die Kirche noch katholisch war“ oder „Bleiben wir also katholisch wie FSSPX“ geredet wird, spricht
weder von Liebe zur Kirche noch von Nächstenliebe gegenüber den Diskussionspartnern. Ausdrücke wie „
Das folgende Zitat aus Papst JoPaII. Vorschrift ist nicht häretisch, ergo wird es von Hw. Pytlik und
Catholicus auch nicht verteidigt“ scheinen mir eher auf eine große Lust am Schisma hinzudeuten. Dieser
Geist der Verneinung ist in meinen Augen jedenfalls weitaus diskussionswürdiger als jede „Badehosenfrage“.
Man muß schon einen sehr naiven und oberflächlichen Begriff von der herausgehobenen Stellung des geweihten
Priesters haben, um diese Stellung durch die Absage an die Schwimmbadbenutzung verteidigen zu wollen.
#192 Bernado 18:33:30 | Samstag, 17. September 2005
@Dr. Alexander Pytlik Ihre Geduld und andauernde Freundlichkeit sind zu bewundern. Ich fürchte aber,
daß da, wo entschlossenes Sektierertum und pharisäische Selbstgerechtigkeit zusammenkommen wie bei einigen
(ausrücklich:nicht allen) der hier unermüdlich tätigen Advokaten der Piusbrüder, selbst eine Rede
mit Engelszungen nichts ausrichten könnte. Wer mit dem Sitzfleisch denkt statt mit dem Kopf, ist durch
Argumente nur noch schwer zu erreichen. Gewiss soll man die Hoffnung nie aufgeben, aber andererseits:
Was hilft es, ausgerechnet die Nüsse knacken zu wollen, bei denen man am meisten befürchten muß, daß
sie hohl sind. In diesem Sinne wünsche ich allen ein friedliches und ertragreiches Wochenende.