(kreuz.net) Erzbischof Gianfranco Ravasi (65) ist der Alten Messe „außerordentlich freundlich“ gesonnen.
Das erklärt er in einem Interview mit der italienischen Webseite ‘Petrus’.
Der aus der Erzdiözese Mailand
stammende Bibliothekar und Autor wurde im vergangenen September von Benedikt XVI. zum Präsidenten des
Päpstlichen Kulturrates ernannt und noch im gleichen Monat zum Bischof geweiht.
Mons. Ravasi ist auch
Präsident der Päpstlichen Kommission für kirchliche Kulturgüter und Präsident der Päpstlichen Kommission
für kirchliche Archäologie.
Mons. Gianfranco Ravasi
Im Interview erklärte er, daß die Alte Messe ein Denkmal der Kirchengeschichte
und Zivilisation sei: „Wie könnte es möglich sein, diese Tradition zu verleugnen?“
Mons. Ravasi verweist
auf die Würde des Gregorianischen Chorals und der lateinischen Sprache: „Es handelt sich bei der Alten
Messe um ein Juwel, das verteidigt werden mußte“.
Der Einsatz für den Alten Ritus beinhaltet für Mons.
Ravasi keinen Ausschluß des Novus Ordo oder der Messe in der Nationalsprache: „Ich würde sagen, daß
es sich um zwei verschiedene Zugänge handelt, die beide zu schätzen sind.“
Der Erzbischof kritisierte
im Interview auch die „Kälte der modernen Technologie“, welche die menschliche Fähigkeit behindert,
miteinander zu reden:
„Unsere Sprache besitzt 15.000 Vokabeln. Es gibt Schätzungen, wonach Jugendliche
davon durchschnittlich 800 bis 1000 verwenden.“
Das Verhältnis von Glauben und Wissen beschreibt Mons.
Ravasi im Interview als „Duett“ – nicht als „Duell“.
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31 Lesermeinungen
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#30 misterunknown 03:21:15 | Dienstag, 13. November 2007
@Fabianus / Unverwesheit Sel. Johannes XXIII. Ih Hinweis auf das Spritzen von Formalin als Begründung
für die Unverwesheit des Seligen Johannes XXIII. ist unzutreffend: bei der arteriellen Einbalsamierung
Verstorbener wird das Blut ausgetauscht gegen eine konservierende Arterienflüssigkeit mit 2-4%iger Formalinlösung,
das meiste ist Wasser; Sinn und Zweck ist eine „Fristverlängerung“ bei der Aufbahrung, daß heißt: durch
die Behandlung wird der Autolyse-, Verwesungs- und Fäulnisprozeß gehemmt, jedoch nicht aufgehoben. Je
nach Konzentration ist es möglich einen Verstorbenen so zwischen mindestens 10 Tagen und wenigen Monaten
vor der Zersetzung zu bewahren, dann beginnt wieder die Verwesung. Einbalsamierung als Argument für die
Unverwestheit des Seligen ist sachlich nicht haltbar!
@Benedikt Soweit ich weiß, hat ihn nur das kultartige Szenario um die verweste Leiche Pius’XII. irritiert.
Allerdings weiß ich nicht, inwiefern sich die Päpste damit weiter beschäftigen. Johannes Paul I. hätte
sich mit Sicherheit nicht den prachtvollen Sarkopharg gewünscht, den er dann bekam.
sollte es ein wahres Schäfchen sein? dieser Priester?? Dann wird er viel zu leiden haben. Gott segne
ihn auf seinem Priesterweg – treu zur hhlg. trid. Opfermesse und Liturgie!!!!!
@Benedikt Pius XII. wurde falsch einbalsamiert, Johannes XXIII. wurde nach seinem Tode Formalin gespritzt,
sodass seine Unverwestheit nicht von Ungefähr kam.
#23 ExBochumer † 16:52:31 | Montag, 12. November 2007
Olle Kamellen. Man sollte – an den Vorposter gerichtet – mal die Dokumente lesen. Der Leibarzt Pius’ XII.
wurde ja verbannt, gewissermaßen. Übrigens – hat jemand mal Papst Johannes Paul II. angeschaut, wie
er aufgebahrt lag? – Der „Zahn der Zeit“ nagte auch an ihm, nun ja, er war ja auch nicht einbalsamiert.
Ich frage mich allerdings, was das mit dem Thema zu tun hat.
@ Fabianus Wissen Sie, ob dies nur wegen der Verwesung war oder ganz grundsätzlich? Immerhin liegt Johannes
XXIII. seit einiger Zeit selber in einem Glassarg im Petersdom. Wenn er sich explizit gegen eine derartige
Praxis geäußert hätte fände ich dies dann höchst unpassend.
@Benedikt Pius XII. war kurz vor seiner Bestattung schon stark verwest. Roncalli empfand dieses Schauspiel
der öffentlichen Einsargung respekt und pietätslos.
@ Fabianus / Aleph Den alten Beerdigungsritus der Päpste hat Paul VI. abgeschafft. Dieser Papst hat es
allgemein mit der Schlichtheit ein wenig zu weit getrieben. Johannes Paul II. hat ihn nochmal geändert,
doch fällt mir der Name des entsprechenden Dokuments einfach nicht ein. @ Fabianus: Könnten Sie das
mit der Kritik Roncallis noch etwas genauer erläutern?
#19 ExBochumer † 16:13:33 | Montag, 12. November 2007
@ juergen alias ignorati oder sonst was: Schön, daß ein homosexuell-nebenberuflicher Mitarbeiter einer
erzb. Kurie hier mitliest und Denunziation betreibt. Weiter so.
@Aleph Wenn Sie dies nicht ironisch meinen, stimme ich Ihnen vollkommen zu. Soweit ich weiß, war Roncalli
der erste Kardinal, der an der Beisetzung seines Vorgängers Anstoß nahm da dieser auch öffentlich eingesargt
wurde.
Kultur verloren gegangen Fabianus@ Auf was die Gläubigen also verzichten müssen, wo es doch gerade zu
Zeiten des Fernsehens und der Medienpäpste so wirkungsvoll wäre, mit hohen Kerzen und hohem Katafalk
aufzuwarten. Das ist doch ganz was anderes als die blanken Bahren. Bei Pius XII. gab es längst nicht
so viele Fernsehgeräte in der Bevölkerung, dass man den Prunk der Beisetzungsfeierlichkeiten 1958 hätte
können bestaunen können. Schade, dass auf diese Weise ein Stück abendländischer Kultur verlorengegangen
ist.
Wird die Kleiderordnung der alten Liturgie eigentlich auch in Kreisen der Modernisten verachtet? Unlängst
sah ich Bilder der Beisetzung von Pius XII. Nicht nur die prachtvollen Pontifikalgewänder als auch die
Art der Aufbahrung des Papstes und seiner Vorgänger beeindruckt: Ein sehr hoher Katafalk, ringsum hohe
Kerzen-Paul VI. war der erste Papst, der auf einer einfachen Bahre (wie seine beiden Nachfolger) gelegt
wurde. Meine Frage: Wer hat dies abgeschafft? Ebenso wurden die Päpste auch in der Skramentskapelle aufgebahrt.
Ist dies ein eigener Beerdigungsritus gewesen, der durch einen neuen, in aller Form Schlichten ersetzt
wurde? Danke den Antwortenden!
Mit der Spitze nach unten Ist das etwa auch eine dieser Stolen, die der Assistent oder Diakon bei der
Missa rechts im Bild trägt, über die sich einige Foristen so besorgt geäußert haben, wegen möglicher
unrechtmäßiger Unterwanderung der heiligen Kirche. Sie, die Stola, läuft so verdächtig spitz zu und
wird auch noch mit der Spitze nach unten getragen. Was das wohl bedeuten muss?
na schau, da hat Euch der Ravasi Wind in die Segel geblasen… da kann kreuz.net wiederum jubelieren und
frohlocken. Die geliebte „Alte“ ist wieder erhoben worden und erstrahlt in neuem Ruhm und Bewunderung.
Möchte jedoch wissen wie Ihr das anstellen wollt mich dort jemals hineinzubekommen. Dann hättet Ihr
es wirklich geschafft.
@aleph Es ist doch genau umgekehrt. Ich sehe es in 99,9 % der Pfarrgemeinden: „Es ist eine konstante Klientel,
die diesen Messen beiwohnt, die sich nicht unbedingt verjüngt. Darüber dürfte das Interesse rapide
abnehmen,…“ Jedes Jahr bei jeder Zählung der Gottesdienstbesucher zu beobachten. Am 1. Advent dürfte
es wieder soweit sein. „Dabei wird allerdings immer vergessen, dass die Zeit und die Theologie, in der
dieser alte Ritus passte einfach vorbei ist.“ Die außerordentliche Form ist „forever young“. Wer aber
heute up-to-date sein will, muss aufpassen, dass er morgen nicht schon von gestern ist. So ist nun die
Form von 1969 heute von gestern. „Das ist endgültig passé, als dass die tridentinische Messe wieder
flächendeckend verordnet werden könnte.“ Das wäre in der Tat fruchtlos. Aber lasst beides wachsen und
reifen bis zur Ernte …
@ Aleph Warten Sie es doch einfach ab. Ihr Argument mit dem Alter wird doch ohnehin schnell zum Boomerang.
Gucken Sie sich doch mal den Altersschnitt in Wochentagsmessen etc an. Selbst der Altersschnitt bei (dann)
sog. Jugendgottesdiensten ist bisweilen bedenklich…
Zeit ist endgültig passé da von relativ wenigen Interessierten, die auch vorher die tridentinische Messe
besucht haben, abgesehen, ein ziemlich geringes Interesse besteht. Samurai@ Nicht viel anders wird es
auch in anderen Diözesen. Es ist eine konstante Klientel, die diesen Messen beiwohnt, die sich nicht
unbedingt verjüngt. Darüber dürfte das Interesse rapide abnehmen, es sei denn, der jeweiligen Personen
wollen gezielt einmal eine Messe im alten Ritus erleben. Dabei wird allerdings immer vergessen, dass die
Zeit und die Theologie, in der dieser alte Ritus passte einfach vorbei ist. Das ist endgültig passé,
als dass die tridentinische Messe wieder flächendeckend verordnet werden könnte. Auch wenn viele Leute
über die Schönheit der alten Messe noch immer ins Schwärmen geraten, dadurch wird der alte Ritus nicht
lebendiger.
#9 ExBochumer † 11:52:03 | Montag, 12. November 2007
I.O., Tridentinus Unter Genn (Bistum Essen) hat sich nichts geändert. Sonst noch was? Immer nach Gelsenkirchen
oder Recklinghausen ausweichen – da ist mir die Mitfeier der Hl. Messe bei der FSSPX näher. Und Kritiken
an den Messfeiern in RE oder GE gibt es ja auch genügend.
#8 Tridentinus 11:40:55 | Montag, 12. November 2007
@ExBochumer Im Prinzip (!) hat SPC liturgisch sogar weltweit alles verändert, praktisch in Ihrem Umfeld
evtl nichts. Drücken Sie sich bitte sorgfältiger aus!
@ Fabianus Ich kann letztendlich nur für das Bistum „sprechen“, in dem ich lebe. Und hier – das bestätigen
auch Aussagen der Bistumsleitung – hat sich wenig geändert, da von relativ wenigen Interessierten, die
auch vorher die tridentinische Messe besucht haben, abgesehen, ein ziemlich geringes Interesse besteht.
Samurai
Was mich interessiert nachdem das MP nun schon seit längerer Zeit veröffentlicht ist: Was hat sich verändert?
Gibt es bereits erste Statistiken über Messenzuwachs im tridentinischen Ritus in Deutschland/Europa?
Die Geistlichen theoretisieren hin und her- was tut sich in der Praxis? Wie wird sich dieses MP weiterentwickeln?
Wird in 100 Jahren von diesem Papst noch die Rede sein, dass er es war, der (zum Glück oder Ungklück)
diese Messe wieder zugelassen hat? Kurzum: Wird diese Entscheidung von geschichtlicher Tragweite in der
PRAXIS sein, oder nicht?
#3 Tridentinus 10:48:31 | Montag, 12. November 2007
Diese Kommission ist insgesamt sehr gut besetzt. Die Liturgie muss auch als Kulturgut vermittelt werden,
mit allen Aspekten, unter denen sie die Kunst inspiriert hat. Dabei ist sie vor ästhetizstischem Missbrauch
zu bewahren. Wer die klassische Liturgie Roms (oder auch andere) de facto abschaffen wollte oder auch
jetzt noch – nach SPC – unterdrücken will, entlarvt sich damit als Kulturbanause! Damit ist zwar noch
keine theologische Kategorie angesprochen, beeindruckendes ist aber von solch einem Banausen auch Theologisch
nicht zu erwarten. Schon wegen des Zusammenhangs von Kultus und Kultur bzw. von Evangelisation/Mission
und kultureller Prägung und vor diesem Horizont auch rechtverstandener Inkulturation.
Sprachschatz „Unsere Sprache besitzt 15.000 Vokabeln. Es gibt Schätzungen, wonach Jugendliche davon durchschnittlich
800 bis 1000 verwenden.“ Und die Bild-Zeitung kommt mit 400 aus. de.wikipedia.org/wiki/Wortschatz Aber
was will uns der Kardinal damit sagen? Und was hat das mit der alten Messe zu tun?
#1 Nachtlaterne 10:19:44 | Montag, 12. November 2007
wir brauchen mehr… …frömmigkeit, mehr demut, mehr gebet, mehr offenheit…aber nicht für geschlossene
zustände. wir brauchen freiheit, aber auch die tiefere erkenntnis, dass man sich auf freiheit vorbereiten,
sie aber nicht bauen kann, wie die vielen angebote auf dem großen gabentisch unserer konsumgesellschaft
suggerieren wollen. sehnsucht nach echter freiheit, warum kommt die gar nict erst auf? weil wir sklaverei
für freiheit halten und freiheit noch gar nicht kennengelernt haben.