Piusbruderschaft
Eine unbeschreibliche Blüte
Das Hauptproblem des Klosters besteht darin, daß die Mönche zu jung sind. Von Dr. Wolfgang B. Lindemann.
Messe im Benediktinerkloster von Bellaigue
Messe im Benediktinerkloster von Bellaigue
(kreuz.net) Im Jahre 2000 bevölkerten vier brasilianische Benediktiner im französischen Bellaigue ein Kloster.

Der Ort befindet sich in Zentralfrankreich, eine Autostunde westlich von Vichy in der Auvergne.

Die Mönche übernahmen eine lehrstehende Abtei in einer sterbenden Region mit großer Geschichte.

Die bewegte Geschichte des Klosters

Die Abtei Bellaigue – „schönes Wasser“ – wurde im 11. Jahrhundert gegründet. Im Jahr 1137 reformierten die Zisterzienser noch zu Lebzeiten des Ordensgründers Bernhard von Clairvaux († 1153) das Kloster.

Bis Ende des 13. Jahrhundertes erlebte die Abtei Bellaigue eine Blüte mit bis zu 150 Mönchen.

Der Niedergang begann mit der Pest und dem Hundertjährigen Krieg zwischen England und Frankreich. Er wurde durch staatliche Einmischung besiegelt.

Seit 1515 wurde der Abt nicht mehr, wie die Benediktinerregel vorschreibt, von den Mönchen gewählt, sondern vor allem vom König ernannt. Die Folgen blieben nicht aus.

Im Revolutionsjahr 1791 untersagten die Jakobiner das Klosterleben. Die Gebäude wurden an den Meistbietenden verkauft. Die Kirche diente als Stall. Das Klostergut wurde verschleudert, die Mönche verjagt.

Es fehlt an Altären

Doch jetzt geht es in der Abtei Bellaigue wieder aufwärts. Derzeit bewohnen 27 Mönche die alten Gemäuer. Zwei weitere wurden diesen Sommer zu Priestern geweiht. Man muß anbauen. Es braucht neue Zellen für Postulanten und mehr Platz für Gäste.

Es fehlt vor allem an Altären. Dringend wird
ein neuer Hochalter gebraucht. Geplant ist auch der Bau von 14 Seitenaltären für die Privatmessen der Mönche.

Die neue Klosterbibliothek ist bereits fertiggestellt.

Auch die Kirchentüre soll würdig sein. Da die Mönche früh aufstehen – im Winter um 3.30 Uhr – und viele Stunden in der eiskalten Kirche beten, möchte man das Gotteshaus mit einer Fußbodenheizung ausstatten.

Das wäre auch für die Gäste angenehmer, die einige Tage oder Wochen am Klosterleben teilnehmen.

Traditionalistische Benediktiner in Bellaigue
Die Benediktinerabtei Notre Dame de Bellaigue, die der Piusbruderschaft verbunden ist, befindet sich in der französischen Ortschaft Virlet im südlicheren Teil Frankreichs.Notre Dame de Bellaigue ist eine Tochtergründung der Benediktinerabtei Sainte Madeleine in Le Barroux.Das Benediktinerkloster in Le Barroux wurde im Mai 1987 unter der Piusbruderschaft errichtet.

Als sich die Abtei Le Barroux dem Vatikan zuwandte, trennte sich Notre Dame de Bellaigue vom Mutterkloster.

Hausunterricht auf Lateinisch

Die Mönche stammen aus vielen Ländern – Brasilien, Vereinigte Staaten, Frankreich, Deutschland, Schweiz. Darum findet der theologische Unterricht an der Hausschule auf Lateinisch statt – so wie es an den päpstlichen Universitäten in Rom bis zur Machtübernahme durch die Modernisten üblich war.

Obwohl die Priestermönche von Bellaigue Latein wie Wasser reden, steht das Stillschweigen nicht nur auf dem Papier. Die Mönche benützen eine eigene Zeichensprache, mit der sie einfache Inhalte ausdrücken.

Das Kloster blüht und gedeiht. Demnächst werden auch die altgläubigen Benediktinerinnen des Klosters Notre Dame de Toute Confiance in Westfrankreich in die Nähe der Abtei Bellaigue umziehen. Man baut schon an den Gebäuden.

Ebenso ist eine Tochtergründung in Deutschland in der Nähe von Aachen geplant. Die Gebäude sind schon erworben. Im Augenblick können noch keine Mönche nach Deutschland ausgesendet werden, weil es unter ihnen zu wenige mit ewigen Gelübden gibt.

Trotz der unbeschreiblichen Blüte des Klosters gibt es auch Wehrmutstropfen.

So ist der Gründungsprior, Dom Ange, gegenwärtig schwer an Krebs erkrankt. Aber er wird durch viele Briefe ermutigt.

Auch die modernistischen Ortsbischöfe unternehmen alles, um das junge Pflänzlein im Keim zu ersticken.

Dieses Problem haben übrigens nicht nur die Gemeinschaften im Umfeld der Piusbruderschaft. In den späten 90er Jahren wollte zum Beispiel die altgläubige Benediktinerabtei Le Barroux, die der Päpstlichen Kommission ‘Ecclesia Dei’ untersteht, im Elsaß ein Tochterkloster gründen.

Dieser Plan wurde fast augenblicklich vom Erzbischof und Priesterrat der Diözese Straßburg sabotiert, obwohl der damalige Abt des Mutterklosters, Dom Gérard Calvet, seine Konformität mit Rom beschwörte.

Dagegen begrüßte der Straßburger Priesterrat noch in derselben Woche den staatlich subventionierten Bau einer großen Moschee in Straßburg.

Das Mutterkloster von Bellaigue ist übrigens das frühere brasilianische Tochterkloster von Le Barroux.

Benediktinerkloster Unsere Liebe Frau von Bellaigue
Benediktinerkloster Unsere Liebe Frau von Bellaigue
      
25 Lesermeinungen
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#25   Benedikt   13:31:54 | Donnerstag, 16. August 2007
@ Fabianus
Naja, warum wohl…
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#24   Fabianus   18:07:57 | Mittwoch, 15. August 2007
@Benedikt
Danke! Es verwunderte mich sehr. Die Reliquie liegt in einem kleinen Nebenaltar. Ich kann mir nicht vorstellen, warum in Bottrop eine solche liegen sollte. Wenn es sich um eine Fälschung handelt, stellt sich die Frage, aus welchem Grund man sich dazu hat hinreißen lassen.
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#23   Benedikt   19:47:37 | Dienstag, 14. August 2007
@ Fabianus
Soweit mir bekannt ist gibt Rom nie Reliquien erster Ordnung heraus. Wann immer in einem alten Verzeichnis von solchen die Rede ist, geht der kommentierende Historiker von einer Fälschung aus. Da auch der Hl. Pius X. ein römischer Stadtheiliger ist, kann ich mir das mit dem Reliquienkästchen nicht erklären.
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#22   ottaviani   11:37:12 | Dienstag, 14. August 2007
@Gotthard
entweder sie sind boshaft oder dumm
ich denke ersteres im Ritus von 1962 existiert keine konzelebration daher ist ihre empfehlung offensichtlich boshaft ubnd zeigt den typischen nachkonzilaren charakter
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#21   aurelia   09:39:15 | Dienstag, 14. August 2007
Ach hier
war das Thema Abtreibung noch gar nicht? Erstaunlich
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#20   Tridentinus   09:30:24 | Dienstag, 14. August 2007
@Gotthard
Richtig an Ihrem Hinweis bzgl. des Altars ist die Symbolik. Das heisst praktisch, dass der Hauptaltar der Kirche optisch konkurrenzlos sein sollte. Lässt sich aber erreichen, wenn die 14 Seitenaltäre wirklich seitlich, evtl. in kleinenen Kapellen und nicht im Ostchor etwaiger Seitenschiffe untergebracht werden. Die sakramentale Konzelebration verdunkelt übrigens die gleiche Symbolik, auf die sie beim Altar zutreffend hinweisen. Eine zeremonielle, die ja beim Levitenamt durchaus gegeben ist, bildet zusätzlich noch die im sakramentalen Ordo wurzelnde Hierarchie (Dreistufigkeit des Ordo) gelungen ab.
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#19   landorganist   08:29:39 | Dienstag, 14. August 2007
@ruhrgebietler
Es würden sich sicher einige freuen, wenn Sie Ihres Weges ziehen täten! Also, frisch auf, auf! Gute Reise!
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#18   r.ruhrgebietler   08:09:28 | Dienstag, 14. August 2007
@Gotthard – keine Ahnung??
Ich empfehle nachdrücklich die Konzelebration im Konventamt!
Da können wir aber froh und gesegneten Weges ziehen, daß Ihr Empfehlung nicht maßgeblich ist!
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#17   Marina   04:22:07 | Dienstag, 14. August 2007
@sirilo
schon im alten Rom waren die Thermischen Räume im Untergeschoss bekannt, was einer Fussbodenheizung wahrscheinlich am nächsten kommen dürfte?
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#16   Rudolfus   23:55:51 | Montag, 13. August 2007
@Sirilo / „Fußbodenheizung beim hl. Benedikt“
Eine Fußbodenheizung wird zwar in der Regula Sancti Benedicti nicht erwähnt, damit aber auch nicht untersagt.
Damit liegt die Entscheidung beim Abt, der ja eine große Autorität besitzt.
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#15   Sirilo   23:52:53 | Montag, 13. August 2007
Strikt nach der Regel des Hl. Benedikt?
Die Mönche von Bellaigue befolgen – so heißt es – strikt die Regel des Hl. Benedikt. Ich habe die Regel des Hl. Benedikt durchgesehen und festgestellt: eine Fußbodenheizung kommt darin nicht vor.
Kennt jemand ein klassisches Benediktiner- oder Zisterzienserkloster mit Fußbodenheizung in der Kirche?
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#14   Gotthard   21:31:48 | Montag, 13. August 2007
Sorgen haben die…
Es fehlt vor allem an Altären.
Der Altar ist DAS Zentrum der Kirche … DAS Symbol für Jesus Christus, dem per Altarkuss und Inzens Referenz erwiesen wird.
Die Kirche benötigt nur ein Zentrum … diese Mehrzahl von Altären verdunkelt diese Symbolik entscheidend.
Ich empfehle nachdrücklich die Konzelebration im Konventamt!
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#13   Fabianus   19:23:55 | Montag, 13. August 2007
wichtige Frage
in St.Ludgerus,Bottrop fand ich vor Kurzem einen kleinen Reliquienschrein mit Knochen von Pius X. Der ansässige Pfarrer konnte mir keine Erklärung geben, wie diese in die Gemeinde gekommen sind. Verteilt der heilige Stuhl wahrlos seine Reliquien? Mich würde es sehr interessieren, wie dieser „Fund“ zu erklären ist.
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#12   Frater Meinrad   17:26:52 | Montag, 13. August 2007
@Ex-Bochumer
Haben sie unter ihren Reliquien auch eine vom hl. Meinrad? Suche schon lang eine von meinem Namenspatron.
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#11   ExBochumer †   16:55:39 | Montag, 13. August 2007
Wenn hl. Reliquien für künftige Altäre benötigt werden ,
… wenden Sie sich an mich. Rund 300 Reliquien habe ich hier. Überwiegend mit Authentiken vor dem V2.
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#10   Wandregisel   16:21:29 | Montag, 13. August 2007
Kreuz-Falsch
@Red: St. Bernhard war nicht der Gründer des Ordo Cisterciensis!!!
Diese Ehre fällt Robert Robert von Molesme zu, der die Mutterabtei von Citeaux gegründet hat. Je nach Sichtweise könnte man auch Stephan Harding, den Autor der Charta Charitatis (das erste Ordensstatut), als Gründer der Zisterzienser betrachten.
St Bernhard ist „nur“ der berühmteste Sohn des Ordens und Abt von Clairvaux und eben nicht der Mutterabtei von Clairvaux. Er hatte also offiziell noch nichteinmal die Gesamtleitung des Orden inne.
Von einer ordentlichen Redaktion hätte ich mehr erwartet!!
Vor allem, wenn die nötigen Informationen sogar bei Wiki zur Verfügung stehen… :-S
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#9   Fabianus   15:51:54 | Montag, 13. August 2007
@landorganist
Das kann gut sein, Benedikt XVI. hat, soweit ich weiß, das päpstliche Siegel genau im Ring, was bei seinem Vorgänger nicht der Fall war. Der Ring Benedikts ist ja auch wesentlich auffälliger und größer, als das kleine, schlichte und flache Kreuz bei JP II…
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#8   landorganist   15:48:47 | Montag, 13. August 2007
Gleich hab ich mein tägliches Schreiblimit erreicht,
aber trotzdem: Das Hämmerchen wurde nicht mehr gebraucht, ich glaube bei JP I. auch schon nicht mehr. Bei Paul VI. weiß ich’s nicht.
Nochmal zu den Ringresten: Vielleicht werden die für den Ring des Nachfolgers eingeschmolzen.
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#7   Fabianus   15:43:21 | Montag, 13. August 2007
@landorganist
Macht ja nix. Danke nochmal. Wissen Sie denn, ob der Gebrauch des kleinen Hämmerchens bei JP II. noch stattfand? Die einen sagen ja, die anderen nein.
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#6   landorganist   15:41:25 | Montag, 13. August 2007
Oh ha,
keine Ahnung! :-$
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#5   Fabianus   15:40:02 | Montag, 13. August 2007
@landorganist
Danke für die Info! Und was passiert mit den Resten des Fischerringes?
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#4   landorganist   15:27:38 | Montag, 13. August 2007
Ja, denn
der Verstorbene verliert ja nicht seine päpstliche und bischöfliche Würde. Insofern wird ihm ein anderer Ring mit ins Grab gegeben.
Der Fischerring war gleichzeitig das Siegel des Papstes, das mit dessem Tod seine Gültigkeit verlor. Neben dem Namenszug des jeweiligen Papstes zeigt der Fischerring den hl. Petrus, in einem Boot, wie er das Netz auswirft.
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#3   Fabianus   15:19:58 | Montag, 13. August 2007
Eine Frage
habe ich, passt nicht zum Thema, aber vielleicht gibt es ja doch eine Antwort.
Nach dem Tode des Papstes wird seine Fischerring zerstört. Betrachtet man die aufgebahrten Päpste sieht man aber, dass sie immer noch einen Ring tragen. Ist dies ein anderer?
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#2   Melchisedech   14:47:45 | Montag, 13. August 2007
Die Tochtergründung…
…ist nicht in der Nähe von Trier geplant.
Die Gründung ist vorgesehen im ehemaligen Kloster Reichenstein in Monschau, Bistum Aachen. Von Monschau in die Bischofsstadt Aachen sind es 34 km.
Die kommunalen Behörden haben grünes Licht gegeben.
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#1   landorganist   14:21:54 | Montag, 13. August 2007
„Machtübernahme der Modernisten“
Hört, hört! Die Ausdrucksweise der hetznetter läßt immer wieder schmunzeln.
Nun, wenn die Mönche allem modernistischen Tant entsagen, mögen Sie auch auf die nachkonziliare Kirchenheizung verzichten. So sollen Sie nicht nur anhand Ihres Missale geistlich verspüren, was es heißt „altgläubig“ zu sein, sondern auch an den Prüfungen des Leibes. Wen der Herr liebt, den züchtigt er, notfalls auch mit Frostbeulen. Vielleicht reicht das innere Feuer, das sich entfacht, wenn die Brüder auf Latein kommunizieren, um den Unbilden stand zu halten, und nicht den weltlichen Versuchungen zu erliegen.
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