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Die römische Synagoge … ist für Katholiken aber vor allem deswegen von Bedeutung, da die römische
Kirche von römischen Juden gegründet wurde und in ihren ersten Jahrzehnten Teil der römischen Synagogen
war. Diese römischen Juden mussten keineswegs ihrem Judentum „abschwören“, um Christen zu werden, wie
die dümmliche Formulierung oben impliziert. DIES wiederzuentdecken wäre wahrer Traditionalismus, aber
leider liegt über den Augen der sich hier äußernden Rotten ja eine Decke…
@Gotthard Nun, vielleicht deswegen, weil es sich dabei keineswegs um Katechese, sondern um einen Gottesdienst,
genauer: eine hl. Messe, handelte. Dort hat Katechese eigentlich nichts verloren. Kein Problem mit jugendgerechter
Fußball-Katechese dort, wo sie am Platz ist. Aber nicht in der Messe. Abgesehen davon, dass diese Dinge
grundsätzlich absolut PEINLICH sind und man sich als Katholik wirklich schämen muss für so einen bullshit!
Sie haben ja oft recht gegenüber den Irren hier im Forum, aber sowas ist doch nun wirklich nicht zu verteidigen,
spielt den Irren in die Hände und erweckt gerade bei Kirchenfernen den Eindruck, wir seien bescheuert
(1Kor 14,23). Und das mit Recht!
Benedikt & Bartholomaios Das ist doch nun wirklich mal eine gute Nachricht – ausser für die hier versammelten
sog. Traditionalisten, die den neuzeitlichen Katholizismus v.a. des 19. Jhds. als „die Tradition“ ausgeben.
Gerade jene, die gegen die Änderung eines jeden Iota in der tridentinischen Messe wettern, sollten Verständnis
für die orthodoxen Vorbehalte gegenüber der Einfügung des filioque haben. Die Rechtgläubigkeit des
filioque steht zwar ausser Zweifel (nicht dagegen die Legitimität der nachträglichen Erweiterung eines
Konzilstextes) – aber ebenso die des Credo ohne filioque. Und selbstverständlich kann und sollte der
Papst mit dem Patriarchen gemeinsam den Glauben bekennen. Wahrer Traditionalismus setzt bei der alten
ungeteilten Kirche an, nicht bei neuzeitlichen westlichen Partikularentwicklungen. Mit Verlaub: „Gotthard“
und „Brandenburgis“ sind nur zwei Seiten desselben Irrtums, die Lösung liegt jenseits davon
Von den Nazis verfolgt Selbst Kreuz.net sollte fairerweise die von den Nazis verfolgten Homosexuellen
nicht ganz unter den Tisch fallen lassen bzw. hinter die anderen sog. „Untermenschen“ in die letzte Reihe
verbannen, nur weil fundamentalistische Christen und Nationalsozialisten (sowie Islamisten und jüdische
Ultras) hier mal eine gemeinsame Gegnerfront haben.
Was soll diese Hasstirade? Jeder weiß, dass Kirchengemeinden und Bildungswerke Unkosten und Auslagen
für solche Veranstaltungen haben, die sie decken müssen. Dafür also der Unkostenbeitrag. Der Vergleich
mit der kostenfreien Bergpredigt hinkt nicht nur, er ist auch an der Grenze zur Verunehrung Jesu, der
für so einen Mist immer herhalten muss. Wer so schreibt, muss eigentlich gegen Kirchenschmuck und Goldgeräte
sein, weil die Jesus ja auch nicht verwendet hat. Doch geht es mal wieder nur um Verleumdung eines Kirchenmannes.
Ich verstehe nicht, dass +.net einen solch protestantischen Beitrag publiztiert, statt sich auf seine
Kernaufgaben zu konzentrieren. Z.B. den Fall von Amstetten auf die Liturgiereform zurückzuführen oder
das Beben in China auf Homosexualität. Der IQ der Plattform sinkt eben mit dem IQ seiner Schreiberlinge.
Wo ist das Problem? Schon im Römerbrief erwähnt der hl. Paulus ganz selbstverständlich die Diakonin
Phoebe aus Kenrea, die maskuline Form „diakonos“ deutet wohl auf das Amt hin, ebenso viele altkirchliche
Zeugnisse v.a. aus dem Osten. Ich frage mich ernsthaft, ob die spätere Verdrängung der Frauen aus dem
Diakonat letztlich nicht Modernismus ist. Sollte nicht die Ur- und die Alte Kirche die Norm für uns
sein (anstatt dieses Pseudo-Traditionalismus aus dem 19. Jahrhundert?). Vielleicht sind die „Traditionalisten“
dieses Forums aufs Ganze gesehen manchmal modernistischer als ihnen bewusst ist…
@Credo Es gibt weder Grund noch Notwendigkeit, ein solches Dogma zu definieren. Warum sollte sich die
Westkirche in immer neue Lehrentwicklungen hineinbegeben und sich damit immer weiter von der alten, ungeteilten
Kirche entfernen? Besser als Hw. Klaus Gamber (hier in kreuz.net wegen seiner Kritik an der 70er-Jahre
Liturgiereform ja zu recht sehr gelobt) kann man es kaum sagen: „Es dürfte heute dringend notwendig sein,
dass wir von der Auffassung wegkommen, Glaube und Liturgie der Kirche müßten sich immer weiterentwickeln –
wohin dieses Prinzip letztlich führt, erleben wir jetzt in erschreckendem Maße –, wir sollten uns stattdessen
erneut der ursprünglichen Fülle des Glaubens zuwenden, wo zwar noch nicht alles genaustens definiert
war, die einzelnen Glaubenswahrheiten jedoch das geistliche Leben der Kirche in allem bestimmt haben.
Nur so wird es möglich sein, moderne Vorstellungen von Eucharistie und Liturgie zu überwinden [N.B.:
gilt auch für Mariologie – Sixtus] und zu einer wahrhaften Erneuerung des Gottesdienstes zu kommen“ (Vorwort
zu: Kult und Mysterium, 1983). Also, Credo, es ist ganz einfach: feiern statt definieren!
Miterlöserin O-Ton obiger Artikel: Zum ersten Mal scheint er um das 15. Jahrhundert in einem Salzburger
Hymnus auf. Der spanische Jesuit und führende Theologe am Konzil von Trient (1545-1563), Pater Alfonso
Salmerón († 1585), verteidigte die Rechtmäßigkeit des Titels „Miterlöserin“ mehrmals. Das 18. Jahrhundertgilt
als die Blütezeit des Titels. Er wird in über 300 theologischen Werken dargelegt. Der Titel Miterlöserin
findet sich auch in Dokumenten des kirchlichen Lehramtes. Beispielsweise gebrauchte ihn die Ritenkongregation
im Jahr 1908. Die Päpste Pius XI. († 1939), Paul VI. († 1978) und Johannes Paul II. († 2005)verwendeten
den Titel bei verschiedenen Ansprachen. Was soll das also? Der Titel ist ganz klar modernistisch! Warum
also diese kreuz.net-Sympathien für diese apostolisch, biblisch und altkirchlich nicht belegte Neuerung?
Nicht alles, was sich fromm anhört, ist es auch. Es gibt auch eine modernistische Mariologie, wie eben
die von der coredemptrix. Typisch kreuz.net: verwechseln „Traditionalismus“ mal wieder mit einem 19.Jhd-Katholizismus.
Der einzig wahre Traditionalismus besteht in der Rückkehr zur Alten Kirche, nicht ins 19. Jahrhundert.
Hugh! o^/
Kaddish Eben! Und auch Paulus sagte noch Jahrzehnte nach seiner Berufung zum Apostel Jesu Christi über
sich: „Ich bin (!) Israelit, ein Nachkomme Abrahams aus dem Stamme Benjamin“ (Röm 11,1), und er redet
Petrus selbstverständlich als Jude (und nicht als „Christ“, eine Bezeichnung, die erst später aufkam)
an (Gal 2,14). Im paulinischen Sinen sind die meisten von uns „Heiden, die an Christus glauben“, während
Kard. Lustiger ein „Jude, der an Christus glaubte“, war. Genau genommen ist die Kirche keine neue, „dritte“
Religion, sondern „Kirche aus Juden und Heiden“ (1Kor 1,24). Menschen wie Lustiger oder auch Edith Stein
können uns arrogante Heidenchristen an die „Wurzel“ erinnern – und dann ergreift uns ein jüdisches Kaddish
(ein Gebet, das sicherlich auch Jesus und seine Mutter gebetet haben, anstatt „Radio Maryja“ zu hören…)
für den „Judenchristen“ Lustiger umso mehr.
@Sozialkatholisch Das ist doch damit gar nicht gemeint! Die östliche Tradition spricht von der „Vergöttlichung“
des Menschen durch die Sakramente, v.a. die Eucharistie, die Liturgie, die Askese, das Herzensgebet etc.
Nach Auffassung der Väter wird damit durch den heiligen Geist gerade das vollendet, was im Paradies durch
den Fall Adams verhindert wurde: dass der Mensch vom Baum des Lebens essen kann (Gen 3,9+22). Vergessen
Sie den anderen Baum nicht, es gibt zwei im Paradies! „Vergöttlichung“ meint also das zunehmende Ergriffen-
und Verwandeltwerden des Menschen durch die Kräfte des Hl. Geistes. Oder mit dem JohEv gesagt: ich bin
in euch und ihr in mir. DAS meint der Osten mit der Vergöttlichung (das deutsche Wort ist missverständlich,
theosis). Mir ist die (oft etwas überschwängliche) östliche Begeisterung lieber als die oft verklemmte
und buchhalterische „traditionalistische“ Dogmatik, die panische Angst vor einer unkorrekten Formulierung
hat. Wo vom Wirken Gottes die Rede ist, ist für Erbsenzählerei doch kein Platz, oder?
@VirFortissimus Was für ein dummes Geschwätz! Und einen Satz des Hl. Kirchenvaters Athanasius als häretisch
(schreibt man so!!!) zu bezeichnen, ist schon ein starkes Stück. Aber vielleicht ist VirFortis ein lateinischer
Scherzkeks?
@Johannes Amen, Bruder! Bin ganz auf Ihrer Seite! Das ist das Evangelium, nichts sonst. Und, liebe Nachtlaterne,
man braucht die Armee Mariens gar nicht persönlich zu kennen. Lesen Sie einfach deren homepage, dann
gehen Ihnen die Augen auf.
@Stimme Es erbaut mich ebenfalls, dass sich angesichts eines derartigen Unsinns wenigstens die meisten
hier einig sind. Wäre ja schön, wenn die Ausführungen von Durchgeknallten wie „Pater“ Lingen, Pornojägern,
Homophoben und NPDlern denselben Effekt hätten, dann könnte es richtig gemütlich werden Dauert wohl
aber noch etwas… Die homepage von dieser Armee Mariens ist jedenfalls Realsatire pur, v.a. der Lebenslauf
(samt Ehehölle) der Gründerin Bedauernswerte Gottesmutter, aber seine Brüder und Schwestern kann man
sich halt nicht aussuchen
@ die Miterlöser Man sollte doch bedenken, dass zwischen einem Apostel und Ihnen noch ein kleiner Unterschied
besteht, oder? Nach kirchlicher Lehre gehören die Apostel zum Offenbarungsgeschehen hinzu, Sie dagegen
eher nicht (nichts für ungut). Und ob man im Hinblick auf Kol 1,24 („ich ergänze an meinem Fleisch,
was noch aussteht von den Drangsalen Christi für seinen Leib, das ist die Kirche) von einer Miterlöserschaft
des Paulus sprechen sollte, ist fraglich. Ein Dogma von der Miterlöserschaft Mariens wäre im Hinblick
auf die Tradition der Kirche in West und Ost eine glatte Häresie, auch wenn der Gottesmutter unbestritten
eine ganz einzigartige Rolle im Heilswerk Christi zukam und zukommt.
Lob und Dank … an den Kardinal dafür, dieser abscheulichen Schlange den Kopf zertreten zu haben. Wenn
diese Mischung aus Wahnsinn, Häresie und Bullshit jemals einen Platz in der Kirche bekommt, ist es endgültig
Zeit, orthodox zu werden. Diese „Frau aller Völker“ ist alles, aber nicht die heilige Gottesmutter!
@ semper Ist es nicht die Aufgabe des Trägers des Petrusamtes, festzustellen, welche Haltung zum Petrusamt
katholisch ist und welche nicht? Das schließt eine gewisse Selbstkritik auf beiden Seiten ein, Maßstab
kann doch nur die Alte Kirche sein. Zumindest SIE haben keineswegs zu entscheiden, welche Auffassung des
Petrusamtes katholisch ist. Und da Benedikt im Unterschied zu manch neurotischem „Traditionalisten“ ein
umfassendes, biblisches und altkirchliches, eben ein katholisches Verständnis von Tradition hat und Tradition
nicht mit dem Festklammern an eine Auswahl (= Häresie) von Floskeln aus dem 19. Jhd. damit verwechselt,
kann man ganz entspannt sein.
Korn gefunden! Nach dem ganzen Müll, den man in letzter Zeit auf kreuz.net zu lesen bekam, ist das mal
wieder ein wohltuend normaler und informativer Artikel, der sich selbst die üblichen Diffamierungen von
„Schismatikern“ und „Häretikern“ zur eigenen Identitätssicherung versagt. Das Gegenüber zum Islam und
die Skepsis gegenüber der Bush-Administration wirken eben selbst hier noch kleine Wunder Weiter so!
Ex oriente lux Es zeigt sich erneut, dass eine liturgische Erneuerung (im Sinne einer Rückkehr zu den
Quellen und eines Exodus aus den freud- und fruchtlosen Einöden der 1970er „Reform“) in der Westkirche
wesentlichen Anstoß aus den östlichen Riten erhalten könnte. Leider werden bei uns derzeit vielerorts
architekonisch Fakten geschaffen (nicht nur in Freiburg), die eine Rückkehr zu den altkirchlichen Formen
schwer oder unmöglich machen. Das ist das Testament der 68er in der Kirche.
#11 Sixtus 14:18:59 | Donnerstag, 16. November 2006
Zölibat Ich denke, in der Logik Benedikts („Vorwärts zu den Vätern, bzw. Vorwärts ins erste Jahrtausend“)
ist die Lockerung des Zölibats und die Freigabe der Alten Messe (die ja in großen Teilen auf die alte
Kirche zurückgeht) nicht unbedingt ein Widerspruch. Daher ist das Getue um konservativ vs. progressiv
doch Quatsch. Muss man eigentlich jeden Sonderweg der Westkirche gleich als DIE Tradition verkaufen?
@ExBochumer Naja, wenn man es genau nimmt, hätte es ohne die Reformation auch kein Trienter Konzil gegeben.
Wenn das mal kein Grund zum Feiern ist! o^/ Meine ich übrigens nicht ironisch… Und gerade fällt mir
ein: J.S. Bach und einige seiner Söhne! Also zu feiern hat man als Katholik durchaus was, wenn man drüber
nachdenkt…
Tettamanzi Dem Kardinal ist recht zu geben. Der Apostel Paulus schreibt, er wolle das Evangelium nicht
dort predigen „ubi nominatus est Christus, ne super alienum fundamentum aedificarem“ (Röm 15,20). Das
sollte unser Maßstab sein, zumindest in Gebieten von Schwesterkirchen.
@puchil Das ist doch fast eine gute Nachricht! Viele Priester und Seminaristen hier, die ich kenne, leben
mit einem Mann oder sind hinter Männern her. Und je konservativer ein Seminar, desto homoerotischer (St.
Pölten, das Menetekel). Da ist man ja um jeden Priester froh, der mit einer Frau lebt, und nicht entweder
schwul oder persönlichkeitsgestört ist. Der Zölibat ist halt doch ein Charisma, das nicht automatisch
mit der Weihe verliehen wird, sondern zu dem man berufen und gereift sein muss. Petrus hatte dieses Charisma
wohl nicht, im Unterschied zu Paulus…
In vino veritas Wen wunderts? Dass der sog. „Traditionalismus“ (= in Wirklichkeit nur überspanntes 19.
Jahrhundert) nur betrunken zu ertragen ist, ist doch bekannt. Hat er übrigens mit dem nachkonziliaren
70er-Jahre-Katholizismus, auf den er reagiert, gemein. Promille-Ökumene sozusagen. Die alte Tugend der
Nüchternheit – körperlich wie geistig – ist weder hier noch dort zu finden. Vielleicht liegts auch daran,
dass wir im Westen den Hl. Geist vergessen haben, mit dem allein wir getränkt (1Kor 12,13) und mit dem
allein wir voll werden (Eph 5,18) sollen Wer das vergisst, dem bleibt nur Hochprozentiges.
@benedikt Bingo ! :)3 Man sieht eben, dass man jede Art von Ansicht mit Sprüchen aus Schrift und Tradition
garnieren kann. Sogar den nachkonziliaren „taktischen Archäologismus“ (wunderbare Beobachtung von Mosebach)
und den „taktischen Byzantinismus“ unseres gemeinsamen Freundes
@Puchil Irgendwie habe ich den Eindruck, dass Ihre Hinweise auf die Ostkirche rein ideologisch sind, weil
es Ihnen nicht darum geht, Spiritualität und Liturgie der Ostkirche zu verstehen und zu würdigen, sondern
weil die ostkirchliche Praxis dazu herhalten muss, eine westkirchliche Praxis, die nicht in Ihre Privattheologie
passt, zu diskreditieren. Da wäre es mir sympathischer, wenn Sie den Ritus wechselten, anstatt eklektisch
unterschiedliche Formen aus unterschiedlichen Traditionen gegeneinander auszuspielen. Natürlich können
wir Nachkonzils-Wessis viel von der Ostkirche lernen, aber nur so, dass wir durch die Begegnung mit dieser
eindrücklichen Tradition (die eben NICHT die unsere ist) unsere eigene wiederentdecken. Und ich würde
Ihnen empfehlen, nicht beim Stehen im Gottesdienst anzufangen und aufzuhören, sondern die orthodoxen
Liturgien auch bei den Themen Gebets-Richtung des Priesters, Ikonenverehrung, Verehrung der Gottesgebärerin,
Anbetung im Gottesdienst, Herzensgebet und Vermeidung katechetischer und didaktischer Elemente im Gottesdienst
zum Vorbild zu nehmen. DANN können wir über das Stehen vor Gott reden…
@möchtegern Habe ich in der Ewigen Stadt mehrfach (!) erlebt. Wobei es bei diesen italienischen zu Kirchenliedern
umfunktionierten Schlagern letztlich egal ist, wo sie herkommen. Und: die Musik vom CD-Spieler passt zu
den elektrischen Gebetskerzen zum Anknipsen. Aber Italiener hatten schon immer nur in Ausnahmefällen
Stil. @sulpicius Richtig! Und seine Ansichten sind ja durchaus korrekt. Leider macht die Opposition zu
den liturgischen und kirchenmusikalischen Abscheulichkeiten der Nachkonzilszeit noch keinen guten Musiker.
Aber wenn er Interviews gibt statt zu dirigieren, soll es mir recht sein
@Markus-Antonius Völlig richtig! Wann immer ich in den letzten Jahrzehnten die Capella Sistina live oder
im Fernsehen hörte, war das Gejaule nicht auszuhalten. Der Mann mag z.T. richtige Ansichten haben – und
dass es unter JP2 liturgisch und künstlerisch im Vatikan bergab ging, ist ja allgemein bekannt –, aber
als Chorleiter, Stimmbildner und Dirigent zum Abgewöhnen! Schlimmer verdacht: vielleicht haben JP2 ja
DESHALB die modernen Sacropop-Songs besser gefallen
@Freinsberg Tatsächlich benutzen Anglikaner (zumindest hochkirchliche) manchmal das römische Messbuch.
Doch ist der NO z.B. durch die erhebende anglikanische Kirchenmusik (im Unterschied zu unseren Depri-60er
und Hippi-70er Kirchenliedern), die meist nach Osten gerichtete Zelebration sowie den oft knieenden Kommunionempfang
besser vor Banalisierung und Leerlauf geschützt als bei „uns“. Der Brite an sich hat halt viel mehr Stilempfinden
als der aktuelle deutsche Katholik Vorsicht also, wen Sie als Zeugen anrufen, das könnte sich schnell
gegen Sie wenden. Übrigens: die kath. Liturgie“reform“ der 70er für im Ansatz verfehlt, von falschen
ttheologischen Voraussetzungen ausgehend und im Ergebnis für gescheitert zu halten, heisst nicht unbedingt,
eine Rückkehr zur vorkonziliaren Messe zu fordern. Aber eine Reform der „Reform“ ist dringend nötig
und das kann nur heissen: mindestens moderate Revision in Richtung auf die altkirchliche, die ostkirchliche
und die lateinische Überlieferung.
@Freinsberg Es geht um die abgeschafften Gründonnerstagsbriefe, nicht die Chrisammesse ist abgeschafft.
Mit Ihrer Logik müssten Sie auch die Grabeskirche sprengen, überladen wie die ist Mich stört, dass
gewachsene und durch jahrhundertelangen Gebrauch „eingeübte“ Riten von irgendwelchen theologischen Schreibtischüberzeugungen
aus gesäubert und durchgekämmt werden. Mein Rat: vergessen Sie Ihre Privattheologie mal eine Sekunde,
dann merken Sie (ging mir auch so), wie klerikal und wie von der Grundidee einer ideologischen Kommunikation
von Überzeugungen her der NO konzipiert ist. Auf der Strecke blieb die Anbetung, die Stille, die rituelle
Vieldeutigkeit usw. Dann lesen Sie Lorenzer („Das Konzil der Buchhalter“) und Mosebach („Häresie der
Formlosigkeit“), gerade keine Theologen, Theologen sind hier oft systemblind und ideologisch. Und dann
besuchen Sie einen orthodoxen Gottesdienst, dann sind Sie kuriert
@Babylon „Überladen“ heisst doch, dass gewisse Themen und Texte wiederholt werden, oder? Und nun ist
Wiederholung ein ganz wichtiges Element für die Spiritualität, das merkt man schon beim Gebetsleben,
nicht erst beim Rosenkranz oder dem Herzensgebet, die ja von Wiederholungen leben. Und ich muss sagen,
dass ich gerade bei heutigen kath. Messen sehr viel Leerlauf, Langeweile und Stumpfsinn erlebe. Der NO
ist also kein Garant gegen Leerlauf, im Gegenteil! Dass junge Russen sich der kath. Liturgie zuwenden,
liegt, glaube ich nicht an der „deutschen“ Begeisterung für klare Struktur, sondern an der sozialen Tätigkeit
der Katholiken im Unterschied zu den Orthodoxen, an der schlechten Katechese der Orthodoxen und daran,
dass der Gottesdienst kürzer ist. Ich hoffe, die Orthis machen nicht dieselben Fehler wie wir. Gründonnerstag:
sieht man z.B. an der klaren Akzentuierung der Chrisammesse als Feier des Priestertums, was so nicht traditionell
ist. Die (von Benedikt gottlob wieder abgeschafften) Gründonnerstagsbriefe des Papstes an die Priester
(!) sind nur eine weitere Folge.
@Feinsberg + Babylon Ich werde bei der hier oft zu hörenden Begeisterung für klare Strukturen immer
skeptischer. Der römische Ritus auch in seiner klassischen Fortm ist im vergleich mit den östlichen
Riten schon „klar“ genug strukturiert. Es geht im Gottesdienst doch darum, dem Heiligen zu begegnen. Strukturen
und Aufbau dürfen kein Selbstzweck sein. Hinzu kommt, dass Liturgien und Riten nun mal „leider“ gewachsene
Größen sind und eben nicht am Schreibtisch konzipiert werden, auch wenn viele liturgische Ausschüsse
das meinen. Und nochmal: die Reform der 70er Jahre hat eben die Struktur vereinfacht, um den Priester
stärker ins Scheinwerferlicht zu rücken, nicht die Anbetung Gottes. Das zeigt übrigens schon die Umwandlung
des Gründonnerstag (v.a. der Chrisammese) in eine Therapiesitzung für verunsicherte Kleriker – von Paul
VI. (selbst verunsicherter Kleriker) ganz klar gewollt.
@Freinsberg Ich glaube, dass Sie nicht recht haben. Die neue Messe ist viel klerikaler als die alte. Nun
ist die Gemneinde gezwungen, dem Priester die ganze Zeit ins Gesicht zu schauen, der hinter dem Mikrophon
steht wie ein Showmaster und Anweisungen, Stichworte und Erklärungen gibt. Noch deutlicher beim Hochgebet,
hier steht der Priester nun offensichtlich an der Stelle Christi. Es ist einer der vielen Mythen der Liturgie“reform“,
dass sie unklerikal sei. Das Gegenteil ist der Fall. In der alten Liturgie steht der Priester in derselben
Richtung stellvertretend für uns vor Gott (wie bei den Orthoidoxen, den Angikanern, vielen Lutheranern
etc.), nun steht er uns gegenüber und dreht Gott (ex oriente lux!) den Rücken zu. Was ist klerikaler
als das?
Ökumene-Handbuch Immerhin freut mich das Bild, das kreuz.net in seltener Sensibilität ausgewählt hat.
Ökumene mit den Kirchen des Ostens, das ist wirklich ein wichtiges Anliegen. Und weit und breit kein
Protestant zu sehen. So sei es!
Parteiische Madonna? Richtig das mit dem Papst, aber die schwarze Madonna von Tschenstochau ist natürlich
eine gewaltige Verbündete. Kommt die Patrona Bavariae dagegen an, das ist doch die Frage Werden wir
ja heute abend sehen, mein Rosenkranz liegt jedenfalls schon bereit. Übrigens, DDL: Lukas 18,1-8. Gott
lässt sich durch Gebete auch gerne mal nerven…
@ DDL: Gebet Also mir sind um einen Fußballsieg betende Priester fast lieber als Leute wie Sie, die genau
wissen, womit man sich an Gott wenden darf und womit nicht. Woher wollen Sie denn das wissen? Ist das
nicht sehr gewagt, es Gott auch noch vorschreiben zu wollen, welche Gebete ihm angenehm sind und welche
nicht? Sie sollten nicht die Positionen vertauschen: Was Gott tut und lässt, entscheidet er alleine,
aber als sein Geschöpf darf ich mich natürlich in allen Anliegen an ihn wenden, auch wenn welche dabei
sind, die Ihnen nicht passen. Vielleicht kommt die Krise des Gebetslebens auch daher, dass wir uns eben
ständig überlegen, wie man eigentlich politisch-korrekt beten kann – bevor wir überhaupt anfangen,
ihm das zu sagen, was uns bewegt (auch wenn es Fußball ist). P.S.: Und natürlich kriegen die Polen heute
trotzdem eins auf die Mütze
@stat crux Natürlich kann es nicht darum gehen, Mischformen zu entwickeln. Auch hat die brockenweise
Übernahme von ostkirchlichen Elementen in westliche Liturgien (oder was davon übrig ist) immer etwas
Künstliches. Allerdings meine ich schon, dass wir nachkonziliaren „Westler“ bei der/n Ostkirche(n) lernen
können, was wir z.T. verloren haben, um unsere eigenen Überlieferungen neu zu entdecken und neu fruchtbar
zu machen. Dabei geht es nicht um „Mischformen“ (Das sei ferne!), sondern um Anregungen z.B. darüber
nachzudenken, was das Wesen des Gottesdienstes ist (siehe die Ausführungen von Jörg, dem ich mich voll
anschließe).
@Jörg Guttenberger Amen, Bruder! Ich denke auch, dass das „Problem“ ist, dass die nachkonziliare Zeit
die 70er waren, d.h. dass die Rezeption des Konziles im Geist dieser Zeit erfolgte. So wurde viel verschenkt
und viele der Anliegen der Konzilsväter überrollt. Vielleicht kam das Konzil zu früh oder zu spät.
Der von gewissen Gruppen vielbeschworene „Geist des Konzils“ ist leider vom „Geist der 70er“ oft kaum
zu unterscheiden – und ergraut mit dieser Generation zunehmend…
@Jörg Guttenberger Ganz richtig, lieber Herr Guttenberger. Man müsste mal untersuchen, wieviel ökumenisches
Poential mit der Ostkirche durch die Kalenderreform, die Liturgiereform und die Abschaffung der niederen
Weihen vergeudet wurde. Wahrscheinlich mehr als durch die (Wieder)Einfügung der Epiklese in das Hochgebet
und die Betonung der bischöflichen Struktur des Amtes gutgemacht wurde. Tatsächlich ist es tragisch,
dass der Hl. Geist im Westen oft vergessen wurde udn die Trinitätstheologie damit eine Schlagseite bekam.
Die Abschaffung der Pfingstoktav ist nur ein Symptom dafür. Hier könnte vielleicht eine erneute Besinnung
auf die Sakramente (im Sinne der Ostkirche) Frucht bringen, doch laborieren wir vielleicht noch zu stark
an der „Wut des Verstehens“ im Sinne Gottharts
@Gotthard Ist es nicht unglaublich arrogant, allen Messbesuchern vor dem Konzil zu unterstellen, sie hätten
nichts verstanden? Meine Oma hat alles verstanden, weil man es ihr in der Katechese beigebracht hat. Diese
dümmlichen Klischees sollten wir endgültig begraben, denn sie hindern uns daran, die Wurzeln der Mißstände
zu erkennen. Sie sollten den sog. Traditionalisten hier (in Wirklichkeit oft nur überspanntes 19. Jahrhundert)
den Gefallen nicht tun, die alte Messe für sich zu pachten.
@Gotthard Na, z.B. die Verengung des Liturgieverständnisses auf die Übermittlung didaktischer Inhalte
(die mit ihrer Profanisierung einherging). Dann braucht man natürlich auch keine Pfingstoktav, weil das
gläubige Volk ja schon am Pfingstsonntag vermittelt bekommt, was man da feiert. Was in den 70er Jahren
halt nicht gefragt war, war mystagogische Praxis, Leiblichkeit, Sinnlichkeit, Ehrfurcht und ein Verständnis
von Liturgie als Begegnung mit dem Heiligen. Die Verzweckung von Liturgie, zu der eben auch das sich Berauschen
an „klaren Strukturen“ gehört, würde ich schon bedauern.
@Gotthard Die von Ihnen bejubelte „klare Struktur“ des Kirchenjahres ist eine reine Kopfgeburt von den
Schreibtischen ideologischer Kleriker. Das gilt auch für die sinnlosen Bahnlesungen, die dazu führen,
dass der einzelnen Gottesdienste nur noch als Teil eines übergeordneten Ganzen wahrgenommen werden kann.
Auch hier muessen wir von den Orthodoxen wieder lernen, was wir selbst verloren haben. Die Abschaffung
der Oktaven war ein großer Verlust, da die tagelange Einübung und Durchdringung der Festgeheimnisse
verschwunden ist. Wer mal das byzantinische Stundengebet mitgebetet hat, weiss, wie beeindruckend diese
„Ausstrahlung“ von Festen in die Texte der folgenden Tage sein kann (dort gibt es sogar eine „Vorfeier“,
die das noch vertieft) und wie fruchtbar das für das Gebetsleben, das eben Wiederholung und Verweilen
bedarf, sein kann. Was nützt dann eine „klare Struktur des Kirchenjahres“? Das Kirchenjahr ist doch nicht
am Reissbrett entstandenen, auch wenn die Reform der 70er Jahre uns das einreden will. Hier offenbart
sich derselbe Ungeist wie beim willkürlichen Verschieben von Heiligenfesten (z.B. des hl. Thomas), der
Purifizierung des Breviers von unliebsamen Psalmen, der Abschaffung der niederen Weihen etc. Ideologie
pur. Man muss kein Traditionalist im hier vertretenen Sinne sein, um das zu bedauern.
@markos evgenikos Lieber Markos, ja ich erhoffe mir auch viel von Benedikt XVI. für die wahre Ökumene
mit den Orthodoxen und die Rückkehr zur den ersten tausend Jahren. Beten wir dafür! @Sulpicius und Gatte
der Evelin Eure Begeisterung fuer den hl. Karl den Großen in allen Ehren, aber wir wollen nicht vergessen,
dass es zur Zeit, als Karl nach der Krone griff, bereits einen römischen Kaiser gab (nämlich in Konstantinopel).
Die Krönung Karls des Großen und seine Machtübernahme von den Merowingern sind teilweise durchaus dubios,
das sollten wir loyal, aber nüchtern betrachten. Nichtsdestotrotz sind die von Euch zitierten Texte grandios!
@Gotthard Ich bin mir halt nicht sicher, ob die liturgische Bewegung längerfristig so erfolgreich war.
Als man das „in der Messe beten“ (das auch ein Ausdruck persönlicher Freiheit gegen die Gleichschaltung
sein kann – Vorbildlich sind auch hier unsere orthodoxen Brüder) abschaffte, war es nur noch ein Schritt
zur Liturgiereform, da man für das „die Messe beten“ dann einen Showmaster braucht, der einem „Botschaften“
vermittelt. Natürlich ist das alles falsch verstandene „participatio actuosa“, aber manchmal liegt der
Missbrauch näher als der richtige Gebrauch. In der Liturgie muss AUCH immer Raum für persönliche Gottesbegegnung
sein, das kann nicht alles „von oben“ (bzw. „vorne“) festgelegt werden.
@Gotthard Tur mir leid, Sie sprechen in Rätseln Das Benedictus wurde doch nicht nach der Wandlung gesungen,
sondern im Anschluß an das Sanctus vor der Wandlung, aber bei Orchestermessen während des ersten Teiles
des Canon missae, der (beim röm. Messkanon, heute – z.T. verändert – das 1. Hochgebet) vor der Wandlung
ziemlich lang war. Bei der Wandlung selbst herrschte Stille, auch das Orchester schwieg und setzte nach
dem Vaterunser zum Agnus Dei wieder ein. Genauso wollten es m.E. Mozart, Haydn etc. (bzw. ihre klerikalen
Auftraggeber) haben. Tun wir ihnen doch den Gefallen
@markos evgenikos Lieber orthodoxer Bruder, freut mich, dass Sie Paul VI. gegen Vorwürfe in Schutz nehmen.
Sie haben recht, er hat einige wichtige Annäherungen an die Orthodoxie und Schritte der Versöhnung vollzogen,
das ist eines seiner großen Verdienste. Andererseits darf man nicht vergessen, dass einige seiner Reformen
den Abstand zur Orthodoxie (und damit zur Alten Kirche) vertieft haben: Abschaffung der niederen Weihen,
Purifizierung des Breviers, Abschaffung der Gebetsrichtung des Priesters nach Osten, Verstümmelung des
Kalenders etc. etc. Ein Mann voller Widersprüche, typisch für seine Zeit.
Genug Kann mich Ansgars Bitte um ein Schweigen zu diesen beiden Themen nur anschließen. Ich vermute aber,
gewisse unsichere Traditionalisten brauchen die Homobewegung als Popanz, um sich ihrer eigenen Rechtgläubigkeit
zu versichern. Genauso wie einige der hier mitdiskutierenden Schwulen die Tradis brauchen, um sich weiter
als Opfer und Verfolgte zu fühlen. Eigenartig, diese Hassliebe, aber zur beiderseitigen Identitätsfindung
offenbar nötig. Daher, lieber Ansgar, fürchte ich, dass wir uns auch in Zukunft mit bunten Bildchen
geschminkter Männer und Gerüchten über die Homosexualität liberaler Päpste beschäftigen müssen.
@provobis I Ich meinte damit, dass die alten Messvertonungen Teil des Ritus waren und d.h., dass sie z.T.
parallel zu Handlungen des Priesters am Altar abliefen. Bestes Beispiel ist das i.d.R. lang komponierte
„Benedictus“, währenddessen der Priester in der Alten Messe einen Teil des Canons zu lesen hatte, oder
auch Einzug und Beräucherung unter dem „Kyrie“. Das heisst aber, dass das Ritual nicht unterbrochen wurde,
um gemeinsam Musik zu hören. Wenn heute Messvertonungen mit der Neuen Messe kombiniert werden (bei der
ja alles zu hören und alles pädagogisch und didaktisch verständlich sein muss – das ist mein Problem
mit dem NO), dann sitzt die Gemeinde i.d.R. bei den Musikstücken wie im Konzert und hört zu, um nach
der Musik „mühsam“ wieder in den Gottesdienst zurückzufinden. So stehen z.B. bei Sanctus und Benedictus
die Zelebranten i.d.R. hinter dem Volksaltar und glotzen 10 min lang die Gemeinde an. Man merkt auch am
Verhalten der Leute deutlich, dass sie auf „Konzert“ umschalten. Ein weiterer Nebeneffekt ist, dass die
Gottesdienste durch das Hintereinanderschalten von Konzertstücken und Liturgie oft unerträglich lang(weilig)
werden.
@Brandenburgis Völlig richtig! Das ist aber auch eine Anfrage gerade an traditionelle Kreise, die sich
ja aus einem falsch verstandenen Purismus heraus ganz auf die Gregorianik (die natürlich ihren singulären
Rang hat!) konzentrieren. Dabei hätten diejenigen Kreise, die treu zur Alten Messe stehen, hier die Berufung,
diese Musik wieder mit der Form von Liturgie zu verbinden, für die sie geschrieben wurde. Wenn die Messvertonungen
von Mozart oder Haydn (oder auch vieler Franzosen) mit der Neumesse kombiniert werden, entstehen oft Leerlauf
und profane Konzertatmosphäre. Gerade diese Musik entlarvt die Liturgiereform als im Ansatz verunglückt.
Mozartjahr Mein größter Wunsch zum Mozartjahr wäre eine feierliches levitiertes Hochamt im Vetus (et
verus) Ordo und in einer nicht mit einem Volksaltar verschandelten Barockkirche – umrahmt von einer Mozartmesse.
So wie es in glücklicheren und festlicheren Zeiten üblich war, bevor kleinbürgerliche Päpste alles
auf die Gregorianik reduzierten und der alten Messe wenige Generationen später endgültig der Garaus
gemacht wurde. Immerhin wissen wir von Karl Barth, dass die Engel im Himmel vor dem Herrgott natürlich
Musik von Bach spielen, aber sie spielen Mozart, wenn sie unter sich sind – und der liebe Gott hört ihnen
dabei heimlich zu und lächelt.