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#1 Tridentinus 12:21:55 | Dienstag, 26. Dezember 2006
Sehr interessante Klarstellungen Und auch eine gewisse Korrektur von Ausführungen Leo Kardinal Scheffczyks
(+ 2005) zur Verdrängung des Christkindes durch den Weihnachtsmann in einem Radio-Interview für Kirche
in Not/Ostpriesterhilfe aus dem Jahr 2004, das jetzt bei dieser Organisation als CD angefordert werden
kann. Dort wird nämlich der Eindruck erweckt, ein völlig profaner Weihnachtsmann habe das katholisch-christliche
Christkind als „Gabenbringer und Gabenspender“ verdrängen sollen. Richtiger ist der Vorgang beschrieben,
wenn eine Protestantisierung weg von St. Nikolaus hin zum Christkind und sodann eine sukzessive Profanierung
des heiligen Bischofs Nikolaus von Myra zum Weihnachtsmann in den Blick kommen. Die Tradition des Schenkens
wird von Kardinal Scheffczyk theologisch gut abgesichert, indem die Meschwerdung Gottes in Jesus Christus
als das Geschenk an die erlösungsbedürftige Menschheit vermittelt wird. Hier sollten aber auch noch
die Gaben der Drei Heiligen Könige an den neugeborenen Christus angemessen reflektiert werden. Von GK
Chesterton gibt es meines Wissens einen anregenden Text, der „Eine Theologie der Weihnachtsgeschenke“
überschrieben ist. Er dürfte in der Anthologie „Die neue Weihnacht“ enthalten sein, in der der Bonner
Verlag nova & vetera: www.novaetvetera.de, 2004 Beiträge Chestertons zum Weihnachtsfest in ansprechender
deutscher Übertragung versammelt hat.
#14 Tridentinus 11:50:30 | Dienstag, 26. Dezember 2006
@Stimme aus Wien Diesen Ausführungen stimme ich voll zu. Nur liegt heute das Problem darin, dass der
Aspekt des Für-wahr-haltens oft gar nicht mehr gesehen wird und durch Emotionalisierung und schwärmerische
Erfahrung ersetzt wird. So wird der Glaubensakt nicht aus einer verstandesmässigen und/oder willensmässigen
Vereinseitigung in eine ganzheitlich menschliche Fülle geführt, sondern höchstens einer neuen Vereinseitigung
preisgegeben, weil der Mensch auch als Gläubiger eben auch Verstand und Willen besitzt. Wo diese Aspekte
ausgeblendet sind, kann kein ganzheitlich menschlicher Akt, auch kein Glaubensakt erzielt werden. Die
Korrektur, die hic et nunc notwendig wäre, hat mE John Henry Cardinal Newman in seiner Grammar of Assent
vorbildlich skizziert.
#9 Tridentinus 16:07:24 | Montag, 25. Dezember 2006
@Stimme aus Wien Was ist ein vorkonziliares/was ein nachkonziliares Glaubensverständnis? Welches Konzil
meinen Sie eigentlich? So epochal kann meines Erachtens gar keines sein. Mit der Geburt Christi ist die
Welt und Geschichte in einen Neuen Äon eingetreten, seither stehen beide endzeitlich unter eschatologischem
Vorbehalt und in eucharistisch-sakramental, kultisch-politischer Prolepsis. Also weder konzilseuphorische
Epochenbildung, noch apokalyptische Panik, bitte!
#5 Tridentinus 12:05:09 | Montag, 25. Dezember 2006
Als ich gestern um 23:30h in einer österreichischen Landeshauptstadt zur Chrismette bei der FSSPX ging
hatte ich einen eindrucksvollen Beleg für die Richtigkeit Pater Denekes Überlegungen. Fast schräg gegenüber
des Priorates befindet sich ein Club, in dem abwechslungsreiche Intimbegegnungen möglich sind. Dort hielt
ein Taxi, dem eine Gruppe junger Männer entstieg, die absichtsvoll in diesen Club gingen. Meinerseits
überquerte ich die Strasse und ging die Gasse bergauf, um rechtzeitig in der Kapelle zu sein. Dort wurde
die Präfation leider nicht im Tonus sollemnior gesungen. Schliesslich erwies sich das als vielleicht
feierlicher, denn der Administrator beherrschte selbst die einfache Melodie nur mit Mühe und nicht wirklich
überzeugend.
#3 Tridentinus 11:20:11 | Montag, 25. Dezember 2006
@Romulus Man muss eben begreifen, was Pater Deneke meint! Wenn alles nicht so ernstgemeint ist, sich das
Christusereignis zum Mythos, zu einem Mythos mehr, verflüchtigt, dann ist die Abgekehr von leerer Rührseligkeit
konsequent, weil es keine Hoffnung gibt, sondern nur Illusion. Diese Verdunstung des Glaubens betreiben
aber nicht die Tradis – wie Sie sich ausdrücken – sondern diejenigen Theologen, die uns aufklären, anstatt
zur Verklärung mit und in Christus hinzuführen, die alles entmythologisieren, wo gar kein Mythos ist,
sondern eine geschichtliche Gottestat: Inkarnation konkret, nicht abstrakt! Die liberale Theologie unserer
katholischen Theologen ist noch nichtmal eine schlechte Kopie protestantischer liberaler Theologie, die
längst als alter Hut in der Mottenkiste verschwunden ist, sondern billige Psychologisierung, Emotionalisierung,
Esoterisierung, platte Neuauflage der Gnosis! Dann besser saufen und fressen und …, denn dannach kommt
nichts, noch nichtmal ein Nirvana light, das uns Europäern geschäftstüchtige Esoteriker aufschwatzen
wollen. Kapiert was Deneke meint? Kapiert, was Fakt ist und hier prägnant gesagt ist, ohne solidarische
Geschnulze? Danke, Pater Deneke! Gesegnete Weihnachten!
#9 Tridentinus 15:06:36 | Sonntag, 24. Dezember 2006
@Neuevangelisierung Was soll nicht alles „bald“ geschehen? Sollte „es“ irgendwann geschehen, könnte bereits
jetzt ein Zusammenhang der Art bestehen, wie Sie ihn vermuten. Dennoch: Alles Spekulation. Übrigens sollte
man meines Erachtens nicht Neuevangelisierung sagen, das liesse sich immerhin auch so verstehen, dass
ein neues Evangelium verkündet wird. Ein anderes Evangelium kann uns aber nach St. Pauli Worten selbst
gestohlen bleiben, wenn es ein Engel vom Himmel verkünden sollte.
#7 Tridentinus 14:48:12 | Sonntag, 24. Dezember 2006
Der Umgang mit den SJM im Bistum Fulda war unrühmlich, aber dass Priester versetzt werden, ist auch eine
Normalität und steht dem Bischof zu, selbst wenn er von zweifelhaften Motiven geleitet wird, die man
natürlich kritisieren darf. Spätestens im Neuen Jahr sollte auch kreuz.net das Thema abschliessen!
#1 Tridentinus 08:59:57 | Freitag, 22. Dezember 2006
Man setze in das Döllinger-Zitat statt „I. Vatikanisches Konzil“ einfach mal „II.“ ein. Dann klingt das
doch sehr traditionalistisch im lefebvristisch bis sedisvakantistischen Sinn. Natürlich gibt es den Unterschied
zwischen einem dogmatischen – oder herkömmlichen – Konzil und einem pastoralen, aber trotzdem. Ein Gedankenanstoß.
#33 Tridentinus 16:49:18 | Donnerstag, 21. Dezember 2006
@Romulus Schmidberger hätte richtiger sagen müssen, dass es gar keinen Ritus mehr gibt. Liturgische
Willkür und Kreativität. Was hat das mit Ritus zu tun? Etwas mehr Rubrizistik. Dann kann man von Ritus
reden.
#31 Tridentinus 16:23:18 | Donnerstag, 21. Dezember 2006
@Stöhr Sehr aufmerksam. Besonders, wo das heute gar nichts mehr aussagt, ob jemand Römerkragen trägt.
Nur eine Frage zum Thema: Kann so eine Luxussoutane à la Christ-Roi die Abkehr von der Welt sinnfällig
machen?
#27 Tridentinus 16:02:53 | Donnerstag, 21. Dezember 2006
Also Herr Stöhr Dr. Heger springt Ihnen doch bei und sagt nur, daß er annimmt, daß der Quasi-Kirchenbann,
den selbst andere Tradditionalisten faktisch gegen die „Sedisvakantisten“ schleudern nicht (!) zu begründen
ist. Ihnen ist wirklich mit einer gesegneten Kerze nicht mehr zu helfen!
#3 Tridentinus 11:16:41 | Donnerstag, 21. Dezember 2006
@Konrad Und Ihnen ist mehr Praxisnähe, um nicht zu sagen Realitätssinn zu wünschen. Wer wird denn so
eine Reform der Reform überhaupt aufnehmen? Einen Vorgeschmack bekommen wir, wenn das „für viele“ offiziell
verbindlich wird.
#87 Tridentinus 11:00:19 | Donnerstag, 21. Dezember 2006
Den Kiedricher Choraldialekt kenne ich natürlich, aber das würde ich nicht als eigenen „Ritus“ betrachten.
Auch wenn, ist das Adjektiv „deutsch“ aber falsch.
#123 Tridentinus 16:39:18 | Dienstag, 19. Dezember 2006
Was war an der Rücktrittsforderung so verletzend? In der Jugendsprache wäre Algermissen ein schönes
Beispiel für ein „Weichei“. Sollte das auf irgendeinen Bischof zutreffen? Es wundert mich aber nicht
mehr und findet auch nicht mehr mein existentielles Interesse.
#1 Tridentinus 10:06:29 | Montag, 18. Dezember 2006
Es gibt sehr verschiedene Kreuze wie wir aus der deutschen Geschichte wissen! Wo das Kruzifix fehlt (Kreuz
mit Corpus), da kann man auch auf jede andersartige Kombination aus Längs- und Querbalken verzichten!
#4 Tridentinus 09:53:17 | Montag, 18. Dezember 2006
Es sind noch eher Freudentränen Denn über das dreifache Charisma, das die FSSPler für sich in Anspruch
nehmen, werden sie ja wohl kaum traurig sein ! Die Frage ist nur, ob Rechtgläubigkeit ein Charisma ist
(also eine besondere Gnadengabe, die nicht für jeden unabdingbar ist). Ferner: Wer wie Lügmayer FSSP
Addai und Mari für gültig hält, besitzt sie gar nicht, auch nicht als Charisma. Andererseits ist sie
auch mehr als sterile, gebetsmühlenartige, neuscholastische Manualtheologie. Treue der Hierarchie gegenüber
ist nicht pacellinischer Autoritätspositivismus, und manche in der FSSP sind sogar echt über die Alte
Liturgie betrübt: sie wollen ja so gern den NOM (kon-)zelebrieren! Gratulation zum Wappen!
#78 Tridentinus 09:25:45 | Montag, 18. Dezember 2006
Die Sicht Die Sicht der katholischen Kirche zur Frage der Exkommunikation Lefebvres, de Castro-Mayers
(erst auf eigene Bitte hin!) und der vier Weihbischöfe ist noch nicht mal an der römischen Kurie in
Sicht. Wenn Rom unklar oder zumindest nicht una voce spricht, gilt Roma locuta, causa finita eben nicht!
Aber was viel wichtiger ist: Wie verträgt sich das Instrument der Exkomunikation mit der konziliaren
und nachkonziliaren Ekklesiologie und Öffnung der Stufungen von Kirchengliedschaft, Romulus? Man kann
doch nicht Leute, die letztlich rausgeworfen wurden, weil sie die konziliare Ekklesiologie (was das ist,
kläre ich hier nicht) nicht annehmen, mit den Mitteln ihrer eigenen, angeblich vorkonziliaren Ekklesiologie
sanktionieren, ohne sich lächerlich (jawohl!) zu machen. Ferner: Wer bleibt gerade unter den modernistischen
Funktionärskatholiken eigentlich noch übrig, wenn man einmal überprüft, welchen – oft gehäuften –
Exkommunikationen ipso facto aus „vorkonziliarer“ Zeit die alle verfallen??? Schliesslich: Am schlimmsten
sind die Neokonservativen, die Pius IX. und Pius XII. erstens glorifizieren und zweitens nicht merken,
dass es da eine Änderung gibt – nicht nur zum Besseren.
#1 Tridentinus 09:01:02 | Montag, 18. Dezember 2006
Wappen Die drei Tränen könnten sich auch auf die o^/ o^/ o^/ beziehen, die „der“ Erz-o^/ „zuviel“ konsekriert
hat, denn ein Weih- o^/ war der FSSPX im Protokoll vom 5. Mai 1988 ja zugesichert worden!
#65 Tridentinus 16:41:21 | Sonntag, 17. Dezember 2006
Stromberg Die Adventspräfation, die sich im MR 1962 befindet, scheint schon vorher bestimmten Ordensgemeinschaften
und Diözesen zugestanden worden zu sein. Das kann ich auswendig auch nicht genau sagen. Dann ist sie
aber frühestens von 1959. Jedenfalls merkt man klar, wie „gemacht“ sie ist. Noch bedauerlicher ist, dass
es seit 1962 oder schon 1960 (?) eine Eucharistiepräfation gibt. An sich nicht so misslungen wie die
Adventspräfation, aber vorher war an Fronleichnahm die Präfation von Weihnachten (!), wodurch sehr tief
der dogmatische Konnex Inkarnation-Eucharistie aufleuchtete. Im Advent war vorher die Trinitätspräfation,
wie auch an den Sonntagen nach Pfingsten.
#63 Tridentinus 13:46:53 | Sonntag, 17. Dezember 2006
Weder in die eine, noch in die andere Richtung geht es hier um Handschuhe. Die mich aber auch gar nicht
stören, wenn sie entsprechend der Rubriken zum Einsatz kommen. In ganz diesem Sinn allerdings die Frage:
Wieso verwendet die FSSPX entgegen der Rubriken kein Birett? Dafür aber die unschöne Adventspräfation,
die kaum zu singen ist, weil die Wort sich regelrecht gegen den Choral sperren. Die wurde eben auch schon
„gemacht“.
#60 Tridentinus 12:07:26 | Sonntag, 17. Dezember 2006
Mich interessiert jetzt brennend, welche Auswirkungen auf die Dogmatik an der Theologischen Fakultät
Innsbruck der Umstand hat, dass R. Girard Erstunterfertigter dieser Petition ist. Ob sich dafür ein Sündenbock
finden lässt? Sein Versuch, das Phänomen Religion über das Medium des Opfers sozusagen monokausal auf
Gewaltstrukturen zu reduzieren (wörtlich: zurückzuführen), übersieht m.E. die Differenz zwischen sacrificium
und victima, wobei beide Aspekte unbestritten in Relationalität zueinander stehen.
#22 Tridentinus 12:33:25 | Donnerstag, 14. Dezember 2006
@Freinsberg Ich habe deutlich rituelle Karwochenreform geschrieben. Die Korrektur des Zeitpunktes der
Osternacht war sinnvoll, hat aber die Riten gerade nioch nicht berührt, sondern nur den Zeitpunkt ihrer
Durchführung. Wir wissen beide leider immer noch nicht, welche Tagung Heggi meint.
#20 Tridentinus 08:41:54 | Donnerstag, 14. Dezember 2006
@Heggi Vielleicht haben Sie Freinsberg nicht geantwortet, weil seine Frage wohl ironisch gemeint war.
Von mir jetzt ernsthaft: Was ist das für eine Tagung? Zum 1965iger Ritus: Dieser könnte bei einer Reform
des 1970iger Ritus für jene Orientierungsgrösse werden, die nicht zur reinrassig tridentinischen Liturgie
zurückwollen oder -können: Sozusagen als Low Mass für eine katholische Low Church. Und in bezug auf
den Ritus von 1962 wäre es wünschenswert, die rituelle Karwochenreform von 1955 wieder abzustreifen!
#33 Tridentinus 15:24:06 | Dienstag, 12. Dezember 2006
@Stöhr Auch hier haben Sie vielleicht nicht ganz unrecht. Denn zumindest waren es die „offenen Formulierungen“,
in denen man den Geist des Vaticanums (II) auch in den Dokumenten durchaus aufspüren kann.
#2 Tridentinus 09:55:35 | Dienstag, 12. Dezember 2006
Ich kenne jemanden, der sich nicht freuen wird, sämtliche neuen Elemente, die im Artikel genannt werden:
Zelebrationstisch (in Anlehnung an die Wortwahl des Erzbischofs!), Ambo und Bischofsthron, mit dem Adjektiv
„klotzig“ versehen zu sehen. Übrigens weiht oder konsekriert man einen Altar, einweihen kann man höchstens
eine Kirche oder ein anderes Gebäude. Möglicherweise rührt der Unterschied im Sprachgebrauch gerade
vom Charakter des Raumes oder der Räumlichkeit her. Man weiht ja auch keine Priester ein, in Österreich
wird man maximal ausgeweiht, was aber nicht exekriert bedeutet…
#15 Tridentinus 09:38:48 | Dienstag, 12. Dezember 2006
Nur, weil jemand fromm, traditionstreu, tridentinisch oder sonstwas ist, darf er sich finanziell nicht
übernehmen, erst recht, wenn er Verantwortung für andere trägt. Hier liegt auch ein Fehler Roms vor,
Gruppierungen im Umfang von Kleinfamilien gleich als Institute päpstlichen Rechtes zu errichten. Oft
ist die Alte Messe auch spendenwirksam. Das stimmt nachdenklich…
#52 Tridentinus 16:15:50 | Montag, 11. Dezember 2006
@Stöhr Soll Ihnen noch jemand ernsthaft antworten? Fanatismus würde ich Ihnen noch nichtmal unterstellen,
wohl aber Unreife. Es wäre interessant, Ihr Alter zu wissen. Dann könnte man sagen, ob Ihr verzerrter
Idealismus noch eine Chance hat, geläutert durch die Pubertät zu kommen.
#16 Tridentinus 16:07:31 | Sonntag, 10. Dezember 2006
@Belisar Sie täuschen sich ebenso wie Stöhr, nur auf andere Weise. Von den Exkommunikationen durch Bruskewitz
hat der Vatikan nur jene von Call to action bestätigt. „Die Piusbruderschaft St. Pius X.“ ( , eine Analogie
zu „päpstlicher als der Papst?) wird als Gruppe nicht exkommuniziert. Wäre auch schwierig, da die Katholiken
(Laien), die deren Gottesdienste besuchen, dieser Gruppe gar nicht formell angehören können,wenn man
von den Tertiaren absieht. Eine Spezialfrage wären die erwachsenen „Pius“-Firmlinge.
#10 Tridentinus 11:55:12 | Sonntag, 10. Dezember 2006
@Stöhr Sie verstehen mich völlig miss. Damit Prinzipien – das gilt nicht nur hier, sondern allgemein –
wirksam bleiben (können), müssen sie situationsgerecht angewandt werden. Das bedeutet nicht ein Diktat
des Faktischen, wohl aber eine Antwort auf das Faktum und somit Verantwortung. Das heisst nicht, dass
das situative Faktum seinerseits als statisches Datum akzeptiert werden müsse. Vielmehr umfasst die genannte
Verantwortung das Recht und ggf. die Pflicht, die zur Verfügungstehenden Gestaltkräfte auch zur Umgestaltung
des momentanen Faktums einzusetzen, wobei selbstverständlich die Idee oder das Prinzip der ruhende Orientierungsfocus
bleibt.
#8 Tridentinus 11:36:05 | Sonntag, 10. Dezember 2006
@Hoffnung @Stöhr @Hoffnung: Dann ist aber der wahre Glaube die Grundlage der Einheit und nicht umgekehrt,
wie Sie durch das konkludente somit nahelegen. @Stöhr: Über die Religionsfreiheit hat sich die Kirche
erstens explizit erst relativ spät geäussert, weswegen es fraglich ist, ob sie in den Enzykliken des
19. Jahrhunderts zur Frage dieselbe bereits abschliessend beantwortet hat, zweitens bleiben die Grunddaten
dazu strukturell und prinzipiell gewiss ident, jedoch die Anwendung kann durch Umstände variieren, ja
muss es fallweise, damit die Prinzipien in Geltung bleiben. Und nur im Bereich der Prinzipien liefern
die von Ihnen bemühten Enzykliken verbindliche – jedoch nicht statische – Aussagen, über sich wandelnde
Komponenten innerhalb der Anwendungsbedingungen eines Prinzips können sie gar nichts aussagen und intendieren
dies folglich auch nicht.
#5 Tridentinus 11:09:18 | Sonntag, 10. Dezember 2006
@Stöhr und Sie reden bzw. schreiben wie ein Psychopat. Der Papst hat vor einiger Zeit sehr gut erläutert,
dass die gleichbleibenden Prinzipien der kirchlichen Lehre über die Religionsfreiheit in unterschiedlichen
Kontexten durchaus variabel realisiert sein können, ja teils sein müssen, weil die Kirche [kursiv]als[kursiv
institutionalisierte Religion gesellschaftliche Rahmenbedingungen vorfindet, die sie nicht oder nicht
als Monopolistin zu beeinflussen vermag.
#37 Tridentinus 09:53:07 | Samstag, 9. Dezember 2006
@No Comment Good comment! Denn dann geschah es doch, und noch dazu trifft beides chronologisch so gut
zusammen. Und vor allem: Die Mauer gibt’s bereits heute schon lange nicht mehr. Sicher gibt es künftig
noch weitere Parallelen…
#19 Tridentinus 16:31:11 | Dienstag, 5. Dezember 2006
Seine Erlaucht Weihbischof Graf Heinrich von Soden Fraunhofen (so wohl richtig, denn zu seinen Lebzeiten
war Graf kein Namensbestandteil, sondern ein Adelstitel) stört es jedenfalls nicht mehr, sollte es eine
Falschbehauptung sein.
#13 Tridentinus 16:15:26 | Dienstag, 5. Dezember 2006
Amtskirche ist ein mißbräuchlicher Ausdruck, denn die katholische Kirche hat ein Amt – sakramental und
hierarchisch, beide Askepte wiederum verflochten oder verzahnt – gemeint wäre eher Konzilskirche oder
Konzilssekte. Aber war das ein Konzil?
#10 Tridentinus 16:09:44 | Dienstag, 5. Dezember 2006
Für den NOM gibt es gar nicht erst Unterschriftenaktionen, die ignoriert werden könnten. Weil keiner
mehr weiß, was die heilige Messe für den katholischen Glauben bedeutet. Die Frage nach dem Ritus interessiert
deshalb erst recht niemand mehr. Und daran zumindest ist der ach so verständliche und volkszugewandte
NOM nicht unschuldig.
#8 Tridentinus 15:56:45 | Dienstag, 5. Dezember 2006
Ob man unbedingt von einer Nachfrage nach der Tridentinischen Messe sprechen kann, die lebhaft ist, wage
ich nicht zu behaupten. Nach dem NOM allerdings besteht eine solche objektiv nicht.
#21 Tridentinus 11:01:52 | Dienstag, 5. Dezember 2006
@Romano Die gesamte Karwochenreform Pius XII. atmet den Geist des NOM. Besonders verwerflich war die Abschaffung
der Missa deleta am Karfreitag. Außerdem wurde der falsche Eindruck vermittelt, der Papst besäße die
Kompetenz zu Liturgiereformen. Darauf aufbauend, besser niederreißend, konnte Paul VI. weitermachen.
Wenn Montini von Pius XII. nicht derart gefördert worden wäre, wäre er sowieso nie Papst geworden.
Pius XII. war nur rein phänotypisch der letzte „tridentinische“ Papst. Naive Tradis sehen das nicht (ein).
#2 Tridentinus 16:25:12 | Montag, 4. Dezember 2006
SC und die Rubriken von 1965 Mit den Rubriken von 1965 war in der Tat die Liturgiereform des Vaticanums
von 1965 weitgehend erfüllt. Eine bereicherte Leseordnung mit zyklischen Lesejahren könnte eine echte
Bereicherung sein. Auch zusätzliche Präfationen zerreißen grundsätzlich den Kontinuitätsstrang des
Römischen Ritus nicht. Was am ehesten überdacht werden sollte, wäre die Karwochenreform Pius XII. Wenn
dann noch die Eigenliturgien der Orden und Ortskirchen wiedergewonnen werden könnten, die nach Trient
faktisch, nicht intentionaliter, abhanden gekommen waren, wäre die Reform der Reform perfekt. Das letzte
skizzierte Element wäre sogar eine legitime Reform der tridentinischen Reform, denn an eine Verdrängung
der Ritenvielfalt war nämlich nicht gedacht, nur an eine Ausmertzung von Riten, die lutherische Impulse
aufgenommen hatten und widerspiegelten.
#9 Tridentinus 12:58:38 | Montag, 27. November 2006
Anglikanische Weihen Natürlich könnten gültige Weihelinien in die Anglikanische Gemeinschaft führen.
Aber Leo XIII. hat sich ja in seiner Ungültigkeitsfestellung vor allem auf Intentionsmängel (die durch
Hinzuziehung gültig geweihter Ko-Konsekratoren eventuell ausgeräumt sein könnten) und auf Mängel,
die innerhalb des anglikanischen Weiheritus (!) bestehen, bezogen, welch letztere auch heute noch gegeben
sind. Manche Sedisvakantisten würden jetzt übrigens argumentieren, die Gültigkeit der anglikanischen
Riten müsse vom nachkonziliaren Rom konsequent zugegeben werden, wenn die eigenen, von Paul VI. reformierten
Riten als gültig gelten sollen.
#58 Tridentinus 11:45:00 | Montag, 27. November 2006
Sie, liebe Frau Bussmann, sind doch bezahlter Pastoralassi, also Teil des Regimes bzw. Systems! Oder täuscht
mein Gedächtnis? Aber wahrscheinlich hat der Hl. Geist dank Ihrer Realpräsenz in den Gremial- und Pastoralstrukturen
Zugang zur katholischen Kirche!
#1 Tridentinus 09:01:25 | Montag, 27. November 2006
Bedauerlicher als dieser anglikanische Gottesdienst, der ja keine katholische Messfeier sein will, ist
ein Umstand in der Diözese Innsbruck hinsichtlich der Simulationen eines suspendierten Ständigen Diakons
der Diözese St. Pölten, Herrn Dr. med. Franz Federspiels, der sich inzwischen Pater Franziskus nennt
und von Dusan Spiner, Olmütz, zum Priester geweiht worden sein will. Spiners Bischofsweihe durch Felix
Maria Dawidek wird von Rom nicht anerkannt. Dieser Einschätzung schliesst sich auch die FSSPX an. Ein
Fall seltener Einigkeit. Federspiel agiert als „traditionstreu“, seine tridentinischen (!)Simulationen,
vermutlich auch der Beichte, erfolgen wohl vorwiegend im Tauhof /Axams. Von Spiner selbst kann man eindeutig
nicht annehmen, er handele bona fide, da er nachweislich auch mit dem KirchenVolksBegehren zusammenarbeitet
und sich für Frauenordination engagiert. Auch er hat schon im Tauhof pontificaliter Mese gelesen und
das tridentinisch getan so gut er konnte. Er ist wenigstens Priester, allerdings zurecht suspendiert,
denn solch diametral entgegengesetzte Engagements des Episkopates sind zweifellos unseriös. Ein tragischer
Sieg des Bösen Feindes über das aufrichtige Wirken Hw. Herrn Pater Fridolin Aussersdorfers OFM (RIP,
verstorben am Namen-Jesu-Fest 2005) unter dem trügerischen Schein der Kontinuität!
#13 Tridentinus 17:54:57 | Freitag, 24. November 2006
Latexbarrieren Etwas mehr Realitätssinn! „Latexbarrieren“; mit soetwas gibt man die klassische Morallehre
der Lächerlichkeit preis. Die Rede ist von Kondomen oder Präservativen. Die Kirche verbietet derlei
Verhütungsmittel. Aber wie heuchlerisch handeln solche ansonsten Kirchenfernen, die zu deren Verwendung
den Apostoischen Segen einholen wollen. So sicher kann kein Kondom sein, dass ich wissentlich mit einer
HIV-infizierten Frau schlafen würde, auch nicht mit Kondom. Also in verschiedener Hinsicht: wer braucht
ein solches (!) päpstliches Indult?
#4 Tridentinus 09:24:29 | Donnerstag, 23. November 2006
@Lord Werther Ich verstehe nicht ganz, warum Sie meine Frage so kritisch aufnehmen. Mich würde nur interessieren,
ob diese katholische Alternative vielleicht schon länger praktiziert wird. Habe davon jedenfalls noch
nichts gewusst, bis ich es zufällig auf www.sgg.org entdeckte. Die Idee ist sehr gut.
#2 Tridentinus 08:57:48 | Donnerstag, 23. November 2006
Ausser bei der FSSP gab es auch in der sedisvakantistischen Saint Gertrude des Great Church ein Allerheiligenfest
mit als Heiligen verkleideten Kindern: www.sgg.org. Wer hat die auf alle Fälle gute Idee von wem?
#27 Tridentinus 17:32:37 | Dienstag, 21. November 2006
@Stimme der Vernunft, @rebekka 1. Eben: Catechismus Romano-Tridentinus: Stichwort „Kraft“, Arinze: Stichwort
„Absicht Christi“. Wer bestreitet das? Was habe ich anderes gesagt? Bei der Eucharistie aber kommt nicht
Kraft oder Absicht, sondern tatsächliche Wirksamkeit in Betracht. 2. Zwischen dem am Kreuz vergossenen
und dem eucharistisch vergossenen Blut im Kelche besteht Identität. Ist das genug Zusammenhang? Das Pascha
wird in der Hausgemeinschaft unter Vorsitz des Hausvaters gefeiert. Kirche ist in diesem Sinne eulogisch-eucharistische
Hausgemeinschaft Gottes unter dem Vorsitz Christi.
#25 Tridentinus 17:16:06 | Dienstag, 21. November 2006
@Stimme der Vernunft Eben das sagen weder der Catechismus Romano-Tridentinus noch Seine Eminenz. Was gesagt
wird, ist, daß der Sühnetod Christi in der Intention und der Kraft erfolgten, alle zu erlösen. Ja diese
Kraft ist sogar überfließend und unendlich und vermöchte in diesem Sinne sogar, mehr als alle zu erlösen.
Doch der freie Wille wird geachtet, und Eucharistie ist Communio im und unter dem Bundesschluß. Wo liegt
Ihre bleibende Schwierigkeit?
#22 Tridentinus 17:04:13 | Dienstag, 21. November 2006
@Stimme der Vernunft Keine einzige biblische Bezugsstelle hat „für alle“. Keine einzige Liturgie des
Ostens oder Westens hat „für alle“. Außerdem: Bedenken Sie, daß der eucharistische Kelch Bundesblut
enthält. Der Bund wird von Gott verhängt oder verfügt. Deswegen wäre auch die Formulierung aus Hochgebet
III korrekturbedürftig: „Immer wieder hast Du den Menschen Deinen Bund angeboten.“ Es gibt kein Bundes-Angebot,
nur einen Bundes-Schluß. Trotzdem kann sich der Mensch dem widersetzen, denn er hat einen freien Willen.
Eine solche Verweigerung eröffnet aber keine Alternative, sondern verschließt den Zugang zum Heil, zur
Teilhabe an der Frucht der Erlösung. Schließlich: Wenn die Eucharistie, das Paschaopfer des Neuen Bundes
ist, so sind bestimmte Zulassungsbedingungen (wieder: viele, nicht: alle) ganz logisch. Oder befürworten
Sie auch schrankenlose „Eucharistische Gastfreundschaft“? Soweit ein Ausschnitt möglicher Argumente.
Die ausgewählten Beispiele könnten sowohl noch breiter als auch vertieft dargestellt werden, aber Sie
wünschten ja eigentlich nur ein klitzekleines Argument, und die 1500-Zeichen-Grenze läßt mich auch
nur vieles, nicht alles schreiben.
#19 Tridentinus 16:38:06 | Dienstag, 21. November 2006
Lesen Sie den Passus des Tridentinischen Katechismus, den Sie ja offenbar kennen, dann müßten Sie verstehen,
was ich in Übereinstimmung mit diesem Katechismus meine, auch ohne selbst ein Traditionalist zu sein,
wie Sie ihn sich offennbar ausmalen. Natürlich gibt es dazu viele reale Vorlagen. Ich entspreche diesen
sicher nicht.
#15 Tridentinus 16:18:40 | Dienstag, 21. November 2006
@Stimme der Vernunft Sie verstehen offenbar nicht, daß es bei der Eucharistie um die tatsächliche Zuwendung
der Heilsfrucht geht. Und wer behauptet, die Heilsfrucht käme tatsächlich allen zugute, vertritt die
Allerlösungshäresie.
#6 Tridentinus 15:45:20 | Dienstag, 21. November 2006
Die Entwicklung ist aber weitergegangen So könnte man die gesamte Liturgiereform nach 1965 überschreiben,
leider. Und deswegen ist jetzt eine Reform der Deform nötig, aber kaum noch möglich. Zur pro multis-Diskussion
noch eine Überlegung. Diejenigen, die sich nach der neuesten vatikanischen Festlegung weigern, „für
viele“ zu sagen (zweifellos wird es das geben), dokumentieren damit deutlich, daß sie den Wandlungsworten
einen anderen Sinn zu geben beabsichtigen als den, der jetzt klargestellt ist. Solche konsekrieren sicher
nicht (!!!), wenn sie weiterhin „für alle“ sagen. Wer dies bislang tat, muß damit nicht unbedingt heterodoxe,
die Intention verfälschende Ansichten verknüpft haben, er hielt sich ja nur an vorgeschriebene Formulare.
Übrigens, daß für den Druck korrigierter Meßbücher ein Zeitraum von 1-2 Jahren gewährt wird, hindert
nicht an vorauseilendem Gehorsam in der liturgischen Praxis.
#23 Tridentinus 12:01:52 | Dienstag, 21. November 2006
@Dr. Natterbach Sie haben völlig recht, aber verwechseln offenbar Don Dr. Gregor David Hesse (+ 25. Januar
2006), der heute sein Silbernes Priesterjubiläum gefeiert hätte, mit seinem Onkel, Prälat Dr. Erwin
Hesse.
#21 Tridentinus 11:21:13 | Dienstag, 21. November 2006
@Lord Werther In einem Internetformum gibt es gar keine solide Grundlage für eine redliche Diskussion
und Auseinandersetzung (1500 Zeichen Limitierung zB). Doch nennen Sie bitte konkrete Beispiele, wann und
wo Murx konkrete Belege ignoriert hat. Teils sind seine Ansichten so originell, daß sie sicher keine
unreflektierten Reproduktionen sind. Diese Originalität ist in allen Tradikreisen: Pius, Indult, Sedis
eher suspekt. Sehr zum Schaden des Anliegens der Tradition. Aber auch die Modernisten und Progressisten
unterliegen ähnlichen Beschränkungen. Ich breche eine Lanze für Nonkonformismus und Toleranz!
#17 Tridentinus 11:08:21 | Dienstag, 21. November 2006
@Heggi Sehr richtig, werter Heggi! Und die Argumentation Murxens ist sicher weitgehend solide und in dieser
Form als theologische Meinung akzeptabel. Das gilt mE auch für bestimmte Sedisvakantisten, vorwiegend
in USA. Im dt. Sprachraum vielen da weitgehend ernstzunehmende Gesprächspartner.
#14 Tridentinus 11:01:11 | Dienstag, 21. November 2006
@Lord Werther Sollten Sie recht haben, könnte das eine Auszeichnung für mich sein, denn pro multis hier
gilt wohl der Schlager: „Wenn Du denkst, daß Du denkst, dann denkst Du nur, daß Du denkst!“
#12 Tridentinus 10:55:23 | Dienstag, 21. November 2006
@Wiener Sie bestätigen ja, daß ich „treffend“ geistige Enge diagnostiziert habe. Auch Ihre weiteren
Erwiderungen tun dies. Maßstab und Maß müssen sich entsprechen: Wie also soll ich verlangen, mittels
geistiger Enge geistige Weite zu ermessen oder wenigstens die Abwesenheit von Spießertum bei Murx zuzugeben?
#9 Tridentinus 10:38:23 | Dienstag, 21. November 2006
@Wiener Was Murx HIER geschrieben hat, ist zweifellos eine legitime Interpretation der Kirchenkrise, so
lange sie nicht mit dem Anspruch der ausschließlichen Gültigkeit auftritt. Murx verfügt in dogmatischen
und liturgischen Fragen unbestreitbar über beeindruckende Kenntnisse und einen guten Überblick über
Literatur und Quellen. Auch ein grundsätzlich gutes theologisches Gespür kann ihm auch derjenige nicht
ernsthaft absprechen, der nicht alle Schlußfolgerungen und Details übernimmt, jedenfalls nicht, ohne
zumindest die eigene, geistige Enge zu demonstrieren.
#3 Tridentinus 10:17:34 | Dienstag, 21. November 2006
Ohne Zweifel ist die aufgezeigte Zitationsstatistik mehr als signifikant. Wenigstens hat Benedikt XVI.
wiederholt ein Pektorale Pius’ X. verwendet, und sogar deswegen wurde Erzbischof Marini nervös, konnte
es aber nicht verhindern…
#44 Tridentinus 11:04:34 | Montag, 20. November 2006
@sancta rita De defectibus bezieht sich nur auf den römischen Ritus, nicht auf den NOM! Sonst müßte
man durch das Fehlen des Mysterium Fidei in der Kelchformel zwingend auf Ungültigkeit erkennen, selbst
wenn pro multis richtig angewendet wird. Mal genau nachlesen!
#14 Tridentinus 19:54:01 | Sonntag, 19. November 2006
Ein nächster wichtiger Schritt wäre jetzt, den Wortlaut der Wandlungsformeln des Römischen Canon Missae
vollständig wierherzustellen – und, wenn man denn auf diesen beharren will, so auch in die Hochgebete
II-IV zu übernehmen!
#3 Tridentinus 10:05:58 | Donnerstag, 9. November 2006
@Maledica Es freut mich richtig, Ihen einmal zustimmen zu können. Aber auch bei den „richtigen“ Erscheinungen
kühlen Kopf bewahren: Wer das wünscht, kann sich von Lourdes oder Fatima in seiner Frömmigkeit anregen
lassen, wer darauf verzichtet, ist jedenfalls deswegen keineswegs ein schlechterer Katholik. Und übrigens:
Wenn die Gospa ein Interesse daran hätte, kirchlich anerkannt zu werden, würde sie ihr Erscheinen längst
eingestellt haben, damit ein abschliessendes Urteil gefällt werden kann. Aber vielleicht denkt sie sich,
dass sie schon soviel geäussert hat, was der katholischen Glaubens- und Sittenlehre (nicht unbedingt
dem Ökumenismus und dem interreligiösen Dialog) widerspricht, dass ein solches, abschliessendes Urteil
ohnehin nur negativ ausfallen müsste, wenn es mit rechten Dingen zugeht.
#32 Tridentinus 17:50:27 | Mittwoch, 8. November 2006
@Benedikt Es geht eindeutig um neue und andere Riten! Es gibt eine Studienausgabe von 1474 und eine von
1570 im Vatikan zu beziehen. Trotz oder wegen der Quellenkonsultation substantiell minimale Differenzen.
Ich denke man muß dem Konzil von Trient auch liturgiegeschichtlich eine ganz besondere, auch dogmatisch
bindende Qualität zuerkennen. Liturgisch natürlich besonders für die Ordines Missae, die als ritus
recepti et approbati kodifiziert sind. Vergleichbar dem Kanonisierungsprozeß der hl. Schrift und ihrer
dogmatisch bindenden Gestalt im biblischen Kanon (als geschlossenes Ganzes und Einzelbuch). Bis morgen
vielleicht
#30 Tridentinus 17:30:42 | Mittwoch, 8. November 2006
@Benedikt Ganz im Sinne von DH 1613 hat Scheffczyk bestätigt, daß auch der Papst die überkommenen und
anerkannten Riten der Kirche nicht zu neuen und anderen verändern darf. Er fügte allerdings hinzu, dies
sei beim NOM seiner Ansicht nicht der Fall, was ich hingegen zumindest für zweifelhaft und untersuchungswürdig
halte. Vergleichen Sie einmal das Messbuch der Römischen Kurie von 1474 mit dem Missale von 1570, dann
können wir besser weiterdiskutieren (eher morgen oder privat, da demnächst off-line). Ohnehin bestreite
ich nicht, daß der Kodifizierung eine Rstaurierung vorausging!
#28 Tridentinus 17:07:50 | Mittwoch, 8. November 2006
@Benedikt Zunächst der genaue Wortlaut Scheffczyks: „Selbstverständlich ist auch der Papst hier eingeschlossen.“
Pius V. hat den Ritus der röm. Kurie kodifiziert und dann dahin ausgedehnt, wo ritus novi et alii die
ritus cecepti et approbati mißbräuchlich verdrängt oder zumindest verdorben hatten. Etwa die lutherische
Formula Missae oder die Wormser Deutsche Messe, äusserlich oft katholischer als manche Gemeindemesse
nach dem NOM. Außerdem hat Pius V. Riten, die von solchen verderblichen Einflüssen nachweißlich frei
waren, also selbst wie der römische Ritus ritus recepti et approbati darstellten ausdrücklich geschützt,
getreu der Weisung Trients „cuiusque ecclesiae antiquus ritus“ zu bewahren (o(aus dem Gedächtnis, daher
ohne Gewähr: DH 1748).
#26 Tridentinus 16:39:01 | Mittwoch, 8. November 2006
@Benedikt Rückwirkend wird gar nichts ungültig, was gültig ist. Aber wenn sicher feststeht, daß das
zweite Glied der Doppelkonsekration „ausfällt“, gerade, wenn und weil man sich an den Ritus hält, erfolgt
mE sicher auch keine Konsekration des Brotes. Normalerweise ist das Brot natürlich direkt nach seiner
Konsekration gewandelt und nicht erst nach Abschluß der Doppelkonsekration. „durch jeden beliebigen Hirten
der Kirchen“ ist auch eine falsche Übersetzung von „per quemcumque ecclesiarum pastorem“. Es müsste
korrekt heißen: „durch welchen Hirten der (Orts-, Anm. Tridentinus)Kirchen (Rom ist auch eine solche!,
Anm. Tridentinus) auch immer“. Quicumnque läßt keine Ausnahmen zu. Die beiden unabhängigen Übersetzungen
der Stelle im Englischen setzen übereinstimmend und dem lateinischen authentischen Text entsprechend
„any pastor“ ein. Sie sind sicher noch deshalb von besonderer Bedeutung für die Rezeption seitens der
Theologen, weil das Englische die moderne Weltsprache ist. Das Lateinische läßt keinen Zweifel zu, daß
auch der Papst als oberster Hirte hier eingeschlossen sein muß. Was altphilologisch klar ist, hat mir
persönlich Card. Scheffczyk selig in einem Telephonat auch hermeneutisch-theologisch bestätigt.
#27 Tridentinus 16:19:30 | Mittwoch, 8. November 2006
@Maledica Meine Stellungnahme hat ja wohl deutlich gezeigt, dass ich mir verschiedene Motive denken kann,
die DVD zu bestellen. Aber sicher gibt es auch tatsächlich ernstlich interessierte Priester unter den
Bestellern. Aus eigener Anschauung weiß ich, daß manche Seminaristen ein fast spielerisches, unreifes
Interesse am alten Ritus haben. Aber leider wird auch echte Ernsthaftigkeit zu oft durch Feigheit überlagert,
wenn’s sonst unbequem wird. Allerdings wird niemand echt bedrohlichen Angriffen ausgesetzt, wenn er sich
dem tridentinischen Ritus zuwendet, eher ausgegrenzt und gemobbt. Vielleicht haben ein paar Männer dazu
den Mut. Martyrer werden oder sind sie deswegen noch lange nicht.
#24 Tridentinus 14:53:18 | Mittwoch, 8. November 2006
Zum Thema Mut Wenn alle, die jetzt dieZelebrations-DVD der FSSPX bestellt haben ein ernsthaftes Interesse
haben, den überlieferten römischen Ritus zu erlernen, ihn dann einfach zelebrieren, sobald sie ihn solide
beherrschen, wäre das Problem gelöst. Vielmehr gibt es nämlich gar keine Verpflichtung, den NOM zu
benutzen, dessen Promulgation in der gesamten Liturgiegeschichte des Westens eine einzigartige Kompetenzüberschreitung
darstellt – vor allem, weil mit dem faktischen Verbot eines legitimen Ritus der Kirche verbunden. Was
war denn von 1969-84? Aber wer nur von Ästhetizismus, Nostalgie oder tatsächlich von Klerikalismus im
schlechten Sinne angezogen wird, ohne das dogmatische Gewicht der Frage zu erkennen oder zu beachten,
wird diesen Mut nicht finden. Solche Typen lassen es auch besser, sich (!) mit dem überlieferten Ritus
Romanus zu schmücken!
#24 Tridentinus 08:32:12 | Mittwoch, 8. November 2006
@Benedikt Die dogmatische Begründung liegt in der einsetzungsgemässen Doppelgestaltigkeit der eucharistischen
Konsekration. Wo lehrt Ihrer Meinung nach das Konzil von Trient unfehlbar, dass kein defekter Ritus promulgiert
werden könne? Vgl. dagegen DH 1613!
#21 Tridentinus 09:26:09 | Dienstag, 7. November 2006
@Benedikt Ich entscheide hier nicht, ob das auf den NOM zutrifft oder zutreffen könnte, aber wenn vor
den Riten zur Doppelkonsekration bereits feststeht, dass die Konsekration des Kelches ungültig ist, würde
mE auch die Konekration des Brotes nicht erfolgen. In den alten Dogmatiken lesen sie meist, dass bei Konsekration
nur einer Gestalt das Sakrament, nicht aber das Messopfer vollzogen würden. Das überzeugt mich aber
nicht, weil sacramentum und sacrificium in der Eucharistie so zuweit auseinanderträten. Ausserdem wäre
noch zu unterscheiden zwischen einem „zufälligen“ Unterbleiben der zweiten Konsekration und einem feststehenden
Ritus, der mit einem Defekt behaftet ist, der die Kelchkonsekration nicht zustandekommen lässt und der
(der Defekt) nur behoben werden kann, indem man vom an sich vorgeschriebenen Ritus korrigierend abweicht.
#2 Tridentinus 10:45:25 | Montag, 6. November 2006
Die Neokonservativen teilen mit den Sedisvakantisten den gleichen falschen Papalismus, aus dem letztere
zumindest die stringenteren Konsequenzen ziehen.
#11 Tridentinus 18:11:24 | Samstag, 4. November 2006
@Gotthard Welche bzw wessen Träume in Erfüllung gehen bzw nicht, hängt auch nicht von Ihnen ab. Liturgia
semper reformanda, sage ich da nur. Warum sollte der NOM in einem solchen Prozess nicht auch eine Gestalt
finden, die auch heutige „Traditionalisten“ annehmen oder tolerieren könnten. Abgesehen von einer bereicherten
Leseordnung hat der Ritus von 1965 alle Aufträge von SC erfüllt und stand dabei zugleich in identitätswahrender
Kontinuität zum überlieferten Römischen Ritus. Also könnte er ein Orientierungspunkt für eine Reform
der ‘Reform’ sein, da er auch der Volkssprache offenstand. Ich weiss natürlich, dass jene, die sich heute
noch nicht mal an die Rubriken des NOM halten, soetwas nicht rezipieren werden.
#4 Tridentinus 10:49:14 | Samstag, 28. Oktober 2006
Zumindest sollte der Generalobere der FSSPX geeignete Mittel anwenden, Bischof Williamson von nicht abgesprochenen
Äusserungen abzuhalten, die die grosse (und langfristige) Linie der Priesterbruderschaft St. Pius X.
im Kontakt zu Rom konterkarieren. Ein silentium obsequiosum zum Thema für Williamson könnte ein solches
Mittel sein.
#47 Tridentinus 12:06:08 | Freitag, 27. Oktober 2006
Wie so oft mal wieder keine sachlichen Beiträge zum Thema. kath.net hat nicht ganz Unrecht, gar keine
Lesermeinungen zuzulassen. Wenn jemand einen klassischen Leserbrief an eine Zeitungsredaktion richtet,
muss er sich auch auf ein Thema/einen Artikel beziehen. Sonst wird das eben nicht gedruckt. Holkenbrink
war einfach für viele (und nicht: für alle )hier zu korrekt.
#40 Tridentinus 11:03:26 | Freitag, 27. Oktober 2006
@Heggi Inzwischen glaube ich, werter Heggi, die zugleich höfliche und kanonistisch korrekte Weise der
Darstellung Holkenbrinks könnte dadurch motiviert sein, dass Schmidberger dem Bistum Trier/Bischof Marx
mit juristischen Konsequenzen gedroht hat, sollte die Behauptung, die Piusbruderschaft befinde sich ausserhalb
der Grenzen der Kirche, im Raum stehenbleiben. Wie schätzen Sie als unbeteiligter Dritter das ein, Heggi?
#37 Tridentinus 09:59:55 | Freitag, 27. Oktober 2006
Die Ausführungen des hochwst. Herrn Generalvikars des Bistums Trier, Monignore Dr. Georg Holkenbrinks,
sind formalkanonistisch äussert präzise und ausgewogen, was anerkennenswert ist. Angeschlossen werden
müsste aber die Frage, ob die drei Bande, die die kirchliche Communio konstituieren, ausserhalb der Priesterbruderschaft
St. Pius X. immer voll intakt und unversehrt sind, beispielsweise im ZdK oder bei Personen, die, nach
wie vor in kirchlichem Dienst, gleichwohl nicht davor zurückscheuen, ‘donum vitae’ zu befürworten oder
zu unterstützen. Ist in diesen Fällen immer ‘nur’ das jurisdiktionelle Band verletzt oder sind nicht
eher gleich mehrere Bande zerschnitten – gerade bei formal-institutioneller Verflechtung mit kirchlichen
Strukturen? Schliesslich noch ein Lob für Holkenbrinks vornehme und exakte Wortwahl: Ein ‘verletztes’
Band ist nicht zerrissen, und das dokktrinell-konfessionelle und sakramentale Band, das die Priesterbruderschaft
St. Pius X. mit der römisch-katholischen Kirche verbindet, vereint und in dieser Einheit erhält, verneint
oder bezweifelt Holkenbrink mit keinem Wort. Und noch ein Witz, Moselaner haben ja Humor: Was ist der
Unterschied zwischen der Messe eines Piusberuders und derjenigen eines Modernisten? – Die Messe des Piusbruders
ist unerlaubt, aber gültig, die des Modernisten erlaubt, aber ungültig!
#3 Tridentinus 12:25:59 | Donnerstag, 26. Oktober 2006
Die Kölnische Kirchenzeitung und die Kirchliche Umschau sollten zur Lichtung des katholischen Blätterwaldes
verschmolzen und Jens Mersch Erzbischöflicher Chefredakteur werden!
#19 Tridentinus 11:54:33 | Donnerstag, 26. Oktober 2006
Wie rechtfertigen jene, die jetzt eine strikte Einheitlichkeit auf NOM-Basis fordern, die zahlreichen
Varianten, die dieser Ritus vorsieht und die ihm fast den formalen Charakter eines Ritus rauben? Hinzu
kommt noch soetwas wie ein Ritus von Saire und zB indische „Inkulturationen“. Ein Einheitsritus widerspricht
übrigens eher der liturgischen Tradition, hier gab es faktisch nach Trient und Vaticanum I Fehltendenzen,
die jetzt korrigiert werden könnten. Zumindest die Ordensliturgien haben aber immer dieser zentralistischen
Tendenz gewehrt und Ritenvielfalt auch innerhalb eines Territoriums gewahrt. Das Einheitlichkeitsargument
mit einer vermeintlichen Tradition (die strenggenommen voll erst nach 1870 beginnt und spätestens 1947
endet) zu paaren, klingt nach dem verkürzten Sicht von Tradition, die den „Traditionalisten“ des 20.
Jahrhunderts immer vorgeworfen wird: Lustig (!), dass die Ankläger sich jetzt in etwa sogar das selbe
„historische Segment“ heraussuchen, das sie den Traditionalissten immerfort (nur teilweise begründet)
unterstellen!
#18 Tridentinus 13:55:33 | Dienstag, 17. Oktober 2006
Stundengebet-Brevier Das wird auch ein Problem sein: Wenn jeder Priester des röm. Ritus sozusagen abwechselnd
„nomatisch“ oder tridentinisch zelebrieren darf, welche Stundenliturgie muß er dann einhalten? Diese
ist zwar im Tagesrhytmus strukturiert, betrifft aber größere zeitliche Zyklen: Wochen/Monate.
#13 Tridentinus 13:33:01 | Dienstag, 17. Oktober 2006
@Benedikt:Ich bedauere den Verlust des Missale Trevirense und aller überlieferten Eigenriten, die die
Bulle Quo primum geschützt hatte und die dann faktisch doch durch die rön.-trid. Einheitsliturgie verdrängt
wurden, entgegen der ursprunglichen Intention des Tridentinums und besonders durch den zentralistischen
Ultramontanismus nach Vaticanum I!
#5 Tridentinus 12:01:28 | Freitag, 13. Oktober 2006
@Matthias_DD Traditionstreue ist keine Kür für besonders Fromme oder retrospektive, randständige Minderheiten,
sondern indispensables Kriterium der Katholizität der ganzen Kirche. Insofern kann es keine Katholiken
geben, die nicht traditionstreu sind und ist es irreführend von katholischen Traditionalisten zu sprechen,
so als sei die Bindung an die Tradition und ihre gewachsene, ausgereifte Ausdrucksform und Gestalt eine
unverbindliche Ausprägung des Katholischen, der man sich je nach Anlage und Belieben anschliessen kann
oder nicht – vergleichbar etwa einer besonderen Spiritualität: benediktinisch oder franziskanisch.
#36 Tridentinus 15:59:03 | Dienstag, 10. Oktober 2006
Jedenfalls bliebe es bedenklich, den NOM als den ordentlichen lateinischen Ritus zu definieren und den
überlieferten Römischen Ritus als außerordentlich einzustufen. Auch liturgiegeschichtlich müßte es
genau umgekehrt sein, selbst wenn der überlieferte Ritus Seltenheitswert behalten sollte in der Praxis
der meisten unserer Pfarreien.
#34 Tridentinus 14:44:14 | Sonntag, 8. Oktober 2006
@Frau Bussmann Psychologie und landläufige Universitätstheologie – Eine grossartige Studienkombination!
Solche PastoralassistentINen brauchen wir ganz dringend, vor allem, wenn sie bzw. Sie so liebevoll sind
:(3 !
#2 Tridentinus 14:37:28 | Sonntag, 8. Oktober 2006
Für jemanden, der nicht betroffen ist, eine schlechte Komödie. Aber ist das eine Nachricht auf kreuz.net
wert? Die Quelle ist die bild-Zeitung. Hier kann also nichts und niemand gegen den Vorwurf imunisieren,
sich auf Bildzeitungsniveau begeben zu haben! Es ist Herbst. Das journalistische Sommerloch sollte nicht
mehr zu stopfen sein, werte Redaktion!
#21 Tridentinus 16:20:17 | Donnerstag, 5. Oktober 2006
@DomenicoT Ich habe nicht überprüft, wen Sie von Zeit zu Zeit zu observieren beabsichtigen, aber damit
ist für mich klar, daß Sie für Verschwörungstheorien sehr empfänglich sind und damit bei den Immer-Noch-St.-Blödsinn-Apologeten
in der richtigen Gesellschaft sind!
#57 Tridentinus 14:52:39 | Donnerstag, 5. Oktober 2006
@Ansgar Dann werfe ich noch ein, dass die Erzbischöfe bzw. ehemaligen Erzbischöfe von Salzburg und Trier
den Titel Primas Germaniae beanspruchten. In diesem Fall votiere ich für Trier. Übrigens interessant,
dass sich die Liturgischen Institute Österreichs und Deutschlands in Trier und Salzburg befinden.
#50 Tridentinus 10:03:06 | Donnerstag, 5. Oktober 2006
@Guldin Der Vergleich ist in der Tat nicht zulässig, da die Lutheraner den Canon Romanus im Sinne ihrer
Häresie „bereinigt“ haben und beispielsweise das Wort „sacrificium“ konsequent mit „Gebet“ wiedergaben.
So scharf ist das beim NOM nicht passiert, aber mindestens durch die landessprachlichen Übersetzungen
kommen Aufweichungstendenzen zur Geltung, deren Zielrichtung Anklänge an Luther erkennen lassen.
#48 Tridentinus 09:09:44 | Donnerstag, 5. Oktober 2006
@Guldin Die Tatsache, daß die Lutheraner die Meßform äußerlich die Meßform beibehielten – bestes
Beispiel: Wormser Dt. Messe (1524) – schließt nicht aus, sie als Häretiker zu qualifizieren. Das ist
der beste Beweis, daß eine Reform der ‘Reform’ Papst Pauls VI. sich nicht rein zeremoniell bewerkstelligen
läßt, sondern den Ritus erfassen muß bzw. müßte.
#21 Tridentinus 18:25:20 | Mittwoch, 4. Oktober 2006
@Guldin Der Gottesdienst der Lutheraner hat(te) durchaus die Meßform. Im Unterschied zu den reformierten
Prädikantengottesdiensten, siehe Pahl, Irmgard (Hrsg.’), Coena Domini I, Freibourg 1983. Also konnte
ein Bach hier durchaus noch an katholische Traditionslinien anknüpfen.
#17 Tridentinus 17:59:33 | Mittwoch, 4. Oktober 2006
@Benedikt Einigen Musikverstand und -geschmack haben Sie hiermit bewiesen, was mich schonmal freut. Allerdings
würden mir zu NGLs auch die besten Würstchen oder Steaks am urigsten Lagerfeuer „der besten aller möglichen
Welten“ (Leibniz) nicht mehr schmecken!
#14 Tridentinus 17:32:41 | Mittwoch, 4. Oktober 2006
@Benedikt Das von Ihnen kritisierte Argument ist sicher nicht zentral. Aber doch offenbar so zu verstehen,
daß die überlieferte Liturgie als Kulturgut geeignet und in der Lage war, die Künste – u.a. die Musik –
zu inspirieren. Das Neue Geistliche Lied steht dazu schon musikalisch-qualitativ in unverkennbarem Kontrast.
Wenn es überhaupt „katholischer“ Herkunft ist, ist es eben doch durch die praktische Gestalt der Liturgiereform
„inspiriert“.
#9 Tridentinus 17:05:15 | Mittwoch, 4. Oktober 2006
@Ansgar Das wäre gut, wenn Meisner das tut. Irgendwie auch sein Aufgabenfeld, er ist doch Vorsitzender
für den Bereich Liturgie in der DBK – oder irre ich da bzw bin nicht auf aktuellem Stand?
#4 Tridentinus 16:18:40 | Mittwoch, 4. Oktober 2006
Kirchenrechtlich lieber Sirilio, eventuell durch die Codices von 1917 und 1983. Aber auch sonst ganz evident.
Wobei ich zugebe, der Ausdruck ist schlecht gewählt, wo man doch schlicht von Modernisten und Katholiken
oder wenigstens den Ungläubigen des Neuen Ritus sprechen könnte! Aber auch bei den Tradis gilt natürlich
das Augustinuswort: „Viele, die drinnen sind, sind draußen und viele, die draußen sind, sind drinnen
(letzteres wären dann noch am ehesten Gläubige des „Neuen Ritus“).“
#1 Tridentinus 15:51:31 | Mittwoch, 4. Oktober 2006
Wieso bringen deutsche Katholiken deutsche Bischöfe und Kardinäle unnötig auf so dumme Gedanken mit
ihren „Befürchtungen“? Da hoffe ich, was ich sonst schonmal befürchte, daß deutsche Bischöfe und Kardinäle
dieses Forum nicht nutzen, kreuz.net nicht lesen und auch noch keine nicknames registriert haben, um mitzudiskutieren.
#46 Tridentinus 12:39:00 | Donnerstag, 28. September 2006
@Murx Ich habe die Liste samt Nachricht, nach der Sie sich bei Criticus erkundigen, erhalten. Sehr interessant
und vielen Dank. Oder war ich ein irrtümlicher Empfänger?
#44 Tridentinus 11:57:00 | Donnerstag, 28. September 2006
@Athanaius Eine Allgewalt hat der Papst überhaupt nicht, höchstens eine Höchstgewalt. Selbstverständlich
gab es auf dem Konzil von Trient eine Liturgie der Kirche, eben vielgestaltiger als faktisch, nicht intentionaliter,
nach Trient. Es läßt sich zeigen, daß DH 1613 auf den Novus Ordo angewandt werden kann. Freilich gab
es auch eine zeitgenössische Veranlaßung. Quellenmaterial finden Sie hierzu bei I. Pahl, Coena Domini
I. Besonderer Vergleichspunkt scheint mir die Wormser Deutsche Messe von 1524 zu sein.
#19 Tridentinus 16:56:29 | Mittwoch, 27. September 2006
@Pater Lingen Sie könnten sogar sagen „Laut M. Luther bedeutet peccatum originale…“ und würden dadurch
nicht Apostat. Ua hier sind wir anscheinend verschiedener Ansicht. Ich halte die meine für die angemessenere.
Wenn es fast unmöglich ist, ein „V2“-Examen auf rechtgläubige Weise zu erlangen, wie gelang Ihnen das
im konkreten Falle, wenn Sie zB Ratzinger den häretischen Gegensätzen zum Glauben der Kirche zuordneten?
Ob das sachgerecht ist, möchte ich nicht diskutieren, aber es wurde doch mindestens als gewagt aufgefaßt,
oder nicht?
#16 Tridentinus 16:25:14 | Mittwoch, 27. September 2006
@Pater Lingen Eine Apostasie oder Häresie als Zitat wiederzugeben oder inhaltlich sachgerecht darzustellen,
bedeutet nicht, sich diese zueigen zu machen. Somit ist das auch nicht mit dem Anschein der Apostasie
oder Häresie gleichzusetzen oder auch nur vergleichbar. Für den Hinweis auf Hagen danke ich Ihnen. Hagen
ist oft wertvoll.
#20 Tridentinus 15:05:51 | Mittwoch, 27. September 2006
@roemkath Was Sie andeuten, ist das alte Problem der Relation von intentio externa und intentio interna.
Viel zu kompliziert für eine Diskussion hier. Jedenfalls denke ich, es ist erforderlich, aufgrund der
Sichtbarkeit der Kirche, die intentio interna authentisch und wirksam nur in der intentio externa ausgedrückt
zu finden. Dann ist letztere auch nicht mehr als bloßes Haften an Äußerlichkeiten mißzuverstehen.
Auch die Sprechakttheorie J. L. Austins kann nützlich sein, die o.g. scholastischen Zugänge vertieft
zu reflektieren und für eine inkarnationstheologische Ekklesiologie und Sakramentenlehre fruchtbar zu
machen. Die Bischofskonsekrationen durch Erzbischof Lefèbvre sind zweifellos gültig. Das beweist klar
die Praxis des Vatikans, diese Konsekrationen und die davon abhängigen Sakramentenspendungen (Firmungen,
Weihen) o^/ ausnahmslos als gültig anzuerkennen.
#14 Tridentinus 14:42:15 | Mittwoch, 27. September 2006
@Pater Lingen Niemand hat behauptet, daß Sie dem Rat Mays gefolgt seien! Aber Sie hätten ihm folgen
können, weil eben kein Studium (auch ein glasklar katholisches!) theologischen Inhalts und keine Prüfung
im Rahmen eines solchen Studiums den Charakter eines Bekenntnisses hat. Deswegen ist es in weiterer Folge
auch keine Apostasie, Inhalte wiederzugeben, die der Prüfer als Prüfungsstoff einstuft. Übrigens haben
Sie doch einen „V2“-Abschluß. Wie haben Sie das bloß geschafft?
#18 Tridentinus 14:32:30 | Mittwoch, 27. September 2006
@roemkath Ihr Denkfehler besteht darin, daß die erforderliche Intention zum Inhalt hat „zu tun, was die
Kirche tut“ (wenn sie das jeweilige Sakrament spendet) und nicht, „was sie will“ oder „tun will“.
#1 Tridentinus 15:52:40 | Dienstag, 26. September 2006
Der Kanonische Status ist nach wie vor der selbe? Exkommuniziert zu sein ist keine Statusänderung (zum
Schlechteren natürlich) oder wie? Wenn die Weihen von M korrekt durchgeführt wurden, sind sie auch sakramental
gültig. In diesem Falle jedoch unzweifelhaft unerlaubt.
#18 Tridentinus 15:17:52 | Dienstag, 26. September 2006
@Murx Ich danke für diese Antwort. Meinten Sie Seite 67? Seite 68 bringt nur „recent books“. Jedenfalls
müßte Häresie und nicht nur Häresieverdacht vorliegen, damit Sie sich auf Thomas stützen können.
Ich glaube, es war P. Gaudron, der Ihnen zugestand, man könne die fragliche Passage so interpretieren,
wie Sie es tun. Zwangsläufig ist das aber scheinbar nicht, und so ergibt sich schlimmstenfalls wieder
‘nur’ Häresieverdacht. Halten Sie es übrigens nicht für möglich, daß ein und der selbe Ausdruck abhängig
vom Kontext (Ritus als Gesamtgefüge, significatio ex adiunctis) einmal sakramental und ein anderes Mal
nichtsakramental (zeremoniell-ausdeutend) (verwendet) sein kann?
#12 Tridentinus 15:00:37 | Dienstag, 26. September 2006
Der Rat Prof. Mays an den damaligen Studenten Lingen ist offenbar völlig korrekt. Eine Prüfung ist kein
Bekenntnis. Wer dies wünscht und beherrscht, kann der Wiedergabe des vorgetragenen Stoffes natürlich
kritische Anfragen, deren Quelle dann die klassische Theologie (die allerdings auch vielgestaltig ist)
sein mag, anschließen.
#15 Tridentinus 14:36:09 | Dienstag, 26. September 2006
@Murx Zunächst finde ich, Sie sind hier einer der wenigen, der theologisch sachlich, gutorientiert und
nicht emotionalisiert argumentiert. Schade, daß bei Schlußfolgerungen doch die Emotion manchmal mit
Ihnen durchgeht und die Diktion unsachlich wird. 1. Der Ausdruck Spiritus principalis scheint mir durch
die Untersuchung G. Siebels annehmbar. Außerdem gibt es 2. eine significatio ex adiunctis, aus der auch
im NOM deutlich wird, daß es darum geht, einen Bischof zu konsekrieren. Sollte sich 3.Ihr pneumatologisch-christologischer
Häresieverdacht erhärten lassen, stellte sich für mich die Frage, ob durch Begünstigung oder Bekundung
einer Häresie ein (Weihe)ritus zwangsläufig ungültig wird. Habe ich das Problem deutlich genug formuliert?
Ich bitte um Ihre Stellungnahme dazu. Herzlichen Dank und Gruß!
#17 Tridentinus 13:07:44 | Freitag, 22. September 2006
@Raimund von Toulouse Gestern haben Sie irgendwo behauptet, Johannes Paul II. sei ein Heiliger! Erst solche
Devotion und jetzt solch unglaubliche Vokabeln gegenüber Mitdiskutanten. Wenn alle Santosubitoiten so
hochstehende Manieren und Bildung haben, wird man sich auch in Rom überzeugen lassen, daß man sich auf
solche Leute nicht stützen kann, um eine Kanonisierung zu begründen. Glück gehabt. Ich danke Ihnen!
#108 Tridentinus 13:42:46 | Donnerstag, 21. September 2006
Wo, lieber Aurelius, hat man Gelegenheit, die vorpianische Karwoche, besonders auch die Missa praesanctificatorum
zu erleben? Wenn doch wohl nur bei Sedisvakantisten, was eigentlich besonders erstaunlich ist, weil diese
sich wohl kaum an Anweisunen des „Letzten Papstes“ widersetzen. Ich weiß bereits, daß das Dekret mit
den rituellen Änderungen nie ordnungsgemäß promulgiert wurde, so daß man rein kanonistisch nur verpflichtet
ist, den nneuen „Stundenplan“ für die Riten einzuhalten. Herzliche Grüße, Tridentinus
#3 Tridentinus 12:33:50 | Montag, 18. September 2006
Manchmal werden ja Lesermeinungen von der Redaktion entfernt. Könnte diese bitte diesen Artikel beziehungsweise
wenistens die Illustrationen bitte ebenfalls entfernen?
#42 Tridentinus 12:15:17 | Montag, 18. September 2006
ad Stephanum In einem solchen Forum können Theorien, auch wenn es starke Argumente dafür ibt, kaum sorgfätig
bewiesen werden. Dasist ein Nachteil, den ich zugebe. Aber was Sie für katholischen Geist halten, erkenne
ich nur als Autoritätspositivismus.
#18 Tridentinus 19:10:08 | Freitag, 15. September 2006
Es war ja eigentlich keine Aussage des Papstes selbst, sondern nur ein Zitat. Aber doch ein Beitrag zum
eigenständigen Profil Benedikts XVI. Dieses ist offenbar verschieden von dem eines konranküssenden Vorgängers
seligen Andenkens. Und das ist eine Verbesserung, die ich begrüsse.
#39 Tridentinus 18:58:46 | Freitag, 15. September 2006
ad tertium dicendum ad Aurelium, quod… Ich bedauere, dass faktisch der Überlieferte Römische Ritus
das Einschlafen anderer Überlieferter Riten bewirkt hat. Der Ritus Pauls VI. ist kein solcher Überlieferter
Ritus, sondern „gemacht“ oder „das platte Produkt des Augenblicks“ (Ratzinger). Warum sollte ein solcher
gemachter Ritus, dessen Grunddefizit bereits der Charakter seiner Entstehung ist – vom Inhalt ganz abgesehen –
nicht auch einschlafen können? Ich denke nicht, dass das morgen der Fall sein wird. Deswegen können
auch ruhig Gremien mit seiner Übersetzung betraut sein. Das besagt nichts über sein Schicksal in grösseren
historischen Abständen.
#35 Tridentinus 12:39:57 | Freitag, 15. September 2006
Iterum ad Aurelium Warum sollte der Ritus von 1969/70 nicht einschlafen. In der ultramontan Tendenz, den
röm.-trid. Ritus zur weltkirchlichen Einheitsliurgie aufzuwerten, schliefen – mehr oder minder freiwillig –
viele Diözesaneigenriten ein. Ich erinnere nur an den Trierer Ritus, dessen balduinische Kodifikation
ihn unter Quo Primum fallen liess. Das letzte Plenarmissale erschien 1608/10. Erst am 1. Januar 1888 vollzog
sich unter sehr fragwürdigen Umständen der Übergang zur reinen Römischen Liturgie. Das Einschlafen
und Verschwinden dieser Riten ist sehr bedauerlich, analoges im Falle des Ritus von 1969/70 würde ich
lebhaft begrüssen.
#33 Tridentinus 16:16:41 | Donnerstag, 14. September 2006
ad Aurelium Ich weiss schon, dass es nicht an mir liegt, zu entscheiden, worum es bei einer Reform der
‘Reform’ gehen müsste. Das trifft allerdings wohl auf alle Diskutanten (merke: nicht „Disco-Tanten“!)
hier zu. Der Ritus von 1969/70 ist in seiner praktischen Verwirklichung und auch schon in den editiones
typicae so defizitär, dass ich mir die Freiheit nehme, sein zumindest langfristiges Einschlafen vehement
zu wünschen.
#11 Tridentinus 15:04:33 | Mittwoch, 13. September 2006
1965iger Ritus Bei einer Reform der ‘Reform’ könnte der Ritus von 1965 ein gangbarer Kompromiß für
jene sein, die nicht zum MR 1962 (das seinerseits keine unhintergehbare Größe sein sollte) zurückkehren
wollen/können. So könnte der Ritus Pauls VI. langfristig vielleicht einschlafen.
#75 Tridentinus 16:02:03 | Dienstag, 12. September 2006
@Maledica Die nachkonziliare Interpretation der Kirchengliedschaft seitens des authentischen, lebendigen
Lehramts interpretiert das aber anders. Sie klingen für mich – korrigieren Sie mich – als wenn Sie einmal
selbst mit der Priesterbruderschaft St. Pius X. verbunden gewesen wären und sich dann – wahrscheinlich
aus menschlicher Enttäuschung – von ihr abgewandt hätten. „Das ist Doma! (zu ergänzen: Basta!)“ Wissen
Sie was? Für mich sind Sie diejenige, die fundamentalistisch und sektiererisch argumentiert (wenn man
das so nennen kann.) Bitte nehmen Sie das nicht persönlich. So ist es nicht gemeint. Die Präsenz solcher
Argumentation in der Kirche rechtfertigt es für mich aber auf jeden Fall, von sektiererischen Gesinnungen
in der Kirche zu sprechen. Leider oft in Kreisen, die Rechtgläubigkeit akzentuiert beanspruchen. Davon
mache ich schon länger „Ferien“.
#73 Tridentinus 14:32:38 | Dienstag, 12. September 2006
@Maledica Finden sie es nicht lustig, dass die FSSPX „reumütig in den Schoss der Una Sancta zurückkehren“
sollen, nachdem diese sich vom Konzept der Rückkehrökumene verabschiedet hat? Überhaupt ist das klassische
Instrumentarium der Exkommunikation grundsätzlich kaum mit der nachkonziliaren Ekklesiologie vereinbar.
Hier müsste Rom sich einmal entscheiden!
#4 Tridentinus 17:36:35 | Freitag, 8. September 2006
Die Kriterien und Koordinaten einer Reform der ‘Reform’ sind dem Heiligen Vater also wohlbekannt. Bemerkenswert
ist das Wort „sogar“ das der Papst im Blick auf die nachvatikanischen ‘Reformen’ einschiebt. Der Bezug
auf den alten Taufritus ebenso. Abwarten…
#16 Tridentinus 13:22:09 | Freitag, 8. September 2006
@Aurelius/Gotthard Aurelius: Wenn die Parallele, die Sie feststellen stimmt, ist es peinlich für das
Bistum Fulda, einer Gemeinschaft, die mit Rom in Verhandlungen steht, um auch formal in voller Einheit
mit dem Nachfolger Petri zu sein, keine Kirche zur Verfügung zu stellen. Zeichen ökumenischer Aufgeschlossenheit.
Man ist ja auch gegenüber den schismatischen Orthodoxen zu solchem Entgegenkommen bereit, obwohl diese
den ökumenischen Dialog auch nicht immer konsequent erwidern. Die Predigt Williamsons war sicher sehr
plakativ, dasfinde ich auch. Der Aussenwirkung vielleicht eher schädlich. Gotthard: Samstags können
Votivmessen BMV zelebriert werden, also auch das Formular vom 22. August benutzt werden (Herz Mariä).
Am Sonntag, den 3. September, war innerhalb der Priesterbruderschaft, die das Kalendarium von 1962 verwendet,
das Hauptfest dieses Institutes, St. Pius X. als Fest I. cl. zu begehen, wobei der XIII. So. n. Pf. zu
kommemorieren war. In Fulda kann man anlässlich einer Nationalwallfahrt gewiss auch das Formular des
hl. Bonifatius benutzen, wobei der Sonntag entsprechend zu kommemorieren ist. Strenggenommen bedeutetaber
die Formulierung „Hl. Messe zu Ehren XYs“ gar nicht, dass das Formular bzw. Proprium XYs genommen werden,
ich war nicht präsent und kann das nicht beurteilen, beides nehme ich aber noch weniger von Ihnen an.
#14 Tridentinus 12:48:13 | Donnerstag, 7. September 2006
@AthanasiumII Wenn der Novus Ordo im Sinne von DH 1613 ein „ritus novus et alius“ ist, kann er sehrwohl
die ersten beiden Eigenschaften, die Sie nennen aufweisen. Ungültig kann ein derart widerrechtlich eingefürter
Ritus wohl tatsächlich nicht sein, das heißt aber nicht, daß er sich deswegen unter die „ritus recepti
et probati“ der Kirche (man beachte die Reihenfolge der Adjektive!) bruchlos einfügen ließe.
#8 Tridentinus 12:24:32 | Donnerstag, 7. September 2006
@Murx Überhaupt kein Hirte der Kirche kann überhaupt neue und andere Riten einführen, auch nicht der
Papst (vgl. DH 1613), deswegen hat Evelin mit ihrem ersten Punkt durchaus recht.
#5 Tridentinus 13:13:11 | Samstag, 2. September 2006
@gunther maria michel Mir träumt auch manches. Recht haben Sie damit, dass der Kardinal nicht beanspruchte,
eine Vision des verstorbenen Papstes gehabt zu haben. Es zeigt sich unter Benedikt XVI. bereits wieder
eine nüchternere Seligsprechungspraxis. Diese war unter Johannes Paul II. wirklich inflationär und oft
übereilt. Zum Traum des Kardinals ist anzumerken, dass er sicher auch mit der italienischen Mentalität
zusammenhängt. Wenn er für Seine Eminenz eine subjektive Stärkung für seine Aufgabe bedeutet, gönn
ich ihm das. Mit Johannes XXIII. wurde auch Pius IX. seliggesprochen: oberflächliche Dialektik! Im Pontifikat
Johannes Pauls II. sind wirklich zu bedenkliche Dinge geschehen als dass man Santo subito rufen oder ihm
den Beinamen Magnus geben könnte. Ich bin übrigens auch gegen eine Seligsprechung Pius XII., dessen
Autoritätspositivismus uns viel von der heutigen Misere eingebrockt hat. Auch bei Pius IX. bin ich skeptisch,
der zu Kardinal Guidi tatsächlich sagte: „Die Tradition bin ich!“ Papalismus war nie adäquat (das Problem
der Sedis), heute ist er es am wenigsten!
#32 Tridentinus 19:11:37 | Dienstag, 29. August 2006
@Benedikt „Hätte man sie behalten, würde wohl keiner was sagen.“ Wahrscheinlich steht die Tiara hier
in nicht unerheblichem Umfang „pars pro toto“, Benedikt. Aber jetzt würde auch die Wiedereinführung
vieler anderer „Dinge“ und auch Inhalte (!) nicht nur Sinn-, sondern Verständnisfragen aufwerfen! Soviel
zu den Chancen einer Reform der „Reform“ – nicht nur in liturgischen Belangen.
#30 Tridentinus 18:35:51 | Dienstag, 29. August 2006
ad „stat crux“ Ich bin nicht Papst und habe weder die Absicht, noch die Befürchtung, es zu werden. Warum
sollte ich mir eine Tiara aufsetzen? Und sollte ich wider Erwarten Nachfolger Petri werden, warum sollte
ich eine aus Pappe wählen? Ich pesönlich würde eventuell jene Pauls VI. anfordern für die Krönung,
später aber vorwiegend die 1877iger des Sel. Pius IX. verwenden, zumindest bei allen Dogmen, die ich
natürlich wie am Fliessband verkünden würde. Wenn die Krönung und die Tiara der Geschichte angehört,
bricht mir deswegen kein Zacken aus der Krone: Ach, stat crux, hättest Du geschwiegen… (Sie mögen
ja sicher die lateinische Version dieses Diktums nicht, und ich provoziere nicht unnötig!)
#6 Tridentinus 11:23:22 | Dienstag, 29. August 2006
Krönungsmesse? Papst Paul VI. war der letzte Papst, der gekrönt wurde. Eine Krönungsmesse Papst Benedikts,
der selbst in seinem Wappen auf die Tiara verzichtete und sie durch eine Mitra, deren Verzierung allerdings
an die drei Kronreifen der einstigen Tiara erinnert, ersetzt hat, gab es daher nicht. Abgeschafft ist
die Tiara indes nicht. Papst Paul VI. verzichtete nur für sich persönlich auf deren Gebrauch. Bis jetzt
sind ihm seine Nachfolger darin gefolgt, das kann, muß aber nicht unbedingt so bleiben.
#16 Tridentinus 16:15:40 | Donnerstag, 17. August 2006
Herausnahme des Mysterium Fidei Wieso ist das so gut? Es war dies gerade ein Proprium des Römischen Ritus.
Scheffczyk hatte sich für seine Verhältnisse durchaus sehr kritisch dazu im Juni-Fels 1977 geäußert.
Es scheint dabei gerade dem allgemeinen Heilswillen Gottes Rechnung getragen zu sein, während das pro
multis auf die Heilseffizienz zielt und darauf zurückgeht, daß die Eucharistie nicht von den Brotvermehrungen
oder Sündermählern Jesu abzuleiten ist, sondern sich als das Neue Pascha an die Hausgemeinschaft Jesu
richtet. In diesem Rahmen kann ich das leider nicht detaillierter entfalten. Auch ist zu bemerken, daß
das Mysterium fidei in den ältesten Sakramentaren vorhanden ist und nur in einigen jüngeren Handschriften
fehlt. Das besagt indes nicht viel: Es gibt fast immer verderbte Manuskripte einer Schrift. Auch gab es
eine Verunklarung der sakramentalen Form der Eucharistie durch Paul VI. Er nimmt die Accipite-Formeln
und den Wiederholungsbefehl zu den Wandlungsworten hinzu. Was aber zum „Gebrauch“ eines Sakramentes zählt,
kann nicht zu seiner Form gerechnet werden. Der lukanisch-paulinische Relativsatz „quod pro vobis tradetur“,
den er an die bisherige Brotformel angliedert, verdunkelt zumindest den besonderen Akzent, der auf dem
eucharistischen Blut Christi als Bundesblut liegt. Im Deutschen heißt es auch leider nicht mehr: „Das
ist der Kelch meines Blutes“, worin die Annahme (Auffangung des Opferblutes) des Opfers ausgedrückt ist.
Das ist aber sehr wichtig. Eucharistie ist Bundesschluß, nicht bloß …
#8 Tridentinus 12:48:47 | Donnerstag, 17. August 2006
Einschlafen Vielleicht gibt es aus größerer historischer Distanz einmal die Chance, daß der Ritus Pauls
VI. einschläft. Bis dahin braucht es eine Reform dieser ‘Reform’, die nicht s sehr im zeremoniellen Bereich
zu liegen braucht. Die behauptete Identität mit dem Römischen Ritus muß tatsächlich hergestellt werden.
Sodann müßten die Überlieferten Riten der Kirche in ihr wieder unbehindert sein. Qualität setzt sich
durch.
#50 Tridentinus 15:52:45 | Dienstag, 15. August 2006
@möchtegern-kathole stimme Ihnen zu. Nur: In Quo Primum wird KEIN neuer Ritus promulgiert, sondern der
Überlieferte Römische kodifiziert und dessen Anwendungsradius dorthin ausgeweitet, wo sich durch das
schleichende Eindringen prot. Tendenzen in die Liturgie, kein Überlieferter Lokal- oder Ordensritus erhalten
hat. Deswegen auch die 200-Jahr-Klausel, die sonst nur schwer begründbar wäre. Faktisch ergab sich dann
freilich ein Drang, den Ritus Romanus anzunehmen, auch dort, wo intakter Eigenritus gewesen wäre. Das
Konzil von Trient verlangte ursprünglich deren Bewahrung.
#47 Tridentinus 14:51:11 | Dienstag, 15. August 2006
@Murx Ich gehe von einem Autoritätsmissbrauch aus. Dieser bewirkt aber nicht unbedingt Autoritätsverlust.
Entsprechende Akte sind einfach rechtlich nichtig.
Zwei Riten Das Missale Paulinum enthält einen anderen Ritus als das Missale Pianum. Schon die erste Indultregelung
aus 1984 bestätigt dies, denn da steht zu lesen, es dürfe nicht zu einer Vermischung der Riten kommen.
Jede Vermischung setzt mindestens zwei Substanzen voraus, die vermischt werden. Das lernt man nicht erst
in Religion, sondern schon in naturwissenschaftlichen Fächern wie Physik oder Chemie. Im „Ritenstreit“
muß endlich mal geklärt werden, worin die (Minimal-)Identität eines Ritus besteht.
#79 Tridentinus 11:56:02 | Sonntag, 13. August 2006
Sekte und Sekte Mir scheint es wichtig, darauf hinzuweisen, zwischen einem soziologischen und kanonistischen
Sektenbegriff zu unterscheiden. Letzterer kann auf die FSSPX zumindest nicht mit Gewissheit angewandt
werden und es gilt auch hier: In dubio pro reo. Soziologisch gibt es ohne Zweifel Tenenzen zum Sektierertum.
Teils sicher eine Folge der faktischen (Selbst-)Isolation aus dem umfassenden Strukturrahmen der Gesamtkirche.
#25 Tridentinus 18:40:17 | Freitag, 11. August 2006
Augustinermönche? Mich würde interessieren, wie die beiden Konvertiten so schnell zu Augustinermönchen
werden konnten und inwiefern es deren welche im Umfeld der FSSPX sonst bereits gibt. Hat jemand dazu Informationenen?
#32 Tridentinus 15:14:35 | Freitag, 4. August 2006
Dass die Gläubigen der FSSPX auch politische und staatstheoretische Ansichten vertreten und auch die
„Hierarchie“ dieser Bruderschaft solche hat, steht beiden frei. Dass diese teilweise utopisch sind, glaube
ich auch. Aber die Masstäbe, die sie dogmatisch und liturgisch einfordern, stehen grundsätzlich auf
einem anderen Blatt und binden objektiv die Gesamztkirche und den Papst. Auch ohne FSSPX.
#16 Tridentinus 11:25:10 | Freitag, 4. August 2006
@Babylon So sah es vielleicht aus. Aber das war nicht die definitive Gestalt der nach-apostolischen Eucharistiefeier,
angesichts deren man laut Ratzinger sogar die Rede vom „Opfer in Mahlgestalt“ vermeiden sollte. Können
Sie in „Das Fest des Glaubens“ näher nachlesen.
#10 Tridentinus 10:48:42 | Freitag, 4. August 2006
@Barmherzigkeit Wer glaubt, die hl. Messe bei volkssprachlicher Feier zu verstehen, versteht sie auch
ohne Latein oder eine andere alte Kirchensprache nicht. Ich gehe davon aus, dass die Erklärungen auf
dieser DVD in deutscher Sprache sind. Deswegen der Bezug auf den germanophonen Raum. Claro?
#4 Tridentinus 11:55:18 | Donnerstag, 3. August 2006
Am bemerkenswertesten ist die positive Würdigung Erzbischof Lefebvres seitens P. Berg. Er arbeitet offenbar
auch an der Überwindung einer der grössten Schwächen der FSSP, nämlich, den Weg, den die FSSPX gewählt
hat, nicht akzeptieren zu können und gegen sie und Lefebvre fast schärfere Aversionen zu entwickeln
als gegen die Modernisten. Dabei Vergisst man, dass P. Bisig wohl kaum ohne die FSSPX hätte Priester
werden können, genau wie alle anderen Gründungsmitglieder. Ein Herr Josef Bisig aber hätte auch keine
FSSP gründen können. Danke, P. Berg!
#18 Tridentinus 11:37:35 | Donnerstag, 3. August 2006
Nach dem II. Vaticanum drohte eine Spaltung der Eucharistinerpatres in eine Fraktion, die das ursprüngliche
Charisma und die originalen Konstitutionen bewahren und eine, die die Impulse des II. Vaticanums (euphorisch-unreflektiert)
aufgreifen wollte. Leider wurde die Spaltung vermieden, und die gesamte Kongregation geriet in den Sog
letzterer Strömung.
Dann erklären Sie mir freundlicherweise, wie es dazu kommt, dass der Begriff „fellatio“ fällt. Wollte
jemand ein originelles (???) Wortspiel mit dem Nachnamen des Generaloberen in seine Äusserungen einbauen.
Aus genau dem Grund konnte ich nämlich schon nicht mehr bei „Ein ehrgeiziges Unternehmen“ weiterlesen!
@Benedikt Auf der Theologischen und Juridischen Fakultät ist es auch nicht der Fall, wohl aber auf der
Medizin. Eigentlich würde ich nach St. Pölten etwas anderes erwarten.
@Jawohl Unterlasen Sie es bitte, in Ihren Äusserungen auf Seiten, die sexuelle Begrifflichkeiten enthalten,
zu verweisen. Beispielsweise der universitäre Rechner, den ich gerade nutze, verhängt dann Sperren,
die nicht nur Ihre überflüssigen Äusserungen, sondern die ganze Nachricht unzugänglich machen! Ähnliches
gilt auch für andere, die unbedingt verbal entgleisen müssen, um sich gegenüber der Meinung anderer
abzusetzen. Auch manche kritischen Berichte über widernatürliche Unzucht, die mich allerdings nicht
interessieren, werden deshalb auf kreuz.net öfter geblockt. Davon können dann angrenzende beiträge
mitbetroffen sein. Sicher gibt es auch andere Nutzer, die mit ähnlichen Computereinstellungen arbeiten
müssen. Also insgesamt die Bitte um Rücksicht. Danke!
Hauptsache, niemand ist zu Schaden gekommen. 1,5 l Wein oder 7 Bier sollten allerdings nicht in solchen
Entgleisungen ausarten. Jeder, der nicht alkoholisiert ist, weiss aber auch, dass man jemand, der voll
ist, gerade nicht für voll nehmen kann und darf! Prost!
Furchtbar Was hat dieser Artikel auf Kreuz.net verloren? Katholiken sind doch keine Puritaner! Da sind
mir die Kalixtiner direkt lieber: Als Protestanten bestanden sie – da keine Wesenswandlung erfolgt und
auch nicht geglaubt wird – letztlich darauf, unbedingt Wein zu trinken! An der anschliessenden Diskussion
kann ich leider nicht teilnehmen. Auch die Zone, wo ich momentan surfe, ist rauchfrei. Ich könnte höchstens
Schnupftabak geniessen. Marke: Kloster Andechs „Spezial Snuff“, aber ich stopfe mir lieber eine Pfeife.
Tabak „Pergamon“ – nein, ich bin kein Satanist, keine Sorge. So bringe ich mein Rauchopfer dar: Odor suavitatis
bzw. incensum istud! Tschö!
DH soll hier… …wahrscheinlich eher Dignitatis Humanae bedeuten, nicht Denzinger-Hünermann. Aber was
von ersterem soll dogmatisiert sein? Das ganze Dokument ja wohl kaum!
St. Pölten – die wievielte!? Und wieder werden Hoffnungen auf konservative (und traditionalistische)
Nischen zerschmettert. Gut, dass der „13.“ kein niederländisches Organ ist.
#76 Tridentinus 16:13:52 | Donnerstag, 27. Juli 2006
@aschera Zum Wert der hist.-krit. Exegese möchte ich bemerken, dass es auch in der Jurisprudenz soetwas
gab. Genannt Interpolationenforschung, vorrangig angewandt auf die Digesten Justinians. Heute redet keiner
mehr davon. Im franz. Sprachraum ist eine Kanonische Exegese längst im Kommen. Die hist.-krit. Methode
hat den Blick für manche Details geschärft. Diese dürfen nicht den Blick auf das Ganze der biblischen
Botschaft in ihrer kanonischen Gestalt verstellen. Ich empfehle zur Lektüre: Prof. Dr.Dr. hc. mult. Theo
Mayer-Maly, Rechtsgeschichtliche Bibelkunde, Wien (Böhlau) 2002. Dieser ist zum Glück kein Theologe,
sondern arrivierter Römischrechtler und Rechtsphilosoph, eine weit über die Grenzen Österreichs anerkannte
Kapazität.
#229 Tridentinus 12:06:21 | Donnerstag, 27. Juli 2006
Es ist wirklich eine Belästigung, auf kreuz.net immer wieder über die Homosexualität lesen zu müssen.
Kein Mensch, dessen sittliches Empfinden dem Naturrecht verpflichtet ist, begrüßt dieses Phänomen.
Dazu braucht man gar nicht einmal katholisch zu sein. Aber primitive Beleidigung Betroffener – teils mit
erschreckend niveaulosem Vokabular – nützt niemandem. Ignorieren wäre wirkungsvoller. Von neutralen
Staaten kann man eben nicht erwarten, daß sie wie ein christliches Staatswesen funktionieren. Daher:
Warum die Verwunderung über eine liberale Gesetzgebung auch in diesen Fragen? Das ist nur konsequentes
Ergebnis sogenannter wertanschaulicher Neutralität. Aber diese ist kein Geheimnis, sondern uns allen
bekannt. Ob man damit zufrieden ist oder nicht, ist etwas vollkommen anderes.
#16 Tridentinus 12:44:27 | Mittwoch, 26. Juli 2006
@Murx, Athanasius II AthanasiusII: Das ist kein Angriff, sondern nur der Hinweis, Extreme nicht mit entgegengesetzten
Extremen zu beantworten bzw. einzelne Aspekte der Moral zu isolieren und zu stark zu akzentuieren. Murx:
Auf wen oder was nehmen Ihre Eintragungen bezug?
#10 Tridentinus 12:17:09 | Mittwoch, 26. Juli 2006
Viktorianische Prüderie ist nicht katholisch. In der Jugenderziehung sollte man sich nicht so stark auf
die geschlechtliche Sphäre fixieren. Auch in der Beichtpraxis und Moraltheologie gab es hier allerdings
erst seit dem 19. Jahrhundert in verschiedener Hinsicht Einseitigkeiten. Einen 50iger-Jahre-Status sollte
man nicht perpetuieren. Beispielsweise der „Freundeskreis Maria Goretti“ tut dies. Die SJM ebenfalls?
#32 Tridentinus 15:28:35 | Dienstag, 25. Juli 2006
Ich weiss, dass ich Thalhofer schon vor Monaten empfohlen habe. Ich werde es immer wieder tun, gerade
WEIL es nichts nützt: Weder bei Tradis noch bei Modernistis, aber jeder will seinenen Senf zu schierigsten
theologischen Fragen mit 1500 Zeichen abgegeben!
#19 Tridentinus 12:55:30 | Dienstag, 25. Juli 2006
@achera Versuchen Sie mal, an das Buch Thalhofer, V., Das Opfer des alten und des neuen Bundes unter besonderer
Rücksicht auf den Hebräerbrief dogmatisch-exegetisch gewürdiget, Regensburg (Manz) 1870 heranzukommen.
Dann kann man vielleicht weiterdiskutieren.
#16 Tridentinus 12:29:56 | Dienstag, 25. Juli 2006
Von der verzerrten Form der Kritik abgesehen, die mehr schadet als nützt, fragt man sich, wie der Herr
Kaplan diese Predigt in einer Messe nach dem NOM überhaupt halten konnte, ohne daran teilnehmen – etwa
auch konzelebrierend? – zu müssen! Das Thema war mit dieser Schwerpunktsetzung einer Primiz nicht angemessen.
Selbst inhaltlich gute Predigten würden schlecht, sobald sie zeitlich derart überdehnt würden.
@Jawohl III Den in concreto unterstellten Schritt vollziehe ich nicht, auch die FSSPX stellt die hierarchische
Grundstruktur der Kirche nicht in Zweifel. Extreme berühren sich nicht selten, das stimmt. Aber sind
Küng und Fellay dafür die besten Beispiele? Welche Kirchenkrise? Ich lasse sie nicht 1958 oder 1969
beginnen. Selbstüberschätzung kennzeichnete schon Pius IX. („Die Tradition bin ich!“) und Autoritätspositivismus
war für Pius XII. signifikant. Solche Analysen machen einen bei FSSPX nicht beliebt. Aber ich strebe
immer nach möglichster Objektivität meiner Erkenntnisse, da ich nicht unfehlbar bin, räume ich ein
sie nur nährungsweise zu erreichen und sicher oft zu verfehlen. Aber gewisse historische Fehlentwicklungen
sind evident.
Wieso nach „euerer“ Ansicht, Nussknacker „Jawohl“? Die Lutheraner sind auch dann anders zu beurteilen
als die FSSPX, wenn man sich letzterer nicht verbunden fühlt. Eine rechtspositivistische Gehorsams- u.
Autoritätskonzeption trägt grossteils schuld am Ausmass der Kirchenkrise! Diese Konzeption zurückzuweisen,
bedeutet gerade nicht die Indefektibilität der Kirche zu leugnen und die Verheissung Chrsti an Petrus
zu negieren.
@Jawohl II Solle letzter Linkverweis als Antwort auf meinen Eintrag zuvor gedacht sein, gestehe ich, Ihnen
nicht folgen zu können. Die offizielle Linie der FSSPX ist klar antisedisvakantistisch. Niemand trägt
dort Tiara. Das wäre Amtsanmassung. Obwohl, nachdem S. Heiligkeit Papst Paul VI. sie abgelegt hat, momentan
vielleicht auch nicht!?
@Jawohl Amtsanmassung? Die Soutane macht keine juridiktionellen Ansprüche geltend! Und wenn Sie recht
hätten: Ist es auch Amtsverleugnung, die Soutane nicht zu tragen!?
Joseph der Arbeiter Labor Domini? Das wäre interessant. besonders, wenn man die Anzeichen bedenkt, dass
das ominöse Josephsfest am 1. Mai, das sein Schutzfest verdrängte, ursprünglich von Bungnini als Christusfest
konzipiert war…
@Catholicus, Bernado Catholicus: Der Kanon von dem wir reden, behandelt drei voneinander abgegrenzte Tatbestände:
1. Völlige Verachtung jeder Art von vorgegebener Liturgie, 2. eigenmächtige Änderungen durch Liturgen
(= ministri) (concedo: teilweise Parallele in SC 22,1), 3. die Behauptung, per quemcumque ecclesiarum
pastorem könnten neue und andere Riten eingeführt werden. Per quemcumque heisst nicht „durch jeden beliebigen“,
sondern „durch welchen auch immer“ ohne Ausnahmen, gemäss der eindeutigen Wortbedeutung im Lateinischen.
Bernado: Ihr Einwand ist berechtigt, aber er entfällt, wenn man weiss, dass Trient einen sehr entscheidenden
Unterschied zwischen caeremoniae und ritus strikt einhält. In DH 1613 ist nur die Rede von Ritus recepti
et approbati bzw. novi et alii! Die ersteren kann auch der Papst nicht ändern oder aufheben, die letzteren
nicht schaffen und einführen. DH 1728 wird hier gern als Gegeninszanz bemüht. Entschieden zu unrecht:
Dort ist weder um ritus noch um caeremoniae sacramentorum, sondern um deren dispensatio, konkret um die
Berechtigung der Praxis, die hl. Kommunion unter nur unter der Gestalt zu spenden bzw. zu empfangen, wohingegen
die Calixtiner behauptet hatten, die Kommunion unter beiderlei Gestalt sei Kraft göttlichen Rechts zum
Heile notwendig. Ich bezichtige Paul VI. nicht der Irrlehre, bestreite aber die Rechtskraft seiner ‘Reform’.
@Catholicus Lesen Sie das lateinische Original von DH 1613: da ist die Rede von ritus recepti et approbati
(in dieser Reihenfolge!), denen ritus novi et alii gegenüberstehen. Letztere können durch keinen Hirten
der Kirchen „per quemcumque ecclesiarum pastorem“ gegen die ersteren gesetzt werden. Pastores sind keine
Privatpersonen, und der Papst ist der höchste der Hirten der Kirche, aber einer von ihnen! Könnte der
Papst Ihrer Meinung nach auch neue Bücher oder Briefe in die heilige Schrift eingliedern?
@Catholicus Irgendwie haben Sie recht: Ihre naiv überspitzte Vorstellung von der Unfehlbarkeit, die der
Papst nur besitzt, wenn er über eine Wahrheit, die den Glauben oder die Sitten betrifft, kraft seiner
höchsten Apostolischen Autorität endgültig zu entscheiden beabsichtigt, führt konsequent denkende
Menschenzur Position des Sedisvakantismus. Das Problem ist nur, dass eine solch naive Sicht von Pius IX.
nicht dogmatisiert wurde! Das II. Vaticanum hat nichts dogmatisiert; es wollte ja ohne Canones auskommen.
Seine „dogmatischen Konstitutionen“ sind nur thematisch dogmatisch, d.h. ihre Gegenstände werden in der
thelogischen Teildisziplin abgehandelt, die wir Dogmatik nennen.
@Catholicus Was ich geschrieben habe, hebt nicht im geringsten die Gemeinschaft mit dem römischen Papst
auf. Bei DH 1613 aber handelt es sich um einen dogmatischen Kanon des Konzils von Trient, wenn Sie behaupten,
der Papst oder ein anderer Hirt der Kirche o^/ könne neue und andere Riten einführen, sind Sie es, der
Sie Vom Kirchenbann getroffen werden , Acatholicus !
@Catholicus Sie sind ein Rechtspositivist! In der weltlichen Geschichte mussten wir bitter erfahren, wie
gefährlich das ist. Die liturgische Gesetzgebung ist nicht unfehlbar. Aber auch nicht jede Kompetenzüberschreitung
führt gleich zum Amtsverlust. Der Papst ist nicht die Tradition, wie Pius IX. gegenüber Kardinal Guidi
OP meinte. Und Pius XII. hat die Kompetenzüberschätzung Pauls VI. vorbereitet, weil er ihr teilweise
selbst unterlag. Lex orandi-lex credendi ist eine eindeutige Zuordnung keine wechselseitige Beziehung.
Neue und andere Riten können durch keinen einzigen der Hirten der Kirche (den Papst eingeschlossen) eingeführt
werden (vgl. DH 1613), die überlieferten Riten der Kirche wurden zuerst empfangen und dann approbiert.
Warum sonst schrieb der jetzige Papst wohl sonst über die „definitive Gestalt“ der Riten?
Verfehlte Wiedergabe/Auslassung Zumindest alle Messen nach dem Novus Ordo, in denen in der Volkssprache
konsekriert wird, sind wegen der sinnwidrigen Wiedergabe des ‘pro multis’ gekoppelt mit der Ausscheidung
der für den röm. kennzeichnenden Apposition zu ‘novi et aeterni testamenti’, des ‘Mysterium fidei’ zweifelhaft
gültig. Hier kann die Sonntagspflicht wahrscheinlich nicht erfüllt, aber sicher nicht verletzt werden.
Modernistische Priesterbruderschaft St. Petrus Ob der Verein „Verheiratete Priester ohne Amt und ihre
Frauen“ umgekehrt auch Mitglieder hat, die – wenn auch doppelt insgeheim – tridentinisch zelebrieren.
Nicht auszuschliessen: Da „S. Ex. Bischof Dusan Spiner“, der mit dem Kirchenvolksbegehren verbündet ist
ist und für Frauenordination eintritt, dies regelmässig tut.
Vorschub Vielleicht – und nicht sicher – hat Pius XII. nicht dem Modernismus, aber wohl sicher einem verderblichen
Autoritätspositivismus Vorschub geleistet. Wenn man so argumentiert, kann man alles legitimieren, nur
vorausgesetzt, die Anordnungen seien formal von den Trägern der rechtmässigen Autorität ausgegangen –
letztlich auch den Modernismus, einschliesslich seiner liturgischen Missgestalt.
Warum, Markus-Antonius? Die Traditionalisten müssen Pius XII. endlich entzaubern: ER hat Montinis Grössenwahn
grundgelegt, und ER hat de facto die liturgischen Umwälzungen angestossen. Wenn ich Sedi wäre, früge
ich mich ob nicht vielleicht Pius XI. „der letzte Papst“ war. Oder Vielleicht Pio Nono, der gegenüber
Kardinal Guidi OP nachweislich sagte: „Die Tradition bin ich!“?
Bildkommentar Nachdem es vereinzelt passiert, dass die Bilder, die die kreuz.net-Artikel illustrieren,
anstelle der Artikel selbst kommentiert werden, fällt mir hierzu ein: Jeder hat seinen Vogel…
#17 Tridentinus 14:40:53 | Donnerstag, 6. Juli 2006
@Babylon Sie waren ja einer derjenigen, die zumindest Photos von „Tradis“ überaus objektiv auswerten
können. Inzwischen ist es tatsächlich so, dass ein Römischer Kragen nicht mehr viel über die Kategorien
progressiv/konservativ verrät. Diese sind, ausser vielleicht in kirchenpolitischen Fragen im engsten
Sinne, theologisch nicht verwertbar. Wenn Sie mich kennten, würden Sie wohl zugeben, dass ich nicht in
Ihre Tradi-Schublade passe. Nicht voreilige Schlüsse aus Nicknames schliessen. Mache ich mit Babylon
ja auch nicht. Frohe Grüsse und viel Sonne!
@Babylon Sie fassen sich zwar sehr kurz, aber stellen Sie unter diesen Umständen doch mal ein Bild von
sich hier ein. Technisch wird das sicher möglich sein!
Es erstaunt mich immer wieder welche Alergien Ponifikalhandschuhe auslösen können. Diese haben natürlich
nicht rituellen, sondern zeremoniellen Charakter. Ausserdem sollte eine Diskussion ausserhalb der Bildzeitung
nicht das einen Artikel illustrierende Bild, sondern den Artikel selbst zum Anknüpfungspunkt nehmen.
Niemand erlernt ferner die Zelebration der heiligen Messe im Überlieferten Römischen Ritus einzig anhand
einer DVD. Die Zelebrationsübungen zum Neuen Ritus Pauls VI. sind in vielen Diözesen gar nicht vorhanden
oder äusserst mangelhaft, was zu Lasten dieses „Ritus“ selbst geht: Eine Fülle an autorisierten Variationen
und Wahlmöglichkeiten beraubt ihn fast gänzlich des Charakters eines Ritus. Hinzu kommen unerleuchtete
Originalität und Spontanität. Da nützt auch eine DVD nichts.
Sehr erfreulich sollte solch eine Gründung sein. Doch nachdem das ausgebliebene Neue Pfingsten sich auch
finanziell auswirkt, erblicken manche Alt-Nachkonziliaristen das Kirchenrecht und einen Hang zu Verschwörungstheorien:
Ein Feld, wo sie besser nicht von den „Vulgärtraditionalisten“ lernen sollten! Gottes Segen den Söhnen
des hl. Benedikt: Sie haben eine Sendung für Europa!
Sie werden die Masken niemals ausziehen Das erinnert, wenn einem im gesamten Kontext noch zum Schmunzeln
zumute sein kann, an Loriots Horrorfilmstar Vic Dorn, der auf die Bitte, seine Maske einmal für die Zuschauer
auszuzuiehen unter asthmatischem Husten frug: „Welche Maske?“
@Schüttel Dass er Lourdes und Fatima mit einer angeblichen Erscheinung, die nicht anerkannt ist, in einem
Atemzuge nennt, reizt mich schon wieder zum Kopfschütteln. Wenn mich „verholzte Enge“ auszeichnete, hätte
er und ich eine fundamentale Gemeinsamkeit, da seine Beiträge in puncto St. Blödsinn hinsichtlich seiner
selbst solche Enge deutlich dokumentieren, auf deren Grundlage wir uns gewiss blendend verstehen müssten.
Das ist aber offenbar nicht gerade der Fall und berechtigt zum Umkehrschluss.
@Schüttel Sollte das letzte, von Ihnen gewählte und eigens betonte Beispiel theologisch fundierten Charismatismus
nur zum Kopfschütteln oder zum herzhaften Lachen reizen. Dieses ist nämlich bestenfalls ein Beweis,
daß auch gebildete Männer sich blenden lassen. Oder fahren auch Sie ohne Benzin, einzig in der Kraft
des heiligen Geistes, Auto bzw. lassen sich in kalten Winternächten Holz vom hl. Ignatius persönlich
bringen? Auch theologisch kann man von Hans Urs v. Balthasar teils sehr begründet abweichen. Wer aber
solchen Schwachsinn tatsächlich glaubt und auch noch für authentische Charismen hält, erweist sich
hierin eher als Hanswurst v. Balthasar.
#127 Tridentinus 13:13:28 | Donnerstag, 18. Mai 2006
@Benedikt Auch das stimmt wahrscheinlich, zumal man das Vaticanum von 1870 auch noch mit in die Kette
stellen muß. Wirkgeschichte nennt man das wahrscheinlich vornehm.
#123 Tridentinus 12:00:07 | Donnerstag, 18. Mai 2006
@Benedikt Welcher Art waren die Eingriffe in den Ordo Missae? Hier ist wohl mit am stärksten das mit
Ritus Gemeinte betroffen, somit Identität von definitiv-kanonischer Ritengestalt tangiert.
#120 Tridentinus 17:26:27 | Mittwoch, 17. Mai 2006
@Benedikt Es freut mich, daß Sie mir zustimmen. Was Sie aber anschließend beschreiben, halte ich nicht
für die ursprüngliche tridentinische Intention. Denkbar wäre gewesen, daß die Riten, die unter die
200-Jahre-Klausel fielen, behutsam anhand der Kriterien revidiert worden wären. Das bedeutet nicht Aufnahme
röm.-trid. Elemente. Hier ist auch wichtig, daß ich von kanonischer Gestalt von Ritus und nicht von
Liturgie spreche. Eine Entwicklung in gewissen Formen: Festkalender, Meßproprien, Präfationen zB. ist
immer möglich: Gerade, weil dadurch der Ritus eben nicht tangiert wird.
#118 Tridentinus 17:10:49 | Mittwoch, 17. Mai 2006
@Benedikt Concedo. Jedoch: Wenn „Mischformen“ zu definitiver Ritengestalt gefunden haben, kann es auch
bei diesen keine weitere Durchmischung mehr geben. Besser wäre mE sogar, von kanonischer Ritengestalt
zu sprechen. Auch bei den biblischen Schriften kann man historisch-kritische Überlegungen anstellen.
Doch letztlich verbindlich ist die kanonische Textgestalt.
#116 Tridentinus 16:46:57 | Mittwoch, 17. Mai 2006
@Benedikt Unsere Sichtweisen konvergieren sehr. Nur glaube ich, man kann sehr wohl von eigenständigen
Riten etwa in Trier (Missale von 1608/10), Köln, Münster oder Mainz sprechen. Es scheint mr falsch,
nur gravierende Unterschiede als identitätsstiftend für einen eigenständigen Ritus gelten zu lassen.
Eine gewisse Beeinflussung hat es zwischen den Liturgien lange gegeben. Doch in Das Fest des Glaubens
sprach Ratzinger bereits sehr treffend von „definitiver Ritengestalt“. Ein Gedanke, den man weiter reflektieren
sollte. Dabei wäre besonders auf die tridentinische Kodifikation Rücksicht zu nehmen.
#114 Tridentinus 12:29:47 | Mittwoch, 17. Mai 2006
@Benedikt Hinsichtlich der faktischen Entwicklung stimme ich Ihnen zu. Es gibt angesichts des historischen
Befunds auch keine andere Möglichkeit. Leider habe ich gerade keinen DH zur Hand. Sonst könnte ich einen
tridentinischen Canon zitieren, aus dem hervorgeht, daß die ritus recepti et probati dort, wo sie intakt
erhalten waren, beibehalten werden sollten. Deswegen wohl auch die 200-Jahre-Grenze: die protestantischen
Tendenzen waren ja schon damals schleichend, gerade über liturgische Veränderung eingedrungen. Daß
schließlich doch der röm.-trid. Ritus sozusagen zur Universalliturgie wurde, halte ich für eine Fehlentwicklung.
Auch hier hätte eine Reform der ‘Reform’ Hausaufgaben zu machen! Der Zentralismus hat sich dann ja nach
I. Vaticanum nochmals in einer Welle liturgischer Vereinheitlichung manifestiert. Allerdings war zuvor
vielfach der Mißstand eingetreten, alte Eigenliturgien mit dem römischen Ritus zu vermischen. Daß die
Ritenkongregation hier einschreiten mußte, ist verständlich. Nur hätte sie auch auf die gewissenhafte
Einhaltung der reinen Eigenliturgie drängen können.
#111 Tridentinus 12:01:37 | Mittwoch, 17. Mai 2006
Sollten Ich würde eher meinen, die ritus recepti et probati sollten (!) nach der ursprünglichen Intention
des Tridentinums erhalten werden. Dort, wo kein solcher ritus receptus et probatus bewahrt worden war,
sollte derjenige der römischen Mutterkirche übernommen werden.
#105 Tridentinus 10:47:44 | Mittwoch, 17. Mai 2006
@Benedikt Tatsächlich ist es richtig, daß – besonders nach 1870 – viele der Eigenriten von Diözesen
und Orden, die Trient noch akzeptiert und sogar ausdrücklich geschützt hat, zentralistisch durch den
röm.-trid. verdrängt wurden. Fehlentwicklungen bibt es in der Kirche nicht erst seit 1962, 1965 oder
wo auch immer man die Grenze zieht.
@Karl Murx Eine erstgemeinte Verständnisfrage: Was versteht man unter Sexualmagie und welche Eingeweihten
haben Sie im Auge? Danke für eine orientierende Beantwortung! ChMH
#28 Tridentinus 18:40:12 | Donnerstag, 4. Mai 2006
@Athanasius Ob im Fall der Beichte der von der FSSPX angenommene Notstand tatsächlich gegeben ist, bezweifele
ich lebhaft. Ein Gläubiger, der über die kanonische Rechtslage im Bilde ist, kann erst dann bei der
FSSPX gültig beichten, wenn ein anderer moraltheologisch verlässlicher Beichtiger nicht erreichbar ist.
Der Hinweis auf „Gastpriester“ bei der FSSPX ist natürlich berechtigt. Ansonsten ist es sehr schwierig,
zu beweisen, dass man gar keine andere Wahl als einen FSSPX-Beichtvater hat.
#16 Tridentinus 15:22:00 | Donnerstag, 4. Mai 2006
Beichte Aufgrund eines error communis scheint mir auch die sakramentale Lossprechung in der Beichte in
der Regel gültig zu sein. Wenn ein Priester im Beichtstuhl sitzt, geht der durchschnittliche Gläubige
zurecht davon aus, dass man bei diesem Priester beichten kann. Fraglich ist höchstens, ob die Priester
der Bruderschaft diesen error communis bewusst erzeugen und aufrechterhalten dürfen.
Valentin Thalhofer Herr Dr. Otterbeck hat durchaus einen richtigen Punkt angesprochen. Ich wundere mich,
warum in der FSSPX Valentin Thalhofers (1825-1891) Meßopfertheorie, niedergelegt in „Das Opfer des alten
und des neuen Bundes“, Regensburg 1870, so wenig ekannt ist. Großartig! Ein ganz wesentlicher Beitrag,
der zeigen könnte, daß dogmatische Belange die Legitimität der Liturgiereform in Frage stellen. Und
zugleich eine Möglichkeit, zu erkennen, daß das Pascha-Mysterium nicht das Problem der Liturgiereform
ist und rechtgläubig versdtanden werden kann. Gleichzeitig reicht die Typik des Paschaopfers nicht aus,
das Meßopfer dogmatisch in etwa aufzuschlüsseln; der Ritus des Versöhnungstages ist mindestens gleichwertig
hinzuzuziehen. Der besondere Wert der Teorie Thalhofers liegt gerade darin, weit im Vorfeld der sogenannten
Liturgiereform und unbelastet von diesem Problemzugang argumentieren zu können. Ich lade wärmstens alle
Interessierten zur Lektüre ein!
Zahlen offenbaren oft tieferliegende Dimensionen: Einstmals 120 Priester in einem Kloster. Demnach käme
die FSSPX knapp auf 4 Niederlassungen; und ein Christkönigsintitut mit 50 Priestern? Die Blüte der Tradition
der Kirche ist doch sehr relativ.
Konkrete Beispiele nannte Msgr. Prof. Dr. Rudolf Michael Schmitz also bezeichnenderweise nicht. Der offizielle
Charakter eines kirchlichen Dokumentes kann sich in mannigfaltigen Abstufungen manifestieren. Deswegen
ist ja auch die Nota explicativa praevia das eigentliche Schlüsseldokument des II. Vaticanums und seiner
Verbindlichkeit. Das gilt besonders für seine thematisch (!) dogmatischen Konstitutionen. Eine vordergründige
Harmonisierung von Spannungen kann nicht zielführend sein. Vor allem bleibt dann doch nur eine ästhetische
Bevorzugung als Argument für das Festhalten an bestimmten liturgischen Formen, ein Argument, das isoliert
nicht überzeugt und das Ringen für den überlieferten Glauben auch in seiner liturgischen Gestalt, das
die vergangenen 40 Jahre kennzeichnet, nicht hätte motivieren und bis zur Stunde vital erhalten können.
#82 Tridentinus 19:36:58 | Freitag, 14. April 2006
@AngeloIII Werter Angelo! Sie weisen auf ein Nervenleiden hin, an dem Sie leiden. Ferner haben Sie scheinbar
persönlich negative Erfahrungen mit der Priesterbruderschaft St. Pius X. gemacht. Diese beiden sozusagen
autobiographischen Vorprägungen potenzieren sich in Ihren Äusserungen zu einem sehr verschobenen, um
nicht zu sagen: verrückten, Fanatismus. Schonen Sie besser Ihre angegriffenen Nerven und die noch nicht
unbedingt angegriffenen der anderen Kreuz.net-Leser und versuchen Sie, gegenüber der genannten Priesterbruderschaft
zu mehr Gelassenheit zu finden. Kanonisch lässt sich ein Bündel an Argumenten beibringen, dass die Bruderschaft
nicht schismatisch ist. Soziologisch bedeutet der Sektenbegriff etwas anderes. Es mag auch in der Bruderschaft
Tendenzen geben, die diese Kriterien erfüllen. Diese gibt es aber auch in der restlichen katholischen
Kirche, und sie zeigen sich insbesondere in Ihrem eigenen Verhalten. Gesegnete Ostern!
#62 Tridentinus 17:22:37 | Mittwoch, 12. April 2006
@AngeloII Gut, dass in Rom nicht nur so gleichzeitig naive und positivistische Läästermäuler sitzen
wie Sie, werter Angelo! Dann wäre es menschlich mehr als verständlich, freudig auf die plena communio
zu verzichten. Bemühen Sie sich ferner um korrekte Orthographie und Interpunktion! Gute Besserung!
#57 Tridentinus 16:30:53 | Mittwoch, 12. April 2006
@Johannes Auer Vermutlich wollte P. Lang mit der Rede von den „zwei Seelen“ auf das Goethewort „Zwei Seelen
wohnen, ach, in meiner Brust“ anspielen, nicht aber eine philosophische oder theologische Aussage treffen.
Solche Dialektik ist in der Tat typisch für gewisse Exponenten der gegenwärtigen Hierarchie. Man denke
etwa an die gleichzeitige Seligsprechung Johannes’ XXIII. und Pius’ IX. Mehrere Phasen im Denken Ratzingers
gibt es unzweifelhaft, aber er ist sicher nicht das beste Beispiel zweier Seelen. Deswegen glaube ich
auch nicht das Johannes Paul II. zusammen mit Erzbischof Lefebvre beatifiziert werden wird. Sehen wir
uns nach der Fastenzeit mal wieder im Johannesstüberl oder doch eher in der Mausefalle mit anschliessender
Fronleichnamsprozession?
#62 Tridentinus 15:56:21 | Mittwoch, 12. April 2006
Tabakgenus Als Pfeifenraucher freue ich mich, auf die orative Dimension des Tabakgenusses aufmerksam gemacht
worden zu sein. Nur leider ist mein Lieblingstabak „Pergamon“, gleichzeitig Name einer in der Hl. Schrift
genannten Stadt, in der ein satanistischer Kult praktiziert wurde. Sehr bedauerlich! Oder können das
die Minderbrüder auch in ihre Theorie einbinden?
Dogmatisch gefährlich finde ich nicht Hw. DDr. Knittels Predigten, die ich nicht höre und deswegen nicht
beurteilen kann, sondern, wenn ein tridentinisch anmutendes Zeremoniell den NOM einem Überlieferten Ritus
der Kirche „kosmetisch“ so annähert, daß die dogmatischen Unterschiede „zugedeckt“ werden. Bei den Anglikanern
gibt es teilweise Gottesdienste, die ein Christkönigsinstitut nicht tridentinisch-barocker gestalten
könnte. Die subjektive Frömmigkeit mag dadurch sogar befruchtet werden. Aber was nützt es in den Kategorien
der objektiv-sakramentalen Gnadenordnung? Ist hier der Schaden nicht größer als der Nutzen? So möchte
ich mein „zunehmend dogmatisch gefährlich“ verstanden wissen. Übrigens geht es immer um den Ritus der
Kirche. Insofern kann auch ein Bi- oder Multiritualismus niemandes persönliche Sache sein.
Wohlklang Dieses Worte besitzen aus dem Mundes eines Paters der Petrusbruderschaft wirklich Wohlklang.
In der Vergangenheit gab es Aussagen über die Piusbruderschaft von dieser Seite – der man die eigene
Existenz verdankt! – die den Eindruck zu erwecken vermochten, der hauptsächliche Feind sei nicht der
(Neo-)Modernismus, sondern die Gründung Erzbischof Lefèbvres! Oremus pro invicem!
#1 Tridentinus 12:14:30 | Donnerstag, 6. April 2006
Aufgesetzt Wie tief verwurzelt ist die Beheimatung eines Priesters im Überlieferten Römischen Ritus,
aus dessen Gottesdienstordnung eine ganz besondere liturgische Gleich-Gültigkeit spricht? Messe nach
dem Ritus von 1962, 1965, 1967,1970. Da hilft auch ein gleichbleibend starker tridentinischer Phänotypos
nichts. Im Gegenteil: Er ist zunehmend gefährlich. Dogmatisch ohnehin, aber auch moralisch riskant: So
zieht man Leute an, deren Ästhetizismus eine ganz besondere Wurzel hat. Die wollen dann eben mehr als
bloß Zelebrationsunterricht. Tragisch für Hw. Knittel, aber vielleicht auch eine heilsame Kur gegen
zu große liturgische Flexibilität eigener Art.
#10 Tridentinus 16:39:18 | Mittwoch, 29. März 2006
@Horst Eckner Warum verschleiern Sie Ihre unverschämten Pauschalierungen mittels eines ironischen Plurals?
Das Problem, das Sie anschneiden, mag auch dort vorkommen, einfach, weil es schlicht allgegenwärtig ist.
Tragisch ist freilich, wenn es in Kreisen vorkommt, die ihre Glaubens- und Traditionstreue ostentativ
vertreten. Das kommt u.a. vielleicht von einer allgemeinen Sensibilität für Ästhetik in homoerotischen
Kreisen, gepaart mit einem letztlich nur spießigen Bedürfnis nach einer Fassade. Abusus non tollit usum.
Warum nimmt ein Kardinal eine solche Auszeichnung an? Und warum hat es keine Konsequenzen seitens des
Papstes für den Kardinal persönlich, wenn er es tut? Was er gesagt hat, könnte man durchaus tolerieren,
denn in gewissem Umfang gibt es keine Alternative, auch wenn solche Toleranz keine Akzeptanz sein kann
und darf.
#126 Tridentinus 15:54:27 | Mittwoch, 22. März 2006
Wir aber leben nunmal nicht in einem katholischen Staat. Ob wir das wünschen sollen, steht auf einem
anderen Blatt. Ist Tradiland eine kath. Erbmonarchie?
#119 Tridentinus 12:28:25 | Mittwoch, 22. März 2006
Anspruch der Wahrheit Religionsfreiheit ist die Freiheit zur Ausübung der wahren Religion. Darüber,
was die Wahrheit ist, kann sich aber der Mensch irren. Er kann eine falsche Religion fälschlich für
die wahre halten. Wer sich „im Besitz“ der wahren Religion glaubt, wird nicht mehr weiter nach ihr suchen.
Niemals hat der Irrtum ein Recht, wer aber den Irrtum für die Wahrheit hält, muß ihm sogar folgen und
wird dann auch in die Heilsperspektive der objektiv wahren Religion einbezogen sein. Was Religionsfreiheit
niemals bedeuten kann sind Indifferenz und Relativismus. Sie ist begründet in ihrer zumindest abstrakten
Rückbindung an der Wahrheit, deren Inhalt falsch bestimmt sein kann, ohne diesen Anspruch aufzuheben.
#106 Tridentinus 09:36:45 | Mittwoch, 22. März 2006
Dr. Otterbeck Credidimus Caritati war übrigens der bischöfliche Wahlspruch Erzbischof Lefèbvres. Die
fides caritate formata ist heilswirksam. Da weisen Sie auf Richtiges hin. Die Pauschalität, mit der sie
traditionstreuen Katholiken Barmherzigkeit und Liebe absprechen, beweist aber einen Mangel an Gerechtigkeit,
der wiederum nur in einem eigenen Mangel an Liebe wurzeln kann. Mit Lessings Ringparabellogik brauchen
Sie freilich niemanden mehr zu belästigen. Darauf zu verzichten, wäre auch ein Akt der Barmherzigkeit!
#100 Tridentinus 18:37:28 | Dienstag, 21. März 2006
Den Vergleich mit dieser Person verbitte ich mir energisch. Aber wenigstens habe ich erreicht, dass interessierte
Leser Ihre Argumentations- u. Diskussionsgrundlage kennen! Ich bin alles andere als Autoritätspositivist
und Papalist. Sojemand soll also nicht Papst sein. Gut. Aber wie findet sich einer, wenn diese Situation
eintritt??? Das gibt Paul IV. offenbar nicht an. Enden wir da bei einer rein geistigen Kirche protestantischer
Färbung. Die Rechtskraft dieser Bestimmung würde davon abhängen, dass auch ein Ausweg angegeben wäre,
wenn wirklich das höchste Hirtenamt in der Kirche davon betroffen werden sollte. War Paul IV. hier am
Ende inkonsequent?
#98 Tridentinus 17:47:37 | Dienstag, 21. März 2006
Alles, was sich Ihrer, Murx’, werten Argumentation entzieht, stufen Sie als „blöd“ ein. Das machen auch
pseudogebildete Modernisten gerne mit Traditionalisten jeder Schattierung. Wollen Sie sich wirklich mit
diesen auf eine Stufe begeben? Darauf lohnt in der Tat keine Antwort. Zumal sich schon nach kurzer Diskussion
beweist, welche Probleme durch Ex apostolatus officio hervorgerufen würden! Wenn solche Bestimmungen
Rechtskraft hätten erlangen und bewahren sollen, wäre Paul IV. verpflichtet gewesen, in seiner Bulle
einen kanonischen Weg aus der Sackgasse zu weisen, welche der Sedisvakantismus darstellt!
#96 Tridentinus 17:34:51 | Dienstag, 21. März 2006
Wenn… Ex apostolatus officio im CIC/1917 als geltende Rechtsquelle betrachtet wird, muss die Bulle auch
zuvor Rechtskraft besessen haben. Andernfalls müsste diese Rechtskraft zwischenzeitlich erloschen und
mit dem Codex/1917 wiederaufgelebt sein. Es geht in der Bulle ja gar nicht bloss um das Papstamt, sondern
um jedes kirchliche Amt. Auch wer einmal Häretiker war, soll davon ausgeschlossen sein! Wie kann man
dann ehemalige protestantische oder anglikanische Geistliche ggf. zu katholischen Geistlichen weihen und
ihnen Ämter in der Kirche übertragen? Endlich ergibt sich auch wieder ein Bezug zu Bischof Williamson!!!
#94 Tridentinus 17:19:28 | Dienstag, 21. März 2006
Sehr geehrer Herr Murx! Von H. H. Pfr. Schoonbroodt, der mir persönlich als sehr gebildet und höflich
bekannt ist, sollten Sie zunächst die elementaren Grundlagen der Höflichkeit erwerben. Es nicht mein
(!) primäres Anliegen, Ex apostolatus officio hier berücksichtigt zu finden! Wie konnte Papst Leo XIII.
den anglikanischen Konvertiten – ergo ehemaligen Schismatiker und Häretiker John Henry Newman – zum Kardinal
erheben und ihm damit prinzipiell den Weg zum Papsttum unmittelbar ebnen? Können Sie Englisch und Latein?
Ich weiss zumindest, dass Codex maskulin ist, indeed.
#90 Tridentinus 17:00:54 | Dienstag, 21. März 2006
Sehr geehrter Herr Murx! Nicht mir zuliebe sollten Sie die Bestimmungen wenigstens inhaltlich kurz skizzieren,
sondern um des Diskussionsflusses willen! Zumal, wenn Sie diesem Dokument eine derartig konsequenzträchtige
Schlüsselstellung zubilligen und wiederholt auf seine Beachtung drängen! Wieso beziehen sich eigentlich
nur Sedisvakantisten darauf? Und weshalb argumentieren andererseits nicht alle Sedisvakantisten, J. Rothkranz
etwa nicht, damit?
#88 Tridentinus 16:43:18 | Dienstag, 21. März 2006
Ironie Schlimmer ist, dass Sie meine Frage nicht verstehen: Ich wollte nicht wissen, welche Canones des
CIC/1917 (übrigens heisst es der Codex) auf die Bulle Ex apostolatus officio verweisen (das hatten Sie
ja längst angegeben), sondern, auf welche Bestimmungen dieser Bulle die fraglichen Canones sich beziehen!
Ich hoffe, sie verwenden „pudern“ nicht als Austriazismus! Sonst ist das ein jugendgefährdender Inhalt!
#83 Tridentinus 15:31:40 | Dienstag, 21. März 2006
@Mk28 Sie provozieren zur Pilatusfrage! Übrigens: Was wäre, wenn das sogenannte „konziliare Rom“ Ihre
Argumentation auf sich anwendete? Wie könnte sich dann die FSSPX frei bewegen und entfalten? Wo sie nunmal
formal als exkommuniziert betrachtet werden kann und von maßgeblichen Interpreten der kirchlichen Situation
dieser Bruderschaft unverändert sogar als schismatisch eingestuft wird?
#68 Tridentinus 10:19:49 | Dienstag, 21. März 2006
Modus Bibendi Sehr amüsant. Druckfehler sind natürlich möglich: ich hatte auch „apostulatus“ statt
apostolatus getippt. Man müßte genau klären, auf welche Bestimmungen der Bulle Pauls IV. der CIC 1917
sich bezog. Dann findet sich vielleicht auch ein modus vivendi! Nach den Bestimmungen dieser Bulle soll
auch niemand Papst werden können, der bloß einmal Irrlehrer war! Das Dokument bestreitet also die Möglichkeit
der Bekehrung! Ist das nicht häresieverdächtig?
@Karl Murx Über die fehlende Veröffentlichung des Dekretes zur rituellen Neuordnung der Karwoche weiss
ich bescheid, aber ihr Hinweis ist wichtig. Trotzdem steht dieser Vorgang autoritätstheoretisch und geschichtlich
in einer Linie mit dem NOM. Nach DH 1613 muss man Paul VI nicht die päpstliche Kompetenz abssprechen:
solche rituellen Änderungen sind in ihr nicht eingeschlossen (vgl. DH 1613) Ex apostulatus officio wirft
grössere Probleme auf als es löst. Sätze wie: „Die Tradition bin ich.“ (Pius IX. gegenüber Kardinal
Guidi) und der Autoritätspositivismus Pius XII. wurden von Paul VI. nur konsequent zu Ende gedacht und
umgesetzt.
Gotthard/Wiener Aus der neuen „Art der Darstellung“ resultieren aber auch Probleme der klaren Klassifizierung
dogmatisch relevanter Aussagen. Der „heutige Mensch“, den es genausowenig gibt, wie den Menschen an sich,
interessiert sich nicht für das Konzil von 1962-65. Das sind Funktionärsgremiokatholiken, die sich ziemlich
mit den aussterbenden 1968igern decken, und das ist auch gut so! Williamson ist vielleicht der Anlaß,
nicht der Inhalt dieser Diskussion. wesentlicher sind aber irgendwelche krampfhaften Jugendspektakel auch
nicht!
Pius XII „Deswegen hat nur der der Papost das Recht, neue Riten einzuführen und zu approbieren“ (Mediator
Dei). Das Tridentinum hat definiert, daß keiner der Hirten der Kirche ohne Ausnahme, neue und andere
Riten einführen darf (DH 1613)! Der Papst ist wohl der oberste der Hirten der Kirche, aber dennoch und
gerade deswegen einer von ihnen! Was hat Pius XII mit der Karwoche gemacht??? Deswegen konnte Paul VI.
sich zum NOM ermächtigt glauben! Auch geht es nicht an, zu behaupten, eine Äußerung des Papstes innerhalb
einer Enzyklika zu einer Frage, in der er nicht etwa nur die konstanten Äußerungen des ordentlichen
Lehramtes wiederholt, beschränke die freie Diskussion der Theologen zu dieser Frage. Das könnte man
aber aus Humani Generis folgern. Hier ja auch schon geschehen.
Stimmt Wegen der thomistischen Grundlage kam es ja zur Nota explicativa. Andererseits hatte unter Pius
XII. der Lehramts- und Autoritätspositivismus eine Klimax erreicht, von der noch Pius IX. nur geträumt
hätte (Alpträume?!). Ohne Pius XII. kein Paul VI!
Konzil und Konzil Was ich schon sagte, muß ich auf andere Weise wiederholen. Die neue Art der Lehräußerung
auf Vaticanum II unterscheidet es formal von allen 20 Konzilien zuvor. In welcher Weise ist das Vaticanum
II ein Konzil, Alumnus? Jedenfalls anders als alle anderen zuvor. Auch das konnte man gestern in der FAZ
lesen.
Ansgar „…“ sind theologisch falsch. Niemand in Rom bestreitet die Gültigkeit der von Erzbischof Lefèbvre
gespendeten Bischofsweihen! Die Bischöfe sind gültig geweiht und auch ihre bischöflichen Sakramentenspendungen
sind gültig. Maximal formal unerlaubt.
Nota explicativa praevia Dies ist das wichtigste Dokument des ganzen Konzils. Darin steht, daß das Konzil
seine Aussagen dogmatisch eindeutig qualifizieren werde, indem es sich der bekannten Terminologie theologischer
Qualifikationen und Zensuren bedienen werde. Hat es dann aber eben nicht. Naheliegend ist das seine Aussagen
einer neuen Qualität lehramtlicher Äußerung angehören. Diese müßte definiert und in die Stufung
der bekannten Kategorien eingeordnet werden. Dann erst wüßte man, in welcher Weise die Dokumente des
Vaticanums II anzunehmen sind. Bevor diese Formalien unklar bis unbekannt sind, ist der Inhalt zweitrangig.
Es gibt auch mögliche lehrmäßige Fortschritte im Vaticanum II – etwa die Fülle des Ordo im Episkopat –
ohne dogmatischen Canon nützen sie dem Dogma der Kirche allerdings wenig bis nichts. Das ist das Problem.
Abgebrochen? WENN Erzbischof Lefèbvre mit den Bischofsweihen 1988 den Dialog mit Rom aufgegeben hätte,
dann wäre der Vorwurf des schismatischen Aktes möglicherweise gerechtfertigt. WENN einer der Konsekrierten
im Nachhinein eine solche Wertung vornimmt, dann ist dies mindestens schwerwiegend.
Völlig richtig Sehr geehrter Herr Murx! Ich möchte Ihnen zustimmen. Englische (und anderweitig fremdsprachliche)
Beiträge sollten stets willkommen sein. Sogar Loriots Katze ist längst polyklott. Während indes sein
sprechender Hund noch nicht restlos überzeugt.
Ein Gott Die Tatsache der numerischen Einzigkeit bedeutet zumindest nicht zwangsläufig Identität. Aber
gewisz ist z.B. E. Petersons Studie „Der Monotheismus als politisches Problem“ heute von gesteigerter
Aktualität und Relevanz.
#61 Tridentinus 16:27:41 | Dienstag, 14. März 2006
@Benedikt Lieber Benedikt! Verspätet antworte ich. Schon in Das Fest des Glaubens hat unser jetziger
Papst davon gesprochen, daß es soetwas wie „definitive“ Ritengestalt gebe. Das erinnert mich an den Prozeß
der Kanonisation der biblischen Bücher. Das Konzil von Trient war hier entscheidend an der letzten dogmatischen
Fixierung beteiligt. Die Kodifizierung des Ritus Romanus erscheint hier als Parallelfall im liturgischen
Felde. Die Riten, die damals schon fortbestehen durften, sind mit hinzuzunehmen (weswegen es eine Fehlentwicklung
war, daß später doch auch diese tridentinisch-römisch vereinnahmt wurden). Es gibt sozusagen einen
Kanon liturgischer Riten analog dem Kanon biblischer Bücher! Genauer kann ich dies in diesem Rahmen nicht
darlegen. Aber es steht Ihnen gerne frei, mit mir bei weiterem Interesse in Kontakt zu treten.
Ritus – caeremoniae Es mag möglich sein, den NOM so mit tridentinisch anmutenden Elementen durchzuführen,
dasz die Unterschiede prima facie untergehen. Ich akzeptiere auch, dasz es Beispiele wie das Brompton
Oratory/London oder Maria Vesperbild gibt, wo dies bereits jetzt in guter Absicht geschieht. Der Ritus
bleibt davon unberührt, bestenfalls Zeremonien werden erfaszt. Schon Trient ist in der Terminologie hier
sehr genau. Zeremonien sind ihm zB. Gewänder und Weihrauch. (Ritus und selbst ritus externi bezeichnet
etwas ganz anderes!) Natürlich geht das alles auch im NOM: Latein, Hochaltar, Brokatgewänder etc. Alles
gut und schön – bei guter Absicht ein allererster Schritt zur Reform der ‘Reform’ (richtiger: Deform),
sonst eine bösartige Täuschung! Der NOM ist ein ritus novus et alius, der kein Ritus der Kirche sein
oder werden kann (vgl. DH 1613), auch nicht durch den Duft des Weihrauchs oder das Idiom der Römer. Gültig
kann er deswegen prinzipiell natürlich schon sein; analog zu zahlreichen schismatischen Riten. Ein schwacher
Trost. Schuld daran ist fatalerweise eher Pius XII.(Karwoche) als Paul VI.: Ersterer brachte ein übersteigertes
päpstliches Kompetenzbewusztsein und einen unsäglichen Autoritätspositivismus voll zum Durchbruch.
Paul VI. hat beides nur (noch) ungehemmt(er) oder konsequenter ausgelebt: Ein doppelter Miszbrauch.
Übergabe Wahrscheinlich wird gleich wieder jemand fordern, das Gebäude der Priesterbruderschaft St.
Pius X. zu übergeben. Die Diskussionen sind zunehmend wenig lohnend. Und sage ich, obwohl mein User-Pseudonym
keineswegs ein Produkt von Ironie ist, es kann aber noch zu einer solchen Akzentverschiebung kommen. Es
gibt den Stammtisch-Traditionalismus D. Bergers wirklich. Schade ist trotzdem, wenn er den Begriff verwendet,
um im Kontrast dazu weniger traditionalistisch zu erscheinen. So sei der Ruf des Taditionellen ein lästiger
Klotz (!) am Bein
Vize-Christus??? – @Rudolphus Solche Bezeichnungen für den Papst sind nicht nur dumm, sondern gotteslästerlich.
Die Apotheose des Papstes, die sich darin ausdrückt ist unerträglich: Papalismus und Sedisvakantismus
sind nur zwei Spielarten solchen Irrsinns!
Süßestes Herz Jesu – erbarme Dich unser! Bislang brachte ich diese Anrufung nur mit eher kitschigen
Andachtsbildern aus dem 19. Jahrhundert in Zusammenhang. Daß sie sich Schokolade bezieht, eröffnet geradezu
einen neuen Aspekt (Zartbitter steht dazu allerdings in gewisser Spannung). Um welche Firma handelt es
sich? Nach der Quadragesima könnte man eine Bestellung erwägen! Zumal die Darstellung recht ästhetisch
ist. Ein schöner Nachtisch auch für die Anbeterinnen des Königlichen Herzens Jesu, des weiblichen Zweiges
des Institutes Christus König und Hoherpriester oder für die Seminaristen des Herz-Jesu-Konvents zu
Bayrisch Gmain! Und übrigens: An den Sonntagen der Fastenzeit wird ja gar nicht gefastet!
@Konrad Das petrinische Strukturprinzip der Kirche bedeutet aber keinen Papalismus nach dem Motto: „Johannes
Paul der Zweite – Wir stehn an Deiner Seite!“ oder aktualisiert: „Benedikt der Sechszehnte – nach dem
sich alles sehnte!“
Kirche im Plural Selbstverständlich gibt es auch einen theologisch richtig zu verstehenden Plural des
Begriffes „Kirche“, nämlich die Kirche in ihrer ortskirchlichen Dimension, welche sich in Gestalt der
Diözesen konkret ausprägt. Das Verhältnis Orts- und Weltkirche war vor einigen Jahren schon Gegenstand
eines kontroversiellen Diskurses zwischen den Kardinälen Ratzinger und Kaspar.
Sel. Andreas von Rinn Es ist mehr als fraglich, ob ein Bischof einen Seligen „abschaffen“ kann! Wie wäre
in diesem Zusammenhang denn wohl die Verehrung des Sel Simeon von Trient zu sehen?
#6 Tridentinus 10:57:43 | Dienstag, 28. Februar 2006
@Ansgar „Exerzitien predigen“ ist eine allgemein gebräuchliche Formulierung. Ihnen mag vielleicht die
Redeweise „Exerzitien halten“ geläufiger sein. Erstere kommt gewisz daher, dasz Vorträge ein wichtiges
Strukturelement im Aufbau klassischer Exerzitien sind. Allerdings gibt es inzwischen natürlich Kreise,
die eher „Exerzitien malen, trommeln, tanzen oder spüren“. Das Deutsche ist ja eine lebendige Sprache.
Man kann gespannt sein, ob der Sprachgebrauch auf solche Tendenzen reagiert.
#1 Tridentinus 13:16:33 | Montag, 20. Februar 2006
Provokation zur Liebe Das Motiv des Weg- und Hingeführtwerdens, das der Prediger beim Requiem Don Gregors
zum Leitmotiv seiner Ausführungen machte, war in der Tat ein Charakteristikum der Person und Persönlichkeit
des Verstorbenen. Wer ihn persönlich kennen durfte, wurde trotz aller Grundsympathie sicher bisweilen
zu der Frage provoziert, heraus-gerufen, was denn das eigentlich Anziehende an diesem Menschen und Priester
sei und bleibe. Ich selbst habe diese Frage ernstlich erfahren. Doch gab es im Leben Dr. Hesses eben auch
noch das zweite, das erste überkreuzende, Motiv der Liebe. Gleichsam als cantus firmus der Melodie seines
Lebens. Und so war die Botschaft seines Lebens eine Provokation: Ein Herausruf, das ein Hingerufenwerden
mit umschlosz – ein Hingerufenwerden zu Nächstenliebe und Gottesliebe, die eine Gemeinschaft mit der
trinitarischen Liebe ist. Das bleibt sein Vermächtnis und Auftrag. R.I.P.
#48 Tridentinus 15:55:18 | Freitag, 17. Februar 2006
Abreibung Der informative Artikel büßt durch die persönliche Stellungnahme im letzten Absatz sehr viel
Niveau ein. Der Zusammenhang mit der Abtreibungsproblematik ist konstruiert, um nicht zu sagen an den
Haaren herbeigezogen. Körperliche Züchtigungen auch leichterer Art sind nun einmal im aktuellen Schulsystem
nicht länger als pädagogische Masznahmen akzeptiert. Überspitzt könnte man formulieren, dasz glaubwürdiger
Lebensschutz Lebensschutz in allen Phasen des Lebens bedeuten musz, in den sich dann solche Züchtigungen
schwer harmonisch einfügen. Auszerdem zeugen sie von einer Überforderung der Lehrperson und mangelnder
persönlicher Autorität.
#55 Tridentinus 20:42:17 | Dienstag, 14. Februar 2006
Parallelbericht Liest man den Parallelbericht auf kath.net fällt auf, daß der Kardinal die Messe ein
„geistliches Festmahl“ nennt. Und das, obwohl Ratzinger schon im Buche „Das Fest des Glaubens“ sogar davon
abriet, auch nur vom Opfer in Mahlgestalt zu sprechen. Das Adjektiv „schismatisch“ im Bezug auf die Priesterbruderschaft
St. Pius X. war in diesem Parallelbericht natürlich wieder unvermeidlich. Wer bei kath.net spricht eigentlich
von schismatischen Protestanten?
#10 Tridentinus 13:05:06 | Montag, 6. Februar 2006
Kein partikuläres Charisma Die mit dem Indult vorgezeichnete Lösung des Konfliktes ist keine. Auch eine
unumschränkte Anwendbarkeit eines solchen Indultes wäre dies nicht. In jedem Fall wäre liturgische
und theologische Traditionstreue nur so etwas wie ein Charisma. Tatsächlich musz sie jedoch wieder ein
indispensabeles Kriterium der Katholizität jedes Gliedes der Gesamtkirche und aller ihrer Institutionen
werden. Und in diesem Sinne ist wahrlich Geduld notwendig und notwendend im Sinne einer Con-version.
#23 Tridentinus 11:38:48 | Donnerstag, 2. Februar 2006
Blosz de iure Dieser Erfolg Küchls ist rein vor dem weltlichen Recht zu verbuchen. Die Authentizität
der Photographien wird nicht bestritten. Das weltliche Recht eines neutralen Staates schützt eben auch
Privatpersonen, die Ihre Intimsphäre in deutlichem Gegensatz zu Gottes Gebot gestalten. Besonders beschämend
und traurig ist, wenn solches seitens von Priestern geschieht, die sich mit einer Fassade aus Konservativismus
(was wird da bewahrt: eine spieszige Version des Vaticanums von 1962-65?) oder sogar einer relativen Nähe
zur authentischen Tradition umgeben. Schlimmstenfalls ist diese Nähe dann nur allgemeine Sensibilität
für Ästhetik, die ja durchaus auch aus einer fragwürdigen Motivation hervorgehen kann. Fromme Naivität
kann darüber höchstens hinwegtäuschen. Das Ergebnis bleibt eine Täuschung, die eine bittere Enttäuschung
ist. Das Ende dieser Enttäuschung: eine echte End(!)-Täuschung, mag Illusionen zerstören, ist aber
heilsam!
#40 Tridentinus 11:56:15 | Mittwoch, 1. Februar 2006
Zur Information an (H.).H. Lingen DDr. Hesse empfing die Priesterweihe von einem Bischof, der seinerseits
vor 1968 konsekriert worden war. Die Weihe erfolgte im Novus Ordo, jedoch vollständig in Latein. Pius
XII. hat für den römischen Ritus (!) den Wortlaut der sakramentalen Form von Bischofsweihe, Priesterweihe
und Diakonatsweihe dogmatisch definiert (in Sacramentum Ordinis aus 1947). Paul VI. hat für den Novus
Ordo diese Definition nicht strikt beachtet: Am geringfügigsten waren die Änderungen beim Diakonat,
hier war nur die Reihenfolge einzelner Wörter von ihm vertauscht worden. Die Form, die er für die Priesterweihe
festlegte, erreicht den wesentlichen Sinn der römischen Form. Im konkreten Fall braucht die Bischofsweihe
nicht diskutiert zu werden, da der weihende Bischof eben vor 1968 konsekriert worden war. Also ist die
Weihe, von der wir hier handeln, zweifelsfrei gültig. Allerdings haben wir auch den Beweis, daß der
Novus Ordo nicht den römischen Ritus repräsentiert, denn dann hätte Paul VI. mindestens die von Pius
XII. für den Ritus Romanus maßgebliche Definition aus 1947 beachten und den Wortlaut der sakramentalen
Formen von Bischofs-, Priester-, und Bischofsweihe unverändert übernehmen müssen. So erscheint die
NO-Liturgie als gültig, zugleich als nicht römisch! Problematischer ist die Frage der Gültigkeit der
Bischofsweihe im reformierten Ritus; hier (im Falle DDr. Hesses) nicht relevant.
#34 Tridentinus 10:11:11 | Mittwoch, 1. Februar 2006
„Pater“ Lingens Äußerungen Ich bedauere zutiefst, wenn „Hw.“ Lingen tatsächlich eine gültige Priesterweihe
empfangen haben sollte. Seine Äußerungen über einen Verstorbenen beweisen, daß er zumindest keine
Pietät besitzt. Über seine Pietas maße ich mir kein Urteil an, aber der Zusammenhang zwischen Pietät
und Pietas läßt sie jedenfalls fragwürdig erscheinen.
#15 Tridentinus 18:55:48 | Dienstag, 31. Januar 2006
Gegen Gotthard Ich bedauere, mich gleich nochmals melden zu müssen: Es ist traurig, wenn Sie, Gotthard,
einen Nachruf zum Anlasz nehmen, in eine Diskussion über den Titel Martyrer einzutreten. Für Sie selbst
ist es ein Armutszeugnis! Ich musz Sie nicht darauf hinweisen, dasz man nahezu jeden Terminus im übertragenen
Sinne gebrauchen kann. Dies ist hier zudem gar nicht geschehen, da es unbestritten auch das unblutige,
geistliche Martyrium gibt. Ich empfehle Ihrer Lektüre die Schriften des Konvertiten Erik Peterson (1890-1960)
zum Begriff des Zeugen und zur Stellung des Martyrers in der Kirche, leicht greifbar in den Ausgewählten
Schriften, welche B. Nichtweisz seit etwa 1992 im Würzburger Echter-Verlag herausgibt. Skrupel waren
übrigens das letzte, was man Don Gregor unterstellen konnte. Im Gegenteil hat er zweifelsohne viele von
den Skrupeln eines spieszigen Papalismus/Traditionalismus/Sedisvakantismus geheilt!
#13 Tridentinus 18:22:37 | Dienstag, 31. Januar 2006
Dankbare Erinnerungen Wenn es einen Telephonseelsorger gab, war es Don Gregor! Auch ich habe lange die
originellen, geistreichen und provokanten Telephonate geschätzt. Etwa eine Woche vor seinem Tode wollte
ich nach längerer Zeit wieder einmal anrufen, um ihn auf ein Buch des St. Pöltener Bischofs Joseph Feszler
aufmerksam zu machen: Die wahre und die falsche Unfehkbarkeit der Päpste von 1870. Dieses sollten Papalisten
wie Sedisvakantisten gleichermaszen lesen, verstehen und beherzigen… Don Gregor hatte Besuch – zweimal
lernte ich seine Gastfreundschaft selbst kennen – und bat mich, in einer Woche wieder anzurufen. Dazu
sollte es nicht mehr kommen. Ein Mann mit viel chestertonischen Zügen ist von uns gegangen, vielfach
unverstanden, doch ihn gekannt zu haben, ist ein bleibendes Geschenk!