09:21:05 | Donnerstag, 27. Januar 2005
Happy End + Ad-Limina Besuch der Schweizer Bischöfe + Das Konzil gegen den Strich bürsten + Bischof als Wahlhelfer + Demonstrationsverbot vor Abtreibungsanstalten reicht nicht aus
Happy EndVatikan. Bei der Generalaudienz am Mittwoch betonte der Heilige Vater, Papst Johannes Paul
II., daß am Ende das Gute siegen werde. An Tausende von Pilgern gerichtet, kommentierte er Psalm 116
und erklärte: „In Not und Gefahr ruft der gläubige Mensch zum Herrn. Er klammert sich an Gott, sein
einziges Heil. Ihm erweist er dankbare Liebe für alle Hilfe, die er erfahren darf.“ Wahrer Glaube erkenne
Gott als Liebe, selbst wenn es oft schwer sei, die tiefsten Gründe der Geschehnisse zu begreifen. Der
Heilige Vater empfahl das Gebet als sichere Hilfe, „um das liebevolle Antlitz des Herrn neu zu entdecken“.
„Gott verläßt seine Gläubigen nicht. Gott bürgt dafür, daß trotz aller Prüfungen und Leiden am
Ende das Gute siegen wird.“
Ad-Limina Besuch der Schweizer BischöfeSchweiz. Die Schweizer Bischöfe
pilgern Anfang Februar für den traditionellen „Ad-Limina“-Besuch nach Rom. Vom 1. bis zum 5. Februar
wird es Begegnungen mit den verschiedenen päpstlichen Behörden und Kongregationen geben. Der Vorsitzende
der Schweizer Bischofskonferenz, Amédée Grab, betonte, daß es dabei um einen echten Austausch gehen
solle. Im Rahmen des Besuches wird Bischof Grab dem Heiligen Vater auch seinen Rücktritt als Diözesanbischof
von Chur anbieten. Er feiert am 3. Februar in Rom seinen 75. Geburtstag und ist deswegen zu diesem Schritt
kirchenrechtlich verpflichtet. Da Bischof Grab gegenwärtig der Präsident des Rates der Europäischen
Bischofskonferenzen ist und die Suche nach einem Nachfolger sein Bistum in neue Unruhen stürzen könnte,
vermuten Stimmen im Vatikanischen Staatssekretariat, daß der Heilige Vater sein Mandat als Churer Diözesanbischof
verlängern wird.
Das Konzil gegen den Strich bürstenÖsterreich. Karl Kardinal Lehmann sprach am
vergangenen Dienstag an der Theologischen Privatuniversität Linz in Öberösterreich über die Pastoralkonstitution
„Gaudium et Spes“. Diese „Konstitution über die Kirche in der modernen Welt“ wurde als letztes und umfangreichstes
Dokument des Zweiten Vatikanischen Konzils vor 40 Jahren verabschiedet. „Gaudium et Spes“ bringt, so Kardinal
Lehmann, die Öffnung der Kirche zur Welt von heute zum Ausdruck. Der Bischof von Mainz forderte eine
Neuinterpretation des Konzilstextes aufgrund geänderter Verhältnisse. Es gehe darum, den Text des Konzils
„gegen den Strich zu bürsten“. Die „wahre Rezeption“ des Dokumentes fange jetzt erst an. Kardinal Lehmann
bekräftigte auch, daß sich Kirche und Welt nicht fein säuberlich voneinander trennen ließen. Der Geist
Gottes wehe auch außerhalb der Kirche – in der Welt. Viele Impulse des Konzilstextes seien noch immer
unausgeschöpft. Das Pastoralkonzil habe bewußt ein offenes Dokument in einer vorläufigen und unabgeschlossenen
Form angenommen, meinte der Kardinal.
Bischof als WahlhelferIrak. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur
„asianews“ ermutigt der chaldäische Erzbischof von Kirkuk, Louis Sako (56), die irakische Bevölkerung,
an den Wahlen vom 30. Januar teilzunehmen. Die Wahlbeteiligung sei eine „nationale und religiöse“ Pflicht,
um dem Irak zu einem Neuanfang zu verhelfen. Es sei das erste Mal überhaupt, daß die Iraker die Führung
in dem von den US-Amerikanern kontrollierten Land selbst bestimmen könnten. Trotz einer katastrophalen
Sicherheitslage bestünde die Möglichkeit mittels der Wahlen, wieder zur Normalität zurückzukehren,
erklärte Erzbischof Sako. Für die Wahlen im Irak am 30. Januar kandidieren 111 verschiedene Parteien.
Rund 14 Millionen Menschen sind wahlberechtigt.
Demonstrationsverbot vor Abtreibungsanstalten reicht
nicht ausÖsterreich. Die Frauensprecherin der Wiener Grünen, Monika Vana, äußerte sich zum
Vorhaben
der sozialistischen Frauenstadträtin von Wien, Sonja Wehsely, die in Wien verbieten möchte, in der Nähe
von Abtreibungsanstalten Personen anzusprechen oder eindeutige Gegenstände, etwa Plastik-Embryos, zu
verteilen. Frau Vana bezweifelt, ob diese Beschränkungen der Bürgerrechte ausreichten. Sie seien jedenfalls,
so Frau Vana, für die betroffenen Frauen ein wesentlicher Schritt vorwärts und eine längst notwendige
Maßnahme. Die Wiener Stadtregierung habe aus der Sicht der Grünen dem „Treiben radikaler Abtreibungsgegner“
viel zu lange untätig zugesehen. Neben einem generellen ungehinderten Zugang zu „Gesundheitseinrichtungen“
fordern die Wiener Grünen, die sich ansonsten angeblich für den Schutz der Umwelt und Natur einsetzen,
nun, daß es wie in Frankreich in allen öffentlichen Spitälern die Möglichkeit zur Zerstückelung und
Absaugung von Kindern im Mutterleib gebe.
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#2
Dolfus 22:14:30 | Donnerstag, 27. Januar 2005
#1
bonifatius 10:20:36 | Donnerstag, 27. Januar 2005