09:26:54 | Donnerstag, 10. Februar 2005
Kardinal Lustiger bekommt einen Nachfolger + Asche aufs päpstliche Haupt + Rausgeflogen + Hirtenbrief mit Filmtip + Wo bleibt der Protest?
Kardinal Lustiger bekommt einen NachfolgerFrankreich. Der Erzbischof von Tours, Mons. André Armand
Vingt-Trois (62), wird voraussichtlich Kardinal Jean-Marie Lustiger als Erzbischof von Paris ablösen.
Mons. Vingt-Trois ist ein enger Freund des Kardinals und war früher sein Weihbischof. Tours befindet
sich südwestlich von Paris. Nach Angaben von Vatikan-Experten wird die Ernennung morgen publiziert werden.
Schon seit mehreren Monaten diskutierte der Vatikan über einen Nachfolger des 78-jährigen Kardinal Lustiger,
der gesundheitlich angeschlagen ist und besonders Probleme mit seiner Stimme hat. Daß Mons. Vingt-Trois
neuer Erzbischof von Paris werden soll, sei schon Ende Januar festgelegt worden. Entsprechend einem alten
Abkommen zwischen dem Vatikan und Frankreich muß der Vorschlag der Französischen Regierung zur formellen
Begutachtung unterbreitet werden. Das sei bereits geschehen. Im laizistischen Frankreich braucht es für
die Ernennung eines Bischofs die förmliche Zustimmung des Staatspräsidenten.
Asche aufs päpstliche
HauptItalien. Am gestrigen Mittwochmorgen hat der Heilige Vater in seinem Spitalzimmer der Gemelli-Klinik
die Heilige Messe des Aschermittwochs zelebriert. Anwesend waren auch einige Konzelebranten. Die vom Papst
gesegnete Asche wurde von einem der mitzelebrierenden Priester ausgeteilt. Am heiligen Ritus nahmen auch
der päpstliche Leibarzt, Dr. Renato Buzzonetti, und die anderen Ärzte teil, die den Papst gegenwärtig
behandeln.
RausgeflogenUSA. Die Glaubenskongregation untersagt dem US-amerikanischen Dogmatiker P.
Roger Haight SJ zu unterrichten. Dies berichtete die Nachrichtenagentur der US-amerikanischen Bischofskonferenz.
Nach fünf intensiven Jahren der Prüfung hat der Vatikan in Haights Buch „Jesus, Symbol Gottes“ von 1999
„ernsthafte Lehrirrtümer“ festgestellt. In seinem Werk leugne Pater Haight die Gottheit Christi, seine
Auferstehung und seine einzigartige Mittlerschaft, ebenso die Dreifaltigkeit des einen Gottes. Deshalb
sei dem Autor die Lehrbefugnis solange entzogen, bis er seine Ansichten ändere. Joseph Kardinal Ratzinger
unterzeichnete eine entsprechende Notifikation zum Buch. Das Schreiben ist in der italienischen Ausgabe
des „L’Osservatore Romano“ vom 7./8. Februar veröffentlicht.
Hirtenbrief mit FilmtipPhilippinen. In
seinem Hirtenbrief für die Fastenzeit wies Mons. Fernando Capalla, Erzbischof von Davao und Präsident
der Philippinischen Bischofskonferenz, seine Gläubigen an, sich in der Fastenzeit den Sakramenten und
kirchlichen Frömmigkeitsübungen zuzuwenden. Davao befindet sich im Südosten des Landes. Die Katholiken
müßten das Übel der Sünde erkennen und umkehren. Die Beichte sei hier von besonderer Bedeutung. Neben
den bewährten Mitteln wie dem Kreuzweg, der Schriftlesung, dem Fasten, der Beichte oder den Exerzitien,
empfahl der Erzbischof auch Mel Gibsons Film „Die Passion Christi“ als Hilfe für die vorösterliche Bußzeit.
Obwohl der Film nur „einen menschlicher Schatten des Leidens Christi“ darstelle, seien die bewegenden
Bilder nach den Worten des Erzbischofs eine „mächtige Hilfe, um Reue zu wecken“.
Wo bleibt der Protest?
Deutschland. Ian Wilmut, der streitbare Erzeuger des geklonten Schafes „Dolly“, darf jetzt seine
Experimente
an Menschenembryos durchführen. Der gleiche Wilmut ist dazu ausersehen, Mitte März den mit insgesamt
100.000 Euro dotierten Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preis 2005 zu erhalten. Die katholische Tageszeitung
„Die Tagespost“ fragt in ihrer gestrigen Online-Ausgabe, wo der Protest bliebe. Müßten nicht die Frauenrechtlerinnen
angesichts dieser Ehrung Sturm laufen, da ein Mann statt den Genen von Schafen nun das Erbgut von Frauen
ausbeutet? „Wo bleibt der Protest von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt gegen die Zweckentfremdung von
Geldern ihres Ministeriums, mit denen die Zeugung und Tötung von Menschen im Ausland finanziert wird –
etwas, worauf in Deutschland Gefängnis steht? Wo bleiben – sieht man von den üblichen Stimmen einmal
ab – die Aufschreie der Politiker, die sich in Bundestag und Bundesrat mit überwältigender Mehrheit
gegen jede Form des Klonens von Menschen ausgesprochen haben?“
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