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+ Vor zwei Wochen ging ich nach der Abendmesse, wie es meine Gewohnheit ist, noch nebenan in die Sakramentskapelle
zum Beten. Wie groß war mein Erstaunen, als ich mitten in die Wandlung einer anderen hl. Messe geriet.
Ich kniete mich in eine Bank. Es war eine tridentinische Messe, zelebriert von einem Pater der Petrusbruderschaft
aus der Schweiz, der mit einer Pilgergruppe sich für einen Tag an unserem Ort aufhielt. Es war die erste
tridentinische Messe seit Jahren, an der ich teilnahm, und der Priester zelebrierte sie mit einer Andacht
und die Leute waren mit einer Andacht und Freude dabei, daß mir die Tränen kamen. Es war eine stille
Misse, die lateinischen Texte wurden leise gesprochen, aber ich verstehe sie ja, und die Leute verstanden
sie auch. Nachher kam mir der Gedanke: Diese Messe wurde weggeschafft, weil viele Priester und Gläubige
die Heiligkeit Gottes nicht mehr ertrugen, die sich in dieser Messe mitteilt. Es war eine Zurückweisung
der Gnade Gottes.
+ Eine generelle „Freigabe“ des alten Ordo parallel zum neuen erscheint mir unwahrscheinlich wegen der
vorauszusehenden Riesenprobleme, die damit verbunden wären – sie wurden hier ja schon angedeutet. Außerdem
befürchte ich, daß die meisten Bischöfe in Deutschland und Frankreich Front dagegen machen würden.
Sie haben ja bis jetzt auch wenig die römische Vorgabe beachtet, daß die Genehmigungen großzügig zu
erteilen sind. Es geht ja nicht allein um den Ordo. Es geht um Theologie, Spiritualität (Aszese), Katechese,
Pastoral, Moral etc. Und was ist mit dem Kirchenjahr? Fragen über Fragen. Und warum schließt sich die
Piusbruderschaft nicht der Petrusbruderschaft an? Gunther.
@Toby Die Frage ist: Leben die beiden im Konkubinat oder nicht. Wenn ja, dürfen sie die hl. Kommunion
nicht empfangen, weil nichtehelicher Verkehr Unzucht und schwere Sünde ist. Wenn nein, wenn ihr Verhältnis
rein freundschaftlich ist, dürfen sie. Wenn Helmut Kohl sagt, ihr privates Verhältnis gehe niemand etwas
an – tja, was soll man da sagen? Selbstverständlich geht ihr Verhältnis die Kirche an, deren Mitglied
er ist, und zwar zumindest in Gestalt des Pfarrers seiner Gemeinde und seines Beichtvaters. Doch geht
sein Verhältnis nichts die Journalisten an, die das Leben der Prominenten ausschnüffeln, da ist ihm
rechtzugeben. Gunther.
@Toby: Lebensgefährtin Guten Morgen, Toby, weiß Du, welcher Art das Verhältnis zwischen Helmut Kohl
und seiner Lebensgefährtin ist? Ich wußte nicht einmal, daß er eine „Lebensgefährtin“ hat (bist Du
sicher?), vielleicht auch, weil ich kaum Zeitung lese und so gut wie kein Fernsehen schaue. Kann der Zelebrant
und Ausspender der Kommunion das wissen? Soll er ihn einer Befragung unterziehen? Ist es fair, jemandem,
der mit einer Frau in der Öffentlichkeit auftaucht, sogleich ein schwer sündhaftes Verhältnis zu unterstellen?
Gunther.
+ Sehr geehrter Marquedant! Wo bin ich hier nur gelandet? Ich denke, dass jeder Mensch seine Meinung zu
diesem Thema haben und auch äußern sollte, wenn er möchte. Ja, auch die Gegner der gleichgeschlechtlichen
Unzucht sollten dieses Meinungsäußerungsrecht haben. Wenn dem so ist, frage ich mich, ob meine – auch
„zahlende“ – Mitgliedschaft in der Katholischen Kirche die richtige ist. Hast Du schon einmal den Katechismus
der Katholischen Kirche studiert? Danach wird Dir eine Antwort auf Deine Frage leichter fallen. M.W. hat
Jesus mit seiner Lehre versucht uns Menschen klar zu machen, dass ausschließlich die Liebe zueinander
den Menschen erlösen und Frieden herbeigeführt werden kann. Zur Liebe gehört es, daß man jemandem
die Wahrheit sagt und ihn nicht belügt, vor allem wenn es um das ewige Leben geht – also um Sein oder
Nichtsein. Es ist keine Liebe, jemandem zu sagen: Sündige ruhig weiter. Jesus sagte zur Ehebrecherin:
Sündige fortan nicht mehr. Im übrigen: was in unserem modernen Leben könnte man nicht alles „unnatürlich“
bezeichnen? Sicherlich nicht nur die „Homosexualität“. Eben. Pax et bonum! Gunther.
+ Sehr geehrter Doktor! Auch der „Volks“altar ist ein Altar und kein gewöhnlicher Tisch. Das Allerheiligste
ist dort, nämlich ab der vollzogenen heiligen Wandlung. Aucb der „Volks“altar ist deshalb Thron Gottes
und mit entsprechender Ehrfurcht zu umgeben. Ob die heilige Messe mit Ehrfurcht zelebriert wird, hängt
nicht vom Ordo, alt oder neu, ab, sondern von der Haltung des Priesters. Man möge doch in diesem Forum
endlich aufhören, die katholische Kirche schlecht zu machen! Anscheinend merkt man nicht, daß man damit
Christus selber schlecht macht, dessen mystischer Leib die Kirche ist, und den Heiligen Geist, der die
Seele der Kirche ist. Gunther.
+ Sünde macht einsam. Sünder können ihre Einsamkeit nicht ertragen und suchen sich Kumpanen für ihre
Sünde. Sie sündigen in Gemeinschaft, um ihre Einsamkeit zu betäuben. Die Sodomiten können es nicht
ertragen, in der Minderheit zu sein. Deshalb setzen sie alle Hebel in Bewegung, um die Gesellschaft mit
perversen Theorien zu manipulieren, so als wäre Sodomie etwas Normales und Gutes, eine Form von vielen
Formen legitimer Sexualität. Dazu werden sogar schon die Kinder in den Schulen traktiert, auch in „C“DU
regierten Bundesländern. Dieses schmutzige Spiel dürfen Christen nicht mitspielen. Beten wir für die
Schwulen und Lesben, ja, lieben wir sie sogar, so wie Jesus die Sünder geliebt hat, um sie zur wahren
Freiheit zu führen – aber null Toleranz für Perversion und Sünde! Gunther.
+ Grüß Dich, cairochon, kennst Du eine höhere Autorität als Gott? Gott spricht in der Stimme des Gewissens:
Menschen aller Zeiten und Weltgegenden, wenn sie sittlich nicht verdorben waren, erkannten die Sündhaftigkeit
der widernatürlichen Unzucht. Gott spricht in seiner Offenbarung: Die Heilige Schrift verurteilt klar
die Sodomie und warnt, daß sie zu den Sünden gehört, die vom Reich Gottes ausschließen. Wenn Dir das
als Autorität nicht genügt, dann ist Dir – momentan jedenfalls – nicht zu helfen. Die heutige atheisierte
Gesellschaft ist schlimmer als die heidnische Antike. Was sie in diesem Zusammenhang als Wissenschaft
bezeichnen, ist teuflische Rechtfertigung des Bösen. Gunther.
Die Homosexualität im Urteil der heiligen Väter der Kirche Grüß Gott! Die Sodomie ist eine schwere
Sünde, die vom Reich Gottes ausschließt. Wer dieses Laster hartnäckig praktiziert, setzt sich der Gefahr
der ewigen Verdammnis aus. Ich möchte auf den Artikel „Die Homosexualität im Urteil der heiligen Väter
der Kirche“: [link]f25.parsimony.net/…ages/15926.htm[/link] In der alten Kirche waren Männer, die diese
Sünde begangen hatten, auch wenn sie bereuten und Buße taten, für immer davon ausgeschlossen, Kleriker
zu werden. Noch schlimmer als diese Sünde erscheint es mir, wenn man diese Sünde nicht mehr als solche
erkennt und sie geradezu als etwas Gutes hinstellt. Gunther.
+ @Didimus (korrekter wäre: Didymus): Die Griechen begründen das gesäuerte Brot mit John 13,1: Dort
ist gesagt, daß der Heiland das Sakrament der hl. Eucharistie einsetzte „vor dem Paschafest“ – und zu
diesem Zeitpunkt hate man noch nicht damit begonnen, das ungesäuerte Brot, welches für das jüdische
Pascha bestimmt war, zu verbrauchen. Dies war jedenfalls der ältere Brauch, der ursprünglich auch in
Rom gültig war. Wie dem auch immer sei: ich bin nicht für das Vermengen der Riten. Die liturgische Willkür
im Westen ist hassenswert. Ungehorsam, und Exaltation des Ich – und das nicht erst seit 1968. Gunther.
@bonaventura: Es geht mir überhaupt nicht um Historismus und Wiedereinführung alter Bräuche. Ich erlaube
mir nur, darauf hinzuweisen, daß es Traditionswandel nicht erst seit dem 2. Vatikanum gibt. Das wird
leider oft vergessen. Es gab schon römische Theologen, welche die Orthodoxen als Häretiker bezeichneten,
weil sie im nizänokonstantinopolitanischen Glaubensbekenntnis das filioque entfernt hätten! Müßte
ich irgendwann einmal an Rom irre werden, dann würde ich nicht zur Piusbruderschaft gehen, sondern zur
Orthodoxie. Aber das tu ich – mit Gottes Gnade – nicht. Gunther. Esto fidelis usque ad mortem, et dabo
tibi coronam vitae.
Materie Im byzantinischen Ritus wird gesäuertes Brot verwendet, wie auch in der alten Kirche, und wie
in der römischen Kirche im ersten Jahrtausend. Die Einführung von ungesäuertem Brot in der römischen
Kirche war einer der Traditionsbrüche, auf den ich schon aufmerksam gemacht habe, ohne eine Reaktion
seitens unserer Traditionalisten. Gunther.
@Frl.Ilse: Homosexualität ist keine Straftat, weil dadurch bei niemandem ein Schaden für die Person
oder Gesellschaft entsteht Nein, sondern weil die Gesellschaft atheisiert ist und nicht mehr begreift,
was Sünde ist. Der Schaden für die Person und die Gesellschaft ist enorm. Ihr Standpunkt verrät eine
materialistische Auffassung der Dinge. Haben Sie im Umgang mit Menschen noch nie den Unterschied zwischen
der Finsternis und dem Pestgestank des Lasters und dem Licht und dem Duft der Tugend gespürt? – übrigens
war man im Mittelalter davon überzeugt, dass es Hexerei gibt Zu Recht, denn Hexerei gibt es. oder das
ein Exorzismus psyschiche Krankheiten heilt. Durch Exorzismus werden nicht psychische Krankheiten geheilt,
sondern Dämonen ausgetrieben. Das Mittelalter wußte das. Da ist heute aber auch nicht mehr strafbar
bzw. üblich. Die Menschheit schreitet in ihrem Wissen eben voran. Im Wissen der positiven Wissenschaften
und Technik, welches für das ewige Heil irrelevant ist. Im Wissen um die wesentlichen Dinge des Seins
und des Daseins, steht die Menschheit heute – auf die Masse betrachtet – an einem Tiefpunkt ihrer Entwicklung.
Erratum corrige In einem anderen Forum, wo man gnädiger miteinander umgeht als hier, wäre es überflüssig –
aber so wie hier diskutiert wird, muß ich einen Flüchtigkeitsfehler berichtigen: Statt „Papst Johannes
Paul II. mag Fehler begangen haben (auch Heilige sind nur Menschen) – aber er war kein Häretiker, ebenso
wie Benedikt XVI. einer ist“ muß es richtig heißen: „Papst Johannes Paul II. mag Fehler begangen haben
(auch Heilige sind nur Menschen) – aber er war kein Häretiker, ebensowenig wie Benedikt XVI. einer ist.“
@Marcel: Rom, die römisch-katholische Kirche hat den ganzen katholischen Glauben. Er wurde niemals abgeschafft,
außer Kraft gesetzt – auch wenn er praktisch weithin verdunkelt ist. Eine ähnliche Situation gab es
Ende des 5. Jahrhunderts, als ein Großteil der Kirche arianisch war. War damals die katholische Kirche
darum nicht die wahre Kirche Christi? Aber ist nicht sogar dieser Vergleich ungerecht? Ist nicht im Katechismus
der Katholischen Kirche, vom Papst mit den katholischen Bischöfen promulgiert, der katholische Glaube
wahrheitsgemäß dargelegt? Daß nur dem Glauben (bzw. dem, was man als Glauben auslegt) Gehorsam geschuldet
sei – wie Bischof Williamson ausführt –, ist eine protestantische, keine katholische Haltung. Der Katholik
schuldet in Fragen des Glaubens und der Sitte Gehorsam auch der rechtmäßigen kirchlichen Obrigkeit.
Und nun kommen Sie nicht wieder mit den Häresien. Papst Johannes Paul II. mag Fehler begangen haben (auch
Heilige sind nur Menschen) – aber er war kein Häretiker, ebenso wie Benedikt XVI. einer ist. Noch sind
das 2. Vatikanum und der Katechismus der Katholischen Kirche häretisch. Msgr. Lefèbvre wurde zu Recht
exkommuniziert nicht wegen seines Nichtakzeptierens vatikanischer Dokumente, sondern wegen seiner unerlaubten
Bischofsweihe. Bischof Ketteler stimmte beim 1. Vatikanum gegen das Unfehlbarkeitsdogma. Als es jedoch
angenommen und verkündet war, beugte er sich. Das war katholischer Gehorsam.
@Athanasius: 1. Die Meinung eines Kardinals verdient Beachtung. Entscheidend ist jedoch das päpstliche
Motu proprio „Ecclesia Dei“, womit Msgr. Lefebvre, die von ihm geweihten Bischöfe und all jene, die sie
unterstützen, exkommuniziert sind. 2. Roms Haltung zu den nichtchristlichen Religionen ist nach dem 2.
Vatikanum prinzipiell keine andere wie davor: extra ecclesiam nulla salus. Der Nichtchrist kann – wenn
ohne Verschulden nicht mit Wasser getauft – nur gerettet werden durch die Begierdetaufe, nicht durch die
nichtchristliche Religion. Falls Kardinal Ratzinger das so platt, wie Sie es zitieren, gesagt haben sollte
(Protestantismus keine Häresie), so hätte er eben geirrt, und Sie haben volle Freiheit, ihm entgegenzutreten.
Das gibt Ihnen noch lange nicht das Recht, das II. Vatikanische und 21. Ökumenische Konzil abzulehnen.
Die verächtliche Art, mit der Sie den Stellvertreter Christi als „Besetzer des Hl. Stuhles“ apostrophieren,
zeigt nur, wie weit Sie sich innerlich schon von der Kirche entfernt haben. 3. Sie unterstellen mir eine
Auffassung von Gehorsam, die ich nicht vertrete und nirgends geäußert habe. Emotionalisiert (!!!) beim
Schreiben war mein Gemüt (was ich für menschlich halte), nicht mein Geist. 4. Ich habe keinen Grund,
einer Diskussion auszuweichen. Aber sie zu führen, ist auf diesem Forum technisch schwierig. Im Gegenteil
wurde auf einige Fragen und Einwände meinerseits nicht geantwortet. Offenbar aus Verlegenheit um eine
Antwort.
Ubi Petrus ibi ecclesia! Lieber Marcel und alle Ihnen Gleichgesinnte! Sie liegen falsch! Haben Sie es
vergessen: Wo Petrus, d.h.: wo der Papst ist, da ist die Kirche Jesu Christi? Die katholische Kirche ist
in einer Krise, jawohl, vielleicht in der tiefsten Krise, in der sie sich jemals befunden hat. Und doch
ist und bleibt die römisch-katholische Kirche die eine heilige katholische und apostolische Kirche die
einzige wahre Kirche, und nicht eine Gruppe, deren Oberhirten sich im . Sie bleibt die wahre Kirche, selbst
wenn die wahren Katholiken nur noch eine kleine Minderheit in ihr wären (wer will das beurteilen?)! Ungehorsam
befinden – bei aller sonstigen scheinbaren Frömmigkeit und Rechtgläubigkeit – Sie können das noch so
viel beschönigen! Nicht die schönen Paramente und Zeremonien machen die Heiligkeit. Von den evangelischen
Räten ist nicht zufällig der Gehorsam der wichtigste und entscheidende. Sie können in der römischen
Kirche für den wahren Glauben und die Tradition kämpfen – aber das ist Ihnen anscheinend zu mühselig!
Sie wollen eine Umgebung, in der Sie sich wohlfühlen! Ist das die Spiritualität der Heiligen, die Leiden
und Opfer auf sich genommen haben für den Sieg der Wahrheit? Wenn die FSSPX nicht nach Rom zurückkehrt,
wird sie da enden, wo schließlich alle endeten, die sich von Rom abwendeten, in der Häresie. Möge der
Herr Sie erleuchten! Gunther.
Vatikanum II Grüß Dich, –--Tradi---, Du schreibst, dem 2. Vatikanum brauche man nicht zu gehorchen.
Das ist leider ein schwerer Irrtum. Trotz gegenteiliger Behauptungen kann man dem 2. Vatikanischen Konzil
keine Häresien nachweisen. Unterschiede zu früheren Aussagen des Lehramts (päpstliche Enzykliken) konstituieren
nicht notwendigerweise Häresien oder sonstige Irrtümer. Auch als Pastoralkonzil ist das 2. Ökumenische
Konzil ein Ökumenisches Konzil, zu dem die Bischöfe mit dem Papst sich versammelt haben, und seine Aussagen
Aussagen des außerordentlichen und allgemeinen Lehramts, dem jeder Katholik Gehorsam schuldet. Seine
Aussagen sind irrtumsfrei. Das 2. Vatikanum ist nicht gegen die Tradition, sondern ist selber Teil der
Tradition. Wenn die Piusbruderschaft so weitermacht, wird sie trotz ihres Eifers um Rechtgläubigkeit
und Traditionstreue da enden, wo schon viele endeten, die sich von der lebendigen Kirche abgesondert haben:
als eigene, nicht mehr römisch-katholische Denomination, also als Häresie. Bekanntlich kommt Häresie
von griechisch „hairéomai“ – auswählen. Man wählt sich aus dem Glauben aus, was man für richtig hält,
der Rest wird verworfen – wie es die Piusbrüder tun. Gruß, Gunther.
@GerdEric Grüß Dich, GerdEric, wenn ich Deine Beiträge lese, frage ich mich, was Dich in dieses Forum
treibt. Als einzigen Grund finde ich Deinen antikatholischen Missionstrieb. Ich kann mich nicht erinnern,
von Dir ein gutes Wort über die katholische Kirche gelesen zu haben. Sehr abstoßend finde ich das. Gunther.
@Julia Guten Abend, Julia, wenn man liest, was Du da – als Katholikin oder als Protestantin? – über Religion,
Glaube, Kirche und Vatikan von Dir gibst, ist so haarsträubend, daß man vor Verzweiflung in die Tastatur
beißen möchte! Kind Gottes, wenn Du schon getauft bist und Dich Christin nennst, dann befasse Dich doch
mal gründlich mit dem Glauben. Oder meinst Du, alles in diesem Leben ist wichtiger als die Religion?
Aber vielleicht läßt es ja für Dich hoffen, daß Du an dieses Forum geraten bist (falls Du nicht gleich
wieder die Flucht ergreifst). Gunther.
+ Liebe Leute, in der römisch-katholischen Kirche ist buchstäblich der Teufel los. Die allermeisten
ahnen nicht einmal, wie weit sie von der Kirche abgekommen sind, die der Herr gegründet hat. Kommunionhelferinnen
in kurzen Röckchen, die sich am Tabernakel hochrecken – da muß man sich ja direkt darauf freuen, wenn
in zwanzig Jahren eine islamistische Bundesregierung per Gesetz den Zwangsschleier und die Furka einführt.
Gunther.
@Bonaventura: Traditionalistische Literatur Grüß Gott, Bonaventura, Sie zitieren da einen Titel von
Dr. Barth. Können Sie mir eine Buchhandlung in Deutschland empfehlen, welche traditionalistische Literatur
führt, möglichst auch im Internet? Gunther Maria Michel.
+ Guten Abend, Athanasius, Du schreibst: >In Hawaii erklärte Kardinal Ratzinger alle „Exkommunikationen“
gegen Gläubige der FSSPX für ungültig. Kannst Du mir dafür den Beleg finden? Wie konnte Ratzinger
das erklären (falls er es getan hat), nachdem zufolge dem Motu proprio Johannes’ Pauls II. „Ecclesia
Dei“ alle, die die exkommunizierten Bischöfe unterstützen, ebenfalls exkommuniziert sind? Gunther.
Traditionsbruch Guten Abend, Marcel, wann ist der große Traditionsbruch in der Kirche passiert? 1968?
Traditionsbrüche geschahen im Westen schon vor 1968 und gipfelten in der Kirchenspaltung im Jahr 1054.
Wieviele Traditionen der alten Kirche wurden nicht abgebrochen. Stichworte: Verweigerung der hl. Firmung
bei der Taufe; Verweigerung der hl. Kommunion an die Säuglinge; Verweigerung des kostbaren Blutes an
die Laien; Kommunion mit ungesäuertem Brot; Einführung des Samstagfastens; Benutzung von Orgeln; Verehrung
von Statuen… In manchem bedeutet das 2. Vatikanische Konzil die Korrektur einseitiger Entwicklungen
der Kirche. Schon vor dem Konzil wurde in die Meßordnung des Tridentinischen Ritus eingegriffen, durch
Einfügung des hl. Josef im eucharistischen Kanon. Gunther.
Der Novus Ordo Missae @Dr. Enderfers: Auch ich finde es nicht recht, den Novus Ordo Missae als häretisch
zu verunglimpfen. Wo sind darin Häresien (@Marcel)? Wenn Sie diesen Vorwurf nicht beweisen können, laden
Sie keine geringe Schuld auf sich mit solcher Propanda! Auch wenn durch die Person des unglückseligen
Kardinals Bugnini die Freimaurer ihre Hand mit im Spiel hatten, heißt das längst nicht, daß der NOM
häretisch ist. Gunther Maria Michel.
Nochmal wegen Frère Roger Schutz @Mimi u.a.: Liebe Leute, seid doch nicht so zornig! Es ist prinzipiell
falsch, Protestanten die hl. Kommunion zu reichen. Aber Ausnahmen bestätigen die Regel, und Frère Roger
Schutz mag eine Ausnahme wohl gewesen sein, dann nämlich, wenn er den katholischen Glauben hatte. Gewiß
wäre er dann verpflichtet gewesen, in die sichtbare katholische Kirche einzutreten, aber auch davon mag
es Ausnahmen geben. Der zweite Punkt ist: Die Kommunionbank ist keine Richtbank. Woher will der Austeilende
wissen, ob der Empfangende nicht kurz vorher gebeichtet hat und konvertiert ist? Soll er eine Befragung
beginnen? 3) Das Übel beginnt strenggenommen schon früher. Ein Nichtkatholik dürfte gar nicht erst
an der Eucharistie teilnehmen. In der alten Kirche mußten die Katechumenen zu Beginn des Opfergottesdienstes
in den Exonarthex zurücktreten. Nichtgetaufte durften gar nicht erst teilnehmen. 4) Alle gültig Getauften –
auch Protestanten – sind von rechtswegen Glieder der katholischen Kirche. Von der Kirche trennen sie sich
erst durch Häresie und Schisma. Gunther.
Wie können wir das nur sühnen? Leider muß ich Irenäus recht geben. In der Kirche geht es drunter und
drüber, weil kein Gehorsam mehr ist. Es gibt keinen Gehorsam mehr, weil der Ungehorsam auf allen Ebenen
besteht, weil er sich von oben nach unten fortsetzt. Seitdem Christus seine Kirche, die katholische Kirche,
gegründet hat, gilt: alles Gute und alles Schlechte beginnt beim Klerus. Der Klerus muß sich bekehren,
beginnend mit den Oberhirten! Dazu müssen wir aber weniger sie bloßstellen und kritisieren, als vielmehr
für sie beten, täglich, inständig – besonders für den Papst, damit er die Kraft findet, das Steuer
des Schiffes Petri herumzureißen. Bittet er nicht oft um unser Gebet? Wie können wir die vielen Beleidigungen
des Herrn sühnen? Die Mittel sind bekannt: Gebet und Opfer! Und vor allem: Häufiger würdiger (!) Empfang
des Herrn in der hl. Eucharistie und Anbetung des Allerheiligsten, täglich, stundenlang!
Sodomie ist eine schwere Sünde Leider wird durch den Begriff „Homosexualität“, den sich die Kirche anscheinend
hat aufdrängen lassen, die Sachlage verunklart. Eine schwere Sünde ist die Sodomie. Sodomia est concubitus
cum persona eiusdem sexus, vel diversi sed in vase indebito (Sodomie ist der Beischlaf mit einer Person
desselben oder des anderen Geschlechts jedoch in einem nicht gebührenden/verkehrten Gefäß. Sodomia
perfecta (vollkommene Sodomie) liegt im ersteren Fall vor: bei applicatio genitalium ad corpus pesonae
eiusdem sexus (Gebrauch der Geschlechtsorgane am Körper einer Person desselben Geschlechts); Sodomia
imperfecta; applicatio membri genitalis virilis ad vas praeposterium feminae (Gebrauch des männlichen
Zeugungsglieds an einem verkehrten Gefäß der Frau); sodomia stricte dicta (Sodomie im strengen Sinn):
est concubitus inter mares cum penetratione vasis praeposteri et seminatione inibi facta (ist der Beischlaf
zwischen Männern mit Penetrierung des falschen Gefäßes und darin vollzogenem Samenerguß). Hieraus
geht hervor, daß in der Tat Sodomie (im nicht strikten Sinn) weit verbreitet sein dürfte. Sodomie zählt
zu den himmelschreienden Sünden, die Gottes Rache vom Himmel herabrufen.
Nachtrag Johannes Paul II. Nun hat Papst Johannes Paul II., wie es uns erscheint (!), diese Fehler begangen,
in einem Pontifikat von fast 27 Jahren. Müssen wir diese Fehler aber nicht sehen vor dem Hintergrund
seiner zahllosen Predigten, wo er sich – auch vor Muslimen! – klar und deutlich zum Glauben an die Heiligste
Dreifaltigkeit und an unseren Herrn, Gott und Erlöser Jesus Christus bekannt hat? Sind diese Patzer nicht
das berühmte Haar in der Suppe? Ich möchte es mir jedenfalls mit ihm drüben nicht verdorben haben und
breche den Stab nicht über ihm! Gunther.
Religiöser Indifferentismus >May Saint John Baptist protect Islam and all the people of Jordan, and all
who partecipated in this celebration, a memorable celebration. >Wenn ihr mit aufrichtigen Herzen euren
Gottesglauben aus eurer Heimat hierher in ein fremdes Land getragen habt und hier zu Gott als eurem Schöpfer
und Herrn betet, dann gehört auch ihr zu der großen Pilgerschar von Menschen, die seit Abraham immer
wieder aufgebrochen sind, um den wahren Gott zu suchen und zu finden. Wenn ihr euch auch in der Öffentlichkeit
nicht scheut, zu beten, gebt ihr uns Christen dadurch ein Beispiel, das Hochachtung verdient. Lebt euren
Glauben auch in der Fremde und laßt ihn euch von keinem menschlichen oder politischen Interesse mißbrauchen!
Das ist leider untragbar – oder wir können gleich ganz aufhören Katholiken zu sein und gehen in eine
interreligiöse New-Age-Gruppe. Nebenbei: Zitat 1 ist für Muslime nicht weniger anstößig als für Christen.
Im Islam ist jedwede Anrufung von Personen neben Allah schirk (Beigesellung) und die unverzeihliche Sünde
schlechthin. Zitat 2: Die Vorlage für die Rede könnte ihm von der deutschen Bischofskonferenz untergeschoben
worden sein. Er hätte dies trotzdem nicht sagen dürfen. Aus beiden Worten spricht ein unbegreiflicher
religiöser Indifferentismus – gegen den Johannes Paul II. (requiescat in pace) an anderer Stelle, in
seiner Missionsenzyklika, doch selber gekämpft hat. Gunther.
+ @Athanasius: Danke für den Link. Ich habe mir das Video gestern abend heruntergeladen und angeschaut.
Ja, es ist zum Heulen! Sehr bedenklich finde ich die Änderungen bei den Sakramenten. Trotzdem ist der
Film einseitig. Es werden von Novus Ordo nur extreme Mißbräuche gezeigt – als wäre dies die einzige
Art, wie er zelebriert wird. Das stimmt aber nicht. Ich habe das Glück in einem großen Marienwallfahrtsort
zu leben, wo sich der Mißbrauch in engen Grenzen hält und die Heilige Messe überwiegend würdig zelebriert
wird. Trotzdem will ich den erschütternden Traditionsbruch nicht verharmlosen, der nach dem 2. Vatikanum
(oder mit dem 2. Vatikanum?) eintrat. Ich frage mich auch: wohin geht das Papsttum? Seit Paul VI. findet
eine fortschreitende Selbstabwertung statt. Wo wird das enden? Bei der Prophezeiung des Malachias? Gunther.
Filioque @Marcel: Meine Frage (listig?) hat zum Zweck, den Blick auf die Art und Weise zu lenken, wie
es in der römischen Kirche zu Änderungen kam. Das 2. Ökumenische Konzil von Konstantinopel lehrt im
Großen Glaubensbekenntnis: Wir glauben an den Heiligen Geist, der Herr und lebendig macht, der aus dem
Vater hervorgeht. Diese Formulierung stützt sich auf das Wort des Heilands Joh 15,26. Papst Leo III.
ließ im Jahr 809 zwei silberne Tafeln ind er St.-Peter-Kirche aufstellen mit dem Credo auf lateinisch
und griechisch, ohne die Worte „und aus dem Sohn“. In der Tat wurden diese Worte gegen die Arianer auf
der Synode von Toledo eingefügt und von Karl dem Großen übernommen. Sie wurden nach jahrhundertelangem
Widerstand der Päpste erst nach der Kirchenspaltung auf Betreiben Heinrichs II. eingefügt – gegen die
dogmatische Formulierung eines altkirchlichen ökumenischen Konzils. Etwas zum Nachdenken. Gunther.
Papst Johannes Paul II. in Jordanien @MilesChristi: Das Foto mit dem Koran ist ja nun weidlich bekannt.
Übrigens sieht man den Kuß nicht. Er könnte auch nur an dem Buch geschnuppert haben. Ich habe im Vatikan-Archiv
die Reden in Amman/Jordanien (im J. 2000) durchgesehen, ebenso wie die Reden in Damaskus/Syrien (2002) –
aber das von Dir/Ihnen inkriminierte Zitat habe ich nicht gefunden. Bei so einem schweren Vorwurf bitte
ich doch um genaue Quellenangabe. Was mir fehl am Platz erscheint, ist, daß er die syrischen Muslime
mit Assalamu alaikum begrüßt. Es ist unmöglich, daß er nicht gewußt haben soll, daß dies ein Gruß
ist, den allein Muslime untereinander gebrauchen. Ein Muslim grüßt einen Nichtmuslim mit Salam, aber
nicht mit assalam alaikum. Der so begrüßte Muslim ist dann in der Verlegenheit, entweder mit waalaikum
assalam zurückzugrüßen, was er nicht darf, oder mit wassalam, was nach dem vorhergehenden Gruß unhöflich
ist. Gunther.
+ @Dr. Enderfers: So weit habe ich nicht einmal gedacht… Übrigens habe ich mich geirrt, denn die gemeinsame
Mahlzeit ist wohl ein Abendessen gewesen. Einerlei. Wenn man vier Stunden zusammen ist, liegt in diesem
Zeitraum mindestens eine Hore, und wenn nicht die Sext, dann die Non und/oder die Vesper. Wenn zwei Theologen
vier Stunden lang ü b e r Gott und die Welt reden, sollten sie wenigstens eine Viertelstunde Zeit haben,
um z u Gott zu reden.
+ Grüß Gott! Danke für die weiterhelfenden technischen Hinweise. Trotzdem bedaure ich es, daß es hier
kein Forum gibt, wo man diese wichtigen Fragen einmal gründlich durchsprechen kann. Leider kommen wir
hier vom Hölzchen aufs Stöckchen, ohne daß eine einzige Frage einmal richtig durchdacht wird. Dazu
kommt die Beschränkung der Zeichenzahl. Naja.
Ungehorsam 1 Nun, Marcel, danke für Deine Mühe und die Verweise (Fremdsprachen sind kein Problem). Mein
Unverständnis betrifft nicht die Diagnose des Glaubensnotstands in der Kirche, sondern die Methode der
Bewältigung. Und da sehe ich eine Inkonsistenz im Denken der FXXPX. Entweder Johannes Paul II. und Benedikt
XVI. sind rechtmäßige Päpste der römisch-katholischen Kirche, was sie nur sein können, wenn sie keine
Häretiker sind, dann bin ich verpflichtet, ihnen zu folgen. Dann kämpfe ich innerhalb der „Konzilskirche“
für die Tradition – den Glauben, den Kult –, wie das etwa die Petrusbruderschaft tut (und ich mich auch
zu tun bemühe). Oder die genannten Päpste sind es nicht rechtmäßig, dann ist der Heilige Stuhl vakant,
und auf ihm sitzen (sit venia verbo) Usurpatoren. Von den Punkten in der Tabelle (Was sollen Katholiken
vom II. Vatikanum halten) treffen einige zu, viele nicht. Die Konzilsdokumente verlangen nach dem Kirchenrecht,
wie Dir doch bekannt sein dürfte, Gehorsam, auch wenn sie nicht Unfehlbarkeit beanspruchen!
Warum? Wenn man sich die Zerstörung des Glaubens und den Abfall der Völker vom katholischen Glauben
vor Augen hält, dann fragt man sich: warum? Ich finde nur eine Antwort: das ist eine Zulassung und Strafe
Gottes für die Lauheit der Katholiken, insbesondere des Klerus – schon lange, schon Jahrhunderte vor
dem vielgeschmähten 2. Vatikanischen Konzil. Ganz Europa war christlich, war katholisch. An der großen
Apostasie ist allein die Kirche, die Lauheit der Katholiken, selbst schuld. Statt aber ständig nur mit
dem Zeigefinger auf die schlechten anderen zu zeigen – wie bequem ist das doch –, sollten wir in uns gehen
und uns selber bekehren! Gunther.
+ Grüß Gott! Ich stelle fest: 1) Johannes Paul II. war rechtmäßiger Papst, kein Häretiker. Trotzdem
verweigerten die Bischöfe der Piusbruderschaft und alle, die ihnen folgen, den Gehorsam. Benedikt XVI.
ist rechtmäßiger Papst, und kein Häretiker. Dito. 2) Vatikanum II ist ein rechtmäßig einberufenes,
abgehaltenes und abgeschlossenes Konzil der römisch-katholischen Kirche. Die Konzilsväter und der Papst
verstanden und verstehen es nicht als irgendeine Synode niedrigeren Ranges, sondern als ökumenisches
Konzil. Daß dabei keine dogmatischen Definitionen herauskamen, mindert den Rang des Konzils nicht. (Auch
frühere Konzilien bestanden nur zum geringsten Teil aus Dogmen.) Warum nimmt die Piusbruderschaft das
Konzil nicht an? Gegen welche Dogmen verstößt es? Ist es nicht ein Widerspruch, den Rang und die Verbindlichkeit
des Konzils abzuwerten mit dem Argument, es sei ja kein dogmatisches Konzil gewesen, und andererseits
nicht zuzulassen, daß das lebendige Lehramt in einigen Fragen sich heute anders äußert als frühere
Enzykliken? Die Enzykliken, auf die Ihr Euch mit Vorliebe beruft, haben doch selber keinen dogmatischen
Anspruch und Rang! Gegen welche Dogmen verstößte denn das II. Vatikanische Konzil? Noch eine technische
Bemerkung. Ich finde es schade, daß die Beiträge mit den Nachrichten verschwinden. Könnt Ihr kein Forum
an kreuz.net dranhängen, damit man mit längerem Atem die Themen durchsprechen kann? Gunther.
Päpstlicher Primat in der alten Kirche In der alten Kirche gab es kein Dogma vom päpstlichen Jurisdiktionsprimat.
Die Aufkündigung der Einheit ging von lateinischer Seite aus durch Niederlegung der Bannbulle gegen den
Patriarchen von Konstantinopel. Der apostolische Stuhl war damals vakant. Papst Paul VI. und Patriarch
Athenagoras haben die gegenseitigen Anathematisierungen aufgehoben. Und nun? Gunther.
Häresie Grüß Gott! Mal eine Vorfrage: Wird sich in diesem Forum gesiezt oder geduzt oder beides? Falls
letzteres: gibt es eine Liste, wer geduzt bzw. gesiezt werden will? @Athanasius: Ich kann mir nicht vorstellen,
daß Joseph Ratzinger irgendwo das Infallibilitas-Dogma angefochten hat. Das Problem mit den Orthodoxen
ist doch folgendes: Griechen und Römer hatten bis 1054, trotz gewisser Differenzen, denselben katholischen
Glauben. Diesen Glauben haben die Griechen nicht verändert. „Häretisch“ aus römischer Sicht wurde dieser
Glaube erst, als Rom Konzilien einberief, die aus orthodoxer Sicht nur westliche Synoden sind (was ja
irgendwo stimmt – denn die ganze östliche Hierarchie fehlte), und Dogmen verkündete, die nach östlicher
Auffassung nur von der Gesamtkirche und nicht von einer Teilkirche verkündet werden dürfen. Das Problem
liegt da: Wieso soll der orthodoxe katholische Glaube, der 1000 Jahre lang wahr war, wieso soll dieser
unveränderte Glaube nun plötzlich häretisch sein? Deshalb dachte Johannes Paul II. und deshalb denkt
Benedikt XVI. über eine Ausübung des päpstlichen Primats nach, die von der Orthodoxie akzeptiert werden
kann. Die Päpste haben völlig recht, darüber nachzudenken, weil sie eben auch für die Orthodoxie verantwortlich
sind – es gibt ja nur eine Kirche Christi. Deshalb sind diese Päpste noch längst keine Häretiker. Gunther.
Vorläufigen Dank! Danke für die bisherigen Antworten. Meine Frage ist ganz ernst gemeint. Man müßte
ja blind sein, um nicht zu sehen, daß es in der katholischen Kirche nicht so läuft, wie es sollte. Trotzdem:
Wenn der Papst ein Häretiker ist, dann darf ich ihm nicht gehorchen. Wenn er kein Häretiker ist, dann
muß ich ihm gehorchen. Wenn er da, wo es Ermessensspielraum gibt, Dinge sagt oder tut, die mir nicht
gefallen, dann kann ich anderer Meinung sein. Aber habe ich das Recht, zum Beispiel sein Motu proprio
„Ecclesia Dei“ zu verwerfen? Was unterscheidet mich dann noch von einem Protestanten? Gunther.
Frage an die Piusbruderschaft Guten Abend, eine Frage an die Anhänger der FSSPX: ist der Papst Eurer
Meinung nach ein Häretiker? Wenn ja, warum erkennt Ihr ihn dann an? Wenn nein, warum leistet Ihr ihm
dann nicht Gehorsam? Gunther.