Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
#18 Lycobates 15:25:07 | Donnerstag, 24. März 2011
Beato Simonino p.p.n. @Mag. catholicus Gut, daß Sie heute darauf hinweisen! Ja, beten wir heute den Herrgott,
auf die Fürsprache hin des seligen Simonino, für unsere Kirche, für die Bekehrung der ungläubig gebliebenen
Juden, und für die Bekehrung derer, die sich der Juden Freunde nennen, aber in Wahrheit der Juden ärgste
Feinde sind, indem sie diesen die Wahrheit: Jesus als den Christus anzuerkennen und als einzigen Mittler
zwichen Gott und Menschen, vorenthalten und diese Wahrheit verleugnen. Denn „in keinem anderen ist das
Heil. Und es ist auch kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben als Jesus Christus, in dem
wir errettet werden müssen“. Apg. 4,12. 1965 wurde das Grab des Kindes von den Konzilshäretikern geschändet
und der kleine Leib an einem bis heute unbekannten Ort verscharrt, damit er der Verehrung der Gläubigen
wirksam entzogen würde (das ist zwar nicht ganz gelungen). Einer der damaligen Hauptverantwortlichen
(geb. 1919) scheint sich nun, im Angesicht des Todes?, eines Besseren besinnen zu wollen. Dem Artikel
www.ecclesiacatholica.it/index.php?option=com_con… ist auch zu entnehmen, daß auch ein jüdischer Historiker
(Ariel Toaff) sich der historischen Wahrheit nicht verschließen will. Der Mietling Gottardi, 1965 „Erzbischof“
von Trient und Hauptverantwortlicher der Kultschändung, verstarb 2001. Gott sei seiner Seele gnädig.
#52 Lycobates 10:33:00 | Donnerstag, 24. März 2011
Ganz im Ernst @Domenico Tuttisanti Ganz im Ernst: wollen Sie riskieren, dass ein mehrheitlich rot-rot-grüner
Bundestag über die Wahrheitsansprüche der katholischen Dogmatik (etwa wenn es sich um die Dreieinigkeit,
um Christi Himmelfahrt und die unbefleckte Empfängnis Mariens handelt) abstimmt? Glauben Sie denn im
Ernst, ein wie auch immer gestalteter Bundestag der über was auch immer abstimmt, könnte einem gläubigen
Katholiken letztendlich etwas anhaben? Die Welt kann den Katholiken verbieten, einsperren, sein Hab und
Gut beschlagnahmen und vernichten, die öffentliche Ausübung der Religion einstellen, ja sogar martern
und töten. Das ist alles schon mal da gewesen. Wenn das wieder einmal geschehen sollte, dann geschieht
aber in Wahrheit nichts, Wesentliches jedenfalls, was den Katholiken, der den Glauben bewahrt, beeinträchtigen
würde. Die Verfolgung und Not brächte ihn näher zu Gott. Letztendlich könnte er sich darüber sogar
freuen. Der springende Punkt ist dieser: Hat der Staat als solcher, wie jedes Individuum auch, Pflichten
gegenüber Gott oder nicht, deren Einhaltung gefordert werden kann und muß, oder nicht, und deren Nicht-Einhaltung
von Gott spätestens beim letzten Gericht geahndet werden wird, oder nicht? Haben die Katholiken die Pflicht,
darauf hinzuwirken, daß der Staat mehrheitlich ein solch katholisches Gemeinswesen wird, in dem lediglich
private individuelle Toleranz dem irrenden Gewissen zukommt, oder nicht? Wer diese Fragen bejaht, ist
katholisch, wer sie verneint, ist es nicht.
„subsistere credimus“ kurzer Nachtrag @Leo Miles In den Artikel 1 und 14 wird deutlich gesagt, dass die
einzige Wahrheit in der kath. Kirche gegründet ist. Das ist ja schön, daß sie das geschrieben haben.
Das stimmt nicht einmal ganz! Es steht dort nur: die „einzige wahre Religion, so glauben wir, ist verwirklicht
in der katholischen, apostolischen Kirche“, also nicht absolut, sondern ohne auszuschließen, daß diese
angeblich wahre Religion auch noch anderswo ganz oder teilweise „verwirklicht“ ist. Das lehrt ja auch
in der Folge Bf. Wojtyla mit seiner Allerlösungslehre, wie die Bücher Prof. Dörmanns aufgezeigt haben.
Letztlich ist diese perfide subsistit-Lehre auch die Begründung Assisis. [Man darf nicht behaupten, daß
Teilwahrheiten bei Häretikern oder Heiden eine „Verwirklichung“ der wahren Religion seien; Häretiker
haben sie von der Kirche, Ungläubige aus der Vernunft oder der Uroffenbarung, nur in diesem Sinne gelten
die semina Verbi] Es darf auch nicht wundern, daß diese Giftpillen eingebettet sind in z.T. ganz rechtgläubig
scheinenden Textpassagen. Sie werden dadurch auch nicht entschärft. Diese modernistische Taktik hatte
schon der hl. Papst Pius X. entlarvt in Pascendi: Ihre [der Modernisten] Schriften … sind voll von scheinbaren
Widersprüchen, so daß man leicht glauben kann, sie würden schwanken … Dies geschieht jedoch aus voller
Überlegung … Manche Ausführungen in ihren Büchern könnte ein Katholik vollständig unterschreiben.
Wenn man jedoch das Blatt wendet, könnte man glauben, ein Rationalist führt die Feder
Fehlschlüsse @Domenico Tuttisanti @Perpetua79 Ich glaube, die Diskussion führt nicht zum Ziel. Von einem
Begriff des Rechts als einer rein „menschlichen Satzung zur Regelung zwischenmenschlicher Verhältnisse“
kann keine Rede sein, wenn es sich um Religion handelt, sondern dieses Verhältnis, auch wenn es nicht
den einzelnen Menschen, sondern den Staat als Zusammenschluß von Menschen betrifft, muß notwendigerweise
in der Gott-Mensch-Relation betrachtet werden. Anders gesagt: der Staat hat genauso wie der individuelle
Mensch Verpflichtungen zu Gott, seinem Gebot und seiner Kirche. Gott könnte ja den Rechtsweg beschreiten
oder unsere Verpflichtungen ihm gegenüber einklagen. Das tut Er auch: beim persönlichen Gericht. Und
beim Universalgericht wird Er auch die Staaten und Völker, also die Gemeinwesen urteilen, je nach ihrer
Entfernung von Seinem Gebot. Ihr Hinweis auf utopische Romane deute ich als unfreiwilliges Eingeständnis
der vollkommenen Irrealität und Irrelevanz Ihre Ironie sei Ihnen unbenommen. Ich betrachte meinerseits
diese als irrelevant! Der Roman ist eine gute Schilderung wie ein katholisches Gemeinwesen, weltweit,
aussehen könnte. Der Autor wurde 1871 als jüngster Sohn des anglikanischen EB von Canterbury Edward
W. Benson geboren und von seinem Vater zum angl. Kleriker geweiht. 1904 konvertierte er, 1905 wurde er
kath. Priester. +1914. Utopisch? Nein: Gnade! Noch ein Hinweis: quaternio ist masculini generis! Danke
für die Links; beide Patres (j. Petrusbruderschaft) sind mir bekannt. Vorerst de hoc satis!
Ihre Abneigung @Antipacelli gegen das jüdische Bankhaus Pacelli und namentlich seinen letzten prominenten
Vertreter, Papst Pius XII., ist zur Genüge bekannt, spricht ja auch deutlich aus Ihrem Namen! Mich überzeugen
Ihre Beispiele aber nicht, nicht weil ich Papst Pius XII. besonders gemocht hätte (es gibt tatsächlich
Kritikpunkte!), sondern weil ich Ihren Judenfimmel nicht teile. Sicher war Papst Pius XII. kein heiliger
Pius X. Einen „heroischen Tugendgrad“ hatte er wohl nicht. Er war kein Liturgiker oder Theologe sondern
Jurist und hatte von seiner aristokratischen Herkunft (die Pacellis wurden pontifikal gefürstet) und
diplomatischen Karriere her die Neigung, gefällig und geschmeidig zu sein. Ich glaube aber nicht, daß
die bloße Tatsache, daß eine Person jüdischer Abstammung ist, genügt, ihr zu unterstellen, auch wenn
sie nicht katholisch ist (schon gar nicht, wenn sie das ist!), sie arbeite bewußt an der Zerstörung
des Christentums. Natürlich gibt es solche Juden (getaufte und ungetaufte), aber bei Ihnen und J.Rothkranz
(den ich als Theologen schätze, wenn man vom verschwörungstheoretischen Ballast absieht) ist es förmlich
ein Apriorismus. Ein solcher Apriorismus ist m.E. nicht zu rechtfertigen, auch moralisch nicht. Wo es
um Modernismus geht, von Bf.Roncalli abwärts, genügt diese lehrmäßige Feststellung für eine Beurteilung;
persönliche Motive und Hintergründe (sofern mit Sicherheit eruierbar!) können historisch interessant
sein, ihre letztendliche Wertung müssen wir aber dem Herrgott überlassen!
rein praktisch Wie soll das alles aussehen – rein praktisch? Lesen Sie einmal den vor hundert Jahren erschienenen
utopischen Roman The dawn of all von Robert Hugh Benson. Sie unterschätzen die Wirkung der göttlichen
Gnade! Wenn sich unser Gemeinwesen wieder zum Christentum bekehrt, erübrigen sich zum großen Teil die
von Ihnen genannten Maßnahmen. Solange sich unser Gemeinwesen nicht bekehrt, ist der christliche Staat
nicht praktikabel. Das alles kann aber, so oder so, nie ein Grund sein, von der Lehre abzuweichen, dazu
noch indem man Gott in blasphemischer Weise unterstellt, in der Offenbarung festgelegt zu haben, der Mensch
hätte von Natur aus das Recht, Ihn auch nicht anzubeten! wenn nicht-katholische Mehrheiten … mit Katholiken
ebenso verfahren, hätten Sie argumentativ schlechte Karten dagegen in der Hand. Auf ein Menschenrecht
der Religions- und Gewissensfreiheit können Sie sich ja nicht berufen. Nein, so ein Recht auf Religionsfreiheit
existiert ja auch nicht. Der Mensch hat das Recht und die Pflicht, den wahren Gott anzubeten, kann aber
nicht dazu gezwungen werden (insofern gibt es individuelle Gewissensfreiheit), denn er hat die Möglichkeit,
die Freiheit, aber nicht das Recht, Ihn nicht anzubeten. Das ist das erste Gebot! Glauben Sie, daß Katholiken
um einen Fußbreit von der Lehre abgehen würden od sollten, um sich soziale Erleichterungen zu sichern?
Da wären Sie schlecht beraten. Dieser Utilitarismus auf Kosten der Wahrheit wäre häretisch und würde
sich früh oder spät rächen.
nicht nur! @clericus Die „Konzilserklärung“ (wesentlich hier Nr. 2) gewährt aber nicht nur das von Ihnen
erwähnte, dem einzelnen (auch schuldig irrenden) Gewissen unbedingt zu gewährende NEGATIVE Recht (immunitas
a coercitione), d.h. die Freiheit vom Zwang in re religiosa, sondern auch (neque impediatur quominus AGAT)
das POSITIVE Recht: die Freiheit zur ungehinderten Ausübung seiner Religion, einzeln oder gemeinsam,
privat oder öffentlich! Dieses angebliche positive Recht will die Erklärung aus der Vernunft bzw. der
Natur (ipsa ratione bzw. ipsa natura) und sogar aus der Offenbarung (verbo Dei revelato) begründet wissen,
es wird also zugleich als göttliches Recht definiert! Das ist Irrlehre. Daran ändert auch der beschwichtigende
Zusatz intra debitos limites nichts. Denn Gott, ob im Naturgesetz oder der Offenbarung, gibt dem Menschen
NIE UND NIMMER das Recht, auch nicht innerhalb eines wie auch immer gedachten iustus ordo publicus, Sein
Gebot zu übertreten, sondern lediglich den freien Willen, also die Möglichkeit, es mit der Gnade zu
erfüllen (oder, zu ewigem Schaden, es unter Zurückweisung der Gnade nicht zu befolgen). Davon Irr- und
Ungläubige abzuhalten (ohne sie zum Glauben zu zwingen), ist aber, je nach Möglichkeit, unabdingbare
Pflicht der Christen, und ihres Gemeinwesens, des christlichen Staates, gravissimum officium mit Ottaviani,
Institutiones iuris publici ecclesiastici II, Rom 1960, ed. 4, p. 66. Klassisch dazu auch Billot, De habitudine
Ecclesiae ad civilem societatem, Rom 1929.
Streit um Worte? @Domenico Tuttisanti Vielleicht habe ich mich der Kürze wegen etwas mißverständlich
ausgedrückt! Nein, nach der immerwährenden Lehre der Kirche kann sich die Toleranz nur auf das individuelle
irrende Gewissen beziehen, das die Wahrheit (noch) nicht gefunden hat, nicht aber auf eine zusammengeschlossene
Gruppe mehrerer solch irrender Gewissen (also eine organisierte Religionsgruppe als solche), und auch
nicht auf ein freies öffentliches Wirken derselben, da dies dem absoluten Recht und Gebot Gottes, dem
auch der Staat huldigen muß, NUR durch den wahren Kult geehrt und angebetet zu werden, abträglich ist
und den wahren Christen zum Ärgernis gereicht. Denn, mit Papst Leo XIII. „bezieht sich das Recht auf
die Erlaubtheit von etwas sittlich Gutem, … was wahr ist, was gut ist: das hat ein Recht darauf, sich
in weiser Freiheit in der Gesellschaft auszubreiten, damit es zu recht vielen gelange … Aus diesen Gründen
erkennt die Kirche einzig und allein der Wahrheit und dem sittlich Guten ein Anrecht zu … Denn es widerspricht
der Vernunft, daß das Falsche gleiches Recht haben soll wie das Wahre (Libertas praestantissimum, 1888).
„Wenn die Kirche es auch nicht erlaubt, den verschiedenen fremden Religionsformen dasselbe Recht einzuräumen
wie der wahren Religion, so ist es doch eine Tatsache, daß sie Regierungen nicht verurteilt, wenn diese …
es dulden, daß diese (die fremden Religionsformen) als Einzelne im Staat bestehen dürfen.“ (Immortale
Dei, 1883). (Üb. Freude an der Wahrheit, Wien, Nr. 73 u. 74)
nachgelegt @clericus Sie werfen einige wichtige Punkte auf! Ihre Bemerkung, daß historische Parallelen
„fast“ ganz fehlten, wäre -herrschte Vakanz SÄMTLICHER Bischofssitze- gelinde gesagt eine Untertreibung.
Ich dachte an die Zeit der arianischen Kontroverse, wo nach Augustinus, dilapso a fide Apostolorum omni
paene mundo, von 650 Bischöfen, keine 7 rechtgläubig geblieben waren (Op.imperf.1,75). Also für Augustinus
durchaus eine denkbare Vorstellung. Tamquam perierit Ecclesia de orbe terrarum (Ep.93). Wieviele der 27
noch lebenden Bischöfe …ww.catholic-hierarchy.org/bishop/sordb2.html von Papst Pius XII. noch rechtgläubig
sind, wäre zu prüfen! Auch das große abendländische Schisma (1378-1417) wäre (teilweise) als Parallele
heranzuziehen, wenn auch hier keine Häresie im Spiel ist. Aber auch damals gab es eine Scheinhierarchie,
und sogar ein Heiliger wie Vinzenz Ferrer hat Zeit seines Lebens den falschen als den legitimen Papst
verteidigt. soll er eine legitime Lehrautorität sein, auf sichtbare Weise mit der katholischen Kirche
verbunden sein. Letzteres kann nur durch das faktische Innehaben … mindestens aber durch die irgendwie
sichtbare Einheit mit dem Papst der Fall sein nicht das faktische Innehaben, sondern die nachgewiesene
Rechtgläubigkeit und grundsätzliche Anerkennung des päpstlichen Jurisdiktionsprimates (unter gleichzeitiger
Aberkennung seines Usurpators); genau das ist „die irgendwie sichtbare Einheit mit dem Papst“ in potentia.
Motivum credibilitatis ist die Kirche nicht nur synchron, sondern in ihrer Geschichte betrachtet!
Worum es geht @Domenico Tuttisanti die Gefahr, dass einzelne dieser Religion nicht in Anerkennung ihrer
Wahrheit und Glaubwürdigkeit anhangen, sondern wegen der staatlichen „Prämien“ Darum geht es doch gar
nicht! Für den Christen ist Gottes Wille höchstes moralisches Gesetz, nach dem er sich in jeder Lebenslage,
ob als Privatmann oder als Bürger, unbedingt zu richten hat. „Und zwar richtet sich dieser … moralische
Imperativ Gottes nicht nur an den einzelnen Menschen, sondern auch an die gesamte menschliche Gesellschaft!
Nicht nur alle Lebensbereiche des Einzelmenschen sollen durchdrungen werden vom persönlichen Streben
nach Gott; die Gemeinschaft mit Gott, die gnadenhafte Teilhabe des Menschen an Seiner Liebe soll in ihm
auch den aufrichtigen Willen erwecken, die ganze Welt möge durch die innerliche Ausrichtung an dem uns
von Jesus Christus als dem Gottmenschen und Erlöser offenbarten göttlichen Willen möglichst teilhaben
am wahren und in Ihm begründeten Leben… Die ganze menschliche Gesellschaft möge nach den Prinzipien
des authentischen katholischen Christentums umgestaltet werden und so in Jesus Christus das wahre Heil
finden!“ (Hw. Eugen Rißling, in einem Artikel online hier …s-katholischer-glaube.com/start.htm) Das
bedeutet, daß der christliche Staat, d.h. der Staat der ganz oder mehrheitlich christlich (geworden)
ist, und sein Gemeinwesen auf christlichem Fundament fußt, unchristliches, irriges Denken und Tun in
der Öffentlichkeit höchstens dulden kann, ihm aber niemals ein prinzipielles Existenzrecht einräumen.
Sichtbarkeit und Ämtervakanz @clericus Der immer wieder zu hörende Hinweis, es sei ja nur ein Pastoralkonzil
gewesen, hilft auch nicht weiter: auch auf einem solchen können die Träger der Lehrautorität niemals
Dinge äußern, die mit der gesunden Lehre nicht vereinbar sind. Kurzum: für die Modernisten gibt es
gar keine objektive Wahrheit, für die Sedisvakantisten keine sichtbare Kirche (zu der ex definitione
jetzt lebende Inhaber der Lehrautorität gehören); beides ist häretischer Unsinn… Sie haben in diesen
Punkten recht; nur behauptet niemand, auch nicht diejenigen, die von der derzeitigen Ämtervakanz überzeugt
sind, daß es keine sichtbare Kirche gäbe, und daß es keine Inhaber apostolischer Lehrautorität mehr
gäbe. (Sie dürfen apostolische Lehrautorität nicht mit ordentlicher (territorial-)Jurisdiktion verwechseln
!) Das Problem ist allerdings schwierig, da historische Parellelen (fast ganz) fehlen. Zur Vertiefung
und Erleuchtung empfehle ich etwa den Artikel Resistance and Indefectibility Bf. Sanborns, hier www.traditionalmass.org/articles/article.php?id=21&catname=…
Einladung @Hans Dampf Aber auch ich begehe eine Sünde, wenn ich der Einladung Christi nicht folge! Sie
begehen dann eine Sünde, wenn Sie den Glauben, den der Herr in seiner heiligen Kirche hinterlegt hat,
und die Autorität der legitimen Vertreter dieser Kirche, als Nachfolger der Apostel (Mt. 28,16-20; Lk.
10,16), von sich weisen. Erst dieser gemeinsame Glaube begründet und ermöglicht die Einladung Christi,
an Seinem Opfer teilzunehmen und seinen Opferleib in der Kommunion zu empfangen. „Aber einige sind unter
euch, die nicht glauben“ (Jh. 6,64).
Gewissensentscheidung @Hans Dampf Außerdem, was bitteschön hat den der Priester damit zu tun, ob ich
als Wiederverheirateter oder Evangelischer o.v.m an der Kommunion teilnehme. Dies ist einzig und allein
die eigene Gewissensentscheidung! Zum einen erwarte ich von einem Geistlichen, dass er meine Gewissensentscheidung
respektiert, so wie ich die seinige respektiere Auch z.B. die Gewissensentscheidung des Priesters, Ihnen
ggf. die Kommunion vorzuenthalten? Vielleicht denken Sie einmal darüber nach, daß jeder Priester einst
vor Gott dafür Verantwortung ablegen wird, wem er den Leib Christi auf die Zunge legt, und mit seiner
eigenen ewigen Seligkeit dafür bürgt. Mit dem Apostel halten wir seit bald 2000 Jahren dafür, daß
wer unwürdig, d.h. im Stand der unbereuten und nicht in der Beichte vergebenen schweren Sünde (wie Ehebruch,
Irrglaube), den Leib des Herrn empfängt, sich das Gericht ißt und trinkt. Diesem Gericht verfällt auch
jeder Priester, der wissentlich einem solchen Gläubigen die Kommunion reicht. Non diiudicans corpus Domini.
#107 Lycobates 17:53:00 | Donnerstag, 17. März 2011
ehemalig? @Rudolfus In vielen ehemaligen Adelshäusern ist der antimodernistische Glaube an Gott und Christus
noch erhalten was bitte soll an den Adelshäusern denn „ehemalig“ sein? Ich kann zwar nachvollziehen,
wenn der Begriff „ehemalig“ (wegen verlorener Souveränität bzw. schon früher Mediatisierung usw.) auf
die (faktische) politische Wirksamkeit oder auf den hervorgehobenen gesellschaftlichen Einfluß bzw. den
privilegierten Status eines Hauses und seiner Mitglieder bezogen wird. Aber sonst? Ein Adelshaus bleibt
ein Adelshaus! Geschichte kann man nicht rückgängig machen, und eine Instanz, die einem Adelshaus den
Adel absprechen könnte (u.U. Papst, Kaiser) ist wirksam nicht vorhanden. Eine selbsternannte Regierung
demokratischer Revolutionäre kann es rechtens jedenfalls nicht! Und wenn sie sich doch dazu erdreistet
(wie 1919 geschehen), kann sie doch nur für sich sprechen und damit ihrer eigenen niederen Gesinnung
ein moralisches und geistesgeschichtliches Armutszeugnis ausstellen. Die Adelshäuser selbst in ihrem
Selbstverständnis und ihrer historischer Bedeutung und Würde werden davon moralisch überhaupt nicht
berührt! (Moralisch berührt werden sie allerdings durch unwürdiges Betragen ihrer Glieder, heute leider
häufiger; jedoch lediglich materielle Einbußen in christlicher Gesinnung und Würde faktisch hinzunehmen,
hilft auch der antimodernistische Glaube an Gott und Christus, den Sie anprechen).
gesucht: Hauptverb @Sycamore Die von Ihnen schonungslos analysierte lateinische Sprachprobe ist in der
Tat nicht besonders gelungen. Vielleicht sollte unsere Autorin sich weiter in Distichen ergehen. Die gelingen
in der Regel besser. Ich glaube aber, als Hauptverb war „vellet“ gedacht, möglicherweise als Irrealis
praesentis. Träfe dies zu, dann müßten aber die davon abhängigen Konjunktivsätze im Präsens (Simultaneität)
stehen, da das Imperfekt des Irrealis praesentis im übergeordneten Satz als Haupttempus zu gelten hat.
Im übrigen wäre in den ut-Sätzen auch tempus absolutum möglich, wie etwas weiter richtig „cognoscatur“.
Die Imperfekta sind aber nicht korrekt einzuordnen. Ferner ist perspicuitas ein wichtiges Merkmal der
Rhetorik. Die kommt hier entschieden zu kurz.
Ein Moment bitte @r.ruhrgebietler die intention ist nicht ausschliesslich auf Gott gerichtet! Die „weihe“
ist daher nicht gültig Es geht hier nicht um die gültige oder ungültige Spendung einer Weihe! Es ging
um die Rückführung eines einmal gültig Geweihten (setzen wird diesen Fall) in den Laienstand, als Strafmaßnahme
für gewisse schwere Delikte. Damit wird die Weihe nicht rückgängig gemacht, nur ihre Ausübung verboten,
ebenso das Tragen der Klerikertracht. Andere klerikale Pflichten (Breviergebet, Zölibat) bleiben aber
in der Regel bestehen. Eine solche Person kann von rechtswegen „infam“ erklärt werden, also ihrer „Würde“
entkleidet sein. In vielen Fällen werden solche kriminelle Kleriker beim Volk aber faktisch schon als
ehrlos betrachtet werden (infamia facti). Seine Priesterweihe als solche kann ein einmal gültig Geweihter
nie verlieren, sie kann ihm auch nicht abgesprochen werden. Ein degradierter Priester kann sogar gültig
absolvieren in Todesgefahr, wenn kein andere Priester erreichbar ist.
Priester“würde“ Ergänzend sei erwähnt, daß nach CIC 2358 bzw. 2359-2 die „dimissio e statu clericali“
bzw. Deposition (in casibus gravioribus) für gewisse Delikte gegen die Keuschheit mit der „infamia iuris“
verbunden ist. Man kann also sehr wohl in diesem Falle von einem Verlust gerade der „Würde“ sprechen.
Nun ist aber der Begriff dieser Infamia dem lauteren Konzilsklub gänzlich abhanden gekommen. Wir wissen
warum!
wie wahr! @Alois Bischof Hätte man auf die althergebrachten Normen und das kirchliche Bestrafungsrecht
auch in der Ära 1960-1990 geschaut, und Täter des Mißbrauchs minderjähriger Jungen und junger Männer
entsprechend ausgeschlossen und ihnen die Priesterwürde genommen, so wäre man heute nicht in dieser
Lage. Aber die „Konzilskirche von Licht und Liebe“ kannte ja keine Strafen. Keine Tabus. Keine Gerechtigkeit
gegen Verbrecher gegen Glauben und Mitgläubigen. Omnia instaurare in Christo: dás ist die einzige Lösung.
Leider sind wir sehr weit davon entfernt! Daß Chef-Versager Hw. Zollitsch …ww.catholic-hierarchy.org/bishop/bzoll.html
auf Mitra und Stab verzichtet, ist allerdings nur folgerichtig!
Oremusgesicht @ Hendrick Jolie stellt fest, daß viele Priester von der Heiligkeit und Würde ihres Standes
wenig überzeugt sind: „Das können Sie schon am äußeren Auftreten vieler Priester erkennen.“ Das dürfte
für die jüngere (inzwischen nicht mehr ganz so junge) Priester- bzw. „Priester“-Generation der Konzilskirche
zutreffen. Älteren Jahrgängen, auch wenn sie seit Jahren vom Priestertum abgefallen sind oder sich in
schlecht passenden Zivilanzügen gefallen, sieht man aber oft auf den ersten Blick den Priester an, was
Prälat Pfliegler seinerzeit, etwas ironisch, als das unverlierbare „Oremusgesicht“ bezeichnete. @Clarissa
Colonia aber auch andere Personen von Stand … werden durchaus nicht mehr mit Duchlaucht, Erlaucht oder
Hochwohlgeboren angesprochen nun, da müßte man doch differenzieren: ich habe da z.T. andere Erfahrungen
(allerdings v.a. außerhalb deutscher Lande). Das hängt wohl vom (sozialen) Kontext ab. Und mit der Anrede
des „Herrn (od. Frau) Doktor“, auch ganz außerhalb der Akademia, wird auch nicht gegeizt (schon gar nicht
in Deutschland: ich bemerke immer wieder, wie dieser deutsche Doktorfimmel auswärts Verwunderung hervorruft).
Des weiteren ist Ihren Ausführungen zu den historischen Kleidungsvorschriften (mit Bezugnahme auf Kan.
136-1 des CIC) aber zuzustimmen.
Widerspruch? Es geht um das Ausmaß, in dem die Gemeinschaft von einer „lateinischen Mentalität“ geprägt
ist – wie wir das Phänomen mangels eines besseren Wortes nennen wollen. Es ist kein Zufall, daß die
über die Leitung am meisten verärgerten Legionäre vor allem aus den USA und Spanien stammen. Ist das
kein Widerspruch? oder sind Spanier keine Lateiner?
#54 Lycobates 19:08:13 | Donnerstag, 10. März 2011
Giorgio in Velabro Diese wunderbare Kirche, zuletzt Titelkirche des gelehrten Kardinals Giovanni Mercati
(+ 1957, felix opportunitate mortis), von dem nicht überliefert ist, daß er sich über Reliquien und
volkstümliche Bräuche hocherhaben lustig gemacht hätte, ist am heutigen Donnerstag nach Aschermittwoch
Stationskirche. Wer Französisch liest, kann für die ganze Fastenzeit, und bis zum Weißen Sonntag, eine
kurze historische Erklärung zu den Stationskirchen, mit einer Meditation und dem entsprechenden liturgischen
Gebet der Tagesmesse, hier www.icrsp.org/…/stations-careme.htm finden. Wünsche eine gesegnete Quadragesima!
#94 Lycobates 17:51:35 | Donnerstag, 10. März 2011
Bilder @diakonus „Kommunionbilder“ werden Sie, schon wegen der Arkandisziplin, im Frühchristentum kaum
finden! Wohl gibt es mystische Bilder der Eucharistie (oft Brot und Fisch, in Anlehnung an die Brotvermehrung
und Verheißung der Eucharistie), des himmlischen Gastmahls (dessen Unterpfand die Eucharistie ist) als
Bild der ewigen Seligkeit (oft gerade in Gräbern), usw. Aus Bildern wie diesen aber Schlüsse ziehen
zu wollen, wie eine Kommunion bzw. Liturgie ausgesehen haben mag, wäre ein krasser naturalistischer Irrtum.
Große Tische, um die die Gemeinde gesessen hätte, gab und gibt es nirgends. Fische etwa wurde nicht
rituell verspeist (damit ist ja Christus selber angedeutet), usw. Alles verschleiernde BILDER, die die
heilige Realität von Christi Leib und Blut Außenstehenden verborgen halten sollten. Daher auch die grotesken
Mißverständnisse bei den Heiden über Anthropophagie usw. (ein schöner Beweis für den Glauben an die
Realpräsenz). Archäologie, Liturgien (Ost und West einmütig!) u. Väter (sofern nicht gnostisch od.
arianisch gefälscht u. untergeschoben!) sprechen eine deutliche Sprache. Die Mensae (Zelebrationsrichtung
immer geostet) in den Katakomben und späteren Kirchenbauten wurden auf Märtyrergräbern errichtet, die
oft nur einem Zelebranten Platz boten. Die Laienkommunion fand ja gar nicht an oder auf der Altarmensa
statt, sondern davor. Daß kein Laie Christi Leib und Blut direkt handhabt, ist auch, von Verfolgungszeiten
abgesehen, altchristliche rechtgläubige Praxis!
Reizthema Chirotheken @Kraut Die vom Bischof bei Pontifikalämtern (bis zur Händewaschung nach dem Inzensieren)
getragenen liturgischen Handschuhe (Fachterminus: chirothecae) scheinen viele zu stören oder doch zu
wundern. Dabei sind sie aber schon seit dem 10. Jh. in Rom üblich (anderswo noch früher, z.B. in Frankreich).
Also ein halbes Jahrtausend vor Luther und dem viel gescholtenen Tridentinum. Seit etwa seit dem 16. Jh.
(vorher nur weiß) sind sie in der entsprechenden liturgischen Farbe (weiß, rot, violett, grün); nur
schwarz wird nie verwendet, da in Totenmessen und am Karfreitag keine Handschuhe getragen werden. Gut,
daß hier die Füße des Bischofs nicht gezeigt werden. Denn das gleiche gilt für die liturgischen Schuhe
und Socken; beide schon seit dem 5. Jh. bezeugt, aber vielleicht schon älter, so auf Mosaikbildern in
Mailand. Also noch einmal ein halbes Jahrtausend früher. Der Ursprung dieser liturgischen Utensilien
ist die Senatorentracht. Damit können aber, wie Sie zu recht vermuten, die Banausen unserer Tage nichts
anfangen. Sei’s drum.
Restteil? @polenpaule Hoffentlich zieht man sich endlich von der Ratzinger-Gemeinschaft zurück und findet
zur Einheit mit den Christus treu gebliebenen Patriarchen der orthodoxen Kirche zurück, das würde zu
einer durchgreifenden Erneuerung des westlichen Restteils der Kirche Christi führen Ich glaube, da täuschen
Sie sich. Der höhere Klerus der Ostkirchen ist, bei aller Wahrung der althergebrachten Formen, seit Jahrzehnten
z.T. modernistisch verseucht oder zumindest beeinflußt. Ein gutes Beispiel ist der heutige Patriarch
von Konstantinopel, Bartholomäus, der auch im postkonziliaren Rom und in München bei deutschen Professoren
studiert hat. È tutto dire. Ein weiteres Beispiel wäre schon dessen zweiter Vorgänger, Athenagoras,
der sich mit „Paul VI“ zusammengetan hat, und in seiner Jugend Sekretär des berüchtigten Erzbischofs
und späteren Patriarchen Meletios, eines erklärten ἐλευθεροτέκτων, gewesen war. Er war
es wohl selber auch. Eine Zusammenarbeit mit den ostkirchlichen Gemeinschaften, die (bis auf wenige Ausnahmen)
die apostolische Sukzession, jedenfalls materiell, bewahrt haben, ist zwar grundsätzlich zu begrüßen.
Dann führt aber nichts an der prinzipiellen Anerkennung der Unionskonzilien von Lyon und Florenz, und
namentlich des Jurisdiktionsprimates des römischen Pontifex vorbei, auch wenn z.Z. der apostolische Stuhl
vakant ist. Soweit sind wir aber leider nicht.
barbarae nationes @Simplicissimus alle Barbarenvölker (?) ihm untertan mache Damit sind die heidnischen,
das christliche Gemeinwesen bedrohende Völkerschaften gemeint. Orémus et pro Christianíssimo (electo)
Imperatóre nostro N… ut Deus et Dóminus noster súbditas illi fáciat omnes barbaras natiónes, ad
nostram perpetuam pacem. (Orémus. Flectámus génua. Leváte.) Omnípotens sempitérne Deus, in cujus
manu sunt ómnium potestátes et ómnium jura regnórum: réspice ad Románum benígnus Impérium; ut
gentes, quæ in sua feritáte confídunt, poténtiæ tuæ déxtera comprimántur. Per Dóminum nostrum.
Amen.
entlarvend @new Ja, es bleibt wohl bei den Einschränkungen bei den Weihen. Eventuell ein Zugeständnis
an die Modernisten nichts anderes kann man erwarten: das ist die Konzilskirche sich selbst und ihrem Überleben
absolut verpflichtet, wo sie doch immer alles getan hat, zunächst bei sich selbst (seit 1968), sodann
bei den „Reumütigen“ (Campos, Petrusbruderschaft, Le Barroux, demnächst vielleicht die Piusbruderschaft),
die apostolische Sukzession kurz- bis mittelfristig abzuwürgen. Unerträglich wäre es nun den Modernisten,
die überlieferten Weiheformulare wieder einzuführen, und diese womöglich von einem noch gültigen Bischof
verwenden zu lassen! Aber so bleibt alles Fassade: denn ohne Bischof ist es einerlei: alte oder neue „Firmung“,
alte oder neue „Ölweihe“ (auch des Krankenöls!), alte oder neue „Priesterweihe“ … und natürlich die
rührenden „Pontifikalämter“ (etwa eines Herrn Burke …ww.catholic-hierarchy.org/bishop/bburke.html
oder Cañizares …ww.catholic-hierarchy.org/bishop/bcaniz.html), mit Thronsessel und Cappa Magna …
Welch Schauspiel! Aber ach! ein Schauspiel nur!
Entwarnung? Die seit Jahren erwarteten Ausführungs- bestimmungen zum Motu Proprio ‘Summorum Pontificum’
werden vermutlich Anfang April erscheinen. am 1. April? Gegenwärtig wird der auf italienisch verfaßte
Text ins Lateinische und in andere Sprachen übersetzt. Tja, saeculum est! Noch bis unter Kirchenleerer
Montini wurde in der Regel lateinisch redigiert, und dann, bei Bedarf, übersetzt. weist darauf hin, daß
Mailand bei der Einführung des Neuen Ritus oder bei den Änderungen der Karwochenliturgie im Jahr 1954
unter Pius XII. immer nachgezogen ist. So auch, leider, der lange (bis in die 80er Jahre) einwandfrei
gebliebene mozarabische Ritus in Toledo. Expertus scio. bleibt unklar, für welche Zwecke die Ausführungsbestimmungen
überhaupt geschrieben wurden. Unerwähnt bleibt hier, wie es mit der Spendung von anderen Sakramenten
steht. Einem hier in kreuz.net früher erwähnten Gerücht zufolge, sollten die „Ausführungsbestimmungen“
ausdrücklich die Spendung gerade des Weihesakraments nach dem überlieferten Pontifikale untersagen,
wohl um zu vermeiden, daß einer der (noch gerade über 100 an der Zahl) gültig geweihten Bischöfe der
Konzilskirche dieses verwenden würde und so per Zufall wirksam einen Priester weihe. Abwarten, wie es
darum steht!
Zahlen @Clarissa Colonia obwohl Bruderschaft und Legonäre beide annähernd gleich alt sind, haben die
Legionäre schon doppelt so viele Priester Eine kleine Ergänzung sei gestattet. Die Legionäre wurden
1941 gegründet (1948 zunächst diözesan anerkannt, [1965 „definitiv“ vom konziliaren Rom]); die Priesterbruderschaft
St.Pius X. 1970 (bis 1.11.1976 diözesan anerkannt). 1941 od. 1970: Das macht doch einen Unterschied,
und, obwohl ich die PB nicht über Gebühr verteidigen möchte (was ich dort bemängele bzw. vermisse
ist Ihnen und diesem Forum aus meinen Wortmeldungen zur Genüge bekannt), muß doch anerkannt werden,
daß dort, jedenfalls bis vor nicht allzu langer Zeit, die Zahl der Berufungen trotz widriger Zeitumstände
sehr beachtlich war. In der PB sind auch alle Neupriester gültig geweiht; ob das bei den Legionären
seit 1968 der Fall ist, müßte erst einmal geprüft werden.
Über Ihren Spott, @Clarissa Colonia, haben Sie (beide schön früher hier erörtert) die forma und den
debitus minister vergessen. Ich erinnere aber gern daran: materia, forma, intentio, minister. Ja, genau
das hat die Kirche definiert, aber nicht nur, daß es sie geben muß, für die Gültigkeit des Sakraments,
sondern auch, einzeln pro Sakrament, wie dieselben beschaffen sein müssen (s. Unionskonzilien, Trient).
Auch das wurde hier bereits erörtert. Wollen Sie die Frage wieder aufrollen? Das geschähe gern, wenn
hier der Raum nicht so begrenzt wäre. Zu Ihren Punkten: Vielerorts wird die materia remota (Weizenbrot
und Rebenwein, kein -Saft!, wie man in einem wojtylianischen Dokument lesen kann) in der Tat gewährleistet
sein. Man hat aber in besonders mündigen Kreisen auch schon gehört von Coca-Cola-Messen u. Chips. Vergleichbares
habe ich selber erlebt. Die materia remota ist aber keine Größe in vacuo bombinans, sie muß klar determiniert,
zu materia proxima werden, d.h. zum geopferten Christus: immaculata hostia u. calix salutaris, bzw. bei
den Griechen: ἅγιον καὶ ἄχραντον Σῶμα u. τίμιον Αἷμα, in beiden Liturgien
bezeichnenderweise so schon VOR der Wandlung. Denn es gibt nur ein Opfer im Neuen Bund: Christi Leib u.
Blut, nur einen Opferer: den mystischen Christus. Christus als Opferer u. Christi Sühneopfer sucht man
aber im NOM vergeblich: die fragwürdigen dona werden nicht darauf ausgerichtet. Daraus ergibt sich ex
adiunctis fatal der Intentionsdefekt, bei der Wandlung das zu tun, was die Kirche tut: Christi Opfer nach
der Ordnung des Melkisedek darzubringen.
Mißbräuche Ja, Clarissa Colonia, ich schrieb es bereits früher einmal: es gab und gibt solche Priester.
Nicht nur in den 50er und 60er Jahren, sondern auch heute, in „traditionstreuen“ Kreisen. Ehrfurchtslosigkeit,
Routine, Schlamperei kann es immer geben, und hat es immer gegeben. Wenn uns seit 1969 die Messe und das
Sakrament genommen wurden, liegt es auch nicht zuletzt daran. Ein Strafurteil solchen Ausmaßes kommt
nicht ohne Grund. Ihm gehen viele Sünden der Untreue voran, unzählige ausgeschlagene Angebote der Gnade!
Das soll aber nicht von der Tatsache ablenken, daß die katholische Messe (auch unwürdig gefeiert) ein
gültiges Sakrament zustande bringt und durch die Realpräsenz die sakramentalen Gnaden vermittelt. Die
Eigendynamik des Sakraments wird (natürlich bei Wahrung der Form und Materie) nicht durch den Priester
zerstört, sie kann es nicht, da es Christus selber ist, der das Opfer darbringt und durch sein eigenes
Wort im Sakrament zugegen wird. Der NOM, auch bei bestem Willen eines frommen Zelebranten (setzen wir
diesen Fall), kann das nicht. Eine Realpräsenz im Sakrament kommt da nicht zustande. Damit ist nicht
gesagt, daß subjektiv (ex opere operantis) den anwesenden Gläubigen keine Gnaden zukommen können, wenn
sie auch nicht sakramental sind. Die in diesem Artikel angesprochenen Mißbräuche liegen aber auf einer
anderen Ebene, als Ihr Erlebnis mit „El Rapido“, schon durch ihre, fast flächendeckende Häufigkeit,
und durch ihre dogmatischen Implikationen. Es geht um Inhalte…
Affentheater @lux in tenebris Denn dann wird es auch dem letzten romtreuen Einfaltspinsel klar werden,
dass an der aggiornamentösen Kirchenanarchie nicht die Medien, nicht diözesane Oligarchen, sondern letztlich
niemand anderes als der Vatikan selbst die Hauptschuld trägt. Das ist klar. Warten wir ab, ob Herr Huonder
…ww.catholic-hierarchy.org/bishop/bhuonder.html dieser, allerhöchsten Ortes geführten, Zerstörungstaktik
tatsächlich zum Opfer fallen wird, und ob sich auch hier wieder bewährt: quod licet Iovi, non licet
bovi… (Zu einem gelungenen Distichon reicht es heute abend nicht) Ein Gebet für den betroffenen blinden
Blindenführer wäre auch angebracht. Als (putativer) Laie hat er keine priesterlichen od. bischöflichen
Standesgnaden, die ihm zu Gebote stünden. Er wäre nicht der erste, der an dieser konziliaren Zerreibung
menschlich zugrunde ginge. Quod Deus avertat. Die Revolution frißt ihre Kinder, die trägen und säumigen
zuerst.
angebliche Messen @Sinah Will sie doch jetzt angeblich – wohlgemerkt angeblich, noch keine Behauptung –
sozusagen zum Dank für die Machenschaften mit dem Hl. Vater im Petersdom eine alte Messe feiern Das wird
immer häufiger, und zwar ohne Rekonziliation der betroffenen Kirchen, wo ja seit gut 40 Jahren z.T. unerhörte
Frevel stattgefunden haben und noch stattfinden! Erst vor 2 Wochen war ich in der Basilika S. Maria Maggiore
(nach wie vor meine bevorzugte Basilika Roms), wo auf einmal, um 4 Uhr nachmittags! (wie steht es mit
dem Nüchternheitsgebot, darf man fragen), ein junger Kleriker (?), vollständig angetan mit den liturgischen
Gewändern, aber von einem Meßdiener in Zivil begleitet, auftauchte und sich anschickte, in einer (kleinen)
Seitenkapelle zu zelebrieren. „Introibo ad altare Dei …“ konnte man hören. War das eine wahre Messe?
Hatte der junge Mann eine gültige Weihe? Ich habe in den 80er Jahren einen inzwischen selig verstorbenen
älteren Pönitenziar der Basilika gut gekannt. Er zelebrierte ausschließlich seine tridentinische (ggf.
dominikanische) Messe, und zwar immer „una cum omnibus orthodoxis, atque catholicae et apostolicae fidei
cultoribus“. Er sagte mir oft, er müsse „sich verstecken“, um die wahre Messe zu feiern. Das ist etwas
anderes!
ligamen accidantiale Nun bislang …hatte ich ja positivste Eindrücke von den am Lateran gepflogenen
Lateinkenntnissen; aber wahrscheinlich schreitet auch dort schon der Niedergange der Bildung voran …
Ob es sich im Angelicum besser verhält?
#38 Lycobates 12:56:47 | Samstag, 26. Februar 2011
„Heilige Schrift“ @Didaskala Wo ist denn in der Heiligen Schrift von einer Priester-„Weihe“ die Rede?
Ihre Frage wurde schon zum Teil beantwortet, wie ich sehe: die Handauflegung (durch einen Bischof!) ist
in der Tat wesentliches Merkmal der Weihe. Aber gestatten Sie eine zugegebenermaßen etwas gegliederte
Gegenfrage: Erklären Sie doch bitte, Ihrem Nick gemäß verbindlich -was für Sie die erwähnte „Heilige
Schrift“ ist? -d.h. konkret: welche Bücher Teil davon sind und welche nicht? -warum das so ist? -und
wie Sie das genau mit solch unfehlbarer Sicherheit wissen können, daß Sie Ihren Glauben darauf gründen?
-und wo denn genau in dieser Heiligen Schrift steht, daß das zu Glaubende auch explizite in ihr enthalten
sein muß?
#23 Lycobates 17:55:36 | Freitag, 25. Februar 2011
Keine Aufregung @Schüttel Diese Weihe ist ein Skandal und eine Frechheit! Diese Weihe ist vor der katholischen
Kirche inexistent. Als nicht-Bischof (Weihe 1975 nach dem neuen Ritus) kann Hw. Meisner …ww.catholic-hierarchy.org/bishop/bmeisner.html
außer höchstens der Tonsur und den niederen Weihen, keine Weihen wirksam spenden. Darüberhinaus ist
davon auszugehen, daß in der Kölner Seminarkapelle das neue Ritual zur Anwendung kam, wodurch, auch
wenn Hw. Meisner Bischof wäre, wegen defectus formae et intentionis keine wirksamen Weihen zustande kommen
(in der Vergangenheit hier ausführlich belegt). Daher ist dieser protestantische Prediger nach wie vor
was er schon vor seinem Übertritt war: ein Laie. Wir wollen für diesen Mann und seine Familie um Erleuchtung
beten. Möglicherweise glaubt er wirklich, zur katholischen Kirche übergetreten zu sein, und von einem
ihrer Vertreter eine gültige Priesterweihe empfangen zu haben. Ein tragischer Fall!
#21 Lycobates 17:05:45 | Freitag, 25. Februar 2011
ergänzend @Savanorola auch die Form der Oktav erhalten, wenn der Diözesanheiligen gedacht wird. So wird
in Paderborn das Liborifest mit einer Oktav festlich Ende Juli begangen Auch die Kirchweihe (in der eigenen
Kirche) und der Weihetag der Kathedrale des Bistums (in allen Kirchen des Bistums) werden mit einer Oktav
begangen. Diese stammt bereits aus dem 8. Jh., änhnlich alt wie die von Ihnen dankenswerterweise erwähnten
Oktaven von Peter und Paul (7. Jh.) und Joh. Geburt (8. Jh.). Die Fronleichnamsoktav ist, wie das Fest,
jüngeren Datums (ebenso die Herz Jesu-Oktav). @Blaumeise wäre es mit einem ökumenischen Wortgottesdienst,
im Pfarrsaal oder im Freien, ohne (!) Kommunion, aber anschließend mit einem gemeinsamen Mahl (Imbiss).
Ist dagegen etwas zu sagen? Was hat es eigentlich mit der „Agape“ auf sich? Ja, dagegen ist doch einiges
zu sagen. Denn auch die altchristliche Agape setzte die Einheit im Glauben voraus, sogar die sittliche
Einheit: der Apostel Paulus exkommunizierte 1Kor.5 schon einen Ehebrecher, der vielleicht sonst gläubig
war: mit dem sollten die Korinther nicht einmal essen. Papst Pius XI. verurteilte 1928 lehramtlich die
Teilnahme von Katholiken an Gebetsveranstaltungen von bzw. mit nicht-Katholiken, selbst ohne gemeinsame
Meßfeier. Daran haben wir uns zu halten.
#17 Lycobates 16:00:10 | Freitag, 25. Februar 2011
Oktav @Mary Cruz Oktav (lat. octavus „der achte“) ist in der katholischen Liturgie der Name des achten
Tages. Das stimmt zwar, aber man spricht dann eher vom Oktavtag. Die „Oktav“ als solche ist die achttägige
Feier eines Festes eine Woche lang. Der „Oktavtag“ ist der achte Tag, der einen höheren liturgischen
Rang hat. Einfache Oktaven (wie Johannes Ev., Stephan, Unsch. Kinder, Mariä Geburt, Agnes) haben nur
den (8.) Oktavtag, als Nachfeier. Im neuen Montini’schen Meßbuch ist die Pfingstoktav verschwunden. Die
Wochentage nach Pfingsten gelten bereits als „per annum“ und haben als liturgische Farbe grün statt rot.
Die Verringerung bzw. Abschaffung der Oktaven ist ein altes Anliegen der modernistischen Liturgiker, denen
die Feier der Heiligenfeste überhaupt ein Dorn im Auge ist. (Ansätze dieser, das Sanctorale über Gebühr
zurückdrängende Irrlehre bereits in der von Papst Pius VI. 1794 verurteilten jansenistischen Synode
von Pistoia.) Die Bugnini-Kommission hatte schon 1956 viele Oktaven im Sanctorale „abgeschafft“, was dann
in der Roncalli’schen editio typica 1962 festgeschrieben wurde. Umso bemerkenswerter dieser noch weitergehender
Schritt 1970, da die Pfingstoktav doch dem Temporale angehört, aber anscheinend sollte nach dem „Neuen
Pfingsten“ im Bewußtsein der Gläubigen auch die Feier des Heiligen Geistes zurückgedrängt werden.
Zur Vertiefung hier forum.politicainrete.net/…ale-roncalliano.html und hier www.traditionalmass.org/articles/article.php?id=37&catname=…
Treue Katholiken verwenden die letzte editio typica von 1920, nach der letzten Reform, vom hl. Pius X.
1911 veranlaßt.
#32 Lycobates 18:07:46 | Mittwoch, 23. Februar 2011
„La messe de toujours“ @diakonus Kurz: Der Begriff wurde von EB Lefebvre geprägt. Wenn richtig verwendet,
bezieht sich dieser Begriff nicht auf die äußere Form der Meßfeier (es gibt in der Kirche mehrere Riten,
und diese haben sich entwickelt, das wußte der EB natürlich auch!), sondern auf die ihr zugrunde liegende
Theologie des Meßopfers und der Eucharistie (kurz von mir antithetisch zusammengefaßt gestern 17:39
und 19:22). Diese Theologie (wie ausgeführt) wurde zuletzt verbindlich definiert auf dem Tridentinum
und ist in Ost und West wesentlich dieselbe. Demnach hat das Tridentinum natürlich nichts neues, sondern
biblische und (orthodoxe) patrististische Theologie rezipiert und verkündet. Die vom hl. Papst Pius V.
1570 kodifizierte römische Messe ist (vor allem der römische Kanon, wie schon das Tridentinum eigens
definiert hat, sess. XXII, can. 6, unter Hinzufüguing eines Anathems) perfekter, demnach nicht wandelbarer
und nicht zu verbessernder Ausdruck dieser Orthodoxie. So auch Kard. Ottaviani und Bf. Bacci im Breve
esame critico del Novus Ordo Missae 1969. Ebenso die orthodoxen (es gibt auch andere!) orientalischen
Riten, wovon ebenfalls hier weiter unten eine kleine Kostprobe aus der griechischen Messe. Diese Beispiele
könnten beliebig vermehrt werden.
#26 Lycobates 15:43:55 | Mittwoch, 23. Februar 2011
gute Empfehlung @polenpaule gebe ich Ihnen die Empfehlung an einer Göttlichen Liturgie gefeiert z. B.
in der russischen orthodoxen Kirche in Kiel oder in Hamburg ( insgesamt drei Kirchen) teilzunehmen, dann
werden Sie vielleicht begreifen, was die innere Teilnahme an einer rechtgläubigen Göttlichen Litugie
bedeutet, die Ihnen eigentlich einen Vorgeschmack auf die Himmlische Liturgie – das Geborgensein bei Gott –
gibt. Genauso wie in der römischen Messe wird auch in den orientalischen Liturgien vorschriftsmäßig
ein Teil der Meßgebete laut vernehmlich (in der Rubrik: ἐκφωνεῖ), andere aber still gesprochen
(χαμηλοφώνως). Ein Teil der Feier findet zudem hinter geschlossener Ikonostase statt, unsichtbar
für die Gläubigen. Daraus erhellt schon, daß nicht in erster Linie Kommunikation und großes Gerede
(wie in der Schwafelliturgie des NOM), sondern eine innere Anteilnahme der Gläubigen an Christi unblutiger
Opferfeier, der ἀναίμακτος θυσία, gefordert ist. „Denn Du bist der Opferer und der Geopferte
und der Dargebrachte und der Hingegebene, Christus unser Gott“: Σὺ γὰρ εἶ ὁ προσφέρων
καὶ προσφερόμενος καὶ προσδεχόμενος καὶ διαδιδόμενος,
Χριστὲ ὁ Θεὸς ἡμῶν, heißt es bei der Opferung. Daß auch hier nicht alle Teilnehmer
vorbildlich sind (man sieht ja oft, wie während der Messe, die stundenlang dauert, Leute ständig ein
und aus gehen) spricht nicht gegen diese Liturgie, ebensowenig wie man es der römischen anlasten kann,
daß sie manchmal schlecht (mit-)gefeiert wird.
#8 Lycobates 11:11:52 | Mittwoch, 23. Februar 2011
Merkwürdigkeiten Obschon sehr zu begrüßen ist, daß Fernerstehende die katholische Messe kennenlernen,
wenn auch „aus Neugier“, gibt es trotzdem einige Merkwürdigkeiten in diesem Bericht: Der Priester sprach
während der Heiligen Messe, die still gelesen wurde, kein einziges lautes Wort. Merkwürdig, da, nach
den Rubriken (XVI), einige Teile der Stillmesse „clara voce“ (mit deutlicher Stimme, also für alle vernehmbar:
neque tam submissa, ut a circumstantibus audiri non possit), andere aber „secrete“ (so, daß der Priester
sich noch selbst hören kann: ut et ipsemet se audiat) gebetet werden sollen. Der Leserbriefschreiber
war auch darüber erstaunt, daß die Pius-Priester in jeder Messe für den Bischof und den Papst beten
Merkwürdig, da doch „kein lautes Wort“ gesprochen war, und auch dieses, Papst und Bischof nennende, erste
Kanongebet „secrete“, ohne von den Umstehenden gehört zu werden, gebetet werden soll.
#35 Lycobates 19:22:29 | Dienstag, 22. Februar 2011
tragische Wahl @Othello Secondo Es ist eine grandiose Purifikation was durch die Liturgiereform des ZWEITEN
VATIKANISCHEN KONZILS zustande gekommen ist. Nein, die „Liturgiereform“ ist eine Verneinung der katholischen
Theologie des Meßopfers und der Eucharistie, wie sie zuletzt verbindlich auf dem Tridentinum definiert
wurde. Diese Theologie war auch damals nicht neu, sondern, wie jedes Dogmatikhandbuch lehrt, aus Schrift
(v.a. Korinther- und Hebräerbrief) und Tradition (Kirchenväter und Liturgien, namentlich auch die orientalischen)
klar erkenntlich und begründet. Der Wegfall des Sakramentes im NOM hat (nach Joh. 6,54 ff. !) auch zu
einer beispiellosen Krise geführt, wie die Geschichte der Konzilskirche der letzten 45 Jahre in eindrucksvoller
und erschreckender Weise lehrt. Allein das sollte eigentlich genügen, diese Unglücksreform ungeschehen
zu machen. Schon im Frühjahr 1969 schrieben Kard. Ottaviani und Bf. Bacci an Papstdarsteller Montini:
„È evidente che il Novus Ordo non vuole piú rappresentare la fede di Trento. A questa fede, nondimeno,
la coscienza cattolica è vincolata in eterno. Il vero cattolico è dunque posto, dalla promulgazione
del Novus Ordo, in una tragica necessità di opzione.“ Dt: „Es ist offensichtlich, daß der Novus Ordo
nicht mehr den Glauben von Trient darstellen will. An diesen Glauben jedoch ist das katholische Gewissen
für ewig gebunden. Der wahre Katholik sieht sich also durch die Promulgation des Novus Ordo vor eine
tragische Wahl gestellt.“ Zur Vertiefung dieses Buch www.philotheapress.com/…/work-of-human-hands/
#31 Lycobates 18:09:40 | Dienstag, 22. Februar 2011
High-Church-Bekloppte @Sinah Wie üblich bringen Sie die Sache auf den Punkt! Zuerst Versöhnung mit Gott,
dann Friede der Welt und der Kirche. Dieses Ärgernis der Neuen Messe ist ein Ärgernis für Gott. Eine
Versöhnung mit Gott muß es geben und nicht eine Versöhnung mit den Unterzeichner! Diese Versöhnung
mit Gott kann nur durch Vernichtung des Konzils und der Neuen Messe hervorgehen. Sonst wird Gott diese
Versöhnung durch ein nie dagewesenes Strafgericht herbeiführen. Es ist zwecklos, die Tradi-Ästhetiker
zur Einsicht bringen zu wollen, daß nicht die äußere liturgische Form, sondern die zugrunde liegende
Theologie wesentlich ist, und diese eine exklusive Daseinsberechtigung hat. Sie werden immer nur eine
High-Church der Konzilskirche, unverbindlich neben den anderen „Richtungen“ bleiben. Von der Konzilskirche
und ihren Vorstehern ist aber eine Vernichtung des Konzils und des NOM nicht zu erwarten. Damit würden
sie sich ja selbst aufheben. Auch wenn Einzelne, und das sind oft gerade Jüngere, zur Einsicht kommen
sollten, es sind (fast alle) Laien und sie könnten nicht einmal eine Messe feiern, auch wenn sie wollten.
Ein gültig geweihter Priester der Konzilskirche ist jetzt mindestens 65 Jahre alt (von Ausnahmen abgesehen).
Und gerade diese sind oft die Konzils-Hardliner. Umso schlimmer, daß sich die PB jetzt darauf versteift,
diesem Verein beizutreten, und damit mittelfristig ihre apostolische Sukzession aufs Spiel setzt, wie
es in Campos und Le Barroux schon Fakt ist. Orate sine intermissione!
#26 Lycobates 17:39:34 | Dienstag, 22. Februar 2011
grandiose Purifikation & homo, hominis @Tchibo die wahren Werte der vom Vat II. purifizierten tridentinischen
Messe zu NOM in ihrer ganzen Schönheit und grandiosen Vielfalt Wahre Werte? Meinen Sie etwa jenen ordo
missae, in dem die Opferung der einen immaculata hostia, eben Christi, ersetzt wird durch eine Bereitung
der Gaben von Menschenhand (das präfigurierte Abel-Opfer wird somit durch ein Kainsopfer ersetzt, das
Opferlamm durch die Feldfrüchte); in dem die Wandlung nicht als canon actionis (vom Priester zu verrichtender
Handlungsvorgang), sondern als Erzählung eines lediglich vergangenen Ereignisses (narratio institutionis)
erscheint und ihre Worte so geändert wurden, daß die Realpräsenz einer lutherisierenden Interpretation
unterliegt (Das „mysterium fidei“ erfolgt nicht während, sonder nach den Wandlungsworten, durch den zu
akklamierenden Glauben der Anwesenden) ? Ihr Latein! Sie erinnern an den unsäglichen Bf. Roncalli, der
1961 od. 1962 zu Besuch in Sant’Anselmo einmal gesagt haben soll: „hodie magno cum gaudio ad vos venutus
sum.“ (Ich war nicht selber dabei) Also: Ein (mittelalterlicher, von mir etwas abgewandelter) Merkvers
für Sie zum Mitschreiben: homo homini lupus femina feminae *lupior homo liturgiae homini liturgiae *lupissimus
für die „femina liturgiae“, die NOM-lectrix oder Keksfeieremanze, am liebsten eine ehemalige Nonne, bleibt
unser Latein leider auf der Strecke. Einen Mega-Superlativ gibt es nicht!
#62 Lycobates 14:22:56 | Dienstag, 22. Februar 2011
noch einmal zu Kard. Rampolla @Rudolfus Kard. Rampollas übrigens ganz unisono mit Papst Leo XIII. geführte,
dann aber kläglich gescheiterte Frankreichpolitik ist in der Tat auch ein wichtiger Punkt, wie Sie schrieben.
Sicherlich ein Reizpunkt für die Ministerien in Wien und Berlin. Der im übrigen katholikenfreundliche
Reichskanzler Fürst Bülow schrieb aber über ihn in seinen Denkwürdigkeiten (IV,679, ed. 1931): „Er
verband eine feurige Seele mit einem kühlen Kopf und einer ruhigen Hand. Unerschütterlich in allen Prinzipienfragen
des päpstlichen Stuhls und der römischen Kirche, war er kulant in Formen, Umgang und Verkehr.“ Das dürfte
den Kardinal gut beschreiben. Im der Vatikana (Sala Leonina, wenn ich mich recht entsinne) hängt ein
schönes Porträt von ihm als Bibliothekar der röm. Kirche; dieses Amt hatte er in seinem letzten Lebensjahr
inne. Übrigens war er unter St. Pius X. 1908 bis zu seinem Tod (Ende 1913) Sekretär des Hl. Offiziums –
ein wichtigerer Posten war gerade dann im Kampf gegen den Modernismus kaum denkbar!, sowie seit 1902 (noch
unter Papst Leo XIII.) auch Präsident der Bibelkommission. Nicht nachvollziehbar wenn er irgendwie liberal
oder modernistisch gesinnt gewesen wäre! Sein Nachfolger als Staatssekretär wurde 1903 sein Schüler
und Konsekrand Merry del Val. In Italien war Rampolla, als proborbonischer Sizilianer, ein unbeugsamer
Vertreter des „non expedit“ gg. den neuen Räuberstaat. Ein guter Artikel zu Rampolla und seinen Verleumdern
von der Hand Don Ricossas in Sodalitium www.sodalitium.it/ Nr. 60/2007.
noch einmal der Zorn Gottes @Rudolfus Der heilige Papst Pius X. siegelte 1911 die Bulle Divino afflatu,
die nach Quo primum und zwei anderen apostolischen Konstitutionen an 4. und letzter Stelle im Meßbuch
steht (ed. typica 1920, bis dato die letzte), und mit der in meiner Ausgabe 12 Seiten von Additiones et
Variationes (Hinzufügungen und Änderungen), allerdings rein formaler und praktischer Art!, ins Missale
eingebracht wurden. Auch er schließt mit der Formel: Nulli ergo hominum liceat hanc paginam Nostræ abolitionis,
revocationis, permissionis, jussionis, præcepti, statuti, indulti, mandati et voluntatis infringere,
vel ei ausu temerario contraire. Si quis autem hoc attentare præsumpserit, indignationem omnipotentis
Dei, ac beatorum Petri et Pauli, Apostolorum ejus, se noverit incursurum. Was nun? Nein, die dogmatische
Verbindlichkeit bzw. Ewiggültigkeit und bleibende Verpflichtung des Meßbuchs von 1570 können nicht
aus dieser kanzleisprachlichen Formulierung hergeleitet werden, sondern, wie schon Kard. Ottaviani und
Bf. Bacci 1969 in ihrem Breve Esame Critico betonten, sie werden begründet durch die Tatsache, daß das
Meßbuch die dogmatischen Definitionen des Tridentinums bezüglich Meßopfer und Eucharistie ausdrückt
und für immer festschreibt. Aus eben demselben Grunde muß der NOM als zumindest häresiebegünstigend
und unkatholisch abgewiesen werden. Darum geht es, nicht um Formales! Daß aber der NOM Gottes Zorn hervorruft,
davon sprechen die 40 letzten Jahre der Konzilskirche Bände! Ev. Joh. 6,54 ff. !
unbußfertig @Rudolfus etwas vorsichtiger sein … den Kronprinzen einen „unbußfertigen Mörder und Selbstmörder“
zu heißen Meine Formulierung ist in der Tat etwas mißverständlich, bzw. etwas verkürzt. Es wurde und
wird nicht behauptet, Kronprinz Rudolf sei ohne Reue gestorben und deswegen ewig verdammt. Darüber (pro
foro interno) kann kein Mensch etwas Sicheres aussagen. Nur Gott weiß, ob ihm noch die Gnade der Reue
geworden ist. Das muß sich auch der Kaiser gedacht haben, als er das Jagdschloß in ein strenges Nonnenkloster
umwandelte, um für die Seele des Kronprinzen unablässig beten zu lassen. Gemeint war nur, und so haben
es auch die kirchlichen Stellen damals interpretiert, daß der Kronprinz ohne (äußerlich wahrnehmbare)
Zeichen der Reue verschieden ist. Rudolf hatte ein notorisches ehebrecherisches Verhältnis mit Fräulein
Vetsera, hat sie (dem Anschein nach) erschossen und dann (ebenfalls dem Anschein nach) Selbstmord verübt.
In diesem Fall sieht das geltende Kirchenrecht (und das war auch schon vor 1917 so) vor, daß das kirchliche
Begräbnis verweigert werden muß (CIC 1240/1/-3 bzw. -6). In diesem (lediglich äußeren) Sinne möchte
ich den Begriff „unbußfertig“ verstanden wissen. Danke, daß Sie darauf hingewiesen haben! Andererseits
fand das Drama von Mayerling nicht am 20.8. sondern in der Nacht zum 30. Januar 1889 statt. Sicher haben
Sie auch für diese Zahlensymbolik eine schlüssige Erklärung! Mit dem Todesdatum Papst Pius’ X. am 20.
August 1914 hat das allerdings nichts zu tun.
#56 Lycobates 19:22:30 | Samstag, 19. Februar 2011
Maurer und „Maurer“ @apostel-paulus Da Lefebvres vorheriger „Weihevater“ Freimaurer war und die erste
Weihe wohl ungültig war. Allein die Tatsache, daß ein Bischof Freimaurer ist, macht die von ihm erteilten
Weihen noch nicht ungültig. Es gab schon im 18.Jh. (leider!) viele Freimaurer-Bischöfe, deren Weihen
von Rom nie in Frage gestellt worden sind. Talleyrand war allgemein bekannter Freimaurer, und von ihm
stammen ab 1791 13 Bischöfe ab. Später, in der Restauration, mit dem Segen Papst Pius’ VII. Wenn es
da einen Zweifel gäbe, wäre ein Großteil des fr. Klerus seitdem ungültig geweiht. Das ist unmöglich.
Daß Kard. Liénart Freimaurer war, ist ja keineswegs gesichert. In gewissen Kreisen genügt allerdings
schon eine (sei es nur politisch) liberalere Einstellung (so verwerflich dieselbe ist!), um als Freimaurer
verleumdet und kolportiert zu werden. Das gleiche Schicksal erlitt ja auch Kard. Rampolla, von dem einige
sogar zu wissen glauben, er sei „Satanist“ gewesen. Und das nur, weil ihm der Wiener Hof spinnefeind geworden
war, nachdem er nahegelegt hatte, der unbußfertige Mörder und Selbstmörder Kronprinz Rudolf dürfte
nicht kirchlich begraben werden. Rampolla ist übrigens der Weihevater u.a. Kard. Merry del Vals. Nach
dieser Logik wäre auch MdV ungültig geweiht. Dann wundert es doch, daß dieser sich nicht hat nachweihen
lassen, obwohl ja gerade er (nach der Franquerie’schen Fabel) die „Dokumente“ (die aber dann prompt vernichtet
wurden), „entdeckt“ haben soll, die Rampolla belasteten… Seien wir vorsichtig!
#27 Lycobates 17:12:44 | Freitag, 18. Februar 2011
EB Lefebvre @sacerdos helveticus Im Gegenteil hat EB Lefebvre von den Priestern der Priesterbruderschaft
immer verlangt, den regierenden Papst im Kanon der Messe zu nennen und alle, die vom Sedisvakantismus
überzeugt waren, aus der Bruderschaft ausgeschlossen. Das ist richtig, jedenfalls ab 1979-1980 und verstärkt
in den 80er Jahren, nachdem er Bf. Wojtyla auf den Leim gegangen war. 1988 stellte sich allerdings das
jämmerliche Scheitern dieser Taktik heraus. Nur 1986 (anläßlich des Assisi-Frevels) gab es, kurzfristig,
und wie ich vermute aufgrund des Einflusses von Bf. de Castro Mayer, eine Rückbesinnung, mit der Erklärung
vom Dezember, die wohltuend an 1974 und 1976 erinnerte. In den 70er jahren war es noch anders. EB Lefebvre
kannte Bf. Montini und sein Treiben (theologisch und moralisch) zu gut aus den 40er und 50er Jahren, um
sich von ihm (und seinem Spezi Bf. Villot) vereinnahmen zu lassen. Was der EB wirklich und letztendlich
gedacht hat, als er einsam im Sterben lag im Krankenhaus von Martigny, wird wohl immer sein Geheimnis
bleiben. Auch wird er in den Jahren zwischen 1965 und 1991 womöglich seine Meinung einige Male revidiert
haben. Das gilt ja für uns alle! Seiner Seele soll unser Gebet gelten, verbunden mit einer großen Dankbarkeit,
trotz allem die apostolische Sukzession und die gültigen Sakramente auf weiten Strecken gerettet zu haben.
Nicht wenige der Priester und Bischöfe auch der Thuc-Linie leiten sich zumindest teilweise vom EB ab.
Gott wird es richten.
#22 Lycobates 14:50:31 | Freitag, 18. Februar 2011
EB Lefebvre und Bf Ngô-dinh-Thuc @apostel-paulus Lefebvre teilte die Meinung Thucs, das hat er ihm schriftlich
bestätigt. Davon weiß ich nichts, kann es aber nicht ausschließen. Lefebvre teilte Thucs Meinungen
von Anfang an. Auch Bf.Thucs Auffassung hat im Laufe der Jahre geschwankt. Das ist nicht einmal verwunderlich.
Ist doch die Lage außerordentlich kompliziert und ungewöhnlich. Man muß da vorsichtig urteilen. Ich
habe noch niemanden verketzert, weil er in diesem oder jenem Punkt zu anderen Schlüssen kommt, wenn nur
die sicher definierte Lehre und die wahren Sakramente bewahrt bleiben. Die meisten von uns haben Jahre
gebraucht, oft nolentes volentes zur Erkenntnis der Sachlage (Sedisvakanz) zu kommen. Nur Gott weiß,
unter wievielen Tränen und Opfern manche Bischöfe und Priester, aber auch manche Laien, gewirkt haben
und noch wirken. Er richtete sich an Thuc weil dieser ja Legat war. Die ersten Weihen wurden von Thuc
auf bitten von Lefebvre vollzogen. Sie spielen wohl an auf einige Priesterweihen, die von Bf. Thuc Ende
60er/Anfang 70er Jahre vorgenommen wurden, nachdem ihm EB Lefebvre einige Seminaristen zugeführt hatte,
die er selbst nicht betreuen wollte oder konnte. Später kam dann doch die PrBruderschaft. Es stimmt,
daß Bf. Thuc 1938 von Papst Pius XI. weitgehende, auch Weihevollmachten erhalten hatte. Ob diese für
Vietnam begrenzt waren, und zeitlich abgesteckt, oder nicht, entzieht sich meiner Kenntnis. M.W. hat sich
Bf.Thuc für die in den 70/80er Jahren erfolgten Weihen ohne Mandatum nie darauf berufen.
#13 Lycobates 10:50:30 | Freitag, 18. Februar 2011
Ukraine @Karl Murx Sieben ukrainische Bischöfe stehen bereit, die Sedesvakanz zu erklären Das wäre
sehr wichtig, da die Erklärung Bischof Thucs 1982 wenig Resonanz hatte, und EB Lefebvre sich auch in
seinen besten Momenten (trotz Bf. de Castro Mayer, der von der Sedisvakanz überzeugt war) leider nicht
zu dieser Erkenntnis hat durchringen können. Diese sieben Bischöfe haben sich allerdings weihen lassen,
ohne die Erlaubnis Ratzingers Dieser Punkt hat in der Ostkirche weniger Gewicht. Auch der konziliare Opponent
dieser Bischöfe, Bischof Husar, wurde 1977 (nota bene in Rom unter den Augen des Vatikans) von EB Slipyi
ohne Erlaubnis (und sogar gegen den erklärten Willen Bf. Montinis) geweiht. Erst 1996 hat ihn Bf. Wojtyla
anerkannt und zum Titularbischof „ernannt“ (vielleicht zu einem gewissen Preis). Leider hat sich EB Slipyi
mit der Wahl Bf. Husars getäuscht, wie wir jetzt wissen. Im übrigen ist der Weihevater der sieben ukrainischen
Bischöfe nicht öffentlich bekanntgegeben worden. Das müßte man eigentlich wissen. Ratzingers, den
sie anscheinend immer noch in ihrer Ansprache als Papst anreden Ja, das ist etwas schwierig. Man könnte
es als titulus coloratus interpretieren, da man doch gehört werden will, und sich also zunächst auf
den Standpunkt des Angeredeten stellt. Bf. Sanborn (aus der Thuc-Linie) antwortete einmal auf die Frage,
wie er denn Hw. Ratzinger anreden würde, wenn er ihn träfe: „Father Ratzinger“.
#29 Lycobates 19:18:24 | Donnerstag, 17. Februar 2011
Zorn Gottes @Rudolfus Der in der Apostolischen Konstitution ‘Quo primum’ angedrohte Zorn Man sollte sich
davor hüten, aus kanzleisprachlichen Ausdrücken dogmatische Schlüsse zu ziehen. Eine apostolische Konstitution
wie Quo Primum kann von einem legitimen Papst per apostolische Konstitution abgeändert oder sogar ganz
zurückgenommen werden. Nicht möglich ist allerdings, daß ein legitimer Papst der ganzen Kirche eine
liturgische Praxis auferlegt, die den Glauben verfälscht und den Seelen schadet. Das Problem ist nicht,
daß Quo primum geändert oder zurückgenommen wurde. Das Problem besteht darin, daß der frevelhafte
Versuch unternommen wurde, ein häretisches Meßbuch, den NOM, unter Mißbrauch päpstlicher Autorität
der gesamten (lateinischen) Kirche aufzuerlegen. Das kann kein Papst, der Papst wirklich ist und bleibt.
Dazu erhellend der Artikel von Hw. Cekada hier www.traditionalmass.org/articles/article.php?id=19&catname=….
#22 Lycobates 17:28:38 | Donnerstag, 17. Februar 2011
Lage @polenpaule Die Piusbruderschaft sollte gewarnt sein, denn für sie stellt sich in absehbarer Zeit
die Frage nach der Weihe von Bischöfen, da bekanntlich niemand ewig lebt. Wollen Sie in die selbe Situation
zurück, in der sich der Gründer der Priesterbruderschaft befand und sich dem abgefallenen Rom unterwerfen?
oder, schlimmer noch, in die Lage kommen der Gemeinschaft von Campos, wo nach dem 2002 erfolgten Tod des
von Bf. Tissier de Mallerais nach dem überlieferten Pontifikale 1991 geweihten Bischofs Rangel …ww.catholic-hierarchy.org/bishop/brangel.html,
dessen Nachfolger, Hw. Rifan …ww.catholic-hierarchy.org/bishop/brifan.html (seinerzeit von Bf. de Castro
Mayer gültig zum Priester geweiht) von einem nicht-Bischof (Castrillón Hoyos …ww.catholic-hierarchy.org/bishop/bcashoy.html)
die Bischofsweihe erhielt. Da ist unerheblich, daß Hw. Castrillón dabei das überlieferte Pontifikale,
inklusive Cappa Magna, Pontifikalhandschuhe und -Strümpfe, verwendet hat! Denn: Nemo dat quod non habet!
#25 Lycobates 16:50:25 | Donnerstag, 17. Februar 2011
übersehen @Blackmore Nein, ich habe nichts übersehen oder überlesen. Wenn Sie ausgehen vor der Rechtmäßigkeit
der Bischöfe Roncalli und Montini als „Johannes XXIII.“ 1958-1963 und „Paul VI.“ 1963-1978, ist die Maßnahme
(in der Tat bereits 1965 angelaufen) von 1966 rechtskräftig, wie auch alle anderen Maßnahmen beider
Genannten, inklusive Reform der Sakramente, NOM, usw. Dann erübrigt sich weiter jede Diskussion und ist
nichts hinzuzufügen. Ich gehe aus guten Gründen (ich führe hier Einzelnes nicht aus, siehe frühere
Beiträge zum Thema, von mir und anderen) davon aus, daß die genannten Bischöfe als Modernisten exkommunizierte
Häretiker und somit untauglich für ein Kirchenamt waren. Das bedeutet, daß keine einzige amtliche Maßnahme
der genannten Rechtskraft hat (auch dann nicht, wenn diese Maßnahme dogmatisch belanglos oder gar rechtgläubig
wäre), und, wenn man die Ämtervakanz am 9.10.1958 ansetzt, alle Kurienämter mit Ausnahme des Großpönitenziars
und des Kamerlengo beim Tode des letzten Papstes vakant wurden. Der letzte Großpönitenziar starb 1961;
das Amt des Kamerlengo war bereits seit 1941 nicht neubesetzt worden. Demgemäß übte Kardinal Ottaviani
sein Amt als Pro-Sekretär des Hl.Offiziums ab 9.10.1958 nicht mehr rechtskräftig aus. Der einzige Kurienbischof,
dem diese Sachlage gegen Ende seines Lebens voll bewußt war, dürfte Mons. Bacci gewesen sein, der, nach
glaubwürdigen Zeugen, in seinen letzten Jahren aufgehört hatte, den Modernisten Montini im Kanon der
Messe zu nennen. Er starb 1971.
#22 Lycobates 16:03:53 | Donnerstag, 17. Februar 2011
Lektüre @Tchibo Die Dispens dazu habe ich mir erteilt, brauchte ich zum Philostudium. Das ist ein triftiger
Grund. Früher hätten Sie das ohne weiteres schriftlich bekommen. Abgesehen davon, ist der Index vom
Zweiten Vaticanum gottlob aufgehoben worden. Nein, das war erst am 15.11.1966. Und aufgehoben wurde er
nicht einmal; er behält (so die Notificatio vom 14.6.1966 ausdrücklich) seine „vis moralis“ zur Gänze.
Nur die Zensuren, die mit der Lektüre der darin enthaltenen Bücher verbunden waren und sind, wurden
1966 von Kard. Ottaviani angeblich außer Kraft gesetzt. Damit wurde natürlich der Index, wie beabsichtigt
von der Modernistenrotte um Bf. Montini, der dem widerstrebenden Kardinal diese Maßnahme aufzwang, ein
mausetoter Buchstabe. Abgesehen davon, daß diese Maßnahme, da höchst temerär, auch unter normalen
Umständen nur zweifelhafte Gültigkeit hätte, war dem guten Kardinal damals wohl (noch) nicht bewußt,
daß er eigentlich seit dem 9.10.1958 (Tod Papst Pius’ XII.) kein Pro-Sekretär des Hl. Offiziums mehr
war, und also rechtlich nichts verfügen konnte. (Er überlebte, taub und erblindet, seinen Quälgeist
noch um knapp ein Jahr, gest. 3.8.1979) Ich lese sie auch aus reiner Freude: den Giordano Bruno, Nicolaus
v. Kues, Baruch Spinoza, Arthur Schopenhauer… und bin sehr glücklich damit… Cusanus und Schopenhauer
können Sie ruhig lesen, wenn es Ihnen „Spaß“ macht!
#18 Lycobates 15:23:07 | Donnerstag, 17. Februar 2011
Kepler und Bruno @Sefirot Die wirren kabbalistischen Sterngucker-Phantasien Keplers und Brunos stehen
hier nicht zur Debatte. Dieselben hätten den Inquisitoren damals wie heute (wenn sie noch lebten) höchstens
ein Schmunzeln oder (nach Wilhelm Busch) ein allgemeines Schütteln des Kopfes entlockt. Kepler wurde
nie belangt. Bruno wurde nicht in erster Linie wegen seiner abstrusen Philosophie, sondern vornehmlich
wegen seiner theologischen Irrtümer (etwa Leugnung der Gottheit Christi, s. mein Beitrag 12:02) als der
Häretiker, der er war, verurteilt, und gemäß der damaligen Rechtspraxis dem weltlichen Arm überliefert
und von diesem zum Tode verurteilt und hingerichtet. Ich habe 12:51 nicht behauptet, diese Hinrichtung
hätte nicht stattgefunden. Die „Entschuldigung“ dafür hat katholischerseits nicht stattgefunden. Kann
auch nicht stattfinden. Nun gut, Sie nennen sich hier „Sefirot“. Damit soll wohl angedeutet werden, daß
jeder rationalen Diskussion mit Ihnen zum Thema Kepler/Bruno c.s. der Weg verschlossen ist. Das ist schade.
Ich habe aber auch nicht vor, meine Zeit mit Giordano Bruno zu verschwenden. Seine Werke sind übrigens
indiziert. Wenn Sie dieselben „vor sich liegen haben“, rate ich Ihnen, sie gut zu verschließen, sobald
die Putzfrau kommt. Ich gehe davon aus, daß Sie über eine Dispens zur Lektüre derselben verfügen,
oder aber, da kein Ordinarius loci zur Gewährung derselben vorhanden ist, eine solide praesumptio iuris
gelten lassen können, sich über das Indexverbot hinwegzusetzen. Gott befohlen!
#16 Lycobates 12:51:24 | Donnerstag, 17. Februar 2011
Entschuldigung? @Stern77 Eine „Entschuldigung“ für die Hinrichtung (nicht Ermordung) Giordano Brunos
ist abwegig. Sie hat katholischerseits auch nicht stattgefunden, höchstens wojtylaseits. Wertlos und
skandalös. Die Kirche hat als solche übrigens nie hingerichtet. Die Kirche hat u.U., in geistlicher
Vollmacht der Schlüsselgewalt, wegen Häresie verurteilt. Häresie wurde aber von der weltlichen Obrigkeit
(auch von den Kalvinern in Genf und den Anglikanern in London) als Hochverrat mit dem Tode bestraft. Ein
kirchlicherseits verurteilter Häretiker wurde demnach dem weltlichen Arm überliefert, wo er wegen Hochverrats
hingerichtet wurde. Das ist keine juristische Fiktion, das ist Fakt. (Allerdings liefen im Kirchenstaat
beide Gewalten natürlich zusammen, anderswo aber nicht. Bemerkenswert übrigens, daß im Kirchenstaat
Hinrichtungen wegen Häresie eine Seltenheit waren; allein 1542 wurden im Tudor’schen (anglikanischen)
England 308 (!) Menschen hingerichtet wegen Häresie. In einem Jahr!) Wenn ein Gemeinwesen jene, die die
erklärten Fundamente dieser Gesellschaft ggf. auch gewaltsam untergraben bzw. ändern wollen, mit dem
Tode bestraft, und dieses Gemeinwesen auf christlichem Grundsatz ruht, und dementsprechend Häresie als
Hochverrat wertet, dann ist/bleibt das rechtens, auch wenn es unserem heutigen Rechtsverständnis nicht
(mehr) entspricht. Kalvin und Elisabeth I. hätten Ihre Kritik nicht begriffen. Lesen Sie doch den vor
100 Jahren erschienenen utopischen Roman von Robert Hugh Benson, The dawn of all.
#19 Lycobates 12:06:18 | Donnerstag, 17. Februar 2011
noch einmal Bruno @Tchibo Das Schicksal des abgefallenen Dominikanerpaters Giordano Bruno ist tragisch.
Trotzdem ist seine Verurteilung wegen Häresie (Jan. 1600, der Prozeß wurde seit 1593 in Rom geführt)
absolut gerechtfertigt, seine Übergabe an den weltlichen Arm (8.2.) und seine öffentliche Hinrichtung
(17.2.) nach damaliger Rechtslage und dem säkularen Verständnis von Häresie als Hochverrat, juristisch
und moralisch einwandfrei. (Heute sehen die weltlichen Obrigkeiten Häresie nicht mehr als Hochverrat
an, und auch Hochverrat selbst wird nicht mehr mit dem Tode bestraft, außer vielleicht in Kriegszeiten).
Erste Vorwürfe wegen Häresie gegen ihn wurden schon 1576 laut; er verließ den Orden und ging 1579 nach
Genf, wo er von den Kalvinisten wegen Ungehorsams exkommuniziert wurde (später bestritt er, je dem Kalvinismus
beigetreten zu sein). Es folgten Reisen nach Frankreich, England und 1587 Deutschland, die überall mit
einem Rauswurf endeten. In Helmstedt wurde er auch von den Lutheranern exkommuniziert. 1591 kam er nach
Venedig, wo die (sehr liberale) Inquisition dieser Stadt sich seiner annahm. Eine Messe kann nach CIC
2262/2.2 privat für seine Seele geopfert werden, allerdings ohne öffentliche Ankündigung (remoto scandalo).
Gut, daß Sie heute auf diesen unglücklichen Menschen hinweisen. Nur Gott weiß, ob unsere Gebete ihm
noch nützen können!
#12 Lycobates 12:02:52 | Donnerstag, 17. Februar 2011
Bruno @Tchibo Gewaltsam zu Tode gebrachte Katholiken wie Giordano Bruno Bruno ist kein Katholik, nicht
einmal ein Christ mehr gewesen. Er vertrat einen materialistischen Pantheismus, nach dem Gott und die
Welt eins sind, Stoff und Geist, Leib und Seele nicht wesentlich unterschiedlich, sonder wie zwei Phasen
der gleichen Substanz sind. Es sind aber seine schwerwiegenden theologischen Irrtümer, die zu seiner
Verurteilung als Häretiker führten: Christus war nach ihm kein Gott, sondern ein besonders begabter
Magier, der Heilige Geist ist für Giordano Bruno die Seele der Welt: auch hier greift wieder der Natur
und Übernatur unterschiedslos zusammenlegende Monismus. Viele dieser Häresien sind heute bei den Modernisten
gang und gäbe!
#32 Lycobates 15:58:40 | Mittwoch, 9. Februar 2011
Gebet @Polenpaule Der Zustand des Herrn „Erzbischof“ von Berlin ist genau so besorgniserregend wie der
Zustand der konziliaren Vereinigung So ist es. Noch aber lebt Hw. Sterzinsky …ww.catholic-hierarchy.org/bishop/bster.html.
Er hat als abgefallener modernistischer Priester und Bischofs-Simulant vieles zu verantworten. Seiner
Seele soll nun unser Gebet gelten, wo er an der Schwelle zum Jenseits steht. Unglaublich, und unverantwortlich,
einen solchen Menschen künstlich zu sedieren, wo ihm doch die Gelegenheit zur Umkehr in den (wahren)
Sakramenten geboten werden sollte. Nun wird gewissermaßen sein Ausgang unausweichlich. Und das in einem
„katholischen“ Krankenhaus …
#22 Lycobates 18:02:28 | Dienstag, 8. Februar 2011
Stromschnelle @Reconquista nur hat man es unterlassen die Verantwortlichen hierfür zu benennen und das
einer derselben jetzt „Papst“ simuliert. Die Konzilssekte wird völlig untergehen, die katholische Kirche
wird aus jetzt abseits Stehenden neu erstehen. Völlig richtig! Es muß doch allmählich jedem Einsichtigen
einleuchten, daß diese Krise in ihrem Ausmaß und in ihrer Länge undenkbar ist, wenn sie nicht von höchster
Stelle abwärts gezielt gesteuert wird, von Bf. Roncalli (1958 ff.) bis Hw. Ratzinger (seit 2005). Das
Abwracken der Konzilskirche, die sich selbst als „opus manuum hominum“ feiert und nicht Gottes Werk ist,
geht mit Riesenschritten weiter. Die Konzilskirche ist Menschenwerk und wird untergehen. Die Pforten der
Hölle werden dieses häretische Gebilde überwältigen. In zwanzig bis dreißig Jahren, vielleicht noch
schneller, werden für die Restkatholiken (deren Sichtbarkeit durch den rapiden Schwund der dann ganz
zur Laiengemeinschaft gewordenen Konzilssekte wieder größer sein wird) ganz neue Verhältnisse entstehen.
Dann auch wird der kleine Rest zunehmend verfolgt werden. Denn heute richten sich die Kirchenfeinde, z.T.
unwissend, in erster Linie gegen die Konzilssekte, zur peinlichen Verwunderung der modernistischen Usurpatoren,
indem sie diese für die katholische Kirche halten. Das wird anders werden. Materielle Einbußen wird
es dann m.E. große geben: kaum eine Kathedrale (von Rom ganz zu schweigen) wird wieder katholisch werden
(das würden die Kirchenfeinde kaum zulassen). Katakombenzeit!
wohlgefüttert @R.Ruhrgebietler Sie haben schon ganz recht, werter Ruhrgebietler! Doch würde ich auch
einen überfeisten Priester gelten lassen, wenn er denn rechtgläubig wäre! Nur ist es trotzdem so, daß
die hochwürdigen Herren Zollitsch …ww.catholic-hierarchy.org/bishop/bzoll.html und Lehmann …ww.catholic-hierarchy.org/bishop/blehmann.html
mit dem sakramentalen Merkmal der Priesterweihe für ewig ausgezeichnet, und somit, zu ihrem Heil oder
Unheil Hochwürden sind, wenn sie auch vom Glauben ganz abgefallen sind, wie vielfach bezeugt und nachgewiesen
wurde. Nur Herr Marx …ww.catholic-hierarchy.org/bishop/bmarxr.html ist auch als Priester ganz ein Fake!
Beten wir für ihre Bekehrung. Gottes Arm ist nicht verkürzt!
was Wenige wissen @gesunder Der französische Komiker Louis de Funès (1914-1983) war im Privatleben ein
tiefreligiöser Mensch und überzeugter Anhänger der katholischen Tradition. Von Anfang an (1977 ff.)
unterstützte er Prälat Ducaud-Bourget, der mit einer Gruppe Gläubigen die Pariser Kirche Saint-Nicolas
eingenommen und dort wieder die katholische Messe eingeführt hatte, wo sie bis heute (von der PB St.Pius
X.) aufrecht erhalten wird. De Funès ging dort auch zur Messe, empfing die Kommunion aber (wie es scheint)
privat in der Sakristei, um die Gläubigen, die an einen unangebrachten Scherz hätten denken können,
nicht aus der Fassung zu bringen.
Aramäisch @gesunder Da man sicher sein kann, dass Jesus auch Aramäisch gesprochen hat, feiern manche
auch ganztraditionell die Messe in Aramäisch. Dies ist der antiochenische Ritus. Ein Teil ist aber in
(klassischem) Arabisch, wie hier gegen Ende im Video.
#13 Lycobates 15:01:37 | Donnerstag, 3. Februar 2011
Demokratiespielchen beim Pulverfaß @Alois Bischof … Aber warum sollen diese destabilisierende Aufstände
„gut“ sein? Volle Zustimmung! Ich kenne die Lage im Orient relativ gut aus eigener Anschauung. Das autoritäre
Baath-System in Syrien (und in besseren Zeiten im Irak) ist nicht ideal; aber wenn die Alternative bedeutet:
Stabilität mit eingeschränkter Freiheit, oder Freiheit mit Chaos, dann verlangt das Gemeinwohl, daß
die Freiheit zunächst eingeschränkt wird. Vor allem in Ländern, wie dem Irak oder Syrien, wo sehr differenzierte
Bevölkerungsgruppen zusammenleben. Gerade eine katholische Nachrichtenseite soll sich des Schicksals
der koptischen Christen … annehmen. Das Schicksal der Christen in Ägypten wurde unter Mubarak … garantiert.
(Wenn auch nicht so gut wie in der Arabischen Republik Syrien.) und früher im Irak, und (jetzt noch)
in Jordanien. Das Schicksal der orientalischen Christen (wenn sie auch z.T. häretischen und schismatischen
Gemeinschaften angehören) sollte uns alle angehen. Als lebendige Zeugen des christlichen und vorislamischen
Altertums sind sie nicht nur den Moslemextremisten verhaßt, sondern auch den fundamentalistischen Protestanten
und ihren extrem-zionistischen Freunden, die die Politik der USA bestimmen. Auch den Modernisten, für
deren Ökumene-Treiben sie ein Hindernis sind. Das läßt leider wenig Hoffnung (menschlich gesehen).
Mubarak ist ein Offizier. Ein Mann der Ehre. Und seit Jahrzehnten in stabiler Einehe verheiratet, ohne
Skandale, mit zwei Söhnen. Das darf auch positiv betont werden.
#13 Lycobates 18:02:09 | Donnerstag, 27. Januar 2011
Feiertag @Kraut früher sogar ein National-Feiertag schulfrei, aber nicht arbeitsfrei, wenn ich mich recht
entsinne, was mir einst mein väterlicher Großvater erzählte, dessen Landesvater bis 1918 der König
von Preußen war … nun, damals gab es wenigstens noch etwas zu feiern in deutschen Landen!
#67 Lycobates 15:50:01 | Mittwoch, 26. Januar 2011
noch einmal zum Index @Jubärens Gegenüber dem unwissenden und zugleich polemischen Protestanten wollte
ich mit dem Wort „Orientierung“ den moralisch-heilsführenden Sinn des Index klar machen. Ich schätze
Ihr Anliegen! Schließlich ist es auch das, was Kard. Ottaviani 1966 noch zu retten versuchte („Der Index
als moralische Richtschnur“), nachdem ihn sein Quälgeist Montini dazu angehalten hatte, die juristische
Verbindlichkeit des Index aufzugeben. (Es gibt ein Foto, auf dem Bf. Montini neben Kard. Ottaviani zu
sehen ist, als ersterer „seine“ Tiara medienwirksam einem „guten Zweck“ stiftete; die Gesichter sprechen
Bände) Die Kirche sei noch schuldiger, weil sie das Lesen von Hitlers „Mein Kampf“ nicht auf den Index
gesetzt habe. Ach ja, aber Vollständigkeit war nie beabsichtigt … auch die Schriften Marx’ und Lenins
waren nie indiziert. Wohl aber Alfred Rosenbergs Nazi-Machwerk „Der Mythos des 20. Jahrhunderts“, weit
schlimmer noch als „Mein Kampf“. Aber gut, lassen wir das! Wie Sie sagten: Die Kirche ist immer schuldig,
egal was sie macht …
#65 Lycobates 12:10:40 | Mittwoch, 26. Januar 2011
Index @Jubärens Ich weiß zwar, daß sich schon im 19.Jhd. der deutsche Professor und jene, die sich
solche dünken, oft vornehm herablassend über den Index und dgl. geäußert haben (und dies noch tun)
und der Index auch nach 1917 in deutschen Landen nicht selten toter Buchstabe geblieben ist. Trotzdem
sollte aber doch ergänzend erwähnt werden (sosehr ich Ihnen in dieser Diskussion sonst zustimme), daß
der Index nicht bloß eine „Orientierung“, sondern ein positives Gesetz (bei Zuwiderhandlung z.T. mit
der Tatstrafe Exkommunikation ausgestattet, CIC 2318) ist (nicht „war“, siehe unten), und nicht „ausschließlich
für Katholiken“, da die Bestimmungen des Kirchenrechts (und also der darin 1917 aufgenommenen Bücherzensur)
jedenfalls grundsätzlich alle gültig Getauften verpflichten. Der Index wurde nie „abgeschafft“. Die
mit ihm verbundenen Zensuren wurden am 15.11.1966 (angeblich) außer Kraft gesetzt, doch erklärte Kardinal
Ottaviani in einer Notificatio schon am 14.6. „Indicem suum vigorem moralem servare“. Auf Grund der Ämtervakanz
kann diese Außerkraftsetzung für Katholiken keine Rechtskraft beanspruchen. Auch Ottaviani dürfte damals
noch nicht bewußt gewesen sein, daß er seit dem 9.10.1958 nicht mehr Sekretär des hl. Offiziums war!
Zur Begründung der Bücherzensur und des Index ist es schließlich interessant, das Vorwort (in italienischer
Sprache) des verdienten Kardinals Merry del Val aus dem Jahre 1929, das auch in der vorerst letzten gedruckten
Ausgabe (1948) aufgenommen wurde, zu studieren…
#10 Lycobates 11:03:47 | Mittwoch, 26. Januar 2011
Joch @diakonus Ist es wirklich so schwierig zu verstehen: Jemand weiss sich von Jesus gesendet, anderen
die frohe Botschaft zu bringen. Derselbe ist aber auch bereit, zuzuhören und selber von anderen zu lernen.
Vielleicht sollten Sie noch einmal unter Gebet 2.Kor.6,14 ff. erwägen! Nolite jugum ducere cum infidelibus.
Quæ enim participatio justitiæ cum iniquitate? aut quæ societas luci ad tenebras? quæ autem conventio
Christi ad Belial? aut quæ pars fideli cum infideli? qui autem consensus templo Dei cum idolis?
#52 Lycobates 10:29:17 | Mittwoch, 26. Januar 2011
Die Frage der Intention @Sinah ist schon etwas schwierig! Halten wir fest: für die Gültigkeit erforderlich
ist wenigstens das „zu tun, was die Kirche tut“ (Trid. sess.7, can.11), nicht unbedingt auch das zu wollen,
was die Kirche will. Trotzdem genügt nicht die äußere Intention, die etwa im Ritus zum Ausdruck kommt
(Text an sich und Textverwendung), sondern es ist auch eine innere Intention notwendig. Nun ist aber diese
Intention mit Billot (de Sacr.I, th.18) per se unsichtbar, sie wird erst sichtbar durch die äußere Handlung,
durch die man mit moralischer Sicherheit auf die innere Intention schließt. Wenn also der Ritus des Sakraments
ernsthaft vorgenommen wird, muß auf die entsprechende innere Intention geschlossen werden, das Sakrament
auch ernsthaft und somit wirksam zu spenden. Um das Sakrament ungültig zu machen, müßte eine innere
Gegenintention aktuell durchgehalten werden, das Sakrament nicht zu spenden, trotz äußerer zur Schau
getragener Intention (text- und ritusbedingt), es doch zu spenden. Das ist psychologisch fast eine Unmöglichkeit,
obwohl es im Einzelfall denkbar wäre. Aber Sünde, Unglaube, Zweifel, klare Verwerfung sogar der Sakramentalität
oder des Sühneopfers Christi, wären noch nicht ein positives „niti in oppositum“ (Billot), da dies doch
auch irgendwie auffallen würde. Ich denke aber, der Modernist, der sich „herabläßt“, und auf Anfrage
tridentinisch zelebriert, ist indifferent. Er sagt sich „Ach, tun wir den Leuten heute den Gefallen“.
Das genügt, wenn es auch ein Sakrileg ist.
Entpriesterlichung @monens Sie schrieben: Letztendliches freimaurerische Ziel aber ist die eigentliche
„Entpriesterlichung“ der Kirche zu Gunsten einer „Laienkirche“; Um dies bewerkstelligen zu können, bedarf
es zunächst einer „Uebergangsform“; zölibatäre Priester und verheiratete „Priester“ nebeneinander;
Das stimmt natürlich; ist aber in der Konzilskirche weitgehend schon verwirklicht durch die Einführung
der neuen unwirksamen Weihen 1968/1969, die nach verschiedenen (hier bereits öfter verlinkten, ich wiederhole
das nicht) wissenschaftlichen Studien einen defectus formae et intentionis aufweisen. In einigen Jahren
wird man gültige Priester (von Bischöfen ganz zu schweigen) bei den Konziliaren mit der Lupe suchen
müssen. Vermutlich wird der Nachfolger Hw. Ratzingers schon keiner mehr sein.
Ergänzung @Palmström Ich meinte natürlich: Ich empfehle … die (erneute) Lektüre der zwei letzten
Kapitel (11 & 12) DES ZWEITEN BUCHES der Imitatio Christi wie schon aus dem Link hervorging (umso gerner
als auch Luther ihn geschätzt hat) das ist für Sie, ad hominem, nicht weil ich Luthern besonders schätzte!
das wahre Glück @Palmström Ich empfehle (umso gerner als auch Luther ihn geschätzt hat) die (erneute)
Lektüre der zwei letzten Kapitel (11 & 12) der Imitatio Christi des ehrwürdigen Thomas à Kempis: thelatinlibrary.com/kempis/kempis2.shtml
(einige Scann-Fehler sind zu berichtigen)
glücklich @Palmström Die Lutherische Kirchen handelt für die Menschen damit die hier auf Erden glücklich
werden können. Seit wann ist „auf Erden glücklich werden“ ein Ziel des Christentums?
Näheres @Sinah In bezug auf das Lesen der Alten Messe v. Léonard haben Sie mit „gültiges Messformular“
evtl. das Tridentinische Meßformular angesprochen. Doch offenkundig ist dies nicht wegen der Bezeichnung
„wenn ein gültiges Meßformular“ Verwendung findet. Es gibt nur „das“ Meßformular. So ist es, ich meinte
natürlich die vom hl. Pius V. zuletzt kodifizierte, deswegen tridentinisch genannte, römische Messe,
die den Nachrichten zufolge Bischofsdarsteller Hw. Léonard als „Pontifikalamt“ demnächst in Brüssel
feiern will. Er könnte aber auch im überlieferten ambrosianischen, mozarabischen oder dominikanischen
Ritus zelebrieren, wenn er wollte; auch das wäre „ein“ gültiges Meßformular des lateinischen Ritus.
Die Erlaubtheit dieser Messe, bzw. der Teilnahme daran steht auf einem anderen Blatt. Sie muß m.E. klar
verneint werden, da stimmen wir überein! Jene, die gelegentlich die Alte Messe lesen, haben die gewechselte
Intention mitgebracht, denn sie machen ja nicht mehr was die Kirche tut. Die sakramentale Intention „zu
tun, was die Kirche tut“ findet in erster Linie ihren Ausdruck in den Texten für die Spendung der Sakramente
und die Feier des hl. Opfers. Wenn ein gültig Geweihter sich dieser Texte bedient, und offensichtlich
ernsthaft, auch wenn er nicht daran glaubt, das tut, was in diesen Fällen die Kirche tut, unter Einhaltung
alles Notwendigen, kommt das Sakrament zustande. Spender der Sakramente und Opferpriester der Messe ist
immer nur Christus selber. Der Priester ist nur Instrument…
Sinnesänderung tut not @Sinah Zustimmung, wie fast immer, zu Ihrem Beitrag! Ergänzend: Ein Priester,
der nicht innerlich vollkommen Abstand nimmt zu der Luthermesse, hat keine Überzeugung und damit nicht
die wahre Intention, die zur Gültigkeit der Messe gehört. Wenn keine Sinnesänderung in den Köpfen
der Prälaten erfolgt, wird die Alte Messe wegen „Motu Proprio“ nur entweiht, entwürdigt Letzteres ist
sicher richtig: Modernisten und andere Häretiker, die die Messe feiern, begehen ein schweres Sakrileg,
und entwürdigen das Sakrament. Trotzdem ist die Messe gültig, wenn ein gültiges Meßformular Verwendung
findet, und der Zelebrant gültig geweiht ist. Das muß man festhalten. Sogar eine persönliche Häresie
des Zelebranten in Punkto Messe oder Sakrament macht das Sakrament nicht ungültig, wenn sonst alles Notwendige
eingehalten wird und der Zelebrant äußerlich das tut, was die Kirche tut. Daher ist eine von Hw. Léonard
gefeierte Messe gültig, da dieser Mann noch 1964 wirksam zum Priester geweiht wurde und etwa 5 Jahre,
zumindest bis 1969, die kath. Messe gefeiert hat. Ein „Pontifikalamt“ wäre natürlich mißbräuchlich,
da der Betroffene keine gültige Bischofsweihe hat (1991, von Hw. Danneels, dessen „Bischofsweihe“ 1977
in der Blütezeit der Liturgieskandale fiel). Über die Frage der inneren Intention urteilt die Kirche
nicht, sie kann es auch nicht, wie Papst Leo XIII. 1896 in Apostolicae curae www.vatican.va/…96-97]%20-%20ocr.pdf
ausführte, sondern geht bis zum Gegenbeweis immer davon aus, daß sich die innere mit der äußeren deckt.
#24 Lycobates 15:56:15 | Mittwoch, 19. Januar 2011
Latein @karljosef Sie nennen ein paar wesentliche Punkte. Die Frage der Liturgiesprache ist sekundär.
Wesentlich ist die von den liturgischen Texten vermittelte und vertretene Theologie. Da gibt es einen
himmelweiten Unterschied zwischen dem NOM und den überlieferten Liturgien (ob Ost oder West, ob Latein
oder eine andere Sprache), zwischen Keksfeier und Christi Opfer, zwischen „Werk von Menschenhand“ und
immaculata hostia bzw. θυσία καθαρά. Wenn Bf. Montini sich damit begnügt hätte (das konnte
und wollte er aber nicht, als Modernist!), die überlieferte Messe in einer genauen Übersetzung zu verbreiten,
wäre nichts passiert (allein die Volkssprachen als Liturgiesprache aufzuerlegen, hätte aber kein Papst
gekonnt, da dies vom Tridentinum anathematisiert worden ist, vgl. can. 9 der sess. XXII). Höchstens wäre
dies als temerär einzustufen gewesen, da mit Übersetzungen Fehlinterpretationen Tür und Tor geöffnet
wird, was sich ja auch herausgestellt hat. Die erste Liturgiereform gab es schon im 4 Jahrhundert (vom
Griechisch ins Latein) Der Wechsel Griechisch>Latein in Rom ist unter Papst Viktor I. anzusetzen. Er stammte
aus Afrika Prokonsularis (dem heutigen Tunesien), wo kein Griechisch gesprochen wurde, und regierte 189-99.
Eine „Liturgiereform“ kann man das aber nicht nennen, da die Lehraussagen zum Meßopfer wesentlich identisch
sind und blieben, wie es auch nicht anders sein könnte. Der NOM aber ist in Latein genauso unkatholisch
wie in Deutsch!
#48 Lycobates 11:39:42 | Dienstag, 18. Januar 2011
Näheres zu 1Kor.9,5 @Febron Nestle (mir vorliegend ed. 22) notiert für den Urtext z.B. auch Mehrzahlformen
(ἀδελφὰς) γυναῖκας (ebenso ed. 3 Merk/Rom und Souter/Oxford), was bedeuten kann, jeder
Apostel führe jeweils mehrere „(Schwestern-)Frauen“ mit sich. Auch das spricht eher für die gängige
Interpretation der Dienerinnenschar, die schon den Herrn begleitete. Für die Vulgata vermerken Nestle
und Merk auch die Reihenfolge sororem mulierem (was aber für die Bedeutung des Lat. nichts wesentliches
ändert). @Lycos Der Urtext verwendet das allg. Wort für „Frau“, das auch „Ehefrau“ bedeuten kann, aber
nicht muß. Ebenso die lat. Sixto-Clementina, wobei hier allerdings das typische Wort für „Ehefrau“ vermieden
wird (nicht in allen Versionen). In beiden Fällen in der Regel mit der einengenden Apposition „Schwester“
(vor- od. nachgestellt). Hier auf ehe(-ähn)liche Verhältnisse zu schließen, ist nach Lk. 18,28-30 abwegig,
auch wenn es sich doch um die Christin gewordene (ehem.) Ehefrau handeln sollte. Es sind Gehilfinnen (geworden),
wie schon die hl. Frauen im Evangelium den Herrn und die Jünger auf ihren Wanderungen begleiteten und
ihnen dienten (Lk. 8,3). Obwohl der Text hier für sich genommen nicht unbedingt schlüssig ist, zeugen
für diese Interpretation Kirchenväter (etwa der spätere Hieronymus), Tradition und Lehramt, als primäre
Quellen, durch die uns das NT ja erst interpretierbar wird. Demnach übersetzt Ketter richtig „eine Frau
als Schwester mitführen“, Rösch „eine Mitschwester mitnehmen“.
nicht ganz @Lycos Auch dies (1 Kor. 9,5) ist eine vielbeschworene Stelle, die der modernistischen Steinbruchexegese
als Material dient. Dazu hier bereits am 3. Dezember 2009, wenn es interessiert: ἀδελφὴν γυναῖκα
bzw. mulierem sororem (man beachte die Reihenfolge der Vulgata), nicht uxorem sororem. γυνὴ für
sich genommen könnte allerdings beide Bedeutungen haben.
müßig @Leo Miles Es ist müßig zu erwähnen, daß Petrus alles zurückließ, um Jesus voll und ganz
nachzufolgen (Lk 5,11). Richtig. Ebenso müßig ist es, hier noch einmal daran zu erinnern, daß zwar
von der erkrankten Schwiegermutter die Rede ist, nirgends aber die (vermutlich bereits verstorbene) Ehefrau
erwähnt wird. Auch da nicht, wo man es erwarten müßte, wo da steht: Et continuo surgens, ministrabat
illis (Lk. 4,39).
#14 Lycobates 18:33:46 | Donnerstag, 13. Januar 2011
Nuancen @Mag[ister?] catholicus Denn in der Piusbruderschaft gelten die nach neuem Ritus geweihten Priester
ja als ungültig geweiht, Das stimmt so nicht; die Frage der Gültigkeit der neuen Weihen ist in der PB
als solcher (von einzelnen Priestern abgesehen) nicht durchgedacht worden und wurde und wird je nach Wetterlage
und Magendrücken unterschiedlich beantwortet. Die heutige Wetterlage (Beitrittsverhandlungen mit dem
Konzilsklub) ist für ein couragiertes Angehen des Problems eher ungünstig. weshalb viele von ihnen ja
auch den gegenwärtigen Papst nur als verkleideten Priester ansehen. Die Priesterweihe (1951) Joseph Ratzingers
steht nicht zur Diskussion. Seine Bischofsweihe (1977), von Bf. Stangl nach dem neuen Ritus vorgenommen,
ist zumindest höchst zweifelhaft und darf, nach dem Prinzip des Tutiorismus, bis auf weiteres nicht als
gültig angenommen werden. Zur Gültigkeitsfrage der Weihen wurden in der Vergangenheit hier wichtige
Dokumente eingestellt bzw. verlinkt.
#4 Lycobates 17:37:56 | Donnerstag, 13. Januar 2011
Frage Wird Bf. Fellay als Oberer der PB dem jungen Mann klarmachen, daß er Tonsur, niedere und höhere
Weihen nachholen muß, bevor er als Priester wirken und die wahre heilige Messe wirksam feiern kann, oder
wird die PB, ihrer üblichen Praxis gemäß, die Entscheidung darüber dem Gewissen des Betroffenen überlassen,
und ihn ggf. ohne Nachweihe als Meß-Simulanten beschäftigen? (exempla adsunt) Des weiteren ist der Schritt
des Betroffenen, die Konzilskirche zu verlassen, nur zu begrüßen.
#19 Lycobates 17:34:56 | Mittwoch, 12. Januar 2011
Ölbergnacht @Mi.cha.el Die Kirche hat bisher für eine Seligsprechung nicht nur mehrere unbezweifelhaft
geprüfte Wunder verlangt, sondern auch eine genaue Prüfung der Lehren und Taten des jeweiligen „Kandidaten“.
War hier nur der kleinste Zweifel möglich, kann die Kirche nicht „seligsprechen“! So ist es. Nach geltendem
Verfahren sind zwei unterschiedliche unzweifelhafte (d.h. ärztlich bzw. naturwissenschaftlich unerklärliche)
Wunder für eine Seligsprechung erforderlich. Hier ist es aber nicht die katholische Kirche, die seligspricht,
sondern die Konzilssekte, die einem ihrer Begründer den Heiligenschein umhängen will, um noch mehr Gläubige
zu täuschen. Nein, Leser Sinah schrieb zurecht: Warum soll eine Stelle, die nicht katholisch ist, eine
Untersuchung vornehmen? Zum Glück geschieht es nicht. Es würde das Chaos perfekt machen. Eine nichtkath.
Glaubensgemeinschaft kann diese Untersuchung nicht vornehmen Man sollte doch verstehen, daß katholische
Kirche und „Konzilskirche“ (so die Eigenbezeichnung Bf. Montinis/„Pauls VI.“) zweierlei sind, und für
Katholiken alle Akte der Konzilskirche und ihrer Hierarchen keine Verbindlichkeit haben können. Daß
hier allerdings geheiligte Formen der katholischen Praxis mißbraucht werden, ist klar. Der Anmaßung
der modernistischen Neuerer, für die Kirche Christi zu sprechen und in ihr ein legitimes Amt auszuüben,
muß indes immer wieder entschieden widersprochen werden!
#4 Lycobates 18:30:16 | Freitag, 17. Dezember 2010
merkwürdige Figur In der Tat eine merkwürdige Figur! Wenn John Hepworth noch 1968 als katholischer Priester
geweiht wurde (möglicherweise vom damaligen Erzbischof von Adelaide, Matthew Beovich), wäre er aber
wahrscheinlich zumindest gültig geweihter Priester. Als 1976 abgefallener Priester könnte er, jedenfalls
nach der überlieferten Praxis, nach seiner Rückkehr zur Kirche aber nur als Laie leben bzw. als Laienbruder
in einem Kloster Buße tun. Eine einfache Übernahme als Kleriker (geschweige denn eine erneute Bischofsweihe),
und die Ausübung des Priestertums kämen nicht mehr in Frage. Eine Rückkehr zur Konzilskirche kann aber
nicht als Rückkehr zur katholischen Kirche gewertet werden!
#15 Lycobates 19:29:00 | Donnerstag, 16. Dezember 2010
Simulation @Pater Lingen Wenn man sich die Weihelinie …ww.catholic-hierarchy.org/bishop/bhuonder.html
des Herrn Huonder etwas näher anschaut, müßte man ja froh sein, daß der Betroffene nur fünfmal eine
(wahre) Messe simuliert hat!
#6 Lycobates 16:38:22 | Donnerstag, 16. Dezember 2010
„Neokatechumenales“ Die Häresien der „neokatechumenalen“ Bewegung des spanischen Laien Francisco (Kiko)
Argüello, die (wie andere fehlgeleitete „caminos“) seinerzeit auch beim Dalai Wojtyła Unterstützung
fand, wurden eingehend untersucht von dem italienischen Passionisten P. Enrico Zoffoli (1915-1996), u.a.
in der Schrift Eresie del movimento neocatecumenale (1992). Die Kritik wurde auch maßgebenden Hierarchen
der Konzilskirche zugestellt (natürlich erfolglos). P. Zoffoli hatte damals versucht, ohne Zweifel guten
Glaubens, die Orthodoxie Bf. Wojtyłas zu retten. Dazu hier ein aufschlußreicher Briefwechsel www.reocities.com/…lphi/6919/PEZ-CR.htm
u.a. mit Hw. Ruini, damals „Kardinalvikar“.
#13 Lycobates 16:37:33 | Mittwoch, 15. Dezember 2010
„echte“ Messe Menschen aus meiner Gemeinde, die liturgisch überhaupt nicht vorgebildet sind und deshalb
nicht wissen, daß der vorkonziliare Ritus als »böse« zu gelten hat, sprechen mittlerweile bezüglich
des alten Ritus völlig unbedarft als von der »echten Messe« Hier spricht der sensus catholicus. Man
muß aber auch bedenken, und immer wieder betonen, daß für eine „echte Messe“ auch ein „echter Priester“
erforderlich ist. Ist Hendrick Jolie das? @Gebetsmühle Jedwede Riten und alle Liturgie stammt von den
Theologen und Päpsten der verschiedenen Zeiten. Wichtig ist allein der Glaube – alles andere ist nebensächlich
Der Glaube, ob rechter Glaube oder Irrglaube, bedingt aber eine gewisse Form der Liturgie, einer rechtgläubigen
eben, oder irrgläubigen; oder andersherum: die Liturgie ist in keinem ihrer Details voraussetzungslos,
sondern immer Ausdruck einer gewissen Theologie (nach dem Wort des Modernisten P. Ferdinando Antonelli
OFM, eines der Schreibtischtäter des NOM, der ganz zu Recht schrieb, in der Liturgie sei jedes Wort,
jeder Gestus Ausdruck einer theologischen Idee. Darum geht es, nicht um bloße Formen, im Kampf um die
Messe!
#23 Lycobates 17:45:38 | Donnerstag, 2. Dezember 2010
Erkenntnis @R.Ruhrgebietler Jesus war Gottes Sohn, in allem uns gleich, ausser der Sünde! Diese Erkenntnis
geht den Neu-Arianern bzw. Modalisten der Konzilssekte ein für allemal ab. Man versteht nicht einmal
mehr, wie blasphemisch dieses Buch (und der Film) sind, und daß seine Befürworter und Verharmloser der
ira Dei verfallen, womöglich sogar zeitliches Unglück auf sich herabrufen. (vgl. Mt. 10,32ff und 1Jo.
4,2ff). So weit sind wir gekommen. Das war 1951, als Kazantzakis den Roman veröffentlichte, noch anders.
Die griechische Kirche, in der er getauft war (nicht aber der zwielichtige Patriarch Athenagoras) exkommunizierte
ihn 1955 und die römische hat ‘Ο τελευταῖος πειρασμός (so der Originaltitel) Ende
1953/Anfang 1954 indiziert. Das ist bis heute in Kraft, wenn auch unsere verbildeten Zeitgenossen darüber
überheblich lächeln möchten.
#48 Lycobates 14:46:29 | Donnerstag, 2. Dezember 2010
Erste Breschen Wie bereits hier einige Male von verschiedener Seite betont, steht zu befürchten, daß
nun auch die Ostkirchen ihr „Vatikanum II“ samt Liturgiereform erleben werden (ein Ostkirchenkonzil ist
für 2011 oder 2012 geplant, 50 Jahre nach 1962), und damit der Konzilskirche gleichgeschaltet, was im
Hinblick auf die angestrebte Welteinheitsreligion natürlich unumgänglich ist. Gültige Sakramente haben
da keinen Platz. Das Moskauer Patriarchat hat gerade die Übersetzung der überlieferten altkirchenslawischen
Liturgie (in der Hauptsache die des hl. Chrysostomos) ins Kasachische (eine Turksprache) prinzipiell genehmigt. www.blagovest-info.ru/index.php?ss=2&s=3&id=37… Es wird spekuliert, daß mittelfristig auch für Rußland
eine generelle Umsetzung der Liturgie in eine moderne Sprachfassung angestrebt wird, was vereinzelt im
Westen schon der Fall ist (auch Übersetzungen, etwa in der Pariser rue Daru wo schon seit langem französisch
zelebriert wird). Dann sind „Textanpassungen“ an das „Verständnis“ des „modernen Menschen“ und die Eliminierung
„dem heutigen Menschen unzumutbarer (sog. negativer) Theologie“ (nach dem Ausdruck des Modernisten Augé,
etwa in Ephemerides Liturgicae 84 [1970], 275ff.) der logische nächste Schritt. Spätestens dann (bei
wesentlicher Änderung der zu Grunde liegenden lex credendi) muß eine mögliche sakramentale Ungültigkeit
(der lex orandi) befürchtet werden. Wie gesagt: alles schon dagewesen! Bemühen wir uns um die Gabe der
Unterscheidung der Geister!
#32 Lycobates 14:20:00 | Donnerstag, 25. November 2010
Weihe oder „Weihe“? Es wäre wichtig, zu wissen, nach welchem Pontifikale Hw. Joseph Guo Jincai (42) von
dem weihenden Bischof Peter Fang Jiangping (45) am Samstag zum Bischof geweiht wurde, sowie nach welchem
Pontifikale (und von wem) er 1992 zum Priester, und nach welchem Pontifikale (und von wem) sein Weihbischof
selber zum Priester und Bischof geweiht wurde. Die Lage in China ist kompliziert. Die von den Behörden
1951 ins Schisma gezwungenen bzw. mehr oder weniger freiwillig ins Schisma gegangenen Bischöfe haben
natürlich die Montini’sche Aftersynode „Vatikanum II“ und die nachfolgenden Reformen der Messe und Weihen
nicht mitgemacht. So konnten dort weit über 1968 bzw. 1969 hinaus Meßopfer und wirksame Weihen nach
dem überlieferten lateinischen Ritus erhalten bleiben (China gehört liturgisch der Westkiche an, obwohl
es dort, in Harbin, seit 1928 auch ein byzantinisches Exarchat gibt/gab, vakant seit 1953). Das ist für
China ohne Zweifel ein Glück im Unglück gewesen. In den letzten Jahrzehnten hat es aber Annäherungsversuche
und Anpassungen an die Konzilskirche gegeben. Sind sich die chinesischen Katholiken und ihr Klerus überhaupt
im klaren, was hier auf dem Spiel steht? Auch ein Foto www.indcatholicnews.com/news.php?viewStory=1719…
im Internet zeigt den Priester Guo Jincai mit neuartigem Liturgiegewand (Kragenalbe mit breiter nicht
gekreuzter Stola). Wenn das ein Indiz für die verwendete Liturgie ist, sieht es nicht gut aus.
#59 Lycobates 16:02:36 | Freitag, 12. November 2010
schräge Formulierung @SignumSalutis was um Himmels Willen soll nun wieder der Titel „Sachwalterin des
Fegefeuers“? Wird dies demnächst in die Lauretanische Litanei eingefügt? Und was beinhaltet das? etwas
schräg ist es schon; ich interpretiere: Fürsprecherin für die Armen Seelen. Das wäre einwandfrei.
Aber man sollte sich doch bitte an die überlieferten Texte und Titel halten!
#14 Lycobates 12:06:44 | Freitag, 12. November 2010
niedere Weihen Zu den niedrigen Weihen – die ab der Tonsur empfangen werden – zählt das großartige und
mutige Konzil den Subdiakon, den Akolythen (Altardiener), den Exorzisten, den Lektor und den Ostiarier
(Türhüter). Wobei die richtige Reihenfolge wäre: Ostiarier, Lektor, Exorzist, Akolyth. Der Subdiakonat
wird in der lateinischen Kirche zu den drei höheren Weihen gerechnet; mit ihm fängt die Verpflichtung
zum Zölbat und zum täglichen Breviergebet an. Dieser neue Vorstoß (Frauen als „Lektorinnen“), entgegen
der ausdrücklichen Weisung des Apostels (1Kor. 14,34) und der ununterbrochenenen Praxis der rechtgläubigen
Kirche (in Ost und West), wirft wiederum ein schrilles Licht auf die „Hermeneutik der Kontinuität“ des
Rattenfängers Ratzinger. Lassen wir uns nicht beirren!
#35 Lycobates 17:21:42 | Donnerstag, 11. November 2010
schief angeschaut @Luther.Frau_1 ich habe beim Abendmahl in meiner ev. Kirche durchaus miterlebt, das
sich Gläubige niedergekniet haben und die Kommunion als Mundkommunion empfangen haben. Diese Leute wurden
auch nicht schief angeschaut oder merkwürdig angesprochen Da freue ich mich sehr für Sie und diese Leute!
Ich weiß aber andererseits von einem „katholischen“ Erzbischof einer südfranzösischen Diözese, der,
Ziborium in der Hand, einer betagten Dame, die sich vor ihm zur Kommunion hingekniet hatte (die Kommunionbank
war schon weg, es geschah Anfang der 70er Jahre), mit wütenden Fußtritten auf die Knie andeutete, sie
solle sich doch gefälligst erheben…
#56 Lycobates 15:44:00 | Dienstag, 9. November 2010
herb @Regina1961 ein herber Verlust, das ist sehr richtig. Nur hat der Verlust schon vor gut vierzig Jahren
stattgefunden, als die modernistische Reform dort wie überall Einzug hielt. Jetzt hat nur das konziliare
Siechtum ein klägliches Ende gefunden. Dignum et justum est. Eine „Wende“ kann es nur geben, wenn radikal
umgekehrt wird: zur überlieferten Ordensregel, zum überlieferten Chorgesang, zur überlieferten Spiritualität,
und, vor allem, zur überlieferten Liturgie, zu wirksamen Weihen und zum wahren Altarsakrament. „Wenn
ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esset und sein Blut nicht trinket, habt ihr das Leben nicht in
euch“ Joh. 6 Das „Werk von Menschenhand“ muß untergehen, nur die „unbefleckte Opfergabe“ und der „Kelch
des Heiles“ haben Bestand. Wer das nicht verstehen will, bemüht sich vergeblich.
#21 Lycobates 15:23:42 | Dienstag, 9. November 2010
Depressionen @r.ruhrgebietler liegt wohl darandass Krenn nicht die ewig gültige trid. Liturgie zelebriert
Tja, er könnte aber, wenn er denn wollte. Hw. Krenn wurde am 7. Oktober (ausgerechnet) 1962 in Linz wirksam
zum Priester geweiht. Ein Jammer! Orate sine intermissione
noch einmal die Diakoninnen @Rudolfus Es gab in Spanien auch eine Äbtissin, die als Ordinaria eines Klerusses
fungierte Die Äbtissin des Real Monasterio de las Huelgas in Burgos (Altkastilien) führte den Krummstab
(und wurde so auf Gemälden abgebildet), da sie als Grundherrin bzw. (quasi-)Ordinaria u.a. das Ernennungsrecht
der Pfarrer in ihrem Machtbereich (über 60 Ortschaften) hatte. Das Privileg gab es auch anderswo; in
Burgos hielt es sich bis unter Papst Pius IX. 1873. Mit einer Klerikerweihe hatte und hat das nichts zu
tun, wie Sie hier zu Recht betonen. Das alte Sakramentale der Diakoninnenweihe (hier schon im Juni erörtert)
(mit Verpflichtung zur Jungfräulichkeit bzw. Keuschheit!) hat sich spätestens dann erledigt, als die
mit dem Diakonat einhergehenden Amtspflichten (u.a. soziale Fürsorge für Frauen) von anderen (Ungeweihten)
übernommen wurden. Die noch existierende Nonnen- (bzw. Äbtissinnenweihe) dürfte heute alle noch bestehenden
weiblichen Bedürfnisse dieser Art abdecken. commons.wikimedia.org/…a_la_Real_de_Huelgas?uselang=de
Das erste Bild zeigt eine Äbtissin
#26 Lycobates 13:10:44 | Freitag, 5. November 2010
übrigens @Thomasius die frühen Christen hatten keine „Kirchen“ sondern trafen sich in Privathäusern.
Daß es bis etwa 313 keine etablierten Kirchengebäude gab, dafür gab es triftige Gründe. Auch heute
wird das hl. Opfer vereinzelt wieder in Privaträumen gefeiert. In der Zukunft wird das wohl noch häufiger
werden. Die ersten Christen bevorzugten aber, wo es ging, Märtyrergräber für die Meßfeier. Sie feierten
natürlich das gemeinsame Mahl zum Andenken an und zu Ehren des Herrn Jesus Christus. Daß die ersten
Christen bisweilen zusammen aßen und dabei auch das Tischgebet nicht vergaßen, darf man getrost annehmen.
Mit dem Sakrament der Eucharistie und dem von Christus den Aposteln und ihren Nachfolgern aufgetragenen
Opfer von Christi Leib und Blut hat das aber nichts zu tun. All das wurde schon oft erörtert. Man wundert
sich, wie zäh sich das Wunschdenken der modernistischen Steinbruchexegeten (nach einem hier aufgelesenen
Ausdruck) noch hält.
#52 Lycobates 12:13:07 | Freitag, 29. Oktober 2010
wüstes Stieren @Aliatus Katholisch ist gar nicht so wüst, wie sichs hier darstellt, eher klar, fein,
heiter (als Konvertit vom Kopf her weiß ich das). Das selektive Stieren der Redaktion auf die Sünden
gegen das 6. Gebot ist nicht katholisch, ist eine calvinistisch-pietistische, ketzerische Attitüde. Und
dennoch nennt die Kirche die Verfehlung gegen die Keuschheit zurecht „himmelschreiende“ Sünde und Hauptsünde.
Die Redaktion indes erinnert an die 3 anderen himmelschreienden und die restlichen 6 Hauptsünden nur
selten (… qui mal y pense). Gut, daß Sie die Sache einmal auf den Punkt bringen. Das sollte hier öfter
betont werden! Mit Gehässigkeiten, von welcher Seite auch immer, ist keiner Sache gedient, wenn auch
auf Prinzipien bestanden werden muß und keine Sünde verharmlost werden darf. Gott befohlen!
#4 Lycobates 12:44:44 | Mittwoch, 27. Oktober 2010
traurig Mein herzliches Beileid den Eltern und Angehörigen. Ich schließe mich an. Allerdings wenn der
Priester nicht die alte Messe zelebriert hätte wäre es kreuz.net keine Meldung wert. Dürfte stimmen.
Und doch ist jeder Unfalltod ein schreckliches Ereignis. Leider war der junge Mann (Weihe 2004 in der
Konzilskirche) wahrscheinlich überhaupt kein Priester. Das weiß er jetzt. Ob er aber zeitlebens die
kirchliche Lage überhaupt begriffen hat? Seiner Seele soll, an der heutigen Apostelvigil, unser Gebet
gelten.
#17 Lycobates 13:35:26 | Freitag, 22. Oktober 2010
Ihre Frage @Pascal123 Was heisst erloschen??? Ausgesetzt oder so wie nie abgelegt??? Sind die Brüder
und Schwestern jetzt Laien??? Ist es so einfach durch aufhebung der Gemeinschaft, das vor Gott abgelegte
Gelübde erlöschen??? Scheint mir irgendwie zu einfach. Die Information im Artikel kann in der Tat só
nicht stimmen, obwohl natürlich in der Konzilskirche alles möglich ist. Da geht es förmlich drunter
und drüber. Im Prinzip hat die Aufhebung einer Klostergemeinschaft nicht auch die Lösung von Gelübden
(Gehorsam, Armut, Keuschheit) ihrer ehemaligen Mitglieder zur Folge. Schon gar nicht, wenn es ewige Gelübde
waren, das müßte einzeln geschehen. (Soweit ich sehe, gilt hier CIC 669-1: Professus qui vota perpetua
emisit, a religione dimissus, votis religiosis manet adstrictus, salvis constitutionibus aut Sedis Apostolicae
indultis quae aliud ferant, letzterer Punkt wäre zu prüfen) Zeitliche Gelübde entfallen, wenn der Termin
abgelaufen ist. (Diese „Intercessors of the Lamb“ wurden angeblich 1998 errichtet und anerkannt, also
im Kontext der Konzilskirche; das hat für Katholiken keinen Bestand. Trotzdem gelten vor Gott abgelegte
Gelübde, ganz bestimmt die Gelübde der Oberin, die ja einer älteren Klostergemeinschaft entstammt,
und dort ursprünglich ihre Gelübde abgelegt hatte)
#123 Lycobates 20:10:28 | Mittwoch, 20. Oktober 2010
Leim @Matthäus drei+ Mannhaft katholisch wäre gewesen, dieses Bestechungsangebot einer Aufhebung der
Exkommunikation sofort abzulehnen. Eine „Bekehrung Roms“ im Sinne der Piusbrüder ist völlig unmöglich.
Was passieren wird, ist das Erwürgen der letzten aufrechten Katholiken in der Umarmung der Altliberalen,
angeführt vom alten Fuchs Ratzinger So ist es. Was aber Bf. Fellay wirklich bewegt, ist mir nach wie
vor unklar. Vom modernistischen Rom aus gesehen, liegt es auf der Hand, daß Hw. Ratzinger & Co. durch
eine Einverleibung der PB in erster Linie die dort noch intakt vorhandene apostolische Sukzession mittelfristig
abwürgen wollen. Diese ist den Modernisten ein Dorn im Fleisch. Die Petrusbruderschaft und die anderen
Indult-Vereine sind bereits „gleichgeschaltet“ (die Weihelinie der dort tätigen Kleriker ist im einzelnen
zu prüfen), ebenso natürlich seit 1968 die Konzilskirche als solche. Neuerdings hört man auch immer
mehr, daß nun auch die unierten Ostkirchen „nachdenken“ über liturgische „Erneuerungen“, wohl nicht
nur für die Feier des hl. Opfers. Caveant consules!
#16 Lycobates 19:27:46 | Mittwoch, 20. Oktober 2010
noch einmal an Naturella Ihre Schmerzen tun mir leid. Sie brauchen aber Beiträge, die wehtun, gar nicht
zu lesen. Das hilft. Ihre „Sachkritik“ nehme ich zur Kenntnis. Einen syntaktischen Kurzschluß oder eine
sprachliche Unstimmigkeit in diesem oder jenem Beitrag habe ich im nachhinein leider auch schon entdeckt
(nicht nur bei mir!). Man sollte nach dem Zusammenbasteln, Einfügen und Neuformulieren immer noch einmal
genau alles lesen, bevor man auf „Absenden“ drückt. Und auch der Platzmangel (bei 1500 Zeichen) bewirkt
manchmal, daß die Gedanken etwas zu gestrafft, als es auch den Belesensten dieser Erde zumutbar ist,
formuliert werden müssen. Aber gehen Sie doch bitte weiter mit dem guten Beispiel voran!
#78 Lycobates 19:03:48 | Mittwoch, 20. Oktober 2010
1Kor. 9 @Dr. Schlämmer Danke für Ihre Zuschrift. Nur kurz ein weiterer Hinweis: Zu 1Kor. 9 wurde bereits
am 9. Dezember 2009 diskutiert, sollte dieser Punkt Sie weiter interessieren.
#3 Lycobates 18:25:29 | Mittwoch, 20. Oktober 2010
draußen „Draußen“ bleibt vorerst auch Hw. André Léonard (derzeit dritter konziliarer „Erzbischof von
Mecheln-Brüssel“). Das hatte ich ehrlich gesagt nicht erwartet. Der Sitz Mecheln als alte Metropole der
Niederlande (mit ehemals Cambrai und zeitweilig Utrecht) ist doch seit jeher mit einem Kardinalstitel
verbunden.
#8 Lycobates 17:59:42 | Mittwoch, 20. Oktober 2010
an Naturella und Thomasius Was ich von der Priesterbruderschaft St.Pius’ X. halte, namentlich von ihren
abwegigen Annäherungsversuchen an die Konzilssekte, die für sie die katholische Kirche, und doch wieder
nicht die katholische Kirche ist (es ist sie nicht! wenn sie auch deren Strukturen weitgehend übernommen
hat und usurpiert), ist aus meinen Wortmeldungen hinreichend klar. Unbeschadet meines Respekts für den
verstorbenen EB Lefebvre und viele Priester dieser Vereinigung sowie ihrer Verdienste um den Fortbestand
der Sakramente. Daß Sie nicht wissen (oder nicht zu wissen vorgeben), wer der modernistische Bischof
Roncalli war, der die Konzilssekte samt nachfolgendem Zirkus begründete, möchte ich Ihnen nicht verübeln.
Er wurde als „Johannes XXIII.“ von seinem dritten Nachfolger zur Ehre der Kekstische erhoben.
#5 Lycobates 17:28:12 | Mittwoch, 20. Oktober 2010
ein positives Wort @Rheiny besser wäre es jedoch, wenn er ausschließlich die Alte Messe zelebrieren
würde Herr Marx wurde 1979 bzw. 1996 von (vermutlich gerade-noch-Bischof) Degenhardt (Bischofsweihe 1.5.1968),
bis zum Gegenbeweis nach dem neuen (unwirksamen) Ritus zum „Priester“ und „Bischof“ geweiht. Es wäre
demnach nicht „besser“, wenn Herr Marx die „alte Messe“ lesen würde, sondern es ist im Gegenteil ganz
gut so, daß Herr Marx von Meßsimulationen ganz Abstand nimmt. Keksfeiern darf er munter, da ist kein
(sakramentaler) Schaden. Übrigens bleibt Herr Marx auch nach dem 21. November Herr Marx. Katholiken brauchen
sich darüber nicht aufzuregen. Eines Tages fällt der Vorhang für den Zirkus Roncalli. Dann müssen
alle geradestehen für was sie waren, bzw. zu sein vorgaben.
#90 Lycobates 16:05:57 | Mittwoch, 20. Oktober 2010
Noch ein Nachtrag für Geschichtsfreunde: Don Luis de Borbón Luis Antonio de Borbón y Farnesio (1727-1785),
Infant von Spanien, jüngster Sohn von Philipp V. von Spanien, wurde 1735, achtjährig, auf Geheiß seines
königlichen Vaters, der ihn zum Erzbischof von Toledo bestimmen wollte (was der Papst aber ablehnte)
von Papst Klemens XII. dennoch zum Administrator der weltlichen Geschäfte des Erzbistums und zum Kardinal
ernannt. Er zog am 13. März 1736 feierlich in sein Erzbistum ein, und erhielt den roten Hot (ich vermute:
ein rotes Hütchen) in Madrid am 23. März des gleichen Jahres. Er wurde Kardinal-Diakon von Santa Maria
della Scala, nahm aber nicht am Konklave von 1740 teil, aus dem Benedikt XIV. als Papst hervorging. 1741
erhielt er noch die Administratur des Erzbistums Sevilla. Der junge Mann, der keine Berufung zum Klerikerstand
und zum Zölibat verspürte (als Laienkardinal war er gehalten, ein züchtiges Leben zu führen), resignierte
aber 1754, 27-jährig, von allen seinen geistlichen Ämtern, was vom Papst im Konsistorium vom 18. Dezember
akzeptiert wurde. An seinen Bruder, König Karl III. schrieb er später: „Debo confesaros que el único
motivo que tuve, en otros días para renunciar al gobierno de las mitras, fue la íntima convicción en
que estaba de que no tenía vocación para el estado eclesiástico, y antes bien, de sentirme con inclinaciones
incompatibles de aquel santo estado.“ Er heiratete erst 1776 (morganatisch) und starb 1785. Ein Sohn von
ihm, Luis María, wurde (konsekrierter) EB von Toledo und Kardinal, und blieb es!
#73 Lycobates 14:18:00 | Mittwoch, 20. Oktober 2010
Der verheiratete Petrus hat „alles verlassen“ … @Dr. Schlämmer Das gilt für alle Apostel, von denen
aus keiner Quelle bekannt ist, daß sie weiter von ihren ehemaligen Familienmitgliedern begleitet worden
wären. Im Gegenteil. Und trotzdem war er wohl verheiratet, bis zum Schluss … Nun, sagen wir: bis zum
Tode seiner Frau war er bestimmt (formell) verheiratet. Das ist ja bis heute der Fall, wenn Ehegatten
sich einvernehmlich zum Zölibat verpflichten. Das Eheband bleibt bestehen bis zum Tod. Nur: die Frau
muß zu dem Zeitpunkt von Petri Berufung schon tot gewesen sein. Dafür spricht z.B., daß Mt. 8 nur die
Schwiegermutter in Petri Haushalt genannt wird, und eigens vermerkt wird, wie sie nach ihrer Heilung „aufstand“
und sie „bediente“. Die gerade noch schwerkranke Schwiegermama zu bemühen, wäre wohl unnötig gewesen,
wenn noch eine andere Frau, eben gerade Petrus’ Gattin, zugegen gewesen wäre. Quod non. Jeder Bischof
mit Weitsicht weiß, dass es mit dem (uneingeschränkten) Pflichtzölibat für alle (neuordinierten) Priester
der Westkirche früher oder später VORBEI sein wird. In der Konzilskirche ohne Zweifel. Mit Weitsicht
hat das aber nichts zu tun. Das fortschreitende Absterben der sakramentalen Gnade (keine Messe, keine
gültigen Weihen) und die damit zusammenhängende weltweite Klerikersimulation haben zwangsläufig ein
Fehlen jeglicher Standesgnade, ja: ihr Gegenteil, zur Folge. „Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes
nicht esset und sein Blut nicht trinket, habt ihr das Leben nicht in euch“ Joh. 6 Só hält keiner den
Zölibat aus!
#18 Lycobates 13:15:13 | Mittwoch, 20. Oktober 2010
Nachtrag: Theodulf Mertel Ein weiteres Beispiel. Ich sehe gerade, daß Papst Pius IX. den bayernstämmigen
Juristen Theodulf Mertel (1806-1899), der kein Kleriker war, 1858 zum Kardinal ernannte. Im gleichen Jahr
wurde er allerdings von Pius IX. zum Diakon geweiht, was er zeitlebens blieb. Als Kardinal wohnte er in
späteren Jahren täglich der Messe seines Sekretärs, des späteren Kardinals (Pietro) Gasparri, bei,
da er selbst keine Messe feiern konnte. Er hatte 1847-1871 diverse (juristische und verwaltungstechnische)
Kurienämter im Kirchenstaat inne, nahm 1869-70 als Kardinal am Vatikanischen Konzil und 1878 am Konklave
teil, aus dem Papst Leo XIII. hervorging. Er dürfte der letzte Purpurträger gewesen sein, der nicht
Priester war.
#11 Lycobates 12:49:58 | Mittwoch, 20. Oktober 2010
Priester @chico flojo Kardinäle bzw. Bischöfe sind bereits Priester Bischöfe schon (wenn denn ihre
Weihe gültig ist!). Kardinäle nicht unbedingt; bis 1917 (CIC) konnte auch ein Laie oder niederer Kleriker
Kardinal sein, und öfter wurden bis in die Neuzeit hinein jüngere Fürstensöhne ehrenhalber Kardinäle
(oft in jugendlichem Alter), was kein Problem ist, da mit dem Kardinalat keinerlei Weihegewalt notwendingerweise
verbunden ist. Auch heute wäre dies möglich, wenn ein Papst das entscheiden würde (es handelt sich
um kirchliches, nicht göttliches Recht). Der letzte Kardinal, der kein Bischof, sondern nur Priester
war, war Kardinal Nicola Canali (1874-1961, Priesterweihe 1900, Kardinal seit 1935) derzeit letzter Großpönitentiar
der Kirche (1941-1961). Der letzte Kardinal, der kein Priester war, sondern nur Diakon, war Kardinal Giacomo
Antonelli (1806-1876, Diakon 1840, Kardinal seit 1847), seinerzeit verdienter Staatssekretär Papst Pius
IX. seligen Angedenkens.
#52 Lycobates 15:30:03 | Dienstag, 19. Oktober 2010
Ermland Auch Ostpreußen und die übrigen durch Polen und die UdSSR (Nordostpreußen mit Königsberg)vernichteten
deutschen Ostgebiete waren überwiegend evangelisch, von einigen katholischen Enklaven und den katholischen
Schlesiern abgesehen. Zu erwähnen besonders das (vormals exemte Fürst-) Bistum Ermland (Kathedrale in
Frauenburg), dessen letzter Bischof (1930-1947) Maximilian Kaller de.wikipedia.org/…ki/Maximilian_Kaller
1945 unter abenteuerlichen Umständen seinen Sprengel verlassen mußte. Bf. Kaller verstarb 1947 knapp
67-jährig (er war 1880 in Beuthen geboren). Das Bistum ist seitdem vakant. Papst Pius XII. hat nie einen
Nachfolger ernannt. Nur vorübergehend (1956-1965) gab es einen apostolischen Administrator, Bf. Wilczyński.
Ich habe väterlicherseits noch Verwandte im Dekanat Heilsberg.
#19 Lycobates 19:06:25 | Donnerstag, 14. Oktober 2010
das Verwirrspiel geht weiter @Fundi @aufrechter Der Herr hat am Gründonnerstag im „Abendmahlssaal“ (wo
stammt eigentlich dieser unbiblische Ausdruck her? Es war ein diskretes Obergemach, ἀνάγαιον,
in einer Privatwohnung) mit den Zwölfen (den Aposteln, nicht den anderen Jüngern, keiner Frau) das letzte
jüdische Ostermahl des Alten Bundes gehalten (Er war ja Selbst das wahre Osterlamm des Neuen), ohne Zweifel
nach allen damaligen gesetzlichen Gepflogenheiten, auf Hebräisch bzw. Aramäisch. Eine lateinische Messe
hat Er dort nicht gefeiert, konnte Er auch nicht, da Er das Opfer des Neuen Bundes, dessen Erneuerung
und Vergegenwärtigung die Messe ist, während dieses jüdischen Ostermahls erst einmal eingesetzt -Altarsakrament
und sakramentales Priestertum-, aber erst am nächsten Tag, am Karfreitag, definitiv blutig vollzogen
hat. Eine katholische Messe, wie sie dann die Apostel und ihre wirksam geweihten Nachfolger bis heute
feiern (eben die Darbringung von Christi Leib und Blut, nicht das vergangene jüdische Ostermahl) konnte
vor Ostern gar nicht stattfinden, da erst nach der Auferstehung die Früchte der Erlösung durch Opfer
und Sakramente den Gläubigen wirksam zugewendet werden konnten und können. Das geschah dann in großem
Ausmaß nach Pfingsten, als die Apostel, dann nicht nur mehr unter sich, sondern vor allen Jüngern (und
auch Jüngerinnen), Christi Leib und Blut, wie Er es sie gelehrt hatte, darbrachten und darreichten. Auf
Aramäisch (wie noch bei den Syrern), Griechisch, und im Westen (ab Papst Viktor 189-99) Lateinisch.
#71 Lycobates 11:46:07 | Mittwoch, 13. Oktober 2010
Vermischung der Ebenen @Rückkehr-Ökumene Bei der Konversion der Anglikaner ging es, wie bei jeder Konversion
um Personen, nicht um Gemeinschaften. Konvertieren und ein Glied der katholischen Kirche werden, können
nur einzelne Personen. Das ist richtig. Auch dort (wie in einigen ostkirchlichen Gemeinschaften), wo die
Initiative zur Union mit Rom von Bischöfen ausging, wurden doch immer Einzelne rekonziliert, und einige,
ob Bischöfe, Priester oder Laien, die das eben nicht wollten, wurden es nicht, und blieben schismatisch.
Die teils gescheiterten Unionskonzilien von Lyon (1274) und Florenz (1439), wo lediglich die Häupter
konvertierten, zeugen davon, auch die komplizierte Unionsgeschichte der Chaldäer zw. 1287 und 1876. Vieles
hängt allerdings da, v.a. im Osten, vom Bildungsgrad der Betroffenen ab. Was die Anglikaner betrifft,
ist eine Aussage von Kardinal Herbert Vaughan (1892-1903 Erzbischof von Westminster) wichtig: „Tarry not
for Corporate Reunion. It is a dream, and a snare of the Evil One. We have all to be converted to God
individually; to learn of Christ, to be meek and humble of heart individually; to take up our Cross and
follow Him individually, each according to his personal Grace. The individual may no more wait for Corporate
Reunion than he may wait for Corporate Conversion.“ (in: Snead-Cox, The life of Herbert Cardinal Vaughan,
Bd. II, London 1910; zitiert in Coomaraswamy, The destruction of the Christian tradition, Bloomington
2006, S. 229) Es ist dies der einzig gangbare katholische Standpunkt.
#40 Lycobates 10:38:43 | Mittwoch, 13. Oktober 2010
„Sedisvakantismushäretiker“ @Rudolfus Persönliche Attacken übersehe ich, da ich hier nur Interesse
an der Sache selbst walten lasse. Ich kann nur mit Bedauern feststellen, daß Ihnen an einer sachlichen
Diskussion wenig gelegen scheint. Nun ist Ihre obige Qualifikation aber doch etwas abenteuerlich. Ein
Häretiker leugnet eine Glaubenswahrheit. Ein „Sedisvakantist“ behauptet, der apost. Stuhl sei derzeit
vakant und spricht dessen Usurpatoren jegliche legitime Amtsführung und somit ordentliche Jurisdiktion
ab, und zwar auf Grund deren öffentlicher und hartnäckiger Häresie und z.T. gar Apostasie. Dabei glaubt
er, sich für diese Einschätzung auf Glaubenslehre und Kirchenrecht genügend gründen zu können, um
diesen schwerwiegenden Schritt (die Unterwerfung unter den Papst und die mit ihm verbundenen Bischöfe
ist ja heilsnotwendig!) zu tun, oft unter Opfern und nicht selten nach jahrelangem Ringen (Exempla adsunt).
Nun ist aber die Legitimität eines Papstes an sich keine Glaubenswahrheit, höchstens ein factum dogmaticum,
und die Aberkenung derselben (falls irrig) höchstens als objektiv schismatisch zu bewerten, da der „Sedisvakantist“
ja nicht grundsätzlich die Unterwerfung unter den Papst ablehnt, sondern nur ad hoc behauptet, diese
oder jene Person sei nicht legitim. Ich schreibe bewußt „Sedisvakantist“ mit „-“, da ich diesen Terminus
ablehne. Es ist kein -ismus, wie Modernismus, Pantheismus oder sonst etwas, sondern lediglich die konsequente
Anwendung ekklesiologischer Grundsätze auf eine außerordentliche Lage.
#43 Lycobates 18:20:01 | Dienstag, 12. Oktober 2010
Kaiser gegen „Kaiser“ @Rudolfus Ich stimme Ihren Ausführungen hier zu. Ich schrieb aber auch 1804, also
zwei Jahre vor 1806, jenem Schicksalsjahr, in dem das Alte Reich unterging. Das Hl. Römische Reich war
ja seit dem 30jährigen Krieg (1618-1648) nur mehr ein loser Reichsbund von über 300 quasi-souverainen
Staaten, mit einem machtlosen Kaiser und machtlosen Institutionen. Das stimmt natürlich auch, was aber
den Schritt des Kaisers Franz nicht unbedingt rechtfertigt. Ob nach dem Untergang Bonapartes der Wiener
Kongreß die alten Verhältnisse, wenn auch in einer etwas strafferen Ordnung, ganz hätte wiederherstellen
können und auch sollen, wird wohl eine schwer zu beantwortende Frage bleiben. Rechtens war der Reichsdeputationshauptschluß
von 1803 mit der Säkularisierung und Mediatisierung unzähliger souveräner Fürsten doch wohl kaum.
Man soll nicht vergessen, daß der Heilige Stuhl die Auflösung des Alten Reiches nie formell anerkannt
hat. Papst Pius IX. wies 1850-1860 (genaues Datum habe ich hier nicht zur Hand) wohl an, die den römischen
Kaiser betreffenden Gebete am Karsamstag zu übergehen. Sie stehen aber bezeichnenderweise noch immer
in der letzten editio typica des Missale von 1920. Und das ist sehr gut so. Damit sollen wir wohl einmal
pro Jahr an das letzte christliche Gemeinwesen in Europa erinnert werden, das viele Jahrhunderte segensreich
gewirkt hatte, bevor die Ära des Nationalismus und des Individualismus auch die Katholiken entzweien
sollte. Wozu das geführt hat, haben wir im 20. Jh. gesehen.
#40 Lycobates 17:18:16 | Dienstag, 12. Oktober 2010
Österreich @fhernhachenzwerg Österreich-Ungarn gab es so erst nach dem sog. Ausgleich 1867. Maria Theresia
war regierende Erzherzogin zu Österreich und Königin von Ungarn und Böhmen usw. (1740-1780), ihr Gatte
Franz seit 1740 ihr Mitregent; „Kaiserin“ (nicht „von Österreich“) war sie aber nur weil ihr Gatte, Franz
I., 1745-1765 römisch-deutscher Kaiser war, seit 1765 war sie entsprechend „Kaiserin-Witwe“. Ein „Kaisertum
Österreich“ gab es erst seit 1804, nach dem erzwungenen Untergang des römisch-deutschen Reiches.
#33 Lycobates 15:15:56 | Dienstag, 12. Oktober 2010
Kanonisierte Päpste @Konrad gibt es seit 1294 (Zölestin V.) nur zwei: Pius V (1566-72) und Pius X. (1903-14,
nach dem strengen, seit 1588 allgemein gültigen Verfahren). Beide aus guten Gründen. Das ist aber alles.
Die Mehrzahl heiliger Päpste im Kalender sind die Märtyrerpäpste der ersten drei Jahrhunderte, und
dann im Mittelalter noch mehrere Bekenner, auch etliche Selige. Innozenz XI. (1676-89) is der letzte (nach
zwei anerkannten Wundern am 7. Okt. 1956) seliggesprochene Papst, der nicht auch kanonisiert wurde. Die
Konzilskirche versucht jetzt aber (was psychologisch und „marktpolitisch“ verständlich ist) namentlich
ihre Urheber (Roncalli, Montini [dieser Prozess stockt allerdings] und Wojtyla) „seligzusprechen“. Als
Katholiken können wir darüber nur die Achseln zucken. Der Prozess zur Seligsprechung Papst Pius IX.
(1846-1878) wurde unter Papst Pius XII. eingestellt. Einen Prozeß zur Seligsprechung Papst Pius XII.
könnte, wenn überhaupt, nur unter einem legitimen Papst eingeleitet werden. Da müssen wir zuwarten.
#20 Lycobates 12:10:27 | Dienstag, 12. Oktober 2010
Legion @Vineta und Nachtrag zu Ilerda Was soll ein Orden, bei dem sich alle Mitglieder von ihrem Gründer (
sowie einer gewissen Führungsriege) streng distanzieren und sich seinetwegen schämen müssen statt ihm
als Vorbild nacheifern zu können??????? Eine gute Frage. Die Legionäre wurden 1941 gegründet und 1948
anerkannt. Nach all dem was passiert ist, wäre es wohl besser, tabula rasa zu machen und einen Neuanfang
(unter anderem Namen) zu versuchen. Rechtskräftig geht das aber nicht während der Ämtervakanz. Zur
letzten seligen Theresia a Jesu schrieb ich: Ihr Kult wurde für die Diözesen Ilerda und Valencia genehmigt
Ilerda ist aber der lateinische Name; span. Lérida, katal. Lleida.
#17 Lycobates 11:49:06 | Dienstag, 12. Oktober 2010
Gott bewahre @Prof. Rempremmerding Zustimmung! Obwohl natürlich eine etwaige „Seligsprechung“ dieses
notorischen Apostaten vonseiten eines jurisdiktionslosen Priesters, wie es Hw. Ratzinger ist, keine Rechtskraft
hätte, sondern nur ein weiterer anmaßender Frevel in einer bereits langen Reihe wäre. Die vorerst letzte
sichere Seligsprechung fand am 27. April 1958 statt. Sie betraf die Jungfrau Theresia a Jesu Jornet Ibars,
nachdem, wie es die Regel ist, über zwei auf ihre Fürsprache hin erwirkte Wunder befunden wurde. Ihr
Kult wurde für die Diözesen Ilerda und Valencia genehmigt. Der 27. Oktober 1986 wird, wie Sie zu Recht
betonen, als schwarzer Tag in aller Katholiken Erinnerung bleiben. Wer hätte je gedacht, daß einmal
ein Buddhabild auf einem konsekrierten Altar in einer Kirche Assisis aufgestellt werden würde, und daß
davor Heiden ihren Weihrauch verbrennen würden, das alles im Auftrag eines „Papstes“. Ein wenig beachteter
Punkt: Der 27. Oktober ist die Vigil des Apostelfestes Simon und Thaddäus. Wir beten dann im Introitus:
„Deus, venerunt gentes in hereditatem tuam: polluerunt templum sanctum tuum“. Genau das ist geschehen.
Unvernunft und Unglaube Die Frage des Zölibates -und die hier immer wieder nach der richtig so genannten
„modernistischen Steinbruchexegese“ strapazierten Väter- und Bibelzitate, namentlich des selbst ledig
gebliebenen Paulus’ Mahnungen an seine beiden jungen (und ebenso ledig gebliebenen!) geistlichen Apostelsöhne
Titus und Timotheus- scheint für viele psychologisch eine sehr harte Nuß zum Knacken zu sein, sonst
käme sie nicht immer wieder, wie ein rekurrierendes Fieber, zum Ausbruch. Grundlegende hermeneutische
Erkenntnisse, wie die Tatsache, daß eine Beschreibung nicht einer Vorschrift gleichzusetzen ist, oder
daß eine limitative Aussage wie μιᾶς γυναικὸς ἄνδρα kein Gebot beinhalten muß, werden
außer Kraft gesetzt. Ebenso die auch mittelmäßigen Historikern geläufige Faustregel, daß eine Quelle
nicht autonom, nur ihrem Wortlaut nach, also außerhalb ihres Kontextes nach des Lesers Maßstäben interpretiert
werden darf, sondern vielmehr so interpretiert werden muß, wie sie von Zeitgenossen und unmittelbaren
Nachfolgern interpretiert und umgesetzt wurde, namentlich, wenn es ums Neue Testament geht, von dessen
Urheberin und Autorin, der Kirche, der ja, gemäß der gleichen Schrift (da wird aber nichts zitiert!),
der Beistand des Heiligen Geistes bei der Auslegung der Wahrheit verheißen ist, der ganzen Wahrheit,
τὴν ἀλήθειαν πᾶσαν (Jo.16,13). Schon vor knapp einem Jahr, kurz nach Mitte Nov.2009,
wurde die Zölibatsfrage ausführlich erörtert. Natürlich vergebens. So wird es es auch um Okt.2011
wieder sein!
Praxis @Palmström Sie kennen sich gut aus in derMaterie…Woher haben Sie die Kenntnisse, nur aus dem
Jura-Studium oder aus der vollen Praxis…? Ändert das was an der Sache? an der Richtigkeit oder Falschheit
einer Aussage? an der Berechtigung einer Aussage? Ich glaube nicht, hier oder anderswo je behauptet zu
haben, ein Heiliger oder ein unbeschriebenes Blatt zu sein; vielleicht hätte ich noch 1Kor.6,11 zusätzlich
zitieren sollen, damit Sie (und andere Ihresgleichen) verstehen … Gott befohlen!
witzig? @Tchibo Ehebruch ist deshalb eine Todsünde,weil die Vertreter der Todsündentheorie (Bischöfe
und andere Hierarchen) nach dem Gesetz der Kirche keinen Ehebruch begehen können. Bevor Sie witzig sein
wollen, rate ich Ihnen, sich etwas besser zu informieren. Zu einem Ehebruch reicht es, daß einer der
beiden Beteiligten mit einer anderen Person (kirchlich) verheiratet ist. Ein Kleriker kann also mit einer
verheirateten Frau (oder einem verheirateten Mann) Ehebruch begehen. Darüberhinaus ist jede Unzucht eines
Klerikers (sofern er wirksam geweiht ist) immer auch ein Sakrileg. Das sind schwere Sünden, von denen
wir aus der Schrift wissen, daß sie vom Himmelreich ausschließen (1Kor. 6,9-10 u.ö.). Es würde nicht
schaden, wenn Sie mal darüber nachdenken würden.
#23 Lycobates 19:47:22 | Donnerstag, 7. Oktober 2010
Ach @Rudolfus Sie führen Ihr merkwürdiges Verwirrspiel weiter… Es wäre besser, Sie würden damit
aufhören! „Supplet Ecclesia“ gilt nur für die Jurisdiktion, in bestimmten Fällen, nicht aber für die
Weihegewalt und noch weniger für die Gültigkeitsbedingungen eines Sakramentes. Diese können durch kein
Machtwort ersetzt werden, wenn sie fehlen.
#138 Lycobates 17:14:55 | Donnerstag, 7. Oktober 2010
zum Heulen @Kraut Denselben Gedankengang hatte ich auch, was den Schießler betrifft. Er gehört eben
zur Saat des Vatikanums II und weiß es (vielleicht) nicht besser. Und doch gibt er vor im Namen der Kirche
Christi zu handeln und trägt mit seinem Tun dazu bei den Glauben noch mehr zu verwässern. Diejenigen
die aufrichtig zum Herrn finden möchten sind mit ihm schlecht bedient. Da haben Sie sehr recht! Diese
Mietlinge (und die Bischöfe, bzw. „Bischöfe“, die sie bestellt haben und gewähren lassen) haben eine
erdrückende Verantwortung. Daher betone ich immer wieder, und muß auch immer wieder betont werden, daß
die faulen Früchte des „Vatikanum II“ nicht vom katholischen Baum gefallen sind, ja: nicht gefallen sein
können. Der Anmaßung der modernistischen Neuerer, für die Kirche Christi zu sprechen und in ihr ein
legitimes Amt auszuüben (auch gerade jetzt dem Bestreben Hw. Ratzingers, seinem totgeborenen modernistischen
Baby „Vat. II“ ein katholisch bespitztes Taufkleid umzuhängen) muß immer wieder entschieden widersprochen
werden!
#121 Lycobates 16:59:01 | Donnerstag, 7. Oktober 2010
kurz nachgelegt @al-Muschrik (wie schön wäre es, wenn man die Zeit hätte Japanisch und vor allem Chinesisch
zu lernen) Man lernt nie aus. Ich habe mich mit dem Fernen Osten nie befaßt, Vorderasien bietet schon
ein sehr weites Arbeitsfeld, mehr als ich überblicken kann; schön, daß Sie in diesem Forum Assur und
auch Sumer kurz zu Wort kommen ließen! … die PB, die sich nun dem neuen Rom anbiedert … Das ist eine
Unterstellung, die keinen realen Grund hat … … Aber dieses seltsame Beharren auf nicht vorhandenen
Rechten … in der PB, bei gleichzeitiger Gehorsamskündigung … Hierüber, über die Ekklesiologie der
FSSPX und das Verhältnis zu Sedisvakanz-Theoretikern würde ich gerne einmal, wenn ich Zeit und Energie
habe, diskutieren. Für eine sachliche Diskussion bin ich immer zu haben! Wer meine Wortmeldungen genau
liest, weiß, daß ich die drohende Vereinnahmung der PB weiland EB Lefebvres (den ich gekannt und geschätzt
habe) ohne Schadenfreude, vielmehr mit großer Sorge beobachte. Billige Polemiken führe ich nicht, und
ich lasse gern gelten, was richtig ist, auch dort, wo anderes falsch ist. Stichwort „Ekklesiologie“: hier
ist aber m.E. der Haken bei der PB, wodurch sie die Augen verschließt für so wichtige Themen wie die
Gültigkeit der Sakramente in der Konzilskirche, namentlich der Weihen. Ein wahres Verhängnis, wenn man
bedenkt, daß immer mehr „tridentinische Messen“ von nicht-Priestern simuliert werden (größtenteils,
das ist richtig, noch außerhalb der PB). Nun, ich hoffe ja, ich behalte unrecht!
#121 Lycobates 12:57:29 | Donnerstag, 7. Oktober 2010
Entrüstung @Kraut Ihre Entrüstung und Kritik kann ich ganz nachvollziehen. Nur gebe ich zu bedenken:
der Mann ist 49 Jahre alt, er wurde also frühestens i.J. 1985 zum Priester geweiht oder „geweiht“. Was
für eine philosophische und theologische Ausbildung hat er wohl bekommen? Was für asketische Übungen
(Gebet, Fasten, Betrachtung, Väterlesung, Bibelstudium) sind ihm in seiner Studienzeit vermittelt worden,
bzw. hat er in den letzten zwei Jahrzehnten selbst entfaltet und praktiziert? Weiß er was das heilige
Offizium, das öffentliche Chorgebet der Kirche, ist, etwa 90 minuten pro Tag ohne Gesang, und hat er
es treu gebetet? Weiß er was der Rosenkranz ist, ein besonderes Anliegen am heutigen Fest! und wie man
die Geheimnisse unserer Erlösung betrachtet, indem man ihn betet? Wer hat ihn überhaupt geweiht und
wie? Lebt er in der vom Altarsakrament genährten Standesgnade des Priesters, die eine gültige Weihe
dem gut disponierten Kandidaten immer vermittelt? Trägt seine Seele wirklich das unauslöschliche Merkmal
des Priestertums Christi? Weiß er, daß er als Priester, wenn er denn einer ist, Christi Erlösungswerk,
das ist sein für viele geopferter Leib und vergossenes Blut, am Altar tagein tagaus zum Heile der Seelen,
für Lebende und Verstorbene, auch für Aids-Kranke, ob sie nun verstockte Sünder oder Unschuldige sind,
fortsetzen und erneut fruchtbar machen muß? Fragen über Fragen. Die Antwort auf diese Fragen dürfte
aber sofort eine Erklärung seines Verhaltens erbringen.
#50 Lycobates 18:00:07 | Mittwoch, 6. Oktober 2010
Vorsicht ist geboten @rums Danke für den Text. Bitte! Beim lesen empfindet man eine wohltuende Analogie
zu Dominus Iesus (AD 2000). Ich empfehle dazu die Lektüre des Artikels von Bf. Sanborn: www.traditionalmass.org/articles/article.php?id=35&catname=…
#46 Lycobates 17:39:12 | Mittwoch, 6. Oktober 2010
gefunden: Pius IX. 1863 auf Deutsch „Wir alle wissen, daß jene, die mit unüberwindlicher Unwissenheit
im Hinblick auf unsere heilige Religion behaftet sind, dann, wenn sie sorgsam die Gebote des natürlichen
Sittengesetzes halten, die von Gott in die Herzen aller Menschen geschrieben worden sind, wenn sie bereit
sind, Gott zu gehorchen und wenn sie ein tugendhaftes und pflichtgemäßes Leben führen, durch die Macht
des göttlichen Lichtes und der Gnade das ewige Leben erlangen *können*. Denn Gott, der aller Menschen
Geist, Seele, Gedanken und Handlungen vollständig erfaßt, durchforscht und kennt, wird in Übereinstimmung
mit seiner unendlichen Güte und Barmherzigkeit nicht zulassen, daß jemand, der nicht einer willentlichen
Verfehlung schuldig ist, ewige Bestrafung erleidet. Jedoch ist das katholische Dogma ebenso wohl bekannt,
daß niemand außerhalb der katholischen Kirche gerettet werden kann, und daß jene, die sich *hartnäckig*
der Autorität und den Definitionen jener Kirche widersetzen und die *hartnäckig* von der Einheit der
Kirche und vom Nachfolger Petri, dem Römischen Papst, getrennt bleiben (denen der Erlöser die Sorge
für seinen Weinberg anvertraut hat), das ewige Heil *nicht erlangen können*.“
#33 Lycobates 17:11:57 | Mittwoch, 6. Oktober 2010
Wer kamm mir diese Fragen beantworten? @Deichbruch Niemand kann hier auf Erden Ihre Fragen mit absoluter
Sicherheit beantworten! Die Glaubenslehre und ihre Auflagen, die genügsam bekannt sind und hier zitiert
wurden, sind etwas Objektives; inwiefern jedoch dieser oder jener Mensch, konkret, subjektiv, diese Auflagen
erfüllt, und dementsprechend sein Ziel erreicht oder nicht, bleibt uns Menschen verborgen, da uns wichtige,
für ein subjektives Urteil notwendige Elemente, eben Einsicht ins innere Gewissen jedes Einzelnen, unerreichbar
bleiben. Papst Pius IX. 1863 an die Bischöfe Italiens (dt. Fassung habe ich leider nicht): Notum Nobis
vobisque est, eos, qui invincibili circa sanctissimam nostram religionem ignorantia laborant, quique naturalem
legem eiusque praecepta in omnium cordibus a Deo insculpta sedulo servantes ac Deo oboedire parati, honestam
rectamque vitam agunt, *posse*, divinae lucis et gratiae operante virtute, aeternam consequi vitam, cum
Deus, qui omnium mentes, animos, cogitationes habitusque plane intuetur, scrutatur et noscit, pro summa
sua bonitate et clementia minime patiatur, quempiam aeternis puniri suppliciis, qui voluntariae culpae
reatum non habeat. Sed notissimum quoque est catholicum dogma, neminem scilicet extra catholicam Ecclesiam
posse salvari, et *contumaces* adversus eiusdem Ecclesiae auctoritatem, definitiones, et ab ipsius Ecclesiae
unitate atque a Petri successore Romano Pontifice, cui vineae custodia a Salvatore est commissa, *pertinaciter*
divisos aeternam *non posse* obtinere salutem.
#26 Lycobates 15:01:55 | Mittwoch, 6. Oktober 2010
ungetauft @GregorH In die Hölle gelangt man nur infolge der persönlichen Sünde, nicht aufgrund der
Erbsünde. Da das bewußte Übertreten eines Gebotes Gottes in einer schwerwiegenden Sache den vollkommene
Entfaltung des Verstandes voraussetzt, kann ein Fötus/Kleinkind keine Todsünde begehen und nicht in
der Hölle landen. Die ungetauft Gestorbenen werden lt. Lehramt der Barmherzigkeit Gottes anvertraut.
So ist es. Definiert ist nur die absolute Heilsnotwendigkeit der Taufe zur Tilgung der Erbsünde (und
etwaiger persönlicher Sünden), wodurch die selige Gottesschau im Himmel erst ermöglicht wird. Die Frage
der genauen Beschaffenheit des Limbus infantiumist unschlüssig. Wir dürfen aber glauben, daß die Seelen
von (noch) nicht vernunftbegabten ungetauft Gestorbenen irgend einen natürlichen Glückszustand kennen,
wenn sie auch Gott nicht sehen. In der Hölle sind sie, ohne unbereute persönliche Todsünde, auf keinen
Fall. Die Gottesschau ist zwar Ziel des vernunftbegabten Geschöpfes, aber kein erzwingbares Recht. Sie
ist Gnade. Gott ist souverän. „Darf ich mit dem, was mir gehört, nicht tun, was ich will? Oder bist
du neidisch, weil ich (zu anderen) gütig bin?“ Mt. 20,15 Die Gnade ist Sein, nicht unser. Wir bekommen
sie, unverdient, oder auch nicht.
#57 Lycobates 14:20:39 | Mittwoch, 6. Oktober 2010
Taufe @maratafior Es gibt nur eine Taufe (vgl. Eph. 4,5, Credo). Dies ist die katholische Taufe. Das ist
spätestens seit der Donatistenkontroverse (Lateransynode 313) definitiv geklärt. Überall wo gültig
getauft wird, wird katholisch getauft, auch außerhalb der (sichtbaren) katholischen Kirche, etwa bei
den Photianern oder vielen Protestanten. Alle gültig Getauften unterstehen im Prinzip dem katholischen
Kirchenrecht. Das gültig getaufte protestantische oder ostkirchlich-schismatische Kind ist (unbewußt)
solange katholisch, bis es, beim Erreichen des Vernunftsalters (etwa 7 Jahre), sich durch freien Willensentschluß
die Irrtümer der Photianer bzw. Protestanten persönlich zu eigen macht, oder etwa den Glauben ganz verliert,
damit häretisch bzw. schismatisch wird, und die Kirche (faktisch) verläßt. Die Photianer und die meisten
Protestanten (inkl. Konzilssekte) taufen aber nur deswegen gültig, weil sie bei ihrer Trennung von der
Kirche das Sakrament dem Wesen nach unverändert (Photianer – nur dort auch sämtliche anderen Sakramente)
oder nicht wesentlich geändert (mehrheitlich die Reformierten, inkl. Konzilssekte: im Einzelnen zu prüfen!)
beibehalten haben. Sie sind Hehler, die einen Schatz, der ihnen nicht gehört, widerrechtlich in Besitz
haben und verwenden; oft aber zum Heile ihrer Frühverstorbenen. Gott ist barmherzig. Denn die Heilsnotwendigkeit
der Taufe ist ein Glaubenssatz. Definiert ist, daß die Taufe, oder das persönliche Verlangen danach
(votum), heilsnotwendig ist (Trient, Florenz)…
#47 Lycobates 13:30:37 | Mittwoch, 6. Oktober 2010
Weg mit Gott @R.Ruhrgebietler und das mit dem Akt der Zeugung, da dort in einem einzigen Moment die Seele
in dieses neue Menschleben hineinfährt! Gott-Vater sei gepriesen! Stimmt, nur muß ergänzend festgehalten
werden, daß dieser Mensch, diese Persönlichkeit, doch, wie alles andere aus Adam geborene, von Natur
aus kein Kind Gottes, sondern „ein Kind des Zorns“ (Eph. 2,3) ist, solang es nicht durch Gottes Gnade
„wiedergeboren wird durch Wasser und den heiligen Geist“ (Joh. 3,5), und erst so den Weg zu Gott im Himmel
findet. Das ist die wahre Tragödie der vielen Tausend abgetriebenen Kinder!
#24 Lycobates 12:32:12 | Mittwoch, 6. Oktober 2010
falsche Seite? @fhernhachenzwerg @YinYang Wenn Sie etwas weiter nach unten blättern, dürften Sie fündig
werden. Alois Bischof (5.10, 17:16) hat den Standpunkt der christlichen Moral (die hier übrigens schlicht
und unverrückbar auf dem Naturrecht gründet) konzis zusammengefaßt.
Ihre Frage @pascal123 Muss die Basilika von Lisieux NICHT neu geweiht werden wie der Dom von Fulda, …
um eine gültige Messe feiern zu können??? … Wenn ja und man feiert die Messe trotzdem ohne neue Weihe
ist Sie dann gültig??? Die Gültigkeit der Messe wird hier nicht berührt, da man davon ausgehen kann,
daß das überlieferte römische Meßbuch Verwendung findet und der Priester der PB gültig geweiht ist.
Die Erlaubtheit dieser Messe ist eine andere Frage. Auf dem Bild sehe ich Altar und Gegenaltar (letzterer
möglicherweise nicht einmal ordentlich konsekriert!). Wenn ich recht sehe, zelebriert die PB die Messe
gar auf dem Gegenaltar. Das ist unfaßbar, und wie hier von Sinah schon hervorgehoben wurde, ein unerhörtes
Abgehen von früheren, konsequenteren Standpunkten der PB. Nein: der Gegenaltar muß weg, und die Basilika
gehört rekonziliert. Sie schrieben noch: Da hört man ebend nur verstehen tuen da nur die wenigsten was
da vorne von statten geht und auf Latein gesprochen wird. Ich halte Ihnen zugute, daß Sie nicht-Katholik
sind. Leider geht Ihnen jedes Verständnis für katholische Liturgie ab. Es geht nicht darum, daß man
materiell jedes einzelne Wort „versteht“, es geht darum, daß man inhaltlich versteht, was vorgeht. Letzteres
ist bei Vernunftbegabten durchaus der Fall, und es reicht auch. Die Messe ist ein Akt, dem man beiwohnt,
keine Rede, die man hört. Darüber hinaus haben viele katholiken ein Meßbuch, in dem sie auch noch die
Texte wörtlich verfolgen können, wenn sie das wollen.
#123 Lycobates 16:08:02 | Freitag, 1. Oktober 2010
Näheres @Ruhrgebietler @Maratafior bleibt die frage, welchen „glauben“ herr algermissen denn hat! hingegen
direkt von einem Glaubenskampf zu sprechen ist für diesen sauberen herren wohl übertrieben! Ich meinte
nicht den Fuldaer Oberlaien, sondern die PB, die sich nun dem neuen Rom anbiedert und koste es, was es
wolle, Teil der untergehenden NO-Sekte werden will! Das sind wirklich Probleme, die die Welt bewegen.
Nein, das sind sie nicht, da haben Sie recht. Aber eine Priesterbruderschaft, die liturgische Fragen zum
Schibboleth macht (zu Recht übrigens!), muß sich auch gefallen lassen, daß ihr eigenes liturgisches
Tun genauestens beobachtet und ggf. getadelt wird. Es sollte ihr eine Ehrensache sein, ein Pontifikalamt
(ein überaus seltenes Ereignis heutzutage!) perfekt nach den überlieferten Vorschriften des Caerimoniale
episcoporum zu gestalten. Leider ist das nicht so, und gibt es viel Schlamperei in liturgicis bei der
PB (hängt allerdings stark vom jeweiligen Priester ab). Das war mir immer unverständlich.
#120 Lycobates 15:11:11 | Freitag, 1. Oktober 2010
Rechte @Sinah alle unüberprüfbaren Exzesse weltweit incl. Handkommunion akzeptiert, ohne die von Gott
bestimmte Zeit abzuwarten. Das heißt, gegen den Willen Gottes arbeiten Das ist richtig. Im Grunde ist
dies eine Sünde gegen den Glauben und die Hoffnung. Menschlich gesehen ist eine Ermüdung nach über
40 Jahren Glaubenskampf allerdings verständlich; das ist aber eine Versuchung, der es zu widerstehen
gilt! Noch ein Punkt: Im Film mit der Aufnahme des Pontifikalamts im Festsaal des Maritim (ein schöner
Saal, übrigens) zelebriert Bf. Fellay vom Thronsessel aus. Sieht er sich denn schon als Ordinarius von
Fulda? Die Verwendung einer Cathedra mit Wappenschild steht aber nur dem Ortsordinarius zu, es sei denn
Bf. Fellay wäre schon zum Kardinal ernannt. Weihbischöfe und Bischöfe ohne Jurisdiktion vor Ort verwenden
Faldistorium (Faltstuhl) ohne Baldachin und Wappenschild. Auch müßte Bf. Fellay die Krümme des Krummstabs
zu sich nach innen gedreht halten. Na ja, was soll’s bei all den anderen Problemen … (Aber dieses seltsame
Beharren auf nicht vorhandenen Rechten und eingebildeten Privilegien in der PB, bei gleichzeitiger Gehorsamskündigung,
paßt schon zu einer gewissen gallikanischen forma mentis. Bedauerlich!) Weiter im Artikel: die anglikanische
Laienpriester sogar Paramente und liturgische Geräte aus der Sakristei des Doms benutzen durften Ach
ja, das tut ja auch Herr Algermissen, als Laienbischof der Konzilssekte: …ww.catholic-hierarchy.org/bishop/balghj.html
#96 Lycobates 18:30:22 | Donnerstag, 30. September 2010
deutlich @Sinah Ich glaubte nicht, mich mißverständlich ausgedrückt zu haben. Darum noch einmal: Sämtliche
von der Konzilskirche vereinnahmten ehemals katholischen Kirchen und Kapellen sind durch den NOM und sonstige
Freveltaten entweiht und müssen, bevor dort wieder ein katholischer Gottesdienst stattfinden kann, rekonziliert
bzw. neugeweiht werden. Erst danach dürfen sie wieder, und zwar ausschließlich dem katholischen Gottesdienst
zur Verfügung stehen. Eine gleichzeitige Verwendung für den NOM ist undenkbar. Das Bestreben der PB,
Messen zu feiern in solchen Kirchen, etwa dem Dom zu Fulda, ohne diese Auflagen zu beachten, ist frevelhaft.
Das heißt aber nicht, daß wir Katholiken, wie die englischen Katholiken seit dem 16. Jh., nicht auf
das Recht beharren dürften, diese zweckentfremdeten Kirchen einmal zur ausschließlichen Feier des katholischen
Gottesdienstes zurückzubekommen.
#56 Lycobates 18:16:50 | Donnerstag, 30. September 2010
altchristlich @Pascal123 Na da doch das Märtyrertum so wie wir es heute verstehen es zu Zeiten der ersten
Christen noch gar nicht gab bzw wer damals für Jesu starb ja noch kein Märtyrer für die ersten Christen
war kann das ja wohl irgendwie nicht ganz stimmen. Sie müssen sich etwas besser informieren. Es hat in
der Kirche nie mehr Märtyrer gegeben als in den ersten dreieinhalb Jahrhunderten, sie wurden von Anfang
an als solche hochverehrt, ihre Namen im Kanon der Messe genannt, ihre Reliquien gesammelt und sorgsam
aufbewahrt. Vorzugsweise auf ihren Gräbern wurde das Opfer gefeiert. (Das heißt nicht, daß es keine
tragbaren Altäre gegeben hat – in der Lateranbasilika werden noch Reste eines solchen aus dem 1.Jh. aufbewahrt –
wie heute auch, bes. in Missionsgebieten und Verfolgungszeiten). Aber die Regel der Einschließung von
Märtyrerreliquien in den Altar hat einen frühchristlichen Ursprung. Desweiteren wurde das Opfer in der
heutigen Form mit Wesenswandlung ja auch noch nicht gefeiert. Das verständnis der ersten Christen dürfte
wohl mit mystischem Leib wenig zu tun gehabt haben. Nun, ich glaube, die ersten Christen hatten ein weit
besseres Verständnis etwa des Hebräerbriefes und des Epheserbriefes, als Sie es zu haben scheinen. Das
muß ich leider feststellen. Auch die altchristlichen Texte (etwa die apostolischen Väter) sprechen eine
deutliche Sprache. Die Lehre der Realpräsenz und Wesensverwandlung und des mystischen Leibes Christi
ist gut verbürgt.
#49 Lycobates 17:49:42 | Donnerstag, 30. September 2010
Bitte! @Angela1405 Der Unterschied ist wichtig und muß immer wieder betont werden. Die seit Anfang des
20.Jh. auf Abwege geratene liturgische Bewegung hat immer wieder versucht (was historisch unhaltbar ist),
das Meßopfer äußerlich mit dem Ostermahl zu identifizieren, und somit das Opfer zu einem Mahl umzufunktionieren.
Nun war aber „das letzte Ostermahl“ (nicht „Abendmahl“, es war ein Nachtmahl, Luther hat den Terminus
„Abendmahl“ erfunden, der unbiblisch ist) auch ein Opfermahl, und daher die geeignete Kulisse für die
Einsetzung des definitiven Opfers des Neuen Bundes: Christi Leib und Blut, für viele vergossen zur Vergebung
der Sünden; es war auch deshalb „das letzte“, weil es eben den Alten Bund beschloß und es nach Golgotha
kein Ostermahl dieser Art mehr geben kann. Die Kommunion ist aber kein Mahl (und war es nie), da es keine
Sättigung gibt, sondern eine mystische Vereinigung mit Christus durch den Verzehr seines Leibes (und
Blutes, ggf. per Konkomitanz): Frucht eben von Christi Opfer und Vereinigung mit ihm. Zu den altchristlichen
Agapen, die keinen sakramentalen, sondern sozialen Charakter hatten, und z.T. bei den Griechen heute noch
existieren, schrieb ich hier bereits am 10.6 u. 27.4. Auch κυριακὸν δεῖπνον φαγεῖν
in 1Kor.11,20 kann nicht herhalten. δεῖπνον kann bereits bei Homer außer „Mahlzeit“ auch „Speise“
bedeuten, und das ist hier zwingend, denn ein „Mahl“ per se kann man nicht essen. Paulus geißelt den
unwürdigen Kommunionempfang, u.a. Mißachtung der euchar. Nüchternheit.
#39 Lycobates 17:10:12 | Donnerstag, 30. September 2010
Tisch @Angela 1405 Wenn man genau danach gehen würde, so feierte Jesus mit seinen Jüngern das letzte
Abendmahl an einem Tisch. Es war ein einfacher Tisch Das Meßopfer ist aber etwas anderes als das letzte
Ostermahl des Alten Bundes, das Jesus mit seinen Aposteln (nicht den andern Jüngern! auch nicht den Frauen)
am Gründonnerstag feierte. Anläßlich dieses Ostermahls wurden das Sakrament der Eucharistie und das
sakramentale Priestertum eingesetzt („Tut dies zu meinem Andenken“, daraus erhellt, warum nur die Apostel,
nicht auch die anderen Jünger, und keine Frauen, zugegen waren). Dieses Ostermahl ist die einmalige Kulisse
gewesen für die Einsetzung des Opfers des Neuen Bundes, das dann am Karfreitag blutig am Kreuz vollendet
wurde und seitdem auf den christlichen Altären fortgesetzt wird (vgl. die Weissagung des Malachias 1,11).
Die Messe ist also Erneuerung und Vergegenwärtigung des Kreuzopfers (Opfer Christi unter den Gestalten
von Brot und Wein „nach der Ordnung des Melchisedech“), nicht aber Erneuerung und Vergegenwärtigung des
letzten Ostermahls. Da gilt es zu unterscheiden! Aus den Umständen des Ostermahls können also keine
Schlüsse für die äußerliche Feier des Meßopfers gezogen werden. Die ersten Christen in den Katakomben
feierten das Opfer auf den Gräbern von Märtyrern, womit sinnbildlich die Einheit des mystischen Leibes
Christi, Haupt und Glieder, ausgedrückt werden soll. Daher bis heute die Regel, daß ein fester Altar
aus einer Steinplatte sein und Märtyrerreliquien enthalten muß.
#82 Lycobates 15:31:43 | Donnerstag, 30. September 2010
Fulda @Pascal 123 Die Piusse feiern doch schon gültige Messe Ihrer Aufassung nach warum wollen Sie dann
in einen Dom der enventuell entweiht ist, in dem vom Glauben abgefallene der falschen Liturgie huldigen????
Warum will man das??? Im Prinzip ist dies richtig. Nur muß man doch bedenken, daß der (entweihte) Dom
zu Fulda bis heute die Grabeskirche des hl. Bonifatius, des Apostels der Deutschen, ist, und seit 1752
Kathedrale des (seit 1958, Rücktritt Bf. Dietz’, faktisch verwaisten) Bistums Fulda. Es ist also ein
Bau, der als katholische Kirche konzipiert und jahrhundertelang dazu verwendet wurde. Das gibt rechtgläubigen
Katholiken ein unabdingbares Recht darauf, diesen Bau für sich zu beanspruchen, trotz der Vereinnahmung
durch die Konzilskirche seit gut vierzig Jahren und die seitdem dort veranstalteten sakrilegischen NOM-Feiern
und anderer Frevel. Ebenso wie die Katholiken Englands ein Anrecht auf die Kathedrale von Westminster
behalten, die seit 1540 bzw. wieder 1559 anglikanisch ist. R.Ruhrgebietler ist aber unbedingt zuzustimmen,
daß eine katholische Liturgie, in Fulda wie in Westminster, nicht stattfinden kann, bis diese Kirchen
öffentlich rekonziliert worden sind. Das bestimmt ganz klar das Kirchenrecht (can. 823. § 1). Dort mir
nichts dir nichts einfach einen katholischen Gottesdienst zu feiern, ist also unangebracht, sogar ein
Frevel. Privat dort beten ist natürlich möglich.
#30 Lycobates 18:05:01 | Freitag, 17. September 2010
der Gegenpapst Hippolytus 170-236? @juemuc Ich konnte mir denken, daß in diesem Zusammenhang das Hippolytus-Phantom
auftauchen würde! Die Trad. apostolica ist eine Fälschung, wie immer mehr Forscher nach der ersten Aufregung
im 19. u. der ersten Hälfte des 20. Jh. jetzt einsehen (s. Magne, u.a.) Nur modernistische Liturgiker
beharren auf die liebgewordene Fabel. Neuere kritische Literatur hat sich aber gar bis Wikipedia en.wikipedia.org/…/Apostolic_Tradition
(engl.!) verirrt. Im übrigen haben die Reformer 1968/69, wo sie sich auf altchristliches Gut beriefen,
immer dort zurechtgestutzt und beschnitten, wo die Texte nicht in ihre modernistische Theologie paßten,
also nie ganz wörtlich altes Gut übernommen. Das zeigt überzeugend Hw. Cekada www.philotheapress.com/…ork-of-human-hands/.
Es geht aber auch nicht darum, daß man unbedingt den „ältesten“ Text finden und gebrauchen muß. Auch
in den ersten Jahrhunderten gab es Häretiker, die Texte schrieben, nicht nur im 20. bzw. 21.Jh.! Man
muß diese auf ihre Rechtgläubigkeit prüfen. Gnosis, Arianismus, Schismata, u.a. haben in Texte eingewirkt,
die dann rechtgläubigen Autoren unterschoben wurden. So verurteilte der hl. Papst Gelasius 494 die „apostol.
Konstitutionen“ (auf die man sich bisweilen auch heute beruft!) und erklärte das Konzil in Trullo 692
(kein ökum.) dieselben sogar für häretisch. Nicht alles was alt ist, ist darum schon gold; das wußten
wir doch schon seit 1.Kor.11! Der rö.Kanon aber ist dogm. irrtumsfrei (Trid.) u. apostolisch (Gregor
I.) Ich kann jetzt nicht vertiefen, stehe vor einer längeren Reise. Vielleicht später! Gott befohlen!
#22 Lycobates 12:52:55 | Freitag, 17. September 2010
starkes Hochgebet @Job Eindeutig wäre es, wenn Sie meinten, nur mit dem ersten Hochgebet sei die Messe
gültig, dann wäre es aber nicht das „stärkste von allen“ sondern das einzig gültige. Aber eine gradweise
Abstufung in der Stärke scheint mir schon für eine recht magische Vorstellung von der Eucharistie zu
sprechen. Ihnen ist hier voll zuzustimmen. Mit Magie hat das nichts zu tun, nur mit gesunder und klarer
Hermeneutik. Ein gültiger Text muß unmißverständlich ausdrücken was im Sakrament zu Stande kommt
(kommen soll), bzw. geschehen soll, sonst kommt es nicht zu Stande. Also hier: Opfer Christi unter den
Gestalten von Brot und Wein, als Sühnopfer für Lebende und Tote, zur Vergebung der Sünden, für Viele,
nämlich jene, die durch Glauben und Taufe zum Sakrament kommen. Das ist im NOM nur gewährleistet wenn
ein wirksam geweihter Priester das sog. 1.Hochgebet verwendet, aber auch dann nur, wenn er die überlieferten
Wandlungsworte verwendet (mit „mysterium fidei“ an richtiger Stelle und „pro multis“), und auch nur dann,
wenn er vorher die überlieferten Opferungsgebete verwendet, wenn nicht wörtlich, zumindest gedanklich
(facta oblatione saltem mente concepta, nach De defectibus), nicht aber die neue „Gabenbereitung“ der
Werke von Menschenhand wörtlich betet, die eine „intentio sacramento contraria“ enthalten zur Bereitstellung
der materia proxima (die nämlich Christus selber ist unter der Form des geopferten Brotes und Weines).
Sonst gäbe es ja ein gesondertes, von Christi Opfer verschiedenes Opfer!
#47 Lycobates 15:10:54 | Mittwoch, 15. September 2010
Hw. Cekadas neues Buch @Przybislav Wichtiger als Gespräche ist eine saubere Pathologie der Konzilssekte.
Pater Cekada hat mit seiner meisterhaften Studie über das Machwerk des Frevlers Montini einen Anfang
gemacht und es bleibt nur zu hoffen, dass weitere Beispiele folgen mögen Man kann in der Tat nur hoffen,
daß das neueste Werk von Hw. Anthony Cekada (preiswert und einfach on-line zu bestellen: www.philotheapress.com/…/work-of-human-hands/ )
von vielen, auch abständigen Katholiken bzw. „Katholiken“ und Konzilsanhängern gelesen und studiert
wird! und ihnen die Augen aufgehen! Eine Anzahl guter Artikel, Ansätze zum weiteren Studium, findet sich
hier: www.traditionalmass.org/articles/
#87 Lycobates 14:34:26 | Mittwoch, 15. September 2010
zusätzlich die Hintergründe des Entgegenkommens @Przybislav zutreffende Analyse! @ Alois Bischof Eine
gute Aufzählung ausstehender (und dringend zu lösender!) Fragen! ergänzend: Die Gültigkeit bzw. Ungültigkeit
der am 18.6.1968 geänderten Weiheriten in der lateinischen Kirche 18.6.1968: „Promulgation“ 1.4.1969:
„Inkrafttreten“ Beide Daten sind zu beachten, im Sinne des Tutiorismus für die Inanspruchnahme der Dienste
dieser Bischöfe bzw. „Bischöfe“, wenn auch die Frage lehramtlich nicht endgültig entschieden ist (bzw.
derzeit werden kann). Meines Wissens ist vor dem 18.6.1968 nur ein Priester, „experimenthalber“, nach
dem damals noch im Schreibtischstadium befindlichen neuen Ritus geweiht worden, nämlich Hw. Loucheur,
zu Bafia in Kamerun, am 19. März 1968. Er is verstorben. Sicheres Stichdatum ist also der 18.6.1968.
Viel Material hier: www.rore-sanctifica.org/index1.html insbesondere: www.rore-sanctifica.org/biblio-num-04.html
(auch in Deutsch) sonst mehrheitlich in frz. Sprache
#29 Lycobates 18:06:42 | Dienstag, 14. September 2010
Wiederholung @Romulus Falsches wird durch Wiederholung auch nicht richtiger. Stimmt. Richtiges kann und
muß aber auch öfter wiederholt werden, da auch der Irrtum immer wieder neue Opfer macht. Erklären Sie
uns doch bitte mal, wieso die Bischofsweihen ungültig sind! Ich möchte mich hier nicht wiederholen.
Bitte schlagen Sie unter den Wortmeldungen zum Thema nach. Es wurde von mir und anderen im vergangenen
Jahr des öfteren behandelt!
#25 Lycobates 17:42:21 | Dienstag, 14. September 2010
logisch @Prof. Rempremmerding In sich handelt der junge Mann konsequent. Warum soll der Mahlvorsteher
einer ökumenisch – realitivistischen Zivilreligion auf Ehe und Familie verzichten? So ist es. Dieser
junge Mann wurde 2003 nach dem neuen Ritus von Hw. Scheele, der 1975, bis zum Beweis des Gegenteils (Verwendung
des überlieferten Pontifikale durch Bf. Degenhardt), keine wirksame Bischofsweihe erhielt (und: „nemo
dat quod non habet“), zum „Priester“ der Konzilskirche geweiht. Die mit einer wirksamen, im Gnadenstand
erhaltener Weihe verbundene Standesgnade, die den treu gelebten Zölibat erst ermöglicht, hat er nie
erhalten. Sakramentale Gnaden aus der täglichen Feier des heiligen Opfers auch nicht. Womöglich hat
er in seinem jungen Alter (34) noch nie eine wahre Messe erlebt und nie den Leib des Herrn empfangen.
Was kann man da erwarten? Urteilen wir nicht zu hart. Man soll sicher für ihn den Rosenkranz beten. Das
Abwracken der Konzilskirche, die sich selbst als „opus manuum hominum“ feiert und nicht Gottes Werk ist,
geht mit Riesenschritten weiter. Dadurch werden in absehbarer Zeit für treu gebliebene Katholiken ganz
andere Verhältnisse entstehen. Gebe Gott, daß auch Thomas Geuppert und die Frau, die er liebt, zur katholischen
Kirche finden!
#87 Lycobates 18:10:12 | Montag, 13. September 2010
Unfruchtbarkeit @Pascal123 Unfruchtbarkeit macht den Geschlechtsakt nicht überhaupt unmöglich ; Impotenz
schon, und so wird der Ehezweck schon im Ansatz vereitelt. Ich glaube, dieser Gedanke (der Unfruchtbarkeit
weniger negativ bewertet als Impotenz) liegt der zitierten Rechtsbestimmung zu Grunde. Recht menschenfreundlich
übrigens, da sonst viel mehr Menschen als jetzt keine gültige Ehe schließen könnten und dadurch zur
lebenslänglichen Enthaltsamkeit gezwungen würden. Das Nähere müßte man in einem historischen Rechtskommentar
etwas eingehender nachprüfen. Den habe ich hier im Moment nicht zur Hand. Ansonsten muß ich allgemein
sagen, daß ich Ihre Beiträge, im Vergleich zu denen von anderen Nicht-Katholiken hier, als wohltuend
gemäßigt empfinde, wenn ich auch Ihre Einstellung zu verschiedenen religiösen und moralischen Fragen
nicht immer billigen kann. Gott befohlen!
#75 Lycobates 17:20:45 | Montag, 13. September 2010
korrekt @Pascal123 Eheleute müssen in der Lage sein Kinder zu zeugen, sind Sie das nicht wird Ihnen das
Ehe-Sakrament nicht erteilt Korrekt. Impotenz (d.h. Zeugungs- bzw. Gebärunfähigkeit, nicht aber Unfruchtbarkeit),
sofern sie vor der Ehe exisitiert und bleibend ist (antecedens et perpetua) ist ein Ehehindernis. Wenn
ein Ehepaar sagt wir möchten heiraten aber keine Kinden, dann darf Ihnen meines Wissen nach nicht das
Ehe-Sakrament gestiftet werden Auch korrekt. Die Erzeugung und Erziehung von Nachwuchs ist Hauptzweck
der Ehe. Trotzdem geschlossene Ehen sind nichtig. (vgl. Kirchenrecht can. 1068, 1013-1 und 1086)
#125 Lycobates 12:23:05 | Montag, 13. September 2010
Unfug @Rudolfus @Lefebvre P. Lingen widmet sich Themen, die die Kirche gar nicht betreffen -der furchtbare
Nazi-Holocaustleugnungsunfug. Was kümmert Dich die Politik der Menschen, wo Du Dich in den Dienst des
Herrn Jesus Christus gestellt hast Ihnen ist hier uneingeschränkt zuzustimmen. Wir erleben eine Kirchen-
und Gesellschaftskrise ohne historische Parallelen, wahrlich apokalyptischen Ausmaßes. Die verbleibenden
Priester – jeder gültig geweihte Priester: erhält zusehends Seltenheitswert! – müssen sich heute ganz
besonders dem Gebet, der Feier des heiligen Opfers, der Spendung der Sakramente an die verunsicherten
und alleingelassenen Gläubigen widmen. Ganz allgemein: Treugebliebene Priester und Gläubige sollten
nicht politisieren (das führt zu Zwietracht und Trennungen wo keine Glaubensfragen berührt werden) und
sich nicht in übertriebener Weise mit Privatoffenbarungen bzw. -meinungen und Verschwörungstheorien
(bewiesenen und noch zu beweisenden) befassen. Die sichere Lehre der Kirche und ihre Liturgie sollten
uns genug sein. Sie reichen auch aus, um auch für die heutige Lage mit moralischer Sicherheit eine grundsätzliche
(wenn auch autoritativ nicht voll bestätigte) Antwort zu finden. Ganz abwegig ist es auch, die Papstfrage
und allgemein die Autoritäts- bzw. Jurisdiktionsfrage (Sedisvakanz oder nicht) mit den genannten politischen
Themen in Verbindung zu bringen. Das hat überhaupt nichts damit zu tun. Im Gegenteil, es entfremdet und
stößt ab, wo es doch gerade gilt, die Seelen zu sammeln.
#27 Lycobates 11:41:55 | Montag, 13. September 2010
Konkomitanz @Rudolfus Im Leib Christi – in der Gestalt der Hostie – ist der GANZE CHRISTUS zugegen,AUCH
dessen Blut! Das Blut Christi im Kelch in Weingestalt ist dasselbe Blut, nur separat als Eigengestalt.
Aber dasselbe Blut fließt durch Christi Leib, den wir im Leib empfangen. Warum die zusätzliche Trennung?
Grundsätzlich nicht notwendig, aber von Christus so angeordnet, primär für den Zelebranten. Die „zusätzliche
Trennung“ ist sehr wohl grundsätzlich, da ohne sie die Messe kein eigenes Opfer wäre (die getrennten
Gestalten, Leib und davon getrennt vergossenes Blut, konstituieren gerade das Opfer), und Christus (bzw.
der geweihte Priester, dessen Er sich bedient) nicht Priester „nach der Ordung des Melchisedech“ sein
könnte, der ja gerade (in der Figur des AT) als Priester des Allerhöchsten für Abraham Brot und Wein
geopfert hatte. Vgl. Hebr. Kp. 5-6; dazu Gen. 14,18 und Ps. 109 (110),4. Bei der Einsetzung des Altarsakraments
und des neutestamentlichen Opfers und Priestertums, am Gründonnerstag beim letzten jüdischen Ostermahl,
waren nur die Apostel zugegen. Nicht die 72 Jünger (Lk. 10,1), nicht die heiligen Frauen, nicht mal Christi
Mutter, konnten da zugegen sein. Man kann also aus der Art der Kommunion bezw. ihrer Spendung und ihres
Empfangs bei dieser Gelegenheit nicht unbedingt Schlüsse ziehen für die Kommunion der Laien.
#26 Lycobates 17:46:54 | Donnerstag, 9. September 2010
auf den Punkt @Przybislav Gut, daß Sie die Sache auf den Punkt bringen. Für Katholiken hat sich seit
1967 überhaupt nichts geändert. Inhaltlich ist der Antimodernisteneid unaufhebbar, da er eine lehramtliche
Verurteilung von Häresien und Irrtümern enthält. Praktisch käme es keinem legitimen Hirten in den
Sinn, außer bei dementia praecox, den Eid aufzuheben, just in dem Moment, wo besagte Häresien und Irrtümer,
zumal beim jungen irregeleiteten Klerus, nur so wimmeln. In Verona hat der Scheinbischof die Kirche San
Pietro il Martire – Schutpatron der Stadt – den Lutheraner überlassen ausgerechnet der hl. Inquisitor
Petrus von Verona! Das kann kein Zufall sein. Ebensowenig, wie es ein Zufall ist, daß dieser Heilige
dem Kalenderkahlschlag zum Opfer gefallen ist. Nur die Dominikaner dürfen ihn noch feiern.
#80 Lycobates 16:59:17 | Donnerstag, 9. September 2010
frappierend @„Pius XII.“ –- @juemuc Notre Dame ist architektonisch beeindruckend, religiös eine Wüste
Ich bin sehr oft in Paris, und stimme Ihnen hier zu. Lediglich für die 10-/15-minütige Orgelimprovisation
eines Titulars (etwa O. Latry) nach Hochämtern lohnt es sich, dort das Ende eines NOMs zu besuchen! Saint-Nicolas
ist eine typische französische katholische Großstadtkirche, wie man sie vor 50 Jahren überall hatte,
politisierende Predigten einbegriffen. Zum Glück werden aber nicht in allen Messen Häretiker im Kanon
genannt. Katholisch in Auswahl. –- mit Rosenkranzgebet die Zeit totschlagen und bekommt vom wichtigsten
Teil des Gottesdienstes so gut wie nix mit. Das ist genau das, was ich bei einer Alten Messe erlebt habe.
Sie sollten nicht von sich auf Andere schließen. Nur sehr wenige treue Katoliken haben keine Ahnung,
was die Messe ist, und was dort vorgeht (dazu braucht man die einzelnen Gebete und Handlungen nicht wörtlich
zu verstehen; nicht einmal ein zweisprachiges Meßbuch mit allen Texten, was die meisten aber haben, ist
dazu erforderlich); Sie schrieben doch auch: Außerdem kennt der mehr oder weniger häufig gottesdiensbesuchende
Gläubige den Ablauf einer Messe und weiß wo wer zu Antworten oder zu beten hat Na also! Und sagen, daß
man, indem man betet (den Rosenkranz oder was anderes), „die Zeit totschlägt“, zeugt von einem vollständigen
religiösen Unverständnis. Das ist sehr schade. Versuchen Sie doch bitte unter Gebet Ihr Verständnis
der katholischen Religion und ihres Kults zu vertiefen!
#103 Lycobates 15:45:11 | Donnerstag, 9. September 2010
ergänzend @al-Muschrik Ich danke für die Ergänzungen! den Schluß, daß man die Texte des NT zumindest
nicht insgesamt als Übersetzungsliteratur ansehen kann. Das ist sicher richtig, bis vielleicht auf die
Erstfassung des Matthäus-Evangeliums, und vielleicht auch (nach einer Theorie) den Hebräerbrief. Alle
anderen Texte des NT wurden von ihren Autoren direkt auf Griechisch geschrieben. Diese Autoren waren aber
Semiten, und das färbt entsprechend der Bildung auf ihre Ausdrucksweise (wortmäßig aber auch gedanklich)
ab. Mit Fragen der Inspiration und Inerranz dieser Texte hat das natürlich nichts zu tun, da diese sich
auf den Inhalt, nicht etwa auf grammatische Formen beziehen. dadurch relativiert, daß er vom Hebräischen,
statt vom Aramäischen spricht Man müßte da prüfen, ob nicht auch beim hl. Hieronymus u.a. „Hebräisch“
algemein für Semitisch, also Hebräisch im eigentlichen Sinne und Aramäisch subsumierend, gebraucht
wird oder werden könnte. Ich habe das hier im Moment nicht parat. Ich denke aber auch z.B. an Apostelgeschichte
21,40 u.ö.: allocutus est lingua hebræa, dicens / προσεφώνησεν τῇ Ἑβραΐδι διαλέκτῳ
λέγων. Das ist bestimmt Aramäisch gewesen!
#157 Lycobates 14:48:34 | Freitag, 3. September 2010
„denke seit längerem darüber nach, wie ich Mt 10,23 u.ä. verstehen soll“ @Rechercheur Es ist nicht
unmöglich, die prophetische Gesamtschau, wie sie besonders Matthäus (und Markus, als dessen Reader’s
Digest) eigen ist, vom Untergang Jerusalems als dem 1. Akt des Weltgerichts, und von Christi Wiederkunft
als dessen Vollendung, zu verstehen. Denn prophetisches Schauen sieht, entsprechend der Zeitlosigkeit
Gottes, die Geschehnisse in ihrem ursächlichen Zusammenhang, in der Logik der Heilsökonomie. Eine Auflösung
in zeitliche Akte, die dem nicht-prophetischen Hörer verständlich würden, erfolgt nicht. Sie wird erst
möglich beim Eintreffen der Ereignisse. Das war Mitte der 50er Jahre, als Matthäus schrieb, noch nicht
der Fall. Matthäus referiert darum noch unreflektiert die Worte der prophetischen Schau ohne sie zu deuten.
Christus selber wußte es natürlich mit seinem göttlichen Wissen (wie auch aus der Parabel Mt.22,1-14
erhellt, nach der die Erwählung der Heiden-/Außenwelt erst nach der Zerstörung der ungläubigen Stadt
einsetzt). Lukas greift knapp 10 Jahre später reflektierend konkrete Details der Rede Jesu auf und gliedert
die vorausgesehenen Zeitabschnitte (21,24). Aber erst 67 zogen die Christen definitiv aus dem gefährdeten
Jerusalem weg nach Pella. Johannes, noch 25 Jahre später, übergeht das Ganze. Die Katastrophe von 70
war eingetroffen, die Stadt der unwürdigen Geladenen zerstört, die Heidenmission eröffnet, das Hochzeitsmahl,
zunächst noch mit Guten und Bösen, ist seitdem im Gange. Wann der Bräutigam kommt, wissen aber auch
wir nicht. Gott befohlen!
#155 Lycobates 14:29:13 | Freitag, 3. September 2010
Verdacht @Rudolfus Sie müssen eine Dogmenleugnung formell belegen können Ach bitte, Rudolfus, all das
ist seit 30 Jahren und länger schon ausführlich geschehen, hier von mir und anderen und anderswo, bücherweise,
und keineswegs ein bloßer „Verdacht eines einfachen Katholiken“. Bitte informieren Sie sich etwas besser.
Nur ein Beispiel: In „Redemptor Hominis“ 1979 (c.13, AAS 71, 282-4) lehrt Bf. Wojtyla, als authentischer
Interpret des „V-II“-Dokumentes „Gaudium et Spes“, die universale und unverlierbare („in omne tempus“
„integra permanet similitudo Dei“) Gotteskindschaft (Rechtfertigung und Erlösung, Gnadenstand) aller
Menschen allein durch die Menschwerdung Christi, auch ohne Glauben, sogar ohne daß sie es wissen oder
gar wollen („ex quo sub corde matris concipiuntur“). Das ist eine (mehrfache) formelle Dogmenleugnung.
Bitte fragen Sie mich nicht nun auch noch, das zu belegen. Nehmen Sie Ihren Katechismus zur Hand. Zu diesen
Themen (noch einmal) ausführlicher und einleuchtend: www.traditionalmass.org/articles/article.php?id=33&catname=
Zur wojtylianischen Enzyklika wären auch die Arbeiten des Theologen Johannes Dörmann heranzuziehen.
Sollten Sie ein sensibler Lateiner sein, muß ich Sie noch dahingehend warnen, daß auch das wojtylianische
Latein grauenvoll ist. Kein Primaner dürfte sich einen solchen Stil leisten.
#153 Lycobates 13:09:17 | Freitag, 3. September 2010
bitte genau lesen @Rudolfus Und die wirft ihre These vom allseits unfehlbar lehrenden Papst gehörig über
den Haufen – und ist ja auch nicht Lehre der Kirche. Da haben Sie recht; das habe ich aber auch nicht
behauptet, wenn Sie gut lesen. Sie bleiben leider die Inanspruchnahme der Unfehlbarkeit (die in der Tat
nicht immer gegeben ist) verwechseln mit der (dogmatischen) Unmöglichkeit, daß ein (öffentlicher) Häretiker
eine legitime Amtsführung und Jurisdiktion beanspruchen kann, also von Amts Wegen Häresien lehren könnte
und diese der Kirche auferlegen. Das ist auch dann unmöglich, wenn die Unfehlbarkeit nicht formell beansprucht
wird. Das wird sie aber automatisch, wenn ein Papst (was Bf. Montini mit dem NOM widerrechtlich versucht
hat) urbi et orbi ein liturgisches Gesetz oder ein Kirchenrecht (Bf. Wojtyla) auferlegt. Dieses muß irrtumsfrei
sein, da ein (legitimer) Hirte seine Herde nicht zu Glaubensschädendem verpflichten kann (dazu Kösters
a.a.O. u.a.). Genau das hat Bf. Montini mit dem NOM aber versucht. Die Tatsache, daß er diesen Versuch
1969 als angeblicher Papst angestellt hat, führt zwingend zum Schluß, daß er das nicht gewesen sein
kann. Ich kann mich leider nicht immer wiederholen. Diese Nuß scheint Ihnen eine zu harte zum Knacken
zu sein.
#151 Lycobates 12:31:32 | Freitag, 3. September 2010
Ich befürchte @Rudolfus daß Sie mit Ihrer Auffassung des „nicht nur, sondern auch“ das Dogma ganz aus
den Angeln heben. Ich würde doch raten, noch einmal eingehend in einer guten Dogmatik den Trakat de Ecclesia
zu studieren; oder auch Kösters, Die Kirche unseres Glaubens. Sie können doch nicht ernsthaft ein Pamphlet
wie das Buch von De Rosa (bei dem, wie oft, hormonale zu Glaubensschwierigkeiten führten) als glaubwürdige
Quelle empfehlen. Glauben Sie wirklich, es hätte 1870 beim Vatikanum keine seriösen Historiker gegeben,
und diese Fragen wären nicht eingehend erörtert worden? Die dicken Bände mit den Konzilsakten sprechen
eine andere Sprache. Trotzdem wurde unter Eingebung des Heiligen Geistes erklärt, der Stuhl Petri sei
„ab omni semper errore illibata“ geblieben was die Glaubens- und Sittenlehre betrifft. Eine solche Aussage
wäre doch unverantwortlich, und auch dumm, wenn sie nicht zuträfe. Man muß allerdings sehr bedauern,
daß das Schema der dogmatischen Konstitution www.ultramontes.pl/…anum_de_ecclesia.htm De Ecclesia Christi
nicht mehr zur Abstimmung gelangt ist, da das Konzil durch den Abzug der französischen Schutztruppen
aus Italien (ein Freibrief für die italienischen Straßenbanden) im Oktober 1870 vertagt werden mußte
und bis heute ein Torso geblieben ist. Dieses Schema (im 7. Band der Collectio Lacensis) hätte viele
Unklarheiten ausgeräumt und zahlreiche Unstimmigkeiten, gerade auch heute unter traditionstreuen Katholiken,
vermieden. Auch das ist ein Werk des Durcheinanderwerfers und geht auf das Konto der Emser Depesche.
#92 Lycobates 15:12:55 | Donnerstag, 2. September 2010
Heiligabend @tjark.p Heiligabend, ist ein Anlass um gesellig zusammen zu sitzen. Das tun wir erst nach
der Mitternachtsmesse, es ist dann schon der 25.; dann werden die Geschenke aufgemacht und wird gefrühstückt,
so gegen 2 Uhr/halb drei nachts. Man hat ja seit gut 12 Stunden nichts mehr genossen. Dann geht’s ins
Bett, und wer Mut hat, steht früh auf für die Missa in aurora, bei Tagesanbruch, und dann das Hochamt,
so gegen 10 oder 11. Das Festessen mit 6 Gängen ist dann für den Abend des 25., nach der Vesper etwa.
So war es früher, als noch überall Messen waren; heute, bei dem Priester- und Messemangel, ist alles
etwas anders geworden.
#67 Lycobates 12:52:10 | Donnerstag, 2. September 2010
Nanu … @tjark.p Als ich noch in Kiel gewohnt habe, habe an Heiligabend 6-Gänge-Menus gekocht für 6
Leute. So richtigmit allem drum und dran. 6-Gänge mit allem drum und ran? An Heiligabend? der 24. Dezember
ist aber doch Fast- und Abstinenztag …
#145 Lycobates 15:23:19 | Mittwoch, 1. September 2010
etwas genauer bitte @Rudolfus Sie verwechseln zwei Dinge. 1. die Inanspruchnahme der Unfehlbarkeit 2.
die Verkündigung und weltweite Propagierung und gar Auferlegung von Irrtümern und glaubensschädlichen
Praktiken 1. Unfehlbarkeit kann auch vom ordentlichen Lehramt (Enzykliken, Predigten, Katechismen, usw.)
ausgehen, wenn, wie Papst Pius XII. in Humani generis ausführt, in Glaubens- und Sittensachen eine Lehre
eingeschärft wird. 2. „Fehlbar“ ist nicht gleichbedeutend mit „eventuell häretisch“. NIE kann die Kirche
Christi, die ständig vom Heiligen Geist geführt wird, und der Stuhl Petri, der immer frei von Irrtum
ist (ab omni semper errore illibata, so das Vatikanum), Häresien, Glaubensirrtümer, glaubenszerstörende
Riten, ein unkatholisches Kirchenrecht, usw. einführen und von Amts wegen urbi et orbi auferlegen, auch
nicht dann, wenn dabei keine Unfehlbarkeit formell beansprucht wird (letzteres wäre ja noch schöner!).
Denn die Kirche muß in allem, was sie verbindlich allen Gläubigen auferlegt (etwa ihren Kult, ihr Recht)
unfehlbar sein, da sie ja sonst die Gläubigen u.U. zur Sünde verpflichten würde. Unmöglich! Aber auch
in nur „fehlbaren“ Verlautbarungen ist es ganz unmöglich, daß Häresie vorliegt (denn diese führt so
oder so zum Kirchenausschluß) und sogar weltweit vorgeschrieben wird. Fehlbare Verlautbarungen können
höchstens in der Formulierung mangelhaft sein und faktische Irrtümer enthalten. Modernisten aber sind
Häretiker und exkommuniziert. Öffentliche Häretiker verlieren Jurisdiktion und Amt.
#143 Lycobates 14:21:46 | Mittwoch, 1. September 2010
Eine gemeinsame @Rechercheur Diskussionsbasis gibt es aber leider nicht. Mit dieser Feststellung verbinde
ich keine persönliche Abneigung, noch eine prinzipielle Gesprächsverweigerung Ihnen gegenüber, sollte
dieser Eindruck entstanden sein, sei das hier richtiggestellt. Ihre Frage wie Sie dann die hiesige Ablehnung
der V2 rechtfertigen ist hier schon öfter beantwortet worden, von mir und anderen. Die Ablehnung der
irrigen Lehren des „Vatikanum II“ und der nachfolgenden Reformen, sowie der Legitimität ihrer Verfechter
und Vertreter (dieser zweite Schluß folgt zwingend aus dem ersten, da die Kirche NIEMALS irrige Lehren
und schädliche Reformen weltweit von Amts wegen auferlegen kann) läßt sich aus Kirchenlehre und Kirchenrecht
(CIC 188/4) gut begründen. Das Vatikanum (es gibt nur eins) hat in seiner 3. u. 4. Sitzung deutlich erklärt,
daß die Glaubenssätze immer in dem gleichen Sinne ihrer ersten Verkündigung gelten müssen (cp. 4 Dei
Filius), daß den Nachfolgern Petri der Heilige Geist NICHT verheißen ist, um eine neue Lehre zu verkünden,
und daß der Stuhl Petri immer von Irrtum frei geblieben ist und bleibt (cp. 4 Pastor Aeternus). Das ist
Dogma, gilt also auch heute, darum sagen wir, schließen wir zwingend, der Stuhl Petri, die Sedes illibata,
sei derzeit vakant, bzw. illegitim besetzt. Denn mit Kajetan und Bellarmin (u.a.) ist festzuhalten, daß
das Charisma der irrtumslosen Verkündigung den freien Willen des Sedens nicht aufhebt, sondern dessen
freier Wille diesen im Gegensatz zur Sedes bringen kann.
#140 Lycobates 11:58:41 | Mittwoch, 1. September 2010
Ich sehe leider @chico flojo in dieser Diskussion nur bestätigt, was ich vorhin an Rudolfus schrieb:
ist aber aussichtslos, da die Prämissen, auf die sich die gegnerische Seite beruft, z.T. falsch sind …
und es also keine gemeinsame Diskussionsbasis gibt. Sie haben allerdings in dankenswerter Weise noch einiges
auf den Punkt gebracht. Der diesseitsbezogene, hoministische Grundton, der dem Modernisten eigen ist,
und der letztendlich auf einer Subjektivierung des Glaubens gründet, ist deswegen nicht konsensfähig.
Ein Satz wie Zum Gedenken an Jesus wurde das letzte Abendmahl nachgespielt ist symptomatisch. Wer nicht
einmal begriffen hat, daß die ersten Christen, genau so wie wir, im Gottesdienst keineswegs ein erledigtes
jüdisches Ostermahl „nachspielen“ (denn: Pascha nostrum immolatus est Christus!), sondern das einmalige
Werk unserer Erlösung am Kreuz jeweils wieder fruchtbar machen, daß die Messe also keine Erneuerung
des Paschamahls (das lediglich die ATliche Kulisse für die Einsetzung des Opfers des Neuen Bundes und
des Priestertums „nach Melchisedech“, und auch kein „Abendmahl“, der unbiblische Terminus stammt von Luther,
sondern Nachtmahl war), sondern die des Golgothageschehens war und ist, wie ja auch die Einsetzungsgeschichte
und die Paulusbriefe, die Kirchenväter und die gesamte liturgische Tradition bezeugen, nun, dem ist nur
mit Gebet zu helfen. (Zu den (von modernistischen Liturgikern oft gern mißverstandenen) Agapen, schrieb
ich hier bereits am 10.6 u. 27.4, für wen’s interessiert)
#128 Lycobates 15:48:05 | Dienstag, 31. August 2010
noch ein Punkt @Rechercheur dass das Sakrament nur in der tridentinischen Messe wahr wird Hier müßte
man etwas genauer formulieren. In der Messe wird nach dem Willen Christi („Tuet dies…“ an die Apostel)
Sein geopferter Leib und Sein geopfertes Blut (angedeutet durch die getrennten Gestalten: Brot und Wein)
als Sühneopfer dargebracht („zur Vergebung der Sünden“), am Gründonnerstag bei der Einsetzung beim
letzten jüdischen Paschamahl als Vorwegnahme, seit Pfingsten und Himmelfahrt als Vergegenwärtigung und
Fruchtbarmachung bzw. Zuwendung des einen Kreuzesopfers, das das einzige Opfer des Neuen Bundes ist, wie
uns der Hebräerbrief lehrt, „nach der Ordung des Melchisedech“ (Opfer der Brot- und Weingestalten). Meßformulare,
die im Einklang stehen mit dieser Theologie (wie das tridentinische, aber auch die anderen altüberlieferten
westlichen: ambrosianisch, mozarabisch, dominikanisch etc., alle östlichen, sofern nicht NOM-isiert wie
seit einigen Jahren das maronitische) also mit Opferung des Leibes und des Blutes Christi zur Vergebung
der Sünden u. Wesensverwandlung der Opfergestalten durch die Wandlung, bringen, bei gültig geweihtem
Priester, das Sakrament zustande. Die protestantischen Formulare und der NOM (keine Opferung Christi,
sondern Bereitstellung von Gaben von Menschenhand, nicht „zur Vergebung der Sünden“, keine Wesensverwandlung,
sondern lediglich Einsetzungsbericht, d.h. Verlesen eines vergangenen Ereignisses, nicht als jeweils aktuell
neuzusetzender Akt, sowie: keine gültigen Weihen) nicht.
#125 Lycobates 11:47:52 | Dienstag, 31. August 2010
Ihre Fragen @Rechercheur In Vergangenheit und Gegenwart der RKK stößt man auf vieles, das Wort und Geist
der Schrift ganz offensichtlich widerspricht Das ist ein Irrtum. Kein Bibeltext, recht interpretiert,
widerspricht dem katholischen Glauben; allerdings ist, wie vorhin ausgeführt, der katholische Glaube
nicht vollständig im NT hinterlegt. Scheinbare Widersprüche mit Aussagen des NT beruhen (so bei Luther)
darum immer auf einer falschen bzw.fragmentarischen Interpretation desselben. Man darf aber das NT nur
im Einklang mit der Lehre seines Urhebers, eben der Apostel, der Kirche, sehen, sonst ist man auf einem
Abweg. Beide führt ja der Hl. Geist. „nicht erst das NT begründet den Glauben der Kirche“ Ach so: Weil
die Kirche es uns sagt! Weil der Hl. Geist es dem Lehramt der Kirche (den Aposteln und ihren rechtmäßigen
(!) Nachfolgern) sagt. Das ist kein Zirkelschluß, sondern eine Glaubensfrage: hat die Offenbarung des
Pfingstglaubens an die Apostel ein für allemal stattgefunden oder nicht? Der Christ sagt: Ja, und darum
glaubt er. Ein „Geheimwissen“ gibt es im Christentum nicht, das ist Gnosis. Wenn alles lückenlos bewiesen
werden könnte, am liebsten mit Bibelversen, wie Sie möchten, wäre der Glaube ja kein Glaube, und auch
nicht verdienstlich. Nun ist aber der Glaube eine Gnade, ein Geschenk, um das man aber bitten kann. Credo
ut intellegam, nicht umgekehrt! Diesen blinden Sprung in das Gottesvertrauen müssen Sie machen! Cui bono?
zum Heile Ihrer Seele denn:„Wer nicht glaubt, wird verdammt werden“
Ich bewundere @Rudolfus Ihre Geduld, mit der Sie versuchen, ohne sich von Arroganz und überheblichem
Halbwissen beirren zu lassen, Leser Rechercheur und seinesgleichen hier die katholische Lehre einigermaßen
klar zu machen. Das ist aber aussichtslos, da die Prämissen, auf die sich die gegnerische Seite beruft,
z.T. falsch sind (etwa das sola scriptura-Prinzip), und es also keine gemeinsame Diskussionsbasis gibt.
Ganz abgesehen davon, daß Foren wie dieses dazu nicht der geeignete Ort sind. Ich habe ein paar Punkte
dazu in die Leserzeitung eingestellt; der Text wurde zu lang, um hier einzubringen. Wie schon A(va)ntipacelli
hier bemerkte, wären alle gut beraten, sich etwas mehr auf katholische Literatur zu berufen, bevor sie
sich äußern. Etwa die Standarddogmatiken (Scheeben, Diekamp, Ott, Tanquerey, Billot, Salaverri, usw.
), wo für alle hier berührten Punkte der Schrift- und Traditionsbeweis geführt wird. Oder die von A.pacelli
genannten katholischen Katechismen. Man kann von niemandem erwarten, daß er hier, mit 1500 Zeichen, lückenlos
argumentiert, wenn darüber ganze Bücher vollgeschrieben sind.
noch etwas @karljosef @Rudolfus Die neue Messe ist gültig Die alte ist besser Der NOM ist aber getreu
dem Textbuch sicher immer eine gültige Messe – die Frage ist nur, ob würdig oder nicht Diese Einstellung
sei Ihnen unbenommen; sie ist aber leider nicht zutreffend, wie von mir hier in verschiedenen Wortmeldungen
bereits ausgeführt und verschiedentlich belegt. Ich komme nicht darauf zurück. Die Frage ist nicht in
erster Linie eine ästhetische oder eine der äußeren Würde. Dem NOM liegt ein ganz anderes Sakraments-
und Eucharistieverständnis als das katholische zugrunde, und das bleibt nicht ohne Einfluß auf das Zustandekommen
des Sakraments; diese wesentlichen Unterschiede haben Planer und Urheber des NOM in ihren Schriften übrigens
ganz offen zugegeben. (Lehramtlich definitiv kann über die Gültigkeitsfrage allerdings nur ein legitimer
Papst entscheiden; das erübrigt aber nicht, daß wir im praktischen Urteil unser Denken und Verhalten
inzwischen an der bereits zur Genüge bekannten Lehre der Kirche orientieren, das reicht in diesem Punkt
schon vollauf; ein Zuwartenwollen und -müssen im ersten Punkt entschuldigt keine Unschlüssigkeit im
zweiten, denn das Prinzip des Tutiorismus muß uns hier führen, und eine moralische Gewißheit ist möglich).
Gott befohlen!
Zusatz @Rudolfus Der NOM verbietet sich nur vor ausgesetztem Allerheiligsten… Nicht nur das! Das Allerheiligste
(das in NOM-Kirchen aber überhaupt fehlt!) muß nach der Institutio generalis zum NOM (ed.1969 §276,
vgl. ed.2000 §315) vorzugsweise (valde commendandum) in einem besonderen Raum der Kirche (sacellum) aufbewahrt
werden, der nur der privaten Frömmigkeit der Gläubigen (privata fidelium precatio) dient, also notwendigerweise
außerhalb des Meßkontextes und vom Meßaltar/Mahltisch losgelöst (sonst, bei „privata“ precatio, wäre
ja die vielbeschworene „actuosa participatio“ unmöglich, die von den Neuerern abwegigerweise als ein
redseliges Alles-Mitmachen aufgefaßt wird). Der erste Schritt zu diesem Unfug war ein „Dekret“ der (1967
rechtlich bereits verwaisten) Ritenkongegation vom 25.5.1967, §53-5, siehe AAS 59, 568-9. Der Grund ist
leicht zu erraten: Im NOM feiert die Schwafel-Gemeinde selbstgenügsam sich selbst, für eine stille Anbetung
des eucharistischen Gottes während des hl. Opfers ist keine Zeit, darf keine Zeit sein. Das wäre ein
falsches „Signal“ (so das „Dekret“ bereits 1967, knapp 2 Jahre vor Einführung des NOM!). Hintergründig
ist natürlich, daß diese Häretiker die fortwährende Realpräsenz in den heiligen Gestalten, auch außerhalb
des Gottesdienstes, überhaupt ablehnen, und bei den verbliebenen Gläubigen den Glauben daran verflüchtigen
und aushöhlen wollen. „Sie haben meinen Herrn geraubt, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben.“
Der Herr rechne es ihnen nicht an!
#62 Lycobates 19:14:41 | Donnerstag, 26. August 2010
Äußerlich @Rudolfus Eine N.-O.-Messe ist dann katholisch, wenn die Messe äußerlich nahezu wie die
alte römische Messe zelebriert wird, und die heiligsten Gestalten des Blutes und des Leibes des Christus
würdig behandelt werden, also nur durch Direktmundkommunion und ohne Laienhelfer, außerdem steht der
Priester während des Meßopfers nur im NOM mit dem Rücken zum Tabernakel, und das ist aber für den
NOM nirgendwo vorgeschrieben, daß man gegen den Hochaltar zelebriert – ein Zeichen der Anwesenheit des
Durcheinanderwerfers. Die von Ihnen dankenswerterweise angegebenen Punkte – würdige Behandlung der heiligen
Gestalten – Ostung der Gebetsrichtung des Priesters und der Gemeinde sind zwar wichtige, aber lediglich
äußerliche Aspekte. Sie allein können den NOM nicht sanieren (und führen nicht zu einem Sakrament),
wenn nicht Opferung und Kanon mit den Wandlungsworten ordnungsgemäß (von einem wirksam geweihten Priester
natürlich) vorgenommen werden, wie ich vorhin im Kleindruck nahelegte. Zusatz: im NOM ist zwar nicht
vorgeschrieben, daß man gegen den Tabernakel zelebriert, wohl aber, daß dieser sich nicht auf dem Altar,
wo Messe gefeiert wird, befinden darf. Wenn Sie Englisch lesen, können Sie mit diesem Buch www.philotheapress.com/…/work-of-human-hands/
diesen Problemkreis weiter vertiefen. Wünsche Erleuchtung und Segen!
#58 Lycobates 18:58:15 | Donnerstag, 26. August 2010
Bitte Jahrzehntelanges Vorenthalten des wahren Wesens der hl. Messe führt im Jenseits zu besonders schwerem
Fegefeuer! Steht nochmal genau wo in der Bibel? Danke! „Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht
eßt und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch. Wer mein Fleisch ißt und mein Blut
trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag“ Joh. 6,54-55 e.q.s. Durus est
hic sermo…
#54 Lycobates 18:36:32 | Donnerstag, 26. August 2010
nachgelegt @Ruhrgebietler @Rudolfus katholische messenkönnen aber nur in katholischen Kirchen stattfinden.
solche also, die nicht durch das vat.-II geschändet und entweiht wurden. hier gilt es wachsam zu sein!
So ist es! Das schreiobt auch das Kirchenrecht zwingend vor (Can. 823. § 1). Diese Kirchen müssen erst
rekonziliert werden, bevor wieder ein katholischer Gottesdienst dort stattfinden kann. –-- Und theoretisch
kann auch der NOM katholisch zelebriert werden – aber das tut die reguläre N.-O.-Hierarchie nirgendwo,
nicht einmal der N.-O.-Papst, auch nicht der jetzige N.-O.-Papst. Können Sie vielleicht erläutern, Rudolfus,
wie Ihrer Meinung nach der NOM „katholisch“ zelebriert werden kann? Doch nur, indem zur Bereitstellung
einer wandlungsfähigen materia proxima die überlieferten Opferungsgebete (statt der neuen „Gabenbereitung“
ohne Bezug auf Christi Opfer!) verwendet werden, und danach der römische Kanon, ohne Änderung der Wandlungsworte
(also nicht das „Hochgebet Nr.1“ !) gebetet wird, wobei zu beachten wäre, daß die Wandlung als priesterlicher
Akt zu sprechen, nicht aber als Erzählung eines lediglich vergangenen Ereignisses vorzutragen ist. Dann
ist es aber nicht mehr der NOM!
#43 Lycobates 12:53:17 | Mittwoch, 25. August 2010
zählt @Rudolf25 Das Kirchenrecht zählt aber nicht. Das Kirchenrecht gilt im Prinzip für alle (gültig,
ob katholisch oder anderswo) Getauften, mit einer Einschränkung für (noch) nicht Vernunftbegabte (can.
12). Zählen Sie sich etwa dazu? (zu den nicht-Getauften, meine ich) Da kriegt man ja das große ! Wenn
man das liest. Tja, tut mir leid. Ein guter Fast- und Abstinenztag könnte Ihre Stoffwechselprobleme vielleicht
lösen. Heute ist Mittwoch, wenn Sie nicht bis zum Freitag warten möchten. Wünsche gute Besserung.
#34 Lycobates 12:27:10 | Mittwoch, 25. August 2010
Mindestalter @Brandenburgis Brandenburgis ist zuzustimmen. Nach geltendem Kirchenrecht gilt für eine
gültige Eheschließung ein Mindestalter von 14 Jahren für das Mädchen und von 16 Jahren für den Jungen
(CIC can. 1067/1). Das Kirchenrecht mahnt aber auch, daß keine Ehe von Minderjährigen (im Kirchenrecht:
21 Jahre) geschlossen werden soll (oder „secundum regionis receptos mores“ can. 1067/2), und schon gar
nicht ohne Zustimmung der Eltern (can. 1034). Frühheiraten sind aber im Prinzip zu befürworten. Es werden
dadurch Promiskuität bzw. Unkeuschheit, sexuelle Experimente, ungewollte Schwangerschaften u. dgl. gerade
im dafür gefährlichen/empfänglichen Jugendalter vermieden. Allerdings waren Frühheiraten früher,
als es noch die beschützende Großfamilie gab, viel besser zu handhaben. In unserer heutigen „sozialen“
Gesellschaft, mit ihrem Individualismus und geschwundenem Familienbewußtsein, ist das viel schwieriger.
#26 Lycobates 18:50:35 | Dienstag, 24. August 2010
tant de bruit pour une omelette @Pascal123 Warum sagen Sie das nicht gleich auf deutsch??? Wir sind hier
doch ein gutes deutsch.katholisches Forum. Rüschtüsch! Ich muß entschuldigen. Der gute Paul Valéry
konnte nur Französisch; das kann ich nicht ändern. Sinngemäß: die Barbarei schafft (nur) Fakten (die
Barbarei ist die Ära/Herrschaft des Faktischen); für die Herstellung einer Ordnung (für eine wohlgeordnete
Gesellschaft) braucht man die Herrschaft des Fiktiven (die Ära der Ordnung muß dem Reich der Fiktionen
angehören). Ordnung entsteht wenn Instinkte durch Ideale aufgewogen werden. Etwas ausgeholt: „Une société
s’élève de la brutalité jusqu’à l’ordre. Comme la barbarie est l’ère du fait, il est donc nécessaire
que l’ère de l’ordre soit l’empire des fictions, – car il n’y a point de puissance capable de fonder
l’ordre sur la seule contrainte des corps par les corps… L’ordre exige donc l’action de présence de
choses absentes, et résulte de l’équilibre des instincts par les idéaux.“
#21 Lycobates 18:22:50 | Dienstag, 24. August 2010
Per me reges regnant @Pascal123 Was hat denn Gott mit Herrschaftsansprüchen von Kaisern und Königen
zu tun?? Alles. Sagte nicht der Herr zu Pilatus: „Du hättest keine Macht über mich, wenn sie dir nicht
wäre von obenherab gegeben“? Es gibt keine Macht auf Erden, die, wenn sie nicht usurpiert ist, nicht
gottgegeben und Teilhabe an Gottes Macht wäre: in der Familie, in der Gesellschaft und im Staat, in der
Kirche. Siehe auch das von Brandenburgis soeben zitierte Wort aus den Sprüchen. Es wäre auch der eine
oder der andere Paulusbrief heranzuziehen.
#16 Lycobates 17:56:41 | Dienstag, 24. August 2010
nur ruhig Blut @Pascal123 Welcher Kaiser führt denn den Titel??? Den Titel führt ja keiner mehr und
Herrschaftsrechte wird auch keiner mehr wahrnehmen wollen und auch nie wieder können. Nun, das wollen
wir doch lieber dem Herrgott überlassen, nicht? Das Anliegen des Legitimismus ist nicht mit den banalen
Kategorien des faktisch Bestehenden zu begreifen. Und somit auch nicht „realistisch“ im landläufigen
Sinne, da seine Realitäten sich auf einer anderen Ebene situieren, ja letztendlich „nicht von dieser
Welt“ sind. Darüber kann man einmal nachdenken, unter Gebet. Nach dem Wort Paul Valérys: Comme la barbarie
est l’ère du fait, il est donc nécessaire que l’ère de l’ordre soit l’empire des fictions. Bei Bedarf
übersetze ich.
Auschwitz und Zator führt nicht nach wie vor (wirksam jedenfalls bis 1918) der Kaiser von Österreich
und König von Ungarn und Böhmen etc. auch den Titel „Herzog von Auschwitz und Zator“?
#18 Lycobates 11:51:04 | Dienstag, 24. August 2010
Kaspers Irrungen Die traurige Wahrheit ist, daß dieser Priester vom christlichen Glauben vollständig
abgefallen ist. Ich wies bereits einmal darauf hin. Unter obigem Titel erschien Anfang 1990 eine dreiteilige
Artikelserie von Wolfgang Beranek in den Baseler „SAKA-Informationen“, die damals auch Hw. Kasper selbst
zugestellt wurde. Beraneks Analyse (auf der Grundlage von Kaspers Schriften) blieb unwidersprochen. Man
möge Hw. Kasper wünschen, nun in sich zu gehen und die verbleibende Zeit seines irdischen Daseins (er
ist 77) darüber nachzudenken, wie der Schaden für seine eigene Seele, die den priesterlichen Charakter
trägt, und für die ganze Kirche wiedergutgemacht werden kann. Am heutigen Apostelfest eine Gebetsintention!
Allerdings läßt die Mahnung des Hebräerbriefes (6,4-6) wenig Hoffnung auf eine Umkehr. Ἀδύνατον
γὰρ … Aber ein Wunder der Gnade ist möglich.
Universalität Katholisch heißt in der Tat universal. Davon ist die lateinische Kultsprache, wie gesagt,
ein handgreiflicher Beweis. Wo sich Nationalismen (welcher Art auch immer, ob slawische oder Bismarck’sche
ist egal) einmischen, geht es gewöhnlich schief, vor allem in Gebieten, wo sich Mehrheits- und Minderheitenvölkerschaften
und Volksgruppen berühren. Auch davon war bzw. ist gerade Polen, mit seinen z.T. nationalkatholischen,
messianistischen Tendenzen, ein (ungutes) Beispiel (man denkt ungern an Kard. Hlond zurück). Aber auch
Frankreich wäre da zu nennen. Damit soll nicht gesagt sein, daß der Klerus vor Ort nicht die Volkssprache
beherrschen soll. Die katholische Liturgie ist zwar in Latein, gepredigt wird aber in der Volkssprache
(obwohl ich schon einmal eine lateinische Predigt gehört habe! in … Finnland!), und auch im Beichtstuhl
und im Katechismusunterricht muß der Priester nicht nur Volkssprachen sondern oft auch Mundarten aktiv
beherrschen. Auch hier gilt es, nach dem Beispiel des Apostels „Allen Alles“ zu werden.
Talar @Samurai Danke für die Ergänzung. Sie haben recht: ich habe den Terminus „Talar“ nicht im landläufigen
Sinne gebraucht, sondern im ursprünglichen, eben der „vestis talaris“, des knöchellangen Kleides, „quae
ad talos pertingit“, wie die vorhin zitierte Vorschrift sagt. Ein nicht-klerikaler „Talar“ (das alte Gelehrtengewand,
nicht nur für Richter) im heutigen Sinne sieht etwas anders aus. Er ist weiter geschnitten, hat keine
Knöpfe und braucht nicht knöchellang zu sein. Es werden darunter Hosen getragen. „Soutane“ wäre also
hier das unmißverständliche Wort, um heute die priesterliche Amtskleidung zu bezeichnen.
Wichtigeres Hw. Lingen is hier zuzustimmen. Privatoffenbarungen brauchen wir nicht zum Glauben. Wenn überhaupt,
dann verpflichten diese nur die, welche sie erhalten. Gerade in der heutigen autoritätslosen Zeit muß
man besonders vorsichtig und skeptisch sein, und sich an Bewährtem halten. Es gibt derzeit keine wirksame
kirchliche Autorität, die definitiv über solche Offenbarungen befinden könnte. Daher ist davon auszugehen,
daß der Herrgott eher überhaupt keine Offenbarungen dieser Art schickt, als daß Er uns etwas zu unserem
Heile Wichtiges, über diesen außerordentlichen, aber heute nicht kirchlich abzusichernden Weg mitteilen
würde. Man muß im Gegenzug aber erwarten, daß der Teufel von der Lage, eben dem Autoritätsvakuum,
Gebrauch macht, um Verwirrung zu stiften und fragile, zur Hysterie und Labilität neigende Seelen zu treffen.
Sühneseelen, die sich für die Sünden der Welt in Gebet und Buße opfern, gibt es zwar, aber sie führen
sich nicht in der Öffentlichkeit als solche auf. Wenn Gott an eine Seele herantritt, und sie einlädt,
sich in Sühne zu opfern, ist das eine Gnade, auf die der oder die Betroffene mit freiem Willen in Liebe
antwortet. Ein Zwang kann das nicht sein.
#91 Lycobates 15:02:10 | Donnerstag, 19. August 2010
Danke @Mi.cha.el daß Sie das Wichtigste noch einmal kurz auf den Punkt bringen! Bei aller Aufmerksamkeit
für äußerliche Aspekte sollte das nie zu kurz kommen. Allerdings wird ein guter, demütiger und frommer
Priester, wie Sie schreiben, selbstverständlich auch alles tun, was in seiner Möglichkeit steht, um
die äußerlichen Bestimmungen der Kirche, woraus ihre große Sorge um Gottes Haus spricht (im übrigen
ganz in alttestamentlicher Tradition), genauestens einzuhalten. Überheblichkeit, die sich über diese
Formbestimmungen eigenmächtig hinwegsetzt, ist erfahrungsgemäß of mit Ungehorsam und Eigensinn in Glaubens-
und Sittenfragen verbunden, wo die Folgen ungleich einschneidender sind.
#89 Lycobates 11:51:34 | Donnerstag, 19. August 2010
Ihre Frage @juemuc Die Soutane bzw. der Talar ist als Amtskleidung für den Chordienst (auch für nicht-Priester,
etwa Sänger, sofern sie nicht außer Sicht auf der Empore stehen) und besonders für die Spendung der
Sakramente vorgeschrieben. Der Priester muß (laut Rituale Romanum an den einschlägigen Stellen) für
die Spendung der Sakramente im Normalfall außerdem Chorhemd und Stola (weiß für das Sakrament der Ehe;
violett für die Beichte, letzte Ölung, Taufe) tragen. Das knielange Chorhemd mit Stola wird nur über
den Talar getragen. Für die Meßfeier muß der Priester die liturgischen Paramente über den Talar anziehen,
wie aus dem Ritus servandus I,2 hervorgeht („indutus vestibus sibi convenientibus, quarum exterior saltem
talum pedis attingat“); letztere Vorschrift ist darüberhinaus noch ausdrücklich im Kirchenrecht enthalten
(Can. 811. § 1. Sacerdos, Missam celebraturus, deferat vestem convenientem quae ad talos pertingat et
sacra ornamenta a rubricis sui ritus praescripta.)
#51 Lycobates 15:55:39 | Mittwoch, 18. August 2010
Soutane @angel405 Die Rückbesinnung auf die Soutane als Alltagsgewand des Weltgeistlichen ist gut und
zu begrüßen. Vor allem für junge Priester ist diese Kleidung ein Schutz gegen Verweltlichung und Versuchungen
aller Art. Jedenfalls sollte sie in der Kirche immer getragen werden. Für liturgische Funktionen (im
Chor oder im Beichtstuhl) ist sie auch vorgeschrieben. Für die normale Stadt- bzw. Ausgangskleidung (also
nicht-liturgisch) können und müssen aber örtliche Gewohnheiten mitberücksichtigt werden. So war es
auch vor 1960 in vielen Gegenden etwa Deutschlands unüblich, daß der Weltgeistliche außerhalb der Kirche
die Soutane anlegte. Der schwarze Rock mit Kollar genügte. In romanischen Ländern war allerdings immer
die Soutane üblich. Ordensgeistliche sollten natürlich immer und überall das Gewand ihres Ordens tragen.
#26 Lycobates 14:46:16 | Dienstag, 17. August 2010
Sündenbewußtsein @HerrKaethe Ihren Ausführungen ist zuzustimmen. Kinder von sieben, acht Jahren können
und müssen beichten, auch wenn ihre Sünden läßliche sind, öfter (noch) keine Todsünden, die von
Gott trennen. Aber auch läßliche Sünden entfernen von Gott, verringern die Lust am Guten, führen zu
schwereren Sünden. Auch nur läßliche Sünden können gebeichtet werden, sie sind gültige Materie für
die Beichte, wenn ihre Vergebung auch außerhalb des Bußsakraments erfolgen kann. Kinder in diesem Alter
können lügen, unaufrichtig sein, neidisch, sie können sogar stehlen, Haßgefühle hegen, Schadenfreude
empfinden, ungehorsam sein, usw. Auch diese Sünden (mehr oder weniger schwer) müssen bereut und vergeben
werden. Wer den Kindern dieses Bewußtsein nimmt, bzw. vorenthält, stellt die Weichen für ein späteres
Leben ohne Gott. Letztendlich ist dies alles auf eine Leugnung der Erbsünde, bzw. der Verharmlosung ihrer
Folgen, bzw. jeder anderen Sünde, zurückzuführen. Damit stellt die Konzilssekte ihre eigene Falschheit
unter Beweis, und richtet sie sich selbst. Nicht von ungefähr wurden in der Epistel vom Gründonnerstag
(und vom Fronleichnamsfest) aus 1Kor. 11,20-32 (bzw. 23-29) im neuen Lektionarium der Konzilssekte für
beide Lesungen (nr. 40 u. 170) genau die wichtigen Verse 27-29 gestrichen.
Totgesagt Kairos schrieb: Latein ist eine tote Sprache und wir können nicht in ihr ausdrücken, was wir
empfinden. Latein ist aber nur bedingt eine tote Sprache; Interessierte können im Internet, etwa in Google,
„Latinitas viva“ eingeben, oder „Living Latin“ bzw. „Lebendiges Latein“ und werden staunen, was da alles
herauskommt. Gerade lateinische Internetforen sind sehr rege. Wie gut einer ausdrücken kann, was er empfindet,
hängt also davon ab, wie gut er Latein gelernt hat. Aber lassen wir das. Frühschoppen und Gottesdienst
sind zweierlei. Persönliches Gebet und Liturgie auch. In der Liturgie, dem öffentlichen Kult, spricht
die Kirche als solche, nicht zu den Menschen, sondern zu Gott, es spricht nicht dieses oder jenes Individuum,
das „ausdrückt, was es empfindet“. Und die Kirche drückt sich im Westen in Latein aus. @chico flojo
„Kyrie/Christe, eleison“ würde ich „Domine/Christe, miserere“ übersetzen; ein Objekt ist nicht ausgedrückt,
das wäre klassisch im Genitiv (etwa mei oder nostri); „misericorde“ ist keine Verbform. Was Colombo angeht,
würde ich der an sich überfälligen Initiative Herrn Ranjiths wünschen, daß in der Diözese noch einige
wirksam geweihte Priester verbleiben, sonst wäre alles „ach ein Schauspiel nur“. Ob das beabsichtigt
ist? Hoffen wir es nicht!
Vertiefung @Gotthard Ich kann nur raten, das Thema etwas weiter, und unter Gebet, zu vertiefen, etwa hier: www.stjosephschurch.net/pope.htm mit am Ende noch weiterführender Literatur. Mit „Subjektivismus“ hat
was ich schrieb nichts zu tun. Sicher ist die Papstfrage kein „adiaphoron“, kein belangloser Punkt, sondern
wie Sie schreiben ganz zentral. Ich wollte jedoch nur betonen („Wer feste glaubt …), daß auch das irrende
Gewissen, sofern es schuldlos(!) irrt, seinem Irrtum gemäß handeln muß, nach St. Thomas voluntas concordans
rationi vel conscientiae sic erranti non est mala (vgl. S.Theol. I-II,19,6 ed. Leonina, Bd. VI, 1891,
146-147). Wer also bona fide überzeugt ist (propter apprehensionem rationis), daß der abgefallene Priester
Ratzinger Bischof und Papst ist, wenn er auch darin irrt, muß ihn im Kanon nennen. Umgekehrt, wer bona
fide vom Gegenteil überzeugt ist, auch wenn er darin irren sollte, darf ihn nicht nennen: Non solum enim
id quod est indifferens, potest accipere rationem boni vel mali per accidens; sed etiam id quod est bonum,
potest accipere rationem mali, vel illud quod est malum, rationem boni. (S.Th. I-II,19,5 ed.Leonina, Bd.
VI, 1891, 145) Lesen Sie den Wortlaut mal in Ruhe vollständig nach, ohne Aufregung. Deutsche Übersetzungen
gibt es auch. Wünsche Erleuchtung und Segen!
Vakanz @Gotthard Nach der Rubrik (Ritus servandus VIII,2) entfallen aber diese Worte (Sede autem vacante
verba prædicta omittuntur) wenn der apostolische bzw. auch der bischöfliche Stuhl vakant sind Wer in
Einheit mit dem römischen Bischof steht, betet im Hochgebet für ihn … so einfach ist das! Nicht ganz
so einfach! Es gibt 4 Möglichkeiten der Vakanz: 1. durch den Tod 2. durch freiwillige Abdankung 3. durch
unheilbare Geisteskrankheit (dementia perpetua) 4. durch öffentlich geäußerten Irrglauben = stillschweigender
Amtsverzicht (tacita renuntiatio), der nach Kan. 188/4 CIC für alle Kirchenämter (quaelibet officia)
von rechtswegen (ab ipso iure admissa) sofort bei erfolgter Tat (ipso facto) ohne irgenwelche Erklärung
irgendeiner Autorität (sine ulla declaratione) eintritt. Wer allerdings feste glaubt, Hw. Ratzinger sei
derzeit legitimerweise „Benedikt XVI.“, der ist auch im Gewissen dazu verpflichtet, ihn (und die von ihm
belassenen bzw. ernannten und mit ihm in Kommunion stehenden Diözesanbischöfe) im Kanon zu nennen, wenn
er nicht schismatisch sein will. Quod non.
zu Ihrer Frage @Gotthard Im ersten Kanongebet der römischen Messe (Te igitur) wird gebetet: …hæc dona,
hæc munera, hæc sancta sacrificia illibata, in primis, quæ tibi offerimus pro Ecclesia tua sancta catholica:
quam pacificare, custodire, adunare et regere digneris toto orbe terrarum: una cum famulo tuo Papa nostro
N. et Antistite nostro N. et omnibus orthodoxis, atque catholicæ et apostolicae fídei cultoribus. zu
deutsch: …diese Gaben, diese Geschenke, diese heiligen, makellosen Opfergaben, die wir Dir opfern zunächst
für Deine heilige katholische Kirche, damit Du sie befrieden und bewahren, festigen und leiten mögest
auf der ganzen Welt, in Gemeinschaft mit Deinem Diener, unserem Papst N., und unserem Bischof N. und mit
allen Rechtgläubigen, die den katholischen und apostolischen Glauben bekennen. Beim ersten N. wird der
Amtsname des Papstes (z.B. Pius), beim zweiten der Vorname des jeweiligen Diözesanbischofs (nicht eines
anderen Oberen, auch nicht in Klosterkirchen) genannt. Nach der Rubrik (Ritus servandus VIII,2) entfallen
aber diese Worte (Sede autem vacante verba prædicta omittuntur) wenn der apostolische bzw. auch der bischöfliche
Stuhl vakant sind, und wird nur gebetet: una cum … omnibus orthodoxis, atque catholicæ et apostolicae
fídei cultoribus. Letzteres trifft heute zu, da nach CIC 188/4 sowohl in Rom als in Cincinnati (und anderswo)
Ämtervakanz eingetreten ist.
neues Buch zum NOM zum „Werk von Menschenhand“, der neuen Meßordnung also, kurz: der montini’schen Keksfeier,
ist bei Philothea Press eine interessante und wichtige neue Studie, fast 470 Seiten stark, in englischer
Sprache erschienen: www.philotheapress.com/…/work-of-human-hands/ Der Autor, Hw. Anthony Cekada, wurde
1951 in den Vereinigten Staaten geboren und 1977 von Erzbischof Lefebvre in Ecône im überlieferten Ritus
zum Priester geweiht. Er verließ 1983 die Priesterbruderschaft St. Pius X. und ist seitdem als Priester
in Cincinnati tätig. Er nennt keine öffentlichen Häretiker im Kanon der Messe. Father Cekada trat bereits
mehrmals mit soliden Veröffentlichungen zu liturgischen und theologischen Fragen hervor.
heimattreu @vitrivius2010 Seine Heimat zu lieben ist nicht verboten, aber Katholiken sollten lieber Romtreu
als Heimattreu sein. Wir sind, ob es euch gefällt oder nicht, Internationalisten. So ist es. Des Katholiken
Reich ist, wie das seines Meisters, nicht von dieser Welt. Dagegen ist seit dem 19. Jh, auch von Katholiken
und katholischen Klerikern, viel gesündigt worden. Zeitlich fällt dies, so glaube ich, zusammen mit
dem Ende des Feudalismus und dem Aufkommen des von der frz. Revolution inspirierten „Etat-Nation“. Das
Übel hat dort angefangen, wo der Untertan dem Bürger gewichen ist. Im Feudalismus galten Gehorsam und
Treue einer von Gott eingesetzten Person, einem Individuum, nicht einem Land oder Staat oder Regime, nicht
einer Idee, und spielte es keine Rolle, welchen Volkes und welcher Abstammung dieses Individuum, oder
man selber als dessen Untertan war. Heute gelten Gehorsam, Treue, Verbundenheit, Loyalität des „Bürgers“
einem Staats- oder Rechtsgebilde, einer territorialen Einheit, einer Gruppe, einem Grundgesetz samt Inhalt,
und in vielen Ländern (wie in Frankreich) einem „Wertesystem“, dem sich alle anzupassen haben. Spätestens
dann entstehen zwangsläufig Konflikte, wo diese „Werte“ etwa mit dem Glauben kollidieren. Der antirömische
nationale Affekt (im deutschen und angelsächsischen Bereich, im gallikanischen Frankreich) treibt grundsätzlich
schismatische und oft auch häretische (Jansenismus, Modernismus, Liberalismus) Blüten. Ohne ihn ist
das „Zweite Vatikanum“ nicht denkbar.
Widerstand Es ist klar, daßdie Alliierten ab 1945 sofort massiv Einfluß auf die KIrche genommen haben
und dafür gesorgt, daß glaubens- und heimattreue Kräfte keine Chance mehr bekommen. Nun, beide Momente
(glaubenstreu-heimattreu) sind doch zu unterscheiden, wenn es auch Berührungsflächen zwischen beiden
gibt. Daß „die Alliierten“ (auch nicht als Monolith zu sehen!) „heimattreue“ Elemente bei den Besiegten
zunächst auf ein Abstellgleis fuhren (fahren ließen), ist klar (Beispiel: Vichy-Bischöfe u.ä.). Ob
„die Alliierten“ aber speziell ein theologisches Interesse etwa am Modernismus hatten, ist mir mehr als
zweifelhaft. In Deutschland zumindest gab es Modernisten bzw. modernistische Sympathien gerade auch bei
betont „national“ eingestellten Klerikern (Beispiel: Pius Parsch). Seit dieser Zeit kamen nur noch Modernisten
und Glaubenszerstörer zum Zuge. Der hl. Stuhl (Pius XII) machte widerstandslos mit. „Widerstandslos“
stimmt so nicht. Papst Pius XII. war zwar kein heiliger Pius X. Das schrieb ich schon einmal; einen „heroischen
Tugendgrad“ hatte er wohl nicht; wohl einen großen persönlichen Glauben, er war aber auch schüchtern,
und hatte von seiner aristokratischen Herkunft und diplomatischen Karriere her die Neigung, gefällig
und geschmeidig zu sein. Gewiß ein Manko. 1943 und 1950 erschienen aber „Mystici corporis“ und „Humani
generis“ gegen die nouvelle théologie, 1947 „MediatorDei“ zur Liturgie. Man vermißt allerdings praktische
Sanktionen, wie sie St.Pius X. wohl zu treffen wußte.
zum Fall Siri Kardinal (seit 1953, Bischofsweihe 1944) Giuseppe Siri verstarb am 2.Mai 1989. Er hatte
an den Konklaven 1958, 1963, 1978 (zweimal) teilgenommen. Er hat die Bestimmungen des „Vat. II.“ und auch
die Liturgiereform in seiner Diözese Genua nicht verhindert, aber auch nicht besonders gefördert. Im
Juni 1988 soll er noch EB Lefebvre angerufen haben, um ihn von den Weihen der 4 Bischöfe abzuhalten.
Ich glaube nicht, daß wir aus Vorkommnissen bzw. Unregelmäßigkeiten in diesen Konklaven (die es gegeben
haben mag), und der eventuellen Wahl Siris als „Gregor XVII.“ (die stattgefunden haben mag, jedenfalls
1958) praktisch heute etwas schließen können, da davon nichts an die Öffentlichkeit gelangt ist (oder
erst viel später, namentlich nach dem Tod Siris), und demnach keine Notorietät vorliegt. Auch Siri selbst
hat die dann gewählten (Roncalli, Montini, Luciani, Wojtyla) durch die öffentliche Huldigung als „Päpste“
anerkannt und damit seine eigene Wahl, wenn sie denn stattgefunden hätte, auch rechtlich erledigt. Ein
unregelmäßig (etwa simonistisch) gewählter Papst ist auch Papst, wenn er weiterhin rechtgläubig ist
und wenn die ganze Kirche, oder eine große Mehrheit, ihn in der Folge als Papst anerkennt. Nur der öffentliche
Abfall vom Glauben, und die Beanspruchung päpstlicher Prärogativen, um irrgläubige Lehren und unkatholische
Praxis durchzusetzen (wie es dann v.a. unter Montini und Wojtyla geschah) haben Ämtervakanz zufolge.
Das genügt. Wir brauchen die Siri-Hypothese nicht.
un magnifico somaro @Przybislav Rossinis Cenerentola wäre vielleicht auch etwas, für buffo-Momente,
wenn dem ex-Aschenputtel Priesterbruderschaft unter römischem Glockenspiel die konziliaren Flügel wachsen:
Mi sognai fra il fosco e il chiaro Un bellissimo somaro. Un somaro, ma solenne. Quando a un tratto, oh
che portento! Su le spalle a cento a cento Gli spuntavano le penne Ed in alto, fsct, volò! Ed in cima
a un campanile Come in trono si fermò. Si sentiano per di sotto Le campane sdindonar. Col cì cì, ciù
ciù di botto Mi faceste risvegliar. Ma d’un sogno sì intralciato Ecco il simbolo spiegato. La campana
suona a festa? Allegrezza in casa è questa. Quelle penne? Siete voi. Quel gran volo? Plebe addio. Resta
l’asino di poi? Ma quell’asino son io. Chi vi guarda vede chiaro Che il somaro è il genitor. www.youtube.com/watch?v=fkClE8M6E8E&…
Ich freue mich… @kaylet Habe Ihre vergangenen Wortmeldungen gelesen, aber keinen Beweis gefunden. Allein
der Hinweis auf das neue Pontifikale genügt mir nicht. Ist doch alles da: apostolische Sukzession, Materie
(Handauflegung) und Bezeichnung dessen, was weitergeben werden soll und vermutlich auch die Intention
zu tun, was die Kirche tut. …daß Sie sich die Mühe genommen haben, meine Beiträge zu lesen. Offensichtlich
bleibt aber noch Klärungsbedarf. Wenn ich diesen Sommer Zeit finde, stelle ich vielleicht etwas in die
Leserzeitung ein. Zum Thema „Pontifikale“ bietet die (hauptsächlich in frz. Sprache abgefaßte) Webseite
„Rore sanctifica“ eine Unmenge an wichtigen Dokumenten und Informationen (letztere nicht immer überprüfbar).
Die von mir öfter verlinkte Studie von Th. Stopka ist die ausführlichste und beste, die ich zum Thema
der Gültigkeit der Weihen kenne. Sie ist abrufbar als pdf-Datei: www.rore-sanctifica.org/…le-Pauls-VI_-_ePaper(f).pdf
Weiter die Artikelsammlung (in Englisch) unter www.traditionalmass.org/articles/ wie etwa www.traditionalmass.org/articles/article.php?id=19&catname=…
zur Promulgation des NOM und www.traditionalmass.org/articles/article.php?id=21&catname=… zur Papstfrage
Beweislast @Kaylet Es ist schon schwer, auf begrenztem Raum sauber zu argumentieren, und man kann auch
nicht immer alles wiederholen. zu a) beide wichtige Punkte: Gültigkeitsfrage der neuen Weihen seit 1968
(was für die Feststellung des bischöflichen oder gar priesterlichen Charakters von Herrn Zdarsa wesentlich
ist), und Vakanz des apostolischen Stuhles (und der bischöflichen) wegen öffentlichen Abfalls vom Glauben
(nach CIC 188/4 tacita renuntiatio ohne Deklarationspflicht einer Obrigkeit) [nach 45 Jahren des öffentlichen,
oft eindringlich und persönlich zur Kenntnis gebrachten Widerspruchs bzw. Einspruchs ist bei den Betroffenen
nicht mehr von „materieller“ Häresie auszugehen; auch ihre Eigenschaft als gelernte Theologen spricht
dagegen] wurden von mir und anderen in diesem Forum (z.T. mit ausführlichen Verlinkungen) bereits eingehend
erörtert. Ich muß darauf verweisen (z.B. Wortmeldungen von mir vom 12. und 21. Okt. 2009). Letztendlich
können wir Heutigen diese Fragen aber nur tentativ angehen, in dem wir uns auf die sichere Lehre der
Kirche und das Kirchenrecht (insoweit es heute anwendbar ist, auch epikeia kommt zur Geltung) stützen
und bei rechtgläubigen Theologen der Vergangenheit zu Rate gehen. Über diese Fragen wird aber autoritativ
nur das authentische Lehramt entscheiden können und müssen, wenn es denn wieder wirksam wird. Aufgrund
des Tutiorismus-Prinzips muß für die Praxis aber gelten, daß ein unsicheres Sakrament kein Sakrament
ist, und daß ein papa dubius ein papa nullus ist.
noch eimal Görlitz @Kaylet Ich kann Ihre Datenaufstellung jetzt nicht prüfen, aber ich glaube Ihnen
gern. Wie ich versucht habe Leser fhernhachenzwerg klar zu machen, betraf meine Wortmeldung lediglich
die kirchliche Einteilung. Kirchliche Einteilungen brauchen keineswegs mit zivilrechtlichen bzw. politischen
zusammenzufallen. Tun sie auch öfter nicht. Da wir wegen der derzeitigen Ämtervakanz die kirchliche
Lage 1958 einfrieren müssen, gehört Görlitz zum Erzbistum Breslau. Kapitelvikar Ferdinand Piontek (1959
gültig zum Bischof geweiht) verstarb 1963.
Görlitz @fhernhachenzwerg Breslau ist eine polnische stadt Diese Frage habe ich nicht berührt. Historisch
stimmt Ihre Aussage so nicht und auch heute nur bedingt. Breslau ist seit 1945 allerdings weitgehend polonisiert.
Meine Wortmeldung betraf Görlitz. Görlitz ist eine schlesische stadt westlich der Oder/Neiße-Linie
und kam daher 1945 zur SBZ. Kirchlich gehört Görlitz zum Erzbistum Breslau. Die von G.B. Montini 1972
bzw. vom Dalai Wojtyla 1994 veranlaßten Änderungen greifen nicht, da beide abgefallenen Bischöfe in
der Kirche keine Jurisdiktion besaßen. Man soll für ihre Seelen beten.
Deutsch ost und süd @Brandenburgis Ich stimme Ihrer Wortmeldung zu. Allerdings kann ein Mann nicht Bischof
werden, wenn er auf den Konzilsaberglauben eingeschworen ist. Die Ernennung ist also völlig ungültig.
Normalerweise dürfte ein solcher Mann nicht einmal die hl. Kommunion empfangen. Auch richtig. Die Ernennung
ist katholischerseits natürlich inexistent. Im übrigen ist der Mann wahrscheinlich ein Laie (wenn nicht
Bischof Schaffran 1974 das überlieferte Pontifikale verwendet hat, das wäre zu prüfen), und auf keinen
Fall Bischof (in seiner Weihelinie muß man bis Bischof Aufderbeck 1962 zurückgehen, um einen gültigen
Bischof zu finden): …ww.catholic-hierarchy.org/bishop/bzdarsa.html und „Bischof von Görlitz“ soll er
sein? Ein Bistum Görlitz gibt es nicht. Die Stadt gehört zu Breslau und ist seit 1945 Sitz des Kapitelvikars
des Erzbistums für dessen deutsch verbliebenen Teil und die nach Westen vertriebenen Diözesanen.
etwas nachgelegt @Kammerjäger Rührend Ihre Wortmeldung, Ihre Vorurteile muß ich Ihnen allerdings lassen!
Ich bin ein geduldiger Mensch. Aber wenn alles so unbedeutend und marginal ist, warum regen Sie sich dann
eigentlich so darüber auf? von den Kleinkindern abgesehen, die wohl eher nicht um ihre Meinung gefragt
werden wer hat die denn gezeugt? die „7 bis 8“ 65Plus-Jährigen? oder „der eine“ 35Minus-Jährige, der
keinen Babysitter gefunden hat, weil er mit seinem Auto die schwerreiche Schwiegermama fahren muß und
seine Frau sich nicht traut ihn mit der alleine zu lassen? Sie haben Humor. Ich bin oft auch im Ausland
unterwegs und komme in viele Kirchen und Kapellen, aber dort (keine 60 Sitzplätze), wo ich öfter hinfahre
(per Zug übrigens), sind jeden Sonntag ein kleines Dutzend Kleinkinder. Die machen solch einen Riesenlärm,
daß ich mir manchmal eine geringere Proliferationsfähigkeit unserer Minus-35-Jährigen wünschte. Viele
von den lezteren „begleiten“ lediglich die Mutter oder den Vater, da diese ohne Fahrzeug gar nicht zu
der jeweiligen „Kapelle“ der Sektierer fänden. Und was macht man/frau eben nicht alles um eine Enterbung
zu verhindern bzw. der Erbschleicherei gewisser Sekten zuvorzukommen? Was Sie nicht alles zu wissen glauben!
Nun, ich kann nur raten, einmal in eine katholische Messe zu gehen. Vielleicht verstehen Sie dann etwas
mehr und berührt auch Sie die Gnade Gottes. Sie könnten sich anschließend sogar etwas mit den anwesenden
Jugendlichen unterhalten. Wünsche Erleuchtung und Segen!
Alter Wer schon mal in einer Kirche oder Kapelle war, wo die „alte Liturgie“ nach dem römischen Ritus
gefeiert wird (unerheblich in diesem Zusammenhang, ob es sich dabei um unabhängige, um St.Pius X. oder
um die Petrusbruderschaft, oder noch um andere, ob gültig oder ungültig, erlaubt oder unerlaubt, handelt)
und sich dort die Leute einmal richtig angeschaut hat, wird festgestellt haben, daß es in diesen Kapellen
bei den Gläubigen gewöhnlich zwei Hauptgruppen gibt, die sich ungefähr die Waage halten: die Plus-65-Jährigen,
und die Minus-35-Jährigen. Letztere oft mit vielen Kindern. Denen bietet die Kirche offenbar „eine Heimat“.
Dabei geht es nicht um äußerliche Formen, in erster Linie, sondern um die sakramentale Gegenwart Christi,
dessen Kreuzesopfer zur Vergebung der Sünden für die Gläubigen fruchtbar gemacht wird. Darum geht es
im Christentum. Die dazwischen liegende Altersgruppe, meine eigene, ist die Konzilsgeneration, die verlorene,
die in den sechziger uns siebziger Jahren den Einbruch erlitten und weitgehend jeden übernatürlichen
Glauben verloren hat.
Übergang? Über die tieferen Beweggründe des jungen Fraters kann man nur spekulieren. Man möchte ihm
Glück und Segen wünschen. Eine wichtige Frage ist allerdings die seiner Weihe: Escher empfing vor neun
Jahren die Priesterweihe von wem? und wie? Das muß geklärt werden. Wird die PB ihn zumindest bedingt
nachweihen? oder einfach so irgendwo einstellen (wie es schon geschehen ist in verschiedenen Prioraten)
und „Messe“ feiern lassen? (wenn er denn bei der PB bleibt. Abwarten.) Bisher war es die Politik der PB,
aus der Konzilskirche übernommene Kleriker nur nachzuweihen aufgrund persönlicher Skrupel der Betroffenen.
Hier rächt sich wiederum die unschlüssige Position der PB im Hinblick auf die Gültigkeit der neuen
Sakramente. Eine Frage, die von der PB-Führung beharrlich ausgeblendet wird und bleibt. Natürlich aus
taktischen (Verhandlungs-)gründen. Sonst müßte ja auch die Frage von Hw. Ratzingers „Bischofsweihe“
(1977) gestellt und beantwortet werden. Das ist Tabu. Auf derartigem Taktieren zulasten der Wahrheit und
der Gläubigen (die u.U. um die Sakramente betrogen werden) kann kein Segen ruhen. Orate sine intermissione!
Dogmatisches nachgelegt @Przybislav wer die verschiedenen Stellungnahmen des Erzbischofs eingehend prüft,
wird darin etliche Widersprüche erkennen und ich würde mich davor hüten, in als den richtigen Weg hinzustellen.
So ist es! Leider! Der „dritte Weg“ ist nicht katholisch. Wenn Bf.Williamson schreibt, daß seit dem „2.Vat.“
„die katholische Wahrheit von der katholischen Hierarchie getrennt“ ist, dann ist das eine Ungeheuerlichkeit,
die vom katholischen Standpunkt unvertretbar ist. Es ist sichere Lehre der Kirche, daß die mit dem Papst
verbundenen Bischöfe zusammen, als ordentliches Lehramt, in Glaubens- und Sittenfragen (etwa in ihren
Katechismen, die sie in ihren Diözesen auferlegen) unfehlbar sind. Das ist auch nachzulesen in allen
Traktaten „De ecclesia“, etwa Billot (den ich bevorzuge, da er auch noch ein vergleichsweise elegantes
Latein schreibt), die spanischen BAC-Autoren (namentlich Salaverri) oder auch Journet. Was allerdings
möglich ist, ist daß Prälaten vom Glauben abfallen, dann sind sie aber nicht mehr, allein dadurch schon,
Träger einer Jurisdiktion, eines Amtes, demnach keine „katholische Hierarchie“ mehr. Das ist nicht „die
Hierarchie aufgeben“, wie der Bischof schreibt, sondern sie retten! Der „dritte Weg“ aber führt den katholischen
Kirchen- und Gehorsamsbegriff in den absoluten Ruin. Will das der Ex-Anglikaner Williamson? Hoffen wir
es nicht! Diese ekklesiologische Grundfrage ist ungleich wichtiger als alle liturgischen Detailfragen,
die vorhin hier zur Sprache kamen (auch von mir).
Liturgisches nachgelegt Mich hat das relative (kein Vergleich natürlich mit der Konzilssekte, aber immerhin)
liturgische Laisser-aller bei der Priesterbruderschaft immer gewundert und auch gestört. Die Tatsache,
daß das Missale von 1962 dort Verwendung findet (exklusiv auferlegt seit etwa Mitte der 80er Jahre),
ist ja auch ein Indiz. In vielen Prioraten kann man kann eine Unzahl von kleineren und größeren Verstößen
finden. Auch an höchster Stelle: Die schwarze Soutane (mit violetten Knöpfen und violett umsäumt) ist
kein Chorgewand sondern bischöfliche Ausgehkleidung. Chorgewand ist nur die violettfarbene Soutane (mit
violettem Birett, das in der PB überhaupt nicht in Gebrauch zu sein scheint); dazu gehört eine violette
Mozetta (allerdings nur für Jurisdiktionsträger) oder (für Prälaten ohne Ortsjurisdiktion, wie die
Bischöfe der PB) ein violettes manteletto (ärmelloses knielanges Mäntelchen), wie hier: a33.idata.over-blog.com/…mantelet_manteau.jpg
Aber hier www.laportelatine.org/…/procession/proc.php auf dem Photo tragen die PB-Bischöfe schwarze
Soutane, sämtliche aber mit violetter Mozetta (kein manteletto!) und ganz ohne Birett. Eine liturgische
Unmöglichkeit, ein Sammelsurium, das der PB, der ja die würdig und korrekt gefeierte Liturgie (richtigerweise!)
ein wichtiges Anliegen ist, nicht zur Ehre gereicht. Vielleicht sollte in Ecône die Lektüre des Caerimoniale
episcoporum etwas vorangetrieben werden. Man kann ja das Studium der Werke Charles Maurras’ zeitweilig
etwas zurückstellen.
Chirothecae @Schüttel Die liturgischen Handschuhe (chirothecae) werden nur im feierlichen Pontifikalamt
(v.a. in Weihemessen) vom zelebrierenden Bischof, bis zur Händewaschung, verwendet. Auch Kardinäle,
die nicht Bischof sind, können sie beim Pontifikalamt verwenden. Sie sind (etwa seit dem 16. Jh., vorher
nur weiß) in der entsprechenden liturgischen Farbe (weiß, rot, violett, grün); nur schwarz wird nie
verwendet, da in Totenmessen und am Karfreitag keine Handschuhe getragen werden. Das gleiche gilt für
die liturgischen Schuhe und Socken (beide schon seit dem 5. Jh. bezeugt, so auf Mosaikbildern in Mailand,
Ursprung: Senatorentracht) Nach der Catholic Encyclopaedia kam der Gebrauch der liturgischen Handschuhe
in Rom erst im 10. Jh. auf (anderswo schon früher, zuerst in Frankreich). Theologisch Gründe gibt es
keine erkennbaren. Ästhetische schon, da so die liturgische Kleidung farblich einheitlich wirkt. Das
wäre ein relativ entbehrliches Detail, aber ihr Gebrauch durch die PB-Bischöfe ist (bei Weihehandlungen)
liturgisch durchaus einwandfrei. Wichtiger: Der Gebrauch des Thronsessels (bei den Bischöfen der PB üblich)
ist an die ordentliche Jurisdiktion gebunden; Bischöfe ohne Jurisdiktion vor Ort (oder wie die PB-Bischöfe
überhaupt ohne ordentliche Jurisdiktion) dürften eigentlich nur faldistorium (Sitz ohne Baldachin und
Wappenschild) verwenden.
Modernisten @Tchibo Nun, „beschimpfen“ tue ich grundsätzlich nicht. Als „Modernisten“ (im philosophisch-theologischen
Sinne) kann man aber jene bezeichnen, die uralte, längst verurteilte und überholte Häresien auskramen,
und sich dabei „modern“ vorkommen. Ihre Grundidee, den Glauben letztlich aus dem Subjekt herzuleiten (ohne
dabei zu bedenken, daß man so den Ast absägt, auf dem man sitzt), führt in letzter Konsequenz zu Pantheismus
oder gar Atheismus. Exempla adsunt. Eine gute Übersicht: www.newadvent.org/cathen/10415a.htm und etwa: www.evangelienharmonie.de/…iv/anti_mod_eid.html
character indelebilis @Sefirot dass die Priesterweihe nach Lehre der heiligen Kirche, ähnlich wie die
Taufe [und die Firmung] , beim Empfänger ein unauslöschliches Merkmal bewirkt. Schau, schau, schau!
Daran glauben die Modernisten doch gar nicht! Aber wenn’s einem in den Kram paßt, muß die gute alte
Lehre her! Opportunitätsthomismus heißt sowas. Nun gut, es stimmt: bei seinem Alter (75) wird Hw. Breitenbach
noch wirksam (etwa um 1960) zum Priester geweiht worden sein, und tatsächlich, zu seinem Heile oder seiner
Verdammnis (hoffen wir das erste), mit dem unauslöschlichen Merkmal der Teilhabe am Opferpriestertum
Christi für alle Ewigkeit gezeichnet sein. Ein wahres Meßopfer hat er wohl seit 1969/70 nie mehr gefeiert,
aber er könnte es, wenn er es denn wollte. Das hätte er dann seinem noch-Chef, Herrn Friedhelm Hofmann
in Würzburg voraus.
Tja … @Gotthard + Alfredo Card. Ottaviani Pro-Präfekt des Hl. Offiziums wenn „Card.“ dann „Präfekt“,
nicht „Pro-“; aber das hl. Offizium hat den Papst als Präfekten und einen Kardinal als Sekretär; das
war dann allerdings, jedenfalls bis zum 9. Oktober 1958, Kardinal Ottaviani … Wissen Sie, das ist schon
lange her. Der gute Kardinal feiert in diesem Jahr seinen 120. Geburtstag!
Status @RRR Welchen kirchenrechtlichen Status hat der Piusverein denn innerhalb der katholischen Kirche?
Die Priesterbruderschaft St. Pius’ X. wurde am 1. November 1970 von dem letzten legitim ernannten Bischof
von Lausanne, Genf & Freiburg, François Charrière (Bischof 1945-1976), als „pia unio“ für sechs Jahre
„ad experimentum“ diözesan anerkannt. Die Anerkennung wurde nicht verlängert, und auch nicht auf andere
Diözesen ausgedehnt, da Bischof Charrière als letzter katholischer Bischof von Lausanne, Genf und Freiburg
bereits Ende 1970 resignierte und am 11. Juli 1976, vor dem Ende der einberaumten Sechsjahrefrist, verstarb.
Das bedeutet konkret, daß die PB seit dem 1. November 1976 keinen kanonischen Status mehr hat. Etwas
anderes wäre aber auch bei dem derzeitigen Autoritätsvakuum nicht möglich. Die PB kann demnach ihr
Wirken im Rahmen des damaligen „ad experimentum“-Status fortführen (nach der Regel der epikeia) bis eine
grundsätzliche Lösung erfolgt, sobald die Ämtervakanz (die nach CIC 188/4 existiert) behoben ist. Voraussetzung
dieser Interpretation ist allerdings, daß es das angesprochene Autoritätsvakuum, das die Notlage erst
begründet, auch tatsächlich gibt, und diese Notlage von denjenigen, die nach ihr zu handeln vorgeben,
auch entsprechend korrekt rezipiert wird.
Glück im Unglück @Sinah In diesen schon längst entweihten Kirchen kann man ja Brot austeilen. Wie weiland
Pater (später Bischof) Michel-Louis Guérard des Lauriers O.P. (1898-1988) zu sagen pflegte: gerade durch
den NOM werde das Allerheiligste Altarsakrament weltweit größtenteils vor Profanieungen bewahrt, paradoxerweise,
da es nur an verhältnismäßig wenigen Orten von treuen Priestern verwaltet und von treugebliebenen Gläubigen
empfangen wird. Aber wen schmerzen nicht die Unsäglichkeiten, die in ehemals katholischen Kirchen geschehen,
vor allem wenn er diese Gotteshäuser noch im Urzustande gekannt hat? Danke für das Ausschreiben dieser
Gebete! Der Herr wird es richten.
allen Ernstes @Theologicus Haereticus Glauben Sie allen Ernstes, dass Jesu Präsenz unter den Gestalten
von Brot und Wein abhängig ist von der (gültigen) Konsekrationsgewalt des Zelebranten? Dass sie auch
abhängt vom rubrikengetreuen Vollzug? Die sakramentale Präsenz im Altarsakrament kann nach katholischem
Glauben nur durch das sakramentale Priestertum bewirkt werden, durch Opferfeier und Konsekration. Der
(gültig) geweihte Priester hat Teil am Priestertum Christi und tritt in persona Christi auf. Es ist Christus
selbst, der, wie bei der Einsetzung am Gründonnerstag, das Sakrament bewirkt, und die Erlösung für
die Gläubigen (pro vobis et pro multis) fruchtbar macht, in jeder (wahren) Messe wieder von neuem. Eine
Änderung der Form, die einen anderen Sinn ergibt, als den katholischen, vernichtet das Sakrament. Forma
debet esse conveniens rei. Daher: Oportet formam sacramenti significare id quod in sacramento efficitur.
Wenn die Vollzugsform (bzw. auch sie umgebende Textpartien, nach Papst Leo XIII. 1896) dahingehend geändert
wird, daß sie ein nicht-katholisches Sakramentsverständnis ausdrückt bzw. ermöglicht, kommt kein Sakrament
zustande. Zitate aus Thomas’ Tertia. Vgl. auch De defectibus im Missale. In meinen Augen ist dies pures
Sektierertum, was aus Ihren Bemerkungen spricht. Diese Einschätzung sei Ihnen unbenommen. Den Boden des
Glaubens haben Sie aber verlassen. Und das wissen Sie auch. Schließlich schreiben Sie nicht von ungefähr
unter dem Namen Theologicus Haereticus. Wünsche Erleuchtung und Segen!
nicht den geringsten Unterschied @bejorommer Als kath. Kirchenmusiker, der zu gleichen Teilen in evangel.
wie kath. Gottesdiensten wirkt, gehe sowohl zur Kommunion wie auch zum ev. Abendmahl und kann da nicht
den geringsten Unterschied erkennen. Da haben Sie allerdings recht. Zwischen einem evangelischen Abendmahl
(gleich welcher Couleur) und dem NOM (ob editio typica I-II-III oder gar vollständig atypica spielt keine
Rolle) gibt es nicht den geringsten Unterschied. In beiden Fällen handelt es sich um ein Stück Brot.
In beiden Fällen wohnen Sie einem nicht-katholischen Gaukelspiel bei. In beiden Fällen gilt: „Wenn ihr
das Fleisch des Menschensohnes nicht esset und sein Blut nicht trinket, habt ihr das Leben nicht in euch“
Quod erat demonstrandum.
Realpräsenz @Fundi bejahen bekenntnistreue Lutheraner die Realpräsenz Das ist richtig. Die Realpräsenz
kommt nach Luther durch den Glauben der Gemeinde zustande und der Leib Christi tritt zum Brot hinzu. Daher
auch die Mundkommunion. Diese Lehrmeinung muß auch bei den Lutheranern aber heute doch als minoritär
gelten. Die meisten (liberalen) Protestanten und viele Konzilskirchenanhänger (die sich als „Katholiken“
bezeichnen) sind faktisch Zwinglianer: ihnen gilt die Eucharistie lediglich als Symbol des Leibes und
Blutes Christi. So wird es auch in vielen Erstkommunionkursen gelehrt. Ähnlich auch Kalvin. Festzuhalten
bleibt allerdings, daß durch fehlende Weihegewalt (bei allen Protestanten und immer mehr in der Konzilskirche)
und durch die Ablehnung des Meßopfers bei den Protestanten und dessen Aushöhlung in der neuen Messe
(Einführung der Montini’schen Keksfeier 1969) die Realpräsenz dort nicht zustande kommt, auch nicht
wenn daran geglaubt würde.
konkordatär @ Clarissa Colonia Sie schrieben: Nicht hingegen hinsichtlich des apostolischen Nuntius.
Solange nicht feststeht, daß dieser protestiert hat oder den klaren Wunsch äußerte, die Versammlung
zu verlassen, muß wohl der Rechtsgrundsatz „volenti non fit iniuria“ gelten. Ich entnahm, was ich schrieb,
Presseberichten, z.T. etwas konfusen. Im Prinzip werden Sie hier (volenti non fit iniuria) recht haben,
und es ist gut möglich, und auch wahrscheinlich, daß der Betroffene sich gefügt hat. Etwas merkwürdig
ist das Vorgehen der Behörde hier aber doch. Weiterhin bestand für Kleriker ein privilegium fori auch
vor dem Konzil nur dort und insoweit dies konkordatär ausdrücklich vereinbart war. bzw. auch noch nach
dem Konzil, solange die Konkordate (faktisch) galten. De jure mögen sie auch jetzt noch Geltung haben
(wenn sie ggf. von einer usurpierten Autorität geändert wurden), aber nicht mehr zur Geltung kommen.
Das können wir jetzt nicht klären. Da mir nicht geläufig ist, daß mit dem Königreich Belgien jemals
ein solches bestand – worin Sie mich sicher eines Besseren zu belehren vermögen, bleibt unklar, auf welche
Rechtsgrundlage sich dort ein solches Privileg stützen sollte. Das stimmt auch. Über die belgische Lage
(das Konkordat Napoleons ist dort noch in Kraft) weiß ich aber auch nichts Näheres. Man kann das aber
bei Bedarf recherchieren.
etwas genauer lesen @Melek Tavus Der Richter hatte eine Durchsuchung der ganzen Kathedrale angeordnet;
z.B. wurde die ganze Sakristei genauestens untersucht. Alles was also in der Kathedrale geschah, geschah
letztlich auf richterliche Anordnung hin. Als man zur Untersuchung der weiteren Räumlichkeiten schritt,
meldete ein Mitarbeiter, es hätte kürzlich Arbeiten in der Krypta (bei den genannten Gräbern) gegeben.
Daraufhin wurden diese geöffnet. Eine Hausdurchsuchung (auch einer Kathedrale) ist eine Sache. Eine Graböffnung
eine andere. Dazu hätte es doch wohl besonderer Anordnungen bedurft. Auch das Festhalten während eines
ganzen Tages eines ausländischen diplomatischen Vertreters (der Nuntius war im erzb. Palais zugegen und
wurde dort mit den anderen „Bischöfen“ von halb elf morgens bis halb acht abends in einem Raum festgehalten),
ohne daß diesem die Möglichkeit eingeräumt wurde, sich mit der Außenwelt zu verständigen, hat es
in sich! Mit einem „privilegium fori“ (auf das die Konzilskirche, nicht die katholische Kirche verzichtet
hat) hat das alles aber nichts zu tun. In der ganzen Kathedrale wurde nichts gefunden. Ich traue es sogar
unseren konziliaren Usurpatoren nicht zu, in erzbischöflichen Gräbern Aktenstücke zu verstecken. Seien
wir etwas redlich! Des weiteren, wie gesagt, braucht man für diese Leute kein Mitleid zu hegen. Man kennt
den Baum an den Früchten. Die Konziliare ist am Ende.
richterliche Grabschändung Nach Presseberichten des „Standaard“ (des wichtigsten NL-sprachigen Presseorgans
in Belgien) und des „Soir“ (dito FR) wurden auf Befehl des zuständigen Untersuchungsrichters in der Rumoldus-Kathedrale
auch noch die Gräber der vormaligen Erzbischöfe Kardinal Mercier (gest. 1926) und Van Roey (gest. 1961,
des letzten katholischen Erzbischofs von Mecheln) geöffnet, weil „man“ vermutete, daß dort „brennende“
Aktenstücke zu Mißbrauchsfällen verborgen wären. Natürlich ergebnislos. www.standaard.be/artikel/detail.aspx?artikelid=DMF2… www.lesoir.be/…n-indigne-778289.php Mit den konziliaren Apparatschiks in Mecheln braucht man kein Mitleid
zu haben. Die Konzilskirche erntet heute mit diesen Skandalen, was sie seit 45/50 Jahren gesät hat. Der
katholischen Kirche kann dies nicht angelastet werden. Aber bei gewissen Kirchenfeinden scheinen auch
einige Sicherungen durchgebrannt zu sein.
#98 Lycobates 16:57:50 | Donnerstag, 24. Juni 2010
Aufschlüsse @al-Muschrik Sie sollten öfter hier schreiben. Erfrischend und sachgerecht. Was die fragliche
aramäische (oder auch hebräische) Urfassung des Matthäus-Evangeliums (jedenfalls des ältesten kanonischen
Evangeliums) angeht, wäre ich mir nicht so sicher, daß es die nicht gegeben haben sollte, da doch sehr
alte und solide Zeugen, angefangen vom Johannesschüler Papias Ende des 1. Jh., zitiert in Eusebius’ Kirchengeschichte
3,39,16, bis zu Hieronymus, der ja behauptet, ein Exemplar einer solchen Fassung liege noch zu seiner
Zeit in der Bibliothek von Cäsarea, dafür zu sprechen scheinen. Aber vielleicht ist dies nur eine lose
Spruchsammlung gewesen, die dann in das spätere (griechische) Evangelium eingegangen ist, oder gar ein
anderer Text, der keinen kanonischen Status erlangt hat, und verloren gegangen ist. Das wird wohl immer
dunkel bleiben. Semitisches Idiom ist aber im griechischen NT mit den Händen zu greifen, auch beim Apostel
Paulus. „Dümmlich“ scheinen mir jedenfalls in erster Linie jene zu sein, die sich über diese ehrwürdigen
Zeugen des Altertums weit erhaben fühlen und abschätzig meinen, immer viel klüger zu sein als die direkten
Apostelschüler und Gelehrten der ersten christlichen Generationen und das, obwohl sie ja z.B. nicht einmal
zu wissen scheinen, daß der Vokativ des lateinischen Pronomen „meus“ in der weiblichen Form, jedenfalls
gutklassisch, nicht „mi“, sondern immer „mea“ lautet (trotz spät Hieronymus, Epistula 22, der jedenfalls
in grammaticis keine Autorität zukommt).
#238 Lycobates 15:06:13 | Donnerstag, 24. Juni 2010
contra naturam @Pfaffenmilch Sie scheinen zu übersehen, daß auch die ganze Natur, Pflanzen und Tiere,
durch den Sündenfall vergleichsweise in Mitleidenschaft gezogen worden, und als natura lapsa Krankheit,
Siechtum, Tod und Verderbnis unterworfen ist. Erst bei der Neuerschaffung des neuen Himmels und der neuen
Erde am Ende der Zeit (Offb. 21,1, vgl. Is. 11,6-9 usw.) werden auch diese Folgen ganz überwunden sein.
Dann wird es auch Ihre schwule Äffchen, auf die Sie sich gern berufen möchten, nicht mehr geben. man
vergleiche auch: Natura etiam peccat in sua operatione, dum ad debitam dispositionem et formam rem generatam
non perducit, sicut cum accidunt monstra in natura S. Th. Aq. Compendium 1,119 u.ö.
Sakramente allerlei @Sefirot Sie spielen wahrscheinlich auf die Anaphora von Addaeus und Maris an, die
(nestorianischen Ursprungs, Endredaktion 7. Jh.) auch im chaldäischen Ritus in Gebrauch ist, und in der,
auf Grund der altchristlichen Arkandisziplin, die Wandlungsworte (als heiligstes und geheimstes Element)
nicht ausgeschrieben sind (sondern mündlich überliefert, und vom Priester immer still gesprochen werden,
allerdings an einem anderen Ort der Anaphora bei den Nestorianern als heute bei den Chaldäern). Aber
gesprochen werden sie, wenn auch aus dem Gedächtnis. 2001 erklärte das wojtylianische Rom, der Text
sei gültig, auch ohne die hinzugefügten (und hinzuzufügenden) Wandlungsworte. Ich hoffe, man kann den
Chaldäern bzw. Nestorianern genügend Kenntnis der rechtgläubigen Sakramentstheologie zutrauen, um hier
den modernistischen Pferdefuß zu wittern. Zu Cl. Colonias Aufzählung gültiger Sakramente bei nicht-Katholiken
sei noch ergänzend hinzugefügt, daß auch die vor einem protestantischen Religionsdiener geschlossene
Ehe zweier gültig getaufter Protestanten ein gültiges, und unauflösliches, Sakrament ist, auch wenn
die es selber nicht glauben. Das Gleiche gilt für die Ehe in der Konzilssekte. Die Taufe bei der Konzilssekte
und den anderen Protestanten wäre aber im einzelnen zu prüfen. Ich hörte vor nicht langer Zeit von
einer Taufe (in der Konzilssekte), bei der der Taufende sprach „Ich nehme dich in die Kirche auf, im Namen
des Vaters usw.“. Das ist kein gültiges Sakrament.
Karl I. (IV.) @Brandenburgis Absturz @Ruhrgebietler HIer ist der Kaiser KArl I.von Österreich gemeint
(1916-1919) Da Karl I. 1918 lediglich auf die Ausübung der Regierungsgeschäfte verzichtet, aber nie
abgedankt hat, müßte vielleicht seine Regierungszeit formal als 1916-1922 angegeben werden. Wie die
Lage nach dem Prinzip des Legitimismus seit 1922 rechtlich genau zu definieren wäre, ist mir nicht sehr
klar. pohl – oder der absturzeins Fähnchen im Winde des NOM! Hätte er nur treu und ausschliesslich die
trid. Liturgie zelebriert!! Tja, vom wem wurde er denn geweiht, und wie?
Nisi venerit discessio primum… @Brandenburgis Ich wünsche mir, daß, wie Sie schreiben, das System
des 2. Vatikanum „auf Null“ gebracht werden kann, und es auch eine institutionelle Erneuerung und Wiederbelebung
der äußerlichen katholischen Strukturen weltweit geben möge. Ob das möglich ist, und wie, und wann,
weiß ich nicht. Spätestens am Jüngsten Tag. Auf jeden Fall wird die Konzilskirche, da sie Menschenwerk
ist, und bis in ihre Liturgie („Gottesdienst“ kann man nicht sagen) hinein nur „das Werk von Menschenhand“
(„opus manuum hominum“), zu vollbringen trachtet, untergehen. Sie hat nicht die Verheißung der Ewigkeit,
da sie ihr eigenes frevelhaftes „neues Pfingsten“ gegen das eine und einzige wahre Pfingsten, das die
Kirche für alle Ewigkeit einst begründete, gestellt hat und stellt. Eine Katakombenkirche wäre aber
vielleicht in der Tat eine realistischere Perspektive. Die anglikanische Krise soll uns Vorbild sein:
Glanz und Gloria, und alle Kirchen und Klostergebäude und entsprechenden Strukturen, verblieben und verbleiben
seit dem 16. Jh. den anglikanischen Schismatikern und später Häretikern. Die Katholiken waren auf versteckte
Dachzimmer angewiesen. So wird es auch jetzt sein. Der 2. Thessalonicherbrief spricht dafür. Haben wir
nicht jetzt die ἀποστασία, den großen Abfall, weltweit, von dem der Apostel sagte, daß er
zunächst kommen müsse? Wenn nicht, wie soll man denn diese beispiellose Krise heute bezeichnen? Wir
müssen uns darauf einstellen, und uns damit abfinden. Gott wird es richten.
Gnadenstand und Standesgnade @fides et ratio Ihren Ausführungen ist zuzustimmen. Wo Sie schreiben: Beim
Zölibat geht es nicht um die Vergewaltigung der Natur, sondern um die Ein- und Unterordnung in ein Leben,
das der totalen Verfügbarkeit für Gott und der Arbeit am Reich Gottes absolute Priorität gibt. In der
Tat ist das nur aus dem gelebt und immer wieder neu angenommenen Glauben heraus zu verstehen, zu akzeptieren
und auch zu realisieren wäre vielleicht zum erwähnten lebendigen Glauben noch zu ergänzen, daß nur
die bei wirksamer Weihe erhaltene Standesgnade die Einhaltung des Zölibates wirksam und dauerhaft ermöglicht.
Priesterdarsteller verschiedener Couleur, auch in Gewohnheitssünde (welche dies auch immer sei) lebende
Priester (auch wenn sie wirksam geweiht wurden) fallen früher oder später durch. Deus non irridetur!
Treues und frommes Beten des hl. Officiums, tägliches Rosenkranzgebet, die tägliche Feier der (wahren!)
Messe, regelmäßige Beichte, geistliche Lektüre (über das Brevier hinaus!) sind ebensoviele Mittel,
ein Priesterleben zu stärken. Daß das heute schwieriger ist, als vor 50 Jahren, leuchtet ein, v.a. die
regelmäßige Zwiesprache mit Priesterbrüdern ist für unsere treugebliebenen Diasporapriester oft unmöglich.
Sie leben ja auch, zwangsläufig, nicht in geordneten hierarchischen Verhältnissen. Ihnen soll unser
besonderes Gebet gelten!
Vorschlag @Samurai Ihre Auffassung in Ehren, aber ich glaube, der Vorschlag ist schlecht. Zunächst: Der
Ausdruck „Konzilskirche“ stammt nicht von mir. Es ist eine Eigenbezeichnung für das häretische Gebilde,
das aus dem „2. Vat.“ hervorging und die wichtigsten Strukturen der katholischen Kirche usurpiert. Der
Begriff wurde geprägt von Bf. Benelli, Substitut im Staatssekretariat unter Montini, in einem Brief vom
25. Juni 1976 an EB Lefebvre (la fidélité à l’Eglise conciliaire, großgeschrieben) …riseintegriste.typepad.fr/…76/06/lettre-de.html
Dieses Gebilde ist nun dabei, weltweit abzuwirtschaften; abzuschaffen brauchen wir es nicht, das geht
ganz vonselbst. Nisi Dominus aedificaverit domum … Die katholische Kirche („pusillus grex“) lebt weiter
wo katholischer Glaube und katholische Sakramente unverkürzt weiterbestehen. Die potestas jurisdictionis
hat allerdings Einbußen erlitten. Die wahre Kirche braucht also nicht erst gegründet zu werden, sie
hat die Verheißung der Ewigkeit. Die Piusbruderschaft will nun unbedingt Mitglied jener Konzilskirche
werden; also was wäre da zu erwarten? Sie kann dann nur mit diesem Gebilde untergehen. Da schätzen Sie
die Lage m.E. falsch ein!
anglikanisch Es wurde gefragt: Und was hat das jetzt…Anglikanische Endlösung: Beim nächsten Konklave
werden die dummen Konservativen die Fassade und die entschlossenen Altliberalen die Inhalte bekommen.
…mit den Anglikanern zu tun??? Vielleicht ungewollt hat das Schreibbüro einen wichtigen Punkt berührt.
„Anglikanisch“ wäre z.B. ein Mitraträger der gar keiner ist, sondern nur Bischofs- bzw. Priesterdarsteller
spielt. Wegen fehlender (wirksamer) Weihe. Da wären Herr Scola aus Venedig und der dominikanische Laienbruder
Schönborn aus Wien wirklich die geeigneten Kandidaten, nach den Bischöfen Roncalli, Montini, Luciani
und Wojtyla, und dem Priester Ratzinger, „Papst“ der Konzilskirche zu werden. Ich tippe auf Scola. Er
ist ein vorsichtiger, geschmeidiger Intellektueller und als Fuchs fast so schlau wie sein derzeitiger
Chef. 2005 war er noch etwas jung; das nächste Mal dürfte er Chancen haben. Wenn nicht der liebe Gott
vorher den Stecker zieht. Abwarten, wie lange der Zirkus Roncalli noch spielt.
weitere NOM-Probleme @Freinsberg Opfer Christi wird in der Messe gegenwärtig. Genügt das nicht? Das
Opfer der Gemeinde sind die ausgesonderten Gaben Brot und Wein, die Leib u8nd Blut Christi werden sollen.
Davon spricht der Kanon, gleich ob vor oder nach den Einsetzungsworten. Nun, der Problemkreis ist lange
nicht ausgeschöpft. Zunächst: Wann wird der römische Kanon im NOM verwendet? Sehr selten. Was geschieht,
wenn der römische Kanon gebetet wird, aber trotzdem vorher die neue Gabenbereitung? Beide sind einander
entgegengesetzt, was die Modernisten selber zugeben. Das ergäbe nach Papst Leos XIII. Sakramentstheologie
eine intentio sacramento adversa. Dann gäbe es noch das Problem der geänderten Wandlungsworte, auch
im „römischen Kanon“, nicht nur das volkssprachliche „für alle“, sondern auch die Verschiebung des „mysterium
fidei“ nach der Wandlung des Weines, was einer lutherisierenden Interpretation Vorschub leistet (das „Geheimnis
des Glaubens“ vollziehe sich demnach nicht während des Aussprechens der Wandlungsworte, sondern erst
bei Akklamation des Glaubens durch die Gemeinde; auch die entfallene anbetende Kniebeuge des Priesters
sofort nach der Wandlung und vor der Elevation deutet in diese Richtung). Die gesonderten Gaben des Opferbrotes
und des Opferweins sind, wie das Offertorium nahelegt, bereits Christus, nur noch nicht wesentlich; Opfer
der Gemeinde nur insofern diese als Glieder des mystischen Leibes mitopfern und mitgeopfert werden, je
nach persönlicher Intention mehr oder weniger wirksam.
#105 Lycobates 18:28:43 | Donnerstag, 10. Juni 2010
Nisi manducaveritis … @Freinsberg Vielleicht war ich etwas undeutlich. Es gibt hier ja immer Platzmangel.
Ja, Opferung und Annahme des Opfers sind zu unterscheiden, kommen in der Messe aber unfehlbar zustande,
da beide von Gott ausgehen. Die Gemeinde (die Gläubigen) opfert mit bzw. wird mitgeopfert insofern sie
als Glied des mystischen Leibes Christi opfert bzw. geopfert wird. Das eine Opfer und der eine Opferer
ist aber nur der nunmehr verklärte Christus (sein mystischer Leib, Haupt und Glieder). Von späterer
Deutung ist keine Rede. Die Offertoriumsgebete, aus denen ich zitierte, sind in der heutigen Fassung karolingisch,
fußen aber auf identischen Ausdrücken der noch älteren Opferungsgebete wie sie in den Sekreten der
Messen noch jetzt stehen. Ebenso im griechischen Ritus. Etwas anderes, und unerhörtes, ist es, ein auswärtiges,
rein menschliches Ding ohne Bezug auf Kreuzesopfer („fructus terrae et operis manuum hominum“), in den
göttlichen Opfervorgang hineinzubringen. Ein Frevel ohnegleichen. Die frühchristlichen (nicht-sakramentalen)
Agapen (Restbestände davon in der Verteilung nicht-konsekrierten Brotes nach der Messe bei den Griechen)
können nicht herhalten (wie es modernistische Liturgiker möchten), da hier soziale Funktion/Hilfeleistung
an die Gemeindemitglieder und Opferfeier der Gemeinde immer klar (auch zeitlich) unterschieden wurden
und werden. Nein, der NOM trägt das Kainsmal der verweigerten Opfergabe. Ist die Kirchenleere bei den
Konziliaren nicht des Beweises genug? Joh 6,54!
#103 Lycobates 17:40:27 | Donnerstag, 10. Juni 2010
von Petrus bis 1969 @appius Der Ausdruck „gleicher Ritus“ ist natürlich mißverständlich; gemeint kann
nicht sein der bloße Ritus (formal), deren es mehrere gab und gibt, sondern die zugrundeliegende Theologie,
die sich bei aller Vielfalt der Riten in der Kirche (Ost und West) nie gewandelt hat, und bis 1969 auch
im römischen Ritus unverkürzt galt (und bei Katholiken immer gilt). In der katholischen Messe (Ost und
West) werden die „immaculata hostia“ und der „calix salutaris“, die unbefleckte Opfergabe, der Kelch des
Heils, Christus selber, geopfert (ähnliche Begriffe im byzantinischen Ritus). Im NOM (1969) wird das
„opus manuum hominum“, das Werk von Menschenhand, Feldfrüchte und Wein, „bereitgestellt“ (in der „praeparatio
donorum“). Das präfigurierte Abel-Opfer wird somit durch ein Kainsopfer ersetzt, das Opferlamm (Christus)
durch die Feldfrüchte (Werk von Menschenhand). Die Wandlung erscheint nicht als canon actionis (vom Priester
zu verrichtender Handlungsvorgang, wie sonst immer), sondern als Erzählung eines lediglich vergangenen
Ereignisses (narratio institutionis). Diese Änderungen sind in ihrem Kern häretisch, unvereinbar mit
den Definitionen des Tridentinums, wie bereits Kard. Ottaviani und Bf. Bacci feststellten. Es ist nicht
zu erwarten, daß Hw. Ratzinger, der dieser häretischen Auffassung verschrieben ist, je von diesem Ritus
als dem „ordentlichen“ abrückt, bei aller Kulanz äußeren Formen gegenüber. Damit würde er die raison
d’être der Konzilssekte, die er mitbegründet hat, zunichtemachen…
#20 Lycobates 15:48:31 | Donnerstag, 10. Juni 2010
Diakonissa Die Diakoninnen der alten Kirche v.a. im Orient (ihre Einsetzung – ein Sakramentale – vergleichbar
mit unseren Äbtissinnen- bzw. überhaupt Nonnenweihen) hatten in erster Linie den Auftrag, die von den
Diakonen an den Männern der christlichen Gemeinde verübte Sozialhilfe für Frauen zu leisten, und bei
der Spendung der Taufe durch Immersion (wo diese stattfand) der zu taufenden Frau beizustehen (was anstandshalber
der taufende Priester nicht konnte). All das ist für unsere Zeit nicht mehr an der Tagesordnung, und
das schon sehr lange, was erklärt, weshalb es die Diakoninnen schon sehr lange nicht mehr gibt. Das wäre
natürlich unmöglich, wenn es sich um einen unverzichtbaren Bestandteil des sakramentalen ordo (Diakon-Priester-Bischof)
handeln würde. Diese Diakoninnen waren Jungfrau oder Witwe und lebten in Keuschheit. Auch ein Punkt,
den es dann zu „wiederbeleben“ gälte! Näheres: www.newadvent.org/cathen/04651a.htm Die heutigen Stimmen
zur „Wiederbelebung“ haben natürlich nichts mit einem Sinn für diese oder eine andere Tradition zu tun.
Es gilt nur, hier wie sonst, das sakramentale Priestertum (das der Konzilskirche ohnehin abhanden gekommen
ist, der Osnabrücker Oberlaie Bode ist da ein gutes Beispiel) weiter zu untergraben und auszuhöhlen.
Der alten Kirche war der Unterschied zwischen sakramentalem Priestertum und dem Einsatz anderer geweihter
Personen beiderlei Geschlechts zu verschiedenen kirchlichen Hilfeleistungen wohlbekannt und selbstverständlich.
Señor Cañizares @Antipacelli Señor Cañizaresist somit nicht gültig geweiht – weder zum Bischof noch
zum Priester?!?! Davon ist leider, so befürchte ich, auszugehen. Der Bischof, der ihn 1970 zum Priester
weihte, García Lahiguera, war Priester (1926) und Bischof (1950) der katholischen Kirche, nahm an allen
Sitzungen des Konziliabulums teil, und wurde 1969, von Montinis Gnaden, „Erzbischof van Valencia“. Zu
prüfen wäre, welches Pontifikale er 1970 verwendet hat, das überlieferte, oder das 1968 veröffentlichte,
und seit 1969 in Kraft getretene, das wie öfter dargelegt schwere Form- und Intentionsdefekte (ex adiunctis)
aufweist. Einige spanische Bischöfe (etwa Msgr. González Martín) taten sich anfangs schwer mit den
Reformen, sind dann aber umgekippt. Ob das mit Bf. G.L. der Fall war, muß geprüft werden. Die überlieferte
Messe hat Cañizares, als 1970 Geweihter, als junger Priester nie gefeiert. Bischof ist Cañizares auf
keinen Fall. Sein Konsekrator (Tagliaferri) war es auch nicht. Allgemein läßt sich bei den Modernisten
neulich die Tendenz feststellen, bei „gnädiger“ Wiederzulassung der überlieferten Sakramente, dieselben
jeweils von nicht-Priestern (bzw. für die Weihen, von nicht-Bischöfen) spenden zu lassen. Damit wäre
den betrogenen Gläubigen (die „an alten Formen hängen“ wie es denn väterlich-pastoral heißt) äußerlich
entgegengekommen, dem Wesen nach aber sichergestellt, daß das Ziel der Modernisten, die sakramentalen
Gnaden zu unterbinden und die ap. Sukzession auszulöschen, doch erreicht wird.
Priesterlos @Petrus Abaelard Haben die Japanischen Katholiken in den 200 Jahren ohne Priesteretwa keinen
Gottesdienst gefeiert? Nein haben sie nicht; zwischen 1639 – 1865 kannten die treugebliebenen japanischen
Katholiken nur die Taufe (das letzte Taufwasser ihrer letzten gemarterten Priester, immer mehr mit einfachem
Wasser verdünnt) und das gemeinsame Gebet (in Latein!), v.a. das Rosenkranzgebet. Sie führten auch einen
Kalender, der ihnen ermöglichte, das Kirchenjahr zu verfolgen. Ihre letzten Patres, die voraussahen,
was geschehen konnte und würde, hatten sie gut unterrichtet über die Notwendigkeit der Sakramente, des
Priestertums und des Opfers. Das gab diesen Katholiken die notwendige Unterscheidung der Geister, protestantische
Missionsversuche (die im 19. Jh. wieder einsetzten) abzulehnen, und ab 1859-65 mit großer Freude wieder
die ersten katholischen Priester zu begrüßen, die erstaunt feststellen mußten, wie die paar japanischen
Familien den Katechismus ohne Abstriche weitergelehrt hatten. www.nanzan-u.ac.jp/…jjrs/pdf/CRJ-101.PDF
Diese Unterscheidung der Geister würde man manchen Zeitgenossen wünschen. (Was Herrn Cañizares angeht –
„Priesterweihe“ 1970, „Bischofsweihe“ 1992 – wäre es vielleicht interessant, aus alten Zeitschriften
die Fotos herauszufinden, auf denen er als „Zelebrant“ mit Schillerkragen und Blue Jeans erscheint; persönlich
konnte ich ihn etwas später, ich glaube 1994, in Avila erleben; er bevorzugt jetzt aber die Cappa magna,
wie es scheint)
Heiligenverehrung @Domenico, Soramonas, Brandenburgis, andere Ich glaube, die Diskussion ist wenig fruchtbar,
da kein Wille zum Verständnis der christlichen Position vorhanden ist. Aber ich bewundere Ihre Geduld
mit unseren Forumsprovokateuren. Man kann noch ergänzend auf den Völkerapostel Paulus verweisen: Wenn
er seine Christen von Rom (15,30) , Korinth (2., 1,11), Kolossä (4,3) und Ephesus (6,18-19) inständigst
bittet, für ihn bei Gott fürzusprechen, dann können mit noch weit besseren Gründen gestorbene Christen,
die bereits die Vollendung im Himmel bei Gott erleben, also Heilige, gebeten werden, wirksam für uns
fürzusprechen. In ihnen verehren wir die an ihnen so wirksam gewordene Gnade Gottes, und damit ehren
wir Gottes Heilswirken selbst. Durch die Glieder ehren wir das Haupt, das Christus ist. Indem man die
verklärten Glieder verunehrt und mißachtet, mißachtet man auch das Haupt. Das ist doch klar, und die
Heiligenverehrung, bes. die Verehrung der Gottesmutter, ist eine der am besten und frühesten bezeugten
christlichen Praktiken (vgl. Katakomben, usw.)
Enzyklika Pascendi 1907 @Kraut Ich zitierte aus genannter Enzyklika, die mir im Urtext vorliegt. Im Internet
fand ich folgende deutsche Fassung (die ich etwas anpasse): Man sollte dabei fast an jedem Heilmittel
verzweifeln, denn mit ihren Fachstudien sind sie schließlich an einem Punkt angekommen, an dem sie keine
Autorität mehr anerkennen und sich keine Einschränkungen mehr gefallen lassen wollen. Auf diese Weise
haben sie ihr eigenes Gewissen getäuscht und möchten das Wahrheitsdrang nennen. In Wirklichkeit handelt
es sich dabei nur um Stolz und Hartnäckigkeit. und (etwas weiter nach vorn ausgreifend): (Je kühner
jemand das Althergebrachte umstößt, die Überlieferung und die kirchliche Lehre von sich weist, desto
gelehrter gilt er. Wenn schließlich jemand die kirchliche Verurteilung getroffen hat, was jeden guten
Katholiken entsetzten würde, so wird er nicht nur von der ganzen Schar laut und öffentlich gelobt, sondern
fast als Märtyrer der Wahrheit verehrt.) Die jungen Leute lassen sich dann von dem ganzen Lärm dieser
Lob- und Schmähreden verwirren und verführen. Da sie nicht als Ignoranten gelten wollen, streben sie
nach dem Ruf der Gelehrsamkeit. Gedrängt von ihrer Neugierde und ihrem Stolz lassen sie sich nur zu oft
fangen und schließen sich dem Modernismus an. Wünsche gute Lateinbesserung!
O schenket der Weisheit Geist @Kraut „Denn mit dem Marienkult dienen sie einer heidnischen Göttin, Isis“
Wie kommen Sie auf so einen absoluten Blödsinn? Ganz einfach. Dieser absolute Blödsinn stammt aus verstaubten
und vergilbten „wissenschaftlichen“ Studien aus der Anfangszeit der Altorientalistik und Philologie des
19. Jh., als man noch nicht gelernt hatte, typologische bzw. zeitliche Übereinstimmungen (eine stillende
Frau ist und bleibt überall eine stillende Frau) und inhaltliche bzw. chronologische Abhängigkeit auseinanderzuhalten.
Stichworte Renan, Delitzsch, Loisy, Jensen, Jülicher. Manche wollen dies auch heute (aus leicht erkennbaren
moralischen Gründen) nicht lernen, und kramen besagten Unsinn aus den Jahren 1850-1920 neu heraus. Einige
Titel sind sogar noch im Druck. Dabei kommen sie sich „modern“ und „wissenschaftlich“ vor. Man faßt sich
an den Kopf nichtwahr? Große Hoffnungen soll man nicht hegen, denn, wie St.Pius X., der auch ein guter
Psychologe war, schon 1907 schrieb: quod fere medicinae fiduciam tollit, disciplinis ipsi suis sic animo
sunt comparati, ut dominationem omnem spernant nullaque recipiant frena; et freti mendaci quadam conscientia
animi, nituntur veritatis studio tribuere quod uni reapse superbiae ac pervicaciae tribuendum est. Und:
Toto hoc, tum laudationum tum improperiorum strepitu, percussae ac turbatae iuniorum mentes, hinc ne ignorantes
audiant inde ut sapientes videantur, cogente intus curiositate ac superbia, dant victas saepe manus ac
modernismo se dedunt. Das gilt noch…
Nachtrag @Carl @Brandenburgis Ich danke für die Ergänzungen. Es bleiben aber doch Unklarheiten (s.u.),
was wohl mit der allgemeinen Linie der PB zusammenhängt. ich wollte Ihren Irrtum ausräumen, wonach P.
Schmidberger und Bischof Williamson eng befreundet seien. Vielleicht war es früher so, als P. Schmidberger
noch „treuer“ auf dem Boden der katholischen Tradition stand –- oder zu stehen schien –-, aber es ist
seit einigen Jahren nicht mehr so. Nun, Sie betonen, wohl zurecht, das Präsens (seien). In einer über
30 Jahre währenden Bekanntschaft bzw. Freundschaft kann schon ein Wandel eintreten, und vielleicht gilt
auch hier das weise Wort, nach dem nimia familiaritas odium parit. Wie dem auch sei, es liegt mir fern,
in persönliche Sphären einzudringen. Ich dachte lediglich an die 2. Hälfte der 80er Jahre, als Hw.
Schmidberger Generaloberer war und Bf. Williamsons amerikanische Machenschaften, auf die ich kurz hinwies,
deckte. Was im übrigen die Gültigkeitsfrage betrifft, bleibt nach wie vor PB-Praxis: es wird nur nachgeweiht,
wer wegen persönlicher Skrupel selber darum bittet. Konziliare „Priester“ (Weihe post-1968), die zur
PB kommen, und katholisch (=tridentinisch) zelebrieren wollen (oder es lernen), werden ohne weiteres als
Priester akzeptiert, bzw. übernommen. Allerdings wurde der konziliare „Bischof“ Lazo (1918-2000) aus
den Philippinen (Bischofsweihe 1970), der zur PB fand, immer daran gehindert, zu firmen; er durfte nur
Messe lesen. Das Verdienst dieser Maßnahme käme aber Bf. Tissier zu (Brief).
Ich will mich mit Ihnen @Carl über die Person Bf. Williamsons nicht streiten. Ich räume ein, daß ich
mich mit meiner eher negativen in erster Linie moralischen Einschätzung irren kann, habe aber triftige
Gründe (Ausschluß der 9 USA-Priester 1983, Affäre La Reja/Urritigoity 1987-1989 u. einiges andere),
dieselbe nicht aufzugeben. Man sollte sich aber davor hüten, allein deswegen Bf.W. über den grünen
Klee zu loben, weil er deutschfreundlich ist (für einen Briten in der Tat bemerkenswert), auch gut Deutsch
spricht (als Cantabrigiensis ist er ja offensichtlich kein Idiot), und die längst abgeirrte „political
correctness“ in oft erfrischender und noch öfter erschreckender Weise ignoriert. All das hat aber mit
dem heutigen Kirchenkampf und dem Erhalt der katholischen Glaubenssubstanz NICHTS zu tun, ist ihm sogar
eher abträglich, weil es von wesentlichen Fragen ablenkt. Einiges davon ist zudem kontraproduktiv und
sogar einfach falsch. Schlimmer aber als alle verbalen Entgleisungen und Skurrilitäten und für den Kirchenkampf
lähmend ist seine oft und eindringlich wiederholte schlicht unkatholische Ekklesiologie (eine anglikanische
Altlast, die ihn zum Gallikanismus Le Floch’scher Prägung und somit zu dessen Schüler EB Lefebvre finden
ließ), daß nämlich ein unbedingt als legitim anzuerkennender Papst zugleich als modernistischer Häretiker
beschimpft und bekämpft werden kann und darf. Die Gültigkeitsfrage der neuen Sakramente, zumal der Weihen
(auch Prof. Ratzingers Bischofsweihe) wird beharrlich ausgeblendet.
Karfreitagszweifel @Zweifler Die Priesterbruderschaft Sankt-Pius X. verwendet in allen mir bekannten Fällen
keine „spezielle“ Karfreitagsfürbitte für die Bekehrung der Juden, sondern schließt sich hier nahtlos
an das Formular des Römischen Meßbuchs 1955/56 an, in dem die seit Jahrhunderten üblichen Gebete stehen.
Allerdings handhabt sie die vor 1955 übliche Rubrik zur Knieordnung (non respondetur Amen, nec dicitur
Oremus, aut Flectamus genua, aut Levate, sed statim dicitur: Omnipotens etc.) Was einigermaßen bemerkenswert
ist (und eine der vielen ad-libitum-Inkonsequenzen dieser Gruppierung), da die PB sonst den Ordo Hebdomadae
Sanctae von 1955 und überhaupt das Meßbuch von 1962 verwendet (und verpflichtend auferlegt). In letzterem
wurde die betreffende Fürbitte aber zweimal um ein Wort gekürzt (bereits 1959 von Bf. Roncalli veranlaßt,
der für die PB als „Papst Johannes XXIII.“ gilt). Die Päpste Pius XI. und Pius XII. hatten diese Änderung
1928 bzw. 1955 noch abgelehnt – aus guten Gründen; denn eine in der Kirche Jahrhunderte währende legitime
Praxis steht notwendigerweise unter der Gewähr des Heiligen Geistes; und es wurde 1928 demnach erklärt,
daß die Neuerer (u.a. mit diesem Vorschlag zur Neuformulierung) rationem agendi inivisse ac loquendi
a sensu Ecclesiae, a mente SS. Patrum et ab ipsa sacra Liturgia abhorrentem. Und genau so ist es.
auf den Leim @Ultra Ratzinger macht alle Pfade krumm und alle Ebenen zu Hügeln. Er hat dem Antichristen
mit seinem Lebenswerk den Weg bereitet. Das sehen leider nur die Wenigsten. Denn wenn es zwar stimmt,
was hier geschrieben wurde: Katholisch geht nur mit Papst = Kirche, gilt auch notwendigerweise: Papst =
Kirche geht nur mit katholisch. Der unverkürzte katholische Glaube ist Vorbedingung für eine legitime
Amtsführung in der Kirche, wie schon oft hier begründet wurde. Was Bf.Fellay bewegt, ist mir nach wie
vor unklar. Ich sehe ihn eher als opportunistischen Taktiker, dem im Grunde nicht zweifelhaft ist, was
von Hw.Ratzinger cum suis zu halten ist. Vielleicht glaubt er auch wirklich durch eine Vereinnahmung der
konziliaren (ehem. katholischen) Strukturen (wenn das denn gelingt!), die Kirche äußerlich wieder aufzubauen.
Das wird dann aber auf Kosten der Wahrheit gehen, also letztendlich nichts genützt haben. Der einzige,
der moralisch und theologisch im Stande wäre, die PB als restkatholische Entität zu retten, ist Bf.Tissier;
er ist aber zu schüchtern. Für ihn sollte man besonders beten. Bf.Williamson und Hw.Schmidberger (beide
geistliche Herren sind eng befreundet) betreiben wohl die gleiche Politik, allerdings fassen sie das Eisen
dem Augenschein nach an entgegengesetzten Enden an. Ich sähe sie eher als gefährliche Intriganten. Ein
Blick auf wer von wem in der PB gefördert, bzw. zur Weihe empfohlen und geweiht wurde, dürfte manches
klären. Auch die PB hat faule Früchte im Korb. Leider!
Abstand und Anstand @Brandenburgis Es ist auch nicht Pflilcht des Generaloberen jedem Hansel Rede und
Antwort zu stehen. Er sagt eh viel zu viel. Soll er nur regelmäßig autorisierte Interviews in seriösen
Publikationen geben, das reicht völlig aus. Wir erinnern uns noch gut an unsägliche Aussagen vor Fernsehkameras
So ist es. Überhaupt sollten Bischöfe und andere Würdenträger sich nicht mit der Journaille einlassen.
Erfahrungsgemäß werden alle Aussagen gekürzt und/oder verzerrt (oft eben: publikumswirksam, d.h. für
gewisse Zwecke zurechtgestutzt) wiedergegeben. Argumente entfallen, Schlagzeilen bleiben. Natürlich gibt
es auch unter Bischöfen oder „Bischöfen“ eitle Köpfe, oft nicht einmal dumm, aber nicht klug, die gern
mit Schlagzeilen um sich werfen. Das ist würdelos und oft kontraproduktiv. Heute im Internetzeitalter
und mit der Möglichkeit einer eigenen Webseite genügt es vollends dort offizielle Erklärungen etwa
eines Bistums bzw. Oberen einzustellen, die jeder lesen kann, ohne Abstriche. Und damit Punktum. Man kann
auch noch in jeder Kirche offizielle Erklärungen von der Kanzel vom Pfarrer verlesen lassen („absque
commentario“ wie es früher einmal hieß) bzw. vorn anschlagen lassen. Es ist überhaupt eine Aberration
zu meinen, die Presse sei eine Art legitime Instanz (wer hätte sie denn gewählt bzw. eingesetzt?), die
alles zu wissen, zu eruieren und zu veröffentlichen das Recht hätte, und vor der sich alle öffentliche
Personen zu verantworten bzw. zu rechtfertigen hätten.
nichts auszusetzen @Domenico @Brandenburgis Was ist denn an Gregor XVI. nun wieder auszusetzen. Das war
doch ein herausragender, fleißiger und glaubensstarker Papst!!! Richtig! Ein frommer Asket, der bestimmt
nicht in diese Liste gehört. Das muß ein Irrtum sein. Übrigens: auch Leo X. nicht. Der war zwar kein
Asket (ging gern auf die Jagd und aß gern einen guten Braten, was ich nicht als Todsünde bezeichnen
würde, weder das eine noch das andere), lebte aber sonst persönlich sittenstreng und er war trotz Renaissance-Tummels
noch hell genug, die Bannbulle gegen Luther zu veranlassen und zu unterschreiben. Das spricht eher für
ihn, wenn man auch aus späterer Sicht wünschen könnte (Spätere wissen ja immer alles besser!), er
hätte sich etwas mehr zusammengenommen und bei der Kurie aufgeräumt. Das tat dann sein Nachfolger.
Hohenzollern @Brandenburgis Stimmt schon, was Sie schreiben. Eine Rückkehr zu Mutter Kirche des allerhöchsten
Hauses, oder wenigstens seines (noch unverheirateten) Chefs, wäre vielleicht geeignet, das seit 1525
bestehende Unrecht wieder gut zu machen und Gottes Zorn zu besänftigen. Daß die deutschen Lande seit
mindestens hundert Jahren nicht unter Gottes Segen stehen, muß doch jedem einleuchten. Der Abfall von
der Kirche hat dem deutschen Volk schwere Heimsuchungen eingebracht. Man muß aber bedenken, daß die
Hohenzollern auch eine katholische Linie haben (die schwäbische). Wobei „katholisch“ natürlich heute
weitgehend „konziliar“ bedeutet. Auch die „katholischen“ Habsburger, als Träger der römischen Kaiserwürde,
sind weitgehend konziliar, wenn nicht gar charismatisch verseucht. Das hat das Ableben im Februar der
Kaiserin Regina gezeigt. Die hohe Frau wurde mit einer konziliaren Keksfeier begraben. Ein Jammer!
Pommern @Brandenburgis Geboren wurde ich in Pommern, jedoch unmittelbar an der brandenburgsichen Grenze.
ZU Pommern stehe ich selbstverständlich auch! Schön, das zu lesen. Unsere Familie war bis 1945 auch
in Kolberg verheiratet; das ist etwas weiter östlich. Wir sind aber heute weitgehend „Rheinpreußen“,
wie man einst sagte. Allerdings war und ist Preußen für Katholiken ein zwiespältiges Gebilde. Das Herzogtum
stand ab 1525 nicht unter einem guten Stern.
Klarheit @Brandenburgis @Wohlehrwürden MIt innerhalb der Kirche hat er sich selbst gemient. Selbstkritik,
das ist ja löblich. NUr etwas klarer hätte er sich halt ausdrücken können Ja, und Konsequenzen damit
verbinden … aber vielleicht geschieht das ja noch! Mit solchen Lügen wird sich der Papst am 13.Mai
nicht vor die Muttergottes stellen können. Wird er aber doch tun, nicht „der Papst“ natürlich, sondern
Hw. Joseph Ratzinger, als derzeitiger Papstdarsteller … Die Sünde ist eine Sache, Verstocktheit eine
andere, bis der Stecker gezogen wird Orate sine intermissione!
Kreuzauffindung und Kreuzerhöhung Nun ja, was heißt schon „abgeschafft“… Der heutige 3. Mai ist nach
manchen Quellen (nicht sehr klar) der Tag der Wiedergewinnung des Kreuzes durch Kaiser Heraklius im Jahre
630 (nachdem die Perser 614 das silberne Reliquiar aus Jerusalem geraubt hatten, es ist seit 1187 dann
aber wieder verschollen). Dieses Festdatum in der lateinischen Kirche stammt wie es scheint aus der gallikanischen
Liturgie, und ist ab etwa 800 auch im römischen Missale übernommen worden. Bei den Griechen wird die
Inventio Crucis außer am 6. März bzw. 7. Mai aber am 13./14. September (bei uns dann Kreuzerhöhung,
Exaltatio Crucis) gefeiert. Das ist zugleich das Datum der Kirchweihe der Grabeskirche in Jerusalem im
Jahre 335 unter Kaiser Konstantin und das vermutliche Datum der eigentlichen Auffindung des Kreuzes durch
Kaiserin Helena i.J. 320 unter Patriarch Makarius. Bereits St.Ambrosius von Mailand (gest. 397) berichtet
darüber. Eine Doppelfeier war den Modernisten natürlich unerträglich: das Sanktorale mußte „entrümpelt“
werden. Im Roncalli-Kalender-Kahlschlag v.J. 1960 verschwand darum das Fest, und ist in der editio typica
von 1962 nicht mehr vorhanden. Natürlich auch nicht im Montini-Schmarren von 1969. Treue Katholiken verwenden
die vorhergehende editio typica des Missale Romanum von 1920. Die Griechen denken natürlich nicht im
Traum daran, ein Fest abzuschaffen.
apostolische Sukzession @Benjamin Reich Die Utrechter Union wurde exkommuniziert und kann daher nicht
in der apostolischen Sukzession stehen. Stimmt, insofern Sie „in apostolischer Sukzession“ als „mit Jurisdiktion
ausgestattet“ interpretieren. Insofern aber die Weihen (da sie 1724 u. ff. nach dem überlieferten römischen
Pontifikale erfolgten) sakramental gültig sind, ist die apostolische Sukzession dort zumindest materialiter
vorhanden (wie auch bei den schismatischen Griechen und Russen). Die von Erzbischof Lefebvre geweihten
Bischöfe sind in einem Notstand geweiht worden, um die Reihe der gültigen Weihe nicht zu unterbrechen,
weil die Gültigkeit dessen, was nach dem 2. Vaticanum geschehen ist, stakr bezweifelt werden muss. Richtig,
obwohl das nicht der (eindeutige) Standpunkt des Erzbischofs war, und es auch keineswegs der der jetzigen
Führungsriege der Priesterbruderschaft ist. Sonst würden sie doch nicht mit dem jetzigen Oberpfarrer
von Rom verhandeln.
Laienbischöfe @ref-kath Warum sind Weihen durch Bischöfe, die in apostolischer Sukzession geweiht sind
ungültig? Auch ein in apostolischer Sukzession stehender gültiger Bischof weiht dann ungültig, wenn
er ein ungültiges Weiheformular (wie das anglikanische oder das montinische) verwendet. Daher kann auch
das Hinzuziehen von orthodoxen oder jansenistischen Bischöfen nicht aushelfen, solange der anglikanische
Weiheritus ist, was er ist (weil er nämlich Zweck und Wirkung des Weihesakraments nicht eindeutig zum
Ausdruck bringt, bzw. der katholischen Lehre entgegengesetzte Zwecke ausdrückt, wie Papst Leo XIII. 1896
ausführte). Gültig wären die Weihen nur bei gültigem Weihbischof mit eindeutig gültigem (rechtgläubigem)
Formular, und auch dann müßte der Kandidat erst die Priesterweihe (und wahrscheinlich auch die Diakonatsweihe,
das ist unschlüssig) erhalten, da eine Spendung der Bischofsweihe „per saltum“ (sprungweise) ungültig
ist.
zum Weinen Wissen Sie, FranzvPaul, Ihre Auffassung in Ehren: aber ICH möchte weinen über diese Kleriker,
die von Pater Mayer (ob bewußt oder unbewußt bleibe dahingestellt) zwar nach dem gültigen Ritual, aber
(nemo dat quod non habet) doch unwirksam geweiht wurden, und seitdem „Messen“ simulieren, und die Gläubigen,
die sich ihnen guten Glaubens anschließen, (ob bewußt oder unbewußt bleibe dahingestellt) um die Sakramente
betrügen. Scheuklappen muß man wahrhaft haben, um nicht zu sehen, welch unüberbrückbarer Gegensatz
besteht zwischen der 1947 von Papst Pius XII. endgültig definierten Form der Bischofsweihe, und dem Montinischen
Machwerk v.J. 1968. Dazu bereits ausführlich (mit Verlinkung) anderenortst in diesem Forum.
Freund und Helfer? Daß Pater Mayer subjektiv jedenfalls traditionsbezogen war, und subjektiv jedenfalls
ehrlich versucht hat, gewisse „Härten“ der Konzilskirche für ihre „Traditionalisten“ zu lindern, will
ich nicht bestreiten. Es bleiben aber auch folgende objektive Tatsachen: P. Mayer hat „Vat.-II“ und die
Liturgiereform samt ihren Promulgatoren nie grundsätzlich abgelehnt. Im Gegenteil: er ließ sich mit
60 Jahren von Montini /„Paul VI.“ ipsissimus nach dem neuen Ritus zum „Bischof“ weihen, und nahm danach
mehrere Kurienämter und 1985 sogar ein Kardinalat von Wojtylas Gnaden an. Ja: zwischen 1984-88 stand
er der Kongregation vor, die für die Sakramentenspendung und den Kultus verantwortlich war. Es ist nicht
bekannt geworden, daß in dieser Zeitspanne versucht worden wäre, Skandale und Mißbräuche in diesem
Bereich weltweit zu ahnden und einzustellen. Nicht genug damit: er hat auch als Nicht-Bischof seit 1988
ahnungslose junge Männer nach dem überlieferten Ritus zu „Priestern“ geweiht. Welch Schauspiel, aber
ach, ein Schauspiel nur! Hat er sich dazu keine Fragen gestellt? Die gleichen Fragen etwa zur Gültigkeit
der neuen Weihen, die sein Ordensbruder P. Kröger schon in den 70er Jahren stellte? Wie konnte er verantworten,
an höchster Stelle zwar eine Asylantenpolitik für die Tradition zu befürworten, aber nichts Grundsätzliches
zu ändern anzustreben? Wir wollen für seine Seele beten und opfern. Daß der Herr ihm eine so lange
Gnadenfrist gewährt hat, hat wohl einen Sinn gehabt. RIP
#114 Lycobates 18:47:14 | Dienstag, 27. April 2010
Ihre Ausführungen @Garfield Die Angaben des NT sind naturgemäß fragmentarisch, da die inspirierten
Autoren (hier namentlich St. Paulus) Gelegenheitsliteratur verfaßten, und keine umfassende Belehrung
bzw. Information beabsichtigten. Fides ex auditu: der Glaube ist aus dem Hören, nicht aus einem Schriftstück,
wenn es auch von Gott inspiriert und fehlerlos ist, wie die Schriften. Nur das lebendige Lehramt der Kirche
garantiert ihre eindeutige Interpretation. Erst durch das Lehramt wissen wir ja, welche Schriften überhaupt
inspiriert sind. Das bedeutet konkret, daß biblische Angaben wie hier zu den Mißständen in Korinth
immer im Zusammenhang mit der altkirchlichen Praxis und der Lehre der Kirche (seit Anfang an) gesehen
und interpretiert werden müssen. Nicht für sich, ohne Kontext. Der Kontext aber hier ist (wie noch in
der Ostkirche üblich, allerdings etwas verkümmert: Austeilung der Reste des nicht-konsekrierten Brotes
an die Gemeindemitglieder), daß nach Opfer und Kommunion oft (evt. nach dem Vorbild des alten Ostermahles,
anfangs namentlich in judenchristlichen Milieus) eine Agape nicht-sakramentalen Charakters abgehalten
wurde. Diese entartete bisweilen dermaßen, daß den Korinthern der Unterschied mit der Kommunion nicht
mehr klar war. Sie wurde demnach eingestellt, auch weil es immer weniger Judenchristen gab, denen diese
Praxis etwas bedeutet hatte. Die damit oft verbundene Feier von Christi Opfer (Wandlung mit Kommunion,
keine Sättigung) war und ist aber immer etwas Eigenständiges gewesen.
something rotten @Tuttisanti Wenn zwischen einem Sättigungmahl und dem Abendmahl nicht mehr unterscheiden
werden kann, ist etwas faul im Staate Dänemark Richtig. Die Kommunion war nie Sättigungsmahl (vgl. schon
den 1. Korintherbrief 11, wo die anfangs gleichzeitig veranstalteten nicht-sakramentalen Agapen, die nach
Pauli Weisung dann aufgegeben wurden (vereinzelt in der Ostkirche aber noch heute nach der Messe üblich),
zu Mißbräuchen geführt hatten; die Einführung des eucharistischen Fastens (Nüchternheitsgebot) ist
auch hierauf zurückzuführen). Die Messe, als Opfer des Neuen Bundes, in ihrer Urform: Opferung und Wandlung
mit Kommunion, wurde während des letzten Ostermahles Christi mit seinen Aposteln eingesetzt, ist aber
selbst kein Mahl, auch kein Teil dieses Ostermahles. Das Ostermahl mit dem Osterlamm ging ja bereits zu
Ende als die Apostel noch den Leib und das Blut des Herrn unter den Gestalten des Opferbrotes und des
Opferweines gereicht bekamen. Beide Momente sind also zu unterscheiden. Daher heißt ja auch das Ostermahl
Christi das „letzte“, weil ihm keine weiteren gefolgt sind. Der alte Bund ging mit dem letzten Ostermahl
zu Ende, der Neue kennt kein Ostermahl mehr, sondern nur ein Opfer: das Opfer Christi, der sein Leib und
Blut (das neue Osterlamm eben) darbringt, blutig am Kreuze, unblutig vorweggenommen am Gründonnerstag,
und seither „vom Ausgang der Sonne bis zum Untergang“ darzubringen nach der Weissagung des Malachias (1,11).
„Oblatio munda“!, kein „Werk von Menschenhand“!
auch als Kulturgut geschätzt @chico flojo Zum Glück gibt jedoch auch Menschen, die trotz ihres Unglaubens
die Schönheit und Würde eines Pontifikalamtes im Alten Ritus zu erkennen und zu würdigen wissen. So
ist es. Wie schon 1971, als bekannte Persönlichkeiten aus Großbritannien, darunter viele Ungläubige
und Nicht-Katholiken, wie Vladimir Ashkenazy, Maurice Bowra, Agatha Christie, Kenneth Clark, Yehudi Menuhin
u.a. den Kirchenleerer Montini inständig baten, den römischen Ritus in seiner althergebrachten Form
doch bitte bestehen zu lassen. Der Bitte wurde, für eine kurze Zeit, entsprochen. Eine Gnadenfrist, die
auch in England inzwischen aber längst abgelaufen ist. Es lohnt sich trotzdem auch heute noch immer,
den Text zu lesen, und über die „appalling responsibility“ nicht nur in kulturhistorischer Hinsicht jener
nachzudenken, die die römische Messe tatsächlich zerstört haben. www.traditio.com/tradlib/agatha.txt
faule Früchte @Peter v. Felsen … schauen sie sich doch einmal die Katholische Kirche an, in welchen
jämmerlichen Zustand sie sich der Welt präsentiert. Sitzen nicht schon längst Diener des Antichristen
auf den Thronen der Katholischen Kirche? Der Sache nach haben Sie recht. Seit gut 50 Jahren sind die wichtigsten
Strukturen in der katholischen Kirche von abgefallenen Klerikern übernommen worden, bzw. werden sie von
diesen besetzt gehalten. Dabei hat die Freimaurerei gewiß eine Rolle gespielt, wenn auch eine formale
Zugehörigkeit zu derselben weniger ins Gewicht fällt, als die allgemeine Verwirklichung und Vertretung
ihrer Ideen, wie sie im Afterkonzil „Vatikanum II“ formuliert worden sind (Weltanpassung, Ökumenismus,
Synkretismus). Nur muß man differenzieren. Öffentlich vom Glauben abgefallene Kleriker sind Usurpatoren,
sie haben von rechtswegen kein Amt legitim inne (das ist Kirchenrecht! wie hier schon erörtert) und die
von ihnen usurpierte und besetzte Strukturen hören durch die reine Tatsache, daß sie von Nicht-Katholiken
besetzt werden, auf, Strukturen der katholischen Kirche zu sein, auch wenn sich äußerlich nichts oder
wenig geändert hat. Genauso war es ja in England im 16. Jh.! Daher kann die heutige Krise nicht der katholischen
Kirche angelastet werden, und betrifft sie Katholiken und den katholischen Glauben überhaupt nicht. Nur
durch die Amtsanmaßung dieser Kleriker entsteht dieser Eindruck. Dagegen muß entschieden Einspruch erhoben
werden. Die Konzilssekte erntet jetzt ihr Gottesurteil!
Geifernd @chico @Regina Nur – was hier getrieben wird, das hat mit menschlichem Anstand rein gar nichts
mehr zu tun. Das ist nur noch eine geifernde Meute, die eine erlegte Beute in Fetzen reißen will. Ich
halte die Vorwürfe schlicht und ergreifend für hahnebüchend. Mixa sollte nicht zurücktreten. Wer ohne
Schuld ist, … In der Tat nicht sehr erhebend, zu sehen, wie in diesem netten Konzilsverein öffentlich
abgerechnet wird, unter Hinzunahme glaubens- und kirchenfeindlicher Medien, mit denen sich zumal ein Kleriker
überhaupt nicht abgeben sollte. Und was die Vorwürfe angeht, wenn es nur „Ohrfeigen“ waren, das kann
ja u.U. vonseiten eines Erziehungsberechtigten moralisch bzw. erzieherisch absolut gerechtfertigt sein
(ob das Strafgesetz hier mitmacht oder nicht, halte ich heute in moralischer Hinsicht für unerheblich).
Herr Mixa könnte einem fast leid tun. In Augsburg gibt es aber seit 1963 keinen katholischen Bischof
mehr. Zurücktreten kann man nur von einem Amt, das man auch angetreten hat und legitim innehat. Herr
Mixa hat keine gültige Bischofsweihe, und (wie hier von anderer Seite vor einiger Zeit wahrscheinlich
gemacht) wohl auch keine gültige Priesterweihe. Ein trauriger Fall. Man würde Herrn Mixa wünschen,
daß diese unerhörte öffentliche Hinrichtung ihm zum Heile gereichen möge. Gott gebe, daß er zu der
Einsicht gelangt, was für ein Club diese Konzilssekte ist und zum katholischen Glauben zurückfindet!
Ein weiteres Gebetsanliegen am heutigen Schutzfest des Hl.Josef, als Patrons der Kirche!
die hohe Kunst der Hermeneutik @Sycamore Es wäre wohl lächerlich, einen Appell and die „Ungläubigen“
zu richten, welche trotz der erdrückenden Beweise die Existenz Ciceros weiterhin hartnäckig leugnen.
Ebenso lächerlich wäre es, die Staatsanwaltschaft einzuschalten und gegen sie Prozess führen lassen.
Dabei wäre noch ergänzend zu bemerken, daß Dr. Hirnbrausen und seine Schule überzeugend nachgewiesen
haben, daß die Schriften Ciceros gar nicht von Marcus Tullius Cicero stammen können, sondern von mehreren
Autoren, die zwischen dem 1. Jh. vor und dem 1. Jh. nach Chr. unter dem Namen „Cicero“ aufgetreten sind.
Mann müßte ja sonst annehmen, daß die einhellige Überlieferung und die Zitate aus frühester Zeit,
die besagte Schriften dem einen Cicero zuschreiben, ohne weiteres recht hätten, was wissenschaftlich
natürlich unhaltbar ist. Die genaue Kenntnis des Bürgerkrieges und des 1. Triumvirates weist auf die
Existenz des früh anzusetzenden Q-Cicero, dessen Spuren in den Briefen auftauchen und in einigen Reden
eingearbeitet sein müssen (in der älteren Literatur auch Proto-Cicero genannt). Daneben muß aber der
Philosophen-Kodex in Betracht gezogen werden, der dem Redakteur der rhetorischen Schriften (Tullius Rhetor)
als Quelle der philosophischen Schriften gedient haben muß. Die weithin diskutierte Frage nach dem Alter
des Philosophen-Kodex ist noch unschlüssig. Auch die literarische Zweiheit der arpinatischen Redaktion
der theoretischen Schriften zur Rhetorik hat erst in jüngster Zeit gebührende Beachtung gefunden.
Zelus domus tuae comedit me @chico flojo Ihre Bemerkung …Gläubige dazu antrieb … Gotteshäuser zu
bauen, die der Größe und Herrlichkeit Christi gerecht wurden oder diese zum Ausdruck zu bringen. Gefäße,
die das Heiligste enthalten, was ein Mensch sich überhaupt denken kann, sollen und müssen in ihrer Beschaffenheit
dem gerecht werden- etwas Besonderes… ist zutreffend. Nur weiß ich aus Erfahrung, daß es sinnlos ist,
über diese Themen mit Leuten zu diskutieren, die die Formlosigkeit und Geistesleere der 60er und 70er
Jahre zum Maßstab und zur Richtschnur des (ihres) geistlichen Lebens gemacht haben, bzw. noch heute machen
wollen. An den Früchten kennt man den Baum. Der Lehre ist die Leere gefolgt. Diesen Leuten ist nicht
zu helfen. Obwohl es ja genügt hätte, einmal im Alten Testament nachzuschauen (das tun sie sonst ja
gern!), was darin zum Vorläuferkult des christlichen Opfergottesdienstes beschrieben steht. Beispielsweise
Exodus Kap. 36-40; oder Numeri Kap. 4; oder Leviticus 7 usw. Dieser bis ins Detail geregelte prachtvolle
Kult war, als unser Herr den Tempel besuchte um den Priestern und Schriftgelehrten als den Führern ihres
Volkes das messianische Heil zu verkünden, dort noch im vollen Gange. Mit keinem Wort lesen wir dazu
eine Kritik. Der Herr wollte auch, daß der geheilte Aussätzige sich dem Priester zeigte, der damals
noch legitim seines Amtes waltete (Deut. 24,8; Mt. 8,4). Und das einzige Mal, wo Er handgreiflich wurde,
war, um den noch-heiligen Ort der Verunehrung durch Krämergeist zu entziehen (Mt. 21,13).
ungerecht @Karl Murx Ich finde es ungerecht, Leute zum Zölibat zu zwingen, wenn die Voraussetzungen fehlen.
Genauso ist es. Die den Zölibat unterstützende und ihn ermöglichende Standesgnade fehlt bei ungültiger
Weihe. Auch sakramentale Gnaden aus der täglichen Feier des hl. Opfers und viele Gebetsgnaden aus dem
frommen Beten des hl. Offiziums fehlen diesen Priesterdarstellern, trotz oft gutgemeinter (wenn auch nicht
selten fehlgerichteter) persönlicher Frömmigkeit, Nächstenliebe usw. Nicht zuletzt auch darum wird
der Zölibat in der Konzilssekte, wo die apostolische Sukzession immer dünner wird, nicht zu halten sein.
Keine zwanzig Jahre mehr. Dann laufen ja da nur noch Laien herum. Auch ich wünsche diesen gequälten
Betrogenen Glück. Gebe Gott, daß sie ihre Lage einsehen, zum wahren katholischen Glauben (zurück) finden,
und mit Frau (und ggf. Kindern) ein gottgefälliges Eheleben führen können. Eine Dispens brauchen sie
dazu nicht einmal.
#39 Lycobates 12:20:49 | Donnerstag, 8. April 2010
faule Früchte @Przybislav Sie haben recht: man muß immer wieder auch unliebsame Wahrheiten wiederholen,
da auch die Lüge immer wieder neue Opfer macht. Zu Bf. Roncalli, der ein gestandener aber geschickter
Modernist war und nicht so gutmütig und unbedarft, wie er aussah (und wie er sich gerne gab), gibt es
eine gut dokumentierte Artikelserie (Original in Italienisch: Il papa del Concilio), in französischer
Übersetzung hier abrufbar: www.sodalitium.eu/index.php?ind=downloads&… 13 Lieferungen bis jetzt
Unverschämtheiten @Kairos Unverschämt ist es, Mahltisch gegen Opferaltar gestellt zu haben, wie es nach
1969/70 in fast allen Kirchen der Welt geschehen ist, und Christi Opfer durch eine diesseitsgerichtete
Mahlduselei zu verdrängen und unwirksam zu machen. Den Terminus „Keksfeier usw.“ habe ich hier im Forum
aufgelesen, ich entsinne mich nicht, wer ihn zuerst gebraucht hat. Er ist gut gewählt. Denn das Wort
ist von der gleichen Tonlage, und zeugt von dem gleichen Respekt, womit man in den säkularen, zeitgeistgemäßen
Konzilskirchenkreisen durchwegs Katholiken begegnet. Jacke wie Hose.
Zeremonien zweierlei @Sefirot Ich sehe auf dem Bild nur, daß diese Kirche nicht (mehr) dem katholischen
Kult gewidmet ist: vor dem Hochaltar steht der Kekstisch der Konzilssekte. Man hat sich um ihn zwar ästhetisch
bemüht, aber das ist Beiwerk. Man hat ihn für die Feier einer (putativen) katholischen Messe nicht einmal
zu entfernen gedacht. Auch an einer vorhergehenden Rekonziliering der Kirche bzw. des Altars hat wohl
niemand gedacht. Wahrscheinlich wird bei anderen Gelegenheiten in derselben Kirche munter keksgefeiert
nach NOM-Art, und der unaufhebbare Widerspruch scheint niemanden zu stören. Aus welchem Ziborium wäre
wohl die „Kommunion“ ausgeteilt worden? Ferner sehe ich auf dem Bild einen Kleriker ohne Tonsur. Gerade
für einen angeblichen Dominikanerpater besonders bemerkenswert. Umso berechtigter die Frage nach seiner
Weihe: wie und von wem? Ich glaube, die Reise nach Warschau hätte sich nicht gelohnt. Dann helfen auch
keine Weihrauchwolken und Barockbilder, leider!
Traurig @A.Bischof Ich stimme Ihnen zu. Noch einiges: Zelebrant war der junge polnische Dominikaner, Pater
Wojciech Gołaski OP. Berechtigt ist die Frage, von wem und nach welchem Ritus besagter „junger“ Dominikaner
zum Priester geweiht wurde! Die Kirche war prallgefüllt. Kein Wunder. Gebe Gott, daß diese Leute nicht
betrogen wurden! Seit der Einführung des Novus Ordo gab es in der polnischen Hauptstadt keine Alte Messe
mehr, die so feierlich zelebriert und so stark besucht war Mag stimmen. Kard. Wyszyński hat seinerzeit
die Einführung des NOM um einige Jahre hinausgezögert. Auch die neuen Weiheriten hat er, wie ich einmal
hörte, erst dann angenommen, nachdem ihm Bf. Casaroli (montinigesteuert) persönlich mit den neuen Büchern
kam, und damit drohte, selber die neubestellten polnischen Bischöfe anstelle des Kardinals zu weihen.
Vielleicht ist das aber auch nur ein frommes Märchen. Von Kard. Siri wird ja ähnliches berichtet. Fest
steht, daß Kard. Wyszyński das häretische Buch des damaligen Professors Ratzinger, Einführung in das
Christentum, 1968 in seinem Amtsbereich verboten hat.
Donatus läßt grüßen HL.AUGUSTINUS: Unterscheidung:Vor/Nach/ seiner Bekehrung! richtig: und: Vor/Nach/
seiner Taufe! Bitte aufpassen „Goldengel“! Ihr Puritanismus führt zum Untergang
Unterschiede @Walther v. Stolzing Ihre Frage an R.Ruhrgebietler: Ich wette, dass Sie als Gläubiger den
Unterschied in der Zelebration nach dem MR von 1962 und einem früheren nicht bemerken würden. Es gibt
zahllose größere und kleinere, keineswegs unerhebliche Änderungen, die nur einem Liturgiekundigen auffallen
würden (vom Kalender-Kahlschlag abgesehen). Was aber jedem sofort auffallen würde, ist die Anzahl der
Orationen an einem gewöhnlichen Sonntag, an dem es im überlieferten Missale drei Orationen gibt, sofern
kein Duplex-Fest kommemoriert wird; in dem von 1962 aber nur eine, die vom Sonntag eben. Damit entfielen
(bereits 1956) die sehr sinnreichen Gebete für die Fürbitte der Heiligen, zur allerseligsten Jungfrau,
zum Hl.Geist oder für Kirche u. Papst (hätte man diese bloß weiterhin fromm gebetet zw. 1956-1958!!).
In der Fastenzeit wird auch jedem Gläubigen, der in der Woche die Messe besucht, aufgefallen sein, daß
in dem Missale von 1962 keine Heiligenfeste gefeiert und auch nicht kommemoriert werden (nur wenn sie
höheren Ranges sind). Im überlieferten Missale hingegen werden die Messen der Fastenwochentage (sofern
sie denn nicht selbst gefeiert werden) in den Heiligenmessen immer kommemoriert und wird ihr Evangelium
anstelle des Johannesprologs als Schlußevangelium gelesen. Eine äußerst sinnreiche Kombination von
Sanktorale und Temporale. Es ist dies gerade ein wesentliches Merkmal der Roncalli’schen Reform, über
Gebühr das Sanktorale verdrängt zu haben, genauso wie 1786 die häretische Pistoiasynode!!
Brevier und anderes @RRR Freue mich über den freundlich-behaglichen Ton Ihrer Wortmeldung. „Brevierbeten
im Chor“ ist nicht die Regel, sondern eine contradictio in adiectio. Bitte genau lesen. Ich schrieb: Das
gemeinsame Chorgebet (mit Gesang) ist doch gerade die Regel! Hingegen: Die private Rezitation des Breviers
(80/90 Minuten pro Tag im Durchschnitt ohne Gesang) ist ein Notbehelf. Daß das Brevier tatsächlich eine
abgekürzte Form ist, wird doch nicht bestritten. Nur ist es doch leider immer kürzer geworden, über
1960/2 und gerade 1971 … Also? Dass die römische Kirche ihr Brevier Brevier nannte, zeigt schon, dass
sie es zuallererst als Privatgemurmel verstand. Ich kann nur bedauern, daß Sie die private Frömmigkeit
des Priesters, der etwa anderthalb Stunde pro Tag mit diesem Gebet verbringen muß, und auch dort, wo
er alleine betet, die Kirche als ganze vertritt, so abschätzend beurteilen. Daß es auch Priester gab
und gibt, die schlecht beten, ist etwas anderes, und tut nichts zur Sache. Die Reform vom „Brevier“ zur
„Liturgie“ (breviarium Romanum vs. Liturgia Horarum) war ein heilsamer Schritt in die richtige Richtung
Wunderbar. Daher wohl die heilsamen Früchte jener „Liturgia horarum“ im täglichen Leben der Konzilspriester
und die herrlichen Vesper- und sonstigen Chorandachten die seit 40 Jahren landein landauf in allen Konzilskirchen
zur höchsten Blüte gelangt sind. Ganz zu schweigen von den begeisterten großen Laienscharen, die sich
ganz freiwillig diesem Gebet anschließen … Konzilsfrühlin…
stimmt nicht mal halb @RRR vor dem Konzil? Da wurde das Brevier auch nicht gebetet, sondern gebeichtet.
Wie bitte? Das müssen Sie mir einmal erklären, wie man ein Brevier beichtet. Das freiwillige und grundlose
Versäumen des Brevierbetens, bzw. des Chorgebets für Kleriker mit Chorpflicht, galt immer als schwer
sündhaft. Und noch früher? Da wurde gemeinsam in den Stadtkirchen morgens und abends Gottesdienst gehalten.
abends? Abendmessen gab es vor dem 2. Weltkrieg nicht, und man kann bedauern, daß sie nach dem Abklingen
des Fliegeralarms nicht wieder verboten wurden. Die auf Abwegen geratene liturgische Bewegung hat sich
ihrer bedient, um die Beseitigung des (urchristlichen) liturgischen Fastens und die Lockerung der Sonntagspflicht
durchzusetzen, wie in der Konzilssekte allgemein üblich. (Es stimmt nicht, wie man oft liest, daß die
Urchristen „Abendmessen“ feierten. Sie versammelten zwar oft an Vortagen (Vigil) und beteten Psalmen (unser
Offizium), und hörten eine Predigt, aber die Opferfeier mit Kommunion geschah nach Mitternacht, schon
eher früh am Morgen) für Tradis ja nie in Frage. Pfuipfui, Zeit verschwenden mit gemeinsamem Gebet,
igittigitt! Ab mit den Priestern … damit sie schon das Brevier herunterleiern! Das gemeinsame Chorgebet
(mit Gesang) ist doch gerade die Regel! Die private Rezitation des Breviers (80/90 Minuten pro Tag im
Durchschnitt ohne Gesang) ist ein Notbehelf. Und der Roncalli’sche Kahlschlag 1962 hat v.a. die Matutin
stark reduziert und gerade dem Chorgebet arg zugesetzt!
#34 Lycobates 16:18:43 | Donnerstag, 25. März 2010
vor und nach Glaubst du etwa, dass die ganzen Konzliaren über Nacht aus dem nichts entstanden sind? Der
Modernismus (der Sache nach, nicht als Terminus) schwelt in der Tat schon viel länger, seit der Aufklärung
(eine logische Folgeentwicklung der Reformation und ihres Subjektivismus, trotz bisweilen genuiner Frömmigkeit)
-Stichwort: Synode von Pistoia-, und vor allem seit der liberal-positivistischen Einstellung des 19. Jh.
in der protestantischen und der (dieser wie ein kopfloses Huhn nachrennenden) pseudo-katholischen (modernistischen)
Theologie, die 1907 von St. Pius X. lehramtlich verdammt wurde. Man lese, was schon P. Alb. Weiß O.P.
oder P. Fr. Klimke SJ Anfang des 20 Jh. darüber schrieben. Danach ging sie in de Untergrund, aber ihre
Jünger gaben nicht auf, wie wir Späteren aus der Folge wissen, und konnten in den 50er (in den späten
Jahren des seit 1954/55 chronisch kranken Papst Pius XII.) und 60er Jahren (mit dem Konziliabulum, das
uns urbi et orbi als „Vatikanum II“ verkauft wurde) die Überhand gewinnen. Usurpatoren wie Montini und
Wojtyla (und heute Ratzinger) taten und tun das Ihrige (mit unterschiedlicher taktischer Weichenstellung
allerdings). Heute herrscht sie überall. Es ist ein diesseitsbezogener, den Unterschied zwischen Übernatur
und Natur geschickt verwischender, wortgewaltiger oder (je nach Talent) schwülstiger Monismus. Die Folgen
blieben nicht aus. Jetzt allerdings erleben wir allmählich das vollständige Abwracken, auch moralisch,
dieses Neugebildes.
#28 Lycobates 12:20:24 | Donnerstag, 25. März 2010
mysterium iniquitatis iam operatur @kraut aber den eigentlichen Gläubigen gibt man zu verstehen daß
sie in der Kirche eigentlich unerwünscht sind Tja, vielleicht müssen noch mehr solche Sachen passieren,
bis auch die Letzten begriffen haben, daß Katholiken in der Konzilssekte nichts zu suchen haben, und
mit ihr jeglichen Kontakt meiden müssen. Auch wenn es bedeutet, vielleicht auf liebgewonnene, aber von
der Konzilssekte vereinnahmte, Strukturen, Gebäude, Personen, Kontakte, usw. verzichten zu müssen. Was
nützt es dem Menschen, wenn er die Welt gewinnt, aber Schaden leidet an seiner Seele? Auch die englischen
Katholiken haben im 16. Jh. lernen müssen, mit Bedauern und Schmerz, etwa der Westminster Abbey fernzubleiben,
bis zum heutigen Tag. Was hier passiert, ist aber nichts Neues. Anfang der 70er Jahre geschah es in einer
südfranzösischen Kathedrale, daß der Erzbischof (nomina sunt odiosa, bereits verstorben), Ziborium
in der Hand, einer betagten Dame, die sich vor ihm zur Kommunion hingekniet hatte (die Kommunionbank war
schon weg), mit wütenden Fußtritten auf die Knie andeutete, sie solle sich erheben. Auch in Brüssel,
wo ich (bedingt durch den beruflichen Werdegang meiner Eltern) 1969/1970 den Übergang zum NOM erleben
mußte, hat es Gewaltszenen dieser und anderer Art klerikerseits gegen „rückständige“ Gläubige in den
Kirchen gegeben. Dort wütete Bf. Suenens, ebenfalls abberufen. Man denkt nicht gern daran zurück.
zweierlei @Arkanum/kreuts.net rechtlich und moralisch ist zweierlei. Selbst im Vatikan wird das getrennt
behandelt. Wobei ich Ihnen schon zustimme, daß es logischer wäre, Schutzalter und Heiratsmindestalter
gleichzuschalten: also: 14/Mädchen; 16/Jungen. Ich nehme an, daß die vatikanische Bestimmung (wenn Wikipedia
denn hier recht hat) aus dem (älteren?) italienischen Recht stammt. Das wäre zu prüfen. Mir fehlt aber
jetzt die Zeit dazu. Mir ist erinnerlich, daß 1929 beim Lateranvertrag für den Vatikan das italienische
Strafgesetz aus dem Jahre 1889 übernommen wurde. Letzteres dürfte inzwischen aktualisiert worden sein.
Ist auch im Grunde ziemlich unerheblich, da im Vatikan kleine (und auch größere) Mädchen sehr großen
Seltenheitswert haben!
Mindestalter @arkanum/kreuts.net nach dortigem Recht verheiratet sind – es gibt dort zwar kein Schutzalter,
aber ein Verbot außerehelichen Geschlechtsverkehrs. das Gleiche gilt aber auch nach der Lehre der Kirche
(die sich dabei nur nach dem Naturrecht richtet!) und also auch für den Vatikan! Ein strafrechtlich festgesetztes
Schutzalter (wenn es denn stimmt, Wikipedia ist keine fide digna Quelle!) bedeutet ja nicht, daß nach
dem genannten Alter der eheliche Verkehr moralisch erlaubt oder erwünscht ist, nur, daß er nicht strafrechtlich
geahndet wird. Das sind zwei ganz unterschiedliche Dinge. Nicht alles, was moralisch unerwünscht oder
verboten ist, wird strafrechtlich geahndet, und nicht alles, was strafrechtlich nicht geahndet wird, ist
schon deswegen moralisch erwünscht oder zulässig. Nach geltendem Kirchenrecht gilt für eine gültige
Eheschließung ein Mindestalter von 14 Jahren für das Mädchen und von 16 Jahren für den Jungen (CIC
can. 1067/1). Das Kirchenrecht mahnt aber auch, daß keine Ehe von Minderjährigen (im Kirchenrecht: 21
Jahre) geschlossen werden soll (oder „secundum regionis receptos mores“ can. 1067/2), und schon gar nicht
ohne Zustimmung der Eltern (can. 1034).
Macheloikes @Paulaner Die Schlange hat ihr Vergnügen an den Macheloikes Das Wort habe ich nachschlagen
müssen. Sie sind wohl in südlichen Gefilden zuhause? Nun: I bin a Saupräiß! Ich gebe Ihnen aber hier
der Sache nach schon recht. Bei allem Respekt für die Person des EB Lefebvre, kann und muß an gewissen
Positionen Kritik geübt werden. Die Priesterbruderschaft hat 1988 und auch vorher und später eine saubere,
gradlinige Argumentation in der Papstfrage und der Frage der Gültigkeit der neuen Weihen (und der anderen
Sakramente) öfter peinlich vermissen lassen. Gerade bei einem Not-Mandatum wie 1988 wäre es nicht nur
sinnvoll, sondern gar absolut notwendig gewesen, in diesen wesentlichen Bereichen keinen Spielraum für
Zweifel und Interpretationen zu lassen. Wenn das geschehen wäre, gäbe es wohl jetzt nicht das Jammertheater
mit den Fellay’schen „Gesprächen“. Schämen muß sich indes wer den Glauben verfälscht und verrät,
nicht wer ihn zu wahren sucht, wenn auch unter z.T. irrigen Veraussetzungen.
Gotteshaus @Leo Miles Ich stimme Ihnen zu. Die Aktion der Jugendlichen war nicht nur moralisch sondern
soweit ich sehe rechtlich einwandfrei. Nach dem Gesetz vom 9. Dezember 1905 (Titel III, und Änderungen
1907, 1908, 1912, gilt nicht für das Reichsland Elsaß-Lothringen und einige Überseegebiete) sind alle
Kathedralen in Frankreich Staatsbesitz. Klerus, Kapitel und Gläubige verfügen über das Nutzungsrecht
für den öffentlichen Kultus (jouissance gratuite pour l’exercice public du culte). Alle anderen Pfarrkirchen
sowie die 1905 veräußerten Klosterkirchen, und auch die Pfarrhäuser, bisch. Residenzen, Seminare, theol.
Fakultäten, usw. sind seitdem Besitz der Kommunen, wo sie stehen. Sie werden an ihre Bewohner vermietet.
Im übrigen ist solch ein öffentlicher Ort, wie eine Kirche (ein privates Oratorium ist es ja nicht!),
allgemein zugänglich und kann der Zugang vernünftigerweise niemandem verwehrt werden, der zu dem genannten
Zweck, also in der Absicht, dort zu beten, hinkommt. Als eine Störung der öffentlichen Ordnung in einer
Kathedrale kann das Rosenkranzgebet einer Gruppe Jugendlicher keineswegs gelten. Im übrigen müßte die
Notre-Dame spätestens seit der dort 1969/70 eingeführten Liturgiereform rekonziliert werden, bevor dort
wieder eine katholische Messe gefeiert werden kann. Herr Vingt-Trois (derzeit Oberlaie der Pariser Diözese)
sollte in sich gehen und Buße tun.
@Domenico Tuttisanti: Der Text des Mandatum apostolicum vom 30.6.1988 wurde öfters veröffentlicht, z.B.
im Mitteilungsblatt der PB Nr.116/7 S.19-20. Im mir vorliegenden Text ist von Roma aeterna… keine Rede.
Wohl von dem Rom, „das den heiligen apostolischen Traditionen immer treu ist und uns befiehlt, diese heiligen
Traditionen, d.h. das Glaubensgut, allen Menschen zu ihrem Heil weiterzureichen“. Der Text nimmt also
Bezug auf das katholische Rom, ohne jedoch den Sachverhalt eines angeblichen Papstes, der das Gegenteil
lehrt, anzusprechen. Zwar wird allgemein erwähnt, daß seit dem „2.Vatikan. Konzil“ die „Autoritäten
der römischen Kirche“ vom „Geiste des Modernismus“ beseelt wären, und daß demnach ihre Zensuren nichtig
sind. Das stimmt der Sache nach, ist aber schwach begründet. Reicht schon der „Geist“ des Modernismus
um die von ihm Befangenen zu formellen Modernisten, und somit zu exkommunizierten und ihres Amtes verlustigen
Häretikern zu machen? Auch die Notwendigkeit einer Weihe nach dem überlieferten Ritus wird nur allgemein
abgetan: damit die Weihegnade „secundum Ecclesiae sanctas traditiones“ weitergereicht werde. Richtig,
aber ein so schwerwiegender Akt, wie eine Weihe gegen den erklärten Willen des anerkannten „Papstes“
und den von ihm gewollten Ritus, müßte doch mindestens mit dem Hinweis eines Zweifels an der Gültigkeit
des neuen Ritus begründet werden. Sonst gäbe es ja weltweit Tausende Bischöfe und keine Notlage. Ich
weiß nicht wer den Text verfaßt hat, vielleicht der EB selber. Das Latein ist korrekt, aber schlicht,
wenig elegant.
Habetis mandatum apostolicum? @Regina kann diese Frage überhaupt beantwortet werden, wenn Rom die Weihen
schon vorher verboten hatte? Auch, wenn der Hauptzelebrant gültig geweiht war? Damit könnte doch alles
gültig gemacht werden. Nun, Gültigkeit und Erlaubtheit sind zu unterscheiden. Die sakramentale Gültigkeit
(Wirksamkeit) der Weihen 1988 steht nicht zur Diskussion. Die Bischöfe sind gültige Bischöfe und ihre
sakramentalen Akte sind es auch (mit einem möglichen caveatur für Beichten und Eheschließungen) Erlaubt
sind die Bischofsweihen wenn ein (legitimer) Papst sie gestattet und der Assistent auf die eingangs zitierte
Frage des Consecrators wahrheitsgemäß „Habemus“ antworten kann. Unerlaubt sind sie wenn ein (legitimer)
Papst sie nicht gestattet. Eine Notlage ließe sich nur dann begründen, wenn feststünde, daß es keinen
Papst, bzw. keinen klar legitimen Papst, gibt, und dem in absehbarer Zeit nicht abgeholfen werden kann
(und nicht zugewartet werden kann, um die Fortsetzung der apostolischen Sukzession zu gewährleisten).
Etwa in Verfolgungszeiten. Oder während des Großen Schismas. Mit anderen Worten: die Erlaubtheit der
Weihen 1988 ist nur dadurch festzustellen, indem die Papstfrage gestellt und beantwortet wird. Auch indem
die Frage der Gültigkeit der neuen Bischofsweihen gestellt und beantwortet wird. Wenn beide Fragen überzeugend
verneint werden können, kann eine Notlage begründet werden. Sonst nicht. In diesem Sinne ist aber die
Formulierung des 1988 gebrauchten Not-Mandatum leider sehr ungenügend.
mitgedrechselt @R.Ruhrgebietler ratzinger massgeblich am vaticanum-II mitgedrechselt hat Tatsache den
untergang der röm.-kath. Kirche (auch konzilskirche genannt) miterleben und mitverantworten! Da wäre
zu unterscheiden. Die römisch-katholische Kirche, allerdings heute stark reduziert (ihre sichtbaren Strukturen
sind zudem weitgehend zweckentfremdet), kann nicht untergehen: sie ist Trägerin der Verheißungen Christi.
Überall dort, wo der apostolische Glaube, die wahren Sakramente, v.a. die gültigen Weihen, und die prinzipielle
Unterordnung unter dem (legitimen) Nachfolger Petri (heute nur in potentia möglich) uneingeschränkt
erhalten bleiben, und nur dort, ist die Kirche. Die Konzilssekte ist Menschenwerk und muß untergehen.
Ich hatte allerdings nicht erwartet, daß es so rasant gehen würde. Anscheinend sind wir weltweit in
einer Stromschnelle. Zu dem lehrmäßigen und sakramentalen Bankrott gesellt sich nun der moralische,
und für gewisse Diözesen und Kirchenprovinzen wohl auch der finanzielle. Der Zölibat wird in der Konzilskriche
keine zehn Jahre mehr zu halten sein. Ist auch kein Wunder, da dort das Weihesakrament und die damit verbundenen
Standesgnaden weitgehend erloschen sind. Es fließen auch keine Gnaden aus dem täglichen Meßopfer, da
auch dieses Herzstück des priesterlichen Lebens der Konzilssekte fehlt. Gebe Gott, daß immer mehr Gläubige
verstehen, daß die Konzilskirche nicht die katholische ist. „Ziehet aus von ihr, mein Volk, auf dass
ihr ihrer Sünden nicht teilhaftig werdet“ (Offb. 18,4)
#17 Lycobates 12:27:29 | Donnerstag, 11. März 2010
Kaspers Irrungen @Romulus @Lorenz Unter diesem Titel erschien Anfang 1990 eine dreiteilige Artikelserie
von Wolfgang Beranek in den Baseler „SAKA-Informationen“, die damals auch Hw. Kasper selbst zugestellt
wurde. Als „zurechtgewiesen“ muß er schon lange gelten. Die traurige Wahrheit ist, daß dieser Mann vom
christlichen Glauben vollständig abgefallen ist. Das weist Beranek ausführlich und ausgewogen an Hand
von Kaspers Schriften nach. Er blieb unwidersprochen. Hw. Kaspers Karriere in der Konzilskirche ist nun
wohl zu Ende. Er ist 77. Man würde ihm wünschen, die verbleibenden Jahre seines Lebens in sich zu gehen
und z.B. darüber nachzudenken, warum er eigentlich vor bald 53 Jahren in Rottenburg zum Priester geweiht
wurde.
Mönch @RRR Und ein zum Priester geweihter Mönch ist dann was? Ein zum Priester geweihter Mönch ist
ein Pater; ein nicht zum Priester geweihter Mönch ist ein Bruder. Bei den Benediktinern gibt es Beides.
Allerdings sterben die Priester bei den konziliaren Benediktinern langsam aus. Neue kommen nicht hinzu.
Ob ex-„Abt“ Becker tatsächlich Priester ist, wäre zu prüfen. Wenn er in den 70er Jahren geweiht wäre,
sähe es da nicht gut aus. Wäre für ihn aber eigentlich besser.
auslöffeln @Romulus Die Altlasten (sexueller Mißbrauch) dieses Wischiwaschi-Pontifikates kann jetzt
Benedikt XVI. auslöffeln. Sie haben natürlich absolut recht, was die Unangebrachtheit einer „Heiligsprechung“
dieses Frevlers betrifft. Was Hw. Ratzinger angeht, ist aber zu bedenken, daß er seit November 1981/Februar
1982, also gut 23 Jahre des 27 Jahre währenden wojtylianischen Zeitalters, an einflußreichster und informiertester
Stelle („Glaubenskongregation“) mitgewußt, mitgeschwiegen und mitweggesehen hat. Er löffelt also weitgehend
das aus, was er selbst mit eingebrockt hat.
zu Goebbels @Burgorus Ob Hitlers Propagandaminister der Abstammung nach Jude war, weiß ich nicht. Auf
jeden Fall war er katholisch erzogen worden. Ich habe selber als Kind noch den Priester gekannt (1900
in Köln von Erzbischof Simar geweiht, 1968 hochbetagt verstorben), der den kleinen Paul Joseph den Katechismus
gelehrt hatte, und ich glaube P.J.G. war auch sein Meßdiener gewesen. Ein trauriger Werdegang fürwahr.
Nachtrag @Regina Abgebildet wird die editio typica aus dem Jahre 1920 (die letzte vor der Roncalli’schen
Reform); einige spätere Meßformulare fehlen (so St. Pius X. am 3. Sept., seit 1954), unberücksichtigt
ebenso die Reformen der Bugnini-Kommission 1955-1956. Einige Scann-Fehler sind zu berichtigen, soweit
ich sehe aber sonst OK. Vielleicht gibt es im Internet noch andere Dateien des Missale oder mit Teilen
desselben.
Quo primum @Ruhrgebietler Gelesen und zitiert wird (allerdings wie üblich selektiv) aus der Bulle Quo
primum des hl. Pius V. die jedem Missale vorangestellt ist. Da steht unter anderm auch: Quare eruditis
delectis viris onus hoc demandandum duximus: qui quidem, diligenter collatis omnibus cum vetustis Nostrae
Vaticanae Bibliothecae, aliisque undique conquisitis, emendatis atque incorruptis codicibus; necnon veterum
consultis ac probatorum auctorum scriptis, qui de sacro eorumdem rituum instituto monumenta Nobis reliquerunt,
ad pristinam Missale ipsum sanctorum Patrum normam ac ritum restituerunt. daß also nach textkritischer
Sichtung der vorhandenen Exemplare, der Text des Missale in seiner ursprünglichen/altehrwürdigen (pristinam)
Form wiederhergestellt wurde. Wie bereits Marsilius Ficinus zu Recht hervorgehoben hat, wurde 1570 nicht
(oder kaum, nicht im Formelgut jedenfalls) neu redigiert, sonder lediglich kollationiert. Neue Heiligenfeste
sind dann noch hinzugekommen, v.a. unter Papst Leo XIII. und auch Papst Pius XI. Davon wurde und wird
aber das eigentliche Formelgut (Ordo missae, Temporaleordnung usw.) nicht berührt. Den römischen Kanon
hatte schon das Konzil von Trient für dogmatisch fehlerfrei erklärt.
unverbrüchliche Treue Unverbrüchliche Treue gilt Gott und dem Glauben, den er der Kirche geoffenbart
hat, und, in zweiter Instanz, denen, die, und insofern sie ihn erhalten und vertreten. Die Rechtgläubigkeit
konstituiert erst den Pontifex, nicht der Pontifex konstituiert die Rechtgläubigkeit. Es genügt, in
diesem Zusammenhang die Konstitution Pastor aeternus vom 18. Juli 1870 des Vatikanischen Konzils nachzuschlagen.
Daher ist Sinah in seinem „Schwur“ zuzustimmen. Zur Ekklesiologie wäre z.B. das zweibändige Werk von
Louis Billot zu empfehlen. Nicht aber jedes „beliebige“!
#125 Lycobates 14:48:20 | Donnerstag, 25. Februar 2010
Knicks @Marienkind Sie schrieben: Vor jedem Monarchen/jeder Monarchin wird ein Hofknicks gemacht, warum
sollte eine tiefe Kniebeuge nicht erst recht für die Höchste Majestät gelten? und haben natürlich
Recht, was die (vor allem liturgische) Gottesverehrung angeht. Was den Knicks betrifft, gemeint als leichtes
Einknicken beider Knie von kleinen, bzw. jüngeren (unverheirateten) Mädchen bzw. Frauen, Höhergestelten
(nicht nur Adligen), v.a. Männern, gegenüber, ist diese Praxis doch ganz üblich (oder sollte es wenigstens
sein) in gut erzogenen Kreisen. Ich erinnere mich vor gut zehn Jahren, als wir in unserer damaligen Bibliothek
eine neue Praktikantin einstellten, daß sie uns am ersten Tag mit dem Knicks begrüßte. Ist auch richtig
so. War übrigens ein ganz nettes Ding. (Männer machen keinen Knicks, sondern eine je nach Fall, tiefere
Verbeugung des ganzen Oberkörpers. Einen Kratzfuß würde ich heute nicht (mehr) urgieren )
#15 Lycobates 12:35:27 | Freitag, 19. Februar 2010
heiße Eisen @Sinah Von jemand, der nicht die katholische Lehre vertritt, das Katholisch-sein bestätigen
lassen zu wollen, wie lächerlich! Richtig! Immer wieder kommt der Geburtsfehler der Priesterbruderschaft
(ihre irrige Ekklesiologie) zum Vorschein. Dieser Teufel läßt sich anscheinend nicht austreiben. Ob
allerdings Hw. Schmidberger nun auf eine neue „kompromißbereitere“ Linie „einschwenkt“, oder nur seine
von Anfang an beabsichtigte, aber lange Zeit eher still gehaltene Auffassung mit größerer Klarheit zum
Ausdruck bringt, bleibe dahingestellt. („Hw.“ schreibe ich, nicht „Pater“; im Deutschen ist „Pater“ doch
eine Anrede für Regularpriester, die Priester der PB sind aber soviel ich weiß Weltpriester, Mitglieder
einer im kanonischen Leerraum volitierenden pia unio, Letzteres ist aber nicht ihre Schuld) Zum Glück
gibt es aber (immer mehr möchte ich hoffen) Priester der PB, die einsehen, was hier auf dem Spiel steht.
Einer von ihnen ist der erste philippinische Priester der PB, 1998 von Bischof Fellay geweiht, und ehemals
(2003-2008) Prioratsleiter in Manila, Hw. Joven Soliman. Seit dem 25. Juli 2009 ist er zu den Rubriken
des hl. Pius X. zurückgekehrt, und nennt er keine Häretiker im Kanon. Deo gratias. Ein Gespräch mit
ihm (auf Englisch) wurde hier veröffentlicht: …evacante-pax.blogspot.com/…r-joven-soliman.html
#31 Lycobates 11:32:50 | Freitag, 19. Februar 2010
Bischöfe @Ruhrgebietler gibt es denn in Deutschland überhaupt Kleriker, die den Titel Bischof verdienen?
Eine berechtigte Frage! Für eine Antwort kann man die gut informierte amerikanische Webseite „Catholic
Hierarchy“ zu Rate ziehen: …ww.catholic-hierarchy.org/country/bde9b.html Wenn man davon ausgehen kann,
daß diese Weiheangaben stimmen, ist die Antwort: Bischof Jobst, 90 (allerdings in Australien tätig gewesen,
nicht in Deutschland), Bischof Kleinermeilert, 81, und möglicherweise Bischof Wetter, 82. Ein trauriges
Fazit.
#13 Lycobates 15:26:13 | Mittwoch, 17. Februar 2010
Zustimmung @Domenico Tuttisanti Ich stimme Ihnen voll zu. Es ist aber ebenso wichtig, daß die betroffenen
Instanzen die Schuldigen rücksichtslos nicht nur aus ihrem Wirkungsort entfernen, sondern auch dafür
sorgen, daß dieselben nicht rückfällig werden können, ggf. durch Rückversetzung in den Laienstand
und Übergabe an den weltlichen Arm. Dafür gibt es u.U. eine kanonische Handhabe (CIC 2358-9). Ob das
immer geschehen ist, ist fraglich. Daß hier im Prinzip Diskretion angesagt ist, versteht sich von selbst,
aber Thomasius ist in seiner Wortmeldung vom Freitag 12:28 zuzustimmen, daß die Kirchenmänner (ob legitim
oder nicht spielt jetzt keine Rolle) als moralische Instanz versagen, wenn sie diese Maßnahmen unterlassen.
Obzwar Pädophilie immer existiert hat, kann der fürchterliche Dammbruch seit gut 40 Jahren, soweit es
kirchliche Kreise betrifft, m.E. nur im Zusammenhang mit der konziliaren Krise, und dem daraus hervorgegangenen
allgemeinen Gnadenverlust (auch Standesgnadenverlust) erklärt werden. Wer keine (richtige) Messe mehr
liest, nicht mehr gehörig betet, auch keine Sakramente mehr empfängt, ist allen Versuchungen fast hoffnungslos
ausgesetzt. Und es bleibt wahr, daß es Dämonen gibt, die, wie der Herr sagte, nur „durch Fasten und
Beten“ vertrieben werden können. Davon habe ich in dieser Diskussion vonseiten „kirchlicher“ Instanzen
aber noch nicht viel gehört. Wünsche eine gesegnete Fastenzeit.
#39 Lycobates 18:37:44 | Donnerstag, 11. Februar 2010
Schul- und Bildungspflicht @A. Bischof Das Nazigesetz der Schulpflicht ist anders als die Bildungspflicht
ein staatlicher Versuch zur Einmischung in der „Erziehung“ des Volkes. Ich stimme zu. Es ist eine ungeheure
und unzumutbare Einmischuing des Staates in das Erziehungsrecht der Kinder, das alleine den Eltern zusteht.
In Belgien, wo ich Verwandte habe, gibt es keine Schulpflicht, sondern Bildungspflicht. Heimunterricht
ist dort möglich, wenn die entsprechende Qualifikation nachgewiesen wird, und wurde, Wikipedia zufolge,
im niederländischen Teil Belgiens, im Schuljahr 2004-2005 für 202 Kinder beansprucht. Eine winzige Zahl
allerdings. Der Staat kontrolliert lediglich, ob der Heimunterricht auch tatsächlich stattfindet. Eine
Abschlußprüfung wird dann von einer zentralen Prüfungskommission vorgenommen. Mir ist ferner im wallonischen
(südlichen) Landesteil eine von einem Industriellen finanzierte Privatschule bekannt, die den etwa 50
Schülern ein klassisches humanistisches Gymnasiumprogramm anbietet, nach einer Prüfungsordnung, die
in den offiziellen Schulen schon lange nicht mehr in dieser Form existiert. Die Schüler schneiden bei
der zentralen Prüfungskommisison und an der Universität ausgezeichnet ab.
#14 Lycobates 14:26:47 | Donnerstag, 11. Februar 2010
Daniélou @Janos Nach anderen Quellen (Tagebücher zu 1972-1976 („La bouteille à la mer“) Julien Greens
in der Pléiade, wenn ich mich recht entsinne, hier nicht zur Hand, muß ich nachprüfen) soll der Besuch
des Paters Daniélou bei der zwielichtigen Dame mit einer Erpressungssache zusammenhängen, in der eine
hochgestellte (politische) Persönlichkeit verwickelt war, die den Pater um seine diesbezügliche Hilfe
gebeten hatte. Das ist an sich glaubwürdig, ob es stimmt, weiß nur der Herrgott. Schuldhafter Bordellbesuch
oder nicht, jedenfalls stimmt leider auch, wie hier geschrieben wurde, daß Pater Daniélou einer der
Herolde der nouvelle théologie war, trotz seiner hervorragenden Verdienste um die Patristik. Er übersetzte
1927 auch das Libretto von Jean Cocteau für die Stravinsky-Oper „Oedipus Rex“ ins Lateinische. Warum
aber jetzt diese alte Bordellgeschichte hier aufgewärmt wird, ist mir ein Rätsel. Lassen wir den Pater
in Frieden ruhen!
#99 Lycobates 17:36:02 | Mittwoch, 10. Februar 2010
action française @Lollipop zwar nicht an mich gerichtet; trotzdem eine Gegenfrage an Sie: Die rechtsgerichtete
royalistische politische Bewegung „Action française“, 1898 errichtet, wurde von Papst Pius XI. Ende 1926
verurteilt. Über ihre Anhänger wird im März 1927 das Interdikt verhängt. Die Verurteilung (der Bewegung,
nicht der agnostischen Schriften Charles Maurras’) wird aber 1939 von Papst Pius XII. wieder aufgehoben.
Die beanstandeten Schriften blieben aber und sind nach wie vor indiziert (letzte Ausgabe 1948). Nun der
Erzbischof: Marcel Lefebvre wurde 1905 geboren, 1929 zum Priester geweiht, 1947 zum Bischof geweiht, 1955
zum Erzbischof van Dakar ernannt. Er war in seiner Jugend (1923-1926) in Rom Schüler von Pater Le Floch,
der ein Anhänger der AF war, und er selbst war es damals auch. Seinen kirchlichen Werdegang hat das nicht
beeinträchtigt. Alle haben sich der Verurteilung gebeugt, allen voran Kardinal Billot. Was wollen Sie
eigentlich sagen? Daß alle Anhänger der PB politisch der AF nahestehen? Das dürfte höchstens für
Frankreich zutreffen, und da auch nicht allgemein. Der Kirchenkampf gegen das Afterkonzil „Vatikanum II“
hat auch in erster Linie nichts damit zu tun. Bitte differenzieren!
#97 Lycobates 15:52:02 | Mittwoch, 10. Februar 2010
Konsequenzen (2) @Janos Es gäbe natürlich noch eine vierte Möglichkeit: Wenn der hl. Stuhl und die
bisch. Stühle legitim besetzt sind, der betroffene Priester davon aber nicht überzeugt ist, sondern
die Hierarchen (irrtümlicherweise) als Häretiker und deswegen als illegitim betrachtet, sie entsprechend
nicht als Papst und Ordinarius loci im Kanon nennt, sondern rubrikmäßig diese Worte übergeht (sede
vacante verba praedicta omittuntur), handelt er zwar subjektiv nach seinem Gewissen, ist aber sein Ungehorsam
objektiv schismatisch (es gäbe dann nämlich die angesprochene Notlage nicht). Meiner (begründeten)
Meinung nach, kann diese 4. Möglichkeit nicht zutreffen, wie ich bereits öfter hier ausgeführt habe.
Aber auch wenn sie zuträfe, wäre ein Urteil über das Gewissen der betreffenden Priester dem Herrgott
zu überlassen. (In der PB nennen, wie ich höre, einige Priester einen PB-Bischof im Kanon – selbst habe
ich einmal, noch zu Lebzeiten des EBs „et Antistite nostro Marcello“ gehört. Das ist nicht zu rechtfertigen;
die Rubrik sagt klar: „Ubi dicitur: et Antístite nostro N., specificatur nomen Patriarchæ, Archiepiscopi,
vel Episcopi ordinarii in propria Dioecesi, et non alterius Superioris, etiamsi Celebrans sit omnino exemptus,
vel sub alterius Episcopi jurisdictione.)
#95 Lycobates 15:28:05 | Mittwoch, 10. Februar 2010
Konsequenzen @Janos Wenn der heilige Stuhl und die bischöflichen Stühle legitim besetzt sind, von rechtgläubigen,
wenn auch vielleicht unsympathischen, unmoralischen, stümperhaften, feigen usw., aber nicht notorisch
häretischen Hierarchen, gibt es keine Notlage, und ist die jurisdiktionslose Spendung von Sakramenten
u.U. schwer sündhaft und formell schismatisch. Wenn der hl. Stuhl und die bisch. Stühle aber unbesetzt
sind, bzw. nicht legitim (da von notorischen Häretikern) besetzt, und dem in absehbarer Zeit nicht abgeholfen
werden kann, gibt es eine klare Notlage, und ist die Spendung von Sakramenten mit präsumierter Jurisdiktion
denkbar (epikeia). Wenn der hl. Stuhl und die bisch. Stühle unbesetzt sind, bzw. nicht legitim besetzt,
der betroffene Priester davon aber nicht überzeugt ist, sondern die Hierarchen als legitim betrachtet,
sie als Papst und Ordinarius loci mit rubrikmäßiger Kopfverneigung im Kanon nennt, aber trotzdem so
handelt, als ob es diese Notlage doch gäbe, handelt er zwar subjektiv schismatisch, ist aber sein Ungehorsam
objektiv richtig (es gibt nämlich diese Notlage tatsächlich). Überlassen wir das Urteil über das Gewissen
dieser Priester dem lieben Gott. Es gab und gibt aber auch Priester der PB St.Pius X. die insgeheim nicht
una cum Ratzinger sind. Was aber die Gläubigen betrifft, die von solchen inkonsequenten Priestern Sakramente
empfangen, vor allem wenn es keine Alternative gibt, da werfe ich keinen Stein. Ihre Gültigkeit ist gegeben,
wie bereits hier erörtert.
#89 Lycobates 11:45:22 | Mittwoch, 10. Februar 2010
geflunkerte Osternacht @fides et ratio lycos 20 Minuten konnte man ja nicht einmal das „Exultet“ und die
sieben AT-Lesungen zu Beginn der Ostervigil absolvieren. Sie meinen vielleicht eine sog. stille Messe,
die früher in der Tat auch schon mal in 20 Minuten „abgearbeitet“ wurde Sie vermuten wohl richtig. Während
des Triduums vor Ostern darf überhaupt nur gesungen werden. Stillmessen bzw. Stillfeiern sind generell
unerlaubt. Es wäre also ganz unmöglich die Ostervigil auch nur ansatzweise in 20 Minuten zu bringen.
Es gibt übrigens 12 Prophetien im althergebrachten (vor-1955) Ritus. Die Stillmesse ist überhaupt ein
späteres Zugeständnis an westliches „praktisches“ Empfinden. In der Ostkirche gibt es nur gesungene
Ämter, die entsprechend lange dauern (wobei allerdings auch alle Gläubigen ständig ein und aus gehen,
was der Andacht nicht zugute kommt). Bei uns wird (wurde) in Klöstern und Kollegiatskirchen ja die Konventualmesse
auch immer gesungen. Mir ist ein Kapuzinerpater (inzw. verstorben) gut bekannt gewesen, der wegen seiner
Treue zur überlieferten Messe (er nannte auch keine Häretiker im Kanon) in seinem Kloster isoliert dastand
und dann eben die Konventualmesse mit schöner Barytonstimme ganz für sich allein sang: das ganze Proprium
(das er dann auch noch einmal aus dem Meßbuch las, rubrikgemäß) und die gleichbleibenden Teile (Kyrie,
Gloria, usw.), ohne Chor und Assistenz. (Das betreffende, außer ihm zur Konzilssekte abgefallene Kloster
wurde inzwischen aufgelöst und steht leer. Dignum et justum est.)
#13 Lycobates 18:38:18 | Dienstag, 9. Februar 2010
würdelose Akrobatik Die Aussagen zu unwürdigen „20-Minuten-Messen“ kann man nicht ohne weiteres abtun.
Es gab und gibt solche Priester. Nicht nur in den 50er und 60er Jahren, sondern auch heute, in „traditionstreuen“
Kreisen. Wehe ihnen! Ein Priester, dessen Lebenserfüllung nicht die Feier des hl. Opfers ist, ist ein
Judas. Meine Erfahrung ist, daß die Dauer einer Stillmesse korrekt und ohne Skandal auch bei kurzen Lesungen
nicht unter 30 Minuten liegen kann. Ehrfurchtslosigkeit, Routine, Sakrilegien, Schlamperei, Untreue kann
es immer geben, und hat es immer gegeben. Wenn uns seit 1969 die Messe und das Sakrament genommen wurden,
liegt es auch nicht zuletzt daran. Ein Strafurteil solchen Ausmaßes kommt nicht ohne Grund. Das soll
aber nicht von der Tatsache ablenken, daß die katholische Messe (auch unwürdig gefeiert) ein gültiges
Sakrament zustande bringt und durch die Realpräsenz die sakramentalen Gnaden vermittelt. Die Eigendynamik
des Sakraments wird (natürlich bei Wahrung der Form und Materie) nicht durch den Priester zerstört,
sie kann es nicht, da es Christus selber ist, der das Opfer darbringt und durch sein eigenes Wort im Sakrament
zugegen wird. Der NOM, auch bei bestem Willen eines frommen Zelebranten (setzen wir diesen Fall), kann
das nicht, ebensowenig wie die Messe Luthers. Eine Realpräsenz im Sakrament kommt da nicht zustande.
Damit ist nicht gesagt, daß subjektiv (ex opere operantis) den anwesenden Gläubigen keine Gnaden zukommen
können, wenn sie auch nicht sakramental sind.
#84 Lycobates 11:48:02 | Dienstag, 9. Februar 2010
non est in alio aliquo salus @Paulaner Es gibt keine Aufgabe der Apostel und deren Nachfolger, die Juden
zu bekehren. Wir Christen haben keine Fürsorgepflicht für unsere religiösen Vorfahren, Väter, ich
erinnere mich an keine derartige Andeutung im Evangelium oder beim Paulus. Für unsere religiösen Vorfahren
tragen wir keine Verantwortung, sofern sie mit Gottes Gnade zu ihren Vätern versammelt und definitiv
in den Hafen des Heiles eingefahren sind. Für unsere Zeitgenossen aber, vor allem wenn sie sich gegen
ihre eigenen messiasgläubigen Vorfahren stellen, sehr wohl! Die jüdischen Zeitgenossen der Apostel und
unsere eigenen sind nicht unsere „Vorfahren“! nicht in religiöser und nicht in anderer Hinsicht. Sie
erinnern sich keine derartige Andeutung im NT? Nun, dann empfehle ich, beispielsweise, noch einmal in
der Apostelgeschichte Kap. 2,14-41 nachzulesen. Wenn Sie das nicht verstehen können oder wollen, erübrigt
sich hier und sonst jede weitere Diskussion. Sie hätten dann leider den Boden des christlichen Glaubens
überhaupt verlassen. Denn „in keinem anderen ist das Heil. Und es ist auch kein anderer Name unter dem
Himmel den Menschen gegeben als Jesus Christus, in dem wir errettet werden müssen“. Apg. 4,12. Wünsche
Erleuchtung und Segen
wer den Sohn leugnet, hat den Vater nicht @Paulaner Die beiden können sich dennoch gegenseitig in ihrer
Verschiedenheit der Sichtweisen über Jesus anerkennen! Ja? Anerkennen auf welcher Ebene denn? „Quis est
mendax, nisi is qui negat quoniam Jesus est Christus? Hic est antichristus, qui negat Patrem, et Filium.
Omnis qui negat Filium, nec Patrem habet: qui confitetur Filium, et Patrem habet.“ 1Joh. 2,22-23 Das ist
die Basis, auf dessen Grundlage überhaupt erst gesprochen werden kann. Wenn nicht, muß man sich auf
das Beten beschränken. sie müssen!. Nicht des bloßen Friedens willen Opus justitiae pax! Kein Friede
ist möglich ohne Gerechtigkeit und Wahrheit. 1Jo 4:3 „et omnis spiritus qui solvit Jesum, ex Deo non
est, et hic est antichristus, de quo audistis quoniam venit, et nunc jam in mundo est.“ Die Leugnung Jesu
ist es erst, die dem Satan die Breitseite bietet. Für die Juden ist es IMHO wesentlich schwerer, die
christliche Nachfolgekirche anzuerkennen Richtig. Genau so schwierig, wie es damals den Pharisäern fiel,
Jesus Christus nach seinem Selbstzeugnis als Gottes Sohn anzuerkennen. Der Pharisäer Nikodemus (Joh.
3) ist aber ein Beispiel, daß es mit der Gnade Gottes doch gelingen kann. als für uns Christen unsere
väterliche Religion als solche zu verstehen. Die Religion des AT ist definitiv ins NT übergegangen.
Die Kirche ist das neue Israel. Ein anderes Israel gibt es nicht. Die künstlich konstruierten „Ans Kreuz
Mit Ihm“ – Vorwürfe? Künstlich konstruiert? Davon lese ich im Evangelium und bei den Vätern nichts.
non possumus @Mariahilfer Die Juden erkennen Christus nicht an. Daher können die Christen die Juden nicht
anerkennen. Richtig. Das ist die einzig mögliche katholische Antwort. Genau das sagte auch St. Pius X.
zu Theodor Herzl, als er ihn auf dessen Wunsch am 25. Januar (ausgerechnet!) 1904 in Audienz empfing.
„Gli ebrei non hanno riconosciuto nostro Signore, perciò non possiamo riconoscere il popolo ebreo.“ Nachzulesen
in Herzls Tagebüchern. Die Audienz lief auf Italienisch.
#31 Lycobates 20:43:59 | Donnerstag, 4. Februar 2010
nachts ging das rote Telefon @Antipacelli Wenn die Nachricht vom plötzlichen Tod Albino Lucianis („Johannes
Paul I.“)am 29.9.1978 bereits vor 7 Uhr morgens in Würzburg angekommen war Wirklich? Stehen Sie so früh
auf? und vom damaligen Zelebranten im Neumünster verbreitet wurde (davon bin ich selbst Zeuge!), obwohl
sie offiziell noch garnicht bekannt war, dann dürfte das ja wohl kaum so schwierig gewesen sein…! Das
ist ja sehr merkwürdig. Ich hörte von dem Ableben erst kurz nach acht im Radio. Bin aber auch kein Frühaufsteher.
Nun, dann bleibt nur der Schluß, Bischof Villot hat in Allerherrgottsfrühe seinen lieben Kollegen die
schlimme Nachricht höchstpersönlich mitgeteilt … Mit dem Pontifikale werden Sie vermutlich schon recht
haben. Ich wollte Herrn Mixa ja nur seine Priesterweihe retten. Ein abgefallener Priester, der sich noch
bekehren kann, und wieder Messe lesen, ist ja besser als ein abgefallener Laie, der sich bekehrt, und
dann weiter nichts kann.
#27 Lycobates 20:04:37 | Donnerstag, 4. Februar 2010
Bischof Stimpfle unsäglichen Angedenkens @Antipacelli So viel ich weiß, war der Stimpfle doch auch ein
Drei-Punkte-Bruder…Dann wird er wohl kaum das alte Pontifikale verwendet haben Kaum. Das stimmt, Bf
Stimpfle (ob formeller Freimaurer, weiß ich nicht) war jedenfalls durch und durch modernistischer Hardliner
(die Kontroverse mit dem Fels u.a. ist noch in unguter Erinnerung) Also: wenn im Juni 1970 in Augsburg
die neue editio typica schon angekommen war, dann hat er sie bestimmt verwendet. Wäre zu prüfen. Dann
bleibt Herr Mixa eben Herr Mixa. Katholiken hat er nichts zu sagen.
#23 Lycobates 19:44:32 | Donnerstag, 4. Februar 2010
Laienbischof @Antipacelli Ist der Mixer kein Bischof, sondern ein Freimaurer. Somit schon zwei Gründe,
weshalb dem, was er sagt, von Katholiken nicht geglaubt werden darf Ob Herr Mixa Freimaurer ist, weiß
ich nicht. Bischof ist er auf keinen Fall, und Priester auch nicht (bis zum Gegenbeweis, nämlich Verwendung
des alten Pontificale durch Bf. Stimpfle) …ww.catholic-hierarchy.org/bishop/bmixa.html
#8 Lycobates 15:51:37 | Donnerstag, 4. Februar 2010
katholischer König? @Prälat Hinter Der in Belgien seit 1831 regierende König (Titel: „König der Belgier“,
so genannt nach dem „Roi des Français“ Orléans’scher Prägung 1830-1848 in Frankreich) stammt aus dem
stockprotestantischen herzoglichen Haus Sachsen-Coburg und Gotha. Der erste König Leopold I (1831-1865)
lebte und starb als Protestant (Lutheraner, mit anglikanischen Sympathien). Sein Sohn Leopold II (die
früh verstorbene Mutter war eine Tochter des genannten Louis-Philippe d’Orléans, die fromme Großmutter,
die ihn miterzog, war eine Bourbone Beider Sizilien) war zwar immer katholisch, aber nicht überfromm.
Seine Nachfolger ebenso. Seit der „Amtsführung“ Bischof Suenens’ in Mecheln (1961-1979), der ein modernistischer
Wüterich war (expertus scio) und „V-II“ entscheidend mitgeprägt hat, und der großen Einfluß bei Hofe
hatte, ist die Königsfamilie durch die von ihm geförderte sog. „charismatische Bewegung“ vollständig
vereinnahmt. Das galt für den 1993 verstorbenen König Balduin, gilt noch immer für dessen Königin-Witwe
Fabiola, und z.T. auch für den heutigen König Albert und seine Gemahlin Paula. Balduin ist 1990 zwar
dadurch hervorgetreten, daß er sich aus Gewissensgründen weigerte, das Gesetz zur Freigabe der Abtreibung
zu unterzeichnen, und es stattdessen vorzog für 36 Stunden abzudanken, um der Regierung zu gestatten,
das Gesetz alleine zu verabschieden. Er hätte aber auch die Regierung platzen lassen können, dann wäre
das Gesetz nicht durchgegangen. Also: „katholisch“ ist cum grano salis zu nehmen.
#37 Lycobates 11:31:48 | Mittwoch, 3. Februar 2010
noch einmal Sprachen Wer gern noch etwas vertieft, kann mit Gewinn den Beitrag „Die Sprachsituation im
römischen Palästina“ von H.B. Rosén lesen, der 1980 im Sammelband „Die Sprachen im römischen Reich
der Kaiserzeit“ auf SS. 215-239 erschien. Der Sammelband enthält die Akten eines Kongresses aus dem Jahre
1974, und wurde als Beiheft 40 zu den Bonner Jahrbüchern veröffentlicht. Viel Interessantes darin.
#44 Lycobates 15:26:22 | Dienstag, 2. Februar 2010
Zustimmung und Nachtrag @A. Bischof Und lasset uns auch beten, damit dieser alte Bischof im Alter von
94 Jahren zur heiligen römischen Liturgie seiner Priester- und Bischofsweihe zurückkehrt und sich vom
Relativismus und religiösen Indifferentismus der Konzilskirche und ihres „Dialogs“ abwendet! Es wird
schwierig sein, aber ein Wunder der Gnade ist möglich. Obwohl: Impossibile est enim eos qui semel sunt
illuminati, gustaverunt etiam donum cæleste, et participes facti sunt Spiritus Sancti, gustaverunt nihilominus
bonum Dei verbum, virtutesque sæculi venturi, et prolapsi sunt; rursus renovari ad pœnitentiam, rursum
crucifigentes sibimetipsis Filium Dei, et ostentui habentes. Hebr. 6,4-6 Schreckliche Worte! Am 28.1.2010
verstarb der Bischof von Caratinga in Brasilien, José Eugênio Corrêa, 95-jährig. Er war ebenfalls
1957 von Papst Pius XII. ernannt und in seinem Auftrag am 10.11.1957 zum Bischof geweiht worden. Zu seiner
theologischen Einstellung ist mir nichts bekannt. RIP Nach ihm verbleiben noch 30 von Papst Pius XII.
ernannte Bischöfe auf dieser Welt, darunter Mons. Leonardo.
#133 Lycobates 12:38:43 | Dienstag, 2. Februar 2010
Latein Eigentlich verbietet die Nächstenliebe und meine übliche Nachsicht eitlen Schwätzern gegenüber,
zu reagieren. Nun, eine Ausnahme sei gemacht, schließlich war Latein mein (zweites) Hauptfach. „Altare“
ist ein Neutrum, und bekanntlich sind dann Akk. und Nomin. identisch. N Altare G Altaris D Altari Akk
Altare Abl Altari N Altaria G Atarium D Altaribus Akk Altaria Abl Altaribus Eine Form „altarem“ war immer
und ist auch heute inexistent. Klassisch wäre „ara“, wird aber wegen des heidnischen Zusammenhangs in
christlichen Texten gemieden. (Könnte ich kein Latein, sähe ich wohl zu, es nicht auch noch zu veröffentlichen.)
Si tacuisses … [kursiv]Ihre bisherigen „lateinischen“ Zuschriften hätten zum kleinen Latinum nicht
ausgereicht. Vielleicht zum pseudo-juristischen. Falls erwünscht, lasse ich Ihnen gerne eine grammatische
Korrektur derselben privat zukommen.[kursiv]
#33 Lycobates 12:19:57 | Dienstag, 2. Februar 2010
Sprachen Wenn Jesus Latein gesprochen hätte, wären mit Sicherheit einige dieser Sätze überliefert
worden. Er hat Aramäisch gesprochen. Vielleicht noch mit Nazaräischem Akzent. Ersteres muß nicht unbedingt
stimmen. Nicht alles ist überliefert. Die zweite Aussage ist ohne Zweifel korrekt: Aramäisch war die
am meisten gesprochene Sprache in Palästina im 1. Jh. Auch Hebräisch als wichtigste Sprache der Heiligen
Schrift wurde eifrig studiert (wir wissen ja aus der Szene des 12-jährigen Jesus im Tempel, wie die Gelehrten
über die Kenntisse des Knaben staunten). Auch die Kenntnis des Griechischen war aber in weiten Kreisen
in Palästina verbreitet (zumindest seit der Seleukidenzeit). Mit Pilatus hat Jesus bestimmt Griechisch
gesprochen, von einem Dollmetscher ist keine Rede, und Pilatus wird nach gut-römischer Kolonialherren-Art
keine semitische Sprache gelernt haben (er war seit 26 dort im Amt). Soweit zur „scientia acquisita“ der
menschlichen Natur Christi (durch die Er lediglich experimentell erkannte, was Er kraft göttlicher Natur
schon wußte). Denn nach seiner göttlichen Natur war Er allwissend, und in diesem Sinne brauchte Er nichts
zu lernen, auch keine Sprachen. Nachzulesen bei St. Thomas, Summa Th., III, q. 9
#128 Lycobates 11:27:14 | Dienstag, 2. Februar 2010
nichtumrundbar @Marcelus Bei einem nichtumrundbaren Altar gibt es nur eine Richtung versus altarem, und
ein Gegenaltar ist absolut unnötig und zeugt von einem antikatholischen Geist Hier haben Sie uneingeschränkt
recht. (Die Zelebrationsrichtung bei umrundbaren Altären etwa in alten Basiliken hängt übrigens oft
mit deren Ostung bzw. dem Fehlen derselben zusammen) Aber wie wäre es, wenn wir es versuchen würden
mit „versus altare“ ohne -m?
Universaljurisdiktion @Marcelus Natürlich hat der Papst Anspruch auf Universaljurisdiktion,für einen
Katholiken braucht das nicht mehr diskutiert zu werden, nachdem das ein unfehlbares Dogma der Kirche ist.
Richtig. Ein legitimer Papst hat Universaljurisdiktion. Ein formeller Häretiker bzw. Schismatiker hat
als Scheinpapst überhaupt keine Jurisdiktion, und bekleidet in der Kirche kein Amt, wie schon ausführlich
von verschiedener Seite hierselbst erörtert (und vielfach verlinkt). Ich wiederhole das hier nicht. Was
im Gegenzuge zu führen wäre, ist der theologische Nachweis, daß bei den Papstdarstellern seit 1958
keine formelle Häresie bzw. formelles Schisma (etwa nach Suárez De charitate 12, I) vorliegt, und daß
diejenigen, die das Gegenteil behaupten, irren. Der Jurisdiktion darf man sich höchstens widersetzen,
wenn es um die Kirche selbst geht, Falsch. Das wäre schismatisch. Ubi Petrus, ibi Ecclesia. Die Möglichkeit,
daß ein legitimer Papst in Sachen des Glaubens der Kirche zuwider handelt und dieses Handeln für die
ganze Kirche autoritativ verbindlich stellt (wie etwa der NOM, oder der neue CIC), ist eine dogmatische
Unmöglichkeit. aber damit kann man dem Papst die Jurisdiktion nicht theoretisch absprechen. Richtig.
Das wäre schismatisch und häretisch. Die Priesterbruderschaft weiland EB Lefebvres sollte diese Punkte
ernsthaft prüfen und ihr gallikanisch-jansenisierendes Handeln überdenken. Es ist noch nicht zu spät.
Entweder, oder.
Ich wundere mich auch @Clemens H. Vorher hat die Kirche X Konzilien gehabt und da wurde meistens irgendwas
geändert, dem Wissen der Zeit angepasst. Ach so? Vielleicht können Sie freundlichst erläutern, angefangen
vom 1. Nizänum 325, und den andern Konzilien der Alten Kirche, dann übers Mittelalter, die Unionskonzilien,
das Tridentinum, und schließlich das Vatikanum (1869-70), was dort in diesen hohen Versammlungen jeweils
„dem Wissen der Zeit“ „angepaßt“ worden ist? Ich bin sehr gespannt.
Abstammung @Domenico Tuttisanti Königin Elisabeth II. stammt mütterlicherseits (über Viktoria) ab von
Georg I., seit 1714 dem ersten König aus dem Hause Hannover. Dessen Großmutter mütterlicherseits war
Elisabeth Stuart, Tochter von Jakob I., der ein Sohn war von Mary Stuart, einer Kusine der Elisabeth (I.),
Tochter Heinrichs VIII. und seiner Konkubine Anne Boleyn. Also sehr entfernt verwandt, wenn ich recht
sehe. Wie dem auch sei, ihre Hüte sind Klasse.
noch einmal Jer. 8,11 @Sinah So ist es! Jer. 8,10, letzter Satzabschnitt und 12,13 würde das angesprochene
Gesamtbild noch ergänzen. Zum rechten Verständnis für wens interessiert vielleicht noch Folgendes:
Die contritio der Sixto-Clementina ist hier nicht im herkömmlichen Sinne als „Reue“, „Kontrition“ zu
verstehen, sondern in der buchstäblichen Bedeutung des „Gebrochenseins“ (Hebr.: schever), von da: Vernichtung,
Ruin, Wunde. In der LXX stimmt σύντριμμα (aus 6,14) damit überein. Die dt. Übersetzungen soweit
ich sehe, übersetzen (mit LXX) freier.
WER TÄUSCHT UND VERDUNKELT HIER? @Sinah A propheta usque ad sacerdotem cuncti faciunt mendacium. Et sanabant
contritionem filiæ populi mei ad ignominiam, dicentes : Pax, pax ! cum non esset pax. Confusi sunt, quia
abominationem fecerunt : quinimmo confusione non sunt confusi, et erubescere nescierunt. Idcirco cadent
inter corruentes : in tempore visitationis suæ corruent, dicit Dominus. Jer. 8,11
#91 Lycobates 10:27:39 | Donnerstag, 28. Januar 2010
Stoffwechselprobleme @steph Kein Soldat ist verpflichtet, einem Befehl zu gehorchen, der wider das Gesetz
Gottes gerichtet ist. An dieser Aussage ist nichts auszusetzen. Sie sind so etwas von überheblich, dass
es zum Kotzen ist. Hauptsache ist wohl für Sie, die kath. Tradition ist das wichtigste. Das Wichtigste
ist tatsächlich der der Kirche offenbarte Glaube und sein Ausdruck in der überlieferten Liturgie der
Kirche. Daran wird ein Priester gemessen. Alles Andere ist Nebensache. Im übrigen kann ich zu ihren Stoffwechselproblemen
nur ein gutes Medikament empfehlen. Gott befohlen!
#41 Lycobates 18:37:28 | Mittwoch, 27. Januar 2010
Falsche Mystiker und andere @A.Bischof Falsche Mystiker gab es schon immer Indiz für Heiligkeit sind
Sie sicherlich nicht! Zustimmung. Das Gleiche gilt für falsche Märtyrer. Ohne Hw. Romero zu nahe zu
treten und seinen schrecklichen Tod schmälern zu wollen (das sei fern), ein verabscheuungswürdiger,
aber rein politischer Mord ist noch kein Martyrium in odium religionis. Hier wurde ein zum Modernismus
und zum NOM übergegangener Priester bei einer NOM-Feier in einer ehemals geweihten und durch die neue
Liturgie entweihten Kirche erschossen. Das ist keine gute Eintrittskarte für die Ewigkeit. Man soll für
seine Seele beten! Und für seine Mörder, die, wenn sie auch auf keinen irdischen, auf jeden Fall auf
den ewigen Richter treffen werden.
#27 Lycobates 15:32:12 | Mittwoch, 27. Januar 2010
unumkehrbar? @wickerl Das 2 Vaticanum braucht dringend Heilige, und die Betreiber schätzen alle die Lage
richtig ein, Heiligsprechung entweder jetzt oder nie, „ unumkehrbare Tatsachen“ ( O- Ton von Kardinal
Kasper und Papst Benedikt) werden geschaffen Ähnlich wie bei Neureichen oder beim Neuadel (wo es ihn
noch gibt) spürt jede Neuschöpfung, die Älteres widerrechtlich usurpiert, den psychologischen Zwang,
den eigenen Stammbaum „vergolden“ zu müssen, um „anzukommen“, und vielleicht auch das eigene Gewissen
zu beruhigen. Kein Wunder, daß die Konziliare ihre eigenen „Heiligen“ schafft. Keiner hat das frenetischer
getan als der Usurpator Wojtyla, der in seiner „Amtszeit“ mehr „heiliggesprochen“ hat als alle Päpste
vor 1958, als wollte er für den alten Kalender einen „Ausgleich“ schaffen. Für Katholiken ist das alles
wurscht (was natürlich nicht bedeutet, daß einige dieser „Heiligen“ nicht wirklich heilig wären, aber
kanonisiert sind sie nicht). Nun soll er also selbst zunächst einmal „selig“ werden, nach Bf Roncalli,
dem ersten der Usurpatoren-Riege. Man kann sich wundern, weshalb nicht schon eher Montini/„Paul VI“, und
der brave unbedarfte Luciani/„Joh.Paul I“ „selig“ geworden sind. Liegen da etwa noch zu viele Leichen
im Schrank?
#78 Lycobates 18:26:55 | Dienstag, 26. Januar 2010
Missale und anderes @ruhrgebietler Bin auch an dem Erwerb eines Missale aus der Zeit DEUTLICH(!!!) VOR
1962 interessiert! Am besten passend zu meinen Bibeln aus 1780. dann rate ich Ihnen, einmal bei www.abebooks.de
vorbeizuschauen. Wenn Sie dort unter Titel „Missale Romanum“ eingeben, dürften Sie ausgiebig fündig
werden. Ich würde aber noch „ex decreto Sacrosancti Concilii Tridentini restitutum“ hinzufügen, dann
bleibt Ihnen der dem Missale Romanum unterschobene Montini-Schmarren von 1969 erspart. Wer gerne Zitate
oder Verweise (von mir oder anderen) auf deren Wortlaut überprüft, und wert legt auf persönlichen Bücherbesitz,
kann auch versuchen, dort die betreffenden Titel aufzuspüren. Die meisten tauchen früher oder später
auf dem Büchermarkt auf. Nicht immer billig, allerdings. Nicht jeder hat ja eine gut bestückte Privat-
oder öffentliche Bibliothek gleich zur Hand. Zudem wird Vieles veräußert, denn (an den Bibliotheksstempeln
und -Vermerken zu urteilen) in vielen Pfarr- und Klosterbibliotheken heißt es heute: „Latinum est, non
legitur; weg damit!“. Hat für Andere auch Vorteile. Viel Freude beim Suchen.
#46 Lycobates 16:01:39 | Dienstag, 26. Januar 2010
Vorsicht @Brandenburgis LEider hat kaum ein Priester in der Konzils-Sekte mehr eine gültige Weihe, und
die Imtention ist auch negativ zu beurteilen. ICh kann nur zu größter Vorsicht raten im Prinzip Zustimmung.
Vielerorts sind aber keine Priester der Tradition anzutreffen, oder aber, der Beichtende hat Gründe (moralische,
praktische, persönliche), sich von ihnen fernzuhalten. Daher: wenn die Weihe gültig ist (vor 1968),
und die Handhabung des Sakraments (richterlicher Akt der Absolution, nicht segnende/deprekative Feier/Feststellung
einer angeblich bereits geschehenen Versöhnung), unter Handhabung der korrekten Form, der katholischen
noch entspricht, kann man es annehmen, wenn auch der Priester in anderer Hinsicht (NOM usw.) nicht mehr
rechtgläubig ist.
#41 Lycobates 15:46:10 | Dienstag, 26. Januar 2010
Gültigkeit @Marcelus Wir können davon ausgehen, daß man das Sakrament der Absolution in der V2-Sekte
gültig empfängt. Wenn der Priester eine gültige Weihe hat, und die richtige Form des Sakraments einhält,
ja. Des weiteren (zu Kan. 209 usw.) verweise ich noch einmal auf die bei Juristen allbekannten Kommentare,
ich kann hier nicht alles ausschreiben. (etwa Coronata Compendium I.C. I 1950, 558; Vermeersch-Creusen
Epitome 1 1937, 322; Naz, Traité I, 496 und id., Dictionnaire, s.v. Erreur commune; Capello Summa I,
255, usw. dazu die Moralisten, z.B. Aertnys-Damen II 359, oder, wer lieber Jesuiten mag, Regatillo-Zalba
Summa 1954, 928. Man braucht nichts zu erfinden. Alles steht geschrieben.
#23 Lycobates 13:39:00 | Dienstag, 26. Januar 2010
Zusatz Nur leider …spendet keiner der Sektenkleriker gültig das Sakrament der Buße, und keine Eheschließung
der sie assistieren ist gültig Das stimmt prinzipiell. Nur dürfte vielfach „error communis“ vorliegen,
wonach gemäß Kan. 209 die jurisdictio suppleta zur Anwendung kommt. Das gilt übrigens auch für diejenigen,
welche dem „error“ persönlich nicht unterliegen würden (vgl. die Kommentare zum CIC). Auch wäre u.U.
Kan. 2261-2 heranzuziehen. Das Gleiche gilt („maxime si alii ministri desint“) für Beichten und Eheschließungen
vor konziliaren Priestern, die zum Modernismus abgefallen sind und den NOM zelebrieren, sofern sie noch
gültige Weihen haben und weiterhin die richtige Form (für die Beichte) anwenden. Für Eheschließungen
kann übrigens immer auf die Brautmesse verzichtet werden, oder diese kann an anderer Stelle von einem
richtigen Priester gefeiert werden. Einmal wird das Lehramt hier sanierend eingreifen müssen. Versuchen
wir in der Zwischenzeit soviel wie eben möglich den Buchstaben des CIC zu halten. Epikeia kommt aber
zur Anwendung (dazu: saints.sqpn.com/ncd03052.htm und St. Thomas, Summa Th., II-IIae q. 120) Der Papst
läßt die PBSPX gewähren -also ist sie katholisch. Modernisten sind dagegen nicht-katholisch Letzteres
ist schon richtig. Aber wie kommt es denn, @Konrad, daß Ihr „Papst“ sie dennoch gewähren läßt?
#12 Lycobates 12:46:20 | Dienstag, 26. Januar 2010
Die Roncalli’sche Meßbuchreform … … ist nur eine, allerdings wichtige, Phase der zielbewußten Vernichtung
des überlieferten römischen Ritus gewesen. Wer’s nicht glaubt, der lese P. Bugninis Memoiren. Die Verwendung
der editio typica aus dem Jahre 1962 bei der PB (erst seit etwa 1984-85 dort allgemein üblich !) ist
daher nicht unproblematisch, wenn auch, bei gültigem Priester, die Messe gültig ist und in ihr das Sakrament
zustande kommt. Hier werden (für Italienischkundige) 21 gute Gründe genannt, das jansenisierende (weil
das Sanctorale über Gebühr zurückdrängende, wie es schon 1786 die häretische Synode von Pistoia gefordert
hatte) Meßbuch des Modernisten Roncalli zurückzuweisen: forum.politicainrete.net/…ale-roncalliano.html
und (in Englisch): www.traditionalmass.org/articles/article.php?id=37&catname=…
#144 Lycobates 12:29:47 | Freitag, 22. Januar 2010
die Lüge aus Samosata Das ist von a- z gelogen. Nicht nur das. „Goldengels“ Lüge ist schon sehr verstaubt
und hat einen Namen: Adoptianismus. Diese Häresie wurde schon vom ersten Nizänum beseitigt, kennt aber
bis in unser Jahrhundert Anhänger. Man faßt sich an den Kopf.
#148 Lycobates 12:00:44 | Freitag, 22. Januar 2010
Rußland @Denkender @Sinah Können Sie ausschließen, daß in Rußland wieder die – Gott behüte ! – KP
zurück an die Macht kommt? Sie haben recht. Man kann das nicht ausschließen. Aber wenn es das Ziel des
Kommunismus war, den christlichen Glauben zu vernichten, wurde dieses Ziel unter dem Kommunismus nicht
erreicht: auch dort hat gegolten: sanguis martyrum semen christianorum. Der jetzt herrschende Liberalismus
könnte es aber erreichen, auf Schleichwegen, nicht mit Gewalt. Dann bräuchte die KP ja gar nicht mehr
zurückzukommen. Dann allerdings bliebe auch das Weiheanliegen Fatimas aufrecht. Die liberale Unterwanderung
der russischen Kirche ist im vollen Gange. Gott verhindere, daß auch dort die wirksame Weihegewalt erlischt.
Doch ist mit der Weihe auch die Bekehrung Rußlands verbunden und die Zeit des Friedens – vor allem der
Friede der Seelen – ist uns versprochen – ohne Bedingungen. Der genaue Wortlaut der Verheißung liegt
mir nicht vor, ich glaube Ihnen gern. Haben wir Vertrauen. Gottes Arm ist nicht verkürzt.
#37 Lycobates 16:13:17 | Donnerstag, 21. Januar 2010
erbärmlich @Janos Carl u.a. Nach seinen Ausführungen in der Synagoge muss doch jeder erkennen, dass
Benedikt XVI mit seiner angeblich ausgestreckten Hand ein einziges Ziel verfolgt: die Kaltstellung der
einstmals best organisierten Widerstandsgruppe gegen den V 2 Frevel. Das stimmt absolut. Wesentlich in
diesem Zusammenhang, und Hauptanliegen der Modernisten um Hw. Ratzinger und Co. dürfte aber sein, die
apostolische Sukzession, die in der PB bis heute noch vorhanden ist, durch deren Eingliederung mittelfristig
abzuwürgen. So erging es der Petrusbruderschaft und der Camposgruppe, wo zwar tüchtig traditionell zelebriert
wird, die Priester der jüngeren Generation aber, zwar nach dem alten Ritus, aber von Bischöfen des neuen
Ritus (Mayer, Castrillón, Léonard, u.a.) „geweiht“, und so zu Simulanten werden. Der Preis der Anbiederung
und Ambition, und die Strafe für theologische Unbedarftheit bzw. Arroganz können sehr groß sein. Zu
Schaden kommen dann, wie immer, die Scharen der naiven Gläubigen. Hoffentlich wird zeitig der Stecker
gezogen Nisi breviati fuissent dies illi …
#77 Lycobates 19:25:25 | Dienstag, 19. Januar 2010
Gebete @Antipacelli Darf ich fragen, wo Sie die Liturgie in einer Vor-1956-Form mitfeiern? Diese Orte
dürften ja nicht nur deutschprachigen Raum sehr begrenzt sein…?! In Steffeshausen ehem. Kr. Malmedy,
Reg.B. Aachen. Die meisten nicht-una-cum-Benedicto Priester feiern die Vor-1956-Form der Karwoche, manche
sogar morgens, andere zwar nachmittags/abends (die ursprüngliche, von Bugnini c.s. hintergangene Änderungsabsicht
des Papstes bezog sich nur auf den Zeitpunkt der Feiern), wie die Nach-1956 (etwa in de PB). c) die Republiken
(für deren Regierenden gebetet wird) der Neuzeit in aller Regel freimaurerisch geprägt und somit kirchenfeindlich
sind Man muß das relativieren. Vor einiger Zeit hörte ich in London, wo ich oft bin, nach einer katholischen
Sonntagsmesse in einer traditionellen Kapelle folgendes Gebet: Domine, salvam fac reginam nostram Elisabeth,
et exaudi nos in die, qua invocaverimus te. Oremus. Quaesumus, omnipotens Deus, ut famula tua Elisabeth,
regina nostra, quae tua miseratione suscepit regni gubernacula, virtutum etiam omnium percipiat incrementa;
quibus decenter ornata, et vitiorum monstra devitare, hostes superare, et ad te qui via, veritas, et vita
es, cum principe consorte et prole regia, gratiosa valeat pervenire. Per Christum Dominum nostrum. Amen.
„hostes superare“ weil der Irak-Krieg im Gange war (ist); in Friedenszeiten entfällt dieser Absatz. Wie
das wohl die kath. Mitchristen im Irak empfinden?
#75 Lycobates 18:29:07 | Dienstag, 19. Januar 2010
Karfreitagsgebet für den Kaiser @Antipacelli Ich teile Ihre Einschätzung Papst Pius XII. nicht, wenn
auch Kritik an gewissen Aspekten möglich ist; dazu einige Artikel hier: www.traditionalmass.org/articles/
unter Liturgy Das Gebet für den römisch(-deutsch)en Kaiser wurde tatsächlich 1955-56 ersetzt durch
ein Gebet für die Regierenden des (jeweiligen) Vaterlandes. Ich bedauere das auch. Zumal die Entscheidung
Franz II. 1806, die römische Kaiserwürde niederzulegen bis dato von der Kirche nicht anerkannt worden
war/ist. Trotzdem entschied bereits Papst Pius IX. in den 1850er Jahren (den genauen Verweis habe ich
nun nicht zur Hand) auf eine Anfrage hin, daß das Gebet für den Kaiser am Karfreitag übergangen werden
soll. Wen sollte man auch nennen, nach 1806; den frischgebackenen österreichisch-provinzlerisch gewordenen
Kaiser? und seit 1918? den Chef des (vielleicht auch freimaurerisch unterwanderten, auf jeden Fall charismatisch
verseuchten) Hauses Österreich? Ist ziemlich unklar. In all den Jahren, an denen ich Karfreitag in der
überlieferten (vor-1955) Liturgie mitfeiere, habe ich keinen Priester gekannt, der dieses Gebet gesungen
hätte. Auch im Vorkriegsschott meines Vaters steht es in Klammern. Allerdings singen sie auch nicht das
„neue“ Gebet (ab 1956). Dergleichen „nationale“ Gebete (Gebet für den König), an jedem Sonntag beim
Hochamt zu verrichten, existierten aber bereits lange, in diversen Formulierungen, je nachdem ob der König
katholisch ist oder nicht, so in Großbritannien, Belgien und den Niederlanden…
#67 Lycobates 15:17:16 | Dienstag, 19. Januar 2010
Bischofsliste @Antipacelli Was die konziliaren Bischöfe angeht: Die Webseite „Catholic Hierarchy“ …ww.catholic-hierarchy.org/bishop/sordb2.html
bietet u.a. die ersten hundert konziliaren Bischöfe nach Dienstalter (seniority by ordination), von 1944
bis derzeit 1965. Die Liste verschiebt sich jeweils nach einem Ableben um einen Bischof. Es wird nicht
mehr lange dauern, dann wird das Stichdatum 18.6.1968 („Promulgation“) bzw. 1.4.1969 („Inkrafttreten“)
des Montini’schen Pseudificale erreicht sein. Bei den Konziliaren ist die apostolische Sukzession im Aussterben
begriffen. Zusätzlich müßten noch die auch nach 1968 geweihten orientalischen Bischöfe angereiht werden
(sofern sie nicht, was manchmal geschehen ist, von einem dubiosen lateinischen Bischof geweiht wurden).
Das alles kann man auch auf der Webseite recherchieren. Die konsekrierenden Bischöfe werden vermerkt.
Eine fertige Liste liegt mir allerdings nicht vor. Die Webseite gibt auch keine Adressen. Ich weiß aus
Erfahrung, daß einige der alten Herren gut „abgeschirmt“ werden (wurden), vor allem, wenn sie so frech
sind (waren), die überlieferte Messe zu feiern. Über die Gesinnung jedes einzelnen (was Vatikanum II
usw. angeht), müßte man aber erst befinden. Einige der Namen in der Liste sind notorische Häretiker
und Apostaten. Da hilft wohl nichts mehr, außer beten.
#63 Lycobates 14:45:49 | Dienstag, 19. Januar 2010
Papstwahl @Antipacelli Das erste Konklave zum Wiederaufbau der katholischen Kirchemüsste, wie gesagt,
aus gültig geweihten Bischöfen bestehen! Die ersten Schritte zu einer Papstwahl wären a) herauszufinden,
wer dies genau ist, b) die Betreffenden zu versammeln und c) sie zu einer Papstwahl zu bewegen Also ein
„unvolkommenes Konzil“, nach dem Vorbild von Konstanz, aus dem 1417 Papst Martin V. hervorging? Nach heutigem
Kirchenrecht etwas prekär, aber wegen der offensichtlichen Notlage könnte man es erwägen. a) ist einfach;
es gibt in der Konzilskirche noch gut 100, z.T. hochbetagte, gültige Bischöfe; dazu die Bischöfe der
Tradition, diverser Ausrichtung, macht etwa 150/160 Bischöfe; eine genaue Liste kann man erstellen; b)
wenn diese alle das Tridentinische Glaubensbekenntnis und den Antimodernisteneid ablegen (und ggf. frühere
Irrtümer widerrufen, wenn nicht, müssen sie ausscheiden), etwa in der Hand des Dienstältesten, das
wäre derzeit Bischof Hong Yong-Ho, seit 1944 Apostolischer Vikar von Pyong Yang (103); c) dann kann es
losgehen; b) + c) wären genau das Wunder, von dem ich sprach. Aber Wunder geschehen.
#46 Lycobates 12:30:51 | Dienstag, 19. Januar 2010
Kardinäle @Antipacelli Sie schrieben: Mag sein, dass unter den heutigen „Kardinälen“ der Konzilssekte
auch sollche sind, die „legitim“, d.h. formal korrekt gewählt wurden Scheint mir problematisch. Von wem
denn? Eine Kardinalsernennung ist kein Weiheakt (auch ein Laie kann (konnte) Kardinal sein) „ex opere
operato“, sondern ein Akt (päpstlicher) Jurisdiktion. Die Ernennung zu einem Amt einer dazu tauglichen
Person durch eine dazu berechtigte Person. Wenn kein (gültiger) Papst, dann keine (gültige) Ernennung.
Das letzte Konsistorium fand 1953 statt. Alle damals ernannten 24 Kardinäle sind inzwischen gestorben
(dadurch wird zudem eine reguläre Papstwahl derzeit nur per Wunder möglich!, auch alle früheren Kardinäle
sind tot), und einige von ihnen waren noch vor ihrem Tode im Zuge des Konziliabulums vom Glauben abgefallen
und damit ihres Kardinalsamtes verlustig gegangen (nach Kan. 188/4 CIC). Dazu ist ein Häretiker nicht
wählbar als Papst, auch dann nicht, wenn alle ihn annehmen. Von den derzeit 112 „wahlberechtigten“ „Kardinälen“
sind zwar verhältnismäßig viele noch Priester, aber, bei 1968 als Stichdatum für den lateinischen
Ritus und vorbehaltlich Ausnahmen, nur drei gültig geweihte Bischöfe; von zwei Orientalen abgesehen,
Ignace Daoud (Antiochenisch, 1977), 79, und Lubomyr Husar (Ukrainisch, 1977), 76, lediglich Francis Arinze
(1965), 77.
Fatima @Sinah Danke für Ihre Ausführungen, denen ich zum großen Teil zustimme. Sie schrieben auch:
Andererseits kann man die Sedis fragen, warum die Muttergottes in Fatima vom Papst spricht und nicht wenige
Male. „…der Heilige Vater wird mir Rußland weihen und der Welt wird eine Zeit des Friedens geschenkt
werden“. Nun die Frage an die Sedis: Handelt es sich hier um einen Konzilspapst? Wenn es Ratzinger wider
Erwarten doch tun würde, was dann? Es zeigt sich aber immer mehr, daß es höchst unwahrscheinlich ist,
daß ein Konzilspapst diese Weihe vornimmt. So werden wir auf den von Gott bestimmten Papst immer noch
warten müssen, der dann endlich diese Weihe in richtiger Weise vollziehen wird. Wenn die Gottesmutter
in Fatima vom „Heiligen Vater“ spricht, kann sie nur von einem wahren Papst sprechen, da es unmöglich
ist, daß sie bezüglich der Person des Papstes irrt, bzw. die Seherkinder in die Irre führen würde.
Man muß aber auch berücksichtigen, daß gewisse Voraussagen und Verheißungen der Gottesmutter an Bedingungen
geknüpft waren, die nicht oder nicht ganz erfüllt worden sind, bzw. sich auf Sachlagen beziehen, die
nicht mehr oder nicht mehr ganz zutreffen. Dann wäre auch die Voraussage oder Verheißung hinfällig.
Die Weihe Rußlands hat nie stattgefunden und die Frist dazu ist nun wohl abgelaufen: Rußland hat in
den 30er-90er Jahren seine Irrtümer auf die ganze Welt verbreitet, wie angekündigt. Die Weihe jetzt
vornehmen, wäre eine Leiche exhumieren, um an ihr die letzte Ölung zu verrichten.
Professors Ratzingers „Einführung in das Christentum“ wurde zuerst 1968 in München herausgegeben und
ist noch stets im Druck (Unkraut vergeht nicht). Die dort vertretetene Christologie ist auf weiten Strecken
häretisch (modalistisch und arianisch). (Analyse von Prof. Siebel in den SAKA-Informationen in den 90er
Jahren; den genauen Verweis kann ich herausfinden).
offene Frage @Sinah Zuerst muß die Kirche selbst durch den wahren Glauben die volle Gemeinschaft mit
CHRISTUS, dem Haupt, darstellen. … die Glaubenszerstörung in der eigenen Kirche! Etwas stimmt hier
nicht. Die Kirche Christi ist indefektibel und unfehlbar (Definition des Vatikanums), sie kann nie von
ihrem Haupt getrennt sein; ihr Glaube ist unzerstörbar und unverlierbar, in seiner Gänze. Einzelne Mitglieder
können sich von ihr, und dem Haupt (Christus) trennen, dann aber sind sie nicht mehr Kirche Christi.
Entweder ist „die Kirche“ Christi Kirche, und keine Sekte oder Abspaltung, und ist Christus ihr Haupt
(eben der mystische Leib Christi mit Haupt und Gliedern), und ist die volle Glaubensgemeinschaft per definitionem
gegeben. Oder aber die Glaubensgemeinschaft ist durch Häresie und Irrtum nicht (mehr) (vollständig)
gegeben, dann sind aber die betreffenden Hierarchen, trotz des gegenteiligen Anscheins, nicht Mitglieder
der Kirche und konstituieren sie keine Kirche. Ein Drittes gibt es nicht. Ratzinger und Co. von der Konzilssekte
sind vom apostolischen Glauben längst abgefallen (Ersterer spätestens seit der „Einführung in das Christentum“
1968) und somit amtsuntauglich.
#82 Lycobates 17:23:42 | Dienstag, 12. Januar 2010
zu Bischof Stuyver @Theologicus Haereticus Einen Bischof namens Stuyver kennt im Vatikan niemand. Möglich.
Ist aber unerheblich seit 1958. Der Bischof steht jedenfalls nicht im Annuario Pontificio für 2010. Da
steht aber heute kein einziger katholischer Prälat des lateinischen Ritus drin. Bischof Geert Jan Stuyver
wurde nach dem überlieferten Pontificale 1996 zum Priester und 2002 zum Bischof geweiht bzw. konsekriert.
Er beansprucht keine ordentliche Jurisdiktion, da diese nur von einem legitimen Papst kommen kann, den
es, auch seiner Überzeugung zufolge, z.Z. nicht gibt. Daher zelebriert er ohne Thronsessel (nicht wie
die Pius-Bischöfe !!), da dieser normalerweise dem ordinarius loci vorbehalten ist, und, außer bei Weihehandlungen,
ohne Mitra und Stab, nach dem Ritus simplex. Das ist auch so ein „Vagantenbischof“, selbsternannt und
auf irgerndwelchen krummen Wegen konsekriert. Die Konsekration (2002) hat nichts Krummes. Sie erfolgte
von einem gültigen Bischof (McKenna O.P.) nach dem überlieferten Pontificale. Sie erfolgte allerdings
ohne Mandatum wegen der aktuellen Ämtervakanz.
#79 Lycobates 16:55:41 | Dienstag, 12. Januar 2010
Brabant @Regina1961 Nicht nur West- und Ost-Flandern sind flämischsprachig, da gehört auch noch die
Provinz Antwerpen dazu. Eine Terminologiefrage. „Flamen“ „flämisch“ wird oft verwendet für die gesamte
niederländischsprachige Bevölkerung Belgiens. Im sprachwissenschaftlichen Sinne ist das aber nicht korrekt.
Das in Antwerpen gesprochene Niederländisch ist dem Brabantischen zuzuordnen, nicht dem Flämischen.
Brabantisch und Holländisch haben seit dem 17. Jh. die neuniederländsiche Schriftsprache konstituiert.
Das Flämische, das noch im Mittelalter blühte (mittelniederländische Ritterromane usw.) ist dabei etwas
zu Kurz gekommen, so, daß es heute einem Antwerpener oder Löwener oder Holländer, der die Standardsprache
spricht, schwer fällt, einen Mundartsprecher etwa aus Brügge zu verstehen. Brabant ist geteilt, fast
ein „Mini-Belgien“, im Norden wird Flämisch, im Süden Französisch (Wallonisch) gesprochen. Nur die
Hauptstadt Bruxelles ist offiziell zweisprachig. Inoffiziell eher französichsprachig. Korrekt; ich hatte
den südlichen Teil Brabants mit Brüssel, der französischsprachig (geworden) ist, ausgeklammert. Das
alte Herzogtum Brabant umfaßt historisch übrigens nicht nur diese heutige zweisprachige Provinz Brabant,
sondern auch Antwerpen bis hinauf zu der (heute zu NL gehörenden) Provinz Nord-Brabant. In diesem Sinne
sprach ich von „Brabantisch“. Ist aber kein Grund, sich aufzuregen. Ich bin auf Grund des beruflichen
Werdegangs meiner Eltern in Belgien geboren und habe dort Verwandte.
#75 Lycobates 15:06:17 | Dienstag, 12. Januar 2010
Niederlande @Regina1961 „belgische Niederlande“ Dümmer geht es wohl nicht mehr? Entweder Flämisch sprechender
Teil Belgiens oder aber Niederlande, wo ausschließlich Niederländisch gesprochen wird. Belgien und Niederlande
sind 2 verschiedene Staaten. Daß sollte heute jeder halbwegs gebildete Mensch wissen. Sie sind ja besonders
ad rem heute! Nun, der Terminus mag etwas ungewöhnlich sein. Ich habe „Niederlande“ im historischen Sinn
verwendet. „belgisch“ für den südlichen Teil derselben, heute in der Hauptsache das Königreich Belgien.
Ist das verboten? „Flämisch“ (gemeint als sprachlicher Terminus) sprechen in Belgien allerdings nur die
Flamen der beiden westlichen Provinzen West- und Ost-Flandern. Brabantisch und Limburgisch sind etwas
ziemlich anderes (wenn auch diese Sprecher oft als Flamen bezeichnet werden). Holländisch auch. Das ist
das Mundartniveau. Standardsprache ist im Königreich der Niederlande und im niederländischen Teil Belgiens
die gleiche niederländische Schriftsprache, per Gesetz gemeinsam geregelt. Nur Aussprache und z.T. Ausdrucksweise
im mündlichen Verkehr unterscheiden sich (bei Gebildeten weniger als bei weniger Gebildeten). In diesem
Sinne sind alle diese Sprecher als „Niederländer“ zu bezeichnen. Im Königreich der Niederlande wird
aber nicht nur Niederländisch gesprochen. In (West-)Friesland gibt es eine große Friesisch sprechende
Bevölkerungsgruppe. Friesisch ist in sprachlicher Hinsicht eine unabhängige Sprache, keine deutsche
bzw. niederländische Mundart.
#72 Lycobates 12:24:32 | Dienstag, 12. Januar 2010
Stühle Kirchenbänke gibt es in romanischen Ländern und in den belgischen Niederlanden nicht oder kaum,
wohl separate Kirchenstühle. In vielen Kirchen Roms z.B. stehen nicht einmal diese; da steht man oder
kniet einfach auf dem Boden. In dem mir gut bekannten Erzbistum Mecheln (jedenfalls im niederländischen
Teil desselben) wurden in den achtziger Jahren auf Veranlassung von Hw. Danneels die hier abgebildeten
Kirchenstühle mit hoher Rückenlehne allerorts (ausgenommen Klosterkirchen und Kapellen) durch bequeme
Sitzstühle mit kurzer Rückenlehne ersetzt, die nicht mehr zum Knien gewendet werden konnten. Wozu auch?
Das hat ein Heidengeld gekostet. Trotzdem blieben und bleiben die Kirchen leer. Daß es um den Glauben
in Belgien so schlimm steht, liegt wohl an der Tatsache, daß zwei der rabiatesten Konzilsbischöfe, Suenens
und De Smedt, hier gewaltet und gewütet haben. Ich habe in Brüssel 1965-1970 den gewaltsamen Übergang
zum NOM hautnah erlebt. Neben den genannten Meßorten der PB von EB Lefebvre und den Indult-Messen älterer
Priester (wie P. Van Isacker) muß noch der Ort Steffeshausen nahe der luxemburgischen Grenze (Bistum
Lüttich) erwähnt werden, wo Hw. Paul Schoonbroodt, 76 (der die dortige Pfarre 1971 unter der Bedingung
annahm, und erhielt, dort nur die überlieferte Messe zu feiern) wirkt. In der Nähe von Dendermonde (Bistum
Gent) wirkt außerdem Bischof Stuyver (45) vom Institut „Mater Boni Consilii“. Er stammt aus der Thuc-Linie.
Beide sind NICHT „una cum Benedicto“.
#37 Lycobates 14:53:26 | Mittwoch, 23. Dezember 2009
Nachfrage (2) – Die wichtigsten Etappen (Fortsetzung) @steph 1969 wurde der neue Ordo Missae promulgiert,
in dem das Opfer Christi zur Mahlfeier umfunktioniert (Entfallen der Opferungsgebete und somit einer wandlungsfähigen
materia proxima), und die Wandlungsworte des Weines sinnwidrig geändert wurden (Form und Materie geändert,
hier bereits erörtert); ebenfalls 1969 der neue Ordo baptismi parvulorum; Form und Materie unverändert,
daher gültig; aber das Sakrament bezieht sich nicht mehr auf den Glauben, der dem Täufling vermittelt
wird, sondern auf den der Gläubigen, die der Taufe beiwohnen; keine Exorzismen; ebenfalls 1969 der neue
Ordo celebrandi matrimonium bei verändertem Begleitritus (unerheblich für die Gültigkeit, falls beide
Eheleute getauft und die Ehe vor entsprechender, notfalls präsumierter Jurisdiktion geschlossen wird);
1971 der neue Ordo confirmationis (Form und Materie geändert; Gültigkeit auch bei richtigem Bischof
zweifelhaft); 1972 der neue Ordo unctionis infirmorum; Form und Materie geändert; höchst zweifelhaft,
abweichende Sinngebung: lediglich Gesundung des Körpers, nicht Vorbereitung auf den Tod; 1973 zuletzt
(die Beicht steht ja ohnehin auf der Abschußliste der Modernisten, das eilte nicht!) der neue Ordo paenitentiae;
Form fast unverändert; je nach Kontext aber zweifelhaft, wenn nämlich der Priester nicht als Richter
absolvierend, sondern lediglich segnend oder deprekativ auftritt, was die neuen Gebete -nicht Absolution,
sondern Feier bzw. Bestätigung der bereits stattgefundenen Versöhnung- nahelegen.
#35 Lycobates 11:01:29 | Mittwoch, 23. Dezember 2009
Nachfrage @steph welche neuen Sakramente … habe ich da etwas verpasst? Einiges haben Sie schon verpaßt!
Die Konzilskirche (so die Eigenbezeichnung nach Bf. Benelli), d.h. das Gebilde, daß aus dem „2. Vatikanum“
hervorging und bis heute die wichtigsten Strukturen der katholischen Kirche usurpiert, hat ALLE Sakramente
in sich (Form und Materie) und/oder in den begleitenden Riten umgestaltet und gefälscht, und damit nach
reformatorischem Vorbild eine neue „Kirche“ konstituiert. Leider ist fast immer Ungültigkeit die Folge
(Ausnahme: Ehe und Taufe). Die Kirche hat keine Gewalt, wesentliche Elemente (wie Form und Materie) der
Sakramente zu ändern. Daß dies doch versucht wurde, weißt auf eine klare Gegenintention hin, nicht
mehr „das zu tun, was die Kirche tut“ (und immer getan hat), und bedeutet zwingend, daß die Verantwortlichen
in dem Augenblick, wo sie so handelten, nicht in der katholischen Kirche und für die katholische Kirche
handelten. Denn die Kirche ist unfehlbar, wenn sie allgemeinverbindlich sakramentale Riten auferlegt.
Für den Katholiken hat sich somit nichts geändert. Die wichtigsten Etappen: 1968 wurden (damit hatte
man es offenbar eilig!) die neuen (unwirksamen) Weihen zu Bischof, Priester, Diakon promulgiert; die von
Papst Pius XII. definierte Form wurde (bei der Bischofsweihe sehr erheblich) geändert, keine enthält
einen klaren Hinweis mehr auf die sakramentale Wirkung; die niederen Weihen und die höhere Weihe des
Subdiakonats wurden 1972 „abgeschafft“, ebenso die Tonsur;
#23 Lycobates 17:12:16 | Montag, 21. Dezember 2009
Zustimmung @Alois Bischof bis auf: Daß die neue Weihe immer und überall ungültig ist oder mit protestantischer
Ideologie hergestellt wurde, ist aber auch unhaltbar, Herr Dipl.-Ing. Lycobates! Da ist wohl ein Mißverständnis.
Die von mir schon öfter zustimmend zitierte Studie von Thilo Stopka (als pfd-Dokument auf der Webseite
„Rore sanctifica“) ist nicht von meiner Hand, da ich nicht Thilo Stopka bin, und ihn auch nicht persönlich
kenne. Ich habe auch nicht an dem Text mitgeschrieben. Vor deutschsprachigem Publikum zitiere ich diese
Studie aber gern, weil sie eine der ausführlichsten und seriösesten Erörterungen der Gültigkeitsfrage
des neuen Pontificale ist, obwohl es dazu nicht gerade wenige, oft sehr gute Studien gibt (schon seit
P. Athanasius Kröger 1978). Letztendlich, wie ich auch schon betont habe, wird aber über diese Frage
autoritativ nur das authentische Lehramt entscheiden können und müssen, wenn es denn wieder wirksam
wird. Aufgrund des Tutiorismus-Prinzips muß für die Praxis aber gelten, daß ein unsicheres Sakrament
kein Sakrament ist, und u.U. bedingungsweise wiederholt werden kann und muß. Daran haben wir uns zu halten.
#18 Lycobates 14:48:31 | Montag, 21. Dezember 2009
bäähmisch Die Äußerungen Hw. Nikolasch’s können nur mala fide sein, um die Gläubigen zu verunsichern;
kein Theologe, der was auf sich hält, auch kein bääähmischer, kann Weihegewalt und Jurisdiktion dermaßen
durcheinander bringen. Neu ist das aber nicht; schon 1988 konnte man dergleichen hören. Im übrigen, @
Redakteur: In Wahrheit hat Papst Paul VI. in ‘Pontificalis Romani recognitio’ keinen Traditionsbruch vorgenommen,
sondern nur die Bestimmungen in der Apostolischen Konstitution ‘Sacramentum Ordinis’ von Pius XII. († 1958)
aus dem Jahr 1947 angewendet Da lachen ja die Hühner! Es genügt, die von Papst Pius XII. 1947 definierte
Form der Bischofsweihe mit dem vom Papstdarsteller Montini 1968 promulgierten Machwerk der Schreibtischtäter
Dom Botte/Pater Lécuyer/Pater Bugnini zu vergleichen. Dazu: www.rore-sanctifica.org/…s-VI_-_ePaper(f).pdf
#67 Lycobates 15:50:22 | Dienstag, 15. Dezember 2009
keine glückliche Hand @Janos Papst Pius XII, dessen katholische Gesinnung nicht zu bestreiten ist, hatte
mit seinen Personalentscheidungen keine glückliche Hand… Sie geben ein paar gute Beispiele. Es gäbe
noch andere. Wie auch bereits hier betont, war Papst Pius XII. kein Liturgiker, und schenkte er denen
Glauben, die ihm mit „pastoralen“ Argumenten gewisse Änderungen empfahlen (Ausweitung der Abendmessen,
Kürzung des eucharistischen Fastens, Vereinfachung der Rubriken, Änderung der Karwoche) und in nachweislich
lügenhafter Weise vortäuschten, dies würde allgemein verlangt und begrüßt. Die Änderung der Karwoche
ist besonders instruktiv. Das entsprechende Dekret der Ritenkonkregation (nicht vom Papst sonder von Kard.
Cicognani unterzeichnet) erwähnt mit keinem Wort die rituellen Änderungen (vor allem am Palmsonntag
-Palmweihe- und am Karsamstag), sondern nur die zeitliche Verlegung aus „pastoralen“ Gründen. Nur letztere
war vom Papst in erster Linie beabsichtigt gewesen. Die Änderungen aber wurden von den „Liturgikern“
mir nichts dir nichts in den Text eingearbeitet, und dann war es zu spät. Es wurde akzeptiert. Die Memoiren
Pater Bugninis (La riforma liturgica 1948-1975), gut 900 Seiten postum erschienen 1983, bieten dazu ausführliche
Hintergrundinformationen. Sehr offen (er hatte nichts mehr zu verlieren, und die Reform war gelaufen)
beschreibt er die verschiedenen Etappen und Intrigen der Neuerer. Auch die letzten Krankheiten und Umnachtungen
Pius’ XII., die ausgenützt wurden. Ein trauriges Kapitel.
#55 Lycobates 15:10:34 | Dienstag, 15. Dezember 2009
Kohärenz @Janos Geht man wie die Piusbruderschaft davon aus, dass JP II Papst … war, dann muss man
die von ihm nicht genehmigte Bischofsweihe durch Erzbischof Lefebvre als einen Akt des Misstrauens ansehen.
Daher …nur unter der Voraussetzung, dass JP II als rechtmässiger Papst anerkannt wird, gilt es die
über die Piusbruderschaft verhängte Exkommunikation als rechtmässig anzuerkennen. Richtig. Wenn „Johannes-Paul
II.“ rechtgläubig und somit legitimer Papst war (und sein Nachfolger es ist), ist nicht nur seine Lehre,
sondern auch seine Praxis (Liturgiereform und Kirchenrecht, wobei sich dort Manches mit der Lehre berührt),
vorbehaltslos als legitim und verpflichtend anzuerkennen und zu praktizieren. Wie schon oft betont, liegt
genau hier (und ich sage das mit Bedauern) was ich einmal den gallikanischen Geburtsfehler der PB weiland
EB Lefebvres genannt habe. Das heißt nicht, wie Sie auch betonen, daß der EB praktisch nicht das getan
hat, was zu tun wäre; nur hat er es falsch begründet. Gut, daß hier von anderer Seite (CC) auch die
Verschärfung des Kirchenrechts vonseiten Papst Pius XII. hinsichtlich der unerlaubten Bischofweihen in
China (1951, jedoch allgemein gefaßt) noch einmal erwähnt wurde. Von einer Notlage, die Bischofsweihen
ohne Mandatum begründen würde, kann nur die Rede sein, wenn der apostolische Stuhl vakant ist, und über
längere Zeit nicht erwartet werden kann, daß dem abgeholfen wird. Dann erfordert das Heil der Seelen,
die apostolische Sukzession weiter zu garantieren.
#67 Lycobates 15:58:08 | Montag, 14. Dezember 2009
Johannespassion @Sefirot Wegen der Länge der Matthäuspassion wird in lutherischen Kirchen am Karfreitag
stattdfessen häufig die Johannes-Passion von Johann Sebastian Bach aufgeführt… Ich war an einem Karfreitag
noch nie in einer lutherischen Kirche, aber ich vermute einmal, daß hier wie sonst der lutherische Gottesdienst
die traditionelle Leseordnung des römischen Missale beibehalten hat. Auch hier sind die (fromm gebliebenen)
Lutheraner katholischer als die Konzilssekte mit ihrem neuartigen Dreijahrezyklus. Am Karfreitag wird
in katholischen Kirchen jedenfalls immer die Passion nach dem hl. Johannes gesungen. Die Passion nach
dem hl. Matthäus wird am Palmsonntag, die nach dem hl. Markus am Dienstag in der Karwoche, die nach dem
hl. Lukas am Mittwoch in der Karwoche gesungen. Alles hat seinen festen Platz. Was J.S. Bach angeht, schätze
ich die Johannespassion ganz besonders.
#21 Lycobates 12:58:32 | Montag, 14. Dezember 2009
Mecheln @noch ein Landorganist ein 72-Jähriger soll einen 76-Jährigen ablösen. Was für ein Quatsch.
Die sind doch eigentlich die selbe Generation. Nicht nur das. Beide Priester (ich kenne leider beide)
sind auch überzeugte V-II-Anhänger und haben den selben modernistischen (Un-)Glauben, mit einem besondern
Penchant zur liturgischen „Erneuerung“. Im Grunde genommen ist es so ziemlich egal, wer nach Suenens und
Danneels der dritte V-II-„Bischof“ von „Mecheln-Brüssel“ wird. Der letzte rechtgläubig-katholische Erzbischof
von Mecheln (die Umformung „Mecheln-Brüssel“ datiert von 1961) war Kardinal Jozef-Ernest van Roey (1874-1961),
35 Jahre lang, seit 1926, ohne vorzeitigen Zwangsruhestand. Daß das schon lange her ist, sieht jeder,
der schon einmal eine Brüsseler Kirche besucht hat (wenn er sie offen findet). @Theologicus Haereticus
Die deutschsprachigen Bürger in den belgischen Ostkantonen sind tatsächlich Deutsche. Ihre Nationalität
ist Deutsch; ihre Staatsangehörigkeit Belgisch. Das ist der feine Unterschied. Hier haben Sie recht;
nur können viele mit dem rechtlichen Unterschied der Begriffe „Nationalität“ und „Staatsbürgerschaft“
anscheinend nicht viel anfangen.
#61 Lycobates 16:59:53 | Freitag, 11. Dezember 2009
Standesgnade @Goldengel @Paulaner Außerdem stört mich der Begriff „Standesgnade“. Das klingt ja, als
ob ein Priester mehr wäre, als der Laie. Dem ist nicht so. Auch der Laie kann eine Gnade von Gott besitzen.
Es gibt viele unterschiedliche Standesgnaden, so viele wie es Stände (= Lebenslagen) gibt. Auch die Ehe
ist ein Stand, zu dem man berufen wird, oder nicht, und eine aufrichtig und fromm vor Gott geschlossene
Ehe erhält ihre eigenen Standesgnaden, die die Eheleute dazu befähigen, ihre Ehe gottgefällig zu führen.
Ebenso erhält der unverheiratete Laie, der Lehrer, der Bußfahrer, usw. die seinem „Stand“, d.h. seiner
Lebenslage, notwendigen und passenden Gnaden, wenn er darum bittet, und die ihm von Gott gedachte Lebensstellung
in Gottes Gnade zu leben gewillt ist. Im übrigen ist der Priester sehr wohl mehr als der Laie. Durch
die Handauflegung eines in der apostolischen Sukzession stehenden Bischofs (heutzutage eine Seltenheit!)
wird er des Priestertums Christi sakramental teilhaftig, was ihn zum hl. Opfer und zur Lossprechung der
Sünden befähigt. Das allgemeine Priestertum der Gläubigen (durch die Taufe, gesteigert durch die Firmung),
das uns zum öffentlcihen Bekenntnis Christi befähigt und verpflichtet, steht dem nicht entgegen. Weltpriester
sind IMHO mit dem Zölibat schwerer belastet als Ordensbrüder und -priester… Das stimmt. Vor allem
die heutigen traditionstreuen Diasporapriester sind nicht nur oft sehr jung, sondern leben oft einsam
und von Mitbrüdern isoliert. Man muß für sie besonders beten.
#52 Lycobates 16:15:03 | Freitag, 11. Dezember 2009
Luther @Brandenburgis Damit wollte ich nun wirklich nichts zugunsten Martin Luthers gesagt haben, dessen
Exzesse und kriminelle Haltung ich verabscheue. Zugunsten des ex-Paters Luther ist nichts zu sagen. Luther
war ein mehrfacher Irrlehrer, der der Kirche (objektiv) großen Schaden zugefügt hat. Über das Maß
seiner subjektiven persönlichen Verantwortung ist Gott Richter. Wir wollen ihn der göttlichen Barmherzigkeit
anvertrauen. Was bleibt, sind die Folgen, an der Reich und Kirche seit Jahrhunderten tragen. Luther hätte
aber die diesseitsbezogenen, humanistischen Lehren des sog. „Vatikanum II“ und deren pantheistische Ausformung
etwa durch Bf. Wojtyla in „Redemptor Hominis“ 1979 (Beispiel c.11-13: universale Gotteskindschaft durch
die Menschwerdung auch ohne Glauben), nicht nur nicht begriffen, sondern verabscheut. Dazu (noch einmal)
einleuchtend: www.traditionalmass.org/articles/article.php?id=33&catname=…
#45 Lycobates 15:41:33 | Freitag, 11. Dezember 2009
zwei Punkte @Brandenburgis Die Lutheraner beten denselben Gott an wie wir, sie erkennen auch ausnahmslos
alle altkirchlichen Konzilien, incl. deren Christologie lückenlos an. Wie kommt man also auf die Idee,
die luhterische Messe als „GÖtzendienst“ zu bezeichnen? Zustimmung. „Götzendienst“ war abwegig, wenn
auch Luther selbst die katholische Messe, ebenso abwegig, so nannte. Die Lutheraner, die ich kenne, stehen
mir Katholiken im Glauben näher, als die ganze aus dem Konzilsbankrott hervorgegangene Wohlfühlsekte,
die von den altkirchlichen Konzilien und von wahrer Gottesanbetung keinen blassen Schimmer hat. @Hans
im Glück Es [der Zölibat] ist freiwillig von wenigen exemplarisch lebbar. Richtig. Nur eine Minderheit
ist zum Priestertum berufen. Und es wird ja niemand dazu verpflichtet, Priester zu werden. Wer aber von
Gott dazu berufen wird, bekommt von Ihm auch (bei fromm und aufrichtig erhaltener, gültiger Weihe) die
Standesgnade, den Zölibat aufrichtig zu leben. Wenn das dann nicht klappt, gibt es Anlaß, sich über
seine Berufung, oder aber über die Gründe der fehlenden bzw. entfallenden Standesgnade, ernsthaft Fragen
zu stellen! Qui capere potest, capiat.
#14 Lycobates 12:32:31 | Freitag, 11. Dezember 2009
Traurig Aber was soll man ihm vorwerfen? Er hat es ja nicht anders gelernt bei den liberalsten der Liberalen
pseudo Ordensleuten. So ist es. Die persönliche Verantwortung für sein Tun bleibt ihm allerdings, aber
nur Gott weiß, inwiefern er für seine modernistische Verblendung selber ganz verantwortlich ist. Das
ist das subjektive Element, über das uns kein Urteil zusteht. Objektive Tatsachen sind aber: Da er vermutlich
erst nach 1968 für den konziliar entgleisten Jesuitenorden nach dem neuen Ritus geweiht wurde, ist er
Priester wohl nie gewesen. Die mit der Weihe verbundene Standesgnade hat er demnach nie erhalten, sakramentale
Gnaden aus der täglichen Feier des hl. Opfers auch nicht, Gebetsgnaden aus dem traditionellen Breviergebet
der Kirche und der Väter- und Schriftlektüre wohl auch wenig. Kein Wunder, daß kein Mensch ein Pseudoleben
dieser Art auf Dauer aushält! Beten wir für diesen Mann, daß er den wahren katholischen Glauben wiederfindet,
und mit Gottes Hilfe den verbleibenden Teil seines Lebens als Laie, der er wohl immer gewesen, neuordnen
kann. Etwa erhaltene Meßstipendien soll er an einen wahren Priester weiterreichen, damit die Gläubigen
nicht noch weiter betrogen werden.
#41 Lycobates 16:22:53 | Mittwoch, 9. Dezember 2009
nemo dat quod non habet Wozu die ganze Aufregung? Ebenso wenig wie in einem protestantischen Gottesdienst
mit „Abendmahl“, gleich welcher Couleur, kommt im NOM, der konziliaren Keksfeier Bugnini’scher Provenienz
(egal ob editio typicia I, II, III, oder gar untypica), die Realpräsenz Christi unter den heiligen Gestalten
des Opferbrotes und -Weines zu Stande. Schon die materia proxima für die Wandlung, das geopferte Brot,
fehlt. Es liegt also hier (objektiv) kein Kommunionsakrileg vor. Natürlich ist die ganze NOM-Feier, noch
unter Hinzunahme von anderen Häretikern, schon in sich sakrilegisch. Aber gegen ein Sakrament, das es
nicht gibt, kann hier nicht (objektiv) gefrevelt werden. Daß der betroffene „Diakon“ ein häretisches
Kirchen- und Sakramentsverständnis hat, ist einleuchtend. Der protestantische Pastor muß wohl kein Lutheraner
sein, da er von dem „Brot Christi“ spricht. Lutheraner, die ich kenne, glauben an die Realpräsenz, und
sprechen von dem „Leib Christi“ (obzwar in ihren Kulten wegen verschiedener Mängel eine Realpräsenz
nicht zustande kommt). Wie dem auch sei, schwerwiegender ist die Eheschließung vor einem nicht katholischen
Kultdiener. Nach geltendem Kirchenrecht (2319-1-1 und 2319-2) verfällt der/die Betroffene der automatischen
Exkommunikation (deren Lossprechung dem Ordinarius vorbehalten ist, den es z.Z. nicht gibt) und ist er/sie
häresieverdächtig. Eine Mischehe kann unter gewissen Auflagen nur vor einem katholischen Priester geschlossen
werden (im Prinzip ohne Meßfeier).
#13 Lycobates 13:39:31 | Mittwoch, 9. Dezember 2009
In patientia vestra possidebitis animas vestras @al-Mushrik (Mushriq ? ) @Maledica Daß ein zeitgemäß
sein wollendes Christentum sich immer mehr der säkularen Welteinheitsreligion angleicht, indem es die
christlichen Symbola und Dogmata durch die Symbola und Dogmata durch und durch ideologisierter Wissenschaften
und Pseudowissenschaften ersetzt, deren tendenziöse „Erkenntnisse“ in immer kürzeren Zeitabständen
changieren, um den raschen politischen Kurswechseln aufgeklärter Weltverbesserung genüge zu tun und
die Leere zeitgeistgemäßer Christenlehre aufzufüllen. Besser kann man es wohl nicht ausdrücken! Dieser
aufgedunsene Apparat muß erst zusammenbrechen, damit wieder eine wahrhaft katholische Seelsorge in Deutschland
möglich ist. Das Amtskirchensystem hat sich festgefahren und blockiert sich selbst. Die Zwangskirchensteuer
muß schnellstmöglich abgeschafft werden!!! Nur Geduld! Die Konzilssekte ist Menschenwerk und ist nach
45 Jahren dabei, unterzugehen. Aber es muß erst wohl noch etwas verrückter werden, bis auch die Letzten,
denen es gegeben ist, kapiert haben, daß sie auf dem falschen Schiff sitzen.
#65 Lycobates 15:41:53 | Dienstag, 8. Dezember 2009
Jus exclusivae Nach dieser englischen Wikipedia-Information (die deutsche Fassung ist wenig ergiebig),
wurde die sog. Exklusive im 19. Jh. zweimal gegen mißliebige Kardinäle angewendet: en.wikipedia.org/wiki/Jus_exclusivae
1823 von Kaiser Franz I. und 1831 von Ferdinand VII. von Spanien. Die Abneigung des Wiener Hofes gegen
Kard. Rampolla del Tindaro 1903 hängt wohl in erster Linie mit dessen franzosenfreundliche und habsburgerunfreundliche
Politik unter Papst Leo XIII. zusammen (die oft behauptete Zugehörigkeit Rampollas zur Freimaurerei ist
wohl ein unfrommes Märchen), und vielleicht auch mit einer persönlichen Abneigung Kaiser Franz Josefs
gegen den sizilianischen Kardinal, der sich 1889 als Staatssekretär sehr stark gegen ein kirchliches
Begräbnis für den unbußfertigen Mörder und Selbstmörder Kronprinz Rudolf widersetzt hatte, was vorübergehend
zu diplomatischen Unstimmigkeiten zwischen Wien und Rom geführt hatte.
#59 Lycobates 18:49:09 | Donnerstag, 3. Dezember 2009
Religio depopulata @Brandenburgis Man hat ja nach Pius X gesehen wie es mit dem Papsttum in rasender Fahrt
abwärts ging. Bereits sein NAchfolger hat die Kirche dem Verfall preisgegeben Ich möchte nicht zu hart
urteilen. Man muß die allgemeine Lage mitberücksichtigen. Papst Benedikt XV. war nicht in erster Linie
Seelsorger und Theologe, sondern Jurist und Diplomat, wie auch Papst Pius XII. Sein Pontifikat (1914-1922)
fiel größtenteils mit dem 1. WK, Versailles und Nebenverträgen, und den sonstigen direkten katastrophalen
Folgen des Krieges und des Zusammenbruches, vor allem der kuk Monarchie, und der russischen Revolution,
zusammen. Zudem war die völkerrechtliche Lage des Kirchenstaates bzw. des Vatikan damals ungeklärt und
sehr prekär. All das erklärt Einiges, und begründet, so glaube ich das Wirken des Papstes, dem in der
Papstweissagung (die dem hl. Bischof Malachias zugeschrieben, aber vielleicht vom hl. Philipp Neri verfaßt
wurde) bezeichnenderweise der Name „religio depopulata“ beigelegt ist. Man kann aber sagen, und da stimme
ich Ihnen zu, daß die Kurie unter ihm es an der nötigen Sorgfalt im Kampf gegen den Modernismus hat
fehlen lassen (trotz Kard. Merry del Val im hl. Offizium). Was Benedikt XV. selber gedacht und geglaubt
hat, entzieht sich unserer Kenntnis. Gott ist sein Richter. Trotzdem gab es die von Papst Pius X. vorbereitete
Kodifikation des Kirchenrechts (1917), die neueste ed. typica des Missale, einige schöne Enzykliken (so
eine zum Bibelstudium), die Einführung des Mediatrix-Festes u.a.
#57 Lycobates 11:00:11 | Donnerstag, 3. Dezember 2009
zu 1Kor 9 @Hans im Glück Über den Zölibat wurde hier vor kurzem ausführlich diskutiert. Daß er sich
biblisch durchaus begründen läßt und apostolischen Ursprungs ist, allerdings, als lediglich kirchliche
Einrichtung (auf Grund eines evangelischen Rates), in Ost und West unterschiedlich streng gehandhabt wurde,
sodaß er schon auf dem 1.ök. Konzil eingeschärft werden mußte, und daß ggf. von ihm dispensiert wurde
und wird, all das wurde bereits hervorgehoben. Nun ist Ihre Übersetzung von 1Kor. 9 ΑΔΕΛΦΗΝ ΓΥΝΑΙΚΑ
zwar möglich, trifft aber só wohl nicht zu. Im Griechischen gibt es m.W. kein eigenes Wort für „Ehefrau“,
sondern es wird γυνή verwendet. Die Vulgata hat hier aber nicht uxorem, sondern mulierem. Das sollte
bereits stutzig machen. Hier auf ehe- bzw. eheähnliche Verhältnisse zu schließen, ist also abwegig.
Es handelt sich um Dienerinnen, wie auch die hl. Frauen im Evangelium den Herrn und die Jünger auf ihren
Wanderungen begleiteten und ihnen dienten (vgl. Lk.8,3). So hielten es auch manche Apostel, obwohl Paulus
es nicht für sich in Anspruch nimmt, bedient zu werden; er machte ja selber Zelte um niemandem zur Last
zu sein. Nur darum geht es hier. All das interessiert die Zölibatsbekämpfer nicht. Sie wollen, daß
gefallene Priester heute ihre Situation in radice sanieren. Das hat es aber in der Kirche (Ost und West)
nie gegeben und wird es in der wahren Kirche auch nie geben. Ein Priester kann nie heiraten. Ein verheirateter
Laie kann aber u.U. Priester werden. Das ist ein gewaltiger Unterschied.
#180 Lycobates 10:51:46 | Donnerstag, 3. Dezember 2009
zu Bischof Palazzini Der Theologe und Kirchenrechtler Pietro Palazzini º1912-+2000 (Bischofsweihe: 21.9.1962)
ist nicht nur dadurch hervorgetreten, daß er auch nach 1968 bzw. 1972 einige Male niedere und höhere
Weihen nach dem überlieferten (und sakramental sicher gültigen) Ritus an verschiedene, von ihren Bischöfen
bzw. „Bischöfen“ schikanierte und geschaßte (da traditionell eingestellt) Kandidaten gespendet hat (auch
ein katalanischer, in Barcelona tätiger Priester wurde von ihm geweiht), sondern er hat auch in den siebziger
und achtziger Jahren in Rom eine ihm damals unterstehende Kirche (San Girolamo della Carità, nicht weit
vom Palazzo Farnese, wo er auch begraben ist) römischen Priestern zur ausschließlichen Feier der überlieferten
Messe überlassen. Eine seltene Oase in der konziliaren Wüste, die viele Römer und zeitweilige Wahlrömer
zu schätzen wußten. (Einige der damals tätigen Priester sind inzwischen verstorben). Wir müssen Bischof
Palazzini hierfür Dank wissen. Er hat in Rom, schon vor dem „Indult“ 1984 (ich war dort 1982) öffentliche
Messen ermöglicht und, fast noch wichtiger, seine potestas ordinis in Anspruch genommen und trotz Verbots
und widriger Umstände das wahre Priestertum weitergegeben. Inwiefern er bei alledem den wirklichen Ernst
der Lage überhaupt ganz durchschaut hat (Stichwort Papstfrage), ist unklar; er nahm ja auch einen „Kardinalshut“
von Montinis Gnaden an. Irrungen und Wirrungen! Wir müssen für seine Seele beten.
#10 Lycobates 15:43:39 | Dienstag, 1. Dezember 2009
kein Schwein gehabt @chico flojo Vielleicht war ich etwas undeutlich. Ich wollte nur sagen, daß der eventuelle
Verzicht auf eine Kommunionausteilung nichts mit der Feier des hl. Opfers an sich zu tun hat. Der Priester
oder „Priester“ der Petrusbruderschaft hätte das wissen sollen. Bei Begräbnissen und Hochzeiten z.B.,
bei denen viele Ungläubige oder Andersgläubige, oder auch nur der Kirche Fernerstehende anwesend sind
oder erwartet werden (heute ja die Regel), wird ja generell auf eine Kommunionausteilung verzichtet, um
Skandale zu vermeiden. Daß in der katholischen Kirche wenn dann nur die Mundkommunion in Frage kommt,
ist selbstverständlich. Im übrigen wäre sie wohl auch hygienischer als die Handkommunion und das allgemeine
Anfassen, wie im NOM üblich. Das Einstellen der Meßfeier überhaupt ist in diesem Zusammenhang (SG)
ganz abwegig.
#8 Lycobates 15:21:53 | Dienstag, 1. Dezember 2009
Capillus de capite vestro non peribit Rührend, die Sorge Hw. Henrys um die öffentliche Gesundheit in
seinem Sprengel! Mann kann sich fragen, was für einen Glauben dieser Mann (noch) hat, wenn er denkt,
der Leib Christi, bzw. die accidentia des Brotes, könnten (wenn sie auch rein materiell Träger eines
Krankheitserregers sein sollten), einen Gläubigen auch tatsächlich krank machen, als stünde nicht geschrieben,
„aber auch die Haare auf eurem Haupt sind alle gezählt. Darum fürchtet euch nicht; ihr seid besser denn
viele Sperlinge“. Angesichts so vieler Priester und Ordensleute, die in vergangenen Zeiten bei Seuche
und Pest (nicht bei imaginären Grippen!) keine Mühen gescheut haben, um die Gläubigen auch bei größter
Ansteckungsgefahr mit Sakramenten zu versorgen und sie auf das Sterben vorzubereiten (und dabei manchmal
selber umgekommen sind, noch öfter aber wunderbar bewahrt wurden), faßt man sich an den Kopf. Nun, Herr
Henry ist wohl nur ein typischer Exponent der Konzilssekte. Damit wäre alles gesagt. Diese Mietlinge
werden alles tun, um letztlich auch jede Simulation einer Messe (wie leider oft bei der Petrusbruderschaft)
unter egal welchem Vorwand zu unterbinden. Im übrigen ist nur der Priester in seiner Messe verpflichtet,
zu kommunizieren. Eine Kommunionausteilung während der Messe ist nicht nur niemals Pflicht, sondern kann
aus praktischen Gründen jederzeit unterlassen werden.
#67 Lycobates 10:27:39 | Montag, 30. November 2009
zu guter Letzt @Leo Miles Tut mir leid, daß sich keine gemeinsame Basis für eine fruchtbare Erörterung
des Themas ergibt. Ihre Auffassung ist nicht mit der Lehre der Kirche zu vereinbaren. Ein guter Anfang
wäre, die Lehren des Vatikanischen Konzils (1869-70) zu Glauben und Kirche (wieder) einmal ernsthaft
vorzunehmen. Wünsche Erleuchtung und Segen.
#32 Lycobates 11:44:11 | Donnerstag, 26. November 2009
ausgewogen @Alois Bischof Den ausgewogenen Ausführungen Alois Bischofs ist uneingeschränkt zuzustimmen.
Philippe Barbarin ist übrigens selber in eine traditionstreuen römisch-katholischen Adelsfamilie hineingeboren,
wandte sich später von Erzbischof Lefebvre ab, und macht jetzt als Neokonservativer eine Karriere Interessantes
Detail. Das war mir unbekannt. Hoffentlich hat sich Herr Barbarins anfängliche traditionstreue Ausrichtung
dahin ausgewirkt, daß er Bischof de Provenchères 1977 dazu gebracht hat, bei seiner Weihe das richtige
Buch zu verwenden. Dann wäre Herr Barbarin wenigstens Hochwürden, und eine von ihm gefeierte „alte Messe“
keine Simulation. …ww.catholic-hierarchy.org/…ishop/bbarbarin.html
#127 Lycobates 18:37:29 | Mittwoch, 25. November 2009
Übertritt @mens sana in corpore sano Tritt ein evangelischer Pfarrer zum katholischen Glauben über,
bleibt er Pfarrer und verheiratet. Nicht unbedingt. Priester kann er dann werden, wenn er das will. Es
gibt aber Fälle von protestantischen Predigern, die nach ihrer Rückkehr zur Kirche es vorziehen, als
katholische Laien weiterzuleben. Andere lassen sich wohl zu katholischen Priestern weihen, und beantragen
und bekommen eine Dispens, um ihr Eheleben weiterzuführen. Noch Andere werden auch Priester, aber vereinbaren
mit ihrer Frau forthin als Bruder und Schwester zu leben (das Eheband bleibt aber bestehen solange beide
Gatten leben). Das ist alles sehr persönlich und kann pro Fall unterschiedlich sein. Eine allgemeine
Regel gibt es m.E. nicht.
#65 Lycobates 11:55:50 | Mittwoch, 25. November 2009
Häresie und Amt @Leo Miles Häresie bedeutet, daß man etwas anderes als den wahren Glauben glaubt. Wenn
ein Gläubiger Zweifel bekommt und bei sich zuläßt, so begeht er zwar eine schwere Sünde (gegen das
1. Gebot), aber er ist keineswegs automatisch exkommuniziert bzw außerhalb der Kirche. Richtig. Aber
hier geht es um öffentlich, und zwar wiederholt und pertinaciter, geäußerte Häresie, die zudem von
(usurpierten) Amts wegen den Gläubigen anzunehmen auferlegt wird. Beispiele sind Legion. Das ist was
ganz anderes als ein Zweifel. Ein anderes Beispiel: Ein Priester ist stille Häretiker und glaubt nicht
an die Realpräsenz. Aber er äußert seinen Zweifel nicht und tut weiter seinen regulären Dienst. Sind
seine Sakramente gültig? Ja. Ist dort die Kirche? Ja. (siehe Hostienwunder von Lanciano) Die Sakramente
sind gültig. Aber der Priester ist nicht mehr in der Kirche. Sein Amt verliert er allerdings nur, und
zwar von Rechts wegen, wenn er seine Häresie auch öffentlich kundgibt (etwa in einer Predigt). Sie verwechseln
hier wiederum Häresie und Gültigkeit der Sakramente. Es gibt gültige Sakramente außerhalb der Kirche.
Aber es gibt keine Häretiker in der Kirche.
#105 Lycobates 11:15:15 | Mittwoch, 25. November 2009
Zahlen und Belege @Fridericius Die Zahl [der spontanen Aborte] kann lediglich geschätzt werden Die von
Ihnen genannten Zahlen mögen schon stimmen. Nur wird davon das Prinzip der Heilsnotwendigkeit der Taufe
nicht berührt. Wir müssen diese Seelen der Barmherzigkeit Gottes anvertrauen und für sie beten. Zu
bedenken ist aber, bei diesen natürlichen Fehlgeburten, daß die Natur überhaupt eine schuldige und
gefallene ist, und daß bei nicht vorhandener Erbsünde nicht nur keine Fehlgeburten vorkämen, sondern
überhaupt keine Seele verloren ginge, da es ohne Sünde ja keine Erlösungsbedürftigkeit gäbe. Auch
dies ist also eine Folge des Fluches über die Frau (Gen. 3,16): „Gar viel werde Ich die Beschwerden deiner
Mutterschaft machen.“ @SacerdosHelveticus Sie haben in dankenswerter Weise einige gute Belege zur intrauterinen
Taufe erwähnt. Ich hätte noch ein Paar mehr, aber das Thema scheint mir erschöpfend behandelt zu sein
und von Ihnen sach- und fachgerecht ohne lächerliche Polemik zu Ende geführt. Das gefällt mir. Sapienti
sat. Meine Großmutter, die Hebamme war, hat in ihrer langen Karriere vom 1. WK bis in die 50er Jahre
nach der kirchlichen Weisung Hunderte von abortiven Föten und Kindern notgetauft. Wir ersehen hier die
große Sorge der Kirche, alles Menschenmögliche zu tun und nichts unversucht zu lassen, um auch dem ungeborenen
Menschenkinde das ewige Heil nicht vorzuenthalten. Es sollte allen eine Mahnung sein, die heute leichtfertig
über menschliches Leben bestimmen möchten.
#69 Lycobates 18:17:41 | Dienstag, 24. November 2009
noch einmal zur intra-uteralen Taufe Die Antwort des hl. Offiziums vom 21.8.1901 (von Papst Leo XIII.
am 23.8. bestätigt) auf eine Anfrage hin des Erzbischofs von Utrecht findet sich im Denzinger (vielleicht
nicht in allen Ausgaben). Dort wird nicht die intra-uterale Taufe als solche angesprochen, da diese als
gegeben vorausgesetzt wird, sondern nur eine Teilfrage derselben, nämlich unter welchen Umständen dem
Taufwasser ein chemischer Stoff beigefügt werden darf, um Infektionen zu verhindern. Die Antwort lautet
dahingehend, daß bei intra-uteralen Taufen nur dann diese Substanz mitverwendet werden darf, wenn reale
Infektionsgefahr besteht. Diesen Teilaspekt hatte ich vorhin nicht berührt. Wortlaut: Expos.: Plures
medici in nosocomiis aut alibi casu necessitatis infantes praecipue in utero matris, baptizare solent
aqua cum hydrargyro bichlorato corrosivo (gallice: chloride de mercure) permixta. Componitur fere haec
aqua solutione unius partis huius chloreti hydrargici in mille partibus aquae, eaque solutione aquae potio
venefica est. Ratio vero, cur hac mixtura utantur, est, ne matris uterus morbo afficiatur. Qu.: 1. Estne
baptisma cum huiusmodi aqua administratum certo an dubie validum? 2. Estne licitum ad omne morbi periculum
vitandum huiusmodi aqua sacramentum baptismatis administrare? 3. Licetne etiam tum hac aqua uti, quando
sine ullo morbi periculo aqua pura adhiberi potest? Resp. (cfirm. a s. P’ce, 23 aug.): Ad 1. Providebitur
in 2s. Ad 2. Licere, ubi verum adest morbi periculum. Ad 3. Negative.
#66 Lycobates 17:57:49 | Dienstag, 24. November 2009
absurd @Fridericius Oder sind Frauen, die Sex haben, verpflichtet, gleich nach dem Verkehr noch ne Sonde
mit gesegnetem Wasser einzuführen in ihre Mumu, um die vielleicht entstandene befruchtete Eizelle zu
taufen? Also, aus meiner Wortmeldung war doch wohl deutlich, hoffe ich, daß die intra-uterale Taufe eine
extreme Notmaßnahme ist. Wenn sich eine Schwangerschaft normal entwickelt (doch wohl mehrheitlich der
Fall, soviel ich weiß), braucht sich die werdende Mutter nicht zu sorgen um ihr Kind. Was den Rest Ihrer
Ausführungen betrifft, tut es mir leid, daß ich nicht weiter darauf eingehe. Wenn Sie nicht an die erbsündige
Verworfenheit vor Gott eines jeden aus Adam gezeugten Menschen glauben, und an Christi Wort an Nikodemus,
daß wer nicht aus dem Wasser und dem Geiste wiedergeboren wird, für ewig verloren ist, und an das andere
Herrenwort (Mk 16), daß wer glaubt und sich taufen läßt, gerettet wird (und wer nicht glaubt, verdammt
wird), ja, dann erübrigt sich jede weitere Ausführung zu diesem Thema. Ich bedauere, aber respektiere
die Tatsache, daß Sie das nicht glauben können oder wollen. Sie müssen aber auch akzeptieren, daß
für Christen Gottes Offenbarung an die Kirche maßgebend ist und bleibt. Verbum Domini manet in aeternum.
Wünsche Erleuchtung und Segen
#51 Lycobates 17:27:33 | Dienstag, 24. November 2009
intra-uteral @Job D.h. wenn es die möglichkeit der intrauteralen Taufe gäbe, hätten Sie wesentlich
weniger gegen die Abtreibung einzuwenden? Die Möglichkeit intra-uteraler Taufen gibt es (mit einer Art
Sonde), darüber hat sich das Hl. Offizium schon 1901 ausgesprochen (Antwort an den Erzb. von Utrecht).
Sie wird von einem Arzt vorgenommen, wenn die Lebensfähigkeit des Fötus stark gefährdet ist, und man
aus guten Gründen befürchtet, das Kind würde tot zur Welt kommen. Tauffähig ist jeder beseelter Mensch,
geboren braucht er noch nicht zu sein. Das alles hat aber nichts mit einer Beschönigung der Abtreibung
zu tun. Abtreibung ist immer ein Mord an Unschuldigen. Das ist schon schlimm genug. Lediglich erschwerend
ist, das ihnen zudem noch die selige Gottesanschauung geraubt wird. Die Frage des Limbus ist unschlüssig.
Es gibt dazu keine definitve Lehraussagen. Definiert ist nur, daß die Taufe, oder das persönliche Verlangen
danach (votum), heilsnotwendig ist.
#24 Lycobates 17:11:04 | Dienstag, 24. November 2009
his Masters voice Selbstverständlich verhält man sich beim Besuch der Kultstätte einer fremden Religion
respektvoll,dazu gehört aber nicht, individuelle Riten der Anbetung oder Verehrung zu vollziehen, wie
sie von Gläubigen dieser fremden Religion als Ausdruck ihrer religiösen Überzeugung vollzogen zu werden
pflegen. Insofern kann der Erzbischof sehrwohl die übliche Begrüßung an sich vollziehen lassen, nicht
aber selbst ein Blumenopfer darbringen. Man kann noch etwas ausführen. Einen Tempel besuchen, und sich
ggf. dort von einem Ortskundigen führen lassen, als Privatperson, als Tourist, eventuell (wobei Kulthandlungen
ausgeschlossen sind, auch kultische Begrüßungen), aber als (putativer) Erzbischof von Westminster in
öffentlicher Amtsführung, keinesfalls. Letztlich tut Herr Nicholls hier aber doch nur, was sein ehemaliger
Chef in Rom ihm in Indien schon 1986 vorgetan hat. „acceperunt caracterem bestiae, et qui adoraverunt
imaginem eius.“ Offb 19,20
#43 Lycobates 16:51:34 | Dienstag, 24. November 2009
Paradies @MichaelaMaria Selbstwenn man die Zellen, die bei der Abtreibung entfernt werden. als beseelt
betrachtet, profitieren diese von der Abtreibung. Dieses besseelte Etwas kommt, da es frei von jeder Sünde
ist, sofort in das Paradies. Wenn das nur wahr wäre! Die Seelen der abgetriebenen Kinder, wenn auch ohne
persönliche Sünde, sind doch mit der Erbsünde behaftet, und können demnach nach der Lehre der Kirche
der seligen Gottesanschauung nicht teilhaftig werden, wenn ihnen (in ihrem natürlichen Glückszustand
im Jenseits) auch keine zusätzliche Pein wird. Alles Leben, was aus Adam geboren wird, steht durch die
Erbsünde in einer unwiderruflichen Feindschaft zu Gott. Nur Glaube und Taufe können es retten. Der Herr
spricht zu Nikodemus: „Wer nicht wiedergeboren wird aus dem Wasser und aus dem Heiligen Geiste, kann nicht
eingehen in das Reich Gottes“. Joh 3 Die Taufe, oder wenigstens das persönliche Verlangen danach, ist
heilsnotwendig. Da die Seelen abgetriebener Kinder persönlich sündenlos sind, erleiden sie aber nur
eine gewisse poena damni (Verluststrafe), keine poena sensus (Sinnenstrafe). Gott sehen und Seiner teilhaftig
werden, können sie aber nicht. Und ihnen das verweigert zu haben, ist die größte Sünde bei einer Abtreibung.
Näheres: www.newadvent.org/cathen/09256a.htm www.newadvent.org/cathen/07207a.htm
#62 Lycobates 12:03:23 | Dienstag, 24. November 2009
noch Einiges @Leo Miles Sie haben recht, daß die Art der Sedisvakanz seit 1958 sich nicht nur quantitativ
(ihre Länge), sondern auch qualitativ (es gibt gleichzeitig nämlich einen Usurpator) unterscheidet von
der „natürlichen“ Sedisvakanz, wie Sie sie nennen. Trotzdem ist, im Lichte der Kirchenlehre zu Häresie
und Amt, diese Sedisvakanz die heute einzig gangbare theologische Konklusion. Ich sehe dies wie gesagt
als endzeitliches Faktum: „Ich werde den Hirten schlagen, und die Herde wird zerstreut werden“. Ich wollte
nur darlegen, daß Sedisvakanz an sich, wie sie nach dem Tode eines jeden Papstes eintritt, kein Argument
gegen die Sichtbarkeit der Kirche ist, auch dann nicht, wenn sie länger dauern sollte. Denn die Kirche
lehrt auch, daß auch jene Sakramente, die von Häretikern gespendet werden, grundsätzlich gültig sind.
Die Kirche lehrt also auch, daß die Kirche durchaus auch da ist, wo Häretiker sind. Ersteres stimmt
(mit Einschränkungen), letzteres nicht. Es gibt einige gültige Sakramente außerhalb der Kirche (z.B.
die Taufe bei vielen Protestanten); es gibt aber keine Häretiker in der Kirche, und sie haben in ihr
kein Amt (legitim) inne, auch dann nicht, wenn es den Anschein hat. Die jüngsten Päpste sind sicher
Modernisten Richtig. Dann sind sie als Vertreter des „Sammelbeckens aller Häresien“ aber exkommuniziert
(nach St. Pius X.) und außerhalb von Kirche und Amt. EB Lefebvre (so sehr ich ihn sonst geschätzt habe)
hat das nicht genug beachtet, und nicht konsequent durchgedacht. Schade!
#56 Lycobates 12:59:34 | Montag, 23. November 2009
wichtige Fragen @Paulaner Gut, daß so wichtige Fragen nicht von unwichtigen Wichtigtuern geklärt werden
müssen die ihre Partikularinteressen durchdrücken möchten. Sie haben vollständig recht. Wenn auch
anders, als Sie meinen. Zur Klärung solch wichiger Fragen (in der Tat könnte es im Leben der Kirche
heute kaum eine wichtigere geben !) kann und darf nur die überlieferte kirchliche Lehre, wie sie von
erprobten Theologen interpretiert und vom Lehramt vorgelegt worden ist, als Maßstab genommen werden.
Darauf müssen wir Jüngere uns stützen. Bestimmt in einer Zeit, wo seit 51 Jahren das lebendige Lehramt
verstummt ist. Nil innovetur nisi quod traditum est. Partikularinteressen darf die katholische Kirche
nicht kennen bzw. berücksichtigen.
#54 Lycobates 11:24:54 | Montag, 23. November 2009
Papstfrage @Leo Miles Sie fragten: Gibt es Ihrer Meinung nach einen Papst? Nein, ich halte dafür (und
das kann gut begründet werden, auf Grund der überlieferten Lehre der Kirche), daß Papst Pius XII. der
letzte (sicher) legitime Papst war. Ab dem 9. 10. 1958 ist Sedisvakanz. Die Bischöfe Roncalli, Montini,
Luciani, Wojtyla, und der Priester Ratzinger waren bzw. sind nachweislich in verschiedener Schattierung
und Ausformung Modernisten (Bf. Wojtyla hat sich dazu noch öffentliche Akte der Apostasie zuschulde kommen
lassen) und demnach als Häretiker untauglich für das Papstamt. Wenn „nein“: Kann die von Jesus Christus
eingesetzte Kirche tatsächlich ohne entsprechende irdische Institution mit dem entsprechenden irdischen
Oberhaupt existieren? Nein, jedenfalls nicht prinzipiell, nur akzidentell. Für die Zeit der Sedisvakanz
ist keine Frist gesetzt. Jeweils nach dem Tode eines Papstes ist Sedisvakanz, meistens nur einige Wochen,
manchmal einige Monate oder gar Jahre. Daß es jetzt 51 Jahre geworden sind, ist außergewöhnlich, und
sehr problematisch für das Leben der Kirche, aber möglich. Ich sehe es als eine Strafe. Ist sie bereits
von den Pforten der Hölle überwunden worden? Wenn nicht, was und wo ist die existente römisch-katholische
Kirche? Dazu haben sich schon andere Zuschreiber geäußert. Die Kirche ist da, wo der apostolische Glaube
und die wahren Sakramente sind, in prinzipieller Unterordunung unter dem Papst, auch wenn es ihn z.Z.
nicht gibt (und nur durch ein Wunder wieder geben könnte).
#36 Lycobates 14:09:00 | Samstag, 21. November 2009
gallikanisch @JosefG Ich habe den Terminus hier in einem etwas übertragenen Sinne gebraucht. Gemeint
ist die Ekklesiologie der PB, insbesondere ihre Einschränkung der Unfehlbarkeit auf das außerordentliche
Lehramt und ihr Abhängigmachen des Gehorsamsanspruchs (auch in rein disziplinarischen Sachen) auf was
mit der eigenen Auffassung übereinstimmt. Die PB wurde als diözesane pia unio anerkannt, von einem rechtgläubigen
Bischof (Charrière), experimenthalber, für sieben Jahre. Vor Ende der Frist wurde die Anerkennung von
den Modernisten (Hw. Mamie von Rom gesteuert) zurückgenommen. Diese Maßnahme wurde von der PB und vom
EB bestritten, und die PB hat sich immer weiter beworben um Anerkennung (kanonisch und lehrmäßig), die
ihr von den Modernisten aber immer verweigert wurde. Das Problem ist, daß die PB, und weiland der EB
(von ein paar mehr erleuchteten Momenten abgesehen) nie die Legitimität und Jurisdiktion der modernistischen
Usurpatoren überhaupt bestritten haben, sondern nur ad hoc, nämlich nur dann, wenn die Maßnahme mit
dem Glauben unvereinbar schien. Sonst hätten sie sich ja nicht um Anerkennung bemüht, und gäbe es jetzt
keine Gespräche. Der Punkt ist aber, daß Glaubensverlust (Häresie oder Apostasie), auch in nur einem
Punkt (Beispiel: NOM), Amts- und Jurisdiktionsverlust mit sich führt, und damit auch alle anderen Maßnahmen,
auch belanglose und im Prinzip rechtgläubige, keine kirchliche Existenz haben. Gallikanisch ist, den
Papst als Papst anerkennen, und dann nicht tun, was er will.
#17 Lycobates 13:37:32 | Freitag, 20. November 2009
Tröstlich @Brandenburgis Man sollte sich nicht entmutigen lassen. Gott ist Herr der Geschichte, wie gesagt.
Christus vincit. Nur wissen wir, daß es einmal so kommen mußte, wie es jetzt gekommen ist. „Wenn der
Menschensohn wiederkommen wird, meinst du, er werde Glauben finden auf Erden?“ Luk. 18 Die heutige Krise,
beispiellos in ihrem Ausmaß, muß wohl, ohne Panikmache, als endzeitliches Faktum gewertet werden. Nur
wissen wir zu unserem eigenen Heile nicht, wie lange diese dauern wird. Am kommenden Sonntag werden wir
im Evangelium wieder daran erinnert. Die „kleine Herde“, die den apostolischen Glauben unverkürzt bewahrt,
wird es aber bis zuletzt geben. Die Pforten der Hölle werden die Kirche nicht überwältigen. Diese Verheißung
bleibt uns sicher. Sie gilt nicht allen kirchlichen Strukturen, die verschwinden könnten wie sie gekommen
sind, wohl aber der Reinheit des Glaubens, und der Fortsetzung der Gnadenmittel in den wahren Sakramenten,
durch die unverkürzte apostolische Sukzession unter Petrus und seinen legitimen Nachfolgern (wenn auch
letzteres heute nur „in potentia“ während der Sedisvakanz), vielleicht nur in kleinem Rahmen. So fing
es ja auch an. Das möglich bevorstehende Scheitern der PB kann auch ein reinigendes Gewitter sein. Ihr
gallikanischer Geburtsfehler konnte ja nicht ungestraft bleiben. Wie gesagt, keine Panikmache! „Wenn aber
diese Dinge anfangen zu geschehen, so blickt auf und hebt eure Häupter empor, weil eure Erlösung naht.“
Luk. 21 Warten wir ab. Orate sine intermissione.
#12 Lycobates 12:44:35 | Freitag, 20. November 2009
Predigt Sicher gehört zum Predigen Talent und eine gewisse Fertigkeit und Erfahrung. Daher kann und soll
nicht jeder Priester unbedingt auch Prediger sein. Es gibt (gab) darum in der Kirche besondere Orden,
wie gerade die Predigerbrüder (Dominikaner), aber auch die Redemptoristen, Karmeliter und Kapuziner,
u.a., die in den Pfarren zu gewissen Anlässen besondere Missionen predig(t)en, und zwar öfter außerhalb
der Messe. Diese Patres sind (waren) besonders zum Predigen geschult. Das ist ein besonderer Beruf. Wesentlich
für den Priester ist nicht das, sondern Christi Opferpriester zu sein und die Messe zu feiern, sowie,
im Namen der Kirche, das öffentliche Chorgebet zu verrichten. Während der meisten Gottesdienste wird
ja überhaupt nicht gepredigt. Nur an Sonntagen soll es nach der Vorschrift des Tridentinums wenigstens
anläßlich des Hauptgottesdienstes eine Homilie geben (Erklärung der Perikope). Bei den Protestanten
ist das anders. Dort ist die Predigt wesentlicher Anteil des Gottesdienstes, die ja keine Messe ist, und
keinen Opferpriester kennt. Dort ist Gottesdienst im wesentlichen Verkündigung. Ein Novum der Neuerer.
Die Konzilssekte hat das, wie manches andere, übernommen, nur schneiden dort (wie ich höre) die Prediger
im Durchschnitt oratorisch viel schlechter ab als ein lutherischer oder reformierter Pastor. Daher wohl
das Gähnen der Gemeinde.
#93 Lycobates 11:46:00 | Donnerstag, 19. November 2009
noch einmal zu Ehe und Zölibat Das II. Laterankonzil griff nun erstmalig in das römische Eheschließungsrecht
ein, indem es ein Ehehindernis rein kirchlichen Rechtes (sic!)erließ, demzufolge Kleriker keinen rechtsgültigen
Ehekonsens leisten können … Gleichwohl kann und wird durch den Apostolischen Stuhl in Einzelfällen …
von diesem Ehehindernis dispensiert, weil das Hindernis nicht göttlichen Rechts ist. Nun, Eheschließungsgesetze
und -Hindernisse sind eine Sache, die Pflicht zum Zölibat (= zu einem Leben in Keuschheit, verheiratet
oder nicht) aber eine andere. Letzere existiert (nach dem Zeugnis etwa des hl. Epiphanius, zitiert in :
www.newadvent.org/cathen/03481a.htm) für Kleriker seit apostolischer Zeit, wurde aber unterschiedlich
gehandhabt und verschiedentlich streng eingeschärft. Das Konzil von Elvira ist die älteste erhaltene
Rechtsquelle dazu, das 1. ök. Konzil von Nizäa die älteste höherer Autorität. Daß es rechtliche
Ehehindernisse erst ab einem gewissen Datum gab, bedeutet nicht, daß vorher die Priesterehe gang und
gäbe war. Wohl bedeutet es, daß sich im Mittelalter eben Mißbräuche eingeschlichen hatten, die durch
eine strengere Rechtslage ausgeräumt werden sollten. Aber daß die Zölibatsverpflichtung eine kirchliche
Einrichtung ist (allerdings basierend auf einem evangelischen Rat), wird von niemandem bestritten! Und
daß die Kirche manchmal vom Zölibat dispensiert, wenn ein Verheirateter Weltpriester wird (nicht umgekehrt!),
lehrt die Geschichte bis auf den heutigen Tag.
#52 Lycobates 20:47:19 | Mittwoch, 18. November 2009
zum Nizänum I, can.3 Der vorhin zitierte dritte Kanon des I. Nizaenums verbietet das Zusammenleben von
Klerikern mit einer subintroducta (heimlich/unrechtmäßig eingeführten Frau), gr. συνείσακτοs.
Im 55. Brief vom Hl. Basilius von Cäsarea an den Priester Paregorius findet sich eine zeitgenössische
autoritative Interpretation: Das Konzil schärft den Zölibat überhaupt ein, nur nahe weibliche Blutsverwandte
sind im Priesterhause erlaubt, alle anderen Frauen haben als subintroductae zu gelten. Die männliche
Genusform im Griechischen erklärt sich durch die Zusammensetzung des Adjektivs. Ein Zusatz „Frau“ ist
unnötig. Der Zusammenhang, wo noch Mutter, Schwester und Tante als zulässig erwähnt werden, ist ja
klar. (Natürlich kann das Wort auch männlich sein, aber nicht in diesem Zusammenhang). Auch ein Zusatz
„Heirat“ oder „verheiratet“ verbietet sich, da geweihte Bischöfe/Priester/Diakone nicht (mehr) heiraten
konnten (wie schon dargelegt). Ich sehe jetzt, daß es noch einen älteren ähnlichen Kanon gibt, vom
Konzil von Elvira, 305, zwanzig Jahre früher. Das ist aber kein ökumenisches Konzil.
#34 Lycobates 19:42:12 | Mittwoch, 18. November 2009
noch einmal zum Zölibat @Thomasius Sie haben teils schon recht. Klerikale Habsucht bzw. Geltungssucht
ist nicht von gestern (Simon der Zauberer wollte es ja schon, siehe Apg. Kap. 8); auch das ist erbsündige
Belastung, die aber zum Prinzip nichts aussagt. Die Lebemänner kann man nicht als Richtschnur nehmen,
auch nicht als Argument fürs Gegenteil. Gott wird uns alle richten. Es stimmt, daß es in der Anfangszeit
der Kirche, als viele Erwachsene in gestandenen Verhältnissen zu Amt und Würde kamen, mehr Verheiratete
gegeben hat, als später, als die Regel (die es ja als evangelischen Rat seit immer gegeben hat) eingeschärft
wurde, und junge Leute frisch zur Kirche kamen, oder christliche Familien entstanden. Die einst verheirateten
Apostel haben aber bestimmt nicht ihre Familie auf allen Missionsreisen mitgenommen; darüber schweigen
sich die Quellen aus. Das wäre auch besonders unpraktisch gewesen. Von Petri Schwiegermutter hören wir
seit dem Besuch des Herrn in ihrem Haus und ihrer Genesung (Mt. 8) nichts mehr; Petri Frau wird ja nicht
einmal erwähnt, nur die Mutter. Von allen anderen Aposteln lesen wir, daß sie alles hinter sich ließen,
um Christus zu folgen. Das ist doch wohl klar. Bemerkenswert auch, daß gerade Titus und Timotheus, beide
jung und ledig, Pauli Adressaten zum Zölibat sind. Wünsche Erleuchtung und Segen
#25 Lycobates 18:45:31 | Mittwoch, 18. November 2009
Zölibat @Thomasius Der Zölibat in der Katholischen Kirche ist eine „Erfindung“ Jahrhunderte nach „Gründung“
der Kirche und hat mit der Lehre Jesu Christi kaum etwas zu tun. Sie irren hier. Schon das erste Konzil
von Nizäa (325) hatte Anlaß, im 3. Kanon, den damals bereits bestehenden Zölibat (er ist apostolisch)
wieder einzuschärfen, indem es für Kleriker die Kohabitation mit einer Frau (außer der Mutter, Schwester,
Tante, sonstiger unbescholtener Frau) verbot. Daß das immer wieder schiefging, ist mit der erbsündigen
Belastung des Menschen genügend erklärt. Daher wurde es auf anderen Konzilien und von den Päpsten auch
immer wieder eingeschärft. Nicht erst 1022. In der Ostkirche kann kein Priester heiraten. Nur kann dort
ein bereits Verheirateter Weltpriester werden, und, wenn er will, sein Eheleben fortsetzen (Ersteres kann
in der Westkirche auch, Letzteres nicht). Ein später verwitweter Weltpriester kann aber nicht wieder
heiraten (auf Grund des Wortes Pauli, „der Diakon/Priester(Bischof) sei Mann nur einer Frau“ 1Tim 3: das
gilt nicht injunktiv, sondern limitativ, wie die Kirche es immer gehalten hat; Timotheus selber war ja
ledig). Mönche und Bischöfe (im Osten oft aus dem Mönchsstand bezogen) sind in Ost und West immer zölibatär.
So war es immer, und so hat es sich bewährt. Daß das heute vornehmlich in der Konzilssekte schrecklich
schief geht, hängt in erster Linie damit zusammen, daß seit 40 Jahren dort keine oder kaum noch sakramentale
Gnaden fließen. Das hält keiner aus.
#41 Lycobates 17:51:25 | Mittwoch, 18. November 2009
nach geltendem Recht @diakonus Noch bestimmt der Heilige Geist, was eine Häresie ist, noch wählt die
Gemeinschaft der Kardinäle den (gültigen!) Papst, noch trägt der Papst in das Verzeichnisse der Seligen
und Heiligen ein. Nach geltendem Recht. Gut, daß Sie die Sache konzis auf den Punkt bringen. Aber: wer
hat denn geleugnet, daß 1) der Heilige Geist (also wohl etwas präziser: das von Ihm geführte Lehramt)
bestimmt, was eine Häresie ist? 2) die Kardinäle nach geltendem Recht den gültigen Papst wählen? 3)
der Papst selig- und heiligspricht ? Ich stimme diesen drei Punkten voll zu. Nur halte ich dafür (und
zwar begründet), daß nicht ohne Weiteres Papst ist, wer sich heute dafür ausgibt oder dafür gehalten
wird. Denn Rechtgläubigkeit ist konstitutiv für einen (gültigen!) Papst; nicht der Papst konstituiert
die Rechtgläubigkeit. Das kann jeder, der will, in der Bulle Pastor aeternus (18.7.1870) des Vatikanischen
Konzils nachlesen.
#34 Lycobates 13:42:35 | Mittwoch, 18. November 2009
heroisch? Der „heroische Tugendgrad“ des letzten Papstes Pius XII. ist nicht unproblematisch. „Vatikanum
II“ wäre nicht möglich gewesen, wenn in den Pontifikaten seit 1914 bis 1958 nicht Nachlässigkeit vorgeherrscht
hätte, und wenn die antimodernistischen Weisungen des hl. Pius X. in vielen Diözesen nicht sträflich
vernachlässigt worden wären. Nicht einmal aus Modernismus, sondern weil man es „übertrieben“ fand.
Vor allem in den letzten Jahren Papst Pius’ XII. ging es hinter den Kulissen förmlich drunter und drüber.
Pius XII. hatte zwar einen großen persönlichen Glauben, aber er war auch schüchtern, wenig volksnah,
praktisch ohne Pfarrhauserfahrung, und hatte, von seiner aristokratischen Herkunft und diplomatischen
Ausbildung her, die Neigung, gefällig und geschmeidig zu sein. Daher gab es 1943 und 1950 zwar „Mystici
corporis“ und „Humani generis“ gegen die nouvelle théologie, aber kein Exkommunikationsdekret wie „Lamentabili“
oder „Praestantia scripturae“ unter S.Pius X. zu der Antimodernismusenzyklika „Pascendi“, und keiner der
modernistischen Theologen, nicht einmal Teilhard, wurde ernsthaft belangt. Höchstens versetzt und versteckt,
wo sie weitermachen konnten. So gab es auch 1947 „Mediator Dei“ zur Liturgie, aber nur ein Jahr später
eine Liturgiekommission, die (zunächst sehr diskret) genau das Gegenteil tat von dem, was in der Enzyklika
stand. Ein Heiliger wie Pius X., mit „heroischem“ Tugendgrad, hätte ohne viel Federlesens tabula rasa
gemacht. Pius XII. tat es nicht.
#30 Lycobates 13:16:19 | Mittwoch, 18. November 2009
selig und heilig Nach geltendem Recht (etwa ab 10. Jh. / fest 1588) kann nur ein (legitimer) Papst Selig-/Heiligsprechungen
vornehmen. Das bedeutet konkret, daß derzeit auf neue Selige/Heilige verzichtet werden muß. Das sollte
auch prinzipiell kein Problem sein: wir haben ja unseren Kalender. Die letzte Selig-/Heiligsprechung wurde
von Papst Pius XII. vorgenommen. Das bedeutet natürlich nicht, daß keiner der seitdem putativ Selig-/Heiliggesprochenen
es nicht auch wirklich wäre; nur ist rechtlich ihre liturgische Verehrung und auch privat ein Gebet um
ihre Fürsprache unmöglich. Trotzdem: die Bedingungen zur Selig-/Heiligsprechung wurden 1983 so eingehend
geändert und verflüchtigt (besonders die Wunderbedingungen, die Wartetermine, usw.), und die Anzahl
der Selig-/Heiligsprechungen hat seitdem inflationär so zugenommen („Johannes Paul II“ „kanonisierte“
mehr „Heilige“ als alle Päpste seit geltendem Verfahren vorher zusammengenommen), daß mit W. Siebel
(nachzulesen in den SAKA-Informationen) auch große Zweifel über die tatsächliche Heiligkeit der Betroffenen
angebracht sind. All diese Prozesse wären wieder aufzurollen, nach dem vorherigen strengen Verfahren.
Im Hinblick auf die zahlreichen persönlichen Häresien (Red.Hom. 1979 u.ff.) und gar die Apostasie des
Bfs Wojtyla -Assisi 27.10.1986, aber schon Indien 2.2.1986 (Einprägung des Tilak-Zeichens)- wäre eine
„Seligsprechung“ „Johannes Pauls II“ eine absolute Lachnummer. Abgesehen davon, daß Hw. Ratzinger ein
jurisdiktionsloser Vagus ist.
#4 Lycobates 14:57:50 | Dienstag, 17. November 2009
Privatmann Chr. Schönborn @Maledica wie wahr! der unsägliche Christoph Schönborn ist überhaupt ein
homo privatus ohne Amt und Würde Dazu noch dies: Frater (kein Pater) Schönborn O.P. (man könnte weinen,
wenn man bedenkt, was für Personen mit Namen „Schönborn“ in früherer Zeit Reich und Kirche gedient
und illustriert haben, und was Wien und dem Erdkreis jetzt an Stelle dessen beschert wird !!) ist auch
einer der Hauptverantworlichen für den mißbräuchlich so genannten „Katechismus der katholischen Kirche“,
den die Konzilssekte an die Stelle des tridentinischen gestellt hat. È tutto dire, wie der Italiener
sagt.
#302 Lycobates 11:10:33 | Dienstag, 17. November 2009
Verwendung und Bedeutung? des Adverbs „publice“ In der Moral ist (etwa nach dem hl.Alfons, aber auch z.B.
bei P. Arregui SJ) „publica“ haeresis, jene Häresie, die „coram pluribus“ (schriftlich oder mündlich)
vorgetragen wird. Das ist doch ziemlich klar. Ich wies bereits auf den Notenapparat zu Kan. 188 hin (in
den annotierten Ausgaben); da gibt es weitere Aufschlüsse. Ich wies dazu in einem vorigen Beitrag bereits
hin auf den Artikel von Dryden/Dolan, in dem der Wortlaut des Kanons knapp aber korrekt erklärt wird:
www.traditionalmass.org/articles/article.php?id=12&catname=… Ferner Interessantes etwa hier: www.sedevacantist.org/offices.html
Die bekannten Kommentare von Jone, Wernz-Vidal und Eichmann etwa zum CIC sind auch nützlich. Ich kann
hier nicht alles ausschreiben.
#82 Lycobates 18:42:11 | Montag, 16. November 2009
Kanon 188/4 des CIC 1917 vollständig zur größeren Klarheit hier der Volltext: Ob tacitam renuntiationem
ab ipso iure admissam quaelibet officia vacant ipso facto et sine ulla declaratione, si clericus: …
4 A fide catholica publice defecerit Dieser Kanon trifft auf alle Amtsinhaber zu, die die Irrlehren des
„Vatikanum II“ und die Liturgiereform öffentlich rezipiert und akzeptiert haben, und dieselben ihren
Untergebenen auferlegen.
#79 Lycobates 18:32:38 | Montag, 16. November 2009
CIC 188/4 „Renuntiatio ex metu gravi, iniuste incusso, dolo vel errore substantiali aut simoniace facta,
ipso iure irrita est.“ Sie haben Humor, aber lustig ist es nicht. Sie wissen genau, daß ich aus dem Kirchenrecht
zitiere, das 1917 promulgiert wurde. Der Vereinskodex des Dalai Wojtyla aus dem Jahre 1983 ist für Katholiken
unverbindlich und nicht zitierfähig. Die Lage ist ernst. Für perfide Täuschspielchen habe ich keine
Zeit.
#77 Lycobates 18:16:46 | Montag, 16. November 2009
sine ulla declaratione Solange eine passiv gesetzesfähige Gemeinschaft (i.e. die Kirche) nicht ausdrücklich
feststellt, daß einem vermeintlichen Gesetzgeber die legislative Gewalt nachweislich gefehlt hat (e.g.
„illegitimer“ Pontifex), solange sind die von diesem in erforderlicher Sollennität gesetzten Rechtsakte
als gültig gesetzt und als geltendes Recht aufzufassen. Das trifft leider nicht zu. Das Kirchenrecht
(CIC 188/4) sieht verbindlich vor (ich habe bereits einige Male darauf hingewiesen), daß bei öffentlichem
Glaubensabfall eines Klerikers sofort (ipso facto) und ohne daß dazu eine Erklärung einer kirchlichen
Autorität erforderlich wäre, Ämtervakanz eintritt. In den annotierten Ausgaben des CIC werden Sie zu
diesem Kanon einen Autoritätsverweis zu der Bulle „Cum ex apostolatus officio“ von Papst Paul IV. 1559
antreffen, in der diese Regel auch auf Kardinäle und Papsteligendi bzw. electi angewendet wird. Der Verlust
des Glaubens ist mit dem Innehaben eines Amtes und der damit verbundenen Jurisdiktion unvereinbar. Und
zwar automatisch. Das ist wegen des Schutzes vor dem reißenden Wolf auch unabdingbar, zumal auch der
Glaubensabfall (Häresie und Apostasie) objektiv feststellbare Tatbestände sind. Der letzte Dekan des
Kardinalskollegium war, vor seinem Abfall, Bf. Eugène Tisserant. Der letzte Kamerlengo der hl. römische
Kirche war Kard. Lorenzo Lauri, der 1941 starb. Der Posten wurde zu Lebzeiten Papst Pius’ XII. nicht neubesetzt.
#73 Lycobates 17:44:50 | Montag, 16. November 2009
mögen und nicht mögen War Paul VI ein Hanswurst oder der Papst? (Mögen tue ich ihn bestimmt nicht)
Er war weder das eine, noch das andere. Er war ein gestandener Modernist, der von einer usurpierten Position
aus erfolgreich unternommen hat, den Glauben zu zersetzen und mittelfristig (40 Jahre sind vergangen)
in breiten Kreisen zu zerstören, indem er das Herzstück, das eucharistische Opfer, gefälscht und unwirksam
gemacht hat. Er war kein Hanswurst, da er intelligent und hinreichend theologisch geschult war, um zu
wissen, worum es ging, und was er tat. „mögen“ und „nicht mögen“ sind subjektive Momente, die hier unerheblich
sind. Papst Pius XI. führte lautstarke Diskussionen mit seinen Mitarbeitern, die z.T. zu schweren Zerwürfnissen
Anlaß gewesen sind (Stichworte: Mexiko, Action française, span. Bürgerkrieg, Anschluß Österreichs,
usw.). Ihn haben vielleicht einige deshalb nicht „gemocht“. Das ist aber unwichtig. Er war rechtgläubig,
also Papst. G.B. Montini war ein vom Glauben abgefallener Bischof. Papstuntauglich.
#65 Lycobates 16:39:09 | Montag, 16. November 2009
Opfer @karljosef Auch die neue Messe ist ein Opfer. Wenn der NOM ein wirkliches Opfer ist (die Modernisten
bestreiten das), ist er nicht das Opfer Christi. Im NOM wird das „opus manuum hominum“, das Werk der Menschen
Hand, Feldfrüchte und Wein, „bereitgestellt“ (in der „praeparatio donorum“), und, wenn man will, „geopfert“.
Das ist das Kainsopfer. In der katholischen Messe (Ost und West) wird die „immaculata hostia“ und der
„calix salutaris“, die unbefleckte Opfergabe, der Kelch des Heils, Christus selber, geopfert. Das ist
das Opfer Abels, das unbefleckte Lamm, damals als Figur für Christi Opfer. Es gibt nur dieses Opfer im
Neuen Bund. Materia proxima für eine gültige Konsekration ist das geopferte Brot und der geopferte Wein,
Christus selber bereits vorweggenommen, substantiell sein Leib und Blut erst mit der Wandlung. Keineswegs
ein „Werk von Menschenhand“. Die „neue Messe“ ist Menschenwerk, sie ist ein Afteropfer. Sie trägt das
Kainsmal der verweigerten Feldfrüchte.
#61 Lycobates 16:18:39 | Montag, 16. November 2009
Gültigkeit der neuen Sakramente Doch, die neue Messe und die neuen Sakramente sind ungültig. Wohl bis
auf die Ehe und die Taufe. Wenn beide Ehegatten gültig getauft sind, ist die ordentliche Eheschließung
vor Zeugen ein gültiges Sakrament. Die Taufe wäre im Einzelfall zu prüfen. Form und Materie haben sich
prinzipiell nicht geändert. Der Kontext, in den die Form eingebettet wird, kann aber eine invalidierende
Wirkung haben, falls er eine der kath. Theologie gegensätzliche Sakramentenlehre vermittelt (sog. „significatio
ex adiunctis“ nach Papst Leo XIII.). Parallel gilt das auch für die Beichtformel, wenn denn ein gültiger
Priester sie spricht (von der Jurisdiktion sehe ich jetzt einmal ab). Ungültig sind jedenfalls diese
Sakramente, für deren Spendung ein geweihter Priester erforderlich ist, da die neuen Weihen keine Weihegewalt
mehr vermitteln. Noch abgesehen von den Mängeln der neuen Riten selber, die, auch bei gültig geweihtem
Priester bzw. Bischof, sakramental unwirksam sind (neue Messe, neue Weihen, Krankensalbung); die Firmung
wäre (bei richtigem Bischof) vielleicht lediglich zweifelhaft. Wobei auch die Frage des Öls bzw. Chrisams
zu klären wäre, das ja zur Gültigkeit von einem Bischof (einem richtigen!) geweiht werden muß. Usw.
Usw. Probleme über Probleme. Man halte sich fern von der Konzilssekte!
#34 Lycobates 12:04:38 | Montag, 16. November 2009
Eine Frage der Zeit @Alois Bischof Die ‘Neue Messe’ ist für mich nicht die Liturgie der römisch-katholischen
Kirche. Also ist jede Kirche wo die Neue ‘Messe’ zelebriert wird, eine nichtkatholische Kirche. Richtig.
Darum auch kann eine solche Kirche nicht ohne weiteres wieder für den katholischen Kult in Anspruch genommen
werden (wie wenn ohne weitere Bedenken „alte Messen“ in diesen Kirchen zelebriert werden !!). Es können
keine katholischen Messen gefeiert werden in Räumen, die auch für nicht-katholische Kulthandlungen Verwendung
finden, auch dann nicht, wenn es einmal eine konsekrierte katholische Kirche war. Die V2-Kirche hat keine
Zukunft. Das ist ein parasitäres Gebilde. Ja, die Konzilssekte ist Menschenwerk und wird untergehen.
Sie ist bereits im Begriff, flächendeckend dermaßen abzuwirtschaften, daß die von ihr aus der katholischen
Kirche usurpierten Strukturen auf Dauer nicht zu handhaben sein werden. Insofern es lediglich Strukturen
des Jurisdiktionsapparats betrifft, kann die Kirche aber auch ohne sie überleben. Wesentlich ist der
Erhalt der Weihegewalt, die in der Konzilskirche immer mehr an Seltenheitswert gewinnt. Spätestens in
etwa 20 Jahren werden darum für die treu gebliebenen Katholiken in aller Welt ganz andere Verhältnisse
entstehen. Dann auch wird die Sichtbarkeit der Kirche, d.h. dessen, was als wahre Kirche erkennbar sein
(und als „kleine Herde“ wohl auch verfolgt werden wird), wieder größer werden, wenn der leere Ballast
der Konzilskirche einmal ganz in Wegfall gekommen sein wird.
#44 Lycobates 17:38:51 | Dienstag, 10. November 2009
Bischof Mennonna gestorben Nach Informationen der Webseite „Catholic Hierarchy“ starb am 6. November der
Bischof von Muro Lucano in Italien, Antonio Mennonna, im Alter von 103 Jahren. Er war am 5. Januar 1955
von Papst Pius XII. ernannt und am 13. März des gleichen Jahres konsekriert worden. Nach ihm verbleiben
in der Konzilskirche noch 31 einst legitim ernannte Bischöfe (Titularbischöfe einbegriffen). Die Anzahl
der noch gültig geweihten Bischöfe liegt dort noch über 100. Über ihre Stellung zu „Vatikan II“/Liturgiereform
usw. (und dementsprechend ihre vielleicht noch verbliebene Jurisdiktion) liegen keine sicheren Angaben
vor.
#36 Lycobates 17:35:08 | Freitag, 6. November 2009
noch Einiges @Theologulus Sachlichkeit und einen korrekten Ton weiß ich immer zu schätzen, wenn ich
auch bei der Bewertung des NOM und der Sachlage allgemein anderer Meinung bin als Sie. Nun, über all
diese Fragen wird eines Tages das authentische Lehramt definitiv und autoritativ entscheiden müssen.
Dem müssen wir uns unterordnen. Wie bereits gesagt können wir derzeit nur, auf Grund der sicheren Lehre,
die Problemkreise abgrenzen. Dabei muß, was den konkreten Empfang der Sakramente angeht, das Prinzip
des Tutiorismus unserem Handeln zugrunde liegen. (Konkret: nur dorthin gehen, wo es sicher gültig ist;
über die Erlaubtheit kann man sich dann zur Not gemäß Kan. 2261-2 vielleicht hinwegsetzen) @CC: Außerdem
besitzt der römische Pontifex unstreitig die Vollmacht, verschiedene Riten zur Verwaltung der Sakramente
ebenso zuzulassen wie vorzuschreiben Man muß da doch etwas einschränken. „Riten zur Verwaltung“ betreffen
nicht die Substanz (Form, Materie, Intention, Minister), über die der Kirche, auch nicht einem legitimen
Papst, keine Macht zu Änderungen oder gar Neuerungen zusteht. Ecclesiae minime competere ius circa ipsam
sacramentorum substantiam quidpiam innovandi (S. Pius X, Ex quo nono 1910; sinngemäß in Apostolicae
curae 1896 von Papst Leo XIII. und Sacramentum ordinis 1947 von Papst Pius XII. (dort §1, mit fast denselben
Worten wie S. Pius X. u.a.). Auch wenn Bf Montini/„Paul VI.“ legitimer Papst gewesen wäre, hätte er
keine Befugnis gehabt, das „Mysterium fidei“ in der Wandlungsform zu ändern.
#34 Lycobates 11:37:23 | Freitag, 6. November 2009
Wirksamkeit @Theologulus … Ich frage ernsthaft: Ist die Wirksamkeit so eng an einen missverständlichen
Sinn gekoppelt? Es ist klare Lehre der Kirche, daß eine solche Änderung der Form, die einen anderen
Sinn ergibt, als den intendierten, Ungültigkeit zur Folge hat. Leider trifft dies hier zu. Die Worte
einfach zu streichen, hätte wahrscheinlich noch keine Ungültigkeit verursacht obwohl sie mit dem hl.
Thomas „pertinent ad integritatem locutionis“, da dann der Sinn nicht verkehrt wird; die Worte aber genau
so zu verschieben, daß eine lutherisierende Interpretation der Realpräsenz möglich wird (und von P.
Bugninis Absicht her, wie wir von ihm selber wissen, auch vorgegeben ist!), verkehrt den Sinn, und bewirkt
eine intentio sacramento contraria. Es kommt dann kein Sakrament zustande. Im übrigen ist für die lateinische
Kirche die Form definiert, so wie sie im Missale vorliegt (also mit „Mysterium Fidei“); die Stellen des
NT, wo die Einsetzungsworte stehen (keine sind identisch!), sind (das erkennt sogar der modernistische
Liturgiker P. Jungmann an, siehe seine Missarum Sollemnia) jüngeren Datums, und daher für die Argumentation
unerheblich, da bereits vor Endredaktion des NT die Messe gefeiert wurde und dabei (nach ältesten Zeugnissen)
unsere Form Verwendung fand, die apostolischen Ursprungs ist. Vgl. etwa auch beim hl. Thomas (S.Th. III,78,3):
Evangelistae non intendebant tradere formas sacramentorum, quas in primitiva Ecclesia oportebat esse occultas …
Sed intenderunt historiam de Christo texere.
#24 Lycobates 17:56:59 | Donnerstag, 5. November 2009
Chaldäer Wie liegt der Fall dann z.B. bei den katholischen Chaldäern Die ostsyrischen Riten sind kürzlich
von einer Entscheidung des modernistischen Roms in Mitleidenschaft gezogen worden. Denn Sie spielen wahrscheinlich
auf die Anaphora von Addaeus und Maris an, die (nestorianischen Ursprungs, Endredaktion 7. Jh.) auch im
chaldäischen Ritus in Gebrauch ist, und in der, auf Grund der altchristlichen Arkandisziplin, die Wandlungsworte
(als heiligstes und geheimstes Element) nicht ausgeschrieben sind (sondern mündlich überliefert, und
vom Priester immer still gesprochen werden, allerdings an einem anderen Ort der Anaphora bei den Nestorianern
als bei den Chaldäern). 2001 erklärte Rom, der Text sei gültig, auch ohne die hinzugefügten (und hinzuzufügenden)
Wandlungsworte. Daß aber ein Kanon ohne Wandlungsworte nicht anders als ungültig sein kann, ist selbstverständlich.
Auch hier kommt der neurömische Pferdefuß zum Vorschein. Tragisch ist, daß in Folge dieser Entscheidung
von 2001 nun manche katholische Chaldäer dummerweise damit anfangen könnten, die Wandlungsworte tatsächlich
auszulassen (nach Internetberichten). Damit hörte dann auch bei ihnen das Sakrament auf. Soweit ist die
modernistische Verblendung gekommen.
#17 Lycobates 17:16:36 | Donnerstag, 5. November 2009
zur Gültigkeitsfrage Allgemein: Gültige Messen gibt es überall dort, wo von einem einwandfrei geweihten
Priester ein einwandfrei gültiger Ritus verwendet wird. Diese Fragen sind aber komplex und werden es
immer mehr (z.B. sind der mozarabische im lateinischen Bereich, und der maronitische Ritus im ostkirchlichen
Bereich in den letzten Jahren stark NOMisiert worden, im Gegensatz zu anderen Ostriten). Gerade kleinere
Änderungen (wie die Verschiebung des „Mysterium Fidei“) gewinnen oft erst im Lichte des größeren Zusammenhangs
ihre volle Bedeutung, hat doch Pater Bugnini seinerzeit als Leitgedanke der Liturgiereform öffentlich
ausgesprochen (im OR 15.3.1965), dieselbe hätte allgemein zum Ziel, aus den Riten „alles zu beseitigen,
was unseren getrennten Brüdern ein Ärgernis“ ist. Das sagt genug zur nicht-katholischen Intention, die
der Reform zugrunde liegt, und bietet die legitime Handhabe, alle Änderungen konkret negativ zu werten
(sog. „significatio ex adiunctis“ nach der Lehre Leos XIII. 1896). Letztendlich wird aber über diese
Gültigkeitsfragen autoritativ und definitiv nur das Lehramt entscheiden können (wenn es denn wieder
wirksam wird, d.h. ein legitimer Papst). Das einzige was uns im Moment möglich ist, ist auf Grund der
Prinzipien der Sakramentenlehre (die ja genügsam bekannt und endgültig festgelegt sind) die Problemkreise
tentativ abzugrenzen, und uns, dort wo es Mängel gibt, im Sinne des Tutiorismus, von den neuen Riten
rigoros fernzuhalten. Mehr können wir uns nicht zutrauen.
#15 Lycobates 14:10:43 | Donnerstag, 5. November 2009
sinnwidrig Die sinnwidrige Änderung besteht in der Verschiebung der Worte „Mysterium Fidei“ von der Mitte
der Wandlungsworte bis nach der Wandlung. Nach De defectibus V,1 (basierend auf den hl. Thomas) ist jegliche
Änderung der Form eines Sakraments, auch eine belanglose, schwer sündhaft und unerlaubt. Die Form wird
aber dazu auch ungültig (d.h. es kommt kein Sakrament zustande), wenn die vorgenommene Änderung einen
anderen Sinn ergibt, als den katholischen. Das ist hier der Fall. Nach katholischer Lehre bewirken die
Worte der Wandlung (die vom Priester in persona Christi als Akt gesprochen werden, nicht als vergangenes
Ereignis gelesen; bitte auch die veränderten Rubriken beachten!) in dem gleichen Moment die Transsubstantiation.
Das heißt, das „Geheimnis des Glaubens“ vollzieht sich während des Aussprechens der Worte. Deshalb stehen
die Worte „Mysterium fidei“ wie ein erratischer Block (nach dem Ausdruck W. Siebels) einer Fehldeutung
der Wandlung klar entgegen. Indem man aber diese Worte dort wegnimmt und erst nach der Wandlung spricht
(gefolgt von einer Akklamation des Glaubens durch die Anwesenden), wird der lutherisierenden Auffassung
Vorschub geleistet, die Realpräsenz (bei Luther als Konsubstantiation) käme erst danach durch den bestätigenden
(akklamierten) Glauben der Gemeinde zustande. Das wird noch dadurch bekräftigt, daß von beiden Kniebeugungen
(sofort nach dem Aussprechen der Wandlung und nach der Elevation) im NOM nur letztere erhalten blieb:
Realpräsenz nur durch Glauben…
#13 Lycobates 13:02:19 | Donnerstag, 5. November 2009
abgelehnt? @Fiore Graz Mathematisch gesehen haben Sie recht. Die „Placet iuxta modum“-Stimmen können
(konnten) aber nicht ohne weiteres zu den absoluten Ja-Stimmen gerechnet werden. In diesem Sinne konnten
die „Placet“-Stimmen alleine nicht als Mehrheit gelten, was aber angestrebt worden war. So wurde es auch
von den Neuerern, allen voran Pater Bugnini (der am 24. Oktober 1967 diese „Missa normativa“ in der sixtinischen
Kapelle selber zelebriert hatte) empfunden. Die wichtigste Folge dieses relativen Mißerfolgs war, daß
1969 der ursprünglich von P. Bugnini zum restlosen Abschuß freigegebene römische Kanon doch wieder
(allerdings in verstümmelter Form) als Katholikenköder in der Form des „Hochgebets nr. 1“ im NOM auftauchte.
Er wird fast nie verwendet. Für die Gültigkeit des NOM ergäbe aber seine Verwendung auch nichts, da
die vorangehende „praeparatio donorum“ keine taugliche Materie bietet und die Wandlungsworte des Weines
auch im „Hochgebet Nr. 1“ sinnwidrig geändert wurden.
#112 Lycobates 10:58:09 | Dienstag, 3. November 2009
Zitat @Thomasius „…“ Gottes Erlösungsgnade ist vom Ritus des Priesters abhängig? Ist das nicht ein
wenig eingebildet? Gott ist ohne den Priester nichts, eine Nichtigkeit? Ist ja schön, daß Sie mich zitieren!
Nun stand die Antwort auf Ihre Frage aber bereits in meiner gleichen Wortmeldung, nur etwas weiter unten:
Kreuzopfer und Meßopfer sind identisch … Es ist das gleiche Opfer (Christus unter der Gestalt von Opferbrot
und Opferwein) und der gleiche Priester (Christus selber, der durch die menschliche Hülle des geweihten
Priesters spricht und wirkt). Dessen Person tritt ganz zurück, man sieht sein Gesicht nicht einmal, wenn
er Christi Worte spricht. Der menschliche Priester hat keine ontologische Eigenständigkeit als Priester,
sondern ist Christi Instrument für die Spendung der Sakramente (deren eigentlicher Spender nur Christus
selbst ist) und die Vermittlung der in ihnen enthaltenen Erlösungsgnaden, die aus Seinem Kreuzesopfer
fließen. Es gibt keine Gnaden, die nicht aus dem Kreuzopfer kämen. Nach der Heilsökonmie werden aber
die Kreuzesgnaden vornehmlich durch die Sakramente vermittelt. Die Person des Priesters, seine eventuelle
Sündhaftigkeit, sogar sein Unglaube, greifen hier überhaupt nicht, sofern er durch die apostolische
Handauflegung wahrer Priester ist. Auch hier hat Gott „das Schwache auserwählt, um das Starke zu beschämen“.
Gott ist Mensch geworden, um uns zu erlösen (obwohl ein einziger Willensakt Gottes da genügt hätte!),
Er erlöst uns nicht, ohne die Mitwirkung von Menschen…
#93 Lycobates 13:05:29 | Samstag, 31. Oktober 2009
Priester und Opfer @Thomasius Die Kirche wurde nicht beim Passahmahl sondern anlässlich des Pfingsfestes
gestiftet. Richtig. Am letzten Ostermahl vom Gründonnerstag nahmen nur die Apostel teil. Es ist der Gründungstag
des sakramentalen Priestertums und der Eucharistie. („Tuet dies zu meinem Andenken“) An Pfingsten wurde
die Kirche gestiftet und trat sie zuerst an die Öffentlichkeit, unter Petri Führung. Viele Hunderte
waren davon Zeugen. Wie der von Ihnen zitierte Hebräerbrief zeigt, ist Jesus Christus der Hohepriester.
Richtig, es gibt im Christentum nur ein Opfer, Christi Opfer, und ein Priestertum, Christi Priestertum,
an dem teilhaben, die von Ihm dazu gerufen sind, um die Früchte des Erlösungswerks den Menschen aller
Zeiten zuzuwenden. Das geschieht nicht nur einmalig, in der historischen Kulisse der letzten Leidenstage,
sondern immer wieder. („Tuet dies, sooft ihr dies tut, zu meinem Andenken“). Immer wieder muß die Erlösungsgnade
wirksam werden. Dies Opfer und dies Priestertum werden für alle Zeiten „vom Ausgang der Sonne bis zum
Untergang“, wie Malachias geweissagt hatte, dargebracht und fortgesetzt. Kreuzopfer und Meßopfer sind
identisch; nur die Art der Darbringung ist unterschiedlich. Es ist das gleiche Opfer (Christus unter der
Gestalt von Opferbrot und Opferwein) und der gleiche Priester (Christus selber, der durch die menschliche
Hülle des geweihten Priesters spricht und wirkt). Dessen Person tritt ganz zurück, man sieht sein Gesicht
nicht einmal, wenn er Christi Worte spricht.
#55 Lycobates 19:26:23 | Freitag, 30. Oktober 2009
Marduk und Juda @thomasius Der Modernismus, in der Folge des liberalen Protestantismus, dem er wie ein
kopfloses Huhn nachläuft, hat vergessen, was „Gotteskult“ ist, und verwirft ihn. Es wird nur noch geredet.
Der katholische Kult aber steht in direkter Nachfolge, nicht zu den Babyloniern, oder sonstigen heidnischen
Praktiken, sondern zum jüdischen Opferkult, der ihn präfiguriert hat und der durch das Opfer Christi
vollständig erfüllt und damit seit Golgotha gegenstandslos geworden ist. Das wahre Opfer aber, Christi
Opfer, wird bis zum Ende der Zeit, nach der messianischen Prophetie des Malachias 1,11, weitergeführt
werden. Es gibt kein Ostermahl im Christentum, schon gar kein Abendmahl, denn: „wir haben einen Altar,
von dem nicht essen dürfen, die dem Zelte dienen“ Hebr. 13,10 Wünsche Erleuchtung und Segen mit einer
kleinen Gabe zum Wochenende, für Händelfreunde: www.youtube.com/watch?v=j7CRFUSnsBs As steals the morn
upon the night, And melts the shades away: So Truth does Fancy’s charm dissolve, And rising Reason puts
to flight The fumes that did the mind involve, Restoring intellectual day.
#86 Lycobates 19:10:04 | Freitag, 30. Oktober 2009
Irrungen und Wirrungen (2) @Thomasius Als am Gründonnerstag, beim bzw. nach („postquam cenatum est“)
dem letzten Ostermahl der Juden (es war ein Nachtmahl, kein „Abendmahl“, dieses Wort hat Luther erfunden),
von Christus das Opfer des Neuen Bundes, sein Fleisch und Blut unter den Gestalten von Brot und Wein eingesetzt
wurde, war dabei in erster Linie keine Gemeinde anwesend. Nur die Apostel, die Er dann auch durch Teilhabe
an Seinem Priestertum (das einzige des Neuen Bundes) zu seinen Hohenpriestern bestellte, und zwar „nach
der Ordnung des Melchisedech“, der für Abraham „als Priester des Allerhöchsten“, wie wir schon aus der
Genesis wissen, Gott bereits Brot und Wein geopfert hatte. Als Figur Christi und seines Opfers (wie der
Psalm und der Apostel ausführen). Nicht aber die anderen Jünger waren dabei, nicht die frommen Frauen,
überhaupt keine Frau!, nicht einmal seine heilige Mutter (=die Laien). Warum? Weil es da darum ging,
den Gottesdienst des Neuen Bundes zu begründen, nicht aber Leute „anzusprechen“. So ist es auch im christlichen
Gottesdienst, der vom heutigen Priester in Christi Auftrag so weitergeführt wird. Er richtet sich an
Gott, er ist Kult, und man „braucht“ keine Laien dabei, wenn es auch Regel ist, daß wenigstens ein Diener
anwesend ist. Und daß die Laien, durch ihre Anwesenheit, und indem sie möglichst oft kommunizieren,
ihren Glauben an Christi Erlösungswerk bezeugen, Ihm dafür danken, und es für sich fruchtbar machen.
#53 Lycobates 18:03:07 | Freitag, 30. Oktober 2009
Irrungen und Wirrungen @thomasius Das Pfingstwunder bestand auch und gerade darin, dass alle Menschen
in ihrer Sprache angesprochen wurden. Es müsste daher Menschen mit Bibelkenntnis auffallen, dass der
Gottesdienst in einer den Besuchern fremden Sprache durchgeführt wurde/wird. Sie verwechseln Verkündigung
(die Pfingstpredigt) und Gottesdienst (Christi Opfer). Beide sind zu unterscheiden, wenn sie auch mitunter
kombiniert werden können; es gab und gibt aber Verkündigung ohne Gottesdienst, und Gottesdienste ohne
Verkündigung.
#5 Lycobates 12:51:45 | Donnerstag, 29. Oktober 2009
Lex orandi = lex credendi „Die meisten Bischöfe haben Angst davor, ihre Theologie ändern zu müssen.“
Hochinteressant, diese Aussage von Hw. Klaus Dick, der ja zumindest zw. 1953, dem Jahr seiner Weihe, und
ca. 1969/70 die wahre Messe gefeiert hat und anscheinend den Paradigmenwechsel zum NOM klar erfaßt hat.
Zwischen NOM und „alter Messe“ liegt in der Tat ein nicht zu überbrückender (auch kein „Pontifex“ schafft
das!) theologischer Graben. Das „Werk der Menschen Hand“ und dessen „Früchte“ zum einen, die „unbefleckte
Opfergabe“ und der „Kelch des Heils“, also Christi Leib und Blut bereits in der Gestalt des Opferbrotes
und des Opferweins vorweggenommen, mit „Menschenwerk“ hat das nie und nichts zu tun!, zum anderen. Die
neue „Gabenbereitung“ des NOM ist wahrhaftig des Sakramentes Todesstoß (auf Grund der „significatio ex
adiunctis“ –„Begriffsbestimmung aus dem Kontext“- für die Feststellung der textinhärenten Intention),
wobei es bei dieser Prämisse schon ganz gleichgültig ist, ob und wie danach im Kanon noch Wandlungsworte
gesprochen werden. Im NOM ist Christi Opfer schon beim Offertorium weg. Und so wollten und wollen es die
Neuerer! Das haben die modernistischen deutschen Bischöfe und „Bischöfe“ klar gesehen. Warum wird es
nicht öfter betont?
#94 Lycobates 19:07:28 | Dienstag, 27. Oktober 2009
Lotteriges Argumentieren @Großwildjäger Etwas genauer müssen Sie schon argumentieren, und Quellen angeben.
Sonst lohnt es sich nicht. Es wurde dabei auch von Sünden losgesprochen, die man noch nicht einmal begangen
hatte. Absurd. Ein Ablaß ist und war nie die „Lossprechung einer Sünde“, sondern die Erlassung einer
Sündenstrafe für eine bereits bereute und losgesprochene Sündenschuld. Ohne Reue keine Lossprechung;
ohne Lossprechung keinen Ablaß. So war es immer. Daß nicht immer alle das kapiert haben, steht auf einem
anderen Blatt. Strafe und Schuld sind zwei verschiedene Dinge. Beispiel: ein Dieb bereut und entschuldigt
sich vor Gericht bei seinem Opfer; wird er dafür vom Richter etwa freigesprochen? Darf er im Gegenzug
den Raub etwa behalten? Nein, er wird, da er schuldig ist, zu einer Buße verurteilt und muß das Geraubte
zurückerstatten (für die Schuld muß er büßen, reuig oder nicht), er kann aber wegen seiner Reue einen
Straferlaß bekommen. Letzteres wäre der Ablaß. Er ist keine Tilgung der Schuld; er ist der Erlaß einer
Strafe nach oder bei Tilgung der Schuld. Die Kirche benutze den Ablaßhandel, um damit Prachtbauten zu
finanzieren und das Lotterleben der damaligen Päpste und des hohen Klerus zu ermöglichen Über die Prachtbauten
freut sich noch heute die ganze Welt. Und wer ein Lotterleben führt, muß sich dafür vor Gottes Gericht
verantworten. Oder zweifeln Sie etwa daran?
#83 Lycobates 16:59:35 | Dienstag, 27. Oktober 2009
Hierarchie @Thomasius Hüten Sie sich davor, vorschnell „Unsinn“ über Andere zu schreiben. Lesen Sie
noch einmal unvoreingenommen etwa das 8. Kapitel der Apostelgeschichte. Der Diakon Philippus (Weihe: Apg.6,6)
konnte taufen, exorzisieren und predigen, aber nicht firmen. Dazu mußten Petrus und Johannes, als Apostel,
also Bischöfe, herbeigeholt werden (Apg.8,14-16). Nur sie konnten die von Philippus Getauften auch firmen.
Viele Ämter sind kirchlichen Ursprungs, nicht aber die sakramentalen Stufen des Priestertums, die apostolisch
sind, da sie wie alle Sakramente von Christus eingesetzt wurden: Diakonat (worin die Entfaltung in Subdiakonat
und niedere Weihen subsumiert ist), Priestertum und Bischofsweihe als Fülle des Priestertums. In apostolischer
Zeit wurde (wegen der Verfolgungen und der Gefahr eines plötzlichen Abreißens der ap. Sukzession in
den Gemeinden, etwa Apg.8,1) fast durchgehend die Bischofsweihe in einem mit der Priesterweihe erteilt.
Man sollte sich durch die spärliche Quellenlage nicht beirren lassen, es wurde wehr wohl unterschieden,
wie wir aus den Vätern wissen. Erst etwas später, nach der größeren Konsolidierung der Gemeinden,
wurde aber durchgehend die Priesterweihe ohne ihre Fülle (Bischofsweihe) gespendet. Die Bischofsweihe
blieb dann nur einem Priester pro Gemeinde vorbehalten. Die Art der Wahl ist belanglos und variabel; nur
diejenigen wurden ja durch Handauflegung durch einen Bischof geweiht, die auch augenfällig, etwa durch
Wunder, vom Geist bestätigt wurden.
#81 Lycobates 16:06:04 | Dienstag, 27. Oktober 2009
Reißwolf @Carl @ Lycobates: Sie haben ganze Recht –- bis auf Ihre Aussagen zu Bischof Williamson… Nun,
ich hätte ja gern unrecht. Warten wir ab! wie Sie schrieben: Gott lenkt. Ich glaube aber, wir sind uns
einig, daß eine dauerhafte und nachhaltige Lösung der Krise nur dann absehbar ist, nachdem sämtliche
Akten des „Vatikanum II“, die Bücher mit den After-Riten, sowie die Jahrgänge der Acta Ap. S. ab November
1958 bis dato auf dem Petersplatz exemplarisch durch den Reißwolf gejagt wurden. Ein resistentes Modell
wäre da gefordert. Das ist ein paar Stunden Arbeit. Es kann aber auch sein, und ich neige eher zu dieser
Ansicht, daß es eine Restauration institutioneller Art nicht (mehr) geben wird, sondern daß lediglich
die (immer selteneren) treuen Priester, und eine Handvoll gültig geweihter Bischöfe mit ihren Gläubigen
weltweit den apostolischen Glauben und die wahren Sakramente weiterreichen, allerdings in kleinem Rahmen.
Mehr werden wir nicht mehr verlangen dürfen. Es ist immerhin mehr als das, was die treuen japanischen
Katholiken 1612-1859 hatten: das letzte Taufwasser ihrer letzten gemarterten Priester. Am kanonischen
Recht müssen dann notwendigerweise Abstriche gemacht werden. Epikeia ist angesagt. „Ich werde den Hirten
schlagen, und die Herde wird zerstreut werden“. Ich schrieb es bereits. Wenn dies bereits jetzt zuträfe,
dann blieben wir verwaist. Das dürfte realistischer sein. Aber ein Wunder ist möglich. Es gibt Wunder.
Wenn wir die Gnade für ein Wunder nicht verwirkt haben!
#77 Lycobates 15:14:10 | Dienstag, 27. Oktober 2009
Wer dem Altar dient, soll vom Altar leben @Thomasius Der Völkerapostel an die Korinther (1. Brief, Kap.
9,13) Wißt ihr nicht, daß alle, die im Heiligtum Dienst tun, vom Heiligtum leben, und daß alle, die
am Altar Dienst tun, vom Altar ihren Anteil erhalten? So hat auch der Herr denen, die das Evangelium verkündigen,
geboten, vom Evangelium zu leben. Dominus ordinavit.
#71 Lycobates 14:23:14 | Dienstag, 27. Oktober 2009
Luther @Paulaner Luther hat die Bibel auf deutsch übersetzt und damit das Christentum wiederzur Buchreligion
gemacht Wie bereits von Brandenburgis zurecht betont, ist das Christentum keine Buchreligion (und war
es nie). Der Herr hat zu den Aposteln gesagt: „Gehet hin und lehret alle Völker“; er hat ein apostolisches
Lehramt gegründet, kein Lehre aufzuschreiben befohlen. Den katholischen Glauben gab es bereits vollständig,
bevor das NT überhaupt fertig redigiert war, und das NT enthält ihn nicht einmal zur Gänze. Im übrigen
gab es vor Luther bereits 18 deutsche Bibelübersetzungen. Alle katholisch. Seine ist die 19. Sie ist
die erste nicht katholische. Die älteste wurde 1466 in Straßburg bei Johannes Mentelin gedruckt. In
der Bayerischen Staatsbibliothek liegt ein Exemplar.
#60 Lycobates 12:12:46 | Dienstag, 27. Oktober 2009
taktische Schachzüge @Carl Außerdem fordert er dazu auf, die überlieferte Messe mit NOM-Elementen zu
moderni(sti)sieren, im Endeffekt zu zersetzen. Reale Hybridmessen sind die Folge. Wichtiger: die relative
Freigabe war eine Falle des Fuchses B16, um die letzte organisierte Bastion der Tradition zu ködern.
Damals, 1988, scheiterte er an der Treue Erzbischof Lefebvres zur Kirche, doch nun nicht mehr bei den
unklugen heutigen Oberen. Noch viel schlimmer: Infolge des MotuProprios werden leider immer mehr Messen
gelesen von dubios oder sicher ungültig geweihten Priestern. Es „schadet“ natürlich nicht, vom modernistischen
Standpunkt aus gesehen, die „alte Messe“ wieder zuzulassen, wenn man sicherstellt, daß diejenigen, die
sie feiern, keine wahre potestas ordinis haben! Was 1976, nur acht Jahre nach Einführung der neuen Weiheriten,
noch nicht sein durfte, kann heute, nach 40 Jahren Zusammenbruch, problemlos „gewährt“ werden. Die Eingliederung
bzw. Gleichschaltung der PB (wenn sie denn stattfindet) wird auf Dauer auch dort die apostolische Sukzession
unterbinden, da natürlich an die Spitze der „Prälatur“ ein „Prälat“ kommen wird, der keine gültige
Bischofsweihe hat. (Bischof Fellay muß doch damit rechnen, wenn er nicht ganz naiv ist, wie seinerzeit
Hw. Bisig in der Petrusbruderschaft, kurz- oder mittelfristig ausgewechselt und auf ein Abstellgleis gefahren
zu werden!). Dieser „Prälat“ wird natürlich dann auch künftig die Weihen vornehmen. Acta est fabula!
Aber vielleicht kommt es doch nicht ganz so weit.
#58 Lycobates 10:30:34 | Dienstag, 27. Oktober 2009
Worte des Erzbischofs @Carl Schön, die Erklärung aus dem Jahre 1976 noch einmal zu lesen. Sie hatte
damals große Hoffnungen geweckt. Schade nur, daß der Erzbischof 1988, als es ungleich wichtiger war,
nicht die gleiche Sprache geführt hat, und die Formulierung des Mandatum um Vieles (und Wesentliches)
hinter der Erklärung von 1976 (und der vom November 1974) zurückblieb …
Gott läßt seiner nicht spotten @Carl Es ist ein erstaunliches Schauspiel Kurz vor dem „totalen Kollaps“
usw. Nicht nur erstaunlich, sondern auch dramatisch. Wobei es genügt hätte, noch etwa zwanzig bis dreißig
Jahre zuzusehen, bis zum vollständigen Abwracken der Konzilssekte, um als quasi alleinige Vertreter der
Catholica vor aller Welt sichtbar zu sein. a) Hoffen wir mal, daß der liebe Gott vorher den Stecker zieht.
Hoffen wir es; aber der Hochmut hat seinen Preis. Dies ist wohl als Strafe zu werten. 500 Priester und
4 Bischöfe (wo es doch nur noch so wenige gibt!) in den Konzilsschlund und weg. b) Wenn es doch noch
zu einer Assimilation kommen sollte, wird die Bruderschaft sich höchstwahrscheinlich spalten, usw. Ich
befürchte, daß sich nur Wenige, wenn es darauf ankommt, aufbäumen würden. Bischof Tissier, der einzige,
der sowohl intellektuell als moralisch dazu befähigt wäre, ist zu schüchtern. Man muß für ihn beten.
Sie denken wohl an Bischof Williamson? Fehlanzeige. Er ist zwar ein wortgewaltiger Kritiker, aber als
Ex-Anglikaner vollständig in dem Wahndenken verwachsen, man könne als Katholik ungestraft zugleich Papst-Anerkennung
und Papst-Kritik und sogar -Beschimpfung betreiben. Nein, Bf. Williamson betreibt die gleiche Politik
seines guten Freundes Hw. Schmidberger. Nur mit andern, und scheinbar paradoxen und kontraproduktiven
Mitteln. Hüten wir uns. Potentielle Gründe, warum usw. In Ihrer Analyse ist wohl alles richtig. Hw.
Schmidberger ist ohne Zweifel ein spiritus rector der Fellay’schen Politik…
#73 Lycobates 20:03:32 | Freitag, 23. Oktober 2009
Argumente bitte @proetcontra wenn Sie davon überzeugt sind, daß die Argumente und Gedankengänge der
„Lefebvrianer-Sekte und ihr nahestehenden Sedisvakanten“ (ich übernehme einmal Ihren Ausdruck, ohne die
Verantwortung dafür zu übernehmen, daß Sie die PB und die „Sedisvakanten“ in einen Topf werfen …)
unzutreffend, irreführend, falsch, sektiererisch, usw. sind, ersuche ich dringend, dies mit triftigen
theologischen Argumenten zu stützen. Denn die Unterwerfung unter den römischen Pontifex ist heilsnotwendig.
Wenn es derzeit keinen gibt, oder (was noch schlimmer ist) nur einen, der es aus triftigen Gründen in
Wahrheit nicht sein kann, ist diese Unterwerfung, nicht nur in Glaubens- und Sittenfragen, sondern auch
der Kirchendisziplin natürlich derzeit nur prinzipiell möglich, nicht, wenn man so will, in actu secundo.
Sie muß aber grundsätzlich geleistet werden (hier ist der Haken für die PB). Wenn aber diejenigen,
die glauben, es gäbe derzeit keinen Pontifex, dem sie sich unterwerfen können und müssen, sich in dieser
Annahme irren, müssen sie aufgeklärt werden. Es wäre ein Akt der Nächstenliebe. Schimpfen ist das
nicht.
#66 Lycobates 19:00:46 | Freitag, 23. Oktober 2009
Rom ist nicht Rom Wenn also Rom „modernistisch“ sein sollte, dann würde das bedeuten, das die sich als
Bischöfe und Würdenträger in Rom ausgebenden Leute nichts mit der Kirche zu tun haben. Genau so ist
es. Es ist schon oft betont worden. Darum ist es auch frevelhaft, sich mit solchen Leuten auf Verhandlungen
einzulassen, als könnte aufgrunddessen irgendeine kirchenrechtliche oder anderweitige Entscheidung rechtmäßig
getroffen werden. Die Modernisten haben keine Jurisdiktion. Eine Ernennung wäre also keine Ernennung,
eine Versöhnung keine Versöhnung und eine Prälatur keine Prälatur. Inexistent. Luft. Illusion. Bischof
Fellay läßt sich von den Positionen blenden, die diese Häretiker dem Augenschein nach innehaben, die
sie aber in Wirklichkeit widerrechtlich besetzen. Die Kirche ist nicht dort, wo ihre (veruntreuten) Strukturen
noch halbwegs stehen, sondern sie ist nur dort, und zwar überall dort, wo der apostolische Glaube und
die Sakramente unverfälscht bewahrt sind. Das ist heute vereinzelt etwa überall in der Welt, aber nicht
im Arbeitszimmer des derzeitigen Hausbesetzers im Vatikan. Diese falsche (gallikanisch-jansenistisch angehauchte)
Ekklesiologie der PB wird ihr das Genick brechen. Ich sage das ohne Schadenfreude. Wer würde sich schon
darüber freuen, wenn eine ganze Reihe gültig geweihter Priester und vier Bischöfe sich einer modernistischen
Struktur unterordnen um mittelfristig abgewürgt zu werden? Die Modernisten!
#64 Lycobates 18:27:42 | Freitag, 23. Oktober 2009
Reihenfolge @Hans im Glück Bitte aber auch die Reihenfolge beachten. Vergebung kommt vor der Umkehr,
weil Vergebung Umkehr erst möglich macht. Nun, der Herr, „der Herz und Nieren prüft“, hat ohne Zweifel
von der reuigen Disposition der Ehebrecherin und ihrem Willen zur Umkehr und Buße gewußt (die natürlich
von der Gnade bewirkt wurden, insofern haben Sie recht, aber das allein ist noch keine Vergebung). Die
Frau aber konnte im voraus nicht wissen, wie der Herr reagieren würde. Diese Hingabe an die Gnade ist
ihr Verdienst. Sonst hätte Er sich nicht um sie gekümmert. Wir sehen ja immer wieder, wie Christus keine
Wunder wirkt, wo nicht die Empfänglichkeit dazu da war. Eine Bekehrung ist auch ein Wunder, wenn auch
oft weniger augenfällig. Das gegenteilige Beispiel sehen wir doch an den Pharisäern, die nicht einmal
die Auferweckung des Lazarus überzeugt hat und zur Umkehr geführt.
#59 Lycobates 18:04:43 | Freitag, 23. Oktober 2009
der erste Stein @Gottsuchender Wenn ich das Evangelium lese, erscheint mir die wichtigste Botschaft Liebe
und Vergebung. Wären Sexualmoralvorstellungen die obersten Werte, hätte Jesus sicherlich gerne den ersten
Stein bei der Steinigung der Prostituierten geworfen. „Liebe und Vergebung“, fügen wir noch „Erlösung“
hinzu. Richtig. Aber keine Vergebung ohne Reue und Buße. Der Herr hat damals keinen Stein geworfen. Stimmt.
Aber Er hat zu der Ehebrecherin auch gesagt „Gehe hin und sündige hinfort nicht mehr“ Nicht das eine
ohne das andere.
#24 Lycobates 13:11:04 | Freitag, 23. Oktober 2009
Schwindsucht @Hans im Glück Nun, „Vorbedingung“ ist sehr wohl der gute Wille und das Offenstehen für
die Gnade. Gerade Jugendliche haben sehr oft ein tiefes Bedürfnis nach geistlichen Gütern, und sie suchen
diese, wo sie sie gerade zu finden glauben. Oft vergeblich oder betrügerisch. Die (nach dem Wort P. Rahners,
der wohl wußte, wovon er sprach) „kryptogame Häresie“ des Vatikanum II hat sich unmerklich überall
breitgemacht und eingenistet, sodaß von einem übernatürlichen Glauben fast nie mehr die Rede ist, und
man merkt es nicht einmal. Geistliche Schwindsucht. Die Konzilseuphorie hält aber nicht an; sie ist wie
eine spes phthisica, auf die der geistliche Tod folgt. Was wird Ihren armen 25-Jährigen bleiben, wenn
sie 35 Jahre alt sein werden? Letztlich kann nur die Gnade Gottes zu Glauben und Sakramenten führen.
Kapellen und Kirchen mit wahren Messen von einwandfrei geweihten Priestern sind alles andere als flächendeckend,
in Deutschland wie anderswo. „Verschwindend klein“ muß in diesem Zusammenhang relativiert werden. Was
die Priesterbruderschaft EB Lefebvres betrifft, ist aus meinen Wortmeldungen ersichtlich, daß ich ihr
nicht kritiklos gegenüberstehe. Vor allem ihre Ekklesiologie ist unvertretbar. Wünsche Erleuchtung und
Segen.
#14 Lycobates 12:05:19 | Freitag, 23. Oktober 2009
biologisch @Hans im Glück „Das Problem löst sich biologisch!“ Waren Sie schon mal in einer Kirche oder
Kapelle, wo die „alte Messe“ gefeiert wird? und haben Sie sich dort die Leute einmal richtig angeschaut?
(Unerheblich in diesem Zusammenhang, ob es sich dabei um unabhängige, um St.Pius X. oder um die Petrusbruderschaft,
oder noch um andere, ob gültig oder ungültig, erlaubt oder unerlaubt, handelt) Sie werden feststellen,
daß es in diesen Kapellen bei den Gläubigen gewöhnlich zwei Hauptgruppen gibt, die sich die Waage halten:
die Plus-65-Jährigen, und die Minus-35-Jährigen. Letztere oft mit vielen Kindern. Also „biologisch“,
ja: die Tradition hat Zukunft. Die dazwischen liegende Altersgruppe, meine eigene (leider!), ist die Konzilsgeneration,
die verlorene, die in den sechziger uns siebziger Jahren den Einbruch erlitten hat. Was sich „biologisch“
lösen wird, ist gerade dies: in zwanzig Jahren bleibt von der Konzilskirche nur ein leeres Trümmerfeld
übrig.
#59 Lycobates 14:59:07 | Mittwoch, 21. Oktober 2009
zum Thema Papst (2) @Burgorus (Fortsetzung) Die lehrende Kirche (Papst alleine, oder Papst und Bischöfe)
kann die Gläubigen nicht irreführen, wenn sie allgemeinverbindliche Gesetze (wie CIC oder NOM) auferlegt,
und sie kann sich nicht irren, wenn sie, z.B. in Enzykliken, autoritative Interpretationen in Glaubens-
und Sittenfragen anstellt. Das ist sichere Lehre der Kirche. Irrtum und Wahrheit können nicht gleichzeitig
in der Kirche bestehen. Irrgläubige sind exkommuniziert, und sofern sie ein Amt bekleiden, dieses Amtes
und der damit verbundenen Jurisdiktion verlustig gegangen, wenn sie es denn je angetreten haben. Auch
das ist sichere Lehre der Kirche und im Kirchenrecht festgeschrieben. Dieser Amts- und Jurisdiktionsverlust
erfolgt von Rechts wegen und erfordert keine diesbezügliche Erklärung oder Bestätigung (CIC 188/4).
Dabei ist vollständig unerheblich, ob die Betroffenen nebenbei auch glaubenstreue Standpunkte, etwa in
Sittenfragen, vertreten. Der hl. Pius X hatte doch deutlich erklärt, wie typisch modernistisch es sei,
Glaubensgut mit Irrtum, sogar auf einer und derselben Seite, zu vermischen. Ein gesunder moralischer Standpunkt
ist nicht einmal spezifisch katholisches Sondergut, sondern wird aus dem Naturrecht hergeleitet; auch
ein Seneka hätte dies gekonnt; dafür allein ist er aber kein Papst. Und die Pragmatik der „Wiederzulassung“
der Messe wurde schon erörtert. Nein. „Ich werde den Hirten schlagen, und die Herde wird zerstreut werden“.
Passionszeit der Kirche! Lassen wir uns nicht beirren…
#55 Lycobates 13:39:27 | Mittwoch, 21. Oktober 2009
zum Thema Papst @Burgorus Ich verstehe Ihr Anliegen ganz gut. Kein Katholik ist gegen den Papst, kündigt
ihm den Gehorsam, befindet sich in der Opposition. Das ist eine unnatürliche Lage. Diese Haltung ist
schismatisch. Wenn aber Katholiken heute zu der Einsicht kommen, der apostolische Stuhl sei vakant/müsse
eben vakant sein, ist das eine schwerwiegende und schmerzliche Entscheidung, die niemandem, der sie traf/zu
treffen hatte, leicht gefallen ist. Dieselbe ergibt sich aber, wie eine theologische Konklusion, zwangsläufig
aus der Erkenntnis, daß 1) ein angeblich von einem Papst einberufenes und von einem weiteren bestätigtes
„ökumenisches Konzil“ schwerwiegende Glaubensirrtümer verkündet hat; 2) ferner die authentische Interpretation
besagter Texte, wo sie lediglich zweideutig sind, eindeutig in einem häretischen Sinn erfolgt ist (Beispiel:
Redemptor hominis-13, 1979 zu Gaudium et spes-22, 1965); 3) in der Folge eine unter Berufung auf dieses
Konzil vollständige Umwerfung und Neuorientierung der Glaubenspraxis vorgenommen wurde, insbesondere
alle Riten aller Sakramente vollständig neugefaßt wurden, wobei vor allem Form und Intention in Mitleidenschaft
gezogen wurden, zumeist in einem protestantisierenden Sinne, sodaß bei fast allen Sakramenten Ungültigkeit
vorliegt; 4) zudem ein neues Kirchenrecht (1983) verabschiedet wurde, in dem unter anderem die neue irrgläubige
Ekklesiologie der Konzilskirche und der von Papst Pius XI. verurteilte Ökumenismus festgeschrieben wurden.
#23 Lycobates 18:08:20 | Dienstag, 20. Oktober 2009
Anglikaner @Burgorus Daß es viele Anglikaner, auch Kleriker, gibt, die aufrichtig traditionsgesinnt sind
und ein lauteres Glaubensleben zu führen versuchen, ist unbestritten. Daß viele aufrichtig glauben,
wirklich Priester zu sein, auch. Daß Gott gewisse Gnaden wirken kann, wenn auch nicht ex opere operato
in diesem Fall, sondern aufgrund der frommen Einstellung einer individuellen Person, auch. Das sind aber
lediglich subjektive Momente, die bei der Beurteilung einer objektiven Faktenlage, wie etwa der Weiheriten,
keine Berücksichtigung finden können. Ich bezweifle aber, obwohl es sicher solche Fälle gegeben hat
(die sind dann aber meistens schlicht katholisch geworden, ohne einen Eigenweg zu beanspruchen!), daß
der durchschnittliche anglikanische Kleriker durch „Apostolicae curae“ von den Mängeln seiner Weihe überzeugt
worden ist und ihnen abgeholfen hat, etwa durch das Hinzuziehen von Orthodoxen. Im Gegenteil. Im März
1897 reagierten die Anglikaner auf die päpstliche Bulle. Sie unternahmen in elegantem Latein den Versuch,
die päpstlichen Argumente zu widerlegen (www.archive.org/…s/a618709801churuoft). Wenn Sie Zeit finden,
können Sie die Antwort (1898) der damaligen katholischen Bischöfe Englands lesen (in Englisch): www.rore-sanctifica.org/…nglais_-_Vindication_(1898)_-_Reponse_aux_Anglicans_(Anglais).pdf.
Es lohnt sich.
#16 Lycobates 16:00:37 | Dienstag, 20. Oktober 2009
interessant @Alois Bischof Das Hochkirchentum in der anglikanischen Gemeinschaft hat den Sarum-Ritus (Gebrauch
von Salisbury) wiederaktiviert bzw. den klassichen römischen Ritus in englischer Elisabeth-Sprache übersetzt
und dann angewandt. Das war mir unbekannt, und ist sehr interessant. Eine solche Messe wäre, wenn nur
die Weihen saniert würden, gültig. Gut auch, daß durch den Gebrauch einer älteren Sprachstufe der
Weg zu freisinnigen Interpretationen versperrt ist. Das Book of Common Prayer von 1547, 1559 und 1672
sowie 1978 ist protestantisch und deswegen unerträglich für Katholiken. Richtig. Eine solche Zelebration,
auch von einem gültig Geweihten, wäre null und nichtig. Stil und Anstand hätte sie aber wohl noch der
Montini’schen Keksfeier voraus.
#13 Lycobates 15:33:28 | Dienstag, 20. Oktober 2009
noch einige Punkte Tut mir leid, aber mir scheint, es fehlt eine gemeinsame Basis für eine fruchtbare
Diskussion. Er wird doch nicht zu blöd sein, Form (Handauflegung) und Intention (durch das Weihegebet)
richtig auszuüben. also, die Handauflegung wird als „Materie“ bezeichnet; das ist nicht strittig. Problematisch
ist die „Form“ (die dabei auszusprechenden Worte): diese Form muß die Wirkung des Sakraments unzweideutig
bezeichen; das tut sie bei den Anglikanern (und im neuen Ritus der Konzilskirche, wohl aber bei den Orthodoxen)
nicht in einem katholischen Sinne (da diese Häretiker u.a. das Opferpriestertum ablehnen), und deswegen
kommt kein Sakrament zustande. Mit einem Pferdestall hat das nichts zu tun. Dogmatisiert ist ja wohl besagtes
Schreiben nicht. Sie irren. „Apostolicae curae“ ist ohne Zweifel eine definitive Lehrentscheidung. Das
gleiche gilt übrigens für „Sacramentum ordinis“ von Papst Pius XII. (1947), in dem u.a. die Form der
Weihen im lateinischen Ritus definiert wird. Da wären sonst im Urchristentum wohl viele Weihen ungültig
gewesen, wenn’s da immer gar so genau gegangen wäre. Wie wollen Sie das denn wissen? Es gibt keinen Grund
(und keine Quelle) zur Annahme, im Urchristentum wären für die Spendung der Weihen Worte verwendet worden,
die die zu spendende Gnade des Opferpriestertums nicht klar ausdrückten, bzw. ihr gar entgegengesetzt
wären. Lesen Sie noch einmal den Hebräerbrief! Genau das ist aber im anglikanischen (und ganz parallel
im Montini’schen) Ritus der Fall.
#11 Lycobates 14:58:43 | Dienstag, 20. Oktober 2009
undeutlich Der othodoxe Bischof weiß doch,wozu er eingeladen ist: Da man eben daran zweifelt, ob die
Weihe gültig ist. Also ist er der weihende Bischof, wenn er auch nur dem Augenschein nach als Mitbruder
auftritt, der die Hände auflegt. Er wird doch nicht zu blöd sein, Form (Handauflegung) und Intention
(durch das Weihegebet) richtig auszuüben. Ich habe mich vielleicht etwas undeutlich ausgedrückt. Die
persönliche (sakramentale) Rechtgläubigkeit bzw. Intention des Spenders wiegt nicht auf gegen die im
Text ausgedrückte, falls diese mangelhaft ist (malum ex quolibet defectu). Parallel gibt es dieses Problem
im NOM: die neue Gabenbereitung („opus manuum hominum“ statt „immaculata hostia“/„calix salutaris“) und
die Änderung des Wandlungsverständnisses und der Wandlungsworte sind textinhärent. Auch ein, sagen
wir, 85-jähriger, gutmeinender, noch rechtgläubiger Priester, der nur aus Gehorsam diese Messe liest,
kann daran nichts ändern! Ein anderes Problem: die Bischofsweihe kann nicht „per saltum“ (sprungweise)
gespendet werden; haben denn diese orthodoxen Bischöfe auch jeweils eine gültige Priesterweihe vorab
gespendet? Nur ein gültiger Priester wird gültig zum Bischof geweiht.
#8 Lycobates 14:37:09 | Dienstag, 20. Oktober 2009
neue Weichenstellung aus statistischer Not @Burgorus Es genügt aber nicht, daß ein gültiger Bischof
„dabei“ ist. Wenn der Ritus an sich Mängel aufweist (Form- und Intentionsdefekt in diesem Fall, nach
Papst Leo XIII. 1896), und dieser Mangel (im Text) nicht behoben wurde (er wurde es nicht), kommt keine
Weihe zustande, auch nicht, wenn der Weihende wirklich Bischof ist. Im übrigen ist der weihende Bischof
in diesen Fällen doch stets Anglikaner; Orthodoxe oder Jansenisten assistieren lediglich manchmal. Dieser
Schritt, den die Konzilskirche jetzt tut, ist aber sehr wichtig und wohl zukunftsträchtig. Hier werden
Weichen gestellt, um aus dem Konzilsbankrott noch ein paar Möbel zu retten (einige Konzilshardliner,
in Deutschland und anderswo, haben das noch nicht begriffen). Diese Personalprälatur ist doch wohl das,
was für die Priesterbruderschaft St. Pius X. beiderseits von der Führung angestrebt wird. Dabei wird
„Rom“ voraussichtlich mittelfristig auch für die PB einen „Bischof“ (neuen Stils), nicht Bischof Fellay
natürlich (der ist es ja wirklich), auferlegen, damit so in absehbarer Zeit die apostolische Sukzession
auch dort erlischt. Dann wäre das Ziel der römischen Modernisten: eine High Church mit altsakramentaler
Fassade (aber nur das) neben der modernistischen Low Church zu errichten, damit soviel wie möglich Gläubige
verschiedenster Ausrichtung zu ihr geführt werden, erreicht. Das kann aber nur das Rom der Apokalypse
sein. Die katholische Kirche ist es nicht: dort können Irrtum und Wahrheit nicht nebeneinander bestehen.
#22 Lycobates 11:39:53 | Dienstag, 20. Oktober 2009
noch einmal zum Christkönigsfest Das am nächsten Sonntag anstehende Christkönigsfest dürfte ein guter
Anlaß sein, die Christkönigsenzyklika Papst Pius XI. aus dem Jahre 1925 (noch) einmal nachzulesen. Leider
finde ich auf Anhieb keine deutsche Fassung online. Der Originaltext steht hier: www.vatican.va/…_quas-primas_lt.html
Dort auch eine italienische, spanische, englische und französische Übersetzung. www.vatican.va/…ncyclicals/index.htm
Für nicht-Lateiner: Der von mir vorhin zitierte Absatz (Etenim usw.), ein klare Absage an den Laizismus,
lautet in der Übersetzung etwa des Wiener Diözesanblatts (64/4, 5.5.1926) folgendermaßen: „Je schmachvoller
der am meisten der Liebe würdige Name unseres Erlösers bei den internationalen Zusammenkünften und
in den Parlamenten durch Schweigen unterdrückt wird, umso lauter müssen wir ihn verkünden, umso mehr
überall die Rechte der Königswürde und der Königsgewalt Christi bejahen und bekräftigen.“ (Nachdruck
in „Freude an der Wahrheit“, Nr. 22, 1989, S.22)
Christkönigsfest Das Christkönigsfest wurde von Papst Pius XI. am 11.12.1925 mit der Enzyklika Quas
primas eingeführt und alljährlich auf den letzten Sonntag im Oktober festgesetzt: Itaque, auctoritate
Nostra apostolica, festum D. N. Iesu Christi Regis instituimus, quotannis, postremo mensis Octobris dominico
die, qui scilicet Omnium Sanctorum celebritatem proxime antecedit, ubique terrarum agendum. Damit soll
angedeutet werden, daß das Königtum Christi, wie in der Enzyklika ausführlich erörtert, sich auf alle
Bereiche der Kirche, die geschichtliche (im Jenseits=Allerheiligen) und die noch auf Erden weilende (in
unserer modernen Gesellschaft) erstreckt, daß m.a.W. Christi Königtum universal ist, von dem alle Menschen
aller Zeiten berührt und geführt werden sollen: Etenim quo indigniore suavissimum Redemptoris nostri
nomen in conventibus inter nationes habendis et in Curiis silentio premitur, eo altius illud conclamari
et regiae Christi dignitatis potestatisque iura latius affirmari oportet. Mit der Montini’schen Kalenderreform
wurde auch dieser Anspruch des Papstes Pius XI. erwartungsgemäß nicht unangetastet gelassen. Durch die
Verlegung -für Katholiken wie die ganze Liturgiereform letztlich unverbindlich- auf den letzten Sonntag
im Kirchenjahr wurde gezielt der Eindruck erweckt, Christi Königtum sei etwas zukünftiges und beziehe
sich lediglich auf die anstehende Adventszeit (als Figur der Endzeit), und nicht auch auf die ganze (Kirchen-)Geschichte
und unsere heutige Gesellschaft.
#35 Lycobates 14:30:25 | Freitag, 16. Oktober 2009
Bitte genau lesen Durch das Schisma wurden die Ostkirchen, die anderen Patriarchate nicht unwirksam. Die
Bischofs- und Priesterweihen schon gar nicht. Klar, genau das schreibe ich ja; gültig, ja; erlaubt, nein.
(sakramental) wirksam, ja; (jurisdiktionsmäßig) wirksam, nein. ist doch nicht so schwierig?
#33 Lycobates 14:21:50 | Freitag, 16. Oktober 2009
Ganz so ist es nicht (ter) Der Erzbischof hatte vom Heiligen Vater PP. Johannes Paul II. die Zusage, für
seine Nachfolge Weihbischöfe … zu weihen um … das Weiterleben der Bruderschaft zu sichern. Diese
„Zusage“ war an Bedingungen geknüpft, die der EB am 5. Mai 1988 zwar unterschrieb, tags darauf aber widerrief
(zu Recht übrigens). Daraufhin wurde die „Zusage“ rückgängig gemacht. Die in der Amtsanmaßung befindlichen
Bischöfe (aus D/F/CH/A) haben mit ihrem Mobbing dazu geführt, daß dem Erzbischof nur diese Handlungsmöglichkeit
geblieben ist, wollte er die päpstliche Zusage einlösen. Die „Zusage“ war bereits am 6. Mai durch den
Widerruf des EB hinfällig geworden, auch ohne „Mobbing“. Im übrigen ist, was Sie über das „Mobbing“
schreiben, vielleicht richtig, aber unerheblich. Als Papst Klemens XIV. 1773, infolge intensivsten „Mobbings“
anmaßender Fürsten und jansenistischer Bischöfe, den Jesuitenorden auflöste, haben dies die Jesuiten,
auch ihr Oberer, Pater Lorenzo Ricci, widerspruchslos akzeptiert, obwohl diese Maßnahme, bestimmt im
nachhinein betrachtet, menschlich ungerecht und kirchlich abträglich war. Aber Klemens XIV. war Papst
und von einem Papst („gemobbt“ oder nicht) akzeptiert ein Katholik auch Disziplinarmaßnahmen, die ihm
nicht gefallen und sogar seine kirchliche Existenz vernichten. Punktum! Unsere Lage ist anders. Die Modernisten
sind als Häretiker exkommuniziert und ihres Amtes verlustig gegangen. Sie haben keine Jurisdiktion und
können keinen Gehorsam beanspruchen.
#31 Lycobates 13:17:12 | Freitag, 16. Oktober 2009
Ganz so ist es nicht (bis) Die Piusbruderschat war eine Priesterbruderschaft zuerst bischöflichen und
später des päpstlichen Rechtes. Die PB war nie „päpstlichen Rechts“. Sie wurde am 1. November 1970
vom damaligen Bischof Charrière von Lausanne, Genf & Freiburg (Bischof 1945-1970), als „pia unio“ (wie
etwa eine Rosenkranzbruderschaft) für sechs Jahre „ad experimentum“ diözesan anerkannt. Die Anerkennung
wurde nicht verlängert, da Bischof Charrière als letzter katholischer Bischof von Lausanne, Genf und
Freiburg Ende 1970 verstarb und einen von Bf. Montini ernannten modernistischen Nachfolger erhielt (Hw.
Mamie, Bischofsweihe 6. Okt. 1968 wäre zu prüfen, inzw. auch verstorben). Hw. Mamie hob (wie zu erwarten)
von Rom aus gesteuert die PB am 6. Mai 1975 wieder auf (noch vor Ablauf der 6 Jahre ad experimentum).
Wenn es auch stimmt, daß diese Suppression ungültig ist (da von einem Usurpator verhängt), ist inzwischen
doch die Sechsjahrefrist ad experimentum längst abgelaufen, und von keinem gültigen Bischof verlängert
worden. Das bedeutet konkret, daß die PB seit dem 1. November 1976 kein kanonisches Statut mehr hat.
Etwas anderes wäre aber auch bei dem derzeitigen Autoritätsvakuum nicht möglich.
#24 Lycobates 11:56:44 | Freitag, 16. Oktober 2009
noch einmal zur Gültigkeit der Platz ging mir aus noch einmal der letzte Abschnitt, vollständig, für
Interessierte: Alle Weihen in den schismatischen Ostkirchen sind allesamt unerlaubt, da sie spätestens
seit 1054 in einer Situation des formellen Schismas vollzogen werden. Über ihre Gültigkeit hat es aber
nie einen Zweifel gegeben, da sie bis dato den überlieferten Weiheritus verwenden. Das gleiche gilt für
die Weihen der Priesterbruderschaft EB Lefebvres. Für die Petrusbruderschaft, und andere Vereine dieser
Art, wo auch der überlieferte Weiheritus verwendet wird, gibt es einen Haken. Es ist fallweise zu prüfen,
ob der weihende Bischof selber auch nach dem alten Pontificale konsekriert wurde (denn: nemo dat quod
non habet). Nach meiner Information ist das aber leider fast nie der Fall (gewesen).
#22 Lycobates 11:50:11 | Freitag, 16. Oktober 2009
Gültigkeit der Weihen Nach katholischem Sakramentsverständnis ist zwischen Erlaubtheit und Gültigkeit
zu unterscheiden. Für die Erlaubtheit der Bischofsweihe ist ein päpstliches Mandatum nötig. Für die
Erlaubtheit der Priesterweihe, die Weihe durch den eigenen Diözesanbischof auf einen Titel der Heimatdiözese,
oder aber durch Delegation an einen anderen Bischof (z.B. in einem Orden). Gültig aber ist eine Weihe
immer dann, wenn der Weiheritus die Gnade, die das Sakrament vermitteln soll, auch bezeichnet, konkret
durch Einhaltung der vorgeschriebenen Form und Materie durch den vorgeschriebenen Spender mit der Intention
das zu tun, was die Kirche tut. Letztere wird voraussgesetzt, wenn der Spender den überlieferten Ritus
der Kirche korrekt einhält. Persönliche Sündhaftigkeit, Häresie, Unglauben, Schisma, usw. beim Spender
beeinträchtigen die Gültigkeit nicht, da der Spender aller Sakramente Christus selber ist. Alle Weihen
in den schismatischen Ostkirchen sind allesamt unerlaubt, da sie spätestens seit 1054 in einer Situation
des formellen Schismas vollzogen werden. Über ihre Gültigkeit hat es aber nie einen Zweifel gegeben,
da sie bis dato den überlieferten Weiheritus verwenden. Das gleiche gilt für die Weihen der Priesterbruderschaft
EB Lefebvres. Für die Petrusbruderschaft, und andere Vereine dieser Art, wo auch der überlieferte Weiheritus
verwendet wird, gibt es einen Haken. Es ist fallweise zu prüfen, ob der weihende Bischof selber auch
nach dem alten Pontificale konsekriert wurde (denn: nemo d…
#112 Lycobates 15:51:58 | Donnerstag, 15. Oktober 2009
blöd @Burgorus „Interessante wissenschaftliche Fragen würden sich stellen. Doch da ist ein Problem.
Die Antworten zu diesen Fragen könnten mit Aussagen der Bibel zu ähnlich sein. Längst für blöd erklärte
Kirchenleute stünden auf einmal gar nicht mehr so blöd da. Also darf nicht in diese Richtung gedacht
werden.“ und nicht nur das! wenn zu weit in diese Richtung gedacht würde, könnte es ja auch noch sein,
daß zu den interessanten wissenschaftlichen Gesichtspunkten, sich moralische, von denen die gleiche Bibel
spricht, gesellen würden, und man dann auch noch seine Lebensführung ändern müßte, ein Leben, das
man so ganz schön autonom gestaltet hatte, jetzt auf einmal theonom gestalten müßte … Das kann doch
nicht wahr sein! Schrecklich mit dieser Bibel zu leben! ich will mich zum Doktor Darwin begeben!
#82 Lycobates 13:05:32 | Donnerstag, 15. Oktober 2009
apostolisch @Mi.cha.el Sie schrieben dankenswerterweise, daß: „alles in der Kirche nur in Treue zur apostolischen
Tradition bewertet und beurteilt werden kann“ Richtig, aber ist denn nicht die Kirche Christi, per definitionem,
apostolisch? Das beten wir doch im Credo! Die Kirche Christi kann nichts lehren und praktizieren, was
nicht schon immer „in Treue zur apostolischen Tradition“ steht. Sonst würde sie zur Sekte. Individuelle
Mitglieder dieser Kirche können es aber sehr wohl; damit haben sie aber die Kirche schon verlassen (und
sind, sofern sie eins hatten, ihres Amtes verlustig gegangen, bzw. haben es nie angetreten). Ferner, daß:
„die Tradition in der Kirche weder in der Lehre noch in der Praxis (Liturgie usw.) verfolgt oder an den
Rand gedrängt werden kann“ Ist dies denn der Fall? Wie könnten denn in der Kirche Christi katholische
Lehre oder Praxis an den Rand gedrängt werden, oder gar verfolgt? Mitnichten! Nicht in der Kirche Christi,
vielleicht in einer Sekte, die sich diesen Namen zu Unrecht zulegt. „In letzter Zeit hat sich eine allgemeine
Verdunkelung ergeben mit Bezug auf die wichtigsten Wahrheiten der Religion, die die Grundlage bilden des
Glaubens und der Sittenlehre Jesu Christi“ Dieser Satz wurden am 28. August 1794 in der Bulle „Auctorem
fidei“ gegen die Synode von Pistoia (die diesen Satz geschrieben hatte) von Papst Pius VI. als häretisch
verurteilt (Satz 1). Das sollte man bedenken, bevor man unvorsichtigerweise von einer „Verdrängung“ der
Lehre innerhalb der Kirche sprich…
#72 Lycobates 19:49:13 | Mittwoch, 14. Oktober 2009
Priester und Teufel @MessagefromMary Diese liturgischen Neuregelungen sind unglaublich, die von der Voraussetzung
ausgehen, dass die Kirche sich für viele Jahrhunderte getäuscht hat. unglaublich, nichtwahr? die (3.)
niedere Weihe des Exorzisten wurde ja vom Kirchenleerer Montini 1972 abgeschafft (zusammen mit den drei
anderen niederen Weihen und dem Subdiakonat) Es gibt also in der Konzilskirche, wenn überhaupt Priester,
keinesfalls Exorzisten, es sei denn sie erhielten vor 1972 diese besondere Weihe (die allerdings in einer
gültigen Priesterweihe auch so miteingeschlossen wäre). Ja, Satan ist überall. Und er kann ungehindert
arbeiten, denn die ihn am wenigsten hindern, sind gerade die Priester! Und auch wenn sie wollten, könnten
sie es ja in den meisten Fällen leider gar nicht! Hier wurde von mir bereits mindestens zweimal hingewiesen
auf die Zweifelhaftigkeit der Weihen nach dem Ritus von 1968 [kurz: Bischofsweihe ungültig – schwerwiegender
Formdefekt und Intentionsdefekt nach der Lehre Papst Leos XIII. (sog. „significatio ex adiunctis“); Priesterweihe
höchst zweifelhaft – der Formfehler ist weniger auffallend, in der Praxis aber ungültig wegen mangelnder
Bischöfe] Schlechtenfalls können diese Laien-„Priester“ nicht einmal ein wirksames Kreuzzeichen machen,
geschweige denn notfalls einen Teufel beschwören …
#178 Lycobates 11:19:17 | Mittwoch, 14. Oktober 2009
@defendor @Ludwig Danke für die Beiträge. Sie wirken hier wie eine Oase inmitten der Wüste, obwohl
ich mir inzwischen abgewöhnt habe, mich über unsägliche Stilbrüche und Frechheiten in diesen Seiten
zu ärgern oder gar zu wundern. Dieselben sagen nichts über den Inhalt, aber viel über ihre Urheber
aus. Nun, der plötzliche Tod eines jungen Menschen ist immer eine Tragödie. So scharlachrot auch die
Sünden und Verfehlungen dieses jungen Mannes gewesen sein mögen, über sein Seelenleben, und deren letzte
Regungen, bis sie vor den höchsten Richterstuhl treten mußte, wissen wir NICHTS. Mihi vindicta, dicit
Dominus. Das muß uns genügen. Schönfärberei der offensichtlichen Sünde und des Lasters ist falsch,
aber Lieblosigkeit, auch wenn sie sich fromm gebärdet, ist ebenso verwerflich. Eine einzige Häresie
ist schlimmer als alle Sünden des Fleisches, die in einem Menschenleben begangen werden können. Damit
ist nicht gesagt, daß unbußfertige Unzucht nicht zur Hölle führt. Dieser junge Mann wurde vor 33 Jahren
im ehemals und vielleicht damals noch halbwegs katholischen Irland geboren. Getauft wird er wohl noch
sein. Er wuchs mitten im wojtylianischen Winter auf. Eine wahre Messe ist ihm wohl nicht vergönnt gewesen.
Was der junge Mann geglaubt hat, welcher Glaube ihm vermittelt worden ist, welcher Gnadenruf, der an jeden
Menschen mindestens einmal im Leben ergeht, ihm wurde: wer will da urteilen? Seiner Seele muß unser Gebet
zu Gottes Barmherzigkeit gelten.
#76 Lycobates 16:49:23 | Dienstag, 13. Oktober 2009
Das Gespräch wird keine 5 Jahre dauern Das glaube ich auch nicht. Die Pattstellung wird sich ganz schnell
ergeben. Einerseits gibt es den derzeitigen Hausbesetzer im Vatikan. Er ist alt und hat wenig Zeit. Er
will „sein“ Konzil retten aber ihm laufen die Massen weg. Was tun? Pseudo-tridentinisches Blendwerk muß
her: alte Kaseln aus der Sakristei, weg mit dem deformierten Kreuz, schöne Thronsessel, mehr Latein,
vielleicht wieder die Sedia. Alles Äußerlichkeiten ohne Gewicht, nur ändert sich kein Komma vom Konzil
und „ordentlich“ ist und bleibt nur der NOM. Darum auch will er unbedingt die PB in die Konzilskirche
einbinden: dort ernten, wo er nicht gesät hat, und (warten wir ab!) dabei so schnell wie möglich die
dort noch vorhandene apostolische Sukzession – ein Dorn im Fleisch! – unterbinden. Dann wäre die PB,
mit den Anglikanern im Warteraum, eine Art High Church der Konzilskirche. Endstation. Anderseits gibt
es die PB mit Bf. Fellay. Was ihn bewegt, ist unklar. Ambitionen? Möglich. Ich vermute mal, daß er wirklich
glaubt, er könne und müsse „Rom“ „bekehren“. Nur der gallikanische Geburtsfehler der PB kann zu solch
einer schiefen Auffassung führen. Wenn ein Papst Papst ist, ist er per definitionem katholisch und rechtgläubig
und ist da nichts zu bekehren; sondern man gehorcht. Punktum. Nein, diese Gespräche werden, wenn überhaupt
was, höchstens einen modus vivendi ergeben, keine lehrmäßige Übereinstimmung. Wenn kein Wunder geschieht.
Dann müßte sich Hw. Ratzinger von Bf. Fellay nachweihen lassen.
#28 Lycobates 13:34:06 | Dienstag, 13. Oktober 2009
Luther und andere Schon wie ein Luther!!! Schon wieder ein katholischer Priester, der für die Sinnenlust
seinen übernatürlichen Glauben aufgibt. Nun, Martin Luther war Priester (Weihe: 1507, vielleicht am
27. Februar). Luther war sicher der Sinnenlust verfallen, und war Häretiker; ob er aber seinen übernatürlichen
Glauben (ganz) aufgegeben hat, vermag ich nicht zu beurteilen. Gott weiß es. Wenn die Quellenlage stimmt,
ist aber Herr Dueppen 1999 in Miami nach dem neuen Ritus zum „Priester“ geweiht worden (wohl vom dortigen
Bischofsdarsteller Hw. Favalora). Er ist also keiner. Die Standesgnade, die mit der aufrichtig und im
Gnadenstand empfangenen Weihe immer verbunden ist, hat er leider nie erhalten. Wenn er auch guten Willens
war, als Spätberufener (nehmen wir das mal an), er ist blinder Blindenführer. Ein Irregeleiteter der
Konzilssekte. Herr Dueppen sollte in sich gehen, seine Geliebte heiraten und sich um die Tochter kümmern.
Eine Dispens braucht er nicht einmal. Er ist ein freier Mann. Solutus cum soluta. Etwaige erhaltene Meßstipendien
sollte er an einen wahren Priester weiterreichen, damit er diese Messen auch richtig liest. Das wäre,
statt zu schimpfen, eine Gebetsintention für aufrichtige Katholiken, am heutigen 13. Oktober, Fatimatag.
Freiheit versus Möglichkeit es steht doch jeder Seele frei sich für oder gegen Jesus Christus zu entscheiden!
Jede Seele hat den freien Willen, und kann sich demnach gegen Christus entscheiden. Das stimmt. Dem Glauben
an Christus (mit dem Apostel „rationabile obsequium“ Rö 12) liegt eine (von der Gnade Gottes bedingte)
Willensentscheidung zugrunde, wodurch wir „unseren Verstand gefangen nehmen, um ihn Christus gehorsam
zu machen“ (2 Kor 10, 5). Etwas ganz anderes ist es aber, zu sagen, es stünde jeder Seele frei, sich
gegen Christus zu entscheiden. Das ist ein schwerwiegender Irrtum. „Recht“, auch „Menschenrecht“ ist nur,
was „rechtens“ ist. Irrtum und Sünde können u.U. toleriert werden, aber nie Recht/recht sein.
Glaubensirrtümer Werter karljosef Ich kann die angegebene Literatur hier nicht ausschreiben. Ich muß
auf sie verweisen. Bf Fellay wurde im Artikel bereits zitiert mit drei wichtigen Punkten: „Religionsfreiheit,
der Ökumenismus und die Kollegialität“. z.B. noch zur Orientierung: www.traditionalmass.org/articles/article.php?id=33&catname=…
Kritik @karljosef Vatikan 2 muss sich an der Tradition messen, und dort wo es irrige Interpretationen
gab, umgedeutet werden Es gibt nicht nur irrige Interpretationen. Die Texte des „Vatikanum II“ selber
enthalten, nebst einem Haufen Wischiwaschi, auch schwerwiegende Glaubensirrtümer. Damit richtet sich
dieses Bischofstreffen selbst. „Umdeutungen“ sind da nicht möglich. Nachzulesen etwa bei A.Holzer, Vatikanum
II (1977), W.Siebel, Katholisch oder Konziliar? (1978), und neuerdings R.Coomaraswamy, The destruction
of the Christian tradition (2006), u.a. Für eine kritischen Standpunkt gegeüber VII und NOM muss man
sich nicht per Schisma u. Bischofsweihe ausserhalb der Kirche stellen. Fragt sich, wo das Schisma ist.
Und wo die Kirche ist. Die Kirche ist unfehlbar wenn sie allgemeinverbindliche Gesetze, wie NOM oder CIC,
promulgiert und auferlegt. Das ist ein Glaubenssatz (Pastor aeternus 1870, nachzulesen etwa in Otts Dogmatik
und Van Noort, Tr. de Ecclesia Christi). Wenn der NOM von einem Papst promulgiert wurde, ist ein „kritischer
Standpunkt“ zum NOM für einen Katholiken nicht möglich. Wenn der NOM aber schwer irrtumsbehaftet ist,
wurde er nicht von einem Papst promulgiert.
der Wahn des Kapitulanten @Brandenburgis Der Papst ist nicht bereit, sein tolles Pseudo-Konzil auch nur
in einem einzigen Artikel in Frage stellen zu lassen. Seine Hermeneutik der Kontinuität dient auschließlich
dazu, das intellektuelle und dogmatische Chaos zu „heilen“, das durch den modernistischen Terror hervorgerufen
worden ist. Richtig. Hw. Ratzinger ist etwas intelligenter als der durchschnittliche Konzilsfanatiker.
Er hat definitiv begriffen, daß bei dem Maße, in dem die Konzilskirche weltweit abwirtschaftet, allerdringendst
dem Eindruck, es bestehe ein Bruch, widersprochen werden muß. Es dürfte aber zu spät sein. Die Konzilskirche
ist Menschenwerk und wird untergehen. In zwanzig bis dreißig Jahren werden für die Restkatholiken (deren
Sichtbarkeit durch den rapiden Schwund der dann zur Laienkirche gewordenen Konzilssekte wieder größer
sein wird) ganz neue Verhältnisse entstehen. Es ist auch wieder einmal verdächtig, und typisch FSSPX,
daß das sakramentale Chaos der Konzilskirche mit keinem einzigen Wort angesprochen wird. In diesem Punkt
ist die Haltung der PB, und besonders Bischof Fellays, absolut unverständlich und unverantwortlich. Entweder
sind die neuen Sakramente in sich rechtgläubig, somit auch gültig und gnadenwirksam, und von rechtmäßigen
Hierarchen verabschiedet worden, deren Auritität anerkannt werden muß; oder aber keiner dieser drei
Punkte trifft zu. Tertium non datur. Nur ein Autoritätsvakuum kann eine Notlage begründen. Ästhetische
Differenzen nicht.
Vorsicht Die Altgläubigen rät Bischof Fellay, zur Vorsicht. Sie sollten erst dann bei Priestern des
Neuen Ritus in die Alte Messe gehen, wenn deren altgläubige Haltung klar sei. Exzellenz übersehen noch
einen kleinen Punkt. Die „Altgläubigen“ wären auch gut beraten, sich über die Tauglichkeit der Weihe
der „Priester des Neuen Ritus“ zu informieren, bevor sie dort „in die Alte Messe“ gehen. Etwa hier: www.rore-sanctifica.org/…le-Pauls-VI_-_ePaper(f).pdf
gnadenloses Konziliabulum @Siegfried Da es kein Konzil war, in diesem Treffen wurden ja keine dogmatische
Aussagen getroffen, sollte dien Bezeichnung KONZIL von diesem Arbeitstreffen weggenommen werden. Richtig.
Ein Konzil könnte aber trotzdem ein Konzil sein, ein richtiges, und doch keine dogmatischen Aussagen
treffen, sondern z.B. lediglich disziplinarische. Auch das kann ein Konzil. „Vatikanum II“ aber ist ein
Konziliabulum, da es sich als Konstituante einer neuen Kirche erwiesen hat (eben der „Konzilskirche“ nach
Montini/Benelli), die sich allerdings weiterhin als „katholische Kirche“ aufführt und deren Strukturen
und Ämter usurpiert und als leere Formhülsen (in anglikanischer Manier) jurisdiktionslos weiterführt.
Ein Frevel ohnegleichen. Unverständlich im innerkirchlichen Bereich ist nur, mit welchen Mobbing die
Modernisten dies bei Papst Paul VI. alles erzwingen konnten. Ihre Meinung in Ehren. Aber glauben Sie im
Ernst, die Modernisten hätten bei „Papst Paul VI.“ etwas zu erzwingen gehabt? Die Indizienlage ist anders.
interessante Graphik >>> diese <<< interessante Grafik nicht ausblenden dürfen! Was könnte bloß ab
1970 los sein? „actuosa participatio“ nennt mas das auf V-II Neulatein
#169 Lycobates 13:41:49 | Freitag, 9. Oktober 2009
weitere Präzisionen Die sp. Inquisition wurde am 1.11.1478 (nicht 1483) von Papst Sixtus IV. durch die
Bulle Exigit sinceras in Kastilien eingeführt. Richtig ist, daß sie unter königlicher Hoheit stand,
Sixtus IV. hat auch einem Wunsch der katholischen Könige stattgegeben, indem er sie nach anfänglichem
Zögern errichtete. Vorhin hatte ich einige Zahlen aus dem Gedächtnis zitiert, und etwas abgerundet.
Genauer (Quelle: S. Lenton, The Don Carlos myth): Von 1547 bis 1699 behandelte die Inquisition 84.400
Fälle, davon führten 826 zu einer Verurteilung wegen Häresie. (Das Todesurteil wurde dann von der Zivilbehörde
vollstreckt, da sie Häresie ihrerseits mit Hochverrat gleichsetzte, die Inquisition urteilte lediglich
über den geistlichen Befund). Das ist ein verhältnismäßig geringer Prozentsatz, der darauf hinweist,
daß die Inquisition nicht, wie von ihren Gegnern behauptet wird, pauschal aburteilte und massenhaft Häretiker
dem weltlichen Arm überantwortete, sondern im Gegenteil alle Fälle (auch skurrile Denunziationen) gewissenhaft
prüfte, da nach dieser Quelle in diesen 152 Jahren in den 83.574 anderen Fällen eine geringere Strafe,
ein Freispruch oder eine Rekonzilierung erfolgte. Zum Vergleich: im Tudor’schen England wurden 1542 allein
308 Menschen hingerichtet wegen Häresie. Damit ist dort in einem einzigen Jahr mit einem Schlag mehr
als ein Drittel der Hinrichtungszahl aus 150 Jahren Inquisitionstätigkeit erreicht. Es schadet nie, Fakten
in historischer Perspektive zu betrachten.
#167 Lycobates 12:20:39 | Freitag, 9. Oktober 2009
Präzisionen @Schalom „Auch das Vermögen getaufter Juden war für Kirche interessant“ Ob für diie Kirche
oder andere, es mag zutreffen, daß es auch falsche Denunziationen gegeben hat, allein aus dem Grunde,
ein Vermögen zu konfiszieren. Ich bestreite das nicht. Habgier ist ein überall verbreitetes Laster.
Das berührt aber nicht den Kern der Sache. Im übrigen heißt es korrekt Leyenda neGra, mit G. Ein Versehen
von mir.
#155 Lycobates 18:20:40 | Donnerstag, 8. Oktober 2009
noch einmal Leyenda nera Tut mir leid, mich wiederholen zu müssen. Übrigens sollen nach dem zweiten
Weltkrieg auch Deutsche ausgewiesen worden sein, ich kann nicht finden, dass diese „begeistert“ davon
waren. Daß die ausgewiesenen Juden (und später Moslems) davon nicht „begeistert“ waren, dürfte sich
von selbst verstehen. Daß es Übergriffe und Mißbräuche gegeben hat, und, bei der Masse (etwa 85.000
Aktenbestände zw. 1478 und 1700), wohl auch gerichtliche Fehlentscheidungen, wird von niemandem bestritten.
Daß Kirche und Hof zusammengearbeitet haben, ist selbstverständlich, da sich hier geistliche und weltliche
Gerichtsbarkeit berühren. Darum ging es nicht. Es ging darum, daß nicht behauptet werden kann, Juden
wären in Spanien damals „zwangsweise christianisiert“ worden. Die „schwarze Legende“ hat ein zähes Leben.
#153 Lycobates 17:52:50 | Donnerstag, 8. Oktober 2009
Leyenda nera „Es wurden Christen „inquiriert“ die zwangsweise „Christianisiert“ worden waren und vorher
Juden waren.“ Es wurde im Spanien des 15. bzw. 16. Jh. kein Jude (oder Moslem) „zwangsweise christianisiert“.
Die Juden wurden vor die Wahl gestellt, sich taufen zu lassen, oder aber das spanische Hoheitsgebiet zu
verlassen. Wer sich nicht taufen lassen wollte, konnte im Prinzip unbehelligt gehen. Was viele taten (sie
zogen nach Nordafrika, und weiter weg ins osmanische Reich). Wer sich aber taufen ließ, mußte sich später
Untersuchungen gefallen lassen, die darauf abzielten, zu eruieren, ob die Bekehrung auch aufrichtig war.
Unaufrichtigkeit wurde geahndet. Das ist alles. Nachzulesen etwa bei Henry Kamen, The Spanish inquisition,
u.a. Man kann darüber streiten, ob die Politik der katholischen Könige, im Zuge der Reconquista ein
homogen katholisches Land anzustreben, im sozial-politischen Sinne erfolgreich oder abträglich war. Die
nicht-bekehrten Moslems wurden übrigens erst Beginn des 17. Jh. ausgewiesen. Was die Anwendung der Folter
betrifft, das steht auf einem anderen Blatt. Sicherlich entspricht das nicht unserem heutigen Rechtsempfinden.
Diese Praxis war allerdings universalverbreitet, vom anglikanischen England, übers katholische Spanien
und protestantische Deutschland, bis zum orthodoxen Rußland. Vom osmanischen Reich ganz zu schweigen.
Darüber hat sich damals niemand aufgeregt.
#69 Lycobates 15:50:36 | Donnerstag, 8. Oktober 2009
Latein Nun, in welcher Sprache wird der Pontifex seine Worte wohl an das Hl. Konsistorium gerichtet haben?
in Latein Mithin, welcher der beiden Texte entspricht dem Wortlaut der Ansprache? Latein die italienische
Fassung wurde üblicherweise vom Pressesprecher (damals Hw. Panciroli) verbreitet Im geheimen Teil der
Konsistorien (die Überschrift auf der modernen Webseite besagt da nichts) pflegte Bf. Montini Latein
zu sprechen. Er konnte es ja auch leidlich. Erst im wojtylianischen Zeitalter wurde eine Vielzahl von
Volkssprachen üblich. Damals waren sowohl der Pseudifex als auch die meisten Mitraträger mit ihrem Latein
längst am Ende. Übrigens ist nach meiner Einschätzung (jedenfalls für die hier vorliegenden Abschnitte,
die anderen habe ich nicht studiert) die italienische Fassung im wesentlichen deckungsgleich mit der lateinischen.
Darüberhinaus (ganz abgesehen von diesem Text) besteht aber wirklich kein Zweifel über Bf. Montinis
Willen, die neue Liturgie exklusiv aufzuerlegen. Das erhellt aus der Praxis, und auch aus der damaligen
stark medienwirksamen Audienz mit EB Lefebvre (wobei auch Bf. Villot, der Staatssekretär, zugegen war).
Auch Bf. Benelli (der übrigens den Begriff „Konzilskirche“ – „la fidélité à l’Église conciliaire“ –
geprägt hat) – damals Substitut im Staatssekretariat – hat in einem Schreiben an EB Lefebvre die gleichen
Forderungen seines Meisters ausgesprochen. Viel Material ist hier zu finden: …riseintegriste.typepad.fr/…76/06/lettre-de.html
#67 Lycobates 13:04:27 | Donnerstag, 8. Oktober 2009
in cauda venenum Noch ein Zusatz zum vorhin zitierten Text von 1976 (Bf. Montinis Konsistoriumansprache)
Ich habe noch nachstehenden, direkt folgenden Absatz übersehen, aus dem sehr klar der absolute Wille
des damaligen Pseudifex Maximus hervorgeht (iubemus/esigiamo), die Liturgiereform auf Kosten der tradierten
Liturgie verpflichtend aufzuerlegen, und zwar in frevelhafter Arroganz „vi supremae auctoritatis Nobis
a Christo Iesu concessae“: „Idem promptum obsequium, vi supremae auctoritatis Nobis a Christo Iesu concessae,
iubemus erga ceteras novas leges ad liturgiam, disciplinam, rem pastoralem spectantes, quae hisce [im
Originaltext: „bisce“, wohl Druckfehler] annis latae sunt, ut Concilii decreta ad effectum deducerentur.“
Für nicht-Lateiner, wie ich jetzt erst sehe, findet es sich auch in Italienisch: La stessa disponibilità
noi esigiamo, con la stessa autorità suprema che ci viene da Cristo Gesù, a tutte le altre riforme liturgiche,
disciplinari, pastorali, maturate in questi anni in applicazione ai decreti conciliari. Wenn Bf. Montini
wahrer Papst war, kommt kein Katholik umhin, dieses „promptum obsequium“ wie verlangt auch tatsächlich
zu leisten. Hw. Ratzingers Motu Proprio, wenn auch im wesentlichen taktisch bedingt, ist aber ein peinlicher
Rückzug im Vergleich zu 1976, was natürlich den Aufschrei der Konzils-Hardliner erklärt. Sapienti sat!
#71 Lycobates 14:25:30 | Mittwoch, 7. Oktober 2009
voca me cum benedictis Hölle und Paradies wunderbar musikalisch kontrastiert aus einer der schönsten
Aufnahmen, die ich kenne (wer war dabei, 1971?) www.youtube.com/watch?v=0kDpq0gwNCU
#68 Lycobates 14:13:36 | Mittwoch, 7. Oktober 2009
Mozärtlich Beim Mozärtlichen Dies Irae komme ich manchmal auf den ketzerischen Gedanken, womöglich
lieber in die Hölle kommen zu wollen. auch beim „Voca me“ ?
#63 Lycobates 13:56:32 | Mittwoch, 7. Oktober 2009
zu J.S. Bach „Bach war zwar Lutherisch aber innerhalb des Luthertums gehörte er zu den nicht wenigen
de facto-Katholiken. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, daß das Luthertum auch niemals etwas anderes
sein wollte als katholisch.“ das alte, orthodoxe Luthertum, ja. Gibt es das noch? Aber sogar ganz landläufige
„moderne“ ordentliche Lutheraner aus meinem Bekanntenkreis sind oft im Wesen katholischer als bewußte
Anhänger der monistischen Konzilsgnosis (was an sich natürlich nicht schwierig ist, da fromme Protestanten
den Unterschied zwischen Natur und Übernatur bewahrt haben). Zu Johann Sebastian Bach noch folgendes:
ich habe irgendwo gelesen (Quelle im Moment nicht zur Hand), in seinen Originalpartituren finde sich,
hier und da zerstreut, in seiner Handschrift die kurze Notiz „Ave Maria“. Etwas unerwartet. Einer seiner
Söhne wurde katholisch (obwohl das nicht unbedingt etwas über den Vater aussagt). Ein gewisser Zusammenhang
zwischen Glaube und Musik existiert m.E. aber sehr wohl. Verdis Requiem (und Rossinis Petite Messe etwa)
sind, nach meinem Empfinden (so sehr ich beide Komponisten sonst mag) die Musik eines Agnostikers, Bachs
Motetten (z.B.) die eines Glaubenden. Ich glaube, die Engel im Paradies singen nur Bach (und, während
der Spielstunde, Bellini ).
#58 Lycobates 18:16:48 | Mittwoch, 30. September 2009
Zusatz Messeverbot 1976 Zur Weiterführung hier der ominöse Text der Montini’schen Ansprache von 1976: www.vatican.va/…4_concistoro_lt.html Folgender Absatz ist besonders lesenswert (fett von mir): At vero,
nomine ipsius Traditionis Nos ab omnibus filiis Nostris atque ab omnibus catholicis communitatibus postulamus,
ut cum dignitate pietatisque fervore renovatae Liturgiae ritus celebrentur. Usus novi Ordinis Missae minime
quidem sacerdotum vel christifidelium arbitrio permittitur. Instructione autem edita die quarto decimo
mensis Iunii anno millesimo nongentesimo septuagesimo primo provisum est, ut Missae celebratio antiquo
ritu sineretur, facultate data ab Ordinario, tantummodo sacerdotibus aetate provectis vel infirmis, qui
Divinum Sacrificium sine populo offerrent. Novus Ordo promulgatus est, ut in locum veteris substitueretur
post maturam deliberationem, atque ad exsequendas normas quae a Concilio Vaticano II impertitae sunt.
Haud dissimili ratione, Decessor Noster S. Pius V post Concilium Tridentinum Missale auctoritate sua recognitum
adhiberi iusserat. Letztere Behauptung ist eine ungeheure Frechheit, wie aus meinem „Resümee“ bereits
ersichtlich ist.
#56 Lycobates 18:02:19 | Mittwoch, 30. September 2009
Messeverbot Paul VI. hat per Gesetz Priestern nach vorheriger Erlaubnis gestattet, nach dem bis dahin
vorgeschriebenen Missale zu zelebrieren. Ist nur mit Einschränkungen wahr. Nur älteren Priestern auf
dem Abstellgleis wurde ad hoc die Erlaubnis erteilt, die wahre Messe, aber immer „sine populo“, zu feiern.
Unter Ausschluß der Öffentlichkeit also. Im Konsistorium vom Mai 1976 erklärte Bf. Montini (Theatername:
„Paul VI“) verbindlich, daß der NOM verpflichtend an die Stelle der überlieferten Messe getreten sei.
Die neuerliche Behauptung Hw. Ratzingers (Künstlername: „Benedikt XVI.“), die „alte Messe“ sei nie verboten
gewesen, ist eine Unwahrheit, wie alle wissen, die die 70er Jahre miterlebt und miterlitten haben. Damit
soll nun wohl kaschiert werden, daß die Keksfeier ein großer Reinfall ist, der trotz neuerlicher „außerordentlicher“
Anwendung von Latein, Weihrauch, und Tüll die Gläubigen fernbleiben.
#54 Lycobates 17:33:39 | Mittwoch, 30. September 2009
Resümee Pius V. war Pontifex. Er hat per Gesetz ein Missale erlassen und dessen Gebrauch vorgeschrieben.
Er hat per Gesetz verschiedene, davon abweichende Riten verboten, sofern sie weniger als 200 Jahre in
Gebrauch waren. „Paul VI.“ war Usurpator. Denn er erließ ein Missale, in dem das gesamte überlieferte
Heiligenkalendarium und die Leseordnung, die mindestens auf Papst Gregor den Großen (5. Jh) zurückgehen,
sowie die noch ältere Meßordnung vollständig umgeworfen wurden. Nach Suarez ist dies ein schismatisches
Unterfangen („posset Papa esse schismaticus … si vellet omnes ecclesiasticas cæremonias apostolica
traditione firmatas evertere“, De charitate 12, I). Ferner wird in diesem Missale ein ordo missae eingeführt,
in dem die Opferung der einen immaculata hostia esetzt wird durch eine Bereitung der Gaben von Menschenhand
(das präfigurierte Abel-Opfer wird somit durch ein Kainsopfer ersetzt, das Opferlamm durch die Feldfrüchte);
in dem die Wandlung nicht als canon actionis (vom Priester zu verrichtender Handlungsvorgang), sondern
als Erzählung eines lediglich vergangenen Ereignisses (narratio institutionis) erscheint und ihre Worte
so geändert wurden, daß die Realpräsenz einer lutherisierenden Interpretation unterliegt (Das „mysterium
fidei“ erfolgt nicht während, sonder nach den Wandlungsworten, durch den zu akklamierenden Glauben der
Anwesenden). Diese Änderungen sind in ihrem Kern häretisch. Es kommt im NOM kein Sakrament zustande.
#51 Lycobates 16:53:59 | Mittwoch, 30. September 2009
@Desperatus Zur Frage der Gültigkeit: Nach Ihrer Meinung ist also alles, was nach den erneuerten Liturgischen
Büchern geschieht, ungültig. Insbesondere die Weihen. Leider ja. Ein riesengroßes Problem! Jedenfalls
betrifft es diese Sakramente, für deren gültige Spendung ein Priester (bzw. Bischof) erforderlich ist.
Nicht jedoch weil das meine Meinung wäre, sondern weil sich das aus dem katholischen Sakramentsverständnis
ergibt, wie bereits anderenorts in diesem Forum mit Quellen angedeutet. Nicht geklärt haben Sie allerdings
die Frage der Ewiggültigkeit, wozu ich in aller Bescheidenheit um eine Ergänzung bitte Nun, ich habe
den Ausdruck „ewiggültig“ nicht verwendet, aber in Sachen Sakramente, ist das, nach katholischem Verständnis,
was einmal als gültig erachtet wurde, für immer als gültig zu erachten (also „ewiggültig“ wenn man
will); das aber, was schon immer als nicht gültig erachtet wurde, kann nicht per Federstrich auf einmal
gültig werden. Das ergibt sich aus der Tatsache, daß die Sakramente, und das, was direkt mit ihrer gültigen
Spendung zusammenhängt, entweder unmittelbar von Christus eingesetzt, oder aber direkt apostolischen
Ursprungs sind, und somit keiner Änderung unterworfen. Was die Messe betrifft, ist dabei (auch in der
historischen Entwicklung) zwischen dem Sakrament im engeren Sinne, und der Feier des Opfers im weiteren
Sinne zu unterscheiden. Allerdings kann es weder jenes ohne dieses geben, noch umgekehrt.
#48 Lycobates 14:27:36 | Mittwoch, 30. September 2009
@Desperatus Argumentationsebene II Was die Farge des „gültig“ anbelangt: Beim Ritus Pius V recurrieren
Sie auf die Priesterweihe, beim Ritus Pauls VI auf den Opfercharakter. Hier bewegen Sie sich doch auf
zwei verschiedenen Argumentationsebenen. Das leuchtet mir also noch nicht ein, doch sicherlich werden
Sie gerne breit sein, auch hier mich unwissenden Menschen recte et competenter zu lehren. Es hat schon
seine Tücken, auf begrenztem Raum sauber zu argumentieren. Also: Die überlieferte (tridentinische) Messe
bietet an sich (ebensowenig die Ostriten) keinedogmatischen Angriffsflächen (Opfercharakter, Wandlungsverständnis
(der Kanon als Aktion, usw.) sind gewährleistet). Deswegen habe ich mich dabei nicht aufgehalten. Sie
kann aber doch ungültig sein, wenn z.B. der Priester nicht einwandfrei geweiht ist (etwa nach dem neuen
Ritus, bzw. nach dem alten Ritus, aber von einem Bischof des neuen Ritus). Ein immer größer werdendes
Problem wegen der heutigen Proliferation „alter Messen“. Der NOM (nach einem in diesem Forum aufgelesenen
Ausdruck auch Keksfeier genannt) ist dogmatisch mangelhaft: kein Opfercharakter („opus manuum hominum“),
falsches Wandlungsverständnis („narratio institutionis“), Allerlösungslehre beim „für alle“, Verschiebung
des „mysterium fidei“ wodurch es angeblich erst per Akklamation zustande käme, etc.) und deshalb spielt
es keine Rolle, ob er von einem gültig oder ungültig geweihten Priester „gefeiert“ wird, da in ihm wegen
dieser inhärenten Mängel ein Sakrament nicht zustande kommt.
#42 Lycobates 14:01:35 | Mittwoch, 30. September 2009
@Desperatus Argumentationsebene I Mit dem Begriff Ewig habe ich aber noch Probleme. Nach Ihren eigenen
Worten gilt für die Liturgie nach der Ordnung Pauls IV:“„ewig“ ist sie nicht, da wir ihre Urheber (…)
allesamt gekannt haben“ Demnach wäre auch die Liturgie Pius V. nicht von Anfang ewig gewesen, sondern
erst nach dem Tod der letzten Mitarbeiter des Missale ewig geworden. Analog gilt dies natürlich auch
für Gregor den Großen. Sie haben Humor.
#36 Lycobates 13:16:47 | Mittwoch, 30. September 2009
Worthülsen „gültig“is die überlieferte tridentinische Messe, wenn sie von einem einwandfrei geweihten
Priester zelebriert wird; „ewig“ kann man sie nennen, weil der hl. Pius V bei der Promulgation 1570 jedem
Priester für alle Zukunft gestattet hat, dieselbe straffrei zu zelebrieren (ein wahrer Papst könnte
demnach zwar eine neue Liturgie einführen, sofern diese rechtgläubig ist, nicht aber die ältere verbieten);
„tridentinisch“heißt sie wegen eben dieser Promulgation, die aber nichts neues brachte, da der Ordo Missae
und die Leseordnung des Kirchenjahres bereits unter Gregor dem Großen ein fest bestehendes Ganzes war
(einige Zusätze aus der Karolingerzeit ausgenommen), und der Kanon von eben demselben Gregor und anderen
als apostolischen Ursprungs (also noch viereinhalb Jahrhunderte früher) eingestuft wurde. Die Montini’sche
Keksfeier ist weder „ewig“ noch „gültig“; „ewig“ ist sie nicht, da wir ihre Urheber, die bis vor einigen
Jahren als straffreie Schreibtischtäter noch lebten, allesamt gekannt haben; sie wurde, nach einer stillen
Inkubationszeit seit 1949, in den Jahren 1965-1969 wie aus dem Nichts der Öffentlichkeit präsentiert,
und seit 1976 (Rede im Konsistorium) von dem Kirchenleerer Montini in mißbräuchlicher Art für die lateinische
Kirche als alleine verpflichtend dargestellt; „gültig“ ist sie nicht, da sie das selbsterklärte „Werk
der Menschen Hände“ ist, nicht das unbefleckte Opfer des Neuen Bundes, das in persona Christi für die
Sünden dargebracht wird.
#14 Lycobates 11:47:28 | Mittwoch, 30. September 2009
Zeichen? Der Petersdom in Rom, wie fast alle anderen Kirchen der Welt, war seit Mitte der 60er Jahre das
Theater unzähliger Blasphemien und Sakrilegien; nicht nur wurde dort das unsägliche Konziliabulum abgehalten,
sondern es wurde dort auch spätestens seit 1969 der NOM zelebriert, und zwar bis zum heutigen Tag. Das
bedeutet, daß diese Kirche, wie alle anderen auch, vorerst rekonziliert werden müßte (das gleiche gilt
in vielen Fällen von den Altären), bevor überhaupt ein katholischer Gottesdienst dort wieder abgehalten
werden kann und darf. Daß ein katholischer Priester, ob der PB oder einer anderen Gruppierung, sich einfach
darüber hinwegsetzt, aus Unwissenheit oder Sorglosigkeit, und in einer profanierten Kirche mir nichts
dir nichts eine Messe feiert, ist ungeheuerlich. Das Kirchenrecht läßt keinen Zweifel (Kan. 1172-1-3
und 1173-1).
#136 Lycobates 16:13:33 | Dienstag, 29. September 2009
@defendor – zum Thema Keksfeier Sie haben natürlich recht! Nur ist letztendlich ziemlich belanglos, auf
welche Art in der konziliaren Keksfeier das Brot, das „opus manuum hominum“ (der Leib des Herrn, die „immaculata
hostia“, ist im NOM nicht zugegen) empfangen wird; ein objektives Sakrileg liegt dabei nie vor. Subjektiv
kann es eins geben, wenn ein Kleriker oder Laie, das, was er für den Leib des Herrn hält, verunehren
will. Und was „Bischof“ Schneider betrifft; der Mann ist zu beklagen. Wenn die Quellenlage stimmt, wurde
er 1990 zum „Priester“ und 2006 zum „Bischof“ geweiht, wohl zwangsläufig nach dem neuen Ritus (daher
die Anführungszeichen), und zwar jeweils von einem „Bischof“, der selber auch höchstwahrscheinlich nach
dem neuen Ritus zum „Bischof“ geweiht wurde … Nur wenn man bis zu deren Weihbischöfen zurückgeht (Samorè
bzw. Rocco), kommt man zu einer einwandfreien bzw. zweifelsfreien Sukzessionslinie (Stichdaten: 18.6.1968,
Promulgation, bzw. 1.4.1969, Inkrafttreten des montinianischen Weiherituals, das die gleichen Mängel
wie das anglikanische aufweist) Quelle: …ww.catholic-hierarchy.org/bishop/bschna.html und: www.rore-sanctifica.org/…le-Pauls-VI_-_ePaper(f).pdf
#77 Lycobates 15:24:24 | Freitag, 25. September 2009
Widersprüche Die Widersprüchlichkeit besteht[…]seitens der[…]Bruderschaft, die zwar einerseits behauptet,
Teil der katholischen Kirche zu sein (und damit deren gesatztem Recht zu unterstehen), aber gleichzeitig
Sakramente spendet[…]von deren Ungültigkeit sie selber weiß, weil diese Rechtsvorschriften[…]in
vergleichbarer gleicher Weise im CIC 1917[…]bestanden haben. Den Ausführungen C.C.s ist im allgemeinen
zuzustimmen. Man kann noch einiges anfügen. Der Widerspruch der PB EB Lefebvres ist leider ein riesengroßes
Problem. Das katholische Kirchenrecht sieht verbindlich vor, daß für die Spendung des Bußsakraments
und des Sakraments der Ehe, für deren Gültigkeit, eine spezifische Jurisdiktion des betreffenden Priesters
vorliegt. Die Priester der PB verfügen darüber nicht. Ein Notstand, etwa nach Kan. 209 CIC, liegt nur
dann vor, wenn es über längere Zeit keinen legitimen Diözesanbischof gibt, der diese Jurisdiktion erteilen
kann; bzw. wenn es keinen legitimen Papst gibt, der einen Diözesanbischof ernennen kann. Dies trifft
heute leider zu. Die Diözesanbischöfe und deren Papst jedoch als legitim und mit Jurisdiktion ausgestattet
anerkennen, und gleichzeitig einen Notstand beanspruchen, als gäbe es diese Bischöfe nicht, ist nach
katholischem Rechtsverständnis schismatisch. You can’t have a pope and eat him. Für die Gläubigen,
die bei Priestern der PB beichten, auch wenn sie Bescheid wissen, dürfte aber der „error communis“ nach
Kan. 209 ausreichen. Auch wäre Kan. 2261-2 heranzuziehen.
#49 Lycobates 17:50:58 | Donnerstag, 10. September 2009
Kirche spielen Von „Kirche spielen“ kann keine Rede sein. Die Lage ist ernst. Die Unterwerfung unter dem
römischen Pontifex ist heilsnotwendig. Entweder ist der apostolische Stuhl wegen der konziliaren Häresien
und deren Folgeerscheinungen vakant (nach Kan. 188/4 etwa), und dann ist die Demarche der genannten Bischöfe
zum Heil der Seelen und zur Fortsetzung der sicheren Sakramentenspendung als Notmaßnahme vertretbar und
sogar notwendig. Oder aber die Betroffenen irren in ihrer Beurteilung der Sachlage, und dann sei Gott
uns gnädig.
#47 Lycobates 17:29:24 | Donnerstag, 10. September 2009
Ausschlüsse @Brandenburgis Zu den Ausschlüssen von 9 Priestern der PB i.J. 1983 informiert folgender
PDF-Text: www.traditionalmass.org/…es/NineVLefebvre.pdf Die Gründe waren in erster Linie die Papstfrage
und weniger vordergründig liturgische Differenzen (ab ungefähr 1982 wurde in der PB durch EB Lefebvre
das Missale von 1962 aufgezwungen, hauptsächlich aus taktischen Gründen, wegen der damals auch anstehenden
Verhandlungen mit dem neuen Rom, die allerdings 1988 platzten). Bischof Sanborn wurde 2002 von Bischof
Robert McKenna O.P. nach dem überlieferten Ritus zum Bischof geweiht. Dieser ebenso 1986 von Bischof
Michel-Louis Guérard des Lauriers O.P., und dieser wiederum ebenso 1981 von Bischof Pierre-Martin Ngô-dinh-Thuc
aus Vietnam, der seit 1938 Bischof war. Sämtliche Weihen fanden ohne Mandatum statt, da die Betroffenen
von der derzeitigen Vakanz des Apostolischen Stuhles ausgingen, bzw. ausgehen. Die genannten Bischöfe
beanspruchen bzw. beanspruchten keine ordentliche Jurisdiktion.
#23 Lycobates 15:21:03 | Mittwoch, 9. September 2009
Austritt @vagabundo Bisher hatte die Kirche das Bestreben, Gott zu entsprechen, ihm zu gehorchen. Wenn
das wirklich nicht mehr gilt, kann man nur noch austreten. Das gilt dann für Protestanten wie auch für
Katholiken. Die Kirche oder den Glauben verlassen, sollten Sie auf keinen Fall tun. Das ist keine Alternative.
Die Kirche, sofern sie Kirche Christi ist, kann ihr Bestreben gar nicht ändern, und hat es auch nicht
geändert. Nur ist die Kirche zahlenmäßig geschrumpft, und hat sie an Sichtbarkeit eingebüßt. Und
wird als Kirche aufgeführt, was Kirche gar nicht mehr ist. Aus der Kirche ausgetreten (auch wenn sie
faktisch an Ämtern festhalten, die dem Augenschein nach kirchlich sind, und auf die damit verbundene
Jurisdiktion pochen), sind aber jene, die den Glauben abgelegt haben und Irrtümer verbreiten. Von ihnen
sollte man sich fernhalten. Daß dies unter Umständen bedeutet, dem äußeren Anschein nach, „draußen“
zu stehen, ist ein besonderes Merkmal unserer Zeit. Man kann es wohl auch, ohne Übertreibung und Panikmache,
als endzeitliches Faktum einschätzen.
#18 Lycobates 14:02:24 | Mittwoch, 9. September 2009
Corollarium zu Kan. 188 CIC Man sollte sich vor Zirkelschlüssen hüten. Unter anderem auch aus dem von
mir vorhin erwähnten Internetartikel von Dryden/Dolan geht hervor, weshalb gerade auch der bisweilen
bemühte wojtylianische Kodex aus dem Jahre 1983 kirchenrechtlich eine non-entity ist (als Festschreibung
der konziliaren Irrtümer), und somit für Katholiken in rechtlicher Hinsicht inexistent und nicht zitierfähig.
Dieser Kodex hat für Katholiken die gleiche Verbindlichkeit wie die Lebensregel eines Lamaklosters. Es
würde mich aber nicht wundern, ich habe es aber jetzt nicht überprüft, ist auch vollkommen unerheblich,
wenn im konziliaren Kodex von 1983 irgendein Pendant zum Kan. 188 zu finden wäre. Dann hätte sich der
Urheber des 1983-Kodex zusätzlich selbst gerichtet.
#12 Lycobates 13:37:18 | Mittwoch, 9. September 2009
Umnachtung Es ist schon bemerkenswert – und auch soziologisch ein interessanter Befund – hier wie in anderen
Foren festzustellen, was sich gewisse Forumteilnehmer anderen Forumteilnehmern gegenüber herausnehmen,
die ihnen im Prinzip dem Namen nach unbekannt sind, und von deren Qualifikationen, Stand, Alter, Würde,
usw. sie nichts wissen. Man sollte sich davon aber nicht beirren lassen!
#13 Lycobates 13:21:08 | Mittwoch, 9. September 2009
noch einmal Kan. 188 des Kirchenrechts zum erwähnten CIC Kan. 188/4, der sehr aktuell ist, sei noch folgende
kurze Studie (in englischer Sprache) erwähnt, die im Internet gelesen werden kann: www.traditionalmass.org/articles/article.php?id=12&catname=…
#9 Lycobates 12:23:41 | Mittwoch, 9. September 2009
Subjekt und Objekt Man kann hier Bischof Williamson im großen Ganzen zustimmen. Was er zum geistigen
Werdegang von Hw. Ratzinger schreibt, mag stimmen. Auch mag stimmen „daß die Blindheit […] objektiv
[zwar] tadelnswert ist. Aber […] in unserem zutiefst kranken modernen Jahrhundert subjektiv mehr oder
weniger ehrlich sein [kann].“ Letzteres ist aber, für die Bewertung dieser Hierarchen im Sinne von CIC.
188/4, ganz unerheblich. Subjektive „Ehrlichkeit“ im Glaubensabfall schützt den Betroffenen nicht vor
den Folgen dieses Kanons. Schon gar nicht, weil der Widerspruch gegen diese Irrtümer, auch von Seiten
der Priesterbruderschaft, seit Jahrzehnten unüberhörbar ist, und allein dadurch diese „Ehrlichkeit“
schon längst erschüttert sein sollte. Nein, man wird richtiger treffen, wenn man bei Hw. Ratzinger cum
suis, wenn überhaupt, ignorantia supina annimmt. Kan. 188/4 bewertet einen objektivenTatbestand, unabhängig
von jeglicher subjektiver intellektueller oder seelischer Verfassung bei der Person, die diesen Tatbestand
erfüllt. Sonst wäre besagter Kanon (noch dazu „sine ulla declaratione“) ganz undurchführbar, und somit
überflüssig, da die subjektive seelische und intellektuelle Verfassung einer Person nicht dingfest gemacht
werden kann. Der wunde Punkt der Priesterbruderschaft ist genau dieser: von einer (im übrigen lediglich
angenommenen bzw. erwünschten) subjektiven „Ehrlichkeit“ der Modernisten auf die Abwesenheit objektiver
kanonischer Folgen zu schließen. Meiner Meinung nach ein Trugschluß.
#57 Lycobates 19:47:45 | Dienstag, 8. September 2009
weitere Gründe @wassers Ich stimme zu. Dabei muß aber leider auch noch ein weiteres schwerwiegendes,
und oft verschwiegenes Problem, daß die geprellten Gläubigen zusätzlich belastet, erwähnt werden:
bei „Motu-Priestern“ (ich übernehme Ihren Ausdruck), die nicht nach dem überlieferten Ritus zu Priestern
geweiht wurden, und zwar von einem Bischof, der selber auch nach diesem Ritus von einem ebenso geweihten
Bischof konsekriert wurde, kann von einer gültigen Messe mit großer Wahrscheinlichkeit keine Rede sein.
(Die Webseite „Rore Sanctifica“ informiert darüber ausgiebig) Auf jeden Fall, auch wenn es nur einen
Zweifel gäbe, muß man aus Gründen des Tutiorismus von derartigen Messen oder „Messen“ Abstand nehmen.
Man ist gut beraten, „alte“ Messen nur bei „alt“ geweihten Priestern zu hören, wobei man bei Priestern,
die spätberufen oder jünger als 65 Jahre alt sind, das Konsekrationsdatum bzw. den Konsekrationsritus
ihres Weihbischofs erfragen sollte.
#51 Lycobates 18:58:10 | Dienstag, 8. September 2009
noch einmal Lese(un)ordnung zum interessanten Beitrag von Domenico Tuttisanti wollte ich noch hinzufügen
(der Platz ging mir vorhin aus), daß das Beispiel des vergangenen 14. Sonntags nach Pfingsten besonders
gut gewählt ist, um den inneren theologischen Zusammenhang eines Meßformulars hervorzuheben. Im übrigen
wurde wie ich sehe die Leseordnung des Missale Romanum auch im protestantischen Gottesdienst durchgehend
beibehalten. Die mechanische Bahnlesung (nach Art des früheren Synagogengottesdienstes) ist wie gesagt
eine Montini’sche „Errungenschaft“.
#49 Lycobates 18:37:45 | Dienstag, 8. September 2009
Leseunordnung @Domenico Tuttisanti Die Perikopenordnung des Missale Romanum bildet mit den anderen Texten
zusammen ein unaufhebbares Ganzes, und das schon seit frühester Zeit (zumindest seit dem 6. Jh.). In
der NOM-Leseordnung dagegen werden in einem 3-jährigen Zyklus z.T. nicht auf einander bezogene Texte
ziemlich wahllos vorgebracht (wenn der Priester oder „Priester“ sich wenigstens an das Lektionar hält).
Dieser Praxis liegt die abwegige (protestantisierende, bzw. jansenistische (Pistoia), auch von der schon
früh auf Abwege geratenen liturgischen Bewegung befürwortete) Idee zu Grunde, die Messe sei der bevorzugte
Ort, Bibelstudium zu betreiben (etwa nach Art des vergangenen Synagogengottesdienstes), und es müsse
während der Liturgie möglichst viel aus der Bibel gelesen werden, wobei auch die historischen Bücher
des AT über Gebühr vertreten sind. Nun ist aber die Messe etwas wesentlich anderes als der vergangene
Synagogengottesdienst, in dem aus der Schrift vorgetragen und interpretiert wurde: nämlich das Opfer
des Neuen Bundes, für uns täglich verwirklicht und fruchtbar gemacht. Deshalb leuchtet ein, weshalb
die gesamten römischen Meßtexte zwar aus Psalm- und anderen AT-Stellen zusammengesetzt sind, allerdings
so, daß jedes Meßformular für sich ein Ganzes bildet, nach einem gewollten theologischen Konzept, auf
Grund dessen diese Stellen des AT als Typus für die Heilsgeschehnisse des NT herausgestellt werden, keineswegs
aber nach Art einer judaisierenden (auch hier erkennt man Montinis Pferdefuß!) Bahnlesun…
#60 Lycobates 18:01:23 | Donnerstag, 3. September 2009
Bewährung Richtig. An den Früchten kennt man den Baum. Der NOM hat sich tausendfach bewährt und das
Ziel seines Urhebers adamussim erreicht: der Gnadenstrom des Sakraments ist fast überall erloschen, die
Tabernakel sind leer; die Kirchen vielfach zerstört und profaniert; die verbleibenden Gläubigen verunsichert,
angewidert, traurig; die verbleibenden Priester überaltert, durch mangelnde Standesgnade vielfachen Glaubens-
und anderen Versuchungen ausgesetzt; es gibt keine oder kaum Priesteramtskandidaten; keine oder kaum Klosterberufungen.
Spiritus ubi vult spirat; und: ubi non vult, non spirat. Wo aber eine „alte Messe“ stattfindet, wenn auch
von dubiosen Priestern gefeiert, läuft es zuhauf! Warten wir noch einmal vierzig Jahre, und sehen wir,
was sich „bewährt“!
#31 Lycobates 16:39:39 | Donnerstag, 3. September 2009
Konzilsbäcker Der NOM, auch in rubriktreuer Lateinfassung, taugt 2009 so wenig wie 1969. Die Mängel
(fehlender Opfercharakter, geändertes Wandlungsverständnis, u.a.m.) sind in den volkssprachlichen Fassungen
nur ausgeprägter. Allerdings wissen wir 2009 mehr als was man 1969 wissen konnte. Bischof Bacci verstarb
bereits 1971. Zeit seines Lebens hat er den NOM nie gefeiert. NOM-bedingte Mißbräuche, wie sie nach
kurzer Inkubation in den 70er Jahren allenthalben zum Ausbruch kamen, hat er kaum zu sehen bekommen. Kardinal
Ottaviani verstarb 1979, vereinsamt und ganz erblindet. Schon während des Konziliabulums war er so gut
wie taub, was Bischof Alfrink, der zeitweise den Vorsitz führte, zu einem üblen Scherz zum Anlaß genommen
hat (nachzulesen in R. Wiltgens Der Rhein fließt in den Tiber). Dem genannten „Breve esame critico“ beider
Kirchenfürsten sollte noch ein Kapitel zur Gültigkeitsfrage angefügt werden; eine verfrühte Bekanntgabe
verhinderte dies jedoch. Darum auch gaben nur zwei Bischöfe ihre Unterschrift (Mehrere Hunderte hatten
prinzipiell zugesagt). Somit bleibt die „kurze kritische Prüfung“ gewissermaßen ein Torso. Auch wenn
wir heute klarer sehen, bleibt sie trotzdem aktuell. Ein Denkmal im Kirchenkampf.